Nr. 308. 34. Jahrg. Bezugspreis: k!?rtx??ähr!. L.SVMl. monil!. IWMi, wöchentlich SO Pfg. frei m-j HallS, DorouägaSiSai. Einzelne Wochentags» Kümmern 6 Hfz sQnntagsnummcr mit illustrierter Seilage.Die Neue Well' ly■Bfa- Postbezug: Monatlich 1.80 3� Unter Kreuzband für Drlltschinod und Oesterreich. Ungarn ?Ä> Ml., für das übrige Ausland 4 Mb monatlpz Postbestellungen nebme» an Dänemark, Holland. Luxemburg, EAweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Toft-Zeitungs-Preislisti. Erscheint täglich. Telegramm• Adresse: »Sozialdemokrat Berlin", ...... �* Vevlinev Volksblskt. (� 5 Pfennig} Der AnzeigeupreiS erträgt f. die stebengslvallene Soldiiel» »eile S0 Pfg.„Kleine Zlnzeigcn", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zu» lässig 2 fettgedruckte weite leine Anz ..g.(zu» SlBorte), ledeS iitere Bort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Bort 10 Pfg., jedes weitere Worts Pfg. Borte Über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Tsuerungszuschiag 20°/» Familten- Anzeige» SV Pfg.. polisische u. gewerkschaftliche BcremS- «lnzeigen 40 Psg die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmitL im Hauplgeschäir. Berlin£22.68, Lindensiratze 8, abgegeben werden. Geöffnet von S llbr stüh bis 7 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemoltratifcbßn Partei Deutfdjlands. Redaktion: EW. v8» �inüenstratze Z. Fernivreckier: Arnr Morinplat«. Str. ISl SV— 131 97. Freitag» de« 9. November 1917. Expedition: EW. 68, Linöenstraße 3. Fernivreriier: Amt Morttzvla«. Nr. 1S1S0— 1SI S7. vie Kevolution der Losung der deutschen KrUe. cheiviks. helfferich entlassen.- Paycr Vizekanzler. Gewaltsame Umwälzung' in Rußland, friedliche in Deutschland, das ist die Signatur des Tages. Während in Rußland die Macht der Bolschewiks durchbrach, hat in Deutsch» land in stillen Verhandlungen das System des Paria» mentarismus einen grundsätzlichen Erfolg errungen. Wir sind fest in der Ueberzeugung, daß die Leiden des rufst- schen Volkes nicht vergebens sein werden und daß aus der un° geheuren Wirrnis der russischen Revolution doch etwas Großes für Rußland und die ganze Welt hervorwachsen wird. Wir wollen aber auch den politischen Fortschritt, der sich bei uns zu Lande zäh und unaufhaltsam durchsetzt, nicht gering schätzen. Wolffs Bureau meldet in später Abendstunde: Berlin, 8. November. lAmtlich.) Staatsmimster Dr. Helfferich hat Seine Majestät den Kaiser gebeten, ihn von seiner Stellung als Stellvertreter des Reichskanzlers und Mitglied des preußischen Staatsministeriums zu e n t° binden. Seine Majestät hat diesem Wunsche unter Vor» behalt späterer anderweitiger Verwendung stattgegeben. B e r l i n, 8. November. Wir wir van gutunterrichteter Seite hören, dürfte als Nachfolger des Staatssekretärs Tr. Helfferich in seiner Stellung als Vertreter des illeichskanzlers der Reichstagsabgrvrdvete Geheimer Rat Exzellenz v. P av e r in Frage kommen. Wie weiter verlautet, gilt die Besetzung der Stelle des Vizepräsidenten des preußischen Ttaatsministe. riums durch' den Landtagsabgeordneten Geheimen Regie- rungSrat Profesior Tr. F r i e d.b c r g als wahrscheinlich. * Eine Exzellenz wird Vizekanzler und ein Gehelmrat Stellvertreter des preußischen Ministerpräsidenten. Aber die „Exzellenz" ist Vorsitzender der fortschrittlichen Reichstags- fraktion und der„Geheimrat" Vorsitzender der nationalliberalen Landtägsfraktion. Die Ernennung beider politischen Persönlichkeiten ist von der Sozialdemokratie gewünscht wor- den. die darin den Anfang zu einer wirklichen Parlamentari- sierung des deutschen Regierungssystems erblickt und davon eine Stärkung d e r d e u t s ch e n F r i e d e n sp o l i t i k und eine Erleichterung der-preußischen Wahl» reformerwartet. Die Sozialdemokratie ist sich der grundsätzlichen Unter- schiede, die sie von der neuen Regierung trennen, vollkommen bewußt.. Sie hat darum eine persönliche Beteiligung an ihr nicht angestrebt. Und auch diese neue Regierung wird sie n u r nach ihren Taten beurteilen. Sie hegt aber den leb- haften Wunsch, daß diese Taten Teutschland der Freiheit und dem Frieden näher bringen werden, und in allem, was die neue Regierung in dieser Richtung tun will, fällt ihr ganz von selbst die Unterstützung der Sozialdemokratie zu. Die Sozialdemokratie gibt ihre Forderungen, die über öas schon bekannte Programm der Regierung hinausgehen, nicht auf, hält aber dieses Programm, aus dessen loyale Durch- führung sie rechnen darf, für so wichtig, daß seine Erledigung allem anderen vorangehen mag. An ihr will sie sich, gemein- sam mit den anderen Atzihrhcitsparteien redlich beteiligen. Aber auch spätere KärnviVoie einmal kommen mögen, werden auf anderem Boden ausgefochten werden: auf dem Boden des parlamentarischen Systems, den zu schützen eine wichtige Aufgabe der Partei sein wird. Deutschland ist im Kriege ein anderes geworden, als es zu seinem Beginn war. Diese Entwicklung liegt setzt klar vor unleren Augen. Hier steht jetzt ein Volk, das sich verteidigt und kämpfend auch in seinen innern Einrichtungen fortschreitet, ein Volk, das, fern von Vergewaltigungsabsichten. den Frieden sucht. Die deutsche Sozialdemokratie aber bat gewiß noch ungeheuer viel Arbeit vor sich, sie hat heute aber auch ein gutes Stück Arbeit hinter sich! weitere Verzögerung üer Wahlrechtsreform Die Einbringung der Voblrechtsvorlage, die dem Ab- geordnetcnbause schon in voriger Woche zugehen sollte und deren Einbringung infolge des Wechsels des Ministervräsi- denten hinausgeschoben wurde, bat eine weitere Ver- zögerung erfahren. Es gewinnt fast den Anschein, als ob irgendwelche Mächte an der Arbeit sind, die ein Interesse daran haben, daß die wichtige Vorlage so spät an den Landtag gelangt, daß ihre Erledigung in der lau- senden G e s e tzg e b u n g s p e r i o d e überhaupt ausgeschlossen ist. Um so mehr sollten die Wahl- rechtsfreunde alles aufbieten, um diese Pläne zuschanden zu machen. Von der neuen Regierung ist zu erwarten, daß sie diese Hindernisse beseitigt, Sturz öer russischen Regierung»! diktatur des Proletariats. Kcrenski entflohen— Terestschenko verhaftet London, 7. November. Reuter erhielt ein Telegramm von der amtlichen Petersburger Tele- grophenageutur, die in Händen der Maximalisten ist, in dem es heißt, daß die Maximalisten die Stadt in ihrer Gewalt haben und die Minister verhaften. Ter Leiter der Be wegung Lenin verlangte sofortigen Waffenstillstand und frieden. Petersburg, 7. November. Meldung der PeterS burger Telegraphen-Agentur. Das Vorparlament hat gegen Mitteruächt in Beantwortung der Vertrauensfraqe, die K e r e n S k i gelegentlich seiner Rede über daS Vorgehen deS HcereS der Maximalisten stellte,� mit 123 gegen 1tt2 Stimmen, bei 26 Stinuueuthaltnngen, eine Entschließung angenommen, in der die sofortige Bildung eines öffentliche» Wohlfahrtsausschusses gefordert wird, den Agrarausschüssen Land zu übergeben und die russische Di plomatie zu rutsch cideuden Schritten zu veranlassen, damit die Alliierten sich über die FriedeuSbedingungen ausspreche» und F r i e SenSunterhaodluuneu'eillleiten. Im Laufe der Nacht und heute früh verschärfte sich der Streitfall zwischen der Reg erung und dem Arbeiter- und Soldatcnrat noch weiter. Das Vorgehen der Maxima- liste» entwickelte sich ziemlich schnell. Der Telegraph ist bereits iu ihre Hände übergegangen. Petersburg, 7. November.(Reuter.) Eine Abteilung Marinesoldateu unter dem Befehle des revolutionären Ausschusses der Maximalisten besetzte die Ge- schäfisräumc der amtlichen Petersburger Tele- gravhe»- Agentur, die Telegraphen zentrale, die Staatsdank und das Marinemiuisterium, wo der Rat der Republik tagt, dessen Sitzungen angesichts der Lage aufgehoben wurden. Bis jetzt wurden keine Unruhen gemeldet, mit Ausnahme einiger Fälle von Apachentum. Der Verkehr und das Leben in der Stadt sind normal. Ter Rat der Republik tagt im Marien palaiS, dem TagungSorl des alten ReicbSraics. Offenbar ist die Bezeickmung „Marineminisierium" im obigen Telegramm aui einen Trucksehler zurückzuführen, denn gerade im Marineministeiium hat der bolschewistische ZeniralauSichutz seinen ständigen Sitz. Aufruf an Sie Mnnee. Wien, 8. November. Aus dem Kriegspreffequartier wird gemeldet: Unsere Radiostationon im Nordosten haben heute folgenden verstümmelten Funkspruch aufgenommen, der von Petersburg an alle Armeen gesandt wurde: Aufruf des kriegSrevolutionciren Komitees. (In offener Sprache; der Anfang der Depesche fehlt.) Die politischen Gefangeiicu werden unverzüglich befreit. Die ehcmaligcu Minister Konowalow, Kischkiu, Terestschenko, Maljautowitsch, Nikitin usw. wurde» von dem revolutionären Komitee ins Gefängnis gesetzt. Kerenski ist entflohen. Es wird allen Armeeorganisationen anbefohlen, Maßnahmen zu treffen, um KereuSki sofort zu verhaften und ihn»ach Petersburg auszuliefern. Jede Hilfe zugunsteu KereuskiS wird als schweres Staatsverbrechen bestraft werden. I» Petersburg hat die Arbeiter- und Sol- dateurevolution gesiegt. Der allrussische Kongreß der Arbeiter- und Soldaten- deputierten drückt die Hoffnung aus, daß auf den Eisenbahnen die Ordnung aufrechterhalten bleibe und der Betrieb nicht eine Minute lang unterbrochen werde. Die letzten Heschlüffe öer vorläufigen Regierung. Kopenhagen, 8. November. Einem Petersburger Telegramm zu- folge wm de der Ehef der diplomatischen Kanzlei bei Kerenski, Füist Trubetzkoi. ,um Noischafier in Rom ernannt. Ter bisherige Verweser der Bolschaft in Rom, von Gier», wurde zum Bot- schaster in London einannt. Die vorläufige Regierung bat nun endgültig beschlossen, sich auf der Pariser Nlliirrten- konferenz durch die Minister Terestschenko und P r o k o- p o w i t s ch sowie durch General Jakowlew vertreten zu lasten. Bon A. G r i g o r j a n z. Das. Ereignis,'das in den letzten Wochen allgemein er- wartet wurde, ist eingetreten: die Extremen der beiden sozio- listischen Parteien, der Pplschewiki-Flügel der Sozialdemo- kratie und der linke Teil der Sozialisten-Revolutionäre, der mit den Bolsckewiki zusammengeht, bemächtigten sich der Rc- gierungsgewalt in der, Hauptstadt und sie proklamieren nun- mehr die Diktatur des Proletariats und„der ärmeren Bauernschaft", wie die bolschewistische Formel lautet. Nach acht Monaten der Herrschast der Revolution, reißt ein Teil der revolutionären Demokratie die Macht an sich, da nach Ansicht dieses Teils alle anderen revolutionären Faktoren der Sache der Revolution untreu geworden seien. Die Lage ist also gegenwärtig die: Der linke Flügel der revolutionären Demokratie tritt nicht nur gegen die Re- aktion, nicht nur gegen das gesamte Bürgertum, sondern auch gegen alle anderen sozialistischen Par- teien und Richtungen auf und sagt ihnen ent- schlossenen Kamps an. Welche Kräfte wirken dabei mit, welche Ziele werden verfolgt, wie steht es mit ihren Aussichten? Tie Bolschewik:(von der bürgerlichen Presse und den ausländischen Karrespondeten„Maximalisten" genannt) sind die eine der zwei Hälften(die Mehrheit), in die sich die rujsi- sche Sozialdemokratie seit ihrem Parteitag 1963 gespalten hatte. Sie vertrat, entgegen der anderen Hälfte der Partei— den Menschewiki oder Minimalisten— eine Politik, die zwar viel von dem Willen der Massen sprach, aber der Jnitia- tive von Gruppen, geheimen Verbindungen, der Vorberei- tung des bewaffneten AufstandeS ausschlaggebende Bedeu- tung beilegte. Während die Menschewiki in ihrer Taktik die. marxistische Methode der Organisation und Aufklärung der Massen verfolgten, waren die Bolschewiki nichts anderes als die Blanquisten nach russischer Art, wie dies T r o tz k i früher zu wiederholten Malen so überzeugend nachgewiesen hat. Kriege gab cs auch bei den Bolschewiki Spaltungen, in- dessen die Haupttendenz blieb bei ihnen die alte. Lenin und.seine Gesinnungsgenossen stellten die These auf, daß d i e Niederlage Rußlands im Kriege das kleinere Uebel sein würde, daß Rußland überhaupt in seine Bestandteile zerfallen müsse und daß vor allem— das forderte er nickst nur von den russischen Arbeitern— der Bürgerkrieg einzusetzen habe. Durch den Bürgerkrieg sollte der imperialistische Krieg zusammenbrechen und dem Siegeszug des Sozialismus die Bahn eröffnet werden. Die Petersburger Arbeiterschaft war stets in ihrer Mehrzahl bolschewistisch, indem sie den in jeder Situation entschiedeneren und weitergehenden Losungen der Bolschewiki Gefolgsckiaft leistete, was ja im Hinblick auf die Lage in Ruß- land erklärlich war. Es war dagegen zunächst weniger»er- klärlich, daß nach dem Siege der Revolution die berufene Vertretimg der Petersburger Arbeiterschaft, der Arbeiter- und sväter auch der Soldatenrat, in ihrer Mehrheit anti- bolsckiewistisch wurde. Zum Teil läßt sich dieser Umstand auf die Einwirkung der bäuerlich-soldatischen Vertreter zurück- führen. Auch der Kongreß aller Arbeiterräte Rußlands hat sich gegen die bolschewistische Richtung aus- gesprochen und einesi Zentralausschuß gewählt, der in der Hauptsache aus den Menschewiki und Sozialisten-Revolutio- nären bestand. Der Einfluß der Bolschewiki schien auf ein Mindestmaß zurückgedrängt worden zu sein. Indessen, ihre zielbewußte Politik half ihnen desto weiter. Ihre Kriegspolitik. verlangt sofortige Friedensa n- b a h n u n g, offene Absage an die Kriegsziele der Entente, Aufforderung an das Proletariat aller Länder, über die Köpfe ihrer Regierungen hinweg. Frieden zu schließen und den Sozialismus herzustellen. So lautet die Theorie. Die Massen des russischen Volkes und der russischen Armeen sind jedoch in Theorien wenig bewandert. Aus dem ganzen Wort- schätz des Bolschewismus wird daher das Wort Friede aus- gefangen, und dieies Wort übt auf die Massen ihre magische Wirkung aus. Allenthalben sehen wir m letzter Zeit den Siegeszug der Bolschewiki. der parallel Png mit der z» nehmenden Passivität und Revolutionsmüdigkeit breitcrer Massen und der steigenden Unordnung im Staatsleben. Das Auftreten der Bolschewiki mit ihrer Forderung. „die ganze Macht— den Sowjets!", die Arbeiter-. räte sollen die Staatsgewalt in die Hand nehmen, wurde iminer aggressiver. Währenddessen erreichte der Wirtschaft- liche Zerfall Rußlands eine Höhe, die nicht mehr erträglich ist. Der Zentralausschuß der Arbeiter- und Soldatenräte. in Uebereinstimmung mit der gesamten Demokratie, entschied sich dafür, eine provisorische Volksvertretung zu bilden, um JKegieruitö zu helfen, das Land über die enisetzliche Zeit hinüberzuretten. Auch das Bürgertum willigte schließlich ein, und so schien es, daß das Land endlich ein Provisorium er- halten sollte, das einige Dauer versprach und für die Kon- stituantc ersprießliche Vorarbeit leisten konnte. Dieser Lösung der Krise setzten die Bolschewiki ihren Widerstand entgegen und sie verließen die erste Sitzung des Vorparlaments unter Protest. Ihr Protest fußte darauf, daß die Uebernahme der Staatsgewalt durch die Sowjets— die Diktatur des Proletariats, der einzige Ausweg aus dem Wirr- war sei. In dieser Auffassung stehen die Bolschewiki so ziemlich allein. Nur der ganz kleine linke Flügel der Partei des A g r ar- S o z i a l i s m u s— der Sozialisten-Revolutio- uäre— geht mit ihnen. Der größte Teil des russischen Sozia- lismus, der Sozialdemokratie, der Sozialisten-Revolutionäre, die Partei der Volkssozialisten u. a. stehen entschieden auf dem Boden der Koalition mit den Bürgerlichen. Sie erklären, daß die Kräfte der Demokratie allein nicht ausreichen würden, um die an sie herantretenden Aufgaben zu bewältigen. Sie er- klären es für eine Utopie, in einem so zurückgebliebenen Staate wie Rußland, die bürgerlichen Elemente von der Rc- gierunasarbeit ausschalten zu können. Tie zweite Lösung der- treten die„Internationalisien", die ans den Menschewiki und einigen Bolschewiki bestehende Gruppe der„Zimmerwalder Linken", deren markantestes Organ die Gorkische„Nowaja Shtsnj" ist. Diese Richtung bekämpfte ebenfalls den Bolsche- wisnms und forderte die Uebernahme der Staatsgewalt durch eine Koalition der Demokratie, mit Ausschluß der Kadetten und der anderen bürgerlichen Parteien. Sie war der Ansicht, daß die Macht der Arbeiterklasse und ihrer Vertretung, der Sowjets, zu gering sei, gemessen an den Riesenausgaben, die der Lösung harren, und an den Kräften des Widerstandes, die ihr entgegentreten werden, wenn sie zur Macht gelangen würde. Sie redete das Wort der Vereinigung der Anstrengungen der gesamten Demokratie, also der Ar- beiter, der Bauern, der Soldaten, der Berufsgruppen, der Intelligenz, der Genossenschaften u. a. m. Ueber die A u s s i ch t c n, die eine bolschewistische Re- gierung haben würde, hat sich vor kurzem„Nowasa Shisnj" «! einem bemcrkenS.verkeu Artikel geäußert. Unter Berufung auf eine Reihe von Aufsätzen Lemns in dem Petersburger „Rahotschi Puls" stellt der bekannte sozialdemokratische Schriftsteller W. Basarow fest, daspLenin gegen alle Reform- Pläne scharf protestiert. Lenin will keine Äenderung, sondern Abschaffung der Zentralregierung, denn jede Zentrali- fation sei mit Burcaukratismus gleichbedeutend. Die Mini- fterien und andere Zentralverwaltungen müssen ab- geschafft werden. Die Arbeiterrätc— das ist die Regierung, das sind die Regierungen. Keine komplizierten Gesetze! Sondern: Lkontrolle der gesamten Prowiktion durch die Arbeiterrätc, Verteilung der Produkte durch die Räte und Organisierung eine» regelrechten Waren- und Getreideumtausches. Sollte dieses Programm kon- fequent durchgeführt werden können, so würde das in unserer iJeit der komplizierten kapitalistischen Wirtschaft in wenigen Tagen zu Verwicklungen führen, die mehr als ver- hängnisvoll sein würden. Zu diesem Schluß gelangt auch Basarow in seiner Betrachtung. Aber er sagt:„Möge die Zentrale in der Hauptstadt heißen wie sie wolle— Ministerium oder anderswie— sie werde schon in den ersten Tagen ihres Bestehens durch Telegramme von den örtlichen Sowjets bestürmt werden, die die Herstellung einer Ordnung in der schrecklichen Anarchie verlangen würden." Der Artikel der .„Nowaja Shisnj" faßt seine Betrachtungen über dieses Thema so zusammen:„Es bestehen daher die ernstesten Gründe für die Befürchtung, daß der Augenblick des Triumphes der Bol- schcwiki der Anfang vom Ende des Bolschewis- m u s und damit auch der Anfang vom Ende der Re- v o I u t i o n sein wird." Viele Provhezeiungen haben sich gerade in diesem Kriege schließlich als falsch erwiesen. Die nächste Zukunft wird uns zeigen, welchen Weg die Bolschewiki betreten werden, um ihre besonderen Anschauungen zur Verwirklichung zu bringen. «• ''* NachschriftderRedaktion. Die deutsche Sozial- deiuokratie hat für ihr eigenes Land die Anwendung bolsche- wikischer Methoden niemals gewünscht, und damit war für sie als internationale sozinlistisck)? Partei auch ihre Stellung zu den BolschewikS Rußlands gegeben. Den Bolschewismus in Deutschland bekämpfen und ihn für Rußland empfehlen, das hieße in Praxis eine imperialistische Politik treiben,>vas die deutsche Sozialdemokratie stets abgelehnt hat. In Uedereinstimmung mit den BolschewikS befindet sie sich dagegen, was das s o z r a l r st i s ch e Endziel und die Ablehnung jeder Annexionspolitik anlangt. Und da trifft es sich gut, daß in demselben Augenblick, in dem die deutsche Sozialdemokratie die Gefahr einer Erobe- rungspolitik im Osten entschieden bekämpft, in Rußland eine sozialistische Partei ans Ruder gelangt, die den Frieden höher schätzt als die Erhaltung des bisherigen russischen Reichs- gebiets. Es ergibt sich also ein Bild, wie es die Welt noch nie gesehen hat: Während sonst im Kriege die Völker um die politische Beherrschung des Bodens kämpfen, will sich hier ein Volk aus den Besitz eines Landes nicht versteifen, während das andere Volk dieses Land gar nicht nehmen will. Damit scheint die Möglichkeit einer Lösung nahegerückt, die uns stets als die ideale vorgeschwebt hat: Rußland und die Mittel- möchte können dahin übereinkommen, für die Bevölkerung der russischen Westprovinzcn das nationale Selb st- bestimmungsrecht anzuerkennen und sie selbst über ihr zukünftiges Schicksal entscheiden zu lassen. Voraussetzung für diese Lösung ist. daß die deutsche Sozialdemokratie stark genug ist, sie durchzusetzen, und daß die Bolschewiks in Rußland am Ruder bleiben. Vielleicht nähert sich eine Stunde, die für Europa cntscheidenö ist, eine Stunde, in der durch kluge Mäßigung alles gewonnen, aber durch Herrcnübermut und Eroberungslust alles verdorben werden kann. In diesem Sinne empfiehlt sich für die deutsche Sozialdemokratie heute mehr denn je eine Politik wachsamer Bereitschaft. Trotzkis Erklärung im Vorparlament. tzn der ersten Sitzung des Vorparlaments am 20. Ok- tober hat T r o tz k i namens der bolschewikischen Partei eine programmatische Erklärung abgegeben, die unter den gegenwärtigen Umständen besonderes Interesse verdient. Wie der in Stockholm erscheinende bolschewikische„Bote der russischen Revolution" mitteilt, erhob Trotzki die schwersten Anklagen gegen die Regierung, die ihre U n v e r- antwortlichkeit gesetzlich und formell proklamiert habe. Die Taktik der Regierung laufe darauf hinaus, den Zu-[ sammentritt der Konstituierenden Versammlung zu ver- hindern. Trotzki fuhr dann fort: Nicht weniger verbrecherisch ist die äußere Politik der Bour- geoisie und ihrer Regierung. Nach 40 Monaten des Krie- geS droht der Hauptstadt die tödliche Gefahr. Ter Gedanke den Deutschen die Hauptstadt zu übergebe», ruft keine Empörung bei der Bourgeoisie hervor.(Unruhe und Proteste.) Angesichts dieser Gefahr wird der Plan der Ueber siede- lnng der Regierung nach Moskau ausgeheckt und statt zuzugeben, daß die Rettung des Landes nur in der Beendigung des Krieges liegt, statt über die Köpfe aller imperialistischen Re- gierungcn und diplomatischen Kanzclcicn offen allen dank dem Kriege verblutenden Völkern den Barschlag des sofortigen Friedens zu werfen und auf diese Weise die Weiterführung des Krieges faktisch unmöglich zu machen, statt alles besten schleppt die Prodi- sorische Regierung auf Defehl der konterrevolutionären Kadetten und der alliierten Imperialisten, ohne Sinn, ohne Ziel ohne Plan die Bürde des Krieges weiter, liefert neue Hundert- tausende Soldaten und Matrosen dem zwecklosen Verderben aus, bereitet die Uebergabe Petrograds und den Untergang der Revolution, und während die Matrosen und Sol- datvn-Bolschewiks, zusammen mit anderen Soldaten und Matrosen infolge fremder Fehler und Verbrechen umkommen, verfolgt der sogenannte Kriegsoberbefehlshaber die bolschewikische Presse. Wir, die Fraktion der BolschewikS erklären: mit dieser Re- gicrung des VolksverratcS(lebhafte Unruhe rechts und im Zentrum, Ruf: Schurke!), mit diesem Rate des konter- revolutionären Hehlertums...(Unruhe. Rufe: RauS! Nieder!..)— Der Vorsitzende: Ich erteil« dem Redner einen Ord- nungsruf und bitte die Versammlung die Deklaration ruhig an- zuhören. Trotzki fährt fori... haben wir nichts gemeinsames— wir haben nichts zu tun mit dieser für das Volk verderblichen Arbeit, die hinter den Kulissen geleistet wird. Die Revolution ist in Gefahr. Indem wir den Provisorischen Rat verlassen(Unruhe im Zentrum), fordern wir alle Ar- bciter, Soldaten und Bauern Rußlands zur Wach- samkeit und Mut auf.(Rufe: die Deutschen, nicht Russen!) Petrograd ist in Gefahr— d i e Revolution und daS Volk sind in Gefahr. Die Regierung steigert diese Gefahr und die herrschenden Klassen helfen ihr dabei. Nur das Volk selbst kann sich und das Land retten. Wir wenden uns an das Volk: Vagner. Nur wenige Monate Muße hat der Senior der deutschen Volks- wirtschaftSlehre Adolf Wagner nach einem arbeitsreichen Leben ge« uommen. Im Jahre IS!« zwangen ihn die Gebrechen des Aller?, das Lehramt an der hiesigen Universität niederzulegen, das er seil 46 Jahren— er wurde 1870 nach Berlin berufen— bekleidet hatte. Dann Härte man, daß ein hartnäckiges BKsenleiden den greisen Gelehrten auf daS Kraukenbett zwinge. Nun kommt die Nachricht, daß ihn der Tod mit feiner unerbittlich festen Hand aus dieser W-lt geführt hat. Adolf Wagner hat Deutschlands Einigung und Wirtschaft- liche Entwicklung als verständnisvoller Beobachter und als Mi:« schassender erlebt. Er wurde 1835 als Sohn eines Arztes in Er- langen geboren. Anfangs Jurist, wandte er sich zu einer Zeit, da die wirtschaftlich« Struktur Deutschland» keine großen Probleme stellte und BolkSwirtschaftler als Kuriositäten angesehen wurden, der Rationalökonomie zu. Schon seine erste Arbeit verrät sein Interesse an praktischen Fragen. Als Zwanzigjähriger veröffent- lichte er in der„Hannoverschen Zeitung" eine Aussatzreihe über das hannoversche Eisenbahnlvesen. Dort tritt er als warmer Anwalt der Staats bahnen auf— in einer Zeit, da die Manchefierdoktrin. der wirtschaftliche Liberalismus— dem auch er sich nicht völlig entziehen konnte und de» er erst später überwand— un- unischränkt herrschte und jeden Eingriff des Staates ins WirnchaftS- leben verpönte. Dann beschäftigte ihn die Bank- und Währung»- frage. Eine Berufung al« Professor an die Wiener Handelskammer gab ihm Gelegenheit, die damals recht verworrene» Währung»- Probleme Oesterreich» zu studieren und sich mit Reformvorschlägen zu versuchen. Nach einem kurzen Hamburger Intern, ezzo wurde er an die damals deutsche Universität Dorpat berufen— die Erinnerungen an seine Lehrzeit an der ehemals einzigen deutschen Universität Rußland» mögen auch mindesten» im Unterbewußtsein milgewiikt haben, als sich Adoli Wagner vor wenigen Wochen sür die Angliederung Kurlands und LivlandS an Teutschland aussprach Nach kurzer Lehrtätigkeit an der Freiburger Hochschule wurde er nach Berlin berufen, wo er eine schriftstellerische Tätigkeit von er' staunlichem Umfange emwickeite. Hunderte und Tausende von Hörern um seinen Katheder und sich bisweilen mit seinem ganzen leidenschaftlichen Temperament ins politische Leben warf, wobei er öfter» seine Kamvfgesäbrten wechselte, ohne doch die von ihm ge- wählte Grundlinie zu verlassen. In scharfem Gegensatz zum wirtschaftlichen Liberalismus schrieb er dem Staat die Pflicht zu. durch Sozial- und Steuergesetzgebung die Härten der freien, von auS- schließlichem Erwerbsgeist beherrschten Wirtschaft zu mil- dern. Er gehörte zu den Milbegründern des Vereins für Sozialpolitik, verteidigte begeistert Bismarcks Sozial«, Handel?- und Steuergesetzgebung und schloß sich der von Ad. S t ö ck e r begründeten christlich-soziolen Partei an. deren zweiter Präsident er bis zum Jahre 1896 blieb. Kurze Zeit— von 1882 6t« 1885— war er Mitglied de» Preußischen Abgeordneten- hauseS: er gehörte dort der konservativen Fraktion an. Mit seinen ehemaligen Freunden kam Ad. Vagner in scharfen Gegensatz, als die konservative Partei die Ausdehnung der Reichs- erbschaftSstcuer auf die direkten Abkömmlinge ablehnte und sich ganz von engherzigem MammoniSmus beherrscht zeigte. DaS ging dem Sozial- und Steuerreform«: Ad. Wagner— sein Hauptwerk ist die umfassende.Finanzwissenschaft"— so wider den Strich, daß er in Wort und Schaft für die scharfe Besteuerung der glücklichen Erben eintrat. » Man kann sich keinen schärferen Gegensatz denke» als den zwischen den beiden berühmten wlten Lehrern der Nationalökonomie a« der Berliner Universität, die nun beide hinübergegangen find: Schmoll er und Wagner. Beide waren sogenannte„Ks- tbedersozialisten" und verbanden ihre sozialpolitischen Bestrebun- Es lebe der sosortise ehrliche, demokratische Frieden. Die ganze Macht de« Sowjets. Der ganze Grund und Loden den Bauern! Eö lebe die Konsiituicrende Versammlung! Nach Abgabe dieser Erklärung, der sich die Delegierten der zlvciten Armee und de? Eisenbahnen, der lettischen und der russisch-polnischen SozmUrniokaiten angeschlossen hatten, verließen die B o l i ch e w i k s den Saal. In derselben Nummer des„Boten", der von: 3. Novem- ber. befindet sich ein Lcilarlikel von Lenin:„Die Krise naht der Lösung". Lenin prophezeit darin den Baucrnauf- stand und erklärt:„Daß wir(Bolschewiks) zusammen mit den linken Sozialrevolutionären die Mehrheit in den Sowjets, in der Arnice und im Lande haben, unterliegt keinem Zweifel."_ Die neuen Männer. Lenin, dessen bürgerlicher Name Wladimir Uljanow n't. nt der breiteren Oefscntlichkcit seit dem 2. Parteitag der russischen Sozialdemokratie, der im Jabre 1903 in Brüssel und in dcr Schweiz abgehalten wurde, bekannt. Er ist nicht ganz 50 Jahre alt. Auch als volkswirischastlicher Schriftsteller ist er bekannt. Noch vor dcr ersten Revolution hat er neben mehreren Artikeln volkswirtschaftlichen Inhalts, die er in dcr legalen Presse ver- öffcntlichte, unter dem Decknamen Wladimir Jljin ein umfang- reiches Buch über Rußlands Wirtschaft herausgegeben. Im poli- tischen Leben tritt er äußerst energisch und rücksichtslc� aus. Selm» auf dem erwähnten Parteitag war er der Wortführer der Ricknung, die später bolschewistisch benannt wurde. In allen Phasen des Parteistreites trat er für eine vollständige Spaltung und Trennung von den„Opportunisten" ein. Vor 13—14 Jahren lebte er in Deutschland, in München. In der ersten Revolution kam er nach Rußland zurück, mußte aber später wieder die Heimat verlassen. Er lebte die letzten Jahre vor dem Kriege in Krakau, von wo aus er die damals entstandene bolschewistische Zeitung in Peierk- bürg mit seinen Aufsätzen speiste. Beim Kriegsausbruch wurde er von den österreichischen Behörden verhaftet, aber nach kurzer Zeil aus dcr Haft entlassen, und er erhielt, dank der Mitwirkung des Genossen Victor Adler, gleich danach die Erlaubnis zur Aus- reise in die Schweiz. In der Schweiz hielt er sich dann auf. b:'» die Revolution ihm die Möglichkeit dcr Rückkehr eröffnete. Wegen angeblicher Verbindung mit dem Feinde wurde dann eine Anklage gegen ihn erhoben, dcr er sich aber zu entziehen wußte. Leo Trotzki. dessen bürgerlicher Name Leo Bronstein ist, stammt aus Nikokajew(Süd-RußlarrS) und steht im Alte? von etwa 37 Jahren. Schon als Ncunzehlijührigcr wurde er wegen seiner Betätigung in der Arbeitcrbciuegung nach Sibirien verbannt. Von dort entfloh er und lebte dann lange im Auslände. Er War früher Menschewik, später sonderte er sich von diesen ab und marschiert jetzt mit den Bolschewiki. Im November-Dczcmber 1905 war er Vorsitzender des Petersburger NrbciterraleS. Jetzt sieht er eben- falls an der Spitze des Petersburger Sowjet. In Deutschland ist sein Buch über die„Russische Revolution"(1905-'>906), erschienen im Parteiverlage bei Kaden u. Co.. bekannt. Tie letzten Jahre vor dem Kriege lebte er in Wien. Der Krieg traf ihn in Amerika an. Auf der Rückreise nach Rußland wurde er von den Eng- ländern in Halifax zurückgehalten, später aber auf Vorstellungeu des Sowjet freigelassen. Sinowjew, Lenins rechte Hand, junger Schriftsteller, de: sich besonders in der Bekämpfung des Opportunismus in den Reihen der Sozialdemokratie betätigt. Er lebte früher gleich Lenin in Krakau und arbeitete von dort aus an dem Petersburger Bolschewistenblatt. Seine äußeren Erlebnisse gleichen seitdem denen Lenin» restlos. Die New gorter Dürgermeifterwahl. Eine Niederlage Wilsons. In New Dork ist der bisherige Bürgermeister D. P. Mitchel, der Kandidat der Kriegslreiber, nicht tviedergewählt worden. Gewählt wurde Hylan. Mitchel war Wilsons Kandidat und wurde von dessen Presse als der„amerikanische Kandidat" ge- feiert, während Hylan als schlechter Patriot. Deutschen- und Iren- freund hingestellt wurde. Seine Wahl ist eine Absage an die Kriegspartei._ Die Kämpfe bei Gaza. Koiistantinopel, 7. November. Generalstabsbericht. Sinai front. Im Gaza-Abschnitl und an der Küste brachen wiederholte Angriste de? Gegners unter blutigen Verlusten zusammen. Zwei englische Jnfanleriedivisioiren und zwei Ko�allene» divisionen, welche an unserem linken Flügel vorbeimarschiertes trafen ans unseren Gegenangriff und wurden aufgehalten. gen mit einer stark national betonten Politik. Während aber Schmoller als Lehrer und Redner eine objektive Leidensckplftslosig- kcit liebte, und gewohnt war. in langen Ausführungen alle Vor- teile und alle Nachteil« einer Sache abzulvägcn. war Adolf Wagner ganz Subjektivität, ganz Partei, ganz sprudelndes Temperament. Das verlieh ihm bis ins hohe Alleren ein etwas Jugendfrisches, da» die Hörer anzog, usid wenn maMssagcn kann, daß Schmoller niemals jung war, so kann man von Adolf Wagner behaupten, daß er niemals alt gewesen ist. In dieser temperamentvollen Frische ähnelte er unserem Bebel, mit dem er sich einmal zur Zeit der Flottenkämpfe öffent- lich maß. den er aber als Redner nicht erreichte. Indes, kam Adolf Wagner in ein« politische Versammlung, so konnte man sicher sein, daß ihn der Schwärm seiner studentischen Anhänger begleiten und gleich bei seinem Auftreten mit DcifallStrampeln begrüßen würde. Ein Mann, der als Lehrer solche Verehrung genoß, mußte, wie immer man sich zu seinen politischen Auffassungen stellte, seine guten Eigenschaften haben. Wenn Adolf Wagner schon in Friedenszeiten die Auffassung vertrat, daß die Rüstungsausgaben im höchsten Sinn produktiv seien und daß hinter den Erfordernissen der Landesverteudigung alles andere— auch die Interessen des Besitzes— zurücktreten müßten, so sprach au» ihm ehrlichste Ueberzeugung. die er nach rechts wie nach links vertrat. Und so geschah es dem hoch- betagten Geheimrat und Hcrrenhausmitglied. der sich selbst zu den konservativen rechnete, daß er zur Zeit des Kampfes um die Erb- schaftSsteuer von einer konservativen Veriammlung, dey Wirt- schastS- und Steuerreformern, niedergeschrien und niedergezischt wurde, weil er sich auch denen gegenüber kein Blatt vor den Mund nahm, die sich nach ihrem eigenen Ausspruch vor das Portemonnaie der Besitzenden schützend gestellt hatten. Auch Sozialdemokraten sind durch Wagner» Schule gegangen. Er hat sie in ihre» Ueberzeugungcu nicht irr« gemacht, aber sie sind ihm dankbare Schüler geblieben, sowie er ihnen ein wohlwollen- der Lehrer gewesen ist. Nr. Avs<• Z4. Jahrgang Beilage ües vorwärts Freitag, H. November 191 7 GroßBerlln Herabsetzung der Butterration? TSo« fcflr Wochen tauchte das Gerücht auf. dag die vutier- rolion herabgesetzt werden solle. Auf diese Meldung kam dann, wie nnmer, zunächst ein amtliebes Dementi: die Fctlration werde nicht ermäßigt werden. Die amtliche Meldung ist richtig gewesen, aber auch das Gerückt war nicht falsch. Tie'Fetlration'bleibt zwar auf Gramm bestehen, aber die Butterrotion wird vermindert, denn in der nächsten Woche sollen nur 30 Gramm Butter und öv Gramm Margarine, also umgekehrt wie bisher, pro Kopf abgegeben werden. Ebenso wie damals, als daS Gerücht auftauchte,'find wir noch heute der Meinung, daß zu dieser einschneidenden Maß- nähme kein zwingender Grund vorliegt und des- halb in, Interesse unserer BolkSer nährung energisch gegen diese neue Ernähr nnpsver- schleck terung protestiert werden muß. Wir schrieben damals, daß man hoffentlich zu dieser Maßnahme erst schreiten werde, nachdem die noch im freien Handel zu Wucher- preisen vertriebene Butter ersaßt worden sei. Das ist nickt geschehen. Noch heule wird Butter in großen Mengen im Schleichhandel vertrieben. Man frage doch nur einen unserer Feldgrauen, die auZ dem Osten zmü-kkehren, wieviel Butler noch in jenen Gegenden vorhanden und von dort aus zu Wucherpreisen im Deutschen Reiche vertrieben wird. So wurden erst vor wenigen Tagen einem unserer Parteifreunde 400 Zentner Butter zum Preise von 12.30 M. pro Pfund angeboten. Derartige Quellen gibt's noch mehr. Ob die Fettstelle Groß-Berlin alles getan Hai, um dieser Ein- schränkung zu begegnen? Wohl hat man in einigen langen Ein- gaben, die wohl aus der Presse bekannt geworden sind, auf die immer geringer werdende Milch« und Buttermenge hingewieien, aber bekanntlich üben derartige Eingaben eine allzu große Wirkung nicht aus. Es wird unbedingt notwendig sein, daß sich auch die kommunalen Behörden beizeiten gegen derartige Verschlechterungen wenden. Ueber die Herabsetzung teilt da- Nackrichienami mit: In der nächsten Woche sieht sich die Fettsielle Groß-Berlin genötigt, die Bulterration von 50 auf SO Gramm berabzuietzen, da die von den VerleilungSstellen für Groß-Berlin überwiesene Buttermenge für November entsprechend vermindert worden ist; entsprechend den ihr augenblicklich zur Verfügung gestellten Fettmcngen wird sie fedoch an Stelle der ausfallenden 20 Gramm Butter pro Kopf die bis- h-rige Margarineportion von 30 auf 30 Gramm erhöhen, so daß also in der Woche vom 13. bis 18. November 30 Gramin Butler und 30 Gramm Margarine verteilt werden. Die Fcttstelle Groß- Berlin hat gegen dieie Verkürzung der Bulterralion sofort Vor- stellung bei den zuständigen Instanzen erhoben. Sollten die Vor- stellungen Erfolg haben, so wird wieder die frühere Menge an Bulter zur Verteilung kommen. Im Zusammenhang mit der ungünstigen Entwicklung der Milch' und Fettvei sorgung stehen einige neue M a ß n a b m e n. die das ÄriegSernähruiigSaml und die Reichssielle für Speisefette zur B e- ivirtschastung der Milch getroffen haben. Danach wird der sireis der Selbstversorger aus Angehörige des Haushalts und solche Dirtschaftsangehörige beschränkt, die herkömmlich Vollmilch als Teil der Emlobnung bezieben. Der Vollmilchbedarf der Selbst- versorger, sowohl für Ernährung«- als für Vertütterungszwecke, muß in Zukunft behördlich festgesetzt werden. Die Versülterung von Vollmilch ist grundsätzlich nur noch an Kälber, die nicht älter als 6 Wochen sind, zugeiaffen. Für die Zwecke der mensch lichfcn Ernährung kann ein beslimmler Teil der bei Kuhhaltungen und Molkereien ausfallenden Magermilch zur Frischmilch- lieferung oder zur Ouarkbereitung in Anspruch genommen iverden. Soweit Vollmilch über denjenigen Bedarf, der zur Bc- sriedigung der VollmilchversorgungSberechligten erforderlich ist. zur Verfügung steht, ist sie zu verbuttern oder, wenn die Verbuitenmg nndurchsüb'-bar ist. bei der Fetlzuteilung anzurechnen. Die Abgabe von Vollmilch ist grundsätzlich nur gegen Karte oder anderem be- bördlichen Ausweis zuläisig. Die Sicherslellung der Milchvertorgung von BedarfSgeineinden kann nicht nur durch behördliche Einzel- aiiweifungen, sondern auch durch die Anordnung von Land- lieierungen erfolgen, bei denen Ucberichußbezirken die Lieferung Bestimmter Milchmengen an andere Bedarfsbezirke auf- gegeben wird. Ferner sind die Behörden belügt, Kühl- cinricklungen und ähnliches im Intereffe der Milchlieferung gegen Entschädigung in Anspruch zu nehmen. Der Molkereianickluß ist da. wo die wirtschaftlichen Verhältnisse ihn zulasien, durchzuführen. Die kommunale Regelung des MilchverkehrS hat sich auf die Er- faffung der Milch zu erstrecken.und dies Ziel ist durch straffe Or- ganisarion— Einrichtung von Milchsammelstellen, Anstellung von Revisoren und dergleichen— zu erreichen. Wo eS erforderlich er- ichcint, können die Kommuna'verbände mit Zustimmung der LandeSzeutralbehörden auch gewiste Beschränkungen des Verkehrs mit Ziegen- und Schafmilch anordnen. Zur Bekämpfung des Schleich- Handels ist der bloße V e r> u ch der Zuwiderhanslung gegen gesetz- liche Bestimmungen unter Strafe gestellt. Zur Behebung der Salznot. Der Magistrat Berlin hat Veranlassung genommen, größere Mengen Salz einzukaufen und hierber zu befördern. 30 DoggouS sind seit Montag in Berlin eingelroffeu. Diese Mengen werden durch den freien Handel in den Verkehr gebracht. Weitere 60 Waggons werde» demnächst hier eintreffen. Es ist in Aussicht genommen, diese»och einlaufenden großen Mengen der Bevölkerung im geregelten Ver- teilungSverfahren zuzuführen: zunächst wird auf die Zuckerkarte am 16. November auf den Kopf der Bevölkerung je Pfund ausgegeben werde». Auch andere Gemeinden beschäftigen sich mit dem Ankauf von Salz, da? sie in bestimmtea Mengen an die Bevölkerung ausgeben wollen._ Kein Brotaufstrich für Gasthäuser? Mit Rückfickt auf die vielfach in Berliner GastwirtSkrcisen herrschende Unklarheit, ob ihnen überhaupt und an welchen Tagen die Verabreichung von Fetten in Form von Aufftrich oder zum Zwecke deS AufftrichS gestaltet ist, wird erneut darauf hingewiesen, daß die Verordnung vom 16. August ISIS noch zu Recht besteht. Danach ist tn Gast-, Gckank- und Speisewirtschastcn, HoielS, Fremdenpensionen �owie in Vereins- und Erfrischungsräumelt die Verwendung von Speisefetten nur zur Verarbeitung von Speisen gestattet, dagegen die Abgabe als Aufstrich auf Brot verboten. Nur an fleischlosen Tagen ist die Verabreichung gestgllct. Lebensmittelverband Grost-Berliu. Der Magistrat Eharlottcnburg hat in feilicr gestrigen Sitzung dem Beitritt zum geplanten LebenSmittelverband Groß- Berlin zugestimmt unter der Bedingung, daß die Bemgniste diese» Verbandes sich erstrecken auf die Regelung der Näbrmrllel« Verteilung an die Bevölkerung lGraupen, Grieß, Teigwaren), die «iifilellung von Grundsätzen für Zuweiiung der Nährniitlel an Masten- und Werkipei'ungen RüilungSardeiltr usio. und die Ueber- nabme der Geichäne der Brolkariengcmeinickast. Die Bewirlickaslung der Nährmittel bleibt Sache jeder Gemeinde. Ihre Selbständigkeil wird nach dieser Richtung nicht berührt. Ihr werden die Nähr- rnmel wie bisher auch weiter unmittelbar zugeteilt. Für besondere Verieilnngen bebätl die Gemeinde eine eigene Karte bei. Die Er- Weiterung der Zuständigkeit drS Lebensmittelverbemdes Groß-Berliu durch Mehrheitsbeschluß lebnt der Magistrat Eharlottenburg ab, da ein solcher Beschluß sich mit dem Charakter des freiwilligen Zusammenschlusses nicht vertrage. Tie Zusammenlegung der Bäckereien in Grast-- Berlin ist bisher in einer großen Reihe von Gemeinden im Wege frei- williger Vereinbarung mit den Bertretern des Bäckereigeiverbes er- folgt. Ein behördlicher Zwang ist bisher nickt ausgeübt worden. In Ilebereinttimmung mit den Magistrateli Und Gemeindevorständen empfehlen die Bäckerinnungen ihren Mitgliedern die Zusammen- leaung; sie versuchen alle Betriebe, die nür 6— 10 Sack Mehl wöchentlich verarbeiten oder deren Einrichtungen nicht den Neuzeit- licken Ali'prückcn genügen, zu veranlasien, ibr Mehl einem anderen Bäcker zur Verarbeitung zn übergeben. ES sind bisher zusammen- gelegt in Berlin etwa 200. in Charlottenburg etwa 90, in Reu- fölln 78 und in Lichtenberg 22 Betriebe. Auch Wilmersdorf und Steglitz haben, wie gemeldet, die freiwillige Zusammenlegung durch- geführt._ Freigabe weiterer Abschnitte der Kohlenkarte«. Für das Gebiet des Kohlenverbande» Groß-Berlin wird folgendes bestimmt: Vom 7. November ab darf gegen Vorlegung der Köhlen- karte der Gruppe 1 bis Abschnitt 8 einschließlich, der Gruppe 2 bis Abschnitt 14 einschließlich, der Gruvpe 3 bis Abschnitt 20 einschließ- lich. der Gruppe 4 bis Abschnitt 28 einschließlich, der Gruppe 5 Bis Abschnitt 40 einschließlich aui jeden Abschnitt V» Zentner Köhlen abgegeben und entnommen werden, insoweit diese Abschnitte nicht bereits wegen der bei dem Verbraucher vorhandenen Bestände vor Ausgabe der Karte abgetrennt sind. Die Kohlenhändler haben eine der gelieserten Menge entspreckende Zahl, von Abschnitten der Kohlenkarte abzutrennen. Die Abgabe von Kohlen auf ab- getrennte Abschnitte ist unzulässig.— Die Beiugnis zur Entnahme und Abgabe von Kohlen auf da? Mittelstück der für die Zeit vom 9/ Juli 9917 ab gültigen ReickSfleitckkarte für Berlin und Nachbar- orte i'owie auf Abschnitt 3 der Kaffoe-Eisatzkarte für Groß-Berlin bort mit dem 81. Dezember auf.— Für den Monat November werden Kohlenhändler, welche waggonweite oder in Kahnladungen Briketts empfangen, von der Verpflichtung befreit, 10 Proz. der eingehenden Mengen Briketts ans Lager zu nehmen. Ferner teilt der Kohlenverband Groß-Berlin zur Beseitigung von Zweifeln erneut mit. daß voraussichtlich im Lauke deS Monats Januar die Berechtigung zum Bezug von weiteren Kohlemnengen zu Zwecken des Hausbrandes durch Ausgabe k e u c r ft 0 Ij l e«• karten gewährt werden wird. Tonntckizsiuhe und Bcschäftigungszeit in den Weihnachts- tagen. Für den Landespolizeibezirk Berlin sowie für den Gemeinde- bezirk Berlin-Stralau wird folgendes bestimmt: 1. Tie Beschäftigung von Gehilfen. Lehrlingen und Arbeitern im S a n d e l s g c w e r b e ist mit Ausnahme der im Zeitung?- Handel, im Roheishandel, im Brennftoffbandel sowie an den Bank-, Wechsel und Lottcriegcschäftcn beschäftigten Angestellten, für welche die Beschäftigungszelt wie an den gewöhnlichen Sonntagen gilt, wie folgt gestattet: Am isonntag, den 16,. u n d 23. D e- zcmber allgemein für das H a n d e l s g ew e r b e: l. Van 8 bis 10 Uhr vormittags und von 12 bis 7 Uhr nachmittags- 2. Ter.Handel mit Milch, mit Konditorwaren, mit Fleisch und Wurst sowie mit Borkostwaren ist außerdem an den genannten �zwci Sonntagen schon vor Beginn der allgemeinen Verkaufszeit bvan 3 Äbr morgens an zulässig. Der Handel mit BäckwaÄn ist prst von 6 Uhr morgens an, der'ZeitungShandel pur his H Uhr nachmittags mit Ausschluß der Hauptgötiesdienstpausc' zstlässig.— Im H änd e l s g e w e r b e ist am ersten W e i h n a ch t S t a g e die Beschästigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern ver- boten. Ausnahmen hiervon werben jedoch folgende zug:l:ff'n: 1. in den Zeitungsexpcditionen: von 4 bis 9 Uhr vormittag»; 2. im Milchhanhel: von 3 bis 10 Uhr vormittags und von 12 bis 2 Uhr nachmittags; 3. im Handel mit Kodiwrwaren und Konfitüren, mit Fleisch und Wurst, sowie mit Vortostwaren und Roheis von 3 bis 10 Uhr vormittags; 4. im Sandel mit Backwaren bis 10 Uhr vor- mittags; 5. im Handel mit'Kolonialwaren, mit Tabgk und Ii- garrcn, mit Bier und Wein von 8 bis 10 Uhr vormittrqs. Am 1. W e i b n a ch t S t a g e ist ferner gestattet: Die Bcschäf- tigung von Gehilfen, Lehrlingen und. Arbeitern: 1. im Blumeii- hondcl von 9 bis 10 Uhr vormittags und von 12 bis 2 Uhr nach- mittags: 2. im ambulanten Milchhandel, b) in Molkereien zum Zwecke der Versorgung der Kundschaft mit Moltereiprodukten oon 4 Uhr mcrgens bis 1 Uhr nachmittags ohne Unterbrechung durch die SaupigotteSdienstpause; 3. im Gewerbebetrieb der Bierbrauc- rcien und Eisfabriken während derselben Stunde«, während deren nach dem obigen ein Sandel mit Roheis und mit Bier tu offenen Verkaufsstellen zugelassen ist.— Am 2. W e ihnachtstage finden die allgemeinen Borschriften über die Sonntagsruhe im Sandelsgewerbe Anwendung, wie' sie an den gewöhnlichen Sonn sagen gelten. 2lm Sonntag, d e n 30. Dezember dürfen im Papier- Handel in offenen Verkaufsstellen Gehilfen. Lehrlinge und Arbeiter von 7 bis 10 Uhr vormittag» und von 12 bis 4 Uhr nachmittag? beschäftigt werden._ Mehr als 10 000 Kriegsersatzmittel! Welchen Umfang die Ersatzindustrie in der KriegSzeit genommen bat, beweist das bisherige Ergebnis der Tätigkeit der Ersatzmittel- AuskunflSstclle, die im März d. I. bei der BolkSwirtichafilichen Ab» teilung des KriegSernäbrungsamiS errichtet wurde. Auf Grund der von ihr ergangenen Aufforderung sind von NahrungSmittel-llnler- suckungsämter. Preisprüfungsämtern und anderen beteiligten Stellen bisher über 10000 verschieden« Ersatzmittel, davon rund 7000 Eriotznahrungsmiltel, benannt worden. Licö' Vaier- land, kannst ruhig sein!_ Ter Antrag der sazialdemakratische» Stadtverordnete,,. Fraktion. In unserer gestrigen Milleilung findet fich eine irrtümliche Angabe. Die Frokiton beantragt, die Unterstützung nicht nur für Krieger« fraucn, sondern auch für jedes Kind um mindestens 10 M. zu er- höhen.'— Städtische Lokksbadea«stalte«. Dir konnten in unserer?tumn!«r vom 7. November als einen guten Erfolg deS sozialdemokratischen Antrages die Wiedereröffnung der Anstalt in der Wallstraße mil- teilen. Jetzt wird nun von einem neuen Erfolg dieses Antrages berichtet. Auch die Volksbadeanstalt in der Gartenstraße soll dem- näckst wieder in Betrieb gesetzt werden. Hoffentlich folgen dem- nächsl noch weitere. Kriegsbeschädigte, ehemalige Kriegstettneh«» und S«stä«digu»ge- friede». Mit dieser Tagesordnung fiudel an, Sonntag, deir ll.. vor- niiitags 10 Uhr, im großen Saal des Lehrer-vereinShauieS ein« Veifammliing der Kriegsbeschädigten und ehemaliger KriegSteil- uedmcr statt. Die Versammlung gebt von keiner politischen Partei an», sondern von der Organisation der KriegSbe'chädigten. dem Bund der Kriegsbeschädigten und ehemaligen KriegSieilnehmer, der durch diese Beranstallung Klarheit da, über schaffen will, daß die ÄriegSbeichäsigie» und ehemaligen Kriegsteilnehmer im Gegensatz zu gewissen eroberungssüchtigen" Heim-Kriegern aus dem Boden des VersländigungSfriedenS stehen und alle kriegsverlängernden Er- oberungspläne ablehnen. Referent ist der BundoSvorfttzende Erich Ä u t t u e r. Nur Kriegsbeschädigte und ehemalige Kriegsteilnehmer haben ZuKitt. EinKittSkarten sind zu haben aus der Geschäftsstelle de? Bundes, Berlin SW 68, Lindenstr. 114 III. Neuregelung der Dnnkjchriftcnausfuhr. Nack einer Bekannt« machung des Oberkommandos in den Marken dürfen vom 15. No» vember ab periodische Zeitschriiteil nur noch ins Ausland versandt werden, wen» in die ganze Auflage bereit- beim Erscheinen das AuSruhrzeiSen eingedruckt ist. Die Ausfuhr einzelner Nummern, die dieser Bestimmung' nicht enisprechen, ist unstatthaft.— Die Bekanntmachung bestimmt ferner, daß Bücher und Druckschristen, die im In- lande frei verttieben werden können, zur Versendung nach Oester« reich-Ungarn einer besonderen AuSfubrerlaubmS nicht mehr bedürfen und von der AbstempelungSpflicht befreit sind. Die Friedrichstraß« zwischen Karl- und Puttkamerstraße wird vom 10, d. M. an bis aus weiteres für Lastkraftwagen im Durch- gaugsverkehr und für Krafiomnibuffe gesperrt. Im örtlichen Lastverkehr darf die Friedrichsiraße auf dieser Seite nur im Schritt« maß befabreii werden. Lastkraftwagen dürfen sie nur von der dem Ziel am nächsten gelegenen Querstraße aus befahren und müssen ste demnächst ebenso verlassen.— Die den Fahrverkehr in der Friedrich» und Charlottenstraße zwischen der Behren- und Dorotheensiraße ein- schränlenden Besilmmimgen des§ 73 der Straßenordnuitg werden vom 10. an bi? auf weiteres aufgehoben werden. Neuköllner Lebensmittel- und Kohlenversorgung. Die Neuköllner Stodtverordneienversammlung verhandelte gestern über die von der sozialdemokratisch e�n Fraktioii.an den Magistrat gerichtetc Anfrage wegen Maß- nahmen zur besseren Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln und Kohlen. In seinen begründenden Ausführungen gab Genosse Scholz eine Schilderung"der Unzulänglichkeit unserer Lebensmiitelver- sorgung, im besonderen der geradezu trostlosen Zustände des G t- m ü f e markte s. Die LeoenSmittekkommisfion Neuköllns Habs sich an OberregierungSrat V Tillv, den Leiter der ReichSgemüse- stelle, gewandt'und von ihm verlangt, sein System der Liefe- rungs Verträge endlich zu beseitigen. Leider scheine aber bei der ReichSstclle sehr wenig Neigung zu sein, dieses� durch-- au? unhaltbare System aufzugeben. Neukölln sei ganz besonders schlecht dabei gofahreir und habe sür die Hcranschasfung von Lebensmitteln 300 000 bis 400 000 M, zusetzen müssen, weil sie unter den Bestimmungen der Reichsstelle nicht möglich war. Zu Preisen, die we itüberdieHö ck st preise hinausgingen, hübe die Stadt das Gemüse kaufen müssen. Ick behaupte, sagte unser Redner, daß keine Gamcmde zu Höchstpreisen hat kaufen können, und daß dies nickt möglich ist, weiß auch Herr v. Tilly.� Er hat Höchstpreise festgesetzt, aber jede Gemeinde mußte dann sehen, wo sie Gemüse. herkriegte. Gemeinden, die heute mit Gemüse ver- sorgt sind, hoben das durch Umgehung Von Vorschriften erreicht, indem sie"Ammoniak für Lieferungsverträge hingaben. Höchst- preise, Beschlagnahme und Rationierung"gehören zusammen. Das durch das unzulängliche System entstandene Chaos auf dem Gemüsemarkt kann nur schwinden, wenn man die Gemüse- Vorräte draußen ersaßt. Mit Kartoffeln war Neukölln vor einiger Zeit so reichlich versorgt, daß die Stadt über 7 Pfund pro ! Wochz hina"Sgehen wollte. Aber Geheimrat Hagedorn, der Leiter � beb staatlichen BerteilungSstcllc Groß-Berlin, ging auf keine Er» ' hffhüng ein und eigpfahl Trocknung der chbcrschüssigen Kartoffeln». Bedenklich ist die angöündigte Herabsetzung der B u t t e r m e n g c; die W.Ärorgewghrung mindestens der- bisherigen Menge ist anzu-- streben. Auch die Zuteilung von Kaffee- Er s a tz fit sehr knapp. obn'ohl in, vielen Zeitungen immer wieder große Mengen zum Kauf angeboten werden. Ueber die Kohlenversorgung führte Scholz aus, daß wir zwar einen Kohlenverband Groß-Berlin haben, aber keine Köhlen kriegen. Stundenlang müssen die Leute in Wind und Wetter stehen, ohne daß sie Kohlen erhalten. Die Macht des Köhbensyndikats zu brechen, hat man leider unterlassen. Kein Kleinhändler weiß, wieviel Kohlen er zur Verfügung haben wird. Das ist sür den Kohlenverband ein Grund, die Einführung der Kundenlisten abzulehnen. Stadtrat M i e r erwidert«, die Darlegungen unseres Redners über die Gcmü fever sorgung seien nur zu richtig. Aus der Organisation, die von der Reichsstelle geschaffen wurde, seien diese Zustände zu erklären. Aber eine"Abstellung der Fehler sei dort bisher weder durch schriftliche noch durch mündliche Vor» stellungen zu erreichen gewesen. Zur Ueberkeibung der Preise werde auch durch manche Gemeinden und mehr noch durch die Rüstungsindustrie beigetragen. Wer am meisten zahlen kann, bekomme die War«. Man solle das Gemüse beschlag» nahmen und den Gemeinden zuführen. Andernfalls, sagte Mier, müssen wir fragen, ob wir das noch mitmachen sollen. Wenn daS so weiter geht, sind für uns die Mittel unerschwinglich. Bezüglich der Kartoffeln stellte er in Aussicht, daß die Wiitterbel'pfe-- rung bester verlaufen werde. Die Klag« über schlechte Beschaffen» heit der im Herbst so reichlich angelieferten Kartoffeln sei be» rechtigt. lieber die Kohlen Versorgung sprach Stadtrai Mann. Die Mängel erklärte er daraus, daß die Regelung viel zu spät erfolgt sei..Der Kohlenverband sei bemüht, die Mißstände zu be» seitipen. K u n d e n l i st c n müsse man wünschen, aber der Wider» stand des Kohlenverbandes gegen sie sei nicht unberechtigt. Den« eine Kundenliste setze voraus, daß Ware da ist, um die Kunden zu befriedwen. Die Redner her bürgerlichen Fraktionen, Stadtverordneter D e t e r und Stadtverordneter Emmeluth, forderten gleich- fall», daß an den verantwortlichen Stellen mehr als bisher ge» schehen solle, die Bevölkerung besser mit Lebensmitteln und Feuerung zu versorgen. Im SchluAnort beleuchtete Genosse Heitmann nochmals die bestehenden Mängel, die- man als skandalös bezeichnen müsse. Wer nicht ständig auf der Straße liegen kann, komme nicht in den Besitz von Kohlen. Auch das fei ein Skandal, daß Neukölln auf Schleichwegen sich Gemüse verschaffen mußte, weil es archerS nicht zu haben war. Heitmann fordert«, daß im kommenden Winter die Kartoffclration erhöht wird, was sehr wohl möglich sei. Auch regte er an, mehr für die Versorgung der Bevölkerung mit Kleidern und Schuhen zu tun. Danach erklärte die Stadtverordnetenversammlung die Anfrage für erledigt._ Spandau. Lebensmittel. Heute beginnt der Verkauf der städii« scheu Dutter auf Butterabschuitt 111 der Lebensmittelkarte. Auf jeden Abschnitt werden 40 Gramin zum P eise von 24 Pf. ver« ausgabt Von morgen ab werden aus Margarineabschnilt 3 40 Gramm zum Preise von 16 Pf. ausgegeben. Kühlhauseier 48 Pf. pro Stück werden auf Eicrabschnitt 3 der a l t e n Leben?« mitteikarie abgegeben. Der Eierabschnitt verliert heute abend seine Gnttigkett. Von morgen ab kann aus Eierabschnitt 4 der neuen Lebensmiltt'lkarie ein Ci abgegeben werden. Die schleckten Eier sind spätesten« bis Montag bei den Eiergroßbändlern umzu« tauschen. Die vor dem 1. September ausgestellten Bescheinigungen für die vorzugsweise Bedienung von Kranken und Wöcknerinuen hat der Magistrat für ungültig erklärt; in Zukunft dürfen diese Bescheinigungen nur sür einen bestimmten Zeitraum ausgestellt werden und nur für Frauen mit vorgerückter Schwangerschaft und sür Personen«ach Lberjtandener schwerer Kraulhei� Friedenau. Eßlöffel nur»ach gegen Pfand! Tie Verwaltung der ttriegslüche lia: augmCmct, das, vom nächsten Montag ab Messer und Gabeln nicht mehr, Eßlöffel nur noch gegen Pfand von! Tl. ausgegeben werden. Das Pfandgeld wird täglich gegen Rürkgabc der Löffel erstattet. Die Besucher der KriegSlüchc sind daher er- mcht worden, sich vom nächsten Montag ab Messer, Gabel und Löffel selbst mitzubringen. AdlerShof. Abgabe von Kochkisten. Nachdem sich die Versuche mit Kochkisten in der HanSbaltungSschulc der Gemeinde bewährt haben, tonnen jetzt durch Vermittlung der Gemeindeverwaltung Kochkisten zum Preise von 12,50 M.»ür das Slürk bezogen werden. Bestellungen sind schriftlich an daZ Gemeindeamt II, PosadowSlh- srraße 1, zu senden, wo die Kochkisten auch bestchligl werden können. Nowawcs. Lebensmittel. In. der Verkaufsstelle der Gemeinde. Blücherstr. 2. konnnt G e f l n g e l zum Verkauf, und zwar Enten tPtd. 5,50 M>) und JiBnghiihner tP'd. 5 M.>.— Auf den Karten- abschnill Lt» der LkbenSiniitellarle findet die Ausgabe von st er i- Iis»erler Vollmilch statt. Die Karteitinhaber haben am Freitag, d e n v., und 2 o n n o b e u d, den 1 0., den Lebens- laittetkarlenabichiiitt 20 dei den» Kleinhändler abzugeben, bei dem sie die Ware zu beziehen tvünichni. Sie ei halten hieraus eine Bescheinigung. Ter Kleinhändler hat die von ihin abgetrennten Abschnitle zu sammeln und sie am Montag, den 12. d. M., der KriegSwtrtschastSabteiluiig einzureichen. Personen, die im Besitze von Milchkarten sind, sind von deni Bezüge von stcrilisierler Vollmitch ausgeschlossen. Die Abgabe der-LebrnSmitteltartenabschniilc vervrlichtet zuni Bezüge der Ware. Anmeldlingen, die nach deni 10. d. M. beim Kleinhändler eingehen, bleibeii ohne weiteres nriberülksichtigt.— Vom Freitag. den 9.. bis Montag, den 12. d.M., sindel aus dein Kartenabschnill 22 der LebenSniiltellacte die Ausgabe von H a f c r f l o ck e u statt. Auf den Kartei, abschnilt 22 eutsällt llt Pfund Hafer flocken. Die Ware ist gegen Abgabe der voin Kleinhändler ausgestellte» Bescheini- gung iil der obcir festgesetzten Zeit in Empfang zu nehtnen.— Auf den Kartciiabschnitt 5 der Eterkarte tgelb) findet die Ausgabe von Kalle iern statt. Die Karteninhaber haben den Karten- abschnill 4 am Freitag, den 9., und Eonnabend. den 10. d. M., bei dem Kleitihündler abzugeben, bei dem sie die Ware zu beziehe» wünsche!». Der Karteninhaber erhält hierauf eine Bescheinigung. Der Eierhändler hat die von»Inn abgetrennten Abschnitte zu sammeln und sie am Montag, den 12. d. M.. der KriegSivirtschaftS- abteilung cinztircichen. Anmeldungen, die nach dem 10. d. M. bei dem Kleinhändler eingehen, bleiben ohne wettere? unberiickfichtigt. Die Eiermengc, die aus den Knrlcitabschnill ö entfällt, wird noch bekcmntgegebeii._ GerichtsMung. Zwei �chöffeiigerichtSurteilc. Eine Arbeiterin aus NolvawcS. Mutter von fünf schulpflichtigeil Kindern, entwendele ain 20. August in Sleiilstücken 20 Pfund Aepjcl, um sie ihren«iiidern. die immer Hunger hatten, zu bringen. Iluter- tvcgS nahm ihr ein Pvlizeibcamter die Aepfel ab»nd zeigte die Frau nti. Sie erhielt einen Straibefehl über tage und schreibe eine Woche Getäiigniö. Gegen dieses Urteil legte sie Berufung ein und das Potsdamer Schöffengericht venirteilie sie zu einem Tage Gefängnis. Zu gleicher Zeit hatte sich vor dem Schöffengericht Berliii-Mitte der Inhaber des �vornehmen" W e i n r c st a n r a n t s Dreisel, Fuchs und dessen Frau, ivegen Schleichhandels niit Lebensmitteln, Eier. Butter. Mehl, Fleisch, Schinken und dergleichen im großen Umfange, Nebe» schreitung der Höchstpreise, Nichlachtiing der be- stehenden KnegSvorschmten für die Entnahme von Nahrungiinitlcln usw. zu veralitworten. Der Umsatz deS Schleichhandels war in die Tausende gegangen. Das Urteil lautete aus je 3000 Mark Geld- straft. Also für ein paar Pfund Aepfel. die eine Mutter für ihre hungernden Kinder entwendet, Gefängnis, für einen aus ichmutziger Gewinufucht behiebenen Tauft ndc geht, Geldstrafe.' Schleichhandel, de» in die Mus aller Welt. 70 000 Mark Schmiergelder! Der früher« Proviantamtsdirektor LouiS isternicke in Stettin. Leiter eines Erfatzmagazins, hatte mehrere Lieferanten, veranlaß», ihm große Geldsummen zu über- lassen, indem er ihnen sagte, daß er eine Ersatzpflicht für angeblich abhonden gekommene Ware zu erfüllen hätte. Die so erlangten Schiniergelder erreichten 70 000 M. Auch sonst ließ sich Steinicke gern beschenken und die Lieftranten konnten und benutzten seine Vorliebe für eine gute Flasche Wein. Die Strafkainmer verurleilte ihn zu 2'/., Jahren GefäNgni-Z wegen einfacher uiid schwerer Bc- stechung. Jugenöveranftaltungen. Tchönebcrg. Arbeitcr-Jugcnd. Sonntag sällt nmsländchalbrr die Waiidcrfabtt sowie die Abetidvcranüaltnng aus.— Mittwoch Spiel- abend. Ä n j a n g 8 N h r. Gaste sind willkommen. Zlltgemriur Kranke»- und Sterbckafie»er Metallarbeiter (V n. G. Haniburg). Filiale Baums chulcnwcg. Ten Mitglieder», welche in Treptow wohnen, zur Kenntnis, daß am Sonnabend, den U>.. aheuds 8"|,— 10 Uhr, tui Lokal von Borch. Eljenstr. 110, Ecke Kiesholzstraßc, kassiert wird.s Sriefkaften üer Reüaktion. Nr. Z». Fr. Zt. Wird zweiselloS gewährt.— Keldgrnn SVK. Aa. — Ztreitfrage 2«. 1. AIS Unterossizier 5'/. stähr. sonst nicht. 2. Nein. da keiner mehr aktiv dient.—«. B. 100. Sie töniien Nückgabe niwr verlangen. Warum wgcen Sie voreilig, wenn Sie die Sache» selbst ge- brauchen?— Zchönau Khi. 1. Wenn die Söhne mehr wie sechs Lahre aktiv gedient baden, für jedes weitere Ladr 210 SR. 2, Die Mutter mun den Antrag bei der Polizeibehörde stellen.—£>. L. 51. Sie ntüffen die Meldung dem Unterftütziingsburean mache». Von einer Rnckzahlniig kann abgcicheii werden.— L. G. 1. und 2. Die Mutter mnß etrafantrag gegen den Hauswirt stellen.'J. Wenn Sie vor Fhrer Einziedliiig die Mutter regelinäßig unterstützt haben, hat iic Anspruch ans KriegSimterstützuna. P. B. 100. 1. Durch notariellen Vertrag ist es einfacher. 2. Ihre zweite Frage ist nicht klar, Sie meinen ivolil Löichung einer Hpvoihek. Sind Sie dann vorsichtig!— F. B. 27. l. Laut Veriiigung des Kriegs- »imütcrs Ar. l>8ö,-ö.»7, o. Ib.„Armee- Verordnungsblatt" Nr. 34 vom lt. 7. 17 soll von enier Wiedcrcinziebnng abgeiehen werden, wenn der Entlaffcnc öO Proz. und medr crwerbSnnsShig erklärt i>!. 2. Fa. 3. Dränen- si siein. unWIbarrt- Verschluß oder Verengerung der Tränenwege, chronische Erkrankung der Drünendrüse: landünrinpslichiig.— BSilhelm Work. Nein. Nur nach Sst.jähriger Dienstzeit als Unteroifizier.— Zl. 16. Sic brauchen nur einen'entsprechenden Antrag zu stellen, wie wir bereits mitgeteilt babc'.i. Dann ivird vom Vorsitzenden des Gerichts cnt'vrechcnd einer Anregung des Lustizministerinms verfahren, wenn nicht pesondcic Gründe dagegen sprechen. WetterauSnchten kür das mittlere«orddeutichlanb bi« Zonnabrnd mittag. Zeitweise heiter, jedoch vorherrschend wolkig, mit geringen Niederschlägen! in der Nacht zu Sonnabend verschiedentlich Frost. Gewimmuszug der 10. Jfretifjifch- ALddentschsz» (SS6. Königlich Preußischen) KlasscnioNrrio b. Klaffe i. ZiehungStag S November 1917 Auf jede ge-»xcne Sinmmer find zwei gleich bobe vt-win»« gefallen, und zwar t« einer auf vi- Lofr gleicher Slumwer>u dcu beiden Sidteilungen> und N (Ohne Gewähr A. St. A. s. Z.)(Nachdruck verboten) In der tvormittagS-Ziehunst wurden Gewinne über 240 Mk. gezogen: 2 Gewinne zu 10 000 Mk. 64093 6 Gewinne zu 6000 Ml. 116100 167613 216233 66 Gewinne zu 3000 Mk. 2691 13588 17924 18241 19793 28444 28536 37246 37529 52737 56899 58626 62033 67625 71935 76412 79208 81393 90895 93462 97292 99146 101266 117378 141375 146680 150206 151360 154410 168657 159815 172365 172563 189976 196133 198981 217098 220294 225506 226658 227346 228279 231513 231599 142 Gewinne zu 1000 Mk. 674 1915 4487 12219 14113 19834 26683 29000 32306 34358 36471 42109 42198 43804 44356 46551 50840 50872 56197 56993 59955 63719 68268 72237 74106 74197 77532 87409 67745 87851 90540 60614 91047 91321 96622 101485 108260 123793 124226 124441 127832 129243 130219 133283 137629 138989 141184 161571 161706 162405 167724 176389 175863 177314 178922 188917 392046 198393 201462 201680 205810 206874 208407 210413 210550 211841 212387 216596 220067 224005 227296 214 Gewinne zu 500 Mk. 1667 4047 4781 5955 7942 10535 12558 13818 14924 16081 15307 17441 19372 19507 23970 29594 31160 32332 36722 42026 44516 47645 47710 66188 56786* 66934 68674 68811 61362 62745 63884 64223 69552 69837 73652 75465 76420 60874 61629 82986 84498 89209 91188 95308 95934 96566 96605 97168 99448 102735 104153 106696 107013 107855 108101 110424 111846 113650 114602 116361 117855 320383 120826 126831 130784 134321 140730 143681 344803 148733 149585 163628 162232 162294 164999 165712 167061 167688 171468 172900 175039 176904 183194 189912 191935 394927 195239 195446 195817 196916 197093 201928 202879 208396 211816 211835 212050 213800 215373 216781 216943 217105 217627 223155 224443 230356 231420 In der Nachmittag z-Jichung wurden Gewinne über2tVMk. gezogen: 2 Gewinne zu 60 000 Mk. 90754 2 Gewinne zu 50 000 MI. 77693 2 Gewiime zu 30 000 Mk. 69772 2 Gewinne zu 10 000 SRI 37348 2 Gewinne zn 6000 Mk. 142139 68 Gemne zu 3000 SRI. 23888 34026 37192 45879 55409 66550 67359 83691 84010 90556 105063 108080 116215 115794 121629 127051 139603 142299 143924 143758 159870 166430 169217 174035 192749 193720 194165 203752 2316«* 154 Gewinne zu 1000 Mk. 1509 1931 4282 5726 776» 8453 10212 10552 16940 18421 28579 29679 34087 35888 39104 42898 45394 48520 53281 55359 57542 57736 59037 63363 65165 73970 75425 80112 84032 84952 87630 89976 93020 106852 109258 110562 111808 120282 123701 127349 128397 129266 130421 136372 136701 142906 343589 144946 145731 149987 161.696 157633 167483 168975 171257 176795 177220 179827 181236 183883 188008 189472 191243 198924 399249 201169 206178 205619 208930 210256 215289 215514 217193 223080 232271 232584 220 Gewinne zu 500 Mk. 1142 2670 9207 10552 11460 34912 19890 20343\21559 22115 22493 23163 26849 27023 29276 34629 36130 37745 38536 38665 40648 42165 48111 48867 52871 67487 58644 60066 61255 61288 62692 63944 66640 66711 72705 74924 74955 77836 78260 81202 81536 82057 82623 86415 86494 87907 91243 91964 93666 93941 97520 99759 100142 100374 102447 304486 112301 119623 120301 121203 121321 121393 126907 127824 132145 132929 136142 140133 140149 140317 140684.140885 146024 140647 151015 357646 158393 161358 164551 165015 165900 166386 166880 169925 172543 173616 174003 174854 179546 182765 185794 188378 193729 196733 197473 199829 201066 204638 210455 213223 215628 218290 220364 220459 220536 224144 225045 227853 226690 229224 ,Die Kohlenbrenner' diele« Romans ist in Hekt 44 der„Ffreicn Stunden" enthalten. Deutscher Kuchdlnikr-Verdluttl. (Zshlstella Berlin.) Ten Mitgliedern zur Nach. rtcht, daß unser langjähriges Mitglied Mziuiz Spiewsky (Buchbd. SJiojje) verstorben ist. Die Beerdigung sindet am Sonnabend, den>0. No- vember, nachmittags 3>/,llvr, auf dem Lulher-Kirchhos in Lankwitz statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 3t /II vis OeUvenffeltung. . Schmerzliche Erinnerung zum Sterbetage meines inniggeliebteit. unvcrg etlichen Mannes. unseres herzensguten Vaters, des Gastwirts Paul Schröter (in einem Armier.-tSat) gestorben an» 0. Nov. 1916 an den Folgen eitler Ope. ratio». Lbtzb Fn traurtger Erinnerung Ella ZSriiriitcr gb. Thurm, Gertrud und Frmgard als Kinder. Düster webt der Trauerflor heut an deinem lieben Bilde nieder. Düster ist mein ein- sam Herz, denn du lehrst ja niemals wieder. Ruhst nun ichon ein Fahr lang in der lalten. fremden Erde. Fn unser:» Herzen lebst du fort, wirst nie ver- gessen werden. Hab' in deinen Augen ja zum letzten- mal geblickt, damals, als bei demc Abfahrt wir uns noch die Hand gedrückt; ahnte» aber beide nicht, daß cS jollt' das letzte Mal sein. Denn Ich bab' ein schöNeS, kuizeS Glück brich i:, Nun ruht'S auf ewig. von mir unvergessen. Am 6. November abends 7>/z Uhr entschlies sonst nach kurzem, schwerem Leiden unser lieber, guter Bater, Schwieger- und Großvater, der Putzer ZrleM Wim im 68. Lebensjahre. Dir» zeigen ticjbetrübt a» Die tranernden Hinterbliebene». Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 10. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenballe de» St.Georgen- £ Kirchhof» ou» statt. 43b Am 9. November siel Sei einem Stururangriss unser gciieblcr Sohn und Bruder, der Musketier Eirnst Leutner im 21. Lebensjahre. Tu warst so jung, so leben-, sroh, Warst unser Stolz und Glück, Du mußtest sort vom stilleil Heim— Und kehrteü nicht zurück. Dein junges Lebep nahm man dir, Der du stets brav und gut. Barum, tvauim nur muß das sein k Ei» Finch den Schuidtgen! Seine Gktcr»»nd Geschwister. lolA Spezialarzt Dr. med. Wockenfnü, Frietfriohst 125(Oranienb.T.), f. Syphilis. Harn- u. Frauenleiden Ehrlich-Hata-Kar(DauerlOT.). Btuiuntersuch. Schnelle, sichere schmerzt. Heilung ohne Cserufs- störung. TatUchUung. i,'o2(12* öpzecAiitaad.: Ii,—-1 u.6— 8 Spezialarzl Dr. med. I-uab« beb. schnell, gründl., inögl. schmerzlos u. obne LerutSstör. Caschlechtskrankheit, geheime Haut-, Harn-, Frauenleiden, Schwäche. Erprobteste Methoden Ehrllch-Hata-Kuren, Harn- u. Blutuntersuchung.* Königstr. UU, ää. 3pr. 10—1 u. 6—8, Sonnt. 10— 1 Spezial-Arzt Dr. med. Hasche, FrißtSriciisir, SO Behandl. von Tyvhili«, Haut-, Harn-, Fraurnletde«. fvez. chron. Fälle. Ehrlich-Hata-Ku- rcn, schmerziojc, lürzeite Bc- Handlung ohne SerujSstöruug. BtutluitelckuchMtg. Maß. Breisc. Teitzahluag. Sprechstunde,! 10 blö 1 und ä— 8, Somit. 11—1. 9o}loi(ieinoltot. Berein{fit Betlin n Sonntag, den 11. November, vormittags 10 Uhr: Wichtige Besprechung. t. und 2. Abteilung bei Rlekert, Stein mohstrasie 36a 3., 4., im Bezirkssekretariat. Lindenstr. 3 5., bei!Hann. Hornstraste 2 6.., Krhnster. Chamifsoplah 4 7.,„ Reim, Urbanstraste 20 8.,„ Welke, Hasenhetde 54. Der wichtigen Tagesordilung ivegen ist eS Pflicht aller Mit- glieder zu erscheinen. A>8/3 Der Vorstand. Mni-BerfiniiS üer WemtMer niili Weilerlniieii ZenWlniilis. jb'iliisle Berlin ss Sonntag, den 11. November er., vormittags 11 Uhr. bei SeUinldt, Prinzen Allee 33: Monats-Versammlung. Tagesordnung: Kossenbericht vom Hl. Quartal. VorftondSwahlen. Urabstimmung über die Erhöhung der VerbandSbeiträge. Um zahlreiches und pünltliches Erscheinen ersucht llls 3__ Der Vorstand. ■.|iiiii'W«M«i»misii»"i»imiuuliw«i»i M-iSSSS. bei Bestellung v Gebisien gratis. N.»A° Z»i>»>>r»ii5 smtztzt, srr""s Goldkronen o. 90 M. an. Svez.: ■ M' ir StrtU* I, chölth. Allee. Königl. Eisendahndirektion 33. S 4. Halle(Saale), den 6. No- vember 1917. Von Sonnabend, de» 10. November d. I. ab lallen die Schnellzüge v 202 Berlin sab 8.32 nachts)— Halle (ab 11.17 nachtS)— Frankfurt (Main) und O 243 Frankfurt («Main)— Halle(ab 4.17 1 Berlin(an 7.23 nachtS) aus. Bentsehland braucht Mnsr, the fiihig sind, an dem rroßen wirtschaftlichen Wettstreitteilzunehmen, der eine unbedingte Fol�e des Weltkrieges sein muß und eine tiefgreifende Aende-. i-üng unseres gesamten wirtschiiftliohea I.ebons herbeiführen wird. Ueberau rrerden gebildete and letstuogsfälilgo Mitarbeiter sein. Beamte, Lehrer, Anee- steUte des Handels und der Industrie sollten nicht versäumen, jetit ihre Vorbereitungen in treffen. Das beste Mittel, rasch und gründlich. ohne Lehrer, durch einlachen Selbstunterricht auf ein Kxamen vorzubereiten. die F.ini-Freiw.-Prüfung u. das Abitur.-Examen noenzn- holen' oder die fehlenden k aufm in n. Kenntnisse zu ergänzen sowie eine vortreffliche Allgemeinbildung sich anzueignen, bietet die Selbstunterr.-Methode„Ruttin". »uslührl. 60 S. starke Brosohflre kosten!«*. Bonne«« dt Hachfeld, * Potsdam. PosHacli 224. Prima WQrslehen u. Wurst a. Kaninchen- u. Rot- fleisch tiigl. frisch, Pfd. 3.50M Jiachn. Eil p.- Vers. Versand v. SPTd. ab. KoOsohl&chterei und Wurstlabrik Arthar Schindler, Zwickau I. S. 1. Bsaldparzellc am Bbj. BaSdort. Q.-öi. 10 M.. Anz. SvM., verkauft Hülse«, Steglitz. Bionoilleftr. 11. Pstmd IZ.50 IA. Fetle Enten � 8,80®» Masthtiiinermtil� Schmidt, vorm. Tasche, Ptannfer Ztl, a» Hall, tax- Nr. ZHK— ZH!7 Unterhaltungsblatt öes Vorwärts Lreitag, H. Novrmbx Zwisthen Tagliamento unö piave. Die weile oberitalienische Ebene, die die Flüsse deZ Lande-Z in oer Arbeit von Jabrzehmausenden durch Anfrüllung langsam abge- rungcn haben. Noch immer führen sie den Steinschutt" der Alpen gu Tale, schieben daS Land gegen daS Meer vor, ziehen sich als tief geiurchte, den größten Teil des Jahres nabezu troffenc Geryllbetlen durch das von ihnen geschaffene Land. Ein Geäder solcher Flüsse verteilt sich über das Gebiet zwischen Tagliamento und Piave, aber nur einer dieser Flüffe ist ansehnlichere daS ist die Lioenza, die zugleich aus einem großen Teile ibreS Laufes eine �.ailde>?scheide bildet. WaS östlich liegt, gehört zum Friaul, westlich aber beginnt mit der Provinz Venedig da« eigentliche V e n e z i e n, und das ganze Küstenland dieses Striches, ein von Lagunen, Schilfdilfichten, siebenden Wosiern vieffach erfülltes Sumpf. gebiet, gehört g'chon zur Provinz Venedig im engeren Sinne. Den Gegensatz zu diesem Süden des Landes bildet dann sein Nordlerl, wo die Alpen in steilem Abstürze und in schmalen Bergtälern daS Land umkränzen und zum Teil, besonders im westlichen Abschnitte des Gebietes, noch ziemlich lveil in die Ebene Vorberge pnd Vor- Hügel hinaussenden, die daS LandschastSbild auf das anmutigste be- lebe». Conegliano, das reizendste Slädtebild zwischen Tagliamento und Piave, verdankt einem solchen Hügel seine ofr gerühmte Schön- heil. An den Hängen dieser Vorberge aber wächst vielfach ein be- sonders guter Wein, der seit alters weiten und verdienten Ruf genoßt. Den beiden Straßen, die schon seit vielen Jahrhunderte» das Gebiet durchqueren� folgt heute auch die Eisenbahn. Die südlichere davon ist die, die von Veneaig lind Treviso nach Monfalcone und Görz führt. Es ist die einsamere der beiden Straßen; doch ist die Geschichte auch diesen Weg geivandert. Univeit südlich von Port?ogruaro, dem bedeulendsten Eisenbahnplatze und Knoten- tunkte dieser Linie, liegt ein kümmerliches Dort, das den Namen Concordia trägt. Es ist eine alte römische Gründung, die einst Julia Concordia hieß uud ihre Bedeutung hatte, später auch der Sitz eines Bischofs wurde. Aber Allila, der Hunneukönig, kam hier des Weges und zerstörte die Siedlung. Der Bischof verlegte seinen Sitz nach Portogruaro. wo man nun in einein kleinen Bluseum aller- Hand römische lleberreste aus Eoncordia studieren kann. Ungleich belebter, anziehender und erinnerungsreicher ist die Nordlinie, die alte wichtige Völker- und Heeresstraße zwischen Verona und Udine. Gleich wenir aus langer Gitterbrürke von Co- droipo bis herüber nach Caiarfa der Tagliamcnlv überschritten ist, sieht man sich in einem wohlbebaulen. gut gepflegten Lande mit zahlreichen behäbigen Ansiedelungen. Nicht lange, so ist P o r- de na ne erreicht, eine freundliche Landstadl, die aber an geschichtlichen und künstlerischen Erinnerungen keineswegs arm ist. In tünsllerischer Beziehung hat der hier wohnende Volksschlag Pch immer schaffenskräftig erwiesen; Pordenone sowohl wie Conegliano sind durch Meister berühmt geworden, die hier das Licht der Welt erblickt baden. Da Pordenone gerade mittwegs zwischen den Alpen und dem Meere liegt, so Hai es sich zu einem blühenden kleinen Handelsiniltelpunkte entwickelt. An Getreide, Wein, Vieh, Seide wird hier ein recht lebhafter Umsatz getrieben: auch allerlei Industrien haben sich in Pordenone angesiedelt. Noch erinnert die Stadt an ein römisches Soldatenlager; sie stellt ein unregelmäßiges, großenteils noch von Mauern umgebenes Viereck dar, das in seiner ganzen Breite durch die Hauptstraßen geteilt und so in vier Stadiviertel zerlegt wird. Eine srncblbare, nahrhafte Gegend ist es, die die Straße hier durchzieht. Nun erreicht sie die Livenza, deren Brückenkopf von se die Stadt Sa eile gewesen ist. Sie hat dadurch eine gewisse Wichtigkeit erlangt, und schon llgl) bat ibr der Patriarch'Gottfried von Aquileja die Stadtfreihcit verliehen. Noch zeugen Mauern und Gräben davon, daß die Bewohner von Sacile sich vielfach ihrer Haut zu wehren hatten. Das Städtchen überrascht durch seine schöne Piazza, die von Säulenhallen und stattlichen Bauten des 15. Jahrhunderls umgeben ist. Aber den Glanzpunkt des ganzen Lande? bildet doch Conegliano, die Heimat des Meisters Cuna, die weiter westlich. schon in der Provinz Treviso, belegen ist und an Einwohner- zahl und Bedeutung hinter Pordenone zurücksteht. Bon einem schön bewaldeten Hügel, an dessen Fuß sich die Unterstadt schmiegt, schauen die Kiräic, die Paläste von Conegliano weit über die freundliche Ebene dahin. Berühmt ist die guie Lust, die guten Weine der Stadt, und cS ist eine hübsche Stadt mit freundlichen Siraßen und statt- lichen Gebäuden, die da zwischen Bergen und der Ebene sich so an- mutig lagert. Wenn Conegliano in wirtschaftlicher Bedeutung an Pordenone nicht heranreicht, so liegt der Grund darin, daß das Um« land an Fruchtbarkeit zurücksiebt. Es ist reich an Sümpfen, und nur beharrliche und dauernde Verbesserung vermag den Ertrag des Landes zu erhöhen. Lebendige Orchideen. Unter den Kriegslisten, die im Bereiche der Natur geübt werden und schon ersonnen waren, ehe es noch die einfachsten menschlichen Listen gab, ist eine der sonderbarsten jene JmeUenlisi. die man nach den Ausführungen Wilhelm Böliches in der Zeitschrift„U-ber Land und Meer"„Lebendige Orchideen" nennen könnte. Von den echten Orchideen wird wegen ihres phantastischen, häufig geradezu dämoni- scheu und an verschiedene Tiersorinen gemahnenden Aussehens häufig behauptet, daß sie Vampyre iin Pflauzenreiche seien, mit geheime», bösen Kräften befähigt. Dies ist ober keineswegs der Fall, die Orchideen find nicht einmal insektensreffende Pflanzen, ihre oft unglaublichen Formen und Farben dienen vielmehr lediglich der Fortpflanzung. Die Insekten setzen sich auf die Unterlippe der Orchidcenblüte, wo sie gewissermaßen ein bequemes Stühlchen finden, von dem au? sie den Kopf durch ei» tleines Fenster in die Honigkanimer stecken könne». Während der Mahlzeit kleben sich dem Insekt die befruchtendeit Staubpakete der Blüte an den Kops, uud wenn der Gast dann eine andere Blüte aufsucht, gelangen die Staubpakeie zu den Rarben der zweiten Blüte, sodnß die Fort- Pflanzung sich vollziehen kann. Tie lockenden Wirkungen der Orchideen bat sich nun ein gieriges Insekt zuimtze gemacht. daS eine Zwischenstufe zwischen den so- genannten Schwaben und den Heuschrecken darstellt. Diese? räube- rische Jniekt besitzt zwei lange starke Greifarme in Gestalt von Klappincssern und erhielt wegen der emporgereckten Haltung dieser Messer, die bei einiger Phantasie an die Handhaltmig eines Betenden erinnert, trotz seiner nichts weniger als lobens- werten Gepflogenheckelt den volkstümlichen Namen„GotteS- anbeterin". Tie'Haupleigen'chaft der Gottesanbeterin besteht in der Fähigkeit, sich tu Farbe und Gestalt ganz außer- ordentlich der Umgebung und dem Zweck der Kriegslist anzupassen. Die südeuropäischen Exemplare gleichen am ehesten einem kleinen Stück Strohwisch, die Farbe ändert sich von braun bis gelb und grün. Am ausgeprägtesten ist diese AnpassungSsähigkeit aber bei den iropiicken Formen, die sogar einzeln persönlich die Farbe wechseln und den Farbton des Unlergriindes annehmen können. Dies genügt ihnen jedoch noch nickt, sie beniitzen auch Flügel- und Beinhaltung uiw. zu ihrem Maskenspiel und verkleiden sich auf biete Weise zu wunderbaren Blüten, die den Orchideen außerordentlich ähnlich sind. Sie halten sich dann in der Nähe der Oickideen oder auf ihnen selbst aus, um auf diese Weise ihrer getäuschten Opfer habhaft zu werden. Die vollkommenste Verwandlung gelingt aber jenen Arten, die schließlich in Farbe und Gestalt den Orchideen oder Tlichiei winden täuschend ähnlich sind und sich dann ganz einfach mit gespreizten Beinen, die den Stil dar- stellen, mir auseinandergespreizten Flügeln uilv. auf den Urwald- bäumen niederlassen, um die Fliegen anzulocken und zu zerreiße». Die Kriegslist dieser Insekten kann als eure der vollkommensten in der Natur bezeichnet werden, da in diesem Fall da? Tier gewisicr- maßen zu einer Blume wird, we-halb die in derlei Listen am besten geübte Gattung, die lebendige oder die gefälschte Orchidee, den sehr zlilreffenden Namen.Teufelsblume" erhielt. Ibsens„Wilöente* im Theater in der Königgrätzer Straße. Das Stück, das sich mit seiner glänzenden Zeichiumg nieiisch- l icher Eilelkeuen in der Gestalt de? Hjalmar Eckdal zu klassischer Vollendung hebt, fesselt ebenso gedanklich durch die Skepsis, die Ibsen, der große WahrheitSeiserer, hier gegen die bisher von ihm bedingungslos vertretene Wahrheitsforderung richtet. Die ironisch zynische Philosophie deS verlumpten Doktor Relling, daß Einbildung nnd Selbstbetrug auch oft lebenssördernde Kräfte sind, die ichwachen Menschen in ihrem Elend eine letzte Stütze bieten, trägt in dem Drama über Gregor Wertes Glauben au der Wahrheit Heilkraft den Sieg davon. Doch leider toird dem lebenskimdige» Wider- part der Sieg über den moralisierenden Idealisten im Stücke allzu leicht gemacht. Diesem fehlt einfacher Menschenverstand in eiirein Maße, daß er. de: doch ein TqvuS sein soll, teilweis ins Karikatu- ristische schillert. Da geht ein Bruch durch das sonst so geschlosse: psychologische Gemälde. Auch Herr K a y ß l e r als Gregor Werle vermochte über de Befremdende in den Voraussetzungen nicht hinwegzutäuschen. Do in dem so gezogenen Rahmen gab er ein Bild von hohem Reiz de Seelischen. Die Härten und Kanten de? Prinzipienmenschen im spielte ein Hauch von rührend warmer Herzensgüte und hinter alle, stand lastend eine schwere, au? ewigen Enttäuschungen der Reinheits sehilsiichr erwacksenen Melancholie Eine Leistung von ungewöhnli- intensiver Kraft der geistigen Verinnerlichung. Viel Gutes In auch H a r t a u Hjalmar. Rur daß eS dieser Hjalmar- Eitelkc an jenem Einschlag von kindlich LiebenSwürdigeni, die andere Künstlc ihr zu geben loußteii, gebrach. Hjalmar ist wohl ein Komödiar des Lebens, dock rückte in dem Spiel ein Ton spezifischen Sckar spieler-Komödiantentums allzu merllich in den Vordergrund. Seb sympathisch, vielleicht sympathischer als es des Dichters Absicht, de rührte Helene Feöhmers Ginn: Ein gute« und verständige HauSniüliercheu, in dem der helle schöne Klang der Stimnie, de bei Ibsen stark betonten Lodeniatz von philiströier Enge dänipsti Reinhold S ch ü n z e l übertrieb unnötig die AlterS-Zittrigkeit de greisen Eckdal. Vortrefflich gelangte die junge Mädcheimrt der Hedwig anschmiegende Zärlltchkeil und unbewußter Drang nach Liebe dürr Marie O r s k o zur Erscheinung. Paul Reh köpf zeichnete korre! 1 naturalistisch die Figur des Doktor Relling. är. Notizen. — Die Technik des II-Bootes behandelte Prof. L a a � am Mittwoch an einem wissenschaftlichen Abend der Urania. E wurde einem da lkcht klar, was für ein kompliziertes und fei» nerviges Wunderwerk das Tauchboot, wie Prof. LaaS eS lieber ge nannl wissen möchte, welch ein Produkt höchster Kullurentwicklum es darstellr. Wenn man nicht an die absolut unkulmrelle Aufgabi dieser Maschinerie denken müßte, könnte man es als einen Höhe punkt unierer Zivilisation bezeichnen. Obwohl Deutichland an spätesten an den Bau dieser Boote ging, hat eS ihn«» doch d» klassiichc Form gegeben, weil alle Vorbedingungen dafür in ihn eniwickell waren: hohe Leistungssähigkezt de» Ingenieurs wie de-: Arbeiters im ollgetneinen und die Durchbildung de« elelirisckei AkkuiniilatolS. des Dieselmotors, der Luslerneuetung zu der de sonderen Leistungsfähigkeit, wie sie das Tauchboot erfordert. Vor tühiiingen am Modell im Wasser erläuterten Tauchvorgang. Lichn bilder gewährien Einblick in das den Raum ausS höchste ausnützend« Innere dieie? modernen Teufelswerkes, als welches unsere Vorfahret zweifellos dieses amphibische, zweihäutige. niit einem Nervenzenlrun und einem Netz von LcitungSbahlicn und Kraftübertragungen ans gestaltete, aufs genaueste ausbalauzierte und dem leisesten Impuls folgende Kunstiverk bezeichnet hüllen. — Ter Nobelpreis für Literatur wurde von de schwedischen Akademie zwischen den dänischen Schriftstellern Kar G j e l l e r u p und Henrik Pontoppidan geteilt.— Pontoppi dan ist wohl der bedeutendste der lebenden dänischen Romanschrist steller älterer Generation(geb. 1857), dem als moderner Gogenpo etwa Joh. V. Jensen gegenübersteht. Er ist ein Darsteller große .Lebenskreis«, ein Meister der Komposition und schöpferisch« Sprachbeherrscher. Auf unfern größten proletarischen Dichte M. Andersen Ncxö hat er befruchtend eingewirkt. Pontoppidan große Romane, wie..Hans im Glück",„Das gelobte Land", sowie kleinere Erzählungen sind in deulschcr Sprache erschienen(kleinere Werke von ihm standen früher auch im„Vorwärts" und in der ..Neuen Welt"). P. hat als Naturalist begonnen, ist aber dann zu freieren Formen übergegangen, in denen sich vielfach auch roman tische und ironische Elemente geltend machten. Er hat als konser- vativ gerichteter Kritiker über die Entwicklung seines Landes zu Gericht gesessen, aber auch in dem achtbändigen., Glückspeter", der umfassendsten Darstellung des heutigen Dänemark, Menschen nach seinem Herzen geschaffen.— Gjcllerup(ebenfalls 1857 geboren« lebt seit langem in Dresden. Ursprünglich freigeistigeu Zielen zustrebend, hat er später in Drama und Erzählung nordische und klassische Stoffe bevorzugt. Unter der Einwirkung der deutschen idealistischen Philosophie stehen die in Deutschland entstandenen Werke, die wie„Der Pilger Kamanita" und„Die Weltwanderer" z. T. in Indien spielen und buddhistische Gedankenwelten von eigenartigem Zauber erschließen. Daneben hat er aber auch modern realistische Romane sowohl mit deutschem wie dänischnn Hintergrunde geschaffen. Die welsthe Nachtigall. Der Roman eines sterbenden Jahrhunderts. 3S] Von R. Francs. Schon ging sie auf— Jungfer Regina war cS, ängstlich wie ein scheues Reh— sie hielt ein Paket in der Hand, was es war. konnte er nicht erkennen. Rasch schlüpfte sie damit hinter die Ballen an der anderen Seite des Kellers und noch rascher War sie enteilt. Zsetzt aber hatte sie nichts mehr in der Hand. Die große und lange Stille, die nun eintrat, machte dem Jungen Mut. Sein pfiffiges Näschen schnupperte neugierig. Ei sich, welche Geheimnisse waren in diesem Hause zu cnt- decken! Zu gerne hätte er gesehen, was da soeben versteckt wurde. Aber so oft er sich in Bewegung setzte, um nach dem Versteck zu spähen, erklangen immer toiedcr Schritte oder Stimmen, die ihn zurückscheuchten. Endlich gelang es doch nach einigem Suchen hielt er daS geheimnisvolle Paket in der Hand. Es waren Hefte und Bücher, von deren Wesen bei der in diesem Winkel herrschenden Dunkelheit nichts zu er- kennen war. Er trat damit zur Türe, wo doch einiger Licht- schein herrschte, legte den Pack auf ein Fäßchen mit Rum und schlug eines der Bücher auf. Das Recht der Völker, sich eine ihnen zusagende Staats- form zu wählen oder Reflcrionen über die I. I. Rousseau Oootrset sociul nebst Erläuterungen zur Rede dcS Marquis de Mirabeau.... Das war nicht zu verstehe» und weiter kam er nicht. Jemand trippelte die Treppe herab, so rasch, daß er kaum noch Zeit hatte, mit dem in seinen Händen befindlichen Buch hinter den Kisten zu verschwinden. Sein Glück>var. dasi man versuchte aufzusperren, be- vor man entdeckte, daß die Tür ohnedies offen stand. Die Eintretende hätte er übrigens a»ä> am steifen Rauschen der Kleider erkannt. Es war Tante Pensch. Franz wurde von einer namenlosen Angst befallen. Die schnüffelnde Nase der alten Jungfer wußte auch sonst alles auszuspähen. Wenn sie ihn jetzt entdeckte! Und die Bücher dazu, die er vorn aus dem Rum saß hatte liegen lassen! Sein Herz stand still vor «�orge. in einem heißen'' Stoßgebet flehte er zu Gott, imr noch diesmal alles gut ausgehen zu lassen, ganz gewiß wolle er hier niemals wieder naschen. Und Gott erhörte ihn und es ging gut aus. Das heißt, bis auf den Umstand, daß Tante Pepsch die Bücher am Rum- rliSifm fMtfc R». Timmterm ort kickt ralim dann WW d-m wiederholt einschänktc und es unter großen Seufzern leer trank— dann einen Blick in die Bücher warf, halblaut auf- kreischte und so eilig nach oben rannte, daß sie auf daS Versperren der Türe vergaß. Franz verließ so rasch er konnte den heute so reichlich besuchten unheimlichen Ort, nachdem er noch den Traktat zurückgelegt hatte und nahm sich vor, strengstes Stillschweigen über alles was er gesehen, zu bewahren. Ihm war bei alledem nicht ivohl zu Mute, denn iir seiner Lebenserfahrimg als Stift stand es fest: es möge geschehen sein, was da immer wolle. >venn es herauskam, daß er dabei war, so werde sicher znerst nach seinen Ohreil gegriffen. Aus sicherstem Instinkt heraus vermied er es besonders an diesem Vormittag. Tante Pepschen zn begegnen, denn vor ihrem scharf prüfenden Auge wäre ihm sicher daS helle Rot in die Wangen geschossen und er hätte durch sonst ein Zeichen sein böses Gewissen verraten. Während- aber sonst die ehrsame Jungfer es meisterhaft verstand, jedennaim gleichzeitig im Wege zu sein, war sie jetzt in der unheil brütenden Stille des immer heißer heraufsteigenden Mittags wie verschollen. Nach den vormittägigen Stürmen hatte sich eine bange Ruhe über dieses in seinen Grundsesten erschütterte Haus ge- legt. Sein Herr hatte mit einem letzten lauten Krach vor dem ihn bittend aussuchenden Töchterchen die Türe zu- geworfen und saß. mächtige Rauchwolken paffend, in seinem Privatkontor. Herr Schnurbcin lvar in sein Stübchen geeilt, hafte dort seine funkelnagelneuen, alaniodischen beigefarbenen Panralons und einen blauen Frack angezogen, war dann zum Chef hinabgestiegen und hatte ihni angskündtgt, daß er nach fünfzehnjähriger bester Kondition es nicht verdient habe, ein Schaf geheißen zn werden, weshalb er sofort die Firma ver- lasse.... Regina kniete trostlos in ihrem Zimmer auk dem Betschmel und starrte trockenen Auges empor zum Gekreuzigten. dessen elsenbciiierttes starres' Angesicht ihr zu sagen schien: Leidcih ja Leiden ist Erdenlos..,. Kaunt hatte sie sich in dieser Nacht zn der Hoffnung durchgerungen, daß, da der Vater gestern einer möglichen Verbindung mit Reinhardt nur deshalb widerstrebt hatte, weil er in seinem Eidam einen Nachfolger temer Firma erhoffte, es. nun der Geliebte durch seine Unbesonnenheit ohnehin wohl der K«irner e verlustig gehen würde, für seinen Stolz nicht ausgeschlossen ses, dem Vater zu Willen zu sein, da kam dieser neue Schlag, der Zusammenprall zweier so hitziger Gemüter, der nun alles, alles, auch die soeben emporgekeimte neue leise Hoffnung vernichtete. Ein hoch- Pnfr fnl ibr 5?ckmrm-mi-'r bofi«- ibr Ylirfor I Schritt in sein Haus dürfe er tun, sonst lvürfe er den Hunger leider eigenhändig die Treppe hinab. Keine Zeile des heiin lichen Einverständnisses mit diesem davongejagten Subjekt dulde er, sonst sperre er sie ins Kloster. Neberhaupt diese saubere Liebelei hinter seinem Rücken— alle Briefe des Monsieurs habe sie ihm sofort herauszugeben. dessen wahres Wesen er vor aller Welt inS hellste Licht zu setzen wissen werde, und als sie leugnete. solche zu besitzen, hatte er brutal ihr Nähkästchen auf gerissen und darin, freilich vergeblich, gestöbert. Welch Glück noch, daß sie die verhängnisvollen. ihr von Reinhard anvertrauten Schriften in einem günstigen Augen- blick, da man den Vater abrief, in Sicherheit hatte bringen können! Aber das verhütete höchstens nur lveiteres Unheil und linderte nicht das bestehende... Und. bittere Tränen tropften leise über den Pfirsich ihrer Wangen, sie legte die Hände endlich hoffnungslos nach hundert vergeblichen Ver suchen, einen Ausweg zu finden, in den Schoß... So fand sie Tante Pepsch. die den Kopf zur Tür hineinsteckte. um der Vertrauten eine Nettigkeit, die sie mächtig erregte, zu sagen. „Bitte l.rß mich, Tante, ich kann uichls reden, kann nichts denken", bat sie abwehrend und so bestimmt, daß die Tante sich zurückzog und allein blieb mit ihrer brennenden Entdeckung, die sie in dem Keller gemacht nnd die ihr schier das Herz versengte. Sie hatte versucht in den Biuheni zu lesen und schon nach wentgen Zeffen mit Entsetzen gesehen, daß religions- feindliche, gotteslästerliche Dinge waren, die darin standen. Wessen Versteck hatte sie dort aufgestöbert.? Wie kamen so gräßliche Dinge überhaupt in ein christliches Haus? Sollte der Herr Schnurbein heiniltch? Der zweite KommiS war zu dämlich und Frcu�z kam doch gar niciil in Betrocht. Sie fieberte bor llngeduko, jemandem tlttißre sie sich anvertrauen — außerdem— ob es auch nur eine läßliche Sünde ivar, solche gotteslästerliche Dinge auch nur eine Stunde im Haufe zu behalten? Hatte mcht der Pater Guardian erst piilängft gepredigt, wie man jetzt da? Volk durch die Giftiaat kirchen und relimonKfeindltcher Lehren und Schriften, die mctsßpihust allenthalben Verbreiter werden, zn verderben trachte. Nun war diese Gistsaat iin eigenen Hause ausgegangen!... Und der Nachbar des Seyboldsdorsschen HauseS sah auch diesen Morgen Tante Pepsch im schwarzen Tuch und in der dunklen Haube zur Beichte wallen. Nur hatte sie statt dein goldgeränderten Gebetbuch einen mächtigen Pompadour, i» Sc*m fto hhhi HHÜHHÜ*♦••»$* hhhhi hhh Wir lt«IaTiar5t-. Dontsrhc» Theater. ": Neu einstud.: Den Carlos. Sonn.; Dsr lebende Leiehnam Kaminei-vpicle. S i hr: Eine glückliehe Eh«. Sonrab.: Kinder der Freude. Valfesbüline. Theater am BSIowplatz. nr.tergruceib. Schönh. Tor. : ühr; Iletfda«Zahler. Sonnab.; Nathan der Weise. i)j r. C Meinhard— R. Barnauer. Theater i, Kdnlggrätzerstr, 7 Ohr: Wie Wildente. Komödienhaus '/.dUhr: Die beiden Seehunde. Berliner Theater 7';,17.:Dle talle Komtcft. 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Co., Belle- Alliance-Straffc 1.2, Große Franksurterstraffe 113 Brmi- uenstraffc 19/21, Kottbuser- dämm 1, Charlottenburg, Wil« mersdorsersiraffe 118/1 19. 106Ä" Zweinadelnäherin in und auKer Hause gesucht Grande, Kastanienallce 27. 100/2 votensrauen verlangt sofort Ausgabestelle Berlin-Westeu, Blumenthalstraff« 8, Hof, par- terre bei Stolpmann. Zeitungsfrau verlangt„Vorwärts"- Spcdittvn Neukölln, Siegsriedstroffe 28/29.___* Zeitungsträgerin sofort verlangt Speditron Lichtenberg, Wartenbergstraffe I, Laden.• Botenfrouen verlangt sofmäk Ausgabestelle Greisenhagener� straffe 22._» Frauen zum Zcitungi austragen stellt sofort ein„Bor- wärtz"-Spcdition, Ackersrrcche 174, am Koppenplatz._" Zeitungsausträgerin verlangt Berns«, Steglitz, Mommscn- str. 69.• Zeitungsausträgerin verlangt „Borwärts"-Spedttwn Schöne- berg, Meiningerstraffe 9.* ZeitungSauStrSgerinneu können sich melden.„Borwärts"« Ausgabestellc,Lanst?ervlatz14/1s. Zeitungsausträgerin sofort einzustellen. Vorwärtsspedition Moabit, Wilhclmshavenersttaff« 48, von 11— 114 und 414—7 Uhr.______• Frauen zum ZciMngsauS- tragen sucht„Vorwärts-Auj. gabestell» Alt-Boxhagen 56. Laden." Botenfrau wird vorwärts", Cha lesenheimerstraffe eingestellt. irlottcnburg, ZeitnngSaustrSgermnen wer« den sofort eingestellt„Bor- mörtA'�pedition, Markus- straffe 36.• Schloffer. Rohrleger und 3 Lehrlinge»eil. Ännst-, Bau- fchlofferei Lssoe. Strelitzcrflr. 18. stellen em 374L" Berlin-Tempelhes, Germaniastraffe Ar, 145/140. »mar »erlangt Wciac. Mnschiiten- subrik, Sebastiimstr. 72. Zementiererz Aabihpuher für dringende KrlegSvhnten sofort gesucht. 94M' Visen-Vetaubou Hellmuth P. Krüger G. m. b. H.» Büro Körner str.17. Kurs. 9963 Ji zirka 16—13 Jahre, zur ledigung von(Sängen per so» fori gesucht. 224/12 tMeMs-MM m. b H.. JshanniSthal, Flugplatz, Abteilung Großkampsflugzeuge, Betriebsleitung. DkilzeiimMn aus Schm'tte und Stanzen. W. Humvert. Ritterstr. II. WM NkWM veilanzt[3578 ». Humpest. Itittacstr. 11. 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Ter Erlaß regt zunächst Erhebungen an über die Zahl der leerstehenden Wohnungen, der im Feld befindlichen Haushalt?- vorstände, der geschlossenen Kriegsheiraten, der zu erwartenden % urruntungcn von Haushaltungen, über den Abgang an Vxr- hctrcttctcn wie Ledigen durch Tod im Kriege usw. Er empfiehlt dann weucr, dos Augenmerk in erster Linie auf die Zerlegung größerer Wohnungen zu richten. Reichlich optimistisch meint der Erlaß, daß hier Verhandlungen mit den H a u s b e- s i tz e r n zum Ziele führen werden, wegen der Steigerung der Rente, die durch Vermietung größerer Wohnungen als Kleinwoh- nungen zu erzielen ist. Hier wird unseres Erachtens gewaltig die Abneigung unterschätzt,' die bei den weitaus meisten Besitzern „herrschaftlicher Häuser" gegen das Vermieten an„kleine Leute"'« an kinderreiche Familien usw. besteht. Im weiteren zergt der Erlaß, eine wie starke Kalamität jetzt von den Behörden erwartet wird. Denn er befaßt sich mit der Erwägung, zur Beseitigung eines Notstandes vorübergehend die sonst unzulässige Einrichtung von Dach- und Keller w oh- nungen zuzulassen.„DeS weiteren— so sagt der Erlaß— wären öffentliche Gebäude, Schulen, für die A u f n a h me von Familien sowie Turnhallen und Lagerräume für die Aufnahme von Ledigen auszuwählen." Soweit der Erlaß. Wir können nur sagen, daß sein Inhalt uns für die Zukunft mit größter Sorge erfüllt. Heute rächt cS sich bitter, daß man vor dem Kriege den Wohnungsbau rast ausschließlich dem privaten Kapital überlassen, den Bau von Kleinwohnungen schandbar vernachlässigt und die zu diesem Zwecke gegründeten g e m c i n n ü tz i g e n B au- genösse nschaften viel zu wenig gefördert, ja teilweise direkt drangsaliert und gehindert hat. Es laßt sich auch nicht leugnen, daß den Behörden die Eins ich: von der drohenden Gefahr reich- l i ch spät kommt, denn von anderer Seite ist schon seit Jahr und Tag auf üe hingewiesen worden. Gegen die statistischen Er- Hebungen, die Feriigstellung von Dauvlänen und die sonstigen An- regungen des Entwurfs ist an sich nichts einzuwenden, aber dre Hauptsache ist und bleibt, das? schleunigst gebaut wird. Man mache sich auf Rcgierungsseiie kein« Illusionen darüber, wie es auf die heimkehrenden Krieger und ihre Familien wirken wird, wenn sie. in Dach- und Kellerwohnungen, in Turnhallen, Lagerräumen und ähnlichen„wohnlichen" Behausungen ui'.tergeLracht werden! Dixmude unter Miuenfeuer— Heftiger Artilleriekampf im Sundgau— Französische Vorstöße bei Ammerzweiler und Heidweiler— Einkreisung am mittleren Tagliamento: 17 000 Italiener mit 80 Geschützen gefangen— Uebergang über die Livenza erzwungen— Bisher über �50 000 Gefangene, über 3300 Geschütze erbeutet. Amtlich. Großes Haoptouartier. 8. November 1917.(23. T. B.» Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. An der flandrischen Schlachtjront hat der Feind seine An- griffe nicht wiederholt. Tie Artillerietätigkeit blieb rege; sie steigerte sich namentlich gegen die Abschnitte an der Äser und bei Passchendaele. Die Stadt Dixmude lag unter heftigem Miiirnfeuer. Nördlich von Poclkapclle und bei Armcntiörcs wurden eng- lische Erkundungsabteilungen abgewiesen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Im Ailettr- Grunde wurden auS«folzreichen Borfeld- kämpfe» srauzösische Gefangene eingebracht. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Im S u n d g a u schwoll die schon seit einigen Tagen leb- hafte Artillcrictötigkrit zu beiden Seite« des Rhein— Rhone- Kanals zu größter Heftigkrit an. Französische Sturmtruppen stießen am Nachmittage nördlich und südlich vom Kanal vor. Bei A m m e r z w e i l e r wurde der Feind zurückgeworfen. West- lieh von H e i d w e i l e r blieben vorspringende Grabenstücke in seiner Hand Am Zlbcnd brachen hier erneute Angriffe der Frau» zosen verlustreich zusammen. Seit dem 3. November verloren die Gegner im Luft- kämpf und durch Flugndwchrfcner 24 Flugzeuge. Lrntnant Wüsthoff errang srinen 24. und 25. Luztstcg. westlicher Kriegsschauplatz. Bei B r o d y und an der M o l d a w a lebte daS Feuer zeitweilig auf. Mazedonische ftfront. Im Cerna-Bogen hat sich die Artillerielätigkcit wieder verstärkt. Italienische �sront. Unsere auf den Gebirgsstraßen vordringenden Abteilungen brachen den Widerstand feindlicher Nachhuten. Dem an, mittleren Tagliamento zwischen Tol- mezz» und Gcmoua und an den ständige« Befeftigungowerkrn des Monte S. Simeone noch ausharrenden Feinde verlegten umfassend angesetzte Angriffskolonnen den Rückzug. Bisher Der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 7. November. Amtlich. Neue U-Boots-Erfolgc i« Mittclmcrr: 14 Dampfer, 2 Segler mit rund 44000 Hr.-Reg.-To. Unter den vcrsenkwn Schiffen besaudrn sich die bewaffneten, tirs beladcucn euglischeu ÄriegSmarerialtransporter Pera, 7635 Br.-Reg.-To, und Collegia», 7237 Br.-Rcg.-To., sowie der be- waffncle italienische Truppentransporter B ilparaiso, 4930 Br.-Reg.-To., der samt dem ihn ficherndc» italienischen Hilfskreuzer Porto Maurici» auf der Reede von Marsa Susa(westlich Derna) vernichtet wurde. Versuche der friiidlichc» Schiffahrt, sich mit länger werdender Tuukclhcit durch nächtliche» Fahren unseren U-Booten zu eaizichen, bliebe» erfolglos. Mehrere der verscnkteu Dampfer wurden in Nachiangriffen, audcrc aus ungewöhulich stark gc» sicherte» Gclcitzügcu herausgeschossen. An den gemeldeten Erfolgen ist Oberleutnant zur See Stein- b a u r r iu hrrmragriider Weise beteiligt. Ter Chef des Admiralstabe? der Marine. Die fragen ües Ostens. Aktion der österreichische» Sozialdemokraten. Nach neueren Mitteilungen, die wir für zutreffend halten, ist eine Festlegung der deutschen Politik in den Fragen des Ostens noch nicht erfolgt. Um au ihrer Verhinderung unser Teil beizutragen, haben wir unsere gestrigen Ausführungen veröffemiicht. ES zeigt sich jetzt, daß die ganze öffcnt- liche Meinung Deutschlands geschlossen gegen jenen Plan ausmarschiert; so verschieden die Bcwcissührmig und die letzten Absichten sind, so einmütig ist die Presse m seiner entschiedenen Ablehnung. Uns ist bisher kein einziges Blatt nntergerommen, das auch nur einen Versuch macht, die verschiedenen Königs- und Großfürstenpläne zu verteidigen; selbst die„Germania", die auf gute Beziehungen zu Wien besonders hält, verhehlt nicht ihre Bedenken. Inzwischen haben unsere österreichischen Ge- nossen die drohende Gefahr qskamit und haben eine Aktion zu ihrer Bekänipfung eingeleitet. Ein Telegramm aus Wien meldet: Wien, 8. November. Im Dudgelausichusse des Abgeordneten» banses beantragte der Sozialdemolrat Dr. Ellenbogen uaier Hinweis au? die Bläitermeldungen über die gevlanie Lösung der polnischen Frage, den Mmisterpräsidenien einzuladen. Auf- k l ä r u ii g e n hierüber zu geben. Im Verfassungsausschuß be- aniragle der Sozialdemokrat Renner, die Angelegenheit über die Lösung der polnischen Frage zur Verhandlung zu stellen. Gemäß einer vom Berfassungsaussckiuß angenommenen Anregung de» Od- manne; des VerfasiungSansschusses wurde der VerfasiungSausschuß und der Budgelauöicvnß für nachmiliags zu einer gemeinsamen Sitzung beider Ausschüsse zur Entgegennahme einer Milletlung de» Ministerpräsidenten einberufen. Die Regierungen iverden hoffentlich einsehen, daß eine Lösung der östlichen Fragen gegen den Willen aller beteiligten Völker eine Unmöglichkeit ist. tzilfsüienstausstbust. Der Ausschuß verhandelte in seiner Sitzung am Donnerstag üöer Petitionen. Eine Sache bon hoher Wichtigkeit betrar eine Petition des Verbandes der Burea» angestellten. Stach dem Hilfs- dtenstgesetz müssen SchlichtungSauS schüsie sür größere terruoriale Gebiete errichtet werden, die bei Streirigketten als. Unbeteiligte zu entsche'den haben. Tie Marinevertvaltungl mußte« sich 17 90 0 Italiener(darunter ein General) mit 80 Geschützen ergeben. In der Ebene entwickelten sich längs der Livenza Kämpfe. I» frischem Draufgeheu erzwange» sich deutsche und österreichisch- ungarische Divisionen trotz zerstörter Brücken den Uebergang und warfen den Feind westwärts zurück. Die Gesamtzahl an Gefangenen hat sich auf mehr als 250 000, die Beute an Geschützen auf über 2300 erhöht. Der Erste Generalquartiermeister. � Ludcndorss. Abendbericht. Berlin, 8. November 1917, abends. Amtlich. In Flandern verstärkte Artillerietätigkeit bei Dixmude und Passchendaele. In Italien vorwärtsschreitendeÄämPfe im Gebirge und in der Ebene. Ter österreichische Bericht. Wien, 8. November 1917. lW. T. 25.) Amtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz. Tie verbündeten Armeen dcS FcldmarschaUS Erzherzog Engen sind gestern in rastloser Verfolgung an die Livenza vorgestoßen. Der Feind setzte dem Ueberichreiten des Flusses überall heftigsten Widerstand entgegen, Wurde jedoch an mehreren Stelle» durch ösierrcichisch-ungarische und deutsche Truppe» gc- warfen und z» weiterem Rückzug gezwungen. Auch im Gebirge leisten die Italiener an zahlreichen Punkten zähe Gegenwehr. Südlich von T o I m ez z o, hinter unserer Front, vermochte sich, gestützt auf die Werke vo» S. Simeone, eine tapscre italienische G-uppe unter dcm Kommandanten der 36. Division uichrcrr Tage hindurch gegen die umfassenden Au- griffe unserer Gcbirgstruppc» und deutschen Jäger zn behaupten. Erst vorgestern abend stellten die italienischen Geschütze ihr Fcuc? ein; gestern prengte der völlig abgeschnittene F.ind die Wcrkc. Sc ne Versuche, sich durchzuschlagen, scheiterten. Nach ehren- vollem Kampfe streckte der Gegner, einige tausend Mann stark» die Waffen. Auch in den Randgebirgc» des C ad vre und im Primär kam rS zu heftigen Zusamnicnstößen. Unsere Truppen bemächtigten sich wichtiger Punkte. An Gcjangcncn und Deute sind gestern in die Hönde der Berbündeten gefallen: ein General, ei» Divisiousstab, zwei Obersten, 170 Offiziere, 17 090 Mann, 80 Geschütze und sechs Flugzeuge. Die Gesamtzähl an Gefangene» ist auf 250 000, die der erbeuteten Geschütze auf 2309 angewachsen. Qestlicher Kriegsschauplatz uud Albanien. Unverändert. Der Chef des General st abes. » Wien, 8. Nodcmbcr. Aus dcm Ärlcgsprcsscquattlcr wird am 8. Nodcmbcr abends mitgeteilt: Tic Li ä m p f c in V c u e t i c n verlaufen günstig. hat nun für ihre Betriebe in Kiek und Wikhelmshaben b c s o n- d e r e S ch I i ck, t u n g 8 a u s s ch ü s s e errichtet. Diese Ausschüsse sind mit dem Gefetz nicht in Einklang zu dringen, weil sonst jeder große Betrieb sich einen eigenen Schlichtungsausschuß schaffen könnte.— Ein Vertreter des ReichZmarineamiS versucht das ZZerfahren der Marinevcrwaliung damit zu rechtfertigen, daß die Söctdebe der Bcarineverwaliung im Kriegsgebiet liegen und daß das Gesetz nur vom Regelfälle sprccke, Ausnahmen also zulässig seien.— Geheimrat Dr. Junck(Rechtsabteilung des Krieg SamtS) hält das Vorgehen der Marineverwaltung für zu- lässig.— Die Abgql Bauer und Giebel traten dieser Auf- fassung scharf entgegen. Sie verstoße direkt gegen das Gesetz, dem damit geradezu Gewalt angetan werde. Die Ma- rineverwaltung käme auf diese Weise dazu, in eigener Sache zu entscheiden.— Tie anderen Redner mußten dieser Auffassung zu- stimmen.— Tie Adzg. Bauer, Giebel und S t ü ck I e u be- antrazten: Der Ausschuß wolle beschließen: Es ist nicht zulässig. für einzelne Betrieb: oder Betriebsgrupppen besondere A u s- sch ü s j e, wie sie die ff 9 und 13 des Hilfsdienstgesetzes erfoc- dern. zu errichten; zulässig sind nur Ausschüsse für Bezirke. Der 22. Ausschuß ersucht deÄhalb das Kriegsamt. die Aufhebung der Verfügung des ReichSmarineamtS vom 27. Dezember IvlL herbeizuführen. Diese: Antrag wurde einstimmig angenommen, nach- dem ein Zusatzantraz Gorhcin. der besondere Ausschüsse für die Kriegszeit zulassen wollte, abgelehnt war. Eine Reihe wirtschaftlicher Verbände wenden sich dagegen, daß in militärischen Betrieben Wehrpflichtige nicht auf Bertrag beschäftigt werden dürfen, sondern eingczo gen und dann zur Arbeit über- wiesen werden. Tie Verbände sind der Meinung, daß eS nicht zulässig ist. die� Betriebe in dieser Weise zu militarisieren. Der Bogriff„militärische Dienstleistung" werde hier offenbar über- spannt. Die Bietenten bitten, das Verbot der Beschäftigung Wehr- Pflichtiger auf Vertrag in militärischen Betrieben aufzuheben.— Ein Vertreter des Kriegsamts führt aus, daß die er- lassene Verfügung sich auf ß 1 des Webrgosetzes gründet. Wer wehrpflichtig, aber nicht zum Waffendienst zu gebrauchen ist, kann Zur Dienstleistung herangezogen, also nicht auf freien Vertrag angestellt werden. Die Beratung über diese Petitionen wurde abgebrochen und zunächst in die Beratung»ines anderen Gegenstandes eingetreten. Ter � HilfsdicnstauSschuß batte im April seine Meinung dahin präzisiert,, daß sich die Schlichtung Sau Sichüsse usw. ihre Ge- schäftsordnung'sclbst geben und daß die Landcsregie- rungen daZ Recht baben müssen, über die innere Organisation der Ausschüsse Vorschriften zu erlassen. Zu diesem Zweck hat das ReichSoM des Innern einen Entwurf ausgearbeitet, der eine Geschäftsordnung für�die Ausschüsse darstellt und der den Landesregierungen zur Richtschnur dienen soll. Der Entwurf, der im ganzen nicht unannehmbar ist, führte zu einer lebhaften Debatte und wurde dann mit wenig Abänderungen angenom- in c n.— Die Beratungen wurden dann auf Freitag vertagt. d!e Wohnungsnot nach Sem Kriege. Der Minister für öffentliche Arbeiten hat an sämtliche Re- gierungSpräsidenten und an den Oberpräsidelrten in Potsdam einen Erlaß gerichtet, der die wichtige Frage behandelt, wie der nach dem Kriege zu erwartenden Wahnungsnot vorgebeugt werden kann. Unterzeichnet ist der Erlaß außer von Herrn Breitenbach auch von dem Minister des Innern TrcwS. Der Erlaß beginnt mit der wichtigen Feststellung, daß nach dem Ergebnis der statisti- scheu Ermittelungen und den Feststellungen, welche in einzelnen größeren Stadtgemeinden und Jndustriegegenden getroffen sind, die Befürchtung eines bedenklichen Mangels«t» mittleren» beson, bers ober kleinen Wohnungen bei Friedensschluß nicht mehr von der Hand gewiesen werden kann. Unabhängig von etwaigen Ver- waltung?- und gesetzgeberischen Maßnahmen erscheint die sofortige ErVeiterung öes tzllfsöienftgefetzes. Dem Hilfsdienstausschuß ist-ine vom Bundesrat beschlossene Verordnung untcroreitet worden, die auf eine Erweiterung des Hilfsdienstgesetzes hinzielt. Wie in der Begründung gesagt wird, deckt die von den Orisbehörden vorgenommene Registrierung de« Bedarf an H i l f S di e n st p s I i ch t i g e n auf die Dauer nicht. Der Entwurf führt dieses, unzureichende Ergebnis darauf zurück, daß sich zahlreiche Meldcpslichtige zu Unrecht nicht ge- meldet haben. Der§ 2 des neuen Entwurfs bestimmt nun, daß sich zu melden haben: 1. alle männlichen Deutschen, die nach dcm 31. März 1858 geboren sind und daS 17. Lebensjahr vollendet haben, soweit sie nicht s) zum aktiven Heer oder zur aktiven Marine ge. hören oder b) auf Grund einer Rcilamaiicn vom Dienst im Seere oder in der Marine zurückgestellt sind; 2. alle männlichen Auge- � hörigen der österreich'sckwurtgarischen Monarchie, die nach dein 31. März 1858 geboren sind und daS 17. Lebensjahr vollendet haben, soweit sie im Gebiet des Tsuische» Reiches ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlicheii Aiifenthalt haben und nicht zum aktiven Heer oder zur aktiven Marine gehören. Von einschneidender Bedeutung ist tz 7. der bestimmt: Jeder Meldepflichtige hat auf Aufforderung des Vorsitzenden des Einhe- rufungSauSschussoS persönlich zu erscheinen, auf Fragen des Vorsitzenden oder seines Vertreters Auskunft zu er- teilen und sich mner Untersuchung durch den vom Vor- sitzenden bestimmten Slrzt zu unterziehen. Scheidet ein Mcldepflichtiger vor Vollendung des 69. Lebens- jahres aus der Beschäftigung bei seinem bisherigen Arbeitgeber aus oder wechselt er seine Wohnung, so hat er dies spätestens am dritten darauf folgenden Werktag dem sür seinen Wohnort und. wenn er diesen wechselt, sür seinen bisherigen Wohnort zuständigen Einberufungsausschuß mitzuteilen. Da- bei ist seine neue Tätigkeit, sein neuer Arbeitgeber, die neue Wohnung sowie eine eventuelle militärische Einberufung anzu- geben. Außerdem hat auch der bisherige Arbeitgeber spätestens am drillen Werktage daS Ausscheiden dcm für den bisherigen Wobnort des Meldepfllchtigen zuständigen EinberufungsauS- schütz mitzuteilen. Strafen für Nichteinhaltung der Vorschriften gehen bis zu 6 Monaten Gefängnis oder bis zu 19 999 M. Geldstrafe. Durch eine sehr eingebend aus- � gearbeitete Meldekarte sollen die Verhältnisse der Hilfsdienst» Pflichtigen möglichst genau erfaßt werden. Lekte Nackrichten. Petersburger Proklamation. Petersburg. 8. November.(Meldung der Peters- burger Telegraphcn-Agcntur.) Der Kongreß der Arbeiter- und Soldatcnräte ganz Rußlands, der gestern abend eröffnet wurde, gab heute morgen die drei folgenden Prokla« mationcn aus:. Erstens an alle Rät«, Abgeordnete, Arbiter, Militär. Personen und Bauern iu derProvinz: Die gesamte Gewalt st cht den Arbeiter, und Soldaten- raten zu. Tie Regicrungskomtnissare werden von ihren Aemtern enthoben. Tie Vorsitzenden der Arbeiter, und Soldatcnräte stehen unmittelbar mit der revolutionären Re- gierung in Verbindung. Alle Mitglieder der Bauernausschüssr, die verhaftet waren, sind sofort iu Freiheit zu setzen, und die Kommissare, die sie verhaftet haben, find an ihre Stelle zu per- haften. Zweitens: Die Todesstrafe, die von KerenSki ntt der �ront wieder cingesührt war, wird ausgehoben. Boll- ständige Freiheit der politischen Propaganda wird an der Front wiederhergestellt. Alle rcvolntio- »ären Soldaten und Offiziere, die unter der Beschuldigung sogenannter politischer Derbreche» perhaftet wurden, sind so- fort in Freiheit zu setzen. Drittens: Die früheren Minister Konowalow, Kischkiu, Terestschcnko, Malankowitzsch, Sit- kitin und die andern sind vom revolutionären Komitee per- hastet worden. Kereuski hat die Flucht ergriffen: alle militärischen Verbände werden aufgefordert, alle Maßnahmen zu ergreisen, um Kerenski zu arretieren und ihn nach Petersburg zurückzubringen. Jede Unterstützung KerenSkis wird als Hochverrat bestraft werden. GewcrffchchsbcwVUNS Sellin und Umgegenö. Aus dem KriegSauSschuft für Groft-Berliu. 33 BootSbauer der N.- Werft in Zeuthen ruien den Kriegsausschuß nack,§ 13 des£.£,(?]. an. weil die Firma die Forderung der Erhöhung des Lohnes von 1.40 aus 1.60 abgelehnt hat. Die Firma hat eine Lohnerhöhung von 10 Ps. bewilligt und weitere Erhöhungen in Aussicht gestellt, wenn das Reichsnmrineamt Erhöhung der Preise bewilligt. Wenn die Erhöhung der Preise erfolgt, ist die Firma bereit, noch weitere 13—20 Ps. vom Tage der ersten Bewilligung, das ist der 11. Oktober, nachzuzahlen. Der Kriegsousschuß erklärt, daß die zurzeit gezahlten Verdienste, die einschließlich der bewilligten Erhöhung von 10 Pf. nunmehr 1.30 M. betragen, nicht zeitgemäß sind, und erachtet eine weitere Erhöbung der Verdienste für erforderlich. Es erfolgt ein Schiedsspruch in der Weise, daß am 8. November eine weitere Erhöhung von 10 Pi. und am 6. Dezember nochmals eine Ei höhung von 10 Pf. für die Stunde eintreten soll. Die Monteure der G. f. d. T, Tempelhoier Ufer, ins- gesamt 60, rufen den StriegSmisschuß als SchlichlungSansichuß an Die Firma hat den übrigen Arbeitern und Arbeiterinnen am v. August eine Lohnerhöhung bewilligt, und zwar für männliche Arbeiter 20 Pf., istr die Arbeiterinnen 10 Ps. für die Stunde. Den Monteuren ist diese Erhöhung nicht gezahlt worden. Der an- gerufene SchliStunasausschuß entscheidet daß die Fiima verpflichtet ist. auf die Lohnsätze des 8. August die 20 Pf. Zulage für die Stunde zu gewähren und den dafür in Frage kommenden Betrag «achzrrzahlen. Der Arbeiteransschuß der W. 5D. Ober schönewerde verlangt von dem SchlichtungSausschuß einen Schiedsspruch in einer Streitsache über die geforderten Lohnerhöhungen. Tie Angelegenheit hat den Kriegsausschuß schon einmal beschäftigt. ES wurde damals beschlossen, daß in, Werk zwischen Arbeiterausschuß und der Firma Verhandlungen stattfinden sollen unter Hinzuziehung je � eines Vertreters der Arbeiter und Arbeitgeber des KriegsauSschusseS. Diese Verhandlungen hoben inzwischen stattgefunden, und es ist eine Verständigung im Betrieb erfolgt. Die Arbeiter und Arbeiterinnen haben den in dieser Verhandlung ausgesprochenen Verdiensterdöhungen, die 10—20 Ps. für die Stunde betragen, zugestimmt. Die Generoldirektion der Firma hat sedoch diesen Vorschlag abgelehnt und deshalb wird der SchlichtungSauSr'chuß angerufen, um endgültig in einem Schiedsspruch seine Anficht zum Ausdruck zu bringen. Der KriegSauSichuß steht auf den, Standpunkt, daß die in der Verhandlung rnr Berneb zugestandenen Verdrenst- erdöbungen gerechtfertigt find und gibt einen dahingehenden Schiets- spruck ab."''' Von der Akt.-Ges. H. F. E. in Lichtenberg erscheint der Arbeilerausichuß und fordert Verkürzung der Arbeitszeit um täglich eine halbe Stunde, unter Ausgleich des Veldienstes. In drelem Betrieb bestand bisher noch nach der Arbeitsordnung eine S�- stund ige Arbeitszeit, während in der gesamten Berliner Melall- industrie bereits seit 1006 die n e u n st ü n d i g e Arbeitszeit eingeführt ist. Die Firma wendet ein, daß sie die Arbeits- zeit jetzt nicht verkürzen könne, da sie infolge großer Auf- träge sogar 11 ebcr stunden machen muß, Ter Arbeiter- ousschuß erklärt demgegenüber, daß die im Werk Beschäftigten nicht abgeneigt sind, Ueberstundcn zu machen, daß es ihnen jedoch lediglich darauf anlommt, formell die neunstündige Arbeitszeit einzuführen. Ter Schlich- tungSauSichuß macht den Parteien solaenden Vorschlag: Tie Arbeits- zeit wird auf neun Srunden täglich testgeietzt. Die Akkordorbeiter erhalten für den Ausfall der halben Stunde täglich keine Entichädi- g»ng, jedoch wird den Lohnarbeitern als Ausgleich für die Minderung des StundenveidiensteS ein Ersatz in der Werfe zu- gebilligt, daß die Hälfte des StUndenverdisusies den Arbeitern a!S EnlschLdigiing gezahlt tvEd. Außerdem wird der Firma erklärt, daß die Arbeiter, die wegen BktriebestöruügSlr incht mbeiten können, An- stnuch auf Entschädigung haben. Veutfches Ncick. Mitgliederznnahme im Dcrgarbeiterverbaud. 44 S»0 Neuaufnahmen hat der Verband der Bergarbciiet DeutichlandS bis jetzt im Jahre 1917 zu verzeichnen; davon brachte daS dritte Vierteljahr ollern 23 497. Der Milgliederbestand übersteigt wieder 96 000 und wird zweifellos noch vor Jahresschluß 100 000 erreichen. Die nie zuvor erreichte Zuwachs uffer beweist über allen Streit hinaus, daß die Gewerkichäfieii und GeweltfchaftS- vorstände das volle Vertrauen der Arbeiter haben. Tie Löhne der Bergarbeiter im mitteldeutsche« Bramikohlcnbcr bau- In letzter Zeit begegnet man in der den Untirnehmern nahe- stehenden Presie vielfach ÄuSlosiunaen über die„bohen Kriegs» lohne" der Arbeiier. Man will durch diese Noli,en daS Augenmerk von den fabelhaften Gewinnen der Kriegsindustrie ablenken und der Arbeitcriclast die Schuld an den bestehenden Verhältnissen zuschieben. Auch die Unternehmer der Braunkohl en-Jn- dustrie verfahren noch diesem Rezept und begründen die Kohlen- Preiserhöhungen mit den.großen" Lohmieigerungen im Braunkohlenbergbau. Dabei setzen gerade Meie Heiren durch ihre Organisationen jeder geriv'-n Ausbesserung der Lebensverhältnisse der Belegfchailen den aller ichärssten Wrdn stand enigepen. In E ngaben an die KriegSanitsstellen kucken dieselben es>'o darzustellen, als wenn die auskömmlichsten Löhne gerabl: würden und die Arbeiter auch bestehen könnten, wenn nickt die Organisationen der 9: beiler fortwährend auf Erhöhung der Löhne dringen würden. Wie wenig auskömmlich die Löhne der Arbeiter sind, zeigt nachstehende Aus- stellung. Im zweiten Ouaital 1917 verdienien im Braunkohlen. 20,3 ?«rg6au iiS VSerLergamitZezirls Halle die Urbeirer folgende Löhne:.. Kaiegorie Prozent der Turchschnitislohn a. Eigentliche Bergarbeiter Gesamtbelegichafi 1 Arberrsstunde sunterirdiich) 3122 Ö Eigentliche Bergarbeiter iTagebau) 72ht Sonstige Bergarbeiter lumemMsch) 1734 Sonstige Bergarbeiter iTagebau) 2428 TageSarbeiier 13007 Jugendliche Arbeiter unter 16 Jahren Arbeiterinnen 1769 5414 «4683 7 37,3 5,1 136 10? der mitteldeutsche 68,7 Pf. 50,9„ 34,0 a 479. 47.8, 26.3. 33.2 ,. Gesamt: Trotz des Umsiandes, daß der mitteldeutsche �lWrlTnkohIen- bergbau zu dem emagreichflen Zweige des deulicken Bergbaus zählt, ist der durchschnittliche S t u n d e n b e r d i« n st der niedrigste von all«n Lergrev'eren, da die durch- fchnittrich» Arbeitsdauer einer Schicht größer ist als in Nieder- schlcsien und im linksrheinischen Erzbergbau. Einen DurchichmnS- siundenlobn von 47,5 Pf. kann man wirklich nicht alS einen Kriegslohn bezeichnen. Ein solcher Lohn reicht nickt aus, um in der heutigen Zeit die Lcbensbrtütfnisie befriedigen zu können und be- deutet eine Gefahr für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit dieser Arbeiterklasie._ parteinachrichten. Die„Rjetsch" zum Kassenbericht der Sozialdemokratische» Partei. Der Parteivorstand schreibt uns: Die.Rjetsch", das Organ der russischen Kadetten, bringt in ihrer Nr. 234 daS folgende Pariser Telegramm: .Dem Sozralistenkongreß in Würzburg wurde der Kosten- berickt der Partei vorgelegt. Im Bericht wird daraus hingewiesen, daß die deun'cken Sozialisten den Sozialisten eines anderen Landes 302000 M. überwiesen haben. Diese MirteUung rief in der Gruppe der Minorilär der Sozialisten eine Erregung hervor, da fie von der Ansicht ausgingen, daß diese Summe Lenin und fein en beiden Kameraden vor ihrer Abreise aus Z ür i ch a u s g e z a h l t wurde." Hierzu stellen wir das Folgend« sest: In dem Kastenbericht. der dem Würzburger Porteiiag vorgelegt wurde, steht kein Wort davon, daß die deutsche Sozialdemokratie den Sozialisten eines anderen Landes 302 000 M. überwiesen hätle. Hingegen bat Ge- noste Braun in einem mündlichen Bericht in Dürzburg die Tatsache erwähnt. Dieses Geld wurde aber nickt während des Krieges, sondern bereits im Juni 1914. und zwar nicht zu politischen Zwecken. sondern als Hypoihekendarlchn gewährl und ist zum Teil bereits zurückgezahlt wo, den. Das Geld wurde weder der Sozialistischen Partei eines beute nnl Teuticklond lriegsührenden Landes noch der eines neutralen Landes gewährt. Es ist also kein Pfennig davon weder unmittelbar noch mittelbar in die Hände russischer Soziallsten gelangt. Die Derichterstattnng vom Parteitag Verbote«. Im Sozialdemokratischen Verein B r e S l a u wurde die Bericht- erflatlung vom Würzburger Parteilag.»weil dabei polnische Au- geiegenheilen zur Sprache kommen könnten", vom Generollommando verboten. Beschwerde gegen Me'eS eigenrümliche Verhallen ist ein- gelegt. Daß die Verfolgung der Behörden das Wachstum der Tozialdemvliatischcn Partei uich, beemträchtigt, zeigt der Kosten- berichi, zu besten Etstattung die Genehmigung erteilt war. Die Mitglieder-abl des Beierns ist im zwciren.Vierreljahr des Jahres 1917 um 230 gestiegen; im Olrober traren weitere 309 neue Mir- glieder bei und in der ersten Novembrrwcche abermals 80. Es geht ast'o rüstig vorwärts, und darr vielleicht zum Vergleich dazu er- Wähnt werden, daß der unabhängige Parieiverein Leipzig in derselben Zeit nach Auskunft des Sekretärs Rystet 1493 Mitglieder verloren hat.__ Stadtvcrorbnetenwahlfieg. In O e ls bei Breslau errang der neugegründere Sozialdemo- tratiiche Verein bei den Eradtveroidnetenwnhlen einen schönen Er- folg Seme drer Kandidaten erbreiten 240 Stimmen, während dre vereiiilgten Gegner, die sich als.königslreu""bezeichneten. nur 1 1 l Stimmen erhielten. Damit ziehen die ersten drei Sozialdemokraten ins Stadlpal lamcnl ein._ Soziales. Tie Nürnberger Tagung deutscher Arbeitgeber-Perbönde. Gleichzeitig mit dem Parteitag der deutschen Sozialdemokratie rn WL»zburg tra'en sich im nahen Nürnberg die GeichäflSsührer der deniichrn Arbeitgebcr-Veibände. Aber sie tagten natürlich unter AliSlchlutz der Oefientlichleit. und der frisierte Bericht in der .Deulschen Arbeitpeber-Zeiiung" läßt nur ungefähr erkennen, wo- mit man sich beschäftigt bat. Die Haupisorge de« Unternehmertums ist bekanntlich schon seit geiarimcr Zeit, wie man am besten die Löhne nack dem Kriege wieder berumerdrücken ionn. Ostenbar bat man über Lohnabbau in Nüinberg eingebend beraten; denn man hat zunächst beicklosten, Lobnstotistilen amziinebmen. Ferner>'oll den Unternebmer-AibeilS- nachweisen liebedolls Pflege zukerl werden; man will sie um keinen Preis bei der geietzlichen Regelung der Arbeitsvermittlung opfern. Im Mittelpunkt der Tagung scheint das Referat des ShndikuS Dr. Tänzler über die Zutunfrsaufgaben gestanden zu haben. Tänzler fand einen Gegensatz zwischen der politischen Demokratie und dem StaatS- sozialismus und andererseits zwischen dem Staats'ozialiSmuS mrd dem Belbmannschen Programm.freie Bahn dem Tüchtigen". Dieses Wort wird wohl von den Unternehmern nur nach Michaelis' Art berstandeir:„so wie ich sie auffaste". Tänzler benutzt nämlich dieses Wort als Haupteinwand, um jede Monopolrorderung zu bekämpfen. Jedenfalls rüstet sich daS Unlernebmerium zu großem Kampf auf wirischaftlichenr Gebiet und entschuldigt schon im voraus seine Kampftaktik mit den angeblichen sozialen„Ucberforderungen" der Gewerkschasreii. Kriegsgefangeue als Arbeiter und die besondere Gemeinde- Gewerbesteuer. Für Orte mit größeren Betrieben ist eine Entscheidung deS Ober- verwallmigSgeriStS von Bedeutung. In Gelienkirchen. wie in vielen anderen Jndustrieorien, wird für größere Betriebe für die Berechnung der beiondmn Gemeinde» gewerbcsteuer die Kopfzahl der beickämoten Arbeirer und Angestellten mit berücksichtigt. Tie Steuer ordnung für Gelienkirchen fchreibr vor, daß der Beichästiguirg von mehr als 10 Arbeitern und Angestelllcn von einem besirmmten Lohn'atz an 30 M. auf den Kopf berechnet werden. Ter Obeibürgermerster von Gelienkirchen hatte auf Grund der Steuerordnung die Alliengeiellichaft für Bergbau und Hütten- betrieb Pböniz zu Hörde für da« Jahr 1916 mit 36 046 M. zur besonderen Gemeindcgewerbcsieuer herangezogen, worin als io- genannte Kopfsteuer für 108 beschähigte Kriegsgefangene 8240 M. enthalten waren. Auf die Klage der Aktiengeiellschan ermäßigte der BezulSauSickuß die Steuer um dielen für dv Kriegsgefangenen eingesetzten Betrag, indem er die Sreucr auf 32 806 M. Herabsetzte. Da« Ober Verwaltungsgericht bestätigte das Urteil mit wlgender Begründung: Ter Senat gehe davon aus. daß unter Arbeitern im Siune der Steuerordnung nur s lchc Perionen zu ver- stehen seien, die Arbeiter im Sinne' der Gewerbeordnung feie». DaS seien Personen, die auf Grund eine« freien Arbeitsvertrages im Betriebe beschäftigt würden. Gefangene, welche der Verwaltung zur Beschäftigung überwiesen seien, sielen darunler aber nicht. Sie seien darum nickt mitzuzählen. Tie« würde nur dann möglich sein. wenn die Slenerordnung ausdrücklich bestimmen würde, daß auch andere Personen als freie Ar bener mitzuzählen wären. Znöustrie unö kanöel. AuS dem Berliner Wirtschaftsleben. Anläßlich der EiniiiHiung von 3 Bailuinen Mark junger Aktien an der hiesigen Vörie teilr die H r r i ck Kupfer- und Messing- werke A.-G.— jetziges Geiomtkapital 15 Mill. Mark— in ihrem Pro'pekr mir: Das oe'amte Nreal von Messingwerk bei EberSwalde um- faßt 373 Hektar SO Ar 60 Ouadratmeler, wovon etwa 2l6 Hektar 73 Ar 43 Oiiadralmeter auf den eigenen Gnisbezirk Messingwerk entfallen In Meistngwerk werden fast alle Melalle— voizugS« weike Kursier und desien Legierungen— zu Blecken, Röhren. Stangen. Drähten und Pießkörpern verarbeitet. Zur Herstellung der Fabrikate sind umsastende Gießer eieinrichuingen. Walzenstraßen. Ziebbänke. bhdraulische Pressen, Soindelpresten, Stanzwerke ui'w. vorhanden und außerdem eine eigene Tiegeliabrik zur Her- stellung von Graphitichmelzt'egeln.— Das Kupferwerk bei Jlienburg am Harz ist aus einem l6 Hektar 87 Ar 9 Orradrat- meier großen Terrain erlichlet. auf welchem sich außer den Fabrik- anlagen Wohnhäuser für Beamte befinden. Das Kupierweri besitzt große Glühöfen und Wärmeherde sowie Walzeinrichrungen. hhdrau- Klo lücke Pressen, Bänderziehcreien, Schmelzberrrebe sowohl für hüllen- männische als auch für elettrolylriche Raffination. In dem Werk werden hauptiächlich Planen, Blecke, Stangen und Böden aus Kupfer und Messing gewalzt, geschmiedet und aepreßt und Kupfer sowohl hüttenmännisch als auch elekrrolyliich raffiniert. Die beiden Werke beschäftigen zuizeir etwa 4300 Beamte und Arbeiter. Das Grundkopital der Gesellschaft, das ursprünglich 7 000 000 M. betrug, wurde im Jabre 1907 um 1000 000 M. und im Jabre 1911 um fernere 2 000 000 M. erhöht. Die außerordentliche Generalver sammlung vom 19. Dezember 1916 beschloß zum Zwecke der Verstärlung der Betriebsmittel der Geiellichaft, die ins- besondere durch die Beteiligung an den im Jahre 1916 gegründeten Bayerisches Hüttenwerk Fritz Neumeyer Aktien- g.e s e l l s ch a it, N ü r n b er g. und Kursächsische Broun- kohlen Gas- und Krast-Geselli'ckaft m. b. H. Berlin, notwendig geworden ist. da« Altienlapital um weitere 3 000 000 M. aus 15 000 000 M. zu erhöhen. Neue französifche Kriegsanleihe. Die ftanzofifche Regierung beabsichtigt eine vierprozentige Kriegsanleihe zum ZeichrrungskurS. von 68,8 herauszubringen. Tie Wahl diefes Typus dürfte nickt schleckt fern, gibt aber Anlaß, daS Sinken des franzöfifch-'n Staats- kredrrS festzustellen. Die ersten beiden französischen Kriegsanleihen wurden bei einer funfproxentigen Verzinsung zu 88 Proz. auf- gelegt. Die Rentabilität der dritten Kriegsanleihe ist also ungefähr so groß wie die der beiden ersten. Wer waS wichtiger ist: vor dem Kriege bekam der französische Staat Geld zu 8 Proz, und, als er bei einem ÜluSgabelurs von 91 Proz. zu einer Zf�prozentigen Ter- zinfung überging, so galt da- schon als Sensation. verantwortliS für 9ülilit: Erich Kultner, Perlin: für den Sbrize» teil des iUotteä Alired Scholz, Neutolln: tür Lillerate T»«locke, Berlin. Druck u. Bertas. Vorwärts Buctioruckcrei u. Bertassanüalj Baut Singer& Co., Berlin sw Hierzu I?eir«zr»nd Unterhaltnn-rSblatt. 'S?* ''7-vV< l, � � rvXy-' t /r � i Ii/ W &»****"mef0 lesen Sie fast tägNch die Mahnung, sparsam zu sein in I ren Anschaffungen. Immer dringender wird daher die & V-\| i �/ Folgerung: mwiBnaii „Wenig kaufen,- aber das Wenige richtig!" Königssr. S3 Ehausseeflp. IIS ZU» LaSndof Wexgnvnpfetz'®£"B®