Ar. 294. 34. Jahrg. Bezugspreis: Sierteyährl. 3*90 2M. moncfL ILO SEI, wöchentlich 30 Bfg. frei ins HauK, dorauSzahtbar Einzelne Wochentag«- runninern 5 Pfz. Sonntagsnumm« lnil Mnstrierlcr Beilage.Die Neue Welt' 10 Big. Postbezug: Monatlich ISO MI Unter Kreuzband Nr Deutschland und Oesterreich- Unoarn tSO Ml, für da« übrige Ausland« Mb vionatlich Postbeslellungen nehmen an Dänemarb volland, Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen m die Voll-Zeitungs-PreisW� Erfchctnr täglich. Telegramm-Adresse: .Sozialdemokrat Berlin». Verlinev VolKsblAkt. 5 Pfennig} Der Anzeigenpreis beträgt l. die ficbengesvaltene kkolonel- -eile 60 Psg.Kleine Slnaeigen", das fettgedruckte Wort 20 Psg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), fedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigeii das erst« Wort lO Psg, fedes weitere WortöPfg. Worte über>5 Buchslaben zählen fü-, zwei Worte. Teuerungszulchlag 20°/» Familien< Anzeigen 30 Psg.. tolitilche u. gewerkschaftliche Vereins- t'lnzeigen 40 Psg die Zeile. Anzeige» für die nächste Nummer muffen di« 3 Uhr nachnritt. im Hauvtgcfchäft, Berlin SS. 68, Lindenflrage S, abgegeben werden. Geöffnet von ö Uhr früh bis 7 Uhr abends. Zentralorgan der foztaldemokratifchen Parte» Deutfchlande. Neöaktion: EW. 6$, Linöenstraße 3. fhermuredier: Am: Morivvla«. Str. 13» SV— 131 97. Freitag, de« 26. Oktober 1917. Expedition: Ew. 68, Linöenstraße 3. isernivrecher: Amt Moritzplatz. Rr. 13» SV— 131 S7. I�eue Erfolge an der Xtonzofront. Die Kanztcrferlfc noch nicht entschiede«. GS ist nicht richtig, daß in der Regierungskrise schon eine Entscheidung des Kaisers zugunsten des Herrn Michaelis ge- fallen ist.' Diese Entscheidung schwebt vielmehr und ist späte- stens bis Mitte der nächsten Boche zu erwarten. In dieser Zeit wird fieberhaft gearbeitet werden: von der Vaterlands- Partei an einem Konflikt zwischen Krone und Reichstag, von ollen anderen an einer Beilegung der Krise, die ihre Wieder- holung für alle absehbare Zeit unwahrscheinlich macht und dem Reich in dieser Zeit schwerster äußerer Wirren die Gefahr innerer Verwicklungen erspart. Wie die Entscheidung der Krone fallen wird, darüber sollte man sich eigentlich gar keinem Zweifel hingeben dürfen, wenn man den Stand der Dinge ruhig betrachtet. Es ist nicht wahr, daß eigentlich nur ein Konflikt zwischen der Regierung und der Sozialdemokratie bestehe, wobei die bürger- lichen Mehrheitsporteien der Sozialdemokratie sekundierten. Diese Parteien versichern vielmehr: selbst wenn dieser Kon- flikt beigelegt würde, könnte sick an ihrer Ueberzeuaung, daß Herr Michaelis zur Führung des Kanzleramtes nicht der ge*. eignete Mann sei, nicht das Mindeste ändern. Mit den neutralen Staaten sind, wie bekannt, gerade seht schwierige Verhandlungen zu führen. Man sieht keine Möglichkeit, sie zu einem guten Ende zu bringen, während sich die Regierung in einer latenten Krise befindet und eine eigentliche pplitische Leitung des Reiches fehlt. Zwischen der. Reichskanzlei und. einzelnen Reichsqmtgrn besteht Zerfahrenheit,'zwischen ihr und dem Reichsmorineanit förmlicher Kriegszustand. Herr Michaelis bat in die„Voss. Ztg." eine Nötiz gelangen lassen, wonach Herr. v. Capelle an der großen Blamage vom 10. Oktober die Schuld tragen soll, da er in seinem Vorgehen gegen Haase und Genossen die vereinbarten Grenzen überschritten habe. Herr v. Capelle machte daraufhin dem Reichskanzler den Vorwurf der II- loyalität und reichte fein Abschiedsgesuch ein. Dieses Gesuch wurde aber nicht genehmigt. Jeder andere Mann an der Stelle des Herrn Michaelis hätte begriffen, daß es nun für ihn an der Zeit sei, sein Abschiedsgesuch einzureichen. Dieser Mann begriff es nicht! In Preußen ist die Ausführung des königlichen Wahl- rechtsversprechens in Vorbereitung. Die MeHrHeits- Parteien sind sich einig darüber, daß sie in l o y a l e r W e i s e, ohne alle reaktionären Winkelzüge erfolgen muß. Ob eine solche Ausführung von Herrn Michaelis seiner, ganzen Ge- sinnung nach zu erwarten ist. bleibe dahingestellt. Aber selbst dies angenommen: wer traut ihm nach allem, was geschehen ist, die Energie und die Geschicklichkeit zu, das Werk zustande zu bringen? Ein Kanzler, der mit den Widerständen im Land- tag fertig werden will, muß ein gewiegter Politiker sein und das Vertrauen des Volkes hinter sich haben. Mit Michaelis ist eine loyale Ausführung des Wahlrechtsversprechens un- möglich. .Das Verbleiben dieses Herrn in seinem Amte bedeutet eine Lähmung aller politischen Funktionen des Reichs nach außen. wie nach innen. Die Lage ist also vollkommen klar, und die einzige SchNnerigkeit scheint darin zu bestehen, daß Herr Michaelis durch nichts dazu zu bringen ist, sein Abschiedsgesuch einzureichen. Aber sollte sich die nicht überwinden lassen? Irgendwie muß doch diese Situation zu Ende gebracht werden, die für alle Beteiligten peinlich ist. am meisten, sollte man denken, für den Nächstbeteiligten selbst. � Tie politische Verständnislosigkeit des Reichskanzlers scheint aber leider so weit zu gehen, daß er gar nickst merkt, wozu er gebraucht wird. Es ist die V a t e r l a n d s p a r t e i. die ihn heute als Werkzeug benutzt um ihn morgen, wenn er seinen Zweck erfüllt hat, zum alten Eisen' zu werfen. Es wird daran gearbeitet, die Lage so zu verschärfen, daß sie für den starken Mann reif wird, der, auch nach der lieber- zeugung der Vaterlandspartei, Herr Michaelis nicht ist. Für den Fall eines Konfliktes mit dem Reichstag bietet sich diese Sechswochen-Partei als Hilfstruppe der neu zu errichtenden Autokratie an. und sie macht sich anheischig, bei einer etwaigen Reichstagsauftösung alle Parteien über den Haufen zu rennen: die Sozialdemokratie, die Fortschrittliche Volkspartei, das Zentrum und auch die Nationaftiberolen. Gibt es wirklich politische Kindike im Reiche, die solches Märchen glauben? Zur Vorbereitung dieses großen Schlages soll zunächst die Mehrheit gesprengt werden, und darum wird in der alldeutschen Presse tagaus tagein versichert, daß die Mehrheit nickt einig sei. Nun ist es ja ganz selbswerständlich, daß die Parteien, die sick in der Mehrheit zusammengefunden haben, über sehr viele Tinge verschieden denken. Aber was sie v?r- bindet, das ist der Wille, dem Reich in einer Zeit schwerster Gefahren zu einer Stetigkeit und Klarheit der äußeren und inneren Politik zu verhelfen, die ihm bisher gefehlt hat, und Trommelfeuer am Houthoulster Walde«— Feuerkampf am Oise- Aisne- Kanal.— Die italienische Front von Flitsch und Tolmein durchbrochen.— Mehr als 10 000 Gefangene. Amtlich. Großes Hauptquartier, 23. Oktober 1917.(SB. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. HeereSgruppe Kronprinz Rupprecht. In Flandern lag tagSnbrr stärkeres Feuer als sonst auf der Kampfzone zwischen der Küste und Blankaart-See. Bon dort bis zur Lys belegte der Feind die einzelnen Ab» schnitte mit> Feuerwellen, die sich vom Houthoulster Walde bis PaSschendale gegen Abend zu heftigstem Trommelfeuer verdichteten. Größere Angriffe erfolgten nicht. Im ArtoiS und bei St. Quentin spielten sich Borfeldkämpfe mit uns günstige« Erfolge ab. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. A« Oise-Aisne-Kanal verlies der Tag bei geringer Feurr- tätigkeit des Feindes. Kurz vor Dunkelheit schwoll schlagartig der Feuerkampf wieder an. An mehreren Stellen drangen französische Erknndungstruppen vor; sie wurden überall abgewiesen. RachtS blieb das Feuer lebhaft. Zwischen Aisne und Maas kam es mehrfach zu Erkundungs- kämpfen, die örtliche Steigerung des FeuerS hervorriefe«. festlicher Kriegsschauplatz. Nichts von Bedeutung. Mazedonische �frout. In den meiste« Abschnitten hat sich die Artillerietätigleit verstärkt. Italienische Front. Wassentreu traten gestern deutsche und österreichisch-ungarische Truppen Seite an Seite in den Kamps gegen den ehemaligen Derbündeten. I««ehr als 30 Kilometer Breite nach kurzer, starker Feuerwirlung zum Sturm antretend, durchbrachen oft bewährte Dwisionen die italienische Jsoozo-Front in den Becken von Flitsch und Tolmein. Die Täler sperreude starke Siellungen des Feindes wurden im ersten Stoß üderrannt; trotz zäher Gegenwehr erklvinmeu unsere Truppen die steilen Berghänge und stürmten die feindlichen Stützpunkte, welche die Höhen krönten. Schnee und Regen erschwerten das- BorwärtSkommen in dem zerriffenen Gebirgsgelände; ihre Einwirkung wurde überall über- wunden. Hartnäckiger Widerstand der Italiener mnßte mehrfach in erbitterte» Zlahkömpfen gebrochen werden. Die Kampshandluug nimmt ihre« Fortgang. I Bis zum Abend waren mehr als 10000 Gefqngen«, dabei Divisions- und Brigadestäbe, und reiche Beute an Geschützen und Kriegsmaterial gemeldet. Der Erste Generalquartiermeiftcr. Ludendorff. Abendbericht. Berli«, 23. Oktober 1017, abends. Amtlich. An Flandern starker Fenerkampf, besonders östlich von Aper». Bei Pinou und Chaviguon nahmen wir nachts unsere Bortruppe« in den Ailette-Grund, morgens französischem Drnck nachgebend hinter den Oise— Aisne-Kanal znrnck. Am Osten nichts von Bedenftuig. In Italien brachte die Weiterführung unseres Durch- brnchs bei Flitsch und Tolmein neue Erfolge. Gesaiigenenzahl und Beute sind im Steigen. Ter österreichische Bericht. Wie», den 23. Oktober 1917.(W. T. B.) Amtlich wird verlantbart: Die zwölfte Jsonzvschlacht, hervorgegangen an? der Initiative der in Not»nd Tod treu verbündete» Mittelmächte, hat gestern erfolgreich eingesetzt. llm 7 Uhr früh begannen die Geschützmassen ihr Vernich- tuugswerk. Eine Stunde später ging i« Sturni, Regen und Schneegestöber die Infanterie zum Angriff über. Wetter nnd Gebirge stellen die Truppe ans eine überaiis schwere Probe. Ter Feind wehrte sich nufs hartnäckigste. Doch schon um Mittag war die italienische Schlachtsroni zwischen dem R o ui b o n und A» z z a an vielen Stellen durchbrochen. Alpenländischc Regimenter nahmeO Flitsch. Deutsche Truppen warfen weiter südlich den Feind im ersten An- stürm zurück. Die Höhe» westlich von W v l t s ch a ch und nord- östlich von Anzza waren abends völlig im Besitz»er Ber bündeten. Am Nordteil der Hochstäche von Bainfizza— Hei- l i g e n g e i st setzte der Italiener gestern unseren Angriffen nvch heftigste» Widerstand entgegen. Ans dem Monte San Gabriele, bei G ö r z und ans der K a r st h o ch f l ä ch c schufen örtliche Unternohmen dir Bor bedingungen für weitrre Kämpfe. Das Artilleriefcnrr wuchs in diese» Räumen auf beide» Seiten zu großer Stärke a». Bis zum Abend sind mehr als 10000 Gefangenc gemeldet worden. Unter ihnen befinden sich Divisions- nnd Brigadestäbe. Die Bente ist nicht im entferntesten zu übersehen. Bei der Heeresgruppe des Feldmnrschalls Freiherr« von Eonrad Geschützkämpfr. CestlickuT Kriegsschauplatz und Albanien. Unverändert. Der Chef des G e n e r a l st a b r s. durch eine billige Vereinborung die innere Frout auf eine gefestigte Grundlage zu stellen. Wer dieses Bestreben hemmt, statt es zu fördern, ist blind gegenüber den wirklichen Interessen des Landes. Und ein frevelhaftes Spiel treibt, wer auf dem Gebiete der Politik ein neues Dogma der Unfehlbarkeit aufrichten will. Bestehende Aiitori- täten können sich nur erhalten, wenn sie begangene Irrtümer korrigieren, sie erschütten» aber sich selber, wenn sie an Irr- tümern festhalten, die von aller Welt als solche erkannt sind. Darum gibt es keine Möglichkeit, den gegenwärtigen Kanzler zu halten. Der Gewinn einiger Wochen, und nur uin den kann es sich noch handeln, bedeutet für die bestellenden Autoritäten nur uneinbringlichen Verlust. Der„Berl. Lokal-Anzeiger" weiß von einer Krise im Zivilka-binett zu berichten. Herr v. Valentin» soll auch müde Zivilkabineft zu berichten. Herr v. Valentini soll amtsmüde keit zu bestärken. Die ganze Geschichte geht offenbar von einem rührigen Kanzlerkandidaten aus. der Vorspann sucht. Sie ist nichts als ein neuer Beweis dafür, wie aus dem Boden der gegenwärtigen Verhältnissen die Personalintrige blüht. Hoffentlich aber' wird das Treiben der verschiedenen Cliquen, die jede ihren Mann nach. vorne zu schieben versuchen, diesmal vergeblich, bleiben. Das Volk will keinen Cliquenkanzler. son° dern einen Volkskanzler, der das Reich im Innern frei- boitlich reformiert, dem iozialvolitiscken Fortschritt den Weg ebnet und der gegen außen die Verteidigungskräfte sam- melt und den W e l t f r i e d e n vorbereitet. Möge er gesunden werden, möge der Reichstag, denn anders kann es nicht soin, ihn finden helfen! dQZi jäthokHittäcIic.'s Deutschlands Die Stimmung gegen Michaelis. Am Mittwoch verkündctc die alldeutsche Presse iriumphierend. daß die Krise gelöst sei, indem Herr Michaelis im Amte bliebe. In- zwischen dürften ihr selber die stärksten Zweifel an der Bcrcchti- gung ihres vorschnellen Siegec-geschreis aufgestiegen sei». Tic Krise besteht fort und die Lsfentliche Meinung zeigt für Herrn Dr. Michaelis ein sehr schlechtes Gesicht. Lediglich die alldeutschen Blätter, und auch diese nicht einmal geschlossen, fahren in ihrem Bestreben fort, die Regierung gegen die Reiwstagsmehrheit aufz» putschen. Nach der„Kreuzzeitnng" liegen die wahren Gründe für den Ruf»ach einem neuen Kanzler darin,„daß der jetzige der Mehr- heil noch zu w l d r r st a u d s s ä h i g ist". Ihr sekundiert der auf dem äußersten rechten Flügel der Nationalliberalen siebende„Teul- schc Kurier", der seiner Meinung dahin Ausdruck gibt, daß das ganze mit so verdächtigen» Eifer aufgeblähte Schreck- gespenst aber wie ein in die Luft verlierendes Jahrmarktsschrei- gebläse kläglich in sich zusammenschrumpfen müsse, sobald die Regierung,.die bisher ibr Heil in ständiger Beschtvichtigung der anspruchsvollen Parlamentarier suchte, den Ent- schlust und das Geschick finden würde, die machtlüsterne» Herr- schaften in dir von der Neichsdersaffnng gezogenen Schranken zurückzuweisen. Aver selbst die scharfmacherisch-schwerindustriellen„Berliner Neuesten Nachrichten" stehen Herrn Dr. Michaelis kühl bis aus Herz hinan gegenüber und erklären, keine Veranlassung zu haben, vor der Entscheidung irgendwelche Betrachtungen anzustellen. Völlig umgeschwenkt ist der„Berliner Lokal-Anzeiger", der nicht nur den Sturz des Reichskanzlers ins Auge faßt, sondern die Ge- legenheft benutzen möchte, um den Chef des Zivilkabinott», Herrn h. valeniiin, zu beseitigen. Die„Deutsche Tageszeitung" will den �-turm gegen Michaelis dadurch beschwichtigen, daß sie ihm nach- rühmt, sein Bestreben vom ersten Tage seiner Kanzlerschaft sei gewesen,„die Kluft, die zwischen den Parteien bestand, zu beseitigen". Aber ihr entgegnet das„8-Uhr-Abendblatt", in oeni von natio- nalliberalcr Seite Herrn Michaelis eine ungemein scharfe Absage erteilt wird. Niemand habe von Herrn Dr. Michaelis innerhalb dreier Monate die Uebcrbrückung unüberbrückbarer Gegensätze verlangt, niemand Unmögliches von ihm erwartet. Billig aber dürfte von ihm verlangt werden, daß durch sein Wirken die Kluft nicht verbreitert und vertieft würde, die zwischen jenen Weltanschauungen besteht. Und weil selbst dieses bescheidene Verlangen von dem Reichskanzler nicht erfüllt wor- den ist. hat er das Vertrauen der meisten politischen Parteien gründlich verwirkt. Sin weiteres Argument, das von der rechten Seite noch für das Verbleiben des Reichskanzlers ins Feld geführt wird, nämlich, dag sein Abgang auf das Ausland schlecht wirken würde, findet seine gründliche Widerlegung in einem Artikel Theodor Wolffs im „Berliner Tageblatt". Dort heißt es: Herr Dr. Michaelis... soll durchaus Reichskanzler bleiben, iveil er nun einmal in kleinem Kreise für diesen noch nicht ganz vedeutunzslosen Posten auserwählt wurde, und weil dem Reichs- tag, der Vertretung der siebzig Millionen, kein Zugeständnis gemacht werden darf. Ja, wie stellt man sich denn die Wirkung eines solchen Beschlusses auf die auswärtig« Politik des Reiches vor? Der Reichskanzler vertritt nach außen hin das Reich, er muß, um es mit einigem Erfolge zu vertreten, Autori- rät besitzen, und Herr Dr. Michaelis, den, milde gerechnet, drei- bundrrtundzwanzig von dreihundertsicbcnundneunzig Mitgliedern des Reichstags öffentlich— und die anderen im stillen— als nicht zur Ausübung eines soWl>cn Amtes befähigt bezeichnen, bc- sitzt doch wohl schwerlich diese Autorität. Wo er auch anknüpft und wohin er auch feine staatsmännischen Bemühungen richten ivill— er trägt das Attest der Tcihuiidcrtundzmanzig mit sich herum. Und indem man, gegen den Reichskanzler, diesen Kanzler roeiter iviricn läßt, gibt man in weithin leuchtender Schrift der Welt draußen noch einmal kund, das, die deutsche Volksvcrtrrtung und das deutsche Voll machtlos sind, ihr Geschick nicht mitbo- itimmen können, und daß allein das S» st e m d e s a b s o I u t e n Willen in Deutschland regiert. Sin irrst für Wilson, für Lloyd George, für alle Dsutfchfcinde in der Welt! Im weiteren weist der Verfasser nach, daß die Haltmrg. die von der Rechten der Krone angeraten wird, nur dann einen Sinn hat, wenn ina» den RcichÄag fortschicken, eine Diktatur auf- richten will. Angriffe gegen üas Sowjetprogramm. Stockholm, 2ö. Oktober.i(j geweigert, sich a n dein Kongreß zu beteiligen. Die Zoldatenvertreter, deren Macht täglich zuzunehmen scheint, haben sich gegen den Kongreß erklärt. Selbst wenn der Kongreß zustandekomineu sollte, ist es sehr zwelfel- baft, ob die B o l s ch e w i k i den Sieg, den sie erhoffen, da- vontragen werden. Es wird viel über die Gründung einer neuen gemäßigten Partei gesprochen, die sich r u s s i s ch- s o z i n l i st i s ch e Arbeiterpartei nennen will.__ Die ruPschen Emigranten unü Sie Gegenrevolution« Slyckholin, 25. Oktober.(Eigener Drahlbericht de«„vorwärts".) „Nowaja Echisn", da« Organ GoriiS, setzt seine Kritik der russischen AuSlandSpolitik fort To? Blatt weist auf die reaktionäre Emi- gratlon hin, weiche im Auslände, speziell in Skandinavien, förm- »che Kolonien gebildet Hai Fiir'diese teil? dem Grundadel, teil« der zaristischen Bureaukratie angehörenden Auswanderer bestehen die gewöhnlichen Reiseschwierigkeiten nicht; teilweise reisen sie mit einem Diplomatenpaß; auch empfangen sie, während der ZahlungS» verkehr auS Rußland fast ausgehoben ist. von dori große Seträgs. Da« Blatt keimzeichnet die reaklionäre Wühlarbeil dieser protegierten Emigranten. Earson gegen Irieüen. London, 24 Oktober.(Reutermeldung.) Sir Edward Carson hat in Portsmouth in einer Rede gesagt: Der Krieg ist in ein Stadium eingetreten, daß niemand ohne ernste Sorge daran denken kann. Unsere Truppen sind denen des Feindes überlegen, und wir daheim müssen uns im Ausharrungs- vermögen überlegen erweisen. Im Gegensatz zu allem Friedens- gerede im Reichstage und allen deutschen FriedenSnoten haben wir bis jetzt niemals ein Friedensangebot erhallen. Ich weise daraus hin, weil eS ein Verbrechen wäre, den Krieg länger dauern zu lasten als bis zu dem Augenblick, wo wir im Interesse von Land und Volk einen dauerhaften Frieden schließen tönnien. Die Deutschen müssen wissen, daß wir keinen Frieden ohne Mit- Wirkung und Zustimmung unserer Dominions schließen können. Wir werden zweiten? keine Friedensverhandlungen hinter dem Rücken unserer Verbündeten führen, sondern umer Abkommen mit ihnen buchstäblich ausführen; wir werden Rußland jetzt nicht im Stiche lassen, wo die Stunde der Freiheit für sein Volk anblickt. Wir werden drittens keinen Frieden schließen, der die Sicherheit eines künftigen Krieges mit sich bringt. Der deutsche Kanzler hat gesagt, daß cS kein Völkerrecht gibt. Wir müssen uns beim Friedensschlüsse dieser Erklärung erinnern. Carson sagte ferner, daß ein Volk, das gehandelt habe wie das deutsche, zu dem Bunde der Rationen nicht zugelassen werden könnte, so daß eS keinen wirklichen Frieden geben könnte, solange Deutsch- land in dem Besitz des eroberten Gebietes bleibe und solange das Preußentum nicht vernichtet sei. Ein Sieg Deutschlands würde die Niederlage aller Nationen bedeuten. Rur der Sieg könne den Frieden bringen, und nur dos Ausharren des Volkes könne dazu führen. Das Wichtigste an dieser Rede gegen den Frieden scheint das Wort zu sein, das an den östlichen Alliierten gerichtet ist. In letzter Zeit pflegten die Ententestaatsmänner zu sagen, daß auf Rußland nicht mehr zu rechnen sei. Jetzt schlägt der Imperialist wieder eine andere Tonart an, die sich bemüht, das Gegenteil von Gleichgültigkeit zu treffen. Die Pariser Konferenz steht vor der Tür. die FricdenSbercitschaft des russischen Volkes ist ein Dränger, der unbequem werden könnte und s» wird jetzt ein Wort gemünzt, das recht wie LiebeSwerben klingt. Fragt sich nur, ob dem Kredit Englands bei Rußlands, der nach vielen Anzeichen durchaus nicht mehr die frühere Höhe hat. mit schönen Worten abgeholfen werden kann. In Rußland dürfte nian zur Antwort daran erinnern, daß die englische Flotte nichts tat, um die deutsche Aktion gegen die Ostsceinscln zu hindern. Der Angriff am oberen Zsonzo. Wien, 25. Oktober. Aus htm Kriegspreffequartier wirb ge- meldet: Der Angriff unserer und der verbündeten deutschen Kräfte ist im besten Fortschreiten und Hot schon großen Raum- gewinn erzielt. Die Zahl der Gefangenen und dle Beute an Kriegsmaterial wächst zusehends. Wien, 25. Oktober. AuS dem Kriegspressequarticr wird gc- meldet: Italienischer Kriegsschauplatz. In mächtigem unwidcrsteh- liehem Angriff gegen die italienischen Linien wurde gestern um 7 Uhr morgens die zwölfte der Jsonzoschlachtcn eingeleitet. Ter Angriff stieß auf einen wachsamen Gegner, dem eilig befohlen wor- den war, unter keinen Umständen auch nur einen Schritt breit von den so blutig erkauften Positionen zurückzuweichen. So entbrannte ein erbitterter Nahkampf, der an manchen Stellen über vier Stunden währte. Um die Mittagsstunde wer die Front der zweite» italienische» Armee an zahlreichen Stellen zwischen dem schon nahe der küstenländischen, kärntnerischen Landesgreuze ge- legenen Rombo und de« 10 Kilometer südöstlich von Tolmei» be- findlichen Ort Auzza durchbrochen. Regimenter aus den öfter- r c i ch i s ch e n Alpenländern waren es, die die feindliche Stellung am Rombo und im Fl itscher Becken im Sturme in Besitz nahmen und auf dem rechten Jsonzo-Ufer weiter nach Süd- Westen vordringen. Weiter im Süden mußte der Feind seine Schützengräben vor dem Ansturm der Deutschen räumen. Vom Ge- birge nordwestlich des K r n drang ein mächtiger Vorstoß w e i t n a ch S ü d w e st c n. Ein scharfer Kampf entbrannte um die beherrschen- den Höhen westlich und südwestlich dcS Tol meiner I s o n z o- Knies, doch gelang es auch hier den unsrigen, unbestrittene T i e g e r zu bleiben. Die Woltschachcr Höhen sind in unserem Besitz, Bei Auzza verloren die Italiener gleichfalls die das Tal belierrfchenden Höhen.— Die Kämpfe an der von hier aus gegen Süden verlaufenden Hochfläche von Bainsizza-Hei- l i g e n g« i st sind noch nicht zum Stillstand gekommen. In diesem Gebiete, wo große Mengen des besten italienischen Geschütz- Materials aufgefahren sind und der Schießstand jedes Plänklers in Hinsicht auf die ununterbrochenen Kämpfe technisch vollständig aus- gebaut ist, war die Rolle der Angreifer sehr erschwert, um so mehr, als Gewehre und Geschütze de? Italieners mit verzweifelter Heftig- keit arbeiteten. Dennoch gelang es unS auch hier, Grabenstücke zu erobern. Gefangene einzubringen und Beute zu machen. Die Kämpfe sind aber auch hier in günstigem Fortschreiten begriffen.— In langen Kolonnen werden gefangene Italiener längs der ganzen Front zu den Konrniandos eskortiert. Ihre Zahl dürfte 10 000 übersteigen. Auch Stäbe von Truppendivisionen und Jnfanteriebrigaden befinden sich unter den eingebrachten Ge- fangenen. Die Sichtung der großen Beute, in der besonders schweres Geschützmaterial in großer Zahl hervortritt, kann erst später erfolgen. Wien, 25. Oktober. Aus dein KeiegSpreffequaetier wird am 25. abends gemeldet: Am oberen Jsonz» find die Verbündeten im erfolgreichen Vordringen. Die Gefangenenzahl und Beute wachsen. Die italienische Heeresleitung hält zunächst mit einem genaueren Bericht über den Verlauf des Angriffs zurück. Ihr Bericht vom 2«. Oktober sagt nur: Ter Gegner bai unter starker Heranziehung von Truppen und mit Hilfe der Deutscheu zum Zwecke einer Offensive die Zujammenziehuuq erheblicher Slreilkräsle vor unserer Froni bewerkstelligt. Der Stoß des Feindes fand uns wachsam und woblvorbereitet. In der letzten Nacht bezeichnete eine Verstärkung de« Feuers an mehreren Stellen der I u l i s ch e n front und heftige« Geschützfeuer mit weitgehender Verwendung esonderer GaSgeschosse zwischen dem Rombon und der nördlichen Gegend der Hochfläche von B a i n s i z z a den Beginn des er- warteten Angriffs, aber gegen 1 Uhr nachtS nahni das feindliche Feuer infolge schlechlen Wetters an Siärke ab, und die heftigen Feuerwellen, mit denen unsere Batterien geantwortet hatten, wurden gleichfalls ruhiger._ Die Loge an öer /lisnefront. Französischer Heeresbericht vom 21. Oktober nachmittags. Tie Nacht war an der ganzen AugriffSfroitt nördlich der AiSne ruhig. Der Feind versuchte keinen Jnfanteriegegenangriff und beschränkte sich darauf, unsere neuen Linien, besonders in der Gegend von vaudesson zu beschießen. Unsere Truppen richten fich auf dem eroberten Gelände ein. Die Zahl der bisber gezählien Gefangenen erhöht sicki auf 3000, darunter lt>0 Offiziere, die acht verschiedenen Divisionen, darunter zwei Garde-Divisioncn. angehören. Ter Stab von drei Regimentern, einschließlich der drei Obersten, befindet sich unter den Gefangenen. ES bestätigt sich, daß zwei feindliche als Reserven hinler der Front auigestellie Divisionen in den Kämpfen des 23. eingesetzt und sehr stark mit- genommen worden sind. Westlich und östlich von C e r n q war der Ärtilleiiekampf im Laufe der Nacht ziemlich lebhaft. Unsere Auf- klärer drangen an mehreren Punkten in die deutschen Gräben und brachten Gefangene und zwei Maschinengewehre zurück. Vom 21. Oktober abends. Nördlich der AiSne zeigte sich die deutsche Artillerie besonders tälig im Abschnitt von La Rohere, LeS BohetteS und i» der Gegend des Forts Malmaiion auf unserer neuen Front, die vom Affenberge, den wir voll- ständig im Besitz haben, bis nach Chavignon reicht. Der Feind verluchre kerne Jnfanlerieuiiiernehmung. Von unS in der Gegend von Chavignon und Vaud'.sson ausgeschickte Patrouillen brachten eine große Anzahl Gefangener zurück. Es bestäugl sich, daß die S t u r m w a g e n(CharS d'Assaut) beim gestrigen Angriff eine wichtige Rolle gespielt haben. Die Zahl der seit gestern ge- machten Gefangenen übersteigt zurzeit 8000. Unter dem in unseren Händen gelassenen Kriegsmaterial, das nicht vor mehreren Tagen festgestellt werden kann, kann man bis jetzt 70 Kanonen, an 30 Minen- Werfer und 80 Maschinengewehre zählen. Englischer HerrcSbericht vom 21. Oktober morgenS. Gestern abend griff der Feind wieder unsere Stellungen beim Hont- boulster Walde an. Der Angriff richtete sich gegen die Per- bindungsstelle der englischen und französischen Armeen und wurde völlig zurückgeschlagen. Seit unserem Anariff am Morgen de» 22. 10. hat der Feind nunmehr sieben Angriffe gegen unsere neue Linie gerichtet, ohne nennenswerten Erfolg an irgendeiner Stelle zu erringen. Ein erfolgreiches Unlernehmen wurde gestern nacht südöstlich Gavrelle durch Gloucester Truppen ausgeführt. Eine Anzahl Feinde wurde gelötet und einige seiner Unterstände wurden ge'prengi; einige Gefangene und Maschinengewehre wurden von uns eingebracht. Abends. Wir machten während der Nackt bei Patrouillen- geseihten südwestlich von Havrincourt einige Geiangene. An der Schlachtfront war die feindliche Artillerie heute nachmittag gegen unsere Stellungen am Houthoulster Walde tälig. Unsere Artillerie beschoß die feindlichen Batterien und richtete Zer- störungSfeuer auf verschiedene Stellen. Für die Flieger war da? gestrige stürmische Wetter ungünsnz. Der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 21. Oktober. An der englischen Westküste und in der Nordsee wurden durch ein« unserer Unterseeboote, Kommaiidaut Kapitänleutnant Georg, neuerdings 6 Dampfer und ein Segler mit rmid Sr.-Reg.-To. versenkt. Tarmiter befanden sich der bewaffnete englische Dampfer Richard de Larinago(1000 Br.-Reg.-To.) sowie vier bewaffnete eng- lische Dampfer, deren Namen nicht sestgefiellt werde» konnten. Ter persenttc Segler hatte Koks geladen. Der Chef deS Admiralstabe? der Marine. * Der englische Admiral I e l l i e o e nennt die Septemberziffern des U-Boot-Krieges„sehr günstig" und fügt hinzu, die von Oktober seien„nicht so günstig". Aber es liege in der Natur der Sache, daß sie herauf- und hcrobgehen. England habe jedoch allen Grund zu der Hoffnung, daß sie binnen kurzem noch besser sein würden als im Sepiember. Es fei kein Grund zu Be- sorgnissen wegen des U-Boot-KriegcS. vorausgesetzt, daß die st r c n g st e W i r t s ch a f t l i ch k e i l herrsche. die Lage üer rutschen Gstfeeflotte. Räumung von HelftugforS? Petersburg, 25. Oktober. Die Petersburger Telegraphen-Ageniur meldet: Wir sind ermächtigt, entschieden den Artikel des Stockholmer „Aftonbladet" für unrichtig zu erklären, der von„Politiken" und „Berlingske Tidende" in Kopenhagen abgedruckt und auch in der „Chikago Tribüne" veröffentlicht wurde, wonach angeblich die ge- samte russische Ostseeflotle die Abficht haben sollte, sich in schwe« di scken Häsen internieren zu lassen. Daß eS in Rußland an Beunruhigung über die Ost- s e e s l o t t e nicht feblt. läßt sich daraus erkennen, daß folgende beschwichtigende, in Schönfärberei abgefaßte Mitteilung der PelerS- burger Telegrapheu-Ageiitur für nötig gehalten wird: Hclsingfors, 23. Oltober. Nack Meldungen aus sehr zuständiger Quelle ist die L a g e in der Ostsee für u n S g ü n st i g. In den letzten zwei Tagen ist eS nicht zu Kämpfen gekommen. Unsere Flotie befindet sich in vollkommener Bereitschaft und> ch ü tz t wachsam den Eingang zum F i n n i s ch e n M e e r b u s c u. DaS Leben in HelsingforS ist das gewöhnliche und wird durch die Aiikuiifl von Schiffsbesatzungen, die an den letzten Kämpfen teil« nahmen, belebt. Sie zollen einstimmig dem Admiral Razwoziw Lob, der ei veestanden hat, die Sckiffe unversehrt aus dem Moon- stind unter besonders schwierigen Umständen zurückzuziehen. Man hält die Stadt von See her nicht für bedroht. CS sind keine Maßnahmen zur Räumung getroffen worden. Man bat nur den Familien der Beamten geraten, die Stadl wegen LebenSmittelmangel? zu verlassen. Von Oesel zurückgekommene Artillerisien stellen die glänzende Haltung der Küstenbatterien der Marine sest, die solange, wie eS möglich war, schössen. Nr. 2�4•> 34. Jahrgang Seilage öes vorwärts Freitag, 26. Oktober 1917 StaStverorönetenverfammlung. Borsteher Michelct eröffnet die Sitzung niich ö'X> Uhr. Mit dem Voreniwurf zum Neubau der Obst- und Ge- müfegrotz Markthalle an der B e u s f e l st r a st e unter der Einschränkung, dah zunächst statt ö nur ö Hallenshstcme in jeder der beiden Hallen ausgeführt werden, hat sich der Sonderausschust einverstanden erklärt: ebenso empfiehlt er, der Anfertigung des speziellen Entwurfs durch die Preisträger, Architekten Jansen und Körte, zuzustimmen. Die Kosten der Bauausführung werden sich überschläglich von 20,8 auf 18,4 Millionen Mark ermäßigen. Ohne Debatte beschließt die Versammlung nach den Ausschuß- antragen. Die Wahl eines Bürgerdeputierten in die Teputati»« für Nr- lieitsnachweis hat bereits zweimal vertagt lverden müssen, da mau sich in der Personenfragc nicht einigen konnte. Um über diese Schwierigkeit hinwegzukommen, gelangt heute ein Antrag aller Fraktionen zur Annahme, die Zahl der Bürgerdeputierten um 2, je 1 Arbeitgeber und Arbeitnehmer, zu erhöhen. Hierüber ist zunächst die Beschlustsassutig � des Magistrats abzuwarten. Erhöhung der Preise für die städtisckie Bolksspeisuttg. Zur K c u n t ii i s n a h m e legt der Magistrat ein« Darstellung der Gründe vor, die ibn veranlassen, vom 5. November ab die P* e�i se für die städtische Bolksspeisung von 40 und 20 Pf. auf 50 und 25 Pf. für die ganze bzw. halbe Portion zu er- frohe n. Er nimmt Bezug auf die seit Jahresfrist eingetretene Steigerung der Preise für Kartossel», Gemüse, Fleisch und Ge- würze und hebt bcrvor, dast die Matzregel von allem Anfang an nicht als ein Akt der Wohltätigkeit gedacht fei, smidern dast die Speisenabgabe an die- Bevölkerung zum Selbstkostenpreis erfolgen sollte. Gleichzeitig sucht der Magistrat um N a ch b e w i l l i g u n g von 408100 M. nach, um welche Summ« die im Juli 1010 für die Kosten der Einrichtung der Volksspeisung bewilligten 2 Millionen Mark überschritten werden muhten. Stadtv. Hinfce(Unabb. Soz.) empfiehlt den vor 14 Tagen zu- ruckgestellieil Antrag Barthelmann und Genossen, den Magistrat zu ersuchen, die Preise nicht zu erhöhen. Angesichts der aufs äusterste gesteigerten Notlage der armen und ärmsten Bevölkerung wage es der Magistrat, mit einer Steigerung von 25 Proz. zu kommen! Die serner Berechnung zugrunde gelegten Augustpreise dürften als abnorm hohe nicht mastgebend sein. Ohne die„Nebenkosten" stellte ssich der Preis auch jetzt nur auf 88 bis 40 Pf. Diese„Neben- kosten" müßten cust die Kriegswohlsahrtspflege übernommen wer- Nur durch einen wirklichen Massenzusvruch I verde es gelingen, r-re Nebenkosten herabzudrücken. In der Hauptsache aber seien jetzt nur noch die Kriegersamilien Kostgänger der Massenspeisung, und mcien könne die Stadt angesichts der geringen Höhe der Bei- Hilten doch nicht noch mehr als bisher abfordern. Noch jüngst babe der Reichstag eine Senkung der Preise der Lebensmittel namentlich den Gemeinden nahegelegt. Eine Reihe von Vororten wart« auf die Eniicheidung. die Berlin treffen werde; auch diesen Umstand möge der Magistrat und die Versammlung bedenken. Redner ist mit seinen Freunden der Ausfassung, daß der Magistrat die Er- bobung einseitig nicht beschließen kann, sondern an die Zustim- mung der Versammlung gebunden ist. Stadtrat Doflcin: Der Magistrat hält sick. zur alleinigen Preisiestsetzung für berecktigt; die Feststellung des Selbstkosten- prestes ist eine reine Verwaltungsmastregel. In die Selbstkosten j,nd Verzrniung und Tilgung des bedeutenden Anlagekapitals ohnedies nicht einbegriffen. Im Laute des Winters wird der Beichairungspreis für-das Material nicht unter 40 Pf/ sinken. Di« � eieiligung an der Volksspeisung ist ein Barometer für die Lebens« niittelzufuhr auf den ossenen Markt, im Juli hatten wir 178 000, mn™0 sL-ti1" Teilnehmer: diese Zahl hat sich zurzeit aus ' reim- 7-IC wIttat ic�cnt Geschmach anzupassen, ist unmöglich. Bis Ende August sind nicht weniger als 3Z Millionen Portionen verteilt worden. Monatelang hat der Magistrat mit der Preiserhöhung gezögert; länger ging es nicht an. Stadtv. Ritter ,'Soz.): Auch ich bedaure, dast uns die Borlage nicht zur Beichluorassung vorgelegt ist. Im vorigen Jabrc haben wir den„ehler gemacht, uns mit dem Beirat zu begnügen, anstatt eine geniisckte Deputation einzusetzen. Im Beirat habe ich aller- dings mr die Erbobung gestimmt da für mich die vorjährige Vor- läge und Beichlustsasiung mahgebend war. Unsere Fraktion hat sich in zwiichen einstimmig dafür entschieden, dast wir es hier mit einer ..'legsmastnahme zu tun haben, die noch dazu der Initiative der Reichsregierung entspringt, und wir werden für den Antrag Bar- khclnrann stimmen. Sache des Reichs wäre es, den Ausfall der «tadt zu decken. Hinweisen mutz ich hier auf die bevorstehende weitere Erhöhung des Brotpreises, eine sehr bedenkliche Maßnahme die nur deswegen erfolgt, weil es der R-ichSgetreidestelle gefallen bat. den GetreidepreiS zu erhöhen, um den Landwirten den An- �'S Sur�Bersutterung des Getreides zu verringern. Ueber die m l« Massenspeisung tätigen Ehrendamen sind uns zahlreiche Klagen zu Obren gekommen.(Unnihc.l Beanstandet wird auch dah zuviel von den Fleisch- und Kartoffelmarken abgeschnitten wird und dah die Zuspätkommenden, die kein Essen erhalten, auch ihre Karten nicht zurückbekommen. Stadtv. Ungcr(Linke) stellt sich auf den Standpunkt des Stadt- rats. Die Erhöhung der Kriegcrfamilicnbeihilfen sei größer als die Steigerung des Portionspreises. die monatlich nur 3 M be- trage, Stadtrat Doslein tritt dem Stadtv. Ritter bezüglich des Tadels gegen die Ebrendamen entgegen. Auch über die Anrechnung der Karrenab,chnttte könne begründete Beschwerde absolut nicht er- Yooen werden. Stadw. Thieme stimmt für die Freie Fraktion der Erhöhung zu und bedauert nur, daß sie so spät erfolgt. Nicht sowohl die Ar- beiter, ckls die Angehörigen des Mittelstandes bildeten das Gros der Teilnehmer au der Massenspeisung. Stadtv. Ritter stellt fest, dast er nicW die Gesamtheit der Ebren- -amen gemeint Hobe, uno beruft sich aus den Wortlaut seiner AiiSiuhrungen Nicht der Mittelstand, sondern die„Proletarier im StebrragLn beteiligten sich an der Massenspeisung. ™ �in�c: Zwischen dem Reichstag und der bürgerlichen Mehrheit klam ein kra,ser Gegensatz: jener will di« Preise senken. S'e wollen sie erhöben. lGrvste Ilnrubc.) Die Mittelständler des Sern, Thieme Wien nicht in der Volksspeisung, sondern in den Abrahamichen Mittelstandsküchen zu finden. Ter Slnirag, die ganz« Materie einem Ausschuß zu überweisen, wird abgclchnt, ebenso der Antrag Barthelmann. Die Nachbowilli- gung der 408 000 M wird beschlossen. Ter �Magistrat bringt seine Absicht, die Gemeinde- ' � Lange Str. 70. und 35. Bernau«« Str. 89/00, all- mählich a u r z u I ö s e n, der Vorsammlung zur Kenntnis. Stadtv. Leid(Unabb. Soz.) erhebt prinzipiellen Widerspruch gegen die Auslöj,>>pg. Es fehle auch an einer Freguenzüberucht. �"'ä/ r a ä-t e hc n�d? r, Frequenz könne an sich jedem Schulsbstein nur nützlich sein. Nicht pädagogische, sondern fiskalische Rücksichten seien hier leider mastgebend. Wie lange würden noch städtische Schulen als Lazarette benutzt werden? Auch dadurch sei der �»ulbetrieb gestört worden, daß man die Kinder geradezu gepreßt habe..Kriegsanleihe zu zeichnen. lUnruüe: der V o r st e h e r ersucht den Redner, bei der Sache zu bleibend Auch die Absicht, einen späteren Beginn des Unterrichts einzuführen, müsse beunruhigen. Stadtschulrat Dr. Fischer: Die Einziehung von Schulen er- folgt lediglich aus pädagogischen Gründen. Wir bedauern selbst sehr, daß es noch nicht gelungen ist, das Militär aus allen Schulen wieder zu entseruen. Die Unruhe im-schulbeiricb komme aus- schließlich aus das Kriegskonto. Den Beschlüssen der Versammlung zu der neuen Rege- luug der Teuerungszulagen ist der Magistrat beigetreten. Stadtv. Brückner(Soz.) ersucht, die erhöhte Zulage baldmög- lichst anzuweisen und damit nicht etwa bis nach Weihnachten zu warten. Zur Fortsetzung des Betriebes der Kriegsbeschädigten- fürsorge wird ein weiterer Vorschuß von 200 000 M. erbeten. illVii 1 0 Gebote für Feldpost- Abonnenten! 1. Gebot: Wenn Ou früher den Vorwärts oder ein anderes fozialdemokrattsches Blatt gelesen hast, dann lies es auchjeht. Denke nicht: Du bist jetzt Soldat und könntest irgendwelche Nach- teile haben. Das Lesen sozialdemokratischerZeitungenwurde den Äeeresangehörigen durch kriegsministeriellen Erlaß aus- drücklich gestattet. Bestellschein für Abonnenten! Hiermit bestellen wir den.Vorwärts", Berliner Volksblatt, als Feldpostsendung. DaS Bestellgeld von Mk. 1,30 pro Sxem- plar und Monat_______________________________ folgt per Postanweisung. Truppenteil bezw. Adresse: MMMMMW Stadw. Dr. Wetzl sUnabh. Soz.): Die Fürsorge für die Kriegsbeschädigteil ist die vornehmste Pflicht des Reiches und des Staates. Wir müssen aber in steigendem Maße erleben, daß das Reich knausert, dast seine Zusicherung immer unbestimmter werden, dast man allgemach alles auf die Kommunen oder gar, wie die Intendantur des 3. Armeekorps, auf die Armenpflege ab- wälzen möchte. Hier sollte der Magistrat mit den Vertretern deS Obrigkeitsstaates Fraktur reden. Stadtv. Brückner: Die Versammlung ist einig darin, dast oas Reich der Stadt die Aufwendungen für die Kriegsbeschädigten er- setzen müsse. Gegen ihre Verweisung aus die Armenpflege bäumt sich unser ganzes Gefühl ans. Reich und Staat haben an erster Stelle für diese Aufwendungen auszukommen. Stadtrat Dr. Preust:(selbstverständlich ist das bisher vom Reiche Bewilligte unzulänglich; es, wird aber schon demnächst eine weitere Bewilligung erfolgen. Auch die großen öffentlicben Ver- stcheriingsopganisationen sind zu verstärkter Beihilfe bereit. Bon Anregungen der Militärbehörden, diese Verpflichtung auf die Armenpflege abzuschieben, ist mir nichts bekannt. Der Vorschuß wird bewilligt. Ten Vertrag mit der„Normalzeit G. m. b. H." wegen Betriebes und Instandhaltung der städtischen Uhren ge- nehmigt die Versammlung ohne Debatte. Ein Antrag Barihelmann und Genossen(Unabh. Soz.) geht dahin, den Magistrat zu ersuchen, zum Schutze der durch die B e r» teuerung des Eisenbahnverkehrs schwer bedrohten In- teressen der Berliner Bevölkerung die geeigneten Mastnahmen zu ergreifen.• Stadw. Dr. Rosenfeld weist auf den allgemeinen entrüsteten Protest hin, den diese unglmibliche Maßregel in der Bevölkerung Hervorgenifen habe, und hält den Zeitpunkt für eine Aktion deS Magistrats für noch nicht verspätet. Die enorm« Verteuerung des SchnellzilgsverkehrS zeug« von einem bureaukratifchen und pluto- kratischen Zuge ohnegleichen. Das gewÄHIte Zuschlagsshstem strotze von Ungerechtigkeiten, es involviere Verteuerungen bis zn 200 Proz.! Daß es sich nur um ein« vorübergehende Maßnahme bandle, dies« Behauptung finde wenig Glauben; Hauptzweck seien wobl die höheren Einnähmen. Andererseits sträube sich dieselbe Verwaltung, di« Löhne aucb nur um 10 Proz. zu erhöhen! Stadtv. Dave lLinke) lehnt den Antrag ab. Es handle sich um eine allgemeine Kriegsmastnabme, die freilich den Handel und Ver» kehr besonders treff-'. Aber di« Transportschtvierigkciten, di« zu- mal die Großstädte aufs schlimmste benachteiligen, erforderten die einschneidendsten Schmie Anderweit« Abhilsemittel seien als unwirksam erkannt. Die arme Bevölkerung sahve dock nicht mit Schnellzügen. Der Oleiseverkebr sei in letzter Zeit, auch durch die Hamsterei, um 40 Proz. gestiegen. Der Mogistrat sei nicht die zuständige Instanz für die Prüfung der Mittel zur Remedur. Stadw. Mommsen sFr. Fr.) ist gleicher Meinung. Ob die horrilü« Verteuerung zum Ziele fübre, werde sich freilich erst zu zeigen haben. Stadw. Fröhlich(Soz.)' Auch wir sind durchaus von der Ver- kehröheit der Mastregel überzeugi. Ob der Magistrat durch eine Vorstellung etwas erreichen kann, ist uns nicht zweifelsfrei; jeden- falls wünschen wir, dast er reckt energische Worte gebraucht. Der passendere Ort daftir scheint aber auch uns der Landtag. Stadw. Dr. Rosenfeld tritt den Kompetenzbedenkn der Vor- redner entgegen. Unfaßbar sei, wie Stadtv. Dove den plutokraiischen Eharakter der Maßnahme leugnen könne. Stadtv Fröhlich stellt gegenüber lautgewordqnen Zweifeln fest, daß er mit seinen Freunden dem Antrag zustimmen wird. Der Antrag wird abgelehnt. Die Erziehungsansiali„Am Urban" in Zehlen- darf, Eigentum des Vereins zur Erziehung sittlich verwahrloster Kinder, soll der Stadt Berlin vertraglich bis Ende März 1020 zur Unterbringung von Fürsorgezöglingen überlassen werden. Die Versammlung stimmt zu. Schluß)40 Uhr.'___ HroMerlm die Verteuerung öes volksküchenesiens. In der Berliner Stadtverordnetenver- s a m m l u n c? kam es gestern zu einer Aussprache über die V o l k s s p e t s u n g. Zusammen mit der Vorlage über die vom Magistrat beschlossene Erhöhung des Porti onenprcises wurde der von der Gruppe der„Unabhängigen" eingebrachte Antrag verhandelt, der sich gegen diese Verteuerungsmaß- regel richtete. Ter Antrag, den Hintze begründete, wurde von der sozialdemokratischen Fraktion unterstützt, fand aber bei den Freisinnigen schroffen Widerspruch. Genosse Ritter. der namens der sozialdemokratischen Fraktion sich gegen die Erhöhung des Portionenpreises erklärte, brachte gleichzeitig Klagen über die Volksküchen und über das bon ihnen gelieferte Essen vor. Stadtrat Doflein er» widerte, ini ganzen könne man mit der Volksweisung zu- frieden sein. Taß diejenigen, die sie nicht in Anspruch zu nehmen brauchen, es sein werden, glauben wir gern. Die Frei- sinnigen lehnten den Antrag gegen die Stimmen der beiden sozialdemokratischen Gruppen ab. nahmen die Vorlage über die Verteuerung des Volksküchenessens zur.Kenntnis und er- klärten sich für befriedigt. Die Bevölkerung wird gegenüber dieser Haltung ein ganz anderes Gefühl als das der Bc- friedigung haben.__ Erhebliche Äcrteucrung der Eier. Die Zeniral-Einkaiissgesellschaft teilt mir, daß sie sich genötigt sieht, den Preis für AnSlandSeier neuerdings erheblich zu erhöhen. Ueberoll im Auslande ist infolge der zunehmenden Lebens» rnittelknappheit die Nacksrage stetig stärker geworden und die Preise sind infolgedessen in den Herkunstsländern fortwährend gestieaen. Hinzu kommt, dast in den letzten Monaten der Stand der deutschen Währung im Ausland« weiter erheblich gesunken ist. während beispielsweise am 1. Juli die dänische Krone noch mit 1,90 M., der holländische Gulden mit 2,73 M. notierte, muß die Zentral-EinkaufS» gesellschaft heute 2,23 M. bezw. 3,10 M. bezahlen. Verteilung von Süßstoff. Nur jede» Abschnitt der Süstsloffkarte Gl dürfen zwei Schachteln Ssitzstoff zu je 500 Täfelchen iG-Packungen) in dem auf den Ab- schnitt angegebenen Monat abgegeben werden. Auf den Ab- schnitt 10 der Süßstoffkarle G kann der Süßstoff iG-Packungen) sofort in den für den Verkauf von Süßstoff zugelassenen Drogen» geschästen und Apotheken entnoininen werden. Ein„Bürgerschutzverband Groß-Berlin", der gegenüber den manchmal sehr sonderbaren Anordnungen der unsere K r reg L w ir I s ck a st„regelnden" Be- Hörden nötig sei, wurde um Mitte August in einen« Ausruf vorgeschlagen. Ter Gedanke einer Bereinigung zur Ab- wehr von Schädigungen, die der Bevölkerung aus solchen Anordnungen drohen, regte sich besonders unter dem Eindruck der Maßregeln zur Beschräulüng deS Verbrauchs von Beleuchtung und Heizung. Worum die Gründung bisher nicht erfolgt isl,� er- fuhr nian in einer Versammlung, die der vorbereitende Ausschuß zu Miltwoch einberufen halte, um über die von ihm unternommenen Schritte zu berichten. Rechtsanwalt R o t h-Berlin, der Anreger und Leiter dieser Bewegung, teilte mit, daß nach Erscheinen des Aufrufs der Oberbürgermeister D o m i n i e u s-Schöneberg und der Sladlrat L i ch r-Schöiieberg an ihn herangetrelen icien, ihm den Plan der Gründung eines dieGroß-BerlinerKommuiialverwaltungsgemcinschaft anstrebenden„Bürgerausschusses Groß-Berlin" ent- wickelt und die Absicht einer Einbeziehung der Ziele des geplanten Bürgerschutzverbandes geäußcrl hatte». Der dann zustande ge- kommen« Bürgerausschuh habe tatsächlich diese Ziele dem Kreis seiner Aufgaben eingefügt, so daß jetzr am besten auf Gründung des Bürgerichutzverbandcs zu verzichten und Beitritt zum Bürger- ausschuß zu empfehlen sei. Die nur schwach besuchte Versammlung stritt um Roths Antrag lange und lebhast, wobei von den meisten Rednern geltend gemacht wurde, daß der Bürgerausschuß nichts gegen die wirtschaftliche Schädigung der Bevölkerung tun werde und den Zielen des Bürgerschutzverbandes recht kühl gegenüberstehe, weil er eben doch etwas ganz anderes als dieser wolle. Nach mehr- stündiger Erörterung wurde die Beichlußfassung darüber, ob man den Bürger schutzverband als überflüssig aufgeben könne oder nicht, vertagt._ Schließung von MitscherS Weinstube». Da? KriegSwucheramt bar den offenen Handelsgesellschaften Gebr. Eramer und Ludwig Mitscher, Berlin, Französische Str. 18, und deren Inhaber Richard Eramer den Handel mit Gegenständen des täglichen Bedarfs, soweil er in der Abgabe von Speffen und Getränken in Gast- und Schankwirtichaften besteht, unterlagt. Damit ist die Schließung der M i t s ch e r s ch e n Weinstuben in der Französischen Straße veibunden. die spätestens am 30. Oktober zu erfolgen hat. Dem Prokuristen Ernst Löffler, Berlin, Trakehner Straße 10, und dem Küchenleiter Hugo Kaufmann, Berlin. Jmmanuelkirchstraßo 10, wuide ebenfalls der Handel und die Abgabe von Speisen und Getränken in Gast- und Schankwirlschasten sowie die Tätigkeit als An» gestellter in einem gleichartigen Geichästsbetricbe verboten. Den Beteiligten wird zur Last gelegt, daß sie für die Weinstuben Lebens- mittel, welch« der Verbrauchsregelung unterlagen, im Schleich- Handel und unter Ueberschreitung der Höchstpreise eingekauft und an die Gäste abgegeben haben. Besonders er- schlvmnd ist der Nmstand, daß lrotz des scharfen Vorgehens des KriegswucheraniteZ diese Zuwidelhandlungeii bis in die letzte Zeit fortgesetzt wurden, obwohl der Prokurist Löffler bereit? Wege» Ver- liöße gegen kriegswirtschaftliche Veroi dnuiigeii, deren er sich alS Geschäftsführer der Miticherschen Weinstuben schuldig gemacht hatte, zweimal gerichtlich bestraft und deswegen vom KriegSwucheramt verwarnt worden war.___ Zwei größere Dachsiuhlhrände hatte die Berliner Feuerwehr in der letzten??ächt zn löschen� Einen im Norden in der Wiesen- straße 30 Ecke der Kösliner Straße, und den zweiten im Süden am Hobenstaufenplatz. Hier stand der Dachstuhl des VoiderhauseS Schönleinstraße 27 in großer Ausdehnung, sehr bedrohlich für die Nackbargrundstücke, in Flammen, und dort brannte der linke Seiten- flügel mit Bodenverschlägen und ihrem Inhalt an HauSial ufm. An beiden Brandstellen mußte die Feiienvehr mit mehreren Schlauchleitungen tüchtig löichen, bevor es gelang, der Brände Herr zu werden. Die beide» Dachnüdle müssen erne.iert w rden. Die Ent- stehüng konnte noch nicht ermittelt werde». Bei beiden Bränden sind Mieter hart betroffen, die nicht versichert sind und daher«r» heblichen Schaden erleiden. 200 000 Sroimurfcn sicstohlcn. JoSnenbe Veuis BaBett Ein- Brttfcer gemacht, die eine Brotkommission in Köpenick Beimsllchtnv Tie drangen nachts in die Räume der Vrotkartenansgabesielle in der Crünsir. Z7 ein und entwendeten IS sitlv Bogen Reisebrotniar.'en iiu je 10 Sliiek� alio ILO 000 Marken, ferner 500 Kartoffelkarten für Urlanber, gültig für die Zeit vom ZO. Oktober Bis 25. November, und 500 Speisefetlmarken für Urlauber für die gleiche Gülligkeits- periode. Auch 12 000 Neisebrotmarken. die von den Bäckermeistern abgeliefert wurden, hieszen sie mitgehen. Neukölln, LrBcn'mittck. In den fiädiischeit Berkaufsstellen ge- langen u. a, folgende Waren zum Verkauf: Nährhefe 1.50 M. je Vi und, Susipe Agnes 0,15 M. je Stück, Brühwürfel 0,10 M. je drei Stück, Steckrüben 0,80 M. je Dose, Wildentenfleilch m. Büchse 5,50 M, je Büchse, Kaninchenfleisch 5,00 M. je Büchse, Kaninchen- klein 3,00 M. je Büchse. Der Verkam findet an Neuköllner Ein- wohner ohne Beschränkung statt. — Einrichtung einer kominuualeil Besohla»ftalt. Da die Schuh- macher sich häufig weigerten, Schuhregaraniren anzunehmen, so wurde in der letzten Kriegsrioistandskomniisfion der'.Nagisirat er- iucht, Vorsorge für derartige Weigerungen zn treffen. Der Magistrat bat sich jetzt damit einverstanden erklärt, daß die städtische Besohl- anstalt in eigene Verwaltung genommen wird. Wilmersdorf. Abgabe von kondrufierter Magcruirlch. Für jedes Kind im Alier vom vollendeten 10. bis zum vollendeten 11. Lebensjahre gelangt demnächst kondensierte Magermilch zur Ausgabe. Dle zur Anmeldung des Bezuges erforderlichen Lordrucke werden den empfangsberechtigten Honshalturigsborständen oder deren Ver- iretcrn stiicht Kindernl am Sonnabend, den 27, und Monlag, den 20. Oktober von der zuständigen Brotkommission ausgehändigt. Die Anmeldung zum Bezug ist in der Zeit vom 30. Oktober bis ein- schließlich 9. November in einem der auf den Lordrucken bezeichnelen Milchgeschäfte zu bewirken. Die Abgabe deztv, Entnabme der Ware bat vom Sonnabend, den 10, bis einschließlich Sonnabend, den 17, November gegen Abgabe des Bezugscheins in dem Geschäft z» es folgen, wo die Loranmcldiing bewirkt wurde. Schönebcrg. Lebensmittel. Da die alien Karioffelkundenkisten vom Montag ab ihre Gültigkeit verlieren, so müssen sich die Ein- wuhner noch beute und morgen in die neue bei den Kleinhändlern aiisliegende Liste eintragen lassen. Bis Sonntag, den 28. Oktober, wird an diejevrgcn Kunden, die in die Speiseteitkiindenlisieu der Firmen: Bolle, Jnteressengemein- schaft Märki'chcr Milchproduzenten G. m. b. H., Hellersdorf, Likloria- paik und Schweizerhof eingetragen sind, pro Kopf 125 Gramm Streichkäse(AuSlandsware) zum Preise von 05 Pf. verteilt. Die eingetragenen Speisefetlkunden dieser Finnen erhalten den Käse in iolgendcn Geschälten t Gebr. Qroh, Schöncberg, Hauptstr. 142, Reichelt, Schöneberg, Akazienstr. 15, Pominerichc Meiereien, Baperischer Platz 8, Gebr. Manns, Schönsberg, Sedanstr. 1. Der Käse darf nur auf die Speijefettkarten für Groß-Berlin entnomnien werden. Lichtenberg, Bcrteilung von Zucker. Auf Abschnitt IM der Lebeusnütteliarte darf für die 3«it vom 1. bis 15, November Zucker eiltlioimnen werden, aui Absckniet 130,8 und 1391v je 500 Gramm und ans' Abschnitt 130(4, 130,1 und 130 bl je 375 Gramm. Die Käufer haben die Abschnitte bts Moiitag, de» 29. Okiober beim Ler- käufer abzugeben. Rachanmeidungen iverden nicht berücksichtigt. Der Bcrkanf des Zuckers an die Bevölkerung darf erst vom 2. No- vcmber ab erfolgen.__ Spandau. Lebensmittel. Heute beginnt der Verkauf der städtischen Butter auf Buncrabschnitt I der neuen Lebensmittelkarte. Auf jeden Abschnitt werden 80 Gramm zum Preise von 48 Ps. ver- ousgndi. Mit Ablauf von Doiinerstag, den 1. November, verliert Feld I seine Gültigkeit.__ Kreis Niederbarni»!. Weniger Fleisch. Die Fkeiichverteikungs- stelle dr-Z Kreises gibt bekannt, daß tu dieser Woche nur 200 Gramm Fleisch mit Knochen und 165 Gramm knochenloses Fleisch abgegeben werden sollen, — Billigere Butter. Die Gemeinden des Kreises Niederbarnim geboren nicht zur Fettstelle Groß-Bcrtin. Während von dieser der Preis für 50 Gramm Butler Handelsware I ans 37 und für Hondelsivare II auf 35 Pf. festgesetzt worden ist, bat der Nieder- barnimer Kreisausschuß den Kleinhandelspreis für Butler Handels- wcue I auf 33 und für Handelsware II a u f.31 Pfennig fest- setzen können. Der Preis iür 30 Gramm Margarine beträgt ivie im Bczflk der Fcllstclle Groß-Berlin 12 Pf. Steglitz. Tic Zusammenlegung der Bäckcrcien ist jetzt endgültig gmegell worden. Es werden etiva 40 Oefen stillgelegt, während rund dieselbe Anzahl weiter bäckt. Durch die Zusammenlegung der Bäckcreibetricbc werden allein in Steglitz in jedem Monat inehrcre Tausend Zentner Kohlen erspart. Weißensee. Kutidenlistrn für Kartoffeln. Die für den Kartoffel bezua aufgestelltrn Kundenlislen verlieren mit Ablans deS 28. Oktober ihre Gültigkeit. Mit Wirkung vom 29. Okiober ab sind neue Kunden- listen anzulegen. Die Kartoffeltleinbändler find verpflichtet, zur Eintragung in dos Kiindeuverzeichms ibre Geschäftsräume vom 25. bis 27. Oktober, von 8 Uhr vormittags b!s 8 Uhr abends und am 28. Oktober von 8—10 Uhr volmiltags offen zu halten. Tegel. AnS der Gcmcindcvcrtrrtmig. Die Gemeinde hat vom Zlveckvcrband Brennholz erworben, ivelcheS in zerkleinertem Zustand an die ärmere Bevölkerung zu billigem Preise abgegeben werde» soll,— Die Pacht für doS Ralssiuben-Rcstanrant wird von 8000 auf 4000 M. herabgesetzt. Für Beschaffung von zwei Pferden nebst Wagen und Zubehör sowie Ausstellung einer Bandsäge werden 20.000 M. bewilligt,— Die Humboldt-Oberrealschule ioll zu eine»! Reform-Nealgymnasinm ausgebaul werden und sorlan den Namen „Humboldtschule" führen,— Für die sehr dringliche Friedhofs- ecweiteritng iverden 7000 M, bewillig!. — Lebensmittel. Ein kleiner Posten Kakao in V*- bezw. Vj- Pfund-Packungen wird auf Lebensmittelkarte in der Gemeinde- Verkaufsstelle an der Oberrealschule ausgegeben. Die der Gemeinde überwiesenen Fettkartcn für die 44.-47. Woche sind gestohlen worden, und zwar folgende Nummern 199 333— 199 487 und 203 533 bis 203 054. Vor Ankauf wird gewarnt. Bescheinigungen zur Erlangung von ZusatznahrimgSmittekn für Kranke aus Grund ärzt- licher Atteste sowie Bescheiiiigungepi zur Erlangung von Haferflocken für Kinder werden nur noch Montags und Donnerstags von 9—1, Zimmer 28, Wirtschastsabteilung, ausgestellt. Britz. Die Familicilunterstützungeii werden in Zukunft sämtlich in der Gemeindehauplkasse, Schalter 4, gezahlt. Es wird eine Neu- einreilung vorgenommen. Es haben abzuholen Buchstabe R— F am 1. und 16. November, G— K am 2. und 17. November, L— R am 3. und 19. November, S— Z am 5. und 20. November. Für die folgenden Monate werden die Zahltage im Kafsenraum durch AuS- hang bekanntgegeben. Die Zahltage sind innezuhalten, da Aus- nahmen nicht gemacht werden. Friedenau. Kommunaler Verkauf von Kochkisten. Die Ge- meindeverivaliuitg läßt sich auch die Versorgung der Bürgerschaft mit Kochkisten zur Koblen- und Gasersparnis angelegen sein. Die Gemeinde ist in der Lage, Kochkisten, von denen ein fertig ge- machtes Musler bei dein Pförtner des Rathauses zur Besichtigung ausgestellt ist, zn dem Preise von 9— 10 M. zu liefern. Die Koch- liste wird mit allem Füllstoff gelieserr, muß jedoch nach der bei- gegebenen Anweisung von der Hausfrau selbst i» kurzer Zeit dauernd gebrauchsfertig gemacht werden. Groß-Lichterfclde. Die Geuieiiidevcrtretuug für Groß-Berlin. Zufolge einer Eingabe der drei kommunalen Bereine in Lichterfelde beschäftigte sich die letzte Geineindevertretersitznng mit der Frage der Schaffung eines großen, selbständigen KommunalverbandeS Groß-Berlin, Gegen die in der erivähntcn Eingabe aufgestellte Forderung, sich dem Bürgerausschuß Groß-Berlin anzuschließen, wandten sich Bürgermeister B r o h m und Schöffe Dr. L ä n g n e r, indem sie eine abwartende Haltung befürworteten. Nach aus- gedehnter Aussprache für iind ivider den Bürgcrausschuß nahm die Gemeindevertretung folgende Entschließung an:„Zur Errichtung eines großen, selbständigen KommunalverbandeS Groß-Berlin ist die Versammlung damit einverstanden, daß der Gemeindevorstand alle Schritte hierzu unternimmt und vor allen Dingen mit den anderen Gemeinden Groß-Berlins zusammengeht". Haus, Zimmer 7; für den Bezirk 7 und 3 im RaibsuS Zimmer 8/9; für den Bezirk 9 bis 13 in der Priesierslraße 81- Die Ausgabe der Karten für den Ortsteil Bergstücken findet bei Herrn Gruner! stall.— Auf den Kartenabschuili 17 der Lebens- mittelkarte findet die Ausgabe von Pflaumenmarmelade statt. Die Karteninhaber haben am Sonnabend, den 27., bis Montag, den 29. d. M., den Lebensmiilellartenabichvitt 17 bei dem Kleinhändler abzugeben, bei dem sie die Ware zu beziehen wünschen. Sie erhalten hieraus eine Bescheinigung. Der Kleinhändler bat die von ihm ab- getrennten Abschnitte'' zu sammeln und sie am Dienstag, den 30. d. M., der Kriegswirlschaltsabteilung einzureichen. Das Pfund Pflaumenmarmelade kostet 60 Pf. Die Warenmenge, die auf den Kaitenubschnitt 17 entfällt, wird noch bekanntgegeben. Die Abgabe der Lebensmitieikartenabschnitte verpflichiel zum Bezuae der Ware. Anmeldungen, die nach dem 29. d. M. beim Kleinhändler eingehen, bleiben ohne weiteres imberücksichligr.— Am Freitag, den 20., findet auf den Karlenahschnitt lO der Lebensmittelkarte der Verkauf von Brießlingcn statt. Die Waren werden abgegeben in den einzelnen Verkaufsstellen der Gemeinde: Winkel, Priester- straße 14; Müller, Wilhelmstraße; Rudow, Friedrichstraße; Ziegener, Großbeerenstraße; Frommert, Müllerftraße. Groß-Serlmer parteinachrichten. Vierter Wahlkreis, Landsberger Viertel, 39, und 40. Abteilung, Sonnabend, den 27. Oktober, abends 8 Uhr, Versammlung b« Schmidt, Elbinger Str. 8._ Gerichtszeitung. Eine eii,ei,artige Wirkung hat die Kriegsverordnung vom 7. August 1910. Sie bestimmt, daß die Milchgroßbändler an die Händler, die am 1. März 1910 von ihnen eine bestimmte Menge Milch bezogen haben, dieselbe Menge weiter zu liefern haben. Durch Nichtlieferung der Menge vom i. März 1916 an eine Milchhändlerin sollte der Großhändler K, die Verordnung übertreten haben, obwohl er vor dem 7. August, dcni Tage des Inkrafttreten» der Verordnung, seine geschäftlichen Beziehungen zu der Händler ni aufgegeben hatte. Das Landgericht verurteilte ihn zu einer viels- strafe. Das K a m ni e r g e r i ch l verwarf feine Revision und führte mrS, daß es unerheblich iei, daß vor dem Inkrafttreten der Verord- nung schon eine Auseinandersetzung zwischen dem Großhändler und der Händlerin staltgesunden hatte. Auch solche Fälle würden durch die Verordnung mit betroffen.— NowilweZ. LcdcuSwittcl. Heute Freitag, den 20. und Sonnabend, den 27.. findet in der Zeit von 8—1 Uhr die A u S g a b.e neuer Fleisch- und Äartoffekkarten statt. Die Karten sind von den Hauseigentümern dezw. deren Stellvertreter in Emp- fang zu nehmen und umgebend an die einzelnen Haushaltungs- vorstände zu verteilen. Diese find wiederum verpflichtet, die Karten auf Verlangen den selbständigen Haushaltungsangehörigen ouSzu- händigen. Die Ausgabe der Karten, findet statt: für den Gemeinde- bezirk 1 und 2 im Raibaus, ZimMer 5; für den Bezirk 3 und 4 im Raibaus, Zimmer 6; für den Bezirk 5 und 0 im Rat- /Uis aller Weit. Dir Tabakkarte ist itun in BoSmen und der Herzegowina, den tabakreichsteil Ländern Oesterreich-UngarnS, eingeführt worden. Oesterreich folgt zu Neujahr. Sie berechtigt zum Bezug von 25 Gramm Tabak oder 10 Zigareilen täglich, rauchenden Frauen nur zur Hälfte. Uebrigens herrscht in Oesterreich seit vielen Monaten die größte Tabaknor. In Karlsbad velarbeilen Kriegsbeschädigte Hopscnblüten- und Waldkräuterblätter auf Tabak. Höher gehtS nicht mehr! Bei der Bei steigerung der Edelkastanien vereinnahmte die Gemeinde Schnaidhain im Taunus auS ihren Kastonienerirägnifien 1100 M., während sie sonst höchstens 80 M. daraus erzielte. Der Gewinn hat sich also vervier zehnfacht. Allgemeine Kranken- und Sterbekafle ver Metallarbeiter (D. o.G. Hamburg). Filiale Baums chulenweg. Morgen, abends 8ll, Uhr, Bei Boche, Daumschulenstr. 67; Mitgliederversammlung. -Die Kohlenbrenner' Die Fort- v v*/-wssst-x- v setzuitg diese? Romans ist in Heft 42 der„Freien Stunden" einhalten. ?r?et»rraudnchten lnr das mittlere Norddeuiictilan» v,» Sonnabend mittag. Zeitweise heiter, aber sehr veränderlich, mit wiederholten Niederschlägen und neue Abkühlung, in der Nacht zu Sonn- abend stellenweise Frost. Fn der Nacht vom 21. zum 22. Oktober endete, gänzlich unerwartet das rastlos tätige Leben meines Herzens» guten, inniggelieksten MatineS, des Vorarbeiters im 26. Lebensjahre. Dies zeigt im Namen der Hinterbliebenen schmerz. I erfüllt an Etstnms Göritz geb. Gramer. Die Beerdigung findet Freitag, den 26. Oktober, nach- mittags 4 Ubr, aus dem Thomas-Kirchhos, Hermann- straße 179—185, statt 762b n Otn der Nacht vom 21. zum 22. O ttobcr wurde uns der Vorarbeiter Patsil CScIrlts durch einen tragischen Tod entrissenl Wir b/l lagen mit'einem Hinscheiden den Verlust eines sehr braven, fleißigen Arbeiters, der trotz seiner im I Felde erhaltenen mchrsachen Verwun düngen unermüdlich j bis zum Ende gearbeitet hat. 7S3d Wir weiden sein Andenken stcls in Ehren halten. LlZsÜNZs fSNLMstoi[P!|8-AN8?Slt i Otto Arniieirn& Co. «mg fifr fwrei- iind Mi verwainKer Berufspossen. ZaMstelle Berlin. GeichäjtSstcllc: E. 54,MuIackstr. 10, 1. Fernjpr.; Amt Norden. 4518. Tonntag, den 28. Oktober 1917, nachmittags 2 Uhr: tut Gcwerkschafkshause, Berlin SO 16, Engelufer 15, ---— Saat I.---— Tagesordnung: 1. Gcickästs- und Kassenbericht vom 3. Ouartal 1017. � 2. Beichlußsanung über die sernere Gestaltung des paritätischen Arbeitsnachweises für das Braugewerbe rn Berlin und Umgegend. I. VcrbandSangetegcnheilen. Die wichtige Tagesordnung macht es jedem Mitglieds zur Pflicht, in dieser Versammlung zu erscheinen. Oie in der Generalysrsammlur.g gelatllen Eeschiiisse sind wie stets für alle Mitglieder bindend. Kollegen, erscheint Mann für Mann in dieser Versammlung. Mitgliedsbuch oder Kontrollkarte berechtigt zum Eintritt. 44/10« t»!v Ortsvcrsvisltniis. veuticher ffletallarticiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nach- richt, daß unser Kollege, der Anschläger Gusta? Röslcke DilmerSd., Berliner Str. ,33 am 23. Oktober gestorben ist. Die Beerdigung findet Sonnnbgnd, den 27. Oktober, nachmittags-39, llhr, von der Leichenballe des Kc- meiude-Friedbofcs in Dil- merSdors, Berliner Stsißc, aus statt, Rege Beteiligung wird er- ivarict. Nachruf. Den Mitgliedern ferner zm Nachricht, daß unser Kollege, der Maschinen- arbciter kemriett Lorenz Schönebcrg.BautzenerStr.llZ am 19. Oktober gestorben ist, miinimmiimiimtiiimimtmiiminmiiimtiiimmmmmmimmirmmimmimmmmmmiiirnmiim� Den Mitgliedern serncr zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schlosser Ludwig Pelher Adlershos, Metzer Sir. 1 am 20, Oktober gestorben ist. tzxhre ihrem Andenken l 183/16 Die Ortsverwaltung. M Moderne SftE | Kostüme, Mäntel, eleg. Kleider. Röcke aus la Stoffen, neueste formen! 2181* { Ulster. Plüsch- u.Tuchmäntol tios:tilnic Kicidcr ■Mttntel .lackettn Blusen! Regenmantel! j P5r. Auswahl- alle(Srößcn Pabriklager— Verkauf an Private. Michaelis auerstr. 80, i Treppe neben Konzerthaus. [ Sonnlag von 12—2 geöffnet. Mäntel S Kraben Muffen Seal Bisam+ Seal Electric Persianer+ Breitschwanz Astrachan+ Fohlen Pelzgefütterte Mäntel Elegante Modelle R. M. Maaßen Oranienstr. 165 G. m. b. H. Leipziger Str. 42 -äimimuimimimumiimnuiiiiiiummimmMiiiiiimiimimmmmmmiiiimiiiimmiimiimiminiiiiti'« Spezial-Arzt I>r. med. Hasche, Frisdriclistr. 90 Bebandt. vonTyvhilis, Hnut-, Harn-, �raueuleideil. soez. chron. Fälle. Ehrlich-, Hala-Kn- ren, schmerziose, kürzeste Be- Handlung ohne Berussstörung. Blutuntersuchung, Mag, Preise, Teilzahlung, Sprechstunden 10 bis l und 5— 8, Sonnt. 11— 1. Fette Enten 719Ü' Pjund 5,45 M. an, Gänsestuckenfleich, Pjd, 4.30 Äl. Junge Hühner, Pjd, 4,95 M. an. Schmidt vorm. Tasche, Plan-Userüt,«.HolleschenTor. Speztalarzt Hr. med. Coleniann für Haut-, Harn-, Frauenleiden nerv. Schwäche, Boinkranke, Khrllcti- Hata- Karen, (Dauer 13 Tage), Behandlung schnell, sicher und schmerzlos ohne Berufsstörung. Königstr. 56-57 gÄubser Spr. 10— 1 u. 5—8, Sonnt. 10-1. MMMW! Verlangen Sie GartlSbroschüre Hr. Gebhard& de.,* Berlin 130, Hallejcheslr. 23a. (5cwerkl(I)aft$l)au$. Tonntag, de« Ä8. Oktober 1917: Ä-S«!.? Krrliner dritte Wahlkreis einen KünMer-HfrencI unter Mitwirkung von namhaften Künstlern. Zum Lorlrag gelangen u. a: Plonate C D von 71 or.art. Allegro, Andantino, Presto. Klavier: Frl. Friedkerg, Geige: Frl. Book, Harfcnsolo: Frl. Olga lVaikcUe. Sin Märchen von Zindersrn. Rezstation von senderlx lebius. In allen andere» Sälen Konzert. Sonntag mittag: Gänsebraten Gcflügelsuphe..... 0,30 Schellfisch mit Senjtunfc. 2,00 Teltower Rüben m. Beilage 2,00 ... 4,00 Katbsbraien..... 3,00 Kompott oder Salat Heute und morgen: Ein Liter Hühnerbrühe KV Pf. und darin gekochte Hühner ein halbes 5,00 M. Spezialarzt J>r. med. I-aabs bch. schnell, griindl., mögl, schmerzlos u. obne BerufSslör. Lsscblecnlskrankheit.. geheime Haut-. Harn-. Frauenleiden. Schwäche. Erprobteste Methoden Ehrlioh-Hata-Kuren. Harn- u. Blutuntersuchung. KSolgstr. 341, m�U spr. 10—1 u. 6—8, Sonnt. 10—1 leb kaufe Platin. besonders olle, auch zerbrochene Qebisse Hur Freitag, 26., u. Sonnabend, 27. Oktober, von morgens bis abends 7 Uhr, im Hotel„Zum grünen Baiurrü Krausensir.56-53 Zimmer 1 Part. Tahlo für zahne bis M. 2,- Aalllv für Pialinn bis M. 7,S0 92/4' Prsu lknutd. Insolge günstigen Ein- lauiS geben wieder ab, so- weil Vorrat reicht nnr wagglinVkise Kiefern Kloben I. Kl. zum Breise von M. 45,00 pro Rmtt. Stiefeln Rollen von 8 cm ausw. stark zum Preise von M. 40,00 pro Rmlr. Kiesern Rollen von 3—7 cm stark zum Preise von SD!. 35,00 pro Rmtr. Reisigbündel ea. 2— 3 nj lang, 20/30 cm Dnrchm., zum Preise von M. 10,00 pro Rmtr. 733L* frei Waggon Berlin Bestimmungsbahnhof. Korll? DoM, Berlin- Schönebers, Grunewalditr, 24. Tlgr.-Adr. Holzdobrin Berlin, gernspr. Kursürft 6886. Nr. 2H4— 1�17 Unterhaltungsblatt öes vorwärts Zreitag, 26. Hktsd« Zemöliche Zlieger. Bon T h. T h» m a S. Fräulein Rosa MerienS ist gerade in, Begriff, ins Bett ju steigen, JSre blendend iveißen Zähne liegen bereits in, Wasterbad, der Zopf hängt fein säuberlich ausgekämmt am Spiegel, als auf einmal drauhen in der stillen Herbstiiachr drei fürchterliche Kanonenschläge ertönen. Tas bekannte Signal, dax feindliche Flieger über der Stadl sind, istr die Bürger die Warnung, sich vor den Bomben zu schützen. Wie vom Schlage gerührt, iästt Fräulein Rosa den Zipfel der Teeke wieder fallen, dann haste nicht gesehen, sährt sie in den Schlaf- rock, wickelt in der Aufregung statt de- seidenen Tuches den Zopf um den Hals und stürzt in den Keller. Erst auf dem zweiten Absatz merkt sie die haarige Umhüllung, Schnell wieder nach oben, den Umtausch vorgenommen, rasch die Zähne eingesetzt und schon ist sie wieder auf der Stiege. Eben brüllen die Geichütze den unheimlichen Tlachivögeln ihre ersten eisernen Grütze entgegen, ?luch im zweiten Stock, wo der HandiilnaSbefliisene Joachim Krause wohnt, bat das Waruungsstgnal einen im Rachtbemd überrascht. Joachim, der abend vor dem Zubettegehen immer noch „müllert*. ist gerade dabei, die dritte Verrenkung mit den Spazier- hölzern vorzunehmen, als ibm da? Bum B»m Bum mitten aus den llebungen reitzt. Mit einem Sprunge steht er aufrecht, mit dem ziveiten in die Hofen, da? alleZ gehl wie ein geölter Blitz. Dann schnell in die Joppe, den Umhang übergeworfen, schon ist er unter- weg?. Fast noch schneller wie Fräulein Rosa treibt ihn die Furcht an. Kein Wunder... er ist arbeitsverwendungsfähig für die Heimai und reklamiert, dabei nie Soldat gewesen,!TaS nächtliche Kanonenkonzerl bringt daher sein Blut nicht schlecht in Wallung. Beim zweiten Krachen, das die Luft wie Keulenschläge zcrreitzt, springt er, immer vier Stufen nehmend, in den bombensicheren Keller. Dort siebt es bunt genug aus. Viele Bewohner der unteren Stockwerke sind schon da. Alles quetscht sich in drangvoll sürckler- licher Enge in den schützenden Winkel, Immer neue kommen hinzu, Man sieht alle möglichen Verkleidungen. Gorkis Nachtasyl wird hier mit einem stich ins Humoristische inszeniert. Die meisten balten ihre Mäntel, teil- vor Kälte, teils wegen der Unvollkommen- heit ihrer unteren Extremitäten krampfhaft zusammen. Die Kinder weinen, die Mütter sind verstört und blatz. Die Männer desgleichen mit einem Stich ins Energische, weil eS sich für sie nicht schickt. ängstlich zu sein. „Das Licht aus. das Licht au?,* schreit die Frau aus der vierten Etage,„die Flieger können sonst den Schein sehen." „Stellen Sie sich nicht so dicht au den Kamin, da könnte ein« Bombe hineinfallen, stellen Sie sich hierher." ES ist die LogiS- uuitter von Rosa, die ihr das zuruft, denn Rosa steht verschüchtert am Eingang zu dem kleinen Winkel. „Ruhig, Kinder, das ist noch weit weg." Peeeeeeennnng, Peeeeeeennnng, Tenglengrengttchg. AlS wenn zwei Bretter zusammen schlagen. Da? war sicher die erste Bombe. Peinliches Schweigen und Weinen. Dann wieder: Peeeeennng, Teiigtengtengteng. Das Haus erzittert diesmal in allen Fugen. In der stillen Nacht verzehnfacht sich die Gewalt der Explosion. Man hört deutlich den Aufschlag der fallenden Bombe». Du hast das Gefühl, als wenn ein schweres Fatz im NebenbauS durch den Kellxr gerollt wird. Bor Angst hat die Hausmeisterin das Licht aus- gelöscht. Instinktiv zieht sich alle? noch mehr in die kleine Ecke zwiichcn Waschküche und Treppenhaus zusammen, wohin weder von der Strohe aus, noch vom Hofe her Sprengstücke fliegen können. Da ergibt sich ganz von selbst, datz Rosa Merten? und Joachim Krause nebeneinander zu stehen kommen, Sie haben sich wohl schon l>'r gesehen und gesvrochen, aber dabei ist e? auch geblieben, mensch- licke Beziehungen haben sie noch nicht zueinander gehabt. Run stehen sie dichr beieinander, Drautzen wühlen inzwischen die Abwehr« kanonen die stille Herbstnacht zu einer Hölle auf. Es ist ein unbeim- liche« Konzert, denn von vier Stellen zugleich donnern die Kanonen, sie wollen die Flieger zum mindesten in resvektabler Höbe halten, um ihnen lein bestimmtes Ziel zu ermöglichen. Em Sperrfeuer, da? schaurig anzuhören ist. Bei diesem Höllenlärm rückt die ängstliche Gemeinde immer niehr zusammen. Furcht und Kälte lätzt Rosa immer näher bei Joachim Schutz suchen. Sie wird ihm sozusagen an daS Herz derangescbosien. Was er selbst wohl nie gewogt hätte, die eng- tischen Bombenwerfer bringen zuwege, datz ihm das Mäd-ben buchstäblich immer mehr in die Arme fällt. Er breitet seinen Touristenmantel väterlich um die schlanke, zitternde Mädchengestalt. Halb zog er sie, halb sank sie hinein in die wärmende Hülle. Hat schon jemand einmal an einem jungen Mädchen angeschmiegt stundenlang im Keller gestanden? Noch dazu unter einem Mantel? Wer mit nein antworten mutz, der wundere sich nickt über di? Folgen dieses Fliegerangriffs, Deun Joachim ist zwar a, v Heimat, aber icin Herz ist felddienstsäbig geblieben. Er widersteht nicht dem warinen Druck, den der Schlafrock, nock dazu auS KriegSersatzitoffen, allem»'cht abhalten kann, und wozu soll ick bei dem Papiennangel viele Worte machen, trotz der Kononenschläge und der nun schon in toeiier Ferne'sallenden Bomben vereinigen sich bald die beiden Lippen. Die jungen Menschenkinder durchleiden und genießen zusammen die siitzen Minuten der erwachenden Liebe zueinander. Sie wird hier im bombensicheren Keller gewissermatzen im Feuer geboren und geläutert. Die anderen horchen noch gespannt der Dinge, die drautzen vor sich gehen, Roia und Joachim denken nicht mehr an Flieger und Bomben, sie sehen den Himmel weit offen.... Als gegen zwölf Uhr nackt- die Gefahr von oben vorüber ist, da war Joachim io gut wie verlobt. Acht Tage später erschien die Anzeige über diese Tatsache in der Zeitung, Es war Zufall, datz im selben Blatt das Generalkommando bekannt machte: ..bei Fliegerangriffen ist zu vermeiden, datz sich die Schutz- suchenden zu nahe beieinander stellen. Die Gefahr vergrößert sick mit der Dichtigkeit der Menschenansammlung... Für Rosa und Joachim kam diese Anzeige leider um acht Tage zu spät. Moritz August von Thümmel. Zu seinem IG). Todestage, 26. Oktober. Am Hofe des Erbvrtnzen Ernst Friedrich von Sachien-Koburg führten eines schönen Tage- des Jahres 1762 zwei der Hofherren ein Gespräch über die deutsche schöne Literatur. Der eine, ein Re- gierungSrat, sprach der französische» Sprache hinsichtlich der poeti- schen Prosa große Vorzüge gegenüber der deutschen zu; der andere, ein Kammerjunker, der die Mitte der Zwanziger noch nicht erreicht halte, widersprach, indem er sich der deutschen Sprache warm an- nahm und sich schlietzlick anheischig machte, in Kürze selbst einen Beweis dafür zu liesern. Bereits 14 Tage später konnte von Tbüminel— io hieß der junge Kainmerjnnker— seinem Freunde an einer Dichtung zeigen, datz die deutsche Sprach« c3 mit der französischen sehr wohl ausnehmen könne.„Wilhelmine oder der vermählte Pedant", so hietz Thümmel» Erstlrngstoerk. gefiel dein Regierungsrat— von Bose— autzeror deutlich und als sie nach einigen Verzögerungen im Druck erschienen ivar, erntete das heroisch-ko, nische Gedicht in Prosa den Beifall der be- rusensten Kenner. Rasch war die erste Auflage abgesetzt; allein Thümmel ließ sich hierdurch nicht veranlassen, den eingeschlagenen Dichierweg iveiier- zugehen. Er stieg in seinem hösischen Amte zu iinnier höheren Würden auf und genoß sein Leben. Später, als ihm seine Gattin große Gitter im Gothaischen und in Surinam in die Ehe gebracht halte, war Thümmel sehr reich und hatte, auch als er an? dem Hof- dienst ausgeschieden war. viel Arbeit mit der Verwaltung der Güter. Rur mit zwei weiteren größeren Werken trat Thümmel in seinem langen Leben noch hervor. 1771 erschien seine„Inokulation der Liebe", eine komische Erzählung in Versen, deren recht freier Vor- wurf so geschickt behandelt war, datz Wieland, dessen komischen Romanen Thüminels Dichtungen am nächsten stehen, die„Eleganz, die Leichtigkeit und den guten Ton des Ganzen" mit Recht rührneri konnte. Zwei Jahrzehnte ließ Thümmel verstreichen, ehe er wieder an die Niedcrschiijt einer Dichtung ging; 1791 begann er, auf Drängen seiner Freunde, die Ersahrungen seiner Reite nach Südfrankreich unter dem Titel„Reise in die mittäglichen Provinzen von Frank- reich" zu veröffentlichen. Eine solche Reiseschilderung war noch nicht dagewesen; in Briefen und Tagebuchblättern reihte Thümmel hier Perle auf Perle zu einer bunten Kette; Land und Leute be- handelte er. er schrieb von französischer Kultur und von französi- scher Barbarei, Prosa ließ er mit Versen wechseln, romantische Schilderungen folgten gelehrte Abhandlungen, noch neckischen Liebes- fzenen kamen ausführliche Darstellungen des Mönch tumS; dazu war das phantastische Werk mit solcher Sprachineisterschaft geschrieben, datz ganz Europa des höchsten Lobes voll war. Das einzige, was Tadler auszusetzen fanden, war die verführerisch breite Ausmalung heikler Begebenheiten. Hier hatte der Dichter seinen Zweck,„da- Laster durch Beispiele zu bannen" lden er in einem Briese angegeben hat), offenbar nicht erreicht. Diesem Hauptwerke solgte keine größere Arbeit mehr. Thümmel starb am 26. Oktober 1817 in Koburg und wurde, feinem Wunsche gemäß, in freier Natur, bei dem Dorfe Neuses unweit Koburg, bestattet. »lvasier allem tut's freilich nicht*. Die Seif? wird bekannilich hergestellt durch Kochen von Fett oder Oel mit Natron- oder Kalilauge, im ersten Falle erhält man eine horte oder Kernseife, im zweiten eine weiche oder Schmier- seife. Eine gute rein« Kernseife soll mindestens 60 Prozent Fett enthalten und ein« reine Schmterseiie 38 Prozent. Daran- geht ohne weitere- hervor, welche gewaltige Mengen Fett durch die Seitenfabrikanaii verbrauch»»Verden, s» datz bei dem jetzigen großen Maitqel an Fette* und Oelen der so äutzerst unangenehme Rückgang der Seifenproduktion, ja da? fast gänzliche Fehlen der Seif« leicht erklärlich ist. Um nun die wetng« vorhandene Seife möglichst gleichinätzig über das ganz« Reick verteilen zu können, ist der freie Seisenhandel Verbote,» worden, Seife bekommt jedermann nur auf Karten. Die Seite ist aber keineswegs eine reine Fett seife. sondern es ist„K.-Ä.-Seifc*. die au? einem Gennsch von 20 Proz. Seife mit sehr sein geichlemmten Ton besteht, während„K-A..- Scisenpulder" nur 5 Proz. Seife bei ött Proz. Soda enthält. Da niiii die ManaiSmeuge bei uns. Ivo ein»ehr starker Seifen- verbrauch herrschte, woran man ja die Kultnrhöhe eines Volkes erkennen soll, durchaus nicht qeuügt, io war es selbstverständlich. datz zahlreiche Ersatzmittel au» den Markt gebracht wurden, von denen die meisleii völlig ivertlos waren. Sehr viele dieser Ersatz- inittel»wren außerordentlich tonhaltig und iusolgedesseu unbrauch- bar. da dem Ton nur eine rein mechanische Wirkung durch das Reiben der Wä'che zukommt, trotzdem ivurden sie zu sehr hohen Preisen verkauft, bis diesem Wucher durchs eine behördliche B«- stinnnutig und Festsetzung von Höchstpreisen snr Ton gesteuert wurde. Nur wenige tonhaltige Waschmittel blieben danach zu annehmbaren Preiseu im Handel, aber desto zahlreicher wurde»! andere, die tveder Fett nock Ton enthalten. Die besten dieser Produkte sind noch die,»velche zum größten Teil aus kohlen- saurem Natrou. also Soda bestehen, gewöhnlich»nil«inen, Zusatz von Wasserglas, dem» die Sodalöiuug'en greifen das Gewebe der Wäsche nicht a». Vor den» Gebrauch des Soda brauchen daher die Hausfrauen keine Angst zu hoben, wie inmi noch häitfig findet, desto mehr aber vor dein Aetznairo»», daS fäijchlichettveise auch oft Soda geiianii! wird. Das Aeguatron greift ebenso wie das Aetz- kali die Fasern der Gewebe außerordentlich stark au. so datz sie brüchig werden und sehr leickr reihen. Vor diesen Waschmittel» mutz man sich sehr in acht nehme». Anstatt der Soda habe» viele Waschpulver einen starken Z'ttsotz von Glaubersalz oder Kochsalz. die als„Sodaersatz" ausgegeben werde», die aber eine stark ätzende Wirkung habe». Nun sind zwar diese Zusätze verboten. aber sie»Verden irotzdein verwandt, und die Hanssret» kam» sich nur dagegen schützen, wenn sie in reellen Geschäften sckon bekannte und gut bewährte Ersatzmittel kaust. In erster Linie mntz sie darauf sehen, datz das fettlose Waschmittel sich im Wasser klar auf- löst, denn dann hat es»venigstens keinen Ton- oder Sandgehalt; ob eS aber sonstige schädliche Zusätze earhült, kaun nur die chemische Untersuchung klarlegen. Deshalb ist«» besser, wenn die Hausfrau an Stell« dieser fraglichen Mittel Kristall- oder Bleichsoda der- wendet, die doch einen bestimmten Waschwert hat. Leider kam» sie auch Soda nicht immer nnd überall bekommen. 0. K. Notizen. — K tl n st a b e u d. Im Chartottetwurger Schillersaai findet Smintag abend ein Anton Dvorak-Abcnd statt. Es kommen Gesangs« und Jnstrumentalwerke zum Vortrag. — Ihr 2l)0j ährige? Bestehen begeht Anfang November die Verlag-buchhandlung von Otto Hendel in Halle. Die bei ihr erscheinende Bibliothek der volkstümlichen Gesamtliteratur umfaßt zurzeit 2370 Nummer*. — DaS Ende der hohen Absätze steht bevor. Da? Reichsbekleidungsamt gibt eine Bestimmung bekannt, die demnächst der lächerlichen, ungesiinden und lederverschwendenden Mode der hoho* Absätze der Damen ein Ziel setzen wird. Die Lederknappheit führt auck zu weiteren Einschränkungen am LuxuSstiefel.„Wer sich selbst erhöhet, wird erniedrigt werden"— trifft hier einmal zu. — Die zensurierte FriedenSzeit. Immer seltsamere Blüten treibt die französische Zensur. Neulich erschien in einer Zeit- schrift folgender Satz:„In den... Zeiten, da wir im Friede* lebten..." Darf man wohl noch wagen zu verraten, datz das vo* der Zensur gestrichene Wort„selig" hieß, so schreibt da? empörte „Oeuvre",„oder muß man dieses Eigenschaftswort von nun a* nur dem entzückenden Zeitalter vorbehalten, i» dem wir leben. Unserer Meinung nach darf ma*. ohne winselnder Pazifist zu sein, finde*, daß die Friedenszeiten etwas leichter waren." Die welfihe Nachtigall. Der Roma* eines sterbe»lden Jahrhundert?. 21] Bon R. F r a n c e. Die Warnung RoginenS ging ihm doch durch den Kopf. Eigentlich hatte fein Mädchen recht. Was schlug er sich mit diesen tollen Brüdern der Freiheit herum? Tat solches denn sein Chef? Konnte er nicht wirklich in ein schiefes Licht kommen in einer solchen Versammlung von Schwarmgeistern? War eS nicht viel wichtiger für ihn, Reginens Wunsch zu er- füllen und im Garten den Ausgang ihrer Aussprache mit dem Vater zu erwarten, um im geeigtteten Augenblick zur Hand zu sein? Während er die Treppe hinaufging, hatte dieser Vorsatz in ihm gesiegt. Er würde nicht zu den Amizisten gehen und dies Peiszer mit dürren Worten sage,». Eine Verteidigung der Regierung gegen die neufränkischen Ideen, diesen seinen Liebttngsgedanken konnte er viel besser im Druck erscheinen lassen und damit ganz anders wirken, als in so einem ge- Heimen Konventikcl. Er eilte in seine Stube, wo er den bereits ungeduldig wartenden Peißer vertieft in die auf dem Schreibtisch liegenden Bücher antraf. „So. so. den Justus Moser liest man", lachte dieser krampfhaft,„Hab' das ekelhafte Geschreibsel auch gelesen. Könnt' den Kerl perieren, so ich ihn hier hätte. Das ist dock das blödsinnige Subjekt, das wagt zu schreiben, datz die französische Revolution nur. von zerlumpten Bettlern gemacht wurde." Solms machte eine abwehrende Handbewegung. „Latz das jetzt, Jakobus, später. Jetzt latz mich einmal wissen, wer dort sein soll." .>Cha, Vetter, hat man Angst vor Denunziationen? Siehst ohnehin ganz verstört aus, fürchtest Dich wohl?" Reinhard runzelte die Stirn. Den verächtlichen Ton ertrug er nicht. Er richtete sich hoch auf. „Ein von Solms hat sich noch nie gefürchtet. Komm, wir gehen!" Wieder fühlte sich Pcitzer von dein Wesen des anderen verkleinert— sein ehrliches Herz merkte aber gleich, datz er selber Schuld an der Abfertigung trug. Nnd er bemühte sich. seine Taktlosigkeit gutzumachen. „Lauter redliche Kerls, Renommisten, nicht ein Benefiziat oder sonst ein Duckmäuser sind da. Und dazu der Professor Widmont, der Heinrich Fellermayer, der Zoanetti und Kolland, auch der Riberl mit seinem Anhang... lauter Bursche, für die ich die Hand inS Feuer legen möchte. Nur einer viel- leicht, so Dir»ucht zu Gesicht steht— mir aber auch mcht ganz. Aber wir können ihn ja abschieben." „Wer ist das?" „Du kennst ihn nicht— ich auch erst seit kurzer Zeit, eigentlich erst seit neulich Nacht. Mir ist er empfohlen worden durch die Weishauptianer, er hat damals für Weis- Haupt selbst etwas geschrieben— führt nämlich eine scharfe Feder und will Dir tüchtig entgegentreten. Er soll Armen- advokut sein aus dem Böhmischen. Michalansky heitzt er." Michalansky war Solms völlig unbekannt. Und das mißfiel ihm. Wieder stiegen Zweifel in ihm auf. Aber gerade, daß jener sich vorbereitete, ihm entgegenzutreten, ditrfte ihn das Rededuell nicht scheuen lassen. Ilnd so ungern er auch ging— jetzt war er einmal in seinem eigenen Ansehen be- droht, jetzt mutzte er gehen. Er packte die Broschüren der Verfechter der Revolution und die darauf erschienenen Eni- gegnungen, die er in den letzten Tagen studiert hatte, und seinen eigenen Aufsatz zusammen, und sie gingen. „Der'Michalansky war noch nie im Orden— Hab' ihn auf den Milchmarkt bestellt, mutz ihn erst abholen." gestand nach einigem Zögern der junge Mediziner, dem nach der ver- drietzlichen Miene, mit der sein Freund diese Eröffnung auf- nahm, auch der Leichtsinn schwer aufs Herz fiel, einen eigent- lich Unbekannten in so vertrauliche Dinge zu ziehen. Aber nun war es einmal verabredet und man konnte kaum mehr zurück. Inzwischen hatte der Regen, der schon den ganzen Abend drohte, eingesetzt und die infolge des strengen Polizeiregimentes ohnedies menschenleeren Gassen völlig verödet. Am Milch inarkt lehnte unter einem Erker, der ein trockenes Plätzchen ließ, nur einer in einen vornehmen neuen Regenmantel gehüllt. Das war Michalansky. Der modische Hut patzte"zwar weder zu den Schnallenschuhen, noch zu dem nach schon etwaS veralteter Art getragenen Galanteriedegen, überhaupt hatte sein funkelnagelneues Kleid etwas Uebertriebenes. nach Vornehmheit Buhlendes und sie gerade dadurch nicht Erreichendes, so datz sich Solms von diesem Menschen schon angewidert fühlte, bevor er ihm noch richtig inS Gesicht gesehen hatte. Das war auch zuerst nicht zu sehen, mit so tiefem Bückling empfahl sich der neue Gast seiner Gewogenheit. Und zu Worte kommen konnte man auch nicht in seiner Gegenwart, denn ununterbrochen drechselte er artige Redensarten, in die stets Kontplimeute eingewickelt waren für SolmS, den es besonders verdroß, hier als Frei- heitshcld angehimmelt zu»nerden. „Er irrt sich. Monsieur." schnitt er kurz ab;„nichts liegt niir ferner als Sauskulottisnius und Verteidigung der sa mvsen neufränkischen Menschenrechte." Dem andern blieb scheinbar das Wort in der Kehle stecken— aber nicht wegen dieser Autwort. Ging doch, in einen schäbigen Dicnstmantel gehüllt niemgud anderer an ihnen vorbei als der Kanzleifchreiber Best. Ilnd er hatte einen Blick des Altert aufgefangen, der seine ganze Vor- ficht wachrief. Soviel matzloses Erstaunen, Triumph. Räch- sucht und Bosheit glitzerte darin ivic ein Licht in einer Und dennoch gab sich Herr Michalansky int Eifer seines neuen Berufes eine Blöße, die eines erfahrenen Vigilanten unwürdig war: er vergaß, sich von Zeit zu Zeit umzudrehen. Sonst hätte er es wohl bemerkt, daß ganz von ferne, aber unablässig ihnen jemand folgte. Und dieser Jemand ivar der alte Besl. Aus einem unbestimmten Gefühl durchstrich diese erfahrene Polizeiseele nach dem Abendläuten die Straßen und sein ge- schultes Auge hatte schon lange den einsam Wartenden aus dem Milchmarkt erkannt und ließ ihn nicht mehr außer acht. Und nur kurze Zeit währte es, bis er durch die größte Ueberraschung belohnt wurde. Der Sekretär de Solms ging mit dem Polizeispitzel und einem unbc- kannten jungen Menschen, dem aber der Putsch auf zehn Schritte anzusehen war Das ivar interessant und lag ganz in der Richtung seines Auftrages; also- spürte er nach, folgte den dreien bis zur Hardergaffs. Dort sah er,»vie cirier vo* ihnen, nämlich der fremde Student, in einen Kramladen ein- trat, während die anderen unauffällig weitergingen. Dan* blieben auch sie stehen, kehrten»im. traten in den gleichen Laden und kamen nicht wieder. Dafür erschien jemand anderer. Be-l pfiff leise vor Vergnügen— das war der Student Niberl, gegen den eine Denunziation ivegeu aufrührerischer Rede* bei der Polizei vorlag. Tags zuvor war sie eingelaufen und der Kanzleischreiber hatte sie selbst registriert. Auch der Niberl trat in den Laden ei* nnd kam nicht wieder.(Forts, folgt.j flreitlon: Max EeinTiardt. Deutsches Theater. Uhr: Der lebende Leichnam. onnabend: Winterballade. KanimerK|iiele. 7s: Z. 1. M,: Kinder der Freude, onnab. 8: Eine glückl. Ehe. Volksbühne. Theater am Biilowp.atz. '/s Uhr: lledbia tWabler. onnah cnd; König Oedipus. )ir. C. Meinhard— R Bernauer. tieater j,. Königgratzerstr. 'UV.: Der Kalxenstes. Komödienhaus ''/jUbr: Die beiden Seehunde 3erliner Theater 7.U.: Die tolle KomteB. Ä Größter T�acherfolg! Das ist die Liebe! Sonntag 87- Uhr: Weben tfkmw. Sidctts im voraus besorg. 10-2. Theater kür preitax, 26, Oktober* Neues Operettenhaus Schiffbd. 4a. Kassent. Kd. 281 Tv.uhr: Der Soldat derMarie. Central-Theater, Kommandantenstraße 57. T'/j: Die Csardasfiirstin Stg.; Das Glück im Winkel. Dentsehes Opernhaus > i Mignon._ Friedrich-Wilhelmst. Theater T�mir: Das ßreimäierlhaus. Kleines Theater vu uhr Bürger Schippe!. Tägl. V/,. Sonnt. 3'/, n. 7'/s Schluß des Da' tsteln Gastspiels a, 31. Okt. Bis dahin täglich: „DerStolzdera. Kompagnie" mit W. Hartstein u. d. gr. Variett-Programm. Viktoria-Theater (früher Sanssouci) Kottbuser Str. 6, a. d. Hochbahn. Sonntag, Seit 28. Oktober L Vurstellnnixen 8 Uhr � und'US Uhr Gastspiel erster Bühnenkünstler. Martin Luther Schauspiel in Auszügen. Billetts 0,00—3 M.* Wertheim und Kasse Viktonath. Gomische Oper 1% u.: Sehwarzwaldmadel. Die Dose Sr Majestät. I.ustspieliians ...... Die blonden Mädels '" Uhr: vom Lindenhof. Metropol-Theater uhr: Die Rose von Stanbul. Sonntag; 3 Ühr: Die Kaiserin. URANIA 8 Uhr: Das Oberengadin und der Splügen. Walhalla-Theater. iiiir: Zigeuner. Kesidenr Theater uhr Raskolnikoff. Sehlller-Theater O uhr: Johannes. Sehlller-Th. Charl. vv.uhr: Vom ändern üier. Thalia-Theater A Egon Dnd seine Frauen. Theater am Nollendorfplatz 7 Uhr; kM Theater des Westens vuhr: Der verliebte Derzog mit Guido Thielscher Rose»Theater. v/t Uhr: Der Weiberfeind. Casino-Theater Lothringer St roste 37. Taglich s(8 Hör: Wirklicher Humor! Ar. Erfolg! Die Schlagerposse Heiraten mnsztc! Borher der neue bunte Teil. eaonnt. 4 Uhr: Gusle. die Perle Berliner KonzerDiaus Maueratr. 62 Heute: Zimmerstr. 90/91. Großes Konzert des Berliner Konzerthaus-Orchesters I.eiter: Komponist Franz von Bleu Anfang Vit Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang 7'/ Uhr. Wochentagen RZCilMM-KillMl u'vo..lrDr'c°7s.erhe"« Tätlich. lll2, Sonnabend u. Sonntag 3lL u. 71/, ü. Goldwoche! ein Km'te'che umsonst! Kolando. der Mann in derWasserzelle, Entfeeslg. Essen u. Trink, unt. Wass. Die weiße Dame und die Schmetterlinge nenart. Kombin.-Reitakt. Alex n. Heruinnn. Hand- und Kopfstands- künstler. Usw. usw. Sciiluli: Die 3 Pierrots. Sonnabend S1/. U. wieder Gr, Sonde r-J ugen d Vorst. Der neue umfangreiche Variete-Spielplan a. G. Nur noch kurze Zeit APOLLO FrieririchstraBe an der Kochstr. Dir. James Klein. Allabendlich 7'/, Uhr; Theaterk. ununterbr. geöffn. Sonntags: ä Vorstellungen, 31/, und 73U Uhr. Voigt-Theater. Ein wirlsebaftlieber Badstr. SS. Badstr. 58. Trianon-Theater Georgenstr.. Bhf. Frledrichstr. 1/ a8 G. A IIa b on dlicb J/ n8 U. Der lebeBSsehliler. Schauspiel von Ludwig Fulda Kaiser-Titz. Ida Wüst. v. Möllendorff, Kettner, Flink. Sonntag 3'/.,: Johannisfeuer.; ReiEhsIialleii-TbEatEF Allabendlich 71/. Uhr und Sonntag nachmittags 3 Uhr Stettiner Sänger. Sonntag nachmittag ermäSigt« Preise! Letzte Saison in Berlin. Bhf.. Friedrichstr. Anf. Z'/.U. Ißexiko Große Original- Ausstattungs-Pantomime in 4 Akten. Vorh. das große Sport-Progr. Sonntag 3'/- U. u. VI, U. Nachm. Kinder nnt. 12 Jahr. halbe Preise außer Galerie. In beiden Vorstellungen ungekürzt: Tloxik». ä glich 7';5 Uhr: Die zärtliehen ferwaniten. Sonntag, 28. Okt.. nachm. 3 Uhr: Loge Sir. 7. Abends 7 Uhr: Tie zärtliche»»erwaudten. ihoret, Prof. A., Die fepnelle ssrage. Volksausgabe 2,89 M. Buchhandlnug Vorwärts, Lin- denstraße 3. /illmisaia-Pglaat. DI« KovitlU Abrakadabra Großes phantastisches Ballett auf dem Eise. 7", 4 U. Vorzügl. Küche. Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedriehst 125(Orsnienb.T.), f. Syphilis. Harn- u. Frauenleiden Ehrlich-Hata-Kur(DauertOT.). Blutuntersuch. Schnelle, sichere schmerzl. Heilung ohne Berufs- Störung. Teilzahlung. 252/12* Spreehstund.: 11— 1 u. 6— 8. unseres Handels u. der Industrie wird die Folge dieses Krieges sein. Eine tiefgreifende A enderung unseres gesamten öffentlich. Lebens steht bevor und unzählige Stellen werden neu zu schaffen sein. Es werden daher überall geprüfte und geschulte Kräfte gesucht sein. Beamte, Lehrer, Angestellte d. Handels u. d. In- dustrie sollten nicht versäumen, jetzt ihre Vorbereitungen zu treffen. Das beste Mittel, rasch u. gründlich, ohne Lehrer, durch einfach. Selbstunterricht auf ein Examen vorzubereiten, die Ein j.-Frei w.-Prüfung u. das Abitur.-Examen nachzuholen od. die fehlenden kaumänn. Kenntnisse zu ergänzen sowie eine vortr. Allgemeinbildung sich anzueignen, bietet die Selbstunterrichts- Methode..Rustin". Ausführt. 60 S. starke Broschüre kostenlos durch Bonness& Hachfeld, Potsdam. Postfach 224. 181«. Prima Würstchen u. Wurst a. Kaninchen- u. Roß- fleisch tägl. frisch, Pfd. 3.50 M. Nachn. Kilp.-Vcrs. Versand v. 5 Pfd. ah. Roßschlächterei und Wurstfabrik Arthiii* Schindler. Zwickau i. S. f. Möbelfabrik Hob. Seelisch BERLIN 0 112, Rigaer Str. 71— 73a empfiehlt Riite preiswerte Höbet 154 Muster räume LagEiraaniE: 6698 □- Meter groß. Versand nach allen Plätzen Deutschlands. Besichtigung ohne Kaufzwang gestattet. Verkäufe Pclzgarniturcn taust man am allerbesten im weltberühmten PelzlcihhauS nur Grunewald» slraste 72, Eisenacherecke.[CK* Lieserwagen. Klappspori» wagcn, Holzrädcr, alle Nepara» kurcu an Kinderwagen, Korb- machcr Weidlich, Brunnen- srraste W.____ 280, R* Pclzgarniiuren 6ö Mark, Pelzkragen 35 Mark, Pelz- muffen 23 Mark. Psandleih- hanS, Pctersdurgersiratze 37. ______ 283t* Tepplch-Thomas, Oranien- strastc 44, spottbillig, sardsehler- hosie Teppiche, Gardinen. s25llK» Pelzwarcn. Wollen Sie Pelzwaren hoch billig kaufien, müssen Sie iu de» Blauen Bazar laufen,.skaiser- Wilhelm- Straße 10, beim Alexander» platz.___ 2511* Nene Pelzgarniiure»! Riesen- cnswadl! Allerbilligsie Preise! Skunkskragen, Skuiiksmussen, Alaskafüchse, Roisüchse, Iltis- garnitnren, Kaningarniniren, Nene Herrengarderobe! Uhren- verfaus, Schinncksacken, Silber- laschen! Leihhaus! Warschauer- siraße 7. iOSK» Kamuchen-Deckstation. Ramm- ler aller Rassen, Zucht- und Zungtiere. Ä. John, Frucht- � straße 31, Barbierladeu. 12K Teppiche, Portieren, Stepp- decken, Gardinen, Tischdecken, Diwandecken.„Vorwärts"- leser Exirarabatt. Potsdamer- straße 103, Fischer. S3SK* Pfandleihhaus Hermann- platz 0. Ziiesenauswahl! Pelz- krage», Pelzmufsen! Neue Her- renanzüge, Herrenpaletots, Her- renhosen, Bettenverkaus! Tep- pichverkaus, Gardinenperkauf, Uhrenverkaus! Schmucksachen. '101K* Leihhaus Rosenthaler Tor, Linienstraße 203/4, Ecke Rosen- chalerstratze, verfällst neue Her- rengarderoben, Pelzstoläs, Mus- jen. Goldene, silberne Herren- nhren, Damennhren, Ketten, Schmucksachen, Brillanten, Sil- benaschen. Ans Uhren drei- jährigen Garantieschein. Eigene Werkstatt. �_ 181 K" Pelzkraae» und Müssen in Blau-, Silber-, Gran- und Alaskafüd)se, ferner Sliinks, Marder, Iltisse sowie in allen besseren Fellarieu. Ohne jeden Zwischenhandel in nieiner Werkstatt, Köllnischer Fisch- mark: 1, zwischen Breite- straste und Städtischer Spar- fasse. Beer.______ Ofift* Ainiermaniel, Kostüme, hoch- niodern, Seidenkleid, Hüte, Pelzsache», elegante Pelzgarni- iur 05,—. Güntzelstraße 25, bochparterre, Kulp. 113JV Hesdörser, Map. Praktisches Taschenbuch sür Gartenfreunde. Ein Ratgeber für die Pflege und sachgemäße Bewirtschaf- timg des häuslichen Zier-, Ge- niüse- und Obstgartens. Ge- > bunbctt 4 Mark. Buchhandlung Borwärts, Lindenstraße 3.* 60 ÜNorgei, Acker- und Wiesen» land, zu'Obstanlage und Ge- müsebau geeignet, 10 Minuten von der Bahnstation Nassen- beide, Nordbahn, gelegen, im ganzen, auch in Blocks für 000 und 700 Mark pro Morgen zu verkaufen. Offerten linier T 1 Haupteppedition „Vorwärts"._______ 753b Pelzgaruitur, wunderschön, ungetragen, verkauft Künstle- rin. Lambrecht, Halensee, Friedrichs ruherstr. 10, Seiten- Haus I.______ 35112 Legehühner! Berkaus der großen Bestände der alten Firma Böttcher täglich nach- mittags zu Ausnahmepreisen Boxhagen erstraße 10. 35110 Pelzgarnitur, echt, neu, kriegs- halber verkäuflich. Weißler, Eharlottenbiirg, Uhlandstr. 14, rechter Seitenausgang III. 37/13 Model Speisezimmer! schwereichen, ein zückende moderne Form mit Kristallverglasmig, komplett 2370,—, Herrenzimmer, sehr gediegen, 1050,—, Schlafzimmer in allen Holzarten billigst. Möbelhaus Osten, nur An- dreasstraße 30. 108R* Reelle Möbel: entzückende und gediegene Schlafzimmer, massive, äußerst schweroe- schnitzle Herrenzimmer in reich- sier Auswahl empsiehlt das altbekauute und beliebte Möbel- Haus M. Hirschowitz, SO., Skalitzerstraße 25, Hochbahn: Kotibuscrtvr. 130R� MuFikinstrurnsnt« Pianinos, billigste Gelegen- heilen, 500,00 aufwärts. Schwechtenpianos, Feurich- pianos, Tuysenpianos, Ibach- Pianos, Biesepianos. Krüger, Neue.Königstraße 31 kAiex- anderplatz). 238/3» Ksukgesucke Brillanten, Herten, Farbsteine, Ketten, Ringe, Zahn- gebisse, Silber, Plaiina 7',00, Uhren kauft Juwelier Fuß, Scydelstraßc 32, Ecke Spittcl- markt._______ 32K" Sektkorlen, Weinkorken, be- schlagnahmesrei, sowie alle andere und neue, jeden Posten, Schall- platten, Walzen, auch zcr- brochcne, kauft Matthäus, Alte Leipzigerstraße_2L___ 123S* Piatinabsälle per Granim bis 7,80 Mark, Keilen, Ringe, Bestecke, Uhren, Taselaufsätze, Tressen, Filni- lind Zelluloid- absälle, pholographische Rück- stände, Papiere, Glühstrumps« aschc, alte Zahngebisse sowie sämtliche Abfälle, deren Rück- stände und Gekrätze usw. kaust Platin- und iSilberlchmclzerei Broh, Berlin, Cöpenickerstr. 23. Telephon Moritzplatz 3470. Eigene Schmelz«, direkte Ver- Wertung. Vertreterbesuch. 171-' Tischlerleim kauft Möbel- Haus, Andrcasstr. 30. 10811* Spiralbohrer, Film- und Zelluloidabsälle, Bindsaden, Korken usw. kaust Metall- eiiiiauf Herrinaiin, Kottbnser- damm 00. 13K* Elektrische Jnstallattons-Ma- terialicn aller Art kauft Neu- mann, Berlin, Prinzenstr. 04. Fernsprecher: Moritzplay 3363. 17K* Wertpapiere, Kriegsanleihen usw. kauft, verlaust und beleiht reelles Bankgeschäft. Be- sucki kostenlos und unverbind- lick. Näheres durch Thiele, EW., Krcnzbcrgstr. 4, schrifi- lick. 238/7 Piatinabsälle! Gramm bis 7,70! Zahngebisse! Ketten! Ringe! Militärtressen! Glüh- strnmpsasche! Filmabfällc! höchst- zahlend, Schmclzcrei, Metall- Eiilkaufsbilrcau, Weberstr. 31. Telephon Alexander 4243. 201* Spiralbohrer! Feilen! Werk- zeuge! kaust jeden Posten Me- tallelukalis, Beussclftraße 3. (Moabit 8040.)__ UTK* Einzelmöbel, Speisezimmer, Schlafzimmer.Klavierc, Schmucksachen, sämtliches Hausgerät, Gardinen, Sonstiges, brauche sehr nötig, höchstzahlcnd Mcver, Schönhauser Allee 182a, Nor- den 8024.___ 279/1* Leim, Schellack, auch kleincre Posten, kauft Lewondowsktz. Berlin, Rastendurgerstraße 1 bei Werder._ 94/17* Elektrotechnisches Installationsmaterial aller Art kauien jeden Posten Golubew u. Ru- dowitz, Berlin, Schönhauser Allee 127. Norden 2131. I35K* Zahngebifle. Platin 7,00, lliinge, Ketten. Schneider, Brimnenstraße 47, Golbwaren geschäst.__ 3CÄ* Leinölfirnis, Standöl bis 22,00, alle Oeilackc, sür ganz belle Ware bis 15,00 kaufen Gebrüder Borowski, Gneisenau- straße 5. Nollendorf 2373. __ 83/10* Sieue Spiralbohrer, Feilen, Metallsägen und andere Werk- zuge kaust jede Menge WiciSlo, Tcmpclhos, Berlinerstraße 30. 391t* Leinölfirnis, Paraffin, Harze, Oellacke, Borax, ähnliches kaust Drogerie, Liebigstr. 34. 75/11* Höchstbeleihung von Pfandscheinen, Wertpapieren, Spar- büchcrn, Nähmaschinen. Berg- knecht, Alcxaudcrstr. 33. 1238 5 Unterricht Mandoline-, Gitarre-, Lau- tcn-, Klavier-, Gcsangunter- richt. Kcrstcn, Mittenwalder straße 30, am Marheinekevlatz. __ 20.H■ Englischen Unterricht sür Anj�inger und Fortgeschrittene, sowie deutsche und französische Stunden erteilt G. Swientv, Eharloltenburg, Stuttgarter- platz 3, Gartenhaus IV.* Verschiedenes Tausch! Kieler ober schles- wig-bolsteiner Schlosser, der gewillt ist, mit einem Ber- liner zu tauschen(Torpedo- werk), wird um Angabe seiner Adresse und Arbeitsstelle ge- beten an Buchhorn, Kiel, Adolf- straße 48 bei Schröder, sßllh* Kreditbank gewährt Geld- kredite(auch Damen). Lamm, Gruncwaldstr. 42. 3—7. 25K* Vermietungen Solider Herr sucht einfach möblierles Zimmer, Süden oder Süd-Westen. Angebote Z 1 Hauptexpedition des„Vor- wärtS". 740b* Bohuer, tüchlig, der im- stände ist, selbständige Rc- paraturen an Pakettsußböden vorzunehmen, sofort gesucht. Meldungen zwischen 10— 12 Uhr vormittags iu unserer Hausinspektion. Kaufhaus des Westens G. in. b. H., Berlin W. 50, Tauentzienstraße 21/24. 102A* Junge Äkädchen für leichte Handnäberei. Ullmonn, Usc- domstraße 30, Fabrikgebäude. 252/14 P Tischler, geübler, sofort ge- »cht. Meldungen in unserer "crsonal-Verwaltung im 3. tock. Kaufhans beb Westens G. m. b. H.. Berlin W. 50. Tauentzienstraße 21/24. 10311* Bürstenmacher auf Piassava- pecken verlangt Koch, Prenz- lauerstraße Uil5.__ 30K* Einen tiichtigcn Kutscher für Holz-, Kohlenhandlung ver- langen Fitze u. Co., Hohen- schönhausen, Orankcstr. 80/87. _________ 38.« Arbcitsbursche, jüngerer, so- fort gesucht. Keine Schwer- arbeit. Presic-Jllustrattons- Bureau, Berlin, Wilhelm- straße 28.______ 754b Arbeiter gesucht. Lackfabrik, Koloniestraßc 107/8. 35/0 Tüchtige Schraubendreher verlangt Rvucck, Reichen- bergersiraßc 158.-s-HZ Löterinne», geübte, auf Tascheiilampcnoattericn. Ber- liner Batteriefabrik, G.»i. b. H., Nrbanstraßc 25. 741b* letephonistin, tüchtig, sofort gesucht. Meldungen um 11 Uhr vormittags. KausbauS des. Westens G. m. b. H., Berlin W. 50, Tauentzienstraße 21/24. K* Selbständige Elcktromontcurc und Helfer verlangt sofort Peschmanns Nacks., Bernauer straße 101. R. 1073. auer-( 39« I Prägerinn«», gewaudk, zum Bedienen einer' kleinen Hand- presse sür Prägung und Druck sofort gesucht. Meldungen in unserer Personalverwaltung im 3. Stock. Kaushaus des Westens G. m. b. H., Berlin W. 50, Tauentzicnstr. 21/24.«* Heimnäherinnen, geübte, aus Hosen und Hemden verlangt Friedrichstr. 2, H. 757/6* Blusen- Zusammensetzen außcrm Hause. Hosfmann, Fichte- straße 13, i. 700b* ZeituugSsran verlangt„Vorwärts"- Spedition Neukölln, Siegsriedstraß e 26/23._* Zeitungsträgerin sofort ver- langt Spedition Lichtenberg, Wartenbergstraße 1, Laden.* Zeitungsausträgeri« vcrlangl Bernsce, Steglitz, Mommsen- str. 53.» ZeitungSträgeri» sofort ver- langt„VorwärtS�-Ausgabestelle, Prinzenstraße 31, Hof rechts, parterre.* ZeitungsauSträgerm verlangt „Vorwärts"-Spedition Schöne- berg, Meiningerstraße 3.* ZeitungsauSträgeriune» können sich melden.„Borwärts"- AusgabestkNcJ/ausitzerplatzll/lS. Zeitungsausträgerin stellt zum 1. November cm Feyerstcin, Adlershof, Bismarckstr. 82.* ZeitungSausträgcrin sofort einzustellen. Vorwärtsspcdiiion Moabit, Wilhclmsbavenerstraße 48, von 11— Hb und 414— T Uhr.________* Frauen zum ZeitungsanS- tragen sucht„Borwärts"-Au4- gabcstclle Alt-Boxhagen 50, Laden.» Zeitungsfrau stellt zum 1.?koveniber ein Ueckermann, Tcmpclhos, Kaiser- Wilhelm- Straße 74, Ecke Wcrderstraße.* Botenfrau wird eingestellt. „Vorwärts", Charlottenburg, Scsenheimerstroße L_ ZeitungSauströgerinuen werden sofort eingestellt„Vor- märtS-Spedition, Markus- straße 30.__» Botenfrauen verlangt sofort Ausgabestelle Berlin-Westen, Blumenihalstraße 8, Hos, sar- terre bei Siolpmann.* MEßNiTH?«!* für sofort gesucht. Centrale£ftr Weinvertrieb m. h. H. 701b-Berlin, Dessauer Straße 28.. Neifenreparateurc». Gleit, schutzarbeiter zum sofortigen u. späteren Antritt sucht 238/1* Militär-Zlbtcilmig Grost- Lichterfelde-Ost, Steinstr. 3, Gollert-Reifen-Gefellschaft. kiarlosnieter oder-Nieterin sür Post- und Leistenkartons verlangt 771L Kartonfabrik Mühtenstr. 33. Heizer. sür dauernde Beschäftigung bei hohem Lohn sofort gesucht* Kraftwerk Weistensee, Große Seeslr. 13/14. Zuveriafsiaer Kulkber, der in Ma'chinen- und Eisen- geschäslen tätig war, mit guten Zeugnissen sofort gesucht. Otto Scheidt, Dircksenstr. 7. 238/0 MWsWl. Kräftige, des Fahrens kundige Leute werden eingestellt. 724b1- ?Neiduiigcn im Kontor der 2chuttheii,'BranerciA.-G.. Lichierselder Str. 11—17. iuSimerexw Leimerin ans Holzpbotorahmeii verlangt Rossnow, Dresdener Str. 50/51. Wrm MMWeimiMn iÄS" per sofort gesucht. 735L*! z kslloadüliea-ljesellscdakt m. d. ki., j ; JE e m p e l h o f, ff riehmch- TOicherin.Strohc 5*/S 4. Fahrstuhlmonteure Elektromonteure Helfer Fahrstuhlschmierer DV erhalten sofort Anstellnng. m Meldungen v. h-g-t u. 4—7 Uhr VoSstr. 8, Techn Bureau. 177L A. Wertheim G. m. b, H. Kutscher, zuverlöisig, der in Berlin gut Bescheid weiß, guter Pierde- plleger, sofort gesu-bt. 704L* ttmimD Wller 8b Mann£ Tcinvclhot, Berliner(Str. 167. Wir suchen für dauernde Beschäftigung f. unseren Betrieb ungeiemteArbeileru PlatzarbeilerSowieFrauen in grdßercp Kahl; ferner Heizer, Sebiosser, Dreher, Maschinenarbeiter, Maurer, Zimmerer, fiotlcber und Elektromonteure. w Pulverfabrik Premnitz, Rathenow, Bahnbofstraße 22. Meldungen mit Papieren: Arbeitsnachweis der Stadt Berlin, RfickorafraBe O. Meister und Pornrbcitcr sucht für ♦ Militär-Abteilung(Brost. Sichterfelde. Oft. Steinstr. 3, (Sollert- Reifen-Gesellschaft. Berlin-TempeiHof, Germaniaslraße Rr. l 45/140 Mehrere tüchtige Slfe». bei», und Gummidrcchfler verlangt Eeko, Friedrichshageo. Soestr. 42. L» die Sabotage öee Wahlreform. Das Spiel 0er Reaktionäre in der Frage der preußischen Wahlreform wird immer durchsichtiger. Ihre Tricks sind: Verschleppung, Verkoppelung und Bemogelung. An dieser Stelle ist gegen die Intrigen der Wahlrechtsfeinde schon mehr- fach Alarm geschlagen worden. Die in ihrem dunklen Treiben überraschten Quertreiber sind davon wenig erbaut und suchen jetzt ihr Tun als möglichst harmlos hinzustellen. So erklärt eine offiziöse Korrespondenz beschwichtigend, daß eine Neu- wähl des preußischen Abgeordnetenhauses gemäß der neuen Wahlordnung ja doch erst nach Friedensschluß er- folgen könne, und daß es deshalb praktisch nicht von Erheb- lichkeit sei. ob die Vorlage in den gesetzgebenden Körperschaften um einige Tage später in Angriff genommen werde. Eine sehr merkwürdige Aufsassuüg! Hier ist bereits nach- gewiesen worden, daß durch die eingeleiteten Verschleppungs- Manöver die Erledigung der Vorlage sich sehr wohl b i s Ende 1918 oder noch länger hinausziehen läßt. Aber bis dahin könnte doch nun wirklich schon Frieden sein. Untere Reichsleitung war ja sogar der Ansicht, daß der Frieden viel früher kommen würde. In den„Berliner Politischen Nachrichten" wird die Verkoppelung der Wahlrcchtsvorlage mit der Herren- Hausvorlage als eine gerade im Interesse der raschen Durch- führung des gleichen Wahlrechts liegende Maßnahme ge- priesen. „ES tonn denen, welche gegenüber der Einführung des gleichen Wahlrechts nicht ohne Bedenken sind, nicht wohl zu- gemutet werden, diese Bedenken zurückzustellen, bevor sie in der Lage sind, die Neuordnung deS gesamten Landtages im ganzen übersehen zu tonnen. Damit durch eine Reform des Herren- Hauses, die gegenüber der aus gleichen Wahlen hervorgegangenen Zweiten Kammer einen angemessenen Ausgleich zu bilden ver- mag, einer größeren Zahl von Mitgliedern in beiden gesetz- gebenden Körperschaften die Zustimmung z u dem gleichen Wahlrecht erleichtert wird, liegt sonach die gleichzeitige Vorlegung und Beratung d'r Reform beider Häuser im wohlverstandenen Interesse möglichst leichter Durchführung des gleichen Wahlrechts für das Abgeordnetenhaus." In weniger diplomatisches Deutsch übersetzt heißt das: den Gegnern des gleichen Wahlrechts soll die Pille versüßt werden durch eine Stärkung der Stellung des Herrenhauses. Für eine solch?„Reform", die mit der einen Hand nimmt, was sie mit der andern gibt, bedankt sich das Volk ober bestens! Wie schließlich die Bemogelung aussehen soll, dafür gibt die„parlamentarische Seite" der„Post", hinter der gewöhnlich der Freiherr v. Zedlitz steckt, ein Schulbciipwl. Mit schrecklichen Farben malt Herr v. Zedlitz die Gefahr einer„Vor- Herrschaft des Proletariats" an die Wand und kündet seinen ichreckensbleichen Lesenr an, daß ein aus deni gleichen Wahl- recht hervorgegangenes Parlament sich sogar einfallen lassen könnte. Ausgaben für die Armen zu bewilligen und die Mittel hierfür aus den Taschen der Reichen zu nehmen. „Einer solchen Gefahr für die großstädtischen und Industrie- gemeinden läßt sich nur vorbeugen, wenn bei der Reform des preußischen Wahlrechts von einer einfachen Ucbertragung des Reichstagswahlrechis abgesehen, vielmehr dabei auf Struktur und Aufgaben des preußischen Staates gebührend Rücksicht genommen wird. Das aber kann nur geschehen, indem einer allzu demokratisscrcndcn Wirkung deS Wahlrechts vorgebeugt wird. Auch wer die Einführung des gleichen Wahl- rechts in Preußen erstrebt, wird daher schon im Interesse der künftigen Gestaltung deS Äommunalwahlrechts aus die Fchassun? ausreichender Olegengewichte gegen dessen demokratisierende Wirkung bei der Neuordnung des Landtages Bedacht zu nehmen haben." Also Gegengswichte werden gebraucht,— nämlich Gegengewichte gegen die Stimme der Männer. die das deutsche Volk mit ihrem Blute ver- tridigt und gerettet haben. Aber diese Männer werden zeigen, daß sie sich nickt durch„Gegengewichte" um ihr selbstverständliches Recht im Staate bringen lassen. KriegsanleiheGerbung mit alldeutscher Propaganda. Im Dienstkiiwcrt des Landratsamts Neustettin ging den Geist- lichen und anderen Personen deS Kreises folgendes Zirkular zu: Neustcttin, den 11. Oktober 1!U7. An die Herren Geistlichen des KreiieS Neustetlin. Wie bei der vorigen Kriegsanleihe erbitte ich auch für die 7. Anleihe Ihre tänge Mithilfe. Ick weiß ja, daß die Herren, ililter Mtthilie der Herren Lehrer auch bisher schon Ihre ganze Krall und die Macht Ihres lEinflusies für das große Ziel der Hindenburgsieg-Anleikc eingesetzt haben. Aber gerade die Vorgänge der letzten Tage geben mir Ver- onlassiing. an Tie mit der Bilte heranzntreten, wiederum von der Kanzel und durch veriönliche Einwirkung zu werben Weichlinge und Miesmacher sind am Werke, dem deutschen Volke die Früchte seiner heiß und blutig rrriiiizcncn Siege zu zerstören; Vater- landsverräter wagen offen und geheim, die Disziplin zu untergraben und damct das Vaterland dem Feinde preiszugeben, der sich annlaßt, cincii Keil zwischen Fürst und Volk zu treiben. Da Hilst nur Biifwcckcn des deutscheu Zorns, Aufrichten der Schwachen und Zusammenschluß Aller zum festen Siegeswillen: aus dieser Grundlage tgegen Wilson und die Jnteroationale jeder Farbe, für eine« starken deutschen Frieden mit den ersorderlichen Entschädigniigeu für uns) läßt sich auch der Opsersinn und die Opier'rende stärken und festigen. Ueber die Notwendigkeit, alles nur irgend Verfügbare an Geld und Kriegsanleihe zur Verfügung zu stellen, bestebcn keine Zweifel. Wer den Erfolg sichern hilft, tritt den Brüdern an der Front gleichgestellt zur Seite. Der Borsitzende des Sparkasieiivorsiande« gez. von Hertzberg. Landrat. Dieses Zirkular läßt den Schluß zu. daß es dem Herrn Landrat weit mehr um die Propaganda seiner all» deutschen Parteipolitik, als um den Erfolg der Kriegs- ...ileiye zu tun gewesen ist. Der Herr Landrat benutzt die Werbung iür die Kriegsanleihe sogar zum„Auiiaecke» des deutschen Zornes" gegen die.Internationale jeder Farbe" sdaS ist alldeutsche Mundart und bedeutet: gegen Sozialdemokratie und Zentrum). Für eine» Regierungsbeamten ist diese Art der Anleihepropaganda ein ziemliches Stück.__ Em Großmüuftrieller gegen öie„Voterlanösparte�. Daß sich gegen das wüste, bolkszersplitternde Treiben der „Vaterlanvspartei" nun sogar Widerspruch aus den Kieisen der Großindustrie erbebt, ist kein ichlecknes Zeichen der Zeit. In der .Kölnischen Zeitung" schreibt Dr. Silverberg. General. direklor der großen Rheinischen A.- G. für Braun- kohlen« und Brikettindustrie über:„Vaierlandspartei und Friedensangebote". Dem Artikel sind folgende Sätze ent- nonrmen: .Glaubi denn ein verständiger Mensch in Deutschland, bei irgendjemand zu Hause oder im Heere durch die Aufstellung von Zukimftöpläne««der Projekten Kriegsbegeisterwig erwecken zu können? Die KnegSbegcrsterung au« dem August 1914 ist einem rntschl-ffenen Ernst gewichen. Und glaubt jemand, zur Stärkung und Betonung dieser ernsten Entschlossenheit des deutschen Volkes genügte nicht die Dar« siellung, was eine Niederlage Deuischlands bedeutet, gestützt aus die Forderungen der Gegner? Für den Mann im Heer in der vollen Kenntnis der Lage der icindlickien Bevölkerung, in deren Gebiet sich der Krieg abspielt? Für den Ostpreußen die Kenntnis der Leiden und Schäden, die der Russeneiniall diesem unglücklichen Lande gebracht hat? Wir wiederholen: Glaubt ein einsichtiger Mensch, das alles genüge nicht, um den entschlossenen Ernst im deutschen Volke zu stärken und zu irätligen? Wem gefiele daS deutsche Volk im ent- ichlossenen sittlichen Ernst nicht besser als i« eroberungssüchtiger Kricgsbegeistcrung?. Daher sei an alle Teile die dringende Aufforderung nach ruhiger Ueberlegung gerichtet. Die Erkenntnis und Dar- slellung der Dinge, wie sie wirklich sind, führten dahin, zu sagen: Unterlaßt alle Bereinsbildunzeo,'wie die Vaterlands- pariei, sie entspricht in ihren Forderungen ebensowenig dem ernsten Willen deS deutschen Volles, wie die Wiederholung immer wieder abgelehnter Friedensansrbietungen." Das schreibt ein Mann, der selbst in leitender Stellung in der Bergwerksindustrie steht._ Kartoffellieferungea nach öem /luslanö. Man schreibt uns: Die Schweiz ist in der glücklichen Lage über ein großes Quantum aus Deutschland eingeführter Kartoffeln zu ver- fügen, die in Bern zum Preise von 6 Francs pro Zentner an die Bevölkerung abgegeben werden. Die Versorgung ist sehr reichlich, vorläufig kann auf den Kopf der Bevölkerung ein Zentner abgegeben werden. Das Angebot an schöner Ware ist io groß, daß die Schweizer Zentralstelle in der Lage ist, alle eingehenden Aufträge in kurzer Frist auszuführen. Nach Schweden ist, wie berichtet wird, gleichfalls ein großer Poston Kartoffeln aus Deutschland ausgeführt. Ist dieses Verfahren der deutschen Regierung nicht sehr bedenklich? Selbst wenn von den vier genannten Staaten eine Kompensation gewährt wird, so bedeutet die Ausfuhr von Lebensmitteln im hoben Maße eine Gefährdung unseres eigenen Volkes. Wir haben eine gute Kartoffelernte, aber es wäre sehr gewagt, anzunehmen, daß wir im Ueberfluß schwimmen. Die gegenwärtige Kartoffelration von 7 Pfund pro Woche genügt für sehr viele Familien nicht, und der Wunsch nach einer Erhöhung ist durchaus berechtigt. Mit welchem Empfinden muß unsere Bevölkerung wahrnehmen, daß Kartoffeln ausgeführt werden, während im eigenen Lande die Versorgung ungenügend ist? Rübenpreiserhöhung unö Mbeiterlöhne. Zu der Meldung in unserer gestrigen Nummer, daß die Reichs- zilckerstelle noch zwei Millionen Zentner Zucker aus der verflossenen Ernte auf Lager habe, erklärt das KriegSernährungsamt, daß eine solche Reserve zu Beginn eines neuen WirischastsjahreS vorhanden sein müsse, da die Fabrikation infolge Leutenot und Kohlenmangel nicht sofort voll beginnen könne und im Deutschen Reich monatlich 2', 3 Millionen Zentner Zucker verbraucht werden. Zu der Bemerkung deS„Vorwärts" über die Verzinsung des gelagerten ZuckerS mit 6 Proz. sei zu erwidern, daß nur ein Ausgleich zwischen den mehr oder weniger entfernt von den Verbraiichs- zentren liegenden Fabriken staUscnde, damit nichl eine Fabrik infolge Frachtersparnis bedeutende Gewinne vor den anderen machen könne. Auf unsere Mitteilung, daß vorauSsichrlich die neue Zuckcrriibenernte nicht restlos auf Zucker verarbeiiet werden würde, erwidert das KriegSernährungsamt, dieses sei nur eine Annahme, die allerdings im Ernährungsbeirat gemocht fei, damit die Bevölkerung keine Täuschung erlebe. WaS aber die Erhöhung des Rüben- Preises anbelange, so habe man darüber vorläufig nur Erhebungen eingeleilct, die noch nicht abgeschlossen seien. Wozu diese Erhebungen nötig sind, ist unS nicht recht vcrständ- lich. Die Gutsbesitzer erhallen bereits heut- den Zentner Rüben mehr als doppelt so hoch bezahl! als im vorigen Jahre. Daß sie gern einen noch höheren Verdienst herausdrücken möchten, glauben wir gern, und daß ihnen dazu jedes Mittel recht ist, lehrt folgen- der Fall. Die Gutsverwaliung des DominiumS Stanowitz, Kreis Striegau, der Freifrau von Richthosen gehörig, bot ihren Arbeiterinnen 2,39 Mark für RübcnauSmachen pro 1/4 Morgen- Es betrifft dies den Kolonnenakkordlohn pro Person. Ein Preis, der schon in Friedenszeilen gezahlt wurde und SS Pf. niedriger war, als ini vorigen Jahr. Die 32 Arbeiterinnen, die größtenteils dem Landarbeiterverbande angehören, weigerten sich, für diesen niedrigen Lohn, bei dem fiekaumS bis 7 Mark die Woche verdienten, zu arbeiten. Nach einigen Tagen bot ihnen der Herr Inspektor 2,73 M. Aber sie blieben-standhaft und bestanden aus ihrer Forderung von S M. pro Morgen. Darüber war der Herr natürlich sehr enipört und droht« mit Ein- siellung von Kriegsgefangenen. Aw auch diese Drohung nicht zog, versicherte er, lieber die Rüben er- frieren zu lassen, als noch«inen Pfennig mehr zu geben. Ein Versuch des Gauleiters des Landarbeiter- verbände?, mir der GutSvcrwaltwig zu verhandeln, scheiterte an der Aufgeregtheit des Herrn Inspektors. Der Herr meinte, der Lcnidwirtschaftliche Berein in Striegau habe ihm den Loh» vorgeschrieben, mehr dürfe er nichr geben. Mit deni Gauleiter wolle er nichts zu tun hoben.„Schickt mir bloß den Mann vom Verband nicht mehr auf deck HalS!" äußerte er zu den Wrbeiterimren. Zwei Tage später scheint der Herr jedoch die Ueberzeugung ge- Wonnen zu haben, daß auch die Landarbeilerinnen ein Recht zum Leben haben, und bot ihnen die geforderten 3 M. Oder sollte er etwa eingesehen haben, daß sein Herrenstandpunkr an der Einigkeit der Arbsirerinnen gescheitert ist? Wir wollen hoffeu, daß das Krieg ZernährimgSanti sich die Land- arbeiterinncn von Stanowitz zum Vorbild nimmt und gegenüber der agrarischen Begehrlichkeit dieselbe Standhaftigkeit bewahrt wie jene._ Angenehmer Zuzug. Der kurländische KreiSmarschall. Baron Karl von Man- teuffel-Katzdangcn. der größte Großgrundbesitzer KiiclandS� ist vor kurzem auS der ruifischen Jnternierung, in der er sich seil Kriegsausbruch befand, entkommen. Einem AuSfrager der„Täglichen Rundschau" entwickelte er nun seine Ansichten über die Zukunft Kur- lands und Rußlands, von deren Tiefe und Objektivität zu reden sich erübrigt. Nnr ein paar Sätze dürften geeignet sei», eiu interessantes Schlaglicht auf den B a l e r l a n d S b e g r i ff der— und nur der kurländische»?— Junker zu werfen: „Wir Kurländer waren im Herzen immer deutsch. Aber wir - hatten Pflichten der Loyalität gegenüber dem Zaren, gegen die wrr, einer so gut wie der andere, nie verstoßen haben würden. Der Zar hat abgedankt. Nichts knüpft unS damit mehr an Rußland. Wir sind ftei. Die kurländische Ritter- ichast hat sich aus diesen Standpunkt gestellt. Ich tue es auch. Ich bin setzt nur noch Deutscher— betrachte mich als Angehöriger des Reichs" Wirklich?— Aber das deutsche Volk bedankt sich für den Zuzug derartiger Gesinnungen. BundcSratsarbeit. In der Bundesratssitzuna am Donnersiag gelangten zur Annahme der Eniwurs einer Bestimmung betreffend den Betrieb der A n l a g e n der G r o tz e i s e n i n d u st r i e, der Entwurf einer Verordnung zur Abänderung der Verordnung über die den Unternehmern landwirtschaftlicher Betriebe für die Er- nöhrung der Solbstverivrger und für die Saat zu belassenden Früchte vom 20. Juli 1917. der Entwurf einer Bekannt- machung. betreffend Zollerleichterung für Frucht- und Pflarizeniüfte, der Entwurf einer Bekanntmachung über die Ver- an staltung von Lichtspielen vom 3. August 1917 und der Entwurf einer Verordnung über Fleischbrühwürfel und deren Ersatzmittel.___ Meine Kriegsnachrichten. Tie bulgarischen Genosse», die dem Parteitag ei« herAiche» Bcgrüßungstclegramm sandten, bitten, den in Nr. 283 des„Vor- wärts" wiedergegebenen Text richtigzustellen. Es soll zum Schluß heißen: Vorwärts zum baldigen und dauerhaften Frieden. (Nicht„deutschen Frieden".) Polnische Krciswahlen. L» b l i n, 24. Oktober. Wie da« Generalgouvernement mitteilt, sind die Wahlen iür die Kreis- Vertretungen im ganzer� ösicrreichisch-ungariichen Okkupationsgebiet ausgeschrieben worden; sie werden im Laufe des Dezember abgeschlossen werden. Die Rot in Füuilend. Der Generalgouvenreur von Finnland. Strachewitich, teitte der Petersburger Provisorischen Regierung mit: Die Rot an Lebensmitteln hat in Finnland setzl derartig drückende Formen angenommen, daß, wenn nicht sofort Abhilfe geschaffen wird,.eine große Anzahl von Stadtverwaltungen sich gezwungen sehen wird, den russischen Staatsangehörigen die Brotkarten zu entziehen. Ein Erlaß gegen Pogrome. Der russische Minister de§ Innern erieille den Regierungskommissaren der Provinz den Auftrag, energüchs Maßnahmen zu ergreifen, um die p e r s ä n l i cb e Sicherheit der Angehörigen fremder Staaten sowie die ihrer Industrie- und Handelsunternehmen und ihre« Personals sicherzustellen-, und im allgemeinen alle Ausschreitungen der Be- völkerung gegen Fremde zu verhindern. Munitionsexplosion in Kent. London, 25. Oktober.(Reuter- meidung.) Amtlich. Am 23. Oktober ereignete sich in den MunitionSwerkcm in Kent eine Explosion, bei der zwei Arbeiter ums Leben kamen. Die Verletzungen der anderen Arbeiter waren geringfügig: auch der Sachschaden war gering. Amerika schießt England weiter Geld vor. Washington, 23. Oktober.(Reuter.) Die Regierung gewährte Großbritannien eine neue Anleihe von dreißig Millionen Dollar. Zivildienstpflicht in.Eolland. Der Zweiten Kammer liegt ein Gesetzentwurf über die Einführung der Zivisdienstpflicht vor. die parteipresse zum Parteitag. In der ganzen Parwipresje spiegelt sich ungetrübt der harmonische, anfeuernde, belebende Verlauf des Parteitags. Die„Dresdener V o l k s z e r t u n g" schreibt: „Offen und ehrlich müssen wir vor das Volk hintreten, wir können nicht den Himmel auf Erben versvrechen. aber wir wollen als Praktiker des Sozialismus an der Erholung noch dem Kriege und am Neuaufhauder Volksw-rt-schaft und der�Kultur arbeiten. Wir wollen eintreten für die fortschreitende Sozialc- sierung, für die soziale Sicherung und Hobung der Arbeitermassen, für Demokratie in Staar und Gemeinde, fiir die Neuordnung der Beziehungen unter den Völkern. Scheidemanns Worte wuchsen empor zu einem großen.Hhmnus der Zuversicht: all das Grauen, das wir erlebten und noch immer erleben, soll uns doch nicht der Verzweiflung überliefern, wir wollen trotz Rot und Tod den Glauben in die Zulirnft bewahren und uns zum Kampf für Recht und Freiheit und Völkersricden bereiten!" Ganz ähnlich schreibt auch Genosse K e i l in der„Dchwä- bischen Tagwacht": „Die Politik der Partei ist unter dem Einfluß des Weltkriegs ela st i scher und großzügiger zugleich geworden. Eine Partei, die dem Vertrauen der hoffnungsvoll auf sie blickenden Millionen gerecht werden will, kann in ihren taktischen Methoden nicht unberührt bleiben, wenn das eigene Staatswesen und mit ihm die ganze Welt den�größten Erschütterungen unier- warfen ist. Von der Politik der Sozialdemokratie hing und hängt auch heute noch die nationale Selbständigkeit des deutschen Volkes ab, von ihr hängt es ferner ab. ob Deutschland nach diesem Krieg ein freies Staatswesen sein wird. Eine schwerere Verantwortung hat nie eine Partei getragen wie die deutsche isozialdemokratic mährend des Weltkriegs. Die Sozialdemokratie hilft entscheidend die Gefahren abwehren, die das deutsche Volk von außen bestürmen, sie hat aber auch die Gefahren zu bannen, die ihm von innen drohen. Mit der großen Verantwortung, die sie. trägt, kann sie einen starken Einfluß verknüpfen, wenn sie kraftvoll und klug zu handeln versteht." Einige Blätter äußern sich skeptisch über die Wiederver- einigung beider Arbeiterparteien, wenn natürlich auch sie die Beilegung des Bruderzwistes wünschen. So schreibt der „V o l k s w i l l e": „Aber wie die Dinge liegen, ist leider vorerst an eine solche Einigung nicht zu denken. Die„Unabhängigen" und iür Anhang werden fortfahren, den Bruderstreit zu schüren, die Spaltung noch rmmer weiter zu treiben, bis— nun, bis die deutsche klassenbewußte Arbeiterschaft deren verwüstendem Treiben ein„Bis hierher und nicht weiter!" zuruft, wenn sie entschiede» und folgerichtig auf dem Wege fortschreitet, den sie in den schweren Jahren des Weltkrieges -beschritten, wenn sie ohne Preisgabe einer ihrer Forderungen jeden Vorteil ergreift und festhält, ganz gleich, unter wessen Mitwirkung er erreicht wird." In gleichem Sinne spricht sich das„H a m b u r g e r Echo" aus: „Auch der Glaube der Massen an die unerschütterliche Kraft der Sozialdemokratie ist ein politischer Machtfaktor, der durch die Spaltung schwere Einbuße erleidet. Kein Wuwder also, wenn auf dem Würzburger Parteitag immer wieder das Sehnen nach Wrederher siellung der Parieieinheit durchklang. Aber die Frage, ob dieses Sehnen bald seine Erfüllung finden könne, konnte der Parteitag nicht beantworten; denn diejenigen, die frivol die Spaltung herbeigeführt haben, waren nicht da. Er konnte nur feststellen, daß die sozialdemokratische Partei nicht die Schuld an der Zerstörung der Parteieinheit trägt, und konnte die Voraussetzungen feststellen, die für eine Wiedervereinigung un- erlählich sind, nämlich die demokratische Unterordnung der Minderheit unter den Willen der Mehrheit. Ihre Notwendigkeit für ein geschlossenes Zusammenarbeiten wird, davon sind wir überzeugt, in den organisierten Arbeitermagen immer mehr erkannt werden. Und diese Erkenntnis wird auch in Deutschland wieder eine einige geschlossene Partei erstehen lassen; eventuell gegen den Willen derer, die die Einheit zerstört habe».- GewerkschaflsbewWng Verlin und Umgegend. Generalversammlung der Sattler. NuS dem in der Generalversammlung der Ort?berwaljun� Berlin des Verbandes der Sattler und Portereuiller am Mittwoch erstatteten Gcsckmfteberichl für das dritte Quartal geht hcivor, datz die letzten Lohnbewegungen außer ihren materiellen Ergebnissen auch agitatorische Etfolge hatten, die durck Aufnahme von 1341 Mit- gliedern in Er'cdeinung traten. Die Mitgliederzahl ist im Lause des Quartals von 3320 auf 4019 gestiegen, und zwar sind 2613 männliche und 1S03 weibliche Mitglieder vorhanden, Der Verbandsvorstand hat in Uebereinstimmung mit dem Aus- schuß den Mitgliedern einen Antrag auf Beitragserhöhung zur Urabstimmung unterbreitet. Vorgeschlagen ist eine Erhöhung um 15 Pr. für männliche und 10 Pf. für weibliche Mitglieder, io daß der Beitrag für die Hauptkasse auf 79 Pf. für männliche und 49 Pf. für weibliche Mitglieder sieigt. Dam kommt für Berlin ein Lokalzuichlag in der bisherigen Höhe von 29 Pf. für männliche und 15 Pf. iür weibliche Mitglieder. In Berlin wird die Urabstimmung am 3. Detember vorgenommen. Die Versammlung nabm Stellung zur Gewährung einer außerordentlichen Weihnacht? Unterstützung an die ffamilien der Kriegsteilnehmer und der arbeitslosen Mitglieder. Es wurde beschlossen, der Verwaltung zu diesem Zweck 29 999 Mark aus der Lokalkasse zur Verfügung zu stellen und die Unterstützung nach folgenden Grundsätzen zu verteilen: Für die Familien dersenigen Kriegsteilnehmer, die bereit? vor Ausbruch des Krieges der Organisation angehörten und mindestens 62 Beitragsmarken entrichtet haben— 29 M.— Für die Familien derjenigen Kriegsteilnebmer, die erst während des Kriege? der Organisation beigetreten sind, aber ebenfalls mindestens 52 Beitragsmarken entrichtet haben— 12 M.— Voraussetzung zur Zahlung dreier Unterstützung ist aber, daß das Mitglied bereits vor deni I. Oktober 1917 zum Heeres- dienst einrücken mußte.— Arbeitslose Mitglieder, die sich bis zum Donnerstag, den 29. Dezember, während der üblichen Nachweis- stunden arbeitslos gemeldet haben, erhalten bei einer Mitgliedschaft und Beitragszahlung von 29 Wochen— 6 M. und bei einer'Mit- gliedschaft und Beitragszahlung von 52 Wochen---- 19 M. Unterstützung.— Der verbleibende Rest der Summe wird zur Auf- füllung des Fonds verwandt, aus dem auch die auf Urlaub befindlichen ledigen einberufenen Kollegen in gleicher Weise Unter- stützung erhalten._ Eine patriotisch gesinnte Firma. Im Mai diese? JahreS sahen sich. die Arbeiter deS Königlichen Hoflieferanten Windler, Fabrik für chirurgische Justrumente, Berlin. Friedrichstraße, auf Grund ihrer äußerst mäßigen Löhne genötigt, an ihren Arbeitgeber heranzutreten mit dem Ersuchen, die Löhne und Verdienste aufzubessern. Die Verdienste in der chirurgischen Branche gehörten schon seit jeher zu den schlechtesten in der ge- samlen Metallindustrie, und daß diese Firma keine Ausnahme machte, auch nicht den TeurungSverhältnisien Rechnung getragen hat, geht daraus hervor, daß die Arbeiter in diesem Betriebe, als sie ihre Forderung stellten, folgende � Verdienste erzielten; Fünf Orthopädiemechaniker 1,20 M., drei Bandagisten 99 Pf., ein Bandagist 1 M, zwei Bandagisten 1,29 M., ein Bandagist 59 Pf., eine Vernicklerin 55 Pf., drei Schleifer 99 Pf. für die Stunde. Von den letzteren arbeiten zwei im Akkord und hatten dann für die Stunde 1,39 M. Auf diese sicherlich mäßigen Verdienste forderten nun die Arbeiter eine Erhöhung von 25Proz, gewiß keine uttbeicheidette Forderung, zumal wenn man bedenkt, daß es ein« derjenigen Firmen ist, die infolge"des starken Bedarfs an chirür- gischen Instrumenten und orlkopädischcu Apparaten während des Krieges Ausiräge in nicht zu bewältigeitdetn Maße erhalten hat. Die Aibeiter hatten mit ihren Verhandlungen nicht den ge- wünschten Erfolg, und mußten deshalb die Hilf« des Schlich- tungSauSschusseS iu Anspruch nehmen. Hier wurde ihnen ihr Recht. Das scheint die Firma gekränkt zu haben, und sie hat sich nun schadlos gehalten, indem sie, wie der nachfolgende Brief zeigt, den Familien der Arbeiter, die bis zum Kriegsbeginn bei ihr beschäftigt waren und jetzt eingezogen sind, die übliche Familien- Unterstützung entzog: Berlin, den...... An den...... "■ Sie werden wahrscheinlich durch Ihre Frau gehört haben, daß ich die ihr bisher gewährte monatliche Unterstützung in diesem Monat nicht ausbezahlt habe. Die verschiedenen Anfragen, die an mich er- gangen sind, veranlassen mich, um nicht falsche Gerüchte auskommen zu lassen, Ihnen folgendes mitzuteilen: Milte des vorigen Monats kamen die in meinem Betriebe be- schäfltgten Angestellten einschließlich der von mir reklamierten Ar» beiler zu mir und stellten eine sofortige wettere Lobnerhöbungs« forderung von 25 Proz. Ich sagte ihnen, daß ich bereit wäre, die Lohn- und Akkordsätze sofort um 19 Proz. zu erhöhen, jedoch erst nach Abwickelung der jetzt in Arbeit befindlichen Aufträge, die mir aus Grund bereits abgegebener Kostenanschläge erteilt Waiden sind, die weiteren 15 Proz. bewilligen wollte, da ich sonst einen zu großen AuSiall bätle. Ich erwähnte anläßlich dieieS GesptäcbeS, daß, wenn die Arbeiter bei ihrer Forderuna bestehen bleiben, ich mich veranlaßt sehen würde, um einigermaßen für den Ausfall gedeckt zu sein, die bisher an die Frauen der eingezogenen Arbeiter geleisteten Unter- stützungen in Fortfall kommen zu lasten. Hierauf erhielt ich jedoch den Betidetd, daß die Arbeiter auf ihrer Forderung, d. h. sofortige Lohnerhöhung von 25 Proz. bestehen müssen. Tie Folge davon war, daß ich auch Ihrer Frau die Unterstützung entzog. Aus Vorstehendem erkehen Sie, daß nicht die Länge de? Krieges und die ganz bedeutende Hobe der Unterstützungen, die sich im Laufe der Zeit ergeben hat, die Veranlastung zu metner Maßnahme ge- wet'en sind, sondern Sie haben es ausschließlich Ihren eigenen Kollegen zu danken, daß ich zu solchen Mitteln habe gret'en müsten. Ick weiß ganz allein, daß nicht alle biesigen Arbeiter mir dem t'etnerzettigen Fabrikbeschluß einverstanden geweien sind, aber leider bat bier wieder die große Unvernunft und Rückfichtslosiakeit die Oberband gewonnen, und wie das immer im tnenichltchen Leben der Fall ist, müsten Unschuldige hauptsächlich mit hierunter leiden. Vielleicht iraoen. diese Zeilen mit dazu bei, daß' Sie, die Sie draußen im Schützengraben iür das Wobl des Vaterlandes kämpfen, Ihren Kollegen in der Heimat einmal ins Gewissen reden, damit sie nicht ungerechte Forderungen stellen, sondern, wie eS bei mir bisher üblich gewesen ist und auch später üblich sein wird, in ruhiger Art und Weise eine beiderseitige Verständigung«berbeiiühren. Ich behalte mir bor. später evtl, tetlweise'oder ganz die Unter- stützungen wieder eintreten zu lasten. Hochachtungsvoll gez. H. W t n d l e r. Der Brief spricht für sich. Es genügt, fesizusielleu, daß e§ eine Firma ist. die durch den Krieg mit Austrägen geradezu überbänst ist. Angesichts, gerade dieser Tatsache erscheint das-Bethalten der Fitma den Kriegerfrauen gegenüber erst im richtigen L'cht. Durch die Bemerkung von den alten Aufträgen braucht man sich nicht irre- führen zu lasten, denn wenn die Firma an einigen Austragen ein- mal nicht die üblichen Ueberichüsse erzielt, sondern etwas weniger dann liegt noch lange kein Grund vor, den Ausfall auf die Krieger- flauen abzuwälzen. Industrie und Kandel. Das Gold der Reichsbauk. Der Gedanke, daß die Beteiligung an der Zeichnung auf die Kriegsanleihen zum Schutze des Reiches dringend erkordcriich, ist Gemeingut geworden. Auf einem anderen Gebiete ist die Ucber- zeugung von der dringenden Noiwendigkeir initzutun, hingegen noch nicht in erwünschtem Maße durchgedrungen, nämlich auf dem Ge- biete der Golds a Mm l u n g. Stattliche Mengen von Goldichmuck, kostbaren Edelsteinen, Perlen uiw. sind zwar bereits an die Gold- ankaufsstellen abgeliefert worden, aber noch immer wird von. vielen Seiten mir der Abgabe zurückgehalten. Stellen die Kriegs- anleihen gleichsam eine Sammlung der Mittel für den inneren Bedarf dar, so ist die Ablieferung von Gold ei» Erfordernis, damit wir wichtige Bedarfsgüter vom Auslande beziehen und gleichzeitig den Goldschatz unserer Rerchsbank. der die Grundlage unteres Papiergelvumlaufs bildet, stark erhalten. Der Aufruf zur Ablieferung von Gold ist eine Vorsorge für die Zukunft, für die Zeit nach dem Kriege, wenn wir die verschieden- artigsten Rohstoffe einrühren müssen, um unsere FriedenSindustrte und unseren Friedensexport wieder auf die frühere Höbe zu bringen. Dieser Hinweis aus die Zukunit darf aber niemand verleiten, zu glauben, er habe mit der Ablieferung seines Goldschmuckes Zeit; ein altes Sprichwort besagt:„Wer schnell gibt, gibt zweimal!* Das deutsch-holländische Wirtschaftsabkomme«. Das von den deutschen und niederländischen Delegierten ab- get'chlosiene Wirtschaftsabkommen ist nunmehr in Kraft getreten; mit seiner Ausführung ist von beiden Seiten bereits begonnen worden. Der wesentliche Inhalt ist folgender: Weutichland gewährt Holland unter anderem Ausfuhrbewilligungen für eine die Bedürfnisse tollonds der Hauptsache nach deckende Menge deutscher und belgischer ohlen, sowie von Eisen und Stahl. Holland hat sich da- gegen zur Lieierung bestimmter Lebensmittel, insbesondere Käse und Butter, verpflichtet. Ferner erhält eist..„deuucheS. Banken-. konsorlium einen langfristigen V a l u t ä k r e d i t, der zur Deckung der Zahlungsbilanz bestjMml ist- und-hierfür ausreichen wrrd. Es muß anerkannt werden, daß dies Nach schtviertgen rind langen Verbaitdlungen znstandegekommene Abkommen den be- rechligten Interessen der beiden Länder emivricktt. Das Abkommen ist zunächst auf sechs Monate, bis Ende März 1918, abgeschlossen worden. Auch dies erscheint günstig, weil dadurch wäbrend einer iür kriegerische Verhältiiisie immerhin längeren Zeit den winichaftS- politischen Beziehungen beider Länder Stetigkeit gesichert ist. Ei« deutsches U-Boot als Propagandaniittel für amerikauischc Kriegsanleihe. Der„Fr. Ztg." wird qus der Schweiz gemeldet. Das Unter- seeboot ist nicht nur dazu da. feindliche Kriegsschiffe, zu versenken und die Sperrgebiete von jedem Seeverkebr frei zu halten. Die Amerikaner haben ein neues Tätigkeitsfeld für es erfunden: sie verwenden es als SpekulattonSmittel für die Zeichnuna der Kriegsanleihe und zur Belebung der Börseittendenz. Aus New Jork be- richten französische Blätter, daß ein deutsches U-Boot, das von der britischen Marine erbeutet wurde, in den dortigen Haien eingelaufen sei. An der Börse stockte stockte zunächst das Geschäft, die Börsen- besucher brachten HurraS aus und dann— stiegen die Kurie um 1—2 Punkte. Fast sofort habe sich auch die Wirkung des Vorfalles oui die Anleihezeichnung ergeben, die Subskriptionen„über- schwemmten die Banken*.__ Soziales. Aenderung der Rcichsverfichernngsordunng. Die Aenderung der Retchsvelsict-eiungsotdiuing betraf eine Konferenz, die in den letzten Tagen im R e r ch s a tn r des Innern stattfand. Anwesend waren Vertreter verschiedener Reichsbehörden Mtnd der fünf großen Krankenkaffenhanploerbände. Verhandelt wurde über die Erhöhung der für die Pflichtversicherung der Angestellten wie HandlungSgehrlfen usw. maßgebenden Höchst- 'grenze deS JahreSarbeitSverdienstcS von 2509 M., wobei von allen Seiten, auch dem ReichSamt des Innern, diese Er- böhung als unvermeidlich bezeichnet wurde. Tie Regierung wäre zu einer entsprechenden Verordnung bereit linsbetondere, wenn sie vom Reichstag dazu auigeiordelt würde), doch sollen zunächst die Aerztevet bände zu einem Guiachten aufgefordert werden. Emilimmig- keit berrichle auch über die sodann besprochene unerläßliche Erhöhung des Höchstsatzes de? onrechnunasfäbigcn Tagcsenlgelts und de§ Grundlohnes über 5 und 6 M binaus. Es wird kein Bedenken getragen, die Erhöhung auf 8 und 19 M. vorzuschreiben. Hierdurch wird es möglich, von den gutentlohnien Versicherlen höbere Beiträge einzubeben und ihnen höheres Krankengeld zu gewähren. Im weiteren wird über die Zulassung, von Mebtleistuiigen gesprochen, die in der Reichs- versicherungSordnung, nicht aber in anderer Form und Höhe vor- geieben sind. Es bandelt sich dabei in der Hauptsache um die Erböhung des Krankengeldes durch Teuerungszulagen nach fest- stehenden, gleichen Sätzen, sowie um Zulagen nach der Zahl der Kinder. Auch hier zeigte die Regierung Entgegenkommen. Aller« ding? würde eine Regelung durch Bundesratsverordnung unerläß- lich sein, da das Reichsveisicherungsamt in der Frage der gleicv- mäßigen Zuschläge andere Meinung vertritt. Zur Sicherung der Beschlußfähigkeit der Kasienorgane iirfolge Einziehungen zum Knegs- und Hilfsdienst war von dem„nationalen* Ge'amtverband Deuticher Krankeiitasien vorgeschlagen worden, durch Et nennung von Bei- treteri: durch die Vetsicheruiigeämier eintiigreifen. Hiergegen etbob aber der Hauvtverband der Ortskrankcnkasten Widerspruch. Die Frage bleibi deshalb offen. Nachdem auch über einige streitige Punkte aus der Reichswochenhilte gesprochen worden war, die von RegierungSverirorcrn zuiriedenilellende Aniklärung fanden, ver- bandeile man über da? Verfahren bei Satzungsänderungen über Mehrleistungen, die vor Erlaß des NolgesetzeS zur Sicherung der Leisiungsfähigkeir der Krankenkassen noch nickt eingeführt waien. Es her.icht Uebereinstimmung darüber, daß eS hier einer SapungS- änderung mit dem in der ReichsversicherungSordnuiig vorgesehenen Verfahren bedarf. Erwünscht ist eine Vereinfachung in der Weiie, daß die Miiwirkung des Ausschusses der Kaste forliällr. Weiler wurde darüber gesprochen, wie den bei ibrer Krankenkaste weiter- versicherten Kriegsteilnehmern bei Beurlaubung zur RüsiuiigS- Industrie die Geireiversicherung bei der allen Kaste erhalten bleibt. Die Ärankenkasienverbände halten hier eine neue Verordnung für wünschenswert, die dem§ 9 der Verordnung über Kranken- Versicherung auS Anlaß deS vaterländischen HiliSdienstes nachgebildet ist. Nack dein Nolgeietz zur Sicherung der LeislungSfähigketl der Krankenkassen dürfen diese nickr mebr als 4>/z Proz. als Kasten« bcilrag vom Durchschnittslohn des Versicherten erheben. Das Reichs« amt deS Innern stellt eine BundeSratSverordnung in Aussicht, die den Kasten ermöglicht, höhere Beiträge nach Maßgabe der Reichs- Versicherung? ordnung zu erbeben. Der letzte Punlt der Aussprache bildete die Frage, wie die statutarische Versicherung der HauS- gewerbetreibenden noch während des Krieges gefördert werden kann. DaS Reichsamt des Innern verspricht sich hier von einer Anordnung nichts. In Preußen seien auch bereits in allen Orten, wo daS Hausgewerbe in Frage kommt, Ortsstatuts erlassen worden. Rück- ständtg sei nur das Königreich Sachsen, wo die Unternehmer Ein- spruch erhoben haben. Die Kastenverbände wünschen schließlich noch, daß ihnen in Zulun't die Verordnungen im Entwurf vorgelegt werden, damit nickt Bestimmungen aufgenommen werden, die un- verständlich und undurchführbar sind. «Tic haben doch Ihren Kops noch!" Der„Volksschullehrer", Organ für die Interessen der deutschen Volksschule, veröffentlicht unter der obigen Ueberschrift eine kleine für das soziale Verständnis mancher Kreise charakteristische Schil- derung, der wir nur den Schluß entnehmen. Ein vom Ausbruch des Krieges an unter den Fahnen gestandener, mit dem Eisernen Kreuz bedachter Volksschullehre? meldete sich nach zweimaliger schwerer Verwundung, die ihn.djcnstuntaugiich weiden ließ, vor- Ostern Kejtzs Iäbres b'ei'seinem früheren. Vorgesetzten, und dabei kam es zu ctner llnk-rredung folgenden Inhalts: Schulinspektor: Wohin Sie nach Ostern und nach dem Kriege kommen, weih ich nicht. Lehrer: Ich war vor dem Kriege in Malstatt tätig und wünsche dort auch wieder Beschäftigung zu finden. S ch u l i n s p e k: s r: Sie haben keinen Anspruch darauf, in einem bestimmten Stadtteil angestellt zu werden; Sie müssen dahin gehen, wohin wir Sie schicken. Jetzt ist der Hilfsdienst ein- gerichtet, da können Sie dazu verwandt werden. Lehrer: Ich bin von der Militärbehörde als dauernd un- brauchbar entlassen, ich bin Krüppel; da werde ich den Hilfsdienst nicht so ohne weiteres übernehmen, da noch viele andere für diesen Dienst da sind. Schulin spekior:«ie haben doch Ihren Kopf noch!— Der..Vollsschullehrer" macbt dazu folgende Bemerkung: „Diese Bemerkung traf den Kollegen schmerzlicher als die feindlichen Geschosse, Also da» war daS ganze Verständnis, dawar die ganze. Teilnahme d�s Vorgesetzten für einen Mann, der im Dienste des Vaterlandes geblutet und gelitten hatte und zum Krüp- pel geworden war! Der Herr Inspektor hat allerdings den Krieg und seine Schrecken nicht aus eigener Anschauung kennen gelernt; er ist seitens der Stadtverwaltung für die ganze Dauer des Krieges reklamiert worden,. Trotzdem hätte man von ihm als Menschen wie als Offizier doch wohl etwas anderes erwarten dürfen. So geschehen in Saarbrücken!"— Es bedarf keines Kommentars dieses Vorkommnisses. Wir würden uns nicht wundevn, wenn dieser tüchtige Schulinspektor auch ein tüchtiger Alldeutscher wäre. Verantwortlia für Politik: Erich Ktuitir», Pftlin: für den übrigen T-it de? Blattes-: Alirrd Scholz, Neukölln: für Inserate 21). stocke, Berlin. Truck u. Verlag: Lorwärr? Luchdruckerei u. VertagSanstaU Paul Singer&. Co., •Berlin SW. Hierzu 1 Bciloae und UnlerbaliunnZbloi«. WM /!'/,/''''/\i.'.! kjr';. /'/ /A MY.////, //// ///||////| / ist eine besonders gute Gelegenheit, um Ihre Em- kaufe bei uns zu besorgen. Oer sonst bei uns herrschende Andrang ist dann wesentlich vermindert und Sie können daher in größter Ruhe und aller Sorgfalt Ihre Wahl treffen. �■• /ß ■.ll f H''' l' u/ftr/ II �\\\*.\/ a/// 1 Sl I/\ X\\ 1».,/ LA/\\--. Königsiraße 33 Shausseestr. 113 D» Ldlnso!«teraadiichlotz. L.»n CrteXMtr S-Snb-t Ornatas« geschloffen.