Nr. 302. 34. Jahrg. Bezugspreis: Bierteljährl. 3,90 ML. monatl. 1,30 wöchentlich 80 Bfg. fret ins Haus, borauszahlbar Einzelne Wochentags nummern 6 Bfg Sonntagsnummer mit illustrierter Beilage Die Neue Belt" 10 Bfg. Bostbezug: Monatlich 1.30 M Unter Streuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2.50 Mt., für das übrige Ausland 4 ML monatlich Boftbestellungen nehmen an Dänemart, Holland, Luxemburg, Schweden u die Schweiz. Eingetragen in die Boft- Zeitungs- Breisliste Erscheint täglich. Telegramm Adresse: .Sozialdemokrat Berlin". Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Der Anzeigenpreis beträgt f. die fiebengespaltene Kolonel geile 60 fg Kleine Anzeigen", bas fettgedruckte Bort 20 Pfg.( au läffig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengefuche und Schlafftellenanzeigen das erste Wort 10 Pig., jedes weitere Wort 5 Pig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Leuerungszuschlag 20% Familien Anzeigen 50 fg., politische u. gewerkschaftliche Vereins. Anzeigen 40 Big die Zeile. Anzeigen für die nächste Rummer müssen bis 5 Uhr nachmitt. im Hauptgeschäft, Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, abs gegeben werden. Geöffnet von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends. B Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernivrecher: Am: Mortsblas, Nr. 151 90-151 97. Sonnabend, den 3. November 1917. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Ferniprecher: Amt Moritplas, Nr. 151 90- 51 97. Reichskanzler Graf Hertling. Der Deutsche Reichsanzeiger" vom Freitagabend gibt bekannt: Der neue Reichskanzler. sprünge unternimmt, die dort nicht genehmt sind. Graf Hertlings Kanglerschaft bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als die krasse Seine Majestät der Kaiser und König haben Dr. Georg Graf v. Hertling ist am 31. August 1843 zu Darm- Durchführung des Parlamentskabinetts im Reiche und in Preußen. Allergnädigst geruht: stadt geboren, steht also im 75. Lebensjahre. Er studierte in den dem Reichskanzler, Präsidenten des Staatsministeriums sechziger Jahren in Münster, München und Berlin Philosophie, bative Parteipreffe zu dem neuen Mann. Sie fennt Wesentlich vorsichtiger stellt sich dagegen die konfer und Minister der auswärtigen Angelegenheiten Dr. wurde 1867 Dozent der Philosophie in Bonn, 1880 außerordent- die tonservative Grundanschauung Hertlings und will es Michaelis die nach gesuchte Entlassung ans licher und 1882 Professor in München. 1876 begründete er die seinen Aemtern unter Verleihung der Kette zum Groß- tatholische Görresgesellschaft zur Pflege der Wissenschaft, deren offenbar nicht von Anfang an mit ihm verderben. In der Kreuz des Roten Adlerordens zu erteilen und Leitung er übernahm. Er ist der Verfasser zahlreicher philofophischer neuen Reichskanzler von der Friedensresolution des Reichs" Deutschen Tageszeitung" müht sich Graf Reventlow, den den Königlich bayerischen Staatsminister Dr. Grafen Schriften über Aristoteles, Rode u. a. Seit 1907 ist er Mitglied neuen Reichskanzler von der Friedensresolution des Reichstages abzubringen: vou Hertling zum Reichstanzler, Präsider Akademie der Wissenschaften in München. denten des Staatsministeriums und Minister der auswärtigen Angelegenheiten zu ernennen. Das faiserliche Abschiedsschreiben an Dr. Michaelis ist in den üblichen Formen gehalten. Der Kaiser hat sich dem Gewicht der Gründe des Rücktrittsgesuches nicht entziehen Die geleisteten„ ersprießlichen Dienste" werden mit einer Drdensauszeichnung belohnt. Es wird die Hoffnung ausgesprochen, daß der scheidende Kangler feine Kraft dem Lande weiter zur Verfügung halten werde. Ferner wird ein Telegrammwechsel zwischen dem Kaiser und dem König von Bayern sowie zwischen diesem und dem Grafen Hertling bekanntgegeben. Der Zweck dieses Telegrammwechsels ist, die Freigabe des bisherigen bayerischen Ministerpräsidenten für den Reichsdienst zu erwirfen. Der König von Bayern erklärt sich zu ihr unter Ausdrücken des Bedauerns über die Trennung bereit. Ueber die weiteren Ernennungen im Reich und in Dem Reichstag gehörte er von 1375 bis 1312 mit geringen Unterbrechungen an. In den letzten Regislaturper oden ipar er Vertreter des Kreiſes Münster- Kösfeld. Er entwidelte sich im Reichstag zu einem Führer der Zentrumsfraktion, der namentlich Reden eingriff. Seine Reden zeichneten sich durch staatsmä miſce in die Debatten über die auswärtige Politit mit großen abgewogenheit aus und entbehrten des nationalistischen Zugs. wils feine Entlassung, und wenige Tage darauf wurde der daAm 5. Februar 1912 nahm das bayerische Ministerium Podemalige Freiherr v. Hertling, der bereits dem bayerischen Reichsrat angehörte, zum Ministerpräsidenten ernannt. Später führte er die Erhebung des Prinzregenten Ludwig zum König durch, und wurde dafür in den Grafenstand erhoben. Als Ministerpräsident sollte Graf Hertling nicht Parteiminifier sein, obwohl das Zentrum im Landtag die Mehrheit befitt, feine Objektivität den Parteien gegenüber ist jedoch nicht immer unbestritten geblieben. Preußen verlautet noch nichts. Graf Hertling hat sich in Alldeutsche Kriegserklärung gegen Hertling. dieser Beziehung vom Kaiser Freiheit erbeten. Auch barin zeigt sich eine bedeutsame Aenderung des Systems. Es ist nicht mehr möglich, daß dem leitenden Staatsmann in folge von höfischen Einflüssen Mitarbeiter beigesellt werden, die nicht nach seinem Herzen sind. In früheren Zeiten soll es vorgekommen sein, daß ein Reichstanzler beim MorgenKaffee in der Zeitung las, wer für diejes oder jenes hohe Amt ausersehen sei. Dergleichen fann in Zukunft nicht mehr vorkommen. Graf Hertling wird seine Regierung unter dem Gesichtspunkt ergänzen, daß die Mehrheit im Reichstag gefertigt und die Wahlreform in Preußen gesichert wird. Dazu wird die Buziehung fortschrittlicher Abgeordneter unerläßlich sein. Sonst entstünde der Eindruck, daß die neue Regierung auf Grund einer Machtverteilung zwischen Zentrum und Nationalliberalen gebildet sei. Bei dem jetzigen Stand der Dinge sind folgende Parlamentarier Minister bezw. Staatssekretäre und Unterstaatssekretäre: Graf Hertling ( 3.), Spahn( 3.), v. Krause( l.) und Schiffer( N.). Ihnen wird sich so gut wie gewiß Friedberg( 1) als Stellvertreter des Ministerpräsidenten zugesellen. Auf die Unterstützung von 133 Abgeordneten links der Nationalliberalen wird gerechnet, aber weder ein Fortschrittler noch ein Sozialdemokrat gehört der Regierung an. Die Sozialdemofratie hat, wie bekannt, verzichtet, während die Volkspartei zum Eintritt in die Regierung bereit ist. Diese Partei, die zwischen der Mitte und den Sozialdemokraten innerhalb der Mehrheit das verbindende Glied darstellt, kann also aus der Regierung nicht ausgeschaltet bleiben, wenn deren Stellung nicht von vornherein auf unificherem Grunde ruhen soll. Herr b. Payer ist zur Uebernahmie der Stelle eines Kanzlerstellvertreters bereit, der Einwand, daß er als Süddeutscher neben dem Süddeutschen Hertling nicht möglich sei ist hinfällig. Ganz besonders zu wünschen ist auch die Ent sendung eines Fortschrittlers, der auch den Sozialdemokraten als entschiedener Anhänger des gleichen Wahlrechts bekannt ist, in das preußische Ministerium. Das Echo der alldeutschen Presse zur Ernennung des Grafen Hertling ist eine unverhohlene Striegserklärung. Die Adeutschen haben noch vor furzer Zeit der Reichstagsmehrbeit vorgeworfen, sie bekämpfe Herrn Dr. Michaelis nur, weil er ohne ihre Mitwirkung ins Aunt getreten sei. Jeßt erklären dieselben Blätter ganz offen, daß fie den neuen Reichskanzler in jeder Weise befehden werden, weil er sich vor seinem Amtsantritt mit der Barlamentsmehrheit geeinigt habe. Namentlich die von den Aldeutschen geistig und finanziell völlig abhängende Presse leistet darin ihr Aeußerstes. Die Berliner Neuesten Nachrichten" schrieben am Freitagmorgen: " Solange der Vorhang noch vor allen Ereignissen hängt, fiebt fich die Kritit genötigt, zu schweigen. Wir haben aber feinen Zweifel darüber gelaffen, daß uns schon die ganze Art und Weiie des Zustandekommens der Kanzlerschaft des Grafen Hertling mit größter Sorge erfüllt. Selbst die größte Vertrauens fundgebung dieses Reichstags würde unier Mißtrauen, unfere Sorgen und schweren Bedenken nicht zerstreuen. In seiner Abendausgabe, nachdem die Ernennung Hertlings feststand, schrieb das Blatt: Außer schitveren Sorgen um die Zukunft des Reiches erfüllt uns tiefes Bedauern darüber, daß sich in der Umgebung des Kaisers niemand gefunden hat, der feinen ganzen Einfluß auf geboten hätte, um zu verhindern, daß die Krise durch die Ernennung des Grafen Hertling und um den Preis der Parlamenta risierung der Reichsregierung, mit den Preis der Anerkennung der Abhängigkeit von Krone und Regierung von einer Reichstagsmehrheit gelöst wurde. Noch wütender gebärdet sich die Deutsche Zeitung": Graf Hertling hat sich in früheren Kanzlerfrisen als getreuer Verbündeter auch des Herrn von Bethmann Hollweg erwiesen.... Graf Hertling ist Mitschuldiger des gescheiterten Bethmann hollweg. Wir tönnen es uns, von allent anderen abgesehen, nicht denken, daß ein Mann, der in der Vergangenheit so wenig bon echter deutscher staatsmännischer Auffassung gezeigt hat, dem jede wahre deutsche Größe febIt, in so gewaltiger Zeit und unter so schweren Umständen ein glüdberheißender Nachfolger des Herrn Dr. Michaelis werden könnte, der vom ersten Tage feiner Stanzlerfdjaft eine tragische Gestalt gewesen ist. Die Kanzlerschaft des Grafen Hertling beweist die Gedankenarmut und den Mangel klaren Blicks der obersten Bureaukratie und ihr Eingeständnis, daß sie, diese ge= icheiterte Bureautratie, feinen geeigneten Mann aufzuweisen hat. Die Krise, die mit der Ernennung des Grafen Hertling abgeschlossen ist, war darum besonders schwer, weil es sich bei ihr nicht nur um einen Personenwechsel, sondern um den Uebergang zu einem neuen System handelte. Sie ist in Anbetracht aller Verhältnisse überraschend schnell und leicht gelöst worden. Ihr Verlauf, der weder die Schlagkraft nach außen noch die Ruhe im Innern gestört Das allbeutiche Eingeständnis vom Scheitern des bureauhat, bestätigt unsere alte Auffassung, daß fein Volt zu demo- tratischen Systems wird man fich merken müssen. Auch der fratischem Fortschritt reifer und befähigter ist als das deutsche zum Aldeutschtum geschwenkte parteilose Lokal- Anzeiger" flagt: Volt. Darin soll für die Regierung und alle beteiligten Fattoren eine Ermutigung liegen, auf dem betretenen Wege fortzuschreiten. Gefährdet werden kann die Ruhe der notwendigen Entwicklung nur durch den Widerstand, den rücksichtsloser Egoismus und fanatische Einsichtslosigkeit ihr entgegenstellen. Aber ein flarer und fester Wille verflüchtigt diesen Widerstand bis zu unschädlichem Protest. Auch dies ist eine wertvolle fein Erfahrung der letzten Tage, deren folgerichtige Anwendung dünn gegangen ist, stellt wehmütig fest: auf die Politik der neuen Regierung dem Volfe nur zum Nugen gereichen kann. Bon. dem Grade, in dem die Regierung in ihrer inneren und äußeren Politit fich diese Erfahrung zunuge macht, wird die Stellung der sozialdemokratischen Partei zu ihr abhängen. Sie( die Kanglerernennung) hat der Welt ein Schauspiel geboten, wie es bisher in Deutschland zu den Unmöglichfeiten gerechnet wurde. Zum erstenmal in unserer innerpolitischen Geschichte ist ein Kanzlerwechsel durch die Initiative der Volksvertretung herbeigeführt worden. " Auch der Deutsche Kurier", der zwar nationalliberal zu behauptet, aber stets mit den Aldeutschen durch dick und Graf Hertling empfängt sein neues Amt tatsächlich aus den Händen des Parlaments, nicht aus denen der Krone. Empfängt es unter Bedingungen und Einschränkungen, die ihn böllig abhängig machen von der Parlaments mehrheit, die thm jedes eigene Recht der Entscheidung nehmen und über ihn eine Art von Parlamentsaufsicht etablteren wird, die feine Schritte beaufsichtigt und lenkt und aufzupassen hat, daß er nicht Seitens Wir enthalten uns vorläufig eines weiteren Gingehens auf die Politik, welche nunmehr Graf Hertling und unter ihm herr von Kühlmann im Hinblick auf den Friedensschluß und damit die Zukunft des Deutschen Reiches treiben werden, und wollen nur hervorheben, daß das keine Sache der Partei, sondern des Ganzen ist, und daß wir uns bis auf weiteres nicht denken wollen, dag ein Mann vom Gesichtskreise und der Erfahrung des Grafen Hertling seine in dieser Richtung liegende ungeheure Verantwortung auf eine solche Mehrheit der Reichstagsfraktio= nen zu übertragen glauben tönnte, deren Leitmotive in der Hauptsache innerpolitischer Natur sind, und deren Urteilsfähigkeit und Kenntnisse auf dem Gebiete der auswärtigen Politik Graf Sertling sicherlich in ihrer ganzen Unzulänglich feit einzuschähen in der Lage ist. Die Kreuzzeitung" sezt ihr hier schon gekennzeichnetes Rabattſparmarkensystem auf den Parlamentarismus in belustigender Weise fort. Sie beklagt sich nicht über die Einführung des parlamentarischen Systems in Deutschland, sondern beschwert sich, daß man gegenüber dem preußischen Drei laffenparlament nicht parlamentarisch genug berfahren sei: Das aber muß doch gesagt werden, daß es in preußischen Abgeordnetenkreisen Be fremden hervorgerufen hat, daß Graf Hertling, wenn er es einmal für nötig hielt, vor Uebernahme des Ranzleramtes mit den Reichstagsabgeordneten engste Fühlung zu nehmen, sich über die Ansichten und Stimmungen der preußischen Volksvertreter glatt hinwegsehen zu können glaubte, als die Uebernahme des preußischen Ministerpräsidiums an ihn herantrat. Mit dieser Auffassung stimmt auch eine Meldung des Rotal- Anzeigers" überein. Dieser teilt mit, daß die preußischen Parteiführer von Herrn von Breitenbach zu einer Rücksprache über die Lage empfangen wor den seien. Von konservativer Seite habe man aber fein Sehl daraus gemacht, daß man nur geringen Wert darauf legen könne, nach getroffener Entscheidung gehört zu werden. Die preußischen Konservativen verlangen also ausdrücklich, vor der Ernennung des Ministerpräsidenten gehört zu werden! Dort, wo sie die Macht haben, ist das parlamentarische System den Herren durchaus nicht unsympathisch. Die Blätter der Mehrheit heben nachdrücklich hervor, daß Graf Hertling nach vorheriger Verständigung mit der Reichstagsmehrheit ins Amt getreten ist. Das Berliner Zentrumsblatt, die Germania", widmet ihm eine besonders warm gehaltene Begrüßung: " Graf Hertling hat uns in den Jahrzehnten, in denen er ein Führer unserer Partei war, nahe gestanden, wir kennen und schäßen die große Bedeutung dieses Mannes und bringen ihm daher auch jetzt, wo er die Leitung der Reichsgeschäfte übernimmt, uneingeschränktes Vertrauen entgegen; wir tun dies nicht in der Freude darüber, daß ein überzeugter An= hänger der Zentrumspartei an die Spitze des Reiches tritt, sondern weil wir wissen, daß mit dem Grafen Hertling ein tüchtiger Staatsmann und ein befähig= ter Diplomat vom Kaiser mit diesem verantwortungsvollen Amte betraut worden ist. Achtung vor dem neuen Reichskanzler besteht auf allen Seifen und bei allen Parteien, und man darf auch wohl sagen, daß ihm in Feindesland die gebührende Achtung nicht versagt werden wird. Graf Hertling übernimmt die politische Leitung des Reiches, nachdem er sich mit den Parteien gründlich ins Ginvernehmen gesezt und sich die Gewißheit geholt hat, daß er mit diesen Parteien ersprießliche Arbeit nach innen und außen zu leisten vermag. Die liberale Presse ist zurückhaltender und beschränkt sich darauf, das Neue bei der Ernennung Herflings zu unterstreichen. In der„ Bossischen Zeitung" schreibt Georg Bernhard: Er( Graf Hertling) ist allerdings kein Anhänger des Parlamentarismus. Und er hat sich auch geweigert, die formale Voraussetzung für die Einführung eines gefeßmäßigen parlamentarischen Zustandes im Reich durch die Beseitigung des neunten Berfassungsartikels zu schaffen, der die gleichzeitige Zugehörigteit zu Reichstag und Bundesrat verbietet. Aber die Schranke, die durch diesen Verfassungsparagraphen de jure gezogen ist, hat er fattisch doch durch sein ganzes Verhalten erheblich durchlöchert. Wir sind durch ihn dem Ziele der Parlamentarisierung erheblich näher gekommen. Wenn man fich einmal die Vorgänge vor, Augen ruft, die sich beim Abgang Bethmann Hollwegs abgespielt haben, bei dem schließlich dunkle Mächte Herrn Dr. Michaelis zur höchsten Würde trugen, so kann man gar nicht den außerordentlichen Fortschritt verkennen, den die politische Entwidlung Deutschlands in jener kurzen Zeitspanne gemacht hat. Das„berliner Toge5?att" schreibt: KriftS ist gclbst. Wir wünschen uns Hussen, daß die Vierti Hsrtlina in ruhiger, stetiger, grndliniger Entwicklung durch die NriegK«» dauern wird, und das wir» möglich sei»), wen» Wrvif Heruiilg sich auf die R e i ch s t a g v m e h r h e i t. die ihm ihre» Beistand nichl verweigern will, in klarer Erkenntnis der notwendigen Borbedingtingen stützt. Dasselbe Blatt begrüßt es, daß mit den Herren Michaelis und Helfferich auch der Dirigent des neueingerichtetcn Presse- diensteS der Reichskanzlei, Herr v. Braun, aus dein Amte scheidet, dessen pomphaft angekündigter Pressedienst voll- ständig persagt habe. Mit dem aus dem Amte scheidenden Dr. M ich a e l i s be- faßt- sich aussührlicher nur ein Blatt. Die„Tägliche Rund- schau", deren Auserkorener einst Dr. Michaelis aeweseu war, konstatiert in wehmütigem Taue,— der giftige Angriffe auf , die Welt der'böchsten Un'ochlichkeit, der düngen, Empfindelei en, Ehrgeize und Strebercien, der Par- teiinteressen und Klüngrlwirtschoft"(gemeint ist der Reichs- tag) nicht ausschließt—, daß dasErperimentMichae» I i S m i ß! u n g e n ist. ».—»» Generalfeldmarschall v. Hindenburg ist Freitag früh in Berlin angekommen. ES ist jedoch nicht anzunehmen, daß leine Ankunft mit den politischen Ereignissen zusammen- hängt. Der Wechsel im baperifthen Ministerrat. Wie die Korrespoudenz Hoffmann meldet, hat der König von Bcnjcrn bis zi.r Wiederbeietzung des freigewordenen Amte« de» StaatsminifterS des königlichen HmsteS und deZ Aeußern den Staats» minister von Thelemann mÄ dem Vorsitz im Ministerrat und Siaat-Zrat von. Loetzl mit der ftührung der Geschäfte des königlichen Hauses und deS Aeußern betraut. DieWtzöerlage am Tagliamento. Berlin. L.«ovember.!. sowie militärische Ziele hinter der flandrischen Front an uud verursachte» zahlreiche Explosionen und Bründc. Alle unsere Flugzeug« sind zurückgekehrt. auf ihren Wogen Höhenstellungen wie jene deS Monte Natajur mit 1841 Meter, unter Widrigkeit der Witterung zu überwinden. Ganz enorme Anfovderungen wurden dabei an die nie erlahmende Lei- stungsfähigkeit aller Truppen, an die vorausdeukende Fürsorge aller Kommandanten schon mit Rücksicht auf die Schwierigkeiten deS Nachschubs gestellt. Deren restlose Erfüllung hat die Erreichung der bisher erzielten im Weltkriege fast beispiellosen Erfolge er- möglicht. Grado wurde gestern früh durch«in Landungsdetachement der Weirine und von Triester Jungschützcn besetzt. Die gelandeten Truppen wurden von der Bevölkerung mit Jubel und Glocken- geläut empfangen. • Italienischer Heeresbericht vom 1. November. Unsere Truppen sind dem Plan deS Gegners durch die Schnelligkeit eines unverzüglich entscheidenden und da» Vordringen des Feindes dank der tapferen Haltung der Sicherungsabteilungen verzögern- den Manövers auSkicrvichen. Sie führten trotz der außerordentlich schwierigen strategischen und taktischen Verhältnisse ihren Rückzug zum Tagliamento aus. Die fast vollständige dritte Arince, die ein großartiges Beispiel von Zusammenhalt und Kraft gab. die erste und die zweite Kavalleriedivision. besonders die Regimenter Genova und Novara, die sich heldenmütig aufopferten, und die unermüdlich sich der Gefähr aussetzenden Flieger verdienen besonders die Be» wunderung und die Dankbarkeit des Vaterlandes. In der vergangenen Nacht haben feindliche Flugzeuge in nutz- loser Befriedigung grausamer Bosheit unverteidigt« Städte, weit von den Etappenlinien entfernt, mit Bomben beworfen und einige Opfer unter der bürgerlichen Bevölkerung verursacht. General Cadorna. 1- Wird die Entente helfen? Bon der furchtbaren Schwächung der italienischen Heereskraft am Tagliamento wußte der„Petit Parisien" vermutlich noch nichts, als er nach einer Pariser Meldung vom Donnerstag schrieb, die italienische Armee weiche nicht unter dem unmittelbaren Druck der Deutschen und Oesterreicher zurück, sondern setz« in vollkommener Ordnung den strategischen Rückzug auf neue Stellungen fort, wo sie Widerstand leisten und zum Gegenangriff werde schreiten können. Bis dahin, so schrieb daS Pariser Blatt, würden Frankreich und England herbeigeeilt sein, deren erste Abtei- lungenbereitSjenseitSderAlpen ständen. Diese Mit- teilung sollte offenbar den Eindruck erwecken, als rückten nun ganze Heeressäulen der WestmSchte in die Poebene hinüber. Solcher Hoffnung wird schwerlich dienen, was in der.Times" zu lesen steht. Der militärische Mitarbeiter dieses Blattes schreibt: „Wir können daraus rechnen, daß die italienisch« Armee sich auf der«inen oder anderen Verteidigungslinie halten können wird. Die Lage bat die lichte Seite: Es kommt jetzt die Zeit, wo die Kriegstätigkeit in Frankreich, Flandern und den Alpen gewöhnlich erlischt. Aber in der italienischen Ebene hindert nichts daran, den ganzen Winter durch zu kämpfen, und das ist ein Vorteil für die Partei, die über die größten militärischen Hilfsmittel zu einem Vernichtungskriege verfügt. Man darf aber nicht denken, daß wir die Absicht haben, unseren FeldzugSplan im Westen aufzugeben. Der italir- nische Abschnitt der Westfront darf immer erst an zweiter Stelle kommen." Dies Wort der„Times" wird hart auf die Hoffnungen der italienischen Imperialisten drücken. Denn immer wieder haben diese seit Jähr und Tag— seit dem Menetekel des rumänischen Zusammenbruches— der Entente die oberste Wichtigkeit der ober- italienischen Kriegsfront einzureden versucht. Der Militärfach- mann der„Times" zeigt aber keine Lust, auf eine solche Auffassung einzugehen. Ein schlimmes Symptom! Denn als Sachverständiger eines hervorragendsten Jmperialistenblattes ist dieser Kriegskritikcr nicht irgend ein Dutzendschreiber, wenn er auch nicht geradezu den Willen der Entente verkündet. Der Kampf gegen Sas Sowjetprogramm. Augriff Miljukows im Vorparlament. Petersburg, 1. November.(Petersburger Telegraphen» Agentur.) Im Vorparlament eröffnete M t l j u k 0 w inmitten einer unruhigen Versammlung die Ausspräche über die Erklärungen de? MmsterZ des ÄuSwärtigru Tcrestschenko Er erklärte, der Meinung des Ministers beizutreten, daß die äußere Politik und die Landesverteidigung in engem Zu- samnienhang miteinander stünden, sodaß man, um beide zum Gelingen zu führen, die Mannszucht im Heere wieder her- stellen, die Zerrüttung im Lande beseitige» und eine Sie- gierungSgewalt schaffen müsse, die nicht nur zu Aufrufen, sondern auch zu Taten sähig sei. Zu den Instruktionen deS Arbeiter- und Soldatenrates für seinen Vertreter im Auslände meinte er, daß dieses Schriftstück die Leitsätze deS Stockholmer M a n i f e st e s wiederhole, aoer utopisch übertrieben und zum Vorteil der Interessen Deutschlands.(Heftiger Lärm.) Milju- low fuhr fort: Nur Träumer können glauben, daß der Weg zum Frieden nicht über den Swg, sondern über die Erhebung der A r b e i t e r m a s i e n und die absichtliche Zerrüttung in der Armee gehe. Es ist bedauerlich, daß dieie Annahme die politische Schwärmerei im Ausland und in Rußland beherrsch«,:va« einen schreienden Widerspruch zwischen diesem Losungswort und de» Forderungen de« Ledeos darstellt. Daher sind dl« russischen Diplomaten, wenn sie diesem Widerspruch aus dem Wege gehen wollen, häufig gezwungen, zu heuckeln. wie die« bei den Skobeleiv gegebenen Anweisungen der Fall ist. Bon dem Augenblick der Veröffentlichung diese« Schriftstückes ab wurde es klar, daß sich der Vertreter der russischen Demolrati« auf der Pariser Konferenz mit dem Leiter der offiziellen rtissischen auswärtigen Polrtik in Widerspruch befinden wird. E«>st daher nicht zu verwundern, wenn die Alliierten nicht versieben, warum Stobelew sich zu ihnen begibt. Ein wichtiger Teil der Anweisungen ist von a n t i- russischem Geiste erfüllt, besonders derjenige über dw frei« Entwicklung der Völker, der soweit geht, sie politisch von Rußland abzutrennen. Miljukow erklärte ferner: Die elsäsisch-loth- ring isch« und die b e l g i s ch e Frage erhalten in den Anweisungen deutsch-srcundliche und die serbische eine österreichische Lösung. Ich frage Sie, wie der Vertreter der russischen Demokratie in dieser Konferenz neben dem Vertreter der Regierung sitzen kann, ohne die Würde Rußlands zu beleioigen? Miljukow äußerte ferner die Ansicht, daß der Plan der Demokratie die Meerengen z u nelltralisieren. Rußland zwingen werde, eine stärkere Motte zu besitzen wie augenblicklich und eine sehr teure Verteidigung an der ganzen Küste des Schwarzen Meeres einzurichten. Daher würden die Interessen Rußlands nur dann gesichert sein, wenn es die militärische Kontrolle über die Meerengen hätte. Miljukow hat also nichts eingebüßt von den Anschauun- gen, die endlich im Juli dafür sorgten, daß seine Ministerschaft von den Volksmassen gerichtet zusammenbrach. Die Rede des Kadettenführers wirkt wie eine überlegte Provokation der in den Sowjets organisierten Demokratie. Rußland ist in fieberhafter Erregung und Miljukow gießt Oel ins Feuer. Diese Taktik aber.ist nicht neu. Sie hat im Verlauf der Revo- lution schon bisher eine Rolle gespielt. New Jork, 2. November.(Reutermeldung.) K e r e n s 1 i soll dem Petersburger Vertreter der„Associated Preß" erklärt haben. Ruhland sei erschäpst. Es sei sein Recht, von seinen Verbün- beten zu sorhern, daß s i e fortan die L a st des Krieges trügen. plechanow unS öer$neöe« Den Kongreß der französischen Sozialistenpartei in Bor- deaux hat Plechanow seinerzeit antelegravhiert, um ihn da- vor zu warnen,„die Schmach zu begehen", etwa zu be- schließen, nach Stockholm gehen zu wollen. Das bezeichnen: die gesamte russische sozialistische Presse als Skandal, �etzr tut sich Plechanow wieder hervor. Er äußert sich zu dem Punkt m dem Programm des gegenwärtigen russischen Koalitionsministeriums. der nach ausreichenden Beteuerungen der Bundestreue an die Adresse der Alliierten vom Frieden spricht und die Mitwirkung zur Revision der Kriegsziele in Aussicht stellt. Plechanow beschuldigt die Industriellen, die der Koalition und diesem Friedenspunkt zugestimmt haben, eines schweren Verbrechens, er sagt wörtlich:„Es niuß gleich gesagt werden, ohne sich selbst und andere täuschen zu wollen, daß unser? Handels- und Jndustriellenklasse an den Frieden zu denken beginnt." Das nennt Plechanow„eine Annäherung der Industriellen an das Nr. 302 34. Jahrgang Groß- Berlin Beilage des Vorwärts Die„ Lebenmittelstelle Groß- Berlin". 3weds einheitlicher Durchführung der Nährmittelverteilung in Groß- Berlin besteht der Plan, eine Lebensmittelstelle Grog- Berlin" zu gründen, der die Regelung des Verkehrs und Verbrauchs von Nährmitteln auf der Grundlage einer einheitlichen Lebensmittel farte, die Versorgung der Massenspeisungen und der Rüstungsindustrie übertragen wird und die auch die Geschäfte der Brotfartengemeinichaft Groß- Betlin übernimmt. Die Lebensmittelstelle ift als ein kommunales Organ gedacht, dessen Geschäfte durch einen Der Sonnabend, 3. November 1917 Lichtenberg. Ein Wald für die Brennholzversorgung. Nowawcs. Lebensmittel. Auf Kartenabschnitt 22 der Lebensstädtische Nahrungsmittelausschuß hat zur Brennholzversorgung der mittelkarte findet die Ausgabe von Haferfloden statt. Der dortigen Bevölkerung bechlossen. 50 000 Raummeter Brennholz an- Abschnitt muß bis Montag bei dem Kleinhändler abgegeben werden, zukaufen. Ferner wurde beschlossen, einen der Stadt Lichtenberg von dem die Ware entnommen werden soll. angebotenen Waldbestand von 180 000 Morgen zum Preise von 150 000. anzukaufen. Da etwa 8000-10 000 Raummeter daraus gewonnen werden können, wird das Angebot für besonders günstig gehalten, aus Vertretern der ſechs Städte Groß- Berlins und der beiden 10 Gebote für Feldpost- Abonnenten! Landkreise gebildeten Ausichuß verwaltet werden. Der Lichtens berger städtische Nahrungsmittelausschuß hat sich bereits mit diesem Plan beschäftigt und ist dabei zu folgendem Ergebnis gekommen: Wenn auch die Einheitlichkeit bei der Verteilung der Nährmittel und vor allem in der Beriorgung der Masienspeisung und Rüstungsindustrie in Groß- Berlin an sich vom Nahrungsmittelausschuß begrüßt werden würde, so glaubt der Ausschuß andererseits die Be= fürchtung hegen zu müssen, daß der Fortfall der besonderen, auf die Lichtenberger Verhältnisse zugeschnittenen Lebensmittelfarten zu Nachteilen bei der Abgabe der in den eigenen städtischen gleich: verkaufsstellen und Fischballen gebandelten Waren und der sonst freihändig von der Stadt angekauften Lebensmittel führen würde. Im Falle der Einführung einer einheitlichen Lebensmittellarte müßte jamen Groß- Berliner Abſchnitten noch besondere, für die örtlichen daber vor allem gefordert werden, daß die Karte neben den gemeinSwede geeignete Abschnitte erhält. Der Lichtenberger Ausschuß hat daher zunächst feire Zustimmung zur Beteiligung an einer Lebensmittelstelle Groß- Berlin nicht gegeben. Keine Brotstreckung durch frische Kartoffeln. Bon Anfang November ab ist bekanntlich die tägliche Mehl Topfportion von den Reichsbehörden auf 200 Gramm herabgelegt worden. Als Erias ist den Kommunalverbänden eine entprechende Menge Kartoffeln zur Verfügung gestellt worden mit dem Anheimgeben, sie entweder zur Streckung des Brotes zu verwenden oder fie dem Verbrauch als Eriazkartoffeln zuzuführen. Da die Brotkartengemeinschaft Groß- Brrlin die Brotmenge von 1950 Gramm aufrechterhalten will, so hat der Ausschuß sich zur Verwendung der ersatzweise zur Verfügung gestellten Kartoffeln für die Brotstreckung entschieden. Weil sich jedoch frische Kartoffeln mit dem gegenwärtig von der Reichsstelle überwiesenen hochprozentig ausgemahlenem Mehl nicht gut verbacken Lassen, so werden die Startoffeln zunächst zu Kartoffelmehl verarbeitet und dieses dann berbacken, so daß eine einwandfreie Beschaffenheit des Brotes ermöglicht wird. Die Brotstredung mit frischen Kartoffeln ist untersagt. Der Brotpreis beträgt, wie bereits bekanntgeben, vom 5. November d. J. ab für ein Schwarzbrot im Gewichte von 1950 Gramm 88 Pf., für ein Weißbrot 95 Pf. Krankenbrot erhält keinen Stredungszusaz; sein Preis bleibt daher auch mit 96 Pf. unverändert. Ein neues Merkblatt über den Postverkehr mit den Kriegsund bürgerlichen Gefangenen im Auslande ist aufgestellt worden. Es hängt in den Schaltervorräumen der Postanstalten aus und wird auf Wunsch von der Geheimen Kanzlei des Reichs- Postamis fostenlos zugesandt. Der Postverkehr der bürgerlichen Bevölkerung in Deutschland mit feindlichen Kriegsgefangenen in DesterreichUngarn, Bulgarien und der Türkei ist verboten. Ausnahmen für Einzelfälle können von den stellvertretenden Generalfomman dos bewilligt werden. Die Pferdeomnibusfinie 10( Kreuzberg- Stettiner Bahnhof) wird am heutigen Abend bis auf weiteres eingestellt. Der Sportpark Treptow veranstaltet am Sonntag seine Meisterschaft der Schrittmacher". Die Schrittmacher Krüger, Bajorath und. Käser und die Fahrer Bauer, Pawfe und Krupkat werden am Start erscheinen. Die Rennen beginnen um 22 Uhr. schnell Vorsicht bei der Benutzung von Kriegsgas"! Das gegenwärtig den Berlinern gelieferte Gas hat einen weniger strengen Geruch als das, welches früher zur Verwendung gelangte. Daher wird das unbeabsichtigte Ausströmen nicht so idinell wahrgenommen und es fönnen noch leichter als vordem Unglücksfälle entstehen. Ein solcher wird uns aus. der Liegniger Straße 25 gemeldet, wo am Donnerstagabend ein Ehepaar in seiner Küche besinnungslos auf gefunden wurde und erst durch energische Behandlung mit dem Sauerstoffapparat gerettet werden konnte. Es stellte sich heraus, daß die Gaslampe brannte, am Gaskocher aber der Hahn offen stand. Von dem Gasgeruch hatte weder das Ehepaar, noch die Tochter, als sie beim Nachhausekommen die Eltern vorfand, etwas bemerkt. Neukölln. Abgabe von Briketts. Am Oberhafen Zugang durch die Lahnstraße werden von heute ab durch den Magistrat Braunkohlenbriketts vom Kahn aus zum Verkauf gebracht. Berechtigt zum Kauf sind nur solche Einwohner, welche bisher nicht in der Lage waren, auf das Mittelstück der Reichsfleischkarte vom 9. Juli bezw. auf den Bezugichein für die Selbstversorger oder auf den Abschnitt ŏ der Kaffee- Ersaßfarte Briketts zu erhalten. Der Preis beträgt für 55 Stüd 1.05 M., für 110 Stüd 2,10 M. Der Kaufpreis ist im Rathause, Zimmer Nr. 250, zu entrichten, bierbei sind die entsprechenden Karten abzuliefern und die Neuköllner Haushaltungsfarte als Ausweis vorzulegen. Für die Bezahlung ist abgezähltes Geld erforderlich. Um einen geregelten Verkauf zu gewährleisten, werden Voranmeldungen entgegengenommen für Einwohner mit den Anfangsbuchstaben: A- F heute, G- M am Montag, N- S am Dienstag, T- Z am Mittwoch, im Rathaus, Bimmer 250, in der Zeit von 9-12 Uhr vormittags. Die Briketts fönnen von 8 bis 4 Uhr abgeholt werden, der Abholungstag wird beim Kauf mitgeteilt. 7. Gebot: Hast Du den Vorwärts" bei der Hauptexpedition bestellt oder haben Deine Angehörigen bei einer Aus: gabestelle abonniert, dann teile etwaige Adressenänderungen gleichzeitig mit Deiner alten Adresse sofort der Hauptexpedition des ,, Borwärts", Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 mit. Be denke, es gibt noch mehr Abonnenten, die denselben Namen tragen wie Du, und leicht könnte die Alenderung auf der falschen Karte vorgenommen werden. Die Haupterpedition veranlaßt dann alles übrige. Bestellschein für neue Abonnenten! Siermit bestellen wir den Vorwärts", Berliner Volksblatt, als Feldpostsendung. Das Bestellgeld von Mt. 1,50 pro Eremplar und Monat... folgt per Poftanweisung. Truppenteil bezw. Adresse: Kreis Niederbarnim. Der Ankauf der Englischen Gasanstalt wird auch den zu Mittwoch, den 14. d. M., einberufenen Kreistag beschäftigen. Der Kreisausichuß beantragt, der llebernahme der Gaswerke zuzustimmen und zu dem Ankauf ein Darlehn bis zu 90 Millionen Mart aufzunehmen. Gerner beantragt der Ausschuß. ihm zur Zahlung der gefeglichen Familienunterstügungen und der Kreiszuschläge einen weiteren Kredit von zunächst 15 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen. Reinickendorf. Für den Bürgerausschuß Groß- Berlin. Auf gemeinsamen Antrag der sozialdemokratischen und der bürgerlichen Fraktion beschloß die Gemeindevertretung einstimmig die Annahme einer Resolution, die die Bildung des Bürgerausschusses begrüßt, den Bestrebungen desselben vollen Erfolg wünscht und ihm die tatfräftige Mitwirkung der Gemeindevertretung zusichert. Einstimmige Bustimmung fand auch der Antrag auf Bewilligung von 1000 m. für den Bürgerausschuß. Der Abstimmung über diese Anträge waren voraufgegangen Erklärungen des Stadtrats Reichbelm und der Gemeindeverordneten Direktor Busch und unseres Genoffen Schönberg, die die Gründung und Ziele des Bürgerausschusses sympathisch begrüßten. Zu Beginn der Sigung wurde der an Stelle des verzogenen Genoffen Schulze gewählte Genosse Gericke neu in fein Amt eingeführt. Dem Mietseinigungsamt der Gemeinde ist die Befugnis erteilt worden, seine Zuständigkeit auf den Schutz der Mieter gemäß Bundesratsverordnung vom 26. Juli auszudehnen. Die Erben des verstorbenen Kommerzienrats Kühnemann haben der Gemeinde eine Zuwendung von 5000 M. gemacht. Heute findet bei sämtlichen Fleischverkäufern der Verkauf von Fleisch statt. Bis Dienstag werden auf Abschnitt 21 atvei Maggi. fuppenwürfel a 10 Bf. abgegeben. Groß- Berliner Parteinachrichten. Lanfwis- Lichterfelde. In einer gemeinsamen Versammlung der. beiden Bezirksvereine, die morgen nachmittag 3 Uhr bei Kranz in Lantwig, Siemensstr. 64, stattfindet, wird Genosse Groger den Bericht vom Würzburger Parteitag erstatten. Gerichtszeitung. Die Drewißer Butterkartenaffäre. Auf die Anklage der Unterschlagung von Butterkarten und des doppelten Butterbezuges mußte der Schloffer Paul Engel aus hört und mit der Verteilung von Lebensmittelfarten betraut worden MitDrewis, der dort zur Lebensmittelfommiſſion der Gemeinde gear fich vor dem Schöffengericht Potsdam berantworten. war, buldigt wurde. Ein früherer Termin endete mit Bertagung, weil Gericht noch Ladung des Dienstmädchens von Frau Engel für angeflagt war feine Ehrfrau. die des doppelten Butterbezuges das nötig hielt. In dem neuen Termin bekundeten zwei Butterhändlerinnen unter ihrem Eid, daß für den Engelschen Haushalt etwa feit Ende Oktober oder Anfang November borigen Jahres allwöchentlich in jedem der beiden Geschäfte die der vierlöpfigen Familie zustehende Buttermenge gekauft worden sei. Aus dem einen Geschäft habe immer nur Frau Engel, aus dem anderen immer nur das Dienstmädchen die Butter auf jedesmal vier Karten geholt, und letzteres wurde auch von dem Dienstmädchen bestätigt. Den hierüber umlaufenden Gerüchten ging Mitte Januar dieses Jahres der Gemeindevertreter afel off nach und es wurde festgestellt, daß Frau Engel tatsächlich für beide Geschäfte in die Kundenliste eingetragen war. Frau Engel ließ sich dann in dem einen Geichäft aus der Kundenliste streichen und meldete sich in dem anderen Geschäft zur Aufnahme in die Liste, in der sie bereits obne einen solchen Wunsch geäußert zu haben, wie sie vor Gericht beteuerte verzeichnet war. Während der Angeklagte Engel vor Gericht behauptete, daß er erst seit Mitte Dezember die Butter fartenverteilung gehabt habe. fonnten hierüber zwei Angestellte des Gemeindebureaus und sonderbarerweise sogar der Gemeindevorsteher teine bestimmten Ausfagen machen. Der Amtsanwalt hielt für erwiesen, daß die Eheleute Engel doppelt Butter bezogen haben, und für nicht zweifelhaft, daß Engel sich die Karten durch Unterichlagung verfchafft habe. Er beantragte Geldstrafen von 100 M. gegen Engel, von 50 M. gegen die Frau. Das Gericht tam zu der Ansicht, daß die neue Verhandlung ein minder un günstiges Bild als die frühere ergeben habe. Zwar bestebe ein erheblicher Verdacht gegen die Angeklagten und namentlich gegen die Frau, doppelte Butterfarten gehabt und Butter doppelt bezogen zu haben. Als erwiesen sei aber anzusehen, daß Engel erft von Mitte Dezember ab die Verteilung gehabt habe, während für ihn bereits früher Butter doppelt geholt worden sein soll. Das Bild, das die Zeugenaussagen ergaben, jei nicht. Ilar, und man fönne annehmen, daß für Engel abwechseln d. in dem einen und dem andern Gefchäft getauft worden sei. Das Gericht habe bier th nach auf Freisprechung von der Anklage der Unterschlagung und auch des doppelten Butterbezuges erkennen müssen. Die Urteils begründung hob, herbor, daß durch die ungeregelten Zustände auf dem Drewißer Gemeindebureau die Prüfung des Sachverhalts erschwert werde. Aus aller Welt. and Chio Eisenbahngesellschaft gehört, entstand ein großer Brand. Großfeuer in Baltimore. In einer Mole, die der Baltimore. Der angerichtete Schaden wird auf 5 Millionen Dollar geschätzt. Man nimmt an, daß Brandstiftung vorliegt. Jugendveranstaltungen. Schöneberg. Arbeiterjugend. Morgen abend 8 Uhr bei demselben Lokal Spielabend. Anfang 8 Uhr. Gäste willkommen. Hentel, Meininger Straße 8, geselliges Beisammensein. Mittwoch in Tempelhof- Mariendorf. Sonntag, den 4. Nov., findet im Lofale von Herold, Wiariendorf, Chausseestr. 283, eine Schulentlassungs. jeter statt. Das Programm setzt sich zusammen aus Rezitationen, Gesangsvorträgen, Liedern zur Laute und turnerischen Aufführungen. Wir bitten die Arbeiterschaft von Tempelhof- Mariendorf, ihre schulentlassenen Söhne und Töchter auf diese Veranstaltung aufmerksam zu machen und die Feier selbst zu besuchen. Abfahrt 7.44 Uhr morgens Bahnhof Gesundbrunnen nach Stolpe. FahrGesundbrunnen. Morgen Sonntag: Tageswanderung. geld 40 Pf. Gäste willkommen! Briefkasten der Redaktion. A. B. 118. Benden Sie sich an die Beratungsstelle für deutsche Flüchtlinge vom Noten Kreuz, Berlin, Bellevueftr. 8. 5. R. 37. Wenden Sie sich an den Magistrat, Bureau für höhere Schulen, Berlin C, Rathaus. R. B. 3424. Kommen Sie am Mittwoch zwischen 6 und 7 Uhr abends in die Sprechstunde. . 100. Wenden Sie sich an die städtische Stiftungsdeputation, Boststr. 16, dort wird Ihnen nähere Auskunft erteilt. Genoffe aus Eidelstedt. Beantragen Sie bei der Behörde in Lichten berg Steuerverteilung. R. R. 100. Wie alt sind Sie und wie viel Bankow. Brennstoffversorgung. Um den Einwohnern Gelegen- Marken sind bereits geklebt? B. F. A. Rgt. 23. Sobald Hilfsbedürftigheit für teilweise Ergänzung ihres Brenustoffbedarfs zu geben, ist feit anerkannt wird. Diese richtet sich nach den örtlichen Verhältnissen. G. 2. 12. Kommen Sie zur Rüdsprache in die Sprechstunde. von der Gemeindeverwaltung Holz und Torf in größerer Menge Schöneberg. Lebensmittel. Von Heute bis Dienstag findet Bor- angekauft worden. Krüger. Kommen Sie Mittwoch abend zwischen 7 und 8 1hr zur Soweit die Herrschenden Schwierigkeiten beim Sprechstunde für Striegsbeschädigte, Lindenstr. 114 III. F. W. S. anmeldung statt für: Bahntransport die Anfuhr ermöglichen, soll in nächster Zeit mit der Wenn die drei Söhne aktiv mehr wie sechs Jahre dienen, wird für jedes 200 Gramm Teigwaren auf Abschnitt 7 der Nährmittelfarte Abgabe von Holz teils durch die Gemeinde selbst, teils durch weitere Jabr eine Aufwandsen tschädigung von 240 M. gezahlt. Antrag ist und Pfund Kartoffelwalzmehl auf Abschnitt 24 der Nährmittel- hiesige Brennstoffhändler, und zwar nach Gewicht begonnen werden. an die Polizeibehörde des Wohnortes zu richten. Feldgrauer 47. Nur tarte für Jugendliche. Es werden Holzbezugsfarten ausgegeben, die neben gleichmäßiger wenn das sind nach dem 15. Lebensjahr durch Krankheit oder LehrverhältAusgegeben werden in der nächsten Woche: 4 Bfund Grieß zuteilung durch Nummernaufruf ein Anstehen bei den Händlern nis verhindert ist, eigenen Erwerb zu haben, wird die Unterstützung weiterauf Abschnitt 72 der Nährmutelfarte und entweder/ Pfund Kunst möglichst zu vermeiden bezwecken. Torf soll an Inhaber von Sch. 1. Wenn Sie zur Arbeit entlassen sind, ist das Einkommen_fteuergezahlt. Antrag ist an die Steuertasse in Berlin zu stellen. 23. honig oder/ Pfund Auslandsmarmelade auf Abschnitt 73; außer Wohnungen und sonstigen Aufenthaltsräumen abgegeben werden, pflichtig. dem eine Dose fondensierte Magermilch oder 100 Gramm Voll- die durch ihre Lage und Eigenart eine reichlichere Versorgung mit für Landstnrm. Frik 33. Erkrankung der Haut und der Lunge. Tauglich No. 1891. Kommen Sie zur Sprechstunde. milchpulver auf Abschnitt 23 der Nährmittelfarte für Jugendliche. Brennstoff durchaus notwendig machen. E. Br. Sie müssen beim zuständigen Amtsgericht eine Heiratserlaubnis Kochfiftenbeschaffung. Die Gemeindeverwaltung läßt zur nachfuchen. Sterbeurkunde des Mannes, Geburtsurfunde der Kinder usw. Wilmersdorf. Städtisches Brennholz. Der Magistrat hat be- Zeit eine größere Anzahl von Kochlisten, und zwar Ein- und Zwei- 2 An die Polizeibehörde. C. 2. Den Kindern im zweiten Lebensjahre flossen, zur Deckung des Bedarfs der Bevölkerung an Brennholz topfkisten, herstellen, die in nächster Zeit zur Abgabe an das Publi- foll noch ein weiteres Pfund Haferflocken gewährt werden. Sie haben also eine größere Menge Brennholz anzukaufen und an die Bevölkferung fum gelangen werden. Die Preise und alles Nähere sollen dem- Anspruch darauf. Beschweren Sie sich eventuell bei dem Vorfizenden der Brotkommission. Charlottenburg 400. 1. Nein. Die Frist ist durch abzugeben. Die Berkaufspreise für das Holz sollen im allgemeinen nächst zur Veröffentlichung gelangen. den Krieg verlängert worden. 2. Ja. 3. Entlassen wird Ihr Sohn nicht, Gründung einer Ortsgruppe des Bürgerausschusses. Eine Sie fönnen aber Antrag auti Zurüeziehung von der Front bei dem für Bertaufserlös sollen immer neue Mengen angetauft werden, so daß vom Bürgerausichuß Groß- Berlin einberufene Versammlung, in der den Truppenteil zuständigen Generalfommando stellen. G.§. 2. 33. der Magiftrat hofft, mit dem Betrage von 250000 M. auszukommen. Oberverwaltungsgerichtsrat Dr. Lindenau die Bestrebungen des Das richtet sich nach den Bestimmungen des Lehrvertrages. In der Regel Für weitere Verwaltungsuntoften, Beteiligung am Kohlenverband Ausschusses darlegte, beschloß einstimmig die Gründung einer Drts- ja. A. G. 1917. Kommen Sie mit dem Brief zur Sprechstunde. Groß- Berlin usw. sind noch 50 000 M. erforderlich. gruppe des Bürgerausschusses. fo gestellt werden, daß sie die Gestehungskosten decken. Aus dem Zur Abgabe von losen Suppen und Suppenwürfeln. Diejenigen Inhaber der Bezugskarte, die in dem Geichäft, wo sie eingetragen sind, bisher die auf Abschnitt A abzugebenden lofen Suppen bezw. Suppenwürfel nicht erhalten konnten, dürfen fie noch bis Montag abend entnehmen. Friedrichshagen. Lebensmittel. In der Lebensmittelverkaufsftelle der Gememde sind eingetroffen: Aepfel, Birnen, Kohl, weiße Möhren, rote Rüben, ferner Gänse und Enten. Beim Einkauf sind die Lebensmittel- und Kohlenkarten mitzubringen. -ww R. B. 100. Ohne Angabe der Familien- und Bermögensverhältnisse können wir leider nicht raten. Wetteraussichten für daš mittlere Norddeutschland bis Sonntag mittag. Zunächst mild, überwiegend bewölkt mit leichten. nur an der Stüfte stärkeren Regenfällen, später oftwärts fortschreitende Aufheiterung umb Abkühlung. Reichshallen- Theater Allabendlich 7, Uhr und Sonntag nachmittag 3 Uhr Stettiner Sänger. Sonnt. nachm, ermäß. Preise! Logen 1 M., Parkett 75 Pf., Eintritt 39 Pf. Bezugsquellen- Verzeichnis Berlin- Süden Fleisch 2. Wurstwar. 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Einleitend betonte der Vortragende die reine Wissenschaftlichkeit seiner Ausführungen, die den Krieg im allgemeinen behandeln, fern von jeder politischen Tendenz. 27 Sonnabend, 3. November 27 lingstelt noch verschiedene Arten, deren Weibchen Flugunfähigkeit Ja, das Berliner Adreßbuch in den achtziger Jahren des zukommt, der bekannteste, aber auch berüchtigfte unter ihnen ist der 18. Jahrhunderts war freilich ein winziges Ding, ein Büchlein in große Frostipammer oder Blatträuber, der außer den Obstbäumen Klein- Oftav, in Schweinsleder gebunden. Der berühmte Friedrich Nikolai war der Herausgeber, er nannte sein Buch AdreßFlugunfäbige Schmetterlinge? Gibt es denn die? Göre ich auch der Forstwirtschaft schadet. Spanner heißt die Gattung, welcher beide Arten angehören, falender" und erteilte darin alle mögliche wichtige und wissenswerte berwundert fragen, da man mit dem Begriff Schmetterling im all- weil die Raupen beim Kriechen den Körper bogenförmig frümmen, Auskunft", und er riel jedem Fremden, sich das Buch gemeinen ein Ländeln und Gautein von Blume zu Blume im als ob sie spannend eine Länge abmäßen. gleich anzuschaffen. EB war also mehr als Fremdenführer, lachenden Sonnenschein verbindet. Aber es gibt auch flugunfähige als eine Art Bädefer gedacht. Wir ersehen z. B. daraus, daß Berlin Schmetterlinge. Der großen Menge sind sie zumeist unbekannt, dem damals( 1786) brei geitungen hatte: die Intelligenazettel( später Lepidopterlogen und dem Obstzüchter aber nicht. Jener sucht durch " Intelligensblatt"), die Speneriche, die in der Haube und Spenerdiese originellen Burschen seine Schmetterlingssammlung zu bes reichern, dieser geht ihnen mit Leim und Schere zu Leibe, um seine schen Buchhandlung auf der Schloßfreiheit" erschien, und die Boifische, die in der Bossischen Buchhandlung in der Breiten Straße" gedruckt Dbstkulturen vor dem zerstörenden Treiben jener zu sichern. Flugwurde. Alle drei erschienen dreimal wöchentlich: Dienstag, Donners unfähigkeit ist im Leben der Insekten gar nicht so selten als man tag und Sonnabend. Der Abonnementspreis für ein Jahr betrug meinen möchte; am bekanntesten dürfte sie indes vom fleinen Frost zweiThaler, eine Nummer foftete sechs Pfennige. Der Anzeigenpreis foftete spanner fein. Sein wissenschaftlicher Name heißt Hibernia ober für eine gedruckte Zeile 2 Groschen". Auch eine französische Zeitung Cheimatobia brumata: der, oder eigentlich die fröstliche Winter erschien in Berlin: die Gazette littéraire de Berlin". Fremde ling", Winterling das eine mal auf Lateinisch, das andere mal auf Zeitungen, die nicht in Berlin erschienen, fonnte man nur im Griechisch. All jene Faktoren, welche die Abstammungslehre als Kräfte fort Hauptpostamt abonnieren. Journalzirtel waren drei vorhanden. schreitender Entwicklung fennt, wurden der Reihe nach im Hinblid Diese Mitteilungen empfahl Rifolei zu besonders geneigter Beachdarauf untersucht, welche Beiträge ihnen der Strieg liefert oder in tung" und führte noch folgende interessante Notizen an:" Frau Anna welcher Weise fie vom Kriege in Gang gefegt werden, Der Kampf Quise Starschin geborene Dürrbacher. Ihre Gedichte haben sie bcums Dasein oder Krieg jedes einzelnen gegen jeden andern darf nicht, rühmt gemacht. Sie mohnt im Curt'schen Hause am Spandauerwie es oft geschieht, dem Massenfampf des Menschentrieges gleichgesezt thor. Herr Franz Benda, Königlicher Konzertmeister. Er wohnt werden: jener erreicht positive Ausleje, Uebrigbleiben der Tüch in Potsdam. Herr Moses Mendelssohn. Er ist wegen seiner tigsten; diefer bewirkt negative Ausleje, Ueberleben der Unphilofophifchen Schriften berühmt. Er wohnt in der Spandauerstraße tauglichsten. Faßt man aber den Krieg als Sonderfall des ohnweit dem goldenen Stern. Madame Elisabeth Mara, rührende Daseinstampfes und dann nicht als Kampf der Perionen, sondern Adagiojängerin und Schauspielerin, spielt auch Slavier mit Eins der Nationen auf, so hindert wieder die große Spezialisierung ficht und Fertigkeit und wohnet Unter den Linden. Herr Daniel deffen, was man im Menschenvolt als tüchtigft" gelten laffen darf. Chodowiecki, Mitglied der Königlichen Kunstakademie. der friegerischen Böllerauslese eine günstige Prognose zu stellen. rühmte Miniaturmaler, Zeichner und Kupferäßer ward im Jahre Der Nationenkampf bietet teine Gewähr, daß es just bie fultur- 1726 au Danzig geboren und wohnet in der Behrenstraße in seinem tüchtigste und deshalb zukunftichwangerste Nation sein muß, die obfiegt. Hause." Endlich hat man den Krieg noch als Auslesefaftor der Fruchtbarkeit gepriesen, weil er mit größter Wahrscheinlichkeit die finderärmsten Familien, deren mutige Söhne an der Front fallen und deshalb die Kinderarmut nicht mehr weiter vererben können, zum Aussterben bringt. Demgegenüber hob Kammerer hervor, daß das relative ansteigen der Geburten nach bisherigen Striegen ganz anderen Um ständen zuzuschreiben war als jener Huslejewirtung; an Gegenftüden aus dem Tierreich machte er anschaulich, daß die Menge der Nachkommenschaft zu ihrer Güte im umgekehrten Berhältnisse steht: wie in der Fabrikation verträgt sich Massenerzeugung nicht mit Qualitätsware. Der Name des Infeftes läßt seine Flugzeit erkennen. An windstillen Novemberabenden sieht man den Schmetterling um die Kronen von Obstbäumen, um die Straßenlaternen der großen Stadt und mehr noch um die Kandelaber mit den elektrischen Bogenlichtern herumgaufeln. Fangen wir uns ein solches Tierchen mit dem Gute ein. Eine Schönheit ist es nicht. Das Männchen ist von düfter bräunlich grauer Färbung; die Vorderflügel haben zahlreiche, meist undeutlich verwaschene, quer über die Flügel laufende düstere Wellen linien. Die Hinterflügel find grauweiß, seidenglänzend und haben im langen Fransensaume des interrandes entfernt stehende schwarze Pünktchen. Die Beibchen leisten sich diesen über flüssigen Lurus nicht. sie haben statt der Flügel nur zwei Baar furzer, stummelartiger Anfänge, aber lange Beine und sehen feineswegs wie Schmetterlinge aus, sondern wie Spinnen und find eigentlich recht häßliche Tiere. Sie fizzen am Stamm der Bäume nahe der Wurzel und warten auf den Besuch der Männchen, denen sie wahrscheinlich durch das Ausströmen eines äußerst feinen Geruches, zu dessen Wahrnehmung unsere Nase viel, viel zu plump angelegt ist, den Weg zeigen. Nach Empfang des Beiuches lettern fie dann, und dabei kommen ihnen ihre langen Beine gar sehr zu statten, den Stamm hinauf, die Aefte entlang, bis sie zu den Tragknospen kommen, an die sie ihre Eier legen, je eines an jeder Knoipe. Da sich sein Eiervorrot auf ungefähr 250 Stüd beläuft, läßt sich schon erwarten, daß ein Dutzend Weibchen an einem Baume Brut genug abjegen fann, um dessen Laub und Früchte für das nächste Jahr zu vernichten, ja das Leben des ganzen Baumes in Frage zu stellen, wenn sich der Fraß jahrelang wiederholt. Noch eine andere als Vorsehungswalten bestaunte Folge historischer Kriege erklärt sich auf gleichem Wege, das Anschwellen der Knabengeburten. Statistisch steht fest, daß diefes ebenso mit dem Hochschnellen der Getreidepreise Hand in Hand geht, wenn es dem Keim so schlecht geht, daß er mit genauer Not noch seine Entwicklung zu Ende führen kann, wird er zum Männchen. Sobald das Räupchen das Ei berlassen hat, macht es sich an das junge, ihm von seiner Mutter zugedachte Knöspchen, überzieht es mit einem dünnen Gespinnste und frißt sich in dasselbe ein. Jit es mit dem ersten Anöspchen fertig, so macht es sich an ein zweites. Sodann werden die Degenerationsgefahren des Krieges und Je mehr fältere Witterung die Entwicklung der Knöfpchen hinhält, das Problem der Vererbung erworbener Eigenschaften von dem desto besser für die Raupen des Frostspanners, die mit einer, bei Standpunkt aus besprochen, ob die Kriegsschäden von den Vertvunwärmerer Witterung sich einstellenden raschen und stärkeren Ent- dungen der Kampffront bis zu den Neuroien und Psychosen des Hinterwicklung und zeitigen Entfaltung der Knospen nicht gleichen Schritt landes in späteren Generationen Nachwirkungen zeitigen fönnen. halten fönnen und verhungern müssen. Bei einer Länge von 26 Die Frage muz bejaht werden, selbst für die Berstümmelungen, die Millimeter sind die Raupen anfangs Juni erwachsen. Die er sich zwar nicht als solche vererben, aber in manchen ihrer Nebenwachsene Raupe gräbt sich im Schirme des Baumes flach unter reaktionen. Dasselbe gilt von der Unterernährung, den Mißbrauch der Erde ein, spinnt sich zu einem gebrechlichen Gehäuse narkotischer Genußmittel, der verwahrlosten Erziehung, deren Folgen zusammen und ruht darin vom Juni bis in den Oktober hinein. Erst als das äußere Erbe aufs neue friegserzeugen der Tradition wie als in diesem Monat kommen die Schmetterlinge hervor, die Männchen, inneres Erbe der Verrohung in die Rasse übergehen. um in mattem Fluge ein Weibchen zu erobern, die Weibchen, um auf Der periodische Ablauf des Lebens( des Einzel- wie des Wölferihren langen Beinen an einem Stamm hinaufzufriechen, einem lebens) gibt uns Sicherheit, daß die Niederungen des WallenMännchen zu begegnen und nach der Paarung an die Knospen ihre tales fich wiederum zum Wogenberg erheben. So ist uns der Ein Eierchen anzutleben. Um dem Weibchen diese Fußpartie unmöglich blid in den Wellenlauf des Lebens Trost und Warnung zugleich. zu machen, versieht der Obstgärtner den Stamm seiner Obstbäume Befreiung unserer mit dem„ Leerring" oder„ Schutzgürtel", das ist ein handbreiter Papierstreifen, der mit Raupenleim", dem jogen. Brumataleim, beftrichen und so um den Stamm gebunden ist, daß zwischen ihm und der Rinde ein Durchweg unmöglich wird, indem er fest aufliegt. Die Schmetterlinge überschreiten den Ring nicht, da sie bei einem etwaigen Versuch fleben bleiben und die Knospen insofern von ihnen verschont werden. Auch die paarungsluftigen Männchen bleiben oft genug an der flebrigen Masse haften. Unterläßt der Obstzüchter diefe Vorsichtsmaßregel, io trägt im Frühjahr die Krone unregelmäßige, grünliche, allmählich auch eine bräunliche Färbung an nehmende Knäuelchen, die sich nicht ausbreiten fönnen, weil sie an ihren Polen von wenigen Fäden zusammengehalten werden. Bei näherer Betrachtung findet sich im Innern eines solchen Knäuels der Miffetäter: eine grüne, licht gestreifte Raupe die des Frost spanners. Außer dem Frostspanner gibt es in unserer beimischen Schmetter. Die welsche Nachtigall. Der Roman eines sterbenden Jahrhunderts. 28] Bon R. Francé. " Der Herr Sekretär wird bezeugen" fiel Best ein. " Schweig Er," schrie ihn der Graf an, laß Er Monsieur selbst den ganzen Hergang erzählen!" Ich weiß nicht," begann dieser unsicher seinen ersten Schritt auf diesem gefährlichen Boden ,,, was schon bekannt ist von den Vorgängen. Ueber das Gesicht des Grafen huschte ein ironisches Lächeln. Uns ist nur so viel bekannt, daß Er sich an eigentüm lichen Assemblees beteiligt, über die Er mir Bericht zu erstatten hat." Er sagte es talt wie ein Untersuchungsrichter. „ Herr Statthaltereirat, ich habe mich nicht beteiligt, ich habe es für meine heilige und erste Pflicht gehalten, unreifer Unvernunft und Schwärmerei mit guten Worten entgegenzutreten, dort, wo ich Besserung und Einkehr erhoffen fonnte. Und ich hätte gefiegt" ,, Wäre nicht der Michalansky gewesen mit seiner Brandrede" fuhr Best triumphierend dazwischen. Livländische Rätsel. Nicht so arm an geistigem Gut, wie mancher denken mag, ist das kleine Fischervolk der Liven. Gine reiche Fülle von Sprichworten, reizende Rätsel besikt es. Bei der jebigen fühlen Witterung recht zeitgemäß ist z. B. die Rätselfrage:" Fünf und fünf Ställe eine und eine Tür! Was ist das?"„ Ein paar Handschuhe!" lautet die Lösung. Ein anderes Rätsel umschreibt das Echo als " Spötter ohne Bunge", ein drittes nennt die mit der winterlichen Gisdecke versehene Erde einen alten Korb mit neuem Dedel". Von dichterischem Empfinden zeugt die folgende rätselhafte Schilderung des donnernd über die Lande hinziehenden Gewitters: In Kurland wiebert ein Pferd. Du hörst seine Stimme hier bei uns, und in Rußland sind seine Zügel." Vielleicht das schönste livländische Rätsel aber fragt: Was verfault nicht in der Erde, ertrinkt nicht im Wasser, verbrennt nicht im Feuer?" Gemeint ist der Name, der seinen Träger überleben darf. 11 Notizen. " Der Kleistpreis für 1917 wurde dem Dichter Walter Haienelever augesprochen. Im Gegensatz zu den sonstigen Preisberteilern, die meist bereits abgestempelte Größen bedenken, will die leiftstiftung den jungen, fämpfenden, nicht er und bekannten Dichtern dienen. Unter ihnen ist Hasenclever dieser Förderung durchaus wert. Seine Dramen, die wie die meisten Dramen der neuen Generation entweder von der Zenjur verboten oder von den Theatern nicht angenommen wurden, werden nun hoffentlich eher durchbringen. Schon ist ja sein als Expressionistenstück etikettiertes aber damit feineswegs gewertetes Drama Der Sohn" in Dresden gespielt worden..Der Retter" und vor allem sein neuestes Werk Antigone", eine Neugestaltung der altgriechischen Tragödie der Menschenliebe im Geiſte und Gefühl unserer Tage, müssen ans Licht Geistigkeit in das der Rampe und in die Seelen der Tausende. Bekenntnis zum freien Menschentum geben Hafenelevers Gedichtfammlung Tod und Auferstehung", woraus wir eine Probe im Sonntag" boten, das Gepräge. In allen Kriegswettern hat er Glauben und Ziel nicht verloren. Musikchronit. Sonntag abend 72 Uhr, Blüthner- Saal, Mozart- Abend des Blüthner- Orchesters. Das neue Berliner Adreßbuch tritt wieder in zwei unheimlich Der idealste Schuhersatz ist nach dem Berner„ Bund" diden Bänden bei Jahresbeginn in die Erscheinung. Es ist mine von einem Italiener erfunden worden. Man tauche die Füße in destens ein Menschenalter her, als es noch etwa die Hälfte so stark Chromsäurebäder. bis die natürliche Haut ungefähr so hart gewar, nämlich nur einen dicken Band umfaßte, da nannte Helmerding worden ist wie Stalbleder und jene zarte gelbe Färbung erhalten in einer Bosse das Berliner Adreßbuch schon ein Ungeheuer". Er hat, die dem Leder brauner Sommerschuhe entspricht. Wer sich wies auf die Unmöglichkeit bin, unter den zahlreichen Müllers, dieses Systems bebient, fann sich über jeden Ledermangel erhaben Schulzes, Neumanns und Lehmanns den richtigen herauszufinden fühlen." Trotzdem empfiehlt der Erfinder doch den Anhängern dieser und meinte, wie viel leichter die Berliner vor hundert Jahren es in neuen Methode, darauf zu achten, daß ihnen die Leute mit echten diefer Beziehung gehabt haben. Stiefeln nicht auf die Füße treten! dagegen bietet tungsträfte zu stetiger Höherentfaltung nur die Glättung der Wogen, Bezwingung des Sturmes. Organische Zechnif( foziale) der heute überlebens groß gewordenen mechanisch- maschinellen Technit nachgebildet, würde uns zu jenem rassenhygienischen Stiefenwerk wohl befähigen. Vom alten Berliner Adreßbuch. fehen lassen. Daher vermied er, nach dem Urheber der Drdensbersammlung zu fragen. 17 Wer ist Ihm von den Teilnehmern sonst noch bekannt? Wer ist zum Beispiel dieses verhaftete Subjekt?- er framte in Besis Aft dieser. Jakob Peißer?" Solms wankte... Beißer verhaftet? " " ,, Besl, er bleibt ein Efel, bring' er mir die Personalakten über den Jakob Beiger." Und damit war auch Besls Triumph endgültig in Scherben gegangen. * Als Reinhard Solms in sein Zimmer zurückkehrte, stand darin der Magistratsrat. Ein guter Junge," sprang er, angsterfüllt um den Freund, ein, ein Studiosus medicinae von großen Hoffnungen, Der mächtige Mann nickte ihm mit der Herablaffung aberausschweifender Phantasie ich fann bürgen, daß er unter zu, wie sie einem so Hochmögenden bald zur Gewohnheit guter Leitung der Besten einer wird." wird und sagte mit mehr Gutmütigkeit, als nach seinem Ausfehen zu erwarten war: " Weiß Er, wen Er vor sich hat?" Er verteidigt der Schlimmsten einen mit einem Eifer, der einer anderen Sache würdig wäre," Solms verstummte. Es war wahr, sein lebereifer mußte Solms wußte es aber hätte schon sonst diese Art von ihn selbst verdächtig machen. Borstellung seinen so leicht empfindlichen Stolz entflammt, „ Er sieht nun flar," wandte fich nun Morawitky an so schien sie ihm in feiner gegenwärtigen Stimmung der Best, daß er unsinnig scharf zugegriffen und lächerliches Auf- Borbote neuer Konflitte zu sein. Ihm fielen die gestrigen sehen erregt hat. Wenn auch des Peißers Arrest solchen Borte Reginens ein und neuerdings bäumte sich sein flubistischen Köpfen nicht schaden mag, so ist er mit dem sonst Inneres auf... Sein Empfinden lief dem Verstand den unbescholtenen Michalansky zu weit gegangen." Rang ab. Solms horchte auf und eine Blutwelle des Unmutes stieg in sein Gesicht. Er konnte nicht an sich halten. " Herr Graf, ist dieses Subjekt verhaftet?" Und auf den bejahenden Blick Bests: Wer mich von Amtswegen zu sprechen hat", sagte er talt und bestimmt, läßt sich im Vorzimmer melden für alle alle anderen Besuche ist meine Wohnung da." Statt daß aber dem Besucher die Zornesader schwoll, Wenn ich jemand von der gestrigen Versammlung für einen gefährlichen Menschen halte, so ist es dieser Michalansky." wurde er auf die hochfahrende Antwort merklich freundBest strahlte. Itcher. Ganz richtig," bestätigte Solms, überfroh, daß als einziger Namen gerade der genannt wurde, den zu ver schweigen er allein sich verpflichtet fühlte. So ist es, dieser„ Herr Sekretär, ich habe Sie nicht um Ihre Meinung mir sonst unbekannte Michalansty, ein Literat und Winkel- befragt und glaube nach Ihrem gestrigen Dummenjungenadvokat sprach wie ein advocatus diaboli in der offenbaren ftreich“ Absicht, Unruhe und Aufregung zu erzeugen, und wenn da- Mein Herr!" fuhr Solms auf. Doch der Graf trat durch die Köpfe erhißt und unreife Gemüter zu exaltationes ihm nicht weniger herrisch und scharf entgegen und für den verführt wurden, so ist das zu entschuldigen." Augenblick bligten sich die Augen zweier Rivalen an. Morawisky firierte den immer mehr sich Aufrichtenden scharf. „ Ei, Er entschuldigt Verschwöre?" fragte er mit mesquinem Lächeln.„ Er, ein herzoglicher Beamter?" „ Herr Graf, ich entschuldige niemanden, der ein Unrechtes hut es ist aber gestern nichts Unrechtes geschehen! Unreife Köpfe wollten nur unreife Köpfe umnebeln." Und ist dies nicht etwa der Anfang aller Revolutionen, die wir gesehen? Aber wir haben hier nicht zu disputieren." Die Stimme des Grajen klang drohend. Sein scharfer Verstand hatte längst die Sachlage durchschaut, und unwirsch ertannte er, daß Solms nichts anzuhaben, daß mit dem tindichen Knabengeschrei von gestern nichts Ernsthaftes zu beginnen war. Er durfte sich nur nicht in seine eigenen Karten " Jawohl, ein Dummerjungenstreich war es für einen herzoglichen Beamten, mit aufwieglerischen Studenten in Stonbentikeln zu figen." So schrie er Solms an, der im nächsten Augenblick schon die Berechtigung, die in diesen beleidigenden Worten lag, empfand. Sie haben kein Recht zu urteilen, wer von den Verhafteten zu Recht, wer angeblich zu Unrecht festgehalten wird! Gerade auf Ihren Freund Beißer wird die Regierung ein Auge haben müssen so schwärmerische Naturen sind die Allergefährlichsten, weil sie ihr Wahn furchtlos macht. Ich habe Sie nichts mehr zu fragen," fezte er dann leichter hinzu und mit einer unnachahmlich vornehmen Handbewegung war Solms entlassen. „ Ich bin der Magistratsrat und Kolonialgroßhändler Seyboldsdorf", sagte er und blinzelte fast schelmisch mit den Heuglein. Dann aber mit maßlosem Erstaunen, als der andere schwieg: trauen?" Nun, junger Mann, hat er mir denn nichts anzuverReinhards Herz schwoll. Nein, er hatte er konnte nach gestern und heute nichts mehr sagen. Der andere merfte wohl seinen Seelenkampf, hielt es aber Schüchternheit und sagte ermunterno: für Wenn er nicht reben fann, will ich es tun. Ich komme mit einer Beschwerde gegen die Regierung und er soll mir dabei helfen, sie an die richtige Stelle zu leiten, um Genugtuung zu finden; als Beamter fann er das..." Da brach ungestüm alles Zurückgedrängte, nach Worten Ringende in Reinhards Brust los. Er trat einen Schritt vor: Ich bin feit heute nicht mehr Beamter der Regierung ich habe meine Stellung niedergelegt." Forts, folgt.) Direktion: Max Reinhardt.| Theater für Sonnabend, 3. November. Deutsches Theater. 7 Uhr: Winter ballade. Kammerspiele. 8 Uhr: Eine glückliche Ehe. Volksbühne. Theater am Bülowp.atz. Central- Theater, Kommandantenstraße 57. 7: Die Csardasfürstin Kleines Theater Morg. 3: D. Glück im Winkel. 7 Uhr: Bürger Schippel. Deutsches Opernhaus Residenz- Theater Untergrundb. Schönh. Tor. 6%, Uhr: Siegfried. 72 Uhr: Hamlet. Theater Königgrätzerstr. 7%, Uhr: Iphigenie. Komödienhaus 7% Uhr: Die beiden Seehunde. Berliner Theater 71, U.: Die tolle Komte B. 8% Uhr: Lists Märchenreise. 7% Uhr: Raskolnikoff. Friedrich- Wilhelmst. Theater Schiller- Theater O 7 Uhr: Das Dreimäderlhaus. 7, Uhr: Traumulus. Komische Oper 7. Schwarzwaldmädel. Schiller- Th. Charl. Ubr: Maria Stuart. 7%, Uhr: Auf der Sonnenseite Thalia- Theater ATIONAL- HEATER Cöpenick Str. 68. Tgl. 48. Die tägl. ausverkauften Häuser beweisen den großen Erfolg! Das ist die Liebe. Musik von Walter Größter Lacherfolg! Vorverk. ab 10 Uhr ununterbr., Kerkau- Palast Behrenstraße 48 Im 1. Stock Punkt 5 U nm.: Morgen 3: Die Dose Sr. Maj. Lustspielhaus 7 Uhr: Die blonden Mädels v. Morg. 3%, D. Schwanenhof Uhr: Egon und seine Frauen. Theater am Nollendorfplatz Marionetten Metropol- Theater Uhr: Schwabenstreich. 7 Uhr: Die Rose von Stambul. Si alte Schachteln Morgen 3 Uhr: Die Kaiserin. Zed Neues Operettenhaus Tägl. 7. Sonnt. 3, u. 7, Schiffbd. 4a. Kassent. Nd: 281 34: Wie Luther s. Käthe freite. Theater des Westens Geh'n Sie bloß nicht. Uhr: Der Soldat der Marie. Uhr: Der verlichte Herzog nack Berlin! Revue- Posse in 6 Bildern von Otto tentter. Musik von M. Hirsch. Hauptdarsteller: Georg Erich SchönKaiser felder A. Müller- Lincke Otto Reutter- Gertr. Jos. Dill Gräbner Fritzi Steinberg. APOLLO Friedrichstraße an der Kochstr. Dir. James Klein. Allabendlich 7%, Uhr: Rose Theater. 3, Uhr: Aichenbrödel. 7%, 115: Der Weiberfeind. mit Guido Thielscher Walhalla-Theater. 7½ Uhr: Zigeuner. Berliner Konzerthaus Mauerstr. 82. Heute: Unt. ander. werd. vorgef.: Francilla Kaufmann Lucie Kieselhausen Klassische Tänze Sent M'ahesa Orientalische Tänze Robert Steidl Gebrüder Wille Hand- u. Kopf- Akrobaten Salerno der berühmte Jongleur Blondel am Schwungseil Toto der unverwüstl. Clown Hochinteress. f. Erwachs. und Kinder, jung und alt. Keine erhöhten Preise für Getränke erster Güte. Eintritt u. Garderobe frei. Gottschalk- Kap. Zimmerstr. 90/91. Konzert d. allbekannten Großes Konzert Prima Würstehen Die Hochzeit des Maharadscha Anfang 7 Uhr. Theaterk. ununterbr. geöffn. 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Handelsfciffsraum bersentt. der russischen Arbeiterklasse insbesondere: unvermeidlich wird für unser Land das wirtschaftliche Joch Deutschlands sein, unvermeiblich für unser Proletariat die chronische Arbeitslosigkeit und zum Teil Degradierung." BP M Wenn der Gewährsmann auch schon die tollsten Sprünge gemacht hat, so hat er doch sicher in der Ueberzeugung recht, daß " man" noch immer und überall alles gern glaubt, was man" gern wünscht. Vor allem ist er neutral und in Stockholm, Kopenhagen, Genf Berlin, 2. Ditober. Amtlich. Die schwedische und dänische oder Madrid zu Hause. Er fommt stets direkt aus Paris( Wien, Breffe hat am 1. 11. 17 eine Nachricht über das Sinten eines London, Berlin, Petersburg) und da seine Erfahrungen der„ Times", beutfchen Torpedobootes infolge Minenegplofion int süd- der Deutschen Tageszeitung" oder der„ Nowoje Wremja" meist in Ueber die zum mindesten naiben wirtschaftspolitischen unzutreffend. lichen Teil des Dere Gundes gebracht. Die Nachricht ist den Kram pasien, auch unbedingt zuverlässig. Besonders, wenn er aus ficheren Duellen schöpft" oder„ Beziehungen zu maßgebenden Ansichten Plechanows wollen wir uns hier nicht näher äußern. Streifen" unterhält. Er weiß des Wunderbaren beliebig zu er Stur nebenbei fann erwähnt werden, daß Plechanows Die englischen Versenkungsziffern. zählen, z. B., daß man" in Berlin vom baldigen Zusammenbruche Lamentationen sich recht hübsch in einer Zeit hören lassen, in Amsterdam, 1. November. Geddes, Erster Lord der Admira- des preußischen Militarismus überzeugt ist und daß man" bald zu der die gesamte bürgerliche Bresse, und auch die nicht bürger- lität fagte beute im englischen Unterhause: Ich bedauere fehr, offenem Aufruhr übergehen wird; daß man" in England täglich liche Breffe, alle ernſten Streise in Rußland sich mit dem fagen zu müssen, daß es sich als unmöglich herausgestellt hat, awei Pfund Körpergewicht verliert, daß man in Rußland alle Engawei Pfund Körpergewicht verliert, daß man in Rußland alle Eng Problem befassen, auf welche Weise das ausländische au einer befieren Form der Veröffentlichung der länder zum Teufel jagen will usw. Stapital ins Land herangelockt werden könnte. Schiffsverluste zu kommen, die nicht zugleich dem Feinde sehr wertvolle Kenntnisse vermittelte, die er jetzt nicht besigt. Der Neue Luxburg- Depeschen. Feind ist nicht nur Barüber, in Unkenntnis Zanfing hat wiederum zwei Depeschen des Grafen Bugburg worden ist, sondern er würde auch sehr gern die Schiffsaus Buenos Aires an das deutsche Auswärtige Amt veröffentlicht. raumberhältnisse regelmäßig Monat für Monat, Woche für Woche oder sonst für bestimmte bestimmte Zeitabschnitte Ihr Inhalt ist an sich nicht sehr wichtig, aber doch bezeichnend daerfahren. für, wie gänzlich ungeeignet der Herr Graf, der gang im Stile Die Deutschen behaupten, daß unser Schiffsraum jo start Reventlowscher Leitartikel Diplomatie treibt, zur Vertretung zurüdgegangen sei, daß nicht genug Schiffe auf See feien, um ihre Unterfeebootkommandanten instand zu setzen, ibre Jagddeutscher Interessen gewesen ist. Die erste Depesche ist vom 7. Juli 1917 und laubet:„ Unsere beute auf gleicher Höhe zu halten. Im Gegenteil fei SchiffsHaltung Brafilien gegenüber hat hier den Eindrud erzeugt, daß ab und Schiffsraum gestiegen. Seit April, dem auf unsere gutmütige, leit zu beein- Monat, in welchem die englischen Verluste am höchsten waren, find flussende Natur rechnen tann. Das ist in Südamerika fie beständig heruntergegangen und zwar lezthin in bemertens gefährlich, wo die Bevölkerung unter einem dünnen Firnis wertem Maße. Der September war am befriedigendsten Sabianer ist. Ein U- Boot- Geschwader, über das ich das der Ottober, wenn auch nicht ganz so gut, doch nur wenig flecter. Recht hätte, vollständig frei zu verfügen, tönnte die 2age wahrfeinlich noch retten." man ausüben." was berienkt Erwartet Lord Geddes ernstlich, daß seine Angaben in England beruhigend wirken, nachdem er vorweg erklärt hat, daß die offiziellen Beröffentlichungen über die Schiffsverluste bleiben werden wie bisGer, also unzutreffend? Der Krieg in Ostafrika. Das mag auch der Grund sein, daß er noch nicht gestorben ist. Ein alldeutsches Lockmittel. Bei den Feldgrauen haben die deutschen mit ihren Eroberungsund Gewaltfriedensplänen sehr wenig Gegenliebe gefunden. Deshalb verfallen sie auf die verzweifeliften Locmittel, um unter den Kriegsteilnehmern für ihre Ideen Stimmung zu machen. Der Deutschnationale Sandlungsgehilfenverband macht den Vorschlag, aus der von den Feinden zu erlegenden Striegsentschädigung jedem Feldgrauen eine Prämie von 2 Mart für den Tag seiner Dienstzeit zu zahlen, Natürlich nur aus der von den Feinden zu zahlenden Entschädigung, bekommen wir keine Entschädigung, dann sollen auch die Kriegsteilnehmer nichts bekommen. Der D.G.V. will, furz gesagt, die Gefinnung der Kriegsteilnehmer zugunsten eines Gewaltfriedens für einige Hundert oder Tausend Mark erfaufen. ganz unab. Die zweite Depesche vom 4. August 1917 hat folgenden Wort Iaut: ch bin davon überzeugt, daß wir imstande sein werden, is Südamerika unsere wesentlichsten politischen lane durch zuführen, nämlich das Bewahren des offenen An dem Vorschlag ist eine Voraussetzung richtig, daß nämlich Marties in Argentinien und die Reorganisation von Südbrasilien, die jetzige Löhnung der Soldaten als viel zu gering an entweder mit oder ohne Argentinien. Haben Sie die gesehen werden muß. Deshalb fordert die Sozialdemo Güte, mit Chile freundschaftliche Beziehungen zu pflegen. Die dem westlichen Gebiete sind die deutichen Streitkräfte in dem Be- löhnung, aber diefe Forderung ist bis heute noch nicht durch. Englischer Heeresbericht aus Dftafrifa vom 81. Dftober. In tratte seit Jahr und Lag Erhöhung der MannschaftsMitteilung von dent Besuch eines U- Boot Geschwa zirke Mahenge durch tombinierte Operationen belgiicher und auseßen gewesen. Haben die Feldgrauen Anspruch auf höhere ders zur Begrüßung des Präsidenten würde auch jetzt noch britischer Stolonnen vertrieben und haben sich in die Gegend von caf die Lage in Südamerika entscheidenden Einfluß Mganga am Luwegu- Flusse, östlich von Mahenge, zurüdgezogen. bängig davon, ob wir eine Striegsentschädigung erhalten Besoldung, so muß diefer erfüllt werden, Die Deutschen baben zwei Geschüße auf dem Rüdдuge zurüdgelassen. Mie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, ist der Wortlautiwale, ein deutsches Verwaltungszentrum von gewiffer Be- oder nicht. Wir haben oft hier nachgewiesen, daß die Forderung der Telegramme, von Einzelheiten abgesehen, richtig wiederge deutung, 122 Meilen südwestlich von Silma, ist am 29. von den einer Kriegsentschädigung unbedingt friegsverlängernb geben. Weiter fagt diefelbe Quelle: Die Möglichkeit eines dent- Briten besegt worden. 24 Deutsche und Europäer wurden gefangen wirft. Täglich fostet der Krieg aber Deutschland mindestens schen Flottenbesuches in Buones Aires, für den der Kaiserliche Ge- genommen. Es wird aus zuverlässiger Quelle bestätigt, daß die 80 Millionen Mart. Aus den Summen, die durch fandte die Entfendung von U- Booten vorschlug, ist in der Tat Verluste des Feindes in den legten Kämpfen bei Nyangao schwer frühere Striegebeendigung bei einem Berständigungsfrieden erspart amischen beiden Regierungen erörtert worden. Er hätte das waren. werden, laffen sich die Ansprüche der Kriegsteilnehmer genau so gut Gegenstüd gebildet zu dem Besuche eines nordamerikanischen Gebefriedigen, wie aus einer späteren Kriegsentschädigung, deren Realischwaders und englischer Kreuzer und einen weiteren Beweis geTiefert für die strenge Neutralität der argentinischen Regierung, fierbarkeit obendrein höchst aweifelhaft bleibt. Wieviel Feldgraue werden sich wohl finden, die für das nebelhafte Versprechen des Der Höflichkeitsbesuche der Kriegsschiffe aller triegführenden Länder Deutschnationalen Handlungsgehilfen- Verbandes noch ein Jahr gleichermaßen willkommen sind. Die Kabinettskrise in Spanien. Der Stonservative Maura hat den Auftrag, ein Stabinett zu bilden, abgelehnt. Der König bat Garcia Prieto von ne'u em berufen. Die Berufung des ersteren hatte erregte Vorgänge zur Folge. Wie Havas am Donnerstag mitteilt, fam es zwischen Anhängern und Gegnern Mauras zu einem leichten Zusammenstoß". Polizei griff ein und zerstreute die Menge. Arbeitergarde und Bürgergarde in Finnland Helsingfors, 1. November.( Petersburger Telegraphen- Agentur.) Die finnischen Arbeiterblätter veröffentlichen die Vorschriften für Errichtung einer befonderen Arbeitergarde, welche die politische Freiheit der Arbeiter fidern soll. Gleichzeitig werben im ganzen Lande Abteilungen einer Bürgergarde gebildet, die ganz ähnlich gegliedert, aber besser ausgerüstet, bewaffnet und beritten ist. Norwegen und Amerika. 8wischen den Vereinigten Staaten und Norwegen fam, wie Reuter aus Washington meldet, ein Abkommen zustande, nach dem atvei der in amerikanischen Häfen festgehaltenen Schiffe unter der Bedingung, daß sie eine Reise machen und sofort zurückkehren, freigelaffen werden. Dies foll den Weg für ähnliche bedingte Abfommen ebnen, die Bezug auf den übrigen neutralen Schifferaum, der hier festgehalten wird, haben. Kühlmann und die Kanzlerkrise. Die alldeutsche Presse hat sich in diesen Tagen viel mit ihrem umgekehrten Liebling, dem Staatssekretär v. Kühlmann, beschäftänger im Schüßengraben liegen wollen?! tigt; sie hat von ihm behauptet, daß er sich unbefugterweise in die Strife eingemischt habe. In Wirklichkeit hatte Herr b. Kühlmann sowohl vom abgehenden Kanzler, Dr. Michaelis, wie auch vom tommenden, Grafen Hertling, den Auftrag erhalten, mit den Parteien die Verhandlungen über die Beilegung der Krise zu führen. Diese Mitteilung wird den Schmerz der Alldeutschen über den Fortschritt der Parlamentarisierung in Deutschland viel Teicht noch steigern. Es ist wirklich auch in dieser Beziehung in allen Formen des Barlamentarismus borgegangen worden. wwwww Rettet, rettet Preußen! Die Angst vor dem gleichen Wahlrecht hat einen konservativen Serru Gontermann aus Siegen um sein feelisches Gleichgewicht gebracht. Er schreit in der Kreuz- Zeitung" nach starken Männern, die, nachdem sie sich darüber flar geworden sind, was auf dem Spiele steht, wie die Löwen fämpfen und um feines Fußes Breite weichen. bie Sicherstellung des Papierbedarfs der Zeitungen. W. T. B. meldet: Der Bundesrat hat eine Berordnung über Beschaffung von Papierdie Ende Oftober abgelaufene gleichnamige Verordnung vom bolg für Zeitungsdruckpapier beschlossen, die sich im wesentlichen an 81. November 1916 anlehnt und für ein weiteres Jahr das für die Tagespreise erforderliche Papierholz ficherstellt. Berordnung ist ein Glied in der Kette von Anordnungen, die von Reich und Bundesstaaten getroffen sind, um den Tageszeitungen in ibrer Gesamtheit das wirtschaftliche Durchhalten während des Strieges zu ermöglichen. Letzte Nachrichten. Graf Czernin kommt nach Berlin. Wien, 2. November. In Ausführung der schon aus Anlaß der legten Anwesenheit des Staatssekretärs v. Stühlmann in Wien Möchten diese Männer ruft err outermann aus mit diesem getroffenen Verabredung begibt sich der Minister bes fich finden in der Reichsleitung, damit die Rechte der Krone in allen Aeußern Graf Czernin am 4. November abends nach Berlin. Stüden gewahrt bleiben; möchten sie im Bundesrat ihre Stimme Er wird daselbst Gelegenheit haben, mit dem neuen Reichs= erbeben, wenn es sich darum handelt, die bewährte Reichsver- fanzler Grafen Hertling au tonferieren. faffung zu hüten und zu schützen, insbesondere die volle Selb ständigkeit der Bundesstaaten unangetaftet zu erhalten; und möchten sie endlich nicht fehlen in den beiden Häufern des Landtages, wenn es gilt, Preußen vor dem gleichen Wahlrecht zu bewahren. Reventlow. Die Erregung in Rußland. Petersburg, 2. November.( Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Ein Erlah ber Regierung untersagt den Berwaltungen der Fabriken und Werkstätten Arbeitern Geldstrafen aufzuerlegen. Auf der Transbaital und auf der Amurbahn ist der Betrieb angesichts der hartnäckigen Gerüchte von einem bevorstehenden Vorgehen ber magimalistischen Truppen eingestellt worden. Der Militärgouverneur von Petersburg erließ heute rechtzuerhalten. Er hat der Garnison befohlen, den siviken und militärischen Behörden träftige Unterstügung zuteil werden zu laffen und mit Gewalt alle Rundgebungen zu ver hindern. Es werden sich aber auch die Männer finden, die Preußen vor Der norwegische Minister des Aeußern befprach im Storthing dem Löwen Gontermann und seinesgleichen bewahren. das amerikanische Memorandum an Norwegen, dessen Inhalt zum größten Teil durch Washingtoner Telegramme bekannt geworden sei. Diefes fordere eingehende Aufichlüsse über die Erzeugung und den Verbrauch der Bedürfnisse Norwegens und bebe hervor, die Wir haben gestern einige Mitteilungen des„ Neuen norwegische Regierung müffe alles tun, um der inländischen Er- Wiener Journals" über den Grafen Reventlow wiedergegeben, außerordentliche Anordnungen, um die Ordnung aufzeugung von Lebensmitteln und Fischwaren aufzuhelfen und den zu denen er bisher noch nicht Stellung genommen hatte. Er Verbrauch derart zu regeln, daß nichts verloren gehe. Es fei für tut es jetzt in der Deutschen Tageszeitung" in folgender die Bereinigten Staaten ein vitales Intereffe, baß nichts den Feinden Form: zutomme. Den Mangel infolge Ausfuhr nach Deutschland fönne Ich habe mich mit Kriegsausbruch der Marinebebörde zur Amerila nicht decken. Verfügung gestellt. Zum Tragen der Uniform berechtigt, unter stebe ich dem Secoffizier- Ehrengerichte. Weitere persönliche Aufschlüsse zu geben, bindern mich Gefühle, die auszusprechen ich zu höflich bin. Die Beurteilung dieses Verfahrens des„ Vorwärts", einen politischen Gegner zu infamieren, überlasse ich der DeffentGraf E. Reventsow. Die norwegische Regierung hat alsbald eine mit statistischem Material beriehene Kommission nach Amerila gefandt. Der Minister fagte noch: Wir müssen vorbereitet sein, die Lebensgewohnheiten zu ändern, um den Schwierigkeiten zu begegnen. Der Krieg auf den Meeren. lich feit. " Mehrere Teile der Petersburger Garnison begaben fich in Panzertraftwagen zum Generalstab des Petersburger Militärbezirkes und erklärten sich bereit, die Regierung zu unterstügen. Der Staatsanwalt in tiem teilte der Regierung mit, baß ber ukrainische Nationalrat und das Generalsekretariat ber Ukraine cine besondere Truppenmacht von ukraini fchen Rofaten aufstellen. Wir bedauern, daß das Anerbieten des Grafen feinerzeit von den Marinebehörden nicht angenommen worden ist. Berlin, 1. November. In der Biscaya und in der Sonst wäre auch sein Appell an die Deffentlichkeit entschieden Nordsee wurden durch unsere U- Boote wiederum zwei Dampfer, wirkungsvoller gewesen. Gegen Leute, die, ohne das Kriegsneun Segler und zwei Fischerfahrzeuge versenkt, dar elend am eigenen Leibe erfahren zu haben, friegsverlängernde unter ein bewaffneter Dampfer mit Kartuschhüssen als Decksladung, Ziele propagieren, besteht nun einmal ein Vorurteil, das Graf 2 andtags, Manner, gerichtlich zu verfolen sei, und ein Dampfer, der Kohlen von Shields nach London geladen hatte; ferner der englische Schooner Perch B., anscheinend mit Betrolenmladung, fowie die französischen Segler Edouard Detaille mit 3000 Tonnen Weizen für Frankreich, Bon Premier mit Rumladung, Eugénie Fantrel mit 3000 Zonnen Getreide für Frankreich, Mascotte, St. Pierre, Stella und St. Antonie. Die Tchtgenannten vier Segier hatten Fische geladen. Außerdem wurden die französischen Fischkutter Gloire und Jeune Mathilde vernichtet. Ein anderer der verjenkten Segler hatte Oel in Fässern an Bord Der Chef des Admiralstabes der Marine. Reventlow auch durch diese Erklärung nicht ausrotten wird. Der Gewährsmann und sein„ man". geitung" folgende Notiz in fettem Druck: Unter der Ueberschrift„ Es wirkt!" bringt die„ Deutsche TagesGin zuverlässiger, aus Paris nach der Schweiz zurüdgekehrter Gewährsmann berichtet dem„ Tag" über die politische Lage in der französischen Hauptstadt folgendes: Der Sturm auf das finnische Landtagshaus. Petersburg, 2. November.( Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Die Borläufige Regierung hat neuerdings angeordnet, daß der Präsident des finnischen weil er gewaltsam in das Gebäude des aufgelöften Landtags eingedrungen sei. um darin eine Sibung abzuhalten. Des Staatsanwalt des finnischen Senats benachrichtigte die Vorläufige Regierung, daß er dies nicht tun könne, da genügende rechtliche Gründe nicht vorlägen. Der Staatsanwalt fügte hinzu, daß Manner erst in den Landtag eindrang, nachdem die Menge die Tür eingeschlagen hatte. Sinnfeiner- Verfolgung. Die von Wien ausgegebene Parole, daß jezt, nachdem der Appell Czernins fein Ergebnis gezeitigt habe, die Zentralmächte Amsterdam, 2. November. Wie die Blätter ans Dublin melden, ibr Brogramm für den Frieden revidieren werden, hat in Paris wurden im Distritt Cort 50 Sinn feiner berhaftet. Zwei Vergroße Besorgnis ausgelöft. Es fei dies das erstemal, daß die sammlungen, in denen der Führer der Sinnfeinerbewegung De Bentralmächte drohen, von ihren militärischen Vorteilen Gebrauch Balera am Sonntag sprechen follte, wurden auf Grund des zu machen. Man schließt daraus auf eine innere Starfung des Reichsverteidigungsgefeßes verboten. Bündnisses, die man durchaus nicht erwartet hatte; eher rechnete man mit einer Absonderung Desterreich- Ungarns von Deutichland." Das schwere Weiter der letzten Zeit im Atlantik und in der Nordsee hat der Marine einen ihrer besten U- Boo18Sommandanten geloftet. Kapitänleutnant Schneider, welcher auf eine befonders erfolgreiche Tätigkeit als U- BootsKommandant aurüdbliden fonnte, ist bei der letten Fahrt feines 11- Bootes dura eine Sturziee über Bord gespült und fonnte von der Mannschaft nur noch als Leiche geborgen und auf See beDieser Gewährsmann ist den Zeitungslesern aller Sander, die Haag, 2. November. Hollandsch Nieuws- Bureau meldet aus graben werden. Das U- Boot ist wohlbehalten zurüidgelehrt. Außer sich einer Pressefultur erfreuen, eine wohlbekannte Person. Schon London: In ungefähr 80 Proz. der Kohlenbergwerke von Wales ist dem englischen Linienschiff Formidable, das von Kapitän- lum seiner Gefälligkeit willen, die in diefer an Liebenswürdigkeiten die Arbeit eingestellt. 100 000 Bergarbeiter sind ohne Arbeit, Streifbewegung in Wales.. Gewerkschaftsbewegung Berlin und Umgegend. Organisationen und Parteitag. Chefs für 250 Lohnpositionen die Lohnforde- eeklärte sich mit den Ergebnissen des Bürzburger Parteitages bol rung vergessen wird, die den Kliniken anvertrauten Leben möglichst Eine Kreisversammlung des 16. fächsischen Wahlkreises( Chemnitz) einverstanden. ,, Die deutsche Sozialdemokratie". Der Prozeß hat so trübe Schlagfeiten auf die Kliniken getvorfent, daß die vorgelegten Behörden sich nicht der Pflicht werden entziehen fönnen, eine Nachprüfung der getroffenen Einrichtungen zu veran lassen und dafür zu forgen, daß llebelſtände, wie fie offenbar vorhanden sind, schleunigst behoben werden. Arbeiter zu ihren Drganisationen erschüttert worden ist. Ein in Sachen Profeffor Henkel die Neberzeugung gewonnen haben, bat fchlechteres Zeugnis fonnten sich die Herren Unabhängigen nicht es unbedingt nötig ist, die Säuglingsstationen von den Frauen ausstellen. Gleichzeitig wird unferer alten Partei damit ehrend be- fliniten zu trennen und das Gutachten des Herrn Profeffor Hofmeier lundet, daß ihre Aufklärungsarbeit gute Erfolge gezeitigt bat. Es wird diese Ueberzeugung noch wesentlich stärken. wurde auch darüber geklagt, daß die Organisation der Unabhän Bon Staatsinftitutionen verlangen wir mustergültige Seitung Die Lohubewegung in der Berliner Uniformstickerei. gigen des 13. Kreises nicht in der Lage ist, ihren Verpflichtungen und Führung gleichgülig, ob es sich um eine Frauenllinit In den Uniformstickereien Berlins wurden für das Rahmen- gegenüber dem Zentralvorstande zu erfüllen. In einem Orte fleben oder um eine Säuglingsstation handelt. Ihre Leiter müssen ftiden Löhne gezahlt, die zum größten Teil noch aus den siebziger die männlichen Mitglieder keine Marken mehr. Trotz aller dieser nicht nur ausgestattet sein mit dem ganzen Rüstzeug ihrer Sabren des vorigen Jahrhunderts stammten. Die einzelnen Stüd- Zeichen des Niederganges erklärten die Regisseure hocmütig, daß Wissenschaft, sondern sie müssen auch gegenüber allen modernen Töbne wurden mit 20-30 Pf. per Stunde falkuliert, mit Ausnahme für alle Zeiten nicht an eine Wiedervereinigung zu denken sei. Nun Anforderungen, wozu vor allen Dingen die Reinlichkeit gehört, das für feldgrane Stickereien, die während des Krieges hergestellt werden ja, wenn die Leute so weiter fiegen"! nötige Verständnis zeigen. Der Prozeß Henkel wird die Bedenken und für die bei drei Firmen mehr gezahlt wurde. bis 60 Pf. die derjenigen Kreise ernstlich stärken, welche schon lange befürchteten, daß Stunde. Die Stickerinnen riefen die Hilfe des Deutschen Textildie Universitätskliniken von ihren Leitern in erster Linie als Lehrinstitute arbeiterverbandes an und im Juli d. J. wurden auf Veraufgefaßt werden und daß darüber die noch viel wichtigere forde langen der rungen eingereicht. Nach mehrfachem Drängen der Stiderinnen zu erhalten bezw. die Gesundheit der Kranken wieder herzustellen. eridien am 8. September die erste Lohntabelle für GoldWir wissen sehr wohl, daß die Säuglingsheime nur ein and Silberuniformstidereien, die für 54 Positionen eine Bestandteil des großen Gebietes der Säuglingsfürsorge sind, aber durchschnittliche Lohnerhöhung von 54 Proz. brachte, einzelne Stüd die Forderung muß aufrechterhalten bleiben, daß gerade dieſe löhne mußten um 100 Proz. erhöht werden. Diese Tabelle brachte Die Süddeutschen Monatshefte" haben eine Sondernummer Säuglingsheime mustergültige Institute sind, welchen die Erhaltung aber auch bei drei Firmen Lobnabzüge für die dort besser bezahlten erscheinen lassen, die sich mit der Sozialdemokratie beschärligt. Mar des Lebens der Neugeborenen doch erste Pflicht sein muß. feldgrauen Stidereien. Bei den anderen schlechter Schippel hat über Sozialdemokratie und auswärtige Politik gezahlenden Firmen natürlich Lohnerhöhungen, die Abzüge be- fchrieben, Konrad Saenisch über den organisatorischen Aufbau, tragen im Durchschnitt 22 Broz.. die Erhöhungen 42 Proz. Timm über die Beziehungen der Partei zu den Gewerkschaften, Diese Lohntabelle tuar auch jehr unvollständig, und die Dr. Gertrud David über Sozialdemokratie und GenossenStickerinnen fahen sich gezwungen, die Kriegsamtsstelle in den schaften, Wilhelm Keil über die Stellung der Partei zum FinanzMarken um Unterstützung anzurufen. Am 9. Oktober fand dort wefen, Dr. Mar Duard über die fozialpolitische Tätigkeit der eine Verhandlung statt, und es wurde beschlossen, daß vom Tage Sozialdemokratie, Hugo Lindemann über Sozialdemokratische ab alle Gold- und Silberstidereien mit 50 Pf. die Stunde zu bes Gemeindepolitit, Otto Thomas über Sozialdemokratie und Volks rechnen sind. Um zu verhüten, daß der Stücklohn durch eine zu bildung und schließlich Wilhelm Kolb über die Aufgaben der furz berechnete Arbeitszeit herabgedrückt wird, wurde den Stickerinnen Sozialdemokratie. empfohlen, eine genaue Zohnstatistik zu führen mit Angabe der wirklich gearbeiteten Stundenanzahl für die einzelnen Stidereien, Sollte fich dann ergeben, daß die Chefs auf den Tabellen bie Arbeitszeit gering berechnet haben, fo muß diefer Fehler Beseitigt werden. Beide Parteien, Arbeit geber und Arbeitnehmer waren hiermit einverstanden. 15. Oftober erschien die Lohntabelle für seidene Marine armabzeichen, die für 71 Positionen eine durchschnittliche 50prozentige Lohnerhöhung brachte, in einem Fall mußte der Stüdlohu um 232 Prozent gesteigert werden. Am 20. Oftober erschien die Lohntabelle für Achselflappen und Abzeichen, die für 45 Positionen eine durschnittliche Lohnerhöhung von 43 Prozent brachte, in drei Fällen mußten die Löhne um 100 Prozent gesteigert werden. Jnr Ganzen beträgt die Lobnerhöhung durchschnittlich 46 Prozent. Hieran find beteiligt neun Firmen mit 350 Stickerinnen, die zum großen Teil Seimarbeiterinnen sind. Am Dreck und nasse Windeln. Industrie und Handel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Die Allgemeine Berliner Omnibus- Gesellihaft A.-G., hat im Oktober d. J. 137 216 2.( i. 23. 407 710 7.) eingenommen, das sind gegen das Vorjahr 270 493. weniger. J Die Berliner Elektrizitätswerte verteilen mit Rüd> ficht auf den höheren Ertrag der Beteiligungen 8 Proz. gegen 7 Broz. im Vorjahre. Jm Berichte wird die Abstoßzung der Be Der Disziplinarprozeß gegen Profeffor Henkel in Jena hat teiligung an dem Elektrizitätswerk A.-G. erwähnt und bemerkt, daß. eine Reihe von Mißständen enthüllt, von welchen wir zwar an- auch der Besitz von M. 1000 000 Stammattien der durch den Krieg nehmen, daß sie in gleicher Schwere fich nicht an anderen Stellen in ihrer Entwicklung gebemmten A.E.G. Schnellbahn A.-G. zum Die Bayerischen wiederholen werden, die aber besonders an öffentlichen Instituten Erwerbspreis von 100 Proz. verkauft worden sei. unmöglich zu machen, dringende Pflicht der Medizinalbehörden sein Stickstoffwerke A.-G., an der die B... beteiligt sind, floriert. Die Gesells muß, wenn nicht das Ansehen der Universitätskliniken dauernde Ebenso die Elektrochemischen Werke G. m. b. H. Schädigung erfahren und das Vertrauen zu ihnen in weiten Streifen ichaft hat ein verfügbares, zu 5 Proz. verzinslich angelegtes Guthaben von 47 Millionen Mark. Das beweist. daß sich der schwinden soll. Dem aufmerksamen Refer der Verhandlungsberichte mußte sich Konzern der A.E.G. für die Uebergangswirtschaft sehr hohe sehr bald die Ueberzeugung aufdrängen, daß nicht nur der Ange- Beträge zur Disposition halten will. In diesem Zusammenhange flagte recht eigentümliche Ansichten über seine Berufspflichten be- fei auch erwähnt, daß die A.E.G. eine erhebliche Erhöhung des fundete, fondern auch Gutachter sich zu Aeußerungen verstiegen, die Kapitals zur Uebernahme der Beteiligung der B.E.W. an die Elektronicht nur vor fintflutlich anmuten, sondern die auch, und das erfcheint werke A.-G. durchgeführt, im September aber ihrerseits die genannte uns als besonders wichtig und entscheidend, jeden menschenfreund- Beteiligung an der Elektrowerfe A.-G. an das Reich verkauft hat, so lichen Sinn vermissen lassen. Für einen Arzt ist diefer Sinn aber daß sie die ihr aus der Stapitalserhöhung zufließenden Gelder eins unumgänglich nötig und noch weniger darf man ihn bei dem faifierte, ohne sie ihrem ursprünglichen Zwecke zuzuführen. Das Erakademischen Lehrer vermissen, deffen Aufgabe es nicht nur ist, feine gebnis auch diefer Transaktion ist also eine erhebliche Vermehrung Hörer mit den rein technischen Fertigkeiten vertraut zu machen, die der verfügbaren Gelder der A.E.G in seinem Spezialfach nötig sind, sondern dem auch die Pflicht obliegt, die jungen Kandidaten der Medizin zu warmherzigen, mit fühlenden Beratern der leidenden Menschheit heranzubilden. Was soll man dazu sagen, daß jeßt, zu einer Zeit, wo aller- Die hoch und Untergrundbahn( ohne die Schönes orts der Wert jedes einzelnen Menschenlebens erfannt wird, wo berger, Wilmersdorfer und Dahlemer Bahn) beförderte im Monat man allerwege bestrebt ist, die Säuglingssterblichkeit auf das dent Oftober 1917 9741 264 Personen gegen 7095 951 Personen im bar mindeſte Maß herabzudrücken, ein medizinischer Sachverständiger gleichen Monat des Vorjahres. Die Einnahmen betragen 1 326 968 nach stenographischen Aufzeichnungen behauptet:„ Bei gefunden, gegen 945 216 M. Die Betriebseinnahmen seit dem 1. Januar Säuglingen fommt es gar nicht darauf an, ob sie im Dred liegen 1917 betragen 11 822 179 M. gegen 8 280 381 M. im Vorjahre. Die oder nicht, fie bleiben eben gesund." Angesichts einer solchen Aeuße- Flachbahn Warschauer Brüde- Lichtenberg vereinnahmte im Cfrung sollte man es wirklich für nötig erachten, daß nicht tober 1917 27 041 m. gegen 16 043. nur junge Mädchen und Frauen mit den wichtigsten Auf- Die Schultheiß- Brauerei.- G. schlägt für ihre Genegaben der Säuglingspflege vertraut gemacht werden, sondern ralversammlung am 8. Dezember wie im Vorjahr eine Dividende auch Geheime Hofräte zur Teilnahme an derartigen Kurien von 16 Proz. vor. Die Abschreibungen belaufen sich auf 2068 211 M. Dann würde auch der Geheime Hofrat( Vorjahr 2062 337 M.). angehalten werden. Hofmeier, Würzburg, erfahren haben, daß Reinlichkeit für Aus der Kaliindustric. die Erhaltung der Säuglinge doch von größerem Einfluß ist, wie Eine Mittwoch abgehaltene Gesellschafterversammlung bes er als Sachverständiger es darstellt. Obgleich wir bisher der Meinung waren, daß für den Arzt überall Reinlichkeit als erste und Stalisynditats stand unter dem Eindruck der ungünstigen unumgängliche Bedingung für fein ganzes Wirten zu gelten bat. Lage, in welche die völlig angenügende gefeßliche Gestaltung der Dem Hettn ist es auch fraglich ob dem Direktor einer Frauenklinik Verkaufspreise, Arbeiter-, Kohlen- und Wagenmangel die KaliDer Vorstand berichtete, daß der Absaz die Schuld für irgendwelche Vorkommnisse in der Säuglingsstation industrie gebracht haben. treffen fann" und es ist ihm unverständlich, wie man den Direktor der ersten neun Monate dieses Jahres 8,054 Millionen Doppelzenteiner Frauenklinik für die erhöhte Säuglingssterblichkeit innerhalb ner einfali betrage und nur unwesentlich höher sei, als int der ersten acht bis bierzehn Lebenstage verantwortlich gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Wert dieses Abbes bemachen tann." Da muß es doch ausgesprochen werden, laufe sich auf rund 181 Millionen Mart. Der Durchschn.tserlösmachen bag der Direktor einer Klinik verantwortlich ift für preis für alle Staliserten war im Jahre 1913, dem lebten Friedensalle Stationen, die feiner Aufsicht unterstellt sind. Deshalb wird jahre 17,26 M. für den Doppelzeniner Reintali, während er im man ihn noch nicht für jebe„ naffe Windel verantwortlich machen Jahre 1917, dem vierten Kriegsjahre, etwa 21,5 M. betragen dürfte. und ihn feiner Stelle entheben". Zweifellos find diejenigen Per- Die Nachfrage der deutschen Landwirtschaft nach Kalifalzen ist fonen, die eine Klinik aufiuchen oder Angehörige dort unterbringen, außerordentlich start. Während sie im Jahre 1913 5,3 Millionen berechtigt, zu verlangen, daß in erster Linie der Direktor sein bestes Doppelzentner Reintali bezog, sind im Jahre 1916 6,8 millionen Zu der„ Hochburg" der Unabhängigen. Wissen und können einfegt, um die Stranken, soweit dies irgend Doppelzentner geliefert worden; sie wird in diesem Jahre vorausIm 13. sächsischen Wahlkreise( Leipzig- Land) sieht es nach den möglich ist, wieder herzustellen. Nach den Aussagen des Geheimen sichtlich mehr als 71 Millionen Doppelzeniner Reintali erhalten. Berichten, die dieser Tage in der Generalversammlung gegeben Hofrats Hofmeier, der Leiter der Universitäts- Frauenklinik in Das Kalisyndikat erstrebt eine neue fräftige Erhöhung der Preise. wurden, anders aus, als es nach den üblichen großen Worten zu Würzburg ist. drängt sich dem Laien beinahe die Ansicht auf, die erwarten war. Die Mitgliederzahl ist im legten Halbjahr Spezialisierung der medizinischen Wissenschaft habe bereits solche Berantwortlich für Bolitik: Erich Kutiner, Berlin; für den übrigen um 1495 zurüdgegangen. Dafür werden die militärischen Ausdehnung angenommen, daß ein Gynäkologe nicht mehr imftande Teil des Flattes: Alfred Scholz, Neukölln: für Inferate: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruderet u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Einziehungen, aber auch die Handlungsweise der Regierungs- ift, frante Säuglinge wieder der Gefundung zuzuführen. Berlin SW. sozialisten" verantwortlich gemacht, durch die das Vertrauen der Weite Kreise der Bevölkerung werden aus den Werbandlungen! Hierzu 1 Beilage und Unterhaltungsblatt. Generalversammlung der Holzarbeiter. Die am Donnerstag abgehaltene Generalversammlung der Zahlstelle Berlin des Deutschen Holzarbeiterverbandes nahm den Bericht vom Gautag entgegen und wählte die Kollegen Ditt mann, Glode, Moisch und Güth als Delegierte zur Reichsfonferenz des Verbandes, die sich mit der Frage der Tariffündigung und der vom Vorstande beantragten Neuregelung des Beitrags- und Unterstützungswesens zu bes schäftigen hat. Unter Hinweis auf die Lebensmittelschwierigkeiten, besonders die durch Wucher und Schleich handel erzeugten Migitände, beantragte Moiich, die Berliner Gewerkschaftskommission aufzufordern, innerhalb 14 Tagen allgemeine Versammlungen zur Frage der Lebensmittelverforgung einzuberufen. Sollte die Gewerf schaftskommission dem Verlangen nicht nachkommen, dann foll die Ortsverwaltung des Verbandes sich mit den anderen Gewerkschaften in Verbindung segen zum Zweck der Veranstaltung von Versammlungen der genannten Art. Der Antrag wurde angenommen. Die endgültige Abstimmung über den Anschluß des pari. tättiden Arbeitsnachweises an den städtischen Arbeitsnachweis hatte eine frühere Generalversammlung ausgesetzt und die Ortsverwaltung beauftragt, nochmalige Verhandlungen anzufnüpfen, um Sicherungen zu schaffen gegen eine Arbeite vermittelung bei Streite, die in einer vielleicht eintretenden tariflofen Zeit geführt werden könnten. Die Ortsverwaltung ist nach eingehender Beratung und Besprechung mit den am Tarif und am Arbeitsnachweis beteiligten Hirsch- Dunderfchen und driftlichen Organisationen zu der Ueberzeugung gelangt, daß bei sinngemäßer Anwendung des Arbeitsnachweisreglements die Befürchtung, der Arbeitsnachweis würde Streitbrecher vermitteln, nicht begründet ist. Auf Anraten der Ortsverwaltung ftimmte die Versammlung dem Anschluß end gültig zu. Parteinachrichten. Deuticher Buchbinder Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Ten Kollegen zur Nachricht, daß am 30. Dober unjer Mitglied, der Lederarbeiter Wilhelm Krellenberg in einem Rejerbe- Lazai ett verstorben ft. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. November, nachmittags 4 Ubr. von der Leichenhalle des alten Garnison- Friedhofes in der Hafenheibe aus ftatt. Ferner verstarb am 30. Dt tober unier Mitglied, ber Buchbinder Karl Krause. Die Beerdigung fin et am Sonnabend den 3. NoDember, nachmittags 2, Uhr, auf dem Neuköllner Gemeinde Friedhof, Mariendorfer Weg, statt. Aim 30. Ditober verstarb unser Mitglied, der Buchbinder Richard Podolski. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. No. vember, nachmittags 4 Uhr. auf dem Nazareth- Kirchhof in der Seestraße statt. Wir werden ihr Andenken in Ghren halten. Um zahlreiche Beteiligung erfucht 31/8 Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiterverband. Bezirksverwalt. Groß- Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der fallmann August Schirmer ant 30. Ottober im Alter bon 71 Jahren ber storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. No: vember, nachmittags 3 11br, der Leichenhalle des Gemeindefriedhofes in Oberschöneweide aus statt. Don Um rege Beteiligung erJucht Die Bezirksverwaltung. Ordnerschaft der Teuen freien Volksbühne. Hiermit die traurige Nachricht, daß unser langjähriger Ordnerfollege Karl Krause gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. d. Wits, nachm. 2 Uhr, auf dem Gemeindenriedhof, Mariendorfer Weg, statt. Um rege Beteiligung bittet 155/11 Der Vorstand. Universal- Briefsteller Pracht- Pelz- u.Plüschmäntel Echt Seal Electric, Persianer- Klaus KidKreuz mit breiten Verbrämungen, wand rvolle Stücke, gediegene Fella. Einzelne Modelle. Ia Sealpltisch mit echten Pelzbesätzen, Glockenformen, glatt Seide, Astrachan, Mohair, Plüsch. Einzelne Modelle. 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