Hr. 296. Bezugspreis: SietteljäSrL 3, 90 25 L, monatL ILO Btt, wöchenllich 30 N» frei ms HauS. vorauszabibar Einzelne Wochentags» Nummern S fBfg. SonnlagSnummci mit tauftriertet Beilage.Die Neue Well' 10 Pfg. Boflbezug: MonaUich IÄ) Ml Unter Kreuzband für Deuiichland und Oesterreich- Ungarn ZJäO 2A., für das übiige Ausland» Ml. monallich Postbeslelluiigen nehmen an Dünemarl. Holland, Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Poll-ZeilungS-Preislifte. Ericheini täglich. Telegramm- Adreste: .Sozialdemokral'Berlin*. Verlinev Volksblokk. 84* Jahrg. Der Anzeigenpreis betrügt f. die ftebengefdallene Kolonelzeile 00 Pfz'„kleine Anzeigen*, das fetlgeduilNe Wort 20 Pfg.(zu. lüffig 2 fettgedruckte Worte). ledes weitere Wort 10 Pfg. Stellengeluche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort l0 Big.. fedeS weitere Wort»Pfg. Worte über>0 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teueningszuschlag 20»/» Familien- Anzeigen so Pfg., volitilche u. gewerlfchafiliche Berestis- Anzeigen 40 Pfg die Zeile. Hnjcigc« für die nächste Nummer müssen vis a Uhr nachmitt. im vaudtgxschäft, Berlin SW.06, Lindenstrage 3, ad- gegeben werden. Geöffnet von S Uhr früh bis? Uhr abends. Zentralorgan der fozialdcmofcrat» leben parte! Deutfchlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße Z. isernitirecher: Am, MortUplan, Nr. l»I»0— ISl S7. Expedition: EW. 68» Lindenstraße Z. fhernipreche«: Amt Moritzvla», Nr. 151 90—161 97. Mehr als 60 000 Italiener gefangen. Der englisch«französische Ansturm in Flandern vergeblich.— Kämpfe am Oise- Aisne-Kanal.— Die 8. italienische Armee geschlagen.— Ueber 60000 Gefangene, über 500 Geschütze erbeutet.— Die italie- nifche Front bis zur Wippach im Wanken. Amtlich. GrißeS Hauptquartier, 27. ONober 1S17. iW. T. B.) Westlicher KriegSschauplat,. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Franzosen und Engländer setzten gester» tagSnber auf de« Kampffclde in der Mitte der flandrischen Front von neuem starke Kräfte ein, um die Schlachtentschcidung zu suchen. Der Erfolg blieb unser: vergeblich haben die feindlichen Divisionen sich in unserer Abwehrzone verblutet. Ersteigerte Artillerietätigkeit lag auf dem Kampfgelönde, ehe der Feind zum Angriff schritt; hinter der sich vorwärts schieben- den Feuerwalze brachen seine Sturmtruppen vor. Nördlich von Bixschote gelangten die Franzosen bis Bülte- hoek; von dort warf sie unser Gegenstoß ins Trichterfeld zurück. Zwischen der Straße Klerken— Peeltapellc und der Bahn Roulers — Apcrn drangen in wiederholtem Ansturm die Engländer vor. Nach hin- und herwogendeu Kämpfe», die westlich von PaSschen- dacle besonders erbittert waren, mußte sich der Feind mit wenigen Trichterlinien vor seiner Ausgangsstellung begnügen. Abgesetzt vom Hauptangriff wurden mehrere englische Di- Visionen gegen unsere Front von Becelaere bis sudlich von Gheluvel» vorgesührt. Anfänglich brachen sie in den Park von Paczelhoek und in Gheluvrlt ein; doch wurde der Feind durch unseren lrastvollen Gegenangriff bald wieder über die alte Linie zurückgeworfen. Teilkämpfe dauerten bis in die Nacht; daS parke Feuer ließ nur vorübergehend nach. Truppen aus allen Teilen deS Reiches haben ruhmvollen Anteil an dem für uns günstigen AuSgang des Schlachttagrs! Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. In wenigen Abschnitten am Oise-Aisue-Kanal nahm der Ar- tilleriekamps größere Stärke an; die feindliche Infanterie ver- suchte Mgen Abend vergeblich, an mehreren Stellen auf dem Nordufer des Kanals Fuß zu fassen. In der Campagne und an der Maas steigerte sich vielfach die Feuertätigleit in Verbindung mit Aufklärungsgefechten. Auf dem Oestlichen Kriegsschauplatz und an der Mazedonischen Front ist die Lage unverändert. Italienische Front. Die unter der persönlichen Oberleitung Seiner Apostolischen Majestät des Kaisers Karl von Oesterreich, Königs von Ungarn, vorbereitete Operation gegen die Hauptmacht der italienische» Armer reist unter der Mitwirkung der unvergleichlichen Stoßkraft deutscher Truppen, die Schulter an Schulter mit ihren tapfereu Waffenbrüdern am Jfonzo in den Kampf traten, großem Erfolge entgegen. Die zweite italienische Armee ist geschlagen! Durch gute? Wetter begünstigt, drangen über die Höhen und durch die Täler, vielfach zähen Widerstand des Feindes brechend, deutsche und österreichisch- ungarische Divisionen unaus» haltsam vorwärts. Ter scharsgratige Höhenrücken deS Stol wurde von der k. u. k. 22. Schützci.divifion genommen. Der 1641 Meter hohe, stark befestigte Gipfel des Monte Matajur fiel schon am 25. 16. 7 Uhr vormitlagS— 23 Stunden nach Beginn unseres An- griffe bei Tolmcin— durch die hervorragende Tatkraft deS Leut- nants Schnieder, der mit vier Kompagnien deS Oberfchlesi che» Jnfanlerie-RegimentS Nr. 63 den starten italienischen Grenz- stützpunkt stürmte. Kampf- unk. Marschleistungen aller Truppen, die durch die Borberge der Julischeu Alpen der italienischen Ebene zustreben, sind über alles Lob erhaben. Die Zahl der Gefangenen hat sich auf 60066, die der er- beuteten Geschütze auf 450 erhöht. Unübersehbares Kriegsgerät muß aus den gewonnenen Stel- langen der Italiener noch geborgen werden. 26 feindliche Flug- zeuge sind in den beiden letzten Tagen abgeschossen worden. Die italienische Jsonzo-Front wankt bis zur Wippach; auf der Karft-Hochfläche hält der Gegner. Der Erste Generalquartiermeister. Lvdeudorsf. Abendberlcht. Berlin, 27. Oktober 1917, abrudS. Amtlich. Au Flandern heftige Artillerietätigkeit; am Süd- Westrand des Houthoulster Waldes örtliche In- fanteriekämpfe. Bom Oifc-AiSue-Kaual nichts Neues. Im Osten keine größeren Kampshandlungen. An der italienische« Frout auch heute gute Fortschritte. Die Gefaugeueuzahl von 60 000 ist um einige weitere Tauseude gestiegen, die Zahl der erbeuteten Geschütze hat sich auf mehr als 500 erhöht. Der österreichische Bericht. Wien, den 27. Oktober 1S17.(28. T. B.) Amtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz. Der unter der persönlichen Oberleitung Sr. Majestät un- seres Kaisers und Königs gegen die italienische Hauptmacht ge- führte Schlag reift gewaltig aus. Unsere kampferprobten, rühm- reichen Jsonzotruppcn und die mit unüberwindlicher Stoßkraft vorgehenden drulschcn Streitkräfte habe« einen großen Erfolg errungen. Die Waffenbrüderschaft der Verbündeten, geschmiedet auf ungezählten Schlachtfeldern, desiegelt durch das Blut unserer Besten, bewährte sich aufs neue in unvergleichlicher Weise. Am oberen Jfonzo haben unsere alpenläudischen Truppen — altbewährte Jnfanterieregimcnter, Kaiserjäger, Schützen aus Steiermark und Tirol— in den Felsgebicten des R o m b o n und deS C a n i n und auf dem Monte Stoll in zäher Ans- dauer und Tatkraft das Gelände und den Feind bezwungen. Südwestlich von Karfreit erstürmten Prrußisch-Schlefier den hoch aufragenden Monte Matajur. Dort wie westlich von T o l- mein wird durchweg auf italienischem Boden gr- fochten. Auf der Bainsizza-Hochfläche wehren sich die Italiener Schritt für Schritt. In heftigem Kampfe wurden die feindlichen Stellungen südlich von B r h, die einst so heiß umstrittene Höhe „652" bei Bodice und der in Italien als Siegespreis der elften Jsonzoschlacht sosehr gefeierte Monte Santo erobert. Söhne aller Gaur Oestrrreich-UngarnS wetteiferten an Angriffsfreudigkeit. Bei Canale und östlich davon brachten zwei k.«. k. Divisionen allein 16 600 Gefangene und 200 Geschütze ein. Nördlich von G ö r z stehen wir am Jfonzo. Im F a j t i r H r b entriß die ungarische 17. Division, die seit mehr als zwei Jahren am unteren Jfonzo siegreich Wacht hielt, dem Feind in überraschendem Ansturm seine erste Linie. Es fielen 3566 Italiener in ihre Hand. Die Gesamtzahl der Gefangenen hat sich auf 60000, die der erbeuteten Geschütze auf 500 erhöht. Bon feindlichen Flug- zritgen find bisher 26 herabgeschossen worden. Oestlicher Kriegsschauplatz und Albanien. RichtS NeucS. Der Ehef des Generalstabe». Ein abgelehnter Wahlrechtsentwurf. Zu der Verzögerung der preußischen Wahlrechtsreform erfahren wir von unterrichteter Seite: Der Minister des Innern Dr. D r e w s hatte bereits den Entwurf einer Wahl- rechtsreform fix und fertig ausgearbeitet, aber dieser Entwurf stieß bei anderen Stellen auf Widerstand und wurde ab- gelehnt. Der Grund der Ablehnung dürste darin zu suchen sein, daß der DrewSsche Entwurf den betreffenden Stellen zu radikal erschienen ist. 0 Da wir den Drewsschen Entwurf nicht kennen, so können wir auch über seinen Werl nichts sagen. Sicher aber wird niemand bei dem preußischen Minister des Innern überschäumenden Radikalismus voraussetzen. Wenn gleickiwohl sein Entwurf keine Gnade fand, so ist das kein gutes Omen für die praktische Einleitung der Wahlreform.___ westliche Industriegebiete bombardiert. Berlin, 27. Oktober. In der Nacht vom 24./25. Oktober griffen mehrere feindliche Geschwader das lothringifch-lnxem- durgifche und das Saar-Jndu st riegebiet mit Bomben au. In Esch in Luxemburg wurde« fünf Personen getötet, vier ver- wundrt; in Saarbrücken ist ein Toter, sechs Verwundete zu beklagen. Militärischer Schaden wurde nicht verursacht. Der sonstige Sach- schaden ist unbedeutend. Bier Flugzeuge wurden durch die Abwehr- mittel unseres Heimatluftschutzes abgeschossen oder zur Landung ge- zwungeu, darunter ein Handley-Page-Großflugzeug. Die Insassen »«reu bis auf eine« Amerikaner sämtlich Engläudev. Zu neuen Ufern. Tie Nachricht, daß der Reichskanzler Tr. Micha- ehs sein Abschiedsgesuch eingereicht habe, ist amtlich noch nicht bestätigt, wird aber in politisch unterrichteten Kreisen nicht mehr bezweifelt. Herr Michaelis hat sein Abschiedsgesuch eingereicht, an dessen Annahme nicht zu zweifeln ist. In Wenigen Tagen wird das Deutsche Reich an seiner Spitze den siebenten Reichskanzler sehen. Das durch viele Enttäuschungen entmutigte deutsche Volk hat nun doch wieder ein paar Tage Zeit zu hoffen, daß der neue Mann der Mann einer neuen Zeit sein möge. Die Reihe seiner Vorgänger seit Bismarck ist nicht mehr glänzend. Als ersten erblicken wir einen rechtschaffenen Gene- ral, der mit militärischem Gehorsam sein Amt übernimmt und sich mit Eifer in die ungewohnte Aufgabe einarbeitet, als zweiten einen klugen, alten Hocharistokraten, der seine medi- santen Denkwürdigkeiten schreibt und ein kleiner Meister im stillen Verhindern ist.— Eopribi und Hohenlohe sind längst in dem Lande, aus dem es keine Wiederkehr gibt, aber auch der dritte Kanzler des neuen Kurses, der körperlich noch in er- freulicher Frische blüht, gehört politisch zu den abgelebten Schatten. Heißt es nicht, den Sinn unserer Zeit vollständig miß- verstehen, wenn man B e r n h a r d B ü l o w unter den„Mög- lichen" des Herbstes 1917 nennt? Wir wollen die Eigen- schaftcn dieses Mannes nicht verkennen, er war zweifellos bei weitem der Gewandteste unter den Vertretern jenes anciem regime, der vergangenen Rcgicrungsperiode, die inan irrtüm- lich den„neuen shirs" getauft hatte. Ein angenehmes Talent nicht ohne mühelos erworbene Weltbildung, ein gutes Gedacht. nis, eine repräsentable Erscheinung mit Rednergebärde und Sprechergewicht, ein Günstling Fortunas, dem nichts versagt blieb, weder natürliche Gaben noch Würden, Titel, irdische Glücksgüter, nur eines: die Gesinnung, die den wirk- lichen Mann macht. Und darum gibt es in der Sozialdemokratie keinen, der � Bülow wieder im Amte sehen möchte. Nicht weil er damals unser Gegner in einem Grade War, in dem er es beute wahr- scheinlich nicht ist, sondern weil er nie ein Gegner gewesen ist, wie wir sie haben wollen, einer, der mit leidenschaftlicher Kraft Ueberzeugung gegen Ueberzengnng setzt. Und darum besteht Mischen ihm und unserer Partei ein Gegensatz, der sich auch durch äußerliche Anpassung nicht überbrücken läßt. Fürst Bülow ist die gefällige Erscheinungsform einer ange- nehmen Dekadenz, und er kann seiner ganzen Natur nach kein Verständnis haben für die Arbeiterbewegung, die, vom Stern einer großen Idee geleitet, durch die blutigen Trümmer einer zerfallenen Welt ihren Aufstieg sucht. ssürst Biilow wäre heute gewiß bereit, in der Hasenheide auswärtige Politik zu machen, und die Mandelstamm und Silberfarb, die Schnorrer und Verschwörer der russischen Revo- lution, als erleuchtete Staatsmänner zu feiern. Aber nian würde wissen, daß seine Artigkeiten von jetzt wie seine Schnoddrigkeiten von einst nichts weiter wären als Mittel zum Zweck, Kunststückchen einer rein artistischen Diplomaten- Politik. Fürst Talleyrand de Pdrigord hat der Republik, dem Kaisertum und den Bonrbonen gedient, und er ist in dieser Wandlungsfähigkeit denen ein Vorbild geblieben, die nicht verstanden, daß die Zeit für die Talleyrands vorüber ist. Der Vergleich hinkt freilich auf mehreren Füßen: denn Talleyrand hat keine so schlechte auswärtige Politik gemacht wie seinerzeit Fürst Bülow. Es war daS Verdienst Bethmann Hollwegs, daß er nach etwas schwerfälliger Einfühlung die Fehler von Bülows Politik erkannte und sie zu korrigieren versuchte. Bülow hatte den Friedensboten Iaurös von der deutschen Schwelle verjagt. Bethmann sah mit Zufriedenheit das Werk von /Bern wachsen. Bülow war der Mann der rasselnden Redensarten, von Betb-- mann stammt das Wort, daß der Starke sein Schwert nicht im Munde führe. Bethmann erkannte, was die Tirpitz-Bülow- sche Politik verdorben hatte, er begriff, daß die deutsch-englische Verständigung der Angelpunkt des Weltfriedens war und er handelte danach. Sein Fehler war nur, daß er langsam be- greifend und zögernd an eine Aufgabe ging, zu deren Lösung ein dreifach Kühnerer gehört hätte. So konnte sein Werk von andern, drinnen und draußen, verdorben werden. Bülow hatte mit Konflikten leichtfertig gespielt, Bethmann hatte sie gewissenhaft zu vermeiden gesucht, aber als einer an ihn herantrat, schlugen die Wellen über dem Haupt eines un- kräftigen Schwimmers zusammen. Und dann erlebte der konservative Bethmann im Weltkrieg sein Damaskus. Er e r! e b t e es, und wie früher seine starre Abneigung gegen freiheitliche Reformen wirklicher Gesinnung entsprang, so wurde er jetzt aus schwer errungener innerer Ueberzeugung der Künber einer neuen Zeit. Für den Fürswii Bülow»ä it Ämvss aä< Jeff eme mchr komische Erscheinung. i>enn diese anmutige Oberfläche weiß nichts von Seelen- kämpfen. Bülow kann vieles, was Bethmann nicht kann. Aber Bethmann begreift manches, wovon Bülow keine Ahnung Kot. Und es ist ein merkwürdiges Weckselspiel, daß unsere Echt- und Alldeutschen Bülow lieben, wie sie Bethmann hassen. Wer die beiden Männer miteinander vergleicht, der kann keinen Augenblick daran zweifeln, welcher von den beiden der eigentlich Deutsche ist. Man versteht jetzt aber auch, lvarum die drei Monate Michaelis ein einziger Irrtum gewesen sind. Di« drei Kriegs jähre der Regierung Bethmanns bedeuten die langsame Abwendung vom Alten und die langsame Zuwendung zum Neuen. Verkündung. nicht Erfüllung. Herr Michaelis war ein vollkommenes Mißverständnis, eine absolute Enttäuschung. Als Wirtsclxiftspolitiker ein erfolgreicher Begeher neuer Wege war er als Leiter der Reichspolitik ein Beamter ältesten Schlages. Es ist Zeit, daß er seiner eigentlichen Bestimmung Zurückgegeben wird, denn er ist, von dem großen Irrtum seines Lebens abgesehen, ein tüchtiger Manu, der Achtung verdient. Und jetzt?- Das deutsche Volk, die ganze Welt wartet, was nun werden soll. Gibt es eine Logik der Entwicklung, die sich gegen alle persönlichen und sachlichen SckMnerigkeiten durch- setzt, dann muß jetzt ein Mann kommen, der mit starker Faust die Fahne einer neuen Zeit aufpflanzt, die Fahne der V ö l- kerfreih eit und des Weltfriedens. Er allein kann den seelischen Hunger des Volks nach einer führenden Persönlichkeit befriedigen, jeder andere muß enttäuschen, jeder andere muß scheitern, wie Michaelis enttäuscht hat und ge- scheitert ist. Es gibt kluge Politiker, die so tun, als sollte sich im Grunde nichts oder wenig ändern. Ein Personenwechsel. Ein minder geeigneteer Staatsmann soll gegen einen geeigneteren ausgetauscht werden. Nein, es muß sich, soll aus diesem Konz- terwechsel Gewinn für das Volk entstehen, ein Wechsel in der eistigkeit unserer politischen Führung, ein System- Wechsel vollziehen. Das Volk muß merken, daß es a n d e r s wird! Dann können wir dem Schweren, das uns noch be- vorsteht, getrost entgegensehen I Oesterreich bleibt beim verstänüigungs- feieüen. Im österreichischen Herrenhaus erklärte der Ministerpräsident von Seidler, daß die österreichische Regierung.b cim Ver» ständigungsfrieden beharr«: .Unsere Ziele sind dieselben geblieben, für die wir in den Kampf getreten sind: die Verteidigung unserer Existenz gegen die feindliche Bedrohung, die Sicherung unserer Freiheit und Selbstbestim- mung, die Wahrungl unsere» Anspruchs auf gleichbereschtigte'Beteili gung an dem friedlichen Wettbewerb einer besseren Zukunft Unsere mili- tärücken Erfolge und die Proben unserer»nbezwinglichen. inneren WiderstandSkrast, die, gemessen an den so wenig aggressiven und für den Gegner so wenig bedrohlichen Zielen, als weit über» ragend betrachtet werden müssen, haben uns berechtigt, als erste das Wort Frieden auszusprechen und unsere Bereit» Willigkeit zu Verhandlungen kundzugeben. Wir haben den Standpunkt der Friedensbereitschuft seither festgehalten, und wir bleiben bereit, uns mit dem Gegner an de» Verhandlungstisch zu setzen, sofern er vou den gleiche» Absichte» bewegt ist» das heißt uus nicht einseitig KriegSziele aufzwinge», sondern die Grund» lagen für ri» friedliches und gleichberechtigtes Verhältnis der Staate« schaffen will." Dieses Bekenntnis zum Verständigungsfrieden, diese Absage an Annexionen und Kontributionen ist in einem Augenblick bedeut- i a m. da die verbündeten Truppen der Mittelmächte im Vormarsch auf die italienische Ebene find. Moutet gegen paialevs. Bern, 27. Oktober. Di« Rede MoutetS in der französischen ■kmurner enthielt einige sehr bemerkenswerte Stellen, die von der sinken mit starkem Beifall aufgenommen wurden, andererseits zu lärmenden Zwischenfällen führten. Moutet kritisierte u. a. die Ernennung BarthouZ. Barthou sei jener Redner gewesen, der in Genf verlangt habe, das vöse Tier Deutschland müsse erdrückt werden. Die Einig- tcit und Einheitlichkeit Deutschlands sei für das europäische Gleich- gewicht notwendig. sPugliesi Conti ruft: Sie find ei-n An- malt der Einigkeit Deutschlands!) Moutet fuhr fort: Frankreich müsse jetzt seine �riegsziele darlegen, wenn es wolle, daß Deutsch- land die seinigen bekanntgebe.(Zwischenrufe von links: Ter Angreifer muß zuerst sprechen!) Eine Gesellschaft der Rationen müsse gebildet werden, eine andere These sei bisher nicht vorgebracht worden; auch Painlev« habe sie sich zu eigen ge- macht. Tie Ausübung einer entgegengesetzten Politik werde im Reichstage gegen Frankreich ausgebeutet werden. Der Reichs- tanzlcr habe außevgeivöhnliche Worte über die Versprechungen unter den Alliierten, besonders gegenüber Rußland im März 1916, vorgebracht. Die ReichStagsmehrheit habe ihre Entschließung Mirchgefebt, der man trotz aller ihrer Vorbehalte Rechnung tragen müsse. Teutschland verlange jetzt Frieden, weil der Krieg wider sein Erwarten so lange andauere. Es zolle dadurch Frankreich mittelbare Anerkennung.(Beifall auf der äußersten Linken; auf der Rechten und im Zentrum lebhafte Protestrufe.) Vor der Abstimmung erklärte Moutet, die Sozialisten tonnten nicht für die Regierung stimmen infolge der Bidersprüchc ihrer innereü und äußeren Politik; man dürfe nicht zugeben, daß die Herrschaft der Gewalt weiter andauere. Petersburg ats Sitz üer Konstituante. TaS Heer als Wächter der inneren Ordnung. Petersburg, 26. Oktober.(Petersburger Telegraphen-Agentur.) Der Verteidigungsausschnß des Vorläufigen Ministerrats der Rc- pMik hat nach Anhörung einer Erklärung der Regierung über die strategische Lage an der Nordfront folgende Entschließung an- genommen: Da die Regierung ihre Absicht ankündigt, Petersburg bis zum Aeutzersten zu verteidigen. üa sie es angesichts der gegenwärtigen schwierigen Lage für not- wendig hält, in der Hauptstadt zu verbleiben, solange diese nicht unmittelbar bedroht ist, und da sie vorschlägt, die Berfassung- gebende Versammlung nach Petersburg einzuberufen, so billigt der BerteidigungSausschuß des Ministerrats der Republik diese Eni- icheidungen der Regierung und fordert sie auf, alSbald einen Auf- ruf an das Pol? über diesen Gegenstand zu erlassen. Im Vorparlament erklärte KcrenSki bei der Verband- .'ung über die Frage einer Räumung Petersburgs, oah die Eroberung der Inseln Oesel und Dago durch die Deutschen n« Rrgixzuiig MNHe« die möglichen Folgen aus diejem SreizniS '•§» besprechen. Die augenblickliche strategische Lage sei derart, daß sie jede Notwendigkeit ausschlösse, die Frage im Vorparlament dringlich zu besprechen. KerenSki schloß: Ich versichere auf dos bestimmteste, daß alle Maßnähmen, die wir ergreifen, nur den Zweck haben» die Verteidigung Petersburgs noch stärker zu ge- stalten, denn die Regierung weist jeden Gedanken einer selbst vor- läufigen Uebergaüe des Verwaltungszentrums des Staates an den Feind von sich. Das Vorparlament nahm darauf den durch die Verteidigungskommission eingebrachten Beschlußantrag an, der Akt nimmt von der Erklärung der Regierung, die Haupt- st adt energisch zu verteidigen, dort solange wie möglich zu bleiben und die Berfassunggebendr Versammlung noch PrterS- bürg einzuberufen, Kenntnis. Ein Befehl des Kriegsminüsters besagt: Angesichts der Anarchie, die das Land ergriffen hat, gehört es zu den P f I i ch- ten der Armee, die Sicherheit der Bevölkerung in um so höhe- rem Grade zu verbürgen Die gegenwärtige B ü r g e r w e h c ist nicht imstande, diese Aufgabe zu erfüllen. Demgemäß ist das Heer alsbald zur A u f r e ch te r h a l t u n g der Ord- nung im Innern des Landes heranzuziehen. Zu diesem Ziele wird das Gebiet der Republik in Abschnitte eingeteilt werden, die den darin garnisonierenden Reseroobrigadcn und Rc- serveregiinentern entsprechen bzw. sind der Bürgerwehr bessere Offiziere, insbesondere Kriegsbeschädigte, zur Verfügung zu stellen. Der gleiche Befehl verfügt dann noch eine Bewochungsorganisation für Bahnhöfe und Hafenanlagen. Der Vorstand des Petersburger Arbeiter- und Soldatenrats, die militärische Abteilung des Hauptausschusses der baltischen Flotte, der militärische Ausschuß von Finnland, der Eisenbahner- verband, der Verband der Post- und Telegraphenangestelltcn, der Ausschuß der professionellen Arbeiterverbändc und die Bürger- wehr haben einen Sonderausschuß zur inneren und äußeren Verteidigung Petersburgs gebildet. « Der Zweck des Moskauer Kongresses. Moskau» 26. Oktober.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Die kürzlich eröffnete Konferenz von Politikern hat Rodzianko zu ihrem Präsidenten gewählt. Rodzianko erklärte in einer Rede, das Ziel der Konferenz fei, das Gewissen des Volkes zu wecken und ihm einen Weg zu weisen, auS der gegen- wältigen Anarchie herauszukommen. Rodzianko meinte, der traurige Zustand der Armee werde vorübergehend sein und bezeichnete einen derzeitigen Frieden als Verrat an den Verbündeten. Ein solcher Friede würde eine Demütigung Rußlands bedeuten und eS in Europa isolieren. Die rustlsthe Delegation nach Paris. Proteste gegen Tkobelew. Stockholm, 27. Oktober.(Eigener Trahtbericht des„vor- wärtS".) Am Sonnabend kamen in Stockholm M a k l a k o w auf der Reise nach Paris, S t a ch» w i t f ch auf der Reife nach Madrid durch..Daß die Regierung trotz Einspruchs des Sowjets Miljukows Intimus, den Kadetten MaNakow, doch nach Paris sendet» ver- stimmt die Demokratie, welche auch durch für Kerenski und beson- dcrs Maklatow kompromittierende Ergebnisse bei Untersuchung der Kornilow-Afföre erregt ist. Dir fortdauernde In- trige gegen die Demokratie zeigt sich auch in der ans russischen Blättern hervorgehenden Tatsache, daß die Demo- k r a t i e keineswegs, wie offiziös telegraphiert wurde, die Per- schiebung der Pariser Konferenz, sondern im Gegenteil im Juteresse der Klärung deS KriegSzieleS ihre Beschleunigung fordert«. GorkiS..Nowaja Tchifn" protestiert gegen die Ernennung und Entsendung TkobelewS, der nach dem Bankrott seiner Ministerschast«»geeignet sei, die rnssisch« Demokratie in PariS zu vertreten. „Rußkaja Wjedomofti" schreibt anläßlich der Pariser Kon. ferenz: Trotz der Proteste des Außenministers hat das Exekutiv- komitoe des Arbeiter- und Soldatenrats von feiner Absicht,«inen eigenen Vertreter nach Paris zu schicken, nicht Abstand genommen und als Delegierten Skobelew ausersehen, obgleich die Mitglieder des Petersburger Komitees nicht einmal überzeugt sein können, daß ihr Vertreter auf der Konferenz der verbündeten Regierungen aufgeiwmmen wird. Der Stockholmer Jüdische NationalauSschutz hat an den Petersburger Rat der Arbeiter- und Soldatenbertreter folgende Drahtung gerichtet: Das revolutionäre Rußland strebt einen dauernden Frieden auf der Grundlage des Selbstbestimmungsrechtes dgr Völler an. Die Instruktionen für den nach Paris entsandten Herrn Skobelew«nffprechen diesem Bestreben nicht; denn die fun- da mentalen Fragen Indiens, Aegyptens und Irlands sind völlig vergessen worden. Jröier, Aegypter und Iren sind von der Ueberzeugung ihres natürlichen Rechts auf volle Selbstbestimmung durchdrungen. Die Freiheitsbewegung innerhalb dieser drei Völker hat einen solchen Umfang angenom- men, daß ein dauernder Friede ohne eine positive Lösung ihrer Sache unmöglich ist. Im Namen der Treue zu den Idealen der russischen Revolution und in Anbetracht der gewaltigen Bedeutung eines befreiten Indiens für Rußland und die ganze Welt bitten wir den Arbeiter- und Soldatenrat, furchtlos den schamlosen und erbarmungslosen Imperialismus Englands sowohl auf der Pariser Koifferenz wie bei den Friedensverhand- lungen zu bekämpfen. Der Ausschuß des Vorparlaments für auS- wärtige Angelegenheiten hat Dk.belew zum Präfidenten gewählt. der Zentralfowjet gegen öie Dolschewiki. Petersburg, 27. Oktober.(Petersburger Telegraphen- Agentur.) Der Rot der Arbeiter, Soldaten und Bauern nahm mit allen Stimmen gegen drei einen Beschlußantrag an, der de» für den 2. November nach Petersburg einberufenen Kongreß der BezirkS-Arbeiter. und Soldatenräte miß- billigt, da ein derartiges Unternehmen am Borabend der Ber- fassunggebenden Bersammlung den Bürgerkrieg heraufbeschwören könnte. Der Beschluß deS ZentralausschuffeS der Arbeiter- und Sol- datenräte ganz Rußlands, der sich gegen die Einberufung eines neuen Kongresses aller Arbeiter- und Soldatenräte ausspricht(der erste Kongreß tagte im Juni), richtet sich gegen den Peters- b u r g e r Arbeiter- und Soldatenrat. Dieser ist jetzt b o l s ch e- w i st i s ch, mit Trotzky an der Spitze, während der allrussische Zentralausschuh von koalitionöfreundlichcn Menschewiki und Sozia- listen-Revolutionären beherrscht wird. Der Zentralausschuß hat nach dein Kornilow-Aufstand die demokratische Konferenz ein- berufen, in der sicheren Annahme, daß diese sich für eine Koalition mit den Bürgerlichen entschließen werde. Die Konferenz hat sich bekanntlich tatsächlich für die Koalition ausgesprochen und die Grundlagen deS Vorparlaments geschaffen, das das Rück- grat der Rgierung werden sollte. Gegen diese— nach ihrer Ansicht — VerWässerung der Revolution wenden sich die Bolschcwiki des Petersburger Rates, die, auf die Radikalifterung der allgemeinen Stimmung rechnend, der Ueberzeugung sind, daß der neue Kongreß der Arbeiterräte sich für die Uebernahm« der Staatsgewalt durch die Räte, id. Ij. durch dl« Bolschewikix aussprechen werde. Ko ist daher der letzte Satz des obigen Beschlusses zu'verstehen, der vom Bürgerkriege spricht. Redaktionskonflikt im Sowjet. Das Blatt des Arbeiterrats. die„Jswestija", war gleichzeitig Organ des Petersburger Sowjet «nd der Zentrale aller Arbeiterräte Rußlands. Der jetzt bolfche- Wistisch gewordene Petersburger Sowjet fordert die Herausgabe des Blattes an ihn, was von der Zentrale verweigert wurde. Von dem Titel soll lediglich der Hinweis auf die Beziehungen des Blattes zum Petersburger Sowjet gestrichen werden. Dagegen hat sich die Zentrale bereit erklärt, das Soldatenorgan an die PeterS- burger abzutreten. Das Manifest öer rustlfchen Ostseeflotte. Stockholm, 27. Oktober.(Eigener Drahtbericht des „Vorwärts".) In dem Manifest der russischen Oftseeflotte find nachfolgende, in der Textaosgabe des hiesigen Sowjetbulletins fehlenden Sähe bemerkenswert: Nicht auf Geheiß irgeudeiues armseligen russischen Bona- parte, dem nur die maßlose Geduld der russischen Revolution die Herrschaft überläßt, erfüllen wir unsere Pflicht.... Nicht Verträgen unserer Regierung mit den Alliierten zuliebe, welche der Freiheit Rußlands Handschelleu anlege» wollen. Streiks unö Pogrome in Rußlanü. Stockholm, 27. Oktober.(Eig. Drahtber. des.Vorwärts'.) Die Prawda-Korrespondenz berichtet von steigender Gärung in Sladt und Land. Die Lederfabriken deS Bezirks Moskau streiken, weil die Fabrikanten die Mitwirkung der Arbeiterschaft bei Anstellung und Kündigung ablehnen. Das Resultat ist ein furchtbarer Sckmhmangel in Bevölkerung und Armee. Ein gleicher Konflikt verursachte einen Streik der Petroleumarbeiter von Baku. Hunderttausend Arbeiter im Kohlengebiet des Donetz streiken. Die Hleinbauern leiden umer der Brotteucrung, die Großbauern und Großgrundbesitzer prosilieren an Höchstpreisen. Sie wandelten seit dem Rubelkall den Ratural- lohn der Landarbeiter und aushelfenden Kleinbesitzer in Geldlohn um. Die gegen die Selbsthilfe aufgebotene Kosakenmacht, deren Gewalttaten beispielsweise im Koslowbezirk an die Strafexpeditionen von 1906 erinnern, versetzte die Bauern in Wut gegen die Regie- rung. Die Zahl der Agrarunruhen stieg im Monatsdurchschnitt von 70 auf 267 in der zweiten Septemberhälfte. Agrarpogrome, deren Führer oft Urlauber sind und in die Verbrechertum sich einmischt, verheeren Vorräte und Inventar des Roßbesitzes. Soldaten nahmen an städtischen Hungerdemonstratronen teil, welche zu Pogromen unter jüdischen Kleinhändlern ausarten. * Ueber den Streik in Baku meldet.Ruhkoje Sshowo": Am 12. Oktober ist irr Baku ein Streik ausgebrochen. Eine aus Sol- baten und Frauen bestehende Menge schloß gewallsam die Theater, die Kinos und die Stadtklubs. Der Streikausschuß bemächtigte sich der Erdölvorräte. ES werden Maßnahmen zu ihrer Ausiuhr getroffen. Der Streikausschuß erließ eine Erklärung, wonach alle Finnen, die ihre Bestände nicht angezeigt haben, die Verantwortung vor dem Streikausschuß zu tragen haben würden. Der Streik- auSschuß verbot ferner sämtliche Zusammcnlünfte und Versamm- lungen für die Dauer des Streiks. Die Ausrechterhaltung der Ordnung hat die Garnison übernommen. Die Gouvernements Saratow.Tambow, Charkow und Astrachan und die südlichen Provinzen Turaspol und B e n d e r y sind ebenfalls von mehr oder minder ausgedehnten Unruhen heimgesucht worden Die portugiesischen Sozialisten unü Stockholm. Stockholm, 27. Oktober.(Eig. Drahtbericht des»Vor- wärts".) Die sozialistische Partei Portugals teilte dem holländisch-skandinavischen Komitee in Stockholm unter dem Datum des 3. August ihren Anschluß an die Konferenz und die Sowjetformel mit, wodurch die seinerzeit von Entente- bureaus verbreitete gegenteilige Meldung als Lüge erwiesen wird. Die Kämpfe im Westen. Die neue Tchlacht in Flandern. Aranzöfischer HeereSberichl vom 26. Ofltober nachmittags.� In Belgien griffen wir heute vormittag um 6 Uhr die deutschen Stel- lungen zwischen Driegrachren und Draarbank an. Unsere den Jansbeck und Coverbeck, binS an die Schultern im Wasser. durchwatenden Truppen drangen trotz der Geländeschwierigkeiten merklich vor. Das Dorf Draaibank. der Wald von Le Chau m e und zahlreiche als Stückpunkte ausgebaute Gehöfte sielen in unsere Hand. Wir machten etwa 100 Gefangene. Tie Nacht war ait der Front nördlich der Aisne ruhig. Die feindliche Artillerie antwortete nur schwach Unsere Truppen bauen die von ihnen auf dem Südufer.des Ois e— A isnekanals eroberten Stellungen aus, dessen eine Brücke der Feind aus seinem Rückzüge in die Luft sprengte. Abends. In Belgien keine Gegentvirkung des Feindes gegen unsere neuen Stellungen. Die Anzahl der bei den Opera- tionen heute vormittag gemachten Gefangenen übersteigt 200. Nördlich von der Aisne haben unsere Truppen, ihren Er- älg auf dem rechten Flügel der Angrisfsfront ausbauend, den Feind aus der Gegend nördlich von Cbapelle Sie. Berthe bis zun: Staubecken zurückgetrieben; das Tors Filain ist in Unserer Ge- wall Weiter östlich haben wir den Rand der Hochfläche nördlich vom Vorsprung von Chevrigny erreicht. An der übrigen Front ist die Lage unverändert geblieben. Die Anzabhl der bisher ge- zählten, seit dem 23. Oktober erbeuteten Geschütze beträgt 160. darunter mehrere 21-Zer.limeter-Mörser und viele schwere Ge- schütze. �_____ Der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 26. Oktober. Durch die Tätigkeit unserer U-Boote wurden im Sperrgebiet um England wiederum fünf Dampfer, ein Segler vernichtet, barunter befanden sich der bewaffnete englische Dampfer Baron Blantqrc sowie die bewaffnete französische Bark Bictorine und der portugiesische Dampfer Taparia. Der Chef deö AdmirolstabeS der Marine. Berlin, 27. Oktober.(Amtlich.) Im Acrmclkanal und in der Nordsee wurden durch unsere U-Boote wiederum 18500 Sr.-Reg.-To. versenkt. Unter den vernichtetc» Schiffe« befanden sich zwei mittel- große bewaffnete englische Dampfer, ferner der bewaffnete italie- nische Dampfer Gemma(3111 To.) und der rnglischc Segler Eldra. Außerdem wurde ein ticsbcladcner Dampfer torpediert, der jedoch schwer beschädigt eingeschleppt werden konnte. Per Chef des Admiralstgbrs der Alarme. Nr. 296 ❖ 34. Fahrgang 1. Heilage öes vorwärts Sonntag, 28.Gktober1�7 GroMerlw Ein �grunüsätzlicher� Gegner. DeS„Vorwärts" Haltung paßt ihm nicht, Sie macht ihm alle Tage Kummer, Ja, es erscheint nicht eine Nummer, Der er nicht flammend widerspricht. Er nennt ihn nur„Regierungsblatt" Begießt ihn mit des Spottes Lauge, Fest überzeugt, daß er nichts tauge,—— Da er ihn nie g e l e s e n hat! Berliner Lebensmittel. Wie in den vergangenen Wochen wird auch in der Woche vom 29. Oktober bis 4. November die K a r t o f f e I r a t i o n für die daraus folgende Woche ausgegeben. Daneben sind aber, wie der Magistrat bekannt gibt, in der Zeit vom 29. Oktober bis II. November, also während zwei Wochen, auf die Abschnittte 1a bis g der Sondcrkartoffelkarte weitere 7 Pfund Kar- löffeln vom Kleinhändler abzunehmen. Diese 7 Pfund Kartoffeln sollen nicht für den laufenden Verbrauch dienen, sondern als eiserner Bestand sür eine spätere Zeit, die vom Magistrat be° stimmt und bekanntgegeben werden wird, ausbewahrt werden. Bis dahin sind die Kartoffeln sorgfältig aufzubewahren und etwa nicht haltbare gegen gute Kartoffeln aus den laufenden Wochenrationen auszuwechseln. Durch diesen eisernen Bestand soll die Bevölkerung in die Lage versetzt werden, sür den Fall länger andauernden Frostes sich schon jetzt mit einem kleinen Vorrat zu versehen, dessen Auf- bewahrung niemand Schwierigkeiten machen kann. In Gastwirt- schaflen und anderen Speisebetrieben hat die Sonderkarte keine Gültigkeit, Das Nähere ergeben die Anschläge an den Säulen. Von der Zuckerversorgungsstelle des Magistrats wird uns mit- geteilt, daß am Abschnitt 25 der Berliner Zuckerkarte vom 1.— 15. November lediglich a/i Pfund Zucker, und zwar noch zu dem bis- herigen Preise. Kunsthonig aber nicht verausgabt werden darf. Auf Zlbschnitt 26 kann in der Zeit vom 16.— 30. November l'/s Pfund Zucker entnommen werden. Um der Bevölkerung aber auch Kunsthonig zuzuführen, ist eS gestattet, auf Abschnitt 26 schon vom 1. November ab 3 Pfund Kunsthonig zu entnehmen; auf Ab- schnitt 27 und auf die folgenden Abschnitte kann entweder 3lt Pfund Zucker oder l'/a Pfund Kunsthonig bezogen werden. Ein Anspruch auf Zuteilung von Kunsthonig besteht jedoch nicht. Derselbe kann nur nach Maßgabe der vorhandenen Borräte verteilt werden. Vom Montag, den 5. November d. I. ab beträgt der Preis bei der V o l k S s p e i s u n g für eine ganze Portion 50 Pf., für eine halbe Portion 25 Pf./ Aendcrung von Gemüse- und Obstpreisen. Für das Gebiet der Staatlichen Verteilungsstelle Groß-Berlin ist eine erneute Prüfung der Höhe der Gemüse» und O b st- preise eingetreten. Die bisherigen Preise bleiben bestehen bis aus Stoppel-Waffer- rüben, die jetzt im Kleinhandel 6 Pf. pro Pfund, rote Rüben, die aus 20 Pf. erhöht sind. Sellerie darf nur noch ohne Kraut ge- bandelt werden und koster 45 Pf. pro Pfund und Aepfel Sorte I sind auch noch von 65 auf 79 Pf. erhöht worden. Die Brotgetreideration der-Selbstversorger. Nachdem bereits durch Erlaß des Staatssekretärs de« Kriegs« ernährungsamts die Mehlration der versorgungsberechtigten Be- völkerung vom 1. November ab gekürzt worden ist, weil von diesem Zeitpunkte ab wieder die Streckung des Brotes durch Kartoffeln eintritt, hat der Bundesrat durch Verordnung vom 25. Oktober auch die Brotgetreideralion der Selbstversorger von monatlich 9 Kilo- gramm auf 8>/„ Kilogramm ermäßigt, da auch auf dem Lande die Brotstreckung mit Kartoffeln erfolgen soll und den Selbstversorgern die hierzu nötigen Mengen von Kartoffeln belassen werden. Helferkursus. Die Deutsche Zentrale für Jugendfürsorge veranstaltet einen telferkursus zur Einführung in die Arbeit der Jugendfürsorge. Die orträge finden mit folgendem Thema statt: Montag, den 29. Ok- tober, nachmittags Vzä Uhr: Jugendfürsorge. Einleitender Vortrag. Freitag, den 2. und Dienstag, den 6. November: Die Arbeitsgebiete der Deutschen Zentrale für Jugendfürsorge. Dienstag, den 13. und Dienstag, den 29. November: Praktische Hebungen aus dem Gebiet des Familienrechts selterliche Gewalt, Rechte und Pflichten des Vor- munds, Pflegschaft, Beistandsschaft). Dienstag, dep 27. November: Anordnung und Ausführung der Fürsorgeerziehung. Dienstag, den 4. Dezember: Der straffällige Jugendliche. Dienstag, den 11. De- zember: Die Armen- und Kriegswohlfahrtspflege. Dienstag, den 18. Dezember: Hinterbliebcnenfürsorge. Da auch die Arbeiterschaft eine Reihe von Helfern stellt, wollen wir diese aus den Kursus hiermit besonders aufmerksam gemacht haben. Die Vorträge. finden in den Räumen der D. Z. f. I., Monbijouplatz 8, I, mit Ausnahme des einleitenden Vortrags, der schon um �'z5 Uhr beginnt, abends 6 Uhr statt. Anmeldungen erbittet die D. Z. f. I. möglichst umgebend an den Direktor der Deutschen Zentrale für Jugendfürsorge, Monbijouplatz 31. „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft." Ein„Diskretionskonto" für Gaswerksbcamte. Der„Verein gegen das Bestechungswesen" hielt gestern in Berlin seine diesjährige Hauptversammlung unter Vorsitz deS Geheimen KommerzienratS Hüttenmüller- Ludwigs- Hafen ab. Der Jahresbericht deS Generalsekretärs Dr. Pohle brachte aufsehenerregende Mitteilungen über„Geschenke" eines Unternehmers an Beamte städtischer Gaswerke. Die Ehamottefabrik Gebr. Kaempfe G. m. b. H. in Eisen« Berg(Sachsen-Altenburg) habe solche„Geschenke" an Gaswerks- beamte von mindestens achtzig kleinen oder mittleren Städten Preußens, Sachsens, thüringischer Staaten und Mecklenburgs ge- geben. Durch das harmlose Angebot, der Firma kleine Dienste zu leisten, zum Beispiel beim Bau der Gasöfen die Arbeiter der Firma zu„beaufsichtigen", seien die Beamten eingefangen worden. Ein bei der Firma Gebr. Kaempfe beschlagnahmtes„ D i s k r e- tionskonto" enthielt ungefähr für 109 Gaswerksbeamte besondere Konten. Die Zuwendungen, die manchmal auch an die Frauen der Beamten gezahlt wurden, beliefen sich in vielen Fällen auf Tausende von Mark.< Einem Beamten machte der Firmen- Vertreter einen Besuch, wobei er sich mit den Worten einführte: „Wissen Sie, hier fehlt noch ein Klavier!" DaS Klavier kam dann später auch an.„Beschenkt" wurden nicht nur untere Beamte, sondern auch Leiter der Gaswerke. Nach der Auf- deckung dieses Treibens äußerten die Magistrate der betreffenden Städte sich meist scharf mißbilligend über die bloßgestellten Beamten, einzelne aber beurteilten diese Annahme von„Geschenken" milder. In keinem Falle hatten die Beamten bor der Annahme die Genehmigung nachgesucht, wie sie auch bei einwandfreisn Geschenken vorgeschrieben ist. Der Referent faßte den Standpunkt und die Forderungen des Vereins in einer Reihe Leitsätze zusammen. Ein Gemeinde- Beamter, der amtlich mit Lieferanten verkehrt, könne von ihnen weder Geschenke noch Entlohnungen sür Dienste irgendwelcher Art annehmen. Aus solchen Zuwendungen drohe ihm ein unmittelbarer Konflikt mit seiner Amtspflicht. Eine Genehmigung zur Annahme solcher Zuwendungen könne ihm von seiner Behörde nicht erteilt werden. Den bisher von einzelnen Bundesstaaten erlassenen Vorschrfften über die Genehmigungsbefugnis fehle die Einheitlichkeit und die klare Direktive, welche Art Geschenke ge- nehmigt werden können. Dringend notwendig sei, zu bestimmen, daß Geschenke von Lieferanten an Gemeindebeamte grundsätzlich von der Genehmigung auszuschließen sind. Einheitliche Dienst- Vorschriften über das Verhalten der Gemeindebeamten gegenüber Lieferanten sei dringend geboten, einfaches Verbot der Geschenk- annähme genüge heute nicht mehr. Daß bei einfacher Bc- amtenbestechung das Strafgesetzbuch den Bestechenden straffrei läßt, bilde für die Beamten eine ständige Gefahr. Zum Schutz der Ge« meindebeamten gegen unlautere Lieferanten müsse man Maßregeln vom Deutschen Städtetag und vom Reichsvcrband deutscher Städte erwarten. Die Hauptversammlung war mit diesen Forderungen einverstanden._ Die Sonderkohlenkartcn sowohl für Wasch« und Küchenzwecke wie auch für aus be- sonderen Gründen bevorzugte Erwerbszweige und Personengruppen werden an die in Berlin wohnenden Empfangsberechtigten in diesen Tagen versandt, soweit die vorliegenden Anträge bewilligt werden konnten. Zur Vermeidung vorzeitiger und deshalb unsachgemäßer Anträge tvird empfohlen, das Erscheinen der Richtlinien für die Ausgabe von Sonderkarten abzuwarten, welche in den nächsten Tagen in den Brotkommissionen zum Aushang kommen werden. Aus'ihnen werden sich die Unterlagen für etwa noch nicht gestellte Anträge klar ergeben. Der Zeitpunkt deS AnShangeS tvird demnächst veröffentlicht.>_ Dem Genossen BrunS wurde aus Anlaß seines 23jährigen Jubiläums von der Stadtverordnetenversammlung eine künstlerisch ausgeführte Adresse überiandt. Oberbürgermeister Mermuth, Bürgermeister Dr. Reicke,.Etadtverordnetenvorsteher Michelet, fein Stell- Vertreter Geh. Justizrat Cassel sandten mit Mitgliedern aller Frak- tionen Glückwunschtelegramme. Eine Fachabteilung für die Schuh- und Schäfte-Jndustric Groß-Berlins wurde am 1. Oktober beim Arbeitsnachweis der Stadt Berlin, Gormannstr. 13, eröffnet. Die Arbeits- Vermittlung erfolgt zunächst während des.Krieges werktäglich von 19—12 Uhr und ist für Arbeitgeber und Arbeitnehmer unentgeltlich. Fernsprecher Amt Norden 3691— 92, 3791— 97, 9764, 11 949—47. Wiederholung der Meldung deS gewevdlichcn Kohlenverbrauchs im November. Wie in den vergangenen Monaten fordert der Reichskommissar für die Kohlenverteilnng durch Bekannt- machung vom 22. Oktober 1917(„ReichSanzeiger". Nr. 231) die Ausstellung von Meldekaiten auch in der Zeit vom 1. bis 5. No- vember von allen gewerblichen Verbrauchern mit einem Bedarf von mehr als 19 Tonnen<209 Zentner). Wer die Meldekarten nicht rechtzeitig abliefert, hat keine Aussicht auf Belieferung mit Kohlen während des Monats Dezember, weil die Karten als Grundlage für die Kohlenverteilung dienen werden. Für die kommende Erhebung sind neue Meldekarten mit blauem Ausdruck und der Aufschrift„Novembermeldung" zu verwenden. Sie sind zum Preise von 15 Pf. das Heft und 3 Pf. die Einzelkarte erhältlich bei der Ortskohlen- oder Kriegswirtschaftsstelle, beim Fehlen einer solchen bei der Kriegsamtsstelle. Die Bestimmungen über die Ausfüllung und'Behandlung der Meldekarten sind im wesentiithen die gleichen wie bei der vorigen Meldung. Auf dem Umschlag der Meldekartenheste ist diesmal der unverkürzte Text der Bekanntmachung abgedruckt. Postanweisungen für deutsche KriegSgesangenc in Rußland werden bei der Oberpostkontrolle in Bern fortan nach dem ermäßigten Satze von 150,5 Schweizerfranken für 199 Rubel umgeschrieben. Gasversorgung der Wohnungen mit Zentralheizung. Die durch die Presse gegangene Notiz, ivonach Haushaltungen, die mit Zentralheizung oder Warmwasserversorgung versehen sind, oder denen eine Einrichtung zum Kochen mit Gas fehlt, nach erfolgtem Antrage des Hausbesitzers oder dessen Vertreter an die Gas liefernde Gasanstalt 15 Kubikmeter Gas über die auf 99 vom Hundert des entsprechenden Vierteljahrs 1916 beschränkte Menge Gas verbrauchen dürfen, trifft nur für Hänser zu, in denen die vorhandeni Warmwasserversorgung durch die Behörde eingeschränkt ist Märchenvorlesuag. Friedel Hintze wird-am Sonntag, de; 28. d. in der Oeffentlichen Lesehalle, Rnngestr. 25, Märchen vorlese» Eintritt frei. Ansang 4 Uhr._• Brotkartendtebstähle. Broikartendiebe sind wiede? eifrig und mit Erfolg an der Ar- beit. In der vorletzten Nacht wurde ein Einbruchsdiebstahl in da? Rathaus in Lichterfelde verübt, bei dem den Tätern 4909 Brotkarten und 8999 Reisebrotmarken in die Hände fielen. Die ge- stohlcnen Brotkarten tragen die Nummern 47 991 bis 51 999 der 31. Serie und gelten für die 141. und 142. Woche. Auch dem L a n k w i tz e r Rathause haben Einbrecher in der Nacht vorher eincit Besuch abgestattet, bei dem sie ebenfalls erhebliche Mengen Lebens- mittelkartcn erbeuteten. Anscheinend kommen bei beiden Einbrüchen dieselben Täler in Frage._ Lichtenberg. Lebensmittel. Der Umtausch der Rcichsfleischkarten gegen Bezugscheine sür Kolonialwaren findet nur vom 29. Oktober bis 3. November d. I. im Bureau, RathauSstr. 7, zweiter Aufgang, 2 Treppen links, Zimmer 8, vormittags von 9—1 Uhr, statr. Spälerer Umtausch ist ausgeschlossen. Inländische Zwiebeln zum Preise von 24 Pf. pro Pfund können auf Abschnitt 140 der Lebens- mittelkarte bis zu 1 Pfund auf den hiesigen Märkten entnommen werden. Da der Vorrat zur Zeit noch nicht ausreicht, die gesmnte Bevölkerung sofort zu beliefern, behält der bezeichnete Abschnitt so- lange Gültigkeit, bis alle Einwohner beliefert werden können. Weißensee. Lebensmittel. In der laufenden Woche werden 7 Pfund Kartoffeln abgegeben. Auf das Kopfstück der Brotkarte der 149. Woche können 125 Gramm Kriegsmus entnommen werden. vie welsche Nachtigall. Der Roman eines sterbenden Jahrhunderts. 2Z| Von R. France, Eine Stimme rief dazwischen: „Jawohl, in Jngolstadl sind genug DmigrSs!" Ein anderer krähte:' t „Mademoiselle de Dury, Lc Comte de Lacolonie"— „pereat, pereat", schrie man entrüstet durcheinander. Die Holzpitschen stießen zusammen und für den Augenblick war das Parlament da unten wieder zur Trinkstube geworden. Dann fuhr der Redner fort: „Aber wir ertragen ja geduldig alles, wir sind das einzige Volk, das einen dreißigjährigen Krieg ertragen hat, keine Knechtung ist unsereinem unerträglich, nichts ist in unsernl verdammten Nest so anstößig als ein aufrechter freier Mann. Denkt nur daran, wie sie bei uns den einzigen Professor, der hell nach Geisteslicht verlangte, unseren Weiß- Haupt außer Landes trieben." „Und Professor Widmont," schrie einer. „Vivant sequentes!" brüllte der Chor. „Außer Landes trieben und die Philister und Grund- suppenschwaben haben ihn damals ängstlich gemieden, als er von der Regierung in Verschiß war, das Kaufen von Brot haben sie ihm geweigert, die infamen Hundsfotte." „Lereat, pfui, mit dem Hiebcr auf siel" tönte es wüst durcheinander. „Weishaupt war ein Aufwiegler, er wollte die Republik," durchdrang eine sonore Stimme das Gekreische, in der Bcsl sofort das Organ des Solms erkannte. „Vivat Solms!— Pereat!— Schmeißt ihn hinaus!— Nein, er hat rcchtt brüllten die Studenten durcheinander. Der erste Redner sprang auf einen Stuhl so dicht am Tisch, daß das Auge Gottes ihn erkennen konnte. Er war erschrecklich bleich und zitterte am ganzen Leibe. „Silentium �.ssesseres", donnerte er,„laßt mich reden. Weishaupt, die edlen Märtyrer unserer Sache dürfen hier nicht verschimpfiert werden." „Pereat Solms!" kreischte noch ein Nachzügler. Solms fuhr auf, jemand hieb auf den Tisch— einen Augenblick schien es, als ob eine Schlägerei begänne. Im Tumult unterschied man nur den Edelklang aus Solms Kehle. „Ihr wollt Freiheit und gebt nicht einmal Redefreiheit, wenn einer anders denkt, als ihr!" „Er hat recht, er hat recht, hierbleiben!" schrie man. „Solms soll reden.— Erst Peißer. dann Solms." Und der Tumult, den Solms offenbar verlassen wollte, legte sich. Peißer, dessen Namen sich in Bcsls Hirn eingrub, sprach weiter: „Confratrea amicitiorum. Der Landauer hat uns endlich den wahren Text der Menschenrechte mitgebracht, den man unserent Volk unterschlagen hat— in den Häusern im Badi- scheu hat ihn die Polizei konfisziert, wenn ihn einer heimlich abgeschrieben hat— denn nicht einmal lesen soll unsereins, was andere frei leben dürfen." „Porlesen!" rief man. Peißer sprang wieder auf den Tisch, hielt das kostbare, unter Gefahren eingeschmuggelte Dokument hoch und begann pathetisch: „§ 1. Die Menschen werden frei und an Rechten gleich geboren und bleiben es. Die gesellschaftlichen Unter- schiede können ihren Grund nur in der allgemeinen Wohlfahrt haben. Z 2. Der Zweck aller bürgerlichen Verbindung ist die Erhaltung der natürlichen und unverjährbaren Rechte der Menschen. Diese sind(er las es mit tränenerstickter Stimme): Freiheit, Eigentum, Sicherheit und Widerstand gegen Unter- drückung." Ein begeistertes Vivatrufen, in das auch SolmS mit ein- stimmte, erscholl. „Ruhiger," mahnte eine tiefe, sympathische Stimme, „man könnte uns außen hören." Diesen angenehmen Tonfall hatte nur einer in der ganzen Stadt. Und der Lauscher, an der Decke erkannte ihn sofort. Der Professor Widmont war also auch zugegen. „§ Z. Der Urquell aller Souveränität ist wesentlich die Nation. Keine Körperschaft und kein einzelner Mensch'kann ein Ansehen geltend, machen, ohne daß es ausdrücklich von der Nation abgeleitet wird." „Aber der römische Kaiser ist von Gottes Gnaden!" krähte der Perifikant, mit dem Solms vorhin Händel hätte. Lautes Gelächter lohnte den Zwischenrufer. § 4. Die Freiheit besteht darin, daß man alles tun darf, was keinem anderen schadet." „Ich bitte ums Wort," schrie eine helle, jugendliche Stimme. „Laßt den Peißer reden" schrien andere.„Nein, erst de- battieren" bestand die Opposition.„Weiterreden,— debattieren" heulte man um die Wette. Offenbar übte auch das reichlich genossene Bier, das der Bartlkramcr fleißig herumreichte, seine Wirkung au?. Und es dauerte eine ganze Weile bis auch der endlich überschriene Peißer erklärte, er habe gegen eine Debatte nichts einzuwenden. BeSl stand leise auf, er mußte die vom Liegen steif ge" wordenen Glieder wieder einrenken. Vor Aufregung zitterte sein Unterkiefer. „Kagcrmaier", flüsterte er zu dem an seiner Seite ge- bliebenen Mehlhändler,„geh' er sofort zur Wache, meld' er sich bei dem Wachtmeister Schwabel auf nieine Verantwortung hin— ich lasse drei Mann Wache requirieren— die führ'. er aber ganz unauffällig her, zwei läßt er in den Hos, wo sie sich beim Ausgang verbergen, einen bringt er herauf." Dann legte er sich mit der vollen Würde der in ihm bedrohten Staatsgelvalt auf den Bauch und horchte weiter. Jetzt hatte es SolmS verstanden, sich endlich Gehör zu verschaffen. Ruhig, aber mit vor verhaltener Aufregung bebender Stimme sprach er: „Wohl schlägt das Herz im Busen hoch bei den Worten Freiheit und Menschenrecht." „Vivat Solms!" � trank ihm begeistert Peißer zu, sprang dann auf und küßte ihn trunken vor der ganzen Korona.' SolmS wehrte lächelnd ab. „Ausreden laffen. Eine solche Scharteke wie die Menschen- rechte vom 4. August ist ein bloßes Papier— denn nie kann sie Wirklichkeit werden." „Sie ist es schon!" riefen einige gleichzeitig. „Sie ist auf dem Papier Gesetz und wird es ewig bleiben. Denn die Menschen sind unglei»ch geboren. Der Sohn eines Hörigen kann nie die Erziehung und Veranlagung eines Sohnes der gebildeten Stände erreichen und wird alle Rechte, die man ihm un- bedachterweise gewährt, stets nur skavisch benutzen. Gebt dem Plebs von Rom das Recht Konsulc zu wählen und es tvird Plebejer zu Konsuln machen, die plebejische Gesetze bringen." Gsrtk. folgt.) Die Entnahme mux in den, Kolonialwaren�eschäst stattfinden, in welchem sich der Inhaber der Brotkarlc imcklugusl migcmelde! hat. JA der BcrlausZslclle Eaielcrstr. 2 werden siir jcdeZ Kind unter H Jahren 125 Gramm Schokoladcnpulvcr abgcflebcn. In der Ver- kaufSstelle PistoriiiSstr. 2t wird aus Abschnitt 16 der aufqerufcneii Eierkarte je ein Ei vcrabfolgtt Auherdem ist aus die Brotkarte der 141. Woche in der Zeit bom 1.— 3. November je eine Sauergurke zum Preise von 16 Ps. zu entnehmen. Britz. Lebensmittel. In der kommenden Woche gelange» in der Beckaiiftstelle der Gemciiide zur Abgabe auf Abschnitt?»: Dörr- aemiiie slM Gramm je Perion), 76: Weizengrieß Pfd. je Pers.l. 77: Bouillonwiiricl(2 Stück je Perl'.), 7S: Bieneuhouig(bis 4 Pen. 1 Pfd., über 4 Pen. 2 Pfd.). 79; ein Restbesland Käse sbis 4 Pers. 166 Gramm, über 4 Pers. 200 Graiuml, 80: Brotausstrich fßi°. 4 Pen'. 1 Dose, über 4 Pers. 2 Dosen), 81: Südfruchttnarmelade Sorte I . llOO Gramm je Per»'., ab Donnerstag bei den Kleinhändlern), 82: 1 Paket Streichhölzer ije Haushalt). 83; Va Pfd. Zwiebeln(für Haushalte von 1— 2200». 84: Sonderzuteilung, und auf Abschnitt 85: Nährhefe, Biandäl-sslcrschextrakt, Würztunke. ferner werben abgegeben: Pfeffer, Salz, Gurken, Salmiak- Waschmittel und Scheuertücher bezngschciiisrei nach Belieben. Grsß-Serliner parteinachrichten. Tcltow-Bceskow Bezirk Treptow- B a u m s ch u l c n w e g. Dienstag, abends 8ttz Ilhr, im Lokal von Ebcrt(früher Ringeltaube) in Treploio, Graetzstr. 1: Berichterstattung vom Parteitag in Würz- bürg mir anschließender Diskussion. Berichterstalter: Gen. Rudolf Wissel!. Gerichtszeitung. Ter Frauenarzt auf der Anklagebank. Im Disziplinarverfahren gegen Mar Henkel, den Direktor der Jcpacr Frauenklinik, brachte die iveitere Beiveisaufnabme viel neues, zum Teil sich widersprechendes Material. Während früher Assistenten Professor Henkels ihm das Zeugnis eines glänzenden und vorsichtigen Operateurs ausstellten, sagten Leiter und Assistenzärzte des pathologisch-anatomischeu Instituts aus, daß ihnen ein so unzulängliches Sektion smajerial wie aus der Klinik des Professors Henkel niemals vorgekommen wäre. Als Hauptsachverständiger wurde Gehcimrat Winter van der Uni- vcrsität Köingsberg vernommen. Er kam zu dem Schluß, daß die Jenaer Sänglingsabteilung über Einrichtnngcn ver- füge, die zu den neuesten Errungenschaften gehören. Sic entspreche gewiß nicht dem. Pas ans dem Gebiet ideal zu nennen ist, aber das gelte für die meisten Säugt ingsabteiliingen in den deutschen Uui- vcrsilätcn, die immex nur einen Teil ihrer Arbeit und ihrer Mittel siir diese Zwecke' zur Verfügung stellen könnten. Gegen Professor Henkel könne nicht der Vorwurf erhoben werden, er habe sich um die Säuglinge nicht genügend gekümmert. Für den Direktor der Fraucnklimk an der Universität könne die Behandlung der Säug- linge nur Nebensache, sein, da er ein zu großes Tätigkeitsfeld habe. Für trockene Windeln und gute Kissen sorgen, sei Sache des Pflege- Personals. Gewiß wäre es bester gewesen, loenn Professor Henkel nicht mehrere Säuglinge in einem Bett hätte untcrbriügen lassen, weil damit die Ucbcrtragung von Krankheiten sicher crschivert war- den wäre. Aber leider verfügten nicht alle deutschen Säuglings- stationen an den Universitäten für jeden Säugling über ein de- sondcrcs Bett. lTcr Verteidiger Weist daraus hin. daß Professor Henkel— vergeblich— um Vermehrung der Säuglingsbetten ein- »gekommen sei.) Der Sachverständige behandelte dann die Frage. ob die Diagnose Lungentuberkulose dem Arzte das Recht zur Unterbrechung der Schwangerschaft gibt. Bei schwerer Lungen- tuberkulöse gelte die Umerbrechung als erlaubt. Der Gynäkologe sei jedoch nicht zur Unterbrechung der Schwangerschaft bei psycho- logischen Erkrankungen berechtigt. Staatsanwalt Volk betonte, daß Prof. Henkel die Schwanger- schaftsilnterbrechungcn und schärfere Eingriffe aus sozialen Rücksichten vorgenommen habe. Prof. Henkel wies daraus hin, daß er nur in Fällen einer fortgeschrittenen Tuberkulose cingc- griffen habe. Geheimrat Winter äußerte sich, daß Schwaugerschastsuntcr- brcchungen aus rein sozialen Gründen aufs allerschärsste abgelehnt werden müßten, aber daß dies keineswegs ein allgemein an- erkannter Grundsatz der Wissenschast sei. Es gebe ernste Forscher, die in diesem Falle vereinzelt soziale Rücksichtnahme für den einzig gangbaren Weg halten, um eine Familie vor Not, Ver- clenduiig und Prostitution zu beivahrcn. Staatsanwalt Volk bc- tonte, daß die Kgl. Pr. Wissenschaftliche Deputation für das Medizinalwesen noch in der allerletzten Zeit den Standpunkt per- treten habe, daß der Arzt nicht berechtigt fei, die Unterbrechring aus sozialen oder rasscnhvgirniscbeii Gründen vorzunehmen, schon weil dies einen Verstoß gegen das Strafgesetz bedeute. Professor Senkel verwabrtc sich entschieden dagegen, ein Vertündcr der sozialen Rücksichten an sich zu sein. Bei der Schwangcrschait schwindsüchtiger Frauen meine er allerdings, daß gewisse Rück- sichten sozialer Act angebracht seien. �ugenöveranftaltungen. Arbeiterjugend Süden— Südwesten. Am Dienstag, abends 8 Uhr. in den Räumen Lindenstr. 3, 2. Hof I. III. Wichtige L c. s p r c ch u n g, wozu alle jugendlichen Arbeilcr und?lrbeitcrinncn ein- geladen iind. Wilmersdorf. Arbeiterjugend. Sonntag, deu 4. November: Besuch des Zoologischen Garten. Treffpunkt nachmittags 2 llbr, Wilbelmsaue, Denkmal. Jeden Dienstag: Mandolinenabcnd. Don- n c r s t a g: UnterhallungSabend bei Reuter. Gaftcincr Ecke Holsteinische Straße. Ansang abends ü Uhr. freireligiöse«Scnietnde. Sonntag, den 28.. Oktober, vormittags S Uhr, Pappclnllcc 15/17: Neukölln. Jdealkasino. Wcichselstr. 8: Ober- schönctvcidc, Wilbelminendosstr. 43 bei Otto Pomp: Freireligiöse Vorlesung.— Vormittags 101/, Uhr, Kl. Frankiurlcr Str.<5. Vortrag von Herrn Dr. Paul Arische: Ter moderne Mensch und setzte Sippe.— Gäste willkommen. öriefkaften der Redaktion. W. 100. Von der Hinterbliebenenrente werden die Beträge ab- gezogen, welche drei Monate nach der Todeserklärung als Unterstützung vom Reich und der Gemeinde gezahlt sind. Sie haben ein Interesse, den Tag der Todeserklärung nicht zu früh zu wählen.— Artillcrie-Kom- pagnie. 1. Ja. 2. Nein. ES müßte dann der LieserungSverband voll eintreten. 3. Der ZabliingSterinin wird erst durch BmideSratsbeschluß bc- stimmt.— Wrhrinanu P. i» Bade». Die HeimatSbehördc.— I. Ja. Bosporus. Da Sie hier gänzlich abgemeldet waren, kommt daS im AuS- lande verdiente Einkommen nicht zur Anrechnung. Es wird aber Ihr gegenwärtiger Verdienst als Grundlage genommen.— 6, P. 31. Sie haben kein Anrecht, aus eine höhere Kohlenkarte.— P. W. R. Nein. WetreranSstchten kür das niittlere NorddrntkMland bis Montag mittag. Im östlichen Küstengebiete ziemlich' heiter, in den anderen Gegenden überwiegend bewölkt mit leichten, im Süden etwas stärkeren Regensällen; Temperaturen wenig verändert. MMiMi n ni Wem. Mittwoch, den Lktober, al,end>S 8 Uhr, im Lehrer-Vereinshaus, Alexandersträße 41: General-Versautmlung. TagcSordn u.n g: 1. Jahresbericht: a) des Vorstandes, b) des Aufsich ISratS. 2. Bericht über die durch den VerbandSrcvisor vorgenonimeiic Revision. 3. Entlastung des Vorstandes. 4. Gcncbmigung der Bilanz. 5. Vcrtcibliig des Reingewinns. 6. a) Wahl voü sechs Aussichtsr atsmitgliedcrn, b) Wahl von Ersatzpcrsoncn. 7. Einträge. 106/14 K�nkum-Genosienschaft Kerlin und Umgegend cstigetragenc Genosjenschast mit beschränkter Hastpflicht. Idci- Vorstand. 0 Schnitze. W. Lamm. A. Minis. P. Müller. Der Aufsichtsrat. I.A.: F. Güttier. R. Junger UM- Der<5-i»tritt kann nur de» eingetragenen� Mitgliedern gegen Vorzeigung der braune» LegitimationSkarte gestattet werden. ift! ZeMer MMSM-MM. Verwaltungsstelle Berlin, �l öi, Linicilftraste 83—85 Gelchästszeil von 9— 1 Ubr und von 4—7 Uhr. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Sicnstag, den 30. Oktober, abends 8 Uhr, im Gcwerk- ichaftshans. Enzeluser 15: - Versammlung d. Autogenschweißer n.Schweißerinnen Tagesordnung: 1. Vc-.bmid-Zaiigelegenhcitcn. 2. Branchenangclcgenhciten. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitiniiert. Vollzähliges Ericheinen ist unbedingt eriordcrlich. t83'i0 Tic Ortsverwaltung. !- und verwuiidter ßerulsgeiiossen. Zafilsielle Berlin. GcschästSstclle; L. 54,MiiInckstr. 10, l. Fernspr.:?lmt Nordel/. 4518. Heute, Sonntag, deu 28. Oktober, nachmittags 2 Uhr: Kenv>'slve>'ssmiiiSiiiig im Gcwerkschaftshanst, Berlin SO 16, Engelnfer 15, -- Saal I.-- Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht vom 3. Quartal 1917. 2. Beschlußsassung über die fernere Gestaltung dc-Z paritätischen Arbeitsnachweises für das�braugewerbe in Berlin und Uingegend. 8. Verbandsangelegeiiheiten.. � Die wichtige Tagesordnung macht es jedem Mitglicde zur Ptlicht. in dieser Versammlung zu erscheinen Die in der Genoralvorsammtung gefaBten Beschlüsse sind wie stets für alle Mitglieder bindend. Kollegen, erscheint Mann für Mann in dieser Versammlung. Mitgiiedobuch oder Kontrollkarte berechtigt zum Eintritt. Vertsn�en 8« Gmst und portclrni unsere neue reichhaltige Preisliste aber IflDiiiliiaringnlkas. Ziebbirimmita, BOchir, Ssbmosk- sachaii.Feld- iirtikil vom Versandhaus ---:--> Durchhalten müssen wir, Durchhalten wollen wir, Durchhalten werden wir mit unseren Ledersohlen, wenn solche mit den gesetzlich geschützten Schonern: Halte durch r versehen werden. Auszug aus dem Gutachten des Königlichen Material-Prüfungsaftites Berlin-Lichterfelde vom 20. August 1917: 44/10» IHe Ortstvern ultone. ZenllMMM bei StttMKt MW. ZalilMtclle Uerlin. Bureau: Engcluicr 14/15, pari.— Tel.: Amt Morttzplatz Nr. 8430. Geöffnet: Vormittag oon 10—12, Nachmittag von 4— 7 Ilhr, TttuSsagnachmittag geschlossen.— Mittwoch, den 31. Oktober, abends S'/j Uhr: General- Versammlung bei Vockcr, Weberstraste 17. Tagesordnung: 1. Kassen-»lid GeschästSbcricht vonl dritten Quartal 1917. 2. ZlcischicdcncS. 170/13 IM« OrtBVftrwaltnnjf. Tueiilager 3. W. Secker, 5eydelstr.32 ( Spittelm arkt). Grabes Lager Seide, Samt, im Anzup-, Plüsch, Schleiersloffen toffen, Fattersachen. nhrli'. Jd-Haaljiüei jf*. I. 2Tm. c.!t cbUSf. IMa:! l.bmJnHtUi. !DOiialb.Vtr?.n.»iv.PcnciKiiI. n, .Salns', BKhu* CG.KwIuiBitr, F Tabak- AnVrelber. der schon längere Zeit als solcher tätig gewesen. '.'fort gesuch�. Zigarettentadriie 2 e g» r, Schönhauser Allee 8. Spezial-Arzt I>l. med. Hnwehe, Friedrichstr.SO Behaue!, von SNPHilis, Haut-, Harn-, Frauenleiden, spcz. chron. Fälle. Ehrlich-Hata-Ku- ren, schmerzlose, türzcste Be- Handlung ohne Berujsstörung. Dlutuntersuchung. Mäß. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden 10 bis 1 und 5— 8. Soinit. 11— 1. 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Berlin, Nollendorssir. 40 I. RheumatiöniuS nnd steife Schulter geheilt.— 7. Herr G. Ehrhardt. Gr.-Lichter-! fetde, Ringstr. 5Se. Ehronisches Hüftgelenkleiden wiederholt erfolgreich behandelt.— 3. Frau«. Ho- dorff, Berlin, Toldergerftr. 28/19. Nerven- n. Knochen- Hautentzündung— vollständig gelähmt— gehellt.—| 9. Fra» Preufi, Pankow. Dainerowstr. 54. Lungen- dlnten in 4 Tagen vollständig geheilt.— 1». Frau! E. Herzwann. SchSnrdcrg- Feurigitr. 51. Eiternde Fistel»ach Btinddarmoperatton geheilt.— II. Herr] E. Ritter, Friedenau, Sponholzftr. 55. Van Knie- gelenkleiden gebeilt.— 12. Frau A. Rohrniofer, Berlin, Breslauerstr. 1. AlteS fünfzehnjähriges Herz-> leiden geheilt.— 13. Herr M. Austner, Reinitken- dorf-SAeft. Antonienstr. 3 Kiesrrvcreiternng geheilt.f—! 14. Frau H. Hagel. Sachsenhausen b. Oranienburg i. M. Y UiiterL-Blutungeii und Nervenleiden gehellt.— � 15. Frau Ww. Fritschler, Berlin, Marienburgerstr. 48. Darmgcschwnlst geheilt.— 15. Frau des Herrn In- IpeklarS O. Heinrich, Berlin-Friedrichsfelde, Mager- Viehhof. Bon Gcb.-K»tct»ug geheilt.— 17. Herr Erich Bock. Berlin, Haveldergerstr. 15. Bon Niere»- I «nd Blasenleiden, ivasterfntt.t, allgem. grosser t Schwäche gebeilt.— 18. Frau Rcstaur. Hering, Berlin,; Schönhauser Allee 87. Bon Basedowscher Alrankheit; geheilt.— 19. Herr A. Brase. Bln.-Dempelhof, gricdrich-WIlhelmftr. 14. Schwere« Rückenmarkleidcn i mit Lähmung derBeine vollständig geheilt.— 20. Frau! E. Popp, BIn.-Ltchtenberg, Gärinerftr. Ils. Bon chron. Frauenleiden. Herzschwäche und Berftopfuug geheilt. — 21. Herr A. EchlaviN, Berlin, ifapririslr. 24. Bon! GesichtSIuPus geheilt; vorlicr mit Radium erfolglos! bchaiideit.— 22. Herr A. HrUwig. Bln.-Borsigwald?, j Ecnststr. 25. Von rv-aarngeschwulst, Berstopfuug nnd j Ncrvcnschwächelgeheilt.— 23. Herr Mich bandler Elkert, j Berlin, Greisenhagenerftr. 25. Bon gichtisch rhenmattschen j Schmerzen in Bein und Fuhgelenk geheilt.— 24. Herr Gastwirt«. Michaelis, Eharlottenbnrg. Wallsir. 87. � Bon chrontichcm Leberleiden nnd Gelbsucht geheilt. — 25. Frau M. Knorr, BI».-Lichtenberg,©charn-> wcderstr. 62. Bon Herzschwäche, Leberanschweitnug! und Magenkrebs geheilt.— 25. Sohn Paul des WetaenstellerS Herrn Wilhelm Haffuer, Bln.-Weitend, I BeamtenhauS. Bon schwerem Betnletden geheilt.! Bein sollte abgenommen werden.. 249/15- � Brleflldfle Original Anerkennungen von uns geheilter Patienten stehen im Wartezimmer der Anstalt auf 1 Wunsch zur Einsicht.* Getrennte Behandlungsräume für Damen und Herren I H Sprech- und Behandlungszeit: 9—1,'4— 7'/r— Sennlag und Feierlag: 9—1. Die ärztliche AnstaltSleitnng: Hetlaiistaltsbesiver Professor p. approbiert im SluSland öerlin 80. l6, Lrückelistr. lt)d am liabnbof 4a»aava'lt»bi-ßokv. zur Besteliung für Deckt und Frijalrl | Besichtigen Sie das (Qartenboden) zum Gemüse- und Kar- toffelbari U.Obstanlagen, auoK Wnldgrundstüoke, direkt am Bahnhof Seegefeld beginnend, 20 Minuten abCharlottenburg und Jungferuheide, die meist. 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Südwest � Zimmer, Willi, Maurer, Bez. Neukölln. Ehre ihrem Andenken! 147/9 Bie örtlielic%cr«al»ie 241/1 veuticher Metallarbeiter- Verband. Verwaitungsstsllo Berlin. Nachruf. Ten Mitgliedern zur Nach- richt. daß unser Kollege, der Former Wilhelm Nabel JnvaliScnstr. 131, am 23.<£>ftobcv gestorben ist. Ehre seinem Andenken k 133)18 Die Ortsverwattung. freier Sängerdior RU-Gllenidie. Als Opfer des Weltkrieges siel am 7. Oktober unser bravcS Mitglied, dcrKranken- träger 249/6 Gustav Schröder. Stumm ruht der Säuger! hauten, besuchen Sie.bitte.dcn jj MiMMW neu, massiv, Waschküche, Stallungen, 2 Morg, gut. Booen. 1 gute Milchziegc, j Schwein, mit/ voller Ernte iür 9000 M. bei 3— 4000 M. Anzahlung zu verlaufen. Otto Gustke, Wilhelms- lal b. Pascwall i, Ponnn. Telephon Jatznick Nr. 8. Bahnstalion SamUörde. Spezialarzt' Dr. med. I-aabs beb. schnell, griindi., möal. schmerzlos u. ohne Berus-stör. Lesohleoblsbranhlisit., geheime Haui-;- Harn-. Frauenleiden, SchwSche. 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Vorwärtsspedition Moabit, Wilhelmshavenerstraße 13, von 11—146 und 146—7 Uhx.______________* Frauen zum Zeitunasaus- tragen sucht„Vorwärts-Ans- aabestelle Mt-Boxhagen 50, Laden.* Botenfrau wird eingestellt. Vortbärts", Eharlottenburg, Scsenhcimerstraße l._* ZeitungSausträgeriunen werden sofort eingestellt„Vor- märts". Spedition, Markus- straße 30.___* Botenfrauen verlangt sofort Ausgabestelle Berlin-Westcn, Blumenthaistraße 8, Hos, par- tertc bei Stolpmann.* Zeitungsfrau verlangt„Vor- wärts"- Spcdifion Neukölln, Sicgsriedstraße 28/29._• ZeitungSträgeriu sofort verlangt Spedition Lichtenberg, Wartcnbergstraßc 1, Laden.* Botensraucu verlangt sofort Ausgabestelle Greisenhagcner- straße 22.__* Frauen zum Zcitungsaus- tragcn stellt sofort ein„Bor- wärts"-Spedition, Ackerftraße 171, am Koppenplatz.* stellt sofort ein: „Union" Baugesellschaft auf Aktien Neubau Kabelwerk Vogel, Köpenick, Friedrichshagener Strafte. Zu melden beim polier Vatterodt. lOiA* 8c!il088ei' sofort gesucht. David Grave, G. m. b. H., eharlottenburg, Kaiserin-Augusta-Allee 86. Pnnf5nn Keksfabrik, S Oniieri Fahrstuhl, Heizung, verlangt Baerrnann, Charlottenburg, 6uerickestr.21. Elkktromonteure für Starkstrom, nur selbständige, stellt ein Karl Vtilkel, Luckauer Str. 13. Zimmerleute, Eisenmonteure, auch Urlauber» sür Berliner Vorort, stellt ein 238110 Adolf Sonnenfeld, Bauausführungen, Schelllnsatr. 5. Äkllmchkr -us Plattenwagen verlangt. Meldungen zwischen 8 und 9 Uhr morgens. 120L tl-rli«,?-�« verlangt HdscuIiis, Metall- gießerct, Wienerftr. 18. 7692* Portier. Für unser Haus 1, tt n e- bürg: er»tr. XX suchen wir einen gewisseuhaften ver. heirateten Portier i» dauernde Stellung, auch Kriegsbeschädigten. Bor- stellungen nachmittags 1—0 Uhr erbeten. Braeoh d Rothenstein. CArtler anf Armaturen sticht Armalurcnsabrik sür Automobil- und Flugzeugbau, Stargarder Straße 71, Eisendreher, Maschinenarbeiter, Fräser, .Hobler, Maschinenschlosser, Maschinenarbeiterinnen gesucht. 799L Wo-Mst, lüotot- und MmoMiiu G. m. b. H.. Berliu-Hohenschönhausen, Werncuchencr Strafte.> Mehrere tüchtige Clfcu- dein- und Gummidrcchsler verlangt ESko, FricdrichShageu. Seestr. 42. L* Lansmädchen wird verlangt. 773L Frank, Hahle, Bloch u. Tu. G. m. b. H.. Berk. UV 7, Dorotheenstr. 20 Zuleger Metallgießerei, Wiener Str. 18. Uhrmacher verlangt für Reparaturwerkstatt; solche, welche an selbständiges Arbeiten gewöhnt sind, werden bevorzugt. Deaiselilund, Uhren-Maiiufaktur.Beuthst.l. für Tagosarbeit von 7 Uhr vormittags bis 6 Uhr( abends und Abendarbeit von 6 bis 11 Uhr abends i aJOT* suchen für sofort i Chemische Werke Florian& Co.,! Borlin-Itrltz. Chaa«.ee«tr. 08.[736!)* i �3 Orößere Anzahl Sehinjeden.Sebirrmeister anf etnfaehe Unfel.cnarbelten(Heeresarbeiten) sofort und später verlangt | Alex. Herman Q. m. b.H., lsT,20, Pankstr. 29 und 2971,* Berlin-Tempelhof, Kaiser-Wilholm-Str.lO/ll r, Präzisionsschlosser sofort gesucht. WeiBeiiHee, Schderstr. 30—25. 96/1* Odeon-Werke. Bauarbeiter <--» Bauarbeitcrinnen f �gesucht. M Neubau Rv. 96/3* Garowerke, Lichtenberg, Rittergutstraße 40. � 1> Flotte, tüchtige � Frauen and Mädchen Terlanzgea««fort dl« Cttemiseben Werke Florian& Co. Berila-Brlt« S03L Chausseestraße 68. stellen ein 3712* HüttoerkeTempelbofAJeyer Bcrlin-Tempelhof, Germania itraße Nr. 115/146. Former i Kernmacher! Osenlente Pntzeruud Hosarbeiter! sosort gesucht. 630L' 8tgli>vsi!l öotkö, Berlin-Wcißense« l am Jndustriebahuhof.i Tischler auf JnueuauSdnu verlangt «farat-bl. Crouicnftr.lZö. W-mlells fi'/Lt"""' «tenzel, Passauer Str. 39 I* WeckM oder Hetzer, die Zentralheizung (Niederdruck) schon bedient haben, zum sofortigen Antritt gesucht. Braeak«! A ftosr. Kommoudanrenfir. 12/13. Ouergeb. Iii 7736 t Siegreiches Vordringen am oberen Ifonzo. Der erste Tag öer 12. Isonzoschlacht. Von unserem Kriegsberichterstatter Dr. Adolf Köster. O e st l i ch T o l m e i n, 24. Ottober, abends. Die Nacht vor dem Angriff wer kalt und nebelig. Ein feiner Tvrtihregen ging über das Becken von Tolmein nieder, als Punkt Z Uhr die Vergasung der italienischen Batterien und Linien drüben am anderen Ufer dcS Ifonzo begann. Auf der schmalen Anmarsch- straße längS des Bacca-Bachcs drängten sich im Finster» Reserven und Kolonnen. Hunderte von versteckten Batterien und zahllose Minenwcrfer lauerten in den Wäldern und an den Abhängen auf den Beginn der Artillerieschlacht. Punkt S Uhr Z0 sehte unser Zerstorungsfeuer ein. ES regnete in Strömen. Bon einem un- gcfähr Süll Meter hohen Ausläufer der Kobilnia Glava aus direkt über Tolmein sahen wir das Feuer von über tausend Geschützen v lötzlich durch den Nebel breche«. Unsere Arttllerie schob ohne jede Luftbcobachwng. Kein Flieger am regengranen Himmel. Unsere Fesselballons hingen hoch über den Bergen im Nebel. Ab und zu zerriß der Wind die Wolken und zeigte den grauen reißenden Ifonzo zwischen herbstliche« Bergwäldern. Di« Feuer svien, ändert- halb Stunde» trommelte unsere Arttllerie vom kleinen Minen- werfer im vordersten Graben bis zum schwersten Mörser auf die feindlichen Stellungen im Tal bei Woltschach und an den Abhängen des Kolovrat, der Jcza und des Mizlivrh hernieder. Der Gegner antwortete kaum. &-V—'MsM' ___ i /öt, tn-B. vrs Die Kämpfe zwischen F/ifscb und Auzza Um 8 Uhr morgens, immer noch bei strömendem Regen, erfolgte der Jnfanterieangriff. Bom schneebedeckten Krn im Norden bis südlich des LrückenkovieS von Santa Lucia iah man. wie die Feuerwalze der Lerbündeten langsam vorwärts rückte. Bald zeigten die ersten Leuchtraketen in den steil aussteigenden Wäldern, daß die erste feindliche Linie genommen war. In de» Botteriebeobnchtungen liefen die ersten Meldungen ein. Schon 8 Uhr 4Ä Minuten hatten deutsche, in der Talsohle des Jsonzo von Tolmein aus flußaufwärts operierend« Truppen das Dorf G a- brij« genommen. Anderthalb Stunden später drangen sie in B o l a r j e ein, besetzten den Brückensteg südöstlich dieses Ortes und drängten den fliehenden Gegner in Richtung Kamno weiter nach Norden. Durch dieses schneidige Borgehen wurden die nörd- lich des Jsonzo am K r n und Mrzli Brh sitzenden Italiener im Rücken bedroht. Eine hier hoch oben im teilweise schneebedeckten Gebirge kämpfende österreichisch-ungarische Gruppe hatte den Gegner aus seinen ersten Stellungen geworfen und drängte ihn nördlich und südlich beb Kr» nach Westen ab. Punkt Ist Uhr konnte sie die Besetzung der 1231 Meter hohen Leskovca Planina melden. Die zwischen ihr und der deutschen Talgruppe eingeklemm- tcn Italiener wurden fast restlos gefangen genommen. Schon bis Mittag hatten wir über bvstst Gefangene und zahlreiche Gcschübe nach hinten gebracht. In wenigen Stunden war dos Krn- Massiv dem Gegner entrissen. Der Regen ward dichter. Zeitweise konnte man im Tal nicht Istst Meter weit sehen. Das Eadornawetter erschwerte die Opera- tionen der Berbündetcn, aber es hinderte sie nicht, sondern auch a n den Abhängen des Kolovrat rückten unsere Leuchtstgnale Schritt um Schritt vorwärts. Was hier deutsche Gebirgstruppen und Jäger am heuttgen Vormittag in wenigen Stunden geleistet haben, grenzt ans Unmögliche. Der Kolovrat ist ein durchschnittlich über Iststst Meter hoher, von Nordwest nach Südost streichender langer steil abfallender Gebirgszug jenseits des Ifonzo. Er be- herrscht in jeder Beziehung das gesamte Kampfgebiet im Räume von Tolmein. Nachdem die an seinem Fuß gelegenen ersten italieni- schcn Linien genommen waren, haben unsere Truppen dieses Massiv von löst auf 120st Meter kletternd unter starker feindlicher Gegen- Wirkung erstiegen. Zwei Stunden nach Beginn des Angriffes war die 577 Meter hohe Leisce-Spitze genommen. Bald darauf fiel nach hartnäckigen Kämpfen die Höhe 732 in unsere Hand. Diese beiden Ausläufer de» Kolovrat stoßen im schwer befestigten Punkt 1114 zusammen. Er und der benachbarte Häfnik sind im Laufe des Nachmittags gestürmt worden. In Foni, auf dem Nordhang des Kolovrat, hat, wie eine eben eingetroffene Meldung besagt, eine GebirgSabteilung mit drei Mann Verlusten IS Ge- schütze, darunter 13 schwere, erbeutet und 35st Mann Gefangene gemacht. Im Lause des Rachmittags geht esanderganzenFront weiter vorwärts. Die italienische Artillerie ist allmählich aufgetaut. Man sieht über einigen unserer Batterien Schrapnells planen. Sperrfeuer in den Wäldern östlich des Jeza sucht das Bor- dringen unserer Südgruppe aufzuhalten. Unsere eigene Artillerie arbeitet den ganzen Tag wie aus unerschöpflichen Bor- röten. Der Intensität ihreS auf dem westlichen Kriegsschauplatz zu höchster technischer Bollendung entwickelten Betriebes gegenüber sind die Italiener machtlos. Besonders unser Abrirgelungs- f e u e r wirkt hervorragend. Ganze Komvagnien laufen zu unS über, ohne daß die Infanterie einen Finger zu rühren braucht. Unsere Verluste waren bis jetzt minimal. Tic Italiener scheinen schwer erschüttert. Eingelaufene Gefangenrnmeldnngen be- sogen, daß sie vollkommen überrascht, andere behaupten, daß sie durch dreitägige Alarmbereitschaft total übermüdet seien. Slus dem Kampfraum von Flitsch treffen günstige Nachrichten ein. Unsere in der Talsolc arbeitende Gruppe hat um 1 Uhr K a m n», um 2 Uhr 3st Minuten I i d e r s c o und um 3 Uhr Karfreit am Jsonzo erreicht. Der Regen hat etwas nachgelassen. Tolmein liegt auf einige Augenblicke klar zu unser» Füßen. Tie Berghängc drüben rauchen. Unsere Mittelgruppe ist so weit vor- wärts, daß sie beginnt, ihre Fcldartilleric nachzuziehen. Im Süden ist C a» c e genommen, llcberall wird in der zweiten italienischen Hauptstellung oben im Gebirge gekämpft, die teilweise schon ge- nommen ist. Unter den Geschützen werden einige Kavernen g e s ch ü tz e gemeldet, die die Italiener in Felslöchern einzulassen pflegen. Gegen K Uhr füllt sich das Tal wieder völlig mit Nebel. Durch das Dunkel brechen die roten Feuer der Geschütze wie am Morgen. Die Schlacht ist noch nicht zu Ende, aber der erste Tag war ein Sieg. Als wir auf die Tolmeiner Straße hinabsteigen, marschieren lange Z ügc von Gefangenen ostwärts. End- loS wälzt sich der Sttom unserer Kolonnen und Trnppcn den Siegern nach. Dr. Adolf Köster, Kriegsberichterstatter. » Italienischer Heeresbericht vom 26. Oktober. Die feindliche Offensive gegen den linken Flügel unserer Truppen an derJulischen Front, die durch mächtige Massen von Feinden genährt wurde, hielt in der Nacht zum 25. und den gestrigen Tag über mit äußerster Heftigkeit an. Vom Monte Maggiore bis we st lich von A u z z a mußten wir aus unserer äußersten Linie weichen, und in« folge dieses Zurückgehen« mußten wir zur Räumung der Hochfläche von Bainsizza schreiten. Oestlich von Görz und auf dem Karst ist die Lage unverändert. Bern, 26. Oktober..Eorricre Kella Sera" meldet aus dem Hauptquartier: Die Offensive der Mittelmächte ist voller Wucht und Hartnäckigkeit entfesselt. Sie zeigte sich sofort als eine der größten Anstrengungen, die der feindliche Bund während de? Krieges gemacht hat. Die Schlacht tobt mit unerhörter Heftigkeit vom Rambon bis zur Hermada und ist in ständiger Steigerung be- griffen. Der stärkste Druck erfolgte am Brücken köpf von Santa Lucio und am Bergstock de§ Monte Nero. Ueber die Entwicklung der gesamten Kampshandlung kann man noch nichts sagen. Wenn aber die aus Grund der allgemeinen Laße ge- machten Berechnungen richtig sind, darf man annehmen, dag die Schlacht an den großen, seit geraum er Zeit borge- sehen«» Wider st andSIi nie» zum Stillstand kommt. Neuer Schutz öer Hinterbliebenen von Munitionsarbeitern. Die Wirkungen der Knegsarbeit haben in zahlreichen Fällen erhebliche gesundheitliche Störungen bei Arlieitern ausgelöst, für die bisher ein versicherungsrechtlicher Anspruch nicht begründet war. Es ist namentlich in Betrieben der chemischen Industrie vorge- kommen, daß bei der Herstellung von MunitionSswsicn Vergiftungs- fälle eingetreten sind, die nach der Rechtsprechung der Unfallvcr- sicherung als Gewerbekrankheiten, nicht aber als die Einwirkung eines in kurzen Zeiträumen eingeschlossenen Ereignisses, eines so- genannten Betriebsunfalles, anzusprechen sind. Ten dieser Art Geschädigten und ihren Hinterbliebenen fehlt damit jede Möglich- keit irgendeines Unterstützungsanspruches. Der Bundesrat hat nunmehr durch eine Verordnung vom 12. Oktober 1S17 bestimmt, daß bei der Gesundheilsschädigung einer gegen Unfall versicherten Person bei Herstellung von Kriegsbedarf durch nitrierte Kohlen- Wasserstoffe der aromatischen Reihe sz. B. Dinitrobenzol, Trinitro- loluol, Trinitroanisol usw.). die den Tod des Versicherten zur Folge hat. Sterbegeld und Hinterbliebenenrente unter entsprechen- der Anwendung der Vorschriften der Reichsversicherungsordnung auch dann zu gewähren ist. Es braucht also der Tod nicht die Folge eines Unfalles zu sein. Auch der als Folge einer ollmäh- üchen Einwirkung dar genannten Stoffe cmgetretenc Tod gibt den Entschädigungsanspruch. Die Berordung gilt rückwirkend für die seit dem 1. August löll eingetretene,» Todesfälle. Die Frist zur Anmeldung von An- sprächen aus zurückliegenden Todesfällen läuft frühestens mit dem !. Februar 1918 ab. Soweit Ansprüche aus Sterbegeld nick» Hinterbliebenenrenten, die seit dem l. August 1914 rechtskräftig abgelehnt worden sind, weil die schädigende Einwirkung der oben- bezeichneten Stoffe nicht die Folge eine« Unfalles getvesen ist, vcr- üegen, hat der Versicherungsträger erneut zu prüfen. Wenn diese Prüfung zu einem dem Berechtigten günsttgeren Ergebnis führt. aber auch auf Verlangen des Berechtigten, mutz ihm ein neuer Bescheid erteilt werden, gegen dessen Inhalt die Entscheidung der rcchtsvrechenden Instanzen der Arbeiterversicherung angerufen werden können. Fraglos bewirkt diese Verordnung eine wesentliche Verbesse- rung der Rechtslage der Hutterdliebenen. Aber dieser Fortschritt, der hinsichtlich des Schutzes hex Hinterbliebenen erzielt ist, ist hoch immer nur ein sehr beschränkter.� Der Schutz erstreckt sich nicht auf die durch die obengenannten Stoffe geschädigten Arbeiter und Arbeiterinnen, die nicht den Tod erlitten haben, sondern nur in der Erwerbsfähigkeit beeinträchttgt find. Aus welchen Gründen die Versicherten selbst von diesem Schutze ausgeschlossen sind und dieser lekkiglich ihren Hinterbliebenen gewährt worden ist, entzieht sich jeder Beurteiluna. Ein innerer Grund dafür ist in keiner Weise gegeben. Nachdem nunmehr im Prinzip anerkannt worden ist, daß es sich bei diesen Gesundheitsschädigungen um solche handelt, die zu tragen den Betroffenen nicht zugemutet werden kann, muß natürlich verlangt werden, daß dieser Schutz sich auch auf die Versicherten selbst erstreckt. So, loie die Verordnung er» gangen ist, ist sie nur ein Stück- und Flickwerk, da? wieder, wie es vielfach in ähnlichen Fällen geschehen ist, die offenbarste Lücke in den gesetzlichen Vorschriften zustopft, aber nicht in erschöpfender Weise eine Regelung der ganzen Materie vornimmt. Weiter aber auch ist nicht verständlich, weshalb nur die Schädigungen durch nitriert« Kohlenwasserstoffe der aromatischen Reihe Anspruch auf Entschädigung geben sollen. Auch durch anders Kriegsgifte sind solche Schädigungen erfolgt. Auch auf sie ist der Entschädigungs- anspruch auszudehnen. Wir erwarten, daß die Verordnung möglichst bald nicht nur in diesem doppelten Sinne ergänzt wiro, und zwar ebenfalls mit rückwirkender Kraft auf den 1. August 1914 zurück. die kommenden Steuern. Noch kein endgültiger Plan der Negierung. Berliu, 26. Oktober. Ueber die zukünftigen Steuerpläne des Rcichsschatzamtes schreibt die„Nordd. Allgein. Zsitung": An das Rcichsschatzamt gelangen täglich Anfragen, ob diese oder sene Steuer, dieses oder jenes Monopol in der künftigen Steuergesetzgebung enthalten sei. Auch an die Ver- nehmung von Sachverständigen oder an die Einholung von Gutachten knüpfen sich häusig Erörterungen über die zukünf- tigcn Pläne des Reichsschatzamtcs. Aus diese Anfragen und Gerüchte ist zu sagen, daß im Reichsschatzamt alle Steuer-, Monopol- und Be- »virtschaftungsmöglichkeiten durchberaten werden. Jeder Stetzervorschlag wird nach semer technischen Durchführung, seinen finanziellen Erirägnissen, wie auch nach seinen volkswirtschaftlichen und all« geinein politischen Wirkungen geprüft. Wie der Generalstab alle Kriegsmöglichkeiten, die nur denkbar sind, in seinen Plänen Vorsicht, so mutzte auch das Reichs- schatzamt alle Steuer Möglichkeiten in den Kreis seiner Betrachtungen ziehen. ES gibt eben keine Steuer und kein Monopol, das nicht zunächst einer theoretischen Erörterung unterzogen würde. Aber ebenso wenig gibt eS eine Steuer, über die schon ein e n d- gültiger Beschlutz gefaßt worden wäre. Auch die Steuerpläne des Auslandes, insonderheit der Verbündeten Länder, werden verfolgt, um die Rückwirkungen auf die Finanzen und die Bolkswirtschaften jener Länder zu erkennen, und um gegebenenfalls für die eigen« Steuergesetzgebung daraus zu lernen. Kombinationen über diese oder jene beschlossene Steuer, über dieses oder jenes zur Einführung ge- langende Monopol greifen daher den Tatsachen vor. Zu Beunruhigungen, die aus den Gerüchten entstehen, liegt also keine Veranlassung vor._ Konservative Spießgesellen. Der von uns gestern veröffentlichte Brief eine« konservativen Abgeordneten an Herr» v. Heydebrand. findet in der Presse der Linken allgemeine Beachtung. Die Blätter sind sich darüber einig. daß die Einführung»ineS ständische» Wohlrechts das Gegenteil einer Einlösung des Wahlrechtsversprechens bedeuten würde. Da« gegen hält sich die frcikonservalive.Post' für verpflichtet, den von uns Gekennzeichneten hilfreich betzuspringen. Sie schreibt: Der.Vorwärts' übt an diesem Briese allbewährte Ver« drehungskünste von neuem. Er spricht davon, das König«- wort solle ins glatte Gegenteil verkehrt werden, da« berufsständische Wahlrecht sei ein Hohn auf alle Gleichheit und schiebt sidließlich dem Briefschreiber unter, er verlange von Dr. Michaelis, er solle sich an der„Inszenierung eine« freventlichen Wort« b r u ch S" beteiligen. Wer den Brief ohne Vorein genom« menbeit liest und sich von der typographischen Aufmachung des.Vorwärts" mit Fett« und Sperrdruck unabhängig machen kann. wird gerade aus diesem Brief herauslesen, daß sein Verfasser ketneSlvegS daran denkt, eine gesunde Wahlreform zu hintertreiben, sondern daß er im Gegenteil eine positive Mitarbeit der Konier« vativen an der Wahlreform wülischt. Daß' er eine ständige ssoll wohl heißen: ständische. Red. d.„B") Vertretung des Volkes for« dert, ist ebenso sein gutes Recht, wie es der.Vorwärts" für sich in Anspruch nimmt,»venu er die demokratische Gleichmacherei predigt. Der Vorwurf der Verdrehung ist ein starkes Stück. Kein Mensch mit fünf gesunden Sinnen wird sich die Einsicht nehmen lassen, daß es die Inszenierung eines freventlichen Wortbruches bedeutet, wenn eine gewisse Seite statt des verheißenen allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts ein erzreaklionärcs, mittelalierliches BerusSwahlrecht unterschieben will. Die Konservattven haben selbstverständlich das Recht, von sich aus zu fordern, was sie wollen. Wir haben uns allein gegen die Dreistigkeit gewendet, die Erfüllung dieser rück- schrittlichen Forderungen als eine Einlösung deS königlichen Wahlrechtsversprechens auszumünzen. Der ver- dächtige Eifer der„Post" für ihren konservattven Spießgesellen be- weist bloß, daß sie feinen Plänen nicht sehr fern steht. Ein Dementi tzelfferichs. Durch W. T. B. wird folgende Meldung verbreitet: Da« „Berliner Tageblatt" berichtet über eine Unterredung, die der Reichstagsabgeordnete Haußmann im Austrage der an den inter- fraktionellen Besprechungen beteiligten Parteiführer am DonnerStag- nackmittag mit dem Stellvertreter des Reichskanzler« StaatSminister Dr. Helfferich gehabt hat. Daß eine solche Unterredung stattgefunden hat, ist richtig. Die Angaben de«„Berliner Tageblatt«" über den Inhalt dieser vertraulichen Unterredung sind unrichtig. Letzte Nachrichten. Wekerle bleibt. Budapest, 27. Oktober. Die Regierungsparteien hielt«» heure mittag eme Konferenz ab, in der der Ministerpräsident Wekerle und andere Minister erschienen. Nach einer Rede de« Wahlrechts- Ministers Vaszonyi erklärte der Ministerpräsident Wekerle. daß das Kabinett nicht zur Demission geneigt sei. DaS Kabinett fühle sich mit dem Minister des Innern solidarisch. Die Versammlung be- schloß unter der Zustimmung der Regierung, dafür zu sorgen, daß die Antwort des Ministers des Innern Ugron sobald wie möglich auf die Tagesordnung des Abgeordnetenhauses gestellt wird. Regierungskrise in Spanien. Madrid, 27. Oktober. Havasmcldung. Das K ab i- nett ist zurückgetreten., Troelstra über die Stockolwer Konferenz. Amsterdam, 27. Oktober. Bor einer großen Bersammlung im Amsterdamer Konzertgebäudc hielt der Delegierte Troelstra feine mit Spannung erwartete Rede über dir Stockholmer Konferenz. Er führte die Gründe an, die zur Stockholmer Konfcrenz führten und erklärte, daß die Berweigcrnng der Pässe seitens der Entente auf die Furcht vor dem wachsenden Sozialismus zurückzuführen fei. Er hob al« wichtigstes Resultat Stockholm« die Widerlegung der Behauptung von der toten Internationa lc hervor und betonte, daß die Teilnehmer an der Konferenz keine übertriebenen Hoffnungen hatten, daß st« vielleicht nach ein paar Monaten mit einen FriedenStraktat in der Tasche nach Hanse kommen würden. Wir haben unser Program.m der Welt verkündet, sagte er, und sind jetzt jeder Berant- wortung ledig. DaS Werk muh jetzt von den«rbäitrnden Klassen aller Länder vollendet werden. Troelstra ging bann auf die Erklärung des Staatssekretärs von Kühlmann über Elsaß- Lothringen ein. Nachdem Troelstra»och hervor- gehoben hatte, daß die Revolution des Proletariats nicht durch Ans- stand und Widerstand gedeihen könne, schloß er feine mit große« Beifall anfgenommene Rede.___ Der amerikanische Arbeitcrverband und die Friedeusfrage. Washington, 27. Ottober. fReutermeldung.) Der Poll- zugsausschutz des amerikamsckcn Arbeiterverbemdes lehnte es ab. an der internationalen Konferenz sozialistischer Arbeiler, die durch die Russen vorgeschlagen war, teilzunehmen mit der Begründung, daß eine solche Konferenz unzeitgemäß sei und keine guten Ergebnisse haben könne. Der Kabclbohkott gegen Holland. Haag, 27. Oktober. Das Korrespondenzbureau meldet: Der britische Gesandte erklärte in einer Unterredung, daß der Ausschluß Hollands vom Kabelverkehr exst aufhören werde, wenn die Zufuhr von Saird und Kies auf- höre. Die britische Regierung denke nicht an eine schirds- gerichtliche Austragung. Auch Amerika werde keine Lebens- mittel nach Holland ausführe«, solange diese Frage nicht nach dem Wunsch der Entente geregelt sei. SewerkschaflsbcwMng verlin und Umgegend. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Die Filiale Groh-Berlin hielt am Donnerstag ihre Generalversammlung ab. Der Verbandsvorsitzende H e ck m a n n referierte über das Thema:.Der Gemeindearbeiter-Berband im Kriege" und zeigte eingehend, wie wirksam die Interessen der Mit- glieder auch im Kriege durch ihre Berufsorganisation vertreten worden sind. Nichts blieb unversucht, um die Löhne mit den Lebensverhältnissen einigermaßen in Einklang zu bringen. Daß dieses Bestreben nicht obne Errolge geblieben ist, zeigt die Tatsache. dag in den drei Kriegsjahren 18 Millionen Mark an Aulagen für die städtischen Arbeiter herausgeholt werden konnten. Allerdings ist beachten, daß diese Zulagen nur provisorischen Chaiakter tragen, indem sie als Teuerungs-, Konjunktur- und Kinderzulagen gewährt worden stnd und somit gelegentlich wieder ausgehoben werden können. Es muß darum alles Interesse darauf gerichtet sein, diese Zulagen als Lobnzulagen bestätigt zu sehen. Als Grund- läge der Lohnzahlung soll einzig und allein die geleistete Arbeit gelten. Die Zulagen zur Niederbaltung der Löhne zu benutzen, sei nicht sozial gehandelt. Nicht Wohltaten, sondern angemessene Arbeits- entlobnung sei zu fordern. Für die Kriegsteilnehmer hat der Verband ebenfalls nach Krästen gesorgt. Allein an Untersiützungsgeldern hat der Verband während de» Krieges bis 1. September d. I. 1>/z Millionen Mark ausgegeben. Ferner bat der Verband in der Arbeitszeit- Verkürzung mit Erfolg gewirkt. Trotz des Krieges zählt die Organisation heute 80 149 Mitglieder, ihre W�bekrast hat demnach nicht nachgelösten. Dem mit allseitigem Beifall aufgenommenen Vortrage folgte eine kurze Diskussion, in der Einwendungen gegen die Ausführungen des Referenten nicht erhoben wurden, ES wurde aber gewünscht. daß mit der weiteren Verbesserung der Lage der Mitglieder nicht gewartet werde bis nach dem Kriege, sondern jetzt schon ein Hinauf- rücken der eigentlichen Löhne bewirkt werden müsse. Die proviso- rischen Zulagen seien nicht befriedigend. Ein Redner vermißte in dem Referat ein Eingehen auf den Austritt des Verbandes aus der Internationale. Im Auslande werde man meinen, der Verband sei aus der Internationale ausgetreten, in Wirklichkeit sei es aber nur der Vor- stand geweien. Heckmann ging in seinem Schlußwort auf die letzten Ausiührungen ein und wies darauf hin, daß der Austritt nicht erfolgt sei. weil der Vorstand gegen die Bruderparteien sei. Aber nur die Kosten zu-tragen und im übrigen nichts zu sagen zu haben, das ging« nicht an. UebrigenS wollten sse der Jnternaiionale nicht dauernd fernbleiben, sondern nur eine Gesundung der Ver- Hältnisse abwarten. vk kl n k n e r Wkt«. a. mst, daß das Verhältnis des Verbandes zum Magistrat stch gut entwickelt habe und dieser die Arbeiter- orqanisation als berechtigt anerkenne, um mit ihr zu verhandeln. Hingegen erkenne er die Organisation für Beamte und Angestellte nicht an. Weiter teilte der Redner mit, daß in 6 Revieren der Achtstundentag vorerst eingeführt werde, �n den Waster- werken wurde er auch beantragt, aber nicht bewilligt, jedoch soll daS Maschmenpersonal alle 14 Tage einen vollen Tag und bei Tagschicht jede Woche zweimal 2 Stunden frei bekommen. Es lag ferner ein Antrag vor. der bestjgte. daß dem„Vorwärts"- Unternehmen keine Anzeigen und Druckauf- träge mehr überwiesen werden sollten. Ein gleicher Antrag ist früher schon einmal abgelehnt worden. Der Antragsteller knhrte aus, daß der.Vorwärts" ReaierungSorgan sei und Verrat an der Arbeiterschaft übe. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Den Kassenbericht erstattete Hosfmann. Die Ein- nahmen und Ausgaben der Hauptkasse bilanzieren mit 32 967 M. Die Lokalkasse hatte eine Einnahme von 69 389.68 M. der eine Nusaabe von 18 658 M. gegenübersteht, so daß ein Bestand von 69 731.68 M. verbleibt._ Z«r Gehaltsbetvegnng in den Berliner Grohbanken. Eine im Restaurant We'henstevhan vom Allgemeinen Verbände der Deutschen Bankbeamten einberufene, von mehreren hundert männlichen und weiblichen Mitgliedern bemchte Versammlung nahm zu den augenblicklich die Bankbeamten stark interessierenden Fragen der Anaestelltenausschüste, der Frauenkrage und der G e- haltSbe wegung Stellung. Die Auskübrungen de? Referenten gipfelten in einer Resolution, die einstimmige Annahme fand: .Die am 26. Oktober d. I. in Berlin tagende überaus stark be- suchte Versammlung des Allgemeinen Verbandes der Deutschen Bank- beamten erhebt schärfsten Vrotest gegen die in letzter Zeit an meh» reren Orten deS Reiches sich zeigenden Versuche des koalierten Unter- nebmertumS im Bankgewerbe, durch Vereinbarungen, die sich einer öffentlichen Kontrolle entziehen, die Freizügigkeit der Bank- angestellten über die Bestimmungen deS Hilfsdienstgesetzes hinaus zu verschlechtern. Die getroffene Regelung der Gehaltsbezüge, wie sie von den Kroßbanken vorgenommen worden ist, vermag die Verlamm- lung in keinem Falle als genügend anzusehen. Sie beauftragt da- her den Assgemeinen Verband der Bankbeamten, darauf hinzuwirken. daß die bisher in dieser so bedeutungsvollen Angestelltensrage nich, gehörten An a e ste l l ten a u s s ch ü ss e bei den Bankleitungen baldiast vorstellig werden und der tiefgehenden Unzufriedenheit der Beteiligten ebenso wie ihren in der Versammlung niedergelegten Wünschen nachdrücklich Ausdruck geben." Industrie und Kandel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Beide Werke der Panzer- A.-G. waren im abgelaufenen Ge- schäktSiabre vorzugsweise für den Heeresbedarf beichätligt. Der FabrikationSgewinn beträgt 1121911 M(i. V. 858 994 M.) Nach Abschreibungen von 382 799 M.(378 862 M.) bleibt ein Reingewinn von 319 197 M.<222 737 M.) woraus 12 Proz. Dividende<7 Proz.) =- 216 009 M.(126 009 M.) verteil! werden sollen. Die Fabriken sind, wie mitgeteilt wird, auf lange Zeit mit Aufträgen versehen. Auch Friedensfabrikate werden verlangt. In der Wolgaster Abteilung konnte der Mangel an geschulten Arbeitern gegen Ende des Berichts- jahreS einigermaßen behoben werden. Spanische Schiffahrt und U-Boot-Krieg. Die.Amtszeitung" verlautbart ein königliches Dekret betr. Schaffung eines Seehandelskomitecs. Das Dekret verpflichtet die spanischen Reeder, 180 009 Brutto-Register-Tounen zur freien Ber- fügung der Regierung zu stellen behufs Bekördeiung von Waren, deren Einfuhr, Umlauf und Ausfuhr der Regierung für das wirl- schaftliche Leben Spaniens als unbedingt notwendig erachtet. Dem genannten Komitee sind die Ein- und Aussuhr- artikel anzugeben und die gefährlichen Schiffabrls- straßen bekannt zu machen, damit nicht obne besonderen Regierungsbeschluß einfachere als die gegenwärtig zu beiahrenden Seewege eingeschlagen werden. Nach den Erklärunren des Handels- Ministeriums soll d,e der Regierung zur Verfügung stehende Tonnen- zahl hauptsächlich zur Einfuhr englischer Kohle und argentinischen Getreides sowie zur A u s s u h r von Früchten verwendet werden. DaS Blatt ABC wendet sich mit einer scharfen Kritik gegen da? Dekret. Es erblickt darin eine Gefahr für die Neutralität Spaniens und gibt der Regierung Mittel und Wege an. wie auf einfache und fehlerlose Weise bei strikteste Wahrung der Interessen des Staates die spanische Seelransporiirage geregell werden könnte. Beispielsweise zum Teil durch Anwendung und Durch- fübrung der im März veröffentlichten Verordnung des Finanz- miatfterS Alba, wonach alle von spanischen Häfen nach England auslaufenden Erzdampker verpflichtet sind, einen Bruchteil der ausgeführten Erzmengen in englischer Kohle zu importieren. Verantwortlich für Politi!: Erich Suttner, Verlin: für den übrigen Teil des BiatteS: Slsted Echolz, Nculölln:(ür Inserate. Th. Stocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. BerlagSanstalt Baut Singer& Co., Berlin sw Hierzu 2 Beilagen. A.WERTH EIM Blusenstoffe Blusenstoffe Seidenstoffe "Rlzic�t-icfnfizn 70 cm breit, mit schönen .DlUSenSlOnc jainstseidenen Streifen Blusenstoffe Bluse Bluse Bluse Bluse Bluse Blusen aus Perlseide mit großem Kragen......... aus Perlseide mit Schnurverzierung....... aus karierter Seide mit Stehkragen....... aus PerLseide mit großen Knöpfen........ aus gestreift od. kariert Seide, halsfrei..... Blusenstreifen und Karos in großer Auswahl China-Krepps etwa 100 cm breit, f. Blusen u. Kleider in groß. Farbenauswahl Schleierstoffe bedruckt, etwa 110 cm breit, in modernen Farbenstellungen Schwarze Blusenseiden in verschiedenen praktischen Bindungen Schwarze Seidentaffets 50 und 100 cm brait, in versch. 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I 17l D o f I- t n. t ( « i ( ( I < 730L* vww w Nadelbrennholz u.Slubben grBBere Rosten abzugeben. Preisangebote erbittet Forst-Tervaltang der Herrseiiatt tandorl wJ a. d. Bleie, Kreis Habeisehwerdt. Qründitohe Behandlung von Nerven-, Nieren-, Frauenleiden(Onterleibsleiden), Lungenleiden, Tuberkulose, Magen- und Darmleiden, Epilepsie, Schlaflosigkeit, Schwächezustanden, Ischias, Rheumatismus. Gicht, Flechten, Hautleiden usw. SEIsaHser Str. 48 1, direkt a. d. Friedrichstr. , Sprechst. lägl. 10—1 u. S—»>/„ Sonnt. 10—1 Uhr Berti» C Wallstr. 13 Qarclinen Spezlillirma: Gardinenhaus Bernhard Sehwarlz Pelze Silber-Luchse Blau-Füchse Kreuz-Füchse Alaska-Füchse Kragen 4000 6000 8500 Muffen 7500 9000 100°° M. Maaßen Q. m. b. H. 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