Ar. 318. 34. Jahrg. Bezugspreis: StertelMrI. üSVMt. monatl. 130 Et!, wöchentlich 30-Cfa. frei ins Haus. vornuszahlbar Einzelne WochenlagS- nummern 5 Pfz Sonntagänummci mit ittuftncaer Beilage.Tie Neue Wcll' 10 Pig. Posldezug: Monatlich l.30 Ml Unlel Kreuzband füx Dcuilchland und Leslerreich. Ungarn IM Ml., für das übrige Ausland» Ml. monatlich Postbestellungen nebmen in Dänemark. Holland. Luxemburg. Schweden u die Schweiz. Singerragen in die Poli-lsellungS. Preisliste. Erfchctu» täglich. Telegranim- Adresse: .Eoziaidemotrat«erliu-. Verlinev Volksblcrkk. ( S Pfennig) Der Anzeigenpreis beiräg! f. die kiebeugssbalieneKoloiiel- zerle 00 Plg„kleine Anzeigen-, das fettgedruckte Äorl 20 Pfg.(zu- lässig 2 fettgednicktc WeAci. ledeS weitere Wort 10 Psg. Elellengeiuche und Zchlafslelleno.nzelgeit das erlte Wo« 10 Big.. sede-Z weitere Wort O Pfg. Worte über 15 Buchstaben zähle» fiit zwei Worte. Teuerungszuschlag'J0% Familie»» Anzeigen 3» Psg.. politische u. gewerlichaltliche Vereins- Anzeigen 40 Psg die Zeile. Anzeigen für die nächste Stummer müssen bis a Uhr nachmUt im Hauvigeschäst, Berlin SS. 63. Lindenstraße 3, ob. gegeben werden. Wröfiiict boti 8 Uhr früh bis 7 Uhr Ubachs. Zcntralorgan der fozialckmokratl fehen parte! Dcutfchlands. NeSaktton: EW. SS» �inüenftratze 3. iyernivrecher: Am, MortNpla», Sir. lSI SV— 151 97. Montag, den 19. November 1917« Expedition: EW. bS» ÄnSenstraße 3. Fernsprecher: Ami Moritzvla«. Nr. 1S1 SV— 151»7. Die Bolfchewtki In 6atfchiiia. Französischer Vorstoß bei St. OiUentin gescheitert— Italienische Gegenangriffe bei Asiago erfolglos- Vordringen zwischen Brenta und Piave Amtlich. Großes Hauptquartier, 18. November 1917.«W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Zu Flandern blieb der Artillerirkampf in mäßigen Grenzen. Im Artoi» und nördlich von St. Queatin wurden in er- folgreichcn Erkundungsgefcchten mehr als 49 Engländer ein- gebracht und mehrere Maschinengewehre erbeutet. Starker, seit zwei Tagen gesteigerter Feuerwirkung gegen die Südfront von St. Qurntin folgte ein ftanzöstscher Vorstoß. Ter Feind wurde im Nahkampf zurückgeworfen und büßte Ec- fangenc ein. westlicher Kriegsschauplatz. Nichts Besonderes. Mazedonische �ront. Nördlich vom Dojran-See wiesen bulgarische Feldwochen den Angriff rinrS cnglifchrn Bataillons ob. Italienische Front. Nordöstlich von Asiago verbluteten sich starke italienische .strafte in erfolglosen Angriffen gegen die ihnen entrissenen Höhen. Zwischen Brenta und Piave warfen unsere Truppe« den Feind aus mehreren Stellungen. An der unteren Piave zeitweilig verstärkter Feuerkauipf. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Abeudbericht. Berlin, 18. November 1917, abends. Amtlich. Au der West- und Ostfront usw. keine größeren Äampfliandlunacu. Zwischen Brenta und Piave wurde der Italiener er- urut aus starken Gebirgsstellungeu geworfen. Ter österreichische Bericht. Wien, 18. November 1917.w den, daß in Petersburg in den letzten Tagen viel Blut geflossen sei; besonders die Kadetten seien zu Tausenden ermordet worden. Nach der Zeitung„Nowaja Schis«- hat die Vereinigung der Eisenbahner versucht, zwischen den kämvfenden Parteien zu vermitteln. Da» Blatt bestätigt die frühere Nachricht, daß General lKaledi» die Kohlendistrikte von Donetz besetzt ! habe und dadurch einen Druck auf den gesamten Eisenbahnverkehr ausübe. Kopenhagen, 18. November. Ritzaus Bureau teilt mit, daß seit gestern die telegraphische Verbindung mit Petersburg wieder her- gestellt sei. Die wenigen Telegramme, welche einliefen, enthielten fedoch nichts Neues über die Lage. Der Dienst durch das Peters- burger Telegraphembureau sei noch nicht wieder aufgenommen. Stockholm, IL. November. Wie die übrigen russische» Ge- sandten, weigern sich auch die hiesigen, die neue Petersburger Re- gierung auzuerkenne«. Basel, 18. November. Nach einer Pariser Havasmeldung wird dem..Echo de Paris" aus Stockholm gemeldet: Ein Radiotelegramm der vereinigten Regierung, das von Murgjew unterzeichnet worden ist, meldet, daß Kerenski sich nach Petersburg begeben habe. Die Nachrichten widersprechen sich noch immer. Daß Kerenski sich den Bolschewikis ausgeliefert habe, ist zunächst wenig glaubhaft. Wahrscheinlicher ist die Reuter- Meldung, daß Kerenski nach dem Mißglücken seines Zuges gegen Petersburg sich der Gefahr, von den Bolschewikis ge- fangen zu werden, durch die Flucht entzogen hat. Der Vorstoß in Sie deutsche Sucht. Berlin, 18. November. An dem Gefecht während des englischen Vorstoßes in die Deutsche Bucht am 17. 11. nahmen aus englischer Seite außer einer größeren Anzahl kleiner Kreuzer und Torpedobootszer- st ö r e r nach einwandfreier Feststellung durch unsere Seestrcit- krästc und Flugzeuge K Großkampf schiffe sLin«nschifse oder Schlachtkreuzers teil. Der englische Scrbcfehlshaber wird sich hierüber im Gegensatz zum amtlichen Bericht der eng- lsichen Admiralität, der nur von leichten englischen Streit- kräften spricht, nicht im unklaren gewesen sein. Dem Borgehen der Engländer wurde unscrcrseitsalsbaldmitent- sprechenden Kräften entgegengetreten, die den Geguerzum Rückzug bewogen. Auf den feindlichen Schiffen und Zerstörern wurde nach einwandfreier Beobach. tung unserer Strcitkrästr eine Reihe von Treffern erzreit. Auch Flugzeuge von uns haben in das Gefecht eingegriffen und die englischen Großkam Pf schisse mit Bom- ben belegt. Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Toü eines Reichstagsabgeoröneten. Tilsit, 18 November. Der Reichstags- und Landtags- abgeordnete Gutsbesitzer Fritz Vottschalk- Sauerwalde ist, wie dos„Tageblatt für Litauen" meldet, gestern gestorben. Gvtisck?alk war Nachfolger des verstorbenen Grafen Kunitz, der im Jahre 1912 mit 10032 Stimmen gegen 6216 nationalliberale und 2964 sozialdemokratische gewählt worden war. Bei der Nach- wähl am 22. August 1912 erhielt Gottschalk 9477 Stimmen, der Nationalliberale 5998. der Sozialdemokrat 3248 Stimmen. Gott- schal! gehörte wie Äauitz der konservativen Fraktion an. Kartosselreichtum unö doch Kartoffelnot. Än Hermann Krätzig. In Bielefeld hat der Landrat Dr. B e ck h a u s die jensa- tiouelle Mitteilung gemacht, daß die Nachschätzung des Ergeb- nisses der Kartoffelernte eui derartig trübes Bild ergeben habe, daß mit einer Mißernte zu rechnen wäre— vorausgesetzt. daß diese Nachschätzung richtig ist. Die Berliner Zentral- stellen für ErnährungSftagen sollen aber nicht an diese Miß- ernte glauben, sondern ganz bestimmt annehmen, daß r i c- se n hafte Mengenvon Kartoffeln zur ückge Hai- t e n werden, um sie zu verfüttern oder sie im Wege des Schleichhandels zu W u ch e r p r ei s e u zu v c r- kaufen. Man braucht sich nicht zu wundern, daß die Ber« liner Einwohner, die auf knappe Rationen angewiesen sind, von Zorn ersaßt werden, wenn sie von jener sensa» tionellen Mitteilung Kenntnis erlangen. Denn es heißt doch wirklich leugnen, daß deZ Mittags die Sonne am Himmel steht, wenn man den Zentralstellen für Ernährungssragen durch die Nachschätzung des Ernteergebnisses zu suggerieren sucht, wir hätten auch in diesem Jahre eine Kartoffeimißernte. Dabei weiß es, man möchte sagen, fast alle Welt, daß wir eine Riesenkartos.selernte haben. Tie Zentralbehörden für Ernährungswesen glauben es auch angeblich nicht, daß die Nachichätzung richtig ist. Schön! Aber i st das alles, was diese Behörden jeneni skandalösen N a ch s ch ä tz u n g s s ch w i n d e l gegenüber tun wollen? Nein! Es soll noch etwas geschehen; etwas allerdings, was die großstädtischen Empfänger der knappen Rationen nickt satt macht. Jene Zentralstellen hatten nämlich die Absicht gehabt, sowie die Bevölkerung mit Kartoffeln versorgt war, die überschießenden Kartoffeln z u r V e r ni t t e r u n g freizugeben; das soll jetzt unterbleiben. Man weiß nicht, was man mebr bestaunen soll: Die Unverfrorenheit der Kartoffelerzeuger oder die geradezu unfaßbare Naivi- tat der Zentralstellen. Die Kartosselerzeuger, die bei der Nachschätzung soviel Kartoffeln unterschlagen haben, werden sich, wenn sie die Kartoffeln verfüttern wollen, den Teufel darum scheren, ob die Kartoffeln zum Verfüttern freigegeben sind oder nicht; sie werden die Kartoffeln in diesem Jahre genau so verfüttern, wie sie die Riesenernie vor zwei Jahren verfüttert haben, und wie sie i mvorige nJahre die enormen Mengen Brotgetreide verfütterten und dadurch unser Land an den Rand des Abgrunds brachten. Warum schreiten die Zentralstellen nicht zur sofortigen Beschlagnahme der Kartos- f eln? Wissen die sogenannten Zentralstellen denn nicht, daß die auf so geringe Rationen gefetzte Berliner Bevölkerung aus diese Nachschätznng der Kartoffelernte ihre lejjt e Hoffnung, nämlich die Hoffnung setzte, nach dem Feststehen des Ergebnisses der Nachschätzung der Kartoffelernte, in i n d e- stens ein halbes Pfund Kartoffeln pro Kopf und Tag mehr zu bekommen? Im August dieses Jahres, als die neuen Kartoffeln zur Perieilung kamen, da hieß es, es gibt zunächst auch nur ein Pfund pro Tag. Voll der Nachschätzimg der Ernte im Herbst wird es dann abhängen, ob eine größere Ration gegeben werden kann. Man gab sich damals zufrieden. Es gab im August und September m noch reichlicher Gemüse. Es gab auch reichlicher Obst, und der Magistrat verteilte noch alle Wochen Mühlenfabrikate oder Teigwaren. Butter gab es mehr wie heute und auch mehr und billigere Eier. Aber nun rennen die armen Fraue täglich vergebens nach Gemüse herum. Die Gemüseläden sind meist so gemüseleer, daß sich eine Maus Blutblasen lausen kann, ehe sie ein Gemüseblatt findet. Alles wurde in letzter Zeit alle, uild nur die Hoffnung blieb, daß doch nun, nach dieser Riese» kartosfelernte, die Kartoffclrationcn erhöbt lvcrden würden, um wenigstens dadurch einen Ausgleich für das fehlende Gemüse und die knapper werdenden Mühlensabrikate zu erhalten. Wie ein Bombenschlag muß jetzt jene Mitteilung des Bielefelder Landrats wirken, auf alle die, die ihre letzte Hoffnung schwinden sehen, schwinden sehen durch den empören- den R i e s e n s ch w i n d e l der Nackschätzung. Macht man sich in den Zentralstellen eine Vorstellung da- von, welche Not in der Berliner Ei nwohncrschaff besteht? Und macht man sich eine Vorstellung, wie diese Nachricht des Viele- felder Landrats auf die Stimmung der Berliner Arbeiter-, Handwerker- und Beamtenfrauen wirken wird? Ein Ver- brechen wäre es an unserem Volk, an unserem Land, wenn man jetzt nicht sagen würde:„Bis hierher und nickt weiter!" ES ist die höckstc, die allerhöchste Zeit, daß die Ernährungsbehörden ihren unerhörten Schlendrian ausgeben. Ist es denn den Männern in den Zentralstellen nicht klar, daß wir heute, wo wir fast nur auf die Kartoffel angewiesen sind. unmöglich mit demselben Quantum auskommen können, das man uns vor zirka zwei Jahren zum erstenmal zumaß- mg to noch erheblich mehr a n b e r e Lebensmittel hatten? Ha wenn es nicht anders sein könnte, wenn wir wirklich eine Kartoffclmi�ernte hätten, nun ja. da könnten wir von den Zentralbehörden nicht mehr verlangen, wie da ist. Aber wir haben eine Rix senkartosfel ernte in fast allen Teilen des Neiches, und da ist es ein u n e r t r ä g licher Gedanke, das Gefühl des Hungers hcrmnschleppen aU sollen in dem Bewuhtsein. daß die Ursache dazu nur darin liegt, daß die Behörden wiederum versagen. Sofortige Beschlagnahme der ganzen Kartoffel ernte, sofortige Erhöhung der Kartoffelratton, das ist dos Gebot der Stunde! Das Schindluderfpiel, das die G e l d h a m st e r seit drei Jahren getrieben haben, muß endlich ein Ende nehmen. Liopö Georges letzte Stunde! Rotterdam,!5. November. Die„Nieuwe Rotterdamfche Mourant" aus London meldet, schreibt die..W e st in i n st e r Gazette" in einem Leitartikel über die am Montag zu er- wartende Debatte im Unterhause: Vor allem muß tä«rfünbrt meiden und der ganzen Welt klar gemocht locrden, daß di« Taten der Armee richtig verstanden und gewürdigt werden und daß das Volk hinter der Armee steht. Lloyd George spielte den Menschen, die unci verleumden, eine gefährliche Waffeln die Hand. SS ist jetzt an der Zeit, einen energischen Protest gegen diese Methoden vornehmen zu lassen. Wie wir hören, wird das UnierhattsdaS auch tun. Denn, wenn di« Wsichtcn der Menschen, die die Nation bekritteln, auch noch so patriotisch sein mögen, die Wirkung ihre? verhalten» unter den setzigen Ver� Hältnissen kann nichts anderes als unheilvoll sein. Die zweite Pflicht d:Z Unterhauses würde sein, für die volle Wahrung der verf-'suniMläßlgcn Lcrantwortlichkcit zu sorgen. Alle jetzt* gen Minister sind in vollstem Umfang« für die Politik, die die Ttrategi« vorschrieb, verantwortlich. Kein Mitglied des gegenwärttgcn Kabinetts und am allerwenigsten der Premier- minister kann sich davon losmachen, abn« sein eigenes Todesurteil zu unterzeichnen. Ter Premierminister hat in Paris eine Sprache geführt, die in feinem eigenen Jnter- «ss« und im Interesse des Landes nach jeder Richtung beleuchtet werden muß. Wenn die Rede mit Recht so auszulegen ist, daß er in die während feiner Premierministerschaft erreichten Erfolge lein Vertraue» hat, so würden die Folgen auf der Hand liegen. Dann muß entweder Lloyd George zurücktreten, oder«S muß unsere militärische Kraftanspan- u u n g aufhören. Dieses Entweder— oder des sehr wichtigen liberalen Blattes lautet wie ein bereits unterschriebenes Todesurteil. AuS Frankreich kommen aber Stimmen, die den Versuch machen, auch aus dem bitteren Kelche, den der englische Premier vollgezapft bat. Honig für die Zukunft zu saugen. Der neue französische Minister des Aenßern P i ch o n schreibt in seinem Blatt„Petit Journal", die Rede Lloyd Georges sei die schärfste und vollständigste Verurteilung der Krieg- führuny der Entente, die bisher ausgesprochen worden sei. ..Temps" tagt, Lloyd George habe eine brutale Wahrheit ausgesprochen. Man brauche nicht zu fürchten, daß der Feind hierdurch crinutigt werde, denn er habe nicht abgewartet, bis »ic Entente ihre Fehler proklamierte, um sie zu seinen Gun- sten auszunutzen. Die Entente habe ihre Fehler proklamiert. um sie wieder gut zu machen. Bisher hätten die E n t e n t e- regierungen nach jedem Erfolge die umfangreichsten Erklärungen abgegeben, feien aber nach jedem Rück- schlag einer Aussprache aus dem Wege gegan- gen. Man habe geglaubt, dadurch die Autgabe der Re- gierungen zu erleichtern, habe aber tatsächlich damit die Un- zusriedenheit des Volkes zurückgehalten, die die Regierungen zur Aktion hätte treiben können. Nach den Reden Lloyd Georges und Painlevös könne man diele Methode nicht mehr gebrauchen. Aus die n e u e M e t h o d e darf man mit Recht gespannt iein. Sie wird für die Ententeimperialisten natürlich einzig in der Lösung der Frage bestehen, wie man trotz der Unzu- friedenheit des Volkes, die jetzt nicht mehr durch Täuschungen zurückzuhalten ist, den Krieg bis ins Endlose fortsetzen kann. Diese Leistung wird von Elemenceau erwartet. In Eng lawd aber soll sich nunmehr zeigen, ob Lloyd George der Spießgeselle des französischen Tigers sein will. Will er nicht so wird Lord Nortbcliffe, der Ministermacher, einen andern auf die Bühne heben. Deutlich sagt der Londoner„Globc" in seinem Leitartikel:„Niemand ist unentbehrlich. Für Lloyd George könne so gut ein Nachfolger gefunden wer den. wie er früher für Asquith gefunden werden konnte. Niel wand würde eine Krise ins Leven rufen wollen, wenn dies nicht unbedingt notwendig ist. Lloyd Georges Los liegtinseineneigenenHänden. Es liegt im Jnter esse semer Freunde, ihn zum Verstand zu bringen, wenn sie dazu imstande sind. Wenn er aber bei dem Plane von Versailles bleibe, müssen wir Frank- reichs Beispiel folgen." Das heißt also: ihn beiseite schieben wie jenseits des Kanals Painlevä beiseite geschoben wurde. Der Londoner Korrespondent des„Nienwe Rotterdamschen Courant" erwartet, daß Asquith am Mmttag mehr oder weniger im Geiste des Artikels der„Westminster Gazette" sprechen werde. Das Unterhaus werde es zum erstenmal mit einer scharf umgrenzten Meinungsverschiedenheit zwischen Lloyd George und Asquith zu tun bekommen. In diese Falle werde es schwer sein, zu sagest, was dann geschehen soll. die erste probe Ses Kabinetts Clemenceau. Tie Interpellationen für Dienstag. Paris, 18. November.(Agence Havas.) Der konser vative Abgeordnete Baudry d'Asson wird die neue Re gierung über ihre allgemeine Politik, der geeinigt-sozia listischc Abgeordnete M a y e r a s über die Führung und die Ziele des Krieges interpellieren. Der Pariser Korrespondent des„Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet: Da die Partei der Radikalen nicht an der Bewegung teilnehmen wollte, welche mit Clemencean nichts zu schaffen haben will, ist der Versuch, einen Block der Links Parteien gegen Clemencean zusammenzustellen, diesmal miß- glückt. Man glaubt ollgemein, daß Clemenceau am nächsten Dienstag eine hinreichende Mehrheit erhält. Die Konser- vativen und die gemäßigten linken Blätter lind ihm günstig gesinnt. Die radikale, fortschrittliche und Caillaux freundliche Presse behält sich ihr Urteil vor und sagt, daß sie auf Taten warten will. Nur die Sozialisten bleiben unverkennbar im Widerstand. S e m b a t schreibt: Clemenceau besitzt der- hängnisvolle Eigenschaften. Bei der ersten Ge- legeuhcit werden diese in das hellste Licht treten. Man wird aber nur kurze Bekanntschaft dainit machen. Wir werden unler Bestes tun, daß es damit bald vorüber ist. Paris, 18. November.(Agence Havas.) Der Vizegouverneur der Bank von Frankreich, Charles Regent, wurde zum Unterstaatssekretär der Finanzen und der Äbge- ordnete Abrami) zum Unterstaatssekreiär für Mannschaftsbcstände und Pensionen betin KnegSministeriurn ernannt. Ztvischen piave unö örenta. W i e u, 17. November. Aus dem Äricgspressequartier wird vom 17. November abends gemeldet: Zwischen Piave und Brenta erzielten wir weitere Fortschritte. Italienischer Heeresbericht vom 17. November. Von der Schlc- gener Hochfläche bis zum Meer hat der Gegner ohne Rücksicht auf seine Verluste sein« Angriffe auf unsere Stellungen im Gebirge und seine Versuche, die Piavelinie in der Ebene zu bezwingen, erneuert. Unsere Truppen haben dem an Zahl überlegenen Feinde mit gleicher Zähigkeit eine tapfere Verteidi- gung entgegengestellt und mit bewunderungswürdigem Schwünge Gegenangriffe gemacht. Am gestrigen Tage haben sich kämpfe vom MonteFior bis zum Monte Castel Gomberto, an der Sperr« von San Marino, auf dem Monte Praisolan nördlich von Quero und längs der Linie Rocca Eifa— Monte Cornelia abgespielt. In der Ebene hat der Gegner am Morgen einen Fluß- übergaug zwischen Salettuol und San Andrea di Barbarano erzwungen; unter dem Schutze heftigen Geschütz- seuerS gingen seine Truppen bei Folina und Fagare auf das rechte User über. Die ersten wurden durch unsere Artillerie und durch einen zerschmetternden Gegenangriff der Brigade Lecco(Regimenter Nr. 265 und 266) vernichtet, die Ueberlebcnden, nämlich 366 Soldaten und 16 Offiziere, gefangen genommen. Gegen die viel zahlreicheren, die an dem zweiten Ort übergegangen waren, wurde ein kräftiger entscheidender Stoß der 51 Division angesetzt. Am Abend lagen viele tote Feinde auf dem Gelände, und wir führten ungefähr 666 Soldaten und 20 Offiziere als Gefangene zurück; die andern, gegen den Deich des Flusses gedrängt, wurden durch unsere Artillerie bearbettet, die ihre Rückkehr auf das andere Ufer verhinderte. In der Flußschleife von Zenson di Piave hat der Feind sich auf einem immer stärker beschränkten Gelände behauptet. Am Unter- lauf der Piave wird unsere Verteidigung von der Marine msi Flugzeugen, Landbatierien, schwimmenden Batterien und leidhieji «eeitreitkräften unterstützt. Begünstigt durch die Wetterlage hur die Tätigkeit unserer Flugzeuge tagsüber mit Vorteil auf feindliche Truppenversamntlungen gelenkt werden können. Bern, 17. November. Ueber Italien äußern die Militärkritiker der französischen Presse, daß die Entwicklung der Dinge seit einigen. Tagen an der Piave stillstehe. Die italienische Front sei augenblicklich in drei Abschnitte geteilt. Der erste gehe vom Stilfser Joch bis zum Gardasee, der zweite vom Gardasee biß zur Piave. Dieser Abschnitt sei zurzeit der wichtigste. Die hier stattfindenden Kämpfe seien von ausschlaggebender Bedeutung für die Zukunft. Die Kämpfe an der unteren Piave bezweck- ten, die ttalienischen Kräfte zu binden, bis die Operation im Ge- lande vor Asiago durchgeführt sei. „Secolo" schreibt: Die in der Entwicklung begriffene Offen- s i v« ist sehr e r« st und die Aufgabe der Kräfte, welche sich dem Vormarsche dcZ Eindringlings entgegenzustellen haben, eine der schwersten. Der Feind geht aus gewaltigen Stellungen und mit den wirksamsten Mitteln vor; man darf sich deshalb nicht wundern, wenn unsere Linien Verschiebungen erleiden sollten. Keine japanischen Truppen nach Europa. Osaka, 17. November.(Reuter.) Der japanischeFinanz- minister sagte in einer Rede, es sei durchaus unmöglich, japa- nische Truppen nach Suropa zu senden. Die Alliierten würdigten diese Schwierigkeiten und hätten niemals darauf gedrängt. Die Iappaner hätten ihre Bereitwilligkeit, der Sache der Verbündeten zu dienen, bewiesen durch Bereitstellung der Marine und durch Unterstützung in Schiffbau und Industrie Und mit Geldmitteln. Die den Alliierten unmittelbar oder mittelbar geleistete finanzielle Hilfe belause sich gegenwärtig auf«ine Milliarde Pfund Sterling. ES scheint also, daß es auch jetzt nichts fein wird mit dem Ententeschrei nach japanischer Truppenhilfe. Militär gegen Sinnfeiner. Bern, 18. November. Die englische Regierung verbot eine von den Sinnfeinern de V a l e r a und Griffiths angekündigte Versammlung in Waterford, dem Hauptort des Wahlkreises de» Nationalisten Redmond. Die Genannten wurden bei ihrer Ankunft von irischen Freiwilligen festlich empfangen und nach der Stadt geleitet. Der Versuch der Anhänger Redmonds, den Zug der Sinnfeiner anzugreifen, wurde durch ein starkes, mit Maschinengewehren ausgerüstetes Militärauft gebot verhindert. Die Sinnfeiner hielten außerhalb der tadtgrenzen eine Versammlung ab, wobei de Lalera wiederum betonte, das Ziel der Sinnfeiner sei die Unabhängigkeit Irlands, und bedeutungsvoll hinzufügte, für die irische Frei- heit werde heute an der italienischen Front ebenso gekämpft wie daheim. Kleine Kriegsnackrichten. Rufstsch-Holländifche Handelsbeziehungen. Das Haager Korre- pondenzbureau meldet: Der Minister für auswärtige Angelegenheiten hat der Zweiten Kammer mitgeteilt, daß die vorläufige russische Negierung in einer Mitteilung deS Minifters des Aeußcrn Terestschenko an den niederländischen Gesandten in Petersburg den Handelsvertrag mit Holland vom September 1846 für den II. Oktober d. I. gekündigt hat, und daß der Bertrag am 12. November außer Kraft getreten ist. Zront— Religion— Politik. Ais vor«ittiger Zeit Paul Göhr« in der bei Diederichs in Jena verlegten Monatsichrist.Die Tal" die Frage des durck, den Krieg gewandelten Verhältnisses der Geichlecktter zueinander besprach wandte sich in starkem Maße daS Interesse unserer Parteipreise diciem Aussätze zu. Er war ein Abgehen von der bis dahin fast allein beliebten BeriabruitgSart, Frauenarbeit und ihre Kon- kurrenzgefahr gegenüber den Männern diesem Thema zugrunde zu legen, es alio überwiegend nur von der ökonomisöten Seit« zu behandeln, und zwar oft an Hand einer Häutung statisti'cher Zahlen, die eilten Artikel meist nickt sckmackhafter ntachen. Göhr« würdigte durckouS die sozialwirtsckaftltche Bedeutung der Frage, allein hier sckou ohne Heranziehung trockenen Zahlen- Materials; doch das wertvoll Neue, daß er gab, lag in der liebe- vollen vlychologische» Stoffbebandlung. Er ging den vielartigen zwingenden und mit der KriegSdouer noch tmmer neu auf- gedeihenden geistigen und seeltsckeit Wandlungen im VerhälintS der Geschlechter zueinander noch dabei vor allem erhellend die Ver- ändetungen im sozialgeschlecktltcken Leben, im Liebe- und Sexual- Verhältnis zwischen Mann und Frau. Nun bat der Tat- Verlag seitdem ein Heft von S0 Seiten heraus- gebracht, daö mit dem Titel.Front und Heimat" den erwähnten Aufsatz Gödre« und zwei weitere von ihm enthält, von denen eben» sallS zu wliuschen ist, daß sie viel gelesen würden. Sie handeln über„Front und Politik� und.ReligtonSpsychologtschem aus dem Schiixengraben�. Um es vorweg zu sagen, Göhr«, der warmreligiös« Mensch, der von sich selber tagt, daß ihm ohne das Bewußtsein, sich.einer letzten, ewigen, göttlichen Macht gegenüberstehend" zu tühleu,.alles Leben, alle Menscheneniwicklung völlig sinnlos" erscheint,«r glaubt, auS seinen KriegSerfahrungen heraus nicht, daß der Krieg die Menscken zur religiösen Aefimiung zurückiührt. Bon sich selbst sagt er, nur einmal,«IS er zum erstenmal inS Feuer kam. habe ihn blitz» artig eilt iekundenlanger Wunsch: Beten I durchzuckt, aber sofort auch daS stcko: Nein, es ist sinnlos I Und nie, während seiner ganzen Frontexistenz, sei ihm dann eine solch« Regung wieder- gekommen. Bon seinen Kameraden erzählt er in ruhiger Sachlichkeit, daß er zwei Offiziere fand, die ihm bekaunten, daß sie zu Gott beten, — zwei! Einer davon erzählte ihm. daß er, als er mit seinem Zuge zur Unterstützung schon im Feuer befindlicher Abteilungen vor- ging, im Borrücken in einer geschützten Mulde fünf Leute der vorderen Abteilungen getrosten habe, die laut beteton.— fünf! die Zahlen reden. In seinem Zug. den er führte, hatte Göhr« nur einen einzigen wirklich irommeit Menschen, der betete. Er blieb gänzlich unbehelligt, aber auch ohne jeden vorbildlichen Einfluß aus die Kametaden. Im Biwak, in den Scheunen der PanjeS, auf demselben Stroh mit den Leuten, in den Schützengräben im Unterstand wurde viel erzählt, HeitnatSgedanken wurden ausgetauscht, Familiensorgen gebeichtet, Klagen über augenblickliche schaslitcke Scherze gemacht. nie, nicht einmal von weitem, die Rachrickt von irgendeiner Tode eine» Kameraden durch im Gesicht lagen, oder auch Betchwetden vorgebracht, kamerad- DaS religiöse Gebiet wurde dabei berührt. Selbst dann nicht, wenn neuen Verwundung oder gar dem den Graben lies.... So oft wir nur in Reserve, aber dabei noch in der Feuer- und Gefahrzone, nie. weder bei Tag noch in der Nackt, habe ich ein Wort von Gott, ein Gebet, aeickweig« einen Ewigkeits- gedattken von meinen Leuten äußern hören. Dabei tat jeder von ihnen im Gefecht keine volle Pflicht; ick hatte nie Drückeberger"... Man denkt unwillkürlich an das Wort, daß nur ein Christ ein guter Soldat sein könne. Einmal nur ein Erlebnis, überraschend entgegengesetzt: in den Schützengräben vor Grodno bei der Ablösung rbeinisch-weftfälischer Landwehr fand man Gräben wie Unterstände mit allerlei Heiligenbildern geschmückt, zum Teil vert'eben mit griechisch-orthodoxem Stempel, Kruzifix und Weihrauchkestelchen auf dem Tisch, Kirchen- insignien unter Glas und Rahmen uiw. Göhre meint,.der Feldgeistliche wird ein Hauvtverdienst daran gehabt haben. Wie frei- ltck diese Situation auf die religiöse Gesinnung der Leute gewirkt. daS konnte ich während der halben Stunde der Ablösung natür- lick nicht feststellen.... Auf meine Leute machte auch dieser... Schützengraben fichtlich keinerlei Eindruck: sie bet'chauten sich zuerst die Sacken, ließen sie unberührt, ober gingen alsbald gleichgültig an ihnen votüber"... Diesi Leute, mit denen Göhr« feine Er- sabrungen machte, waren 39—45 Jahr« alter sächsischer Landsturm. Gelegentlich traf er auch einige Leute aus seinem Wahlkreis«, ihm von daher bekann» als zuverlässige Beobachter: auch sie hatten von religiöser Gesinnung bei ihren Kameraden so gut wie ntchtS gespürt. Auf Grund der gesamten Tatsachen, die Göhr« draußen per- sönlich erlebte und schlicht erzäblt, kommt er zu dem Schluß: .Den Allei meisten bringt der Krieg und seine Erlebnisse keine sonderliche Beränderung ihrer religtösen Gesinnung, wie sie sie vor dem Krieg allmählich gewonnen hatten.... Viele von denen, di« mit der alten patriarchalischen christlichen Frömmiq- keit hinausgingen. werden draußen o» ihr eine stille. starke Stütze gefunden und behalten haben, aber eine be- stimmte Anzahl unter ihnen wird an ihr draußen irre geworden fein. Diejenigen aber, die ohne Gott und religiöses Leben ins Feld zogen, find auch im Felde gewißlich ohne Gott geblieben. Unter ihnen wird nur eine kleine Gtupp« iein, die sich während des Krieges und durch den Krieg zu neuem relt- giösin Leben durchrangen. Wer aber als religtösir Grübler und Suchender hinauszog, kommt auch gewrß als solcher zurück. Gerade religiös getehen, ist der Krieg der alleruage- eignet st e Problemloser"... Diesem Urleil gibt Göhr« die überzeugende psychologisch« Begründung aus den Tatsachen der Frontverhältnisse und aus ebenso zwingenden Erwägungen der religtösen Lage unseres BoUeS kurz vor dem Kriege. Wie er die Berechtigung seiner Schlußfolg«- ranzen auS Sinzelsatfachen auf das Allgemeine ausweist und was er daneben an feinen Gedanken über Religion und di« besondere Veranlagung der Einzelnen zu ihr einstreut, datin folgt man ihm willig. Und wo man ihm zeitweilig schon au» silbftgewonnener eigener Austastung mit lebbatiem Ja! beistimmt, hat man doch das Gefühl: solche Gedanken müssen erst auSgeiprocke» werden, ehe sie einem als wahr und natürlich zum Bewußtiein kommen. Gleich bemerkenswert find feine AnSssibrungen über da» Ver« hältni« zwischen Politik und Feldsoldaten. Meistens vermitteln uns ihr« Ansichten darüber nur Heimkrieger ohne Felderfahrungen. di« ihre Spekulationen anstellten und sich selbst und ihre politischen Anschauungen mit den Frontkämpfern identifizierten. .Wartet nur. wenn erst die aus den Schützengraben wieder nach Haute kommen!" da» ist die Drohung, mit der Partei gegen Partei und Richtung gegen Richtung einander ausspielt. Göhre tut manchen von ihnen viel Wasier in den Wein; und wenn auch hier wieder seinen Erfahrungen andere, ganz entgegengesetzte gegenüber- stehen, weil Berhältnisi« und Menschen bei den unendlichen Truppen- mästen doch zu vetichieden sind, so dürste eS doch schwer halten, seinen AuSsühtnngen irgend etwa« Wesentliches von ihrer Bedeutung zu nehmen. Sei» Urteil lautet kurz zusammengefaßt: Die Kenntnis der politischen und parteipolitischen Vorgänge im einzelnen und damit das Interesse an der Poltiik daheim ist unter den Kämpfern int Grund« überraschend gering, und zwar desto ge- ringer. je länger einer bereit» Soldat ist. Zu völlig und zu lange andauernd zerreißen bei den meisten im Feld« die Fäden, die sie vielleicht ssir die Anfangszeit noch mit der Heimatspolitik ver- binden. Wie Göhre da« tm großen begründet, seine Schilderungen. wie im allgemeinen politische OrienttentngSmöglichkeit und körver- licke Fähigkeit dazu vetschrumpst und versinkt in der Ab- get'ckmitieitbeit von der Heimat, in der Aufregung und Anstrengung des Dienste» und Kampfes, in der vollständigen Jnanspruchuahtne von dem. wo» Lippen di« primitive LebenSfünorge nennen würde, in einer Reihe anderer durchaus einleuchtender Hemmnisse, denen auf die Dauer höchsten« einzelne in jeder Komvagnie nicht erliegen, das alles wirkt überzeugend. Wohl beherrsche die Leute«ine starke Sehnsucht nach bürgerlich- politischer Be- tätigung, nach Heimat, nach raichem Sieg und Frieden: aber dteie Sehnsucht iei ganz ZukunitSst-eben. Der Mann.ist uisttnktiv und elementar nur von einem Doppelten erfüllt: Demickland darf nickt kaputt gehen, eher die andern; und: Nach dem Kriege muß e» zu Haute anders, ganz anders werden, als«S vor dem Kriege war.... In dieser geistigen Verfassung wird er heimkommen.... Und entscheidend wird für ihn sein, welche der Parteien tbm nach allem am geeignetsten erscheint, ihm tn dem schweren DaieinS- kämpf, der dann doppelt erbittert bevotsteht, am wirksamsten und uneigennützigsten zu helfen und zu vertreten.... Die Partei also, die im Beilaus de« Kriege» in volkstümlicher Gesinnung, tm Kampf gegen den Wucher, in der Steuetpolitik, tn der Volksvec- iorgung. in der Erringung neuer fteiheitlicher Rechte die beste. klarste, gradlinigst« und fruchtbarste Politik getrieben hat. wird nach dem Krtrz die Reptäsemantm der Masse der Frontkrteger tem." W. R Rußland und die üeui Reöen von Ebert Elberfeld, 18. November.(Eig. Drohtbericht des„Vor- wärts".) In der wegen Ueberfüllung gesperrten Stadthalle, vor mehr als 2000 Personen, sprach heute hier der Reichstags- abgeordnete des Kreises, Genosse Fritz Eberl, über„Sozialdemokratie, Verständigungsfrieden und Volksrechte". Der An- drang war so gewaltig, daß viele Tausende umkehren mußten. In seiner Reoe, die mit stürmischem Beifall aufgenommen wurde, kam Ebert auch auf die russischen Vorgänge zu sprechen, über die er u. a. ausführt«: Die russische Revolution ist durch die Friedensbereit- schaft der Mittelmächte stark beeinflußt worden. Allerdings hatte sich die bisherige Regierung aus den Fesseln der Entente nicht frei gemacht. Der Sieg der Arbeiter- und Soldatenräte aber ist der Sieg des Friedenswillens, und die neue Regierung hat die Geheim- Verträge mit der Entente für null und nichtig erklärt. Die A n t- wort der Mittelmächte auf das Friedensangebot der Arbeiter- und Soldatenräte kann nicht zweifelhaft sein. Die Antwort muß bejahend sei«, und»war unzweideutig. Die Frage, ob die gegen- wärtige Regierung im Namen Rußlands handle, kann dabei nicht ent» scheidend sein. Heute gibt es m Rußland keine andere Macht, als den Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte. Jede Regierung, wie sie auch zusammengesetzt wäre, ist heute in Rußland unmöglich, lveim sie erneu Frieden im Sinne der ReichStagSentschließung ab- lehnt. Jedenfalls wird die deutsche Arbeiterschaft ihre Pflicht voll und ganz erfüllen. Sie wird es als ihre Ehrensache betrachten, den Kampf der russischen Re- volution zu stärken und die Erfolge der Demokratie mit ganzer Kraft zu festigen. In der Diskussion sprach Abg. V o g t h e r r von den Unabhängigen, der schon am Vormittag desselben Tages in einer sozialdemokratischen Versammlung in Solingen unserem Redner entgegengetreten war. In der Hauptsache aber konnte auch er— abgesehen von den üblichen Aus- fällen—• die Gedankengänge unseres Redners wieder- holen. Eine Resolution, die den Ausführungen Eberls ent- sprach und von unseren Parteigenossen eingebracht war, wurde von der Versammlung, an der zahlreiche Anhänger der Un- abhängigen teilnahmen, mit großer Mehrheit angenommen. Dresden, 18. November.(Eig. Drohtbericht des„Vorwärts".) Die Anschlagsäulen sind voll von Riesenplakaten, in denen für Dienstag eine Versammlung der Vaterlands- Partei mit T i r p i tz als Redner angekündigt wird. Tie bon:- bostische Reklame der Gegner lwt aber einstweilen nur auf die Gegenveranstaltung der Sozialdemokratie stimulierend gewirkt, die heute einen wahrhaft glänzenden Verlauf nahm. Tie 6—7000 Besucher, die den Zirkus Sarrasani füllten, empfingen unseren Redner, den Genossen Scheidemann, gleich bei seinem Eintritt mit demonstrativem Beifall. Seine Rede fand brausende Zustimmung, die stürmischste dort, wo sich Scheidemann mit den alldeutschen Kriegsverlangerern auseinandersetzte. Nicht minder allgemeinen Beifall fanden die Ausführungen des Redners, die sich mit den Vor- gangen in Rußland beschäftigten. Scheidemann sagte: Alle StimmuAgS- und Regierungswechsel, die sich in England and Frankreich vollziehen oder vorbereiten, sind von geringer Be- deutung gegenüber dem, was jetzt in Rußland geschiebt. Dort entscheidet sich die Zukunft EnropaS Jahrzehnte, vielleicht Jahr- Otto Emil Zreptag gestorben. Hoch betagt, im Alter von 82 Jahre», ist am 16. November der Borsitzende des sächsischen AnwaltvereinS Otto Emil F r s y t a g ge- starben. AIS Verteidiger und Volksvertreter hat Frelftag in der Geschichte der deutschen Sozialdemokratie eine nicht geringe Rolle gespielt. Im Jahre 1867 war der junge sächsische Demokrat neben Bebel in den Borstand des Verbandes der Arbeitervereine gewählt worden, fünf Jahr« später finden wir ihn als fozialdemokranschen Abgeordneten in der Zweiten sächsischen Kammer wieder, wo er namentlich in den Debatten über die Justizverwaltung hervortritt und nach dem Erlaß des Sozialistengesetzes dessen Ausführung durch die königlich sächsischen Polizei- und Justizorgane nach Verdienst an den Pranger stellt. Seinen Hauptberuf fand Freytag aber darin, als Rechtsanwalt Schützer der Armen und der Verfolgten zu sein. In zahlreichen Prozessen errang er seinen Ruhm als schneidiger Verteidiger, und die Mittel, die er durch seine sonstige reiche Anwaltstätigkeit ge- wann, verwendete er zum Teil dazu, die Familien der Verfolgten zu unterstützen. Er war einer der besten Helfer der Bewegung in der Ze,t des„Gesetzes". Geschichtlichen Ruhm gewann er durch die Verteidigung Bebels, Liebknechts und HepnerS im großen Hoch- verratsprozetz von 1871, die er gemeinsam mit seinem vor ihm verstorbenen Bruder Bernhard führte. Dabei war er sich nicht nur seiner Pflicht gegenüber seinen Klienten, sondern auch seiner politischen Pflicht bewußt, indem er hartnäckig gegen die spieß- bürgerliche Legend« focht, die drei Umstürzler seien des Landes- verrat» angeklagt. Noch vor Beginn der Verhandlung ver- öffenllichte er eine Erklärung, in der er auf den Unterschied zwischen Landes verrat und Ä o ch verrat hinwies und betonte, daß Bebels und Liebknechts Verhalten in der KriegSfrag« im ganzen Verfahren auch nicht nebensächlick» eine Rolle spielte. Als im Jahre 1878 Hödel wegen seines Attentats auf ZLil- Helm l. vor die Richter kam, wünschte er sich Freytag als Ver- teidiger. Dieter war auch bereit, anzunehmen. Aber die Justiz hatte mit der Aburteilung der Hinrichtung de» Attentäters solche Eile, daß Frcytag sogar die Möglichkeit genommen wurde, die Akten zu studieren. Die Verteidigung wurde also vereitelt, zu- gleirb aber auch der Einblick eine» sozialdemokratischen Anwalts in die Hintergründe des Attentats. Auf andere Weise wäre auch da» Sozialistengesetz viclleieW nicht durch' abringen gewesen l Von do? parteipolitischen Tätigkeit zog sich Frevtag mebr und 'vchr zurück, nicht weil er seine Ileberzeugung geändert hätte, sondern weis ihn sein AnwaltSberus vollständig fesselte. Als er im vorigen Jahre sein �»OsährigeS Anwaltsjubiläum feierte, lehnte er alle offiziellen Auszeichnungen ab. Höher ol« sie schätzt« er den Tank seiner zahllosen Schützlinge, vor allem au? der Arbeitcrbe- wezung, der ihm über das Grab hinaus gewiß ist. Um öas Reichswirtstbastsamt. Es wird andauernd mi: größter Bestimmtheit versichert, daß die Rsicktrittsab sichten des Staats- sekrctärs Dr. Sckwander einzig und allein aus persönliche Rücksichten zurückzuführen seien und daß sie mit polirtichen Gründen gar nichts zu tun hätten. Herr Schwander set mit seinen sozialpolitischen Absichten aus keinerlei Diderfiand gestoßen, halte sich aber für sein neues sche Sozialdemokratie. und Scheiöemann. hunderte über den Krieg hinaus. Wird Rußland in dem unge- Heuren Umwälzungsprozeß, in dem es sich befindet, auf den Weg des Militär st aates gedrängt, dann können wir mit allen Plänen von allgemeiner Abrüstung und dauernden Frie- den einpacken. Umgekehrt wird Rußland eine friedliebende Demokratie und betritt De utschland dieselbe Bahn, dann gibt es keine Macht mehr, die den Frieden de» cu- ropäischen Kontinents, ja den Frieden der ganzen Welt stören könnte. Ein Zusammenprall ungeheurer mili- tärischer Kräfte wie wir ihn jetzt erleben, ist dann undenkbar und ein friedliches Aufblühen der Völker Europas ist gesichert. Darum widerstreben wir allen AnnexionSplänen auf das allerentschiedenste, den östlich gerichteten nicht weniger entschieden als den westlich gerichleten. Wir freuen uns darüber, daß die Völker Deutschlands und Oesterreich-Ungarns mit einer an Einstimmigkeit grenzenden Uebereinftimmung alle polnischen Königs-, alle kurlSudischen Her- zogs- und litauischen Fiirstcnpläne so gründlich abgelehnt haben, daß an ihr Wiederauferstehen nicht zu denken ist. Wir wollen uns mit dem russtschen Volk darüber verständigen, in welcher Form den Völkern der besetzten Gebiete di« Freiheit gegeben werden soll, die ihnen niemand vorenthalten will. Wir fordern einen Ausgleich der Interessen, bei dem auch die LebrnSinteressen Rußlands nicht nach dem Recht deS augenblicklichen Siegers mißachtet werden dürfen. Denn sie mißachten hieße dauernde Feindschaft zwischen Deutsch- land und Rußland säen und den Krieg in Europa ver» ewigen. Tie Vorgänge in Rußland bieten uns die Hoffnung, daß nun auch dort der Friedenswille des Volkes die Herrschaft antritt und sie dauernd behaupten wird. Bon den Bolschewiki trennt uns man. ch«L und nie weredn wir glauben, daß die Methoden, die sie für richtig halten, und die für Rußland vielleicht die richtigen sind, in allen Ländern der Welt schematisch zur Anwendung gelangen sollen. Was uns aber mit ihnen verbindet, das ist die Gemein- famkelt des sozialistischen Endziels, und dos ist im besonderen der leidenschaftliche Wunsch, mit allen ztoeckdienlichen Mitteln auf die Beendigung des unsinnigen Bölkermordcns hinzuwirken. In den russischen Richtungsstreit mischen wir uns nicht ein, aber die Sache des Friedens ist die Sache aller int er- nationalen Sozialisten, aller zum Klassenbewußtsein er- wachten Arbeiter in der ganzen Welt und zu dieser Sache stehen wir mit jedem, der das gleiche Ziel verfolgt, bis zum Acußerstcn. Eine Resolution wurde eingebracht, die sich iin Sinne des Rcichstagsbeschlusses Pom 19. Juli für einen Frieden der Verständigung ohne wirtschaftliche, finanzielle und politische Vergewaltigungen ausspricht und zum Schluß erklärt: Die Versammlung begrüßt die Errungenschaften der Arbeiter in der russischen Revolution und wünscht ihnen weiteren Erfolg bei ihrer schwierigen Aufgabe. Sie versichert die nissischen Klassen- genossen ihrer Solidarität und stimmt der Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand zur Vorbereitung eines drmo- kratischen Friedens zu, der sowohl für Deutschland wie für alle anderen Länder die freie wirtschaftliche Entwicklung sichert. Die Annahme dieser Entschließung erfolgte durch die Riesenversammluug. in der auch bürgerliche Elemente zahl- reich vertreten waren, nahezu einstimmig— gegen etwa 20 Stimmen. Amt körperlich nicht für leistungsfähig genug. Darum und nur darum soll sein Rücktritt nach der Wiederkehr des Kanzlers aus München mit Bestimmtheit zu erwarten sein. Wie dem nun immer auch sein mag, auf jeden Fall schafft das Ausscheiden Schwanders aus dem Amt große un- vorhergesehene Schwierigkeiten. Man hat den Namen des Herrn Stein V. Altenstein als einen genannt, der für die Nachfolgerschaft in Betracht käme, das hieße eine sozial- politisch scharf umrisscne Persönlichkeit durch einen bisher färb- losen Beamten ersetzen. Gerade aber an die Spitze des Zteichswirtschastsamts gehört eine schöpferische Kraft, ein Mann, der voll der großen Ideen seiner Zeit ist und rast- los darauf ausgeht, das von ihnen sofort Verivirklichbare zur Ausführung zu bringen. Ein großer Teil der Programmrede, die Genosse Scheide mann auf dem Würzburger Parteitag gehalten hat, bildet gerade für das Reichöwntschaftsamt ein ausgezeichnetes Programm. Das ReichswirtschaftSamt muß den sozialistischen Gedanken in sich aufiiehnien und ihn zuni Leitgedanken seiner gesamten Tätigkeit entfalten. Das heißt natürlich nicht, daß schematisch vorgegangen werden soll, um die Wirklichkeit nach einem Jdecnbild umzuformen, unbekümmert darum, wie die Folgen von der Bevölkerung empfunden werden. Das ReichSwirtschaftsamt soll ober der Gedankenwelt des Sozialismus unparteiisch und Verständnis- voll genug gegenüberstehen, um aus ihr Anregung und Be- fruchlung" für seine große Arbeit schöpfen zu können, und es soll sich radikal frei machen von dem landläufigen Beamten- Vorurteil, das Kapstalistenintetesse und Allgemeinwohl einander gleichsetzt. Niemand kann sagen, daß Herr Sckiwandcr in diesem Sinne der ideale Leiter des Reichswirtschaftsanits gewesen wäre: man kann es heute kaum noch annehmen, jonsl hätte ihn die ungeheuere Ausgabe, die er jetzt fallen läßt, stärker gereizt. Aber einen geeianeten Nachfolger für ihn zu finden. wird nicht leicht sein. Die Gefahr, daß das bedeutungsvolle Amt voil einem einsichtslosen oder schwachen Leiter zum Tummelplatz wirtschaftlicher Kliqueninteresscu gemacht werden könnte, liegt nahe genug. Ein Sozialdemokrat würde aber bei der gegenwärtigen Parteikonstellation fürchten muffen, nicht die genügende Bewegungsfreiheit zu haben, um vor seiner Partei und seiner Idee in Ehren bestehen zu können. Danach käme für das Amt in erster Reihe wohl eine sozial- politisch forigeschritlenc Persönlichkeit außerhalb der Parteien in Betracht, also ein Mann von einer Sorte, von der in Teutschland leider nicht allzu viele zu finden sind. Zur Reichstaysersatzwahl in Sautzen. Nachdem Großadmiral v. Tirpitz die Kandidatur in Bautzen abgelehnt hat. ist der konservative Justizrat Herrmann nun- mehr diesem Beispiel gefolgt, und schließlich bleibt von den rechts- stehenden Parteien tatsächlich nur die Kandidatur des antisemitischen Glasermeisters Wetzl ich- Dresden übrig. Di« Parteien der Rechten werden sich schließlich für diese Kandidatur erklären, in der Erwartung, auf diese Weise die Wiederherstellung des Burgfrieden» zu erzielen. Diese Rechnung muß allerdings fehlschlagen. denn die Sozialdemokratie hat nicht den geringsten Anlaß, etwa ihr« Kandidatur zugunsten eines antisemitischen Kriegstreibers zurückzuziehen, GS bleibt bei der Eisenbahnverteuerung. Die Nachricht de» „Berk. Tagebl.", daß die Eisenbahnverwaltung den vernünftigen Einfall gehabt habe, den IlXIvrozenttgen SchnellzugSzuschlag wieder aufzuheben, wird von W. T. B. für falsch erklärt. Die Eisenbahn- Verwaltung hat diesen vernünftigen Einfall nicht gehabt. Professoren gegen die Deutsche Vaterlandspartei. Im Hinblick auf das bevorstehende öffentliche Hervortreten der Vaterlands- Partei in Gießen geben elf Lehrer der Universitätsstadt Gießen, die verschiedenen politischen Parteien angehören, folgende öffentliche Erklärung ab:„Wir verkennen nicht, daß die Vaterlan-dSpartei von patriotischen Absichten geleitet wird, müssen aber ihre Tätigkeit, welche, wie die Erfahrungen der letzten Wochen zeigen, durch Ver- mehrung der inneren Erregung nicht den Parteifrieden, sondern den Parieikampf gefördert hat, für das öffentliche Wohl als schädlich bezeichnen. Zentrum und Saterlandspartei. Die„Deutsche Tageszeitung" stößt immer wieder mit Macht in die Trompete, wenn ein Zen- trumsmann der Deutschen Vaterlandspartei als Mitgled beitritt. So wird jetzt konstatiert, daß der Geheime Oberregierungsrot und Mitglied der Zentrumsfraktion des preußischen Landtags, Dr. B o e- n i s ch, diesen großen Schritt getan hat. Sorgfältig wird auch die Tat- fache registriert, daß eine Versammlung des Vorstands des T r i c r i- scheu Bauernvereins beschlossen hat, den Beitritt des Prä- sidenten dieses Vereins zur VaterlandSpartei zu billigen.— Wc» Geistes Kinder diese Zentrumsleute sind, geht wohl am besten daraus hervor, daß sie gleichzeitig einstimmig beschlossen haben, die Uebertragnng des Reich StagswahlrcchtS auf Preußenzumißbilligen. AuS der Sonntagspredigt der„Kreuzzeitung".„Die Zahl der Ungezogenen wächst, mehr noch die der Kleinmütigen und Schwa- chcn. Ihr Geschrei nimmt überband. Nicht einmal vor den un- erhörten Siegen bei Riga und in Italien ist es verstummt. Ein Jubelruf hätte Deutschland durchklingen müssen bei diesen Bot- schaften. Es ist still geblieben. Christliche Brüder seid ihr nicht, stumme Hunde, sondern Propheten der Gnade Gottes." Durch ein falsches Komma ist den..Kreuzzeitungs"-Leuten einmal doch gesagt worden, daß sie keine christlichen Brüder sind, Gewerkschchsbewegmig Neue Verhandlungen über die Teuerungszulage der Schneider. Die Berliner Herrenmaßschneider hatten kürzlich erklärt, daß sie mit den Teuerungszulagen, die durch die Verhandlungen der beiderseitigen Zentralinstanzen vereinbart wurden, nicht zufrieden sind. Diesem Standpunkt haben sich nun auch die Militär- und LieferungSschncidcr angeschlossen. Wie Kunze am Sonnabend in einer Versammlung dieser Branche mitteilte, gestattet der Zentral' vorstand de? Arbcitaeberverbandes seiner Berliner Mitgliedschaft, wegen andcrweiter Festsetzung der Teuerungszulagen mit den Ber- liner Schneidern zu verhandeln. Der Zentralvorstand der Arbeitgeber hat sich jedoch bereit erklärt, in Jena erneut in Vcrhand- lunaen wegen der Berliner Forderungen einzutreten. Die Ver- Handlungen sollten am 26. November beginnen. Inzwischen hatten die Berliner Schneider bereits in den einzelnen Geschäften ihre Forderungen gestellt und den KriegsauSschuß wegen Abgabe eincö Schiedsspruches angerufen. Dieser Sckiritt wird wegen der Jenaco Verhandlungen nicht rückgängig gemacht werden. Sollten diese— was sehr zweifelhaft ist— die Berliner Kollegen zufriedenstellen, dann würde sich die Verhandlung vor dem Kriegsausschuß er- übrigen. Ergeben die Jenaer Verhandlungen kein befriedigendes Resultat, dann wird man den Schiedsspruch des Kriegsausschusses herbeiführen.__ Aus dem Kriegsansschutz Grotz-Bcrli«. Die in einem früheren Bericht bereit? erwähnte Differenz der Zimmerer der Flugzeugmeisterei Adlersbof ist nunmehr erledigt. Tie Zimmerer erbalien sofort 16 Pf. mehr und ab 17. November d. I. weitere 10 Pf. unter Weiterzahlung der bisher iwon gezahlten Fahrgeld» und Fahrzeirenlfckiädigung, so daß ab 17. November d. I. inkl. der Fahrgeld- und Fahrzeitentschädi- gung für die Stunde mindestens 1.82 M. gezahlt wird. 'In dem gleichen Betrieb fordern die Kupferschmiede eine Erhöhung ihrer Verdienste. Nach längerer Beratung enlscheidet der KriegsauSschuß dahin, daß der Berrieb den Kupferschmieden soweit entgegenkommt mit den Akkordpreisen uiw., daß diese die Möglichkeit haben, 2, SO M. für die Slunde zu verdienen. Von der Firma Schw. kamen Dreher und forderten die Re- aelung folgender Differenz: Eine bestimmte Arbeit ist bisher au» Slangenmalerial hergestellt. Diese Arbeit soll jetzt aus Rotguß gemacht werden. Die« eriordert nach Meinung der Dreher eine Mehrarbeit und wollen sie deshalb auch eine Hölle« Bezahlung des Aibeilsslücks. Die Firma glaubt, daß dadurch, daß die ganze Arbeit nicht mehr auS dem Vollen hergestellt werden brauchr, das Mehr, das auf der aiideren Seite an Arbeit enistandcn ist, aufgehoben wird. Da eine vollständige Verständigung zunächst nicht erzielr werden koiniie. entscheider der KriegSauSichuß dahin, daß die Firma entweder die alle Meihode der Herstellung beibehält oder aber den Drehern den Nachweis liefert, daß sie ber der neuen Methode keinen Berdiciistausfall durch mebr Zeiialisivaud haben. Bis zur Errticheiduiig über diese Frage muß natürlich den Drehern ihr bisheriger Verdienst gesichert bleiben. Von der Firma L. u. G. Berlin kam der Schmied K. und wollte einen Abkebrichern wegen zu geringen Lohnes. Bei den Verhandlungen hierüber stellte sich heraus, daß die Firma, als der Schmied erstmalig seinen Abkehricheiir forderte, weil ibnr eine Lohnzulage abgelehnt war, den Mann bei der Militärbehörde als a b k ö in m- lich gemeldet hatte, io daß er rrwarlen kann, daß er anstatt einer Lohnerhöhung demnächst eine Kriegsbeorderung erhält. Der Schmied erklärte, daß dies bei der Firma des öfleren geschieht. Sowie jemand eine Lohnerhöhung haben will, wird ibnr gedroht, wenn er zu dem fnSdenge» Lohn nicht arbeUen will, werde er der Militärbehörde gemeldei. Der KriegsauSschuß stellte sich auf den Slandpuiikt, daß dem' Manne iofort ein Abkebrichein zu geben ist, daunr er sich bei einer anderen Firma Bcschäflignng suchen kann und damit wahrscheinlich die»nzulä'sige Maßnahme der Firma L. u. 0. durchkreuzt wird. Ein beiouderS krasser Fall wurde bei der F i r m a M., B ü l o w- st r a ß e. sestgesiellt. Diese Firma serligl Signalinstrumente sür die Milirärbeböroe an. Der Firnieninhaber har den Jn strumenren« macher R auS Böhmen geholt und beschäfligt ihn zu einem Ver- dienst von 7S Pf. sür die Slunde. Von dleie» 75 Pf soll der Mann m Berlin lebe» und außerdem seine Familie in Böhmen unter- halten. Daß dies schlechterdings unmöglich war. sah mau dem Manne, der dies bereits eine Reibe von Wochen hm- durch versucht hat, an. denn der Jnstrunrentenmacher sah geradezu erbarmungswürdig aus. Aus Borhalt an die Firma, ivie sie es dem Arbeiier zumute» könne, zu diekem Preise zu arbeiten, erllärte der Vertreier der Firma, daß er von der Behörde, sür die er arbeitet. so mäßige Preise bekomme, daß er nicht in der Lage sei. dem Jnstrumentenniacker mehr an Lohn zu geben. Diese letzle Angabe konnte der KriegSauSichuß nichl nachprüfen, sollte es jedoch der Fall sein, dürste eZ dringend erforderlich erscheinen. daß die Miluälbehörde für die an djese Fiima gegebenen Aufträge die Breis« so erhöht, daß den Arbeitern dieser Blanche ein Lobir gezahlt werden lann, der es ihnen einigermaßen ermöglicht, dabei existieren zu löimen. Der Arbeiter erhielt natürlich sofort den Ab- kehljchein. GroßVerlln Sü'rgermeisters Sonnenschirm. „EZ kann sich um i obcc 6, höchstens utvt 8 Schneefälle in diesem Winter handeln. Ist cS in dieser schweren Kriegs- zeit zuviel von der Bevölkerung verlangt, diese kleine Unbe uemlichkeit auf sich zu nehmen?" (Bürgermeister Br. Rcicke in Jer Stadtverordnetenversammlung.) Ist eS dem Herrn Bürgermeister nicht bekannt, daß schon das Mitnehmen von Sonnenschirmen genügt, um die schwersten lln- Wetter heraufzubeschwören?! Derselben Luclle, der die englischen und französischen Mi- nister wie unsere Alldeutschen ihre besten Nachrichten verdanken, entnehmen wir die folgende Schilderung der Tinge, wie sie sich bis zum Ende llZI7 abspielten: „Zu Anfang Dezember stellten sich die ersten Wirkungen des bürgermcistcrlichcn Wintens mit dem Sonnenschirm ein. Alle Schneewolkcn der Erde schienen sich auf das Ziel„Berlin" gc- einigt zu haben; unheimliche Massen der weißen Himmelsgabc senkten sich auf die Straßen und Plätze der armen Stadt, die ge- radezu nach der„freiwilligen Zwangsheranzichung" ihrer An- wohner zum Zwecke der Reinigung schrien. Die städtischen Hilfskräfte reichten natürlich nicht, da diese — schon in Würdigung der nur mühsam gebändigten Arbeitswut des Berliner Volkes— eine eiserne Ruhe in ihren Verrichtungen bewahrten. Da die engere Heimatsliebc der Berliner Jugend! auch nur durch die Stiefelsohlen geht, war der kritische Moment gekommen. Der Kampf, sorgfältig in Portierstubcn durch Anlegung von Listen hauswirtlicher Lieblinge vorbereitet, entbrannte. Die„Ge- wählten" rotteten sich in den Korridoren and Hausgängen unter dem Schlachtrufe„Warum denn jrade icke!" zusammen. Dieser Kampf, der schließlich die Gemüter sämtlicher Häufer in Mitleidenschaft zog, blieb nicht lokal beschränkt, er wurde hinaus auf die Straßen getragen. Zu guter Letzt ging die kochende Volksseele dazu über, die ihr anvertrauten Schippen und den amtlich zu enrfcrnendcn Schnee zum Auswerfen von Schützengräben zu benützen. Die Polizei war mit Eifer bei der Sache und ichon wanderte!: die ersten Gefangencnzüge in der Richtung Moabit. Am tollsten wurde vor dem weiten Platze vor dem Reichstage geschanzt, und wie eS hieß, waren ein Teil der schippenden Abgeordneten draus> und dran, jene berüchtigte Mehrheit zu bilden, die jedem echten Patrioten ein Dorn im Auge ist. In diesem Moment der höchsten Spannung kam die Rettung. Herr Dr. Helfferich, weiland Vizekanzler, erklärte im Auftrage der Z.E.G. den Schnee für einen Artikel, der unter die Bestimmun- gen über Hoch st preise falle! Worauf binnen kurzem aller Schnee von der Bild fläche vcr- schwunden war..." Welche Darstellung nur geeignet sein kann, unsere Ansicht über die Gefährlichkeit von Sonnenschirmen zu bekräftigen. a. z. Bahn frei für Groft-Berliu! T«r Bürgerausschuß Groß-Berlin, der das Zu- standekommen eines wirklichen Groß-Berlin fördern will, veran- stakketc am«onntag eine öffentliche Werbeversammlung im. keiner Weise m �j.eius Bufcki. Sie war von rund uvvü Männern und Frauen bciuchi.-ulagen, die d Unter den Teilnehmern sahen wir Mitglieder der Gcn.elndevcr- wanungen Groß-Berliiis und Vertreter von Organisationen des Handels und Getverbcs auch von Arbeiterorganisatlonen. Ter Vorsitzende des BürgerausschufseS, Oberbürgermeister D o m' n i e u s-«chöneberg. bedauerte in seiner Eröfsnungsan- spräche, daß durch eine irrige Zeitungsnachricht über angeblich vom Oberkommando dem Bürgcrausschuß für diese Versammlung bc- rcitete Schwierigkeiten wahrschcinl ch noch viele Personen vom Be- such abgehalten worden seien. Ueber des Thema:„Was will der BürgerausjchußGroß- Berlin?" sprachen vier Red- ncr. Der Präsiden, des Hansabundcs, Reichstagsabg.ordneter /Richer, schilderte die Verivaltungsvielheit der Wirtschaftseinheit ! Groß-Berlin und d:e gegen Berlin bclriebcne JfolierungSpolitik der Regierung. Groß-Berlin muffe endlich heraus aus dem Kraft und Geld verschwendenden kommunalen Krieg aller gegen alle, der den einzelnen Gemeinden schwere Nachteile auf wirtschaftlichem, sozial- politischem und kulturellem Gebiete bring:. Ter Bürgcrausschuß fordert für die Lösung der G e m e i n s ch a f t S a u s g a b e n der Gemeinden Groß-BerlinS eine VcrwaltungSgeincin- f ch a f t, die im Gegensatz zum Zwcckverband auf direkten Wahlen der Bürgerfchaft beruht. Redner forderte Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung und wies auf den Zusammenhang init der Neuordnung nn Reiche hin. Landtagsabgeordnerer M e y e r, Syndikus der Handelskammer Berlin, betonte, daß der Bürgerausschuß die von der Regierung verhinderte Zusammen- fassung Groß-Berlhis auch ohne Eingemeindung erreichen zu können hofft. Er richtete ein besonderes Werbewort an die Kreise von Handel und Industrie, denen ein einheitliches Groß- Berlin manche Erleichterung bringen könne. Als Vertreter des. Handwerks sprach Obermeister Ra Hardt, Vorsitzender der Handwerkskammer Berlin. Er erwartet von einem einheitlichen\ Groß-Berlin eine einbeitliche Regelung der Bauordnung, des Klein wobnungsbaues. des Verkehrswesens, des Fach- und Fortbildung� schulwesens und fordert Reform der Vergebung kommunaler Ar- betten unter Gewährung angemeffcner Preise. Von welcher Be- dcutung das Zustandekommen eines wirtlichen Groß-Berlin für die Arbeiterklasse wäre, zeigte Reichsragsaogeordnetcr Ge nosse Bauer, zweiter Vorsitzender der Eencralkommission der Gewerkschaften Deutschlands. Die kommunale Zersplitterung er- schwort die Besserung des WobnungS- und Verkehrswesens, unter dessen Rückständigkeit besonders die lvcrltätigc Bevölkerung leidet. Sic hindert die wünschenswerte Zusammenfassung der Arbeits- nachweise in Groß-Berlin und begünstigt die für die Arbeiter so lästig« Zersplitterung des Krankenkassenwesens. Aucb die Steige- rnng der Schul- und Armenlasten für die vorwiegend von Arbeitern dewohnten Vororte ist eine Folge der Zersplitterung Groß-Bcrlins in Einzclgemeinden. Die Schuld an diesen Zuständen wies Bauer der Regierung zu, die aus kleinlichen poliiiichen Gründen die Zu- sammcnfassung zu einem Groß-Berlin verhindert habe. Er for- dcrte Zieform des Wahlrechts für Preußen und für die Gemeinden. Oberbürgermeister D o m i n i c u s schloß die Versammlung mit der Mahnung an die gesamte Bürgerschaft Grotz-Berlins, sich um den Bürgerausschuß zu scharen. Tie Notlage der Untcrbcamteu. In einer von der Sozialen Arbeitsgemeinschaft der Unter- beamtenvcrbände einberufenen Versammlung, die am Freitag, sehr stark besuckit, im Germaniasaal tagte, wurde vom Referenten Re- daktcur Schmidt und anderen Rednern ausgeführt, daß die Unter- beamten im Reichs->md Staatsdienst sckwerer als die meisten anderen Berussstände unter der durch den Krieg geschaffenen Wirt- sckmftlichen Not leiden. Ihr Gehalt regelt sick nach der Besoldungs- ordnung von IltüS, die natürlich den heutigen Zeitverhältnissen in «recht wird. Tie KriegSbeihilfen und Teuerungs- en Unterbeanitcn wäbrcnd des Krieges gcwäyrt wurden, sind viel zu spät«.kommen und viel zu gering gewesen. Die meisten Uwerbeamieu befinden sich in einer äußerst drückenden Notlage. Wer über Er'parnlsse aus besseren Zeiten verfügte, hat sie längst ausgezehrt. Ein großer Teil der Unterbcam'en Hai sich eine Schuldenlast aufgebürdet, die kaum abgetragen werden kann. Kleidung und Wüsche sind während der Kriegsjahre abgerissen und die Mittel zu Neuanicbafsungeii fehlen gänzlicb.— Dr. Burg- h a r d, dessen ärztlickie Prar'.s sich zum großen Teil auf die Unier- lvamtcn der Post erstreckt, sübrtc aus. in den Reihen dieser Be- amten seien Erkrankungen infolge Untercrnäh- rung ganz besonders zablreich. Aus die No'agc der Beamten seien auch die jetzt so häufig vorkommenden Possdiebstäble von LebenSmitteldaketen zurück�uführm.— Zu der die T nie-nn lagen betreffenden, nächstens im Landtage zur Verhandlung komm enden Regierurgsvorlaae wurde-«sagt, dab sie d-n Wüns�en :md Bedürfnissen der Unterbeamten nicht genügend Rechnung trage. Namentlich wurde kritisiert, daß nach der Vorlag' d:e Teuerur.gs- Zulagen mit-den Gek�stern steigen, wäbrend dock' gerade die am niedrigsten besoldeten Beamten einer Zulaae am dringendsten bc- dürfen, denn sie drück' doch die No' isiel scbwcrcr als ihre boher besoldeten Kollegen. Bei den am l. April gewährten KrieaSbei- Hilfen habe die Regierung nach dem Grundsatz aehandcl'._ den niedrigen Gehältern mebr als den höheren zuzuic-en. Dieter S�ndpunkt sei ab~r bei den am 1. Juli gewäbrten Dei�runaszu- lagen wieder verlast m. ebenso bei der neuen Vorlage.— Tie Land- tagsabgeordneten D e l i u s lForischriitl. Volkspartei). L u d w i g l lnationalliberal) und Schmidt(Zentrum) versicherten, daß sie die Forderungen der Unterbeam'cn im Abgeordnetcnbause ver- treten würden.— In einer einstimmig angenommenen R-solntion � fordert die Versammlung von der Regierung weitere Maßnahmen zur Hebung des Notstandes der Unterbeamten. Als ungerecht wird j es bezeichnet, daß den köberen Einkommen höhere Zulagen ge- j währt werden und statt dessen gebeten, die Kriegsteuerungszulagen der Unterbeamten wesentlich zu erhöben und hierbei auch die Kriegs'eilnehmer und die Pensionäre zu berücksichtigen. Verlegung der Fleischverkaufszciten in Neukölln. Vom Mon- tag ab sind die Srunden für den Fleischverkauf auf Mittwochs von 9 bis l Uhr» Sonnabends von 8 bis 1 Uhr und von 6 bis 8 Uhr festgesetzt worden. Die letzte Stunde am Sonnabend ist für Nachzügler bestimmt. Des Bußtags wegen findet der Fleisch- verkauf in der nächsten Woche bereits am DienStag statt. Nowawes. Zlusgabe von Marinaden. Heute, Montag, findet ans den Kartenabschnitt 32 der Lebensmittelkarte der Verkauf von Marinaden statt. Die Waren werden abgegeben in den einzelnen Verkaufsstellen der Gemeinde auf folgende Nummern des Aus- weises: Müller, Wilhelmstraße, Nr. 7929— 7329, Rudow, Friedrichstraße, Nr. 5924— 5324, Winkel. Priestcrstr. 14, Nr. 1923— 1343, Frommert, Müllcrstraße, Nr. 3924—3374, Ziegener, Großbcercn- straße, Nr. 9024—9354. Bon Vormittag 10 Uhr ab findet aus der hiesigen Freibank, Friedrichstr. 29, der Verkauf von minderwertigem Rindfleisch iratt. Auf jeden Wochenabschnitt der Rcichssleischkarte wird ein Pfund Rindfleisch abgegeben. �ugenüveranftaltungen. Arbeiterjugend Eharlottenburg. Morgen, Dienstag, abends 8 Uhr, im Jugendheim, Rosinenstr. 4 1. Vortrag über:„Die Ziele der Gewerkschaftsbewegung." Gäste willkommen! Verantwortiis lür Polilil: Erich Sutiurr, Berlin: für den übrigen Teil des BlattiS: Alfred Scholz, Neutblln: für Jnlcraie: Th. pflocke, Berlin. ruck u. Verlag: BorwärtZ Busdruckeret u. VerlagScnflaU Paul Singer& Co.. Berlin SW. Berliner Sängerchor. Abermals entriß uns der Kiieg zwei liebe Mitglieder. Am 2S. Juni siel unser Sangesbruder öelvrlS Mdeumn und am 7. November unser SangeSbruder Mlll Wberg. Beide haben in langjähriger, treuer Mitgliedschaft für die Interessen unseres Vereins gestrebt»nd gewirkt; den schmerzlichen Verlust be- klagend, werden wir ihnen «in treues Gedenken be> wahren. Der Vorstand. VMSISA Admirals-Palast, Ballett auf dem Else 7>ll Uhr Abrakadabra. Vorzügliche Küche. Spezialarzt Dr. med. I-aabit beh. schnell, gründl., mögl. schmerzlos u. ohne Berussllör. Geschlechtskrankheit., geheime Haut-, Harn-, Frauenleiden, Schwache. Erprobteste Methoden Ehrlich-Hata-Kuren. Harn- u. Blutuntersuchung.* Könisstr. 14 36, ÄÄ. Spr. 10—1 u. h— 8, Sonnt. 10—1 M MiirWke Felbelhüte, Filzhüte werde?? wie ne?? auf modernste Formen nmgcprcftt. Neue Hutforwen direkt in Ecksteins Hutfabrik, I Jnvalidcnfir. SS, an der s Cliausseestraße. Filiale: Wtelandstr. 7, a. d.Kantstr.! LpezisisrÄ Ikr. med. Wockentail, Friedrichst 125(Oranienb.X. i, f. Syphilis. Harn- u. Frauenleiden Ehrlich-Hata-Kur(DauorlOT.). Blufuntersuch. Schnelle, sichere schmerz). Heilung ohne Berufs- Störung. Teilzahlung. 252112* Kprecüstund.: 11— 1 n. 6— 8 I. Geschlechtskrankheiten. Harn- »4 leiden. Schwäche, Ehrlich-Hata- Ktii-en, Blut- und Harn-Untersuchungen. Institute: iWntlamnM Cr« H7 o. d. Lützowstr, Sprochstunder. rOluDuUlSr Uli. 1 1 1 während d. Sommei�'/»h-'/jlO U — abends. Sonntags'(.11— 1 Uhr. AllfUlä«>QnrlQ i8 S.starke Broschüre 50 Bk.f uach 1 AUlItlOrl CllUC außerhalb 1 M. in versohl. Kuvert. I Dr. med. Karl Reinhardt, Schreiöensl'sctileclit? Dann schaffen Sie sich das Weri..Schnellschön- sohreibon" an. Auch die«cblechteste Handschrift w ird in wenigen Standeu dauernd flott und schön. 80 OOO Erpl. verkauft, franko 1.— M., Nachn. 30 Pf. mehr. K. Knla. Berlln-Xenkölln. Postfach 87. Mime ra.echtz'aütsehuk 3,50% 5 Jahre Garantie. Zabiizieh. m. Betäub. sizedler tucht S8SL* Klölielsslim Hiiitz-Fabrik, Berlin-Mariendorf. Lantwiber Straße 16. Buchbißder sucht 9862« BöehliißilErei Hifitz-Fatirik, Berlin-Mariendorf. Laufwiher Straße 16. Prima Wiirsiclien a. V/urat a. Kaninchen- u. Ro8> fleisch tägh frisch. Pfd. 3,50 M. Xaehn. Eilp.-Vers. Versand v. 5 Pfd. ab. Rolischlächterei und Wurstfabrik Arthur Schindler, Zwickau I. S. 1. Uhren- Gold waren Piltz& Co., Linbcnstr. 100. Rfaeumatlsflnsis Gicht, Hexenschuß, Ischias SOLLTEN SIE! ü Lombard-Baus 1 W H.Gra{f,Leipzigerst.75 II S Volle normale Beleihung Diskretion, Re-' e ellität. Gelegen- e heitsk., Uhren,; Brillanten, Schmucksachen< 10— SO'si unt. ladenpr. Ux % Rabakk erhalten VorwärtS- Zlboiineiitcn. wenn sie bei Ausgabe von privaten„Kleinen Anzeigen" Abonuc- mentöquittung uiit Gutschein vorlegen. S werden sürfrlcgSwirtschasil. Betrieb gesucht ftepperimjonete: Uno SlljvllmMer. Sctmti-Besolil- und Aasbesserangswerlsiänen der Stadt Beriin, rtommonbontenftr. 80 81 im Laden. 102/13* Speziai-Arzt Dr. med. Hascht, Friedrichstr. 90 StZb. BedanS: von Syvhtlis, Haut- Hant.. Frauenleiden, svcz. chion. Fülle. Ebtlim-Hala-Ku- ren, ichmerzlose, lürzeste Bc- bandlung obne Leruisslörung. Slutunleriuchung. Mäß. Presse. Teilzahlung. Sprechstunden 10 bis 1 uU> b—ü. Soum. 11—1. sei es daaemd oder nur von Zeit za Zeit leiden, so lade ich Sie hiermit ein, diese Gelegenheit zu ergreifen und mir zu schreiben. Ich bin bereit, Ihnen kostenlos und podoirei etwas zu senden, das Ihnen eine freudige Uebc< raschung bereiten whd. Sie haben vielleicht schon viel Geld füi verschieden« Mittel ausgegeben nnd nur eine vorübergehende Besse: ung erzielt. Ich besitze ein Mitte!, das vielleicht oeeignet ist, die Ursache von Rheumot.smus, Gicht(Podagra, CKiragra) usw. aus Ihrem Körper ra bekämpfen. Es wird euch gegen Leiden, dio durch dos Vorhandensein von Harnsäure im Körper verursacht werden, wie Henaffektionen, Lähmungen, Schwellungen, Magenschwäche usw., wie zahlreiche firttl'che Gutachlen mir dies bestätigten, angewendet. Es kos! et Sie nur eine Postkarte. Ich sende ihnen zum Versuch mein Buch und mein Mittel vollständig kostenlos. Wenn Sie nickt sofort schreiben können, so bewahren Sie sich die Annonce auf. aichfosInt-Konlsr. EeDeHpoi: Viftorla-Apotbeke, M a m. Friedrichstr afle 19. Neuer Beruf! Als Ersatz für die zum Heere eingezogenen Bcaiuteu beabsichtigt große Versicherungsgesellschaft auch am hiesigen Platze 825b* mehrere Damen für den Außendienst anzustellen. 3— 4 waoheafcliche Ausbildung nach lancjährig bewährter Methode. Während des letzten Jahres wnrdon in verschiedenen anderen Städten bereits über 300 Damen ausgebildet und fest angestellt. Dauernde Stellung, auch nach dem Kriege.— Persönliche Vorstellung vorm. 0— 11 Uhr im Bureau IV. B«i t h n er, Berlin SW, Tcltowcr Str. 7 1. XünstlZähneiü Goldkronen. Brücken, Plomben. Zähne ohne Platte, Zahnziehen mit Betäubung. Umarbeitung, Reparaturen sofort Billigste Preise. Zilhne von 11. 3,54» an.'7K1 Zalm-Praiis M. Löser ssz Brimnenstr. ISa �fiah�hijalldenslrj�tfsjjjhzojjre� tot.~ r/vv.- ffinoen Dülelnes 5M zum Ausscheiden aller Schärfen aus den Sästen gib! es nichts BlsseteS alSAPoibeker Sauen- fteins Renovaiioi!-Pillen oanz bes. bei Ausschlägen. Ge- fichlsblüten, roter Haut. Flechten. Blutandrang und Verstopfung Dose M. 4 00 nur von /tpoln LueDthlüi Hersad, Sprenberg L 4. Gesundung: durch Sauerstoff WW Ein durchaus natürliches, völlig unschädliches Heils-erfahren(ohne jede BcrnfNKtitrnng;) bei Xervu-n-und Ktoflwechselkranktaeiten jeder Art. wie Gicht, Rheuma. AderverUalUnng:. Hagen- und Oarm- icidcn, Znckerkrankhelt, I.eberlelden, Schzvttrhezatitäuden, Herzleiden, sowie I.un-re» und Halslelden. Verlangen Sie kostenfrei ausführliche Broschüre.• Dr. Gebhard& Cte., Berlin 117. Haliesche Straße 23. Eisendreher, Maschinenarbeiter, Fräser, Hobler, Maschinenschlosser, Maschinenarbeiterinnen gesucht. 79SL VMa-Mtte. ÜlolN- Wd WlSMlIIIllll G. in. b. H., j Berlin-Hohcnschonhausen, Werneuchener strafte.\ Tücln ige Montageariieiter(. Eisenkonstruklionen werden sofort eingestellt Kammerichwertke. | Zu melden; Xeuban Deutsche WafSen- und Kaultlonnfabrlken Wittenau. Tor 3, bei Son- usgemeister Uartmann.