Nr. 31Ä. 34. Jahrg. Bezugspreis: Lierleliährl. iZ,S0M�. vlonall. 1L0 Mi, wöchenilich 30 Psg. frei>n§ Hau?, Botaaäjaolbat. Einzelne Sochmlags« n nmmern 5 Piz Sonntagäiuinimet mit illusirierier Beilage.Die Neue Welt'>0 Big. Hoslbczug: Manatlich IM MI Unter Kreuzband für Deutichland und Oeslerreich- Ungarn S,B0 MI., für das übrige Ausland i Mt uionatlich Postdestellungen nehmen an Dänemarl. Holland. Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. ElNgetrageu w die Posl-Zeitungs-Preislisle. Erscheint raglich. Telegramm• Adresse: »Eozialdcmokra»■•öctlin*. Berliner VolltSblnkk. ( 5 Pfennig) Der AnzeigcupreiS beirägi f. d:e siebengespaltene tialones» »eile 60 Pfg..Kleine Anzeigen", daS sertgcdrurltc HjoU SO PiZ(ZU- säsfig 2 settgedrurlte Worlei. fedeg weiiere Wort lv Pfg. Stcllcngeiuche und Schlafitellenanzeigen das erite Wort lvPfg.. jedes weitere WortSPig. Worte über lö Buchllaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag SO"/» ffamilien» Anzeigen SU Pfg., 5 Uhr nachmw. im Hauvtgelchäst. Berlin$53.68, Lindensiratze 3,«d< gegeben werden. Geöffnet von 8 Uhr srüh bis 1 Uhr abeudS. Zcntralofgan der fozialdcmokratircbeii Partei Deutfchlands. Reüaktion: SW. 6$, Linüenstraße Z. Sernfpredier: Ami Morinpla«, Str. ISt«0— l-»l S7. Dienstag, den 13. November 1317. Expeüition: Ew. 68, Linöenstraße Z. glerusprecher: Amt Morivvlatz, Nr. 1S1 SV— 151 97. KussIanS für AMnMllttantl und frieden. Die neue russische Regierung geht mit wahrhaft redo- lutionärer Entschiedenheit auf ihr Ziel los. Sie schlägt einen sofortigen Waffenstillstand an allen Fronten vor. Der Waffenstillstand soll drei Monate dauern, und in dieser Zeit sollen in einem neutralen Lande Verhandlungen zur Herbeiführung eines allgemeinen Friedens geführt werden Die allgemeinen Grundsätze, die nach russischer Auffassung für diesen Frieden maßgebend, sein sollen, werden des nähere n ausgeführt, doch wird sofort mit diplomatischer Geschicklichkeit hinzugefügt, daß die russische Regierung ihre eigenen � Bedingungen nicht als endgültig betrachte, sondern auch bereit sei. andere Friedensbedingungen zu prüfen. So soll den Aus- reden und Ausflüchten, an denen es nicht fehlen wird, jedes Loch verstopft werden. Die Frage steht heute für die Regierungen so. ob sie bereit sind, einen Waffenstillstand für drei Monate abzu- schließen, um in die Erörterung der Friedensfrage auf Grund des russischen Vorschlags, aber ohne Bindung an ihn einzu- treten. Diese Frage kann nicht mit Wenn und Aber bcant- wartet werden, sondern nur mit Ja oder Nein. Für die deutsche Regierung kann sie gar nicht anders lauten als Ja! Die deutsche Regierung muß zugleich dem Vorwand begegnen, als ob sie mit ihrer Zustimmung die Gegner in eine Falle locken wolle. Sie kann das tun, indem sie erklärt, daß sie weder beabsichtige zu annektieren, noch in Annexionen auf deutsche Kosten einzuwilligen, weder andere zu demütigen und zu berauben, noch sich selber demütigen und berauben zu lassen. Alles, was sie zu sagen hat, ist eigentlich in der Resolution des Reichstags vom 19. Juli und in der Antwort an den Papst schon ausgesprochen. Und es bedürfte keiner Wiederholung, wenn nicht immer wieder der Versuch gemacht würde, den ReichstagSbeschluß als geschicht- lich überholt und wesenlos erscheinen zu lassen. Demgegenüber ist es notwendig zu zeigen, daß jener Be- schluß kein diplomatisches Hilfsmittel des Augenblicks, kein Stück einer leeren Gelegenheits- oder Stimmungspolitik, sondern ungeschwächt fortbestehende und fortioirkende Wirklich' keit ist. Schon ein flüchtigxr Blick zeigt, daß er sich mit den Grundsätzen, die die russische Regierung als Verhandlungs basis vorschlägt, aufs Engste berührt. Soweit Verschieden heilen bestehen, können sie kein Hindernis dafür sein, in den Waffenstillstand einzuwilligen und die Verhandlungen zu be ginnen, Verhandlungen sind eben dazu da. solche Mcinungs- Verschiedenheiten aus der Welt zu schaffen! Man erhebt den Einwand, daß die gegenwärtige Regierung Rußlands vielleicht gar nicht imstande sei, im Namen des russischen Reiches zu handeln, und daß sie bald wieder durch Gewalt gestürzt sein könnte, wie sie durch Gewali ans Ruder gelangt ist. Aber ihr Friedcnsvorschlag würde auch dann eine geschichtliche Tatsache bleiben, die das Erbe ihrer Nachfolger belastet. Es kann möglicherweise leichter sein, die gegenwärtige Regierung zu stürzen, als ihren Vorschlag zu widerrufen, der zweifellos dem Willen des russischen Volkes entspricht. Unter den neuen /Machthabern würde sich das russische Volk nach der gestürzten'Regierung zurücksehnen, wenn jene den angesponnenen Friedensfaden wieder zerreißen sollten. Der Friedensvorschlag verdient also die achtungs- vollste Behandlung, nicht weil er von dieser oder jener Re- gierung gestellt, sondern weil er ein Ausdruck des wirk- I i ch c n V o l k s w i l l e n s ist. Wie aber der Vorschlag selbst, so wird auch die Stellung. die die einzelnen Regierungen zu ihm einnehmen, in der Verkettung des künftigen Weltgeschehens als Ursache weiter wirken. Selbstverständlich ist es unser lebhaftester Wunsch. daß er allgemeine Annahme finden möge. Aber als ein Vorteil wäre es schon zu bctrachen, wenn ihn nur die Mittel- mächte annähmen, während die Entente ihn ablehnte oder unbeantwortet ließe. Das wäre eine Tatsache, die sich dem Gedächtnis und dem Gewissen aller Völker in unverlöschlichen Zügen einprägen müßte I Wenn heute der„Temps" sagt, Frankreich werde den Frieden„nicht in einer Räuberhöhle abschließen", so spricht daraus der freche Bourgeoishochmut, dem eine sozia- liftische Arbciterregierung nicht als verhandlungsfähig er- scheint. Die Masse des französischen Volkes denkt und urteilt anders. Schon das eine Beispiel zeigt, daß in jedem Staat, der sich weigert, auf den Loden des russischen Vor- schlageS zu treten, der Klassengegensatz weit auf- gerissen werden muß. Wir deutschen Sozialdemokraten sehen in den russischen Bolschewik! keine Männer» deren Theorien in jedem Punkte richtig und deren Methoden in allen Ländern anwenbar wären, aber wir sehen in ihnen Soziali st en und Klassengcnosscn, und da erkennen wir gerne an, daß ihre erste Tat nach ihrer Ankunft in der Macht des Sozia- liSmus durchaus würdig ist. Diese Anerkennung wird unS dadurch erleichtert, daß das russische Manifest selbst sin rein sozialistisches Dokument ist, das alles Trennende des RichtungSstreits beiseite läßt und die Verdienste der deutschen Arbeiterklasse um den Sozialismus nicht vor- kennt. Wo es um den Weltfrieden geht, da sollen unter Sozia- listen alle Meinungsverschiedenheiten zugunsten der ein- heitlichen Aktion verschwinden. Und wenn die neue bolschewistische Regierung mit ihrem Friedensvorschlage durch- dringen will, so kann sie sich nicht— diese Erkenntnis leuchtet aus ihrem Manifest deutlich hervor— nur auf die sozialisti- scheu Minderheiten stützen, sondern sie muß an den ganzen Sozialismus, die ganze Arbeiterklasse und darüber hinaus sogar an die bürgerliche Welt und an die bürgerlichen Regierungen appellieren, mit denen zu unterhandeln sie denn auch in per Tat bereit ist. Die deutschen Arbeiter ohne Unterschied der sozialistischen Richtung begrüßen den russischen Vorschlag als einen vielver- heißenden neuen Schritt zum Frieden, sie sind zu seiner leb- Hastesten Unterstützung bereit. Sie iverden es nicht dulden, daß sich in der deutschen bürgerlichen Regierung jene Hoch- mutsteufel regen, die in der französischen Regierungspresse schon so munter sind. Sie erwarten, daß der russische Vor- schlag achtungsvoll behandelt und günstig aufgenommen wird Rußlands Feinde sind nicht die deutschen Proletarier im' feldgrauen Rock, die weiterkämpfen müssen, weil die Gegner bisher vom Frieden nichts wissen wollten. Rußlands Feinde dürfen auch nicht die deutschen Staatsmänner sein— und jetzt haben sie Gelegenheit zu zeigen, daß sie es nicht sind— sondern Rußlands und aller Völker Feinde sind diejenigen, die dieses unsinnige Schlachten weiter fortsetzen wollen. Möge sich die deutsche Regierung aus dieser Gesellschaft so weit wie möglich ent- fernen, und sich aufrichtig und entschlossen an die Seite der Menschlichkeit, der Vernunft und des Friedens stellen. Eine solche Politikeder Klarheit und Offenheit wird im deutschen Volke viel besseres Verständnis finden als eine Politik der alten diplomatischen Hausmittel, eine Politik, deren„staats- männische Zurückhaltung" weltgeschichclichc Gelegenheiten versäumt._ der Lrieöensvorschlag öes Sowjet-Kongresses. Petersburg, 9. November.(Petersburger Telegraphen-Agentur.) Der Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte hat die Bedin- gungen für einen Friedensvorschlag angenommen. Er eyllärt: Die durch die Revolution vom 6. und 7. November geschaffene Regierung der Arbeiter und Bauern, die sich auf den Arbeiter- und Soldatenrat stützt, schlägt allen Regierungen der Kriegführenden vor, alsbald Besprechungen über einen gerechten demo- kratischen Frieden zu beginnen. Die Regierung ist der Ansicht, daß ein gerechter demokratischer Frieden, der von der Mehrheit der Arbeiterklaffen aller kriegführenden Länder erstrebt wird, die durch den Krieg erschöpft und ruiniert sind, ein Frieden, den die russischen Arbeiter und Bauern nach dem Sturz der Monarchie forderten, ein sofortiger Frieden ohne Annexionen, d. h. ohne widerrechtliche Aneignung fremden Gebietes und ohne gewaltsame Eroberung fremder Nationalitäten, und ein Frieden ohne Kontributionen sein mutz. Die russische Regie- rung schlägt allen Kriegführenden vor, sogleich einen solchen Frieden zu schließen und sich bereit zu erklären, unverzüglich alle ener- gifchen Schritte zur endgültigen Billigung aller Bedingungen dieses Friedens durch die Bevollmächtigten aller Länder und aller Nationen zu tun. Unter Annexion oder widerrechtlicher Gebietsaneignung versteht die Regierung nach dem Rechtsbewutztsein der Demokratie im allgemeinen und der Arbeiterklassen im besonderen jede Annexion einer tlei- nen schwachen Rationalität an einen großen mächtigen Staat ohne Zustimmung dieser Nationalität und im- abhängig von dem Grade ihrer Zivilisation und ihrer geographischen Lage in Europa oder in jenseits des Ozeans gelegenen Ländern Wenn irgendeine Bevölkerung von irgendeinem Staat gewaltsam fe st gehalten wird und wenn ihr gegen ihren Willen, wie er tn der Presse oder in den Nationalen Versammlungen oder Partei- «eschiüssei» oder durch Auflehnungen und Erhebungen gegen den Unterdrücker zum Ausdruck gelangt, das Recht zu allgemeiner Abstimmung verweigert wird, wenn man sich ferner wei- gert, die DesatzungStruppen zurückzuziehen und der Bevölkerung nicht das Recht zugesteht, ihre politische Regierungsform einzurichten, so ist ein solcher Zustand Annexion oder widerrechtliche Aneignung, Die Regierung ist der Hinsicht, daß eine Fortsetzung deS Krieges zu dem Zweck, die schwachen besiegten Nationalitäten unter den reichen, mächtigen Nationen zu teilen, et» großes Verbrechen gegen die Menschheit ist. Daher verkündet die Regierung feierlich ihre« Entschluß, einen Frieden zn unterzeichnen, der unter den erwähnten für alle Nationalitäien gc« rechten Bedingungen diesem Kriege ein Ende machen wird. Gleichzeitig erklärt die Regierung, daß die erwähn- ten Bedingungen nicht alS endgültig betrachtet werden sollen, das heißt, die Regierung ist damit einverstanden, alle anderen Friedensbedingnngen zu Prüfen, wobei sie nur darauf besteht, daß viese Bedingungen so bald wie möalich von jedem Kriegführenden vorgelegt werden, und daß diese Bedingungen durchaus klar ohne die geringste Zweideutigkeit und ohne jeden geheimen Charakter seien. Ihrerseits unterdrückt die Regierung jede Geheimdiplomatie und bekräftigt ihren festen Entschluß, die Friedensbesprechungen offen vor der ganzen Welt fortzusetzen und zur Veröffentlichung aller geheimen Verträge zu schreiten, die von der Regierung der Großgrundbesitzer und der Kapitalisten seit Februar bis zum 7. November 1917 gebilligt oder geschlossen worden sind. Die Regierung erklärt den Inhalt dieser Geheimverträge für null und nichtig, soweit sie, wie es in der Mehrzahl der Fälle geschieht, alle Arten von Be- günstigmigen und Vorrechten den Großgrundbesitzern und Kapita- listen zuzugestehen suchen, indem sie die von den Großrussen ge- machten Annexionen aufrechterhalten oder vermehren. Indem die Regierung alle Völker emläd, sogleich Friedensvcr- Handlungen zu beginnen, erklärt sie sich ihrerseits bereit, diese 'Vorverhandlungen durch schriftliche oder telegraphiscbe Mitteilungen sowie durch Besprechungen zwischen Vertretern der verschie- denen Länder oder durch Konferenzen auS den genannten Vertretern zu verwirklichen. Um diese Vorverhandlungen zu erleichtern, wird die Regierung Bevollmächtigte in dey neutralen Ländern ernennen.' Die Regierung schlägt den Regierungen aller kriegführenden Länder vor, sogleich einen Waffenstillstand zu schließen; sie glaubt ihrerseits, daß diaser Waffenftillstand für drei Monate geschlossen werden mutz, welche Zeit genügen würde, um die Ver- Handlungen zu einem guten Ende zu führen; sie schlägt ferner vor, daß Vertreter aller Nationalitäten oder Nationen, die in den Krieg hineingezogen sind, oder ihn über sich ergehen lassen mußten, an den Friedensbesprechungen teilnehmen, und daß eine Konferenz aus Vertretern aller Nationen der Welt zur endgültigen Billigung der ausgearbeiteten FriedcnSbedingungen zusammcnberufcn werde. Indem die Vorläufige Regierung der russischen Arbeiter und Bauern diese Friedensvorschläge den Regierungen aller kriegfiihren- den Länder macht, wendet sie sich insbesondere an die Arbeiter der drei zivilisierte st en und am tätigsten am gegenwärtigen Kriege teilnehmenden Nationen, nämlich Englands, Frankreichs und Deutschlands. Tie Arbeiter dieser drei Länder haben der Sache deS Fortschritts und des Sozialismus die größten Dienste ertviesen, nämlich durch Einrichtung der Charten in England, die großen Revo- lutionen des französischen Proletariats und den heldenhaften Kampf der deutschen Arbeiter für ihre Organisation. Alle diese Beispiele geben die Gewähr, daß die Arbeiter dieser Länder die Probleme begreifen, die sich vor ihnen erheben, ProMme der Befreiung der Menschheit von den Schrecken des Krieges, und daß diese Arbeiter durch ihre mächtige Tatkraft voller Selbstverleugnung uns helfen werden, das Werk des Friedens zu Ende zu bringen und alle Arbeiter- klaffen von Ausbeutung zu befreien. » Kopenhagen, 12. November. Meldung des Ritzanschen Bureaus. Die Mitglieder der hiesigen russischen Gesandt schast haben gestern einstimmig b e s ch l o s s c n, die m a x i m a l i st t s ch c Behörde in Petersburg nicht anzuerkennen. Welchen Wert dieser Beschluß hat. daö wird davon abhängen, ob die Regierung der russischen Arbeiter und Bauern sich gegen die Stürme, die ihr noch bevorstehen, durchsetzen kann oder nicht. Die Wut öer Entente über öen ßrieöens- Vorschlag. Paeiö, 11. November.(Havaemeldung.)„Temps" schreibt: Mit Zustimmung von Deutschland und Oesterreich-Ungarn haben die Maximalisten von Petersburg den Kunst angriff versucht, den wir erwarteten: sie schlagen allen Kriegführenden v»r, über den Frieden zu verhandeln und inzwischen einen dreimvnatigen Waffen- stillstand zn schließen. Die deutschen Blätter haben sich beeilt» diese Tatsache zu veröffentliche«, und daS„Fremdenblatt" bespricht sie scheinbar ernsthaft, als wenn sie daS Werk einer wirkliche» Regie-' rung wäre. Dadurch zeigt der Feind, waS er von der Anregung Lenins und seiner HelserShelsrr erwartet: er denkt weder daran, ernsthafte Verhandlungen zu beginne», die ihn zwingen würden, seine Bedingungen bekanntzugebe«,«och auch nnr einen Sonderfriede« «it Rußland zu fKließen» in dessen Ramen z« spreche« die Maximalistrtlband« j« uicht in der Lage ist. Der Feind sucht gan-, einfach bei de« Völkern der Entente eine BolkSbewe- gütig hervorzurufen, welche den Kämpfern die Waffen anS der Hand nehme» würde. Der Schritt des Arbeiter- und Soldaten- ratb ist»ichtS, als eines der Mittel, mit denen Deutsch- la»d und Vesterreich-Ungarn ihr Spiel zu machen suchen. Die Bediillerung Frankreichs wird diesen Betrügereien dir Ruhe der Verachtung entgegenstellen. Die Maximalisteil von PeterS- bürg haben nichts von einer Regierung und nicht viel Russisches an sich; wenn eS Deutschland und Oesterreich-Ungarn paßt, sie als russisch« Regierung hinzustellen und mit Würde varzuschlagen, daß man mit ihnen verhandle, so habe» wir die besten Gründe der Welt, uns durch solche MaSkerade nicht übertölpeln zu lassen. W i r werden den Frieden nicht in einer Räuberhöhle abschließen. Marschiert Kerenski gegen Petersburg? Wien, 11. Novsmber. Aus deni Kriegspressequartier wird gsindM: Ueber die verworrene Loge in Rußland, wo es möglicherweise zu einem offenen Bürgerkrieg gekommen ist. geben folgende Aufrufe und Meldungen oaS dem Lager KerenSkiZ ein Bild. l. An alle Truppen dcS St. BctcrSbursrr Militärbezirks: Ich. der Ministerpräsident der zeitweiligen Regierung und Höchstkomnioüdiercn'der der bewaffneten Macht der russischen Re-- publik, bin heute an der Spitze der dem Vaterlande ergebenen Truppen eingetroffen. Ich befehle allen Truppen des Militärbezirks St. Petersburg, welche entweder infolge eines Mißverständnisses oder durch Zwang sich der Bande der Ver- roter des Baterlandes und der Revoliltion angeschlossen haben, nicht eine Stunde zu zögern, zur Erfüllung ihrer Pflicht zu- rückzukehren. Dieser Befehl ist allen Kompagnien, Komman- den, Batterien, Eskadronen und Sotnien zu verlautbareir. Der Ministerpräsident der zeitweiligen Regierung und Höchstkommandierender. Kerenski. 2. An»ie Truppen St. Petersburgs: Tie ruhmvollen, der Revolution und dem Lande treuen Truppen der Front sind an die Hauptstadt herangekommen. Damit kein unschuldiges Blut vergossen werde, verhaftet diejenigen, welche euch betrogen hoiben, welche das Land verderben und verraten. Da- mit man wisse, welch« Regimenter ihrer Pflicht treu sind, entsendet Delegationen zu den anmar- s ch i e r e n d e n Truppen der Front. Dcr Rat des allrussischen Komitees zur Rettungdes Landes und der Revolution, der Kommissar des St. Petersburger Militärbezirks M a l e w s k i. :s. Lairbeö und revolutionstreUe Truppen in voller Eintracht mi: i.vm Rate des BcrbandeS des KosakenheereS und mit allen demo- kratischen Organisationen habe» gestern Zarskoje Bsel» und die Radio-Telegraphen-Hauptstation besetzt. Die Aufrührcr ziehen sich in ungeordneten Haufen nach St. Petersburg zurück. Gegen auftretende Plünderer und Gewalttäter wird mit den entschiedensten Mitteln vorgegangen werden. Die mit geraubtem Gute gefangen Genommenen werden auf dem Orte des Verbrechens iofort erschassen. Di« des Aufruhrs Schuldigen werden dem revolutionären Militärgerichtübergeben. 4. An die«rmeeorganisatione» und Kommissare. I n S t. Petersburg wird die Empörung gegen die B o l sch e w i k i immer größer, heute kam es zu offenen Auftritten gegen sie und auf den Straßen kam es verschiedenen OrteS zu Schießereien. Der Fernsprecher ist von den Junkern und von dem ANgemeinen AmceauSschuß besetzt, welcher die Wachen der Bol- schewiki verdrängt hat. In Moskau ist die Rote Garde ge° sch lagen. Gegen abend wird Kcrenski vor St. PeterS- bürg stehen. Die Verbindung mit ihm ist hergestellt. Eine Dele- gation des Komitees zur Rettung bat sich zu KercnSki begeben. Die Beendigung des Abenteuers der'Bolschewik: ist eine Frage der nächsten Tage oder Stunden. Für möglichst planmäßige Beendigung ist der Zusammenschluß aller Kräfte der Demokratie und des allrussischen Ausschusses zur Errettung des Baterlandes »nd der Revolntion notwendig. Der Kommissar des Hoch st kommandierenden. Das Kriegspressequartier fügt hinzu: Allem An- scheine nach wird tn und um St. Peteröburss zwischen den Anhängern beider Varteien blutig gekämpft. Die russische Marine steht völlig, von der Landfront der weitaus größte Teil auf der Seite der Bolschewik i. « Ob diese Aufrufe und Meldungen mehr sind als Versuche, den Strom, der nach bolschewistischer Seite flutet, durch erfundene Mit» teilungen und starktönend« Befehle abzudämmen und zu schwächen, Durch Zekau! zum Tagliamento. von nnscrm Kriegsberichterstatter Hugo Schulz. » U d i n«. 3. November. Kreuz und qirer durch die friaulifche Ebene bis in die Taglia- mei'toniederlrng zogen sich in den letzten Tagen meine Wege. Durch rastlos vormarschierende Truppen, Proviant-, MunitionS- kolonncit und Brücken parks, zwischen dem chaotischen Trümmer- werk, das als Rückstand des italienischen Zusammenbrucks die Ge- filbc und Straßen und Fahrdämme weithin übersät. Müllhaufen und Straßcnsckwtter ans kostbarstein Material. Man wandelt stellenweise über einen dicken Teppich auS weggeworfenen Mänteln, Röcken, Rucksäcken, Decken und Lederzeugen. Tausende von Ar- beitssoldaten werden hier abzuräumen und d« Güter zu bergen, aber Taufende worden schwere Mühe haben, die unzähligen Kraft- wagen, die da unter den noch immer dicht belaubten Pappeln halb umgestürzt in den Straßengräben stecken, bloß beiseite zu räumen. Dann erst die mächtigen Geschütz« und Protzen, die einem da die Wege verbarrikadieren. Schier auf Schritt und Tritt starrt einem so«in ent'-elte« Ungetüm entgegen, noch immer mit hoch erhöbe« ncm Maule, das lang« Rohr noch immer mit maskierendem Reisig- gcwinde umkränzt. Stellenweise sind die Wege mit den Zeugnissen hex furchtbarsten Niederlage, die ein Vierverbandsheer im Weltkrieg erlitten hat. fast verrammelt. Zumal auf den Straßen, die nach Codroipo führen, das den wichtigsten llebergangspunkt am Tagliamento bildet, haben es unsere Trainö entsetzlich schwer, sich durchzuwinden, und es gibt stundenlange Stauungen. Ueberhaupt ist elf für dir Wagenkolonnen ein Kunststück, dieser geradezu im Taumel vorwäriSsiürmenden Offensive auf den Fersen zu bleiben. Allerdings sind die Truppen auf den Nachschub nicht so streng an- gewiesen, sie schöpfen aus dem Vollen der zurückgelasienen feind- lichen Vorräte. Manchmal wird sogar ein bißchen gewüstet, und es kam vor, daß Pferde, weil gerade nichts anderes zur Hand war. Makkaroni als Futter erhielten. Die Trubelhaftigkeit dieser wilden Jagd hinter einem völlig grschlagcnrn Feind wirkt siiniverwirrend auf den Beschauer. Als ich von Eormons nach Udine fuhr, war es mir, als würde ich dies« jähe SchicksalSwcndung bloß träumen. Wer so oft von der.Hermada oder dem Stol durch da? Scherenfernrohr in die friaulifche Ebene hinausspähte und alle diese Ortschaften, die jetzt schier schon Etappenstationen der Unfrigen find, winzig Lein auS verschwindendem Dunst weit hinter der feindlichen Front empor- Englischer Teilangrisf bei Passchendaele — Bei Longaroue im obere»» Piave-Tal 10 OVO Italiener abgeschnitten und ge- sangen— Ter Lustkrieg im Oktober.. Amtlich. Großes Hauptquartier,»S. November »917.(28. T. SS.) Westlicher Kriegsschauplatz. Kurzer Feucrübcrfall am frühen Morgen leitete einen engli, schen Teilangriff ein, der nordwestlich von PaSschcndaele einsetzte. Er wurde abgewiesen. Am Tage blieb die Gefechtötätigkeit in Flandern auf StörungS- fever der Artillerien beschränkt; sie lebte am Abend im Dser- Gebiet zu größerer Stärke auf. Auf der übrigen Westfront keine wesentlichen Ercigniffe. Leutnant Mucller errang seinen 33. Luftfieg. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nicht» Besonderes. Mazedonische>?ront. I« Cerna- Logen nahm die Fcuertätigkeit am Abend erheb- sich zu. Italienische �sront. Tatkräftiges Zusammenwirken württembergischer und öfter- reichisch-ungariicher GebirgStrupprn verlegte de« im oberen Piavr- Tale zurückweichenden Feinde bei Longarone den Weg. 10 00V Italiener mußten sich ergeben, zahlreiches Geschütz- Material vnb Kriegsgerät wurde erbeutet. Unsere von Bellnno die Piavr abwärts vorgedrungenen Truppen stehen vor Feltre. An der untere» Pimie nichts NeueS. I« Oktober beträgt der Berlnst der srindlicheu Susi streit- kräfte an den deutschen Fronten 9 Fesselballone und 24t Flug- zeuge, von denen ItS hinter unsere« Linien, die übrige» jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar abgestürzt sind. Wir verloren im Kampf 67 Flugzeuge und» Fessekballon. Der Erste Generalquartiermeister. Ludeudorf f. Abendbericht. B er li«, 12. November 1917, abeudS. Amtlich. Im Weste«, Osten»nd Mazedonien keine größere» Aampfhandlnngen. Im Cordevole-Tale westlich von B« l l« n o wnrdcn 4000 Italiener gefangen. Ter österreichische Bericht« Wie», 12. November l9!7.(W.T.B.) Amtlich wirb verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz. An der unteren Piave haben deutsche Truppe» de« auf dem Ostufer angelegten Brückenkopf Bidor genommen. Die vou Bclliln» flußabwärts vorgehenden Divisionen näher« sich Feltre. Bei Longarone uordöstlich von B e l l u n» wurdo in den letzten Tagen durch zielbewußtes Zusammenarbeite» uuserer Führer uud Truppen eine italienische Kampfgruppe iu DivisionS- stärke abgeschnitten. Es fielen uuS eiu General, etwa 10 000 Mann uud zahlreiches Geschütz uud KriegSgerät in die Haud. Besondere Erwähnung verdicntea wieder die Leistuuge» der durch deutsche Abteilungen verstärkten 22. Schützeu-Divifion. Streitkräfte deö Feldmarschalls Conrad drängten deu Feind über Castel Tesiuo und über Griguo im Sugauer« T a l zurück. An den andere» Fronten keine Aenderung der Lage. Der Chek de» Graeralstabe». läßt sich zunächst nicht feststellen. Die neue„Regierung der Ar- beiter und Bauern", die den Ausiaird-telegraphen in Händen hat. ließ bisher nichts über den Anmarsch einer Ke- renski-Armee gegen Petersburg verlauten. Der„Frankfurter Zeitung" wurde gestern aus Stockholm mit- geteilt: Auf eine von der hiesigen Auslandsvertretung des Peters- burger Arbeiter- und Soldatenratcs und der Bolschewiki-Partei nach Petersburg gerichtete drahtliche Anfrage, ob und wann mit dem Eiutreffqji der bevollmächtigten Kommissare der neuen Revolutionsregterung in Stockholm ge- rechnet werden könne, ist bisher keine Antwort eingetroffen. In hiesigen Ententekreisen verfolgt man die aus Petersburg pünlt- tauchen sah, der kann diesen ungeheuren Umschwung der Dinge kaum fassen. Was für eine Streitfrage war es für uns, ob die Italiener bloß auf der Vorkuppe des Fajti Hrib oder, wie die Pessimisten behaupteten, auf der Hauptkuppe sitzen, ob sie auf der Kote Soundsoviel die Kamullinie erreicht haben oder noch einige Meter darunter auf dem Hange stecken geblieben sind! Um solche Kleinigkeiten haben sich in elf Jsonzoschlachten alle Entscheidungen gedreht und Ströme Blutes wurden um ein paar Hügel vergossen, während die 12. Jfonzoschlacht mit jähem Ruck alle diese blut- getränkten Karstgupfe in friedlichstes Hintorland verzaubert hat. Bon Udine aus sehe ich weit hinten am Horizont die hohen Berge, au» denen die Sturzbäche dieser Offensive bervorgebrochen, nn Abendschein leuchten und ihre dämmernden Umrisse umkränzen die unendliche Ebene. Der Blick wendet sich dann südwärts, wo die Ebene über das Lagunengelände von G r a d o hinweg mit dem Meeve in eins zu verschwimmen scheint. Dort befinden sich noch kümmerliche Reste der Armee des Herzogs von Aosta in den La- guneusümpfen diesseits der Togli» me nto m ündung. Aber Grado ist schon von den Unsrigen besetzt und durch den vom Feinde müh- selig in vielen Monaten ausgebaggerten Schiffahrtskanal gleiten jetzt schon gelegentlich unsere Tropedoboote. Die Minenfelder nächst der Sdobbamündung werden bereits gesäubert. Wo aber find die weltberühmten S d o b b a ba t t e r i« n hingekommen. diese in Deltasümpfe eingebauten oder auf Flösse montierten und verankerten Schwergeschütze, dieses artilleristische Venedig? Zerstört oder versenkt sind all« diese Dunderwerke der italieniscben Rüstungsrndustrie, nur weniges davon konnten die Fliehenden retten. Ganz wunderbare Befestigungsbauten ragen dort aus dem Schilf und Röhricht, wie denn überhaupt alle italienischen Be- festigungö- und Krtegsan stalten, die ich in der friaulischen Ebene sehe, den Eindruck vorbildlicher Ordnung und Exaktheit machen. Die Feldbahnen sehen aus wie für die Ewigkeit geschaffen, die Holzlager, die Material- und Stapelplätze hält man auf den erste» Blick für stabile Industrieanlagen. Die Italiener haben eben Zeit gehabt. P a r a d e st ü ck e d e r K r i e g» b a u t e ch n i k für die vielen engliscken, französischen und amerikaniscken Besucher hinzustellen, denn sie führten einen festgewurzelten Belogerungskrieg zwei Jahr« lang an derselben Stelle. Viel geschickte Arbeit wurde für die Augen der Poincare. Joffre, Heng oder Roosevelt geleistet, und doch werden all dies« Herren innerlich die Ueberzeugung haben, daß man ihnen bloß Potemkimsche Dörfer gezeigt hat. DaS sind sie nicht gewesen: aber was nützen die besten Kriegsbauten, wenn der kämpfende Soldat lich eintreffenden Nachrichten mit großer Unruhe, und man weist darauf hin, daß infolge der Telegrammzensur der Revolutionäre alle Mitteilungen über die sicher zu erwartende Gegenbewegung fehlen. Man klammert sich an die Hofs- nung, daß daö Unternehmen Lenins innerhalb 14 Tagen blutig zusammenbrechen und zu der längst erwarteten Militärdikta- t u r führen werde. Von Kerenski spricht man mit größter Berach- tung. Nach einer gestrigen Meldung des„Handelsblad" aus London beginnt die Petersburger Garnison, die zuerst ganz für die Bolschewiki war, jetzt, wo organisierte Streitkräfte unter Ke- renSki sich der Hauptstadt nähern, zu schwanken. Nach Berichten aus dem Dongebiet hat Kaledin zeitweilig die Regierungsgewalt in dem Kosakengeöiet übernommen bis die Regterungsfroge geregelt ist. Nach einer Meldung der„Daily Chronicle" ist Petersburg ruhig, aber die Lebensmittelversorgung sehr schlecht. Es sind nur Vorräte für zwei Tage vorhanden. Auch die Londoner Nachricht des Amsterdamer„Handelsblad"' ist zu den unverbürgten zu rechnen. Mago und Delluno. Mit dem Erreichen der Piadelinie und des Ortes Feltre hat sich die F r o n t l i n i e gegenüber der alten Stellung vor Beginn der 12. Jfonzoschlacht s a st um drei Viertel der gewaltigen Ausdehnung verkürzt. Wien, lt. November. Aus dem Krtegspressequartter wird gemeldet: Die starken Gegenangriffe der Italiener im Räume von A i i a g o sind vollkommen gescheitert. In unübertrefflichem Elan haben k. u. k. Truppen auf der Hochfläche der Sieben Ge- meinden dem Gegner wichtige Höhen stellungen entrissen, im Gebirge weiter nördlich streben unsere Kolonnen unaufhaltsam gegen den Südietl vor. F e l t r e s o zu. Teile der in der Ebene vordringende» verbündeten Streitkräfte haben nach Zurückwetiuig der Italiener hinter die Piave, unter Bewältigung außerocdent- lichcr Marschleistungen gegen Belluno einschwenkend, heut- dies- Stadt erreicht. Diese Fortschritte erweisen die Leistungen von Führung und Truppen im raschen Zugreifen bei stets wechseln- den Lagen und deren unübertrefflichen Angriffsgeist und Heldenmut. Italienischer Heeresbericht vom 11. November. Gestern bei TageSanbruck hat der Feind nach einer Artillerievorbereitung, die bereiiS am Abend vorher begonnen hatte, die Linie unserer Bcob- achtungSposten in der Gegend von A s i a g o überschritten; er griff die Vorposten unserer Nachhuten b-i G a l l i o und aus dem Monte Ferragh(Höhcnpunkt Illö) an. Nach lebhaftem Kampfe göang es ihm, sich dieser Stellungen zu bemächtigen. linser Sturmtruvp Nr. 16 und Abteilungen der Brigade Pisa (ZV. und 80. Regiment). ToScana(77. und 78. Regiment) und vom fünften Bersaglieri-Regimeick eroberten das verlorene Gelände durch wiederholte kräftige Gegenangriffe zurück, warfen den Geg- ner zurück und machten etwa 160 Gefangene. Ein« feindliche Vor- hitt, die wir in dem Orte Tezze im Suganer-Tale an- trafen, wurde sofort angegriffen und gefangen genommen. An der Piave warfen unsere DeckungStruppen eine feindliche Ab- teilung, welche sie auf den Höhen von Valdobbiadene angegriffen hatte, zurück, gingen darauf auf das rechte Flußufer über und zer- störten die Brücke bei Vidor. An der mittleren und unteren Piave Austausch von Kanonenschüssen und Maschinen ge wehr feuer- wellen._ Italienische Kunöaebungen und k>ilferufe. Rom, 11. November. Der König und die Mitglieder der Re- girrung haben einen gemeiusameu Aufruf erlassen, tn dem das italienische Volk zum Ausharren und Ertragen der schweren Opfer, welche die gegenwärtige Lage von allen Italienern erheischt, ermutigt wird. Der König äußert die bestimmte Zuversicht, daß der Steg trotz allen Wechselfällen auf Seite der Entente bleiben werde. Lugano, 11. November. General Pedotti versammelte im Pa- lazzo Madama zahlreiche Senatoren um sich, die«ine patriae tische Resolution annahmen, welche der Kammer mit- geteilt werden soll. Außerdem ernannten sie eine ständige Kommission, die mit dem Ministerium und dem Präsidium der Kammer gemeinschaftlich die parlamentarischen Arbeiten regeln soll. Damit will man anscheinend den Versuch machen, eine Art parlamentarischen Konvents für die Landesver- t e i d i g u n g zu organisieren. Lugano, 11. November. Der..Corriere della Sera" sendet einen letzte il großen Hilfeschrei an England und Frankreich, be- sonders aber an Amerika. Es heißt darin, die Alliierten sollten doch bedenken, daß einige Hilfsdivisionen nickt mehr ausreichen, um den feindlichen Vorstoß gegen Italiens industrielles Zentrum— gemeint ist Mailand— aufzuhalten. Deutschland könne nunmebr, wie die Dinge liegen, alle Reserven gegen Italien in die Wagschale werfen, um daS Land völlig außer Kampf zu einmal seinen Dienst versagt! Der italienische Soldat will offen- bar nicht mehr, ist er doch von Ansang an mit sehr schwankenden Gefühlen in den Krieg gezogen, weil er immer begriff, daß hinter diesem Kriege zwar die nationale Phrase tönt, aber keine nationale Notwendigkeit steht, kein hartes Muß, Land und Herd zu ver- teidigen. Ein Eroberungsfeldzug nationalen Größenwahns ist noch kein Volkskrieg. In den wirr durcheinander quirlenden Bildern dieses Vor- marscheS fehlt erfreulickerweise eines, nämlich das der langen Wagenzüge, die Verwundete zurückbringen. Bloß ungeheure Äefangenentolonnen bilden den Ge�enstrom, die Verwun- deten aber, die ich gesehen habe, kann ich fast an den Fingern ab- zählen. Auch Leichen habe ich nur in geringer Zchl entdeckt. Keine große Entscheidung in diesem Krieg ist unter solch verhältnismäßig geringen Verlusten herbeigeführt worden wie diese. Da» ist auch erklärlich, denn der die ersten Linien des FeindeS überrennende Anfangserfolg wirkte gleich so weit in die Tiefe, daß an vielen Stellen der feindlichen Front kein nachhaltiger Widerstand mehr geleistet werden konnte. Wenn ich auch wenige Spuren von Tod und Ver- derben fand, so fehlt es nickt an anderen Schauerbildern. Weit und breit find die Felder übersät von italienischen Munition?- stapeln. Da gibt es nun, besonders dort, wo Minengeschosse oder Handgranaten lagern, gelegentlich Explosionen, deren Feuerschein in der Nacht blutrot emporschäumt. Die grellen Riesenfackeln er- löschen plötzlick. um nach wenigen Minuten aufzuleuchten. Wir fuhren an einem solchen Stapel vorüber, der dann wenige Stun- den später in die Lust ging. Als wir am nächsten Tage die Stell« wieder kreuzten, qualmte es noch immer in Barackentrümmern. und von Zeit zn Zeit krachte es auch noch. Ein Dorf in der Nähe hotte schweren Schaden gelitten, die Häuser waren ganz zerbogen. Während ich schreibe, donnern die Geschütze, und ich hör«, daß die Truppen der zweiten Jsonzoarmee eben bei Codroipo hinter dem weichenden Gegner den Tagliamento überschreiten. Der Togliamento ist auck bei normalem Wasserstand ein beachtenS- wertes Hindernis. Ueber eine breite Niederung, die voll ist von steinigen Geschieben und Ablagerungen, spinnt er sein Netz von feineren Wasseradern oder größeren Seitenarmen, die Hauptrinne aber ist an vielen Stellen recht tief und undurchfurtbar. Unter den Regengüssen der letzten Oktoberiage schwoll der Fluß zum Strome, aber angenblicklick ist der Sckwall im Begriff, zu sinken. und be: dem raschen Abebben de» HockwasserS wird der Fluß wohl in wenigen Stunden in sein normales Bett zurückgekehrt sein. klr.312 ♦ 54.�ahrgaüg Seilage des vorwärts Vkekstag, 15. November 1H17 Die Generalversammlung öer Konsum- genossenschast. Das geheimnisvolle„Vorwärts"<°Tarlehcu. Die Generalversammlung wurde am Freitag fortgesevt. Auch diese Versammlung, die in den„Germaniasälcn(Chausseestraße) stattfand, war stark besucht. An ihr nahmen rund 1400 Personen teil, die freilich gegenüber der Gesamtzahl von 108 122 Mitgliedern nur etwa 1�/, Prozent und gegenüber den an der Ablieferung von Markenblättern beteiligten 77 467 Mitgliedern noch keine 2 Pro- zent sind. In der weiteren Debatte über die vom Vorstand und vom AufsichtSrat in der vorigen Versammlung erstatteten Berichte kam es noch zu erregten Auseinandersetzungen über die G e s ch ä f t§ f ü h r u n g. Klagen über die Leistungen der Gc- nossenschaft wurden wieder nur vereinzelt vorgebracht. Zu der Beschwerde über Gemüsemangel bemerkte Geschäftsiübrer Junger, das; die Konsumgenolienschasl im freien Handel wenig kaufen kann. weil sie nicht im Wettbewerb mit zahlungskräftigeren Käufern die geforderten sehr hohen Preise zu zablen vermag. Lebhafte Zuüim- mung fand Hetzfchold mit seiner Feststellung, dast die Konsum- genossenschaft trotz allen durch den Krieg verursachten Erschwerungen immer noch das beste Brot in Grost-Berlin liefert. Am Schluß der vorigen Versammlung hatte Ad. Hoffmann den Vorstand ausgefordert, in der neuen Versammlung sich darüber zu äußern, welche Wertpapiere die Genoffenschait bar und wie es um em großes„Vorwärls'-Tarlehen steht. GeschäitSführer Junger gab am Freilag genaue Auskunft, die hervorhob, daß Kriegsanleihe nach ISIS nicht mehr gezeichnet worden ist und daß die»Vor« w ä r t S'- Druckerei ein Darlebn bereits im H e r b st 1915, aber seitdem nichts mehr erhalten hat. Im Mirlelpunkt der Erörterungen stand, wie in der ersten Versammlung, der Verkäuferinnen- streik von Ende Mär; dieses Jahres. Als ungerechtfertigt bezeichnete Hetzschold daS Vorgehen der Berkäuferiiinen, das übrigens auch vom Handlungsgebilfenverband gerügt worden sei. Ad. Hoff- mann radelte diese Stellungnahme Hetzscholds und bürdete die Per- an'.woriung für jenen Streik dem Vorstand auf. Mehrere Nedner und Redneri-inen richteten gegen den Vorstand heftige Angriffe auch deshalb, weil der zweite Geschäftsführer Schulye ein Mitglied wegen Vorweisung einer gefälschten Brotkarte an- gezeigt bar. worauf Verurteilung zu 20 M. Geldstrafe erfolgt ist. Hierzu teilte der erste GeschäflSkührer Junger mit, daß Schulye nicht eigenmächtig, sondern im EitiveiständniS mit dem Vorstand gebandelt habe. Der Vorstand habe zur Anzeige schreiten müssen, weil damals ihn, wie ollen Juhobern von Bäckereien und Brot ge'chäiten, durch den Lichten berger städtischen Ausschuß für die PabrungsmitielversorguUg zur Pflicht gemacht worden sei, Vorzeigcr salichcr Brotkarten sofort seststellen zu laffeu. Inhaber von Backe- reien und Brotgeichäircn, aus denen noch Marken iolschcr Brotkarten abgelieferr würden, ieien vom Ausschuß mit Sirasonzeige bedroht worden, d:e leicht sür die Genoffenschait zu einer zeitweiligen Mehlsperre und für die Mitglieder zu einem Brotmangsl hätten führen können. Die Debatte wurde einige Male ausgesetzt, weil man sür nötig hielt, die EnilastungSetteilung uiw. iotvie die AussichtSraiswablen nicht eist gegen Schluß der Versammlung vorzunehmen. Beschlossen wurde die Entlastung des Vorstandes(gegen wenige Stimmen), die Genehmigung der Bilanz(gegen vereinzelte Stimmen), die Verteilung des nach Rabattqewäbrung noch bleibenden Reingewinnes auf die Fonds(gegen eine Stimme). Für die Ergänz ungSwaKlen zum Aufsichlsrat hatten Mit- glieder der„Unabhängigen iozialdeniokralischen Partei" den vom Genoffniichastsral empiohlenen Kandidaten eine eigene Liste ent gcgcngestellt Ein Aiurag foiderie, beiannlzugeben, welche Umiätze die für deu'Auinchtsrat vorgeschlagenen Kandidaien in den letzten drei Jahren gehabt haben. Die Vermutung, daß es sich hier um„be stellte Arbeit" des Volstandes handele, erwies sich als falsch. Eine Milunterzeichnerm erklärte, daß sie, die wie die übrigen Unterzeichner zu den.Un abbängigen" geböre, weder unter die Schieber noch unter. die Geicvobenen gerechnet werden wolle. Ter Antrag wurde mit knapper Mebrbeit abgelebnr. Das Rciullat der Wahlen und die nochmalige Vertagung der Generaloeriammlunq haben wir bereits gemeldet. Wie uns weiter berichtet wird, haben die Anhänger Adolf Hoff- manns die eisten Mitteilungen Jungers über ein.Vorwärts"- Dar- lehn mir wiederholten Ab-Ruien der Befriedigung ausgenommen. Die Guten meinten, der„Vorwärts" sei infolge ihres Boykotts noi- leidend geworden und die Geliosienschafl sei ihm beigesprungen. Die Enttäuschung war rieiengroß als sich herausstellte, daß das Darlebn noch aus der„gulen alten" Zeil flammt und ein Jahr vor dem Bohkoil gewährt worden ist. In Wirklichkeit ist von dem ganzen U- Krieg zur Aushungerung des„Vorwärts" nichts übrig geblieben als die gute Absicht. Wir stellen folgende Tatsachen'est: Vor dem Redaktionswechiel ist die Auflage des.Vorwärts" ständig gesunken, während sie jetzl un- ousgeietzl in jedem neuen Monat in wachsendem Maße steigt. Ein solches, Ansteigen war vom Kriegsausbruch bis zum Redaktionswechiel niemals zu beobacknen, es ist erst jetzt durch die veränderte Re- dakilonssüvrung des Bialles eingetreten. Der Boykott wurde genau vor einem Jadre, im November 1916, verhängt. Jetzt, im Novcm- ber 1917, ift die tägliche Auflage des„Vorwärts" fast um ein Driitel höher als im November 1916. Sollte sich, was wir zuversichllich hoffen, die Steigerung in dem gleichen Maße fort- setzen wie in den letzten Monaten, so wird der.Vorwärts" nach abermals einem Jahr doppelt soviel Leier zählen wie zur Zeil des RedakrionSivechiels. Die Führer der llnabhäiigigen wissen längst, daß der Boykott vollständig mißlungen ist, sie haben nur nicht den Mut, es ihien Anbängern zu lagen. Zur selbe» Angelegenheit schreibt uns die.Vorwärts"-Buch- druckerei: Wir legen Wert darauf, sestzustcllen, daß der„Vor- w ä r I§", das Zeitungsunternehmen, überhaupt kein Dar- lehn aufgenomme» hat, weder bei der Koufumgenoffenschatt noch anderSwo. Wohl aber hat die. V o r w ä r t S"> B u ch d r u ck e r e i im Jahre 19lö bei der Konfumgenoffcnichafl Berlin ein Darlehn von 200 000 M aufgenommen und durch Hinterlegung von Wertpapieren usw. hinreichende Sicherheit gegeben. GroßlVerün Gro�-Berliner Verkehrs- und Bebauungsfragcn. Der VerbandSauSschuß Groß-Berlin bat im Berliner Rathause eine Sitzung abgehalten, in' der einei Reibe von Verkehrs- und Siedlungsfragen erörtert wurden. Von grundsätzlicher Bedeuliing war der Beschluß, den der FerbandsauSschliß über die von den zu- ständigen Kriegswirtichaflsstelleu jetzt erneut vorgeuommene Prüfung über größere Kohlenerspariiisie durch eine elwaige weitere Beschrän- kung des Slraßenbahnverkehrs faßte. Der Beschluß lautet: Der VerbandauS'chuß Groß-Berlin vertritt grundsätzlich de» Sundpunkr, daß eine«eitere Einschränkung des Straßen« u*» Schellbahnverkehrs unmöglich ist. Ferner wurde der Ausgestaltung der unterirdischen Schnellbahn- hofSanlagen auf dem Hermannvlatz als Gemein fchailSbahn- h 0 f für die 3 Linien der städttichen Berliner Nordiüdbabn. der A.E.G-Schnellbahn Gejundbrunnen— Neukölln und der Neuköllner städiiichcn Schnellbahn Hermannplatz— Ringbahn zugestimmt. Ter Gemeinichaftsbahnhof steht nicht nur durch den RichiungSbetrieb eine Umsteigemöglichkeit von einer Schnellbahn zur andern vor, sondern auch einen Uebergairgstarif mir Umsteigefahrjchewen. Bon den Bebauungsplänen, die dem VerbandSauSschuß zur Begutachtung Vortagen, war der bedeutungsvollste der von der Gemeinde Treptow aufgestellte Plan für daS Berliner städtische Gelände in Treptow, der den VerbandSauSschuß schon einmal be- schästigr hat. Die Beichlußfassung war vertagt worden, weil Be- denken dagegen erhoben wurden, daß er zu wenig Rücksicht aus die Besiedlung mit Klcinhäusern nehme. Entsprechend einem Vorschlag des Berliner Magistrats, der auf dieses Bedenken durch die Anlage einer KleinhauSstedlung im Süden Treptows an der Weichbild- grenze Rücksicht nimmt, stimmte der VerbandSauSschuß dem VebauungS- plan im ganzen zu. Die letzte freie Ufer strecke an der O b e r sp r e e hat der VerbandSauSschuß durch den Beschluß gesichert, daß von der dem FiSkuS gehörigen Uierstrecke zwischen Adlershof und Nieder-Schöne- weide 300 Meter dauernd srcibleiben tollen, so daß dort ein Freibad entstehen kann. Dem hierfür aufgestellten Plan sür das 100 Hektar große Dauerwaldgebiel in jener Gegend und seine Umgebung stimmte der BeibandsauSschuß zu. Er beschloß serner, daS bekannte Freibad Müggelsee unter Aufrechterhallung der Form als G. m. b. H. durch den Verband zu erwerben. n 10 Gebote für Feldpost- Abonnenten! 8. Gebot: Hast Du den �Bsrwäris" bei Deinem Keldpsstamioder bei einem Postami bssteUi, dann sende Deine Adressen- änderung an das postzeiiungsami Berlin W. 9, Dsssauer<5ir.8/S, und dies erledigi die Sache. Bestellschein für neue Abonnenten! Hiermit bestellen wir den„Vorwärts", Berliner Volksblatt, als Feldpostsendung Das Bestellgeld von Mk. 1,50 pro Exem- plar und Monat------------------------------- folgt per Postanweisung. Truppenteil bezw. Adresse: Ter Lebensmittelverband Grost-Berlin. ES g bt in Groß-Berttn fast soviel verschiedene Organisationen 'ür die Lebensmittelverleilung wie es Lebensmittel gibt. Dazu kommt, daß die Organisatlonen über verschiedene geographische Ge- biete ausgebaut sind. So ist daS Gebiet der Brotkanengemeiiiichafl Groß-Beriin ein ganz anderes als das Gebiet der Verteilung von Kohlen, Kartoffeln, Fette und sonstigen Nährmitteln. Für Un- eingeweihte ist es ganz unmöglich, sich da zurechlzuflnden. Noch schlimmer aber ist es bei der Verteilung der als Nähr- mittel bezeiltmelen Produkte, wie Graupen, Grütze, Teigwaren. Grieß Haferflocken, Nudeln usw. Hier bestehl ein derartiger Wust von Oiganisalioneii und verschiedenartigen Verteilungsplänen, daß es geradezu als ein Wunder erscheint, wenn dieser Aufbau noch nicht zusammengebrochen ist. Die etnheitliche Verteilung dieser Nähr- mittel ist es denn auch, die zunäcbst geregelt werden soll. Veranlaßt durch die regelmäßigen Sitzungen der Arbeircrverireter Groß-Berlins mit den Vertretern der verschiedenen kommunalen Behörden ist schon vor längerer Zeil angeregt worden, den io notwendigen Ausbau einer einbeitlichen Leoensmiltclverieilung Groß-Berlins in die Wege zu leiten. Daß diese Arbeit bei der Zerfahrenheit der kommunalen Verhällnisic Groß-BerlinS nicht so leicht sein würde, war von vorn- herein vorauSzuiebcn. denn neben den sechs Städten Groß-BerlinS kamen die beiden Landkreise Niederbarnim und Teltow-Beeskow mit ihren zahlreichen stadläbnltchen Gemeinden in Frage, die in ihren besonderen Aniprüchcn berücksichtigt werden müßten. Jetzl scheint e§ nun aber, als ob die Angelegenheit ieste Gestalt annimmt. Eines der Hauplhinderniiie in den beiden Kreisen, die zum Teil aus zuVeriorgenden und aus Selbstvelsorgern bestehen, scheint beseitigt zu sein, indem von der zu errichtenden Zentralstelle die Kreise ihren verschiedenen Bedürsniffen cnliprechend berücksichtigt werden. Die sür das Ganze notwendige Zustimmung der staatlichen Stellen ist gegeben und es bedarf jetzt nur noch der Verständigung der direkt Beteiligten unter- einander. Diese Verständigung ist zum größle» Teil auch bereits erfolgt, so daß der Ausbau der Orgauisation sich ungefähr folgender- mayen vollzieht: Unter dem Namen„Lebensmittelverband Groß- Berlin" werden die Städte Groß-BerlinS mit den Gemeinden der Kreise Teltow-Beeskow und Niederbarnim. soweit diese Ge« meinden stästlschen Charakter haben, zusammengefaßt uud für dieses Gebiet wird nach gleichen Grundsätzen die Lebensmittelverteilung vorgenommen, geleitet von einer Zentralstelle. Diese erhält von den staatlichen Stellen die Lebensmittel zugewiesen und verteilt sie in entsprechender Weise. Wahrscheinltch ivird die Stadl Spandau auch noch hinzutreten. Wie groß daS Gebiet diese» Lebensmittelverbandes sein wird, erhellt daraus, daß auch in Aussicht genommen ist, RowaweS, Drewitz. KönigSwuster- hauicii mit einzubezichen, ebenso die nahe gelegenen und größeren Gemeinden de« Kreises Niederbarnim. Es»st auch geplant, die Brotkartengenieinschafl auf dieses umschriebene Gebier auszudehnen. chwierigkeiten bestehen noch besonders im Kreise kB.ederbarnim, doch werde» hieie zu beheben sein, wenn eS auch noch erheblicher Anstrengungen bedarst da die Kreisvcrwaltung IiiederbarnimS jeder Regung nach Entwicklung stir Groß-Berlin entgsnarbeiler. Es darf erwarler werde», daß dieses Hindernis durch die emsige Tätigkeit der Arbsirerschast und ihrer Vertreter in den verschiedenen Gemeinden überwunden wird, damit endlich einmal sür ein« zeitgemäße LebenS- mtltelorgauiianott der Weg gxbner»«de« Uaa. DaS Statut des„Lebens mittelverbandes Groß- Berlin", das in seiueti Grundzügen bereits fertiggestellt und gut- geheißen ist, unterliegt zurzeit der Beratung einer von den ver- schiedenen Gemeinden und Kreisen gebildeten Kommission, um in seinen Einzelheiten endgültig sesigesiellt zu werden. Die Arbeiterkommission, die im April dieses Jahres als Ver- Handlungskommission zwecks Beilegung des Streiks der RüstungS- arbeiter von den an der Arbeitsniederlegung betelligten Arbeitern gewählt wurde und später durch außerhalb der Rüstungsindustrie tätige Arbeiter ergänzt wurde, bat in ihren mit der Lebensmittel» Verteilung sich beschäftigenden Sitzungen die Ueberzeugung ge- Wonnen, daß die einheitliche Regelung der Lebensmittelverteilung für Groß-Berlin ein dringendes Bedürfnis ist, dem unter Beiseite- schiebung aller künstlich in den Weg gelegten Hindernisse entsprochen werden muß. Deshalb hat auch die Arbeiterkommission an dem ge- samten Plan wesentlich mitgearbeitet. Bei der großen Fluktuation gerade der Arbeiterschaft in Gioß« Berlin ist die einheitliche Organisatton der Lebensmitlelverteilung von besonderem Wert. Das Durcheinander, das aui diesem Gebier bisher bestanden hat, kann nicht mehr aufrechterhalten bleiben, eS ist besonders für die Arbeiterichaft unerträglich geworden. Die Kriegsbeschädigten und die Große Berliner. Es wird dar« über Klage geführt, daß die Kriegsbeschädigten vom Publikum, be- sonders auf der Straßenbahn, oft sehr rücksichtslos behandelt werden. Wie wir höien. bat sich das Oberkommando deshalb bereits mit der Straßenbahndirektion in Verbindung gesetzt, diese aber hat es ab- gelehnt, hiergegen etwas zu unternehmen! Für den sozialdemokratischen Abreißkalender 1918 werden vom Ver- lag ioebeir die Bestellkaiten versandt. Ter gegenwärtig herrschende starke 'Wechsel unter den Vertrauenspersonen erschwert die Verbreitung des Werbematerials ungemein, wesbalb wir alle Jniercsseiuen bitten, den abermals in großer Relchhaltigkeit und guter Ausstattung er« icheinenden einzigen sozialdemokramcheii Abreißkalender umgehend bei der Vorwärls-Buckidruckerer in Berlin LW 68, Lindenstr. 3. zu bestellen. Die große Nachfrage und der billige Ppeis von 1,80 M. ciirichließlich Porto und Leipackung dürften den Kalender auch in diesem Jahre bald vergriffen sein lassen. � Bon Mitgliedern der Freien Volksbühne« wird darüber Klage gskührt, daß die Billetts zu Kemzeriveranstallungen und Sondervorstellungen oft schon wenige Stunden nach dem Beginn des Ver- kaufs vollständig vergriffen find. Man argwöhnt, daß irgendwelche unerlaubten Bevorzugungen stattfinden und„Billetthamsteret" ge- trieben werde. Demgegenüber inaaft die Geschäftsstelle des Ver- bände» der Freien Volksbühnen darauf aufmerksam, daß der Ver- band gegenwärtig 62 000 Mitglieder stark ist, während der zur Ver- fügung stehende Konrerliaal nur zirka 1800 Penonen saßt. Daraus erklärt es sich, daß immer nur ein geringer Teil der Mitglieder Billett» erhalten könne und daß dieie bei der starken Nachfrage reget- mäßig ist kürzester Zeit ausverkauft seien. Feuer in Baumschulenweg. In den Bodenräumen des lang- gestreckten DoppelhauieS Eicheubachstr. 1 und 2. brach gestern nach- mittag Feuer auS, das schnell eine große Ausdehnung annahm. Die Trepiow-Baumichiilweger Feuerwehr veimockte geaen die Glut nicht aufzukommen. Erst alS die Feuerwehren von Niederichöne- werde und Britz zu Hilfe kamen, gelang es, des Feuers Herr zu werden und sein Ueberspringen aus das schwer bedrohte Eckhaus Eichenbach- und Baumschulenstraße zu verhindern. Der Dachituhl brannte völlig ab. Unter der Wucht der zusammenbrechenden Dackmaffen drohten die Decken der obersten Etage jeden Augenblick einzustürzen. Glücklicherweiie hielten sie stand, doch wurden die Wohnungen vom Waner völlig überflutet. Leider traf dieses Unglück uirverncheire Mieler. Ueder die Enlstebil'.igSui sache des Feuers konnte zunächst nur ermilicli werden, daß es in einem Bodenveischlage. i» dem Heu lagerte und Kaninchen gehalten wurden, zum Ausbruch kam. Tödlicher Eiscnbahnunfall. Aus der Rückfahrt von einem Be- suche ihrer Verwandten im Kreiie Züllichau ist eine Frau Kobilke aus Berlin tödlich verunglückr. Bei der Sialion Wulschdorf in der Nähe von Züllichau ging plötzlich die Tür des g e d r ä n g l voll e» Abteils auf und Frau K. stürzie rücklings hinaus. Sie fiel io unglücklich, daß sie unter die Räder des ZugeS geriet, überfahren und auf der Stelle getötet wurde. Fahrraddiebe an der Arbeit. Am Sonnabend abend wurde einem Ziadfahrer auf dem Hofe von Wolfs s Telegraphen- Bureau in der Zimmer Straße ein fast neues schwarz emaillier- tes Fahrrad mit Gummibereifung gestohlen. Das Rad, Marke „Zentrum", trägt eingraviert die Nummer 56 948. Vor Ankauf des Rades wird gewarnt. Es wird gebeten, zweckdienliche Mitteilungen zur Wiedererlangung des Rades zu richten an Bruno Ewald, N., Tieckstr. 00._ Charlottenburg. Lebensmittel. Von Donnerstag, den 15., bis Sonnabend, den 24. November, werden verabiolgl 125 Gramm Graupen auf Abschnitt 151, 1 Pfund Marmelade zum Piene von 90 Pf. auf Abichiiitt 152. Bis ernichließlich Sonntag, den 18. November, auf die Nährmittelzusatzkarte für Jugendliche, Abschnitt 31, 123 Gramm Graupen._ Neukölln. Das Stadtbad bleibt wie bisher an den Wochenlagen Montag bis Freitag von 8 Uhr vormiitags bis 8 Uhr abends, am Sonnabend bis 9 Uhr abends und Sonntags von 8 Uhr vormittags bis 12 Uhr mittags geöffnet._ Lichtenberg. Lebensmittel. Auf Abschnitt 136 125 Gramm Haferfabrikate, Abichnitt 1371! Räucherwaren und Abichnm 1S8E frische Fluß- und Seefische, Abschnitt 141 1! eine große Dose Oel- sardinen, oder Sardinen in Tomaien oder Brühe, oder eine To'e Heringe in Brühe, auf Abschnitt 142 1! Delikareß- und Kräuter- Heringe.__ Kreis Teltow. Erhöhte Gebühren für die Krciskrankcnhäuser. Mit Wirkung vom>5. d. M. Hai der Kreislag eine neue Gebühieli- ordnung sür seine Krankenanstalien beschlosien. Danach werden er- hoben: in den Kreiskrankcnhäuiern Britz, Lichterfelde und Cöpenick rn der 3. Klosse sür Kreiseingeieffene 4. für fremde Kranken 5 M.. in der 2. Klasse sür Kranke aus dem Kreise 8 M., sür fremde 10,50 M., und ut der 1. Klasse 13,50 reip. 16,50 M. Für die Benutzung der Krankenhäuser irr KönigS-Wiislerhause», Mitteirwalde und Zossen haben Kreisbewohuer in den beiden Klassen 4,50 und 8 M., fremde Kranke 4,50 und 8,50 M. zu entrichte». Tempelhof. In der letzten Gemeindmrtretcrsitzimg, die sich mit dem Anschluß an den neuen„Verein Berliner Vorortgemein- schasien im Kreise Teltow" beschäftigte, sprach sich die sozialdemo- tratische Fraktion in ablehnendem Sinuc aus. siebt in dieser Gründung nur ein Gegengcwirlit gegen den Bürgerausschutz. Die Fraktion bedauerte auch, daß bei dem Ankauf der englischen Gasanstalt nicht ein« Berftandigung unrer den in Betracht koormendeu Gizmerndeu noch vor dem Stattfinden des Teldower Kreistages er- zielt worden ist. ES wäre dann jodensalls in anderem Sinne, wie der Beschluß des Kreistage? lautete, entschieden worden sein. Dem Antrage auf Beitritt zur Borortgemeinschaft und für Bewilligung von 1000 M. sür diese Zwecke wurde gegen die sozialdemokratischen Stimmen zugestimmt._ Nowawcs. Aus der Gemeindevertretung. In der letzten Sitzung kam nochmals die Beleuchtungsfrage zur Erörieulng. Abgelehnt wurde der vom Gnundbesitzerverein und Bezirksverern Nordost gewünschte Erlaß eines neuen Ortsstawts, das den Schluß der Häufer wogen der Ersparnis au Beleuchtung bereits um 8 Uhr. abends vorjchr«be» stA. Ä-Ö- dicuaunrn frag an,»80 diejtnigen- AauZwirte, bis wober Gas- noch eleifirisches Licht 5aBcn, tun sollen. Am schlimmsten seien die Einwobncr daran, die sehr früh aufstehen müßten. Ter Bürflermeistcr gav die geschilderten Schwierigkeiten du, bezeichnete es aber als unmöglich, dagegen etwas zu tun. Das der Gemeinde überwiesene Petroleum dürfe nur an Heimarbeiter und Gewerbetreibende abgegeben werden; alle übrigen Einwohner wären auf das im freien Handel erhältliche Petroleum angewiesen. — Die vom Magistrat Potsdam erbetene Zustimmung zu einer Preiserhöhung für den für Genieindezwecke benötigten elektrischen Strom um 25 Proz. vom 1. November b. I. ab wurde trotz An- erkennung der gestiegenen Löhne und Matcrialpreise versagt, weil Potsdam für dortige Kraftanlagen zu einem wesentlich niedrigeren Preise Strom liefere als für NowaweZ. Dieser Punkt in dem StromlieferungSvertrage müsse erst geändert werden.— Die für den an der Fortbildungsschule neu eingerichteten Kursus für Plakat- und� Kunstschrift bewilligten Mittel in Höhe von 347 M. sollen zurückgelegt und den KursuSteilnehmern wieder zugute kommen durch Beschaffung von Lehrmitteln für weitere Kurse. G.-B. OSmer gab der Hoffnung Ausdruck, daß diese Kurse die Grundlage für den Anfang einer Gewerbeschule bilden möchten und forderte die Ein- richtung von Freistellen für Kriegsbeschädigte in den Kursen.— Die am Schluß zur Verhandlung gekommene Frage, ob im Mär; ■(018 Neuwahlen zur Gemeindevertretung stattfiichcn sollen, bliel nach einem Hinweis des Bürgermeisters auf die der Vorbereitung der Wahlen entgegenstehenden Schwierigkeiten und nach Aeußerung des G.-V. Levh dahin, daß eS ein unhaltbarer Zustand sei, wenn gewählte Vertreter während der ganzen Session nicht anwesend seien, schließlich durch Zurückziehung der Vorlage unentschieden. Heoß-öerlmer Partemachrichten. Teltow-BccSkow, Bezirk Chnrlottenburg. Die Mitgliedervcr- sammlung findet erst Dienstag, den 2 0. November, statt. Lichtenberg. Donnerstag, abends pünktlich 8 Uhr, im Lokal Karkowski, Pfarrstr. 76, Ecke Verbindungsweg: Zahlver- sammlung. Bericht vom Würzburger Parteitag. Stellungnahme zur Dtadtverordnetenwahl. Vorwärtsleser sind eingeladen. Rrinickeadorf-Lst. Mittwoch, den 14. November, abends 8 Uhr. im Restaurant Neumann, Provinzstr. 84: Fraucnversammlung. Vortrag der Genossin Juckacz, Redakteurin der„Gleichheit", über: FriedenShoffuungen und FriedenSwünfche der Frauen. FrederSdorf-PeterShagr». Mittwoch. 14. Nov., abends 8 Uhr, bei Heuer in PeierShagen: Zahlabend. Tagesordnung: Fortsetzung der Aussprache über KreuerS Vortrag: Uebergangswirtschatt. Be- richt über die HmiSagitation. Vereinsangelegenheiten. Mitglieder, ,BortvartS"-Leser und Urlauber sind freundlichst eingeladen. _ Der Vorstand. Soziales. Tie bürgerliche Kriegsbeschädigteufürsorge. Unter dem Titel:„Die bürgerliche Kriegsbeschädigtenfürsorge" ist bei Ftnckh in Basel ein Schriftche» von Erwin Ruck erschienen. Der Titel kann irreführen. Der Verfasser will nicht die bürgerliche einer proletarischen Kriegsbeschädigten fürsorge entgegenstellen, son- dern selbstverständlicb der militärischen. Das Schristchen handelt von den Ansprüchen der Kriegsbeschädigten und ihrer Hinterbliebe- nen. ES bezweckt Reformen der Gesetzgebung herbeizuführen und ist zu diesem Zweck sehr gut geeignet. Ganz treffend occkt Ruck die Mängel sowohl des Rentenscststellungsverfahrens als auch der Rentenhöhen selbst auf. Er sagt damit den Lesern des.Vorwärts" nichts NeueS. Alles was er bemängelte ist hier auch schon kriti- siert worden; wir find zum Teil viel weiter gegangen als er, der sich auch in feinen Reformvorfchlägen ganz an vi« Vorschläge deS Ausschusses für die Kriegsbeschädigten anlehnt, zu denen wir auch schon kritisch Stellung genommen haben. Wir gehen also weiter als Ruck. Trotzdem ist seine Schrift eine empfehlenswerte Zusammenfassung, die in den Kreisen, in die der„Vorwärts" nicht dringt, recht aufklärend wirken kann. In verschiedenen Punkten sind wir allerdings entgegengesetzter Mcmung wie der Verfasser. Herausgreifen wollen wir insbesondere seine Aufsassung über das Heilverfahren. Mit Recht warnt er über den in manchen Kreisen zutage tretenden Optimismus, der seinen Ausdruck in dem bekannten Wort;„Es gibt kein Krüppel- tum mehr" gefunden hat. Es gibt leider recht viele Krüppel, wie- viel es gibt, das wird sich erst zeigen, wenn die abnormen Verhält- nisie auf dem Arbeitsmarkt beseitigt sind und nach dem Kriege der Kriegsbeschädigte den Kamps mit dem gesunden Arbeiter aufnehmen muß. Allzu großer, den Kriegsbeschädigten eingeimpfter Optimismus kann sogar schädlich wirken, weil Rückschläge mehr entmutigen als der klare Blick für die verbliebene Leistungsfähigkeit. Hier stehen wir mit Ruck ganz auf einen« Boden. Anders wenn er meint, daß der bürgerlichen Fürsorge aus dem Gebiete der Heil- tätigkeit ein großes Feld verbleiben werde, weil nach dem Abschluß des Heilversahrens und nach der Entlassung aus den Lazaretten sich zeigen werde, daß noch vieles zu leisten sei. Letzteres ist richtig. Es wird sich zeigen, daß viele Nachkrankheitcn austreten, es wird sich zeigen, daß die künstlichen Gliedmaßen geändert oder auch durch neue ersetzt wenden müssen. Aber warum soll hier die Hilfe, wie er meint, der bürgerlichen Fürsorge überlassen bleiben? Das heißt die Kriegsbeschädigten auf den Weg der Wobltäftgkeit verweisen, der verbunden ist mit dem erniedrigenden Gefühl, Al- mosen zu empfangen. Hier hat das Reich genau so einzutreten wie aus dem Gebiet der Nentengetväbrung. Die Beschädigten und Kranken haben einen Anspruch darauf, daß ihnen nicht nur vor- übergehend, sondern dauernd geholfen wird, ohne daß sie erst be- sondere Bittgänge bei irgendwelchen WohliabrtScinricbtungen zu machen branchen. Der Rechtsanspruch auf Hcilverkahren ist ihnen in vollem Maße einzuräumen, sonst wird nur in allzuvielen Fällen eintreten, daß sie dar Armenpflege mit all ihren entrechteten Folgen anhcim fallen. Daß dieses Recht zurzeit noch nicht besteht, ist ein ebenso fühlbarer Mangel der Mannschaftsversorgnng wie all die anderen, die Ruck mit Recht rügt. Warum hier Halt vor einer grundsätzlichen Reform machen? Auch hier heißt es: Kein Almosen, sondern Rechte. �ugenöveranstaltungen. Tharlottcnburg. Rosinenilr 4 1. Freitag, 16. Nov., abend« 8 Uhr: Dortrag von Frau Toni Sußmann:„Forschungen im Seelenleben de! Menschen". Eltern und Gäste willkommen. ZSetterauSftcbten für da? mittlere Rorddeuttchland vi» Mittwoch mitiag. Im Binnenlande zeitweise nebelig, sonst trocken und viclsach bei! er; in der Nacht zu Mittwoch großenteils Frost, an der Küfte vorwiegend bewölkt mit leichten Regensällen. Gewimmnszug der 10. Preußisch- Süddeutschen (386. Königlich Preußische«) Klassenlotterie S. Klafft 4. ZiehungStag 13 November 1917 Aus jede gezogene Stiiniaier sind zwei gleich Hove Gewtun« gefallen, je einer auf die Los« gleicher S!v«iuer tu den beiden Abteilungen I und II m.d zwar je einer auf die Los« gl«i> Arbeitrr-Zamariterbund. Kolonne Grost-Bcrlin. Außer- o rdentlichc Mitgliederversammlung Mittwoch, den 14. No- vcmber, abends 8'/. Uhr, Bei Schulz, Am KönigSgradcn 2. öriefkaften der ReSaktion. H. U. ISS. Noch nicht genehmigt.— F. St. 1. Für die Marine Keileden besondere Bestimmungen.— H. F. 205. Fa.— 147. M?. Sosort.— Kaiser-Friebrich-Str. 13. 1. Fa. 2. Läßt sich mit Bestimmt- brit nicht tagen. 3. Zurzeit noch nicht.— Britz. Der frühere Beschluß iit nicht ausgehoben, sondern erwettert worden.— Gehrke. Die Stadt ist leider mit ihrer Steuersorderung im Recht.— F. T. 100. Die Wirkung ist uns unbekannt.— N. W. 55, Kohlenverband Kröß-Berlin, Link« siraßc 25.— Dh. 43. Besiimmie Lehrinstitute empfehlen wir nicht; im Berliner Adreßbuch, Teil II, Seile U!U ff., finden Sie das Gewünschte.— R. Berlin. Davon ist imS nichts bekannt.— W. 88. 1. und U. Nein. B. R. 00. ES wird nicht dividiert, sondern mit 12t» mnltwliziert.— Lüneburg. 1. Sie baben unzmciselhast das Bein als Folge de? Betriebs- Unfalls verloren. Melden Sie den Unfall sojort. 2. 26 Wochen, itosten für künstliche Gliedmaßen trägt die BerusSgenossenfchait. Sic haben aber auch Anspruch auf Unsallzuschuß zum Krankengeld.— Otto 100. Wenden Sie sich direkt an daS Kriegswucherami.— Bö. A. 34. 1. Ja. 2. Sie werden vom Gericht zur AuSeiuanderseßung aufgefordert, eventuell be- antragen Sie beim Bormundschaftsgericht die Auseinandersetzung.— B. Rntibor. Zur Arbeit in Privatbetrieben kommandierte Soldaten unterliegen nicht der Bersicherungspflicht. Verfügung des Krieg«- minister« vom 17. 5. 16.— Kirche, l. Noch für tgt8. 2. AmiSgcncht Berlin-Milte.— f». Sch. 100. 1. Ja. 2. und 3. Nein.— Zt. 1. Ja. — R. M. 7. Wird vom Staat dem Eigentümer vergütet zu Taxpreisen. M. P. 4 387. Aus ülugehörigenunterstützuiig bestehr anscheinend kein Anspruch, wohl aber auf Aufwandsentschädigung pro Jabr 240 Mark, da die Söhne mehr wie sechs Fahr aktiv dienen.— R. R. 48. Die AuS- fuhr größerer Mengen ist verboten. Sendungen gehen aus eigenes Risiko. — W. B. Bitten Sie vor dem Termin.den Vorsitzenden schnsUich unter Lcgründnng, die Vorstraicn nicht zu erwähnen. Wird stailgegcben.— R.®. Berlin. 1. und 2. Ja. von der Front. Z. Im Reichstag beschlossen.— M. 100. 23. Fu der Regel nicht. Richten Sie aber vor dem Termin einen schnsUich begründeten Antrag an den Vor- sitzenden, die Vorstrafen nicht zu erwähnen.— P. U. BS. Nein. (Ohne Gewähr A. St.-A. s. Z.)(Nachdruck verboten) In der VormittagS-Ziehung wurden Gewinne über 240 Mi. gezogen: 2 Gewinne zu IS Ovo Ml. 4052 10 Gewinne zu 5000 Mk. 9819 84837 121098 167177 187290 80 Gewinne zu 3000 Mk. 11580 31311 33802 36003 43614 64660 62765 70385 71832 71988 75888 86997 94486 113963 119216 128067 129767 130849 132346 132432 141979 156084 165347 165522 167210 172704 190121 190693 192262 196294 199197 203309 205460 211815 212020 212837 223858 226941 229347 232266 144 Gewinne zu 1000 Mk. 2100 3157 6084 8537 8763 8968 16969 17322 18985 20421 20689 26221 85857 37835 40166 40836 41108 41682 46346 53564 55014 56331 56219 59473 62439 64411 68875 74920 81167 82292 89019 90538 95109 103839 108762 112411 115391 119355 119563 124462 124807 126405 126939 140283 141951 146298 154400 155632 157629 158550 160634 161278 164605 171507 173386 174763 185872 190960 192933 192973 198584 203952 212869 218046 218517 218831 223446 224162 227932 229635 231396 233936 208 Gewinne zu 500 Mk. 1428 2167 3647 7341 8819 11178 11635 13341 14008 14094 15231 21208 22035 22835 23238 24465 28404 33630 37025 44694 46291 47176 49661 49523 64914 67757 61312 61862 65528 77644 78299 78411 80408 80648 81646 82710 83068 91564 92714 93697 95103 96273 99286 104531 106112 108532 109621 112732 113112 115182 116847 318550 119415 219806 121219 125844 132264 133035 138665 139219 139621 141615 142532 143580 148521 149361 151183 153192 163445 168160 368932 170882 172399 172621 175679 177392 181425 185034 188221 188380 109961 191661 191756 186434 196925 197545 198613 199085 200898 201502 205797 206827 208490 209045 210670 210821 213963 218788 219462 224093 225247 227867 230830 In der Nachmitt ag S-Ziehung wurden Gewinne über 240 Mk. gezogen: 4 Gewinn« zu 15 000 Mk. 77561 192307 8 Gewinne zu 6000 Mk. 309800 133591 171930 209603 88 Gewinne zu 3000 Mk. 1675 2066 3265 3556 4942 7046 8418 16741 18669 18895 51301 52154 53020 59565 60723 102246 103658 108121 110289 110336 125567 126601 138608 151150 155399 159537 163824 171765 176042 177920 178177 179970 189672 102241 194690 206388 211466 212771 214100 217110 226226 231892 232151 233911 164 Gewinne zu 1000 Mk. 2405 2788 2999 8967 10152 15092 27350 30435 33568 36064 36622 39438 43498 44984 45187 45430 46328 49192 50637 53617 54903 66668 71996 73145 73519 75227 82956 85658 88858 06399 94697 96749 06854 105393 111887 115739 116466 118420 119422 123135 123605 126269 127816 128676 131641 133684 138759 139039 141289 143454 143457 145654 145912 153455 154870 156769 163102 164465 166597 166107 172976 176733 179164 181294 184573 186337 190976 194733 196358 198669 203841 205993 209637 209823 215868 217706 220618 223066 226909 227460 229401 233809 8722 34366 62627 75784 106057 125097 145147 171610 186312 212219 223421 35867 65722 65998 79924 80645 176 Geinne zu 600 Mk. 79 1038 1958 2754 13303 16893 19672 25141 30751 32077 32209 33719 40294 43915 49476 49974 51601 55574 61573 66686 67530 68490 72607> 73465 74179 85118 92801 101185 102111 104539 106255 106349 110943 115404 116252 117326 124724 126857 131405 134620 135617 139512 142621 142690 146152 148709 160206 152636 160920 188763 170043 173318 173326 175452 176063 181472 188416 185488 194042 195022 198891 203008 203478 205964 211529 217266 218745 218930 226441 226464 227114 227753 Spezialarzt " Dr. med. tJolematin" f.Geschleehtskrankh.. 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Berichterstattung vom Parteitag. 2. Diskussion. 8. DereinSangelegenhciten und Verschiedenes. Der B-rstand. Sosialdkmokratischkr Verein für Sellin 11. Generalversammlung im Jugendheim. Lindenstr. 3. Tagesordnung: 1. Stricht vom Parteitag in Würzburg. 2. DiS- on. 3. Ant-—-.....-..- trag des BezirlSoorstandeS auf Beitragserhöhung. 4. Ersatzwahl �eincS zweiten� SchristsührerS luffion. erhöhm..> und einer Beisitzerin im Borstand. 5. Verschiedenes. Der Borstand. SozialdemoKlatifcher Verein förKerlia III. Generalversammlung im GcwcrkschaftsbauS, Eugelufer 15. Tagesordnung: 1. Stricht vom Parteitag in Würzburg. 2. Tis- tusstou. 8. BnemSangelezenheiten. Der vorstand. AosialdkmoKratischer Verein fir Kerlin IV. Zwei Bersammlungen. Osten bei Heinrich. Große Frankfurter Tw. 30. GUdonten bei Daus, Lausitzer Str. 16. Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom Parteitag. 2. Diskussion. 3. BerewZangelegenhenen. Der Borftand. Sozialdemollratischer Derein fir Kerlin V. Generalversammlung in Diemunds Festsülen, Linienstr. 8 und Josthstr. t. Tagesordnung: 1. Bericht vom Parteitag in Würzburg. 2. DiS- lujfion. S. Organis alionSangelegcnheitetlltindcr»Vcföand. (Zahlstello Bsrlin.) Den Mitgliedern zur trau-!! riaen Nachricht, dah unser? Mitglied, die Falzerin KgIA LedmiStj orrliarden ist, d'itre ihrem Andenke»!! Die Seerdiziinz findet an,! DienZtaz, den Ii'., Nenember. l ! uackmittegs 4 l.br,»»» itr j j t'eichcnbatle des Mckiael- 1 Kirchhofes in Neukölln, Her. | inamistren«, aus statt, Um zahlreiche Aeteiliaung l rfucht' Zl/lZ z 0!» Setsvenvelwaz, S-üNckil' ZZauLkosttek-Serdsnii. Zweigveroin Berlin. Am st. November starb un'cr Mitglied, der Hilfsarbeiter Karl Voß. tölire seinem Andenke».'j Die Beerdigung findet j heute, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Elias- l Kirchhofes in Nordend auS z statt. j Um rege Beteiligung er-! fncht 147/14 Der vnrftand. Räch langen, schweren! illeiden entschlief am 3, Ro- j oember der Tischler Li!» Sclireiber. Nachruf. Am Sonnabend, den 10. November 1917, starb uncr- j wartet unser Mitarbeiter, der MaschiiienarvcUcr im Alter von 31 Iahren. 14331 i Die Betriebsleitung verliert an ihni■einen fleißigen, braven Arbeiter, die Arbeiterschaft einen Kollegen, der als Mitglied des Arbciter-SluSschusseS sich dcS vollsten Lcr- trauens der Arbeiterschaft erireute. Seine redliche, treue Pflichterfüllung sichern ihm ein j ehrendes Andenken. Dir VctrieSSleitung und Arbeiterschaft der Firma � Eduard Sommerfeld, Lkalihcr Siraße 33. Die Einäscherung unseres j ! Mitgliedes Herrn kiedsrii psilseh ! Pankow, Wollanistraße 71 f Ehre seinem Audcnke» l fällig kliekss!! ZeiiiZ !l9Z?l Weidenweg 37. Verkäufe Leihhaus Zlocatheier Ter. Linieuslrahe 2V3/4, Ecke Rosen- -halerstr-ße, nur 1 Treppe, laufen Sie Pelzkragen, Mtisfen, Skunks, Nerz, 3llaska, Llmi-, Kreuzfuchsc, Iltisse und alle anderen Pclzartcn, Wanduhren, Taschentchrcn. Schmucksachen, Brillanten, SWertaschcn, neue Serrengarderobe. Sonntags geöffnet�____ ] erfolgt beute, Dienstag, j nachmittag 2 Uhr, im Krematorium, Berlin, Gericht- »rage 37. | Ghre feinem Andenken! 8'«- lM KramliiBöerei »°n itöcsn ieyer, Ind.: P. Goüet-* Warianiionslr.S. Tel. Mgl. 10303. Sozialdcmohrat. verein für Berlin iv. (®. r. D.) Nachrilf. Den Mitgliedern zur Kennt- \ nis, dag unser Genosse Erkt? Iraeder l am st. Oktober als Opser des\ Weltkrieges gefallen ist. ! Ghrc seinem Zlndenken!\ S 517/11 Der Norstand. Nach langem'schweren 1 ! Leiden verstarb am 8. Nov. I ! mein Bruder und Schwager, j 1 der Tischler Odo Sciireiber im 55. Lebensjahre. S78B| Im Namen der.Hinter» öliedencn Gustav Ottke und Frau j geb. Schreiber, j Die Beerdigung findet am! ricnstag, d. iL., vormittags> tl Uhr. auf dem Zenlräl- sriedhos Friedrich-fetoe Allen Freunden und Be° kannten hiermit die4raurioe Nachricht, dag am Sonntag, den Ii. November, abends V,12 Uhr, mein lieber Mann, unser guter Vater.Schwieger« vater und Großvater, der Porzellandreder Heinneh Zarges im Alter von 73 Jahren sanft entschlafen ist. Dies zeigen tiesbetrübt an Berlin, den IS.Jitou. 1917 Haoelberger Str. 15 Auguste Zarges geb. Kluge und Kinder. Die Einäscherung findet am Freitag, den Ist. Na- oember, nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Gericht- straße statt. Kranzspenden höfl. verbeten. Allgemrme Ortskraukettkalfe BtiMilmetsDotf Berlin-Dilincrsdors, Kaiser-Zlllee 173a, den 12. November 1917. Nachtrag zur Tagesordnung der Ausfchilstfistung am Zsrei tag, den 16. November 1917. 3a. Wahl einer RcchnungZ prüfungSkommiffion zurBrüfung der Lahresrechnung 1917. Adolf Krause. 1. Vorsitzender. 28st/ll vngesdnte erwerds- PISgUcddelieo Gedenkisn I zum Sterbetage meines ! inniggeliebten, unvergcg- I lichcn Mannes, meines lieben. j gu-cn Vaters, des Muske- j iierS 879b Ra?! Rnobel. Er starb infolge seiner schweren Verwundung am 13. November 1915 im Feld- lazarett. Die trauernde Gattin Martha Knebel nebst Tochter Lieschen. I Du bist nicht tot, schloß auch Dein Skuge sich; in unseren Herzen Ubir Du ewiglich UliDKICi U. ucn.«Uli- ■iels steht bevor, und es werden überall geschulte Kräfte gesucht r selfL Angehörige technischer Benifa «. Handwerker sollen nicht versäumen� Ihre Kenntnisse und Fertigkelten det : kommenden Zelt anzupassen, uro teilzunehmen an den wirtschaftlichen Erfolgen, die naturgemäß das Ergebnis des gewaltigen Ringens sein müssen Das beste Mittel, rasch und gründlich Landhaus m.gangv.Zig.-Gesch., beste Lage des OrteS, 1 Laden, 2 Schauf.,'S St., Lech., Scheune, Rem.,Sta2g.. Lost- u. Gemüjeg., o Mrg. Ackertd. in. Ernte, Ziege, Hühn., Kaninch.. veik. 20000 M.. Ana. 10000 M. Olimann, Friedrichsthal. Bahnst. Fichtengrund. ohne Lehrer, durch einfachen Selbst Unterricht eine gründliche Ausbildung In technischen Wissenschaften xu erwerben. sind die technischen Selbst- interrichtswerke„;:yut.t\a;öack. 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Denn eS fehle in Italien an allem, auch an Geld. Duellverbot'iu üer österreichischen �rmee. Der österreichische Kaiser bat die Duelle verboten. Während des Krieges bleiben ohnehin alle Ehrenhändel in Schwebe, und so wäre es nach Friedensschluß zwischen allen gekränkten Leber- Würsten zu einer großen Hcimschießerei gekommen. Die wird nun unterbleiben, vorausgesetzt natürlich, daß das Verbot ge- halten wird. Die Kriegslage in Sprien. Der Einnahme von Beerieba ist am 7. November nach einem Kampf, in den engliich-französiiche Seestreitkräite eingriffen, die Besetzung von Gaza gefolgt. Die türkischen Truppen räumten die lange gehaltene und in schweren Kämpien verteidigte Stellung und gingen nach Norden zurück. Die englischen Truppen besetzten A s k a l o n und sind auch über Beerieba ein Stück vor- gerückt. Vom lt. November berichtet General Allcnbh, daß der Vormarsch seiner Truppen sortdauene und daß sein linker Flügel in der Nachbarschaft von ESdud, dem alten Aihdod, 1t Meilen nörd- lich 23 a d i H e s i, stand. Die türkische Nackbut halte eine Linie längs des Nordarmes von Wadi Sukereiff besetzt. Die Engländer melden eine Beute von über 70 Geschützen. Da die Ausdehnung de» Schlachtfeldes Sllv Ouadraimeilen beträgt, werde eS einige Zeit dauern, bis die vollständige Liste der Beute aufgestellt ist. Englische Großflugzeuge gegen Grügge. Berlin, 12. November. Amtlich. In der Nacht vom 9. zum>0. November griffen etwa sechs englische Großflugzeuge die Werst Brügge an. Durch Scheinwerfer und Sperrfeuer abgedrängt, warfen sie ihre Bomben ab. ohne m i l i t ä- ri schon Schaden anzurichten. Zwei Belgier wurden getötet._ Der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 11. November. Im englischen Kanal hat eines unserer Unterserboote neuerdings 4 Dampfer mit über 73000 Or.-Reg.-T. vernichtet, von denen 3 bewaffnet waren. Einer davon hatte daS Aussehen bei englischen Dampfers Wellington, ein anderer führte den Namen Gallia und war wahr- scheinlich italienischer Nationalität. Der Chef des AdmiralstabeS der Mari«. Ueber zwei Millionen Kriegs- gefangene in Deutfchlanö. Die Zahl der Kriegsgefangenen in den deutschen Ge- sangenenlagern hat die zweite Million überschritten. Die noch auf dem Transport befindlichen Gefangenen sind in dieser Zahl nicht enthalten, ebenso nicht die in Quarantäne liegenden und die durch Austausch abgegangenen Gefangenen. Auch die Gefangenen der Verbündeten sind nicht mitgezählt. Papers Ernennung. Amtlich wird gemeldet: Seins Majestät der Kaiser und König haben allergnädigst geruht, den königlich württem- bergischen Geheimen Rat Friedrich von Payer zum Stellvertreter des Reichskanzlers unter Verleihung des Charakters als Wirklichen Geheimen Rat mit dem Titel Exzellenz zu ernennen. * Wie das„23. T." mitteilt, beabsichtigt Herr v. Payer sein Reichstagsmandat nicht niederzulegen. Aus diesem Grunde habe er bei den mit ihm geführten Verhandlungen auch von Anfang an besonderen Wert darauf gelegt, daß von seiner gleichzeitigen Ernennung zum Bevollmächtigten beim Bundesrat Abstand genommen werde.(Nach § 9 der Reichsverfassung, gegen dessen Aushebung die Un- abhängigen gestimmt haben, kann niemand gleichzeitig Mit- glied des Bundesrats und des Reichstags sein.) Zur Wahl in Sautzen-Kamenz. Eine sozialdemokratische Vertrauensmännerversammlung des 3. sächsischen Wahlkreise» hat beschloffen, in den Wahlkampf um den durch den Tod des Abg. Gräfe erledigten Sitz einzutreten. Als sozialdemokratischer Kandidat wurde von der Vertrauens männerversammlung des Kreises Genosse Landtagsabgeordneter U h l i g aufgestellt.— Für die Stimmung wenigstens in einem Teil des Wahlkreises ist folgender Borgang beachtenS- wert: Bald nach Gräfes Tode versammelte der Direktor des Bundes der Landwirte. LandtagSabg. Schmidt-Freiberg. die Land- wirte der Bautzener Gegend zu einer Besprechung, um für die Kan- didatur des Herrn Trrp itz Stimmung zu machen. Dabei bediente er sich eines demagogischen Kniffes, indem er sich zu der Bshanp- tung verstieg, Scheidemann werde im Reichstage beantragen, einen Teil des bäuerlichen Besitzes zu konfiszieren; da- gegen erhob sich sogar ein wendisch-konservativer Land- tagsabgeordneter, um gegen solchen Schwindel zu protestieren(er gebrauchte selbst das Wort) und an der Spitze der wendischen Bauern die Versammlung zu verlassen. Gewalt gegen friedlichen Fortschritt.. Deutschland hat einen bedeutenden Schritt vom Obrigkeits- staat zum parlamentarischen System vollzogen, ohne daß ein Tropfen Blut geflossen oder auch nur eine Fensterscheibe zer- brocken worden ist. Gegen diese friedliche Neuerung ruft der Pfarrer Julius Werner im„ReichSbotcn" die reaktionäre Gewalt an, indem er nach einem führenden Staatsmann schreit, der„nach all den unglückseligen Experimenten der Schwäche und falschen Nachgiebigkeit der brutalen und terroristischen Demokratie die Faust unter das Kinn drückt". Auch die.�kreuz-Zeitung" sucht schon nach Vorwänden reaktionärer Gewaltanwendung, indem sie die Dinge so dar- stellt, als hätte die Sozialdemokratie die friedlichen Errungen- schalten der' letzten Zeit durch Anwendung unzulässiger Mittel erreicht. Sie schreibt: Wenn der Abgeordnete Slreiemann in der.National-Zcitunz" die Politik der nationalliberalen ReichstagSfraktion zu rechtfertigen sucht, so legt er das Hauptgewicht darauf, daß die Sozialdemo- kratie habe zuiriedengesiellt werden muffen, damit die Kriegsindustrie in Ruhe arbeiten könne. Wir wollen heute nicht die Frage erörtern, ob dies- Begründung durchschlagend ist. Ist sie es aber, so kann die Stellung der Sozialdemokratie zum Staat und ihr angeblicher nationaler Cha- rakter durch nichts besser gekennzeichnet werden, als durch diese Tatsache, daß sie bereit gewesen ist, das Vaterland wehrlos zu macheu und unsere« Friudcn in die Hönde zu arbeiten, wenn sich nickt, entgegen allen demokratischen Grundsätzen, die Mehrheit des Volkes ihren Minderheitswünschen beuge. Demgegenüber stellen wir fest, daß die Sozialdemokratie auf die übrigen Mehrheitsparteieu keinerlei unzulässigen Druck ausgeübt hat und daß sie insbesondere niemals damit ge- droht hat,„das Vaterland wehrlos zu machen". Alle gegen- teiligen Behauptungen sind reaktionärer Schwindel, durch' den die Anwendung gewalttätiger Mittel gegen den friedlichen Fortschritt vorbereitet und im voraus gerechtfertigt werden soll. »verpöbelung öes Regiments/ Gewisie kirckliche Kreise scheinen ibren Stolz darin zu sehen, die Alldeutschen noch an Maßlosigkeit des Wüiens gegen Verständi- gung und Freiheit zu übertreffen. Erbauliches dieser Art finden wir in Nr. 43 des„Evangelischen Kirchen- und Volksblattes für Baden". In einer.Bußpredigt' zu Beginn des Blattes heißt es: Was im Deutschen Reichstag vorgegangen ist. daß ein früherer evangeliicher Pfarrer VateriandSverräter in Schutz nimmt und man Minister stürzen will, weil sie nichts anderes tun. als den Verral auidecken und die Mit- helfenden brandmarken, das ist ein trauriges Zeichen von der Veriehrung aller Begriffe. Kann ein solches Volk noch siegen? An anderer Stelle lesen wir: Das deutsche Volk kömue es auch mit Augen sehen, was es mit der vielbe'prochenen Demokratisierung der Regierung auf sich hat. Gott bewahre uns vor einer Verpöbelung des Re- g i m e n t S in deutschen Landen! „Verpöbelung des Regiments', daS ist fürwahr ein schöner AuZ- druck dafür, daß die Männer, die jetzt draußen vor dem Feinde ihr Leben einsetzen, in Zukunft die Geschicke des Landes bestimmen sollen l Solange sie den feldgrauen Rock tragen, sind sie Helden. Haben sie ihn aber ausgezogen, so heißt sie ein kirchliches Sonntags- blatt— Pöbel I Wie lange Säuert Sie KriegSWirtschajN Diele Frage beantwortet die»Nordd. Allgem. Ztg." mit sol- gendem Orakelipruch: Gegenüber anders lautenden Behauptungen über die Dauer der Knegswirlichafl kann festgestellt werden, daß alle Maßnahmen der Kriegs- und Zwangswirtschaft aufhören sollen, sobald die Notwendigkeit für sie entfällt. Eine Frist- s e st s e tz u n g ist nickt möglich, weil sich die künstige Ent- Wicklung zu wenig überschauen läßt. Auch liegen die Verhältnisse für jeden einzelnen Wirtschaftszweig zu verschieden, um schon jetzt einen Termin festzusetzen, wie dies auch der Staats- sekretär des ReichSwirtschastsainlS im-HauptauSschuß des Reichs- tags darlegte. Sobald die Notwendigkeit xnifällt aber eine Fristsetzung ist nicht möglich. Für die Kreiie, die nach einer Wiederkehr der alten individualistischen Wirtschaftsform lechzen, ein recht magerer Trost. Denn eS wird sich zeigen, daß die Frist weit länge: dauern wird, als die„N. A. Z." annimmt, weil eine Rückkehr zu den vorkrieg- lichen WirtschastSzuständen überhaupt nicht möglich ist, sondern die Zulunst Deutschland» in einer konsequenten Soziali- sterung unseres Wirtschaftslebens liegt. Kleine Msragen unö Antworten, Beim Reichstag sind wiederum eine Anzahl kleiner Sstifragen eingelaufen. Von größerem öffentlichen Interesse ist die Anfrage deS Abg. Keil/, Qeh'n Sie bloji nicht nach Bertin! Revue- Posso in 5 Fildern u. Vnriete-Binlagoa von Otto Keutiter. Musik von H. Hirsch. UanptdarstoUer: Georg Kaiser Erich SchÖn- lelder— A- Müller-Lincke — Otto Rentner— Gertr. Gräbnor— Joe. Dill— Fritzi Steint) erg._ Theater für Dienstvg, 13. November. Kleines Theater 7 /, Uhr, fieldzauber. Ccntral-Theater, KommandannenstraCe 37. 7!/j Die("sardasfürstin deutsches Opernliau* 7 vhr: Der Freischütz. Friedrich-Wilbelmst. Theater 71/jühr: M DlWMl'IhW. I.astspiclhnas i3/, Uhr: Die Monilen Mädels ilindenlml Komische Oper T\o V.:'■ Metropol-Theater Die Rose von Stambol 7'/« Uhr: Heues Operettenhaos Schiff b d. 4a. Kase ent. K d. 281 Tv.uhr:iler SoldatderMarie. Kesldon«-Theater 7'/. Uhr, Dyckerpotts Erheo. Schiller-Theater O vi, uhr: Die Distel. behlller-'l h. libarl. .uhr: Gespensler. Thalia- 6 heuter Egon Dni seine Frauen. Theater am Nollendorfplatz 7 Uhr: Theater des Westens Tv.chriDfirvErllehte Herzog mit Guido Thlelscher Trianon-Theater Geornenstr., Bhf. Friedrlchstr. !i,8 U. Allabendlich llS ü. Der LebenssehQler. Schauspiel von Ludwig Fulda. Kaiser-Titz. Ida Wüs% v.MöllendorS, Kettner, Flink. Sonntag S1/,.: lohannis'euer. URANIA Dienstag, fe. November: Geheimrat Prof. Dr. Heek: S Uhr: Tier a. Henach in der Wildaia. Professor Dr. P. Schwahn: L Uhr: Der Hond als Weltbörper. Berliner Konzerthaus Mauers tr. 15. Zimmerstr. 90/91. Hent«: es Konzert des Berliner Konzerthaus-Orchesters. Leiter: Komponist Franz ton Blon. Anfang Vi, Uhr. Eintritt 80 Pf, Anfang VI. Uhr. w*BcÄ%n Hachittags-KoDzcrt Der groOe. Variele-Spieiplan 12 Ättraktionen 12 es Kaueben gestattet!= Bhf. Friedrlchstr. 7", Uhr Letzte Saison In Berlin. Die mit ho groftem I Itelfall aufgenommene I Origin.-Ausstattungs-j Pantomime Mexiko eow. d. oiaz. dastehende| Zirkus a Sporte Programm. Rsiclislislien-ThEater Allabendl. 7-/. Uhr and Sonntags nachmittags 3 Uhr Stettiner Sänger. SonnL-Nachm. ermäS. Preise! Logen 1 JL, Balkon 75 Pi, Eintritt 39 Pf._ mmmmmMmmtrnmm Tausn'zien Palast Neuestes Filmdokument Die ßJsonzosGlilaGlit Erster Teil: Durchbruch bei Talmein u. Flitsch Zweiter Teil: Die tferfo gung Mllitärisch-AmtlEnei r ilm oa aiio u. Film-Amia Vorführung; 430 6'° 810 efrtus TS glich VJm Uhr: Mondfahrt. Phantastische Pantomime in ■i Akten v. Paula Busch. Vorher: TFlIbj u. die übrigen Nuraiaera. Wer mit Ooid zahlt, erhält eine gleiche Karte S8F* arasenst: Walhalla-Theater. vi, Uhr: Zigeuner. Casino■»Theater Lothringer Str. 37. Tägl.'/.8 U. 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