Nr. 314. 34. Jahrg. Bezugspreis- kierteliihrl. 3,90 SS!., nwnoll ILO SM, wöchenllich 30 Psz. frei ins HcmS. dorauszahidar Einzelne ZZocheniaftS- Nummern B Psz. Conniaginnmmer mit illustrierter Beilage.Die Neue Welt' 10'Ctg. Poflbezug: Monatlich ILO Mf. Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich- Ungarn 2.50 Mf.. für das übrige Ausland«Ml. monaUich Postbeslellungen nehmen an DSnemarl. Holland. Luxemburg. Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Post-Zeitungs- Preisliste. Erscheint täglich. Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin�. Verlinev VolKsbl�K. s Pfennig) Der Anzeigenprri» beträgt s. die siebengespaliene Uolonel- »eile 60 Psg.„Kleine Slnzeigeir*. da» fettgedruckte Wort 20 Psg. Pfg., holitische u. gewerlichastliche Bereins» ktnzeigen 40 Psg die Zeile. Ai, zeigen sür die nächste Nummer niüsscn vis 5 Uhr»achmitt. im Hautugeschnji. Berlin S33.63, Lindenstrastc 3, ad, gegeben werden. Gcössnet don 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends. �entralorgan der rozialdcmokratifchen parte» Dcutfcblands. Neöaktion: EW. SS, Linöenftraße 2. fferuivrecher: Amt Mortvpla«. Str.»kl vv— 151 97. Expedition: EW. 6$, Linöenstraße 3. aernspreche«: Amt Maritsplatz, Str.»Kl 90-151 97. PoUtifche Krifen im Metten. In Rußland keine Klarheit. painleve gestürzt— Llopd George wankt! Painleve gestützt, das bedeutet wenig und ändert gar nichts. Lloyd George wankt, und die Blicke der ganzen Welt richten sich nach London. Painleve ist nur eine Fußnote in der Geschichte des Krieges, Lloyd George aber ist ein Kapitel. Der Pariser Ministerwechsel ist ein Lokalercignis, die Londoner Krise hat weltpolitische Bedeutung. Darum rasch vorweg einige Worte über Herrn P a i n l e v S. Er war KriegSniinister unter Ribot, dann �vurde er vor zwei Monaten Ministerpräsident und Ribot wurde unter ihm Minister des Acußern. Der wurde vor drei Wochen durch den noch weiter rechts stehenden Barthou ersetzt, Denn da der ursprünglich radikale Herr Painlevs nicht die Unterstützung der Sozialisten fand, mußte er es rechts herum probieren, aber so ging es eben auch nicht. Die Kammer, die seine auswärtige Politik soeben erst mit einem dünnen Vertrauensvotum hatte passieren lassen, bockte auf, als der Ministerpräsident die Vertagung der Interpellationen über die schwebenden Skandale auf den 30. November verlangte. Die Vertagung lvurde abgelehnt mit einer größeren Mehrheit als fener, von der daS Vertrauen bewilligt worden war, und Herr Painleve ging. In Frankreich unterhält man sich jetzt damit, daß di� einen von den anderen sagen, sie seien von Deutschland ge- kauft, während diese anderen wieder von ihren Anklägern behaupten, sie wären Verschwörer gegen die Republik. Offen- bar sind beide Beschuldigungen gleich unsinnig, aber beide .- Parteien denunzieren sich gegenseitig bei der Regierung, die verhaftet, haussucht, Protokolle schreibt und es sich pünktlich mst beiden Seiten verdirbt. Man würde sich auch mit dieser Kampfesart, deren leidendes Objekt schließlich nicht nur die Regierung, sondern das Land selbst ist, versöhnen können, wenn nur— wie es noch in der Dreyfus-Affäre der Fall war— durch den Dunst der Skandale das Licht einer großen Idee blinkte. Aber, was jetzt aus Frankreich aufsteigt, und in dessen Wolken Painlevö verschwindet, ist Dunst ohne Licht und Skandal ohne Idee. Der ,Havas"-Bericht meldet feierlich:„Die Mitglieder der Regierung verließen inmitten großer Bewegung den Saal." Diese Bewegung wird sich kaum Frankreich und � gewiß nicht der Welt mitteilen, die ruhig wartet, wer nun an der Reihe ist, Briand oder Viviani, Clemenceau oder-- Albert Thomas! Von keinem dieser Männer, leider auch vom Sozialisten nicht, erwartet sie viel Gutes. Wenn aber jetzt Lloyd George fällt eS ist noch nicht so weit, aber nicht mehr weit davon— dann gestaltet sich vielleicht etwas Neues. Dieses Neue braucht noch nicht der Frieden zu sein und wird noch nicht der Frieden sein. Vielleicht aber wird eS ein Stück Weg zu ihm. Und auf alle Fälle ergibt die neue Kabinettsbildung ein interessantes politi- sches Problem. In England regt es sich, Machtverschiebungen bereiten sich vor, drängende Kräfte suchen die Bahn ins Freie: vor ihnen aber lag bisher das Kabinett Lloyd George als ungeheures Hindernis. In der englischen Presse rast ein Sturm über die letzte Pariser Rede des Premiers. Und es ist in erster Linie die konservative, die militaristische Presse, die ihn ivcgen seiner allzu großen Offenheit mit Ivilden Vorwürfen überhäuft. Es scheint, daß man drüben Fehler, die begangen werden, . leichter erträgt, als Fehler, die eingestanden werden. Die Nervosität, mit der die öffentliche Meinung Englands durch die militärischen Mißerfdlge der Entente geladen ist, macht sich in elementarer Weise Lust— rechts wie links. Denn von der andern Seite greift die liberale Presse Lloyd George an, weil er bei der Bildung des Kriegsrats das Parlament vor eine vollendete Tatsache gestellt und weil er seinen Vorgänger, Asquith, in ungerechter Weise mit der Schuld an den kriege- rischen Mißerfolgen beladen hat. Wie die Liberalen zu ihrem einstigen gefeierten Führer stehen, lehrt schon der kuriose P r o z.c ß, über den wir vor einigen Tagen berichtet haben. Acht liberale Zeitungen. darunter Blätter von der Bedeutung der„Daily Neuis" und der„Westminster Gazette", waren angeklagt, weil sie gegen Lloyd George den Vorwurf erhoben hatten, er sei bei einem der letzten deutschen Lustangriffe plötzlich von der Notwendigkeit befallen worden, eine sehr eilige Reise aufs Land anzu- treten. Durch eine' gemeinsame Ehrenerklärung retteten sich die liberalen Redakteure vor der in England sehr hohen Strafe wegen Beleidigung. Aus dem Angriff selbst aber er- kennt man. bis zu welchem Grade sich der liberale Haß gegen den abtrünnigen Diktator verdichtet haben muß. WaS nun aus Lloyd George wird, wissen wir nicht. Wir wissen nur. daß in einem so„unfreien" Land wie Deutsch- land kein Staatsmann einem solchen Sturm der öffentlichen Meinung zu widerstehen vermöchte, und wir haben Beweise dafür.. Freilich ist der katzenhaft gewandte Lloyd George ein ganz anderer Gegner im politischen Ringkampf als der un- geschickte Draufgänger Helfferich oder der kümmerliche Herr Michaelis. Aber Lloyd George hat längst sein bestes Kapital, seinen Anhang in den Maffen, verspielt und schwankt Ivurzcl- los hin und her. Seine beste Stütze hat er mit Henderson verloren, und seine Regierung ist eigentlich nur noch ein konservatives Kriegskabinett mit einem pseudoliberalen Ein- schlag. Kommt da? Erbe Lloyd Georges zur Aufteilung, dann wird der englische Liberalismus seine Ansprüche erheben müssen, und er wird sich vielleicht dessen erinnern, daß er beim Ausbruch des Krieges regierende Macht war. Aller- Vings ist heute nur ein kleiner Teil dieses Liberalismus einem Verständigungsfrieden zugeneigt, aber nicht mit Unrecht erblickt gerade dieser Teil in Lloyd George seinen ge- fährlichsten Widersacher. Wenn Lloyd George fällt, so fällt er deshalb, iveil er den weisesten Grundsatz der englischen Politik verlassen hat: den Erfolg»m Bund mit den Mächten der Zukunft zu suchen. Die große Macht der Zukunft ist der internationale Sozialismus, zu den Mächten der Zukunft gehört aber auch trotz aller Vernichtungsversuche das deutsche Volk. Beiden hat Lloyd George den Kampf auf Tod und Leben geschworen, er hat aber gegen beide nur geredet, ohne sie besiegen zu können. Er hat das geistige Gut des englischen Liberalismus, dessen Führer er einst war, verschleudert, und er hat es so weit gebracht, daß England heute weniger steiheitlich, weniger den großen Gedanken des Fortschritts zugeneigt erscheint als Deutschland. Nicht er und seine konservativen Kollegen, sondern seine entschlossenen Gegner von der äußersten Linken, die das Banner des Weltfriedens entfaltet haben, führen den entscheidenden Kampf um die Stellung Englands in der Welt.._ Zur den frieden! Im Anschluß an den Würzburger Parteitag hat der Parteivorstand einen Aufruf an die Parteigenossen vcröffent- licht, in dem zur Einberufung von Versammlungen auf- gefordert wurde. In diesen Versammlungen sollte Stellung genommen werden für einen Frieden der Verständi- g u n g, und außerdem sollte abgerechnet werden mit der so- genannten Vaterlandspartei. In allen Teilen des Reichs haben inzwischen zahlreiche, von vielen Tausenden Männern und Frauen besucht gewesene Versammlungen stattgefunden, die sich mit erhebender Einmütigkeit auf den Boden der RcichStagsresolutton für einen Frieden der Verständigung und Versöhnung ausgesprochen haben und außerdem die Demo- kratisierung des Reiches mit Entschiedenheit forderten. Das Erfreuliche in allen angenommenen Entschließungen war die Klarheit, mit der der Frieden ohne Annexionen und Kontri- butionen gefordert lvurde, ohne Rücksicht auf die militärische Sitnation. Das heißt: die deutsche Arbeiterschaft lvill grundsätzlich nichts wissen von irgendwelcher Ver- gewaltigung. Weitere Versammlungen finden jetzt statt. Die neuesten Ereignisse in Rußland müssen uns veranlassen, alle weiteren Versammlungen besonders eindrucksvoll zu gestalten und die Solidarität mit den russischen Genossen, die einen sofortigen Waffenstillstand und einen baldigen Frieden ver- langen, klar und deutlich bekunden. der angebliche Sieg kerenskis. Menfchewiftische Befürchtungen. Stockholm, 14. 11.(Eig. Drahtber. d.„Vorw.") Die von Ententeseit« ausgegebene, anscheinend den Tat» fachen vorauseilende Meldung vom Siege Kerenskis weckten großen Jubel besonders bei den �a- ristischen Emigrierten, welche neuestens fieberhaft in Verbin- dung mit der ruffischen Diplomatie in den Ententeländern und mit den dortigen Regierungen an der Organisation des reaktionären Staatsstreichs arbeiten. Dagegen tritt bei den besonnenen Menschewiks trotz aller Erbitterung über Lenins Politik zugleich mit der Befürchtung, daß die siegreiche Reaktion mit allen Revolutions-ErrimgensckfLsten aufräumen werde, das Gefühl hervor, daß es das Proletariat ist, welches jetzt m Petersburg blutet, und daß der Triumph der Kosaken die h i stw r i f ch e Nieder- läge des internationalen Proletariats be- deute, gleich der Pariser Kommune. In diesem Sinne spricht sich A x e l r o d aus, welcher den Bolschewiks jetzt vorwirft, durch ihre Taktik diese Niederlage zu verschulden, aber vor allem das llnlieil eines reaktiv- nären Sieges voraussieht. Das Tragische der Situation stelle sich darin dar, daß der L e n i n i s m u s im Wider- s p r u ch steht zu dem s o z i a l e n S t äd i u m R u ß- l a n d s: andererseits müsse die Koalitionspolitik, an welcher die Menschewiki trotz aller Erfahrungen festhielten, den F r i e d e n s d r a n g der V o l k s m a s s e u n b e- friedigt lassen. Aber auch die Reaktion werde durch die Volksleiter, loelckfe dein Krieg und der Desorganisation des gesamten wirtschaftlichen und Staatslehens entstammen, nicht behoben werden können. Wahrscheinlich wird sich der Volkszorn nach anderwärts lenken, beispielsweise auf die Juden.'' Jedenfalls findet der Optimismus, mit welchem H» Y s- maus in einem heutigen Interview.. VW» er mit dem Vertreter der Petrograder Telegraphen-Agentür hatte. Lenins Sturz für die Friedenspolitik der koalierten Demo- kratie begrüßt, in russischen sozialistischen Kreisen k au in Z u st i in m u n g., *\ Ter Bolschewistenfieg bei �nrskoje Gselo. London, 13. November.(Reutermeldung.) Folgendes ist der vollständige Bericht über die angebliche Niederlage Kerenskis. wie er in einem drahtlosen Telegramm gemeldet wurde: Gestern hat die revolutionär« Armee nach, einem erbitterten Kampfe bei ZarSkoje Sselo die gegeilrevolutionären Truppen unter Kerenski und Kornilow vollständig besiegt. „Im Name» der revolutionären Regierung befehle iih, allen Feinden der revolutionären Demokratie Widerstand zu bieten und alle für die Berliaftung Kerenski? notwendigen Masiregeln zu treffen. Auch verbiete ich ähnliche abenteuerliche Unternehmungen. die das Gelingen der Revolution nnd den Triumph der revolntio nären Armee in Gefahr bringen. gez. M u r a w j e w, Oberbefehlshaber der gegen Kornilow käinpsenden Truppen." „Die Rächt vom 12. November wird in der Geschichte fortleben. Auf Kerenskis Versuch, gegenrevolutionäre Truppen gegen die Hauptstadt vorrücken zu lassen, ist eine entscheidende Antwort gegeben. Kerenski zieht sich zurück und wir er- greifen die Offensive. Die Soldaten, Matrosen und Arbeiter von Petersburg wissen, daß sie mit den Waffen in der Hand ihrem Willen und der Demokratie zum Siege verhelfen müssen, und sie l verden das tun. Die Bourgeoisie hat getrachtet, die Armee von der Revolution zu scheiden. KerenSki h a t ver- sucht, sie durch die Macht des Kosakentums zu vernichten. Beide Versuche sind mißglückt. Arbeiter und Bauern! Ter große Gedanke der Oberherrschaft der Demokratie hat alle Ränge in der Armee vereinigt imö ihren Willen gestählt. Das ganze Land wird sehen, daß die Herrschaft des Sowjet nicht nur vorübergehender Natur ist, sondern eine unabänderliche Tatsache, nnd daß sie die Ilcbermacht der Arbeiter, Soldaten und Bauern bedeutet. Kercnsti Widerstand leisten, heißt den Grundbesitzern, Bourgeois und Kor- nilow Widerstand leisten. Kerenski bekämpfen bedeutet auch die Befestigung des Rechts des Volkes auf Frieden, Freiheit, Land, Brot und Macht. Die T r n p p c n a b t e i l u n g aas Pulfolva hat durch einen tapferen Schlag die Sache der Revolution der Arbeiter und Bauern g e st ä r k t. Es darf keine Rückkehr zur Vergangeit- beit mehr geben. Wir müssen noch kämpfen und uns aufopfern, um die Hindernisse aus dem Weg zu räumen, aber der Weg ist frei und der Sieg sicher. Das revolutionäre Rußland und die Sowjets haben ein Recht darauf, auf ihre P u l k o w a- A b t e i l u n g. die unter dem Befehl des Obersten Walden stand, swlz zu sein. Laßt uns alle Zeit der Gefallenen gedenken und die Kämpfenden verherrlichen! Lang lebe das revolutionäre, demo- kratischc und sozialistisehe Rußland! Im Namen der Volkskommissare � gez. Trotzt i."' * „Die Bande von Berrätern." Faßt man die weiteren Meldungen über den Kampf bei Zarskoje Selo zusammen, so ergibt sich, daß Kexenski, wie immer das Treffen verlaufen sein mag, das Ziel nicht erreicht hat. in Petersburg einzudri n g e n. Die Wirkungen des.Bolschewistenfieges, die von der Entente ge- « surMet toerhcn, hÄben also in RüßlanÄ und in Ländern der Alliierten noch immer freies Spiel. Ta der Versuch, durch beschleunigte Siegesmeldungen den Andrang der ge- fährlichen Wirkungen niederzuhalten, vorläufig mißlungen ist. hilft die Entente sich fiir heute mit folgender K u n d- g e b n N g': London, l-t. November.?as Reuterschc Bureau ver� breitet folgende Mitteilung: Amtliche Kreise in London tiinncn die Bande von Verrätern, die zeitweilig in Petersburg die Oberhand bekommen haben, nicht a n c r- kennen. Taß diese Tonart im aufgewühlten Rußland einen Eindruck machen könnte, der für England vorteilhaft ist. werden die„ärmlichen Kreise in London" schwerlich annehmen. Die nächste Folge ihrer Kundgebung müßte logischcrwcise sein, daß Botschafter Buchanan schleunigst die oft gemeldete Ab- reise ans Petersburg nunmehr verwirklicht. Wollte Kcrenski bei Gatschina verhandeln? Kopcnhagc», 14. November. Tic Nachrichten aus Peters- rurg lauten immer widerstreitender, jedoch vertieft sich der.Eindruck immer mehr, daß die Meldnugen, die gestern von E ii t e n t c s c i t c in Ttoctholm iwer angebliche Siege KerenstiS und Kornilows in Petersburg verbreitet wurden, zum min de- st e n stark übertrieben sind. Tie letzten Nachrichten, die über Haparauda aus Nußland eingegangen sind, besagen vielmehr, daß Lenin»och Herr in Petersburg ist, und daß die Kämpfe um die H a u p t st a d t andauern. Stockholm, 14. November, lieber die Vorgänge in Petersburg verlautet immer»och nichts Zuverlässiges. Tie telegraphische Verbindung mit der russischen Hauptstadt ist seit gestern nach- 'mittag Uhr wieder völlig Unterbrochen. Aus den der- schiedenen Berichten in schwedischen Zeitungen läßr sich nicht' er- kennen,>ver Sieger in dem Kampfe um die Herrschaft geblieben ist. Nach einer Liiclle sind die Bolschewiki von KerenSki geschlagen, dem es gelungen sei. sich mit Kornilow und Kaledin zu vereinigen. Im Widerspruch hierzu erfährt„Stockholms Tidningen", Kerrnski babe endgültig das Spiel verloren, weil er sich bei seinem Vormärsche gegen Petersburg auf Verhandlungen ein- gelassen habe. Er stehe noch in Gatschina, während sich die Bolsche- wiki zur Pertcidigung Petersburg? rüsteten. Kopenhagen, 14. November. Der Berichterstatter von„Ber- lingSke Tidendc" meldet aus Haparauda: Ein Manifest, das von Kcrenski, Kaledin und Kornilow unterzeichnet ist, erklärt, daß Moskau und Rowotscherkask die zukünftigen p o l i- tischen Mittelpunkte des N e i ch c s sein werden. Nowo- tscherkask, weil dieses die alte Kosakenhauptstadt war. Ferner sind Gerüchte verbreitet, daß die Kosaken Kiew besetzt haben. Daß England, der Beherrscher des Weltkabels, das Aeußerste aufbietet, um dem für sein Ziel schlimmen Eindruck der Nachrichten über die Ausdauer der Bolschewistenregierung entgegenzuarbeiten, dürfte aus folgendem Telegramm des zu jedem Dienst bereiten Ncutcrburcaus zu ersehen sein: London, 14. November. Reuter erfährt, daß an maß- gebender Stelle ein vom 13. November datiertes Telegramm aus Stockholm eingetroffen ist, das besagt: Das Finnische Telegramm- vureau teilt mit, daß Kcrenski jetzt in Petersburg ist und io gut wie die ganze Stadt besetzt hat. Moskau ist das Hauptquartier der vorläufigen Negierung. Die Leninisten>bshaupieu nur noch einen kleine» Teil Petersburgs. Sonst ist ganz Nußland in den Händen.der. vorläufigen Regierung. Tie Kosakcp haben die. Rote GardT ausgcriebe'u. Da �cktte denn die Entente alle?, was ihr.Herz in diesem Augenblicke ersehnen mag. Aber so viel Erfolge ans einen Schlag sind �cun doch nicht so leicht zu glauben. Tie Entscheidung in Moskau. Basti, 14. November. Nach einer Londoner Havas- mcldung berichten die Zeitungen aus Petersburg, daß in Moskau nach dem Kampe, der 7l)l> Opfer kostete, die Gegner ein A b k o in in e n schlössen ans der Basis der Schaf- s n n g c i n e r s o z i a l i st i s ch e n Zi c g i e r u n g, die au ch M a x i in a l i st c n aufweisen soll. Ter Militärgouvrrncnr nahm diesen Vorschlag an. In Petersburg gab es Ktl» Tote. Ter Gemeinderat versuchte, weiteres Blutvergießen zu verhindern, indem er überallhin Emissionäre schickte. Ministerium painleve gestürzt. Ter gemeinsame Kriegsrat und die t�encralissimusfrage. Tic Interpellation«der die gerichtlichen Zwischensälle. PnriS, 1.1. November.(Havasmeldung.) Räch Besprechung von Interpellationen über die diplomatische und militärische Lage nahm die Kammer mit 250 gegen 192 Stimmen eine Vertrauens- i-lgesordnnng fiir dir Regierung an. Die Regierung forderte sodann die Vertagung der Interpellationen über die gerichtlichen Zwischenfälle. Tic Kammer lehnte die Vertagung mit 277 Stimmen gegen 186 ab und brachte hierdurch die Regieniiig in die Minderheit. Nach Schluß der Kammer trat das M i u i st e r i u m zurück. Aus der bewegten Sitzung sei auf Grund einer Habasmeldung folgendes mitgeteilt: Ministerpräsident Painleve verlas in der Kammer eine Erklärung, welche beginnt: Schwerwiegende Ereignisse der letzten Zeit ber- pslichtcu die Regierung, eine Erklärung abzugeben. Einerseits haben sich die Extremisten von P c t e r s b u r g dieser Stadt vor- übergehend bemächtigt. Obgleich die letzten Nachrichten anzunehmen gestatten, daß die einstweilige Regierung ihre Macht hat wieder her- stelleg können, werden die Rückwirkungen dieser Erschütterung doch noch einige Zeit fühlbar sein. Andcre?s«iks hat die verhältnismäßige Bewegungsfreiheit ander Ostfront, welche die russi- scheu Heere den deutschen Heeren gelassen haben, den letzteren er- , laubt, viele Divisionen auf den italienischen Kriegsschauplatz zu entsenden: die italienische Nordostfront ist unter noch nicht aufgeklärten Ilmständen durchbrochen worden, und die zweite italienische Armee, die einige Wochen zuvor auf der Hochfläche von Bainsizza einen glänzenden Sieg erfochten hatte, hat auf ihrem beklagenswerten Rückzüge erhebliche Verluste erlitten. Benetten stand dem feindlichen Einbruch offen. Diese ernste und unerwartete Lage verlangte sofort eilige Maßregeln, und ohne auch nur auf einen Ruf zu warten, sind französische Truppe ii berbeigeeilt und haben ihren Platz ander i t a l i e- n i s ch c u Front eingenommen mittels einer Bewegung, deren ickmellc und genaue Ausführung die Bewunderung aller, die Ribou l aben Kenntnis nehmen können, erregk. Heute ergießen sich null c ii g l i s ch c Truppenmassen jenseits der Alpen. Painleve stellt« fest, daß im Augenblick der größten Schwierig- ketten keine Minute verloren worden sei, und daß die Seelengrößc und das ruhige Uncil des französischen Volkes sich darin gezeigt hätten, daß k c i n T a d c l d a g e g e n sich erhoben babe, daß Frank- � reich mit dem Feinde im Lande Tausende von Lan-deSkindern außer Landes sende, daß vielmehr die Bündnispflicht diese Truppensendung auf einen von jeher für Frankreich ruhmvollen Kriegsschau- platz erfordert hätte. Das Bestreben, eine einheitliche Artilleriefeuer in Flandern— Sturm- gewinne in den Sieben Gemeinden— Primolano und Feltre besetzt. Amtlich. Großes Hauptquartier, 14. November 1917. jW. T. B.> Westlicher Kriegsschauplatz. Keine größeren Kampfbandlungen. In Flandern lebte das Artillcricfcucr erst am Abend wieder auf; es nahm bei Tixmude und nördlich von Passchcndacle erheb- lickjc Stärke an. Oestlicher Kriegsschauplatz und Mazedonische Front nichts Besonderes. Italienische Front. In den Sieben Gemeinden erstürmten unsere Truppen tief- vcrschncip: Höhcnstelliingcn der Italiener östlich von Asiago und das Panzerwerk auf dem Monte Lisscr. Primolano und Feltre sind in unserem Besitz. Längs der unteren Piavc Brtillcriefeurr. Der Erste Gencralquartiermcistcr. Ludendorff. Abendbericht. Berlin, 14. November 1917, abends. Amtlich. Im Westen und Osten keine größeren Kampfhandlungen. Zn Italien erfolgreiche Kämpfe im Gebirge.'_ Der österreichische Bericht. Wien, 14. November 1917./, Pfund Weißkohl. Die Entnahme mutz in den Kartoffelbelieferungsgeschäften eefolgen. Steglitz. Mangelnde Fürsorge. Uns wird geschrieben: Die Lebensmittelversorgung ist seit Wochen wieder so mangelhast, daß sich allgemeine Mißstimmung in dpr Bevölkerung bemerkbar macht. Wie berechtigt die Unzufriedenheit ist, geht daraus hervor, daß außer den üblichen Rationen an Brot, Fleisch, Fett und Kartoffeln im ganzen Monat Oktober bis heute pro Kopf nur 250 Gramm Haferfabrikate, 100 Gramm Marmelade, 200 Gramm Kunsthonig, 1 Ei und(ungenießbarer) Quarkkäse zum Wucherpreis von 2,50 M. pro Pfund zur Verteilung gelangte. Natürlich wendet sich der Un Wille der Bevölkerung gegen die Gemeindeverwaltung, der man Nachlässigkeit vorwirft. Diese weist jedoch jede Schuld zurück und schiebt fie den.Zentralverteilungsstellen des Reiches" zu.„Die Gemeindeverwaltung— so läßt sie verkünden— hat es nicht an den dringendsten Vorstellungen fehlen lassen, aber als letztes Glied in der Reihe der Warenbeschaffer muß sie eben warten, bis die übergeordnete Verteilungsstelle die Ware anliefert. Wie mit den Nährmitteln, so ist es mit der versprochenen Marmelade, die am 1. November ausgegeben werden sollte, aber bis heute noch nicht ge- liefert ist." Auch die Gemüseversorgung versagt fast völlig. Die Gemeinde hat zwar LieferungSverträgc über rund 70000 Zentner Wintergemüse abgeschlossen, aber alle Bemühungen, die Gemüse- dauern zur Erfüllung der Verträge anzuhalten, sind bis jetzt ver- gebens gewesen. Die Lebcnsmittelknappheit macht sich natürlich auch in den Kriegsküchcn bemerkbar und führt zu massenhaften Be- schwerden über das Effen. Um das Bild vollständig zu machen, ver- sagte Ende voriger Woche wegen Kohlenmangel auch noch das Ge- meindeelektrizitätswerk. das schon seit Monaten nur spärlich mit Brennmaterialien versorgt wird. Das sind doch himmelschreiende Zustände vor den Toren Berlins. Die Gemeinde ist ohnmächtig: die Zentralstellen versagen; wer ist denn nun der Verantwortliche für den Schlcndriau?_* Oterschöneweide. Aus der Gemeindevertretung. In der Sitzung am DienStag wurden zur Beschaffung von physikalischen Lehrmitteln 8000 M. bewilligt. Der bisher von privater Seite geleitete Kinder- garten wird nunmehr durch did Gemeinde weitergeführt. Zur In- standsetzung der Einrichtungsgegenstände sowie der BeschäftigungS- Utensilien für die Kinder und zur Anstellung einer als Kinder- gärtnerin ausgebildete» Leiterin werden vorläufig 1500 M. zur Verfügung gestellt. Der Kindergarten soll im Feuerwehr- faal Unterkunft finden und zur Kostendeckung 50 Pf. für ein Kind pro Monat erhoben werden. Wie in den Vorjahren sollen auch in diesem Jahr zu Weihnachten Liebesgaben an die im Felde stehenden Ortsangehörigen verschickt werde». Unter Berück- fichtigung besten, daß sich auch die am Ort befindlichen industriellen Werke an dieser Sache durch Geldbeiträge zu beteiligen gedenken. wurden von der Genieindevertrctung 2900 M. gestiftet. Eine größere Debatte zeitig-te der Beschluß des GemcindevorstandeS. welcher die Literportionsprcise aus der KriegSküche von 40 auf 50 Pf. erhöhte. Bon sozialdemokratischer Seite war dem Gemeindevorstand in einem Schreiben mitgeteilt worden, daß die Preisfestsetzung als ein Ein« griff in die Rechte der Gemeindevertretung angesehen werde. ES wurde verlangt, daß neben den Familien der Kriegsteilnehmer, die von der Preiserhöhung nicht betroffen werden und auch weiter- hin nur 30 Pf. pro Portion zahlen, auch die Ortsarmen sowie die durch Krankheit Erwerbsunfähigen vor wie»ach die Portion zum alten Preis von 40 Pf. erhalten sollten. Der Gememdevorstand erklärte die Einrichtung der Küchen als eine KriegSmaßnahme und eine Zustimmung der Gemeindevertretung zur Preis- erhöhung nicht als unbedingt notwendig. Im übrigen wurde vom Gememdevorstand die Erklärung abgegeben, daß unsere Wünsche geprüft, eventuell berücksichtigt werden sollen.— Der Gemeindevorstand beantragte serner, für die auSzu- scheidenden Gemeindevertreter keine Neuwahlen vorzunehmen, sondern dieselben auf ein weiteres Jahr im Amt zu belassen. Dem- entsprechend wurde auch beschlossen. Reinickendorf. Weißkohl- und Kohlrnbenversvrgung. DaS Er« nährungsamt ist in der Lage, an jeden Haushalt'/�Zentner Weiß- kohl und einen Zentner Kohlrüben verteilen zu lönnen. Die Verteilung erfolgt für den w e st l i ch e n OrtSteil in der zweiten Gemeinde schule(Auguste-Vlktoria-Allee). und zwar: Weiß- kohl am 15. November an die Inhaber der Ouittungsnummcr» 9881—10 480, am 16. November 10 481—12 000; Kohlrüben: 15. November 80 000—80 600, 16. November 80601—81200, 17. Nov. 81 201—81 600, 19. Nov. 81 691-82 200. 20. Nov. 32 201-82 500. 21. Nov. 82 801—83 400, 22. Nov. 83 401—84 000. Für den ö st- lichen OrtSteil erfolgt die Verteilung von der dritten Ge-- meindeschule(Lette-Allee) und dem Güterbahnhof(Gcaf- Rödern-Allee) aus: Weißkohl und Kohlrüben auf die Nummern 2100— 2700 am 15. November, 2701— 3300 am 16. Nov., 3301—3900 am 17. Nov., 3901—4500 am 19. Nov.. 4501—5100 am 20. Nov., 5101—5700 am 21. Nov.. 5701—6300 am 22. Nov. NowawcS. Lebensmittel. Von heute blS Sonnabend findet auf Abschnitt 26 die Ausgabe sterilisierter Vollmilch statt. Auf je eine vom Kleinhändler ausgestellte Beicheinigung dürfen nicht mehr als 2 Flaschen Vollmilch zum Preise von je 1,50 M. abgegeben werden. Auf Abschnitt 30 wird Honigkuchen abgegeben. Die Anmeldung muß niorgen und Sonnabend bei dem Kleinhändler- vorgenommen werden.____ Hroß-Herliner Partemachrichten. Lichterfrlde. In der am Mittwoch stattgefundencn Mitglieder- Versammlung sprach Genosse K a l i S k i über JnnCrpoliiifche Fragen und AuSlandSpolitik. Eine Diskussion knüfte sich an den mit Bei- fall aufgenommenen Vortrag nicht. Mit Rücksicht auf die großen Ausgaben, die die Partei nach dem Kriege zu erfüllen haben wird. hielt die Versammlung die Erhöhung des Parteibeitrages für eine unbedingte Notwendigkeit. Uebereinstimmend wiesen sämtliche Redner darauf hin, daß bei der immerhin relativ günstigen Verdienst- Möglichkeit die in Aussicht genommene Beitragserhöhung im HauS- halt des Arbeiters leine Rolle spiele. Hierauf wurde einstimmig beschlossen, den Monalsbeitrag für Männer von 40 aus 60, für Frauen von 20 auf 30 Pf. zu erhöhen. Adlershof.„Frieden, Freiheit, gleiche« Reckt" lautete das Thema, welches der ReiebstagSabzeordnete H. Krätzig am 13. November in einer von 170 Personen besuchten Versainm- lung behandelte. Die Ausführungen de« Referenten wurden mit großem Interesse und Beifall aufgenommen. Auch einige. U n a b- h ä n g i g e" halten sich eingesunden, die sieb während deS Vortrages durch störende Zweichenrufe bemerkbar machten. Zu einer fachlichen Diskussion vermochten fie sich jedoch nicht aufzuschwingen, sondern beschränkten sich darauf, eine Anzahl naiver Fragen an den Re- ferenten zu stellen, die dieser in feinem Schlußwort gebührend beleuchtete.___ Industrie und Handel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Die Oberichlesische Slahlwerks-Gesellichaft beteiligt sich an der Deutschen Eisenhandel A.-G., um auf diese Weise Ersatz für eine eigene Verkaufsorganisation zu finden. In der am 13. November abgehaltenen AufsichtSratSsitzung der Allgemeinen EtektrizitätS-Gesellschaft wurde der Jahresabschluß für 1916/17 vorgelegt. ES steht ein Rein- gewinn von 39 370 864 gegen 27t934O9 M. zur Verfügung, auS dem die Verteilung einer Dividende von 12>/z Proz. auf ein Grundkapital von 184 Millionen Mark in Borschlag gebracht wird. Im Borjahr nahmen an einer Dividende von 12 Proz. 155 Millionen Mark ganz und 29 Millionen Marl hälftig teil. Abgerechnete Um- sätze und vorliegende Aufträge weisen höhere Ziffern auf als in 1916/16, denen eine bedeutende Steigerung von Kriegslasten gegen- übersteht. Die Höchstdividende der Gesellschaft im Frieden betrug 14 Proz. Unter der Firma„Erda" Bergbau Akt.- Ges. iu Berlin ist lürzlich ein Unternehmen gegründet worden, dessen Zweck der Betrieb von Bergbauunternehmungen und von Fabrileir zur Verarbeitung und Verwertung der im Bergbau gewonnenen Erzeugniffe, dia'Beteiligung an entsprechenden Unternehmungen usw. ist. ES handelt sich um eine reine Geldgründung. Das Kapital in Höhe von 10 Milsionen Mark ist von der Diskontogesellschaft über- nommen. Aus der deutschen Petroleumindustrie. Die Deutsche P e t r o l e u m i n d u st r i e A.-G., eine Finanzgesellschaff mit großem Aktienbesitz der wichtigsten deutschen Erdölgesellschaften, verteilt für die beiden letzten Geschäftsjahre je 8 Proz. Dividende, nachdem sie zuerst wegen der rumänischen Er- eignisse Bilanzaufschub erwirkt hatte. AuS der AufficktSratssitzung wird mitgeteilt:' Die W i ed e r he r st e llu n gs a rb ei te n in Rumänien find mit aller Energie betrieben worden und die erAielten Ergebnisse übertrafen die Erwariungen. Die Euro- päische Petroleum- Union konnte auch für das Jahr 1915� keine Bikanz aufstellen, da Berichte über die Tochtergesellschaften in» feindlichen Auslande nicht zu beschaffen waren. Ihren Besitz an Aktien der Deutschen Erdöl- A.-G., von denen die Pe- troleum-R.-G. im Frühjahr 1915«inen namhaften Betrag erwor- den hatte, hat die Gesellschaft inzwischen erheblich vermehrt und zu den dauernden Beteiligungen genommen. Von neueren Ge- schäften sind zu erwähnen: Tie Uebernahme von 4 009 000 Kr. Aktien der Ungarischen Erdgas- A.-G.(Kapital 27 000 000 Kronen) und von Aktien der A.-G. für Tiefbohrtechnik und Motorbau vorm. Tranzl u. Co. Deutsch-Lnx iu Brandenburg a. d. H. Die Deulsch-Luxemburgische Bergwerls- und Hutten-A.-G. hat die sämtlichen Geschäftsanteile der Firma Ph. Weber G- m. b. H. in Brandenburg a. H. erworben. Die Anlagen der Firma bestehen außer einem Feinblechwalzwerk noch auS einem Stemens-Mortin- Stahlwerk und einem Grobblechwalzwerk sowie aus Kriegswerk- stätten. Die Geschäftsführung der Firma Weber in Brandenburg bleibt bestehen._ Englische Prämienanleihe. Der Finanzminister Bonar Law machte im Unterhause Mit- leilung von dem Plane der Ausgabe einer Prämienanleihe. Zum Zwecke der Vorarbeiten sür diese Frage soll eine besondere Kom- Mission ernannt werden. Soziales. Beisitzcrwahlcn für Gewerbe, Äaufmann�� und Jnnungs- schicdsgcrichte. Durch eine Bekanntmachung des Bundesrats vom 12. Juli d. I. ist die Amtsdaucr der Beisitzer der Gewcrbegerichtc, der Kauf- maunssierichte uiw der Jnnungsschiedsflccichtc bis zuni Ablauf von sechs Monaten nach der Beendigung des gegenwärtigen Krieges verlängert loorden. Inzwischen Hai sich der Reichstag mit vcn möglicherweise notwendig werdenden Ergänzungswohlen dieser Bei- sitzer beschäftigt und in Nr. 200 des„Rcichsgesetzblattes" wird nunmehr das diesbezügliche Gesetz veröffentlicht. Es bestimmt, daß für ausgeschiedene Beisitzer im Falle des Bedürfnisses Ersatzmänner berufen werden tonnen. Cb ein solches Bedürfnis vorliegt, cnt- scheidet� nach Anhörung des' Vorsitzenden des betreffenden Gerichts die zuständige höhere Verwaltungsbehörde. Wird die Frage bc- saht, wählt' die berufene Vertretung der Gemeinde oder des weite- ren Komniunalverbandco die Beisitzer. Als berufene Vertretung der Gemeinden gilt gemäß Abteilungen I und II (Cijite C-wahr A. St.-A. s. Z.) (Nachdrmk verboten) In der Bormittags-Ziebung wurden Gewinne über 240 MI. gezogen: 2 Gewinne zu 40 000 Mk. 123035 2 Gewinne zu 15 000 Ml. 208773 4 Gewinne zu 10 000 Ml. 67026 210309 2 Gewinne zu 5000 Mk. 86093 54 Gewinne zu 3000 Mk. 11830 16153 22855 42420«2758 64364 72354 77064 109951 116591 130933 135145 135785 142793 143278 145128 146459 146660 154543 168493 174753 185355 187709 214813 217342 225171 230861 136 Gewinne zu 1000 MI. 975 15009 15213 21119 26101 26188 30872 31118 33380 35320 35673 40889 40349 46831 47334 49780 52229 63233 65624 65755 66638 70084 73121 75562 82162 83334 91056 93919 102150 105203 105277 113233 113317 113961 115276 113549 120498 129727 131926 132359 134978 143330 143561 144011 144959 143775 150163 181508 195303 219567 200 G?lviiine zu 500 Mk. 169938 172865 173733 180593 183776 136614 139213 196074 199069 201039 202157 202922 207325 203124 220578 224588 226176 232106 3047 5476 6247 6498 6635 122 7541 12738 13041 18015 20729 21321 24598 23751 35396 36417 41507 43419 45527 48750 64706 56583 57947 59218 89822 63300 85065 65177 69195 73637 74061 74312 76302 78232 82327 34173 86113 92924 95337 96191 96432 102842 105157 105296 105429 106722 109885 115439 120022 125288 125784 132125 133245 133401 147573 148493 152080 180075 187416 170808 170625 170967 172772 176327 177031 177610 180276 180813 182518 185551 187683 139408 190923 193413 193423 196151 196192 202749 203275 204766 204346 210321 210664 218090 222162 224101 224393 224510 225202 227710 228661 124848 151748 175168 186942 199666 222020 223402 232052 232259 In der Nachmithigs.Ziehairg wurden Gewinne LS« 240 Mk. gezogen: 6 Gewinne zu 10 000 Mk. 32148 43703 115714 2 Gewinne zu 5000 Mt. 74367 72 Gewinne zu 3000 Mk. 24293 S0270 53515 54620 60582 73256 73959 81732 84390 99640 101771 101869 103121 108569 108597 127754 147525 158179 170266 171876 173520 175259 176526 176559 179711 182573 187495 193285 197672 197355 199307 202023 206931 203519 213183 220549 146, Gewinne zu 1000 Mk. 1090 1977 10027 11371 11533 14445 30627 32915 35470 37074 41732 41864 44232 49736 53825 56329 58026 62077 64699 65855 68083 76223 84098 85742 91050 92479 94310 96257 97946 100270 103962 105099 113140 114409 115360 117930 123046 127080 133515 134309 13»423 139641 140934 148649 148652 156086 156929 159332 162991 163215 164782 167974 181563 184899 189728 190561 192729 194016 200251 202670 203840 204708 204992 208514 209331 211600 212825 214604 223637 223705 227155 231243 233431 208 Gewinne zu 500 Mk. 2367 5137 10018 10648 12167 ieif« 14166 16838 18604 20225 26995 34283 35160 36719 36, o0 37017 37961 39364 40516 41247 43049 47'>71 53399 64884 56087 56265 57793 62076 63336 63654 67966 70957 72353 77348 70336 73348 79414 80223 81913 838�5 87101 88218 89700 92397 94384 95870 96287 97050 104769 ™674® 116666 114336 117147 117282 120150 120581 123890 125637 130419 138092 138865 142246 143202 144021 144095 145753 145862 148263 152374 152701 153239 159854 161068 164772 168402 171844 172257 174269 175516 178467 184130 186286 191684 192270 196568 199102 201646 204265 206�60 209341 209626 211242 212563 216648 221457 224768 2'5170 22o370 225676 226610 227254 227464 228811 / Ja. an ßncf?aften üs? RsöaktwN. F. W. 98. 1. und 2. Richtet sich nach der HilsSbedürttigkeit. 3. l — 3k. L. 132. 1. Beschluß des Reichstags. 2. Sie mühen Antrag Jbren Tnivpcnlcll stellen.— Bun 2V. 1. Es sollen nur diejenigen Arbeit erliallen, die sonst in dem Gewerbe gearbeilct haben und solche, die Hitse- bcdürilig find, wie KAegcrsrauen. 2. New.— A. B. 1212. Wenn sie vom Bundesrat genehmigt ist.— H. 81. 93. Wiederholen Sie die An- lragc unter Klarlegung des Grundes. Sind Sie weitsichtig? -cJ Weitsichtig werden die meisten zwischen 40 und 50 Jahren. Die Augen lassen dann beim Nahseheu nach. Man muß auch bei gutem Licht die Schrift weit vom Auge abhalten, um lesen zu können. Trotzdem laufen die Buchstaben ineinander. Die Augen ermüden abends schnell, das Licht wirkt zu grell und mancher leidet bei längerem Arbeiten an Druck in den Augen oder an Kopf- schmerzen. Beim Seben in die Ferne bemerkt man aber keinerlei Veränderung der Sehschärfe. Das ist die Weitsichtigkeit. Sie befällt jeden früher oder später und ist kein Augenleiden, sondern eine ganz normale Erscheinung der reiferen Jahre. Es gibt kein andere» Mittel dagegen, als passende Augengläser. Aostenlos prüfen wir Augen und Sehkraft mit Sorgkakt und garantieren für passende Gläser sowie für Halt- barleir aller Fassungen von 4.50 M. an. Dafür erhalten Sie schon einen guten Gold- Doublö- Kneifer(ohne Gläser) bei uns und dazu noch ein Jahr Garantie, d. h..solange alle Reparaturen umsonst", selbst wenn die Fassung durch Ihre Schuld zerbrochen wurde, nur für Hornkeile, Schildpatt und für zerbrochene Gläser haben Sie noch zu zahlen. Ein Paar stark gewölbte punktuell abbildende Punttorik-Gläser kosten bei uns 5.— M, das Paar aus Sanoskop-Gla, 7.— M. Slnd's die Augen, Geh' m Ruhnkef \ Optiker Rvikirke C Am Alexander-Plah VIT Leipziger Str. 113, M\Y/?riedr>ch-Str. 150, Charlottenburg: • neben ilfchinger W. Eike Maner-Str. 1> W» Eike Sorotheen-Etr. Lschlng Spiifelmarfi, tat»aO-str. 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Wahl des RechnnngZauS- ichusseZ zur Prüfung der JabreSrechnung für das Jahr 1917. 3. Gewährung einer Teuerungszulage an Herrn Steuer. Um zahlreiches und pünkt- iiches Erscheinen wird Höst, ge- beten. 280/11 Der Borstand. F. Hartmann, Vorfitzender. Zelluloid-,Mm- Hartgummi- Wachswalzen- Schallplatten-Abfällc laust Ordower G. m. b. H., , Georgenkirchftr. 50, beim Älexanderplad. 9—12, 3—6. und Friedrichstr. 43 Ecke Zimmerstraße. LpeÄswrÄ "»r-,n?>nn D I.Gescbleck1sI., Baut-. Barn-, Erauenlelden, nervös Schwäche, Beinkranke,* Ehriicii- llata- Kuren (Dauer 12Toge). BohandL schnell, sicher u.sohrnerz- los ohne Berufsstöning in Dr. Ilomeyer& Co. konz.Labor. I.Blutunters., Fäden im Harn usw. Fneiriehstr.il.p�optik; !(ßiiigsir.8fi8teÄr Spr. 10-1 n. 5-8,'Sonnt. 10-1. Bonorar mäßig, a. Tailzahl. Separates Damenzimmer. 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Eine lichtarme Zeit ist e?, in der wir uns jetzt befinden, denn der Kohleueriparnis halber hat man uns auf sehr magere Gas« und Eleklrizitäts-Ra'ionen gesetzt. In dieser durch den Krieg bedingten Zwangslage kehren wir zu den Lebensverhällnisien unserer Urgroßväter zurück, zur vielgepriesenen guten alten, aber auch recht finsteren Zeil. Finsierer freilich war noch das Mittelalter; weniger in geistiger Hinsicht, in der man in gewissen privilegierten Kreisen oft recht„helle" war, sondern buchstäblich gemeint: in der Beleuchtung von Haus. Hof und Straße. Nur schwer kann man sich heute ein Bild machen, wie trostlos— nicht nur von unserem Standpunkt aus— es in den ersten Jahrhunderten des deutschen StädtewesenS damit ausgesehen hat. Noch viel später als das Pflaster, das seit Anfang des vier- zehnten Jahrhunderts nachzuweisen ist, kam die Straßen- beleuchtung auf. In Köln, bckanmlich schon. früh einer der bevölkertsten deutschen Städte, glaubte im lt. Jahrhundert der Magistrat seine Schuldigkeit getan zu haben, wenn er die nächste Umgebung des Raihauses mit einer Laterne erhellte. Später versah man auch wohl die Brücken und die Torbogen mit Laternen, die nur in drei Fällen vermehrt zu werden pflegten: bei FeuerSgsfahr. bei Bedrohung der öffentlichen Ordnung und bei Besuchen von Fürfie» oder hohen geistlichen Würden- trägern. In letzierem Falle wurde den Bürgern anbefohlen, zu „illuminieren', d. h. ein Lichtlein am Hause oder im Fenster anzu- bringen. Bei verbrecherischen Zwischensällen, tue in der Dunkelheit ja nichts Seltenes waren, galten besondere Bestimmungen. So mußte in Kiel, lvenn ein geschädigter Bürger die„Ruchle'(ein alarmierendes Geschrei) erhob, jeder HauSbxsitzcr eine Laterne vor seiner Tür aufhängen, um das lichtscheue Gesindel sernzuhalten, er selbst aber sich zur Wiederherstellung der Sicherheit den zu- sammengeiroinmelten Stadtgenossen answließen. Wie selten eine umfassendere Beleuchtung im mittelalterlichen Gemeinwesen vorkam, geht schon daraus hervor, daß die Chronikenschreiber es für wichtig erachteten, solches Ereignis besonders zu verzeichnen. � So ist in Lübeck nach einem zeitgenössischen Bericht ein Besuch Karls IV. der Anlaß gewesen, die Nacht„in hellen Tag zu verwandeln'. Im reichen Frankfurt a. M. wurde bei besonderen Gelegenheiten städtischerieitS in eisernen Pfannen, Fackeleisen oder Feuerlichter ge- nannt, Schwefelringe oder Tannenhölzer verbrannt. Extra- beleuchtung gab cS auch bei den großen Störungen der öffentlichen Sicherheit, die im Mittelalter die Judenverfolgungen mit sich brachten. Hier war die erhöhte Belenchlung doppelt am Vlatz. da die Juden ja meist in besonderen, finsteren, engen Stadtteilen, den Gettos, wphntsn. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts raffle sich der Rat von Nürnberg zir einer regelrechten Beleuchtung wenigstens der Straßenecken auf, indem er etliche Eckhäuser mit Laternen, die wir heute.Nichtlaternen' nennen würden, ausstattete, damit man sie aushänge und ein Licht hinein- stecke, wenn Feuer ausbreche„oder sonst bei der Nachl geläutt' würde. Auch wurden dort Eisen angebracht, wo solche noch nicht vorhanden waren. Von den Chronisten wird jedoch hervorgehoben. daß die Laternen sparsamerwetse nicht ausgeliefert ivorden seien, sondern im städtischen Magazin aufbewahrt wären.(Below.) Die Regel war also fast völlige Dunkelheit in den Straßen, die nur der Vollmond gelegentlich kostenlos erleuchtete. Blieb diese Beihilfe aus, so entwickelte sich in den engen, krumm- winkligen Gassen mit den vorgekraglen, beschattenden Giebelhäusern das lichtscheue Treiben der Berbrecherzunst, daher man denn in gar manchen Städten bei Anbruch der Finsternis die Umgebung von Warenlagern und Schuppen mit eisernen Ketten absperrte, eine frühe Polizeistunde festsetzte und jeden, der außerhalb seiner Wohnung ohne Laterne betroffen wurde, unweigerlich bestraste: in schwereren Fällen im Turm oder am Pranger. Nickit nur die Diebe, auch die Liebespaare mußten schon allerhand Schliche anwenden, zu ihrem Ziele zu gelangen. Den mit der mangelnden Beleuchtung sympathisierenden Personen kam freilich die sprichwörtlich gewordene Schlafsucht der städtischen Wächter entgegen. Mit dem Neicherwerden der Städte, vor allem mit dem Auf- blühen der Hansa, gab es allmählich im Weicbbilde Fortschritte, eine allgemeine Straßenbeleuchtung begann in Deutschland aller- dingS erst im 18. Jahrhundert. In den vorhergehenden war es hiermit noch spärlich bestellt. So wurden die Straßen Berlins erst seit 1K82 durch Laternen, die auf Pfählen steckten, einigermaßen erleuchtet. Bei diesen trübe brennenden Oellampen darf man aber nicht entfernt an die Verhältniffe der neueren Zeit denken. Noch am Ende des 18. Jahrhunderts gingen die Besucher des Salons der Dorothea Veit, der späteren Gattin Friedrich Schlegels, hinter einem Diener mit der Stocklarerne in der Hand, um sich in den dunklen Straßen zurechtzufinden. Die Residenz Karl Augusts war mehr durch Geisteshelle erleuchtet, als durch Straßen- Die welfihe Nachtigall. Der Roman eines sterbenden Jahrhunderts. 38] Von R. France. „Est bien böser und— sie lächelte ihr kokettestes Lächeln— doch eigentlich lieber Mann, wenn er mich liebt, erfüllt er mir meinen Wunsch." „Ist im vorhinein erfüllt", lachte der-Herzog erregt und küßte ste wieder. „Wtcin Faktotum, ein Subjekt namenS Michalanskh wurde in Haft genommen— es ist ein Irrtum, er hat gar nichts ge- macht, ich kann es verbürgen, ich brauche den geschickten Menschen...." Hegnenbcrg machte ein unangenehm überraschtes Gesicht. „Das ist aber Politik, Cherie..., ich habe die Sache noch gar nicht untersucht und habe dem Oberst so gut wie ver- sprochcn.... „Sigismondo I" Sie sagte seinen Vornamen mit einem leisen Zittern der Stimme, voll Dust und Schmelz, wie der Schlag einer Nachtigall. Ein Beben durchlief ihn— er umschlang sie und küßte sie lange und verlangend. „Dein Subjekt ist frei. Ich habe zwar dem Oberst ver- sprachen, ihn unter die Soldaten zu stecken, er soll ein schlechter Kerl sein." „Aber es ist doch noch ein Student verhaftet, gebe den Deinem Oberst als Ersatz." Sie sagte das Wort, das über ein Schicksal entschied, gedankenlos und lächelnd. „Ja, das geht," meinte er ebcn'o leicht.„Und dann: „Ist das alles?" „Ich habe noch eine Bitte. Wegen der Verhaftung des Michalansky hatte ein Beamter an der Statthalterei, ein Sekretär de... d.. � ich weiß nicht mehr, wie er heißt. Wie heißen doch Eure Sekretäre?" „Amman», Badhrnaier, Solms..." „Ja Solms" sagte sie in gut gespielter Gleichgültigkeit. „Er tut mir sebr leid, dieser Junge soll wegen dieser Affäre einen Streit n..t seinem Chef gehabt haben und um seine Entlassung eingekommen sein. Es ist mir sehr peinlich, & lampen. wenn auch um 18()t) in Weimar bereits 500 Laternen mit ihrem freundlichen Schein den Klassikern die Wege wiesen. Als Kurio?um, zugleich um anzudeuten, wie sehr»och jede Extrabeleuch- tung sogar im Privathause ausfiel, sei erwähnt, daß der bei seiner Lampe in die Arbeit vertiefte Schiller einmal vom Nachtwächter ge- mahnt Ivurde aufzuhören. Daß die häusliche Beleuchtung trotz lunstgewcrblich wertvoller Lichthalter und schöngeschmückter Fackelträger nichi viel besser war als die in den Siraßen, ist nicht verwunderlich. Nur bei Schaugerichtcn auf dem Rathause oder bei sonstigen größeren Ver- anstaltuiigen, an denen das festfreudige Mittelalter ja reich war, wurde eine wahre Lichtverichwendung getrieben. Das über da? ganze Mittelalter, bis zur Biedermeierzeit hinein, ausgebreitete Dunkel ist indessen, so befremdend die Behauptung zunächst auch klingen mag. für die geistige und künstlerische Kultur überaus fruckubar gewesen. Ohne dies schattenschwere, von Gcbeim- nissen gesättigte Dunkel ist eine für das mitlclalterliche Geistes- leben so kennzeichnende Erscheinung wie die M y st i l mit ihrer nach ilineii gerichteten Einkehr in die nächtliche Sülle undenkbar. Ebenso ist die aus dem Dunkel ins Licht strebende und in ihrer Innerlichkeit der Mystik eng verwandte Kunst Rembrandis letzten Endes die Schöpfung einer nachtdunklen Zeit. Tie Sehnsucht nach Licht und die Freude am Licht ist nur dort vorhanden, wo dieses so selten ist, daß cS als ein göttliches Gnadengeschenk begrüßt wird, wenn es erstrahlt. In seiner nächsten Nähe, in den dnmp'en Gassen Amsterdams unter dem dunstigen, bewölkten holländischen Himmel, sah Rembraudt diesen Licblbunger. empfand er ihn selbst aus tiessler Seele. Wie über- mächtig seiu Geist und seine Phantasie von diesem Sehnen aus dem Hunkel nach dem Lichte erfüllt waren, künden seine Bilder, die, wie die Welt aus dem Chaos, dem Helldunkel entstammten. Diese geheimnisvollen, beieelien Hellduiikelwirlungen, die als Motive auch in der neueren lvkalerei, u. a. bei Ludwig Richter und S p i Y w e g wiederkehren, kommen in unseren Tagen der zwangsweise eingeschränkten Beleuchtung von neuem zustande. Wer gegenwärtig abends durcb eine alte deutsche Kleinstadt geht, und wie einstmals unsere Urgroßväter sein Lichtlein in der Hand mit sich trägt, wennschon es keine Stocktaterne, sondern eine ellektrische Taschenlampe ist, der wird sich dem Zauber der malerislben Eindrücke, die ihin die Wanderung durch das Dunkel ans allen Straßenecken zuträgt, nicht entziehen können. Ist er oben- drein init Phantasie begabt, dann versetzt er sich in die„gute alte Zeit', in welcher der nächtliche Wächter seinen Rundgang durch das Städtchen machte und den ehrsamen Bürgern unter der Bettdecke allstündlich durch Hornschall verkündete, daß er Hau? und Hof zu bewahren beflissen sei. Im Verständnis für die Kunst der guten alten Meister wird man durch solch eine beschaulich-nachdenkliche Wände- rung ungemein gefördert._____ Afrikanische Tierszenen. Die Vervolllornrnnung der photographischen Technik hat dem Tierforscher und TrersreunSe in dem letzten Jahrzehnt Tierurkunden ermöglicht, von denen man sich stüher nichts hätte träumen lassen. Mit Hilfe der Licht- und Bewegungsbildcr können wir heute große und kleine Tiere aufS intimste belauschen und vom bequemen Sessel aus die Beobachtungen des Naturforschers miterleben, nnd wenn es unserem Gesckimack entspricht, auch die spannenden und unter Um- ständen gefährlichen Aufregungen des Jägers. Besonders das Großwild, das heute noch in beinahe paradiesischen, wenn auch schon von menschlicher Jagdlust und Habgier be- drohten Zuständen in Süd- nnd Mittelafrila gedeiht, bietet die interessantesten Bildstoffe. Es war daher eine vortreffliche Idee des Direktors unseres Zoologischen Gartens, Prof. Ho eck, die schönsten und merkwürdigsten Tierbilder aus der afrikanischen Wildnis zusammenzustellen und vom belebenden nnd belehrenden Wort begleitet in der Urania anschaulich vorzuführen. E§ ist in der Tal erstaunlich, waS auf diesem Gebiete in der Zuiammenarbeit von kühnen Forschern und Jägern und geslüickten Momenlphoto- graphcn geleistet worden ist. Und es gewährt doch einen ganz anderen Einblick in das Leben der Tiere, sie mit Hilfe des Films in der atrikanischey Steppe im freien Wildstande, als etwa in der Zwangspension des Zoologischen Gartens beobachten zu können. Da tauchten vor unseren Augen, nachdem die fast ulkigen Pelikane uns in ihrem Wasserspiel und Fischraub er- götz'r hatten, die stattlichen, schöuformigen Elenantilopen auf, die heule noch in großen Rudeln vielfach zusammen mit Zebras und anderen gesellig lebenden Wiederkäuern sich herumtummelu. Wir werden Zeugen, wie der Jäger sie beschleicht und erlegt. Das Blitzlicht hat unS auchKuhantilopen un das seltsam geformte Gnu festge- halten. La»ge, schlanke, wie Bronze schimmernde Massai betätigen sich iin Einfangen und Aufziehen junger GnuS, die jchließlich bei Hagenbeck anlanden. Dann folgen wir einer Löwenjagd, die frei- .lich nicht ganz unseren Erwartungen entspricht. Allerdings wird | der König der Steppe, der aber im Grunde ein lichtscheues und nur daß jemand mcinetlvegcn feine Stellung verliert— könnte man..." „Sie ihm wieder verschaffen unter einem anderen Chef? Warum nicht, wenn er sonst verwendbar ist. Aber woher dieses Interesse? Marie Therese, sollte vielleicht?..." Aber sie hielt seinen leicht forschenden Blick imbefangen aus, als sie antwortete: „Ich habe die ganze Sache erst jetzt von meinem Beichtiger Professor Crollalanza erfahren und Du weißt, der gute Mann will jedem in der Welt helfen, von dessen Not er hört— ich bin ihm verpflichtet... Doch wenn es irgend welche Schwierigkeiten macht, dann laffe es." „O nein, gern erfülle ich alles, was Du willst," sagte Hcgncnberg beruhigt. „Nun, wenn ich schon noch etwas wünschen soll, so mache auch dem Crollalanza eine Freude. Er hat da irgend einen armen Priester in der Stadt, ein Pater Guardian, der vor Not nicht auö noch ein weiß und den ich unterstütze. Dem könnte man eine Pfründe geben." „Er soll ein Geldgeschenk haben." „Crollalanza sagte etwas, daß die Seelsorgerstelle an Eurer Offiziersschule frei sei, das wäre eine dauernde Ver- sorgung sür den armen Kerl." Hegnenberg �nachie eine ungeduldige Betvegung. Lison merkte es wohl und ließ sofort den Gegenstand fallen. „Aber wie Du willst. Es war nur ein Einfall von mir. Ich bin keine politische Frau, nnd wenn es Dir nicht gefällt, will ich nie wieder von solchen Dingen sprechen." Und mit bezaubernder Aumut verwickelte sie ihn in süße gemeinsame�Erinnerungen der Vergangenheit, daß er kauni Zeit fand, dem noch immer wartenden Crollalanza sagen zu lassen, er bedürfe seiner nicht mehr. „Gott, der arme Pater, seit zehn Uhr steht er draußen und jetzt ist's zwei," sagte Lison in ehrlichein Schreck.„Man- sollte sehr nett zu ihm sein, ihm haben wir, weißt Du, eigent- lich doch das Wiedersehen zu verdanken." Da ging Hegnenberg mit plötzlichem Entschluß zu dem demütig harrenden Priester selber hinaus und sagte freundlich zu ihm: „Mein lieber Professor, ich wollt' ihm nur noch sagen, daß ich ihn bitten will, mir Lorschläge zu machen. Wir wollen in der Offiziersschule einen Seelsorger systemisicren... Vonnerstag, 15. November im Notfall den Kampf aufnehmendes Tier ist, heute durch einen weiitragendeii Schuß prompt erlegt oder von den Mafiais in Scharen umstellt und im Handumdrehen erledigt. Berichte aus früheren Zeiten lesen sich ganz anders. Die Lölvenjagd ist beute trivialisicrt. Ztvischendnrch belauschen wir eine brütende Riesenschlange, aus deren Eiern bereits Meter lange Junge heraus- geholt werden. Die fünf Meter langen Baumtierc, die Giraffen, schießen in ihrem merlwürdigen Schankelgalopp vorbei, lind dann wieder Jagdszenen: wlrllich dräuend taucht das riesige Nashorn auf. Der Mensch bringt ihm seine eigenartige Huldigung dai� indem er es erlegt,»m aus seinen Schuhen— Aschenbecher zu machen. Er- götziichcr ist die Bändigung junger Nashörner, die ganz zivilisierbar scheinen. Gegenüber dem Elefanten und dem plumpen Flußpferd aber triumphiert wieder die Kugel:'das Elsenbein ist zu kostbar und das Flußpferd eine leichte Beute. Um s» idyllischer wirken dagegen seine Naturbilder, die keine Raub- und Mord- lusil befleckt:- das lustige Spiel der in ihrem Wafferelcment höchst lebendigen und raschen Flußpferde, dieser zur Schweinezimft gehörenden Vegetarier mit den unerklärten großen Zähnen. Pros: Hoeck hat recht: dieser Film ist eine der schönsten Tieraufnahmcn voll ungetrübten, fröhlichen Naturlebens. Möge ein nach dem Kriege einsetzender kräftiger Naturschutz die Großticrwelt Afrikas vor der Ausrottung bewahren. Keltre. An dem großen Bogen, den die Piave macht, um ihren Weg durchs Voralpenland zur Niederung zu finden, liegt als der Haupt- ort dieses Teiles des Flußgebietes Felire. Es ist nur ein Ort von ein paar tausend Einwohnern, doch seiner Lage'nach von Bedentima und daher anch reich an geschichtlichen Schicksalen. Denn Fellre ist der Kreuzungspnnkt wichtiger Straßen. Von hier läuft die große Heerstraße gen Süden, die nach Treviso und weiterhin nach Venedig führt, während sich nach Westen der Weg abzweigt, der zum Su- ganertale, nach Primolano und nach Bassano leitet. Um dieser strategischen Bedeutung willen hat Feltre oft die Kriegsleiden über sich ergehen lassen müssen. Zu zweien Malen, in den Jahren 40!' und dann wieder 477, haben die Goten Feltre zerstört, das jedoch durch Thcoderich den Großen wieder aufgebaut ivurde. Dann hat die Stadt all die Wechsclfälle durchgemacht, die sür alle größeren An- siedlungen dieses Teiles der venetianischen„Terra i'erma"(Festland) thpisch sind, bis endlich Venedig auch Feltre in seinen Macht' bereich zog nnd auf Jahrhunderte hinaus schicksalsbestimmend sür die Stadt wurde. Es ist eine recht stille Landstadt, deren größte Schönheit in ihrer Lage zu suchen ist. Die Stadt baut sich in verschiedene Terrassen auf, was zusammen mit dem Gebirgshinlergrunde immer neue. malerische Bilder bietet. Noch umringen sie die alten Mauern. Ruf der mittleren Terrasse liegt die Piaz:etta mit einem Rathause, sür dessen unteren Stock»ran den großen Palladio verantwortlich machen will. Jedenfalls ist die» Stockwerk im großen Stil der späten Re- naissance gehalten, während die anderen Teile des Baues den schönen Verhältnissen der Bogenhalle des Erdgeschosses nicht ent- sprechen. Uebrigens ist Feltre reckt hübsch gebaut, hat ziemlich breite Straßen und anmutige Plätze, bietet jedoch an Altertümern oder Kunstschätzen nicht eben viel. Die größte Merkwürdigkeit aber, die Feltre aufzuweisen hat. ist doch wohl sein— Leihhaus. Es kann sich nämlich rühmen, das älteste aller Leihhäuser zu besitzen, indem hier schon im 15. Jahrhundert eine Anstalt dieser Art gegründet worden ist. Ein neues Drama Schönherrs. Aus Wien wird geschrieben: DaS neue Schauspiel von Karl Schönherr,„Frau Suitner', dem das B u r�g t h e a t c r eine sorgfältige und slilsichere Aufführung bereitete, ist eine seltsame Mischung von andeulungSreichcr Holzichnitimanier, knapper, knorriger Wucht und nordisch gefärbter Symbolik. Sozusagen Ibsen in Nagel- schuhen. Nosmersholni in Lederjoppe usw. Frau Sunner, Land- krämerSgattin und Grüblerin, ist ohne Kind geblieben. Daran geht sie zugrunde. In Gram und still zurückgequälter Mersucht verdirbt sie: laßt dem lebensfrischen Gatten die gesunde Greil, die ihm einen Erben schenken wird, und nimmt im Bergbach, der durch daS Dors reißend dahinschießt, ein frühes, freiwilliges Ende. Alles Lebende ringsum ist voll Andeutungen ihrer Tragik,) ihre ganze lleine Umwelt verschwört sich zu einer Symbolisiernng ihres Schmerzes, des Leides der Kindlosigleit. Der ergreifend menschliche Grundgedanke des Werkes ist iir iehr ge- schickte, sehr bewüßte Parallelen eingebettet. Die Einfachheit, die jedes Paihos verschmäht, die Einfachheit der großen, herz- gewaltigen Szenen, der nüchterne, ganz nnd gar gestutzte Dialog geben dem Werk seine Wirkung, die freilich durch die Borbedachtheir iind da§ rechnerisch Erklügelte jeglicher Ungckünsteltheit stark becin- trächngt wird. dl. Tr. nicht wahr, er macht mir Conseil darüber. Ich hatte nur heute vormittag so viel Geschäfte.... auch jetzt.... er sieht...." Und er nahm den Arm von Madame Dury, die, gnädig wie eine Königin, dem vor Ehrfurcht ersterbenden Manne Gottes die Hand zum Kusse reichte und dann durch das Spalier der sich bückenden Lakaien hinabranschtc zu ihrer Sänfte. Mit einem letzton Lächeln nahm sie Abschied von Sigis» mond:„» neuve lieure," flüsterte sie. Um sieben Uhr kam nämlich bereits Moraivitzky. V. In dem behaglichen Studierzimmer des Dr. Widmont Ivarf das iu der Ecke stehende Skelett fratzenhaft tvündcrliche schatten auf die zwei Männer, die bei dicht verhängten Fenstern unter der neuen Oellampc saßen, die der Professor als eifriger Freund aller Neuerungen vor kurzem aus Eng- laud erhalten hatte. Es ivar ein Wettersturz gekommen. Draußen rüttelte der Wind an den Läden, schwere Tropfen klatschten gegen die Fenster nnd trotz der frühen Abendstunde lag schon der schwere Mantel der Nacht über der Stadt. Drinnen aber war es behaglich. Der greise Gelehrte und sein Gast hüllten sich in Ranchwolken mächtiger Pfeifen, vor ihnen schimmerte goldigbrauner Punsch in blitzenden Gläsern und sein feiner Duft strömte lockend über des Zimmers wunder- lichcn Hansrat. Trotzdem waren die beiden nicht wohlgemut. „Reinhard, das hast Du nicht gut gemacht, daß Du Knall und Fall au? Deinem Amt gelaufen bist. Man muß aus harren auf jedem Posten, auf den uns das Lebyi stellt, bis zum äußersten und tvenn Dir auch der hochmütige Morawitzcy nicht wohl will und Dir eine Demütigung zugedacht hat— versetz' Dich auf seineil Staudpunkt und sag' mir, wie Du gesprochen nnd gehandelt hättest. ES ist nur eine Art, die Dich das nicht ertragen ließ." „Freilich habt Ihr recht, Onkel Cornelius," nickte miß- mutig der junge Manu,„aber wenn ich einmal diese Artung von der?!atur ncitbekommen habe, kann ich es eben nichr ertragen: und außerdem. Geschehenes läßt sich jetzt nicht mehr ungeschehen machen. Es kommt wohl sogar noch schlimmer." lLorts. folgt.) X DireWon Max Reinhardt. OentMchcs Theater. 7 Uhr: Winterballade. Freitag: Oon Carlos. Kamm erspiele. "'/j Uhr: Kinder der Freude. Freitag: Kinder der Freude. Volksbühne. Theater am B&lowplatz. Untergrundb. Schönh. Tor. 7'/» Uhr: Nathan der Weise. Freitag: Heddu tiabler. Theater für Donnerstag, 15. November. Kleines Theater Centrai-Theater, KommandantenstraCe 57, VI,: Die t'wnrdasf firstin Dir. C. Meinhard— R. Bernauer. Theater;.Königgratzerstr. 7>/,.U.: Der Katzenstcg- Komödienhaus 'Ifi Uhr; Die beiden Seehunde. Berliner Theater 7VIU.:Die tolle Komteß. APOLLO FriedrichstraBe an der Kochstr. Dir..James Klein. Allabendlich 7'/4 Uhr: Die Hochzeit des lyaraU Theaterk. imnnterbr. geöffn. Sonntags: 2 Vorstellungen, 3'/, und 7°/, Uhr. Trianon-fheater Georgenstr., Bhf. Friedrichsir. llt8 u. Allabeii91 Schallplatten, auch Bruck, kaufe, zahle Höchstpreis 1,75. König, Vctcranenstr, 17. 893b mmrmnm Englischen Unterricht für Anfänger und Fortgeschrittene, sowie deutsche und französische Stunden erteilt G. Swienty, Charlottenburg, Stuttgarter- Platz 9, Gartenhaus iv.• Wertpapiere, Zinsschcine, Hypotheken, Sparbücher, Erb- schatten, Lebenspolicen, kaust, beleiht jede Höhe vorspesenfrei. (Sofortige Aeldauszahluug). Deutsche Kreditkasse, Prinzen- straße 54(Moritzplatz). 20K» Leinölsirui», Standöl, Oel- lacke, Terpentin(Ersatz), Blei- weiß, Leim, Schellack, Firnis- Ersatz kauft Malerei Zöls, Neuenburgerstr. 16, Moritz- platz 5861. 30K-f» Leinölfirnis, Emaillelack, sämtliche Oellacke, Bienenwachs, Paraffin, Zeresin, Kopal, Kols- phonium, Borax, Leim, Schel- lack und ähnlickcs kauft, an- erkannt gute Preise zahlend, Wolter, Thaerstraße 6. 13IK Juwelen, Pfandscheine Wäsche, Schreibmaschinen, Pelzwaren usw. beleiht und kauft. Ver- kam von blligen Pelzwaren. Meiers Leihbaus, Friedrich- straße 55, 1. Etage. 46K» Weihnachten! 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H., Berlin W. 50, Tauentzienstr. 21/21. 103a* Besseres Mädchen, welches das Frisieren erlernen will, kann sich auch im Haushalt betätigen, sucht Spezial-Damen-' friseurgcschäst Arft, Lüyow- straße 37._ 102/3 Ewlegeriune» für Marabout- streifen finden dauernde Be- schältigung. Nelson, Leipziger- straße 71,72._ 206/5 Frauen zum ZeitungSaus- tragen stellt sofort ein„Bor- wäotS"-Ipedition, Ackerstraße 171, am Äoppenplatz.» Ziituugsaust:äger>u verlangt Bernsee, Steglitz, Mommscn- str. 59.• Zeitullgsaueträgeria verlaugt „Borwäris"-Spedition Schöne- berg, Meiningerstraße 9.» ZeitungsauSträgeriniieu kön- neu sich melden..Vorwärts"- Ausgabestelle, Lausitzerplatzll/ 15. ZeitungSauSträgeriu sofort einzustellen. Vorwärtsspedition Moabit, Wilhelmshavenerstraße 48. von 11—114 und 414—7 Uhr._• Frauen zum Zeiwngsaus- tragen sucht.Vorwärts-Aus- gabeslelle Alt-Boxhagen öS. Loden,__» Botenfrau wird eingestellt „Vorwärts", Charlottenburg, Sesenheiinerstraße 1, ZeitungSauetrögeriune» wer- den sofort eingestellt.Bor- märts-Spedition, Markus- straße 36,__» Botenfrauen verlangt sofort Ausgabestelle Berlin-Westei?,, Blumenthaistraße 8, Hos, per- tewe bei Swlpmann.• Zeitungsfrau verlangt„Vorwärts"- Spedition Neukölln, Siegfriedstraße 28/29.» Zeitunzslrägeriu sofort ver- langt Spedition Lichtenberg, Wartenbergstraße 1, Laden,» Fronen zum Auskaufen aus- gekämmter Frauenhaare sucht Wunderlich, Schönebcrg, Hohen- fricdbergstraße 21, IV. 8616* Cin tü(l)tigcrDrc(l)flcrmcHtcr als Vorsteher für meine Ovalrahmenöreherei gesucht. Anerbieten an S92L» ___ fiml SMkMW. NSAR!' Tüchtige WSloleWNlIIUII und SiümcMm«! suchen 92LL* & MSjf, Wallstr. 57. SchpeibiriaschineD-Meclisniker aus alle Systeme eingearbeitet !uch.WTl'i'ckick!!'.Ig?g. 1 Arfaettsburschen. Hausdiener «erlangt Kunstgeschäst 10102 Fritz Stolpe, Genthiner Str. 42. 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Schuhfabrik, CöpenickcrStr. lOOa Buchbinder sucht 9862» Bacttißilerei Bißtz-Falirik, Berlin-Mariendorf, Lantivitzer Straße 16. Äufogen- Schweißer auf schwere Bojen verlangt 10072 MNetter&Jaeoäi ZtdlcrShofb. Berlin. !halt. der Rede um Ret gefragt wurde. Selbst wenn sie die Red- gebilligt bätten. und das tun sie nicht, hatten sie es grundsätzlich für richtig gehalten, daß sie in London und nicht in Paris gehalten worden wäre. Die konservatwe Partei im Unter- .baule steht der Rede, die mehrere ihrer Mitglieder als deutsche Pro- paganda bezeichneten, feindlich gegenüber. 3Äon fürchtet, daß sie in den Vereinigten Staaten und in den neutralen Ländern eine schlechte Wirkung baden werde. Nach dem„Nieuwe Rotterdatnschcn Courant" schlecht die „T i m e B" über die Pariser Rede des Premierministers: Sein Ziel ist in jeder Beziehung verständlich. Die Alliierten tonnen nicht hoffen.. die Einheitlichkeit des Oberbefehls zu er- reichen, die Deutschland erreicht bat. Aber unser gesunder Per- stand legt uns die Pflicht auf, diesem Zustande möglichst nahe zu kommen. Viel weniger verständlich ist die Uebersicht über frühere Ereignisse, mit der der Premierminister seine Argumente stützt. Entmutigende Mitteilungen müssen durch Tatsachen gerecht' fertigt werden, und die Tatsachen sind in diesem Falle keineswegs so ungünstig, wie Lloyd George sie darstellen wollte. „Daily Mail" schreibt, die Rede bat die Vorzüge und die Gebrechen einer seiner berühmtesten Reden der Vergangenheit. Aber es hätten darin viele Stellen unterdrückt werden müssen weil sie unverständig waren oder nur eine Ansicht wiedergaben, nicht Tatsachen. Schon hören wir. daß infolge dieser un bor sichtigen Worte im Unterhnuse Unheil gc- braut wir.d. In den Wandelgängen verlautet, daß Asquith Blut sehen will. Ter alte Mann schleift sein Messer und es heißt, daß er eine feiner großen parlamentarischen Schaustellungen zum besten geben will. „Daily Telegraph" schreibt: Tie einfache»Tatsache ist die. daß ein Versuch unternommen wird, die Regierung Lloyd George zu stürzen. Es gibt aber keine andere Moglichkcik, als daß Lloyd George an der Spitze dc-Z Kabinetts stehst wenn man nicht Unheil verursachen will. „Westminster Gazette" sLib.) schreckt, man müsse vor allem jeden Soldaten oder Staatsmann im Aug« behalten, der alles, was schiefgeht, anderen in die Schuhe schie- b e n will, und der so tut, als ob er eine einfache und rasche Lch'ung gesunden haben würde, wenn er die ganze Macht in der Hand gebabt hätte. Vor der Debatte im Unterhaus. Asguith fragte am Dienstag den Vertreter der Regierung. Bonar Law. im Unterhause, ob Lloyd George der Sitzung beiwohnen werde, damit er bekanntgeben könne, wann er über die. sehr ernsten Punkte, die er in seiner Pariser Rede berührt habe, eine Erklärung abgeben würde..(Beifall.) Bonar Law antwortete: Lloyd George ist soeben zurück- gekehrt, und ich bin überzeugt, daß er Asquiths Ersuchen sofort nachkommen wird.— Weiter sagte Bonar Law, er nehme an, Asquith werde nicht verlanget» daß morgen schon daküber beraten würde. Asquitb: Wenn Lloyd George schon ni o r g c n die Er- kläying abgeben kann, ist es um so besser. Ich w�l ihn fragen, wann er die Ausführungen machen kann; wenn er das tut, glaube ich. daß das Haus darüber zu verhandeln wünschen wird. Amsterdam, ls. November. Aus London wird gemeldet: Heute abend wird Lloyd George im Untcrlmusc eine Er- klärung über die Meinungsverschiedenheiten abgeben, die bezüglich des neuen interalliierten Stabes und der Auslassung des Minister- Präsidenten in ssiner Rede in Paris entstanden sind; dabei werde auch Gelegenheit zur Debatte über diese Fragen gegeben werden. "•- J——■ Italien und öer Entente-Kriegsrat. Cadorna lehnt ab. Paris. IL.?!ovember.(Havas.)„Temps" teilt mit, daß General Ca dorn a das Anerbieten, Italien in dem gemein- samen Generalstab der Alliierten zu vertreten, abgelehnt habe. Ter militärische Vertreter Italiens sei noch nicht offiziell bestimmt. Wir machten schon daraus ousmerkiam. daß vor Wochenfrist, als die„Agencia Stefans" über das Ergebnis der Konferenz von Rapallo berichtete, von EadornaS Teilnabme als von einer be- schlossenen Tatsache geredet wurde. Ein Widerspruch des abgesägten italienischen Heerführers erfolgte damals nicht. Daß er jetzt ab- lehnt, legt die Vermutung nahe, daß zwischen Italien und der Entente inzwischen irgendwelche Meinungsverschiedenheiten bou ab- kühlender Wirkung ausgetaucht sind. Indessen fehlen dafür greif- bare Anhaltspunkte. das Mandat der„tjachaerräter*. Kramarsch und Burival. Wien, 1s. November. Der Jmmunitätsaus- s ck u ß behandelte die Auträge betreffend die Gültigkeitscr- klärung der Mandate der gewesenen Abgeordneten K r a- m o r s ch, Burival und Genossen. Bei der Abstimmung über die Anträge des Berichterstatters, das Mandat Burival als zurecht bestehend zu erklären und den Präsidenten des Ab». gcordnetenhauscs aufzufordern, ihn zu den Sitzungen des Hauses cinzukaden. st i m in t e n 8 gegen 8. Ter Obmann. Tscheche Bukvaj. stimmte zugunsten des Antrages, sadaß er angenommen wurde. Der Antrag auf Gültigkeitserklärung der Mandate Kramarsch und der übrigen tschechischen Abgeordneten. die ihre Mandate verloren hoben, wurden abgc- lehnt. Ter trag des Sozialdemokraten Riegcr, die Regierung aufzufordern, für die erledigten Mandate � sofort Ersatz- w a h l c n a u s z u s ch r e i b e n. w u r d c mit 11 gegen 6 Stimmen angenommen.' (Sctbstverständlicki werden die beiden„Hochverräter" nun wiedergewählt werden.) Der Krieg auf öen Meeren. Berlin. 1.?. November. Neue N-Boot-Erfolge im Sperr g c d i r t tun England: 17000 Hr.-Neg.-To. Hntc'r den vernichteten Schiffen befand sich ein g r v ß e r eng- lischer Dampfer vom Aussehen des Dampfers Saronia (14297 Tonnen). Ter Chef des Admiralstabcs der Marine. , Kleine Kriegsnachrichten. England beschlagnahm« russische Schine. Noch der„Rowoja Sbisv" wurden 13 Schiffe da» russischen freiwilligen Flotte, die bisher den Kricgsgütertrnnspori v o n Amerika noch A r ch- an gel»? versahen, ohne vorherige Anfrage bei der Reederei von der englischen Admiralität requirien. Das Blau fügt der Mel dung hinzu: Nach der Behandlung, tne die englischen Kapitän- den russischen Mairosen zuteil werden ließen, kann man auf deren Ausnahme-in England sivließen. Verlängerung der llntrrhausseffivn. Laut„Dail Telegraph" wird dem Ilntcthause ein Gesetz vorgelegt, durch das die Dauer des Parlaments bis zum 30. Juli 1918 verlängert werden soll. Tirpitz in München. Ist die„Vaterlandspartei" parteipolitisch neutral? Der Vorsitzende der sogenannten Vaterlandspartei, Herr v. T i r p i tz. tritt nur selten als Redner vor die große Oeffent- lichkeit, man darf darum aber nicht glauben, daß er für seine Sache nicht tälig sei. Er hat dieser Tage eine Reise nach München unter- nommen und dort, in Gemeinschaft mit dem Grafen Karl Stolberg- Wernigerode, Ucrschiedene politische Persönlichkeiten besucht, um für seine Sache Propaganda zu machen. Der Reichskanzler v. Hertling, Graf Prehsing und der Erzbischos von München waren die ersten, die auss Korn genommen wurden, und auch andere Herren haben die Auszeichnung einer Unterredung mit dem Vater der Vaterlands- Partei gehabt. Da war nun. wie man uns aus München be- richtet, da? Erstaunen darüber allgemein, mit welcher Offenheit Herr v. Tirpitz erklärte, gerade ans die innere Politik komme cS am meisten an. eS gelte für die Vaterlandspartei,, der demo- kratischen Entwicklung entgegen zu wirken. Wir würden an der Richtigkeit dieser Meldung zweifeln, wenn sie uns nicht von unbedingt zuverlässiger Seite zuginge. In der Oesientlickikeit behauptet die.Vaterlandspartei" dockt stets mit größter Feierlichkeit, in die innere Politii milche sie sich nicht ein, sie sei parteipolitisch neutral. Vielleicht lassen die Aufrichtigkeiten des Herrn v. Tirpitz hoffen, daß in Zukunft auch in der Oeffentlich- keit das unwürdige Berstecksptel aufgegeben wird. Jedermann sieht dock, daß sich in dieser Partei, von einigen lrcudeulschen Parade- „Liberalen" abgesehen, die reaktionärsten Elemente des Landes ein Stelldichein geben. Möge man also das Maskenspiel aufgeben und bei demokratischem Ver'amiilluugs-Bier leine anderen Reden halten als bei Münchener aristokratischen ö-Uhr-TecS! »'* Auf einer Versammlung in Kolberg bat ein anderer hervor- ragender Führer der Vaterlandspartei, Generalleuinant v. Kluge, nach dem„B. T." folgendes Bekenntnis abgelegt: „Einige Parteien wollen die augenblickliche D e m o k r a t i- srerung des Reichs fordern; diesem Unheil will die Bater- landsparrer entgegenwirken, das ist ihr einziger Zweck." Damit ist auch der letzte Zweifel an den parteipolitisch- reaktionären Zielen der„Vaterlandspartei" beseitigt. Zur Einberufung des Reichstags. Tic Fraktion der„Unabhängigen" hat laut„Leipziger.Volks- zeitung" an den Reichstagspräsidenteu daS Ersuchen gestellt, de» Reichstag sofort einzuberufen. Begründet wird dieses Ersuchen mit dem Friedensangebot der Bolschewiki und den Gerüchten von einer Austeilung der besetzten Gebiete Rußlands zwischen Preußen und Oesterreich-Uugarn. Die Berliner und die Wiener Regierung haben mittlerweile schon erklärt, daß diese Gerüchte nicht zutreffend sind und daß keine Tatsachen geschaffen werden sollten ohne Mitwirkung der Parka- mcnte. Eine zustimmende Erklärung zunr Friedensangebot der Bol- sckwwiti wollen sie sich aufspare», bis es sich zeigt, baß die äugen- blicklich ziy; Macht gelangte Gruppe wirklich die Regierungsgcwalt ausübt und bis sie mit einem offiziellen Angebot hervortritt. Das sind Gründe, die den Zusammentritt des Reickstags etwas wem- ger dringlich erscheinen lassen, allerdings bleibt der angesetzte Ter- min, der 29. Novdmber, reichlich spät. Der ReichStag�tritt programmäßig am Donnerstag, den 29. No- vember, zu einer neuen Tagung von etwa zweiwöchiger Dauer zu- fammen. Zlach der Meldung etiler politischen Korrespondenz legt der neue Reichskanzler Wert darauf, sich s o f r ü h wie möglich dem Parlament vorzustellen und das Programm seiner inneren und äußeren Politik bekanntzugeben. An seine Ausführungen dürste sich eine mehrere Tage dauernde Debatte schließen. Dem Reichstag wird eine Vorlage unterbreitet werden, die einen neuen KriegSkredit von lö Milliarden Mark fordert. In Aussicht gestellt sind ferner das ArbeitSkammergesetz und mit ihm gewisse Erweiterungen der K o a- litionsfreiheit. Die Arbeitzkammern sollen möglichst rasch eingeführt werden, damit sie in Preußen Vertreter in daS neue Herrenhaus entsenden können. Die Steuerpläne sind zurBc- sprechung im Reichstage noch nicht reif, ebenso kommt der HauS- haltsplan des Reichs für lSl8 jetzt noch incht zur Vorlage, sondern erst im Januar. Erwartet iverden schließlich noch die bereits angc- kündigten bevölkerungspolitischen Vorlagen, die dem Geburtenrückgang entgegenwirken sollen. Auch einem Gesetzentwurfe zur Teilung der Riesenreichstagswahlkreise sieht' man entgegen. Nach ihm soll die Zahl der ReichStagsabgeordnetcn um etwa 39 vermehrt werden. die fächjlfche Thronrede. Antündigung der LandtagSreform. Jp Dresden fand am Mittwoch im Residenzschloß die feicc- liche Eröffnung des ordentlichen Landtages durch den König statt. Die vom König verlesene Tlironrede gedenkt zunächst dankbar der Kämpfer draußen, und behandelt sodann die Ernährungsfragcn. Weiter heißt es: Die Bestimmungen der Verfassung über die Zu- sammensetzung der Ersten Kammer ständen nach Ueberzeugitnjj der Regierung nicht mehr völlig im Ein- klang mit der wirtschaftlichen und soztalen Entwicklung des Landes. Es werde dem Landtage eine GesctzcSvorlage. zugeben, durch die eine dieser Entwicklung, insbesondere dem Erßarken von Handel. Industrie und Gewerbe Rechnung tragende Veränderung in der Zusammensetzung der Ersten Kammer vorgeschlagen werde..Hoffentlich werde cS trotz der zu überwindenden Schwierigkeiten gelingen, ein Einvernehmen über diese wichtige Neuerung zum Segen des Landes herbeizuführen. Auch di-" Landtagsordnung bedürfe in mancher Hinsicht der Abänderung und Ergänzung, worüber ebenfalls ein Entwurf dem Landtage zugehen werde. Nach dieser Ankündigung wird ntan keine großen Hoffnungen über den Wmt der kommenden Reform hegen dürfen, lieber das in Sachse» bestehende P l u r a> w a h I r e ch t schweigt die Tbron- rede völlig. tzeifferichs Ebschied. „Gefeit gegen Trommelfeuer." Anläßlich seines Ausscheidens aus dem Reichsamt des Innern hielt Tr. Helfferich vor versamniclten Beamten eine AbichiedSrcde. ans der mir/olgende Sätze festhalten wollen: Trotz aller Kritik, trotz aller Anfeindung, die mir in dem I von-mir geleiteten Amte in so reichem Maße zuteil geworden ist, blicke ich mit Stolz und Befriedigung aus die gemeinsam mit Ihnen geleistete Arbeit zurück. Ich weiß, daß K/in, dick leiden- schastSfreie, die nicht zu täuschende, die innere Gcickiichtc dieses Krieges und namentlich die Geschichte unserer. Kriegswirtschaft mit helleren Augen sehen und mit gerechterem Gr iisel schreiben wird, als es beute unter dem Druck de? Tages und in der Erregung des Parteikamp fcs den meisten unserer Zeitgenossen möglich ist. Auf Hie an ihm geübte Kritik näher eingehend fährt Helfferich dann fort: Das hat ui,s in der Vergangenheit nicht angefochten und wird Sie. meine Herren, die«ie hier weiterarbeiten, auch in Zukunft nicht irre machen. Ties Bewußtsein der Pflichterfüllung bis zum Aeußersten muß Sie auch künitig über Widerwärtig kciten des Tagesstreites hinwegtragen. wie es n�ch gefeit hat gegen das Trommelfeuer, denen Gegenstand ick in den Tagen vor der Bewilligung meines Abschieds gewesen bin. Ich gehe von Ihnen als aufrechter Mann, wie ich gekommen bin. in dem ruhigen Gefühl, daß ich jedermann, ob Freund oder Gegner, frei und klar in die Augen sehen kann. In seiner Erwiderimgsredc fiel es Staatssekretär Wall- ras dann ersichtlich schwer, noch stärkere Lobeswortc für -Herrn Helfferich z» finden. »Ein paar Machen mehr Krieg". Alldeutsche TLcrtung der Menschenopfer. Bisher haben die alldeutschen Wortführer bestritten, daß zur Erreichimg ihrer Kriegsziele eine Verlängerung des Krieges notwendig wäre. Jetzt aber finden>vir ein offenes Zugeständnis au» der Feder eines Alldeutschen, der zugibt, daß von dem Zeitpunkt, an dem die Gegner zu einem Ver? ständigungsfrieden bereit wären, bis zu ihrer Niederwerfung doch noch einige Zeit vergehen würde. Es ist Prof. Dr. Haus Freiherr v. Liebig. der dies in der„Deutschen Zeitung" mit Offenheit ausspricht. Aber er tröstet sich damit, daß es sich um eine Kricgsvcrlängerung von„nur" zivei bis drei Monaten handeln würde. Herr v. Liebig schreibt: Ohne Murren würde auch daS arbeitende, von den richtigen Männern richtig aufgeklärte Volk die Kriegsverlüngeruiig um zuict bis drei Monate— um längere Zeit kamt es stcki niemals bandeln— hmnehmeii; ein Volk, das tzfiz Jabre hindurch so Herrliches geleistet, ohne Aussicht auf andern Lohn als das Be- wußtsein, das Vaterland verteidigt zu haben, sollte zurück- schrecken, vor ein paar Wochen mehr Krieg, wenn ihm Vertrauens- werte Führer als Lohn dafür ein größeres und reicheres Deutsch- land verheiße�? Wäre es nicht Schmach, daran zu zweifeln? Herr v. Liebig hätte sich die Antwort hieraus am ver- gangenen Sonntag holen können, wenn er die Protestver- sammlüng der Kriegsbeschädigten und ehemaligen Kriegsteit- nehmer Berlins besucht hätte. Dort erklärte der Vorsitzende der Kriegsteilnehmerorganisation unter dem stürmischen Beifall seiner Feldzugskameraden folgendes: Wer jemals draußen das Bild eines Schlachtfeldes gesehen hätte, der müßte ein Tcu scl sein, wenn er die Fortführung des Krieges auch nur um einen Tag länger befürwortet, als zur Verteidigung Deutschlands notwendig ist."— Nein, das Volk, das dreiein- halb Jahre lang sein Vaterland verteidigt hat und weiter verteidigt, wird auch nicht einen einzigen Tag Kriegsvcrlängcruug hinnehmen, der nicht der Landesverteidi- gung, sondern den alldeutschen Eroberungszielen dient. Claßsche Verzweiftungsoffensive. Wahrend sonst die Blätter der Rechten scheinheilig datüber jammern, daß die Mehrbeitsvarteien den inneren Frieden Deutsch- lands gefährden, bläst der Vorsitzende des Alldeutschen Verbandes, Heinrich Elaß. in schmetternden Tönen zur alldeutschen politischen Osfensive auf der ganzen Linie. In-einem Artikel„Politischer Angriffsgeist" legt Elaß dar. daß „vorläufig Herr Scheidemann in der Heimat Sieger geblieben ist". Aber wie ist es möglich'— fragt Elaß—, den jetzigen Inhaber» der politischen Macht den endgültigen Sieg zu entreißen? Dazu bedarf eS„des Erwachens und Wirkens des politischen An- g riffs g eiste Und nun mustert Herr Elaß seine Sturm- lrupps. Aber ach, eS ist traurig um diese bestellt! Den Kon- servativen und der Reichspartet rät Herr Elaß zur Angriffstaktik. weil diese io wie so„politisch kaum mehr etwas zu verlieren habe»". Von den NationaUibervlen, der Bolkspartei und dem Zentrum hofft Herr Claß Teile abzuspreitgeit, namentlich rechnet er damit, die Nationalliberaleu im preußischen Landlag in einen Gegen- satz zur Reichstagsfraktion zu bringen. DaS bezieht sich offenbar auf die preußische Wahlrecktsvorlage, und hier kamt man Herrn Elaß dankbar sein, daß er rechtzeitig' die alldeuiichen Machenschaften enthüllt. Als weitere Bundesgenossen rust Herr Claß noch aus die Parteilosen und den— Partikularismus, der sich im Bundesrat verschanzen soll. Elaß ichließt mit den Worten: DaS Vaterland ist in Gefahr, die Krone in Not. Wer dies erkennt und gesehen hat, wie alle Mittel der bisherigen Politik vetsagt haben, der wird entschlossen endlich zu dem über- gehen, das längst härte angewandt werden müssen: zum p o l i t i- scheu Angriff. Wir sehen dem Ansturm des Elaßschen Desperadohaufens mit Ruhe entgegen. Mit Truppen solcher Moral macht man keine italienische Offensive. Burgfriedens- Stndtverordnetcnwahl in Köln. Die Stadt- verordnelennachwahl der dritten Abteilung in Köln, die am Montag unter dem Zeichen des BurgsriedrnS vollzogen wurde, brachte der Sozialdemokratie einen glättzcitdcn Erfolg. Es waren nach dem Abkommen aus getrennten Listen siim Zentrumsleute und zwei Sozialdemokraten zu wählen. Ans die Zentrumsliste, aus welcher der Führer des herrschenden Kölner RalhauSzentrums, Justiztal Mönnig stand, entfielen rund 3899 Stinttnett, während die Genossen Haas und Sollmann über 5299 Stimmen erhielten. Letzte Nachrichten. Aufruf dcS russischen Armeekomitees. Wien, 14. November. Aus dem Kriegsprcsscqiiarticr wird svlgcndcr Aufruf mitgeteilt: R u s s i s ch e s H a u p t q n a r t i c r, am 14. November, 8 Uhr 3si Min. vormittags. An alle im Namen der sofortigen Liquidie- r u n g der Krise, de» ersolgretchett Kampfes gegen dir Anarchie, des Zusammenschlusses aller demokratischen Kräfte gegen das Anwachsen der Gefahr von rechts und der Erhaltung der Ruhe und der Eittigkeir an der Front: llntcr- stützet das Allgemeine Armcekomitec in der Bildung einer cinheftlichen Regierung, in der Zusammensetzung von Anti- natioual-Sozialisten bis einschließlich der B o l s ch c- wiki, aber aus der Grundlage der unverzüglichen Einbcrn- sung der Verfassung gebenden Versammlung, des sofortigen Vorschlages eines a l l g c m r i neu Friedens und der Ilebergabc des Bodens on die Bodenkomitees! Der Borsitzende des Allgemeinen Armeekomiters. Pcrckrestow, Hauptquartier. Die Lohnbewegung der Eisenbahner. In Massen strömten am DienStapabend die Eisenbahnarbeiter nach dem Lehrervereinshauie, wo der Deutsche Eisenbahnerverband eine öffentliche Versammlung einberufen hatte. Der Referent. Berbandsvorsitzender Brunner, ging davon auZ, datz die letzte Teuerungszulage von 10 Proz. den Eisenbahnern keineswegs genügen und eine Versammlung am 11. Oktober des- halb eine gleichmäßige Erhöhung der Stundenlöhne um 25 Proz. forderte. Nicht nach der Lohnhöbe sollte die Teuerungszulage ab geschleift werden, da ja die am niedrigsten entlohnten Arbeiter schwerer unter der Teuerung leiden als ihre etwas bester bezahlten Kollegen. Wie der Reichtent weiter ausführte, find die geringsten Löhne ja verhältnismäßig etwas mehr aufgebessert worden, als die höheren Löhne, aber die Slufbesterung ist durchaus nicht genügend und trägt den gegenwärtigen Teuerungsverhältnisten in keiner Weife Rechnung. Eintchließlich der bis zum 1. Juli gewährten Zulagen beträgt nach den amtlichen Lohntafeln der Anfangslohn in Berlin(das zur höchsten Lohnklaste ge hört) für ungelernte Arbeiter täglich 4.20 Mark und erreicht nach 12 jähriger Beschäftigung die Höchstgrenze von 5,40 M. Ge- lernte Arbeiter erhalten einen AnsangSlohn von b.SO M. und einen Höchstlohn von 6.70 M. In der niedrigsten Lohnstuie, zu der die kleineren Orte gehören, beträgt der AnsangSlohn der ungelernten Arbeiter jetzt noch 3,30 und der Höchstlohn 4.50 M. Dil Eisenbahner sind mit diesen Löhnen nicht zufrieden und können eS angesichts der immer noch steigenden Teuerung auch nicht sein. Eine vom Trier-Berliner Verband einberufene Versammlung hat sich zwar mit der letzten Zulage be- friedigt und die Lohnbewegung als beendet erklärt. Zu diesem Standpunkt konnte die Versammlung nur deshalb kommen, weil ihr die Leitung jenes Verbandes gesagt hatte, die Lohnerhöhung be- trage bis 30 Proz. Diese Angabe ist aber falsch, denn selbst die auf die niedrigsten Löhne gewährten Zu agen, die 50—70 Pf. pro Tag betragen sollen, machen lange nicht 30 Proz. des Lohnes au». Der Trier-Berliner Verband bat ja auch eine Kommission zum Minister geschickt, die sich als Vertretung der g e s a nj t e n Eisenbahner ausgab. Dazu hat weder jener Verband noch feine Kommission ein Recht, denn nicht auf seiner, sondern auf unserer Seite steht in dieser Lohnbewegung die große Mehrheit der Eisenbahner. Dem Vorgehen unsere? Verbandes ist es zuzu- schreiben, daß den Eisenbahnern nach dreijähriger KriegSdauer end« lich bescheidene Zulagen bewilligt wurden. Hätte nicht der Trier- Berliner Verband durch seine verkehrte Taktik unsere Bewegung durchkreuzt, so würden wir mehr bekommen haben. Für die hinter unserem Verband stehende» Eisenbahner— und das ist die große Mehrheit— ist die Lohnbewegung noch nicht beendet. Wir be- trachten die bis jetzt bewilligten Zulagen nur als eine Abschlags- zahlung auf unsere Forderung einer allgemeinen Lohnerhöhung von 25 Pf. für die Stunde. An dieser Forderung halten wir fest und bestehen auf ihrer Bewilligung. Durch stürmischen Beifall und lebhafte ZnstimmungSlund« gebungen gab die Versammlung zu erkenneit, daß sie mit dem Re- lerenten vollkommen einverstanden ist. Auch in der sehr bewegten Diskussion kam das zum Ausdruck. Ein Redner führte aus, daß die reklamierten und vom Militär abkommandierten Arbeiter im Lohn schlechter gestellt sind als die übrigen Eisenbahnarbeiter. Zu stürmischen Auftritten kam es, als Riedel, der Vertreter deS Trier-Berliner Verbandes, in die Debatte eingriff und das vom Referenten kritisierte Verhalten jenes Verbandes zu verteidigen suchte. Die Versammelten gaben Herrn Riedel deutlich zu ver- stehen, daß sein Verband und seine Taktik hier nicht auf Sympathie zu rechnen hat. Folgende Entschließung wurde einstimmig angenommen: Die Versammlung erkennt an. daß der Preußische Eisenbahn« minister bei der neuesten Lohnerhöhung in Ilebereinstimmung mit den Bestrebungen des Deutschen Eisenbahnerverbandes den Grund- satz der einheitlich gleichmäßigen Prozentzulage verlosten hat. In den höher bemestenen Zulagen für die schlechtest bezahlten Arbeiter erblickt die Versammlung einen Fortschritt in der Rich« tung nach Einführung von Mindestlohnsätzen entsprechend dem jeweiligen WirtschastS- und TeuerungSverhäliniS. Die Lohnausbesserung muß jedoch irn allgemeinen als unzu- reichend bezeichnet werden, denn auch nach dieser Zulage entspricht das Lohneinkommen der StaatSbahnarbeiter nicht den Anforde- rungen der Lebenshaltung und dem Lohnstande der gewerblichen Arbeiter, der selbst vielfach als zu niedrig bezeichnet wird. Die Kriegsteuerung ist nicht nur für die Arbeiter in den Großstädten und Industriezentren außerordentlich fühlbar, sie lastet ebenso auf den Arbeitern in Mittel- und Kleinstädten, weil sich die Teuerung nicht lediglich aus Rahrungsmittel, sondern auf alle notwendigen Gebrauchsgegenstände erstreckt und letztere infolge deS gesunkenen Geldwertes für Arbeiter in ländlichen Bezirken mit ihrem geringen Lohneinkommen oft unerschwinglich sind. Die Versammlung erklärt, daß die Lohnpolitik der Preußischen Eisenbabnverwaltung in der Richtung nach Festsetzung von Mindest löhnen weiter zu verfolgen ist und betrachtet einen Tagesverdienst von fünf Mart ausschließlich der Vergütung für Ueberstunden, Teuerung?- und sonstigen Zulagen für den gegenwärtigen Stand der Teuerung als Mindestlohngrenze, von der aus die Anfang?- löhne in den teueren Städten und Bezirken festzusetzen sind. Gleichzeitig vrotestiert die Versammlung dagegen, daß eine in Berlin gewählte Kommission sich anmaßt, im Namen der preußischen Eisenbahner über Lohnfragen mit Vertretern der Königlichen Eisenbahnvcrwaltung zu verhandeln. Die Bersamm- lung erwartet, daß der Minister der öffentlichen Arbeiten künftig der Forderung der überwiegenden Mehrheit der Eisenbahner ent- sprechend, mit den OrganisationSIeilungen, als den berufenen und von den Arbeitern.anerkannten Vertretern ihrer wirtschaftlichen und sozialen Jnterefsen, über die Regelung der Lohn- und Dienst- Verhältnisse verhandelt. Den Borsiand des Deutschen EisenbahnerverbandeS beauftragt die Versammlung, dem Minister diese Entschließung zu unter- breiten und mit allen Kräften auf die Verwirklichung der darin enthaltenen Grundsätze und Forderungen hinzuwirken. Eine zweite Resolution, die gleichfalls angenommen wurde. fordert, daß die nicht ständig beichäftigten Arbeiter(da? sind die Reklamierten und Abkommandierten) mit den ständigen Arbeitern im Lohn gleichgestellt werden. Gelverffchchsbewegung Die Nachtarbeit in de« Bäckereien. Empfang der Deputation der Berliner Bäcker im Reichsamt de» Jimern. Die Berliner Versammlung am 2. Oktober hatte eine Deputation gewählt, die wegen der allzu langen Verzögerung der Gesetzwerdung deS NachtbackverboteS beim Reichsamt deS Innern vorstellig werden sollte. Gewählt waren hierzu die Genoffen Hetzschold, Fethke und B r e i t s p r e ch e r. Die Umwälzung im ReichSamt des Innern hatte den Empfang etwas verzögert. Er fand auf Einladung nunmehr am Dienstag, den 13, November statt. Anwesend waren der Herr Staats- sekretär des ReichSwirtschaftSamte» Exzellenz D r. Schwanker und Gcheimrat Lehmann vom ReichSamt de» Innern und die drei genannten Mitglieder der Deputation. Hetzschold legte in längeren Ausführungen die Ursachen dar. die zu dieser Aussprache geführt haben. Er gab der schweren Sorge. Ausdruck, die die gesamten Beruflsangehörigen bedrückt, weil sie fürchten, daß das Gesetz bis Kriegsende durch gewisse Einflüsse ver- zögert wird und dann aus dem Grunde, weil man sich nicht im Ge- werbe auf das dauernde Nachtbackverbot einrichten konnte— eben wegen der Gesetzesverzögerung— die Brotversorgung gefährdet sei und dadurch notwendigerweise die Nachtarbeit wieder eingeführt werden könnte, die man schwerlich wieder lo? werden würde. DaS bedeute für den Bäckerberuf ein Zurückwerfen in mittelalterliche Zu- stände auf Jahrhunderte hinaus. Zuletzt konnte er nachweisen, daß die erdrückende Mehrheit des Berufes, der Arbeitgeber zu mindestens 95 Proz. und der Gesellen zu 99 Proz. von der Nachtarbeit nichts mehr wissen will. Außer- dem haben sich 99 Proz. der Feldgrauen aus dem Bäckerberuse sMeister wie Gesellen) gegen die Nachtarbeit erklärt und für die sofortige reichsgesetzliche Regelung dieser Frage eingesetzt. Staatssekretär Exz. Dr. Schwander führte als Ant« wort folgendes aus: „Die Regierung steht nach wie vor auf dem Boden ihre? Ent- Wurfe» vom September 1015. Es bestand allerdings die Bcfürch- tung, daß sich während deS Krieges das Gesetz nickt durchführen laste. Diese Befürchtung tcUe ich nicht. Ich bin vielmehr der Meinung, daß dem Gesetz nichts mehr im Wege steht, und ich hoffe, daß eS jetzt mit dem Gesetz vorangehen wird. Ich kenne Ihre Gründe gegen die Nachtarbeit, kann sie verstehen und bin über dieselben mit Ihnen einer Meinung. Ich hoste, das Gesetz bald vorlege» zu können." Nach fteundlicher Verabschiedung ging die Deputation mit dem Bewußtsein, ihren Auftrag im Sinne der Kollegenschast erfüllt zu haben. Hoffentlich bleibt der Entwurf nun nicht allzu lange bei den Bundesregierungen stecken. Die Angestelltenbetvegnng in der A. E. G. Eine Betriebsversammlung der AEG.-Angestellten stimmte ein- stimmig nachstehender Entschließung zu: Tausende von Angestellten des LEG.-Konzerns find heute, am 13. November 1917, in den Sophiensälen versammelt und nehmen mit Entrüstung davon Kenntnis, daß die Generaldirektion der AEG. nicht nur die berechtigten Forderungen auf Erhöhuitg der Teuerungszulage abgelehnt hat, sondern auch zur Begründung der Ablehnung Worte gebrauchte, die nur als Verhöhnung der Angc- stellten aufgefaßt werden können. Die Angestellten fühlen von Tay zu Tag mehr, wie die Teue- rung stetig fortgeschritten ist und loie unerschwinglich dm Preise für Bekleidungsstücke aller Art schon heute geworden sind-, mit Bc- dauern wird demgegenüber von der Versammlung festgestellt, daß die AEG.-Generaldirektion erklären kann, sie habe..keine wesenjlichc Verschräfung'der wirtschaftlichen Ni�lage wahrgenommen". Zu dem Schlichtungsausschuß baben die Angestellten das Ver- trauen, daß er mit größerem Verständnis als die Direktion den Bc- dürfnipen der Angestellten entgegenkommt, und so in letzter Stunde den Weg zu friedlicher Verständigung ebnet. «etterauSftchte» tür das mittlere Norvveutlchianv vis Freitag mittag. Ziemlich mild, zunächst vorwiezend trübe mit leichten Regensällen; später ostwärts fortschreitende Aufheiterung. Berantwortlicb sllr Polttik: Erich«»«wer, Berlin: tür den übrigen TetI des BlntteS: Alfred Scholj, Ncniölln: tür Jnscralei Tlr Glocke, Berlin. Druck u. 83 erlag: Vorwärts Buchdrrickerei n. Berlagsanstalt Paul Singer k Co., Berlin SW. Hlerz« 1 Vellage und UntrrbalwngStlatt. % von der Leistungsfähkgfeii unseres Geschäftes vermittelt Ihnen eine Besichttgung unserer zahl- reichen, interessanten Schaufenster, die wie Ihnen anempfehlen. Die Vielseitigkeit des Gebotenen, und die hübsche Ausstattung un- serer Sachen auch in den niederen Preislagen wird Ihnen dabei vor allem auffallen. .. vb�-rr Königffr. 33 - Am Bahnhof AUpHltopla� Chausseestr. IIS Leim(Statiner Bahnhof Soontag« geschlossen.' l