Mr. 137. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Numinter 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs: Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Erpedition abgegeben werden, Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonns und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonnabend, den 16. Juni 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Moran Italien krankt. vielen Gegenden noch ganz mittelalterlichen Charakter gehabt. " Der italienische Professor Ferrero, der über die wirthschaftliche Lage Italiens schon mehrere verdienstvolle Arbeiten veröffentlicht hat, beschäftig sich in einem Artikel der Nouvelle Revue"( Neue Revue) mit der gegenwärtigen Krise, deren Ursache er, außer in dem Militarismus, den ungesunden wirthschaftlichen Verhältnissen und nament lich dem traurigen Landsystem in der schamlosen Geschäftspolitik und politischen Gründerwirthschaft erblickt, die aus dem neuen Königreich Italien ein Ausbeutungsobjekt gemacht hat. Die Reichthümer Italiens," sagt er sind der Gegenstand unzähliger staatswirthschafts Und die vers licher Spekulationen geworden. worfenfte Spekulation ist heutzutage die Poli tit." Und er fährt fort: " Es vollzieht sich in Italien, was in allen jungen Staaten geschieht, wo die Menge teine politische Erfahrung besitzt, oder in Kolonien, wo die Leute durch die für die Urbar machung des Bodens erforderliche Arbeit von der Politik abgelenkt werden. Es bildet sich sofort eine Klasse von Finanzmännern, die durch den korrumpirten Parlamentarismus ein indirettes Machtmittel zur Ausbeutung der Staatsfinanzen erreichen. Inmitten der allgemeinen Begeisterung für die politische Emanzipation", sagte der konservative Deputirte Cordova 1879, hat sich in Italien ein Stand gebildet, der alle Regierungsatte geschäftlich ausnüht. Sein zur Verschwendung treibender Ein= fluß tann an den Millionen der öffent lichen Staatsschuld gemeffen werden, deren Verzinsung die Bilanz belastet; sein Patriotismus und seine Moralität an dem 3 wangsturse, welcher der Nation an demselben Tage auferlegt wurde, an dem deren tapfere Soldaten auf dem Schlachtfelde bluteten; seine politische Gewalt an den lächerlichen Ergebnissen unserer Enqueten und an dem betäubenden Geschrei, das sich auf allen Seiten erhebt, wenn man versucht, an dem Bank monopol zu rühren, welches das Land gelähmt und geschwächt hat." Italien hat feinen eigentlichen Münzenumlauf. Da mußte man Bantbillets ausgeben, weil die kleineren Münzen größtentheils in die andern Staaten der lateinischen Münzunion ausgewandert waren. Größere Silberund Goldmünzen zirkuliren überhaupt nicht; man sieht nur vom Staat oder den Emissionsbanken ausgegebenes Papiergeld. Zu den nach 1859 rasch eingeführten Neuerungen, in die man sich nicht recht hineinfand, gehörte auch das moderne Münzsystem. Das wirthschaftliche Leben hatte bis dahin in Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von E. Spindler. 65 Bei dem plöglichen Hereinbrechen der komplizirten Geld- und Kreditwirthschaft inmitten einer der öfonomischen Kenntnisse baren Bevölkerung wurden jene zahllosen Illusionen, welche zu Beginn der gegenwärtigen Wirthschaftsperiode in Europa und Amerika auffamen, durch eine geriebene Horde ausgenugt. Eine jener Jllusionen hieß: Papiergeld. Durch das Gesetz von 1881, das den Zwangskurs aufhob, war das Notenprivilegium fünf Banken nunmehr sind sie auf drei reduzirt gewährt worden. Man verpflichtete diese auf's strengste, Noten a vista( nach Sicht) auszutauschen und es prangte auf diesen Papieren wirklich die Inschrift:" Bahlbar a vista an den Ueberbringer in Metallgeld". In der ersten Zeit zog das vertrauensselige Publikum das bequeme Papier der flingenden Münze vor, so daß die Banken fast das ganze Metallgeld einziehen fonnten, welches die Regierung mittels einer Anleihe von sechshundert Millionen in Umlauf gesetzt hatte. Und als dies erfolgt war und das Publikum tauschen wollte, weigerten sich die Banken, zu entsprechen. Es bestand wohl ein Gesetz, aber die Banken waren start genug, dessen Anwendung zu hintertreiben. Das Publifum blieb schlaff, ließ sich gefallen, was anderwärts eine Revolution herbeigeführt hätte, und die Banken hielten Ernte. Der Zwangskurs würde, wenn nicht gesehlich, so doch de facto wieder hergestellt, das Papiergeld entwerthete fich, das Agio stieg bis auf 14 Prozent. Und jetzt bedeutet dieses Agio für Italien jährlich eine koloffale Einbuße; es stößt das fremde Kapital, ohne welches die Kultivirung des Bodens unmöglich ist, beinahe vollständig zurück. Die Zunahme des Wohlstandes ist gehemmt, nur die Bankiers und ihre Genossen profitiren. = Preise von neuen. Allerlei Standale bewirkten, daß man zur Verstaatlichung schritt und jetzt erstanden erst recht neue Nezze. Der Staat wurde alleiniger Eigenthümer und das Kapital, das er ins Geschäft steckte, wird auf mehr denn drei Milliarden Lirezweitausend fünfhundert Millionen beziffert. etwa Mart! Der Gewinn betrug 1889 die Summe von 8 340 150 2ire; eine Verzinsung von 0,26 pet.! Wie war's gekommen? In die Klemme gerathen, hatte die Regierung 1885 die Bahnen an zwei Privat- Gesellschaften abgetreten für 265 Millionen und auf 60 Jahre gegen Refervirung eines Gewinnantheils. Wirklich bezog sie 1889 die Summe von 99 Millionen. Aber diese mußte vertragsmäßig zur Anschaffung von beweglichem Material, zur Instandhaltung der Linien, zu Bauten 2c. verwendet werden, und außerdem war das Defizit der unrentablen Linien zu bezahlen; im Jahre 1889 gingen hierfür 40 Millionen auf. So bleibt wenig genug zur Verzinsung des ungeheuren Rapitals. Eine Schaar Aktionäre, Unternehmer, Pächter hat sich durch den Bau überflüssiger Linien bereichert; sämmtliche Kosten trägt das Land. Zwei große Gesellschaften können gleichfalls gute Geschäfte machen. Und so bedeuten die Bahnen für das italienische Volt die totale Verschwendung eines sehr beträchtlichen Theiles des Nationalvermögens; fie brachten Ruin statt Segen, sie sind ein Kräfte verschlingender Lurus. Italien ist ein junges Land, und wer wüßte nicht, daß Lebensweise und Ernährung der Erwachsenen, auf Kinder angewendet, diese nicht fräftigen, sondern tödten. Das sind zwei Beispiele für die Art und Weise, wie die Unerfahrenheit und Begeisterungsfähigkeit eines Boltes, das auf einmal aus seinen alten Zuständen sich herausgeschleudert sah, dazu dienten, den gewissenlosen Schacher zu füttern. Aber auch auf anderen Gebieten, bei der Industrie, bei der Handelsmarine, bei den AgrikulturDetreten hat sich Gleiches ereignet. Alles wurde zu Gunsten einer fleinen Klasse von Personen organisirt; die Volksvertreter dienten deren Interessen und schädigten die Nation in ihren zum Leben nothwendigsten Gütern. ahnen, Die Unreife der öffentlichen Meinung und die politische Verderbniß schufen ein zweites Uebel. Die Eisenbahnen bieten nur dann Vortheile, wenu Personen- und Gütertransport so groß sind, daß Bau- und Betriebskosten fich decken; andernfalls bringen sie Schaden. In Italien brach vor zwei Dezennien eine wahre Eisenbahn Manie aus. Jede Stadt, jedes Dorf verlangte einen Schienenstrang. Aber der Kapitalisten waren nicht genug. Die Ritter der SpekuIation wußten jedoch die Sache durchzusetzen und die Menge pries diesen Patriotismus ohne zu daß ihr die Last aufgebürdet werde. Es bildeten sich So Ferrero. Der Tanlongo- Prozeß bestätigt, was er Gesellschaften, welche zu bauen versprachen, wenn man sagt, und mehr als er sagt. Er zeigt, daß die Refie in anbetracht der schlechten Zeiten auch nur einiger gierung mitschuldig ist an all diesen Räubereien. maßen petuniär unterstüße. Und die Regierung, gedrängt Ministerium nach Ministerium organisirte die Ausdurch die Abgeordneten, welche durch die Aktionäre und ihre plünderung. Und Crispi, der angebliche Retter", Wähler angespornt wurden, bewilligte faft immer die Sub- steckt so tief wie nur einer in den Büchern Tanlongo's und ventionen; von 1862-71 facten die Gesellschaften des Cornelius Herz. Da ist im wahrsten Sinne des über 150 Millionen ein. Oder es bauten gewisse Konfortien auf eigene Rechnung, um später unter Androhung Worts der Bock zum Gärtner gesetzt. der Betriebseinstellung Den Staat zum Ankauf zu zwingen; Die Tragödie vollzieht sich- unabwendbar, unablenkbar so taufte die Regierung aus Furcht häufig alte Linien zum wie das Schicksal der alten Griechen. Euer Wahn."" Falsch?" lachte Diether grimmig:" So falsch etwa, als Eure Ohnmacht? Am Busen des willkommenen Trösters hat Euch der Sinnentaumel übermannt. Vor Wonne war't Ihr außer Euch. Nichts weiter. Woher sonst dieser Magdalenenblick, woher die sündige Scheu, die Euch foltern, da Ihr in dieses Knaben Gegenwart sogar Gurer heiligsten Pflichten vergessen konntet."- Stumm, ohne eine Silbe zu finden, wand die Altbürgerin die Hände. Wallrade wollte den Augenblick benutzen, um des Knaben, den sie schon eine lange Weile mit glühenden Blicken gemessen hatte, sich zu bemeistern. " Komm, Kleiner, sagte sie zu ihm, seine Hand ergreifend: komm, laß uns gehen. Wenn die Eltern hadern, muß der Bube vor der Thüre stehen!" Der Knabe wehrte sich Diether diese Erklärung auf, und peinigte, während Wallrade mit erheuchelter Theilnahme sich um seine Gattin beschäftigte, den unwillkommenen Vorgesetzten mit einer Förmlichkeit, die demselben bald läftig genug fiel, um sich ziemlich verlegen zu entfernen. Die Schlange in des Altbürgers Bruft fing wieder an zu nagen, und Wallradens Schaden- noch jetzt Eure Züge peinigt? Behnfache Scham möge freude streute ihr Futter. Denn als Diether bewegten Herzens, auf wankenden Füßen von der Hauspforte, zu welcher er den Schultheiß geleitet hatte, zurückkehrte nach Margarethe hörte nichts weiter, denn in unbeschreib- der Wohnstube, wo eben Margarethe, deren Schwäche einem licher Angst, den kleinen Johann an sich reißend wie einen wunderlich gereizten Zustand gewichen war, in einem Strom gefährdeten Sohn.. dann ihn wieder von sich stoßend, von Thränen sich ausweinte, winkte ihm Wallrade mit dem wie einen verhaßten Fremdling sant sie bewußtlos zwinkernden Ange, ein Tuch zu lüften, das, den Händen mit dem Haupte vor sich hin auf den Tisch. Entsetzt schrie der Altbürgerin entſunten, auf dem Tische lag. Im Vorder kleine Hans auf; der Schultheiß sprang hinzu, um der übergehen that Diether nach der Verrätherin Begehr, und Ohnmächtigen beizustehen. Die Angst des Liebenden half enthüllte die goldene Rofe, die der Schultheiß in dem ihm in dem ungewohnten Geschäfte. Mit Wasser benette ängstlichen Drängen der lezten Augenblicke vergessen hatte, er die Schläfe Margarethens; Küsse drückte er auf ihren mit sich zu nehmen. Diethers bitteres Lachen schreckte die bleichen, nicht widerstrebenden Mund, und so geschah es, Weinende auf, und über ihre bleiche Wange fuhr die Gluth daß sie bald aus der schweren Bewußtlosigkeit erwachte. neuer Beschämung, da sie der unglückseligsten Gabe gewahr Beinahe hätte sie aber zum zweiten Male die Augen im wurde, die ihr Gatte in der Hand hielt. " Hört Ihr, Vater?" fragte Wallrade tückisch:„ Hört Todestampfe geschlossen, denn sie sah sich in des zudrings Zu Eis wurde sie, obgleich unschuldig, da sie aus Ihr, wie Euer Weib den Haß zwischen Geschwister lichen Bewerbers Armen, und aus der gegenüberliegenden seinem Munde die Worte hören mußte:" Glück zu, tugend- pflanzt?" Noch einmal wollte sie den Knaben mit sich Thüre traten eben unvermuthet und rasch Diether und same Hausfrau, Ihr berühmt Euch hoher Gunst. Ihr habt von dannen ziehen, aber noch einmal mit verdoppelter Angst Euch den stattlichen Freund gewählt, von besserer Geburt vertheidigte sich derselbe. Laß mich!" freischte er:„ Du Bestürzung und Ueberraschung lagen auf jedem An- obendrein, als Euer Griesgram von Ehewirth; sinniger und willst uns arm machen,... ich soll betteln gehen,... Ia gesichte; eine frohe Betroffenheit jedoch nur auf Wallradens. zierlicher nebendrein in seinen Gaben, denn wo der Ge- mich... Du bist die Schwarze, wenn Du schon ein roth Diether nahm eine so ernste Stellung an, daß selbst der mahl die lästige Kette bietet, opfert der Buhle das lockende Jöplein trägst...! Schultheiß, ein gewandter Mann, und Meister seiner Be- Röslein eines goldenen Maien. O, leicht dürfte für ihn Wallrade erbleichte plötzlich und machte eine Geberde, wegungen, nur nach wiederholten mißlungenen Versuchen der heutige Tag zum Rosensonntag geworden sein! Dem als wollte sie durch einen Schlag den Jungen zum den Faden finden konnte, den Grund der befremdenden Lage, Graukopf gehört Wermuth, bis er zur Grube fährt." Schweigen bringen; aber er kreischte noch heftiger und reizte in der er überrascht worden, nämlich Margarethens Ihr seid ungerecht, lieber Herr," erwiderte Margarethe die erschöpfte Margarethe auf, daß sie empor_sprang, plötzliche Ohnmacht anzugeben. Kalt und finster nahm matt und erschöpft:„ diese Rose ist nicht mein. Falsch ist und wie eine zürnende Löwin der verstummenden Wallrade Wallrade ein. aber wie ein ungeberdig Pferd gegen sie, riß seine Hand aus der ihrigen, und floh mit Lauten der Angst zu Margarethens Knieen. Laß mich!" schrie er:„ Ich darf nicht mit Dir gehen,... ich darf nicht mit Dir reden... Mütterlein hat's verboten!" die Tragik der Tragödie. I vollendete Thatsache sein. Der amerikanische Petroleumring hat mit dem russischen einen Bund geschlossen, wonach sie den Petroleumbedarf der Welt unter sich theilen. Es hav sich einfach eine Konsequenz der kapitalistischen Wirthschaftsordnung vollzogen, der Akkumulationsprozeß in der Bundesrath. In der am Donnerstag, den 14. d. M., äußersten Zuspizung. Auch auf anderen Gebieten sehen unter dem Vorsitze des Vizepräsidenten des Staats- wir diesen Prozeß sich fortschreitend entwickeln und das minifteriums, Staatssekretärs des Innern Dr. v. Bötticher Märchen von der durch die Konkurrenz geschaffenen Harabgehaltenen Plenarsizung des Bundesraths wurde der An- monie zerstören. So lange die Bildung der Ringe sich auf trag Oldenburgs betreffend die Erweiterung der Befugnisse Gruppen der verschiedenen Länder beschränkt, die mit einder Zuckerſteuer- Stelle zu Alten den zuständigen Ausschüssen ander konkurrirten, suchte die Bourgeoispreffe immer noch überwiesen. den Schein jenes Märchens aufrecht zu erhalten. Aber auch Das Bei diesen pflegte auf dem Theater der Tragödie eine und bei gehöriger nachhaltiger Wahlarbeit sogar wahr- I Das Petroleum- Weltmonopol wird demnächst eins Komödie zu folgen das sogenannte Satyrspiel. In der scheinlich, trotz der üppig in's Kraut schießenden SozialPolitik geht es meist umgekehrt zu. Erst kommt demokratie. Unsere Mecklenburger Genossen werden aber, in der Regel das Satyrspiel, dann die Tragödie. Wir wenn es zur Wahl kommt, sicher alles aufbieten, dem sehen das jetzt in Italien und zwar zum zweiten Liberalismus die Hoffnung zu verfalzen. Mal binnen einem halben Jahre. Vor 6 Monaten trat Crispi auf die Bühne und führte in der Kammer die Poffe des„ Gottesfriedens" auf. Vier Wochen später brach die Hungerrevolution in Sizilien aus dem Satyrspiel war die Tragödie gefolgt, und hunderte von Leichen und vier tausend sechshundert Jahre Zuchthaus das„ Tausendjährige Reich" des Herrn Crispi- bezeugen Jezt eben spielt derselbe Crispi wieder eine Komödie. Auch Flunkern kann nicht jeder, der will. Dieses dieser Schein läßt sich nicht mehr behaupten, wo der kapiund ist noch mitten drin eine Komödie, noch unwürdiger gute Sprüchlein ist von einem hiesigen Antisemitenblatt, talistische Akkumulationsprozeß es zu einem Weltmonopol und noch komödienhafter als die zu Ende des vorigen für das wir durch Nennung seines Namens keine Reklame gebracht hat, das jede Konkurrenz ausschließt. Jahres. Das bankrotte Ministerium, das unter der Wucht machen wollen, unklug vergessen worden. Um seinen muß jezt auch eine Hauptvertreterin des Manchesterdes Hafſes und der Verachtung eines ganzen Volts seine Gläubigen, die über die hageldicht herunterraffelnden Miß- Evangeliums, die" Vossische Zeitung" anerkennen, aber sie Entlassung nehmen mußte, hat sich durch eine Hinterthür erfolge und Skandale begreiflicherweise tief niedergeschlagen weiß kein anderes Mittel, als das des" Entspekter Bräfig", wieder in die Regierung eingeschlichen, und stellt sich der sind, die kazenjämmerliche Stimmung etwas zu vertreiben, der die Armuth von der" Poverteh" ableitet, und jene Kammer als neues Ministerium und mit einem neuen hat fragliches Blatt ein Wizblatt"-Scherzlein versucht, durch die Beseitigung dieser aus der Welt schaffen will. Programm vor. Das neue Ministerium ist aber nur das und den Vorstand, die Abgeordneten und die Vertrauens. Etwas anderes ist es doch nicht, wenn das altjüngferliche alte, wie das neue Programm nur das alte ist. Herr leute der sozialdemokratischen Partei für vergangenen Mitt- Blatt an die im allerhöchsten Grade unMitt- Blatt Crispi, der von allen anständigen Parteiführern einen Fuß- woch zu Erscheinung aus unserer einer außerordentlichen Sizung zusammen erfreuliche tritt bekommen hat, muß mit seinen abgenutten Kumpanen berufen, in der Maßregeln gegen das lawinen- gegenwärtigen wirthschaftlichen Ordnung" fortwirthschaften. Auflösen kann er nicht. Die Aufregung artige Anschwellen der antisemitischen nur folgende Schlußphrase zu knüpfen weiß: och fluth berathen wurden. Leider hat das Blatt sich im Datum geirrt. Die außerordentliche Sigung hat am Mittwoch gar nicht stattgefunden. Sie ist auf nächsten Sonntag- oder einen anderen Tag verschoben worden, und zwar weil die Abgeordneten Singer, Fischer, Wurm und Liebknecht, die der außer ordentlichen Sigung beiwohnen sollten, am Mittwoch noch im Pinneberger Wahlkreis waren und sich den antisemitischen Kladderadatsch ausahen.*) im Land ist zu groß, als daß eine Auflösung in diesem Augenblick gewagt werden könnte. So sucht er sich um jeden Preis zu halten. Er verspricht alle möglichen Er sparnisse auch im Militäretat. Doch der eine Namen Crispi genügt, um all diese Versprechungen zu Lügen zu stempeln. Es wird in der alten Weise fortgewirthschaftet, fortgewurstelt", fortgestohlen, fortgewühlt und fortgeschürt. Auf das Windsäen versteht sich Crispidie Sturmernte wird gut sein. Heute das Satyrspiel, morgen die Tragödie. Und dreimal wiederholt Solches sich nicht. Armes Jtalien! Was, armes Jtalien? Glückliches Italien. -Die Zeit der Todesmärsche hat wieder begonnen; und wenn wir bisher auch nur wenig von Hiobsposten gehört haben, so verdanken wir das einzig der ungewöhnlich nassen und fühlen Witterung. Doch die Sonne wird wieder Es wird die Tragödie überleben, befreit von seinen in ihr Recht eintreten, und dann beginnt die Gefahr für Drängern, erlöst von seinem Elend. unsere Soldaten. Bölker sterben nicht. Politische Uebersicht. " Bis jetzt ist sie( die Erscheinung des Weltmonopols) vereinzelt, eine Ausnahme, aus der wir eine allgemeine Lehre ziehen tönnen, nämlich daß die Syndikate, Kartelle, Trusts gefährliche Gebilde sind und daß alles aufgeboten werden muß, um sie nicht emporkommen zu lassen, um vielmehr die Gewerbefreiheit der Vielen gegen die Ueberwältigungsfreiheit der Wenigen zu schüßen." " Die Vossische" weiß nur tein Mittel zu nennen, welches den kapitalistischen Akkumulationsprozeß aufhält, für dessen Entwickelung sie ebenso eifrig arbeitet, wie jedes andere Bourgeoisblatt. Das bloße Altweibergejammer über die Kapitalistenringe hindert sie auch nicht, sich zu sonst ungewohntem Eifer aufzuraffen, wenn es sich um den Schuh eines solchen Ringes handelt. Die Parteigänger des Berliner Bierringes, der Herren Rösicke und Genossen, dürfen sich doch am wenigsten über die Aufsaugung des Kleinfapitals durch das große beklagen und gegen diese giebt es Wir wollen hier nicht über die Zweckmäßigkeit der in der herrschenden kapitalistischen Wirthschaftsordnung kein militärischen Märsche sprechen. Wir wollen dieselbe sogar mittel. Die Konsequenz derselben führt allerdings auch ohne weiteres zugeben. Aber das steht fest, im Frieden zu ihrer Bernichtung und zwar durch eine sozialistische darf das Leben des Soldaten unter feinen Um- Wirthschaftsordnung, welche durch jene vorbereitet wird. ständen auf's Spiel Spiel gesetzt werden. Und Berlin, den 15. Juni. in Daß dieses durch das Petroleum- Weltmonopol so largelegt Die Stichwahl im Wahlkreise Pinneberg diesem Fall ist es so leicht, jede Gefahr auszuschließen. wird, daß jedes Vertuschen und Verschleiern unmöglich ist, Elmshorn ist, wie das Wolff'sche Bureau merkwürdiger- Verlasse man sich nicht auf den Thermometer, denn der das ist es, wovor die Vosfische" und andere Bourgeoisweise schon vor der amtlichen Feststellung des Wahlresultats Sigegrad kann, je nach der Tageszeit und Dertlichkeit, rasch blätter erschrecken, die sich so lange mit den Thatsachen ruhig zu melden weiß, auf den 23. d. M. festgesetzt worden. Man wechseln es bedarf blos einer zwei Zeilen langen Verabfinden, als sie dieselben noch mit irgend einem Schleier scheint demnach das entgegengesetzte System wie bei der längerer Marich findet statt zwischen Morordnung des Höchst kommandirenden: Rein umhüllen können. Festsetzung des Tages für die Stichwahl in Plauen befolgen zu wollen. Unsere Genossen werden die Zeit ganz aus gen und Abend! Dann haben die Truppen zwischen der großen österreichischen Streifgebiete gemeldet, wo man Abend und Morgen zu marschiren- also bei Na ch t. zunügen verstehen und alles thun, damit unserer Partei der Der französische Kriegsminister hat eine solche Verordnung schon vor anderthalb Monaten erlassen, wie wir seiner Zeit mittheilten. Ist das Leben deutscher Soldaten weniger werthvoll als das französischer? Sieg zufalle. Eine Nachwahl zum Reichstage wird aller Wahr scheinlichkeit nach demnächst auch im 5. mecklenbur gischen Wahlkreise Rostock stattfinden müssen, weil die schon einmal im Interesse der Erhaltung des fonservative Mandats für die was Ein fürchterliches Grubenunglück wird aus einem gewohnt ist, die berechtigten Beschwerden der Arbeiter aus den Mündungen der Mannlichergewehre zu beantworten. Die Telegramme lauten: Troppau, 15. Juni. Auf den Kohlengruben, Johann" und" Franziska" des Grafen Larisch in Karwin fanden Nachts mehrere Explosionen schlagender Wetter statt. Ein Ingenieur und über 150 Bergleute sind todt, die Gruben brennen. die Ventilatoren find zerstört. Die Bergung der Leichen ist vors läufig unmöglich. Troppau, 15. Juni. Nach Mittheilungen von authens tischer Stelle sind, soweit bisher festgestellt, etwa 180 Bergleute getödtet, 20 zumeist schwer, verwundet 4 davon tödtlich. Bei Den Rettungsarbeiten wurden 10 getödtet. 14 Leichen sind bis jetzt geborgen. Die Bergung der unten in den Schächten be= findlichen ist wegen des noch andauernden Grubenbrandes unmöglich. Die erste Explosion ereignete fich gestern Abend um 91/2 Uhr, die letzte, die fünfte heute Bormittag 10%/ Uhr. Revierbeamte und Sachverständige find eingetroffen. Das Zur Frage der Bereidigung von Zeugen. Partei verschobene Ernennung des Herrn von Buchka zum Landgerichts- Verfügung erlassen, wonach Zeugen nur bei genügender Verwürttembergische Justizministerium hat dieser Tage eine präsidenten in Rostock jetzt vollzogen werden soll. Wie die anlassung nach ihren Vorstrafen zu befragen sind. Es soll Verhältnisse im Wahlkreise liegen, erklärt ein Mecklenburger dadurch vermieden werden, daß unnöthiger Weise in öffentlicher Korrespondent der Köln. 3tg.", wird derselbe von den Kon- Verhandlung Fragen gestellt und beantwortet werden, die vielservativen, die ihn jetzt zum ersten Male innehaben, schwer- leicht das Ansehen der Zeugen zu schädigen geeignet sind. Erlich behauptet werden, wenn die Beförderung des weist sich die Stellung der Meineidsfrage als nothwendig, so soll Der Erlaß schließt Herrn v. Buchka eine Neuwahl zur Folge hat, sondern jede verlegende Form unterlassen werden. er geht entweder wieder in den Besitz der Liberalen sich dem gleichen Erlaß des preußisch en Justisministers an, welcher vor einiger Zeit erging. Es bleibt nun abzuwarten, ob über oder aber, Nicht- Richter'scher Observanz noch wahrscheinlicher ist, in denjenigen der Sozial- derselbe seinen Zweck ebenso wenig erfüllen wird, wie der preußische. Demokraten. Herr v. Buchka hat durch eine gewisse Zurückhaltung gegenüber maßlosen Forderungen manche Ronservative gegen sich in Harnisch gebracht. *) Komischer Weise haben einige Blätter den antisemitischen Bunde der Landwirthe als dessen Kandidat aufgestellt, Schers ernst genommen und natürlich hat sich auch Herr von hat er den Erwartungen der Bündler insofern nicht ent- und ßu Hammerstein von seinem Kollegen auf's Gis führen gleichfalls verloren. lassen. Nicht ohne Interesse dürfte übrigens die Thatsache sein, sprochen, als er bei der Abstimmung über den Kaniz- daß die Wohnung des Abgeordneten, bei dem die Sitzung statt. schen Antrag trotz seiner Anwesenheit im Hause nicht für gefunden haben soll, thatsächlich obfervirt worden ist. D5 die denselben gestimmt hat. Der Korrespondent meint, wenn wachtposten antisemitischer oder polizeilicher Rouleur waren, ist die liberale Partei die Lage gehörig zu nutzen wisse, so uns allerdings unbekannt, aber auch gleichgiltig. Auf alle sei die Rückeroberung des Reichstagsmandats möglich Fälle waren sie gleichwerthig, wer sie auch gestellt haben mag. Vom " Ob Wien, 15. Juni. Die erste Explosion auf dem FranziskaEchachte fand, wie die Abendblätter mittheilen, gestern Abend um 10 Uhr statt; derfelben fielen 120 Menschen zum Opfer. Weitere Explosionen folgten und zwar auch auf dem benach barten Johannes- Schachte, wo 80 Personen getödtet wurden. Fünf am Morgen einfahrende Rettungsmannschaften gingen Die Angaben über die Verluste an Menschenleben schwanken zwischen 180 und 200. Die Mehr zahl der Oberbeamten von den Gruben in Mährisch- Ostrau sind nach Karwin geeilt. Seitens der Behörden find sofort Erhebungen eingeleitet worden. Auch aus Deutschland ist gleichzeitig von einem Gruben" sich entgegenstellte. Wage es Boshafte!" schrie fie: laßt uns darum, dem Teufel zum Troy, Frieden halten. Die lag, in eine Lade des Schreins. Während er noch, wie Wage es, dies Kind zu berühren, und das Tageslicht Hände laßt uns verschränken, daß an diesem Feiertage un- ein Träumender, die Hand am Schlüssel hielt, drehte sich sahest Du zum letztenmale!"- Weib, was ficht Dich an! fers Hauses der unfelige Zauber seine Kraft verliere."-Wallrade rasch um, näherte sich ihm, legte ihre Rechte auf rief Diether, zwischen die Frauen sich werfend: Kennst Du Schmeichelnd bemächtigte er sich der rechten Hand Marga- seine Schulter, und sprach mit Schärfe und greller BeDeines Mannes Tochter nicht mehr? Und Du, Wallrade, rethens, die wie ein zagender aber versöhnlicher Engel nach tonung:" Gott stärke Euch, mein Vater. Ich werde ferne was deuten die seltsamen Reden des Knaben?" Diese ihm herüber blickte.-Möchtet Ihr doch diese Hand auch sein, und die Zeit Eurer Prüfung wird erst beginnen." Frage löste das Zauberband, das Wallraden's Zunge bis- Wallraden reichen," fuhr er zum Vermittler werdend, fort," Ei, welche Gedanken!" entgegnete Diether, mit Mühe die her gefangen gehalten. Was werden sie deuten?" sprudelte zum Abschiede," setzte er schnell hinzu, da Margarethe Unruhe verbergend, die von der bösen Prophezeiung in fie heftig heraus: was werden sie deuten, diese Neden finster das Haupt schüttelte: zum Abschiede, denn fie be- seiner Seele wieder erzeugt wurde. Friede im Haus eines mit Fleiß eingewurzelten Hasses? Euer Weib wird steht darauf, morgen mit dem Frühesten Frankfurt zu ver- ist ein gut Kissen"; sprach Wallrade weiter:„ Unfriede mich dem Buben als einen Teufel, einen schwarzen, bösen tauschen mit ihrem eigenen Besitzthum." Das Fräulein zwischen Eheleuten hingegen ein Stachel, dem jeder Tag Geist geschildert haben, und also sieht mich auch des Knaben thue, wie ihm's gefällt," versetzte Margarethe, kein Auge an Schärfe zulegt. Ihr werdet wähnen, der Unfriede ziehe verrücktes Hirn!" nach Wallraden kehrend, die, den Rücken gegen das Bimmer mit mir von dannen aber weit gefehlt. Die Warnerin Pfui, Wallrade!" erwiderte Diether mit strengem Vor- und die Sprecherin gewendet, durchs Fenster sah:" Es hat geht von Euch; das Unheil bleibt."" Du bist ungerecht wurf: Fast möcht' ich selbst Dich einen unsauberen Geist verschmäht, meine Freundin zu werden, und fahre wohl. und grausam zugleich"; äußerte Diether; Du verunglimpfit schelten, da Du Deinen Bruder, meinen geliebten Sohn Ich verschmähe, einen Handschlag zu geben, der nicht von mein Weib, und überlässest mich noch dem bösen Geschick, finnverwirrt und hirnverrückt schelten magst. Das ist sünd- Herzen kommt, und höchstens nur das Behagen ausdrücken das Du voraussagft."" Mein Meierhof fordert seine Ges lich Bungenspiel, das nimmer aus gutem Herzen kommt. Könnte, Wallraden Abschied nehmen zu sehen." bieterin," erwiderte Wallrade hingeworfen: die Felder Denn, wie Gott dem Knaben gerade Glieder schenkte, so" Starrsinnige Weiber!" sagte Diether, verlegen, wie sollen bestellt werden,..: in Eurem Hause ist das Feld gab er ihm auch völligen Verstand, und nur ein Herenweib er sich zu benehmen habe, um nicht der Tochter, nicht schon vom bösen Säemann bestellt. Ich thue Euch und fann solches lästerlichen Ausdrucks sich bedienen!" der Gattin allzu wehe zu thun:" Nur Eure Gitelteit sträubt mir eine Liebe, wenn ich gehe."- Du hartherzige Wallrade zuckte mitleidig lächelnd die Achseln. Mar- sich gegen eine Nachgiebigkeit, die in Eurem Herzen ein- Tochter!" versette Diether schmerzlich: Also belohnst Du garethe erwiderte jedoch auf Diethers Rede: Das Kind heimisch ist." meine Zärtlichkeit. Ich dachte alles wieder ins alte Gleis vertheidigt Ihr; den Leumund der Gattin gebt Ihr aber" Ich gebe das Beispiel der Nachgiebigkeit," antwortete der Sitte zu bringen, Dir das Erbtheil zuzuwenden, dem Du unt.dacht der bösen Zunge einer neidischen Erbschleicherin Margarethe kalt: denn ich gehe und räume Eurer Tochter freiwillig entsagt...."- ,, Gebt mir's vor Eurem Tode, Preis. Meines Körpers Schwäche verhinderte mich, Eure das Feld. Ich würde ein störender Zeuge Eures Abschieds spottete Wallrade, damit ich Euch ernähren könne, ungerechten Beschuldigungen, wie fie's verdienen, zu be- sein, und entferne mich daher. Auch beim Imbiß, für den wenn Euer Weib und Eure Söhne Euch verlassen. Im antworten. Jetzt habe ich aber meine Stärke und mein ich Sorge tragen werde, foll meine Gegenwart nicht be- Ernste aber; laßt uns Abschied nehmen. In dem Hause, Bewußtsein wiedergefunden, und sage Euch: Unwahr ist, schwerlich fallen."-" Löblich von Euch," versetzte Wall- wo man mich einen höllischen Geist, eine Erbschleicherin was Euer Argwohn und die Einflüsterungen dieser bösartigen rade in gleichem Tone, und ohne ihre Stellung zu ver- nennt, weile ich nicht mit Freuden. Laßt uns Lebewohl Maid Euch vorgespiegelt. Dies Kleinod mögt Ihr darum ändern: ich überhebe Euch jedoch dieses Zwanges; denn sagen. Mein Platz im Hause wird bald durch einen willdem Schultheiß wieder zustellen, und von ihm selbst zu ich finde heute noch an dem Tische der frommen Wald- tommenern Gast besetzt sein." Böses Kind", antwortete Curer Beschämung erfahren, wie es sich damit verhält." Viel burga im Stift der Reuerinnen meinen Platz."" Desto Diether, warst Du nicht der willkommenste?" Sie wollte hinauseilen, Diether hielt sie jedoch zurück, und beffer", schloß Margarethe das wunderliche Gespräch, die leicht für Euch", lachte Wallrade giftig; für Euer Weib sprach mit weicher Stimme: Gott weiß, Margarethe, wie Reue gönne ich Euch von Herzen." ist wahrlich und gewißlich Dagobert der Willkommenere." schmerzlich mir's wäre, Euch Unrecht zuzufügen. Ich will Hierauf verschwand sie schnell und führte den Kleinen Was sprichst Du da, Argwöhnische!" rief Diether. ja gerne glauben, daß Ihr rein seid, wie der Schnee des mit sich hinweg. Diether sah ihr lange beklommen nach, Und wie fäme denn Dagobert, der Pflichtvergessene, hierGebirgs; ich will ja zugeben, daß ein neidisch Auge durch stand eine Weile sinnend da, und verbarg alsdann grollend cinen bösen Blick den Unfrieden in unsre Wirthschaft bannte; l mit sich selbst die goldene Rose, welche noch auf dem Tische " 1 " " " " H her zu uns, die er meidet?" Er ist schon hier, seit mehreren Tagen hier"; erläuterte Wallrade: so seltsam Unglück zu berichten. Wie die„Köln. Ztg.* aus St. Johann a. d. Saar meldet, hat heute aus Grube„Reden" eme Ex- plosion schlagender Wetter stattgefunden, bei welcher eine Anzahl Bergleute verletzt wurden. Trotz des ungeheuren Risikos der Arbeit in den Berg- werken versagt man den Arbeitern nicht nur einen auch nur halbwegs genügenden Arbeiterschutz, man hindert sie auch in Oesterreich wie in Deutschland an der Wahrnehmung des Koalitionsrechtes.— Ter Kolonialkoller hat auch in O e st e r r e i ch- Ungarn, das sich bisher von der Epidemie freigehalten, Opfer gefordert. Ein Telegramm meldet uns: Wien, 15. Juni. Nach einer Meldung der hiesigen Blätter hat sich Hierselbst ein vorbereitendes Komitee gebildet, welches eine österreichisch- ungarische Kolon ial-Gesell- s ch a f t gründen will behufs Regelung des Auswanderungs- wesens und der zielbewußten Inangriffnahme österreichisch- ungarischer Kolonisationsarbeit in fremden Welttheilen. Es ist merkwürdig: der Mensch nennt sich ein ver- nünftiges Wesen— er zieht aber niemals die Lehre aus den Erfahrungen Anderer. Er muß sich, ehe er die nöthige Feuerscheu bekommt, erst selber die Finger verbrennen. Daß wir D e u t s ch e sie uns so arg im Kolonialbrei ver- brüht— und obendrein beschmutzt— haben, das ist für den Bruder Oesterreicher nicht vorhanden. Nun— des Menschen Wille ist sein Himmelreich.— Aus der Schweiz wird uns geschrieben: Das Zentralkomitee des schweizerischen G r ü t l i v e r e i» s hat an die Bundesversammlung eine wohlbegründete Eingabe um Einführung des Zündholz- Monopols gerichtet. Als interessanten Nachtrag zum Berner Justiz- m o r d an Dr. W a s s i l i e s f, der bekanntlich von den acht bäuerlichen Geschworenen verurtheilt wurde, während ihn die vier städtischen Geschworenen sür nichtschuldig erklärten, berichtet die„Berner Tagwacht", daß einer der Justizmörder an die Redaktion 10 Fr. für die Familien der Jnhaftirten sandte und eine Zuschrift, in der es heißt:„Wenn doch nur um Gottes willen das Kassationsgesuch vom Kassationsgericht begründet erklärt würde, damit ich wieder ruhig schlafen könnte!" Der Mann, der so denkt und handelt, ist nicht schlecht, aber es läßt sich aus der Thatsache, daß er dennoch für schuldig stimmte, ermessen, wie groß und teuflisch die Verhetzung der Landbevölkerung gegen die Sozialdemokratie, speziell aber gegen Dr. Wasstlieff, seitens der„guten Bürger" betrieben worden sein muß.— Das Kassationsgesuch soll am 20. Juni behandelt werden.— Gallifet, der infame Kommuneschlächter, ist von der Nemesis ereilt. Zwar hat die Regierung ihn bis jetzt vor der Anklagebank bewahrt, aber die Akten über sein Vor- leben sind veröffentlicht worden, und da hat sich denn herausgestellt, daß dieser verworfene Bursche als junger Offizier während des Krimkrieges nur durch einen Macht- spruch aus den Armen einer Dirne aus den Kampfplatz gebracht werden konnte, und daß er vor dem Sturm aus den Mala kos sich unter irgend einem Vorwand davon ge- schlichen hat. Später verheirathet mit einer anderen Dirne, die sich am lüderlichen Hof des Kaisers und Gcsellschafts- retters Napoleon III. prostituirte, stieg er als Mann seiner Frau zu hohen Ehrenstellcn. Während des Krieges von 1870/71 leistete er nichts— einige angebliche Helden- thaten haben sich als Reklamelügen erwiesen— und als die Kommune erlag, da machte er, zum Theil eigen- händig, den Henker. Das alles ist jetzt vor aller Welt blos gelegt, und gebrandmarkt steht er da. Seine Rolle ist ausgespielt.— In der italienischen Kammer hat das neugeflickte Ministerium C r i s p l gestern Erklärungen abgegeben(S. den heutigen Leitartikel), die Alles und Nichts besagen. Ter italienische Bismarck windet sich wie ein Wurm, um an der Regierung bleiben zu können. Die Kammer nahm seine„Programmrede"„sehr kühl" auf. Mit diesem Leim läßt in Italien sich Niemand mehr sangen. Ein ver- hungerndes Volk wird von Worten und Phrasen nicht satt.— Politische Verfolgungen in Rußland. Aus War- schau wird telegraphirt: „Neuerdings fanden wieder zahlreiche Haussuchungen statt: unter anderem auch in den Redaktionen des„Zorza" und des „Glos". Zwei Personen wurden verhaftet. Die Gründe der Haussuchung sind nicht bekannt. es Euern Ohren klingen mag, so wahr ist's doch. Ein wackerer Sohn, der tagelang in derselben Stadt athmet, in der sein Vater wohnt, und des Vaters Angesicht scheut! Vielleicht fürchtet er auch nur meine Gegenwart; vielleicht bewegt ihn auch ein wichtigerer Grund, Euer Auge zu meiden."—„Ich weiß kaum, was Du sprichst", betheuerte Diether:«Mir wirbelt's vor den Sinnen. Dagobert kommt, da Du gehst?"— Er thut sehr wohl daran"; lächelte das Fraulein:„ich will auch als ein freundlich Schwesterlein des Bruders Vergnügen nicht hemmen. Lebt wohl, Vater, und wird es Euch zu eng in Frankfurt, so kommt auf Baldergrün. Willkommen seid Ihr da, er- scheint Ihr allein, ohne Euer zweites Weib."—„Unver- söhnliche[" sprach Diether mit überströmenden Augen, indem er Wallraden wehmüthig an sich drückte:„Den Kindern sind doch sonst der Frauen Herzen hold; laß nicht das Brüderlein den Widerwillen theilen, den Du,— ich schwöre es, ohne Grund,— gegen die Mutter hegst. Willst Du das zarte Büblein nicht küssen zum Lebewohl, so sprich doch nur gegen mich ein Wort der ausgesöhnten Schwester- liebe."—„Schwestcrliebe?" fragte Wallrade wie ver- wundert, während sie sich mit argem Lächeln aus des Vaters Armen wand:„Ihr sprecht doch von dem kleinen Johann? Ich wäre dessen Schwester? Ei, das wolle Gott nicht. Nennt mich lieber seine Muhme, guter Vater." —„Wie soll ich verstehen, was Du sprichst?" fragte Diether erbleichend entgegen.— Wallrade zog jedoch mitleidig die Schultern in die Höhe und verneigte sich ausweichend. „Erlaßt doch mir die Erklärung," sprach sie höhnisch: „fragt die Stadt, und wenn Ihr auch dieser nicht glaubt, so wendet Euch an den heiligen Georg selbst, der über dem Pntztische Eures Weibes hängt. Ein feiner Rittersmann, dessen Ebenbild zu sein. Eurem Sohne— dem Johann nämlich— keine Schande bringen wird, so lange Euch selbst die Sache Freude macht. Leht indessen wohl, und dreimal wohl, mein Vater. Gott mit Euch!" (Fortsetzung fo'gt.) Sozials XtcbcLltrfxl. An die Thonwaaren- Fachvereine Deutschlands. Der Sekretär des Thonpfeifen macher-Fachvereins für Schottland mit dem Sitze in Glasgow hat mich den Unterzeichneten ersucht, wenn möglich über folgende Fragen Auskunft zu geben: I. Wieviel Stunden arbeiten die Thonpseifenmacher per Woche? Arbeiten dieselben auch Sonntags ev. wieviel Stunden? 2. Wird im Akkord, d. h. nach Groß oder im Tagelohn gearbeitet? 3. Was ist der Preis im Akkord per Groß? 4. Wie stehen die Lohnsätze im Akkord sür die verschiedenen Sorten? 5. Was wird im Tagelohn sür die Pfeifenmacher gezahlt? 6. Werden die Pfeifen von Frauen und Mädchen fein gemacht resp. polirt? Im Akkord oder im Tagelohn? Was bekomnien dieselben an Lohn per Groß oder Tageslohn? 7. Oder werden Männer zum Poliren verwendet und was ist der Lohn per Groß oder im Tagelohn? Begründet werden die gestellten Fragen wie folgt: „Die schottischen Thonpseifenmacher" befinden sich im voll- ständigsten Dunkel über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse dieser Branche in Deutschland. Bei jedem Versuch, den die schottischen Pfeifenmacher zur Hebung ihrer Lage machten, wurde ihnen von den Fabrikanten entgegnet:„Wir bekommen die Waare besser und billiger aus Deutschland, die deutschen Fabrikanten liesern auch trotz der größeren Entfernung ihre Waaren billiger nach Amerika, als wir es können." Haben wir jedoch den Beweis in Hände», daß die Aussagen der Fabrikanten unrichtig sind und nur auf Täuschung beruhen, so werden wir bald jeden Fachverein unserer Branche auf unsere Seite holen zur Verbesserung unserer Lage." So der Sekretär der schottischen Thonpseifenmacher. Da mir leider ein Fachverein deutscher Thonpseifen- macher nicht bekannt ist, es mir auch sonst an Adressen von Arbeitern dieser Branche fehlt, so versuche ich, auf diesem Wege solche Adressen bezw. die Beantwortung der vorstehend gestellten Fragen zu erreichen und bitte alle Parteigenossen und Freunde der Arbeitersache, insbesondere die Thonwaarenarbeiter, mir hierin Beistand zu leisten. Löbtau bei Dresden, Reisewitzerstraß« 34. Georg Horn. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. An die Schneider nnd Schneiderinnen Berlin?! Schon zu wiederholten Malen ist in unseren Versammlungen über den Werth und die Bedeutung der Gewerbegerichte gesprochen wor- den, trotzdem herrscht in vielen Sachen Unkenntniß bei unseren Berufsgenossen. Um so mehr ist es nun nothwendig, jetzt, wo die Ergänzungswahlen zu dem Gewerbegericht in wenigen Monaten erfolgen sollen, sich bis in alle Einzelheiten zu informiren. Zu diesem Zweck findet Montag, den 18. Juni, Abends 8>/» Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a, eine öffentliche Versammlung der Schneider und Schneiderinnen statt, wo der Kollege Pfeiffer einen Vortrag über die bevorstehenden Ergänzungswahlen zum Gewerbegericht und deren Bedeutung für das Schneidelgewerbe halten wird. Punkt 2: Aufstellung der Kandidaten zu den Gewerbe- gerichts-Beisitzern. Da außer den sieben von unserem Gewerbe aus- geloosten Beisitzern eine Anzahl von unserm Beruf hinzu gewählt werden sollen, ist es Pflicht aller Kollegen und Kolleginnen, in dieser Versammlung zu erscheinen und geeignete Borschläge zu machen, damit nur solche Personen gewählt werden, die ganz die Rechte der Arbeiter vertreten. Ferner weisen wir darauf hin, daß zur Ausstellung der Wählerlisten die Anmeldungen zu denselben vom 15. bis einschließlich den 28. Juni erfolgen muß; bei unter- lassener rechtzeitiger Anmeldung ruht das Stimmrecht. An- meldiings-Formulare sind täglich im Zentral-Arbeitsnachweis und Auskunstsbureau, Sctnitzenstr. 18/19, und in der vorerwähnten Versammlung in Empfang zu nehmen. Die Agitation skommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. Spanda». Arbeiter, Parteigenossen! Nachdem es uns endlich nach vieler Mühe gelungen ist. Lokale zu unseren Ver- eins- und öffentlichen Versanimlungen innerhalb Spandaus zu erhalten, tritt an uns die Verpflichtung heran, die Agitation kräftiger zu entfalten, als es uns bisher möglich war. Vor allem gilt es. unsere Organisation zu stärken. Parteigenossen, der neugegründete„Arbeiter-Äildungsverein für Spandau und Umgegend" soll der Mittelpunkt des politischen Lebens, die Zentralstelle für Agitation und Organisation am Ort sein. Soll der Verein diese Aufgabe aber erfüllen, dann ist eS nothwendig und die Pflicht eines jeden Parteigenossen, demselben beizutreten. Parteigenossen! Es gilt die bisherigen Errungenschaften zusichern und für unsere Ideen neue Milstreiter zu werben. Die Vereins- Versammlungen finden statt jeden Dienstag nach dem 1. und 15. des Monats, Abends 8 Uhr bei Radtke, Neumeisterstr. 5. Der Vorstand. Ein Momentbild an? dem GegenwartSstaat. Eo recht nach dem Herzen der Röstcke und Genoffen sind die Verhältnisse unter den polnifchenRübenarbeitern. Mit sichtlichem Behagen berichtet ein Korrespondent aus Riesenburg (Westpr.) im Graudenzer„Geselligen" darüber folgendes:„Ein buntes Treiben entfallet sich jetzt an den Sonntagen in unserer Stadt, denn hunderte von polnischen Rübenarbeitern kommen Sonntags in die Stadt ihre Einkäufe zu machen. In Trupps gehen sie in die Läden, aber meistens wird nichts gekauft, da die Farben der Sachen ihnen nicht grell genug sind. Die hier beschäftigten Polen sind meist schwächliche Personen, die wenig zu leisten im stände sind, und deshalb ist ihr Lohn auch gering.(!) Aber trotz des geringen Lohnes machen sie doch noch Ersparnisse und an Sonntagen ist die Post von Polen, die Geld in die Heimath schicken, förmlich belagert. Sie sind aber auch sehr genügsam. In fast zerfallenen Kathen und Bretterbuden sind bis ev Arbeiter unter- gebracht. Ihre ausschließliche Nahrung be- steht aus Mehlsuppen, nur in Wasser gekochten Erbsen und Brot, und nur an Sonntagen erlaubt sich dieser und jener den Luxus eines Salzherings. Doch herrscht unter ihnen die größte Sittenlosigkeil, Schlägereien sind an der Tagesordnung. Scheinen ihnen andere Arbeitsstellen günstiger, so entläuft oft der größte Theil, um dort Arbeit zu suchen; die Besitzer suchen sich deshalb dadurch zu schützen, daß sie die Löhne von ein bis zwei Wochen dauernd stehen lassen." Also weil diese Aermsten meist nur schwächlich und wenig zu leisten im stände sind, deshalb ist ihr Lohn auch gering. Sollte das nicht eher umgekehrt zutreffen? Oder glaubt man, daß ein Mensch, dessen ausschließliche Nahrung aus Mehlsuppen und in Wasser gekochten Erbsen besteht, in der Tretmühle des Unternehmers lange widerstandsfähig bleiben kann? Diese vom Kapital ausgemergelten Leute werden in zerfallenen Bretterbuden zusammengepfercht, damit sie aber daraus nicht entspringen sollen, wird der Lohn von ein bis zwei Wochen einbehalten. Das ist Unternehmermoral! Der geringe Lohn wird mit der Kraftlosigkeit jener Sklaven begründet. Das ist Unternehmer- logik! Regelung der Hilf?-«nd PenfionSkassen der französt- schen Bergarbeiter. Aus Paris wird uns unterm 12. Juni geschrieben: Endlich werden die französischen Bergarbeiter ge- regelte Hilfs- und Pcnsionskassen besitze», ohne sich bei den Grubenbesitzern hierfür bedanken zu müssen und ohne der Gefahr ausgesetzt zu sein, entweder die Hilssgelder von der Unterneh- mung resp. deren Gläubigern verschlungen zu sehen, wie dies in Terrenoire der Fall war, oder am Vorabend ihrer Pensionirung, wie dies fast gang und gebe ist, ohne jede Entschädigung aufs Pflaster geworfen zu werde». Denn der Gesetzentwurf betreffend die Hilss- und Penstonskassen der Bergarbeiter ist, nachdem er bereits vom Senat angenommen worden war, nun auch— wie den Lesern bereit? telegraphisch gemeldet— von der Kammer angenommen worden und damit den Möge- leien der Bergwerksbesitzer, soweit sie diese Kassen betreffen, ein sür allemal ein Riegel vorgeschoben. Schnell ist dies freilich nicht gegangen. Denn ist auch der Entwurf, der 31 Artikel zählt. in einer Sitzung berathen und angenommen worden, so hat es doch nahezu vierzehn Jahre gebraucht, bis es dahin ge- kommen war. Der erste Entwurf datirt nämlich schon vom 11. Dezember 1880, von welcher Zeit an er sich in steter Wan- derung zwischen der Kammer und dem Senat befand. Wenn dem nun endlich ein Ziel gesetzt wurde, so ist dies das fast aus- schließliche Verdienst der sozialistischen Gruppe, die sich jedem Amendement streng entgegengestellt hat. Nicht als ob der Ent- wurf etwa nicht verbesserungsfähig oder die sozialistische Gruppe sich nicht seiner Mängel bewußt gewesen wäre. Sie wollte nur oas nutzlose Hin- und Herwandern des Entwurfes nicht aufs neue be- gönnen sehen. Das wäre aber unausbleiblich gewesen, auch wenn nur das geringste Amendement angenommen, auch wenn nur ein Jota am Entwurf geändert worden wäre. Für die sozialistische Gruppe handelte es sich einzig und allein darum, ob der Ent- wurf einen Fortschritt im Hilfskafsenwesen der Bergarbeiter be» deutet oder nicht; ob der Zustand, den er hierin schafft, dem gegenwärtigen Zustand vorzuziehen sei. Und das steht außer allem Zweifel. Gegenwärtig herrscht, insbesondere in bezug aus das Pensionswesen, die reinste Willkür. Bei einigen Bergwerken bestehen Pensionskassen, bei anderen wieder nicht; bei einigen werden diese Kassen von den Grubengesellschasten dvtirt, bei anderen die Arbeiter hierzu angehalten. Gleichgiltig aber, ob die Arbeiter hierzu beisteuern oder nicht, haben sie nicht die mindeste Garantie, daß ihnen die Pension ausgezahlt wird. Da, wo die Unternehmer allein für die Pension aufkommen, wird fie über- Haupt nur als eine freiwillige Gabe, als eine Zlrt Belohnung. betrachtet, auf die der Arbeiter keinen rechtlichen Anspruch hat. Aber auch da, wo die Löhne der Arbeiter die Haupteinnahme- quelle der Kassen bilden, ist es nicht viel besser bestellt, wie dies ganz deutlich aus den Aussagen erhellt, die der Abgeordnete Lamendin und mehrere andere Grubenarbeiter-Delegirte vor der Kommission gemacht, welcher der Entwurf zur Borberathung überwiesen worden war. So haben die Grubenarbeiter von Pas de Calais 3 pCt. ihrer Löhne zur Hilfs- und Pensionskasse beizutragen, während die Unternehmer-Äesellschaften sich nur mit 1 pCt. hieran betheiligen. Dabei sind aber, wie Lamendin sagte, die Bestimmungen von einer solchen Elastizität, daß alles aus die Auslegung ankommt, die ihnen die Unternehmer gebe». Zur Stunde hat nur der Arbeiter ein Anrecht auf Pension, der vom Grubenarzt als zu jedweder Arbeit untauglich erklärt wird. Und mögen alle sonstigen Aerzte einen Arbeiter für arbeitsunfähig erklären, sobald der Grubenarzt anderer Meinung ist, wird ihm jede Unterstützung verweigert. Aehnlich verhält es sich in den Kohlenwerken des Norddepartements, wo die Arbeiter ebenfalls 3 pCt. ihrer Löhne zu den Kassen bessu- tragen haben. Auch da wird über die Invalidität ganz will- kürlich entschieden, so daß es, wie ein Delegirter der dortige» Grubenarbeiter aussagte, Arbeiter giebt, die invalid geworden, keinen Sou erhalten und auch vor Gericht keine Anerkennung ihrer Rechte finden, wenngleich sie oft nahezu 30 Jahre in der Grube gearbeitet und ihre Kassenbeiträge geleistet haben. Ein Delegirter der von der Loire-Grubengesellschaft beschäftigten Arbeiter sagte aus, daß die Arbeiter, wenn sie einmal 45 Jahre alt geworden sind, aus den nichtigsten Gründen entlassen werden, ein Arbeiter in diesem Alter aber in keiner anderen Grube mehr aufgenommen wird, so daß im Ganzen nur 4 pCt. der Berg- arbeiter überhaupt eine Peission genießen. Ein anderer Del«, girier des Loiredepartements sagte aus, daß man in St. Etienne alte Bergleute sehen kann, die nach 27 jähriger Thätigkeit aus die Straße geworfen, nun betteln müssen und von der öffentlichen Wohlthäligkeit zu leben gezwungen sind. Unter solchen Umständen ist es allerdings leicht, den Ar» beitern, die eine Pension erhalten, eine zum Theil viel höhere zu gewähren, als dies nach dem Entwürfe der Fall ist. Dafür rst aber da jeder Arbetter sicher, nach zurückgelegtem 55. Lebensjahr seine Pension zu beziehen, gleichgiltig, ob er immer in derselben Grube beschäftigt war, oder ob er seinen Arbeitgeber gewechselt hat. Ja, selbst wenn er sich, aus welchem Grunds immer, zu einer anderen Beschäftigung wendet, erhält er nach zurück- gelegtem 65. Lebensjahr jenen Theil der Penston, der ans die Zeit entfällt, in der er als Bergmann beschäftigt war. Denn die zur Konstituirung der Penston vorgeschriebenen Einzahlungen werden jedem einzelnen Arbeiter in einem ihm speziell aus- gestellten Büchlein eingetragen, das sein Eigenthum bleibt und nnt welchem er seinerzeit die Pension beheben kann. Als Ein- zahlung sind 4 Prozent des Arbeitslohnes vorgeschrieben, sür welche zur Hälfte die Arbeiter, zur Hälfte die Unternehmer auf» zukommen haben. Die Beiträge sind allmonatlich vom Unter- nehmcr, sei es an die Landes-Pensionskasse, sei es an besonders autorisirte und unter behördlicher Aufsicht stehende Syndikats- oder Unternehmerkassen zu entrichten, in welch letzterem Falle die Gelder in Staats- bezw. Departements- oder Gemeinde» papieren anzulegen sind. Was die Höhe der Penston anlangt, ist sie je nach der Länge der zurückgelegten Arbeitszeit eine verschiedene. Der Referent, Abgeordnete Audiffred, hat auf grund der Tabellen der Landes- Pensionskasse ausgerechnet, daß sich die Pension eineS Arbeiters, der mit feinem 14. Jahre zu arbeiten beginnt, aus 400 Frks. stellt, und will derselbe in den Genuß seiner Rente anstatt nnt 55, erst mit 80 Jahren treten, auf 711 Frks. In bezug auf dieHilfs- bez. Krankenkassen bestimmt der Entwurf, daß die Arbeiter 2 pCt. ihres Lohnes, die Unternehmer die Hälfte dieses Betrages an dieselben zu entrichten haben. Diese Kassen können u. a. auch den Frauen und Kindern ihrer Mitglieder Krankenunter- stützung sowie ärztliche und pharmazeutische Hilfe angedeihen lassen. Die Verwaltung jeder dieser Kassen ist einem Komitee anvertraut, dessen Mitglieder zu einem Drittel von dem Unter» nehmer zu bezeichnen und zu zwei Dritteln von den Arbeitern zu wählen sind. So viel nun der Entwurf, insbesondere in bezug auf die Beitragsleistung der Unternehmer zu wünschen übrig läßt, so bedeutet er dennoch einen Fortschritt gegenüber dem jetzigen Zu- stände des Pensions- und Hilfskassenwesens der Bergarbeiter. Sie haben vor allem— und varauf kommt es ihnen Haupt- sächlich an— eine Garantte dafür, daß, wenn sie das 55. Lebens- jähr erreichen, sie in jedem Falle ihre Pension erhalten, ohne darum an eine und dieselbe Unternehmung gekettet zu sein. Und hätten die Sozialisten auch gewünscht, daß, wenn die Unter- nehmer schon nicht allein für die Altersrente ihrer Ar- beiter aufkommen, sie doch wenigstens einen höheren Beitrag als diese hierzu leisten, so wollten sie doch nicht etwas zurückweisen für etwas, das sie möglicherweise erlangen könnten. Sie wollten dies um so weniger thun, als ja die Annahme des Entwurfs nicht ausschließt, daß sie in Bälde mit Verbesserungsanträgen an die Kammer herantreten. Aus diesen Gründen hat denn auch Genosse Basly, der Präsident des Grubenarbeiter- Syndikats von Pas de Calais ist, in seinem Namen wie in dem der sozialistischen Fraktion gleich bei der Generaldebatte für die unveränderte Annahme des Entwurfs plädirl. Das gleiche hat Lamendin gethan und als trotzdem bei der Spezialdebatte Amendements gestellt wurden, Genosse Jourde eine ähnliche Erklärung abgegeben. Schließlich wurde dann auch der Entwurf mij 481 gegen 1 Stimme unverändert angenommen nnd damit zuin'Gesetz erhoben. In unserer Notiz:„Abermals eine Ausweisung aus Sachsen", ist der Name des von dieser Maßregel Betroffenen unrichtig wiedergegeben. Es muß heißen: Bildhauer Kuzelowsky. Für den Inhalt der Inierate über nimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, den 16. Juni. Opernhaus. Die Walküre. Schauspielhaus. Jtarus. Deutsches Theater. Der Weg zum Herzen. Berliner Theater. Uriel Acosta. Lessing- Theater. Madame SansGêne. Residenz Theater. Jugend. Bellealliance- Theater. Marie, die Adolph Ernst- Theater. Charley's Tochter des Regiments. Tante. Vorher: Die Bajazzi. Alexanderplatz- Theater. Die Räuber. National Theater. Italien in Berlin. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. tasena. Apollo Theater. Lena Basan Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Parodie Theater. SpezialitätenVorstellung. Passage- Panopticum. Ein DahomeyDorf mit 51 wilden Weibern. Tägl. 8 Vorführungen. m 11, 12, 4, 5, 6, 7, 8, 9 Uhr. Castan's Panoptikum. Der 13 jährige Riese. Die 20 jährige Puppenfee. Ohne Extra- Entree! Achtung. Bohemia! Achtung. Sonntag, den 17. Juni, in Nagel's; Sommergarten, Schwedterstraße 23: Unserm Freund und Genossen, dem Former Heinrich Fischer, am Montag ein donnerndes Hoch! 1220b T. W. G. F. Unserem Sangesbruder KienBeemchen zum heutigen Wiegenfeste die besten Glückwünsche und drei mal donnerndes Hoch! A. Sch. 1219b Todes- Anzeige. Verband der in Buchbindereien, der Papier- und Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen. Mitgliedschaft Berlin. Montag, den 18. Juni, Abends 81/2 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: Nach langem Leiden verschied heute 1. Vortrag des Herrn Zahnarzt J. Semmel über: Arbeiterorganis Morgen 11/2 Uhr mein innig geliebter fationen. 2. Mitgliedschaftsangelegenheiten.( Ausführungsbestimmungen zur Mann unser guter Vater, der Gastwirth Arbeitslosen- Unterstügung.) 459/7 Gustav Philipp. 2223b Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 5 Uhr von der Leichen halle des Sophien- Kirchhofes aus statt. Die Hinterbliebenen. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die Mann, der Böttcher Albert Kelch, traurige Mittheilung, daß mein lieber verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Jakobi Kirchhofes, Brizer Chaussee, aus statt. 1214b Die trauernde Wittwe. = Orts- Krankenkasse Große Extra- Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. der Dachdeker Berlins. 1225b Anf. 4 Uhr. Progr. 30 Pf. In Beantwortung der an mich gerichteten Anfragen, ob ich meinen Saal zu Versammlungen verweigere, erkläre ich, daß derselbe vor wie nach zur Ber National- Theater.gung, stebt Große Frankfurterstraße 132. Sensat. Novität. Sensat. Novität. Italien in Berlin. Große Ausstattungs- Posse mit Gesang und Tanz in 4 Atten von Carl Peters. Musik von A. Wiedecke. Dekorationen aus dem Atelier von Müller und Echäfer. Maschinerien vom Theatermeister Otto Weiße. Elektrische Lichteffekte von Latowsky. Kostüme vom Obergarderobier Paul Hildebrandt. Regie: Mar Sam ft. Mit der neuen Einlage, 1 Bild: Der Geist Caligula's oder: Visionen von Eugen Prudens. Rassenöffnung 51/2 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Im Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne Aufführung von Lustspielen, Poffen sowie SpezialitätenVorstellung ersten Ranges. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Victoria- Brauerei, Süßowstraße 111-112. Garten refp. Saal. Täglich( außer Sonnabends); E. Heise, Lichtenbergerstr. 21. 8 Kein Ringbier. Sonnabend, den 23. Juni, Abends 81/2 Uhr, bei Ehrenberg, Annenstr. 16: Lederarbeiterabend. Sonntag, den 24. Juni, Vormittags 10 Uhr, im gleichen Lotal: Branchenversammlung der Kartonarbeiter. Der Vorstand. Berlins und Umgegend. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Morgen, Sonntag, den 17. Juni 1894, Vorm. 10½ Uhr, in Bolt Festfälen, Alte Jakobstr. 75: Branchenversammlung der Rohrleger u. Gehilfen. Tagesordnung: 489/1 1. Vortrag des Genossen Paul Jahu. 2. Distuffton. 3. Aufnah ne neuer Mitglieder. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Montag, den 18. Juni 1894, Abends 8% Uhr: Versammlung Am Freitag, den 22. Juni, Abends Weinstraße 11, eine ordentliche Uhr, findet im Saale des Hrn. Finaller Generalversammlung statt, wozu die Mitglieder hierdurch eingeladen werden.; 2. Bericht des Prüfungs- Ausſchuſſes. 1212b Tagesordnung: 1. Abnahme der Jahres- Rechnung für das Jahr 1893. Die gegen Frau Jähnke ausgesprochene Beschuldigung nehme ich zurück 3. Decharge- Ertheilung des Rendanten. erkläre dieselbe für ehrenhaft. 4. Wahl eines Vorstandsmitgliedes. 1211b Frau Kürig. 5. Verschiedenes. Gine alte deutsche Feuer- Bers.- Gesell- Einladungskarten legitimiren. Der Vorstand. schaft sucht für Berlin u. die Provinz Gustav Hohdorf, 1. Vorsitzender. thätige Haupt- n. Spezial- Agenten. Hohe fortlaufende Bezüge event. auch festes Gehalt werden zugesichert. Offerten unter O. P. 2 nimmt die Expedition entgegen. 219 Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4435L am biesigen Plaze wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigſte Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. ( A. Goldschmidt, Verein zur Wahrung der Interessen sämmtl. Knopfin der Lampenbranche besch. Arbeiter im ,, Märkischen Hof", Admiralstraße 18c. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen O. Naether: Der Bierboykott und seine Lehren für die Gewerkschaften. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Ber bands- Angelegenheiten und Verschiedenes. Nichtmitglieder in beiden Versammlungen als Gäste willkommen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Achtung! Vergolder. Der Vorstand. Achtung! Infolge des Bierboykotts wurde uns von Seiten des Herrn Scheffer in frivoler Weise der Saal verweigert. Die regelmäßige Monatsversammlung findet deshalb am Donnerstag, den 21. Juni, Abends 82 Uhr, im Lokal des Herrn Ehrenberg, Annenstr. 16, statt. Tages Ordnung: arbeiter und Arbeiterinnen und politische Sage. 2. Kaffenbericht vom 1. Quartal. 8. Abrechnung vom Berlins und Umgegend. Montag, 18. Juni, Abends 8 Uhr, im Lokale von Wilke, Andreasstr. 26: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Fritz Hansen über: Der 1. Vortrag des Stadtverordneten Wilke über: Unsere wirthschaftliche Stiftungsfest. 4. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. Zahlreich und pünktlich zu erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. 356/14 Orts- Krankenkasse der Steindrucker und Lithographen, Berlin. Am Donnerstag, den 21. Juni 1894, Abends Proletarier einft und jetzt." 2. Distuffion. 8 Uhr, findet im Saale des Vereinshauses, Sophien3. Verschiedenes und Ausgabe der neuen straße 15, die zweite ausserordentliche General- VerStatuten und Quittungsbücher. Der 1229b wichtigen Tagesordnung wegen ist das sammlung pro 1894 statt. Oranienburgerstr. 2. Erscheinen jedem Mitgliede zur Pflicht Sämmtliche Herren Vertreter der Arbeitgeber sowie der Raffenmitglieder werden hierzu ergebenst eingeladen. Tagesordnung: 1. Besprechung über die freie Aerztewahl und event. Ründigung des Verhältnisses zum Gewerks- Krantenverein. 2. Besprechung über Berlin, den 13. Juni 1894. M. Stuhlmann, Vorsitzender. gemacht. Herren und Damen als Gäste willkommen. Der Vorstand. efinnungsgenoffen empfehle ich mein ausgeschänkt. Nabe, Eichendorffstr. 13, Materials, Obst- und Gemüse Lokal. Boykottirtes Bier wird nicht Bentralisation der Ortskassen. Geschäft wegen Krankheit der Frau zu vertaufen Charlottenburg, OsnabrückerStettiner Straße 1, Ede Kaiferin Augusta Allee. vis- à- vis Stettiner Bahnhof. Sänger Freireligiöse Gemeinde. Meysel, Häckel, Pietro, Britton, Eberius, Steidl, Sonntag, den 17. Juni, Vormittags 10% Uhr, Rosenthalerstraße 38, Vortrag von Frl. Ida Altmann: Sonnabend, den 23. Juni 1894: 76/9 Ausstellung Italien in Berlin. ( Stadtbahn- Station: Zoologischer Garten.) Täglich geöffnet von Morgens 10 Uhr bis Abends 12 Uhr. Massen- Konzerte sämmtl. italien. Musikkorps, darunter des großen italienischen Opern Orchesters des Maöstro Cav. Gialdino Gialdini, naden Orchesters, des Nobile de Malipiero, des Mandolinen- Korps von Professor Frouth. Ferner: Mailänder Marionetten- Theater und Venezianisches Variété etc. Entree 50 Pf. Der Inhalt des Lebens. Gäste sehr willkommen. Bliemchen Montag: Beschliessende Versammlung. Der Bersagliere- Rapelle des Maestro Giacomo Gatti, des Venetianischen Sereund Blank. Anf. Sonntags 6 Uhr. Entree 50 Pf. Jeden Abend wechselndes hochamüsantes Programm! Nach der Soiree: Tanzkränzchen. Reichshallen DönhoffsPlatz. Im prachtvollen Garten, bei ungünstiger Witterung im Saal. Täglich Humoristische Soirée der deutschen Sommer- Fest in dem Garten und den Festräumen von Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Auftreten des ganzen Künstlerpersonals, Konzert und Tanz. Billets à 30 Pf. sind in der Sonntags- und Montagsversammlung, wie an den bekannten Stellen zu haben Kinder in Begleitung Erwachsener haben freien Zutritt. Freie Vereinigung d. Zivil- Berufsmufiker Berlins und Umgegend. am Dienstag, den 19. Juni 1894, Vormittags 10 Uhr, bei Röllig, Neue Friedrichstraße Nr. 44: Ordentliche Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Hoffmann über: Modernes Raubritterthum". 2. Diskussion. 3. Bericht und Neuwahl des Geschäftsnachweis. 4. Neuwahl des Bibliothekars. 5. Lokalfrage. 6. Verschiedenes. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Nord- Sänger. Zentralverband der Glaser. Zum Schluß: Italien in Berlin. Ensemble: Sonnabend, den 16. Juni, in Schmiedel's Festsälen, fzene. Anf. Wochentags 8 Uhr. Entree 30 Pf., refervirt 50 Pf. Sonntags Anf. 7 Uhr. Entree durchweg 50 Pf., nach 9 Uhr 30 Pf. Noack's Sommer- Theater. Brunnenstrasse 16, Täglich: Großes Konzert, Theater- und Spezialitäten Vorstellung. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Vorstellung 7 Uhr. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Alte Jakobftr. 32: Feier des 4. Stiftungsfestes bestehend in Festrede, Theater und Tanz. Billets( Herren 0,50, Damen 0,30 M.) find bei Herrn Stramm, Ritterstraße 123 zu haben. a65/ 16 Freitag, Sonnabend und Sonntag: Auftreten des Cav. Prof. Eugenio Pini, Fechtmeister der königl. italienischen Marine. hr: In der großen Avena um 8½ Floret, Degen- und Säbel- Mensuren, an welchen sich Fechter gegen vorherige Meldung im Bureau der Ausstellung betheiligen können. 000000-0-0000000 Schweizer Garten. Am Friedrichshain. Am Königsthor. Täglich: Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung. Im neu Volksbelustigungen aller Art. parquettirten Saale: Täglich: Gr. Ball. } Von 5-7/ 2 Uhr: Freier Damentanz. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Entree 30 Pf., Billets vorher 25 Pf. 00000-0-0000000 Restaurant zum Zeuthener See. Inhaber: Ernst Künhel. Station: Hankels Ablage- Zeuthen( Görlizer Bahn). Bier aus der Brauerei Reichenkron, Charlottenburg. Vorzügl. Ausflugsort für Landpartien, größere Gesellschaften Anfang 9 Uhr. Es ladet ergebenst ein Das Vergnügungskomitee. Achtung! Zimmerer! Vereine ze. Angenehmer Aufenthalt an Wald u. Wasser. Sommerwohnungen. Tanzfaal, Billards, Kegelbahnen, Kaffeeküche. Köpnicker Landstraße. 897b Sämmtliche für die streitenden Zimmerer in Danzig Treptow. Kümpel's Parkschloß. bestimmten Gelder find Sonntag Vormittag in der Ver- Größter Garten Treptow's.- Festsaal für 1000 Personen. sammlung, Beuthstr. 22, 1 Tr., bestimmt abzuliefern. 11 Kegelbahnen, Kaffeeküche, Volksbeluftigungen aller Art. Ebenfalls sind daselbst nene Listen in Empfang zu nehmen. Platz für 8000 Pers. Vorzügl. Bairisch- Bier 10 Ltr. 15 Pf. Der Vertrauensmann. Zu Sommerfesten ganz besonders geeignet. 153L 363| 17 Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 137. Sonnabend, den 16. Juni 1894. 11. Iatsrg. Boykottirt sind: 1. Schultheist-Branerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin (und Tivoli). 2. Branerei F. Happoldt. 3. Böhmisches Brauhaus, Kommandit- Gesellschaft ans Aktien, A. Knoblauch. 4. Brauerei Karl Gregory, Berlin(Adler-Brauerei). 5. Bereins-Braucrei Nixdorf. 6. Spandauer Berg-Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei Charlottenburg. 7. Aktien-Gesellschaft Schloß- Branerei Schöne- bcrg. ** * Aus dem Brauerring während des Boykotts sind aus- getreten und die Arbeiter-Forderungen haben anerkannt: Brauerei Carlsberg» Friedrich Reichenkron, C h a r- lottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. *» ♦ Dem Braucrriug gehörten n i ch t an und die Arbeiter- sorderungen sind durchgeführt bei: Münchener Brauhaus, Aktien-Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Branerei, Karl Kintz u. Ko., Berlin. Dem Brauerriug gehören nicht an, Aeußerungen über die Durchführung der Arbeiterforderungen liegen aber nicht vor von W. Hoffmann, W e r d e r a. H. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichs- Hägen. Kaiser-Brauerei, Dummer und Kahl, C h a r- lottenburg. Brauerei Phöuix, L i ch t e r f e l d e. »» * Durch Vermittelung der B i e r k o m m i s s i o n oder auf deren Anregung führen nachstehend verzeichnete Brauereien von auswärts Bier nach hier ein: Brauerei in Wusterhausen. Exportbrauerei Rathenow. Bürgerliches Brauhaus, Dresden. Schlostbrauerei, Fürstenwalde. Bürgerliches Brauhaus(in Firma Müller), Frankfurt a. O. Bürgerliches Brauhaus(in Firma Ouintern), Luckenwalde. Brauerei Mast, Kottbus. Ncmrmmrsles. Die gemischte Deputation zur Neuregelung der Gemeinde- steuern hielt gestern Abend ihre zweite Sitzung, in welcher zunächst über die Erhebung der Gewerbe st euer berathen wurde. Von sozialdemokranschcr Seite wurde unter eingehender Begrün- dung der Verwerflichkeit der Steuern aus Gewerbebetriebe bean- tragt, von der Erhebung dieser Steuer überhauvt Abstand zu nehmen. Hiergegen wurde von verschiedenen Rednern betont, daß' nach den gesetzlichen Vorschriften Gewerbe- steuer erhoben werden müsse. Ein Mitglied beantragte 80 Prozent der staatlich veranlagten Gewerbesteuer zu er- heben und von der Veranlagung einer besondern Gemeinde- Gewerbesteuer abzusehen. Mit 21 gegen 7 Stimmen wurde be- schlössen, die Gewerbesteuer nach dem Normalsatz von 100 pCt. für die Stadt einzuführen. Die Berathung wandte sich nunmehr der Miethssteuer zu, wobei sich eine sehr lebhafte mehrstündige Diskussion entwickelte. Einige Mitglieder der Deputation traten warm für die Beibehaltung der Miethssteuer ein und wollten dieselbe höchstens einer Reform unterziehen. Diese Ausführungen wurden sehr energisch bekämpft und aus den verschiedensten Gesichtspunkten die Nothwendigkeit der Auf- Hebung der Miethssteuer betont. Von einer Reform dieser Steuer könne keine Rede sein, die einzig rathsame Reform sei die völlige Beseitigung der Miethssteuer. Bei der Beschlußfassung stimmten 25 Mitglieder für die gänzliche Abschaffung, während 2 Stimmen sich für Aufrechterhaltung erklärten. Einige Mitglieder behielten sich Reformvorschläge für die zweite Berathung vor. Die nächste Sitzung der Deputation findet Montag Abend statt.- rokenles. Wer war daS Karnickel? In einem recht larmoyant klingenden Zirkular, das die Vereinsbrauerei in Rixdorf unterm 9. Juni, an ihre Kundschaft versendet, sucht die genannte Firma der„häufig auftauchenden irrigen Ansicht entgegen zu treten, daß die Vereinsbrauerei diejenige unter den Brauereien gewesen sei. welche durch ihr Verhalten den Anlaß zu dem jetzigen Bier- boykott gegeben habe." Das Zirkular sucht nachzuweisen, daß die Vereins- brauerei nur gethan habe, waS im Ring vorher beschlossen worden sei und daß, was ihrerseits gethan wurde,„eben in Ausführung des Beschlusses der vereinigten Brauereien geschah". „Auch alle sonstigen von uns wie von den übrigen Brauereien in dieser Angelegenheit getroffenen Maßnahmen sind nicht etwa aus unsere Initiative, sondern auf gemeinsame Beschlüsse des genannten Vereins(Ring) zurückzuführen." Besonders zuversichtlich und selbstbewußt klingt dieses Zirkulär gerade nicht und es scheint, daß der„wirkungslose" Boykott der Vereinsbrauerei doch recht arge Kopfschmerzen macht. Uebrigens können wir der Rixdorfer Firma gerne bestätigen, daß sie nicht das Karnickel war, �das angefangen hat. Sie hat nur, wie die anderen auch, die Befehle ausgeführt, welche die Herren Rösicke und Happoldt auszugeben geruhten, und wenn die Folgen dieses„Kadavergehorsams" sich bei der Vereinsbrauerei und anderwärts jetzt unliebsam bemerkbar machen, so hätten sie eben das alte Sprüchlein: Zuvor gethan, hernach bedacht, Hat manchen schon groß Leid gebracht, von Haus aus beherzigen sollen. Uebrigens hat es mit dem Abscheu vor der 1. Maifeier seitens der Vereinsbrauerei auch so seine eigene Bewandtniß. Oder nimmt es sich nicht etwas sonderbar aus, daß diese Brauerei am 2. Mai ihre Böttcher eine Strafwoche aussetzen lassen wollte, während sie am Tage vorher ihre Lokalitäten ur selben Feier zur Vesügung stellte? Bier-Boykott. Der Boykottkommission ist das nachfolgende Schriftstück übergeben worden: Südd. Brauerei Karl Kintz u. Ko. Berlin. 23. Mai 1394. Anklamerstr. 29. An u. f. w. In Beantwortung des gefl. Schreibens ohne Datum, in Sachen der Aussperrung der Brauerei-Arbeiter und des im Anschluß daran von den Berliner Arbeitern proklamirten Bierboykotts theilen wir Ihnen mit, daß wir bezüglich Punkt 1. Arbeiter nicht entlassen haben; 2. keine Einwendungen gegen die Brauerei-Arbeiter-Organi- sationen machen werden; 3. den Arbeitsnachweis bei Bedarf nach Möglichkeit benutzen werden; 4.(betrifft uns nicht); 5. die Freigabe des 1. Mai als Ruhetag bereits eingeführt . ist, da wir bereits dieses Jahr nicht allein den 1. Mai freigegeben, sondern auch als Arbeitstag bezahlt haben. Bezüglich der Löhne, so ist es bei uns üblich, jeden Arbeiter nach seinen Fähigkeiten und Leistungen zu bezahlen, und haben wir bereits vor einigen Wochen der Lohnkommission nach- gewiesen, daß unsere Löhne über das Normalmaß hinausgehen. Wir bitten jedoch zu berücksichtigen, daß bei den von uns gebotenen billigen Vierpreisen, die in der Hauptsache den Minder« bemittelten zu Gute kommen, wir nur bis zur Grenze der Mög- lichkeit gehen können, so daß wir nicht in der Lage sind, höhere Löhne als wie zur Zeit bestehen, gewähren zu können, ohne unsere wirthschaftliche Lage zu gefährden. Dagegen haben wir schon seit längerer Zeit den achtstündigen Arbeitstag für unseren Betrieb in Aussicht genommen, sind jedoch durch verzögerte Aufstellung von Maschinen und Aufzügen bis- her an der Ausführung gehindert worden. Sobald der Zeitpunkt der Einführung herangekommen sein wird, werden wir nicht ver« fehlen, der Kommission Mittheilung zugehen zu lassen. Süddeutsche Malzbier-Brauerei. Karl Kintz u. Co. Aus dem antisemitischen Hexenkessel. Und als die Roth aufs Höchste gestiegen war, flehten die Brauerprotzen auch den Radau-Antisemitismus, dem man so lange weit aus dem Wege gegangen war, um Hilfe an und siehe, diese deutschen Männer fühlten ein menschliches Rühren in ihrer zottigen Brust und ver- anstalteten alsbald eine Versammlung. Das nicht getrunkene Bier schrie fürchterlich nach Rache und da Gerüchte die Luft durchschwirrten, als gäbe es dort gratis das Gebräu aus Gerstensaft, so strömten die edlen Jünglinge in hellen Haufen nach dem Moritzplatz. Dort harrten ihrer freilich etwelche Enttäuschungen. Anstatt sich an den kräftigen Männerworten der„Gesammtfraktion" ergötzen zu dürfen, muhten sie mit dem Bachler vorlieb nehmen, und den hatten sie ja alle schon gelesen,— mit dem Freibier aber war es einfach Essig. Da ergrimmten etliche und sprachen mit dumpfer Stimme:„Haben wir zwei Nickel geopfert auf dem Altar der deutschen Nation, um hier blos den„Staatsbürger- Zeitungs"-Mann krähen zu hören; derweil trinken wir lieber noch eins. Kellner!".... Unterdessen aber tobte der Kampf.„Der Boykott führt in ein Meer von Blut!" —„Wir deutsche Männer wollen den Finger in die Wunde legen, hier ist sie, und nicht weiter!" so schmettert der Herr Ches- Redakteur seine Geistesblitze zwischen das verdutzte Publikum. „25 Prozent entlassene Arbeiter" tönt's aus der einen Ecke. „Halt's Maul, Kameel!" heult darauf der Chor der wackeren Deutschen. Dazwischen jammert ein Anderer nach der Polizei, die doch, wie in Sachsen, die„janzen Fihrer inspunnen" sollte. Wie ein Peitschenhieb aber fuhr's auf die Gesellschaft hernieder, als ein Arbeiter in das tosende Meer Hinabries:„Hundertmal höher, als ihre ganzen Schlacht- Gedenktage steht unser Festtag, der 1. Mai." Eine Todtenstille folgte dieser mannhasten Erklärung. Aber dann brach ein Sturm los, wie wir ihn noch nicht erlebt haben; wär' es möglich gewesen, man hätte den Frevler zerrissen.--- Die Ruhe ist wieder eingekehrt. Die„ehrlichen Deutschen" sind von dem Händeklatschen, Schreien und Trampeln erschöpft. Man hat„festgestellt", daß 1. die Sozialdemokratie nur die Braucreieu boykottirt hat, die in n i ch t j ü d i s ch e n Händen sind; 2. daß mit Ausnahme der freisinnigen und sozialdemokratischen Presse alles gegen den Boykott ist; 3. daß das Lamm, genannt Mittelstand, nur durch den antisemitischen Herkules dem sozialdemokratischen Wolf aus dem Rachen gezogen werden kann. Man hat auch daS herzerweichende Flehen des Vorsitzenden zur pekuniären Unterstützung der gerechten Sache geduldig über sich ergehen lassen und rüstet sich zur Heimfahrt, da torkell so eine teldengestalt auf einen Arbeiter los und schnarrt:„Was meinen ie, wenn wir das ganze Boykottbier wegsaufen?"„Recht so. saufen Sie sich unter den Tisch,— wir Sozialdemokraten bleiben oben." Lächelnd spracks der Angeredete und ließ den Frager. der dazu kein geistreichs Gesicht machte, stehen.— Wie die Nacht- wächter bekundet haben sollen, hat man in selbiger Nacht in der Umgebung des Moritzplatzes mehrfach Personen bemerkt, sdie mit schwerem Kopfe an den Hänsern lehnten und sich abmühten, das zu viel Genossene— los zu werden und kläglich stöhnten:„Weh' uns, wir haben gesiegt!"--- O, Kuckenburg, o Kuckenburg, wie findet man durch Dich hindurch! In das Genossenschaftsregister ist am 11. Juni folgen- des eingetragen worden: G.-R. Nr. 195. Firma: Braugenosfenschaft der Gast- und Schankwirthe Berlins und Umgegend (Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Hastpflicht) mit dem Sitze zu Berlin, Dresdenerstr. 105. Gegenstand des Unter- nehmens ist der Erwerb und Betrieb von B rauereien und Mälzereien. Für die Verbindlich- leiten der Genossenschast hastet jeder Genosse mit so viel Mal 300 Mark, als er Geschästsantheile erworben hat; mehr als 100 Autheile kann kein Genosse erwerben. Zur Zeit sind Vor- standsmitglieder 1. der Gastwirth August Kuckenburg, 2. der Gastwirth Heinrich Nümann zu Berlin. Man kann Herrn Kuckenburg die Anerkennung nicht ver- sagen, daß er ein Gemülhsmensch ist. Auf der einen Seite stellt er sich hin und donnert als Herold des Brauerrings gegen die „Anmaßung" der Arbeiterschaft los und auf der anderen Seite lauert er, entsprechend dem Bibelwort„Wo ein Aas ist, da sammeln sich die Adler" mit seinen Genossen auf die Leichen, die in dem Boykottkampf auf der Strecke liegen bleiben. Möglicher- weise liegt die Sache auch so, daß den„Genossen" von oben herab bereits das eine oder andere der Opfer, denen Voraussicht- lich die Puste ausgehen wird, als fette Bissen zugesichert worden ist. Die Kleinen in Herrn Rösicke's Wildpark werden, wenn sie auch nicht im Stande sind, mit ihren Feinden fertig zu werden, bei dem Gedanken an die Braugenossenschaft ihres An- walts Kuckenburg doch aus tiefstem Herzen in den Ausruf„Gott schütze mich vor meinen Freunden" einstimmen. Geflissentlich angelogen werden die Leser der„Nat.-Ztg." von diesem Organ des' durch„Besitz und Bildung" maßgebenden Bürgerthums, indem dasselbe behauptet, wir hätten von der Rede des Herrn Rösicke, die er im letzten Dezember vor seinen Arbeiter- ausschüssen hielt, diejenigen Stellen geflissentlich fortgelassen, aus denen unsere Leser hätten ersehen können, welche„hohen Löhne die Arbeiter in den hiesigen Brauereien und welche Vortheile ihnen speziell in der Schultheiß-Brauerei geboten werden". Abgesehen davon, daß unsere Leser die Geschichte von den 29,50 M. Minimallohn der Böttcher und den be— rühmten „Wohlfahrtseinrichtungen" bei Schultheiß schon zum Ueberfluß oft zu lesen bekommen haben, konstatiren wir, daß wir die Rede, soweit sie in der„Nat.-Ztg." zum Abdruck gebracht war, wärt» l i ch wieder gegeben haben. Ob dvs Geschmarr des„Bier- königs" noch länger war und was er sonst noch gesalbadert hat, was kümmerte das uns, nachdem es sogar die„Nat-Ztg." nicht der Mühe werth gehalten hat, diesen Theil der Rede zur Kennt- niß ihrer Leser zu bringen? Wenn also in diesem Falle ge- logen worden ist, so ist es nur seitens der„Nat.-Ztg." ge- schehen. Die Besucher des Volksfeste» in Friedrichshage» am nächsten Sonntag, welche ihren Weg über Grünau nehmen. werden daraus aufmerksam gemacht, daß in den Grünau gegen- über liegenden Lokalen Wendenschloß, Waldschenke am Aussichts- thurm und am Tenfelssee Bier aus dem Böhmischen Brauhaus geschänkt wird. Auch das dort per Plakate mit der Ueberschrift „Gambrinus-Brauerei" angezeigte Bier soll aus dem Böhmischen Brauhaus stammen. Die Lokalkommission in Moabit theilt mit, daß das Gerücht, der Parteigenosse Geppert, Perlebergerstr. 0, habe unterm 4. Juni noch boykoltirtes Bier geschänkt, vollständig aus der Luft gegriffen sei. Die Mitglieder der Kommission haben sich auf Ersuchen Geppert's aus den Geschäftsbüchern des letzteren über- zeugt, daß derselbe seit dem 23. Mai nur Bier aus der Kaiser« Brauerei führt. Z» de» Gewerbegerichts-Wahlen können wir mittheilen. daß in bezug auf die A r b e i t g e b e r- B e i s i tz e r im 1. Wahl- bezirk, umfassend die Stadtbezirke 1 bis 5, 2 Arbeitgeber zu wählen sind. Im 2. Wahlbezirk, umfassend die Stadtbezirke 6 bis 10, sind 3 Arbeitgeber zn wählen; im 3. Wahlbezirk, Stadt- bezirke 11 bis 15, 18 bis 20, 3 Zlrbcitgeber; im 4. Wahlbezirk, Stadtbezirke 10, 17, 22 bis 25, 2 Arbeitgeber; im 5. Wahlbezirk. Stadtbezirke 21, 26 bis 30, 3 Arbeitgeber; im 0. Wahlbezirk, Stadtbezirke 40 bis 42, 50 bis 53, 1 Arbeitgeber; im 7. Wahl- bezirk, Stadtbezirke 31 bis 39, 3 Arbeitgeber; im 3. Wahlbezirk, Stadtbezirke 43 bis 49, 1 Arbeitgeber. Der 9. Wahlbezirk fällt aus und findet dort keine Wahl statt. Im 10. Wahlbezirk, Stadtbezirke 03 bis 73, sind 2 Arbeitgeber zu wählen; im II. Wahlbezirk, Stadtbezirke 63 bis 07, 74 bis 73, 1 Arbeitgeber; im 12. Wahlbezirk, Stadtbezirke 104 bis 113, 2 Arbeitgeber; im 13. Wahlbezirk, Stadtbezirke 88 bis 94, 1 Arbeit- geber; im 14. Wahlbezirk, Stadtbezirke 95 bis 103, 3 Arbeit- gebcr. Im 15. Wahlbezirk findet keine Wahl statt. Im 16. Wahlbezirk, Stadtbezirke 79 bis 31, 30, 87, 1 Arbeitgeber; Im 17. Wahlbezirk. 114. bis 117., 123., 124. Stadtbezirk, 2 Arbeit- geber; im 13. Wablbezirk. 118. bis 122., 127. Stadtbezirk. 1 Arbeitgeber. Im 19. Wahlbezirk findet keine Wahl st a t t. Im 20. Wahlbezirk, 136. bis 142. Stadtbezirk, sind wieder 3 Arbeitgeber zu wählen; im 21. Wahlbezirk, 123. bis 130., 135., 143., 144. Stadtbezirk, 1 Arbeitgeber; im 22. Wahlbezirk, 145. bis 143, 150., 151., 201. Stadtbezirk, 2 Arbeitgeber; im 23. Wahlbezirk, 149., 162. bis 165. Stadtbezirk, 1 Arbeitgeber. Der 24. Wahlbezirk fällt aus. Im 25. Wahlbezirk, 106., 167., 174. bis 178. Stadtbezirk ist 1 Arbeltgeber zu wählen; im 26. Wahlbezirk, 157., 153., 160., 161., 179. bis 131., 189. bis 191. Stadlbezirk, 2 Arbeitgeber; im 27. Wahlbezirk, 152. bis 156., 159. Stadtbezirk, 2 Arbeitgeber; im 23. Wahlbezirk, 132., 183., 196. bis 200. Stadtbezirk, 3 Arbeitgeber; im 29. Wahlbezirk. 184. bis 138., 192. bis 195. Stadtbezirk. 2 Arbeit- geber; im 30. Wahlbezirk. 202. bis 209. Stadtbezirk, 2 Arbeit- geber; im 31. Wahlbezirk, 210. bis 215. Stadtbezirk, 1 Arbeitgeber. im 32. Wahlbezirk, 213. bis 225. Stadtbezirk. 2 Arbeitgeber. Im 33. Wahlbezirk findet keine Wahl statt. Im 34. Wahl- bezirk. 223., 257. bis 259., 265. bis 267. Stadtbezirk, ist zu wählen 1 Arbeitgeber; im 85. Wahlbezirk 229. bis 236. Stadtbezirk 1 Arbeitgeber; im 36. Wahlbezirk, 237. bis 250. Stadtbezirk, 3 Arbeitgeber; im 37. Wahlbezirk, 251. bis>254., 260. bis 264. Stadtbezirk, 1 Arbeitgeber; im 33. Wahlbezirk 270. bis 275. Stadtbezirk 1 Arbeilgeber; im 39. Wahlbezirk, 216., 217., 279. bis 283., 285. Stadtbezirk, 2 Arbeitgeber; im 40. Wahl- bezirk. 234., 286. bis 304. Stadtbezirk, 4 Arbeitgeber; im 41. Wahl» bezirk, 305. bis 313. Stadtbezirk, 3 Arbeitgeber; im 42. Wahl, bezirk, 276. bis 273., 319. bis 326. Stadtbezirk, 1 Arbeitgeber. Es findet demgemäß in den 37 Wahlbezirken die Wahl von 70 Arbeitgebern als Gewerbegerichts-Beisitzer statt. Für die Arbeitnehmer- Beisitzer finden i» folgenden Wahlbezirke» Wahlen statt. Im 1. Wahlbezirk, Stadtbezirke 1—5 1 Arbeiter, „ 2.„„ 6 10••••, 1„ I m 3. Wahlbezirk findet keine Wahl statt. Im 4. Wahlbezirk, Stadtbezirke 16, 17, 22—25.. 2 Arbeiter. , S.„„ 21, 26-30... 1„ „ 6.. 40-42, 50-53. 2 « 7»» i, 81 39«,«« 1„ » 8.„„ 43— 49,,•. 2„ „ 3.„„ 54— 62.... 3„ I m 10. Wahlbezirk findet keine Wahl statt. Im II. Wahlbezirk, Stadtbezirke 63—67, 74—73. 3 Arbeiter. „ 12.„„ 104-113... 2„ . 13.,, 88-94.... 3„ , 14.„„ 95-103.... 4„ „ 15.„„ 82 85.».. 1„ Im 16. Wahlbezirk findet keine Wahl statt. Im 17. Wahlbezirk. Stadtbezirke 114-117, 123, 124 1 Arbeiter. „ 18.„„ 113-122, 127.. 2„ „ 19.„„ 125, 126, 131-134 1. „ 20.„„ 136-142... 3„ „ 21.„„ 128- 130, 135, 143, 144... 2 I m 22. Wahlbezirk findet keine Wahl statt. Im 23. Wahlbezirk, Stadtbezirke 149, 162—165.. 1 Arbeiter. Im 24. und 25. Wahlbezirk findet keine Wahl statt. Im 26. Wahlbezirk, Stadtbezirk 157, 153, 160, 161, 179-181.139-191. 4 Arbeiter. „ 27.„„ 152-156. 159.. 1.. „ 23.„., 132, 183, 196—200 1 „ 29..„ 184-188, 192—195 3 Z0.„ 202___ 209,. 2 Im 31. Wahlbezirk findet keine Wahl statt. Im 32. Wahlbezirk, Stadlbezirk 213—225.... i Arbeiter. . 33.,„ 226, 227, 255, 256, 268, 269. � 1„ Im gj. Wahlbezirk findet keine Wahl statt. Im öS. Wahlbezirk, Stadtbezirk 220-236..... 3 Arbeiter. „ 36..... 237-250..... 5„ „ 37.„„ 251—234, 260-264 2 .. 88.„„ 270-275,.... 2„ Im 39. Wahlbezirk, Stadtbezirke 216, 217, 279 bis 283. 285............ 2 Arbeiter. Im 40. Wahlbezirk, Stadtbezirke 284, 286—304.. 3„ „ 41.„„ 305-318.... 2. „ 42.„„ 276-278, 319-326 2 Es sind mithin in 34 Wahlbezirken 70 Arbeitnehmer-Beisitzer zu wählen. Parteigenossen! Versäumt nicht. Euch in die Wähler' liste» zur Gcwcrbcgerichts-Wahl eintragen zn lassen! Die Anmeldungen werden entgegengenommen: 1. im Wahlbureau, Poststr. 16, 2 Tr.; 2. in der Turnhalle der 181./169. Gemeindeschule, Teinpel- Hofer-User 2; 3. in der Turnhalle der 62. Gemeindeschule, Schmidstr. 33; 4. in der Turnhalle der 115./170. Gemeindeschule, Skalitzer- straße 55/56; 5. in der Turnhalle der 23. Geiiieindeschlile, Straußberger- strape 9; 6. in der Turnhalle der 8./63. Gemeindeschule, Gipsstrahe 23.Ä.; 7. in der Turnhalle der 15. Gemeindeschule, Kastanien- Allee 82; 8. in der Turnhalle der 113. Gemeindeschule, Pankstr. 7—8; 9. in der Turnhalle der 113./128. Gemeindeschule, Thurmstrahe 80. Als Ausweis geniigen für den Arbeitgeber die Bescheinigung über die erfolgte Anmeldung des Gewerbe- belriebes oder die letzte Quittung über Zahlung der Gewerbe- steuer, für den Arbeitnehmer ein Zengniß seines Arbeitgebers oder der Polizeibehörde, sowie Steucrquittungen:c., daß er seit mindestens einem Jahre inner- halb des Gemeindebezirks wohnt oder in Arbeit steht. Formulare zu den schriftlichen Anmeldungen können in Empfang genommen werde». 1. im Wahlbnreau Posichr. 4S, 2 Treppen, während der Dienst- stunden von Vormittags 8 bis Nachmittags 3 Uhr, und 2. in den oben genannten Anmeldestellen während der vor- geschriebenen Anmeldefrist. Es wird daraus ganz besonders aufmerksam gemacht, daß bei unterlassener rechtzeitiger Anmeldung das Stimmrecht ruht. Wer ist als HanSgcwerbctreibendcr berechtigt, an den Arbeitgeberwahlen zum Äewerbegericht als Arbeitgeber theil- zunehmen? Der Magistrat veröffentlicht in seiner Bekanntmachung, betr. das Gewerbegericht der Stadl Berlin, darüber folgendes: Die der Zuständigkeit des Gewerbegerichls unterstellten Hausgewerbelreibenden sind, sofern sie gemäß§ 14 der Gewerbe-Ordnung den selbständigen Gewerbebetrieb angemeldet haben, als Arbeitgeber, andernfalls als Arbeiter wahlberechtigt. Als ein selbständiger Gewerbetreibender(Hausgewerbe) ist nun nach s 14 derjenige anzusehen, welche für eigene Rechnung und aus eigene Berantwortlichkeit ein Gewerbe betreibt und diesen Gewerbebetrieb der Behörde angemeldet hat. Auch sind diejenigen Hausgewerbetreibenden, welche nicht auf eigene Rechnung arbeiten, fondern für einen oder mehrere Fabrikanlen, sofern sie ihren Gewerbebetrieb angemeldet haben, als Arbeitgeber wähl- berechtigt. Hat alfo der Hausgewerbetreibende sein Gewerbe nicht angemeldet, so ist er nur als Arbeiter wahlberechtigt. Die Frage, ob er Ge- wcrbesteuer zahlt, ob also sein Gewerbebetrieb ein steuerpflichtiger vder steuerfreier ist, kommt hierbei nicht in Betracht, sondern nur die, ob er seineu Gewerbebetrieb als solchen angemeldet hat. Wie Herr Salomon seine Leute ans ihre Berlästlich- keit hin prüft. Die„Tgl. Rdsch." erzählt: Eines Tages kommt Blumensohn zu seinem langjährigen Geschäftsfreunde Salomon und bittet ihn, ihm während einer Reise 20 000 M. aufzubewahren. Salomon geht natürlich darauf ein, führt den Blumenfohn in sein Komptvir, wo er sich in Gegenwart aller Komptoiristen die Summe einhändigen läßt.„Sie sind Zeugen. daß mir Herr Blumensohn 20 000 M. zur Aufbewahrung über- giebt!" sagt er zu dem Personal. Alle nicken zustimmend. Nach 14 Tagen kehrt Blumensohn zurück und verlangt sein Depot wieder. Salomon stellt sich höchst verwundert und will sich nicht erinnern. „Aber ich habe Ihnen doch das Geld in Gegenwart ihres Personals übergeben," erklärt der verzweifelte Blumensohn. Salomon zuckt die Achseln.„Kommen Sie herauf in's Komptoir, wir wollen die Leute fragen," erwiderte Salomon ruhig. Blumen- söhn ist vor Schreck starr— das gesammte Personal erklärt, von dem Depot keine Ahnung zu haben. Salomon führt den Er- schreckten hinaus, greift in die Tasche und giebt ihm lächelnd das Kuvert mit den 20 000 M.„Nehmen Sie's nickt übel, alter Freund," sagt er lächelnd,„ich habe nur sehen wollen, ob ich mich aus meine Leute verlassen kann l" Wenn die Geschichte des antisemitischen Blattes auch nicht wahr ist, so ist sie doch in ihrer Art gut erfunden. Jüdischer und christlicher Kapitalismus wetteifern miteinander in dem Bc- streben, ihr kausmännisckzes und technisches„Hilfspersonal" zu ihren geistigen Prostituirlen zu machen. Es ist keine Kunst, Leute zu haben, die in anständigen Geschäften ihrer Pflicht nachkommen; die wahre Zuverlässigkeit der Bureausklaven läßt sich erst in Gaunereien erproben. So will es die Moral des Kapitalismus. Der räthselhafte Todesfall eines KindeS beschäftigt seit Donnerstag'die Polizei. Der am 23. Februar d. I. geborene Sohn Heinrich der Schlächtermeister Schäfer'schen Eheleute wurde gestern Nachmittag um 5 Uhr von der Mutter in der Zionskirch- straße 11 befindlichen Wohnung todt im Bette liegend aufge- sunden. Frau Schäfer war etwa eine halbe Stunde der Woh- nung ferngeblieben und will sie beim Verlassen verschlossen haben, so daß außer' dem'Kinde niemand dort anwesend gewesen ist. Nun hat ein hinzugezogener Arzt festgestellt, daß auf dem Kopfe und ain Hinterkopse des Knaben Eindrücke, sowie daß an den Beinen blutunterlaufene Stellen sichtbar sind. Die Eltern können sich angeblich den Vorfall nicht erklären, der um so auffallender erscheinen muß, als das noch nicht vier Monate alte Kind sich den Schaden durch Umherwälzen oder Anstoßen an einen Gegen- stand kaum selbst beigebracht haben kann. Die Leiche ist daher beschlagnahmt worden, und die Polizei ist bemüht, den räthsel- haften Vorgang zu klären. Vermißt wird seit dem 5. d. M. der 15jährige Arbeits- bursche Wilhelm Hahn, der Benssclstr. 69 bei den Eltern wohnte. Nach einem hinterlassenen Zettel hat er die Absicht, freiwillig in den Tod zu gehen, da er einer Schuld wegen nicht weiterleben könne. Genaues über den Beweggrund ist nicht bekannt. Die Leiche ist bisher nicht gefunden worden. Die Fundamente des Bahnhofs Alexanderplatz haben sich, der Mittheilung eines Berichterstatters zufolge, theilweise, speziell an den Stellen, wo sich früher der ehemalige Königs- graben befand, gesenkt. Die Senkungen betragen zum Theil bis 30 Zentimeter. Besonders bemerkbar sind dieselben in dem von den Fahrstühlen der Zentral-Markthalle nach dem Ausgang in der Gontardstraße führenden Ausgang. Augenblicklich ist man damit beschäftigt, die fraglichen Stellen durch Einfügung neuer Fundamente auszubessern. Die über den Garten des Prälaten führenden eisernen Brückentheile haben, wie sich bei der letzten Untersuchung herausgestellt hat, auch so bedeutende Abweichungen von der normalen Lage ausgewiesen, daß zwischen das Mauer- werk und den einzelnen Brückentbeiken Keile eingeschoben werden mußten. Ein falsches Fiinfmarrstiick wurde am Donnerstag Mittag einein 12jährigeli Knaben in einem Obstladen am Potsdamer Platz abgenommen. Der Knabe, der mit dem Gekde eine Schachtel Erdbeeren kaufen wollte, gab an, das Falsifikat, das das Bildniß dzs Kaisers Friedrich zeigte, von einem ihm unbekannten Mann, der an der Ecke Potedamerstraße warten wollte, erhalten zu haben. Als ein Schutzmann erschien, um den Thatbestand fest- zustellen. war der Unbekannte inzwischen von der Ecke ver- schivnnden. Polizcibericht. Am 14. d. M. Bormittags wurde vor dem Hause Koloniestr. 1 ein Böttchergeselle mit schweren Verletzungen am Arme und Beine aufgefunden und nach der Chariiee ge- bracht. Er ist angeblich in oer in dep Nähe belegenen Wohnung eines Bäckermeisters mit einem Schankwirth in Streit gernthen und von diesem die Treppe binnntergeworfen worden.— Auf dem Güterbahnhofe der Görlitzer Bahn siel beim Rangiren ein Hilfs-Weichensteller vom Trittbrett eines Güterwagens und erlitt einen Bruch der Wirbelsäule und schwere innere Verletzungen.— Abends fand im Keller des Hauses Luisenstr. 42 ein Brand statt. WitternngSübersicht vom 13. Jnui. Witterung in Dentschlaud am IS. Jnui, 8 Uhr Morgens. Obwohl in der weltlichen Hälfte Deutschlands der Luftdruck seine normale Höhe bis zu 6 Millimetern überschritten hat, ist das Wetter doch allgemein noch trübe geblieben. Nach gestrigen Gewittern in Kiel und Friedrichshafen haben die Regenfälle zwar im Westen einstweilen aufgehört, nordöstlich von der Oder aber dauert der Regen fort. Auch die kühlen nordwestlichen Winde halten in ziemlicher Stärke noch an und verhindern eine weitere Erwärmung; auch heute Morgen hat Chemnitz nur 8, München 90, und allein zu Swinemünde ist das Thermometer auf 16 0 Celsius gestiegen. Wetter-Prognose für Sonnabend, den 16. Juni 1894. Etwas wärmeres, theils heiteres, theils wolkiges Wetter mit leichten Regenfällen und mäßigen südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Geriifcks-Bemmg. In der Anklagcsache wider unser» Genossen Zlrthur Ttadthagen wegen Hausfriedensbruchs und Beleidigung des Bürgermeisters Wagner in Liebemvalde wurde am Freitag die am Mittwoch abgebrochene Verhandlung vor der 8. Straf- kammer hiesigen Landgerichts I fortgesetzt. Es handelt sich, wie wiederholt sein mag, um Vorgänge in einer Wahlversammlung der Kartellparteien in Liebenwalde, in welcher Stadthagen mit anderen Parteigenossen erschienen war. Der Staatsanwalt hatte gegen denselben eine Gesnmmtstrafe von 550 M. in Antrag gebracht, die Verhandlung mußte aber ver- tagt werden, weil der Angeklagte ans der Vernehmung noch einiger Zeugen bestand. �Einer der letzteren bestätigte dem Angeklagten, daß es diesem nicht möglich gewesen sei, den Saal zu verlassen; ein zweiter Zeuge hat bei der zweiten Versammlung mit Knütteln bewaffnete Leute gesehen.— Der Staatsanwalt verblieb bei seinen Anträgen und sprach die An- ficht ans, daß dem Angeklagten der Schutz des§ 193 zu versagen sei. Bürgermeister Wagner habe sich nach keiner Richtung hin eines Mißbrauchs der Ämtsgewalt schuldig gemacht.— Der Angeklagte beantragte nicht nur seine Freisprechung, sondern auch die Auferlegung der nothweudigen Auslagen auf die Staatskasse.— Der Gerichlshof sprach den Angeklagten von der Anklage des Haus- friedensbruchs frei, indem er nicht für festgestellt erachtete, daß die Aufforderung des Versammlungsvorsitzenden zum Verlaffen des Saales zu den Ohre» des Angeklagten gekommen ist. Was die Beleidigung des Bürgermeisters Wagner betrifft, so hat der Gerichtshof der Behauptung des Angeklagten, daß der Bürger- meister Wagner sich eines Mißbrauchs der Amtsgewalt schuldig gemacht habe, nicht beitreten können. Höchstens könnten diszi- plinarisch zu rügende Inkorrektheiten in Frage stehen. Wenn der Bürgermeister den Angeklagten durch den Gendarmen aus dein Saale haben bringen lassen, so habe er damit nur im„wohl- erwogenen Interesse des Angeklagten selbst gehandelt". Der Ge- richtshof hat angenommen, daß dem Angeklagten der Schutz des Z 193 zur Seite stehen, daß aber die Schutzgrenzen dieses Paragraphen überschritten seien, da in der Form und in dem Ton, mit welchem der Angeklagte verlangte, daß der Bürger- meister„sistirt" werde und mit welchem er drohte,„den Bürger- meister verhaften zu lassen", die beleidigende Absicht zu erblicken sei. Die Vorgänge in der Versammlung vom 14. Februar hat der Gerichtshof nicht für genügend aufgeklärt erachtet, nm auch hier eine Beleidigung auf Seiten deä Angeklagten für festgestellt anzunehmen. Das Urtheil geht nach alledem dahin, daß der Angeklagte unter Freisprechung von der Anklage des Haus- friedenbruchs und der Beleidigung in einem Falle wegen öffent- licher Beleidigung zu hundert Mark Geld st rase event. 10 Tagen Gefängniß zu vcrurtheilen sei. Eine Berhandlnng wegen wissentlich falscher An- schnldigung nnd Beleidigung, welche gestern vor derjstebenten Straskammer des Landgerichts 1 stattfand, hatte fast sämmlliche Beamte des PackhofS als Zeugen in Anspruch genommen. An- geschuldigt war der Feldwebel a. D. und frühere' Hilfs-Steuer- aufseher�Paul Schramm, welcher nach der Entlassung aus seinem letzten Dienste an den Finanzminister und an die Steuer- behörde eine Reihe von Eingaben gerichtet hat, worin schwere Beschuldigungen nnd der Vorwurf grober Dienstvergehen gegen eine Anzahl Steuerbeamten erhoben wurden. Schramm be- hauptete, daß die Beamten, welche bei der Zollabferligungs- stelle auf dein Packhofe angestellt feien, die Ar- bester anzuweisen pflegten, die Fässer mit Spiri- tuosen und Weinen zu öffne». Von dem Inhalte würde mittels Gummischlauch oder Stechheber ein Theil herausgenommen, in Gießkannen, Blechbüchsen oder andere Gefäße gefüllt nnd in die Bureaus gebracht, wo die Beamten sich davon Grog oder Punsch brauten. Die Folge davon sei gewesen, daß verschiedene Beamte beim Schluß des Dienstes so betrunken gewesen seien, daß sie getaumelt hätten. Es sei ebenfalls in den Diensträumen wiederholt Thee gekocht werden und müsse er annehmen, daß auch die Ingredienzen hierzu von zollpflichtiger Waare entwendet worden seien. Es seien ferner Säcke mit Kaffee und Feigen eines Thetles ihres Inhaltes beraubt worden und ebenfalls hätten Schinken» und Fleischdiebstähle stattgefunden. Die Revisionen würden be» sonders in betreff der Gewichtsfeststellungen in überaus lässiger nnd oberflächlicher Weise ausgejührt. In einer anderen Eingabe erging der Angeklagte sich in schweren Beschuldigungen gegen seinen früheren Vorgesetzten, den Steuerrath Gramer. Derselbe scheine die Ltuhe mehr zu lieben, als es mit seinem Dienste ver» einbart sei, er scheine es mit seinem Eide nicht genau zu nehmen und habe ihm während seiner Dienstzeit eine gemeine BeHand» lung zu Theil werden lassen. Der Angeschuldigte behauptete, daß er in allen Punkten die Wahrheit gesagt und jedenfalls nach bester Ueberzeugung gehandelt habe. Einen Theil der Dienstwidrigkeiten habe er selbst ge- sehen, im Uebrigen sei sein früherer Kollege, der Steueranfseher Cerotzky sein Gewährsmann. Der Letztere gab zu, daß er mit dem Angeklagten viele Gespräche geführt habe, welche �sich um die Vorgänge drehten, welche von dem Angeklagten später zur Anzeige gebracht wurden. Schramm habe ihm diese Zugeständ- nisse aber am Biertisch gewissermaßen abgelockt. Was er, der Zeuge, alles über die angeblichen Pflichtwidrigkeiten erzählt, könne er nicht mehr angeben, er wolle aller einräumen, daß er alles Mögliche gesagt haben könne. Der Zeuge hat bei seiner veranlwortlichen Vernehmung Alles widerrufen, was irgendwie ein schlechtes Licht auf seine Kollegen werfen konnte, er ist aber trotzdem ans dem Dienste entlassen worden. Eine Menge Zeugen wurde» über die angeblichen Spirituosen- Diebstähle vernommen. Die Beamten bestritten sämmllich unter ihrem Eide, daß sie von den zollpflichtigen Getränken mehr ent» nommen hätten, als nölhig war, um. die Fässer aus ihren Inhalt zu prüfen. Es sei dies etwa jedesmal ein halbes Wein- oder Wasserglas voll gewesen. Als einziger Entlastungszeuge trat der Stationsassistent Engelmann auf. Derselbe bekundete, daß ihm von der unerlaubten Entnahme von Getränken yi Ohren gekommen sei, er habe auch einmal gesehen, daß ein Arbeiter Wein in ein Revisionsbureau brachte. In Betreff der übrigen Diebstähle ließ den Angeklagten die Beweisaufnahme im Stich und ebenso wurde durch sämmtliche Zeugen bestätigt, daß die Revisionen in betreff der Gewichtsfeststellungen in der ge- nauesten und gewissenhaftesten Weise vorgenommen worden waren. Staatsanwalt o. Jaroczewski ließ die Anklage wegen wissent- lich falscher Anschuldigung soweit fallen, als sie die rechtswidrige Entnahme von Getränken betraf, in betreff des Kaffeediebstahls und der Beleidigung des Steuerraths Granier hielt er sie aus- recht. Er beantragte eine Gesamnststrafe von sechs Monaten Gefängniß. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Sello, führte aus, daß der Angeklagte in allen Fällen von der Wahrheit seiner Behauptungen überzeugt gewesen sei und geglaubt habe, seine Pflicht zu thun, wenn er die von ihm theils selbst gesehenen, theils von Cerotzky erfahrenen Unregelmäßigkeiten zur Anzeige brachte. Auch in betreff der Beleidigungen stehe ihm der Schutz des Z 193 des Str.-G.-B. zur Seite und wenn der Angeklagte auch in der Form zn weit gegangen sei, so liege doch nur eine einfache Beleidigung vor, für welche eine Geldstrafe eine ausreichende Sühne sein dürfte. Der Gerichtshof folgte den Ausführungen des Ver» theioigers insoweit, als der Angeklagte nur wegen einfacher Be- leidiguna in zwei Fällen zu einer Gefängniß st rase von sechs Wochen verurtheilt wurde. Ein„Brandstifter" und sein Offizialvertheidiger. Eine erbarmungswürdige Kreatur stand am Freitag vor dem Schwur- gericht am Landgericht ll in dem Dienstknechte Wilhelm Schröder, welcher beschuldigt war, am Abend des 5. März d. I. die Scheune seines Dienstherrn, des Bauerngulsbesitzers Ebel in Rehfelde vor- sätzlich in Brand gesetzt zu haben. Der 24jährigi Mensch war knapp vier Fuß groß, nur sein Kops reichte über die Barriere herauf und wie er im Aeußeren de» Eindruck eines Kindes machte, so schien er auch in geistiger Beziehung ein Kind ge- blieben zu sein. In behaglicher Breite erzählte er, daß er die Scheune aus Rache angezündet habe, weil ihm der Bauer gedroht habe, er werde ihn krumm und lahm schlagen. Aber gerade diese Breite machte einen ver- blüffenden Eindruck, war doch nach Lage der Sache eine fahrlässige Brandstiftung überaus glaubhaft erschienen sein würde. Auch der Präsident, Landgerichlsdirekior Reuckhoff, hatte diesen Eindruck gewonnen. Derselbe versuchte im Laufe des Jnquisitoriums Näheres über Vergangenheit und Erziehung des Angeklagten aus diesem herauszubringen, stieß aber dabei auf erhebliche Schwierigkeiten. Mit vieler Mühe gelang es fest- zustellen, daß die Mutter des Angeklagten früh verstorben ist,— wann— wußte er nicht anzugeben. Der Vater hat Mutter und Kind verlassen, wo derselbe ist, konnte er nicht angeben. Mit 10 Jahren ist er in die Provinzial-ErziehungSanstalt in Strausberg gekommen und bis zu seiner Einsegnung dort geblieben. Tann kam er zu einem Bauen, als „Hütejunge", da er aber nicht die nothwendigsten Kleider erhielt, rückte er aus und ging in die Strausberger Anstalt zurück, wo ihn der Inspektor auf eigene Faust beschäftigte, bis er wieder bei einem Bauern untergebracht wurde. An einer Stelle ist der Mensch sünf Jahre, sonst aber nur kurze Zeit an einem Orte gewesen. Gelegentlich frug der Präsident: Was haben Sie immer mit Ihrem Gelde gemacht?— Angekl.: Geld— was ist denn das?— Präs.: Na, Sie müssen doch Lohn bekommen haben!— Angekl.: Ne, Lohn Hab ich nicht gekriegt! — Der Präsident hielt es nun für angemessen, den Angeklagten zu examiniren: Können Sie lesen?— Angekl.: Nein!— Präs.: Können Sie schreiben?— Angekl.: Nur meinen Namen.— Der Präsident stand auf, trat an die Anklagebank heran, gab dem Angeklagten Papier und Feder und ließ ihn seinen Namen schreiben. Das ging ziemlich kümmerlich. Dann examinirte der Präsident weiter. Zählen konnte der Angeklagte. Der Präsident frug: Wieviel ist 4 X 5?—„3"— 6 X K?— ,12 nein 36"— 5X4?— Angeklagter schweigt— 7x8?—„41"— 3-1-6?—„10" — 5: 10?—„8"— Welches Jahr schreiben wir jetzt?— An- geklagter(nach langem Besinnen und unter Nachhilfe): 1894— Präs.: Wann ist Weihnachten?— Angekl.: Im Dezember!— Präs.: An welchem Tage?— Angekl.: Am 20.!— Präs.: Wann hat der Kaiser seinen Geburtstag?— Angekl.: Am 24. März!— Präs.: Wann war der französische Krieg?— Angekl.: Das weiß ich nicht!— Das Luther'sche B e« kennt n iß, das Glaubensbekenntniß und daS Vaterunser konnte er bezeichnender Weise ganz guthersagen. Der Präsident regte die Frage an, ob esnicht besser sei, den Geisteszustand des Angeklagten untersuchen zu lassen, der Ossizialvertheidiger, Referendar v. d. Goltz, lehnte es jedoch ab, einen diesbezüglichen Antrag zu st e l l e n, weshalb der Gerichtshos beschloß, den Gefängnißarzt Geh. Rath Dr. Lewin rufen zu lassen. Dieser wiederholte das Examen in aller Kürze und gelangle damit zu dem Schluß, daß der Angeklagte zwar schwachsinnig, doch nicht unzurechnungs- fähig sei. Der als Zeuge vernommene Dienstherr konnte dem Angeklagten nichts Schlimmes nachsagen. Derselbe sei zwar manchmal etwas„niederträchtig" gewesen und habe zur Zeit stets angetrieben werden müssen. Lohn sei nicht verabredet gewesen. Verdacht habe er aus den Angeklagten nicht gehabt, weil zur Zeit in der Umgegend viel boshafte Brandstiftungen vor- kamen. Der Brandschaden habe etwa 12 000 M. betragen. Daß der Staatsanwalt für Bejahung der Schuldfrage plädirte, fiel nicht auf, wohl aber, daß sich der Vertheidiger die aus der immensen Beschränktheit des Angeklagten resultirenden günstigen Chancen für die Vertheidignng entgehen ließ und daß er— der Vertheidiger— die Geschworenen bat, den Angeklagten schuldig zu sprechen. Die Geschworenen votirten denn auch auf schuldig unter Zubilligung mildernder Umstände, worauf der Gerichtshos aus ein Jahr sechs Monate Gefängniß erkannte. Vielleicht sind diese 18 Monate für den Angeklagten die glücklichsten seines Lebens. Soziale Lebersicht. ] Achtung, Wagenbauer! Sonntag, den 17. Junt, Bormittags 10 Uhr, bet Säger, Grüner Weg 29, Mitgliederversammlung der Bentral- Kranten- und Sterbefasse der deutschen Wagenbauer, Bezirk 1. Tagesordnung: Delegirtenwahl zur Generalversammlung. Allgemeine Kranken- und Sterbekame der Metallarbeiter. Uhr, bei Diefe, Lothringerstr. 67, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: ( G. 5. 29, Samburg, Filiale Berlin 6.) Sonnabend, den 16. Junt, Abends Kaffenbericht. 2. Wahl der gesammten Ortsverwaltung. 3. Bericht des elegirten über die Generalversammlung. 1. Verein der Einseher( Tischler). Sonntag, den 17. Junt, Bormittags Uhr, Neue Friedrichfir. 44, Mitgliederversammlung. Bortrag des Kollegen Millarg. Holz- und Bretterträger Berlins und Umgegend. Sonntag, den den 17. Juni, Bormittags 10 Uhr, Admiralstr. 18 C, Märkischer Hof, Mits gliederversammlung. Verein Schäftebranche! Sonnabend, ben 16. Junt, Abends 9 Uhr, Walstr. 20, Generalversammlung. Tagesordnung: Kaffenbericht. Neuwahl des Borstandes. Sozialdemokratischer Wahlverein für Arnswalde- Friedeberg. Sonnabend, ben 16 Inni, Abends 9 Uhr, bei Tempel, Langeftr. 65, Bersammlung. Wichtige Angelegenheiten. Bollzähliges Erscheinen nothwendig. Rosenthalerstr. 38, Bortrag des Frl. Iva Altmann:„ Der Inhalt des Lebens". Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 17. Junt, Vormittags 10% Uhr, montag, Abends 8 Uhr, beschließende Bersammlung. In der humanistischen Gemeinde, Kommandantenstr. 79, hält am nächsten Sonntag, Vormittags 10% Uhr, Herr G. Schäfer feinen letzten Vortrag über: Die Kraft der Glaubensbekenntnisse und Wissenserkenntniffe". Arbeiter- Bildungsschule. 2. und 4. Sonnabend im Monat, Abends 8%-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstr. 179a, und Süd- Ost- Schule, 8-10% Uhr: Distutir- nebungen. Bei allen Unterrichtsfächern werden neue beilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Neumann. Alle Aenderungen im Vereinstalender sind zu richten an Friedrich Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borstzender Ad. Kortum, Manteuffelstraße 49, v. 2 Tr. Sonnabend, Abends 9 Uhr: Grüne Eiche, Rirdorf, Uebungsfiunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Knesebeckstraße 84. Lyrania, Landsbergerstraße 31 bet Musehold. anaes- Gcho, Naunynfiraße 86, bei Bubeil. Glück zu Ackerstr. 123 bet Stümte. Esmeralda, Zilsiterstraße 82 bei Hänicke. Lieder= tra nz in Brandenburg, Mengert's Boltsgarten. Hand in Hand 2, Friedrichsberg, Friedrich Karlstr. 11 bei Heinecke. Gesundbrunner männerchor, Gesundbrunnen, Prinzen- Allee 10. Friedrichsberg, Rummelsburgerstraße bet Deckert. Frisch auf, Vorwärts 7, ummelsburg, Goethe- und Kantstraßen- Ecke bet Greinert. Immer gun eget, Spandauerfir. bei Rentner.- Frisch auf 2, Schönwalde in bei Kamlowsky, der Mart bei Restaurateur Schulz. Gangesfreund, Dragonerstr. 32, Deutsche Eiche 2, Brandenburg a. S, Hauptstraße, Gesangverein Gängerhain Reichenbergerstr. 16, bet Wintel's Salon. Hoffmann. Sängerlust, Luckenwalde, Beeligerstr. 34, bet Schüße. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend aule Buschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend Theaterverein Aurelia, Mendelssohnftr. 9 bei Wiethe abends thr. Geselliger Verein Deutsche Giche, Kohlen- Ufer 2, bei Bech.- Bitertiub Gemüthlichte it, Lindenftr. 105, im Bürgergarten. effing. Rangefir. 9, bei Kiezerosti. zu richten an: P. Gent, Adalbertstr. 95. Sonnabend: Vergnügungsverein Einigteit, Manteuffelstr. 67, Abends 9% Uhr. und & e= felligteit, Prenzlauer Allee 26, bei Drühler, alle 14 Tage.- Theaterverein Gefang-, TurnPaul gesellige Vereine. Sonnabend. Nickel'scher Musikverein Allegro bei Spindler, Reichenbergerstraße 118, Ecke Forsterstraße. von 8-10% Uhr in der Turnhalle, Fretenwalderstr. 39. Turnverein Gesundbrunnen. Die 2. Männerabtheilung turnt heute faffen haben. Durch die amtlicherseits stattgehabten Erhebungen wurde festgestellt, daß 53 pet. der Bäckereien und Konditoreien Risiko der Arbeit. Aus Kasan( Rußland) wird telegraphirt: auf welche die Erhebungen sich erstreckten, mit einer durchschnittIn der Trockenkammer der hiesigen Fabrik von rauchschwachem Nebenarbeiten auskommen; dagegen hatten 28,6 pt. eine 12 bis Pulver fand eine Explosion statt, durch welche 7 Arbeiter ge- 14 stündige, 17 pet. eine mehr als 14 stündige, und zwar davon tödtet wurden; das Gebäude wurde zerstört. 13,2 pt. eine 14 bis 16 stündige, 3,1 pt. eine 16 bis 18 ftündige Die preußische Staatsbahnen- Verwaltung hat sich ent- und 0,17 eine mehr als 18 ftündige Arbeitszeit. Dabei erfährt schlossen, die Beispiele anderer Zweige der Staatsverwaltung die Arbeitszeit im Laufe des Jahres sehr häufig noch eine weitere zu folgen und allen ihren abkömmlichen Beamten einen Sommer Steigerung. Die amtlichen Erhebungen erstreckten sich auch urlaub von 14 Tagen bis 3 Wochen zur Erholung zu bewilligen, auf die Beschäftigungszeit der Lehrlinge und es ergab sich Als abkömmlich gelten alle diejenigen Beamten, deren laufende hierbei, daß bei 45 pet. der befragten Betriebe die Lehrlinge Arbeiten während der Beurlaubung von den anderen Beamten 12 Stunden und weniger, bei 31,6 pt. über 12 bis 14, bei mit erledigt werden können. Beamte mit einer Dienstzeit bis zu 21,9 pet. über 14 und bei 1,5 pet. über 18 Stunden zu arbeiten 20 Jahren fönnen 14 Tage, solche mit einer längeren Dienstzeit hatten. In den großen Städten ist für 29,1 pt. eine mehr als 3 Wochen Urlaub erhalten, ohne daß es, wie bisher, der Bei- 14 stündige Arbeitszeit ermittelt worden. Da die Kommission bringung einer ärztlichen Bescheinigung von der Nothwendigkeit sich in dieser ihrer Tagung auch mit der Frage der Arbeitszeit einer Urlaubsreise bedarf. in der Mühlenindustrie und dem Handelsgewerbe zu befassen Also wer des Segens der Beurlaubung theilhaftig werden haben wird, so dürften die Arbeiten wohl eine längere Zeit in will, muß in der glücklichen Lage sein, seine laufenden Arbeiten Anspruch nehmen. durch andere Beamte erledigen zu lassen. Die große Mehrzahl Das Sozialkomitee hat dem norwegischen Storthing einen der betreffenden Beamten, besonders die Subalternbeamten, find Gefeßentwurf betreffend die Unfallversiche- Waldemarstr. 14: Naturertenntniß. 1. und 3. Sonnabend im Monat, Abends aber bekanntlich so wie so schon mit Arbeiten thatsächlich über- rung für Fabritarbeiter zugestellt. Die Frage war lastet. Und nun sollen sie auch noch die Arbeit der Beurlaubten schon 1889 von der Arbeiterkommission behandelt worden; und mit versehen. Gerade in den unteren Beamtenkreisen, die der seitdem mehrmals zwischen dem Parlament und der Regierung Erholung am meisten bedürftig sind, dürften die wenigsten ab- hin- und hergeschickt. Das in diesem Jahre eingesetzte Sozialtömmlich sein. fomitee ist aber von der Anschauung ausgegangen, daß für eine Von der Konzentration des Kapitals. Wie das in Unfallversicherung ein besonders starkes Bedürfniß vorhanden sei, da z. B. für die Krankenversicherung auf privatem Wege unverRoburg erscheinende Organ der deutschen Glasindustriellen mit theilt, schweben gegenwärtig Verhandlungen, welche einer Verhältnißmäßig mehr geschehen sei. Der Gesetzentwurf ist auf folgenden Hauptprinzipien erbaut: einigung aller im Königreich Sachsen, in Schlesien und Branden- der Arbeiter wird gegen alle Betriebsunfälle versichert, insoweit burg gelegenen Glashütten der Beleuchtungsbranche zum Ziele fie nicht mit Absicht vom Arbeiter herbeigeführt sind, haben. Alle Unternehmungen sollen in eine Attiengesellschaft auch Unglücksfälle, welche durch unvorsichtigkeit des Arbeiters zusammengefaßt werden, das Betriebskapital liefern englische veranlaßt werden, werden demnach in die Versicherung mit ein Geldmänner. Schon im Jahre 1891 war etwas Aehnliches ver begriffen. Die Versicherung umfaßt Arbeiter in anderer Dienst, sucht worden; die Verwirklichung des Projektes scheiterte damals an den hohen Vermittelungsgebühren, welche der Unterhändler, find; die Seeleute sind merkwürdiger Weise nicht mit einbegriffen, soweit sie in Fabriken oder gefahrvolleren Betrieben beschäftigt ein Ronful Lefenberg in Rostock, beanspruchte, und an den ebenso die Erd- und Waldarbeiter nicht. Die Ausbezahlung der niedrigen Kaufpreisen, welche die Engländer den deutschen Hütten. Entschädigung soll nach dem Vorschlage mit der 5. Woche nach befizern anboten. Seitdem sind die Folgen der Mac- Kinley- Bill dem Unfall beginnen, da man annimmt, daß der Unterhalt des in der Glasbranche immer deutlicher zum Vorschein gekommen, Beschädigten in den ersten 4 Wochen Sache der Krankenaußerdem haben die Engländer ihr Angebot etwas erhöht. Es versicherung ist. Der Schadenersatz wird prozentual nach ist also nicht gar so unwahrscheinlich, daß die betreffenden Glas- dem Arbeitsverdienst des Beschädigten berechnet und ausbezahlt, hütten, oder doch der größte Theil derselben, bis zum 1. Ottober so lange die Arbeitsuntauglichkeit andauert; dem Projekte beiftimmen, und dem Trust zum Leben verhelfen der Betreffende stirbt, wird die Entschädigung an seine Hinterim Falle werden. In einem anderen Theile der Glasindustrie und in der bliebenen ausbezahlt, bei nur theilweiser Arbeitsuntauglichkeit Porzellanindustrie ist übrigens etwas Aehnliches schon lange zur vermindert sich die Entschädigung in entsprechender Weise; außer Bühnenverband Normania jeden letzten Sonnabend im Monat bet Thatsache geworden. Der ganze Export nach Nordamerika in bem werden die Kosten der Krankenbehandlung bezahlt, und im abends 9 Uhr bet Schulz, Brunnenſtr. 116. Beichniß, Königsbergerstr. 24. Privattheatergesellschaft Schneeglöckchen, Porzellanfachen und Glasprismen 2c. ist so gut wie mono. Falle des Todes der Begräbnißbeitrag. Die Ausgaben bei Bar jeden Sonnabend nach dem 1. und 15. Abends sy uhr, Köpenickerstr. nabend Theaterverein Berlinea polifirt. Das Haus Rothschild in New- York fontrollirt einige bieser Versicherungsart follen, nach dem Entwurfe, völlig Brivat- Theatergesellschaft en eta, Sigung mit Damen ut& bel weiß, zwanzig europäische Porzellan- und Glasfabriken. Einen Theil den Arbeitgebern zur Last fallen, da der Ent Gonnabend 9% Uhr, Gigung mit Damen bei Navul Abree, Chorinerstr. 58. Abend 9% Uhr bei Pape, Kolbergerstr. 22. Theatergesellschaft Edelweiß, davon besitzt es als Eigenthum, in den andern wird ausschließlich wurf davon ausgeht, daß der Ersaß ein dem Bultanta, 9 Uhr, Sigung in Täger's Gesellschaftshaus, Gartenstr. 18-14. auf seine Rechnung fabrizirt. Es ſendet alljährlich die Muster Beschädigten zustehendes Recht gegenüber dem Fidelitas. Berein Morgenstern, 9 Uhr, Sigung mit Damen im Reſtau und die Preise die es hierfür bezahlen will und läßt in jeder ihr Betriebe fei, welcher ihn beschäftigt. Es wird für verein Bohemia bet Kummer, Acerfir. 13, Sigung und Aufnahme neuer rant von Krone, Wörtherstr. 11. Nach der Sigung Fidelitas. Theaterunterthänigen Fabrit immer nur eine Spezialität herstellen. Der die Unfallversicherung eine besonders angeordnete Versicherungs- Mitglieder. Boruffia, Sigung 8% Uhr, bet Schröder, Wienerstr. 31. Fabrikant, dem die Preise nicht zusagen, kann die Arbeit stehen einrichtung geschaffen, deren Mittel nach dem Kapitaldeckungs- Restaurant Bautz, Blumenftr. 10, Stzung mit Fidelitas. laffen; aber er thut es in den seltensten Fällen. Manch einer System aufgebracht werden. Die Betriebe sollen in Gefahren- ustige Brüder 2, Sigung mit Damen jeden Sonnabend Abend a ubr Geselliger Verein Freundschaft, jeden Sonnabend Abend 9 Uhr im Theaterverein hat Vortheil. Dem andern fehlt es an Betriebskapital. Das war ja auch der Grund, weshalb er sich mit Rothschild ein lassen mit verschiedenen Prämien je nach ihrer Gefährlichkeit bei Krüger, Blanufer 34. Theater- u. Artisten- Club, umor", Fidelitas und Privattheater- Gesellschaft gelaffen. Nachdem er einige Jahre mit diesem Geschäfte gemacht, eingetheilt werden. Das Gesetz soll bereits den 1. Juli nächsten Tanz bei Schönwälder, Oranienſtr. 153, part. wenn man es nicht wieder noch ein verein Blaue Schleife, Sonnabend Abends 9 Uhr bei Michaelis, genannt Toni Sonnabend 9% Uhr bet Günther, Brunnenstr. 30. Privat Theater= ist es ihm fast unmöglich, frei zu kommen. Sein früheres Absatz: Jahres in Kraft treten gebiet hat er verloren, da er nur eine Spezialität herstellt, hat paar Male hin und herschickt. Meyer, Weisenburger- und Tresdomstraße- Ecke, Stzung, nachher Fidelitas. Vergnügungsverein Azalia 9% Uhr bet O. Heindorf, Barnimstr. 16. er nur einseitig ausgebildete Arbeiter, mit welchen er in beständigem Im großen nordamerikanischen Kohlengräber Streit Bergnügungsverein 2ustige Jugend Abends 9 Uhr, im Reſtaurant Kampf liegt, weil Rothschild die Preise fortgesetzt herabseßt, er ist, am 5. Juni, an dem die folgenden Mittheilungen unseres Gründer, Köpnickerstr. 100. Vergnügungsverein Lustige Becher Abends aber doch seinen gleichen Entbehrungslohn einfacken will. Diese Korrespondenten aus New York abgesandt wurden, noch keine uhr im Restaurant von D. Wils, Mariannen- Ufer 2. 9% Uhr Mendelssohnstr. 9. Vergnügungsverein Carmen Sylva Sigung Gefelliger Verein Fabrikanten sind keine selbständigen Unternehmer mehr, fie lassen Entscheidung eingetreten. Allem Anschein nach haben die Unter- inbe jeden Sonnabend ühr bet Grame, Brunnenstr. 147.-um Lohn arbeiten, sind dasselbe, was die Schwihmeister in der nehmer bis vielleicht auf einen fleinen Bruchtheil über gnügungsverein Harmlos, Sigung mit Damen Sonnabend, Abends 9 Uhr, Bekleidungsbranche bedeuten. In einigen Gebieten der Textil- haupt garnicht ernstlich daran gedacht, sich auf Unterhandlungen reis 9 Uhr, im Restaurant Kasorte, Solmsstr. 1. Blumenstr. 46 bet Went. Mitglieder pünktlich. Theaterverein Freundes Vergnügungsverein industrie ist es übrigens um fein Haar anders. Und diese Quasi- einzulassen, und die stattgehabten Konferenzen waren nur Schein- Lustig, Sigung Abends 8 Uhr, bei Falbe, Reichenbergerstr. 149. Unternehmer sind dann stets die größten Arbeiterfeinde und manöver, um ihren guten Willen" zu zeigen und so größeren Rauchtlub Blaue Duafie, Sonnabend s uhr bet Mücke, N., Wöhlertftr. 2. Sozialistentödter. Anspruch auf die Unterstützung durch die Staatsmacht zu haben. Rauchtlub Dornröschen, Sigung Abends 9 Uhr, bet ftrüger, Fennftraße 5. Rauchklub Weiße Wolte, Bernauerstr. 14, bet Henoch. Sie rechnen darauf, daß sehr bald ein Theil der alten Arbeiter Rauchklub Eiserne Pfeife, Mittwoch und Sonnabend Sizung bet durch den Hunger mürbe gemacht sei und in die Minen zurück- Weinert, Adolfftr. 20, Abends 8 Uhr. Schieß- Klub Fein- Korn, Köptehren werde; dann ist es leichter, auch neue Hände" in die- nickerstr. 23a, Restaurant Haun, tagt Sonnabend und Montag. Rothe Nette, Abends 9 Uhr bei Albrecht, Wein- und Gollnowstraße- Ecke. selben zu schaffen. Auch heißt es neuerdings, daß ein geheimes Stattlub Gorbischer Knoten, jeden Sonnabend 9 Uhr bei Karl Abkommen zwischen den Unternehmern aller betheiligten Staaten Schilling, Büchlerfir. 55. Verein ehemaliger Schüler der getroffen worden sei, nach und nach an stelle der weißen Ar- 30. Gemeindeschule, Abends 9 Uhr, Restaurant Freitag, Koppen= Gefelliger Ber ein Italia, jeden Sonnabend im Restaurant beiter Neger zu sehen. Die Einführung derselben in Penn Boite, Kolbergerstr. 23. Den am 6. Jan. 1868 zu Merseburg geb. ledigen bekenntniß- sylvanien ist schon im Gange. Diese Leute sollen durchaus Stattlub reuzbube bei Steuer, Weinftr. 22.- Statklub Revolution Kartenklub Mulle lofen Posamentier- Geh. C. Schneider, feine Kenntniß Deet. vom Stande Abends 8% Uhr, Grünauerstr. 17 bet der Dinge haben; wenn tagt jeden Sonnabend und Montag im Restaurant Humboldhein, Hochstr. 32a. Demfelben bestätigt ein Großh. Luy. Pol. Dep. Jl, daß dem so ist, ist, so wäre dies ein Beweis, daß die Stattlub Blaue Blouse, jeden Sonnabend bei Wuttke, Graudenzer Bergarbeiter ders. vom 16. Mai 1891 bis 20. Febr. 1894 in ob. Eigenschaft Führer der wenig Umsicht besitzen. Denn ftraße 2. Stattlub Gintgreit bei Grube, Mariendorferstraße, Ecke hier konditionirte. Am 21./4. erfrankte jedoch p. Schn. und jene Eventualität mußten sie von vornherein ins Auge faffenuhr Gigung bei Herrn B. Wiesegarth, Krautstr. 38. Solmsstraße. Schafstopftlub Brudertette, jeben Sonnabend Abends wurde, da feiner Kranten- K. angehörig, vorläufig auf Staats- und darnach handeln. In Alabama sind schon vor Jahren Neger Touristenverein Wanderlust Abends 9 Uhr im Restaurant Märkischer Rosten im hief. Departements- Spital ärztlich behandelt und ver- in die Minen- Diftritte eingeführt worden; sie betheiligen sich jetzt pflegt. Für diese Roften muß nach§ 141, 142, 4., Abs. II zum großen Theil am Streit und eine Anzahl von ihnen hätte d Verf. 3. 5 die Heimaths- Gemeinde des p. Schneider nach den Werberevieren der Unternehmer im Süden entfendet aufkommen, die sich jedoch, da p. Schneider unvermögend, bis werden können. Ja, fast überall spißt sich die Situation zu. jetzt zu nichts bereit, sondern fonfularisch verlangt, daß p. Schneider Da der Sieg der Arbeiter davon abhängt, daß einestheils ihre fofort nach Genesung sich unbedingt und auf dem türzestem Weg Pläße nicht durch Andere besetzt werden( was bei der vorhandenen in seine Heimath nach München( da in Merseburg nicht zuständig) ungeheuren Zahl Arbeitsloser nur zu fehr zu befürchten ist, bezu begeben habe, um sich unter Abgabe dieses persönlich vor- sonders da die Unternehmer den Scabs" viel höhere Löhne stellig zu machen habe, wozu ihm dies als Legitimation aus- bieten, als die alten Arbeiter fordern), und daß anderntheils der gefertigt wird. Kohlenmangel immer fühlbarer werde, so ist es vielfach zu gewaltsamer Vertreibung Jener und Verhinderung des Transports der von denselben geförderten Kohlen gekommen. Das gab den Unternehmern hinwieder Grund, Staatshilfe zu verlangen. Diese wurde ihnen denn auch in allen Staaten bis auf Colorado gewährt, dessen Gouverneur Waite, mit den Streifern sympathifirt, weil er deren Forderungen der Sheriff des betreffenden Counties 600 Hilfsmannschaften ( Deputies) engagirt, getraut sich aber nicht, ohne Unterstützung von Miliztruppen gegen die Streifer vorzugehen, da diefelben ebenfalls gut bewaffnet sind und sich unter Leitung eines früheren Böglings der Militärschule sowie von drei gewesenen deutschen Offizieren verschanzt haben. Offenbach, 14. Juni. Vor einigen Zagen tam bier ein Posamentier an, der folgenden Uriasbrief als Legitimation bei sich führte: Großherzogth. Luxemburg, Stadt Ja. Zwangs- Paß Nr. 2a. Dieses Dokument hat eine Giltigkeit von 6 Wochen. ( Folgt Signalement Die Großherzoglich auf dem Original.) Lug. Pol. Direktion Luxemburg, Ill. gez. A. B. Sauffier, Amts- Assistent, am 16. Mai 1894. F " 1. Auf besonderes Verlangen wird p. Schneider bestätigt, für berechtigt hält. Im Kohlendistrikt des letzteren Staates hat daß derselbe Mitglied des deutschen Posamentierverbandes ist und sein Buch Nr. 4461 mit den übrigen Legitimationspapieren dem kaiserl. Deutschen Konsulat auf Verlangen zur Verfügung gestellt wurden. Ferner ist p. Schneider Mitglied des deutschen sozialdemofratischen Wahlvereins, Karte wie oben unter 1 angeführt. Diese Maßregeln stüßen sich auf das Verlangen der kaiserl. deutschen Gesandten. p. Schneider erhielt eine Reise- Unterstügung von 10 Franken. Seine Effekten, Koffer, Uhr zc. bleiben in Depositalverwaltung bis zum Ausgleich der schuldenden Kurkosten. Verbüßte eine Haftstrafe von 7 Tagen wegen renitenten Benehmens gegenüber Behörden, wollte sich mittels Gewalt in den Besitz seines Verbandsbuches sehen, angeblich weil Privat eigenthum. Beschwerde erfolglos. Wurde bei Dongry über die deutsche Grenze spedirt. Großh. 2. Pol. Departement Jl. Luxemburg. Der Streit wird möglicher Weise noch größere Dimensionen annehmen. Viele Fabrikanten gewiffer, augenblicklich gutfituirter Industriezweige, welche schon zur Heizung mit Holz und Mais gegriffen, sollen sich dazu entschloffen haben, Anthracit-( art) Rohlen zu beziehen, welche über doppelt so hoch im Preise stehen, wie die Bitumen( Weich-) Kohlen. Es ist daher schon seitens der Grefutive des Bergarbeiter Verbandes die Frage besprochen worden, die 124 000 Arbeiter der Anthracitkohlen- Bezirke Pennfylvaniens zur Theilnahme am Streit zu veranlaffen. Dersammlungen. " ftraße 65. sof, Admiralstr. 18c. 1 VerRauchtlub Tambourverein Ruf Sonnabends 9 Uhr bei Jakob, Inselstr. 1. Deutscher sozialdemokratischer Leseklub in Paris. Rue St. sonore 314 Cafe du Lion de Belfort. Jeten Sonnabend öffentliche Ber fammlung; reiche Bibliothek, Zeitungen, französischer Unterricht. alte, von Karl Mart und Friedrich Engels 1846 mitbegründete London. Der einzige hiesige sozialdemokratische Verein Londons, der kommunistische Arbeiter Bildungsverein befindet sich nach wie vor 49 Tottenham Street, Tottenham Court Rd., W. London. Arbeiter- Bildungsschule. Montag Abends 8%-10% Uhr: Nordschule, Müllerstr. 179a und Südoft- Schule, Waldemarfir. 14: Nationalotonomie. Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Berren, jeder Zeit aufgenommen. Bet allen Unterrichtsfächern fönnen Schüler und Schülerinnen auch jetzt, im Laufe des Semesters, eintreten. Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklubs. Mar Kayser, Montag, Abends 8%-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstraße 179a: Unterricht in Gefeßestunde. Südost Schule, Reichenbergerstraße 133: Deutsch. Oft Schule, Markusstr. 31, Unterricht in Gefehestunde jeden Sonntag Bormittags 10% Uhr im Restaur. Schömann, Heimstr. 16. eim er, jeben Montag, Abends 9 Uhr, bei Rudolph Bahr, Gerichtsstr. 19. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag. Alle enderungen im Bereinstalender sind zu richten an Fr. Kortum, Manteuffelftraße 49, vorn II. Abends 9 Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer MitFrohstnn 1, Rummelsburg, Berlinerstr. 82 bet Friesecke, Nachm. lieber. 1-3 Uhr.- Mantag. Siebert afel d. Maler u. v. Berufsg. Annenſtr. 16 bet Ehrenberg. Zonblüthe, Görligerstr. 50 bet Siewert. Blüthe, Ballisadenstr. 9 bei Ließe. Liedesfreiheit II, Strausberg, im Restaurant Krüger.- Myrthenblätter, Belforterstr. 15, bei Schneider, Fichte".- Frisch auf in Schönwalde i. b. Mart bet Schulz.- Frisch zus Gesangverein Sieberzweig, Waidmannslust Berlinerstr. bet Serbe. Bur rei beti, Simeonftr. 28 bei Flick. Bieber'scher Männerchor Glockenrein( gem. Chor) Raft.- Alle Elisabeth- Kirchstr. 14 bet R. Sirthe. Nr. 95/96, Bruderherz, Strautstr. 6, bet Rudolf. Rosalia, Lebuser traße 5, bet. Nemis. offnung 2, Wilmersdorf, Brandenburgische fraße bet Gräß. Glodenrein( gem. Chor), Treschowofir. 55 bei Snapp Solidarität, Jafobifirchstr. 7 bet Golla. teber haII, Röpenicker straße 191 bet Foge.- Vorwärts 3, Friedrichsfelde, Prinzen- Allee bet Schulz. " Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend ( Alle Bufchriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, find zu richten an P. Gent, Adalbertstr. 95. Sonntag: Theaterverein halia bet Schröder, in Stralau, Nachmittags 3-4 Uhr. Theatergesellschaft Romelia" alle 14 Tage, Adalbertstraße 8 bei Sauermann. Ge= Bergnügungsflub Ostend, Krautstr. 6 bei Rudolf von 5-6 Uhr. selliger Verein der Fetlenhauer, Gartenstr. 16, bet Meißner, jeden Sonn= tag v. d. 1. d. Mts. Bergnügungsverein Helgoland 2, Langestr. 9 bet Bergnügungsverein Geerose, in den Germania- Festfälen, Chauffeeftr. 103, 5-6 Uhr Nachm. Ryczewosty, alle 14 Tage, 4-6 Uhr Nachm. Grünerweg 25 in Hahn's Bierhaus. Bergnügungsverein Glü cf stern 1, Montag: Pfeifenklub elfenfe ft bei Schubordt, Königsbergerstr. 24. Humo ora, Märtischer Bof, Admiralfir. 18c, Abends 9 Uhr. Bergnügungsristischer Verein pipifar bei Frösche, Fichtestraße 29. Theaterverein verein" elfen feft, otirdorf, Hermannstraße 167 bet Fülleborn, 8% Uhr. Bergnügungsverein Barletin, heute Nachmittag 6 Uhr Beugboffer 8. Derartige Maßnahmen gehören ja nun auch im„ lieben deutschen Vaterlande" nicht zu den Seltenheiten. Auffällig ist Nord) hielt am 10. Juni in Nieder- Schönhausen eine WanderDer Frauen und Mädchen- Bildungsverein( Filiale nur, was veranlaßte den deutschen Konsul, dem von dieser Maß- versammlung ab. Frau Rohrlack sprach in einem interessanten regel Betroffenen das Mitgliedsbuch des deutschen Posamentier Vortrage über Boltsaberglaube". Dem mit großem Beifall auf verbandes und die Mitgliedskarte des Sozialdemokratischen Wahlvereins, sowie die Legitimationspapiere zurück zu behalten? genommenen Referat schloß sich eine lebhafte Diskussion an, in der die Genossen Ehlert, Bilz, Gallin, Reßmann Eine Maßregel, für die jede Erklärung fehlt, die aber den Be- und Frau Ludwig das Wort nahmen. In dem Schlußwort treffenden schwer schädigt in seinem Weiterkommen. Schüßt man denn so die Interessen der Deutschen im Auslande? Oder werden forderte die Vortragende zur strengen Durchführung des Bier- Theaterverein Concordia Beughofftraße& bet soch. boykotts auf. nur die Arbeiter so behandelt? Fachverein der Uhrmacher. Sonnabend, den 16. Junt, Abends 9 Uhr, Kartentlub uftige Brüder", Krautstr. 48 bei Rattle, Abends 8 Uhr. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonntag. Theater- und Theaterverein Othello jeden Sonntag 4 Uhr bei Foge, Köpenickerstr. 191. Nachher Fidelitas. Theaterverein Concordia", Sigung Sonntag, Nachmittag 5 Uhr, bet Reichskommiffion für Arbeiterstatistik. Die, wie schon bet tenecte, Alte Jatobfir. 88, Bersammlung. Bortrag des Genoffen Krebs, Ohmgaffe 2. Nach der Sigung Fibelitas. Bergnügungsverein Germanta, alle 14 Tage Versammlung Liniengemeldet, am 23. b. Mts. wieder zusammentretende Kommission Rohrladt: Die Widersprüche der gesellschaftlichen Pflichten mit den NaturStraße 150.- Vergnügungsverein Deutsche Einigkeit, Nachm. 4-6 Uhr, für Arbeiterstatistik wird sich dem Bernehmen der Berl. Pol. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter. Sonn- Blumenstraße 20 bei Bernicke. Nachher: Fidelitas. Bergnügungsverein Nachr." nach in erster Reihe mit der Frage der Regelung der abend, ben 16. Junt, Abends 8 Uhr, Manteuffelstr. 46, Mitgliederversamm: itania, Machm 5-6 Uhr, bei Tempel, Langeftr. 65. Nachher: Fidelitas. Bergnügungsverein Nord, Sigung Sonntag Abends 6 Uhr bei Keller. Arbeitszeit in den Bäckereien und Konditoreien beschäftigen und lung. Tagesordnung: Siehe Juferat in voriger Nummer. Die Zahlstelle in ber Eisenbahnstr. 35 bleibt an diesem Zage gefchloffen und werden Beiträge Theater Verein Suftige Seelen, Sonntag Uhr bei Stehmann über das dem Reichstanzler zu erstattende Gutachten Beschluß zu nur in der Bersammlung angenommen. Melchiorftr, 15, gefeßen. Vergnügungsverein Suft tg, Gonntag, Staligerftr. 54( S. Sente), 5% Uhr: Eigung, Tanz, Fidelitas. 16 Sommermonaten von 9-3 Uhr; Sonntags im April- September 12 bis 6 Uhr, Oktober und März 12-5 Uhr, November und Februar 12-4 Uhr, Die National: Dezember und Januar 12-3 Uhr( unentgeltlich). geschätzt. Vermischtes. In Batum wurde durch ein Schadenfeuer die PetroleumRaffinerie und zwei Kerosin- Reservoire einer belgischen Gesell. schaft zerstört. Vergnügungsverein Gemüthlichteit, Gizung jeden Sonntag Nach mittag 5 Uhr im Restaurant Schrödter, Urbanstr. 37. gallerie in der Museumsstraße. Besuchszeit Wochentags von 10-3 uhr Ueber die Hamburger Notenfälscher wird gemeldet, daß Vergnügungsverein Normania 2. Sigung 4% Uhr Köpnickerstr. 62.( Montags ausgenommen). Sonntags im April- September von 12 bis Gesang- Turn- und gesellige Vereine. Montag. Gefelliger Verein 6 Uhr, im März und Oftober 12-5 Uhr, Februar und November 12 bis die Polizei durch die beschlagnahmten Briefe des verhafteten 8wiebelfifche, Rirdorf, Abends% 9 Uhr in Barta's Lotal, Berliner- 4 Uhr, Januar und Dezember 12-3 Uhr( unentgeltlich).- unstgewerbe- Buchdruckers Gronemeyer die Fäden eines weitverzweigten ftraße 120. Vergnügungsverein Freundestreue, jeden Montag bei Museum, Prinz Albrechtstr. 7. Geöffnet an den Wochentagen( Montags Möring, Admiralstr. 18c.- Geselliger Klub Namenlos, jeden Montag im ausgenommen) im Sommer von 9-3 Uhr, im Winter von 10-3 Uhr, Fälschernetzes in die Hände bekam, das" mit Helfershelfern an Restaurant zum Zukunftsstaat, fastanien- Allee 35. Gemischter Chor Sonntags, April- September von 12-6 Uhr, Oftober und März 12-5 Uhr, vielen Hafenplägen in Europa und Amerika gearbeitet hat. larheit", Uebungsstunde bet Destreich, Tempelhofer Ufer 15, 9-11 Uhr. November und Februar 12-4 Uhr, Dezember und Januar 12-3 Uhr( Unent- Daraufhin erfolgten in Leipzig ebenfalls Verhaftungen; weitere Gesangverein Männertlang übt Montags von 9-11 Uhr kleine geltlich). Museum für Völkerkunde, Königgrägerstr. 120. Besuchs sollen bevorstehen. Kurstr. 10 bei Stolle. zeit wie im Kunstgewerbe- Museum( Unentgeltlich).- Hygiene- Museum, Durch die Feuersbrunft in Panama ist ein Drittel der Bergnügungsverein Auf Selgoland Sizung jeden Montag 9 Uhr bei klosterstr. 35. Besuchszeit Sonntags wie im Kunstgewerbe- Museum. Außer Linke, Bergstr. 54, Fidelitas. dem Dienstags und Freitags von 10-2 Uhr( unentgeltlich). Museum für Stadt zerstört worden, Tausende von Personen sind ohne Bergnügungsverein Ginigteit 1890. Jeden Montag Sigung bei Roll, Naturkunde, Invalidenstr. 42. Besuchszeit Sonntags wie im Kunst- Obdach; der Schaden wird auf 2 bis 3 Millionen Dollars Adalbertstr. 21, Abends 9 Uhr. Alle 14 Tage Tanz. gewerbe- Museum. Außerdem Montags und Sonnabends von 11-3 Uhr. Bergnügungsverein„ Eulalia" bei Herrn Reggentin, Baraim str. 4-5, Museum für deutsche Voltstrachten und Erzeugnisse des Sigung 6 Uhr. Hausgewerbes, Klosterstr. 36. Jeden Tag mit Ausnahme des Mittwochs Pfropfenrerein Wedding, Abends 8 Uhr, bei Wolf, Gerichtsstr. 44. von 11-2 Uhr geöffnet. Eintrittsgeld: Erwachsene 50 f., Kinder 25 Bf. Privat- Theater- Gesellschaft Seffnung, Sigung b Sauermann, Adalbert- Vereine Gonntags 10 Pf.. Reichs post- Museum, Leipzigerstr. 15. Gestraße 8.- Dilettanten Berein Veilchen, Landsbergerstr. 82, bei Albert, öffnet Conntags 12-2 Uhr, Montags, Dienstags, Donnerstags, Freitags von jeden Sonntag Abend 5 Uhr: Sigung mit Damen. Nach der Gigung: 11-2 Uhr( unentgeltlich).- Rathhaus, Königstraße. Geöffnet täglich Tanzkränzchen. außer Donnerstag und Freitag von 11-3 Uhr( Unentgeltlich). Aussichtsthurm Pfeifentlub Felsen fest, Abends 9 Uhr, Königsbergerstr. 20 bei Schabrodt. 50 Bf.- Kunstausstellung des Vereins Berliner Rünstler, Rauchklub Weiße Wolfe, Abends von 9-11 Uhr, Bernauerstr. 14 bei Wilhelmstr. 92. Sonntags 11-2 Uhr, Wochentags 10-4 Uhr. 50 Bf. Entree. Henoch. Rauchflub Elvira, Abends 9 Uhr bei Lehmann, Friedrichsfelder= Sternwarte, Enceplay sa. Mittwochs und Sonnabends von 9 bis firaße 27. Rauchflub Veronifa", Sigung Montag Abends 9 Uhr, 11 Uhr Vormittags. Urania, Wissenschaftliches Theater. Sternwarte. Staligerstr. 65, bei Krause. Rauchtlub Bruderbund 2 jeden Montag Invalidenftr. 57-62. Geöffnet von 5 Uhr Nachmittags bis 10% 11hr Abends. Aquarium, Entree 50 Pf. Zuschlag für Theater von 50 Pf. bis 2 M. Schadowstr. 14. Geöffnet von 9-6 Uhr. Entree Sonntags 50 Pf., an jedem Gastan's Panoptitum. Friedrichlegten Sonntag im Monat 25 Pf. Eintrittspreis 50 Pf. Paisage straße. Geöffnet 10-10 Uhr. Panoptikum 10-10 Uhr. Eintrittspreis 50 Pf. Marine= Panorama, Am Lehrter Bahnhof. Sonntags von 9-9 Uhr. Entree 50 Pf. Neapel- Panorama am Bahnhof Thiergarten, zwei neue Dioramen: Katakomben des Kapuzinerklosters zu Palermo und Besuvausbruch, Sonntags 25 Pf. Eintrittspreis. Das Panorama ist bis 17 Uhr Abends zu besichtigen. 30ologischer Garten, Lügowufer. Sonntags 50 Pf. Borsig's Garten mit Palmenhaus, Alt- Moabit 85-86. bei Herrn Grande, Lausigerstr. 50. = Stattlub, rand", Abends% 9 Uhr bei R. Hubrich, Lübbenerstr. 22. Stattlub Roth Junge". Sigung alle Dienstage nach dem 15. und Spielabend alle Dienstage von 9 bis 11 Uhr im Restaurant Böchstr. 7 bei Herrn Herrath. Freie Bereinigung der Kaufleute. Jeden Montag gemüthliches Beisammensein im Restaurant Rosenthalerstr. 38 bet Bühler. Besuchszeit 1verschiedener Museen und sonstiger Sehenswürdigkeiten. Eintrittspreis 50 f. Altes und Neues Museum am Lustgarten. 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Besten Dank; wird bald verarbeitet werden. Briefkaffen der Expedition. D. H. Der Jahrgang 91 ist in unserem Besiz. Buchhandlung des„ Vorwärts" Berlin SW., Beuthstr. 2. * Für jeden Parteigenossen, der die Geschichte der Partet tennen will, geradezu unentbehrlich ist das soeben in unserem Verlage erscheinende neue Lieferungswerk: Leipziger Hochverraths- Prozeß wider Bebel, Liebknecht, Hepner. Mit einer historischen Einleitung Don W. Liebknecht. Preis pro Lieferung 20 Pf. Erschienen sind bis jetzt Heft 1, 2 und 3. Alle Vorgänge in der Partei seit ihrer Gründung, ihre Beschlüsse und Aktionen, die korrespondenz Der Angeklagten und des Parteiausschusses mit Genossen und Politikern im In- und Ausland alles liegt hier gesammelt vor. Das Buch ist daher auch für jeden politisch denkenden Staatsbürger ein reichliches politisches Quellenwerk und ein Arsenal der gesammten sozialistischen und revolutionären Literatur bis in den Anfang der 70er Jahre. 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Gewerbegericht. # er habe fennung des oben wiedergegebenen Grundsatzes die Klägerin zur Einbehaltung der drei Jackets unter den obwaltenden Umständen für berechtigt. Der Beklagte hat nach Meinung des Gerichtshofes den Schaden selber zu tragen, der ihm aus der Unmöglichkeit erwuchs, die drei ominösen Jackets zur rechten Beit an seine Auftraggeber abliefern zu können. -A Der Heizer N., der bei der Firma Hellwig ut. Brüll be- betreffenden Summe verpflichtet war. Er hielt unter Aners schäftigt war, hatte sich wegen seiner Leistungen die Unzufriedenheit des Chefs zugezogen. Letterer verlieh derselben eines Tages in den Worten Ausdruck:„ Wenn Sie nichts Besseres leisten, tann Rammer VIII. Vorsigender: Assessor Fürst. Sigung vom ich Sie nicht gebrauchen", worauf N. meinte: Na, da tann ich 11. Juni. wohl gleich gehen?" Die Antwort hierauf: Wenn Sie gleich Ein Vertrag, der gegen die guten Sitten gehen wollen, tönnen Sie gleich geben", bewegte N., fich zu entverstößt. Von dem Buchhändler( Verschleißer von Kolportage- fernen. Er glaubte sich entlassen und klagte beim Gewerbegericht Die Schneiderin Sch. hatte für die Voges'schen Eheleute ges romanen und Journalen) Müller beansprucht für seinen noch auf Lohnentschädigung. Vorstehenden Sachverhalt als erwiesen arbeitet, dieselben behielten ihr bei ihrem Abgange 6 M. Lohn schulpflichtigen Sohn der Arbeiter W. 17,35 M. rückständigen annehmend ein Zeuge bestätigte die diesfallfigen Angaben des ein. Fri. Sch. wandte sich an das Gewerbegericht mit dem Antrag, Lohn. Der Kläger behauptet, sein Sohn, der Laufbursche bei Vertreters der beklagten Firma wies das Gericht den Kläger V.'s zur Auszahlung der 6 M. an sie zu verurtheilen. Die Beklagten Müller war, habe für die Zeit vom 28. Dezember bis zum ab. Gründe: Die Worte:„ Wenn Sie nichts Befferes leisten, erhoben den Einwand, sie hätten die Arbeiten der Klägerin 15. Januar feinen Lohn erhalten, obwohl er eine volle Woche fann ich Sie nicht gebrauchen,"" feien eine allgemeine Redensart, trennen und noch einmal machen lassen müssen, und zwar die ( die Ferienzeit) und zwölf halbe Tage im Interesse des Be- aber keine Entlassung. Durch die Aeußerung:„ Wenn Sie gleich Arbeit einer ganzen Woche. Eine Beugin wußte nicht viel austlagten thätig gewesen sei. Der Beklagte wendet zweierlei ein. geben wollen, können Sie es," habe der Beklagte es in das Be- zusagen. Der Klägerin wurden die 6 M. zugebilligt, unter der Erstens: Er habe dem Knaben gesagt, für die Arbeit in lieben des Klägers gestellt, das Arbeitsverhältniß sofort zu lösen Begründung, daß es kaum glaublich erscheine, daß die Arbeit der Zeit der Neujahrsgratulationen erhalte oder nicht. Wenn der Kläger darauf zu arbeiten aufhörte, wäre einer ganzen Woche getrennt werden mußte. Die beklagte Gheer mit Rücksicht auf die ihm zufließenden Gra das seine Sache gewesen; zu einer Entschädigungsforderung sei frau wäre verpflichtet gewesen, von vornherein nachzusehen, ob tulations( Trink) gelder teinen Lohn( Akkorder deshalb nicht berechtigt. die Arbeit ihre Ansprüche befriedige. Iohn). Zweitens: Der Bursche, der je nach der Zahl der be= Der Näherin K. waren von ihrem Lohn 2,25 M. abgezogen dienten Kunden( Empfänger von Journalen, Schauerromanen 2c.) Kammer III. Vorsitzender: Assessor 2ohmeyer. einen niederen oder höheren Lohn erhielt, hätte, wenn obige Ab- Sechs Steinträger beanspruchen vom Maurermeister Andrezky worden, welche die Beklagte anderen Näherinnen für Nacharbeiten machung nicht erfolgt wäre, bedeutend weniger wie die Klage eine Lohnentschädigung wegen unrechtmäßiger Entlassung. Der an den von der Klägerin gefertigten Hosen bezahlt hatte. Das Summe Gewerbegericht, von der Näherin R. in Anspruch genommen, bekommen zu gehabt; denn ge: Beklagte behauptet, die Leute gar nicht entlassen zu haben. Die stellte in öffentlicher Verhandlung fest, daß man der Klägerin faullenzt". Die Durchsicht der Bücher des Be felben feien unmuthig darüber gewesen, daß er sich auf dem in nicht das Angebot gemacht hatte, die nothwendigen Verbesserungen flagten wie eines Kontroll Buches Des fleinen W. Frage stehenden Bau einen Fahrstuhl zum Transportiren der ergiebt infolge der mangelhaften Notirungen läßt sich nicht Steine habe anbringen lassen, und hätten, aufgefordert, am Fahr selbst auszuführen. Es nahm an, die Beklagte hätte dies thun mehr nachweisen allerdings nur einen Rest von 7,77 M. Da stuhl weiter zu arbeiten, Buch und Karte auf ihr eigenes Ver- müssen, und verurtheilte diefelbe. Frau N., welche eine Arbeitsstube hat, beansprucht von es ihm nicht möglich war, nachzuweisen, daß sein Sohn in dem langen erhalten. Die Kläger hingegen führen aus, sie hätten Herrn St., dem Inhaber eines Konfektionsgeschäftes, 72 M. Der fraglichen Zeitraum mehr verdient hat, sah sich der Kläger zur wegen des Fahrstuhls nicht weiter arbeiten können. Aus den Beklagte behauptet, daß durch das Verschulden der Klägerin ihm Ermäßigung der Klagesumme auf 7,77 m. veranlaßt. Auf Ausführungen eines derselben geht hervor, daß sie sich nicht zum mindestens ein Schaden von 50 M. entstanden sei. Er habe drei Befragen erklärt W. junior, nur am 1. Januar gratuliren Verrichten anderer als der gewohnten Trägerarbeit verpflichtet hielten. gegangen zu sein, während Herr Müller behauptet, derselbe" Wir brauchen doch nicht", meinte der betreffende Kläger, für bestellte Mäntel nicht los werden können, weil dieselbe einen habe bis zum 13. Januar gratulirt und seinen Obulus einen Stundenlohn von vielleicht 35 Pfennig arbeiten, wenn wir schlechteren als den ihr übergebenen Stoff in dieselben hineingearbeitet habe. Die Mäntel seien jetzt, wenn überhaupt, nur dafür regelmäßig eingesteckt. Ein Zeuge beſtätigt des als Steinträger auf Akkord 7,50 M. den Tag verdienten!" Auf bedeutend billiger, und zwar mindestens um 50 M., vertaufbar. Betlagten Behauptung, daß dem Kleinen thatsächlich von grund dieses Zugeständnisses, wie in der Begründung Die Klägerin will durch das Zeugniß der Direttrice des St. beMüller für die„ Gratulationszeit" teine Bezahlung seiner Arbeit ausgeführt wurde, der Verhandlung und der Zeugenaussage des weisen, daß ihr erlaubt worden sei, die anfangs nicht ganz tadelW. hatte bezeugt, los gearbeiten Mäntel mit Zuhilfenahme eines Stoffes, der wurde. unter folgender Begründung wurde daß dieselben trotz des Fahrstuhls weiter arbeiten sollten, dessen nur ähnlich zu sein branche, wie der zuerst ver der Beklagte verurtheilt, 7,77 Mark 3u ungeachtet aber, nach etwa drei Stunden, ihre Karten gefordert arbeitete, noch mal zu machen. Die Zeugin bestätigte diese hätten. Drei der Kläger hatten auch unterschrieben, daß die Behauptung nicht. Sie will der Klägerin nur gestattet haben, Der Beklagte habe einen Vertrag eingewendet, nach dem Kündigung ausgeschlossen sei; ihrer Meinung nach hatte das nur die Mäntel neu zu arbeiten, in der Meinung, dieselbe habe noch während der Zeit, wo des Klägers Sohn gratulirte, diesem Lohn Geltung für die Dauer von Erdarbeiten, die sie vor ihrer Bevon dem zuerst benutzten Stoff genügend zu Hause. Der gerichtnicht gezahlt werden sollte. Der Vertrag sei, wie durch die schäftigung als Träger ausführten. Sie wurden über das Irrige liche Sachverständige für Demenschneiderei, dessen Urtheil über Aussage des Zeugen erwiesen, thatsächlich geschlossen worden; der Ansicht belehrt, daß der Uebergang von einer bestimmten zu die Güte beider Stoffe eingeholt wird, begutachtet trotzdem habe der Einwand nicht als durch einer anders gearteten Beschäftigung für ein und denselben im Einklang mit den Urtheilen sachverständiger Mitgreifend erachtet werden können. Arbeitgeber ein neues Arbeitsverhältniß bedeute. glieder des Gerichtshofes, daß die Preisdifferenz zwischen beiden Stoffen für die drei Mäntel nur 7 M. beträgt. Der Be flagte wurde zur Zahlung von 65 m. verurtheilt, und die Klägerin mit ihrer Wehrforderung von 7 M. abgewiesen. Gründe: Ter Gerichtshof babe angenommen, daß Frau Di. für ihre Behauptung, die Erlaubniß zur Verarbeitung ähnlichen" Stoffes besessen zu haben, beweisfällig geblieben sei. Sie habe deshalb vor allem den Beklagten die 7 M. zu vergüten, welche der in den Mänteln befindliche Stoff billiger sei, als der ihr gelieferte. Den anneblich weiteren Schaden von 43 W. habe der Beklagte nicht substantiirt, also auch nicht nachgewiesen; sein bezüglicher Gegenanspruch habe deshalb bei der Urtheilsfällung nicht berücksichtigt werden können. zahlen: Kammer I. Borsitzender: Assessor Tech o w. Sitzung vom 12. Juni. Eine energischer abzulehnende und verwerf= lichere Geschäftspraxis lasse sich kaum denken, als die, welche Leute von der Jugend des Klägers ver Die Plätterin W, verlangt von der Plätterei- Jnhaberin anlaßt, sich durch versteckte Bettelei ihren 2ohn eine Entschädigung wegen unrechtmäßiger Entlassung. Die Be zu verdienen; und eine versteckte Bettelei liege flagte wendet schlechte Arbeit ein und daß die Klägerin gewußt in jenem Gratuliren, das mit der Hoffnung ver- babe, es gebe" in ihrer Plätterei„ keine Kündigung". Darüber bunden sei, dafür Geld zu bekommen. Außerordent sei dort stets von den Plätterinnen gesprochen worden. Die Be lich zu mißbilligen und zu bedauern sei es, wenn jemand ge- tlagte wurde verurtheilt. Das Gericht hielt die behaupteten Mängel zwungen werde, sich in dieser Weise für seine ehrliche Arbeit der Arbeit für nicht so schwerwiegend, daß sie einen Entlassungsbezahlt zu machen. Der Vertrag fei gegen die grund abgeben könnten, und betreffs des anderen Einwandes des guten Sitten verstoßend und deshalb nichtig. Beklagten war es der Meinung, von der Klägerin vielleicht mit Er verstoße aber auch gegen den§ 115 der Gewerbe- Ordnung. angehörte Reden ihrer Kolleginnen, daß Kündigung nicht § 115 besage, daß die Gewerbetreibenden verpflichtet sind, die bestehe", bedeuteten für diese noch lange feinen KündigungsLöhne ihrer Arbeiter in Reichswährung zu berechnen und baar ausschluß. Die Beklagte habe nicht mal behauptet, daß sie mit Vor der Straffammer des Landgerichts Mainz stand zu bezahlen, während Paragraph 116 Arbeitern, der Klägerin ausdrücklich die Kündigung ausgesprochen habe. am Mittwoch der Hauptkassirer der vor zwei Jahren liquidirten deren Forderungen in einer dem§ 115 zuwider laufenden Weise In der Begründung einer Entscheidung wurde ausgesprochen, Bentral- Strankenkasse der Gerber und Lederzurichter, Josef berichtigt worden sind, das Recht gebe, zu jeder Zeit Zahlung daß Hausarbeiterinnen die von ihnen im eigenen Heim an- Miedreich aus Beckenhausen, jetzt Geschäftsführer des Vernach Maßgabe des§ 115 zu verlangen, ohne daß ihnen eine gefertigten Stücke nur Zug um Zug gegen Bezahlung abzuliefern bandes" Solidarität" in Wiesbaden, angeklagt der Untreue Einrede aus dem an Zahlungsstatt Gegebenen entgegengesetzt brauchten. Das Klageobjekt betrug in dem betreffenden Falle gegen die genannte Kasse. Als die Kasse auf grund eines Be 21,30 M., welche der Beklagte, ein Echneidermeister, als Ersatz schlusses ihrer Generalversammlung in Liquidation trat, blieb ein für einen, ihm angeblich durch die Klägerin zugefügten Schaden Gesammtvermögen von 1245 M. übrig, welches gleichfalls auf einbehalten hatte. Der Schaden soll dadurch entstanden sein, Beschluß der Generalversammlung an die Mitglieder der Kasse daß die Klägerin drei Jackets nicht herausgab, weil der Be zur Bertheilung gelangen sollte. Miedreich wurde zum Liqui flagte eine ihr angemessen scheinende Lohnsumme nicht zahlen dator bestellt. Anstatt nun den Beschluß der Generalversamm wollte. Der Gerichtshof hielt durch die Verhandlung für er- lung auszuführen und das Geld zu vertheilen, gab er den wiesen, daß der Beklagte damals thatsächlich zur Auszahlung der ganzen Betrag der von ihm begründeten Allgemeinen deutschen werden kann. Der Ausgang einer Lohnentschädigungsklage wurde von einem Eide der Beklagten abhängig gemacht. Zu dem für die Eides leistung angefesten Termin erschien dieselbe nicht. Da in solchen Fällen nach§ 46 der Gewerbe- Ordnung der Gid als verweigert gilt, wurde die Beklagte zur Zahlung der geforderten 36 Mark verurtheilt. Literarisches. M des katholischen Voltsvereins auf dem Schüßenhofe zu Osnabrück am 26. März 1893. Osnabrück 1894. B. Wehberg. also nur für den einen Spezialfall, daß zwei gleiche Kapitale Nede des Herrn Dr. Galland in der Versammlung zwar ungleiche Mengen variablen Kapitals anwenden, Dr. G. Stiebeling, Das Werthgesez und die Profit aber gleiche Mehrwerthmassen produziren. Dies ist aber rate. New- Yort. VI, 35 G.- Das Problem der nur möglich, da Stiebeling gleiche Arbeitszeit voraussetzt, Durchschnitts Profitrate. New- Yort 1893. 19 S. bei einem ganz bestimmten Verhältniß der Produktivität und Die Fortschritte der sozialdemokratischen Landagitation haben Untersuchungen über die Raten des Mehr- Intensität der Arbeit des einen zu der des andern Kapitals. die katholischen Herren nervös gemacht; das trippelt, trappelt werths und Profits. New- Yort 1894. 28 G. Bon einer allgemeinen Lösung des Problems ist gar keine Rede. und zappelt jetzt wie in einem Ameisenhaufen, in den ein Stock Der Verfasser hat sich in diesen Schriften zwei Aufgaben Ebenso wenig scheint uns aber der Verfasser auch den Nachgefahren. Gegen Thatsachen aber und die Prinzipien des gestellt: die Lösung des Problems der Durchschnitts- Profitrate weis für seine zweite Behauptung, daß die Rate des Mehr Gegners hilft selbst die längste Blechschmied- Rede nichts, das und den Nachweis, daß die Rate des Mehrwerths, die werths thatsächlich sinkt, durch seine statistischen Tafeln er haben die streitbaren Kämpen zu ihrem eigenen Erstaunen im zugleich die Hate der Ausbeutung ist, thatsächlich sinft. In der bracht zu haben. Nach Stiebeling soll aus der Mary'schen vorigen Jahre erfahren müssen; und so haben denn die Frommen Einleitung zur ersten Schrift finden wir in wenig Zeilen seine Theorie, soweit sie im ersten Bande des Kapitals entwickelt ist, die Art ihrer Kampfesweise vollständig geändert. Wir haben Lösung der ersten Aufgabe zusammengefaßt. Es heißt da:" Ich folgen, daß die Mehrwerthrate stetig wächst, die Profitrate aber unlängst an einem Beispiel aus dem Saarrevier gezeigt, in negme zwei Fabriken an, die mit gleichem Kapital gleiche Beit ich stetig gleichbleibt, sofern nur die folgenden drei Faktoren: welcher Weise die dortigen Kapläne thre katholischen Schäfchen arbeiten, aber mit einem verschiedenen Verhältniß des fonstanten fortschreitende Verwandlung lebendiger Arbeit in todte Maschinen- vor der Sozialdemokratie bewahren wollen. Da wird kein Beund variablen Kapitals. Das Gesammtkapital( c+ v) sebe ich fraft, fortschrettende Verdichtung und Anhäufung des Gesammt weis angetreten, daß die Forderungen und Ziele der Sozial= y und bezeichne den Unterschied in dem Verhältniß des fonstanten tapitals, fortschreitende Ergiebigkeit der Arbeit wirkend find. demokratie falsch, schlecht, unausführbar oder unerreichbar seien, zu dem variablen Kapital mit x. In Fabrik I ist y= c+ vund in In Praxis(!) fämen aber noch hinzu: 1. die sondern das, was ästhetisch schön und gut, oder weil altgewohnt, Fabrit II ist y=( cx)+( v+ x). Die Rate des Mehr- Konkurrenz der Gesammtkapitale. 2. Die Verkürzung der lieb an dem Katholizismus und seinen Begleiterscheinungen Arbeitszeit. Nun 3. Die Erhöhung der Löhne. bandelt für die rückständige Landbevölkerung ist, wird mit aller Glorie ums werths ist also in Fabrik I= und in Fabrik II= aber das Vlll. Kapitel des Kapitals Bd. 1 vom Arbeitstag, geben und dann wird behauptet, alles das verschwindet und muß Profit( p) nenne ich den Gesammtmehrwerth( m), um den sich das der 6. Abschnitt vom Arbeitslohn und ihren Einwirkungen auf verschwinden, sobald die Sozialdemokratie zum Siege gelangt. Gesammtfapital y oder c+ v in der gegebenen Zeit vermehrt die Mehrwerthsrate; diese Kapitel gehören doch wohl auch zur Diese Agitation wendet sich nicht an den Verstand, sondern an Mary'schen Theorie. Geradezu ungeheuerlich ist aber die Bebas Gemüth desjenigen, der bearbeitet werden soll. Und die also p= m. Die Nate des Profits ist demnach in der Fabrit I= bauptung Stiebeling's, daß die Profitraten unter Ausschluß der Wirkung wird verstärkt dadurch, daß man auch auf die AusKonkurrenz sich stetig gleich bleiben, und nicht der Schatten eines drucks- und Vorstellungsweise des Landvolkes eingeht und sich Beweises zu ihrer Unterstützung beigebracht. ihrer bedient. Die vorliegende Rede des bereits verstorbenen oder m c+ v m V P und in Fabrik II ebenfalls oder m c+ V d. h. ebenfalls= m m v+ x. der y( c- x)+( v+ x) Nun zu den von dem Verfasser beigebrachten Zahlen des Dr. Galland arbeitet mit denselben Mitteln und, es muß offen Zensus! Der Angelpunkt, um den sich die gesammten Berech zugestanden werden, in viel schlagender und eindringender Weise, " Quod erat demonstrandum! Sehen nungen drehen müssen, ist das invested capital"( Anlage wie das oben angezogene Beispiel. Dr. Galland war ein sehr tapital) ein sehr schwankender Begriff, aus dem das konstante gebildeter Mann, wir zu, ob dies in der That ein Beweis ist. eine Zeit lang fungirte er auch als MitAuf Seite 270 und 71 des 1. Bandes des Rapitals( 4. Auf- Rapital durch Berechnung gefunden werden muß. Ferner müssen redakteur der„ Germania" aber das, was er hier vorbringt, aus den Profiten die Mehrwerthe berechnet werden. Man tann ist gemeinverständlich schlechthin. lage), wo Mary dies Problem berührt, heißt es: Die von Schon das Bild, in welchem verschiedenen Kapitalen produzirten Massen von Werth und sich denken, wie zuverlässig die endgiltigen Zahlen fein werden! er die Sozialdemokratie seinen Zuhörern vorführt, zeigt seine Mehrwerth verhalten sich bei gegebenem Werth und gleich zur Unterſtüßung seiner amerikanischen Ziffern zieht Stiebeling Geriebenheit und seine Kenntniß von dem Vorstellungsvermögen großem Gxploitationsgrad der Arbeitskraft direkt wie bie noch die Schätzungen Baxter's und Levi's für England an. des Volkes. Ihm ist die Sozialdemokratie der rothe Wolf, der Größen der variablen Bestandtheile dieser Kapitale." Daraus Hier finden wir dann auf Seite 30, daß in den zehn Jahren wie im Märchen von Rothtäppchen sich verstellt, die Kinder, von 1871 bis 1881 die produktive und dienstleistende Be hier die katholischen Arbeiter, anlockt und sie verspeist mit Und die ganze Rede ist nichts dem Stiebeling'schen Beweis die variablen Kapitale gleich v und Personen in der Dekade 1861-1871, sich überhaupt nicht ver- weiter als eine mit Witz, Humor und Sarkasmus gespickte Kapitale die Mehrwerthmassen gleich sind. Nun find aber in völkerung, trotz eines Bevölkerungszuwachses von über 2 650 000 aut und Haaren. v+ x, also verschieben; daher auch m der Fabrik I, nicht mehrt, die Nate des Lohnes dagegen eine Zunahme von Ausführung dieses Gleichnisses. Es ist nur zu verständlich, daß 45,21 pt. erfahren hat! Wenn man von solchen schön- fie vor dem Publikum, vor dem fie gehalten wurde, rauschenden gleich m der Fabrik II; also auch der Fabrik I nicht färberischen Zahlen kritiklos Gebrauch macht, ist es allerdings Beifall finden mußte. In derselben Versammlung hat sich übri der Fabrit II. Stiebelina's Beweis gilt leicht, ein Sinten der Mehrwerthrate zu beweisen. gens gezeigt, wie unvorsichtig manche unserer Genossen noch immer ins Zeug gehen. Als der Präsident die Sitzung mit den. Erufe: folgt, daß nur bei gleicher Größe Der variablen = m ( cx)+( v+ x) m C+ v Zuschuß- Kranken- und Sterbekasse als Darlehen. Da diese Rasse mit der Lokalkommission des betreffenden Ortes in Verbindung Der Verband deutscher Kürschner( Filiale Berlin) schlecht reussirte, so vermochte sie das Darlehen nicht zurückzu- zu setzen. Da bereits Fälle von Saalverweigerungen vor- hielt am 11. Juni eine Versammlung ab. Genosse Millarg zahlen, so daß bis heute erst 200 M. zurückbezahlt sind, während gekommen sein sollen, so wurden die Adressen der Lokal- sprach in einem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag die Zuschußtasse gar nicht mehr existirt. Ein ungetreuer Kassirer fommissions- Mitglieder für den dritten Kreis( Heinrich, über Unternehmergewinn und Arbeitslohn". An der Diskussion der letzteren Kasse in Höchst, der wegen Unterschlagung in Haft Wienerstr. 61, 4 Tr.; König, Lausigerstr. 44, Quergeb. 2 Tr.; betheiligten sich die Kollegen Thomsen, Grünbaum, tam, denunzirte den obigen Vorgang und die hiesige Staats- Grauer, Neue Grünftr. 10, 1 Tr.; Mahle, Alexandrinen- Dittmann und Regge. Hierauf verlas Koll. Thomsen anwaltschaft ließ Miedreich verhaften, die Bücher beschlagnahmen straße 118 und August Schweizer, City- Passage, Dresdener folgende Resolution:" Die Versammlung nimmt mit Entrüstung und erhob schließlich Anklage wegen Untreue gegen die Gerber- Straße, Aufgang rechts 3 Tr.) bekannt gegeben, wo umgehend Kenntniß von dem statistischen Zahlenmaterial, das aufs neue Krankenkasse. Das Gericht erklärte den Angeklagten zwar für diesbezügliche Meldungen seitens der Vertrauenspersonen der beweist, wie die heutige tapitalistische Produktionsweise die Lage schuldig, nahm aber als strafmildernd an, daß er persönlich nicht Gewerkschaften 2c. zu erstatten find. Der Vorsitzende Kräcker des Arbeiters zu einer immer schlechteren gestaltet, deshalb verden geringsten Vortheil gehabt habe und verurtheilte ihn zu theilte zum Schluß mit, daß in der nächsten Woche eine außer- pflichten sich alle Kollegen und Kolleginnen mit aller Macht 1 Woche Gefängniß, welche durch die Untersuchung als abgebüßt ordentliche Generalversammlung stattfindet. dahin zu arbeiten, daß das heutige Ausbeutungssystem beseitigt werde." Diese Resolution wurde angenommen. Unter Gewerk zu betrachten sind. Der Sozialdemokratische Wahlverein für den fünften schaftlichem theilte Kollege Regge mit, daß das Stiftungsfest Das Reichsgericht hat am Freitag die von Black, Berliner Reichstags- Wahlkreis fette am 14. Juni in einer auf unbestimmte Zeit verlegt worden ist. Kollege Regge Dewald und Schweinhagen eingelegte Revision gegen außerordentlichen Generalversammlung die Statuten- und Orga- wurde als Kandidat zum Kongreß für die Bekleidungs- Industrie das Urtheil des Landgerichts I. in Berlin, durch welches wegen nisationsentwurfs- Berathung fort und nahm im Anschluß daran gewählt. Beleidigung des Finanzministers Dr. Miquel und des Reich die nöthig gewordenen Wahlen vor. Der§ 8 des Statuts, nach tanzlers Grafen Caprivi, Plack zu 1 Jahr 9 Monat, Dewald zu welchem fich der Vorstand aus je zwei Vorsitzenden, Schriftführern Der Verein deutscher Schuhmacher( Fil. I.) beschäftigte 3 Monat und Schweinhagen zu 1 Jahr Gefängniß verurtheilt und Rafsirern nebst drei Beisigern zusammensetzt, fand, da man sich in seiner Mitgliederversammlung am 11. Juni mit der Er wurden, verworfen. sich in der vorigen Sitzung bereits mit der neuen Organisation örterung des Themas:" Streit und Boykott." Das Referat Das Dynamitgesetz, das bis jetzt noch auf feinen einzigen einverstanden erklärt hatte, ohne weitere Diskussion Annahme. hierüber hatte Frau Reimann übernommen, die zur allwirklichen Bombenwerfer Anwendung finden konnte, wirft, wie Die Versammlung ergänzte infolge dessen den Vorstand durch die gemeinen Zufriedenheit der Versammlung sich ihrer Aufgabe entdurch zahlreiche Gerichtsurtheile befundet, desto härter auf harm- zu Beisigern gewählten Genossen Klukowski, Klein und Busse und ledigte. Eine ziemlich lebhafte Besprechung entstand über den lose Leute. Ein besonders drastischer Fall einer solchen Ver- trat sodann in die Spezialdiskussion über den Organisations Streit der Burger Kollegen und die Stellung des Vertrauensurtheilung tam am Donnerstag vor dem Reichsgericht zur Ver- entwurf ein. Beim§ 1 bezweifelten verschiedene Genossen, daß manns Bock zu dieser Angelegenheit. Die Kollegen Sperber, handlung. Der Obersteiger Wilhelm Fetisch in Harbede war man statt der bisherigen 28 jetzt bereits 56 geeignete Bezirksführer Karl Fleischer, Rott und Wosowsky kritisirten sehr abfällig die wegen Bergehens gegen dies Gesetz zu 3 Monaten Gefängniß finden werde. Nach langer Diskussion entschied sich die Versammlung Handlungsweise Bock's und verlangten seinen Rücktritt von verurtheilt worden, von der weitergehenden Anklage, Dynamit mit überwiegender Majorität für die Wahl von 56 Bezirks- diesem Posten. Sämmtliche Redner ersuchten die Mitglieder, sich ohne polizeiliche Erlaubniß besessen zu haben, jedoch freigesprochen, führern. Die drei übrigen Paragraphen fanden darauf einstim- wegen der Handlungsweise Bock's nicht von der Organisation weil ihm geglaubt wurde, daß er die ihm im Jahre 1892 vom Land- mige oder faft einstimmige Annahme. In denselben wird be- fern zu halten, sondern fleißig für die Vereinigung zu wirken. rathe in Frankenberg ertheilte Erlaubniß zum Besitz von Dynamit ſtimmt, daß je 14 Bezirksführer von einem Abtheilungsführer Der Allgemeine deutsche Tapezier Verein( Filiale irrthümlich für ausreichend gehalten habe. Nachher hat er nun geleitet werden, welcher von den Bezirksführern ernannt wird, das Tynamit, welches er vor der Verurtheilung besaß, weiter jedoch der Bestätigung der Versammlung bedarf. Die Ab- Berlin) hielt am 11. Juni eine Mitgliederversammlung ab, in aufbewahrt. Hierin wurde nun, nachdem abermals Anklage gegen theilungsführer haben das Recht und die Pflicht, an den Vor- der Kollege Leonhard Schmidt in einem Vortrag über: ihn erhoben, ein strafbares Vergehen des unerlaubten Besizes standssigungen mit berathender und beschließender Stimme Theil Die Entwickelung der Technik in den letzten 50 Jahren und gefunden, und das Landgericht zu Arnsberg verurtheilte ihn zu nehmen. Die Gesammtorganisation feht unter Leitung des deren Folgen" sprach. Der Referent wies an der Hand eines Deshalb am 21. März d. J. zu vier Monaten Gefängniß. Die Vorstandes und ist diesem über alle vorkommenden Arbeiten Bereichhaltigen statistischen Materials nach, wie durch die rapiden Strafbarkeit wurde darin erblickt, daß er aus dem vorigen Urricht zu erstatten. Nachdem man hierauf die neuen Bezirksführer Fortschritte der Technik die Arbeitslosigkeit und die damit vertheile habe entnehmen müssen, der Besitz jenes Dynamits sei gewählt hatte, erfolgte der Schluß der Versammlung. nicht erlaubt. Seine Pflicht wäre es gewesen, sagt das Urtheil, jenes Dynamit mit Hilfe der Polizei zu vernichten oder sonst aus seinem Besitze zu bringen. In seiner gegen das neue Urtheil eingelegten Revision fi hrte der Angeklagte aus, er habe doch gar feine neue selbständige Handlung vorgenommen, um sich in den Besitz von Dynamit zu sehen. Es handele sich nur um einen fort: geschten Befiß, der schon durch das frühere Urtheil für straffrei erklärt worden sei. In der heutigen Verhandlung der Sache vor dem Reichsgericht beantragte der Reichsanwalt die Verwerfung der Revision und bemerkte noch folgendes: Wäre der Angeklagte in der früheren Anklagesache verurtheilt worden, so hätte er heute ganz denselben Einwand erheben können, nämlich, daß er nicht verurtheilt werden könne, weil er wegen derselben Sache schon verurtheilt worden sei. Das würde aber dahin führen, daß ein Zustand dadurch zu einem straflosen wird, daß er einmal abgeurtheilt worden ist, und daß man einen strafbaren Bustand fortseyen tann, sobald man ihn einmal gefühnt hat. Hieraus ergiebt fich, daß der Angeklagte mit Recht verurtheilt worden ist. Das Reichsgericht verwarf hierauf die Revision. Versammlungen. " bundene Degeneration des arbeitenden Volkes immer mehr um sich greife. Temgegenüber ist es nöthig, daß sich die Arbeiter in Arbeiter- Sängerbund. Eine Ausschußsihung des Bundes gewerkschaftlichen und politischen Vereinigungen zusammenfinden, fand am 10. Juni Bormittags statt. 6 Vereine, welche sich zur um dahin zu streben, die Vortheile der modernen Technik zum Aufnahme gemeldet hatten, wurden, da nichts gegen dieselben Wohle der gesammten Menschheit zu verwenden. In der Disvorlag, aufgenommen. Auf grund des§ 4 des Bundesstatuts fusion sprach Kollege Wels, der gleichzeitig auf die bevorwurden ausgeschlossen die Vereine: Freundschaft 2, Kaiser'scher stehende Lohnbewegung hinwies. Nach Erledigung mehrerer Quartettverein, Titania und Nord- West- Stern. Seitens des wichtiger Vereinsangelegenheiten erfolgte der Schluß der VerVorstandes wurde dem Ausschuß eine Vorlage, das Arrangement sammlung. zum Sängerfest in Schmargendorf betreffend, unterbreitet. Es wurde beschlossen, nachdem der Ausschuß sich in allen Punkten Von den Mechanikern und verwandten Berufsgenossen damit einverstanden erklärt hat, diese Arrangement- Be war am 12. Juni eine öffentliche Versammlung einberusen, um fimmungen jedem Verein gedruckt zuzustellen. Die Billetausgabe Beschluß zu fassen über die Verwendung des von 1890 noch vorzum Sängerfeste foll, laut obiger Bestimmung, in fürzester Zeit bandenen Fonds. Einleitend hielt der Referent R. Aßmann durch die Obleute in den sechs Kreisen( Vorstandsmitglieder) er einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag über: Bentralisation folgen und die nähere Bekanntgabe der Zeit und Lokale, sowie der Krankenkassen", welchem eine längere Diskussion folgte. Bedie Butheilung der Vereine in den einzelnen Kreisen durch Annonce schlüsse wurden nicht gefaßt und ging man sofort zur eigentlichen im Borwärts" bekannt gemacht werden. Der Karthaus'sche Tagesordnung über. Nach dem Abrechnungsbericht des Kassirers, Gefangverem", welcher fich geweigert hat resp. sich den Kollegen Spieß, betrugen die Gesammteinnahmen, den Bestand Befchlüssen des Bundes nicht fügt, zur Maifeier mit nicht fügt, zur Maifeier mit von letter Abrechnung mit einbegriffen 560,58 Mark. darunter einige Suminen von Bahlung des Entrees unentgeltlich mitzu wirken, wurde mit Die Gesammto usgaben, geliehen 515,98 Mart, bleibt ein Dem Verein anderen Gewerkschaften großer Majorität vom Bunde ausgeschlossen. " Baget Nicht" in Stegliß, welcher von der dortigen Behörde in Bestand von 44,98 m. Hier hinzu kommen von den BuchStrafe genommen, weil derselbe das Mitgliederverzeichniß druckern zurückgezahlt 300 M., ferner kleinere Beträge, von resp. den Verein bei der Behörde nicht angemeldet hat, wurde einigen Restanten, mit denen sich ein Gesammtbestand von Rechtsschutz gewährt. Auf einen besonderen Antrag hin wurde 379,48 M. ergiebt. Von dieser Summe sind durch die Revisions. den gemaßregelten Kuhnheim'schen Arbeitern in Nieder- Schön- fommission 100 M. für die ausständigen Bergarbeiter beantragt weide 150 M. überwiesen. Seitens des Vorstandes ging dem und abgeführt worden, welcher Maßnahme die Versammlung zuAusschuß die Mittheilung zu, daß der Dirigenten- Chor sich auf: immte. Ueber die Verwendung des nun noch vorhandenen Be gelöst hat und der Tirigenten- Verband sich nicht mehr zum Standes von 279,48 M. entwickelte sich eine recht rege Debatte, Arbeiter Sängerbund zugehörig betrachtet. Zum Volt fest in aus der eine ganze Anzahl Anträge hervorgingen. Schließlich nahm Friedrichshagen, Sonntag, den 17. Juni, ist beschlossen, daß eine man einen dahingehenden Antrag an, den Bestand von 279,48 m. dem Probe am Vormittag desselben Tages, 11 Uhr, im Restaurant Vertrauenemann der Metallarbeiter zu überweisen, mit dem Gr suchen, aus dieser Summe die ausgesperrten Brauerei- Arbeiter, Conrad, Friedrichshagen, Friedric fir. 134, stattfinden soll. die streifenden Schuhmacher und die Kuhnheim'schen Arbeiter zu bedenken; die Revisionskommission für aufgelöst zu erklären, und den Vertrauensmann der Metallarbeiter zu beauftragen, die noch vorhandenen Außenstände einzuziehen, und darüber in einer öffentlichen Versammlung Bericht zu erstatten. Unter„ Verschiedenes" wurde beschlossen, daß die Werkstatt Vertrauenslente den Sigungen der Vertrauensleute bein ohnen, gleichviel ob sie der zentralen oder lokalen Organisation angehören. Der sozialdemokratische Wahlverein für den dritten Berliner Reichstags- Wahlkreis hielt am 18. Juni im Lokal von Ehrenberg, Annenstr. 16, eine gutbesuchte Versammlung ab. Genosse Dr. Heymann sprach über die Nervenschwäche der Menschen und die gegenwärtige Gesells schaftsordnung". An den sehr beifällig aufgenommenen Vortrag Schloß sich eine furze Diskussion und Fragestellung. Bei Be Sprechung des Bierboykotts erwähnte Braunschweig das Die Zinkgießer und Stürzer hielten am 5. Juni eine über die Brauerei Carlsberg( Inhaber Reichenkron), Charlotten burg, ausgesprengte Gerücht, diese hätte sich mit„ Ringbrauereien" Mitgliederversammlung ab. Zunäch beschloß die Versammlung, zum Zweck von Bierlieferungen in Verbindung gefeßt. König das diesjährige Sommerfest wegen des Bierboykotts bis auf hielt dem entgegen, daß alles über den Bierkrieg" in bürger- Weiteres zu vertagen. Den Ausgesperrten von der Firma Weit lichen Blättern Geschriebene mit größter Borsicht aufzunehmen, Juh. Winkler u. Stoff Nachfg, warde allseitig empfohlen, aus wenn nicht gar rundweg als tendenziöser Schwindel zu be- suharren, bis der Sieg errungen ist. zeichnen ist; übrigens habe die Verleumdung gegen die Brauerei Die Freie Vereinigung der Militärmühen Arbeiter Reichentron bereits in der am Nachmittag abgehaltenen Gast tagte am 9. Juni. Herr Joël sprach in einem interessanten wirthe- Verfammlung ihr energisches Dementi gefunden. Heinrich Vortrage über das Thema:" Die Naturwissenschaft und ihr regte die„ Lokalfrage" an und ersuchte die Genossen, die in den Einfluß auf die Gegenwart." Von einer Diskussion wurde all nächsten Tagen und von da ab regelmäßig alle 14 Tage erscheinende seitig Abstand genommen. Unter Vereinsangelegenheiten ge " Lokalliste" bei Spaziergängen und Ausflügen mit sich zu führen. langten eine Reihe von Unguträglichkeiten in mehreren Fabriken Röntg schloß sich seinen Ausführungen an, unterbreitete der zur Besprechung und soll soll deshalb deshalb der Lohntarif in Bersammlung die von den auswärtigen Lokalkommissionen er biefem Jahre vervollständigt werden. Die Kollegen hobenen Klagen über zu geringe Berücksichtigung derjenigen der Sprechert'schen Werkstatt haben beschlossen, wegen der Lohn Wirthe, welche ihre Säle der sozialdemokratischen Partei zur Ver- differenzen den Kampf mit dem Unternehmer selbst aufzunehmen. fügung stellen und forderte die Vorstandsmitglieder von Vereinen, Kollege Moldenhauer regte die Beschickung des Kongresses Klubs c. auf, bei Ausflügen größerer Gesellschaften sich vorher der Bekleidungs- Industrie an. Gegen diesen Vorschlag wendeten sich die Kollegen Frick, Fischöder und Bredendich und wurde daraufhin der Vorschlag abgelehnt. Gine freiwillig Sammlung für die Brauerei Arbeiter ergab 23 M. Die nächste Vereinssigung findet am 30. Juni statt. -S. Eine sehr zahlreich besuchte Mitgliederversammlung der Oris Krantentasse der Tischler und Pianoforte Arbeiter tugte am 13. d. M. im Norden, Germania Säle, um zu der geplanten Gründung einer Junungs Krankenkasse Stellung zu nehmen. Die Versammlung stimmte nach einem Referat des Kaffenvorsitzenden Koblenzer und einer längeren Diskussion, die sich durchweg im Sinne des Referats bewegte, einstimmig der vorgeschlagenen Protest Resolution zu. Wie stellen sich die Berliner Schlächtergesellen zur Gründung eines Verbandes? Mit dieser Frage beschäftigte fich eine öffentliche Versammlung der Schlächtergesellen am 13. d. Das Referat hielt Albert Moß aus Leipzig, der im Auftrage Gelobt sei Jesus Chriftus", eröffnet, begeht ein Sozialdemokrat der Hamburger Generalkommission sich auf der Tour befindet, cine Hüpelei, und machte dadurch die Versammelten verhärtet und um die Arbeiter der Lebensmittelbranche zu organisiren. Redner unempfindlich für jegliche Erörterung sozialistischer Joeen. So etwas heißt dem Gegner mit Gewalt die Siegespalme in die Hand Die Freie Vereinigung der Banarbeiter hielt am trat für die Gründung eines Zentralverbandes ein, betonte aber Das vor allen Dingen die Nothwendigkeit einer Organisation überdrücken. Auf die Dauer wird auch diese Art der Gegenagitation 10. Juni ihre regelmäßige Mitgliederversammlung ab. den Vormarsch des sozialistischen Gedankens nicht verhindern, Referat hatte Genosse Mattutat übernommen, der unter haupt, indem er auf die lange Arbeitszeit, die zugleich mit der aber hindern, aufhalten, wenigstens zeitweise, fann sie ihn. Gallseitiger Zustimmung der Anwesenden seinen Vortrag beendete. Anwendung der Maschinen im Gewerbe die große Arbeitslosigkeit würde gar nicht so uneben sein, wenn sich unsere Genossen, welche Wernau stellte hierauf den Antrag, den Vorstand zu beauftragen, unter den Schlächtern zur Folge hat, hinwies.( Beifall.) In der sich mit der Landagitation befassen oder befassen wollen, etwas dafür Sorge zu tragen, daß zu dem Stiftungsfeste tein boykot Diskussion hob der Kollege Gaßmann hervor, daß der Refe mehr um die Kampfesweise und die Kampfesmittel der Gegner tirtes Bier ausgeschänkt wird. Kollege Stußenstein führte an, rent feineswegs zu sa warz gemalt habe; namentlich in Berlin kümmerten: Gegen Dreschflegel und Hebebäume ficht man nicht die Firma J. Berg habe ihren Arbeitern bekannt gegeben, daß seien die Verhältnisse noch schlimmer, als eben vorgetragen. bei der nächsten neuen Arbeit 6 pCt. Abzug erfolgen würden. Kein Gefelle habe hier lange Arbeit, die Meister wechseln mit dem Stoßdegen. leber diese Angelegenheit entspann sich eine längere Debatte. zu sehr. Angesichts solcher Zustände sei es dringend Von der ,, Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Ar Die nächste Versammlung findet am 22. Juli Andreasstr. 26 statt nothwendig, daß die Kollegen von dem ihnen gewährleisteten beiterinnen( Stuttgart, J. H. W. Diet' Verlag) ist uns Eine Versammlung des Verbandes deutscher Rechte der Koalition Gebrauch machen und sich vereinigen. Wie soeben die Nr. 12 des 4. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Schneider, Schneiderinnen und verwandter wirksam das ist, habe sich in der legten Zeit in Berlin gezeigt, Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Das Ende jeder Berufsgenossen tagte am 11. Juni in Gratweil's Bier: wo, seitdem der Verein existirt, die Arbeitszeit schon nicht mehr Kelassenherrschaft. Der fünfte internationale Bergarbeiter hallen in der Kommandantenstraße. An stelle des am Erscheinen ganz so lange ausgedehnt werde und die Behandlung etwas Kongreß zu Berlin. Klaffengegenfäße der Säuglinge. verhinderten Referenten Dr. Heymann hielt der Kollege Währ Besprechung der Mißstände im Verein und der demnächstigen besser geworden sei als früher, weil die Meister sich vor der Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der Mannheimer Korsett einen recht interessanten, mit großem Beifall aufgenommenen Veröffentlichung derselben scheuen. Bis jetzt haben sich 13 bis Fabrik. Feuilleton: Der Krieg. Aus dem Französischen des Vortrag über Chartistenbewegung, welchem eine Diskussion nicht 20 Städte bereit erklärt, die Brüderschaften aufzuheben und dem Guy de Maupassant. Arbeiterinnen- Bewegung. Sleine folgte. Bum Puntt: Statutenberathung leitete der Kollege Berband beizutreten. Zwei weitere Kollegen betonten, daß in Nachrichten. Pfeiffer die Diskussion ein, indem er die von den hiesigen erster Linie die jetzige blutaussaugerische Stellenvermittelung auf Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis Bevollmächtigten und einigen Verbandsmitgliedern gestellten Ander Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen( eingetragen träge resp. Abänderungsanträge behuts eingehender Begründung zuheben fei, und zwar durch den Verband; desgleichen die Sonntags in der Reichspost Beitungsliste für 1894 unter Nr. 2660 zur Diskussion stellte. In der regen Debatte wurden weitere Entlassung. Die Versammlung erklärte sich durch einstimmige Anbeträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld Anträge nicht gestellt, und die unterbreiteten zum Theil einstimmig, nahme einer bezüglichen Refolution mit der Gründung eines 53 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. zum Theil gegen eine geringe Minorität genehmigt. Die nun- Verbandes für ganz Deutschland einverstanden und stinnnte, Inseratenpreis die zweigespaltene Petitzeile 20 Pi. mehr durch den ersten Bevollmächtigten Haase vorgelegte Ab- gleichfalls einmüthig, dem hierauf zur Verlesung gelangten Statuten- Entwurf zu. Von der ,, Nenen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Die y' Verlag) rechnung mit dem ist foeben das 87. Heft des 12. Jabrgangs erschienen. Aus Bestand vom vorigen Quartal eine Gesammteinnahme von In einer öffentlichen Versammlung der Barbiere bem Inhalt heben wir hervor: Landtägliches. Die Judens 245,77 M., der gegenüber eine Gesammtausgabe, intl. an die Haupt- und Friseure, die am 14. Juni, Nachts bei Bolz in der Alten Ausweisungen in Rußland und die polnische Frage. Von tasse gesandt, von 245,77 m. stand, so, daß für nächstes Quartal Jakobstraße tagte, erstatteten die Delegirten Bobost und Rezawa. Für zahlenrechtes Wahlverfahren. Von Peter ein Bestand nicht zu verzeichnen blieb. Die Abrechnung vom Starossow Bericht vom vierten, in Berlin stattgehabten Braun.( Schluß.) Einiges vom Neuen Unionismus in Stiftungsfest 1893 ergab eine Einnahme 203,20 m., der gegen Kongreß der Barbiere, zu welchem sie als Vertreter der Berliner England. Von Edward Aveling. Literarische Rundschaut. über eine Ausgabe von insgesammt 189 m. steht, somit ein Kollegen delegirt waren. Die Versammlung gab durch einNotizen: Etwas über die neuesten Fortschritte in der Technik. Ueberschuß von 14,20 m. vorhanden ist. Zum Schluß erfolgte stimmige Annahme folgender Resolution ihre Zustimmung zu Feuilleton: Lebensbilder aus England. Von Andr. Schen. die Bekanntgabe, daß das von der Agitationsfommiffion in den Beschlüssen Ausdruck: Die Versammlung erklärt sich mit III. Des Herzogs Wefte.( Schluß.) Aussicht genommene Sommerfest in der Unionsbrauerei bis auf den Beschlüssen des Kongresses voll und ganz einverstanden, und weiteres verschoben ist, weiter, daß die Potsdamer Kollegen und verspricht, dieselben hoch zu halten. Nachdem Kollege Poboß Stolleginnen am Sonntag, den 17. ihr diesjähriges Stiftungsseit hiernach einen turzen Ueberblick über Ursachen, Verlauf und Stand feiern, zu welchem eine Ginladung an die Berliner Rollegenschaft gegenwärtigen des Bierboykotts gegeben, nahm einstimmig die in den Volksversammlungen an= ergangen ist. Diejenigen Kollegen und Kolleginnen, die diefer man Einladung folgeleisten wollen, mögen sich Sonntag früh 7 Uhr geno umene Resolution mit folgendem Amendement an: auf dem hiesigen Potsdamer Bahnhof einfinden. Versammlung erklärt sich erklärt sich mit den ausgesperrten = Das blaue Hefst. Ein Seitenstück zur Kreuzersonate. Von Graf Leo Tolstoi Sohn. Berlin SW., Hugo Steiniz' Verlag. Das rothe 2. B. C. oder Sozialdemokratischer Katechismus. Von Ernst Berner. Aussig a. d. E.( Jm Selbstverlag.) Preis 15 Pf. vom ersten Quartal 1894 ergab " Die Brauerei- Arbeitern solidarisch, verurtheilt brunst; 250 Häuser sind bereits niedergebrannt. Der Schaden In Panama wüthete am Freitag eine furchtbare Feuers beträgt über drei Millionen. empören Platz gefüllt, das Referat hatte der Stadtverordnete Genoffe| Hongkong am 12. Juni empfangen. Daffelbe besage, daß 1500 den Machinationen der Brauerei- Inhaber und deren Anhang, Beyer übernommen, der in ausführlicher Weise die Ursachen des Todesfälle infolge der Pest vorgekommen seien. und verpflichtet sich, fein boykottirtes Bier zu trinken." Bum Streites darlegte. Die Diskussion bildete in einigen Punkten Schluffe erging an die Anwesenden die Aufforderung, für recht eine Ergänzung zu dem Referat, und wurde hierauf eine Resozahlreichen Besuch der am 21. Juni in der Berliner Ressource Iution angenommen, in der sich die Anwesenden verpflichten, kein ftaltfindenden öffentlichen Versammlung zu agitiren, da in der Ringbier zu trinken. Mit der Aufforderung an die Mitglieder, selben Beschluß gefaßt werden soll über die Stellung zu einer recht rege die Versammlungen zu besuchen, schloß die VerLohnbewegung. Hierzu gelangt am Dienstag ein Flugblatt zur sammlung. ar Verbreitung; die Ausgabe desselben findet Dienstag Nachmittag bei Preuß in der Neuen Friedrichstraße statt. daß er seinen Verpflichtungen gegenüber der Maler- Gewerkschaft Berichtigung. Herr Bünger, Hussitenstr. 1, theilt uns mit, nachgekommen ist. Dies wird ihm vom Vertrauensmann der Maler bestätigt. er bie ber zweite Korrektur richtig da noch der Einwand laut wird, die Agitation, die wüste, der Zimmerer errichtet ist, in der er Neubauer eine Zahlstelle ihm bei seiner Beschäftigung als Bandagist reichlich zur Ver 312 Wann ist eine Zeitung druckfehlerfrei? Ueber diese Frage giebt der Hamburger Rorrespondent" folgende treffende Auskunft: 1. Wenn der Verfasser oder Einsender das Richtige Weißensee. Der Frauen und Mädchen- Bildungsverein geschrieben, 2. das Richtige auch deutlich geschrieben hat, 3. der hielt hier am 11. Juni eine gut besuchte Versammlung ab, in her in alle Fächer des Seßkaſtens lauter richtige Buchstaben Arbeiterlohn" referite. I'm sauſe ſeines Bortrages behandelte fet, sorrettor his torrettur richtig steft, 7. Der Geger der Genosse Dastig über das Thema:" Unternehmergewinn und geworfen hat, 4. die richtigen Buchstaben greift, 5. fie richtig der Referent auch eingehend die Veranlassung zu dem Bier- die erste Korrektur richtig verbessert, 8. der Korrektor die zweite boykott. In der Diskussion wurde von sämmtlichen Rednerinnen Korrektur richtig liest, 9. der Seger Friedrichsfelde. Am 7. Juni fand hier eine öffentliche die strikte Durchführung des Boykotts warm empfohlen, und ge- verbessert, 10. die Revision richtig gelesen wird, 11. wenn dem Bersammlung statt, in der Genosse Theodor Mehner über langte hierauf eine Resolution, die sich im gleichen Sinne äußert, Betreffenden die nöthige Zeit hierzu gelaffen wird, 12. wenn noch den Bierboykott" sprach. Nach einer regen Diskussion gelangte sur einstimmigen Annahme. ein Dutzend andere Umstände sich ebenso glücklich abmachen. Und die Berliner Resolution einstimmig zur Annahme. Unter anderm Reinickendorf. In der Versammlung, die hier am 11. Juni ba nun z. B. ein großer Oftavbogen fünfzigtausend bis funfundmachte Hentschel bekannt, daß in Friedrichsfelde bei ver- tagte, referirte Genosse Knauf in einem recht beifällig auf fünfzigtausend Buchstaben zählt, so müssen jene günstigen Umstände schiedenen Wirthen noch boykottirtes Bier verzapft wird, mögen genommenen Vortrage über die Lage des Bierboykotts". Das sich bei der Größe der Zeitung fünfzigtausend bis fünfdie Genossen genau darauf Acht geben. Ferner baben die Lokalkommissions- Mitglied Genosse Rosenfeld berichtete, daß und fünfzigtausendmal wiederholen, wenn das Publikum einen meisten Kaufleute und Grünkramhändler Flaschenbier( Böhmisches verschiedene Gastwirthe die Einwendung machen, sie bekommen einzigen tehlerfreien Bogen in die Hände bekommen soll. Man Brauhaus). Pretti ersucht für strikte Durchführung des fein anderes Bier; die Herren Gastwirthe mögen ihre Aufträge wird zugeben, daß dies nicht ganz leicht ist." Es würde gewiß Boykotts Sorge zu tragen. Die weitere Tagesordnung fonnte in Bierlieferungen an ihn richten. Die Kommission wird dafür weniger kritisirt und getadelt werden, wenn alle Beitungsleser nicht erledigt werden; Punkt 11 Uhr erhob sich der überwachende Sorge tragen, derartige Aufträge zu vermitteln. Zur Verstärkung einen Begriff von der Arbeit hätten, die zur Fertigstellung eines Beamte und löste die Versammlung auf. Beschwerde wird er der Lokalkommission während der Dauer des Boykotts wählte die Blattes erforderlich ist! 2004 hoben werden. Versammlung folgende Genossen: Klingmann, Knauf, Benzinrausch. Eine sehr bedenkliche Unfitte, die mit dem Charlottenburg. Im überfüllten Saale der Gambrinus- Descherto, Israel und Beiße. Genosse Knauf stellte den Antrag, Aether- und Chloroform- Mißbrauch in der irischen Bevölkerung Brauerei sprach am Dienstag Abend Genosse A. Bebel über: den Boykott über das Lokal des Herrn Göbeler, Kleines Schützen auf derselben Stufe steht, ist die absichtliche Ginathmung von Antisemitismus und Sozialdemokratie. Auf dem baus, Provinz- und Bürgerstraßen- Ecke, aufzuheben. Sämmtliche Benzindämpfen zur Herbeiführung einer angenehmen Betäubung, rheinischen Provinzial- Landtage, so leitete der Redner feinen Redner erklärten sich damit einverstanden, und stimmte die Ver- auf die Dr. Ernst Rosenthal- Magdeburg die Aufmerksamkeit Vortrag ein, hat der Kölner Oberbürgermeister bei der Behand- sammlung dem zu. Ferner wurde bekannt gemacht, daß der lenkt. Er kam ganz zufällig hinter diese Leidenschaft, als eines lung der Frage, eine Akademie für junge Kaufleute zu errichten, Gastwirth Böttcher, vom Seeschlößchen, Markstr. 1-2, ſeine Tages sich bei ihm zur Aufnahme ins Krankenhaus ein auf einen Einwand treffend geantwortet:„ Heute sei Niemand Räumlichkeiten zu Arbeiterversammlungen nicht mehr hergiebt. 48 jähriger Bandagift meldete, der an großer Hinfälligkeit litt. mehr zufrieden." Ganz recht, alle Schichten der Gesellschaft Gin Versuch des Herrn, die anderen Saalbefizer zu beeinflussen,& r gab an, früher ziemlich viel Spirituosen getrunken zu haben, durchzieht der Drang nach Verbesserung ihrer Existenz, das Be sich dem anzuschließen, schlug fehl. Die anderen Saalbesitzer feit 6 Monaten sei aber fein Tropfen Schnaps mehr über seine streben, vor allem die materielle Lage zu heben. Es zeugt von waren damit nicht einverstanden. Genofie Hausotter brachte Lippen gekommen, statt dessen habe er Dämpfe von Benzin, das alle Sonntag von gewissenlose", trage hieran die Schuld. Neben der großen all: 10 bis 12 Uhr Beiträge entgegennimmt. ihm den Alkoholgenuß vollständig ersetzt. Er habe danach ein gemeinen Arbeiterbewegung, die sich seit ca. 30 Jahren, begünstigt In Rigdorf hielt am 12. Juni der sozialdemokratische Ver- wunderbares Gefühl der Beruhigung" verspürt, angenehme, durch besondere Umstände, stetig fort und fort entwickelt hat, ein Vorwärts" eine Versammlung ab, die, nachdem sie das An- wonnige Träume gehabt. Den Gebrauch des Benzins wollte er laufen noch andere Strömungen. Die alten Parteien, so denken des in diesen Tagen verstorbenen Genossen Carl durch einen süddeutschen Kollegen tennen gelernt haben. Die widerwillig fie es auch thaten, sind gezwungen, mehr und mehr Grunow in der üblichen Weise geehrt hatte, ein Referat des beruhigende Wirkung des Benzins ließ aber mit der Zeit Ipsiale Moment zu betonen. fie auch in ihren Reichstags- Abgeordneten Robert Schmidt über Die Stel nach; es stellten sich Halluzinationen ein, der Kranke Programmen die allgemeine Rechtsgleichheit und andere schöne lung der Sozialdemokratie im wirthschaftlichen Kampfe" anhörte. hörte unangenehme unangenehme Musit Don Drehorgeln und miß: Sachen haben, in der Praxis, das heißt in den Parlamenten, in Die Diskussion, die sich an die sehr beifällig aufgenommenen tönenden Gesang von ihm bekannten Stimmen, rothe Staat und Gemeinde, wo sie ausschlaggebend sind, tritt das Ausführungen schloß, drehte sich fast ausschließlich um eine Kritik Ameisen frochen auf seinem Körper umber, er sah vers Interesse für die Klasse, welche sie vertreten, unverhüllt hervor. des Bierboykotts. Meherau war mit der gegenwärtigen Be- schiedene Thiergestalten und kleine Menschen, einmal schien ihm Sonst in so und soviele Gruppen gespalten, ist die Gesellschaft schränkung des Boykotts nicht einverstanden und meinte, die das ganze Zimmer erfüllt von bunten Seidenfäden, welche hin fofort geeint, sobald der Sozialdemokrat ihren Besitzitand be- Berliner Parteigenossen seien es auch nicht, da auch diese kein und herflimmerten, alles Anzeichen des beginnenden Säuferdroht; Beweis: Die letzten Wahlen, Plauen und noch drastischer Ringbier trinken. Wenn überdies die Boykottfommission rathe, wahnsinns. Vor der Hand scheint nach den Nachforschungen Pinneberg. Gerade die Antisemiten, welche immer so fürchter nur die fieben Brauereien zu boykottiren, aber das Plakat nur Dr. Rosenthal's diese mißbräuchliche Benutzung des Benzins liche Gesichter schneiden, wenn nur das Wort Jude erwähnt solchen Wirthen gebe, welche kein Ringbier führen, so sei das unter den Arbeitern gewisser Industrien noch nicht weit verwird, werden ohne Zaubern gemeinsam mit den Juden gegen ein Widerspruch. Besonders wendet sich Regerau gegen eine vom breitet zu ſein. Indeſſen theilte der Brotherr des erwähnten den Germanen marschiren, wenn dieser Sozialdemokrat ist. Falls Referenten in einer früheren Nixdorfer Versammlung gethanen Bandagisten dem Arzte mit, daß er früher mehrere Male einen eines Tages z. B. Herr v. Bleichröder die Stichwahl zwischen Aeußerung, in der sich der Vortragende gegen den Antrag, den Lehrburschen auf der Treppe fauernd mit einem benzineinem Antisemiten und einem Sozialisten beeinflussen könnte Boykott das kapitalistische Herz würde zu Gunsten des Judenfressers ein Arbeiter auch nach Bewilligung der Forderungen der getränkten Tuche vor dem Gesicht betroffen habe; aufgeschreckt fortzusehen, ausgesprochen hatte. Schüttte habe derselbe wie ein Betrunkener getaumelt. Aehn treten. Der Stapitalist steht eben näher als der Jude. Welchen meint, der Boykott war für die politische Partei eine liche Fälle von Benzinmißbrauch werden in der medizinischen Schichten entstammt diese Bewegung? Der Mittelitand Nothwendigkeit, und wenn die Rigdorfer nicht den Literatur auch aus Warschau berichtet. Dort sollen sich Handim Gewerbe und im Beamtenthum bildet den Stamm. Anfang damit gemacht hätten, was wäre dann gewesen? Schuh- Wäscherinnen, welche nach dem Waschen der Handschuhe Auch unter den Studenten ift der Antisemitismus Dann würden im nächsten Jahre die Böttcher sagen: mit Benzin zufällig eine angenehme Betäubung empfanden, später ziemlich verbreitet. Man plappert gedankenlos nach, daß der Wir feiern nicht mehr den 1. Mai. onas vertheidigt gleich gewohnheitsmäßig absichtlich mit Benzindünsten berauscht haben. Jude an der ganzen Misère schuld sei, und begreift nicht, daß falls den Rixdorfer Beschluß vom 6. Mai er., der zunächst nur Bei der Leichtigkeit, mit der diese Unfitte in großen Werkstätten tiefwirkende Ursachen, der einundeinhalbtausendjährige Druck die den Rixdorfern gegolten habe. Der Widerspruch, den Rezerau durch Nachahmung sich verbreiten kann, ist die Gefahr, daß die Juden, daß auserwählte Volt, erst zu dem gemacht hat, was sie hervorgehoben, besteht auch für diesen Redner, der außerdem die Benutzung dieses eigenartigen Betäubungsmittels bei manchen find: gute Handelsleute. Der Redner bespricht die Geschichte Ansicht ausspricht, daß es uns gleichgiltig sein fann, ob in diesem Industrie- Arbeitern sich einbürgern könne, nicht ausgeschlossen. der Judenverfolgungen im Mittelalter und fährt dann fort: Kampfe ein Budiker zu Grunde geht oder nicht. Robert " Ebenso wie sich unsere Parteigenossen während der ausnahme- Schmidt weist darauf hin, daß eine Fortsetzung des Boykotts gefeßlichen Beit das intellektuelle Uebergewicht über die Polizei über den errungenen Sieg hinaus ja auch die Brauerei- Arbeiter organe verschafft haben wir haben oft genug Proben einer in den betroffenen Brauereien überflüssig mache. Leute zu be Briefkaffen der Redaktion. außergewöhnlichen List und Verschlagenheit erlebt( Heiterkeit!) so ist auch die Befähigung der Juden gestiegen. Wem das der heutigen Gesellschaft, aber nicht unserer. Ist der Anlaß zum strafen für das, was sie gethan haben, das ist der Standpunkt Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wei Buchstaben oder eine Zahl anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. heute unbequem wird, der erntet nur, was die guten Christen" Kampfe gehoben, dann ist für uns die ganze Sache erledigt. B. S. Er thut gut, das mit der Bitte, ihn danach nicht des Mittelalters gefaet haben. Allerdings ist der Todestampf Redner ist nicht für Boykottirung wegen jeder beliebigen einzelnen zu fragen, dem Gericht vorher schriftlich mitzutheilen. Auf dieser untergehenden Mittelschichten schmerzhaft, ist es aber nicht Herausforderung; im jezigen Falle war sie aber nöthig, weil Befragen muß er die Vorstrafen angeben. infonsequent, wenn Leute die Gewerbefreiheit u. f. w. lästern es sich um den Kampf gegen unsere Organisationen handelt. Wir C. 2. Der Heirath steht nach Ihrer Darlegung nichts im ohne die ja von vornherein tein moderner Staat denkbar fordern in unserem Kampie nicht mehr Opfer, als nothwendig Wege; bezüglich des übrigen kommen Sie in der Sprechstunde wäre - die ja erst vermöge dieser gewonnenen Freiheiten sind. Deshalb darf es uns auch nicht gleichgiltig sein, ob in heran. selbständige Existenzen wurden."" Freiheit nur für mich für diesem Kampfe eine Anzahl kleiner Geschäftsleute schwer gefeinen sons", das ist die Parole solcher Schreier. Die proletarische schädigt werden, Masse, welche nichts, gar nichts mehr verlieren kann, drängt nach vor Parteivorstand nichts damit zu thun, das ist nicht seine Thätig. Wenn die Böttcher streiften, so hatte der wärts, die Mittelklasse schaut sehnsüchtig nach rückwärts und erwartet feit, sondern geht die Gewerkschaft allein an. Daß die Berliner von dort das Heil. Dabei arbeitet gewissermaßen die Revolution Genossen zum Theil ebenfalls den ganzen Ring stillschweigend schon unter unseren Füßen. boykottiren, ist bekannt. Der Boykott kann und wird nur erWie absurd der Vorwurf, die Juden seien allein ausschlag folgreich wirken, menn er stritte durchgeführt wird gegen die gebend, ist, beweist ein Blick auf die Statistik. Glaubt man wirk- sieben Brauereien. Regerau bleibt dabei, daß den Brauereien F. K. 20. Der Anspruch müßte bei dem Gewerbegericht lich, daß zirka 100 000 erwachsene jüdische Männer, die Deutsch ein wirksamer Denkzettel ertheilt werden müsse durch einen recht verfolgt werden, ist aber sehr zweifelhaft. land bewohnen, diesen Einfluß haben? Der Neid, die Angst vor lange andauernden Boykott. Thomas steht heute noch auf Barbiergehilfe. Gegen das Versäumnißurtheil ist Ginspruch der Konkurrenz, die der Mittelklasse die verhältnismäßig große dem Standpunkt, daß es moralische Pflicht jedes Parteigenossen( bei dem Gewerbegericht einzulegen) zulässig, in der Sache selbst jüdische Intelligenz bereitet, läßt das aber begreiflich erscheinen. ist, das Ringbier so viel wie möglich zu meiden. Darum könne ist aber nach dem Ergebniß der Beweisaufnahme zur Einlegung Warum leidet Amerika und England, das die Judenfrage" man aber nicht von den Wirthen verlangen, es abzuschaffen, des Einspruchs nicht zu rathen. nicht kennt, unter dem gleichen Uebel! Mun, der Grund liegt denn sie haben ja noch andere Gäste als uns. Das Plakat sollte 1002. Die angegebene Antwort ist zutreffend. eben tiefer, als die Antisemiten tauchen können. Die wachsende lauten: Hier wird kein boykottirtes Bier ausgeschänkt." F.. 49. Verjährung einer vollstreckten Strafe tritt Konzentration des Kapitals, die rapide Zunahme der technischen Silpert: Für den jezigen Wortlaut des plaiates war die nicht ein; die erlittenen Strafen tönnen gegen Ertheilung Hilfsmittel bedingen die Verelendung der Masse. Wird dem Rücksicht auf die möglichen Durchitechereien beim Bezug von der Genehmigung berücksichtigt werden; nothwendig ist es nicht. fleinen Bauer nicht das Herz in die Hosen fallen, wenn er in Slingbier maßgebend. Die Zwölfer Kommission wird übrigens F. G. 1. Nein. 2. Ja. 3. Ja. der landwirthschaftlichen Ausstellung die Maschinen erblickt, die plafate ausgeben, die da lauten: Hier wird Bier von der P. G., Trebbin. 1. Klage auf Herausgabe, auch Strafs er sich nicht anschaffen kann, die ihm über furz oder lang den Zwölfer- Kommission ausgeschänkt." Nach der Erledigung einiger anzeige dürfte leider nicht zum Ziele führen, da die Frau in Untergang prophezeien? den Besitz des Scheines rechtmäßig gelangt zu sein scheint. In der Kreuz- Zeitung" wurde vor kurzem über einen Vor. Vereinsangelegenheiten wurde die Versammlung nach Mitternacht 2. Sie können nur Flaschenbier mitbringen und aus der Flasche geschlossen. trinken lassen. 3. Wenn es sich um die eigene Sache handelt nein, sonst ja. O. G. 1. 1. Kündigung kann an jedem Tage auss gesprochen werden. 2. Ein Recht auf Gewährung von Zeit zum Suchen einer neuen Stelle besteht nicht. 3. Welche Art AffordBereinbarung der Parteien und dem vermuthlichen Willen der arbeit der Betreffende auszuführen verpflichtet ist, hängt von der selben ab. Dermischtes. trag berichtet, in dem gesagt wurde, daß sich sogar die Mark, diese Sandwüste zu Ackerland durch entsprechende Mischung des Bodens umwandeln ließe. Das ist schon vor 15 Jahren in der " Frau" ausgesprochen. Die Erde läßt sich zu einem Paradiese machen, wo alle Menschen zweckmäßige Nahrung, Wohnung und Kleidung finden. Um das zu erreichen, muß der Kapitalismus das neue Telephongeset mit bedeutenden Erleichterungen. Der Nationalrath der Schweiz genehmigte einstimmig überwunden werden. Der Arbeiterschaft fann es vollständig Die Abonnenten haben das erste Jahr 100, das zweite 70, die gleich sein, ob das Kapitalistenthum germanisch oder jüdisch ist weiteren Jahre 40, die Lokalabonnenten 400 freie Gespräche, die im selben Augenblick, wo die Masse erkennt, daß der Kapitalis: weiteren fosten 5 Cent. Gespräche bis 50 km fosten 30 Cent., mus ihr Gegner ist, wird auch der antisemitische Spuk beseitigt bis 100 km 50, darüber 75 Cent. Bundesrath Zemp, Chef des sein. Mit stürmischem Beifall wurde der fesselnde Vortrag des Post- und Telegraphendepartements, versprach eine weitere Genossen Bebel aufgenommen; auch die anwesenden Gegner opponirten nicht dagegen. Die Aufforderung des Vorsigenden, ihre Reduzirung zu beantragen, sobald größere Ausgaben für die Verabweichende Meinung zu vertreten, ließen die Leute unbeantwortet. vollständigung des Netzes nicht mehr zu machen sind. Eine vom Genoffen Görte der Versammlung unterbreitete Wie viel Pflanzenarten existiren auf der Erde? Nach Resolution, in der das Einverständniß mit dem Referenten be- den Berechnungen des italienischen Botanikers P. A. Saccardo fundet wird, gelangte einstimmig zur Annahme. Der Obmann tennt man augenblicklich 173 706 Pflanzenarten, nämlich 12 178 der Lokalkommission Genosse Schwarz gab alsdann die Liste der Algen, 39 603 Pilze, 5600 Flechten, 3041 Lebermoose, 4609 LaubWirthe bekannt, die sich dem Ersuchen der Kommission, in der moose, 565 Bärlapp- und Schachtelhalmarten, 2815 Farne, und Boykottangelegenheit auf ihre Gäste, die Arbeiter Rücksicht zu insgesammt 105 231 Arten von höheren Pflanzen, welche ja, im nehmen, nicht gefügt haben. Der Bericht wurde ergänzt durch Gegensatz zu den genannten Klassen der Kryptogamen, unter dem Glück und Siegrist. Durch einen Herrn Jsbörner, der sich Namen der Phanerogamen zusammengefaßt werden. Die Zahl vergeblich gegen die Angaben der Lokaltommiffion zu vertheidigen der wirklich existirenden Bilzarten berechnet Saccardo zu etwa suchte, wurde die Versammtung wiederholt gestört. Frau 250 000, also etwas über sechsmal mehr als heute bekannt sind; 2üdtke forderte zum Beitritt in den Frauen und Mädchen- dabei darf allerdings nicht übersehen werden, daß die pielen Bildungsverein auf, während Genosse Görfe den Parteigenossen Batterien, von denen ja jetzt sehr häufig neue Arten als Träger die Unterstützung der Agitation unter der polnischen Arbeiter- gewisser Krankheiten der Menschen, Thiere und sogar der höheren schaft dringend ans Herz legte; unter allen Umständen müsse Pflanzen entdeckt werden, zu den Pilzen gehören. Jedenfalls vermieden werden, daß durch fanatisirte Gegner die Versamm: würde nach dieser Berechnung des Herrn Saccardo die GesammtIungen unmöglich gemacht würden. Ein Hoch auf die Partei zahl der auf der Erde vorhandenen Pflanzenarten rund 400 000 schloß die imposante Versammlung betragen. Charlottenburg. Am 11. Juni tagte hier eine öffentliche Die Pest in Hongkong. Der Untersekretär des britischen Versammlung der Solzarbeiter, welche die Frage des Bier boutous erörterte. Der tleine Saal war bis auf den lezten Kolonialamts, Burton, erklärte am Donnerstag im Unterhause, die Regierung habe das letzte Telegramm des Gouverneurs von . B. 25. Wir bedauern, Ihnen über die" g. R." nähere Auskunft nicht ertheilen zu tönnen. R. T. 100. Der Schwiegervater tann Beschwerde einlegen und interveniren. Bp. 71. 2. Juni 1878. 2. R. 45. Kommen Sie mit den betreffenden Statuten und Papieren in die Sprechstunde. Gie gelegentlich mit Vertrag vor. Alter Abonnent. Der Miethsvertrag ist bindend; sprechen E. G. 69. Ja. Schweinfurt 22. Nein. 8. T. 200. Da ein verurtheilendes, rechtskräftiges Urtheil vorzuliegen scheint, ist gegen die Pfändung nichts zu machen. 2.§. 27. 1. Der Wirth fann einbehaltene Sachen nur einbehalten, nicht verkaufen. Nach Ausklagung der Miethsschuld fann er die Sachen siegeln und verkaufen lassen. 2. Der große Kurfürst ist in Art eines römischen Kaisers dargestellt, die Eckfiguren sollen Stlaven in Ketten darstellen. R. G. 3. Der Verkauf ist leider strafbar. A. H. 99. Wenn nichts anderes vereinbart ist, so kann bei monatsweise gemietheten Wohnungen die Auskündigung in der ersten Hälfte und spätestens am 15. Tage des laufenden Monats zum 1. des folgenden Monats mangels einer entgegenstehenden Vereinbarung stattfinden. Auf Schlafstellenmiether findet diese Bestimmung entsprechende Anwendung. 3. G. 2000. Sie können nur auf Schadensersatz gegen das Mädchen, dies gegen die Herrschaft klagen. Th. N. Leider sind Sie zum Erfah verbunden; den Werth vom Lohn abziehen darf der Mann aber nicht. $. G. 500. 1., 2., 4. Mein. 3. Wegen rückständiger standes Lohnarrest eingelegt werden. Steuern fann nur in Höhe des ein Vierteljahr betragenden Rück DER ABAKINDUST Arbeiter! Genossen! Kauft nur Cigarren mit der Kontrollmarke der Tabakarbeiter. Nachfolgend verzeichnete Fabrikanten und Händler führen nur Gigarren mit der Kontroll- Schuhmarke der Tabakarbeiter. S.. * Wilhelm Börner, Ritterstr. 15. H. F. Dinslage, Rottbuserstr. 4. R. Fiebig, Böchstr. 21. Guft. Lochmann, Brandenburgstr. 82. Michaelis, Alexandrinenstr. 40. H. G. Schmidt, Gräfestr. 68. SO. Händler können nur veröffentlicht werden, wenn dieselben ausschließlich Waare mit Schuhmarke führen, jede andere Veröffentlichung beruht auf Täuſchung. 1. Baumgarten, Swinemünderstr. 48. Franz Döring, Ruppinerstr. 21. R. Gefelle, Ruppinerstr. 19. Gustav Hennig, Coloniestr. 147. Auguft Hirte, Swinemünderstr. 67. Hermann Hirte, Stettinerstr. 59. Emil Höhne, Ackerstr. 89. Löffler, Badstr. 42-43. B. Moritz, Bernauerstr. 18. A. Schröder, Bernauerstr. 15. Hermann Vogel, Demminerstr. 62. C. Walter, Hussitenstraße 35. Max Winkelmann, Ackerstr. 153. Georg Wolter, Ackerstr. 58. May Wolter, Usedomstr. 14. H. Zechert, Putbuserstr. 37. Carl Abert, Bücklerstr. 6. Behnke n. Kinkel, Schmidstr. 21. Carl Böhlert, Mariannenstr. 5. G. Fischer, Stalizerstr. 128. Theodor Goecke, Wrangelstr. 125. E. Gosda, Manteuffelstr. 8. A. Kunze, Forsterstr. 2. desgl. Grünauerstr. 34. Lobbes, Adalbertstr. 58. * Wilh. Mertens, Cuvrystr. 34. Theodor Stampehl, Mariannenstr. 26. SW. * Heinrich Schröder, Kreuzbergstr. 15. E. Schulze, Friesenstr. 23. 0. Lonis Anders, Krautstr. 16. August Dahuke, Koppenstr. 2. A. Gräff, Holzmarktstr. 42. August Heck, Gr. Frankfurterstr. 4. desgl. Weidenweg 96. Th. Hodde, Langestr. 108. * August Motes, Posenerstr. 11. A. Neumann, Markusstr. 8. Johann Schielig, Holzmarktstr. 63. Rich. Schulze, Friedrichsfelderstr. 21. Otto Unterberg, Koppenstr. 8-9. B. Unterlauff, Frankfurter Allee 117. Gustav Vogel, Koppenstr. 83. W. Wolf, Andreasstr. 60. P. Wotschke, Andreasstr. 3 und 63. C. * Robert Drescher, Linienstr. 50. 5. Mamlok, Barnimstr. 42, Carl Blauzwirn, Linienfir. 21. Oranienburger Vorstadt. Adolf Adelt, Reinickendorferstr. 64b. * Louis Dechand, Ruheplatstr. 24. Franz Frank, Röslinerstr. 2. Paul Franke, Eichendorffstr. 15. Wilhelm Göppuer, Fennstr. 1a. Jakob Götting, Lindowerstr. 9. Fr. Jordan, Reinickendorferstr. 37 a. Oskar Klose, Reinickendorferstr. 20. Paul Müller, Hochstr. 2a." Franz Noffte, Borsigstr. 28. Paul Pflug, Reinickendorferstr. 39. Wilh. Steinbach, Antonftr. 1. A. Ties, Invalidenstr. 124. Carl Werner, Gerichtstr. 25. Rosenthaler Vorstadt. Reinhold Anders, Streligerstr. 45. Carl Bajemaun, Prinzen- Allee 57. Schönhauser Vorstadt, Wilhelm Brall, Swinemünderstr. 4. C. Herm. Diet, Pappel- Allee 2. * Johann Hahn, Fehrbellinerstr. 3. Lorenz Heidemann, Danzigerstr.10. Rudolf Maguns, Weinbergsweg 10. 2. Malkowi, Kastanien- Allee 95.96. H. Mehnert, Diedenhofenerstr. 3. Gustav Pinner, Tresckowstr. 32. E. Seegebarth, Schönhauser Allee 138. NO. Hermann Bailoff, Pallisadenstr. 79. Beyer, Landsberger Allee 131. H. Kraft, Landsbergerstr. 112. Gebr. Lewy, Marienburgerstr. 37. Gustav Miras, Georgenkirchstr. 12. Jakob Neul, Höchstestr. 21, 2 Tr. Gustav Richter, Landsberger- Allee 145 NW. Paul Böning, Bremerstr. 56-57. Joh. Bösenberg, Beuffelstr. 64. * Robert Kern, Stromstr. 45. G. Reincke, Stromstr. 5. Rudolf Runge, Rostockerstr. 13. Staalau Rummelsburg. Jul. Malig, Dorfftr. 17, Theodor Nitter, Kantstr. 6. 3. Ulbrich, Schillerstr. 1. Friedrichsfelde- Lichtenberg. Wiesner, Prinzen Allee 24. Anton Kopp, Friedrich- Carlstr. 4. Rixdorf. Heinrich Barth, Berlinerstr. 136. Weissensee. Emil Apitsch, Langhansstr. 185. G. Schröder, Königs- Chaussee 45b. Reinickendorf, Burgus, Markstr. 5. F. Schellenberg, Scharrnweberfir. 107. Tempelhof. August Reisen, Berlinerstr. 44. Achtung! Müggelschlösschen. Achtung! Friedrichshagen. Friedrichshagen. Sonntag, den 17. Juni: Großes sozialdemokratisches Volks- Fest unter Mitwirkung des Arbeiter- Sängerbundes und der Arbeiter- Bildungsschule, sowie von Mitgliedern der Freien Volksbühne. Großes Doppel- Concert ausgeführt von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Civil Berufsmusiker. Massengesänge. E Volksbelustigungen, theatralische Aufführungen etc. etc. Zur Aufführung gelangt unter Anderem: Die Leichenfeier des Königs Mammon. Große humoristisch- satirische Darstellung. Leichenzug, Volksbelustigungen zur Feier des Begräbnisses im Theater, Museum, Panoptikum 2c. Großes Schauturnen des Turnvereins ,, Fichte". Mitgl. d. Brdb. Arb.-T.-B. Großes Wettrudern, veranstaltet vom Ruderklub Vorwärts", Belustigungen, Spiele zc. für Erwachsene und Kinder. Eierrennen, Blasenstechen, Dreibeinlaufen, Stangenflettern u. s. w. Bücher- und Bilder- Verloosung. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. Anfang des Konzerts Morgens S Uhr. Billets 25 Pf. inkl. zweimaliger Ueberfahrt. Fahrgelegenheit: Von allen Stationen der Stadt- und Ringbahn, Dampfer- Gesellschaft Stern" ( Abfahrt von Café Alfen, vor dem Schlesischen Thor, von früh 6 Uhr an halbstündlich. Kremser, Abfahrt vom Schlesischen Thor. Für ausreichende Hin und Rückfahrt ist Sorge getragen. Billets find in allen Zahlstellen der Freien Volksbühne" und Arbeiter- Bildungsschule, sowie in allen mit Plataten belegten Handlungen zu haben. Da teine Tageskaffe stattfindet, wird ge beten, die Billets vorher zu taufen; dieselben sind sichtbar zu tragen. 492/15 M. W. Walter 3eughofstraße Nr. 3. Offerire Ring freies Lagerbier. Butter nur Natur 216L* à Pfund 1 Mart bis 1 Mart 20 Bf. Bratenschmalz à Pfd. 50 Pf. Fetter Speck à Pfd. 63 Pf. Fein Zucker à Pfd. 25 Pf. Die Vertrauenspersonen. Spree- HavelDampfschifffahrts- Gesellsch. Stern'. Zu dem am Sonntag, den 17. Juni, im Friſche Eier von 45 Wf. an. Mest. Müggelschloß stattfindenden großen sozialBrennfpiritus Liter 25 P demokratischen Sommer- Fest fahren unsere Dampfer von früh 6 Uhr bis Mittags 11 Uhr nah Bedarf ab Café Alsen( Sadie's Wellenbad) vor dem Schlesischen Thor nach Müggelschloß. Mehl, 2 Pfd. 25 Pf. Pflaumen 2 Pfd. 35 Pf. Sämmtliche Kolonialwaaren billigst. Evora- Bräu in vorzügl. Qualität empfiehlt in Gebinden v. 20-100 Ltr. 30 Fl.= 3 M. Die Liste der die Kontroll- Schuhmarke führenden Fabrikanten Otto Linke, Lagerhof 3. wird von jetzt ab nur monatlich einmal an dieser Stelle veröffentlicht; wir bitten deshalb die rauchenden Genossen, sich dieses ausschneiden und aufhebn ezu wollen. Neumeldungen von Fabrikanten find persönlich bei Louis Dechand, Ruheplatstraße 24, sowie beim Unterzeichneten zu machen. Neue Marten sind ebenfalls dort, sowie auch an den mit bezeichneten Stellen der betr. Bezirke zu entnehmen. Die Kontroll- Kommission der Tabakarbeiter. J. A. Carl Butry, Stralsunderstr. 17, II. 330.9 Möbeltischlerei und Lager von A. Schulz, Tischlermeister, 5 ReichenbergerStrasse 5, gegründet 1878, empfiehlt sein enorm großes Lager in Mahagoni- u. Nußbaum- Möbel, sowie Polsterwaaren eig. Fabrik, zu billigen Preisen. Garantic für dauerh. Arbeit. Telephon Amt III Nr. 404. Weißbier! Für Fabriken und Werkstätten sowie für Wiederverkäufer liefere ich mein Versand- Weißbier in unübertrefflicher Güte zum Preise von 3 Mt. für 40 halbe oder 45 4/10 oder 25 8/10 oder 20 ganze Flaschen, frei in's Haus, in Flaschen mit PatentFernsprecher Amt Schöneberg No. 92. 8281 A. Seidler, Schöneberg, 214L* Sedankraße Nr. 73-75 und 82. Berliner Weissbier- Brauerei. verschluß, ohne Pfandberechnung. Brauerei Wilhelmshöhe E. Lehmann, Belforterstr. 4, Restaurant ,, Schüßenhaus", Birkenwerder a. d. Nordbahn. Bom 1. Juli 1894 übernehme ich in Berlin, Falkensteinstr. No. 41, am Schles. Thor 5709L* Restaurant mit Garten, 2 Regelbahnen, Vereinszimmer und Billard. 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Retourfahrscheine werden nicht ausgegeben. Die einfache Hin- oder Rückfahrt kostet 0,30 M. ( 2 Kinder ein Fahrschein). Die Direktion. An die Besucher des sozialdem. Volksfest im Müggelschloss! Parteigenossen! Hierdurch zur Nachricht, daß die Biergläser Eigenthum der einzelnen Büffetiers sind. Wir bitten Euch darum, uns vor Schaden bewahren zu helfen und empfehlen die Gläser Eurent Schutze. Müggelschloß, den 15. Juni 1884. 336b Die vereinigten Büffetiers. Arbeiter- Gesangverein„ ,, Nord". Sonnabend, den 14. Juli 1894: Große Dampfer- Partie mit Musik, verbunden mit darauffolgendem Sommernachts- Ball in dem größten Etablissement der Oberspree Schloßpark Wilhelminenhof vis- à- vis der Borussia Brauerei. Grosses Konzert, 729 ausgeführt von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker. Ball in 2 Sälen( Bal champêtre). Gesangs- Aufführungen, darunter das Banner- Lied" mit Orchester- Begleitung, unter Leitung ihres Dirigenten Herrn Friedrichs. 12 Uhr: Grosse Fackelpolonaise, Fackeln gratis, Brillant- Feuerwerk. Von 12 Uhr ab ist für die geehrten Damen die Kaffeeküche frei. Abfahrt Jannowitzbrücke Abends 8-9 Uhr. Preis der Hin und Rückfahrt 75 Pf., Kinder unter 14 Jahren frei. Billets müssen bis zum 7. Juli abgerechnet sein, um Alle bis dahin nicht» abgerechneten Billets werden als verkauft betrachtet. Kein Boykott- und kein Bingbier. Billets sind in allen mit Plakat belegten Stellen, sowie bei Raabe, Ruppiner- und Schönbolzerstraßen- Ecke, Hildebrandt, Bernauerstr. 88, Witzel, Elisabethkirchstr. 18, Augustin, Rastanien- Allee 11, Buchholz, Wörtherstraße 89 31Lund bei allen Mitgliedern zu haben. Etablissement ,, Süd- Ost" eine eberfüllung der Dampfer zu vermeiden. Waldemarkr. 75( C. Ulrich), empfiehlt seinen Saal und Vereinszimmer zu Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art. Sonnabende und Sonntage sind noch frei. Verantwortlicher Stedatteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthittaße 2.