Ur. 289. S4. Jahrg. �ill ,. I"«.,«,r.mi. vsrauszählbar. Einzelne Wochenlags. kW I D« I DA Wk f/ Ol mB g8H IM DD DD /FV'~Hl�r-J adwluilfr botrafli t.bieftcfiwgrflJiü.oncfloloncI. nurmncrn 6 Psz. Sonnlaqsiiummrr JSSt I UfSD I SB DD DD iLk DD Mm HB DD DD[D f/ Qf �™�// F1�.60, �[ß.? fte BCU' mü ittuflricttct Beilage»Tic Neue jtBlNSS TraSS I«H DD v) DD SM«««W«D Ut\ SS|BS f y/ ,,a-?. iettgsdruckle ffijou 20 Jiig. Uli- Welt' w Pfa. Postbezug! Monatlich sSBhH f�WKil 19 W DD MH DD DD DD DD DD Wj DD // lästig 2 lettgedrucktc Worte). edeZ 1Ä) Mb Unter tkeuKband lA MM! PM W M W WWW HEB W � W MI AL weitere Wort wPig. Stellengeiache Deutschland und Oeslerreich. Ungarn VTEgfi B HM BM H. H. v B MM M M MAMM/ mid �chlaiilestenauzclgeu d.r- Mi- L.S0 Ml., sür das übrige Ausland 4 Ml. KD I D« W M jSQX HP' MSaK MHl Bi« DD Worl lv Plg.. l-des wei.erc Wort v P,jr vionatlich. Postbeslclluugen iiehinen DH 38 L ffifcV �HSirAd>'4MiSPßSlitSO>'Z--- ��IMKn�HWy J&lm\ �9 32otie über 15 Buchstaben zahlen für an Tänemarl. Holland. Luxcinburg. kW WÄ i �9S8r\ SBL\ KS ji"1-'1 �P110- TeüerungsiUlch.ag 20 /» Schweden u. die Schwei,. Eingetragen iHLs IHp\-// xIHsX. BS.vnmUic"■ llnj-igcn rii» Big in die P-st-ZertungS-Pr-isliile. MSS% �—--- �\S /In� ML. lwstt.sche u.-ew-Achaftstchc Berebr«. �r.ch-.n. t-gl-ch. y v 49�* fü�M�VuÄn.fl8�1� siÄÄrIta. lerÄ"�f,aÄ »Eoztglvsmokrat Elcrit»» � � � � M•&" W-�-�r gegeben werden. Geäffacl von z Uhr Vevlrnev Volksblntk. ZtntvaXorgan der rozialdemohratifcbcn parte! Deutfcblands. Neöaktton: EW. HS, Linüenstraße 3. j! de« Äk Oktober 1917 expeöition: EW. HS, LinSenstraße z. �erutvrecher: Ami Moritzplav, Nr. ISl. so— 15197.|| wt"<***-• � �*: Zserutprecher:«mt Moritzvlatz. Nr. 1S1 itv-lät S7. ■ Das Ergebnis von Qlärzbwrg. Der Parteitag von Würzburg, der gestern zu Ende ge- kommen ist, wird in der Geschichte der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung stets eine besonders hervorragende Rolle spielen, die er nicht nur den außerordeiltlichen Zeitumständen verdankt, sondern auch dem hohen Matze seiner politischen Einsicht. Mit überwältigender Mehrheit, gegen ivemge Stimmen, hat der Parteitag die Haltung der Reichstagsfraktion bei den K r e d i t a b st i m m u n g c n gebilligt. Wer nicht ganz der- blendet ist, ivird von vornherein zugeben, datz man solche Mehrheiten nicht fabrizieren kann. Wäre die ausgeschiedene Minderheit in der Partei geblieben, so wäre die Mehrheit gegen sie nicht so überwältigend, aber immer noch gewaltig. Triumph aus voller Brust und Salz in offene Wunden— das wäre menschlich begreiflich gewesen! Man hat sich aber von kleinen Menschlichkeiten im allgemeinen freigehalten und das politisch Richtige getan, indem man just in diesem Augen- blick die Einigung der Arbeiterbewegung als Gebot der Gegenwart und der nächsten Zukunft auf di� Tagesordnung der öffentlichen Diskussion zwang. Seien wir offen, es mag einzelne Genossen geben, die nur darum für die Einigung in diesem Augenblick eintreten, weil sie hoffen, sie sei eine ganz ausgeschlossene Sache. Mit der- selben Offenheit kann erklärt werden, datz diese gefühls- mätzige Betrachtungsweise einzelner keineswegs den Auffassungen der Gesamtpartei entspricht. Zhr ist es bitterernst und ehrlich um die Sache zu tun. Der Arbeiterbewegung soll der un- crmetzlichc Schaden der Zersplitterung und der gegenseitigen Aufhetzung erspart bleiben. Dazu hat. unbeeinflutzt von grellem Tageslärm und augenblicklichen Gefühlsregungen die sozialdemokratische Partei den ersten Schritt getan. Alle Vernünftigen werden ihr das schon jetzt danken, aber noch mehr in der Zukunft, die, so oder so, in dem Zeichen der Einigung stehen wird. Von der sozialdemokratischen Partei ist ausgesprochen worden, datz ihr das Interesse der Arbeiter- klaffe an einer geschlossenen Vertretung ivichtiger ist als der Austrag von theoretischen Meinungsverschiedenheiten und persönlichen Empfindsamkeiten. Für diesen Gedanken des Parteitags wird auch der „Vorwärts" eintreten: nicht aus Pflicht, sondern aus lieber- zeugung. Wir sind dessen vollkommen gewitz. datz ein Blatt, das anders handelt, in entgegengesetztem Sinne wirkt, den Namen eines Arbciterblattes nicht verdient. Mit nicht geringerem Geschick ist die Frage der Are- ditbcwilligung behandelt worden. Es>säre ungeschickt gewesen, die Fraktion im Sinne der Resolution Hoch auf die Llrcditverwcigerung festzulegen. Nicht minder ungeschickt wäre es aber auch gewesen, aus der Anerkennung der Landesvertci- digung durch die Sozialdemokratie zu folgern, die Fraktion habe, gleichgültig, wer regiert und wie regiert wird, alle Kredite unbesehen anzunehmen. Die Kreditverweigerung hat aufgehört ein Akt des grundsätzlichen Protestes zu sein, sie verwandelt sich zugleich in eine Waffe des politischen Kampfes, die man anwendet, wenn man es für not- wendig hält und sie Erfolg verspricht. Es gehört heute gar nicht viel Phantasie dazu, sich vorzu- stellen, datz die Sozialdemokratie zur Kreditverwcigerung übergehen und die bürgerlichen Mchrheitsparteicn zu gleichem Tun auffordern könnte. Die faktische Ablehnung der Kredite ist aber auch etwas ganz anderes als die blotze demonstrative Ablehnung durch eine Minderheit. Was von der zweiten gesagt werden kann, trifft auf die erste in keinem Fall zu: die Landesverteidigung kann da- durch nicht geschädigt werden. Gesetzt den Fall, die Reichs- tagsmehrhcit würde die Kredite ablehnen. Was würde das bedeuten? Doch nur soviel, datz der Kanzler abzu- treten hat und datz die Kredite einem anderen zu bewilligen sind. Das ist eine Angelegenheit, die binnen 24 Stunden erledigt fein kann, ohne datz der Landesverteidigung daraus der geringste Schaden entstände. Im Gegenteil! Sie würde dadurch nur gewinnen, wenn ein unfähiger Kanzler durch einen fähigen ersetzt wird. Es ist als ein ganz entschiedener Fortschritt zu betrachten, datz sich der Parteitag nicht dazu verleiten ließ, gegenüber der Fraktion Vocstyung zu spielen. Das Handeln der Fraktion mutz aus einer ganz bestimmten Situation hervorgehen, die auch der klügste Parteitag nicht voraussehen kann. Dem Zusammenwirken mit anderen Fraktionen wird kein Hindernis in den Weg gelegt. Mit Recht ist schon in bürgerlichen Blättern gesagt worden, daß die Fraktion von diesem Partei- tag gekräftigt in den Reichstag zurückkehren wird. Große dramatische Szenen und aufrüttelnde Zwischen- fälle haben diesmal gefehlt. Aber nur ein sehr oberflächlicher Beobachter könnte meinen, daß nun alles über einen Kamm geschoren sei. Erfreulicherweise gibt es in der Partei über verschiedene Dinge noch immer recht verschiedene Meinungen, Fenerkampf in Flandern.— Die Artillerie- fchlacht nordöstlick) Soifsons.— Landung auf Tagö.— Gefecht am Ochrida-See. Amtlich. Großes Hauptquartier, 30. Oktober 19l7.cb in London, als Kühlmann sagte, daß niemals ein Zoll deutschen Bodens abgetreten werden würde: dies war die Fehdeansage in der clsaß-lvthringischen Frage. Lloyd George gab zum erstenmal eine svrmlichc Erklärung ab und antwortete Kühlmann mit einer anderen, einer edelmütigen Fehdeansage, indem er erklärte, England würde an der Seite Frank- reichs stehen, bis Frankreich Elsaß-Lothringen deSannckticrt haben werde. Am folgenden Tage gaben die Vereinigten Staaten die gleiche Erklärung ab. Painleve befaßte sich sodann mit der inneren Politik und sagte: Es ist unerläßlich, daß die Gerechtigkeit frei und vn- bcugsam ihren Lauf nimmt. Wir sind wehrlos gegenüber der Ver. leumdurig, aber verpflichtei, mit Hilfe, des Gesetzes vom 4. August J015 diejenigen zu verfolgen, welche die Regierung an- greife» würden und versuchen, die Moral der Nation zu schwächen. Darauf wurde Schluß der Verhandlungen über die all- gemeine Politik durch Handaiishebe» beschlossen. Die Kammer lehnte sodann die von der Repierung verworfene Priorität der einfachen Tagesordnung mit Z(i8 gegen 96 Stimmen ab und nechnl durch Hcmderheben die Vertrauenstagesordnuug Metedier an, welche lautet: Da die Kammer der Alstiffit ist, daß nur ein enges Einvernehmen zwischen der Regierung und den Verbündeten auf diplo» m a t i s ch e m und militärischem Gebiete durch den Sieg einen dauerhaften Frieden verbürgen kann, und weiter, daß es c i n Ä e r b r e ch e ii f e iih w ü r d e, d i e A u f m e r k- s a m kci t des Landes von diesem wichtigen Ziele durch die Ausnutzung von Skandalen, die die republikanischen Einrichtungen und die Einigkeit der Nationen gefährden könnten, abzulenken: indem sie darauf rechnet, daß die Justiz schnell und gänzlich ibr Werk verrichtet, richtet die Kammer an die Armeen der Republik den Ausdruck ihrer ehrfurchtsvollen Bewunderung, drückt der Regierung ihr Vertrauen aus und geht zur Tages- ordnung über. Bemerkenswert an der Debatte ist: daß der auf der Linken, besonders bei den Sozialisten unbeliebte R i b o t trotz des Uebergreisens der Debatte ailf die auswärtigen Anoeleoen- heiten nicht das Wort ergriffen hat. was auf baldige Aus- schiffung deutet: daß den reaktionären und chauvinistischen Skandalmachern von der Kammer ein Verweis erteilt wurde und daß schließlich die Kammer Painleve mit so-"-o�r Mehr- heit ibr Vertrauen votierte, um die demoralisierende Wirkung der Skandale auf die Front und daS Land obm"">n. Tie große Krise zwischen dernünftmen Franzosen und französischen Alldeutschen ist aber noch nicht ausgetrogen. Der Plan öer Räumung Petersburgs. Petersburg, 20. Oktober.(Petersburger Telegraphen- Agentur.) Die Blätter melde», daß angesichts der neue» Lage die Regierung Maßnahnicn zur dcmnächstigcn Räumung der Haiiptsiadl treffe» wird. Ein Sonderausschuß ist zu diesem Zweck gebildet worden. Die Regierung wird sich wahrscheinlich nach Moskau begeben, wo sie sich im Kreml einrichten wild. Man glaubt, daß die Berfassunggebeudc Versammlung ebenfalls in Moskau ihren Sitz nrhme» wird. Die Räumung durch die Regierung und ihre Organe wird übrigens nicht den Charakter der Ncberstürzung trage», sondern sich allmählich und nur im Felle der unbcoingtcn Notwendigkeit vollziehen. WaS das Vor- Parlament anbetrifft, welches bestimmungsgemäß morgen seine erste Sitzung in Petersburg abhalten wird, so wird dieses später nach Moskau übersiedeln. Der Plan, die Regierung aus dem von dem revolutionären Proletariat beherrschten Petersburg wegzuverlegen, ist nicht erst von der„neuen Lage" geboren worden. Aber diese neue Lage, das deutsche Vordringen zu Lande und zu Wasser an der Rigafront, soll jetzt zur Verwirklichung des Plaues ausgenutzt werden. Daß das Manöver als eine Aktion, die der bourgeoisen Gegenrevolution zugute kommen soll, empfunden und heftig bekämpft werden wird, dürfte zu erwarten sein. In der nun beginnenden Tagung des Vorparlaments wird diese Wirkung sich vermutlich zeigen. * Petersburg, 20. Okiober.(Petersburger Telegraphen-Agentur.) Die Abendblätter bestätigen die Möglichkeit einer Uebersiedlung der Regierung nach Moskau. Sie stellen fest, daß diese Nachricht übrigens keinerlei Panik noch gor Unruhe in der Bevölkerung hervorgcrnfen habe. Dagegen werde die Frage lebhaft in revolutionären Kreisen besprochen. Im Verlause eines Meinungsaustausches in dieser Angelegcnheir zwischen Mitgliedern der Negierung und den Vertretern der großen politischen Parteien wurde festgestellt, daß die Vertreter der rcvo- lutionären Demokratie und ganz besonders der extremsten Gruppen eine Abreise der Regierung entschieden mißbilligen.— Die.Börsen-Zeitung" glaubt, daß die Uebersiedlung der Regierung in der ersten Hälfte des November stattsinden werde. Der Termin Ser Wahlen für die Konstituante. Auflösmig der vierten Duma. Petersburg, 29. Oktober.(Meldung der Petersburger Tclcgraphen-Agentur.) Da die Wahlen für die Ver- fassunggebende V e r s a m m l. u n g auf den 25. No- veiuber anberaumt siiw, hat die Vorläufige Regierung ver- fügt, daß die vierte Duma aufzulösen ist und lsie Mandate ihrer Abgeordnetcu für null und nichtig erklärt werden. Die Grunüfähe üer neuen schwedischen Regierung. Stockholm, Z9. Oktober.(Meldung des Svcnöka Telegram- byran.) Bei der Eidesleistung des neuen Ministeriums führte Staatsminister Eden über die Hauptgrundsätze der neuen Regierung folgendes ans: Unsere erste Aufgabe wird es sein, in Uebereinstimmung mit den wiederholt bekanntgegebenen Absichten der schtvedischen Rc- gierung und dem klar ausgedrückten Willen de? sc�vedischcn Volkes eine unverbrüchliche, nach allen Seiten streng unparteiische NcutralitätSvolitik und eine damit übereinstimmende Handelspolitik aufrechtzuerhalten. Das besondere Zusammenwirken der drei skandinavischen Reiche, das während des Krieges zustande ge kommen ist, weitmöglichst zu entwickeln, ist unser lebhafter Wunsch. Ten Bestrebungen, die mit immer wachsender Stärke auf verschic- denen Seiten hervortraten, nach diesem wcltverheerenden Kriege «inen dauerhaften Frieden zu schaffen, sowie eine internationale Rechtsordnung, die geeignet fein kann, den Frieden zu sichern und eine Minderimg der Rüstungslasten zu ermöglichen, schließen wir uns von Herzen an. Offenbar ist es nicht möglich, an eine Lösung der Frage einer Brfchränkung der Vertridigungsmittel«nferrs Landes und ihrer Anpassung an die Tragkraft des Volkes und die Vedürfnisse einer ftiedlichcn Kultur während der Dauer des Krieges heranzutreten, aber wir wollen es nicht unterlassen, unser« Ueberzeugnng aiiszusprcÄen, daß diese Fragen eingehend geprüft werden müssen, tvenn einmal der Krieg endet, unter Berücksichti» gung der dann in der Welt herrschenden Verbältnisse. Infolge der Haltung der kriegführenden Mächte zu dem neu- traten Handel und Verkehr entstanden immer größere Schwierigkeiten für die Sicherung unserer VolkScrnährung und die Tätigkeit unserer Industrie, und die Lage ist im ge- genwärtigcn Moment sehr ernst. Sic fordert unabweisbar, daß die Regierung und das Volk mit vereinten Kräften nach Aus- wegen suchen, durch loelchc der Druck, wenn möglich, erleichtert und die Krisenzeit ohne großen Schaden durchlebt werden könne. Zu diesem Zwecke müssen alle Anstrengungen gemachten werden, unsere eigenen Vorräte b i S � u m A e u ß c r st e n a u S- z u n ü tz e n, die Produktion vor allem von unumgänglichen Leben-- bedürfnisscn zu fördern und zu stärken, die Interessen der Pro- duzcnten und Konsumenten gerecht abzuwägen und in grüßt- möglichster Umfassung den Handelsaustausch mit den fremden Ländern aufrechtzuerhalten. Die schwere Zeit die unser Volk jetzt durchlebt, hat mit ganz besonderer Stärke die Notwendigkeit hervor, gehoben, durch eine klare demokratische Politik auf verschiedenen Gebieten des Gcscllschaftslebens sämtliche Kräfte � de» Volke» in gemeinsamer Arbeit für das Wohl des Landes zu sammeln zu versuchen. Bei den bevorstehenden Wahlen zur Zweiten Kammer de» Reichstages hat sich eine große Mehrheit den Forderungen nach verschiedenen Berfassungsreiormen äuge- schloffen, in erster Reihe der Umgestaltung des Gemeinde- Wahlrechts nach dem Grundsatz des gleichen Wahlrechts für alle, die an die Gemeinden Steuer bezahlen, der Erweite- rung des politischen Wahlrechts der Frauen und der Re- vidierung gewisser Forderungen, die bei den jetzigen Bestimmun- gen da» Wahlrecht beschränken. Wir werden unverzüglich die Arbeit zur Vorbereitung der Anträge zu den Ver- fassungsrcformen aufnehmen, damit solche Anträge von Ew. Majestät baldmöglichst dem Reichstage vorgelegt werden können. Der Stimmenzuwachs öer sinnischen Sozialisten. Die finnische Sozialdeniokralie hat bei den Landtagswahlen einen erheblichen Stimmenzuwahs— von S75 000 auf 436 000— erzielt. Die bürgerlichen Parteien trieben eine ausgesprochene Nr.z«»» Z4.?ahrgm>» Eonnlag, 21.®tttibcn«17 Die Verhandlungen des Würzburger Parteitags. Sechster Verhandlungstag Würzburg, den 20. Oktober. Vorsitze aber Ebert eröffnet die Verhandlungen um 9 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen: Anträge. Heinrich Schulz begründet folgenden von Ebert, Legren und ihm gestellten Antrag:' „Der Parteitag beauftragt die bisherigen Mitglieder des Z c ntralbildungSauSfchusfcs David, Heimann, Korn, Lobe. Müller, Schulz mit der Fortführung der Arbeiten des Zentralbildungsausschuss<:s während der Dauer deS Krieges. Zugleich ersucht der Parteitag den Parteivorstand, in Gemeinschaft mit dem Zentralbildungsausschuß eine Verständigung über die zukünftige Mitarbeit der Gewerkschaften im JentralbildungsauSschuß herbeizuführen" In seinen Ausführungen macht Schulz darauf aufmerksam, daß die Zentralstelle für die arbeitende Jugend und die örtlichen Ju- gend- und BildungSausschüsse paritätisch ans Partei- und Ge- w« r k sch a f t sg e n o ss c n zusammengesetzt sind. Das gleiche sollte nun auch für den Zcntralbildungsausschuß angestrebt werden. Bis dahin sollen keine Ersatzwahlen vorgenommen werden. Der Antrag wird ohne Debatte angenommen. Anna Blos-Stuttgart begründet den Antrag der weiblichen Vertreter auf dem Parteitag und zahlreicher Delegierter, auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages das Thema„Frauenarbeit und Frauenschutz" zu setzen. Rednerin erinnert an die großen Lei- stungen und Opfer der Frauen in der Kriegszeit. Dadurch sei auch die Bewertung der Frauenarbeit eine ganz andere ge- worden. Gleiche Pflichten, gleiche Rechte. Kein Gedanke mehr daran, daß die Frau ins Hau? zurückkehrt, es ist wirtschaftlich unmöglich geworden. Aber die Frau will es auch nicht mehr, denn sie ist im Kriege eine selbständige Persönlichkeit ge- worden. 49 Jahre sind es erst gerade her, seit die Sozialdemokratie zum erstenmal sür den Frauenschutz im Reichstag durch einen aus- führlich begründeten Gesetzesantrag eingetreten ist. 49 Jahre lang bat die Sozialdemokratie als Ritter der Frauenarbeit ge- kämpft. Sehr viel hat sie leider nicht erreicht, denn die bürgerliche Mehrheit hat Anträge für Wöchnerinnen- und Säug- lingsschutz abgelehnt und am gleichen Tage große Mittel für die Bekämpfting der Maul- und Klauenseuche bewilligt. Jetzt aber fordert das Wohl der Volksgesamtheit mehr als je euer- gische Schutzmaßnahmen.(Beifall.) Der Antrag wird angenommen. Die Kontrollkommission hat sich konstituiert und Brühne zum Vorsitzenden gewählt. ES folgt die Beratung des Antrages Hamburg III, dem P a r- teiausschuß Beschlutzrecht zu verleihen, ferner:„Ein Mitglied des ParteivorstartdeS, das sich Handlungen zuschulden kommen läßt, die das Parteiintcrcsse schädigen, oder mit demselben unvereinbar sind, kann auf Beschlutz der Kon troll kom- Mission von seinem Amt bis zum nächsten Parteitag enthoben werden." Ferner soll dem ParteianSschuh daS Recht zu Ersatzwahlen in die Kontrollkommission gegeben werden und gegen Mitglieder der Kontrollkommission dieselbe Möglichkeit der A m t S e n t f e r n u n g geschaffen werden, wie den Mitgliedern dcS Parteivorstandeö. Die Anträge begründet Grosse-Hamburg: Auch wenn man davor zurückschreckt, jetzt daS Statut zu ändern, scheinen unsere An- träge doch eine unbedingte Notwendigkeit zu sein. Durch ihr Fehlen drohte der Partei während dek Krieges ein Chaos. Wir waren zu tolerant gegen die Opposition(vielfache Zustim- mung), der es nur» m die Kasse ging, und das hätte unS bei- nahe die. ganze Organisation gekostet. Ein Parteivorsitzendcr mit hinterhältigem Charakter mutz aus der Partei entfernt werden können. Wie konnte man einen Parteivorsitzenden länger im Amte dulden, der planmäßig Beschlüsse des Parteivorstandes durchkreuzte? Denken Sie«i das„Gebot der Stunde".(Sehr gut!) Es ist geradezu unerträglich, daß eine Person jahrelang keine Parteibeiträge zahlt und trotzdem die hoch st en Ehrenämter in der Partei bekleidet. Leuten, die niemals an dem Aufbau der Organisation mitgearbeitet, sondern sw nur als ihr Werkzeug benutzt haben, ist die Organisation ja Hekuba. Wer aber jahrzehntelang sie mitgeschaffen bat, der will sie erhalten. Wir haben nicht die Möglichkeit, alle Augenblicke einen außerordent- lichen Parteitag einzuberufen. Die Zukunft kann uns sehr rasch vor die wichtigsten Beschlüsse, etwa die Beteiligung an der Regie- rung, stellen. Da brauchen wir auS Parteivorstand, Reichstagsfraktion, Kontrollkommission und Parteiausschuß eine Instanz, die rasch Verantwortliche Beschlüsse fassen kann. Deshalb müssen wir dem Parteiausschutz Beschlußrecht geben. Schützen S>: die Partei vor der ied erkehr solcher Gefahren, denen sie diesmal noch glücklich entgangen ist.(Lebhafter Beifall.) Schmidt-Meitzen: Ich bitte alle Anträge abzulehnen, welche die Partei über den Krieg hinaus binden. Der jetzige Parteitag gibt kein richtiges Stimmungsbild.(Große Unruhe.) Vorsitzender Ebert: Ich muß diese Vorwürfe gegen den Partei- tag mit aller Entschiedenheit zurückweisen, sie sind ganz will- kürlich und durch nichts begründet.(Lebhafte Zustimmung.) Der Parteitag ist zusammengesetzt auf Grund des O r g a n i s a t i o n s- statu tS.(Sehr wahr!) Die Kommission hat alle Mandate ge- prüft und gegen keinS ist Einspruch erhoben worden.(Sehr richtig!) Diese unbegründeten Vorwürfe in letzter Stunde verfolgen offenbar besondere Nebenzwecke. lLebhaftes Sehr richtig!) Schmidt-Meitzen: Die Erregung des Vorsitzenden ist ganz un- begründet. Vorsitzender Ebert: Ich bin in keiner Weise erreg), aber ich habe als Vorsitzender die Rechte des Parte, tags zu wahren und das Recht lasse ich mir auch vom Genossen Schmidt nicht nehmen.(Beifall.) Schmidt-Meitzen: Ich bin ebenso bestrebt, daS Beste der Partei wahrzunehmen. Aber auf diesem Parteitag sind viele Kreise schwach, manche gar nicht vertreten. Der Parteiausschuß hat gar keine demokratische Grundlage. Ich warne Sie vor GelegcnhcitS- gesetzmacherei. Hermann Müller(Parteivorstand): Unser Organisationsstatut ist unsere Verfassung. Deshalb wollen wir in aller Ruhe und Sachlichkeit über diese Anträge sprechen und uns nicht durch die Rede Schmidts verleiten lassen, sie anzunehmen.(Heiter- keit.) Der Parteivorstaud hat ja ursprünglich dem Parteiausschutz Beschlutzrecht geben wollen, aber der Parteitag hat seinerzeit a n- derS entschieden. Nun müßten wir ja um jeden Preis eine Aen- derung treffen, wenn eine wirkliche Gefahr drohte. Aber vor dem nächsten Weltkrieg haben wir gewiß' schon ein neues Organi- sationsstatut. Die Annahme der Hamburger Anträge ist un- möglich ohne grundsätzliche Aenderung des ganzen Orga- nisationsstätutS. Man müßte dann dem Parteiausschuß ein Delegationsrecht zum Parteitag geben, müßte ihn gerechter zusammensetzen und das Recht der Stellvertretung beseitigen. Auch die anderen Anträge sind in dieser Form nicht annehmbar. Selbst der Parteivorsttzende hat Anspruch auf eingeordnetesRechtL- verfahren. Ich denke, wir lassen es bei dem bisherigen Zu- tand. Wir haben ja auch mit dem Parteiausschuß sehr gut zu- äinmengearbeitet. Er kann sich auch nicht beklagen, seine Be- ch l ü s s e haben im Kriege eine ungeheure Bedeutung er- langt und manche, wie die Annahme der Sowjet-Formel vom t8. und 19. April, sind von weltgeschichtliches Tragweite. Stören wir diese fruchtbare Zusammenarbeit nicht durch das Auf- rollen von- Kompetenzkonflikten.(Beifall.) Löbe-Breslau: Ich stimme Müller bei. Ich habe das Wort 'verlangt, um Schmidt zu fragen, mit welchen Gründen und mit welcher Berechtigung er diesem Parteitag das Recht auf irgendwelche Beschlüsse bestreitet. Die Genossen in der Heimat haben zugestimmt und was die Genossen im Felde betrifft, so ist der Parteitag seit vier Monaten öffentlich angekündigt und alle politisch interessierten Genossen hatten Gelegenheit, sich zu äußern. Wir bekommen täglich 999 Briefe aus dem Felde, aber eS war nicht ein einziger Einspruch gegen den Parteitag darin.(Hört, hört!) Auch dem Parteivorstaud ist kein einziger P rote st zugegan- ge», dagegen haben unzählige Delegierte und das Bureau des Parteitags selbst Begrüßungsschreiben van allen Fronten erhalten. Ich stelle also fest: Niemand hat gegen diesen Parteitag protestiert und die Genossen im Felde haben unseren Berat,»»gen von Herzen Glück gewünscht.(Lebhafter Beifall.) Damit schließt die Debatte. Die.Hamburger Anträge werden abgelehnt mit Ausnahme eines Antrages, dem folgende Form gegeben ist: „Scheidet ein Mitglied de» Parteivorstandes oder der Kon- trollkommission vorzeitig aus, so hat der' Parteiausschuß nach An- hörung des ParteivorstandeS und der Kontrollkommission eine Ersatzwahl vorzunehmen." Die WahfcdeS Ortes für den nächsten Parteitag wird dem Par- teivorstand u» ParteiauSichutz überlassen. ' Vorsitzender Ebert stellt fest, daß die Geschäfte deS Parteitags erledigt sind. Er dankt zunächst herzlich den Würzburger G e- il o s s e n und dem Lokalkomitee, den Mitgliedern der Kom- Missionen und den Vertretern der P r e s s e für ihre Mitarbeit zum Gelingen dcS Parteitags. Dann fährt er fort: Die Verhandlungen des Parteitags sind mit Erilst und Sach- lichkeit geführt worden. Die Verhandlungen standen erfreulich hoch und haben uns alle voll befriedigt. Die gesamte Tätigkeit der Par- tei während der letzten vier Jahre ist offen vor aller Welt auSgc- breitet worden. W i r hatten nichiSzu verbergen, brauchten vor keiner Entscheidung auszuweichen. In allen großen Fragen, die den Parteitag beschäftigten, sind klare»nd nnzwridcutige Entscheidungen herbeigeführt worden. Die Richtlinien für die künftige Politik der Partei sind klar und fest umrissen. Unsere Verhandlungen haben bei den Arbeitern in der Heimat und an der Front freudigen Widerhall gefunden. Das hervorstechendste Merkmal unserer Würzburger Tagung ist die starke innere Geschlossenheit der Partei(Beifall), eine feste Entschlossenheit, die unS alle mit Zuversicht, Begeisterung u n d Si e g e s si ch c r h e i t erfüllt hat.(Lebhafter Beifall.) Nie- mand in der Partei hat den Parteitag so sehnlich herbeigewünscht wie wir in der Parteileitung. Wir haben vier Jahre bin- durch unter eigener Verantwortung Entscheidungen fällen müssen. die in normaler Zeit Sache des Parteitags gewesen wären. Ilm so größere Genugtuung empfinden wir, daß nun unsere gesamte Tätig- keit die volle Zustimmung des Parteitags gefunden hat. Noch einmal ist die Stellung der Partei zu den Kricgsfragen in Für und Wider gründlich erörtert worden. Wer aber unsere Be- schlüsse so auslegt, als ob sie die K r e d'i t b e w i l l i g u n g k ü n s- tig unter allen Ilmständen verlangen, versteht sie durchaus falsch.(Lebhafte Zustimmung.) Die Partei muß es sich nach wie vor vorbehalten, bei jeder Krcdltfordernng zu prüfen, ob die V o r- aussctzungen für die Bewilligung gegeben sind. Die Ent- scheidnng des Parteitags über daS bisherige Verhalten der Fraktion in dieser Frage ist mit ungeheurer Mehrheit e!)folgt, sie ist' damit für die Zukunft durch ParteitagSvot um fest ver- ankert.(Sehr wahr!) Aber jetzt gilt es, den bisher geführten Meinungsstreit zurück- treten zu lassen und den Blick nach vorwärts zu richten. Unsere wichtigsten Verhandlungen betrafen die nächsten Aufgaben der Partei. Ihr Höhepunkt war das Referat Scheidemanns. Soll die deutsche Stellung in der Wcltwirticyaft neu errungen werden, so muß Deutschland neuaufgebaut werden durch eine großzüssigc, tiefgreifende Sozialpolitik. Klar und entschieden hat der Partei- tag zum Ausdruck gebracht, was zur Sicherung der wirtschaftlichen. sozialen und geistigen Interessen der Arbeiter geschehen muß. Die ungeheuren finanziellen Lasten deS Krieges können nur von denen getragen werden, die im Kriege.G e w i n n e gemacht haben.(Sehr wahr!) Aber auch der Besitz, der durch den Krieg erhalten und ge- schützt wurde, muß im stärksten Maße zu den Lasten hera>"»»»ogen werden. Bor allem aber muß das neue Deutschland ein freies Teutschland sein(Lebhafter Beifall), frei von allen Klasscnprivi- legien, frei von allen politischen und geistigen Hemmungen und Bevormundungen! Die freie Entfaltung unserer ganzen Volks- kraft auf allen Gebieten Ist für die Arbeiterklasse und das Reich eine Lebensnotwendigkcit gewordeck. Mit ernstem Nachdruck haben wir. die Negierung wiederholt auf ihre große Verantwottunk hingewiesen'; Enttäuschungen würden eine große Gefahr siir den ganzen Staat bedeuten. Auch wnS der Parteitag nicht aus- gesprochen hat, ist i» dieser Frage charakteristisch sur vic Haltung der Partei.(Vielfaches Sehr gut!). Rückhaltlos haben wir uuserc Beziehungen zur proletarischen Internationale besprochen. Der Haß, der überall in der Welt Orgien feiert, hat zu unserem Herzen keinen Zugang gefunden. (Sehr wahr!) Seiner Unfruchtbarkeit setzen wir die Li ebe»nd Achtung entgegen, die allein imstande ist. den Bund freier Völker aufzubauen, die allein der Welt Frieden bringen und sichern kann. (Beifall.) Verblendung hat zur Spaltung der deutschen Sozialdemokratie geführt. Möge sich das klare Auge der deutschen Arbeiter nicht trüben lassen durch den Nebel u n- wahrer Phrasen. Die deutsche Arbeiterbewegung muß ein einziger Strom sein, auf dem unser Schiff stolz in daS Meer der Zukunft gleitet. Mit entschlosseiiem Willen lassen wir nnsern alten Kampfruf ertönen: Die völkcrbefreiende Sozialdemokratie lebe hoch! Die Delegierten stimmen begeistert in da» dreifacve Hocb ein und singen dann stehend den ersten VerS der Arbeitermarscillaise. Vorsitzender Ebert: Der Parteitag ist geschlossen. Die welsihe Nachtigall. Der Roman eines st erbenden Jahrhunderts. 17] Von R. Francs. Aber was war das? Am Himmel stand flackernder, roter Widerschein. Brannte es in der Stadt? Trotz der späten Stunde war in manchem Hause noch Licht. Aus einem Tor kamen Leute— er ging auf eine Gruppe zu. Doch bevor er fragen konnte, sprach ihn eine alte Frau an, die mit Nach barinnen im Flur stand: „JessaS Maria, so ein Unglück! Alleweil am Freitag passiert waS. Am letzten Freitag is ma d' ganze Milch z'sammaglafen — und heut', na so was!" „Ja, was ist denn geschehen?" „Wissen's es denn no�net? Der Professorenstock iS ein g'stürzt und hat alle derschlag'n!" rief der ganze Chor der Frauen, Da war es als griff ihm jemand an die Kehle. Er lief, so schnell ihn seine Füße nur tragen konnten und war in einer Minute an der Unglücksstätte.«Dort standen Hunderte von Menschen und Fackeln beleuchteten die Hausruine, um die noch eine Staubwolke wehte, ivie der Rauch eines Brandes. Die VordLrmauer des Jahrhunderte alten Kastens war in sich zusammengebrochen und hatte einen Teil des Daches mit sich gezogen. Wie eine klaffende Wunde starrte nun das Dunkel der aufgerissenen Stuben in das qualmende rote Licht, in dem man wie ein aufgescheuchter Amcisenschwarm geschäftig im Schutt umherstöberte. Dort trug man noch ein paar gerettete Schtänke deS Dieners, der das Haus bewohnte, da grub man und rief in den Schutt hinein, denn noch.lag darunter die Familie des Unglücklichen, dem die Regierung das Haus unter dem Kopf zusammen- stürzen ließ. Er selbst lag in ein Laken gehüllt auf dem Platz vor dem Professorenstock.--— Und Peißer griff sich wie geistesabwesend vor solch' genauem Eintreffen der Prophezeiung an den Kops. Wann hatte Fatmö ihre Vision gehabt? Er rechnete mach es war 10 Uhr, denn gerade hatte die Turmuhr da- mals zum Schlage ausgeholt... Tonlos fragte er, wann sich denn der Zusammenbruch des Hauses ereignet habe. „Kaum vor zehn." erzählte ihm eifrig ein kleiner Mann. »Ich wohn' g'rad gegenüber, da hat die Marie g'sagt. sie hat so an komischen Kracher g'hört. Ich Hab' noch g'lacht drüber, da hab'n auf einmal die Fenster g'ßhcnnert und a Rauch- ivolk'n is anganga und a Remasuri— wir harn z'crst g'laubt, daß g'schoss'n wird im Vorwerk." Als Jakobus in dieser Nacht endlich heimwärts ging, waren die seltsamen und schrecklichen Bilder des Abends in ihn zu einem strahlendem Gefühl zusammengeflossen, das ihn merkwürdigerweise bewegte, wie ein großes Glück, daS ihn betroffen. So lvar also das große Leben, von dem sein Ehrgeiz träumte. Heute war er zum erstenmal eingetreten darin... in einen Kreis großer Gelehrter... Und sofort war auch schon das Tor der Zukunft vor ihm aufgesprungen und hatte herrliche Erfüllungen verheißen. Nein, eS war gewiß kein Zufall. waS er da erlebt.... Von den von seinem verehrten Lehrer verheißenen Prophezeiungen tvar die erste erfüllt-- die anderen folgten schon nach.... Ein gerader Weg war ihm nun vorgezcichnet— er brauchte nur blindlings dem Dr. Widmont und seinen Idealen folgen— um alles zu erreichen.... So fühlte er, und es war ihm, als sei nun dieser Tag eine Schicksalswende seltsamster Art für ihn.... In lockenden Bildern dieser geahnten Zukunft mühte sich seine Phantasie, bis er einschlief, so zufrieden und glücklich, wie noch nie. V. Ter Sehboldsdorfsche Garten lag in der Schlöffelgassc zwar»nitten in der Stadt, war aber durch seine hohe Mauer und die daran stehenden Bäume so wohl abgeschlossen, daß man nur von einem Nachbarhause aus einigermaßen sehen konnte, tvas darin vor sich ging. Das lvar jedem verständlich, der wußte, daß das stattliche Haus, das daran gebaut lvar, bis"vor wenigen Jahren, nämlich bis zur Aufhebung ihres Ordens, den Vätern der Gesellschaft Jesu als Exerzitienhaus gedient hatte. Von ihnen konnte eS der jetzige Besitzer sehr vorteilhaft als ihr Geschäfts- freund übernehmen, als' an dem seitdem berühmten 1. Juli des Jahres 1786 auch das Herzogtum Jngol- stadt sich' seinen großen Brüdern Bayern und Preußen anschloß und den Orden gerade dort, Ivo er seine hohe Schule und zahlreiche Profeßhäuser besaß, aufhob. Und in schön verschnörkelter Schrift ließ der neue Besitzer ein großes Schild über �>em prächtigen Eingangötor, dessen Vorraum nun zum Laden umgewandelt wurde, anbringen. Darauf stand: Joseph Gottlieb Seyboldsdorf, bürgcrl. Kolonialwarcnhändler nebst Spezereyen. Um diese späte Stunde des trüben regnerischen Lenz- abends hätte man niemand im Garten dieses Hauses ver mutet, ebensowenig im Hause selbst. Zuerst erschien, nachdem der Laden geschlossen war, der dicke Besitzer, würdevoll mit dem Stock, daran ein Goldknopf blinkte, dann in gebührendem Abstand der lange und sehr magere Prinzipalkoiiimis Herr Nikolaus Schnürbein und schließlich auch der Stift Alisi, beladen mit Paketen. Der kleine Junge lief nur seiner letzton Tagcspslicht nach, während seine beiden Chefs nach angemessener Erholung strebten, bei einer Pfeife und einem Trunk Bier, von dem sich Herr Seyboldsdorf manchen Krug. Herr Schnurbein aber stets nur einen einzigen ver- stattete, worauf er mit unfehlbarer Pünktlichkeit in daS schöne alte Hans ziirückstrebte, um allabendlich noch ein Stündchen einer abscheulichen Violine zu widmen. Auf dieser kratzte er beharrlich einige DivcrtisjcinentS und Arien herunter, die jeden Monat einmal wechselten, weil er in rührendem Lern- eifer nie das spielte, was er endlich konnte, sondern jedes Stück, das erledigt war, sofort durch eines ersetzte, dem er sich nicht gewachsen fühlte. Auf diese Weise er- heiterte sein Gcigenspiel weder sein noch eines anderen Menschen Herz. Im Garten ging, während die Männer das Haus verließen unruhig Tante Pensch im großgeblümten Hauskleide umher, lief manchmal rasch in die untere Stube, wo die Pendule stand, um nach einem Blick aus den Zeiger ebenso hurtig wieder in den Garten zurückzueilen. Tante Pensch war nie schön gewesen; dafür war sie jetzt auch nicht mehr jung, tvenngleich nichts au ihrer Tracht, noch an dem Kopfputz das jemals zugegsbcn hätte. Soeben war sie wieder einmal in den dmlklcn Lauben- gang gelaufen, der den Garten gegen die Hintcrgasse zu ab- schloß, als dort das Pförtchcn, aus dem man einen der- borgene» Eingang von der Straße her hatte, leise klinkte. Sofort eilte das alte Fräulein dem Klange nach und knixtc sehr tief zum Willkomm des späten heimlichen Gastes. Der war niemand anderer als Reinhard von Solms. (Forts, folgt.) M unsere Abonnenten! Tas Austragen der Zeitungen>var von jeher nicht Kanpt- sondern N c b e n crloerv. Tic ivirljchastlichen Verhältnisse zwingen aber heute einen jeden, soviel als möglich zu ver- dienen. Ta dicS im Nebenerwerb nicht möglich isr. wenden sich viele Frauen von, Zeitnngtragen ab und der Fabrikarbeit zu. Deshalb haben verschiedene Zeitungen die Zustellung durch Boten bereits ganz e i n st e l l e n müsse n. Diese schwierige Lage auch unserer Zeitungsspeditionen wird jetzt noch erhöht durch das Verlangen unserer Zeitungsfrauen, vom wöchentlichen Kassieren der Wochen- chbonnements entbunden zu werden. Siebe- gründen ihr Verlangen besonders mit dem Hinweis aus die schlechten Wege im Herbst und Winter und ans die Schwierig- leiten bei Leschashmg des nötigen Schuhzeuges usw. Wir sind deshalb gezwungen, von jetzt ab möglichst n u r noch monatlich zu kassieren. Auf diejenigen Abonnenten, denen eine monatliche Zahlung schwer fällt, soll allerdings in Ausnahmefällen Rücksicht genommen werden, doch bitten wir alle, sich in unsere Zwangslage hineinzuversetzen und. wenn es irgend möglich i st, ihr Wochenabonnenient in ein Monats- a b o» n e m-e n t umwandeln zu lassen. Hauptrxpedilio» des„Vorwärts". AnSlcsc und Förderung der Begabte». Mit der jetzt„zeitgSwich" gewordenen Frage der Auslese und Förderung begabter Schulkinder beschäftigte sich die Berliner Psycho- logische Gesellschaft� o» dem einleitenden Vortrag er- inncnc Pros. William Stern an Fichtes Wort, dag jedes Talent ein schätzbares Eigentum der Nation ist. Nachdem man bisher immer nur die materiellen Güter geschäht habe, werde man unter dem Eindruck der durch den Krieg verursachten furchtbaren Menschen- Verluste jetzt an eine„geistige Schahhebung" gehen. Fede Begabung »iei ein Wert, den man auch für die Volkswirtschaft, in Rechnung stellen müsse. Professor Stern betonte, das-, wir unter Begabung nicht nur Tsuksähigkcit, sondern auch Willenskraft zu verstehen "rnbeii. Tocb bleibe für die Auslese iv>d Förderung daS Haupt- Problem das, die geistige Begabung zu erkennen. Zu scheiden sei zwischen allgemeiner Begabung und besonderer Begabung aus ein- reinen Gebieten(z. B. Musik, Mathematik usw.), zwischen Intelligenz und Talent. Stern hält für nicht ganz unbedenklich, daß die ersten "Ansätze zur Fürsorge für die Begabten bis jetzt mehr auf Förderung der allgemeinen Begabung gerichtet seien. Dabei könne, fürchtet er, der„fcböpferische Mensch" zur kurz kommen. Er fordert, neben Scknlcinricbtnngen für hervorragend« Intelligenzen anck, solche für ecrvorragcndc Talente zu schaffen. Anzustreben sei nicht nur Aus- ineg der Begabten, sondern auch ibre Differenzierung. Es bandle nch nicht nur um freie Bahn für die Tüchtigen, sondern auch um beste Ausbildung b e s o n b e r c r Fähigkeiten. In nächster Zeit werde die Schulbahnberatwig eine Rolle spielen, wie wir es nie geabnt haben. Eingriffe in die Berufswahl seien nötig, damit überall der rechte Mann an die rechte Stelle kommt. Bei hervorragender Tüchtigkeit müsse für die Zulassung zu akademischen Bernsen eine Durchbrechung des BerÄhtigungslvcsens, für die Be- amtenlaufbabn eine Durchbrechung des Dienstalterprinzips möglich Sin. Zur. Förderung im Alter der Schulpflicht fordert Stern für Ale Kinder den ihnen geniätzen Unterricht, damit schon das rechte Kind an die rechte Stelle, kommt. Hieraus ergebe stell die Notwendigkeit besonderen Unterrichts nicht nur für Nuter begabte, dess denen er längst als unentbehrlich erkannt ist, sondern ancb für Ueberbegabte. Was lknscren Sorgenkindern recht sei, müsse unseren HoffmingSkindmi billig sein. Tie Schwierigkeit der Ausgabe liege in der frühzeitigen Prüfung und Erkennung vorhandenen Talentes, das manchmal erst spät zur Eutwickehmg gelangt. Tabcr müsse auf verschiedenen Stufen der Schullaufbahn immer noch wieder die Mög- lichkcit der lleberleitung zu höheren Schulen gegeben-werden. Zu warnen sei davor, jeden Begabten ans die Universität zu bringen. Für viele Begabte werde auch die Mittelschule bei entsprechender Aus- oestalwng die zloeckmässige Bildungsstätte-sein. Die A u s l e s e d e r Begabten sei, weil von der lleberleitung in die richtige Schule die ganze Zukunft eines Kindes abhängen kann, sehr verantwortungS- voll. Man dürfe sie nicht den.Lehrern allein überlassen, sondern müsse ausser Schillverwaltungsbeamten und Schulärzten noch besondere S ch n l p s y ch o l o g c n zur Mitwirkung heranziehen. Ter Schnlpsvchologc. von dem die Lehrerschaft noch nicht viel hören will. soll durch Anleitung des Lehrers zur Beobachtung und daneben durch Experimente die Fähigen herauszufinden suchen. Stern erörterte eingehend verschiedene Arten von Experimenten mit den sogenannten Tests, den Fähigkeitsproben. Er schloss mit dem Geständnis, dass ieine Asssfuyruiigen noch viel Zukunftsmusik cnthiclicn. In der Tis- kussion wiesen mehrere Redner auf die Notwendigkeit hin, der Lehrerschaft höherer wie unterer Schulen eine bessere Ausbildung in d e r P s y ch o I o g i e z u geben. Prof. Stern erklärte, dass auch dann der fachliche Schulpsychologe nicht zu entbehren sein werde. � Tie Kleiichaussiedlnuzen in Groft-Berli«. In ihrer Sitzung Vom Iii. März bat die Zweckverbandsversamm- kung einen Amrag nngenommen, worin der Bcrbandsausschuss ersucht wurde, die Berbaiidlnugen nüt der StaatSregierung über die bauliche Erschliessung fiskalischer Ländereien zu KleinHauSnedlungen mit erhöhtem Nachdruck sottziisetzen und binnen sechs Mo- n a t c n erneut Bericht zu erstatten. Diese Frist von sechs Monaten ist bereits seit Wochen abgelaufen, ohne dass man bisher in der Oeffenllichkeit über das Ergebnis dieser Verhandlungen zwischen dem Verband und der Regiening gehört halte. Nach den grnnd- sätzlich zustimmenden Erklärungen, die der frübere Landwirtschafts- minister Freiherr v. Schorlemcr im Abgeordnetenhaus abgab mid die dann der Obervräsideiit v. d. Schulenburg in der Verbands- versaminlmtg Gross-Berlin anssührlicher wiederholte, darr man eigentlich annehmen, dass die SiaalSregierung sich der Einsicht nicht verschlicsst, dass für die Lösung der wichtigen Wohn- mid Siedlungsfrage nach dem Kriege schon jetzt alle vorbereitenden Schritte getan mid alle erforderlichen Grundlagen dafür geschaffen werde» müssen. Dazu würde in erster Reihe eine erheb- liche H e r a b s e x u n g weiter Gebietsteile in der Umgebung Gross- Berlins, d. b. ihre Verweisung'in Bauklasse» mit niedriger oder offener Bauweise gehören, damit auch in der Umgebung der forst- fiskalische» Läildereien eine gesimde Bebauung vorgeschrieben und durchgenihrd wird. Ferner wäre notwendig, dass der Fiskus mit gutem Beispiel durch die Bereilstellimg eines grossen Teils seines billigen Urbesitzes voranginge und zwar zu so niedrigen Preisen, dass die Anlage grösserer Kleinhaitssiedlimgen wirtschaftlich möglich ist.'___ Zur Tb st- und Gcmüsevcrsvrguug. Die Söst- und.Gemüsezufuhren lasscii wieder nach— das ist gegenwärtig das bedauerliche Kennzeichen des Berliner Gross- gcinüsemarkies. Nack dem Obstübersluss der letzten Tage, der zu begrüssen war, obwohl er nicht das cigeniliche Essobst, sondern uiinderwertiges Obst— natürlich zu Höchstpreisen— auf den Markt brachte, ist in den nächsten Tagen auch beim Obst Knappheit zu erwarten. Für Gemüse ist das keine neue Erscheinung, die Tatsache ist aber doppelt bedauerltw, weil gerade jetzt die Haushaltungen mehr als bisher aus Gemüse angewiesen sind. Leider lassen die Zufuhren ans dem Berliner Gemiisegrossmarkl ständig zu wünschen übrig. An allem Gemüse, besonders Kohl, herrscht nacb wie vor grosser Mangel.— Spinat ist etwas reichlicher aus den Markt gc- kommen, wird aber von den Kleinhändlern sowie vom Publikum infolge seines ausserordentlich hohen Preises nicht abgenommen. Die Reichsgemüsestelle steht wie bisher den Dingen ohnmächtig und ratlos gegenüber. Sie weiss genau, dass die Gemeinden heule ihr Eemüie, um überhaupt etwas zu bekommen, weit über den Höchstpreisen bezahlen müssen. Da die Gemeinden aber im Kleinhandel zum Höchstpreis verkaufen müssen, so jetzen sie ungeheuere Sunimen dabei zu. Und trotzdem ist die Zufuhr so knapp, dass sie auch nicht im entferntesten ausreicht. Zum Teil ist dieser Missstand auf einen gewissen Parlikularismus zuiückzusühren, der besonders krass in Süddeutschland in Erscheinung tritt. So komileii wir erst in diesen Tagen ein Rieseninserat in einer Münchener Zeitung lesen, in dem Weisskohl im Vorverkauf an- geboten wurde, bei Abnahme von 25 P'und' mit 7 Pf. und bei 50 Pfund mit 6Vz Pss pro Pfund. Und in Gross-Berlin ist nicht mal zu dem beinähe doppellen Höchstpreis von 12 Pf. Weisskohl zu beziehen. Das schönste an der Sacke ist jedoch, dass die Reichsstelle an dein bisher völlig verfehlten System der ergebnislosen Lieierungs? Verträge auch im nächsten Jahr festbalten will. Trotzdem sie genau weiss, welche Ersabrungen sie im Vorjahr mit den Wucherpreisen gemacht bat, sieht sie das ganze Heil siir die nächstjährige Versorgung in einer Erhöhung der Preise. Dieser für die Herren am grünen Tiscki allerdings sehr bequeme Ausweg hat bisher noch nie zum Ziel geführt. Wenn die Reichsstelle keine bessere Regelung für das tommende Jahr weiss, sollte sie ruhig abdanken. / Käscverteilung. Vom Dienstaa, den 23. bis Sonntag, den 28. Oktober, wird an diejenigen Kunden, die in die Spcisefettkundenlistcn u) der in den Bezirken der 1 18. inid 119. Brotkommission gelegenen Geschäfte sFilialen. Verkauissiellenl, b) der Verkaufs- wagen der Firmen Bolle. Jnleresiengemeinschafl Märkischer Milch- Produzenten G. m. b. H.. Hellersdorf, Viktoriapark und Sckweizerhof eingetragen sind, je 125 Gramm Streichkäse sAuslandsware) ver- teilt. Ter Käse ist erhältlich in den durch besondere Verkaussichilder gekennzeichneleii Geschäften gegen Abstempelung der Speisefeltkarten. Für die Speisetellkunden der oben aufgeführten fünf Firmen sind zum Berkauf 40 Geschäfte zugelassen, welche beute an den Anschlag- faulen besonders bekanntgegeben sind. Der Preis für 125 Gramm Streichkäse sAltslandZware) wird aus öS Pf. festgesetzt. Tie Ausgabe der Kaffce-Ersatzkarten. In Berlin beginnt die Anmeldefrist zum Bezug von Kaffee- Ersatz morgen Montag und endigt am 31. Oktober. Innerhalb dieser Zeit kann in jedem im Gebiete der Kaffee- Ersatzkarten- Gemeinschaft belegenen Kleinhaiidelsgeschäste. das durch ein Plakat der„Verteilungsstelle der Deutschen Kaffee- Ersatz- Industrie E. V." kenntlich gemacht ist, der Bestellabschnitt der neuen'Kaffee-Ersatzkarte abgeben werden. Man übersehe nicht, sich bei der Amneldung auch gleichzeitig den Empsangsabschnilt stempeln zu lassen. Dieser wird vom 12. November ab eingelöst werden. Mündliche Anträge zur Kohlenversorgung. Der Magistrat Berlin teilt mit: In Zukunft werde» mündliche Anträge der Berliner Bevölterung bei der Depuialion für Kohlcnversorgung, deren Bu- reauS sich jetzt Spandauer Strasse 107, Pfd. fürs Haus, darüber Vs Pfd.), 71 Kaffeemischung(bis vier Personen ff-, Pfd. fürs Hans, darüber ff., Pfd.), 72 eine Sterze je Person), 73 Sonderzuteilung, und aus Abschnitt 74 Nährstoffe, Viandet-Fleischexirakt, Würztunke usw. Auf Abschnitt 16 gelangt ein Ei je Person, soweit Vorrat reicht, ab Mittwoch zur Abgabe. Ferner werden abgegeben: Pfeffer, Salz, Gurken, Streichhölzer und Salmiak-Waschmittel. Hoheilschönhaiisen. Ungültige Gemeindevertreterwahl. Bei den vorjährigen Gemeindevertreterwahlen waren in der dritten Abteilung Stilbwahlen erforderlich geworden. Die Aufforderung dazu vom 19. März 1916 unterzeichnete Herr Geuzter als Wahlvorsteher. In den Wahlvoistand für die Stichwahl berief er dieselben Beisitzer wie bei der Hauptwahl. Als Gemeindevertreter gewählt wurden in der Stichwahl der Kassenbote Max Thiele und der Fabrikbesitzer Frohloff. Die Gemeuidevertretmig erklärte die Wahlen wegen Mängel des Verfahrens als ungültig. Thiele klagte gegen die Gemeindever- tretung und beantragte Gültigcrklärung der Wahlen. Der KreiSauZschuss wies die Stjage ab und führte in'der Hauptsache aus: Das Wahlverfahren leide an einem erheblichen Mangel. Erstens sei es gesetzwidrig, dass die Aufforderung zur Stichwahl nicht vom W a h l v o r st a u d der Hauptwahl, sondern nur vom Wahlvorsteher ergangen sei. Ferner Verstösse es gegen die Borschriften, dasi bei der Stichwahl die Beisitzer des Wahlvorstandes nicht von der Wahlversammlung bestätigt, sondern lediglich vom Wahlvorsteher berufen worden waren. Diese Mängel machten die Wahl ungültig. Der Bezirksalisschuss bestätigte iws Urteil und das Ober- verwaltungsgericht verwarf die Äievision Thiele». »_ GerichtsZettung. Ein menschenfreundlicher Apotheker. Welche Schwierigkeiten mau haben kann, wenn man in einer Apotheke Haserslocken für Zivecke der Krankenernähr u n g erstehen will, zeigte eine vor dem Schöffengericht Berlin-Tempelhos verhandelte Anklage gegen den Apotheken- be s i tz e r Otto Schade und seinen Provisor P i ck. Sie waren des K riegswucherö beschuldigt in der Form, dass sie den Ver- kauf von Haferflocken von der Entnahme von Medikamenten ab- hängig gemacht haben sollen. Ter Belastungszeuge. Schrift- stelle r M., stellte den Sachverhalt wie folgt dar: Als seine Frau an einem Magengeschivür erkrankt war, wurde ihr von dem be-. handelnden Arzt Pulver und Haferflocken veroridnet. Als der Zeuge noch einer Apotheke schickte, erhielt er nur da» Pulver, weil Hasertlocken nicht vorhanden waren. Am nächsten Tage sandte er seinen Sohn in die seiner Wohnung nächstgclegene Apotbeke des Vorstandes der Apothckerinnung, Herrn Schade Direktion:?fax Reinhardt. Deatsches Tlieater. 7 Uhr: Winterballsde. Nachm. 2'!, U.(halbe Preise): Minna von Barnhclm. 7 Uhr: Dantons Tod. Kammempiele. 8: Eine glückliche. Ehe. Nachm. S'/jU.(halbe Preise): Gespenster. Mont. 71/, U.: Der Vater. Volksbühne. Theater am Biilowplalz. Untergrundb. Schönh. Tor. 8 Uhr: Oedipns. Nachm. 3 Uhr(ermäßigte Preise): Wetterleuchten. iMont. T'/.U: Nathan der Weise. Dir. C. Meinhard— R. Bernauer. Theater i Königgrätzerstr. TltU.: Oer Kalzenstcg. Nachm. 3 Uhr: Kameraden. Komödienhaus T'/.Uhr; Die beiden Seehunde. 3 Uhr: Die verlorene Tochter. Berliner Theater T'/jU.: Die tolle Komteß. Nachm. 3 Uhr: Filmzauber. ferW öefft.MWm Sonntag, den 21. Oltobcr, nachmittags 3 NHr: BolkSbübnc: Wetterleuchten. Schiller-Th. Charlottenburg: i'lonella d'Andrea. Schillcr-Th. O: Hinter Mauern Künsllcr-Th.: Der Herr Senator Lessing-Th.: Das Äind. Nachmittags 2V. Uhr: Deutsches Opernhaus: Rigoletto. URANIA 4 Uhr(halbe Preise): Tirol elnot und jetat. 8 Uhr: Das Oberengadin u. derSplügen. Montag 8 Uhr: Das Oberengadin u. der SpIDgen Hörsaal 8 Uhr: Professor Dr. Keßner: Kohle und Erz. Rose=Theater. 3 Uhr: Die Stunde des Vertrauens ?'/- Uhr: Oer Weiberfeind. Theater für Sonntag, 21. Oktober. Metropoi-Theater Centrai-Theater, Komraandamenstraße 57. 71/,: IUe Csardasfürstin 31/, Uhr: Das Glück im Winkel. Deutsches Opernhaus 7 uhr: Tanuhäuser. Friedrich-WilhelnjEt. Theater 3 Uhr: Der Waffenschmied. 7','t U.: Das Dreimäderlhaus. Kleines Theater 7'/, U.; Bürger Schippe!. 3'/, Uhr: Paul und Paula. _ Lotichens Geburtstag. Koniische Oper T-< V.:" 3'/j Uhr: Die Dose Sr. Majestät. Eastsplclhans 711 rru-. Die blonden Mädels It"tr.. vom l_inIJenj,0f 31/, Uhr: D. Schwabenstreich. Neues Operettenhaus SchiSbd. 4a. Kassenc.Nd. 281 71/« Uhr:| 3 Uhr; Der Obersteiger. uhr: Die Rösb von Stambul. 3 Uhr: Die Kaiserin. Kesidens-Theater 7./Juhr: Raskolnikoff. Schlllcr-Thcatcr O 3 Uhr: Hinter Bauern. 7»/, Uhr: Sc.hlller-Th. Chart. A Uhr: Novelle d'Andrea. 7-,. uhr: iulderSoBneiiselte Thalia-Theater uhr-, Egon unii seine Frauen, 3 Uhr: Die lustige Doppelehe Theater am Nollendortplatz 3'/» Uhr: Immer feste druff! 7 Uhr; im Theater des Westens Tv.uhrJer verüeiite Herzog mit Guido Thielseher. 3'/, Uhr: Ein Walzertraum, Heute 2 Vorstellungen 2 1 Nachm S'/.ühr kl, Preise! Kinder die Hälfte. AEiends 7'!, Chr In beiden Vorstellungen iDev groUc i shweehsii. IVarlelä-Spieiplaul iTVarachanerltallettS Wm LSöiiJ Letzte Saison in Berlin. Z Vorsteüungen 2 Nachm. 8'/ä u. abds. T'/.U. Nachm. 1 angeh. Kind frei unt. 12 J. jed. weit. Kind halben Preis. In beiden Vorstellungen ' ungekürzt � �Isxiko Gr. Ausstattungs-Pantomime in 4 Akten. Vorher das phänomenale Sp o r t- l'rogram m. IlWVti e&oa Mm Sonntag lö Vorstellnngen oTH NachmiltagsfTT :Lil IKind frei! In beiden Vorstellungen Das neue Programm Zum Schluß Die 3 Plcrrots, Ein lustiges Spiel Walhalla-Theater. 3 Uhr: Seemannsliobchen. VI, Uhr: Zigeuner. Tägl. Tl.. Sonnt. 3>/, u. T1/, Sei laittge Mm Schwank mit Wilhelm Hartateln. Ferner; 10 Deutsch-Pol- niscue Tanzsterne. Hansi Immans weiße Dackel, 3 Clneros, 2 Bur�hairs Dcmokritos. 2 Lansons. ReiehshallenTbeater Heute nachmittag 3 Uhr und abends ?'/. Uhr Stettiner Sänger. Naohmltt. ermäßigte Preise! Logen t M., Parkett 75 Pf.. Eintritt 39 Pf. Herrl. Progr,! APOLLO FriedrichstraSs an der Kochstr. Dir. James Klein. Allabendlich 73/4 Uhr: SieioebzeitMahafadseiia Thoaterk. ununterbr. geöffn. Sonntags; Ä Vorstellungen, 3Vt und 7'lt Uhr. � Kerkau-Palast Behrenstrade 48 Im 1. StockPunkt5U. nm.: Marionetten Unt. ander, werd. vorgof.: Francitla Kaufmann Luoie Kteselhausen Klossieohe Tänze Sent M'ahesa Orientalisohe Tänze Robert(Steldl Gebrüder Wille Hand- u. Kopf- Akrobaten Salerno der berühmte Jongleur Blondel »ra Schwungseil Toto der unverwüstl Clown Hoofcinteress. f. Erwachs. und Kinder, imig und alt. Keine er honten Preise für Getränke erster Güte. Eintritt n. Garderobe frei. KOil'SPt � allbekannten V__ Gottschalk-Kap. NATIONAL-THEATER '1,8 Die tägl. ausvcrk. Häuser I Sonntag. 21. Okt.. 3'!, Uhr: beweisen den vollen Ersolg � Auf allgemeines Verlangen! lla8 is! ö!e Liebe.!Wasjüng8MR!ieheflträüM Opcrcücnposse in 3 ANen I Golfsposse in 3 Alten von Päblin. s von Max Herbert. Musil von Walter Bromme. Vorvcrfaus ab 10 Uhr ununterbr.(auch Tictz u. Invalibendony. Voigt-Idestei'. »adstr. 58. 8ad»tr. 5«. Heute nachm. 3 Uhr bei»einen Pr. Der Hann«einer Erau. Abends 7 Uhr: Loge No. 7. Ab Montag, ben 22. Oktober: Die zärtlichen Verwandten. Jf Berliner Konzertliaus Maueratr. 82. Heute: Zimmerstr. 90,'91. Großes Konzert des Berliner Konzerthaus-Orchesters Leiter: Komponist Franz von Blon. Anfang 4 Uhr. Morgen, den G.»»»,..« der Berl. Vereinigung d. Märk. Sängerb 22. d. Hts.; AÖIIZBIi i�itg.: Bundes-Ohorm. Kantor P»W. Äutfürflenbamm, U.T Nollmvorlplatz CSrun n Tol is �.s: Der Narr seiner Liebe. Tie Tragödie eines arojzen Schauspielers. U.T jjncctidjflrabc Der grosse Erfolg. Nochmals für 1 Woche not dem Spielplan ValdemarPsitarader: Der tanzende Tor. Yoreteiiung uro 6 und 3 Uhr mit GesinwvoHra? U.T Unter den ttmoen; Hermann Sadcrmenm Obs 3 T agebuch Oq r K atze nsteg. mit Gssl Osswalda. U.T Wslnbergswag. AiexandarpItU. MoriUpittz, Hatftnheide: ValdemarPsSlantier: Der gefesselte Sieger. Loci a Co. mit Lotte Neumann. U.T Schönederg unv Reimclendortertir.: VI« OlQuctl vorn Gelserhof. Trianon-Theater Georgenstr., Bhf. Friedrichsir. -/,8 U. Allabendlich'Iß ü. Der Lebensschtller. Schauspiel von Ludwig Fulda. Kaiser-Titz, Ida Wüst, v.Möllendorff, Kettner, Flink. Sonntag 3'/.: iohannisfeuer. Admiralspalast. Musketier Eaczmareck Millfärschwank in 3 Akten. In der Hanptrolie: Arnold JUeck Ferner: | Die neue Dalüa! Tragödie in 3 Akteu. Messter-Woche lu a. Sa. MajcstätderJ Deutsche Kaiser in Rumänien. König Ferdinand von Bulgarien | begrüsat den Kaiser|t bei seiner Ankunft f in Cernavoda. — Beginn: 3 Uhr. 2 Vorstell., 4 u. Vi, Uhr. Nachm. kleine Preise. Abrakadabra. Gr. phantastisch. Ballett auf dem Else. Abends Einlaß 7 Uhr. Vorzügliche Küche. Casino-Theater Lothringer Strohe 37. Taglich'/«S Uhr: Wirklicher Humor! Kr. Ersolg! Die Schlagcrpasse »Heirate««»«tzte! Vorher der neue bunte Teil. Sonnt. 4 Uhr: Gusto, die Perl« üerMü-ltaMälk Chauseeestr. 110. C. Richter. Jed. Sonntag Paul Manthcys lustige Sänger Bu. Konzerl Anfang dos Konzorts 0 Uhr, Vorstellung 7 Uhr. Militär und Kinder 35 Pf. Jeden Sonntag Paul Mantheys lustige Sänger und Konzert Chausseesir. 110. C. m. Fopdepuing@Bi au biisw. Schuld des In- u. Ausl. kaufe u.üborn. z.kosten- freien energ. Beitrelbg. flr(irntha Berl.-Charlotleab.4. UI•oi0ine|Wilnieradorf.Sl.67 »Hl Rndlkel- VcrKIgungsniltfel |'Z, Port. 2,50, �,4,0051 Löwen-Apolh., Hannover 18. Me unSmuMare- SprechmaWnmplÄtm uuö�Nrh Kmft znmfchgeselztm HöHlpmse � Grammophon-plaiien! � Wieder«ingetroffen: Neu>?luiitahnie» neu deriUinigt. 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Kehsvdiuilg Modernes, erprobtes Heilverfahren: Naturheilverfahren, Elektro- und Licht-Heilmethode, die wissenschaftlich anerkannte und glänzend bewährte„Künstliche Hohensonnen"-ßeh3ndlung RSntgsn-Behandlung und-Untersuchung, Wasserhciiver- fahren, Ptlanzan- und Kräuter-Kuren und Bäder, Lauer- stoffkursn, homfiopathlsche und mocnsne-thsrapoutische Behandlung.— Nachweisbar gute und dauernde Heilerfolg« bei sämtlichen Krankheiten, inneren und KuSeren, speiisll chronischen, z. B. Lungen-. Hals-, Herz-, Magen-, Darm-, Leberleiden; Nervenschwäche, nervösen Kopischmerzen. allgemeiner Nervosität, allgemeiner nervöser Abspannung. Ischias. Gicht, Rheumatismus; sämtlichen Ausschlägen, Flechten. Wunden; Lähmungen, sowie Kinderlähmung, Stoffwechselkrankheiten, Zuckerkrankheit usw.—»Vvci- willige, briefliche«»b mündliche tttterlmnunncn früher behandelter und geheilter Patienten, die ffn» gaben, vor der Behandlung in unserer Anstalt ander- weitig ohne Erfolg bebandelt worden zu sein: 1. Fran M. Richter, Bcrlin-Moabit, Waldstr. 38. Lungen- leiden. Blutarmut, Nervenschwache geheilt.— 2. Herr Georg Heinrich, Bolimschulenweg. Baum. schulenstr. 29 II. ifutmettleide» geheilt.— 3. Frau E. Bloborn, Eöpeuict, Ang.-Biltortastr. 24. Herz-. Leber- nnb Nierenleiden wiederholt gebessert.— 4. Herr St. Ensle. Reslaur.. Edarlottenburg. Hutten. straffe 12. Ehroniichrr Mittelohrkatarrh oeheilt.— 5. Frait Grünberg, Wcistensee, Linden-Allec 3. Bon schwerem Asthma befreit.— 5. Frau M. Znfke, Berlin, Nollendotlstt. 49 I. NheumatiÖmiiS und steife Schulter geheilt.— 7. Herr E. Ehrhardt. Gr.-Lichter- felbc. Ringstr. 52a. Ehroiiiiche» Hüftgeieulleiden wiederholt erfolgreich behandelt.— S. Frau E. Hadorfs, Berlin. Coldergerstr. 2S/29. Nerven- u. Knochen- hantenttündnng—»ollftändig gelahmt— geheilt.— 9. Fran Preuh. Pankow. Damerowstr. Lungen- bluten in 4 Tagen voüftändig geheilt.— 10. grau E. Herzmann, Dchoneberg. Feurigstr. 51. Eiternde Distel nach Blinddarmoperation geheilt.— 11 Herr E. Ritter, Nrirdriian, Sponholzstr. 55. Bon jinie- gelenkleiden geheilt.— 12. Frau SH. Rohruioser, Berlin, Broslauerstr. 1. Altes süstfzrhujähriges Herz- leiden geheilt.— 13. Herr M. Anstner. Reinuken- dorf-West. Antonienstr. 3. Kicfcrvcreiterung geheilt.!-- 14. Frau H. Hagel, Sachsenstausen b. Oranienburg i. M. Unterl.-BItitungen nud Ncrvcnleibcu geheilt.— 15. Frau Wm. Fritschler, Berlin, Marienburgerstr. 48. Darmgelchwulst geheilt.— 16. Frau des Herrn In- speltars L. Heinrich. Rerlin-Friedrichsselde, Mager- Viehhof. Von Geb.-Knickung geheilt.— 3 7. Herr Erich Bock, Berlin. Havelbcrgerstr. 15. Von Nieren« und Blasenleiden, Wassersucht, allgem. groster Schwäche geheilt.— 18. Frau Acstaur. Hering. Berlin. Schönhauser Allee 87. Bon Bnsodowscher dlrankheit geheilt.— 19. Herr A. Brase, Bln.-Tten-pelhof. Fricdrich-Wilhelmftr. 14. Schweres Nückeniuarrteiden mit Lähmung derBeinc vollständig geheilt.— 20. Frau E. Popp, Bln.'Lichtenberg, Gärtnerstr. l-l. Von chron. Franenleiden, Herzschwäche nnb Berstopsnng geheilt. — 2l. Herr Zl. Schlabil», Berlin, üaprioistr. 24. Von GefichtSluPus geheilt; vorher mit Radium ersolgloS behandelt— 22. Herr 91. Hcllwig. Bln. Borsigwalde. Ernststr. 25. Von Magcngcfchwiilst. Berliopfnug nnd Nervenschtvächesgchrilt.— 23. Herr Milchhnridlcr Eckert. Berlin, Grcisenhageiierstr. 25. Bon gichtisch-rheumattschf» Schmerze» in Bein nnd Fuffgelcnl geheilt.— 24. Herr lHastlvirt E. Michnelfs. Eharlottcubnrg. Wallsir. 87. Bon chronischem Lcberleiden nnd Gelbsucht geheilt. — 25. Frau M. Knarr, Bln.-Lichteuberg. Schar»- weberstr. 52. Bon Herzschwäche, Leberanschwellung und Magenkrebs geheilt.— 26. Soön Pant des Weichenstellers Herrn Wilhelm Hast'ner, Blu.-Wcfteud, Bcamlcnhans. Bon schwerem Beinieide» geheilt. Bein sollte abgenommen werden. 24'.)£t5* BSsrr- Briefliche Original-Anerkennungen von uns geheilter Patienten stehen im Wartezimmer der Anstalt auf Wunsch zur Einsicht. ♦ Getrennte Behandlungsräume für Damen und Herren! ♦ Sprech- und Bchandlungszcit; 9—1, 4—7'/,-— Sonntag und Feiertag: 9—1. Tie ärztliche AnstaltSIeilnug: Heilanstnltsbeftber Professor p. approbiert im Ansland kerlin 80. 16, Bröckenstr. IOb um Batiiihof Jannuwitzbi-licko. LaubemKolonisten-, Besitzer von Stallungen, Remisen, Schuppen, Booten, plan- u. Kastenwagen etc. spareti Uold und Verdmll. wenn sie jetzt ihre Pappdächer gegen Verwitterung sohtUnen durch üebcrs'reicnnn mit nicht ablaufetidein Doohpix, Tee;- läuft bekanntlich ab. und Verdichten, etwaiger Bisse u. Löcher durch Guttaporcbass. Nachdem die heißen Soinmcisannenstruhlen im Wechsel mit Regen auf die Fasern der Dachpappe und deren liu- prögnation zerstörenden Einfluß hatten, richten Frost nnd Schneewnsrer weiteren Schaden an wogegen man sich auf B Jahre festes Dach schafft, wenn mau, ehe dar Winter kommt, jetztDachpi* und Gnttaperchaas anwendet. Zu haben rlannfcp 8.H In<1«, Filiale der Dachpix-Qesellschaft. QrflnJMciie Behandlung von Nerven-, Nieren-, Frauenleiden(Untoileibsleidon), Lungenleiden. Tuberkulose, Wegen- und Darmleiden, Epilepsie. Schlaflosigkeit, Schwächezuständen. Ischias, umatismus. Epil 8 he N!» Dcnmannr Elwanner Ktr. 4.ei, direkt a.d. Friedrichstr. Uli. IlCl aiöUlli, Sprech««, tägl. 10-1 u. 5-»>/„ Sonnt. 10-1 Uhr Flachten. Hautleiden usw. Zähne mit u. ohne Platte, mit echtem Friedenskautschuk. Goldkronen, Brücken. Plomben. Umarbeitung schlechtsitzsnder Gebisse.'Wtzg Reparaturen sofort. bEahnzilehcn in Örtlicher Betäubung, Billige Preise, auch Teilzahlung. Teleph. Amt Nord. 10438. 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Interesses geruckt. � �n allen modemen Formen, � reizvoll ausgestattet, mit pelz verbrämt, so bilden unsere Plüsch- und Samt- Kostüme und Mäntel in ihrer großen Mannigfaltig. keit das begehrenswerteste Kleidungsstück für den fojn- wenden Winter. KSnkgflr. 33 Chousseeflr. 113 aiffl Lodnhsf SOctondtrvloe Zorn etcKiner SsfnM «Ssmttag» geschloffen. .:;r�>''> � ■__• M Knoenien mietes M öea Sriegs- WvM gWM» AM!>! Am 20. August 1917 fiel unser Mitglied Karl Wittig. 210/14 Sozialdem. Verein fflr Berlin 3, 9. Abt. MM äJwiiräe-«.StüPtantfitrr I Filiale GroK-Bcrlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß solgende Kollegen\ aus dem Schlachtseide gefallen sind: öllggö, Gasanstalt Danzigcr Str. Hermim Frank, Rsh.ensyp.«. Otto Aleith, Charlottcnburg. August Richter, 32. Rcvicrinspcktion. Karl BerkC, 25. Rcvierinspektion. Max Brennert, Schlacht-»nb Viehhof. Paul Lehmann, Englische Gaswerke. Franz Hillges, ehon«««�. Heinrieh Faust, 21. R-vi-rinspem.». Theodor Müller, Wass-rw-rk T-g°l. Willi Heinzei, Städtisches Obdach. Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. 188/19 Ble vrtsvQi'�'altanjx. Fern von seinen Lieben siel am 80. September 1917 kurz nach seinem Urlaub durch Herzschutz aus dem Kriegsschauplatz unser cinzi- gcr lieber Sohn und Bruder, der Musketier WM(Mi Jnh. des Eis. Kreuzes im blühenden Alter von 20 Jahren. Dies zeigen In stiller Trauer an BilÖeMMDtBÄ Mlinm mt WWna GllM als Schwestern, Pintschstr. 1. lltuhe sonst in fremder Erde! Unvergessen bleibst Du den Deinen! 122A Am 4. Okttober 1917 fiel als Opser d-S Welt- _ krieges unser lieber, herzensguter, unvergeßlicher Sohn und Bruder, der Musketier 18R! Waiier Grünberg im blühende» Alter von 21 Jahren. Wer ihn gekannt, wird unscrn Schmerz ermessen. In tiefer Trauer Richard Grünberg u. I�rau. Gertrud Grünberg. Hans Grünberg, z. g. im gcitc. Drusen« Str. 28. Ein Wiedersehen war unsere Hoffnung. Verein keuer aenlier Site Berlin. Begr. 1905. Am 13. Oktober verstarb unser Mitglied, Frau Ulrike Drömert geb. Glcse, Malmöer Straße 16. Ehre ihrem Andenken l Die Einäscherung findet morgen Montag. 22.Okrobcr. nachmittags 5 Uhr, im!tre- matorium, Kcrichtstraße,fta!t. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 294/19 Ter Vorstand. Nach langem, schwerem Krankenlager verschied am 18. Oktober im 34. Lebens- jähre mein lieber Mann und trcusorgcnder Gatte Alhert Kurby Neukölln. Lichtenrader St. 47. Dies zeigt tiesbetrübt an Die trauernde Gattin Ztvi'ta Knrky geb. Schadock. Die Beerdigung findet am Montag, den 22. d. Mls., nachmiltaas 2'/, Uhr, aus dem Neuköllner Gemeinde- Friedhos, Mariendorscr Weg, statt. 730b kuckeiwereln„üsrwSrtt" Berlin. Hiermit zur Nachricht, daß unser SportSgenossc M S«me am b. Oktober 1917 ge- sollen ist. Wir verlieren in ihm einen lieben SporlSgenosscn und werden ihm ein bleibendes Andenken bewahren. 294/20 Der Vorstand. Zum DodeStage »I. Oktober ISIS. Nie mehr tritt neben mir den gleichen Psad mein lieber, tapferer Lebens- kamcrad! 729b Und doch heißt'S weiter- leben, schufien. wagen! Wohlan, ich will! Bon neuem setz ich ein l Do wie'S auch fallen mag, denke Dein! Dir, lieber Wolter, als treues Gedenken gcwid- met von Deiner Frau Frida Saciife u. Söhnchen BScruer. Deinem Bruder Süilli nebst Familie und Familie Rotdeuhageu als _ Schwiegereltern. aagrOadet 196« waren ca ,roi Einzelverkauf wie alliilhrlick zubilligst Preisen, s. Schleslnser, fJeueKfinigsir.at�r') kein Laden, II. Stock. Bitts genau auf Firma und Hausnummer 771 zu achten! 177 ÜJ Sonnt. v.12-2£jeöffn. I Llchirrmeifter fosort verlangt Schmiede, Cuvrhstr. 43. s93/13 Grtskraukenlmsse der Gürtler zu Berlin, Oranicnstraße 138. Bekanntmachung. Tie in d« Sitzung des Aus- schusses vom 20. 8. 17 bc- jchlossenc Abänderung der Zz 59 und 72 der Satzung ist unter dem 3. Oktober d. I. vom Königlichen ObervcrsichcrungS- amt Groß« Berlin genehmigt worden. ES lauten hiernach künstig: I. 8 59 Absatz 2 Ziffer b und c auger den unter a angege- bcncn Beträgen der Vorsitzende 50 Mark und der Schristsührer 15 Mark für den Moncl. Im Behinderungssalle haben an ihrer stelle die Vcrlrcter An- spruch aus diese Entschädigungen. Diese Sätze werden vom 1. Juni 1917 ab gezahlt. II. Im tz 72 wird hinter dem 3. Absatz nachstehender Absatz neu einge,ügt: »Die Kasse erstattet den Au?- schußmitglicdern für die Teil- nähme an den Sitzungen die baren Auslage» mit 0,50 Mark und gewährt ihnen für den Zeitverlust einen Paujchbctrag von 2,50 Mark.» Im Absatz 6 werden die Worte gestrichen:.und wenigstens ein Drittel derselben erschienen ist". Druckexemplare der Abände« rung sind in unserem Kassen- lokale abzuholen. 279/19 Berlin, d. 16. Oktober 1917. Der Borftaud G. Wolf, stellv. Vorsitzender. Zpeml-Irrt Kr. med. Hasche, Friedrictistr. 90 ÄÄ Behandl. von iZyPhilt«, Haut., Harn-, Frauenleiden, spez. chron. Fälle. Ehrlich-Hata-Ku- ren, schmerzlose, türzcfte Bc- Handlung ohne Berussstörung. BlutluUcrsuchung. Maß. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden 10 bis 1 und 5—8. Sonni. 11— 1. Tuehlager 3. W. Secker, SeydeU (Spittelmarlt). Großes'�ttager in Stoffen aller Art. ��Seide, Sammet. r'tnserligung von Herren- Damen- 422L- ��belleiduog. Svzialilm. IM ZMlll'SllSW Bezirk Neukölln. DienStag. den LZ. Oktober 1917, abend« 8'/, Uhr: Mitglicder-Berfammlung im großen Saale der- Berliner Kindl-Branerei, Hermann- strafte»14—»19. Tagesordnung: 1. Bericht vom Parteitag in WÄrzbnrg. Referent: Genosie Krüger. 2. Diskussion. 3. Lereinsangclegenheiten. Mitgliedsbuch oder Bescheinigung vom BczirkSführer legitimiert. Parteigenossen, welche Mitglied der Sozialdemokratischen Partei zu bleiben wünschen, ibrc Mitgliedsbücher aber noch nicht umgetauscht haben, können dies bei den unten verzeichneten Genossen nachholen. W. Päftel, Lobrechtstr. 26/27: Ad. Glögc, Lenaustr. 18; SS. Scheich, Köllnisches Hier 73; H. Barwig, Weichselstr. 68; B. Bartsch, Köllnischcs User 52; O. Ganger, Donaustr. 26; .K.Schütz, Stuttgarter Str. 15; H. Hoffmann, Neue Donau- straße 49; Hohnwald, Böhmische Str. 47; H. Wiedrieb, Waltcrstr. 31/32; H. Richter, Kncsebcckftr. 67; F. Brink- mann, Nogatslr. 5; R. Bogt, Warthestr. 69; Günter, Schmkcstt. 28; O. Gnsr, Boddinstr. 65; Fra» Härling. Zictenstr. 33; H. Bock. Steinmetzstr. 66; K. Wücke, Her- mannplatz 5 und A. Scholz, Wcisestr. 23. 200/2 Die Bezirksleitung: B. Fiedler, Weichselstr. 8. WWvMSMer«.BlMillel. Ortsverwaltung Berlin. Mittwoch, den LI. Oktober 1917, abends 8 Uhr, im grofte» Saale des Gcwerkschaftshanscs, tSugelnfer IS: Lvnvi'sI» Vvnssmmlung. Tagesordnung: 1. Die Abrechnung vom 3. Quartal 1917. 2. Stellungnahme zu der in Vorschlag gebrachten Beitrags- erböhung. 3. Beschlußfassung über die Maßnahmen zur Durchführung der Urabstimmung. 4. Vorschläge der Verwallung zur Zahlung einer DeihnachtS- Unterstützung au die Familien unserer Kriegsteilnehmer und an die arbeitslosen Mitglieder. 5. Verichtedenes. UQT* Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Die Vertrauensleute werden gebeten, in Anbetracht der so auftcrordentlicki wichtige» Dagesorduuug, für einen guten Besuch der Versammlung z« wirken. 160/13 Die Ortsverwaitang;. MMlMmMWMM llezirksvorwaltuns Groß-Berlln. Prlffllifitf M örtlidjfn Gentratoersammlung! Montag, den 12. November, abends 8'/, Uhr, im Grwerkichaftshaus, Gngelufer 11/1S(Saal 1): Ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Geschäfts- und Kassenbericht pro IN. Quartal 1917. 3. Erledigung etwa eingegangener Anträge. 4. Geichästliches. 8/9 Mitgliedsbuch und Lrgitiinationskarte« sind am Ein- gang des Saales zwecks Abstempelung vorzulegen. Ohne Buch und«arte kein Zutritt. Wer mit seine» Beiträgen über v Wochen im Rückilaud ist. hat ebenfalls keine« Zutritt. Dl« Bezlrksverwaltniij;. in hrr Tro� beere nst r a fj«. Tori soll �err Sdiabe bcm?obn die Hafenflocken verwcisterl hoben, wenn er nick»» etwa� anderes dazu kaufe. Als dann der Zeuge selbst in fei- Apotheke ging, verweigerte der zivcite' Angeklagte, der als Verkäufer anwesend war, gleicbsalls die Haferflocken mit dem Bemerken, dah solche nur an Kunden abgegeben werden, die auch andere Medizin dort kaufen. ES kam darüber zu wörtlichen ÄuSeinandersetzungen, wobei der Zeuge vergeblich daraus binwics, daß der Arzt auf das Rezept ..dringend" geschrieben habe und daß seine Frau direkt an jenem ?'agc hungern müsse, da er an den sonst vom Arzt verschriebenen Waren nichts vorrätig habe und auch seine Brotkarten bereits ausgevrancht seien, so daß er nicku einmal Zwieback kaufen löune. lTatfächlich babe auch, da er keinen Erfolg erzielt habe, d i e Kranke den ganzen Tag h u n g e r n m ü s s c n. und er babe erst am nächsten jage Siefs lauten können. Haferflocken habe er auch später nicht erhalten können, denn in mehreren Apotheken »eien sie nicht vorhanden gewesen und in einer Apothxke. seien sie dem Tohne ebcnsalls mit der Bemerkung verweigert worden, daß 0 et nach der für die bSlfrMc'?oGm,ng zuWnSlgen Kä-euzSerz- Apotheke gehen solle.— Im Termin bestritten die Angeklagien die Tarstellung des Zeugen in verschiedenen Punkten, der Amis- miivölt hielt aber dcgen Angaben in jeder Beziehung für zuvcr- lässig und beantragte je löb G e ld st r a f e. Das Cchöffen- geeicht vernahm zur Sache als Sachverständigen den Borsistenden des Apothkervercins. der die Vorschriften über die Abgabe von Haferflocken darlegte und danach das Vcrchalten der Angeklagten als crtlärlich, die dem Zeugen gegenüber nach dessen Darstellung gemachten l'egleiicnden Bemerkungen, aber für nicht entschuldbar erklärte. Das Gericht nahm, da für Apotheken bestimmlc Taxen vorgeschrieben sind, nicht an, daß es sich bei den Angeklagten darum handelte, einen übermäßigen Gewinn zu erzielen und verurteilte daher den Angeklagten Schade nur wegen unzuläsfiger Zurstck- Haltung von Waren zu 20 M. Geldstrafe. Pick wurde freigesprochen. weil er als Angestellter nur die Anweisung seines Chefs befolgt habe._ 5rauen- �efeabenöe. Glwrlottciibueg. Montag, den 22., aßenö-s S Uhr, im Dolkzhausc, Rostnem'ti. 4, vorn 1. im Jugendheim: Berichterstattung von der Fraaenkonserenz und Vortrag. öriefkasten öer Neöaktion. A. K. til. Fordern Sie das Znmtiit schriitlich auf, innerhalb einer ßcmnnulcn Frilt das Denkmal zu bcjeitiaen salls erjoiglos. jirengcn Sie 5l!agc an.— H. T. Nein. ÄtcUcn Sie'Antrag bei der hiesigen Steuer- depulalion aus Bcr!ei!»ug.— G. SS. b>7. Nichten Sie ein Gesuch mW kurzem Sachvcrßall an das slcllverlrclende Generalkommando des be- iressendcn Truppenteils, welchem ühr Manu angehört.—(s. N. 2t. l. Ssl wohl nicht nchlig wiedergegeben. 2. Erlrantung der Lunge.— SSeerrrauSlichten für!>as mittlere Siorbdeu»sckila»d VIS Montag mit»»,'.. Bich'ach neblig, sonst ziemlich heiter, ohne erhebliche Niederschläge, millagS mild, in der Nacht zum Montag vorwiegend Frost. Teppichen, Möbelstoffen, Gardinen. Läuferstoffen, Tisch- und Diwandecken nsw. sind reish sortiert! foppicl- Spate Emil Löisvre Berlin-Süd. Seit I88Z nur 0ranienstrJ58 Mein alibeic. Haus hat keinerlei Beziehung zu ähnlich laut. Firma Verlangen Sie cinsonsi find pirtefi# unsere neue reichhaltige Preisliste ober tiücdliarincDifK. Zietiarücnüiäs, BOstar. icküiick; säsiun.Fcid- irtikd vom Versandbairj Wolter Schmidt& CoT I______ Hylin w JU/___ Problimst- Pul- ver. 'Wirk. l sain bei Mensch and Tier. M. 1.25, 3 Pack-. M.3.r5 LÖNSn-Apoiheke, Hannover Brennholz. fliej. Kloben I. KI. M. 10,00 pro Rmlr. Kicf. Knüppel vow7— II an» stark M. 4il,00 pro 0! mir. Kicf. Knüppel 3—7 cm stark M. 37,00 pro Rmtr. 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Kaufhaus des Westens G. m. b, H., Berlin W, 50, Tauentzien- straße 21/24, 102g* Kassiererinnen, P-ketkontrollc» sowie Berkänseriune«, tüchtig, slir alle Abteilungen sofort gesucht. Meldungen um 11 Uhr vormittags. Kaufhaus des Westens G. m. b. H., Berlin W. 50, Tauentzienstr. 21/24.* Stepperinnen, Handnäherin nen, gute Zivilhosen. Dzie eichowiez, Andreasstr. 39. 35g* Jung» Mädchen für leicht« Klebearbeit werden verlangt, Allgemeine Waren- Vertriebs- Gesellschaft, Charlottenburg. Dcrner-Siemcns-Stroße 20/21. ________________[15K* Mädchen, 14 Jahre, aus sehr leichte Handarbelt, sucht Gün- «her, Oranienstraße 126, 33g* Former Kernmachers Ofenleute Putzerund Hofarbeiterl [osort gesucht. 6302* 8tgkM Bothe, Berlin-Wcißensee jum Jnduftriebahnhof. I llfilfeitei Neifenrcparatenre u. Gleit- schutzarbeitrr zum sofortigen u. späteren Antritt sucht 238/1* Militär. Abtcilung Gross- Lichterfelbe-Lst, Steinstr. 3, Gollerl- Reifen-Gesellsessuft. 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Etage.[707b Zeitungsausträgerinnen wer- den sofort eingestellt„Bor- märts-Spedition, Markus- straße 36.______* Botensrauen verlangt sofort Ausgabestelle Berlin-Westen, Blumenthaistraße 8, Hos, tar- tcrre bei Swlpmann.___» Zeitungssran verlangt„Vorwärts*- Spedition Neukölln, Siegfriedstraße 28/29._* ZcitungSträgerin sofort vir- langt Spedition Lichtenberg, Warlcnbergstraße I, Laden.* ZeitungSauiträgeri» verlangt Bcrnsee, Steglitz. Mommsen- str. 59. Zeitungsträgerin sofort per- langt„Borwärts*-Ausgabestellc, Prinzeustraße 31, Hos rcchtS, parterre.* ZeitungsauSträgerin verlangt „Borwärts"-Spedition Schöne- berg, Meiningerftraß« 9.* Zeitungeausträgeriu zum 1.'November stellt ein Unruh, Nieder- Schöncweide, Brücken- straße 10.___* ZeilungSauSträgerinneu können sich melden.„Borwäris*- AuSgabeslelle,Lausitzerplatz14/1ö. Zeitungsausträgerin stellt zum 0.'November ein Feyerstein, Sldlershos, Bismarckslr. 82.» voteusrauen verlangt„Bor- wSrts"-Spedition, Wattstr. 9, Laden. Bon 11— 1)4 und 4)4 bis 7 Uhr.* ZeitungsauSträgerin sofort einzustellen, BorwärtSspedition Moabit, WilhelmShavenerstraße 48. von 11—1)4 und 4)4—7 üb I Frauen zum Zeitungsaus- tragen sucht„VorwärtS*-AuS- gabestclle Alt-Boxhagen 56, Laden. Kutsctiel* für Lohngespanne, stellt et« 726b SeiiolilieU-Brauerei,."T7, Eismaschinist erh< sofort Anstellung. Meldungen von'/jfl— 2 and>/,S—>/,? Uhr. 1171» A. Wertheim l Moritzplatz. Geiernies und ungelerntes weibliches Personal für dauernde Arbeit sucht in allen Abteilungen ige» Zigarettenfabrik Qarbäty, BerHn*Pankow, Berliner Str. 123-125. Meldungen im BetriebS-Bureau. Eingang Hadlichstraße. Wochentag« von 8— S Uhr. Mehrere tfiehtige Schwarzblechklempner Böttcher 6941, gesucht für sofort, Chemische Werke Florian& Co., Berlin>BHtz, Chausseestr. 68. T stellen ein 3742* HüttenwerkelenipelholA. Meyer Verlin-Tempelhof, Germaniastraße Nr. 145/146. Soklossvp, welcher».Austausch nach Gewehr- kabril Srsurt möchte, laiin m, ein, dort arbeitend. 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Oktober nördlich Irland den englischen Panzerkreuzer D r a k e(11 399 Tonnen Wasserverdrängung) durch Torpedoschuß versenkt. 2. Weiterhin wurden durch unsere UÄoote im Atlantischen Ozean neuerdings HandclSschiffSraumS versenkt. Unter deu vernichteten Schiffen befand sich der bewaffnete englische Dampfer Drake(2267 Br.-R.-T.) sowie der englische Dampfer Heron mit Kohleuladnng, ferner die fran- zösische Treimasibark Reuultz mit 3080 Tonne» Getreide von Mel- bourne nach Bordeaux sowie dir französischen Fischkutter Union Rc- publicaine, Denx Jcanncs, Libertch Pcnple frdrcs, von denen die letzten drei bewaffnet waren. Ter Chef des Admiralftabe-Z der Marine. -i» Berlin, 20. Oktober. Amtlich. Eines unserer Untc-rsceboote, Kommandant Kapitänlcutnant Iefi, hat an der 28 est lüfte Engka ndS ncuerdinzZ 6 Dampfer, 1 Segler, 2 Fischcrfohrzcnge mit runö 5$0M Srutto-Registertonnen vernichtet, und zwar einen englischen Hilfskreuzer vom 2luSsehen der Saturuia, vier große bewaffnete englische Dampt fer, einer davon vom Aussehen des Norwcgian lK327 B.-R.-T.i, sowie einen englische« Dampfer, anfcheinend Pchhawur i7k34 B.-R.-T.', serner eine englische Biermastbark, wahrsckieinlich Cornowiel. angetreten werden. Die Insel Runö im Rigaischen Meerbusen wurde durch einen Offizier und 10 Mann, die auf schwimmenden S c e f l u g z c u g e n dorthin gebracht wurden, genommen. Ferner, wurde die Insel A b r o besetzt und die militärischen und Ha fei, anlagen der aus dem Festland gelegenen russischen Stadt P c r n a u verschiedentlich von Luftschiffen mit einer großen Zahl Bomben belegt. Nach der Euoberung von A i c n s b n r g durch die deutschen Truppen nahmen die in.den Rigaischen Meerbusen eingedrungenen Teile der H o ch s c e f l o t t c Kurs aus den SüdauZzang des MoonsundeS und kamen hier mit den russischen Seestreitkräften in ein Gefecht, nachdem diese sich zunächst in den Moonsund- zurückgezogen hatten. Hierbei wurde das russische Pinienschiff Slavn durch Artilleriefeuer vernichtet und sank in der Nähe der im Moonsund liegenden Insel Schildau, während es dem Zessarewitsch, dem Bajan und den anderen russischen Seestreitkräften gelang, sich im Schutz ihrer Minensperren nach Norden zurückzuziehen. Die deutschen Minen- suchverbäude arbeiteten sich dann im Feuer der feindlichen Geschütze von Moon und Werder unter größten Schwierigkeiten nach Norden vor. Nachdem die Batterien von den deutschen Kriegsschiffen nieder- gekämpft und vernichtet waren, drangen diese nach Säuberung de» Fahrwassers b r s K u i w a st vor. Zu gleicher Zeit machten die deutschen Truppen auf Oesel, unterstützt von den Fahrzeugen des Fregattenkapitäns v. Noserrberg, den Uebergang nach der Insel Mopn, die sie nach kurzer Zeit nahmai. Russischer Bericht vom 19. Oktober. Im südlichen Teil des Moon- Sundes wechselten unsere Torpedoboote Schüsse mit dem Feinde. Zwei feindliche Torpedoboote flogen auf unseren Minenfeldern in die Lust und versanken. Nach ergänzenden Nachrichten trafen unsere Linienschiffe ini Verlauf des gestrigen Kampfes am südlichen Eingang des Moon-Suudes mehrmals die feindlichen Großkampfschiffe und versenkten zwei feind- Ii che Mi neu schiffe; gleichzeitig stieß ein feindliches Torpedoboot, das ein Vorpostengeschwadcr begleitete, auf eine un- screr Minen und versank. Gestern Nacht wurden Zeppeline im Rigaischcn und Finnischen Meerbusen bemerkt, von denen einer auf die Stadt P e r n a u ungefähr zwanzig Bomben abwarf. Etiva zehn Einlvohucr und viel Bich wurden getötet. Nichts gelernt! Der erweiterte Borstand der D e u t s ch« K o n s e r V a t i V e n Partei hat am Freitag im Woinhause„Rheingold" unter Leitung des Herrn v. H e y d e b r a u d eine Sitzung abgchallen und. wie berichtet wird, in völliger Uebereinstimmung eine Anzahl Entschließungen angenommen, die zeigen, daß diese Herren nicht gesonnen sind, ihren Macht-»nd Herrenstandpunkt aufzugeben. Die erste Einschließung wendet sich gegen den„Berzichtfrieden", wie die Konservativen den Verzicht auf weiteres B l u t v e r» gießen nennen, billigt den Standpunkt der koiiservatiaei, ReichstagSsraltion und fordert„einen wahrhaft deutschen Frieden, der den ungeheuren gebrachten Opfern und unserer Volks- kraft entspricht uns eine Sicherung unserer Grenzen, cincii Ersatz unserer Kriegs schaden, sowie eine aus realen Grundlagen beruhende Gewähr für die anfftrebalde Weiterentwicklung unseres VaicrlandeS bietet.— Die zweite Entschließung„weist den Ver'uch einer demokratisch gerichteten Reichs- iagSmehrheit auf Einführung deS parlamentarischen RegieruiigS- system-Z als einen Eingriff in die verfassungsmäßige föderalistische und nionaribisch- koiistit'.itionelle Grundlage des Deutschen Reiches mit Eiitschledenbeil zurück."— Die dritte Entschließung betrifft die preußische Wahlreform und erklärt das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht als„ungeeignet" für Preußen, weil es zu der„glorreichen Vergangenheit" im Widerspruch stehe. Die vierle und letzte Entschließung machr für die„VaterlondSpartei" Propa- ganda und ist nanicullich entzückt über deren Forderung, die innere Reform zu verschleppen. Die Antwort erteilen wir nicht. Sie wird von dem nicht in Weinlokalen tagenden Teil des Deutschen Volkes erteilt werden. Das Mißtrauen gegen üie Regierung Michaelis. Wie die„Berliner Börfenzeitung" mitteilt, hat außer dem fortf�rittlichen Abgeordneten v. P a y e r auch bereits der Zcntriimsabgeordnete T r i nr b o r n mit dem Rcichskauzler Rücksprache genommen und ihn über die Auffassung, die im Zentrum über die politische Lage und die aus ihr zu ziehenden Konsequenzen herrscht, nicht im Zweifel ge- lassen. Die„Germania" hat vor einigen Tagen erklärt, daß Herr Trimborn nicht von seiner Fraktion den Auftrag gehabt habe, dem Reichskanzler das Mißtrauen des Zentrums aus- zudrücken. Es ist aber kaum anzunehmen, daß der Fraktions- Vorsitzende Trimborn als Privatmann beim Kanzler ge» wcsen ist. Entrechtung öer Kriegsteilnehmer! Ter„Franklurier Zeitung" wird zur preußischen Wohlreioim ous Berlin gemeldet;„Eine reine U ebertrag ung des Reichstags iv ahlrechtS nur Preußen wird der Entwurf der Regierung allerdings nicht vorstellen, denn sovie: man hört, ist das Wahlrecht wie in Elsaß-Loihringen an einen einjährigen Aufenthalt und an eine dreijährige Staats- angehörigkeit gebunden." Eine solche Bestimmung würde neben einer Entrechtung der weniger seßhaften Arbeitermassen vor allem auch eine Entrechlung der Kriegsreil nehm er bedcuien. Born preußischen Dreiklassenhaus darf mau allerdings nirbt anuebmen, daß es auf die Rechte der Kriegsleilnehmer besondere Rücksicht nehmen wird. Namentlich die Konserbaliven preisen ja aus Leistung und Verdienst der Kriegsteilnehmer um den Staat, wie ihre Ablehnung der vollen staatsbürgerlrchen Gleichberechtig una aller KriegSteinehnrer. die in der Ablehnung des gleichen Wahlrechts cnthallcn ist, klar beweist. Staatssekretär v. walüow über öie Ernährungsaussichten. Der Betraf de? Kric�sernährungsamteS hielt gm Dienstag, den 10. Oktober� xine Beratung über die gegenwärtige Ernährungslage und die Aussichten für die Versorgung im laufen- den Wirtschaftsjahr ab. Herr von W a l d o w, der Staatssekretär des Kriegsernährungsamtes, führte u. a. au§: Das Gesamtergebnis der Ernte sei derart, daß mit Zuversicht auf die Aufrcchterhaltung der VolkSernährung wäh- rend des ganzen Erntejahres vertraut werden könne. Jnsbc- sondere könne man hoffen, datz solche schwere Zeiten, wie im vergangenen Winter und Frühjahr, nicht wieder eintreten werden. Zu verdanken sei dieses Ergebnis besonders dem Umstand, daß die Kartoffelernte bsser. zum Teil gut sei. Voraussetzung sei aber selbst- verständlich, daß äußer st e Sparsamkeit nach wie vor walte. Dem Vortrag folgte eine lebhafte Aussprache. Oberbürgcr- mcister Mermuth forderte die rechtzeitige Anlage von Not« standsreserven für Zeiten des Fehlens einzelner Lebens- mittel. Ueber Matznahmen zugunsten der Arberterbevölkerung sprach der Vertreter der Generalkommission der deutschen Gewerk- schasten, Genosse U m b r e i t, der auch namentlich auf die Frage der Lebensmittelpreise einging. Mit allerlei Mitteilungen über die Nahrungsmittel» Versorgungder nächsten Zeit wurde gestern im Kriegs- ernährungsamt den zu einer Besprechung zusammenbe- rufenen Pressevertretern der Mund wässrig gemacht! Fischver- sorgung, Zuckerversorgung und Milchvcrsorgung waren die Haupt- fragen, mit deren Beantwortung man uns unterhielt. Die Fische sind knapp, Iveil die Hochseefischerei und die Ein- fuhr nachgelassen hat. An sich sind die Verbrauchsmengen nicht mal gering, aber aus begreiflichen Ursachen hat die Nachfrage sehr stark zugenommen, so stark, datz sie besonders in der kälteren Jahreszeit nicht befriedigt werden kann. Als Ersatz sollen wieder Muscheln auf den Markt kommen, wobei— so versichert man — die im vorigen Jahr beobachteten Mißstände sich nicht wieder- holen werden. Verarbeitung zu Konserven, dem- berüchtigten ..Muschelfleisch", soll möglichst unterbleiben. Für Freunde des Weihnachtskarpfens war es ein„Trost" zu hören, datz er diesmal nicht fehlen wird. Aus der Binnenfischerei seien erhebliche Mengen zu erwarten. Für den Zucker soll nächstens eine neue Verordnung erscheinen. Sie bringt keine grundsätzlichen Aenderungen, weil man meint, daß die frühere sich bewährt habe. Die Zuckermenge pro Kopf wird bei dem guten Ausfall der Rübenernte wahrschein- lich dieselbe wie bisher bleiben können, aber der Preis klettert weiter hinauf. Tie andauernde Steigerung der Rübenpreise führt jetzt zu einer Steigerung auch der Zuckerpreisc, das ist die notwendige Folge. Erwartet wird eine Erhöhung des Kleinhandelspreises auf 38— 40 Pfennig. Auch die Aussicht, ge- legcntlich Rohzucker hinnehmen zu müssen, ist unerfreulich. Das Kriegsernährungsamt glaubt versichern zu können, daß in gesund- hcitlicher Hinsicht nichts gegen ihn einzuwenden sei. Große Men- gen Zucker wird diesmal die Marmeladen- und Kunsthonigerzeugung erfordern. Um die Versorgung mit Milch steht es bekanntlich recht übel. Dem Futtermangel ist es zuzuschreiben, daß die Milcherzeugung so stark zurückgegangen ist. Ungeachtet dieses Rückganges, sagte man uns im Kriegsernährungsamt, daß dort von dem Plan einer Verkürzung der Butterration noch nichts bekannt sei. Große Er- Wartungen knüpft da? 5triegsernährungsamt an die neue Milch- Verordnung, die in Kürze herauskommen wird. Daß Voll- milch vor Butter geht, ist ihr Hauptgrundsatz. Vollmilch konnte bisher rationiert werden und wurde es schon vielfach, Zünftig aber muß sie rationiert werden, auch für Selbstversorger. Ueberall wird Vollmilchverkauf nur noch gegen Karten oder Listen gestattet sein. Zur Bekämpfung des Schleichhandels wird auch der Versuch einer Uebertretung der kvorschristen für strafbar er- klärt werden. Keine Fahrgeldzuschläge in Bayern. Aus München wird amtlich gemeldet: Die bei den deutschen Siaatseisenbahnen ursprünglich in Aussicht genommenen Fahrgeldzuschläge an Sonn- und Feiertagen und an den Nachmittagen der vorbergehcnden Tage werden in Bauern nicht eingeführt. Die Staatseisenbahnverwaltung hofft von weiteren Einschränkungen des Personenverkehrs, insbesondere von der Einführung des Nachweises der Notwendigkeit von Reisen absehen zu können. Wenn das Publikum selbst sich die erforderliche Beschränkung auferscgt und alle Reisen, die nicht un- bedingt nötig sind, unterläßt. Letzte Nachrichten. Amerikanischer Trnnsportdampfcr versenkt. Washington, 29. Oktober. sRrutermeldnng.» Das Kriegsdepartement teilt mit, daß der a m e r i t a n i s ch e T r a« s- portdampfer Antilles j0878 Br.-Reg.-T.) am 17. Oktober in der europäischen Kriegszone torpediert und versenkt wurde. DaS Schiff war auf der Heimreise begriffen. Bon den 107 Personen an Bord sind 16 ertrunken. Dos N-Boot blieb unsichtbar. Die Armer- und Marineoffiziere, die sich an Bord befanden, wurden gerettet. Bon den Schiffsoffizicrcn sind drei umgekommen, vou den 33 Soldaten, die an Bord waren, 10. Lärm in der französischen Kammer. Bern, 20. Oktober. Wie Lyoncr Blätter nachträglich zur letzten französischen Kammersitzung melden, stellte L a b a l die Frage an Painlcve: Ist es richtig, daß die Ergebnisse der Untersuchung über die Apriloffensive zuerst einigen Generälen wie Mangin und Nivelle günstig waren, für andere dagegen ungünstig lauteten? Ist es wahr, daß die Verantwortlichkeit des KriegSmini- ste r s, die laut den Ergebnissen der Untersuchung mit in Betracht kam, ans Ersuchen P a i n l? v es abgeändert wurde? Wir haben hierüber nichts Genaueres erfahren�könneu. Ein solches Porgehen der Regierung ist unmöglich. Die Sozialisten können de>-halb nicht für die Regierung stimmen. Im Augenblick der Abstimmung kam es zu einem Zwischenfall, der sicherlich zu Painleves Mehrheit stark beigetragen hat. Labroue fragte: Ist es richtig, daß der Vertreter des Kricgskomrtees, Major He ilb ronner, ein Sohn deut- scher Eltern ist? Die Frage löste im Saal ungeheuren Lärm, Ausrufe und Proteste bei allen Parteien aus. Painleve, der sich bisher, auch wahrend feinev'Rede, sehr gleichmütig verhalten hatte, sprang aus und verlangte das Wort Mit erhobener Stimme erklärte er: Heilbronncr, der Ebcs des Sekretariats des Kriegs- komiteeS, ist der Sohn eines hochgeachteten französischen Elsässers, dessen Bruder in der Marneschlacht gefallen ist. Labroue wollte widersprechen, aber Painleve rief ln heller Entrüstung: Ich sinde keine Worte, um diese unerhörte 21 e r t« u m d u u g zu verurteilen, die heimtückisch hier um sich greift und die ich jetzt endlich fassen konnte. lDieSmal erhoben sich die Deputierten von allen Bänken und klatschten Beifall.) Dies war der einzige ein- mütige Augenblick der Kämwer. Bei der Abstimmung betrug die Zahl der Stimment- Haltungen 80 bis 86, Der Angriff gegen Bosclli. Bern, 20. Oktober.„Eorrierc della Sera" meldet: Die r e- publikanischc nnv vir r r f o r nrs» z r« l i st i f che Kammer- gruppe haben eine Tagesordnung gegen die Regie- rung eingebracht, GM die NMWeit der Joferlondüdotter in den GewMnslen. ES war vorauszusehen, dag die furchtbare Niederlage, die sich die famose..Vaterlandspartei" im Reichstag geholt, keine dauernde Wirkung auf deren Gründer ausüben würde. Nach dem Motto:„Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!" versucht man seit einiger Zeit, den wirtschaftlichen Druck mittels Vorgesehter in den Großindustrien mobil zu machen. So berichtet die»Bergarbeiter- zeitung" vom 20. Oktober 1917 über eine recht merkwürdige Art von Werbetätigkeit der vorgesetzten Bctriebsbcamtcn für die„Vatcrlandspartei" im Bezirk Dortmund. Sogar vor der Arbeit sind die Kameraden angehalten worden. Der Jahrcsbci- trag sei„nur eine Mark". Es wurde aber seitens diverser Beamten deutlich genug gesagt, auf die Beitragszahlung komme es nicht an, „wenn Ihr Euch nur in die Mitgliederliste einschreibt". Bei dieser Agitation für die„Deutsche Vaterlandspartci" wurde von den bc- treffenden Beamten nicht schlecht auf die„Scheidcmänner" und „ErzbergerS" geschimpft. Diesen Volksvertretern wurden die bös- artigsten Absichten gegen Deutschlands Zukunft nachgesagt! Auch in Sitzungen von Arbeiterausschüssen ist von Werks- Vertretern Stimmung für die„Deutsche Vaterlandspartei" gemacht worden. Es wurde sogar gesagt, wenn es zu einem„sogenannten Verständigungsfrieden" käme, würden die Bergleute„richtige Hungerleider" werden. Die„Industrie" sei dann„kaput", die Steuer- lasten wären nicht zu tragen usw. Beachtenswert ist, daß nun Werks- fcitig im Betriebe parteipolitische Agitation der schärfsten Art ge- trieben wird! Das ist den Arbeitern immer streng untersagt war- den, und es ist schon mancher Kamerad wegen„parteipolitischer Agi- tation" im Betriebe gemaßregelt worden! Natürlich sind die Agitatoren für die„Deutsche Vaterlandspartei" verschiedentlich„an die Unrechten" gekommen und mußten er- fahren, daß die Arbeiter politisch schon viel geschufter sind, als die Herren Werksvertreter ahnen. Auch auf deren gehässige An- griffe gegen die Gewerkschaften haben manche Käme- raden treffliche Antwort gegeben. Die„Bergarbcitcrzcitung" weist dann nach, daß unter den Hauptleuten der„Deutschen Vatcrlandspartei" sich so gut wie alle die Vertreter des Bergwerkskapitals befinden, die sich am hartnäckig- sten weigern, die von den Bergarbcitergewerkschaften aller Richtung«: erhobenen Arbeiterrechts- und Arbeitcrschutzforderungen anzuer- kennen! Dieselben Herren kämpfen mit aller Macht gegen die seit Jahren von den Bergarbeitern geforderten Reformen des Berg- gesetzes und des Knappschaftsgesetzes! Nachdem bereits in einigen anderen Gewerkschaften(so z. B. bei den Gemeindearbeitern in Breslau) ähnliche Versuche ge- macht worden sind, durch die Vorgesetzten einen Druck auszuüben, um die Arbeiter für die unbegrenzten Kriegsziele einzufangen, läßt man jetzt noch andere„kleine Mittel" spielen. So berichtet der„Ge- werkverein" vom 20. Oftober 1917 in einem geharnischten Appell gegen die Quertreiber, daß auch hier auf Arbeiter ein Gewissensdruck ausgeübt wurde. In Stolp i. P. ist sogar bei der Ankündigung der Gründung einer Ortsgruppe der„Vaterlandspartei" miß- b r ä u ch l i ch der Ortsverband der Gewerkvereine genannt. Nach einem Referat des Abg. Weinhausen nahm der Zentralrat der Gcwcrkvereine zu diesen Vorkommnissen Stellung und be- schloß unter Betonung der notwendigen Einigkeit des deutschen Volkes: „Die„Deutsche Vaterlandspartei" vermag der Zcntralrat nicht als zweckdienliche Förderin der inneren Einigkeit anzu- erkennen. Er sieht vielmehr in dem Aufstreben dieser Partei, auch wenn sie angeblich nur für die Kriegszeit ins Leben gerufen wurde, einen neuen Anlaß zur Verschärfung der innerpolitischen Kämpfe. Da diese Partei ihre Werbearbeit auch in unsere Or- ganisation hineinzutragen versucht, richtet der Zentralrat an alle Ortsvereine und Ortsverbände der Deutschen Gcwerkvereine dir dringende Aufforderung, alle Versuche der..Vaterlandspartei kraftvoll zurückzuweisen, die darauf gerichtet sind, die einzelneu Glieder der Organisation als solche vor ihren Wagen zu spannen imd sie für ihre, die Einigkeit zerstörenden Zwecke zu miß brauchen." Das„Zcntralblatt der christlichen Gewerkschaften" hatte bereits vorher gegen ähnliche Versuche protestiert. Daß kein Mitglied der freien Gewerkschaften den „VaterlandSlcutcn" ins Garn geht, darf als selbstverständlich ange- sehen werden. So ist die Abfuhr auf der ganzen Linie vollständig! GewerkschofisbewEling Serlin und Umgegend. Beitrag und Unterstützungen im Holzarbeiterverband. Die Vorlage des Verbandsvorstandes, welche eine neue Regelung der Beitrags- und Unterstützungssätze beabsichtigt, wurde am Freitag in der außerordentlichen Generalversammlung der Zahlstelle Berlin diskutiert. Alle Redner aus den Reihen der Delegierten erklärten sich gegen die Borlage. Sie meinlen. in materieller Hinsicht bedeute die Vorlage eine Verschlechterung für die Mitglieder. Aber abgesehen davon, sei es nichtzubilligen. daß so weittragende Aende» rangen, wie sie der Verbandsvorstand vorschlage, gerade in der gegen- wältigen Zeit durchgeführt, mit großer Beschleunigung zur Ab« stimmung gebracht werden sollen und zwar nicht durch einen Ver- bandstag, sondern durch Urabstimmung. Das sei ein Verfahren, welches im Verbandsstatut keine Stütze finde. Halte der Vorstand die Aenderung des Beitrags« und UnterstützungSwesenS für so dringend, dann könnte er zur Erledigung derselben einen außer« ordentlichen VerbandStag einberufen. Das einzig richtige aber wäre, die ganze Angelegenheit bis nach dem Kriege zu vertagen, damit auch den im Felde stehenden Kollegen Gelegenheit gegeben werden könne, bei der Entscheidung dieser überaus bedeutungsvollen Sache mitzuwirken. Uebrigxns würden sich nach dem Kriege die Verhältnisse(die nach Ansicht des VerbandsvorstandeS die von ihm vorgeschlagenen Aenderungen nötig inachen) besser übersehen als jetzt. Die beabsichtigte Aufhebung der Lokalbeiträge und der lokalen Unterstützungen würde die BewegungS- irciheit der Zahlstellen so stark beeinträchtigen, daß man sich deS Gedankens nicht entschlagen könne, der Vcrbandsvorstand wolle die Gelegenheit benutzen, um seine Macht und seinen Einfluß zu Ungunsten der Mitglieder zu stärken.— Den Rednern, welche eine unbedingte Ablehnung der Vorlage beantragt hatten, entgegnete Glocke, daß mir diesem Antrage nicht der richtige Weg eingeschlagen werde, denn wenn die Delegierten der Zahlstelle auf dem Gautage für Ablehnung der Vorlage stimmen sollten, dann würden sie sich ja der Möglichkeit begeben, an einer Verbesserung der Vorlag« zugunsten der Zahlstellen mitzuarbeiten und dann läge die Gefahr nahe, daß der Gautag die Vorlage mit den sür die Bewegungsfteiheit der Zahlstellen ungünstigen Bestimmungen annehme. Das Recht der Zahlstellen, Lokalbeiträge zu erheben und örtliche Unterstützungen zu zahlen, müsse aufrecht erhalten werden. Durch einen Beschluß erklärte sich die Versammlung für A b- lehnung der Vorlage und Vertagung der Angelegenheit bis nach dem Kriege. fkuslani». Zum Berner internationalen Gewerkschaftskongrest. Wir werden auf einen Jrrtnm aufmerksam gemacht, der in unserem kurzen Bericht über die Eröffnungssitzung des Kongresses (.Vorwärts" vom 4. Oktober) enthalten war. ES ist dort von einem „Schreiben des belgischen und englischen Gcwerk- schaftSbundeS" die Rede. Die beiden Schreiben der Eng- länder und Belgier, die zur Verlesung kamen, haben aber nichts mit einander zu tun. Im belgischen Brief hieß es wörtlich:„In Anbetracht der schwierigen Verhältnisse, in welchen wir gegenwärtig leben, er» klärt die GewerkschaftSkommisfion, an dieser Konferenz sich nicht vertreten lassen zu können und zu wollen und desavouiert außerdem jede Person, die an der Konferenz in ihrem Nameir erscheinen oder sprechen würde." AuSfä.lle gegen Deutschland waren im belgischen Schreiben keine enthalten. ES wurde denn auch dieses Schreiben von der Konferenz lediglich zur Kenntnis ge- nommen. Auch Genosse Bauer hat sich in seiner Polemik nur mit England, nicht mit Belgien befaßt. Wir berichtigen dies« vermutlich durch ein Mißverstehen all» zu kurz gehaltener Telegrammangaben entstandenen Irrtümer natürlich gern und bedauern, erst jetzt auf sie aufmerksam gemacht worden zu sein. Tie kolonialen Arbeitskräste in Italien. Die Arbettskammern(Gewerkschaften) Italiens hatten sich an das Munitionsministerium um Auskunft darüber gewandt, womit die Anstellung von lybischen Arbeitskräften in Rüstungsbetrieben be- gründet werden kann. Das Munitionsministerium antwortete, daß alle Vorsorge getroffen wäre, die Einstellung der kolonialen Arbeits- kräfte in Munitionsbetrieben und in der Marine nicht zur Kon- kurrenz für die einheimischen Arbeiter werden zu lassen. Von den böhmischen Textilarbeitern. Die im August begonnene Lohnbewegung der Textilarbeiter im Reichenberger Bezirk, die von der Union der Textilarbeiter Oester- rcichs eingeleitet war, ist mit gutem Erfolg abgeschlossen worden. An.der Bewegung waren ungefähr 10 099 Arbeiter beteiligt. Es wurden im allgemeinen 20 bis 30 Proz.'Lohnzulage erreicht, nach- den: die Unternehmer sich zunächst nur auf 15 Proz. einlassen zu wollen erklärten. In 21 von den 48 in Betracht kommenden Bctrie- bcn wurden die Fabrikausschüsse der Arbeiterschaft anerkannt. parteinachrichten. „Erkcuue, was ist!" Mit diesem Kernsprüchlein bemänteln die Helden des Berliner „Mitteilungsblattes" eine höchst amüsante Blamage. In der vor- letzten Nummer hatten sie trutziglich wie der Trompeter von Säkkiu- gen geschmettert: „Die Regierung des Herrn Michaelis hat den parlamentari- schen Sturm glücklich überstanden, die Vaterlaudsparteiler haben einen Triumph über die Reichstagsmehrheit davongetragen und diese Mehrheit selbst ist völlig in sich zerfallen. Alle stehen aber geschlossen gegen die Unabbängige Sozialdemokratie." Nun ist dieses Urteil durch die letzten NeichStagsverhandlungen glänzend eck sbsurckum geführt. Tie Regierung des Herrn Michaelis hat den Sturm nicht glänzend überstanden, sondern ist aufs tiefste erschüttert. Aber die Redakteure des„Mitteilungsblattes" vcr- sichern unter der Spitzmarke„Erkenn«, was ist!" uneittwegt weiter, ,chaß sie nach wie vor an ihrem Urteil festhalten", woraus der Wert eines so beschaffenen Urteils wirklich unschwer zu erkennen ist. Interessant ist, daß das vergnügliche Blättchen der Berliner Unabhängigen klagt,„daß sogar die„Leipziger Volkszeitung" Herrn Ebert für seine Philippika gegen den Reichskanzler Lob spendete". Industrie und Handel. Aus dem Berliner Wirtschaftslebcu. Anläßlich der Einführung von 3,1 Millionen Mark neuer Aktien an der Berliner Börse teilt die C. Lorenz- A.- G. in Berlin in ihrem Prospekte mit: Die Gesellschaft fabriziert sämtliche Artikel, die in das Gebiet der Telephonie und Telegraphie fallen. Insbesondere werden hergestellt: Telephonapparate und Zubehör- teile, Telephonvermitlluugsschränke, Telegraphenapparate. Fern- drucker, Eisenbahnsignal-, Feuermelde- und lllohrpoiteinrichtungeu. Ferner erstreckt sich das Arbeitsgebiet der Gesellschaft auf die drahtlose Telegraphie und Telephonie. Seit dem Jahre 1914 ist die Gesellschaft im wesentlichen mit der Erledigung der ihr von den Armee- und Marinebchörden erteilten Aufträge beschäftigt. Sie stellt hauptsächlich Kriegsmaterial her, ohne daß die für den Frieden in Betracht kommenden Erzeugnisse vernachlässigt werden. Die Fabrikation erfolgt außer in dem gemieteten Hauptfabrik- gebäude, Berlin, Elisabcthufer b/ö, in den Mi« räumen Neukölln, Maybachufer 48/51, Ferner ist das Gebäude Ritterstr. 31 gemietet worden, und endlich sind größere Räume im Hause Elisabethufer 44 mietweise erworben worden. Seit dem 1. September 1916 erfolgt die Fabrikation auch auf dem eigenen Grundstück der Gesellschaft in Aerlin-Tempelhof. In Ebcrswalde bei Berlin unterhält die Ge- sellschaft ferner eine Versuchsstation für Radio telegraphie. Das im Jahre 1915 in Berlin-Tempclhof von der Gesellschaft erworbene Grundstück ist rund 36 900 Quadratmeter groß, wird an der südlichen Längsseite vom Teltowkanal, an der nördlichen von dem Hafeuanschlußgleis der Neukölln-Mittenwaldcr Eisenbahn begrenzt und besitzt einen eigenen Eiseubahnanschluß sowie eine Ver- ladeftelle mn Teltowkanal. Die C. Lorenz-Aktiengesellschaft ist auf Grund vertraglicher Ab- machungen an den Gewinncrträgnissen der Hochftequenz-Maschinen- Aktiengesellschaft für drahtlose Telegraphie beteiligt. Endlich gründet« die C. LorenzAkriengesellschaft im Juli 1017 zusammen mit der Telephonfabrik Aktiengesellschaft vorm I. Vcr- ftner in Hannover in Wien unter der Firma Lorcnzwerkc eine Ge- sellschaft mit beschränkter Haftung. Gegenstand dieses Unter- nehmenS ist die Herstellung und der Vertrieb von Erzeugnissen auf dem Gebiet der Elektrotechnik, Physik. Optik, Feinmechanik, Metall- Warenfabrikation, des Maschinen- uud Apparatebaues. An Divi- deirden verteilte die C. Lovenz-Uktidngesellschaft für die Geschäfts- jähre 1912: 20 Proz. auf 1 400 000 M. Aktienkapital, 1913: 20 Proz. auf 1 400 000 M. und 5 Proz. Bonus, 1914: 25 Proz. auf 1 400 000 Mark und 71h Proz. Bonus, 1015: 35 Proz. auf 3 000 000 M., 1916: 35 Proz. auf 4 500 000 M. Auch für das laufende Geschäftsjahr ist nach dem Geschäftsgange wiederum mit.eruem günstigen Ergebnis zu rechnen. In der AuffichtsratSsitzung der Berliner Elektrizi- tätswerke am20. Oktober wurde beschlossen, der auf den 20. No- vember� einzuberufenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 8 Proz. gegen 7 Proz. im Voriahre, in Voruvlag zu bringen. Ter Vorstand berichtete über die beftiedigende Entwick- lung der den B. E. W. nahestehenden Unternehmungen und über die reichliche Geldflüssigkeit der Gesellschaft. Iugenüveranftaltungen. Weitzcukee.'Arbeiterjugend. Sonntagabend'/,8 Uhr findet im Jugendheim. Charlottenburger Str. 3, Ecke Tassoskaße, ein künstlerilcher UnIerbaltungSabend statt. 'verantwortlich für Politik: Erich Kuttner, Perlin: für den übrigen Teil des BialleS: Alfred Schol», Neulölln: sür Inserate: T».©lenke, Berlin. Truil u. Verlag: Vorwärts Buchdru-kcrei u. Lerlagsanstalt Paul Cingcr& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen. A.WERTHEIM Handarbeiten Galanterie u. 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