Nr. 319. 34. Iahrg» Bezugspreis: «i-tttliäHrl. aaOORL. monatl. 130 Stt, wöchenUich 80 Pfg. frn tnS Haus, dorauszahlbln. Einzelne Wocheniags» Nummern b Pfz. Sonntagsnummrr mit illusrriener Beilage.Die Neue Well' 10 Lsg, Poswezug! Monatlich 130 Mt Unter Kreuzband für Teutschland und Oesterreich»Ungarn 230 SRMUr da« übrige«uiland« Mt. nwnatlich Postbesiellungen nehmen an Tänemarl. Holland. Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Polt-Zeuungs-PreiSliste. Erscheint täglich. Telegranim- Adress e: »Sozialdemokrat Berti»»« Berliner VolKslrlnkl. f 5 Pfennig] Der Anzeigenpreis betrügt f. die stebengespaltene Kolonel» »eil« 00 Mg„kkleine Anzeige»", da» settgedrurNe Wort 20 Big. tz». lässig 2 settgedruilte Worte), lebe« weitere Wort 10 Bs». Etellengeiuch« und Tchlasstellenan>e>gcn das criie Wort 10 Mr., Icdes weitere DortSPig. Worte über 18 Buchstaben zählen iür .wei Worte. Zeverungstuichlag 20°/» .«amilie»- Au, eigen s» Prg.. politische u. gewer.'lchastllche Bcrrins» % Nnzeiaen 40 Pig die Zeile,«»zeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachinitt. im Hauptgcschält. Berlin SB.08. Lindcnstraste 8,»d, gegeben werden. Oleöisnet von S Uhr früh bis 7 Uhr abends. Zctitralorgan der rozialdcmokratirchcn parte» Deutfchlands. Reüaktioa: Ew. öS, Linüenstraße 2. peruivrccher: Amt MoriAvla«. Str. IS» SV— 15» 97. Expedition; Ew. öS» Linöenstrahe 2. ?kerusprech«r: Amt Moritzplatz, Vit. 151 90—151 97. RuJfifcljeKundgebungandicdeutfclienflrbeiter Ts:r Massenversammlung in Dresden am Sonntag, in der Genosse Schcidemann sprach und über die wir gestern berichteten, ist— leider verspätet— aus Stockholm folgende Begrüßungsdepesche der b o l s ch e> wistischen Auslandsvertretung zugegangen: Tie revolmionäre Bewegung Rußlands ist in einen neuen Abschnitt eingetreten. Tie russischen Arbeiter und Soldaten haben die Macht aus den Händeu derer gerissen, welche die Fried ens- und sozialen Aicle der Re- v o l u t i v n fallen gelassen habe». Sie habe» selber die Macht au sich genomine» und schlagen sofortige Vir- Handlungen über einen Frieden ohne Annexionen und .Äontribntionen vor auf Grund des Selbstbestimmungsrechts der Völker. In Rußland aber wie im Ausland werden sich gegen diesen Frieden der Völker die Äräfte des Slapitals aufbäumen. Gs steht noch ein langer Kampf bevor, der nur durch ein gemeinsames internationales Bor- gehen des Proletariats siegreich beendet werden kann. Die Vertretung der Bolschewiki im Ausland hat von den französischen, österreichischen uno d e u t- s ch c n sozialdemokratischen Parteien und Organisationen die Zusicherung erhalten, daß das russische Proletariat auf ihre kraftvolle Unterstützung rechnen darf. Sie Hai diese Nach- richten der russischen Arbeiterschaft übermittelt und über- sendet allen sozialdemokratischen Arbeitern, die um den Volks- frieden kämpfen, Bruder grüße. Sic hofft, daß dem Brudermorden durch den solidarischen Kampf des internatio- ualen Proletariats ein Gnde bereitet werden möge und da- mit zur Verwirklichung des Sozialismus die Grundlage gelegt wird. Aus dieser Begrüßungsdepesche geht hervor, daß der Kontakt zwischen den Bolschewiki und der deutschen Sozial- Demokratie hergestellt ist. Eine gleichzeitige Depesche unseres Stockholmer Berichterstatters legt den Stand- Punkt der bolschewistischen Auslandsvertretung in Stockholm näher dar. Die Auslandsvertretung erklärt, als Vertreterin der revolutionären Regierung Rußlands, einer Partei, die sich auf breite Arbeitermassen stützt, nicht die Möglichkeit der- weigern zu wollen, sich auf den Boden der Massenaktion für den Frieden zu stellen. Die Auslandsvertretung betrachtet sich gewissermaßen als Poststelle und legt Gewicht darauf, daß ihr Meinungsaustausch mit der deutschen So- zialdemolratie keinesfalls als Schritt zu Sonder- Verhandlungen, weder mit der Mehrheitspartei noch mit den Deutschen überhaupt, gedeutet werden dürfe. Tie eigent- lichen Verhandlungen könnten nur auf einer internationalen Sozialistcnkonferenz stattfinden. Die Auslandsstelle sehe im Auftreten der deutschen Mehrheitspartei ein Symptom des Druckes der Massen und sie erwarte, daß die deutsche Massenbewegung in ihrer Rückwirkung die Arbeiter der Ententeländer davon überzeugen wctde, daß das deutsche Proletariat wirklich die Sache des demokratischen Friedens verfechte. Die Stellungnahme der bolschewistischen Anslandsstelle ist klug und korrekt. Es geht heute nicht um sozialistische Richtungen, sondern es geht um den Weltfrieden, und da soll, wie hier schon unzählige Male ausgeführt wurde, alles usammenhalten, was sozialistisch fühlt und e n k t. Ob dieser Zusammenhalt heute schon möglich ist, das ist leider eine andere Frage. Wir denken dabei weniger an deutsche Streitigkeiten als an die Stellungnahme der A r> beiter Englands und Frankreichs. Von den Engländern spricht das nach Dresden gerichtete Begrüßungs- telegramm überhaupt nicht, was es von den Franzosen sagt. klingt dagegen sehr zuversichtlich, und wir wollen hoffen, daß diese Zuversicht nicht getäuscht wird, obgleich uns bis zum gegenwärtigen Augenblick leider nur sehr geringe Anzeichen für ihre Berechtigung bekannt sind. Allenfalls kann man an die M i n d c rh e i t der französischen Sozial istenpartei denken, während die Mehrheit nach wie vor jede Aktion, die auf die unmittelbare Herbeiführung des Friedens hinzielt. ablehnt. Auf alle Fälle ist die Friedensaktion in ein Stadium gc- treten, das von allen ihren Anhängern den Aufwand stärk- ster zielbewußter Energie erfordert. Wo ihr von feiten einer Regierung Widerstände entstehen, müssen sie hinweggeräumt werden. In England und Frankreich liegen diese Widerstände offen zutage. In Deutschland hat sich durch das tatkräftige Verhalten der Arbeiterschaft und ihrer politischen Vertreter die Lage so gestaltet, daß die bürgerliche Regierung zur Beendigung des Krieges bereit ist und auf imperia- listische Ziele verzichtet hat. Die Alldeutschen sind in die Opposition gedrängt und haben auf die auswärtige Politik des Reiches keinen ausschlaggebenden Einfluß. Rückschläge sind denkbor und möglich. Als einen solchen Rückschlag betrachten wir die Gerüchte von der Absicht, die besetzten Gebiete im Osten zwischen Oesterreich und Preußen aufzuteilen. Dieser Aufteilungsplan ist aber erledigt, Md. das deutsche Volk jst bereit, mit dem russischen Volk über l die Formen zu verhandeln, in denen der Bevölkerung der bc- setzten Gebiete ihr Selbstbestimmungsrecht ver- liehen werden soll. So sind in Rußland wie in Deutschland und ebenso in Oesterreich-Ungarn die größten Hindernisse für den Frieden aus dem Wege geräumt. Anders steht es leider in den Staaten der Entente. Würden sich in diesen angeblich demo- kratischen Ländern die Regierungen auf denselben Stand- Punkt stellen, auf den die deutsche Regierung durch den Druck einer friedlichen Massenbewegung gebracht worden ist, so könnten die Verhandlungen schon morgen beginnen. Das Hauptstück der Arbeit ist also noch i m W e st e n zu tun. Der noch ungebändigte»vestliche Imperialismus muß jedoch sein Spiel aufgeben, wenn er erkennt, daß er vom Osten her auf keinen Fall mehr Unterstützung zu envarten hat. Vielleicht ist der Tag nicht mehr fern, wo er sich nicht mehr ungern von der sozialistischen Arbeiterschaft besiegen läßt, weil er einsieht, daß er sein Ziel doch nicht erreichen kann. Die Arbeiter aller Länder aber werden ihrem eigenen Land den besten Dienst leisten, also in Wahrheit desto p a- tri oti scher wirken, je internationaler sie sind. Denn der wahre Patriotismus, die echte Liebe zum eigenen Volk, ruft nicht nach Rache und Sieg, sondern nach Frieden und internationaler Gerechtigkeit. Darum wollen auch die Völker Rußlands und der Mittelmächte nicht nach dem brutalen Recht des Kriegs mit- einander verhandeln, sondeim zur gegenseitigen Wahrung ihrer eigenen Lebensrcchte ohne Verletzung fremder. Mögen die Sozialisten Rußlands und Deutschlands durch gemein- sames Handeln der Welt ein glänzendes Beispiel dafür geben. wie F r i e d c n geschlossen wird: sie werden damit eine Macht von solcher moralischer und physischer Stärke schaffen, daß sich kein Volk und keine Regierung der Welt, ihrem Einfluß zu entziehen vermag!_ Rücktritt Dr. Drews l Stockung der preußische« Wahlrcforui? Während sich die Meldung vom Weggang Schwan de.'Ä bestätigt, wird schon wieder von einem leitenden Staats- mann gerüchtweise behauptet, daß er sich mit Rücktritts- gedanken trage. Es handelt sich um den preußischen Minister des Innern Dr. Drews, der erst vor kurzem auf diesen Posten berufen worden ist. Wir meldeten schon vor mehreren Wochen, daß ein erster Wahlrechtsentwurf, den Dr. DrewS ausgearbeitet Hobe, von der Mehrheit des preußischen Staats- Ministeriums als zu weitgehend abgelehnt worden sei. Das ist damals halbamtlich dementiert worden. Aber die setzt kursierenden Gerüchte bringen die angeblichen Rücktritts- absichten Dr. Drews wieder damit in Zusammenhang, daß die von ihm ausgearbeitete Herren h au Svorlagc. die bekanntlich gleichzeitig mit der Wahlreform eingebracht werden soll, in so wesentlichen Punkten verändert worden ist, daß der Minister die abgeänderte Vorlage nicht mehr als sein eigenes Werk und seine Auffassung im Landtag vertreten könne. Die Gerüchte, die vom„Berliner Tageblatt" wieder- gegeben werden und auch uns nicht unbekannt sind, de- stätigen, daß die W i d e r st ä n d e gegen jede ernsthafte und gründliche Reform der preußischen Verfassungs- zustände sich verstärken) Herr Dr. Drews täte aber nickst gut, diesem Kampf aus dem Wege zu gehen. Wenn die Gegner der Reform sich auf die Herrenhausvorlagc geworfen haben, so deutet das schon auf den schwachen Punkt des gan- zen Reformprogramnis hin. nämlich die Belastung der Wahl- reform und ihre Verquickung mit anderen Vorlagen. Möge Herr Dr. Drews daraus die Lehre ziehen, daß es für ihn wie für die Sache das Beste ist, die Wahlrechtsvorlage ohne sades Drum und Dran im Landtag einzubringen und alle Energie ans ihre Durchsetzung zu konzentrieren. Bei einem solchen Vorgehen wird es ihm auch an Unterstützung nicht fehlen. Sollte es aber ernst werden mit l>em Rücktritt des Ministers des Innern, so ist es ganz selbswerständlich, daß nur ein als unbedingt zuverlässig bekannter An- Hänger des gleichen Wahlrechts an seine Stelle treten kann._ Der öürgerkrieg in Rußland. Dys Schweigen des russischen Drahtes dauert an. Tie Nachrichten aus anderen Quellen sind nicht nur unzuverlässig und widerspruchsvoll, sondern vallkonunen verworren. Was mag z. B. hinter der gestern auftauchenden Rcuter-Meldung stecken, wonach Beamte einer Anzahl von Ministerien und„fünf Mitglieder des Sowjet" zurückgetreten sein sollen, weil sie für ein sozialistisck>cs Koalitionsministerium eintreten? In dieser gllgemeiiren Forizr besagt big Mitteilung xein gar nichts, nnd' es ist erstaunlich, daß eine Agentur wie Reuter derartiges krauses Zeug verbreitet. Wir erfahren ferner auf dem Umwege über die Schweiz— angeblich aus der bolschewistischen., Prawda" daß die russische K o n st i t u a n t e auf den 25. November einberufen sei. Dieses ist ein Ding der Unmöglichkeit, weil die Wahlen nach nicht stattgefunden haben. Sie uxiren seit jeher auf de» 2ö. November angesetzt, und die Wahlkampagne war bereits seit Wochen im Gange. Es ist also nickst klar, um was für eine Verordnung es sich in diesem Falle handelt. Die Verordnung soll von Lenin unterzeichnet sein, indessen ist es unbekannt, in tvelcher Eigenschaft er die Unterschrist gegeben hat. Die Mitteilungen vom Vorgehen Kaledins kehren wieder. Tie Absichten des Kosakengenerals scheinen daraus zu zielen, den Norden zu isolieren und io die Zuführung von Getreide und Kohle, der unentbehrlichsten Bedorjsartikel, für deren Bezug dem Norden Rußlands keine ander« Quelle offen bleibt, abzuschneiden. Ein Stockholmer Telegramm des„Lokal-Anzcigers" be- richtet auf Grund der in Schweden eingetroffenen russischen sozialistischen Zeitungen, daß ein sozialistisches Koalitions- Ministerium zustande gekommen sei. Dieses Ministerium, in dem die Bolschewiki die Mehrheit haben sollen, würde sich aus ein Repräsentationsorgan stützen, in dem neben den Vertretern der Arbeiterräte auch Vertreter der Bauernräte, der Stadtper- waltungen von Petersburg und Moskau, der Armee und Flotte, der Fachvomne usw. ihren Sitz haben werden. Doch scheint uns diese Mitteilung, die in einem srühcrcn Stadium wohl zutreffend war, durch die späteren Ereignisse überholt zu sein, denn wir lasen ucuerdings, daß die Koalition nicht zu- stände gekommen war. * Lenin und Kaleüin. Stockholm, 19. November. Die letzte« Ntchrichteu auS Rußland betonen häufiger als bisher, daß K e r e n s k i das Spiel verloren habe. Gestern abend traf nach „Stockholms Tidningeu" sein Privatsckretär in Stockholm ein, dem»S gelungen war. mit falschem Paß aus Rußland zu ciu- fliehen. Auch er bestätigte die Behauptung auderer Reisenden, daß Kcrenski geflohen sei und die Bolschewiki Petersburg beherrschen. Die Nachricht von KornilowS Teilnahme am Kampf bezeichnete er als unrichtig. Dagegen fei es wahr. daß K a l e d i n das Dongebiet beherrsche. Das Vorgehen des Kosakcngenerals Kaledi» tritt in den Berichten immer mehr in den Vordergriiud. Der ganze Kampf zwischen Lenin und KerenSki scheint von einem solchen zwischen Lenin und Kalediu abgelöst z» werden. Der Kosakengeneral geht nach verschiedenen Aussagen darauf aus, einen regelrechten Hunger- krieg gegen Petersburg zu führen. Darum hat er die Kohleugebiete des Donez besetzt, weil er dadurch einen Druck auf den ganzen Eisenbahnbetrieb Rußlands ausüben kann. Auch Charkow ist von seinen Truppen g e n o m m c». Diese hielte« dort 290 Eisenbahnwagen Lebensmittel zurück, die für Petersburg bestimmt waren. Die LebenSmittelnot in der Hauptstadt soll schon sehr groß sein. Londo«, IS. November. Reuter meldet auZ Petersburg vom gestern: daß die„Arbeiterzeitung" ein Manifest veröffentlichte. in dem verlangt wird, alle politischen Gefangenen in Freiheit zu setzen, die Schreckensherrschaft zu beendigen, die Prctzsreiheit wieder herzustellen und für die Oefientlichkeit SicherheitSmatzregel» zu treffen. Ferner wird gefordert, daß dem Gemeinderat eine aus- reichend« bewaffnet« Macht zur Verfügung gestellt wird, um die Ordnung zu handhaben. Inzwischen richten die Bewohner nou Petersburg einen eigenen Sicherheitsdienst ein. um die Häuser während der Nacht zu bewachen. In rintgen Tagen werden die Borräte an Lebensmitteln und Viohfutter infolge der allgemciiicii Unordnung und der Zerstörung von Eisenbahnanlagen aufgebrauchl sein. Die Beamten des Finanzministeriums haben sich geweigeit, die Staatskassen den Maximalisten auszuhändigen. Die Direktoren der Staatsbahncn wurden verhaftet, sind aber später wieder in Freiheit gesetzt worden. Der Straßenkampf in Moskau. Tie Garniso« für die Bolschewiki. London, 19. November.(Reuter.)„Daily Chrouiclc" erfährt aus Petersburg, daß die Truppen der Bolschewiki, die die 1599 Kosaken KerenSkiS zwischen Gatschina und Zarökoje Sselo geschlagen habe», 1K999 Mann zählten. In Moskau begann der Kampf am 19. November. Tie Truppen der Regierung bestanden ans 3999 Soldaten, Kadetten und Studenten. Sic verfügten über drei Kanonen, eine große Anzahl Gewehre und riuigc Ma- fchincogewehrc. Bon den 199 999 Manu der G a r« i s o n waren ungefähr 15 999 auf der Seite der Bolschewiki, die übrigen blieben in den Kasernen. Ter revolutionäre RilitäranSschnß beschoß mit 15 Kanonen andauernd das Zcntrnm der Ttadt. Vis zlim �4. Nsvrmber sind Personen, siaupt sächlich friedliche Biirstcr, nms Leben gekommen. Die Leichen blieben tagelang nnbcstattet liegen. Die Kathedrale im Kreml wurde zerstört und die Basiliuskirchc in Brand geschossen. Amsterdam, 19. November, Tem„Algemeen Handelsblad" zu folge»i-ldet Harold Williams au-Z Petersburg: J» Mo?!au ist nach emwochiger SchreckenSherrschafc dir Friede wieder bcrgcstellt. Aber es ist ein Friede der Erschöpfung und Furcht, der keiner der beiden Parteien den Sieg gebracht hat. Der �üter üer Geheimvertrüge. Petersburg, IL. November.(Reuter.) Der frühere Minister des Neustcren, N c r a t o w, wurde von den Maxi- malisten verhaftet. Die neue GrAnung in Zinntanö. Stoiiholm, 19. November.(„Köln. Ztg.") Aus Hapa- randu ivird gemeldet, dag in Finnland jede Arbeit danieder- liegt. Der Eisenbahnverkehr ist bis auf Lebensmittel- und Militärtransporte eingestellt. Der Draht befördert nur von den Sozialisten genehmigte Telegramme. Die H c l s i n g f o r s e r S o z i a l i st e n, die sich einen revo- lutionären Ausschuß nennen, haben in vielen Städten A n l ü n d i g« n g e n anschlagen lassen, welche die be- kannten F o r d er u ii g c n der sinnischen Sozialdemokraten zu den V e r f a s s u n g.s f r ag e n enthalten. Der revolutionäre Ausschuß in HelsingforS hat in alle Städte 0 es L a n d e s B e v o l l m ä ch t i g t c geschi ckt, die sich in den Besitz der Macht über alle Ein- richtungen des Staates und der Gemeinden setzen sollen. Sie nehmen Neuwahlen nach dem von dem alten sozialistischen Landtag angenommenen, aber nicht bestätigten Gesetz für die Koinmunalwahlen vor. In T o r n c a angekommene sozialistische Bevollmächtigte haben den Arbeiter- und Soldatenrat mit russischen Soldaten eingerichtet und führen alles Getreide ein, das sich im Besitze längs der Bahn wohnenden Bauern befindet. Solche Maßnahmen sollen im ganzen Lande vorgenommen werden.* Außer leichten Streitigkeiten sollen keine Z u s a m m o n st ö ß e vorgekomNien sein. An der Grenze 'prüfen finnische Sozialisten die Pässe, ohne ihren Stempel hat kein Paß Gültigkeit. Eine„Note Garde", bestehend aus bewaffneten russischen Soldaten, ist auf alle Städte verteilt. In bürgerlichen Kreisen hofft man, daß sich die a l l g e- meinen Ä n L st ä n d e zugunsten d e r-a e l V st ä n dig- keitsbestrebungen verwenden lassen, so daß ein B e r- gleich zwischen den Parteien, zustande kommen iuerde. Stockholm, 19. November.(„Franks. Ztg.") Nach Aeuße- rungcn eines Mitgliedes der hiesigen finnischen Kolonie werden die bürgerlichen P a r t e i e n in Finnland trotz ihrer Zersplitterung T o k o i unterstützen, falls er gegen die Bolschewiki die Forderung der Selbständigkeit Finnlands ans- recht erhält. Finnland könne im Notfall eine Armee von! DoOOOO Mann aufstellen, um die halbe Million Russen aus dem Lande zu vertreiben. Nur Waffe» fehlen. Da Finnland bisher Petersburg mit Fleisch und Malkexeiprodukteu versorgte und außerdem die russische Gmstisuii ernährte, daWUen.trotz Versprechens kein. Getreide. erhielt, wird die F r. a g e der L c b e n s m i t t e l v c r s o r- g ü'n'g auch bei völliger Trennung.von Rußland nicht ichwierigcr werden. Wenn der E.isewbahucr streik lange dauert, steht allerdings in HelsingforS eine Hungersnot bevor. Nrtilleriekampf in Flandern— Neue Erfolge zwischen Brenta und Piave— Dorf Cwiieto und Monte Cornella erstürmt. Amtlich. EroxeS Hauptquartier, 19. November 1917. st®. T.».) Westlicher Kriegsschauplatz. Nach heftige» Feuerwellen am frühe» Morgen blieb die Artillcrietätigkeit in Flandern bis zum Mittag gering. Mit zunehmender Sicht lebte das Feuer am Nachmittage wieder auf und steigerte sich in riiizelucn Abschnitten zwischen der Küste und Becelacrc zu großer Stärke. Bei den anderen Armeen verlief der Tag außer kleineren Borfcldkäwpfen ohne besondere Ereignisse. sich hierbei besonders au?. 1109 Italiener fiele» in die Hände der Sieger. An der unteren Piave schwoll der Fcuerkampf zeitweilig zu großer Heftigkeit an. Ter Erste Gcneralquartiermcistcr. Ludendorff. Abendbericht. Der wegen seiner Kampfleistungen vom Vizefeldwebel zum Offizier beförderte Lentnant Buckler schoß gestern ein feindliches Flugzeug und zwei Fesselballone ab und errang damit feinen 27., 28. und 29. Lnftfieg. westlicher Kriegsschauplatz und Mazedonische Front keine größeren Kampfhandlungen. Italienische Front. Nordöstlich von A s i a g o wiederholte der Feind seine erfolg- lose» und verlustreichen Angriffe, um die verlsrenen Höhen zurückzugewinnen. Zwischen Brenta und Piave brachten die lebten Tage den verbündeten Truppen in schwierigem GcbirgSkauips neue Erfolge. In vorbereitete» von Natur aus starken Stellungen suchte der Italiener uns jeden Fußbreit BodenS streitig zu machen. Neu herangeführte Kräfte warf er de» vordringenden Truppen entgegen. Der unüberwindlichen Angriffskraft unserer Infanterie waren sie nicht gewachsen. Schritt für Schritt, zähe sich wehrend, wich der Feind zurück. In besonders erbitterten Kämpfen wurde Qurro und der nordwestlich vorgelagerte Monte Cornella erstürmt und der Feind in seine stark ausgebauten Stellungen auf dem Monte Tomba zurückgeworfen. Deutsche Swrmtruppcn und das voSnisch-hcrzegowiuischc Infanterie-Regiment Nr. 2 zeichneten Berlin, 19. November 1917, abends. Amtlich. In Flandern lebhafter Feuerkampf vom Hont- honlstcr Walde bis Zaudvoorde. Ein Teilaogriff der Franzosen am E h a u m c- Walde wurde abgewiesen. Im Osten nichts Besonderes. Heftige Kämpfe im Gebirge zwischen Brenta und Piave. Ter österreichische Bericht. Wien, 19. November 1917. lW. T. B.) Amtlich wird »crlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz. Im Bcrgland südlich von F e l t r c erstürmten die Truppen des Generals Alfred Krauß vorgestern in heftigem, bis in die Nacht andauerndem Ringen das Dorf O u c r» und den Monte Cornella. Der Feind ließ über 1199 Gefangene in unserer Hand. Ter Erfolg, der gestern durch weiteren Raum- gewinn ausgebaut wurde, ist vor allem dem herzhaften Zugreifen des bewährten boSnisch-herzegowinischen Jnsantcric-RcgimentS Nr. 2 und deutscher Sturmabteilungen zu danken. Nordöstlich von G a l l r o brachen abermals mehrere italienische Angriffe blutig zusammen. Ocstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Albanien. I» Albanien führte ei» Sturwtruppuntcruehmcn bosnisch- hcrzegowinischrr Jäger gegen den italienischen Brückenkopf F e r a s an der u n t c r c n B» j u s a zu vollem Erfolg. Die weit überlegene Besatzung wurde verjagt, beträchtliche Beute ein- gebracht. Der Chef des General st abes. Wissen als Kriegsrat-Helfer. Der in Rapallo beschlossene Oberste Kriegsrat der Entente hat sich alS ein Sprontzmittel erwiesen, das den beteiligten Regierungen höchst gefährlich werden kann. In Frankreich ist bereit? ein Kabinett anfgeslogen und mich in England droht solch cm'Vorgang. Jetzt zeigt sich Hilfe. Die Vereinigten Staaten haben zwar in Rapallo nicht mitgetagt, aber man hoffte, daß sie mitmachen würden, und schon ist telegraphisch angedeutet worden, sie würden sich ohne Anffordcrnng selber melden. Da nun das befreundete Hans über einem Pulver- saffc auflodert, nimmt eS nicht wunder, daß der tranS- atlantische Retter eilig vorspringt, wie folgendes Telegramm bezeugt: London, 19. November. Ncuier erfährt: Oberst Hause, der Führer der amerikanische» Gesandtschasr und Sondervertretung Wilsons in Europa, empfing eine Drahtnachricht vom Präsidenten, in welcher dieser nachdrücklich darauf hinweist, daß die Regierung der Aereinigten Staaten die Einigkeit in Vorgehen n n d Kontrolle zwischen allen Alliier- l e ii und den P e r c i n i g t e n S t a a t e n als wesentliche ForScruug dafür betrachtet, nni einen gerechten und dauernd en Frieden zu erreichen. Ter Präsident betont die Tatsache, daß diese Einiglcit vcrvollkomiiiuet werden inüssr, wenn die großen Hilfsquellen der Bereinigten Staate» gut und vorteilhaft ausgenützt werde» sollten. Er ersucht Honje, sich mit den Führern der Verbündeten Regierungen zu beraten zum Zweck eines in ö g l i ch st geschlossenen g e ni e i n- s a m e n Vorgehens. Wilion hat House beauslragt, der ersten Beratung des Obersten KriegSraleS mir General Lliß, dem Stabs- chcj der Armee der Vereuiigten Sraalen, als nrilitäciichen Berater, beizilwohneu. Man hofft, daß dw Beratung tu Paris vor Ende dieics Monats stattfinden wird. Mit anderen Worten: Amerika macht sich ans Werk, in der KriegSratSfrags einen Zwang auf seine Bundesgenossen auszuüben. In den europäischen Weslstaatcn fürchtet man nir Den Bestand der demokratischen Verantwortlichkeiten, die in den Verfassungen festgelegt sind, und das Amerika, das an- geblich einen Kreuzzug gegen Autokratien führen wollte, setzt den Demokratien Tmimschraubeu an. Weil nämlich sonst dab Geschäft, genannt„gute und vorteilhafte Ausnutzung der. Hilfsquellen der Vereinigten Staaten", nicht in Blüte kommen kann. An dem Echo, das dieses Vorgehen an der Themse wecken wird, dürfte sich abschätzen lassen, bis zu welchem Grade die politische Abhängigkeit Englands von der nordamerikanischen Union bereits gediehen ist. Tokiv, 1?. November. iNeuicr.) Anitlich wird gemeldet, Jirpan sehe sich genötigt, die Bcrhnildliingc» über ei» Abkouimen uiit den Bereinigte» Staaten, wonach Japan eine viertel Million Tonnen SchrfsSrailin gegen Lieferung von 175 999 Tonnen Stahl stellen sollte, abzubrechen. Japan soi nicht imstande, die onierika- nischen Forderungen bezüglich der Altersgrenze der Schiffe und des Preises anzunehmen. Stockholmer Aufregungen. linser Stockholmer Berichterstalter schreibt uns: Der„Social- demokraten" vom 11. d. M. hat gegen eine beiläufige Bemerkung in einer Stockholmer Depesche des„Vorwärts" vom 11. eine Kanonade von zwei Spalten losgelassen und fordert uns dröhnend auf. mit ihm auf da? Kampffeld zu treten oder uns gemeiner Fälschung schuldig zu bekennen. Wir müssen die Mensur entschieden ablehnen. Ter„Vorwärts" bat in diesen Tagen nicht genug Papier und kein Interesse für den Krakeel, der zum täglichen Betrieb des„Social- demokraten" gehört, seitdem ihm mit seinem früheren Chefredalteur auch dos geistige Gleichgewicht abhanden gekommen ist. Wir könneir dem Spielplan politischer Proviuztheater ebensowenig folgen wie den Uebertrieben heilen ibreS TarstellungsstilS und bemerke» zur Sache selbst»nr das Folgende: Der„Socialdemokraten" führt zum Nachweis, daß er de» sogenannten Leninstandal, das heißt die Beschuldigung, daß die BolschewikS über Stockholm deutsches Regierungsgeld erhalten hätten, nicht politisch ausgebeutet habe, neben anderen Textstellen, die nur zur Wartierung seiner Klageschrist dienen, cur Zitat vom 23. Juli an, worin wirklich der Sah stebt:„Wir für unseren Teil glauben nicht und haben nie geglaubt, daß Lenin ein deutscher Agent ist". In der Tat, daS war am 23. Juli zu lesen— als es nicht mehr zu leugnen war. daß die ganzeir„Euthlllluirgen", über die man in den dem„Socialdemo- lraten" nahestehenden Kreisen lange vorher gemunkelt hatte, eine schniierige Intrige waren. Aber am 2 1. I u l i hat der„Social- demokraten" diese„Enthüllungen" aus der ersten Seile in sensationeller Aufmackiung, wobei sogar das Porträt Lenins vorgeführt, mit einer Ueberschrift, die in fetten Werte enthält:„Lenin öffentlich zum Agenten gestempelt�" Und am 23. Juli man über den Kliegsnachricbten den Titel c Deutsche Fortschritte im Osten in fruchtbarem Zusammen» wirken niit den Bolschewikiagitarionen". Wohl- gemerkt, nicht vom Ausnützen der Bolschewikagitairon durch die deutsche Armee ist da die Rede, sondern vom Zusammen- wirken. Wir sind also nicht in der Lage, Buße zu tun. Aber wir sind bereit, sein Verhältnis zu der VcrleunidungSlampagne gegen Lenin und seine Freunde als unfruchtbares Zusammenwirken zu definieren. nicht fehlte, Le ttcrir die deutschen selbst liest Kundgebungen mit öwtopfern in Zürich. Erklärung der sozialdemokratischen Körperschaften. Zürich, 18. November.(Meldung der Schweizerischen Depeschen- Agentur.) Am Sonnabend abend fand in Zürich eine Kundgebung vor dcn, Bezirk-gebäudc statt, Ivo die Führer einer pazifistische», gegen die P!un>tionsfabriken gerichteten Kundgebung vom letzten Freitag in Haft sind. Die Veranstaltung ging von jungen Burschen aus i rnehrere Tausend Personen nahmen teil. Es kain zun schweren Ausschreitungen. Die Polizei zog blank und schoß mit Revolvern. Barrikaden wurden errichtet. Es gab 4 Tote, darunter einen Polizeibcamte», und viele Verwundete. Eine Maschine n geivehrabteilu n g säuberte den Platz mit blinden Schüsse». Um 1 Uhr nachts trat Ruhe ein. Zürich, 18. November.(Slkiweizerische Depeschen-Agentur.) Bis heute riiinag 2 Uhr ivurden sechs Tote als Opfer des Krawalls vom Sonnabend abend festgestellt, und zivar zwei Männer, deren Namen festgestellt sind, ein dritter unbekannter Mann, zwei Knaben, deren Namen ebenfalls noch nicht feststehen, und ein Polizist. Ein Kausmamr und drei Polizisten erlitte» schwere Schußwunden. Insgesamt wurden dreißig Per- Haftung« n vorgenommen.'Truppen versehen den Ordnungsdienst ans dem Helvetiapatz und in der Badencr Straße, wo die AuSschreitmigen erfolgten. Im Lanse des Sonntags rückten>v eitere starke Triippeiireile tu Zürich ein. DaS Kommando in der Stadl Zürich wurde von dem General dem Platzkominandailten Obersten Reiser über- geben. Alle Truppen wurden von dem zürcherischen Regierungsrar erbeten. Nachmittags 2 Uhr. Es wurden weitere Verhaftungen vorgenommen, darunrer besonders solche junger Burschen, die Schniähungcn gegen Oifiziere ausstießen. Nach einem Anschlag der Zeitiiiig„Volksrecht" findet die für Montag abend an- gesagte Protcstvcrsammluiig aus dci» Helvetiaplatz nicht statt, dagegen eine streng vertrauliche Beratung der Vereiiliguiigen und Vertreter der Vorstände der sozialdemokratischen Partei des Bezirks Zürich. NachniittagS 5 Uhr. Nach den neuesten Nachrichten sind bis- her nur drei Opfer des Krawalls gestorben, ein Polizist, ein ge- wisser Lrnigcr aus dem Kanton Bern und ein gewisser Nägeli auS Rorschach. Im Kantonhospital liegen mit Bauchschuß eine Frau. ferner zwei junge Leute im Alter von 13 und 19 Jahren mit Bauchschuß und Lungenschuß. Ueber 29 durch Schüsse Verwundet- wurden in Behandlung genommen. Bisher wurden über 89 Verhaftungen vorgenommen, die meisten wurden nach Aufnahme ihrer Personalien wieder freigelassen. Truppenteile sind bereits in Zürich eingetroffen. Zürich, 18. November.(Schweizerische Depeschen-Agentur.) Am Sonntagabend wurde die Ansamurlung um die KreiSwache wieder stärker. Militär forderte zum Weitergehen auf unter An« drohnng der Verhaftung. Insgesamt wurden Sonntag abend Hunderl Verhaftungen vorgenommen. Das Platzkommando erließ einen Anschlag, worin jegliche Versammlung verbaten wird. Zuwiderhandelnde sollen den Militärgerichten übergeben werden. Bern, 19. November.(Schweizerische Depeschen-Agentur.) In einem Aufruf erklärten die sozialdemokratische Arbcitcrunion, die sozialdemokratische Fraktion dcS K a n t o usra t e s und die sozial- demokratische Fraktion des großen Stadt- r a t e s in Zürich, mit den V e r a n st a l t c r u der Ausschreitungen der letzten Tage keine Gemein- s ch a f t zu haben, und fordern die Arbeiterschaft auf, alles zu vermeiden, was zu solchen Ausschreitungen führen kann. Eine Delegiertenvcrsammlung der Union wird hcnte, Montag abend, zu dcn Ereignissen Stellung nehmen. Tic Gcschäftslcitnng der sozialdemokratischen Parter der Schweiz hat für morgen, TikuStag nachmittag, nach Zürich eine Vorstandssitzniig einberufe«. Awischcn Srenta unö piave. Berlin, 19. November. Nordöstlich vo» A s i a g o und zwischen Brenta und Piave versuchten die Italiener teils durch Maffcnnngriffe frischer Kräfte, teils durch zähen, verzweifelten Widerstand, Las weitere Bordringen der Verbündeten mit allen Mitteln auszuhalteu. Während iu der Gegend von Äsiago die mehrfach wiederholten tieigeglicdcrtcn Angriffe gegen die von uns eroberten Höhen unter außcrordentlicv schweren blutigen Lerlusten scheiterten, vermochte auch der harrnäckigste Widerstand der Italiener iu ihren starke», ausgebauten Gcbirgssrrlluuzeil dem Angriff unserer unauf- haltsam durch schwieriges Gelände vordringenden Truppen nicht stand- zuhaltcn. Deutsche und österreichisch- ungarische Truppen eroberte« nach heißein Kampfe die auf dem W e st u f e r d e r P i a v e ge- legeur«, mit allen BrrtcidigungSmittcln ausgebauten Höhen bei O u e r o und den nordwestlich vorgelagerten Monte Cornelia- Italienischer Heeresbericht vom 18. November. Auf der Hoch- fläche von Schlegen setzte der Gegner in der Nacht zum 17. seinen Nr. Z?y> 34. Jahrgang Seilage des vorwärts Dienstag, 20. November 141 7 Groß?berlln Opfer der„Verkehrsregelung". Aus den unter Polizeiaufsicht gestellten Bahnhöfen der Hoch und Untergrundbahn kommt es bei dem Wallen der den Verkehr.regelnden" Polizei manchmal zu sehr unerwünschten Zwischenfällen. Wenn der Beamte die Tür deö gefüllten Wage»? zuschiebt, gibt et kein Hinein mehr und auch kein Herau«. Die Sache.klappt" stet», zwar nicht immer zur Zufriedenheit der Fahr gaste, aber immer zu der des Beamten. An den letzten Abenden sahen wir auf den Bahnhöfen Leipziger Platz und Gleisdreieck ein paar Austräte mit an, der denen den durch Uebereifer der Beamten in eine unangenehme Luge gebrachten Fahrgästen kein Widerspruch half. Ein Polizeileutnanl schob eine Tür zu, ehe eS einer Frau gelang, sich aus dem vollen Wagen herauszuarbeiten und auSzu- steigen. Im letzten Augenblick wollte die Tür noch einmal öffnen, ober der Leutnant warf sie wieder zu— und die Frau muhte weiterfahren. Eine andere Frau hatte daS Mißgeschick, daß beim Einsteigen ein sich an ihr vorbeidrängender Mann ihren Schirm, wohl aus Versehen, mitriß, Sie selber wurde von einem Beamten ge- hindert, gleichfalls noch einzusteigen— und der fremde Mann fuhr mit ihrem Schirm davon. AIS die Frau auf dem Bahnsteig einem höheren Beamten der Hvchbabngeiellschast weinend ihr Leid klaare, aniworlete der:.Ja. da können wir letzt nicht» machen, da müsien Sie— sich an das Fundbureau wenden," Durch sofortigen Telcphow omur die nächsten Haltestellen zu benachrichtigen und dort in dem betreffenden Wagen den Schirm abfordern zu lassen, scheint er nicht für.tunlich" gehalten zu haben. Arbeiten der Kriegsbeschädigte». Die ÄriegSbeschädigtenfürsorge der Stadt Berlin will Äriegöbeschädigte bei ihren Bemühungen um Wieder crlangung der Arbeits- und Er werbe iähigleit unterstützet,. Wenn nicht Llückiebr zu dem früheren Beruf möglich ist, so wrrd für den Ucbertrilt in einen anderen Berus sochverständiger Rat und Vor l'creiiting gewährt. Lehrgänge, die für Kriegsbeschädigt« in Fach schule» und Lehrweristätren der Stadt eingerichtet sind, geben ihnen die erforderliche Ausbildung. Sie ist nötig nicht nur für einen neuen Beruf, sondern oft auch dann, wenn der Kriegsbeschädigte mit be eimrächligter ArdeiiSiähigkeit sich dem früheren Beruf wieder zu wenden will. Zum zweiten Male seit ihrem Bestehen veranstaltet die Berliner KriegSbeicdädigtenfiirsorge eine Aus st eilung von Arbeiten der Kriegsbeschädigten. Im FortbildungSichulhauS Lange Straße 31, inmitten de? von Arbeitern bewohnten ge werbliche» CstcnS von Berlin, hat die Ausstellung diesmal ihr Heim. Sie ist reichhaltiger als die vorjährige, zeigt noch bester die Erfolge der Bemühungen zur Wiederbersielluirg der Arbeitsfähigkeit unserer Kriegsverletzten und gelvöhrt Einblick auch in de» Betrieb von Lehrwerkstätten und in die Arbeitsweise kriegSbeschädigter Schüler. Nur ArheiiSerzeugnisie, die von ihnen selber angefertigt wurden, sind ausgestellt. Auch minder Gelungene» ist nicht terngebalten worden, weil Mängel am besten darüber belehren, mit welchen Schwierig keiten der z. B. durch Lähmung oder Verlust eine» ArmeS beschädigte Arbeiter zu ringen hat. Proben von Arbeiten au» den einzelnen Abschniticn ganzer Lehrgänge lassen erkenuen, wie der Lernende fort ichreiiet und wie rasch er manchmal schon gute Erfolg« hat. Die Ausstellung enthäli Arbeiten— teil« in Fachzeichnungen, teils in Werk- siückc»— haupiiächlich au» dem Metallgewerbc, dem Holzgewerbe, dem Baugewerbe, dem Bekleidungsgewerbe. Mit schönen Leistuu-ien sind die Maler vertreten, darunter einige Maler, die nach Verlust deS rechten Armes mit der linken Hand malen gelernt bnben. Die Schreibarbeiten von Kopsverletzten zeigen, daß iür dieie Bedauernswerten die Grenzell der Leistungsfähig- Zeit leider nicht weit gezogen sind. Beteiligt haben sich als Aussteller die höhere iechniiche Lehranstalt.Beuthschule", der Gcwcrbesoal. die beiden Handwerkerschulen. die Tischlerschule, der Ma'.kursuS für Kriegsbeschädigte, die höhere Fachschule für Tcxtil- und BekleidungSindustric, die Fachschulen für Maurer und Zimmerer, für Klempner, für Schuhmacher, für Buchbinder, die Krieg»- beichädiglenichule, die Schule für Kopivcrletzte, die Lazarettschule Buch und die PrüfungSstelle für Ersatzglieder. Die Ausstellung wird den ganzen Winter hindurch offen ge- ballen werden am Soniitag 10—1 Uhr, am Mittwoch und am Sonnabend 4—3 Uhr. Der Zutritt ist unentgeltlich. Tie„losen Tuppen". lieber die Suppenpulver. die der Berliner Magistrat unter der Bezeichnung.lose Suppen" durch Kleinbändler an die Bevölkerung abgeben läßt, wird geklagt. Leider kann man ja daS meiste von dem, was wir jetzt efien und trinken, nicht zu den Hochgenüsieu zädlen. Aber die Suppen, die nlan au» diesen Pulvern erbält, entbehren moiichmol denn doch zu sehr de« Wohlgeschmackes. Er»e Abonnentin unseres Blattes schildert uns das Gemengsel, das ihr bei der letzten Verteilung gegeben wurde. Sie schreibt dann:„Aus was c» besteht, wisten wobl bloß die Herren, die daS Rezept dazu erfunden haben. Ob sie'S schon mal gegessen haben—? Jcki glaub'S nicht: denn sie würde» sich schütteln." Die Frage. tvviauS so ein Suppenpulver besteht. scheint un» ollerding» ein bißchen kitzlich. Bei den jetzigen Er- nährungSverbältnissen wird mancher für ratsam halten, seine Wißbegier zu bezähmen und nach der Zusammensetzung solcher Nähr- mittel lieber nicht zu forichen, ES geht einem da, wie sonst mit der Wuist, die man ja ebenfalls ganz und gar als.Vertrauens- fache" hinnehmen muß. Von ihr kanii, wie es im Sprichwort heißt, außer dem Wurstmacher nur der liebe Golt sogen, was drin ist. Das bemängelie Suppenpulver, dos ivir auf jene Zuichrift hin uns vor« lege» ließen, ciwicS sich als stark rnit Döugeinüie durchsetzt. Aus der reichlichen Beimengung dieier Zuiat ist wohl der fade Geschmack zu et Hären, den wir an der zubereiteten Suppe scststellten. Er war noch sader als der, den wir sonst von den.losen Suppen' kennen. Daß die Rezepicrfinder selber ihre Suppen essen, glauben auch wir nicht. �frauclimord. In der C o u r b l e r« st r a ß« 10 zu Eharlottenburg ist gestern morgen eine schwere Bluttat verübt worden. Tfie 27 jähr ig« Prostltuierte Frau Anna Krzimiiiska ivurde dort erstochen aufgefunden. lieber die Tat geht unS nachfolgender Bericht zu: Tie Tote, die dort feit längerer Zeit wohnte, machte vor acht Tagen die Bekanntschaft eine» Mannes, der sie seitdem mehrere- mal« besuchte. In der Nacht zum Montag traf di« Erstochene den Mann wieder auf' der Straße und nahm ihn wieder mit in die Wohnung. Gestern morgen um 8H Uhr fand nun ihr« Wirtin die fvrau in einer Ecke des Korridors zusammcitgekanert bewußtlos, fast in den letzten Zügen auf. Bevor sie noch ein Wort mitteilen konnte, starb sie. Der hinzugerufene Arzt stellte zwei Stichver- letzungen fest und entdeckt« zu Füßen der Toten«inen langen Dolch mit Hirschhorngriff, mit dem die Tat ausgeführt worden war. Ein Stich war in die Herzgrube, der andere durch die Lunge gegangen. Tie Stiche waren aber der Frau nicht an der Fund- stelle, sondern in ihrem Bett beigebracht worden. Sie hatte sich dann noch aufgerafft und nach dem Korridor geschleppt. Während noch die Witttn sich mit der Gestochenen beschäftigte, muß der Täter in großer Hast die Wohnung verlassen haben. Er konnte sich nur notdürftig anziehen und hat viel« Sachen zurückgelassen� so eine schwarz-gclb-braungestreifte Weste, ein paar Hosenträger,' sind sofort bis Montag. 26. November, schriftlich beim Kriegs ein Paar grünliche Strümpfe,«inen schwarzen Schlips, einen wohlfahrtsburcau einzusenden. schwarz-weiß gestreiften Kragensckoner, ein Paar schwarze Strumpfhalter, einen weißen Stehumlegekragen, eine silberne Remontoiruhr mit Goldrand, Nummer 201311, und mit groß« gliedrigcr Siahlkett«. Die Leiche wurde nach dem Schauhause ge- bracht, um sobald als möglich obduziert zu werden. Mord? Unter verdächtigen Umständen tot aufgefunden wurde gestern morgen in der Schwedenstraße 18 c ein Kunstmaler namens Hentschel, der dort rm vierten Stock für sich allein wohnte. Als gestern morgen der Briefträger kam. erhielt er keinen Einlaß, Man öffnete die Wohnung und fand Hentschel tot auf. Er war von seinem Stuhl heruntergcsunken und lag in einer großen Blut lache. Ein zugezogener Arzt konnte die TodeSursackie nicht fest stellen. An der rechten Seite b?sand sich eine starke Kopfverletzung aus der viel Blut geflossen war. Die näheren Umstände lassen mit der Möglichkeit eines Verbrechens rechnen. Die Revierpolizci benachrichtigte deshalb sofort auch die Kriminalpolizei zur näheren Untersuchung des noch unaufgeklärten Todesfalles. Die Hausherren im Herrenhaus. Der Bund Berliner Grundbesitzer-Vereine und andere Organisationen dieser Art baben dem Grafen Hertling eine Eingabe unterbreitet, in der sie für die Vertreler des städtischen Hausbesitzes, dem etwa 60 Milliarden de» preußischen Volks Vermögens.anvertraut" seien, Sitz und Stimme im renovierten Herrenhaus« erbitten. Wir würden den Herren Hausagrariern diese woblverdiente StandeSerböhung von ganzem Herzen gönnen, hoffen aber, daß sie dann auf ihre Sitze und Stimmen in den Stadtverordneten- Versammlungen verzichten werden. Kleine Anfragen. 10. In den A.- E.- G.- F a b r i k e n B r u n n e n st r a ß e wurde dieser Tage an die dort beschäftigten Arbeiter und Arbeite rinnen ein Bezugschein verteilt, der folgende Warenbezeichnung ent hält:.Reiner Bienenhonig, Zuteilung der staat lichen VcrteilungS stelle 1 Pfund lO.SOM. ohne G e- f ä tz."— Sind die Löhne in den A.-E,- G.- Fabriken neuerdings derartig erhöht worden, daß man den Arbeitern und Arbeiterinnen einen solchen LuxuS zumuten zu dürfen meint? Oder hat die .staatliche Zuteilung" nur den Zweck, den Arbeitern den Mund wässerig zu machen, den Direktoren und AbleilungSchefS aber das Leben zu versüßen? U. A. w, g. Die diesjährige Ausstellung empfehlenswerter Jugendschriften im GewerkschnstshauS findet von Sonntag, den 25. November, bis Sonntag, den S. Dezember, statt. Die AuSstellnitg ist geöffnet an den Sonntagen von 3—7 Uhr, an den Sonnabenden von 6—8 Uhr, Eintritt frei. Kinder haben nur in Begleitung von Erwachsenen Zutritt. DaS Sanatorium Waldfrieden, am Buckowsec gelegen, und ei» angrenzende» Gelände in Buckow, Kreis LebuS, ist von der All« gemeinen OrtSkranke>, lasse der Stadt Berlin käuflich erworben worden und wird als Genesungsheim für weibliche Kaffe» Mitglieder eingerichtet werden. Demonstrationen. Folgender Bericht wird ausgegeben:»Die Unabhängige fozialdemolratische Partei Deutschlands hatte iür gestern in Berlin Veriommlvngen geplant, die bcbördlicherseiis nicht zu gelaffen werden konnten. Im Anschluß an die Vetsammlungen ver> suchten die Teilnehmer in geringer Anzahl im Osten Berlins au den Straßen zu demonstrieren, wurden aber mühelos von der Polizei raich zerstreut.". Darum die Versammlungen verboten wurden, wird nicht gesagt. Wiederherstellung der vollsten Preß und BersammlungSfreibeit ist da» beste Mittel, diese Borgänge zu Verbindern, die zum Schaden des Reich» und des Volke» ausgebeutet werden können I Lichtenberg. Erfolg bei der Stadtverordneten««�. Die am Sonnlag vollzogene Stadtverordneteneriaywahl hat ein für die sozialdemokratische Fraktion erfreuliches Ergebnis gebracht. Genosse K u tz k e r wurde mit 63 gegen 46 Stimmen der Unabhängigen ae wählt. Und da» in der Hochburg der Unabhängigen des WahllresieS Niederbarnim, trotz unschöner Agitation und gröblichster persönlicher Verdächtigungen._ Spandau. Lebensmittel. Feld l der alten Lebensmittelkarte, auf welchem entweder 5 Pfund Kohl oder 2>/. Pfund Mohrrüben entnommen werden durften, behält bis auf weiiereS Gültigkeit. Die alle Lebensmittelkarte ist deshalb noch aufzubeioahrcn. In einer große» Anzahl von Geschäften ist zurzeit Ipieder städtisches Gemüse zu hoben. Eierabschnitt 4 behält bis auf weiteres Gültigkeit, da nicht genügend Eier angeliefert worden sind. KreiS Telto». Kleingartenpacht-Hächstpreisr. Der Landrat deS Kreises hat für den Bereich der Gemeinden Stadt Cöpenick. Adlers- Hof, Britz. Friedenau. Lankwitz. Lichlerkelde, Mariendorf, Steglitz Tempelhost Treptow, Nowawes und Zehlendorf bestimmt, daß für Grundstück«, die zu gärluerischer Nutzung verpachtet werden, höchsten« Pf. je Geviertmeter al» Pachtpreis gefordert und gezahlt werden dürfen. Dieler Preis umfaßt amd etwaige Enlschädigungen für be. sondere Leistungen wie Woslergeld. Entgell für Einfriedigung und dergleichen. Soweit bisher geringere Pachlpreise vereinbart ivaren, darf ihre Erhöhung ohne triftigen Grund nichi erfolgen. Die Ori» Polizeibehörden sind ermäcknigl worden, ansnahmSweiie aus be sonderen örtlichen Gründen höhere Pachlpreise zu genehmigen. Die Verordnung tritt mit dem 1. Dezember d. I. in Kraft; sie gilt nur ür Grundstücke, die für den wirtschaftlichen Klcingartenbau ge- eignet sind.__ Pankow. Sticselsohlenverkauf. Vom 13.— 24. November, von 3—1 Uhr, gelangen im Rathaus, Zimmer 32. Stiefcliohleir an die orlSongehörige Bevölkerung zum Verkauf. Als Ausweis dient die letzte Sleuerguittung. Es sind entweder die zu besohlenden Stiesel oder aber eine Papiersohle in der erforderlichen Größe mit- zubringen. Mehr al« 200 Personen können jedoch täglich nicht ab- gefertigt werden. — Leihweise Abgabe von Handwagen. Die Gemeindeverwaltung hat eine größere Anzahl zweirädriger Handwagen beschafft, die zumTrans- port von Brennmaterialien, Kartoffeln uiw. leihweis« zur Bersügung ge- stelll werden. Bestellungen für da» Ausleihen werden im Zimmer 36 de» RalhauieS eiitgegeilgenommen. Die Leihgebühr beträgt 2 M. für den Tag. Als Pfand für ordnungsmäßige Abliejerung sind 20 M. zu hinterlegen. Die Benutzer der Wagen haben im übrigen sür den vollen Wen(140 M.), insbesondere auch bei Diebstahl, zu haften. An der Verwaltung unbekannte Personen erfolgt da» Ausleihen gegen Bürgschaft de» betreffenden Hausbesitzers. Di« Wagen eignen sich besonders zu gemeinschaftlicher Benutzung von Mietern eines Hause»._ Tegel. LcbcuSmittrl. Von morgen ab auf Abschnitt 70 100 Gramm Weizengrieß(7 Pf.) und 100 Gramm Hlllsenfruchtsuppe (13 Pf.) In der GsmeindeverkanfSstclle gelangen in der laufenden Woche zum Verkauf: Aal und Slillte in Gelee, Delikateß-Leberwursl, Muschelsülze. Bismarckheringe, Suvpenwürfel Volliraft-Blutlonserven, Heringe in Brühe, MiltagStisch. Feithetinge in Fetiunke, Fischpudding» Schollen in Gelee, Esfigsordinen, Zwiebelfleischpastete. FrirdrichSfelde. Abgabe von Grieß und Haferflocke». Die Eni- nähme von Giieß und Haferflocken ist fortab nur gegen Vorzeigung der zu diesem Zweck ausgegebenen Karten zulässig. Mehr als zwei Pfund ans einmal darf an keinen Karleninhaber abgegeben werden. Tie bisher übhche Abgabe dieser Nährmittel aus Milchkarlen und Bezugscheine ist soriab unzulässig. Die im Umlauf befindliche» Be- zugscheine sind im Einwohnermeldeamt umzuiauschen. Für Kranke siild die zur Erlangung von Milch vorgeschriebenen Atteste er» forderlich,_ SroK-Serliner parteinachrichten. Parteiversommlung deS Kreise» Niederbaruim. Am Sonntag fand im Gewerkichaflshauie zunächst eine KreiSkonferenz und daran anschließend eine allgemeine Mitgliederveriammlung statt. Naiv den Berichten des Porstandes, die da» Anwachsen der Parteiorganisation und eine noch erfreulichere Zunahme der Zahl der.VorwärtS'-Lcser zeigen, beschloß die KrerSkonierenz. den angeschlossenen Bezirken den Antrag auf Erhöhung de» Beitrages auf 60 Pf. und 30 Pf. zu unterbreiten. Den bevorstehenden Veränderungen in der Spedttion und im Bezugspreise de».Vorwärts' wurde zuge- stimmt. Der Mitgliederversammlung erstattete der Delegierte de» Kreises, Hermann Müller. Bericht über den Würz- burger Parteitag, der dabei insbesondere die Wandlung der Partei von der Theorie zur Praxis schilderte. Redner begrüßte eS vor allem, daß in Würzburg über die jetzige und zukünftige Haltung der Partei Klarheit geschaffen wurde, ohne unsere end- gültigen Ziele auch nur im geringsten aus den Augen zu lassen. In der sehr regen Aussprache behandelte u.a. LandtagSabg, Braun die Parieispaltung, dabei die Notwendigkeit einer Revifio» der- jenigen Teile unseres Parteiprogramms betonend, die mit den heutigen Verhältnissen nicht mehr in Einklang zu bringen sind. Das haben auch Führer der.Unabhängigen" oft betont, solange sie noch in der Partes waren. Deren jetzige Berufung auf die.sozialistische' Taktik der russischen Bolichewiki ist irreführend, denn deren Forderung der Verteilung der großen Ländereien an kleine Eigentümer z. B. widerspricht durchaus den sozialistischen Anschauungen über das Privateigentum. Bau- meister belonle den Geist der Friedensbereftschaft des Parteitags, der auch den internaiionalen Grundsätze» in jeder Weise gerecht wurde. Er wandte sich speziell gegen die Versuche der Unabhän» gigen, die neuen russischen Verbältnisse ohne weiteres oui Deutsch- loiid zu übertrage» und, zur Freude der Reaktion, die Ärbeiler zu Unbesonnenheiten hinzureißen. Die sehr anregende Aussprache schloß mit der Zustimmung der Versammlung zu dem Bericht und den Belchlüffen des Parteitag». Lichterfelde. VcrständigungSfrieden und Demokratie. Ueber dieses Thema sprach Gen. Mollenbuhr in einer am Sonntag abgehaltenen gut beluchlen Versammlung. In der dem�Vortrage folgenden Diskuisio» versuchte Graf HoenSbroech Stimmung sür die Vaterlandspartei zu machen. Dem nächsten Redner, Borkenhagen, verursachten die Parlamentarisierung. Demokratie und ichließlich der uttramontane Reichskanzler große» Unbehagen. Dr. Viel haber bekämpfte in treffenden Ausführungen die koni'er» vative Politik und stimmte den Ausführungen Molkenbuhrs über Frieden. Porlamentarifierung und Demokratie zu. Auch der Unabhängige Mittenzwei nahm da» Wort, wandte sich aber, im Gegensatz zu der allgemeinen Praxis der Unabhängigen, an die Adresse der bürgerlichen Gegner, im wesentlichen sein Ein- Verständnis mit dem Referenten bekundend. In seinem Schlußwort räumie Gen. Molkenbuhr mit den Einwänden des Grafen HoenSbroech und seine« politischen Sozius Borlenhagei, unter dem lebhaften Beifall der Ber- sammelten gründlich auf. Eine länger« Resolution fand einstimmige Annahme, in der sich die Versammlung mit der Haltung der sozial- demokratischen ReichStagSfraftioi, elnverstandeu erklärte, alle Vorschläge ans Herbeiführung eines onnexionSloie» Frieden» be- grüßt, zu denen sie die Vorichläge der deuiichen Sozialdemokraten in Stockholm und den Beschluß de» Reichstag» vom 13. Juli rechnet: ferner wurde das russische Friedensangebot begrüßt und weiter die Durchführung der Demokralle in Deutschland für Reich, Staat und Gemeinde gefordert._ Charlottenburg. Heute abend 8 Uhr im Volksbause, Rosinen- straße 4: Bericht vom Parteitag in Würzburg. Wichtige Vereins- angelegenheiten. Beschlußfassung über Beitragserhöhung. Schöneberg. Heute abend SV* Uhr in den Neuen RalhauSiälen (Tunnel) Mitgliederveriammlung.' Tagesordnung: Innere Organ- satlonSangelegenheiten(BeitragSfrage). Referent Genosse Krüger- Cöpenick.__ Mus aller tvelt. Riescnuntcrschlagvugcn auf Kölner Güterbahnhföe» sind vor einigen Tagen entdeckt loordcn. In die Unterschleife sind viele Beamte und sonstige Bürger verwickelt. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Wie es gemacht wurde. zeigt folgender Fall: Ein ganzer Waggon Mehl verschwand in Köln-Kalk. Er wurde als„Munition" nach Köln-NiPpeS geleitet, wo ein Beamter für fein Schweigen einen Sack Mehl erhielt. Auch Butter und Sprit wurden in großen Mengen nnterschlaeen. Einer der Beamten hat sich ein respektables Bankkonto angelegt.— Die Verhaftungen haben sich auch auf den Bahnhof Köln-Eifeltor ausgedehnt. Ferner ist ein großes industrielles Unternehmen in die Affäre verwickelt. Trotz großer 5kautio>, Sangebote wurde bisher niemand aus der Haft entlassen. Ein Verbrechen der Tettfirma Heidsick. Die Pariser Straf- kammer hat den Sekisabrikantcn Kunkelmann. Besitzer der Firma Heidsick, zu zwei Monaten Gefängnis mit Strasaufschnb und 10 000 Frank Geldstrase verurteilt, weil der Vertreter dieser Firma in der Schweiz die in Wien und Berlin befindlichen Vorräte in den Handel gebracht hat und weil 6000 Flaschen der Firma während des Krieges über Holland nach Belgien geliefert worden fein sollen, Reinickendorf. Kartvffelbelieferung. Die Gemeinde beliefert diejenigen Kriegerfrauen und-Witwen, di« sich sür di« Monate Dezember bis März mit Kartoffeln vorversorgen wollen, schon jetzt, obne dafür sofortige Zahlung zu verlangen. Der gestundete Beirag wird in Raien von 5 M. bei der Zahlung der Unterstützung eingezogen. Bestellungen auf Kartoffellieferung Eingegangene druckschristen. Zur Reform deS preußischen Wahlrecht». 40 Pf. Otto Liebmann. Berlin, Mehr Freude, von Dr, Paul Wilhelm v, Keppler. 1,75 R, Herdersch« Verlacisbuchhandlung in Freiburg, Dir Feuerbestattung. Von Oswald Rarcuse. H, A, Ludwig Tegener, Leipzig. SSetlerauSftchten für bnS mittler« TiurbbrutirftlnnS bis M itiwoch mitiofl. Ziemlich mild, vorwieaend Ii übe. mit weiloeibi eitrtcn. im Luden meist»eringen. im worden, besonders an der Küfle ftärteren Regenfällen, dazwischen zeiliveise aäsllarend. Vewi«ttattS?ng der 10. Prrnstisch- SSddentschrn KSntgUch Vre«tzischcn) Klasseniotterie 5. zilasse If>. Ziehimgstoq 19 November 1917 Zlaf jede»croeene?,'»uinier sind»wci-Ileich bebe gewinne neknllen. und jwar i( einet' auf die Sf»(c pleidirv Viuuiuiei in de» beide» SibteUuiiAc» I iiud II (Cljne Gewällr A. Et.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) In der Borniittags'Ziebnng winden Bcwinne über 210 Ml. Ceziifletit 2 Gewinne zu 15 000«Iii. 66374 4 Gewinne zu 10 000 Ml. 15218 111157 2 Gewinne zu 5000 Mk. 215406 74 Gewinne zu 3000 Mk. 15700 13744 84162 34760 44399 4S042 47469 48594 49308 49596 53197 60832 63543 67504 81724 86999 89730 103874 108573 113086 122468 144880 147463 14S706 152078 155696 162649 172173 178115 183465 187129 193736 194902 198152 202818 204225 208585 146 Gewinne zu 1000 Mk. 2838 4899 9364 9980 11378 12063 12690 13911 14934 19172 21806 22982 23760 26536 28756 29400 38167 39799 44769 47589 51555 52073 52125 52246 55957 67730 72038 93704 94556 103460 104432 105469 109761 111400 113894 115728 118572 119835 123860 124524 123710 131943 134536 141914 143214 147935 151789 352740 167055 162446 166756 172586 173340 176445 178735 181469 183808 185041 188077 190019 192085 192245 193853 196804 197317 200102 200254 204768 208828 214521 216395 £17532 220494 188 Gewinne zu 500 Mk. 88 105 195 648 11499 12669 17329 21042 25679 25720 28822 33187 35120 39593 40770 41162 44435 44710 45026 49637 51342 65638 55765 56819 68388 58875 59449 71769 72519 74380 74917 75399 75827 76471 76632 78198 78298 78941 85174 86895 94522 100279 302439 104616 108526 119465 122051 123649 126320 132276 134194 137336 140735 142689 145490 147513 149671 150501 354497 157206 159482 359866 160093 164404 366641 170237 370329 174863 179957 180810 181010 181427 185367 185409 386670 186836 189685 190527 192546 193958 194019 194060 194451 198626 198711 201054 211421 211785 213219 216279 223682 224257 224408 229642 3" der NaSmittagS.ZieStmg winde» Gewinne»per 240 Mk. gezogen: 3 Gewinne zu 5000 Mk. 55635 77927 109278 164630 54 Gewinne zu 3000 Di f. 7736 8064 10606 12851 15241 19906 25452 42587 51042 53909 57643 59234 60473 67857 88897 95813 97136 101922 135856 138248 140031 143575 158203 169847 186371 189677 200300 „,-r162®cn,«nne 4" 1000 Mr. 3986 5799 19159 21411 24572 29462 35361 37164 37392 40603 42747 60339 54494 61.4®a 63003<5972 1 77147 77 307 82136 82590 82646 82929 84586 84850 85234 86239 91878 92449 97526 99187 101342 102043 114656 116769 117015 117449 123507 124511 127691 12963I- 131605 134059 138967 139650 142890 144552 147200 152091 153644 159184 161797 165355 165419 169412 171392 175016 176623 180820 131154 183531 186076 189399 191076 192801 192985 197080 201356 201685 206718 206900 209510 209753 222909 225210 2230S2 229198 233404 212„®fh,inne 5" 500 Mk. 3543 3904 4851 5452 6349 9270 10844 16190 17086 19022 25537 27541 31592 33603 38433 39019 41491 43800 49721 51174 52973 53180 64732 67889 48698 69927 60893 60935 66200 69737 6994? 71783(3168 73961 /6633 76746 80119 87124 88546 90961 93140 93664 94627 100006 100635 102536 102901 104529 111915 114305 114980 117833 118507 125987 134273 lS 136350 137091 138803 139308 140930 142562 146905 147288 172361 179671 ITmI? 1~5796 169530 170060 170568 17-361 17-6/1 I/«96o 172996 173416 175576 177913 177QQfi 179830 183217 183422 184865 185978 187578 188625 193654 194483 207315 207453 213405 214558 214616 214956 S3 232442 219269 221564 222011 223239 226425 228419 228791 Letzte Neuheit. 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Spedition, Markus- straße�_______» Botenfrauen verlangt sotort Ausgabestelle Berlin-Westen, Blumenchalstraße 8, Hos, sor- terre bei Stolpmann.* Zeitungssrau verlangt„Bor- wärts"- Spedition Neukölln, Stegfriedstraße 28/29.* Zeitungsträgeriu sofort ver- langt Spedition Lichtenberg, Darienbcrgstraße I, Laden.* Frauen zum ZeitungsauS- tragen stellt sosort ein„Bor- >värts"-Tpedition, Ackerstraße 174, am Koppenplatz.* Zeitungsausträgerin zum 1. Sezember sucht Feyerstcin, Adlershof, Bismarckstraße 82. Frone» zum Aufkaufen aus- gelanimter Frauenhaare sucht Wunderlich,»-chöneberg. Hohen- friedbcrgstraßc 21, IV. 861b* Zeitungsousträgerin verlangt Bernsee, Steglitz, Mommsen- str. 59.* Tüchtiger Goldschmied sosort peflicht, evtl. auch abends.* Karl Huf. Prinzenstr. 79. III. BlOmpnrr,* Rohrleger für Hauskundsch veA. sof. Tods, Reichenberger Str. Ich Gummi-Arbeiter, Gleitschutz- und Reifenarbeiter werden sosort eingestellt. 253/2 ftollertreifcn. 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Rudow bei Berlin— KanttlslroSe. Zlutomobtlschlost'er, perfekt in Reparaturen, verlangt Staat«. Stegtiuer Strohe 17. Maschinenmeisley tJllustrattonsdruckcr) findet dauernde Stellung bei 103/18 BattiMNon. Wsthelmstr. 133. BreBler. Besolilansfalt, Schöneberg, Gustav-Müller-Piatz t. Verkäuferin, Anfängerin, mit guter Schul- blldung, per 1. Dezember für mein Ladengeichaf» j. dmiernde Stellung gesucht. 9145* l-udwiz'krlpp. Elektrtiche Bedarfd-Zltttkel. 8W Lindenftr. 11. Für unicre zahnärztliche Klinik suchen wir per sofort ein Mistteis. Meldungen sind zu richten an o!e AS/2 Allgemeine �rtssrankenkasie sür Berlin- Tempethof, Tdeodorstr. öe. 'Persekte Becherlotcrinnen' stellen sosort ein 10S6L* liioh. Kurte& Alfred Beehr, G. m. d. H., Lmdower Str. 18/19. Nr.ZIY— 1�17 Unterhaltungsblatt öes vorwärts dienstag, 20. November Seim Roßsthiächter. Eine eins-ime, altertümliche, stille Straste. Kleine alte HäuZchen mit netien Gärtchen davor wechseln ab mit modernen Lauten. Ich bin noch nie bicr cielvesen und habe ein Empfinden, das ich als Heines Mädchen balle, als ich zum erstenmal, dem Verbot zuwider, den elterlichen(Zarten vcrliejz und die vorübersührende Strafie de- irat, um immer weiter zu gehen. Neuem, Unbelanntem entgegen. Etwas wie Abenteuerlust überkommt mich.— Vor dem Laden des RofiichlächierS stehen schon eine Anzahl Frauen. Longsanr, noch etwas zögernd nähere ich inich der Gruppe. Alle sehen wie auf Kommando mir entgegen, und nun hören meine scharfen Ohren liebenswürdige, auf mich gemünzte Bemerkungen: „Kick ecnS! Da kommt ja ooch die kleene Schriftstellerin aus de F.-Slrak!" »Malerin is sc." .Nee, alles beedeS. Uu der Mann is cen Jclehrter. Jrjendwo anjestellt bei so'n Institut. � .Die leben wie die Turteltauben--* „Un nu fressen se Pferdefleeich!* Aieherndes Gelächter! Zch bin nun angelangt und sehe die.Dame', die daS.Bon» mitgesprochen hat, mit großen Augen an. Nicht die Spur von Ve.legenheit! .Guten Morgen grüße ich höflich. Die Dame mit dem Bon» moi belehrt wich gönnerhaft: .Hain se denn oock Papier mit? Sonst kriegen se nischt. Un aussuchen dürfen se sich ooch jrich. Iber Haupt dirfen se sich«ich .veimaulieren', sonst wern se ccnsach rauSgeschmifsen." Ich danke für die Ämke aiiS der reichen Praxis der Dame und vertiete mich in die Morgenzcnung. die ich mir, um das Stehen nicht so schwer zu empfinden, mitgenommen habe. .Was gibt'S denn Neues V* erkundigt sich ein überaus ärmlich gekleideter alter Mann. Ick reiche ihm einen Teil der Zeitung, und nun lesen wir beide. Ab und zu beteilige ich mich an der Unter- Haltung. ES ist ganz friedlich. Die Kosten der Konservation trägt eigentlich ein altcS Mütterchen. Sie ist 7t> Jahre all. hat dreizehn Kinder gehabt und erzählt von ihrem entbcbrnngSreichen Leben. .Da iS das jetzt now jar nischt! Da bab' ick noch janz andre Zeiten durchjemachll Ach Jon! Kinder, ihr habt ja kecne Ahnung Hinter mir wird hohe Politik gemacht. .In England bom se doch ooch de parlamentarische lllejieruiig. Tet iS das eenzig richt'ge, sagt mein Mann—•—." Aber meistens find es haüSwirtschaftliche Angelegenheiten, die die Unterhaltung ausmachen. Allerhand KÜchenlnisse werden preisgegeben, und Pferdefleischrezepte iverden ausgetauscht. .--- un denn ecne Bolle ans Been jebunden— delekat, sag ich Ihnen—" .Ham se denn Bollen? Ham se schon mal eene hier jesehn?!' „Ach, un Pserdefett, dct soll ja so jesund sein! Wenn se lungen- kratlke Kinder ham! Ooch für de Augen»s es jut!" .Meine olle Mutta hat sich mal det Beeu vastaucht. Da is uns jcralen worn, wa soll'nS mit Pferdcsetr massiern. Ham wa jcmacht, un de Olle rennt heite wie cen junger Mächen Großartig! AuS dein Hause kommen jetzt nach einander ein Mann und eine Frau mit hochbepackicn Körben, die mit sauberen Tüchern zugedeckt sind. .Sehnse, det sind de Budiker! Die jehn hintenrum! Wir kriegen bloß, wat die übrig lassen." ES ist grütiinig kalt. Man hört ein Getrappel von frierenden Füßen, die sich durch Treten am Ort Wärme verschaffen wollen. Ein strainmes, hübsches, blondes Mädchen kommt und will ins Haus, einen großen Korb Kartoffeln am Arm. Jemand scheint sie am Korb sestzuhallen. Sie kreischt auf. „Der iS det Mächen vom Schlächter. Een osipreißischcr Flicht- ling! Sebr tichtiget Mächen!" werde ich belehrt. .Lieseken. wann machen se denn aus?" wird gefragt. .Ick mach' iberhaupt nich auf! Del machi die Madame!' klingt cS schlagfertig zurück. Hinter mir sind sie immer noch bei der »parlementarrschen Rejierung". .Wir ham sonne licht'gen Männer ins Parlement, sagt mein Mann——" .Pst! Nich so laut! Dahinten steht son.Alldeutscher'--* „Ter is mir doch eenjal!" Der.Alldeutsche' steht mit verbissenem, grimmigem Gesicht, einen kleinen Hund an der Lederleine, sehr hochnäsig mit überheb- licher Mlene. Da. endlich. Sesam, tu'dich auf! Man hört schließen und daS Raffeln der Rolläden. In der offenen Tür steht eine herkulisch gebaute, walkürenartigc Erschci- nung, peinlich sauber gekleidet und frisiert. Eine große Menschen- menge hat sich inzwischen angesammelt, und alles drängt nun nach vorne. „Halt!' ertönt die mächtige Äommandostimme der Walküre. .Nich alle uff ecnnial! Bloß zwanzig Stick! Ick zähle ab!" �.Die sticht die Pferde selber tot! Ick Hab eS selbst jesebn uff de Sch-Slraße". flüstert mir jemand zu. und ich glaube es auch. Ich habe das Glück, mit zu den ersten zwanzig zu gehören. Das alle Männchen schiebt sich noch rein, meine Zeitung in der Hand. .Schröder, wat willst Du denn?" herrscht ihn die Koinman- dierende an., „Ach. bitte, lassen Sie ihn doch!' flehe ich, und er passiert. Drin in dem lleiucn Laden, in dem eine gleichfalls sehr saubere Brr- käuserin steht, geht nun aufs neue ein Schieben und Drängen los. Ich stütze mich, vorwärts geschleudert, erichöpfl aus die Metällstange. die vor dem dicht mil roten, mächtigen Fleischstücken belegten Tisch Irntst, aber schon erklingt daS Kommando:.Nich uff die Stange legen!!" „Zu Befehl!" Ich richte mich auf.— Der Ton. der hier herrscht, ist sicher nicht der.gute TonUn allen Lebenslagen", und die Ausdrücke sind bestimmt nicht dem„Knigge" entnommen.— Nun beginnt ein Verhör: .Wer bat denn vorhin meinem Mädel Kartoffeln aus dem Korb genommen?' Alle beteuern ihre Unschuld. „Habt Ihr ooch alle Papier mit?' geht die Inquisition weiter. Plötzlich bekomme ich einen Stoß vor die Brust, daß ich rückwärts gegen die Wand raumele. Der.Alldeutsche' war es, dessen Ellvogenkraft dieses schöne Resultat erzielte. Stolz ans feine.Erobe- vung" behauptet er nun meinen sicheren Platz, obgleich ich draußen ichou eine Stunde gestanden halte, che er gekommen war. DaS ist selbst der Kommandierenden zu viel. „Da hört denn doch allenS aus! Jetzt kriegt erst die„Kleene"! Komm' Se her, wat sollS denn sein?" Wie eine gute Mutter ist sie jetzt, die ihr bedrängtes schwaches Kind gegen die„Großen" in Schutz nimmt. Einige Minuten später habe ich ein schönes fünf« plündiges. knochenloses Stück, das sie mir auch noch in Papier einwickelt. Wie im Traume eile ich, meinen Schatz an mich drückend, der Tür zu. Ich böre tioch. wie der„Alldeutsche" Fleisch verlangt „für seinen Hund", wie er betont und die Doniierstiinme der Walküre:.Wir Hain fir die Menschen jeschlacht un nich fürs Vieh!! Kck bab keen Hundesutter, Sie!!!" Dann brausendes Gelächter und Brüllen. „Den Hund sagte er un sich selber meent er! Det kennt nian! Der denkt, er ist zu sein! ______ Hilde Drahn. Der Turm öer Arbeit. R o d i n ist flu Gang seiner Entwicklung schließlich auch bei der Arbeit angelangt, nachdem er die Fonnprobleme seiner Kimst ldic Oberflächengestaltung, daS Verhältnis zu Raum, Luft und Licht) für sich gelöst und die großen Gebiete der menschlichen Persönlichleit und der Liebe unikreist hatte. Der Triumph der Arbeit sollte wie bei Meunier, dem großen belgischen Verherrlicher der Arbeil, sein Werk krönen. Der.Turm der Arbeit" ist wie so viele? bei Rodin Problein geblieben. Aber ein Gst'Smodell. das im Nodin-Mnseum erhalten ist, gibt Kunde von der grandiosen Idee. R. M. Rilke gibt in seinem aus intimster Kenntnis RodinS be- ruhenden enthusiastischen Rodinbuche sJnsclverlag) eine Schilderung davon: Auf oinem viereckigen, ziemlich geräumigen Unterbau erhebt sich ein runder Turm. Seine offenen Arkaden lassen einen Mo- ment.au den Pisaner Campanile denken; ober die Bogen stehen hier nicht zu Stockwerken geordnet übereinander; sie winden sich als spiraliges Band nneh oben, wo der Gürtel eines plastischen Gc- simseS sie zusammenhält. Den Abschluß des Ganzen bildet eine Gruppe von zwei geflügelten Figuren, die auf der vom Gesimse eingeschlossenen Plattform ruhen. Der Unterbau wird einen fensterlosen viereckigen Saal ent- halten, eine Art Krypta, aus deren Wänden, in Basrelief, Dar- stellungen unterirdischer und unterseeischer Arbeiten, Bergleute und Taucher, bei elektrischer Beleuchtung hervortreten sollen. Vor dem etwas zurückliegenden Eingang zu diesem Räume steben zu beiden Seiten, das Untergeschoß überragend, die Statuen des Tages lind dep Nacht, architektonisch in die Treppenanlage ein- gefügt, die den Aufgang zur Terrasse des Unterbaus vermittelt. Von da aus betritt man den Turm. Er besteht aus einer massigen Säule, an welcher in sanftem Anstieg die Wendeltreppe entlang- führt,, die nach außen von den Arkaden eingeschlossen ist. Durch diese fällt reichliches Licht auf die gegenüberliegenden Reliefs, die, die Oberfläche der Säule belebend, die Treppe ans ihrem ganzen Wege begleiten. Handwerk aus Handwerk entrollt sich hier, Zimmerleute, Maurer, Schmiede— Gewerbe aus Gewerbe, wie von einer einzigen riesigen Bewegung hingerissen und hinauf. Das Band, das die Spirale an ihrem Ende schließlich von außen zusammennimmt, trägt die Bilder des Tierkreises, die wiederholen sollen, was schon die Statuen des Tages und der Nacht am Fuße des Denkmals andeute»: daß alles das ununterbrochen am Werke ist und im Steigen ans die Genien zu, die sich aus den Himmeln segnend niederlassen, von der Fülle der wirkenden Kräfte wie von einem Anruf angezogen. Unten am Turme sind noch zwei Stcinrelies? wie Grabtafeln eingemauert, die an Herakles und Hephaisto. erinnern-, d-.e heroischen Ahnherren menschlicher Arbeit. Die anderen dargestellten. Figuren tragen die Kleidung unserer Zeit; der Stil des Bauwerks, im ganzen und im einzelnen (Arkaden, Türen usw.), schließt sich an die Formen der französi» scheu Renaissanee an. Die öer hohen Kutt/H»?e:se. Der Generaldirektor unserer Museen, Prof. W. Bode, stellt im roten„Tag" Betrachtungen über die Folgen der hohen Kunstpreise an, die neuerdings von den Kneg-Zgewinnstleril bezahlt werden in der Absicht, ihr Kapital gewinnbringend und sicher anzulegen, der Steuer zu entgehen und zugleich als„Mäzene" sich Glanz zu der- schaffen, Herr Bode schreibt u. a.: „Diese hohe» Preise werden ja den Kriegsgewinnlern nickt schtver sallen, aber sie haben recht empfindlicke Wirinngeii für die ernsthaften Sammler nnd drohen noch empfindlicheren Schaden für den Kunslbesitz in Privatbänden und den gesamten Kunst- Handel in Deutschland. Daß neue solide Sammler dabei sich nickt bilden können, daß die'Besitzer von Knnfiwerken immer mehr zur Abgabe derselben bestimmt werden und daß ihnen der Kopf in beziig auf den Wert ihres Besitzes völlig verdreht wird, daß vorsichtige Sammler und vor allem die Museen kaum noch kon- knrrieren tönnen, daß unser Kunstbesitz imim� mehr ins Ausland ab« wandert: alles dies sind arge Schädigungen, aber schlimmer noch ist die Eesahr, welche infolge der allgemeinen Entrüstniia über dieie außerordentlichen Gewinne im 5klnsthandel nnd daS Ouaicn mit Geld für den deulichen Kunslbesitz dadurch droht, daß bei den Steuer- buketis, mit denen wir in den nächsten Jahren leider überreichlich bedacht werden müssen, die Eliibeziehung der Kunst in die Luxus- steucr oder gar eine Kunstbesitzstener unseren Gesetzgebern nur zu nahegelegt wird."_ Spiele für Sl-nöe. Ein Professor der Erziehungsanstalt für Blinde in Nantes he- ichäsligl sich seit einiger Zeit damit, Spiele für Blinde zu ersinnen oder ihiien bekannte Spiele zngängig zu machen. Wie die„Nalnre" berichtet, ist ihm dies bei sehr vielen Spielen gelungen, vom ein- fachste», kindlichsten Glücksspiele, wie eS das„Gänicipiel" darstellt, bis zum König der Spiele, dem Schach. Bei dem Gänsespiel hängt die Entscheidung von Würfeln ab. Hier war nichts zu ändern als die Würfel, deren Punkte erbaben gemacht werden--mußten, damit die Blinden sie mit dem Tastsinn erreimnen können. Die Kartenspiele hat Prof. Hirschaner den Blinden dadurch zugängig gemacht, daß er sie mit„Zinken" versah, wie man in der Gaunersprache sagen müßte; diese Zinken sind schwach erhabene Zeichen sür die einzelnen Werte, die an den Ecken angebracht wurden. Das gleiche Verfahren war bei vielen anderen Spielen geboten: wenn die Blinden das Svielgerät mit dem Tastsinn erkennen können, können sie auch damit spielen, so etwa mit Dominosteinim mit erhabenen Punkten und Rändern, mit dem Damestnel oder auch mit' Schacht fiyuren. Bei diesen schwieligeren Spiesen fietlich ist die geistige Anstrengung beim Spiel recht groß, wie' nicht von dem..-Bliudspüsl" bedeutender Schachtmeister her weiß. Gedllld- nnd Zuiammensetz- spiele bedurften nur weniger Veränderung: der„Kopszcrbrecher" und seine Sippe konnte unverändert bleiben, nur waren plastische Vor- bilder»ölig, und die zahlreichen Zusainmcnsetzbilder wurden den Blinden in der Weise zugängig gemacht, daß die Bilder durch Reliefs. ersetzt wurden. Nstizen. — D i e bedrohten. Kunst den kmälcr Italiens in den von den Mittelmächten besetzten und noch-u besetzenden� Gebieten sollen vor allen unnützen und geflissentlichen Beschädi- gungen bewahrt-bleiben, und für-ihre Erhaltung soll durch aus- erwähl t-e Sachverständige gesorgt werden. — Berichtigung. In dem Rodin-Nacheuf von Robert Breuer(in der Sonntagnummer) ist in der zweiten Spalte zu lesen:„die Persönlichkeit ins Kosmische"(statt: ins Komische). Die welsche Nachtigall. Der Roman eines sterbenden Jahrhunderts. 42� Von Ll. France, Solms hatte tvährend der Erzählung seinen Blick immer mehr in die Ferne verloren. Erst bei den letzten Worten kehrte er zurück und sah den Freund unsicher an. Er atmete tief. „Fakobus," sagte er.„Michalansky ist längst frei— sie haben ihn nicht nur freigelassen, sondern sogar befördert— er ist ein Polizeiaufpasser gewesen und hat alles nur getan, um Dich ins Unglück zu bringen— und ich-- ich bin seit heute ein Brilder der Freiheit, denn nur sonst einer. Da hast mich ganz. Ich tu bei allem mit und tvenn'S um Leib und Leben geht." Peißer saß einen Äugenblick nicht begreifend, starr nnd mit offenem Munde. Dann flog er dem Freund an den Hals und lachte und weinte zugleich. „Reinhard, HerzenSsrcuud, Du liebster Kerl, Du an meiner Seite! Jetzt ist der Sieg unser I" lind dann in wild ausfahrendem Zorn:„Und der Micha- lansky ein Verräter, sagst Du? Den Hundsfott periere ich. Dreck und Teufel, perieren, den stoß' ich ohne Gnade nieder, wo ich ihn treffe." Er hatte in seinem Jubel und seinem Zorn ohne Vor- sieht, ja so erregt gesprochen, daß seine an sich laute Stimme auf die Straße drang. Dort unten stand der Polizciaktuar Michalansky und sprang zurück wie von einer Natter gestochen, als sein eigener Name an sein lauschendes Ohr schlug. Wessen Stimme war das? Diese laute, derbe Stimme hatte doch nur einer. Peißer! Konnte der schon oben sein? Der bereitete dort ein Attentat auf ihn selbst vor! In Wahn- sinniger Hast flog er nach dem Polizeiamt... Die oben hatten inzwischen die Vorsicht wiedergefunden. Solms erzählte dem Freunde olles, was inzwischen vor sich gegangen, seine gelungene Flucht, seine Abdankung, den Streit mit dem Vater seines Mädchens, das Verschwinden der Schriften, die Entdeckungen. Dr. Widmonts und die letzte Schicksalstücke, daß jene kompromittierenden Schriften, die einen Namen trugen, nun gerade in Händen derjenigen tvaren, die immer deutlicher sich als die cigcntlicheu Gegner ihres Ordens abhoben. Peißer griff sich an den Kaps ob dieser unheilvollen Ver- knotung der Dinge,— dann aber siegte sein unverwüstlicher Optimismus. „Freund," lachte er.„und ivenn sie die Hölle selber gegen uns in Bewegung setzen,»vir dringen durch. Ich fühl' den Funken meiner Sendung in meiner Brust, mir ist's auf- getragen, mir ist's gegeben.— Du siehst, jetzt bin ich frei für mein Werk, nun hindert inich nichts mehr und bis morgen bin ich in Altdorf..." Da erstarb der Ton in seiner Kehle, denn an der Türe wurde hart und befehlend geklopft. Draußen ertönte die Stimme MichalanskyS: „Im Namen des Gesetzes, wenn nicht sofort geöffnet wird, laß ich die Türen einschlagen." Der erste Gedanke Peißers lvar:'zurück in den Kamin I Gerade das entlastete seinen Freund, wenn man ihn, den Deserteur, nicht bei ihm träfe. Blitzschnell stürzte er zur kalten Feuerstelle. Wie ein Eichhörnchen stieg er in dem breiten Kamin an lose vorstehenden Steinen in die Höhe. Auch' Solms hatte diesen Plan sofort erfaßt. Mit einem Sprung zerwühlte er sein Bett, entledigte sich einiger Kleider und ging dann wie schlaftrunken die Türe öffnen. Den eintretenden Polizeisoldaten, voran dem verhaßten Spion, vor dessen widerlichen Gesicht sich unwillkürlich seine Hände krampften, gab er an, er sei schon im Begriffe gewesen zur Ruhe zu gehen und verstehe nicht, wie man eS wagen könne, ohne Grund einen friedlichen Bürger so zu überfallen. „Ohne Grund!" höhnte MichalanSky, der sich mit imper- tinentcr Selbstgefälligkeit als neuernannter Polizeiaktuar vor- stellte.„Der Exstudent Pcißer, jetzt Deserteur, muß hier versteckt sein." Solms brachte kein Wort hervor— sein Atem stockte. Woher wußten diese verruchten Schnüffler alles? Er be- gnügte sich, die Achseln zu zucken und deutete auf daS Zimmer. „Man kann ja suchen, wenn man das glaubt", stieß er heiser hervor. Und Michalanskt, war ein viel zu gewiegter Menschenkenner, um nicht schon hieraus zu ersehen, daß seine Ohren ihn nicht betrogen hatten. Aber die Haussuchung verlief ohne Ergebnis. Ratlos standen die Schergen im Zimmer und schon wollte Micha- lansky unzufrieden zurückziehen, da rief ein auf der Gasse auf- gestellter Polizist zum Fenster herauf: I „Auf dem Dach steht einer!" Wie eine Meute Hunde zerstoben die Häscher. Eine wahnsinnige Jagd begann. Wie ein gehetztes Wild tvagte der unglückliche Peißer die rasendsten Sprünge, ließ sich an Regen- röhren herab, rutschte über steile Giebel, aber gerade durch die Hast verlor er den Weg, verstieg sich in eine Sackgasse, aus der man ihn, nachdem er sich ivic ein gefangenes Tier gewehrt, dennoch zerschunde», mit geprelltem Bein, zerrissen von Ruß und Schmutz und Blut bis zur Unkenntlichkeit ent- stellt, hervorzog. Reinhard durchlebte während alledem Minuten tödlichster Angst um den Freund. Er konnte ihm nicht helfen, er mußte tatenlos in seiner Stube, bewacht von einem Polizeisoldatcn, tvarten. konnte nur aus dem sich entfernenden Geräusch auf. einen guten Ausgang der Flucht hoffen. Nnd als' er endlich von dem boshaft grinsenden Polizeiaktuar die neuerliche. Ver- Haftung Peißers erfuhr, durfte er sich, auS eigenem wohlverstandenen Interesse kein Zeichen des Schmerzes entgleiten lassen. ES hätte aber seiner Verstellung gar nicht bedurft, denn MichalanSky hatte seine Order in der Tasche, ihn zu schonen. Er beschränkte sich denn auch zur sprachlosen Ver- wunderung des anderen darauf, mit einer kalten höflichen Verbeugung sich zu verabschieden. „Wir sehen also, daß der Arrestant»virklich nicht hier Zuflucht gefunden hat." Und als er alle seine Schergen die Treppe hiuabgeschickt, näherte er sich Reinhard vertraulich lind flüsterte: „Herr Sekretär, ich würde ihm raten, diesen Umgang aufzugeben, er brächte llnheil und er betonte den„Schluß- satz bedeutungsvoll—„er hat doch eine schöne Karriere vor sich." Solms antwortete nur mit einer Geste des AbscheuL. Er verstand von alledem nichts. Waruni schonte man ihn so offensichtlich? Was hatte daS alles zu bedeuten? Doch er selbst trat in seinem Empfinden gar bald in den Hintergrund vor dem Schmerz um den unglücklichen Freund. dessen grauenhaftes Schicksal als Deserteur er voraussah. Zu gern wäre er sofort zu Widmont geeilt— aber der Besuch der Polizei hatte alle Belvohner deS Hauses munter gemachst die nun tu Gruppen auf den Gängen und vor dem Tore daS von ihnen Beobachtete und Bernnitete beschwatzten. So blieb ihm denn nichts übrig, als schlaflos, gemartert von seinen Gedanken, den Morgen zu erwarten, bis der Schlaf der Jugend über allen Kummer siegte.(Forts, folgt.) I i 1 1 Einholetasche 1.95 Fl. Veilchen- Koni« asser 1.95 Geldtasche Lerior 1.95 100 weisse Kundißcher mit(geprägtem 1.95 A. Dandorf&G BellG-Alllonce-Sircsse Gr. Frankfurter Strasse Bronnen-Strasse Kotttiuser Dcmai Mtknersilorfer Strasse \ erlangen Sie bei Einkäujen Rabattmarken Gl« 1 RumtlasGiie verschiedene 1 qk Formen........ � � 2 Schalen S"1" rund oder nriereohig 1.95 3 Schalen ÄÄ«, 1.95 1 Frnciitkoph..... 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Zwischen Brenta und Piave nötigte am Abend de» 16. der Druck verstärkter feindlicher Massen untere Truppen au einigen Punkten, ihr: Pencidiguiig einzelner vor- geichobencr Posten nicht weiter forlzu'etzen, die sodann nach er- bilterlem und glänzendem Widerstand gegen die Angriffe in guter Ordnung aufgegeben lvurden. Gestern vertrieb durch einen zer« schmetternden Porstos; läng? der Piave eine Abteilung der 268. Brigade inr Zusammenwirken mit Teilen anderer Korps den Feind vollständig aus der Gegend von F a- gare. Tie 13. Jnfanteriebrigade wie? einen Angriff, den der Feind in dichten Reihen bei Jenson versuchte, mit blutigen Verlusten zurück und trieb den Feind immer mehr in die Flutzich leise hinein, llcbergangsver suche an anderen Punkten wurden sofort vereitelt. Auf dem rechten Ufer der Piave haben wir am 16. und 17. November 51 Oifiziere und 1212 Soldaten ge« ongen genominen und 27 Maschinengewehre erbeutet. General Diaz. der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 18. November. Im westliche« Mittelmeer hat die alte Angrisföfrcudigkcit unserer ll-Beot-Kommandantcn zu neuen Erfolgen geführt. 11 Dampfer und 8 Segler mit über ZbSSS Hr.-Neg.-To. sind vernichtet worden. Unter den versenkten Schiffen waren die englischen Dampfer Alavi(3627 To.) und Eambric(3463 To lenterer mit ölXX) To. Eisenerz auf der Fahrt nach England, der italienische Tampicr Doris(3679 To.), der griechische Dampfer Despina G. MichalinoS(2815 To), ferner zwei ticfbeladcne Trans- porter und fünf, italienische Segler. Alle versenkten Dampfer waren bewaffnet. Ter Chef dcS Admiralstabes der Marine. Das Gefecht vor üer üeutfchen Ducht. Berlin, 19. November. Amtlich. Nach dem amtlichen Bericht der englischen Admiralität soll bei dem Gefecht vor der deutschen Bucht am 17. d. MtS. von den Engländern ein deutscher Minensucher versenkt worden sein. Die Bebanptuug i unzutreffend. ES ist keines unserer Dt t n e n f u ch f a h r» zeuge van den Engländern verr senkt worden. Demgegenüber wird ein Fisch da mp ser vermißt, um den es sich in der englischen Bekanntmachung handeln dürfte. Diese Richtigstellung bezieht sich auf folgende englische Meidung: London, 18. November. Die Admiralität hat bisher keine wei- tercn Einzelheiten über die gestrigen Ilnlcrnehmungen unserer leichten Kreuzer iu der Helgoländer Bucht erhalten außer der Meldung, daß die fcindlickieit leichten Kreuzer bis 30 Meilen vor Helgoland gc- trieben lvurden, wo sie in den Schuß ihrer Schlachtflotie und Minen- seldcr gelangten, worauf unsere leichten Streltkräfte sich zurückzogen. Einen der feindlichen leichten Kreuzer sah man bxennen, ein anderer schien Schaden iu den Maschinen zu haben, da er am Heck tief lag. Ein feindlicher Mineniucher wurde versenkt. Wir halten keine Ver- luste außer unbedeutendem Sachschaden an den Schiffen. Unsere Verluste an Mannschaften sind geling. Serien imü Mefopotamien. Besetzung von Jaffa.— Planuiästigce türbischcr Rückzug.— Der Kampf bei Tekrit. Amtlicher cuglischcr Heeresbericht aus Palästina vom 18. Ro- vcmber. Gestern wurde Jaffa von australischen und neuseeländischen berittenen Truppe» ohne W i d e r st a n d besetzt, Der Feind scheint seinen Rückzug nordwärts fortzusetzen. Konstantinopcl, 18. November. Amtliches Dementi der Agentur Milli. Der große Sieg, den die Engländer in Palästina davongetragen zu haben behaupten, kommt daher, daß unsere K a in p f l i n i« n bei Gaza und Bir es Saba planmäßig mehr nach rückwärts verlegt ivorden sind. Abgesehen von eineiit Kampf in der Umgebung von Bir cS Saba hat seit der Räumung von Gaza und Bir es Saba überhaupt kein ernstliches Gefecht in diesen Gegenden stattgefunden. Unsere vorgeschobenen Abteilungen in der Umgebung von Bir es Saba haben tapfere Haltung beobachtet und mußten Verluste erleiden, weil sie sich nicht zur Zeit zurückgezogen haben. Die Meldung von eineni Erfolg der Engländer in der Gegend von Tekrit ist in jedem Punkte erfunden, da in dieser Gegend überhaupt kein Kbmps slatigefuiiden hat. Nur haben sich unsere vorgeschobenen Truppen mit der Hauptmacht vereinigt und die Engländer haben sich ihrerseits von neuem in der R i ch- tuilg auf Samara zurückgezogen, ohne sich einem Angriff unserer zusammengezogenen Streitkräfte zu stellen. * London, 19. November. Der britische Oberbefehlshaber in Mesopotamien, Generalleutnant Maude, ist gestern gestorben. Der Kampf in(Dftafrika. Englischer Bericht aus Ostafrika vom 18. November. Auf der Makonde-Hochcbcne besetzten unsere Truppen am 14. November M w, t i. Nach schwachem Widerstand setzten sie sich aus dem Höhen- gelände nordöstlich und westlich T s ch i w a t a fest. Am 15. No- vember besetzten wir Tschiwata nach einem Geiechr auf den Höhen östlich der Miisionsslation. Der Feind ist endgültig auS dem ganzen M a b e n g e- G e b i e t vertrieben. Bemerkung pon 23. T. B.: Bereits nach ihrer Meldung über die vom 6.-8. d. M. stattgehabten Kämpfe wollen die Engländer dicht vor Tschiwata und M w i t i gestanden haben. Daß sie erst am 14. und 15. beide Punkte besetzen konnten, beweist, daß der vorgefundene Widerstand doch nickt io schwach gewesen sein kann. Damit ist jedoch die M a k o n d e- Hochebene, wie die Engländer glauben»rächen»löchlen, noch nicht erreicht. Die Ueberrafchung üer New Yorker öürgermeifterwahl. Die am 7. November abgehaltene New Uorker Bürgermeister- Ivahl hat sowohl ein politisches wie ein sozialistisches Interesse. Abgesehen von der Kandidatur M i t ch e l. die Wilsons Unterstützung hatte, bewarben sich der„prodcutsche" H y l a n und der Sozialist und Friedensfreund H i l I g u i t um den Bürgenneisterposten. Zum Aerger der Kriegshetzer und.Anhänger Wilsons siegte Hylan mit 295 000 Stimmen gegen Mitchell der nur 148 000 Stimmen auf sich vereinigte. Aber die Uoberraickung des WahlkainpfeS ist die große Stimmcnzahl, die«af Hillqvit entfiel: sie beträgt 140 000, alio beinahe so viel wie die deS Wilsonschen Kandidaten, HillquitS Wahlprogramm war direkt gegen die Kricgspolitik Wilsons gerichtet. Die nächste Reichstagssttzung. Ter Seniorenkoitvent des Reichstages trat am Montag zu einer Sitzung zusammen, um über den Antrag der Unabhängigen, den Reichstag sofort einzuberufen, zu beraten. Die Mehrheit des Seniorenkonvents war der Auffassung, es bei dcni in Aussicht genommenen Termin, dem 29. November, zil belassen. Auf der Tagesorduung dieser Sitzung steht zunächst die Beratung der Kriegs! redite, ferner die Interpellation des Zentrums betreffend die wirtschaftliche n Verhältnisse des selbständigen gewerblichen Mittelstandes und schließlich die militärischen Fragen, die der Hauptausschuß vor der Vertagung erledigt hat. Gin neuer IS-Nilliarüen-Kreüit. Der dritte Nachtrag zum Reichshaushaltsctat für 1917, der soeben beim Reichstage eingegangen ist, enthält im§ 8 die Ermächtigung des Reichskanzlers, zur Bestreitung ein- maliger außerordentlicher Ausgaben die Summe von 1ä Milliarden Mark im Wege des Kredits flüssig zu machen. Dafür enthält§ 2 eine leibhaftige Ersparnis: die vorgesehenen Ausgaben für die diplomatischen und konsularischen Ver- trctungen in Peru, Uruguay und Costarica fallen fort,... Deutschlanü unü üie Serner Konferenz. Tic„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Wie bekannt, hat die deutsche Regierung zu der Konferenz der Organisation für einen dauernden Frieden, die am Anfang dcS November stattfinden sollte, eine freundliche Haltung ein- genommen und sich grundsätzlich bereit erklärt, Turchrciseerlaubniffe und Pässe zu gewähren, llmgekchrt haben sowohl Sonnino wie Balfour erklärt, daß die Entente keine Pässe erteile. Bei dieser Sachlage ist, zumal geivisse Neutrale, namentlich Norweger, nicht das„Odium'l auf sich nehmen wollten, mit Deutschen allein zu verhandeln, die Konferenz auf unbestimmte Zeit ver- ragt worden, Angesichts dieser klaren Sachlage finden sich wcstschwcizcrische Zeitungen, die behaupten, daß die Konfcrcnzvcrschicbung auf die Talsache zurückzuführen sei, daß die deutsche Regierung die Telegramnie des Zentralkomitees nach Hol- laud und Skandinavien nicht passieren lasse. Diese Behauptung ist zur Verdunkelung des lvahrcn Sach- Verhalts erfunden. Gilt üie Zrieüensresolution ües Reichtags noch? In einem?lrtikel der„Internationalen Korrespondenz" widerlegt Gen. ReichStagSabgeordneter Dr. David die von naiionalliberaler Seite neuerdings aufgestellte Behauvlung, daß die Reichstagsresolu- lio» vom 19. Juli erledigt oder„durch die Tatsachen überholt" sei. Gen. Dr. David schreibt: ?kicht auS der Erwägung irgeild einer mili- t ä r i s ch e ii Lage heraus hat die RcichstagSmehrheit sich gegen „erzwungene Gebietserwerbungen und politische, wirlschasllichc oder finanzielle Vergewaltigungen" erklärt. Sie lebnt diese vielmehr ob, weil sie, wie sie ausdrücklich hervorhebr, un- vereinbar sind mit dem von ihr erstrebten„Frieden der Berstän- digung und der dauernden Versöhnung der Völker." Diesen Kerngedankeu hat die R e i ch S l e i i u n g in der An tworlnvle an den Papst nicht nur aufgenommen, sie verankert und vertritt ihn noch mit folgenden Sätzen:„Kein Volk hat mehr als das deutsche Anlaß zu wünschen, daß an die Stelle des allgemeinen Haffes und Kampfes ein versöhnlicher und brüderlicher Geist zwischen den Skationen zur Geltung kommt." In diesem Geffte seien auch die einzelnen noch offenen Streitpunkte so zu regeln. „daß jedem Volke befriedigende Daseinsbedingungen ge- schaffen werde» und damit eine Wiederkehr der großen Völker- kaiastrophe ausgeschloffen erscheint."„Nur unter dieser Voraussetzung kann ei» dauernder Friede begründet werden, der die geistige Wiederannäherung und das wirtichaftliche Wiederausblüheit der menschlichen Gesellschaft begünstigt."... Es genügt, diese Kerngedanken der beiden äußerlich und innerlich untrennbareu Kundgebungen herauszustellen, um ihren prinzipiellen, von jeder militärischen Situation unabhängigen Charakter darzutun. Di« hier auSgeiprocheiieii Grundsätze können gar nicht„durch Tatsachen überHoll werden". Sie werden darum auch in keiner Weise erschüttert durch die glänzenden Eciolg: unjcrer Waffen auf dem nordöstlichen und aus dem italienischen Kriegsschauplatz. Wir sehen die große Bedentung dieler wie der Il-Booi-Erfolge darin, daß sie dazu beitragen, die Erkenntnis bei den feindlichen Mächten zu fördein. daß die FriedenSbereitichoit der Mittelmächte lein Ausfluß der Schwäche ist und daß die Hoff- nung, uns llicdcrzuzwinge», aussichtslos ist und bleibt. Dr. David schließt seine Ausführungen mit dem Gedanken, daß zwar jetzt noch die Kriegstreiber der Wsstmächte bei ihren Völkern die Hoffnung auf eine Zerschmetterung Deutschlands aufrechterhalten, daß aber auch drüben der Tag kommen wird, wo die Erkenntnis aufgeht, daß das Ziel eines VergewaltigungSfriedeus unerreichbar ist. Diese Entwicklung könne aber nur beschleunigt werden, durch das ehrliche und unerschütterliche Verharren Deutsch« lands bei seiner eigenen FriedenSbereitschaft. Kinüer- Nachmittagsvorstellung üer Vaterlanüspartei. Im„Dresdner Anzeiger" vom 19.?!ovcmber 1917 finden wir folgende Anzeige. Deutsche Vatcrlandspartei, Laiidcsvcrcin im Königreich Sachsen. Zu den Versammlungen am DienStag, den 20. November 1917, findet eine Vorder> am m l u n g statt im Zirkus Sara- sani 5 Uhr nachmittags, in der ebenfalls wie in den Abciidvcr- sammlungen Großadmiral v. T i r p i tz sprechen wird. Zu dieser Versammlung ist Teutschlands Jugend herzlichst eingeladen. Für die Schüler werden tunlichst Plätze reserviert. Also eine politische Liindervorstellung des Herrn v. Tirpitz! Das geht von denselben Leuten aus. die sonst stets im Brustton der Ucbcrzcugung predigen, daß die Politik nicht in die Jugend hineingetragen werden dürfe. Jetzt betrachtet die Vaterlandsportci die Schuljugend für den geeigneten Gerichtshof, um über die tzolttik der Rcichstagsmehrheit, des Herrn v. Kühlmann usf. zu Gericht zu sitzen. Wir sehen schon im Geist» die neue Resolution vor uns, mit der die Vaterlandspartei hausieren geht: „Viele Tausend Dresdener Schuljungen und Schulmädchen protestieren aus ihrer tiefen Kenntnis der auswärtigen Ver- halinisse gegen die Friedenspolitik der Mehrheit de? Deutschen Reichstags Sie wenden sich mit Entrüstung gegen jeden Ver- such einer Demokratisierung Deutschlands, da durch eine solche die Entscheidung in politischen Dingen den erwachsenen Männern und Frauen in die Hand gegeben würde, während sie setzt dank der Deutschen Vatcrlandspartei der Schuljugend übertragen worden ist." Ersah an Mannschaften für selbstbeschafste Kleiüungsstücke. In einer kleinen Anfrage hatten die Abgg, Keil und Stückle n(Soz.) darauf hingewiesen, daß vielfach den zum Heeresdienst Einberufenen der ihnen zustehende Ersatz für j c l b st b c s ch a f f t e Kleidungsstücke nicht oder»ur unter Schwierigkeiten ausgezahlt wird. In seiner soehcn eingelaufenen Antwort weist der Reichskanzler daraus hin, daß für sclbftbcschafftc warme Unterkleidung, Leibbinden, Kopsschützcr, Ohrenklappen und Pulswärmer Entschädigung nach den Etatpreiseu und, wo solche nicht bestehen, nach ortsüblichen Sätzen gewährt wird. Für leichte .Heuchen und lcichlc Unterhosen erhalten die Akannschaftcn keine Entschädigung. Alle beteiligten Stellen wcvden darauf hingewiesen werden, daß die Entschädigung für selbstbeschafste warme Unter- kleidung stets unverzüglich gezahlt werden mutz, und daß die etwa noch nicht ausgezahlten Beträge baldigst zur Aus- zahlung zu gelangen haben. Kleine Anfragen unü Antworten. Der Abg. Schu Iß-Erfurt(Soz.) bringt eine die Haft- Pflicht der Post für verlorene Pakete betreffende An- frage ein. Nach einer Vorschrift des KriegsministertilmS wird eine Haftung für den Verlust oder Beschädigung von Privatsendungen nach oder vom Feld her, die über Militärpakciämter gegangen sind. nicht übernommen. Unter Berilfuiig auf dies« Vorschrift entzieht sich die Post auch dann der SchadcnSersatzpflicht, wenn das Paket nachgewiesenermaßen innerhalb des Deutschen Reiches verlorengegangen ist. Ter Reichskanzler wird gcfragl, ivas er gegen diese ungerechtfertigte Zurücksetzung heereSdienstpflichtigez: Staatsbürger zu tun gedenkt.— Eine Anfrage de? Abg. Dr. Heck scher(Vp.) weist darauf hin. daß auf der Insel Korsika deutsche Zivil- und Militärgcfangcnc in Slunpsstebcrgegendeii beschäftigt werden. Personenveränderungen im RcichSpostamt. Der Unterstaats- sekrctär im RcichSpostamt, Wirkl. Geh. Rat Gronzow, hat aus Gesundheitsrücksichten seine Versetzung in den Ruhestand erbeten. die ihm gcivährt worden ist. Zu seinem Nachfolger ist der bis- hcrige Direktor im ReichSpostamt Kobclt auSersehen worden, der seinerseits durch Gehcimrat Tencke ersetzt werden wird. Letite Nachrichten. öalfou? zur Lage in Rußlanü. Llindon, 19. November.(Reutermeldmrg.) Im Unter- Haus, erklärte Balfour auf eine Anfrage, die Lage in R u ß l a n d sei n o ch ungeklärt, obwohl es scheine, daß die Extremisten in Petersburg und Moskau die Lage voll- ständig beherrschen. Tie Verhandlungen über die Bildung einer Ko a l i t i o n s r e g i e r u n g haben bisher zu keinem Ergebnis geführt. Die Anfang voriger Woche unterbrochene Telegraphcnverbindnng mit dein bnti- scheu Botschafter in Petersburg sei wieder hergestellt. Ter britische Botschafter bleibe auf seinem P o st c it.__ Zürich. Zürich, 19. November.(Meldung der Schweizerischen Tepeichenagentur.) In her Nacht vom Sonntag zum Man- tag und am Montag ereigneten sich in Zürich kcincrlci neue Unruhen. Trei Bataillone versehen den Ordnungsdienst in- der Nähe des Schauplatzes der Krawalle. Bis jetzt sind keine weiteren Opscr außer den gemeldeten drei zu beklagen, Tie Haupträdelsfübrcr bleiben vorläufig in Haft. Der Schaden am Polizeiposten wird auf mehrere hundert Franken gc> schätzt.___ Friedensboten unterwegs. Stockholm, 13. November.(Eig. Trahtbericht des „Vorwärts".) Zwei Vertreter der dotschrwistischen Auslands- vcrtrctilng reisen heute mit einem Sondcrzug über Torneaa nach Petersburg. Ter Auslandsvertretung wird aus Peters- bürg hierher berichtet, daß die Solida ritätskuud« gedungen der sozialdemokratischen Par� tcrcn Deutschlands und Ocsterrcich-Un- garns auf die russischen Arbeiter und Soldaten einen ungeheuren Eindruck machen. Die Forderungen der russischen Eisrubahucr. Basel. 19. November. Havas meldet aus Petersburg: Auf Drängen des EiscnbahnervrrbandeS sind Unterhandlungen zur Br- rndigung dcS Bürgerkrieges und Bildung einer Regierung mit Ber- tretcrn aller sozialistischen Richtungen mit Einschlusi der Maxima- listen im Gange. Ter Friede ist die dominierende Note aller sozialistischen Parteien. Am 21. November wird in Petersburg eine Bersammlnag von Vertretern der S c m st w o s stattfinden, um die Frage der Bildung einer Regierung zu besprechen. Ein späteres Havas Telegramm berichtet, die von den Eisen- bohnern eingeleiteten Verhandlungen zur Bildung rinrS Koalitionsmini st«riums sind gescheitert, da die Bauern und Minimolisten lich weigern, mit den Maximolisten zu- sainmcnzuarbeiten. Die Eisenbahner weigerten sich, die maxima« listischcn Bcrstärknngrn nach Moskau zu befördern, wo die Loge sehr ernst ist. Die Kämpfe dauern dort a». Die Opfer sind zahl- reich. In der Dongcgend setzt K a l e d i n die Besetzung von Süd- rußland fort. Unterm 16. November wird Hove? aus Petersburg gemeldet: An der Front hat sich ein Teil der Nordarmce bereits den Petersburger Sowjets angeschlossen, die Süd- Westfront dagegen hat sich kategorisch gegen jede Vcrbin- dnng mit den M a z i m a I i st e n ausgesprochen. Auch der Vertreter der Müitärorganisation im Hauptquartier hat diese Stellung eingenommen. Ter neue Obcrkoinmandirrcntzc der russischen Armer. Basel, 19. November. Reuter berichtet, der GcncralstabS- chef im Hauptquartier T u ch o n i n erklärte nach dein Verschwinden Kcrcnskis in einem Tagesbefehl, daß er nun die Stellung des Oberkommandanten übernehme. Petersburg bat fein gewohntes Aussehen wieder angenommen. Tie Beamten der staatlichen Ver- waltung streiken jedoch. Lebensmittel siegen Schiffsraum. A m st e r d a m, 19. November. Ein Havas Telesiramm aus Washington bestätigt, daß die Vereiuigteu Staaten den nördlichen Neutralen gegen Abtretung von Schiffs- räum eine für ihren Bedarf genügende Menge Lebeosmittcl zur Verfügung stellen würden. Tschang Hsun. London, 19. November. Rcutermeldung. Die„Time!" er- fährt aus Peking, daß Tschang Hsun nach RHunion verbannt wurde. Er befand sich seit dem Mißlingen seines Staat?- streich? als Flüchtling in der niederländischen Gesandtschaft. ßcffragsrcfortn im Rolzarbeitervcrband. ! Im Deutkckieii Holqorbeiterverband wird gegenwärtig eine vom Vorstand vorgeschlagene Reform der inneren BerbandSelnrirbtungen lebhaft diskutiert. In allen Gauen haben in jüngster Zeit Gautage stattgefunden, auf denen diese Frage behandelt wurde und am 6. und 7. November tagte in Berlin eine allgemeine RrichSkonferrnz, in welcher die Vorlage des Vorstandes einer eingehenden Erörterung unterzogen und in einigen Punkten abgeändert wurde; der leitende Grundgedanke ist aber erhalten worden. Bisher betrug der wöchentliche Verbandsbeitrag für männliche Mitglieder 60, für weibliche 2ö Pf. Daneben wurden in den einzelnen Orten Lokalbciträge in sehr verschiedener Höhe erhoben, wofür den Mitgliedern Zuschläge zu den'auS der Verbandskasse ge leisteten Unterstützungen, gleichfalls in sehr verschiedener Höhe ge> währt wurden. Bei Beginn deS Krieges mußte, um den Bestand der Kasse nicht zu gefährden, die Auszahlung der Unterstützungen aus den Lokalkassen im gesamten Verband eingestellt werden. Jetzt ist es an der Zeit, diese Unterstützungen wieder in Kraft zu setzen Geschähe dicS ohne jegliche Aenderung, dann würden olle Ungleich- beiten wieder eingeführt, deren Abstellung der Verband schon seit langen Jahren vergeblich versucht hat. Lokalbeiträge und lokale Unterstützungen wurden von den einzelnen Zahlstellen nur nach den örtlichen Bedürfnissen bemessen und so kam eS, daß Zahlstellen, die gleiche Lokalbeiträge erhoben, dafür sehr unterschiedliche Unter- stützungen gewährten. Der Vorschlag des Vorstandes ging nun dahin, die Lokalbeiträge und die Lokalunterstützungen ganz zu beseitigen. ES sollen Staffelbeiträge eingeführt werden und jede Zahlstelle soll selbst bestimmen, in welcher Klasse die Mitglieder zahlen. Dabei wird vorausgesetzt, daß der Veitrag um durchschnittlich 20 Pf. höber gewählt wird, als seither der Beitrag für Haupt- und Lokalkasse be- trug. Die Unterstützungen werden ganz aus der Hauptkaffe geleistet. Die Lokalkaffen werden davon entlastet und baben in Zukunft nur noch die Ausgaben für die Verwaltungskosten und zur Erfüllung sonstiger örtlicher Aufgaben zu bestreiten. Dieser Vorschlag hat an verschiedenen Orten Widerspruch her- borgerufen. Man fürchtete, daß den örtlichen Verwaltungen die Bewegungsfreiheit genommen wird. Dieser Widerspruch wurde insbesondere auch von der Presse der„Unabhängigen" aufgenommen. Dort wurde e« so dargestellt, als plane der Vorstand ein Attentat gegen das SelbstbestimmungS recht der Mitglieder. Man tut dort, als wolle man der bedrängten Demokratie zu Hilfe eilen, während wohl der eigentliche Zweck der Uebung war. Unfrieden im Verband zu stiften. Die in dieser Richtung gehegten Hoffnungen find von der Rcichskouferenz völlig enttäuscht worden. Auf der Konferenz waren 124 Zahlstellen durch 135 Delegierte vertreten. Unter diesen waren auch eine große Anzahl namhafte Wortführer aus beiden sozialdemokratischen Lagern; in den Verbandlungen ist das aber in keiner Weise in Erscheinung getreten. Die Verbandlungen wurden sehr sachlich geführt und in ihrem Verlauf baben fich die Gegner der Borlage von der Grund losigkeit ihrer Befürchtungen völlig überzeugt. In der Echlußabftim- mung wurde die Vorlage mit allen gegen 6 Stimme» angenommen. ES bleibt bei den vom Vorstand vorgeschlagenen 6 Beitragsklassen von 40, 60, 80, 100, 120 und 150 Pf. Die Unterstützungssätze sind entsprechend erhöht, insbesondere die Streikunterstützung. Zur Erlüllung ihrer örtliche» Aufgaben, die gegen den seitherigen Zustand in keiner Weise geändert werden, verbleiben den Zahlstellen 25 Proz. der vereinnahmten Beiträge. Diese Beschlüffe der RcichSkonfercnz unterliegen nun der Urab- stimmung, die in der Zeit vom 1. bis 17. Dezember vorgenommen wird. Außerdem beschäftigte sich die Konferenz mit der Frage der Verlängerung der Tarifanträge, die bis 15. Februar abgeschlossen sind und ein Jahr weiter laufen wenn sie nicht drei Monate zuvor gekündigt wurden. Es haben bereits Verhandlungen mit dem Srbeitgeber-Schutzverband statt- gefunden, die aber noch zu keinem Ergebnis geführt haben. Die Konferenz bezeichnete als Mindestforderungen, die bei der BertragSerneuerung durchgesetzt werden müsien, eine den tatsächlichen Bedürfnisien entsprechende Neueinteilung der VertragSstädte nach Lohnklasien, deren Notwendigkeit übrigens die Unternehmer grundsätzlich anerkennen und deren Vornahme bei den im Sommer dieses Jahres vor dem KriegSamt geführten Verhandlungen von den Parteien vereinbart wurde. Außerdem werden Teuerungszulagen und deren Sicherstellung durch die Erhöhung der vertraglichen Mindestlöhne um den Betrag der Teuerungszulage verlangt. parteinachrichten. Organisationen und Parteitag. Der Sozialdemokralische Verein sür die beiden Kölner Wahl- kreise nahm»ach einem Bericht des Genossen Sollmann über den Würzburger Parteitag gegen 2 Stimmen eine Entschließung an, die die Beschlüffe des Parteitages freudig billigt, aber gleichzeitig be- tont, daß die E i n i g u n g s b e st r e b u n g e n in den Bordergrund der Parteilätigkeit zu treten baben. Soziales. Mängel bei der Offenlegung der Gemeindewählerliste. Das OberverwallungSgerichl hat in letzter Instanz die Gemeinde- Vertreterwahlen in Berge für unaüllig erklärt, weil Gemeinde- Mitglieder infolge Abwesenheit des Gemeindevorstebers an der Einsicht in die Wählerliiie gehindert waren. Das O.-V.-G. sagte folgendes: Bei der Offenlegung der Wählerliste habe der Gemeinde- Vorsteher die Pflicht, dafür zu sorgen, daß die Liste in der Offen- legungSfrist von jedermann zu angemessenen Tageszeiten ein- gesehen werden könne. Sei er länaere Zeit abwesend, so müsse er Vorkebrungen treffen, die die Einsichtnahme der Liste während seiner Abwesenheit ermöglichen. Das sei hier nicht geschehen. Den Gemeindemitgliedern, die an den beiden in Frage kommenden Tagen die Liste einsehen wollten, hätte ein Warten nichts genutzt, da gar nicht feststand, wann der Gemeindevorsteher wiederkommen würde. So seien st« in ihrem Einsichtrecht verkümmert worden. Als grober Mangel des Verfahrens ziehe das die Un- gültigkeit der Wahl nach sich.— Anders würden die Dinge liegen, wenn während bestimmter Bureaustunden die Liste einem Beamten anvertraut wäre und dieser mal kurze Zeit abwesend sei, io daß nur ein kurzes Warten in Frage käme. Das würde unschädlich sein und die Wahlen nicht zu geietzwidrigen machen. Gemeindliche Milch- und Fetterzeuguug. Die Stadl Wien Hot schon vor einem Jahre auf dem Gute Sachsengang 600 Milchkfibe eingestelli und jetzt auf einem weiteren Gut 450 Knbe und 500 Schweine. Die Guisverwaltung bürgt sür täglich?>/, Liter Milch von jeder Kuh. so daß diele 950 Kühe nicht nur den Milchbedari der in Gemeindepflege siehenden Kinder, der Krankenhäuser und Wohlsahrtsansialien decken dürste, sondern noch dem ollgemeinen Verkehr eine nicht unbedeutende Menge Milch zu- geführt werden soll. Die Schweine sollen in drei Monaten fett- gemästel sein, ihre Zahl soll später vermehrt werden. Serantwortlich sür Dolitil:(Erica ßuimct, Verttn: für den übrigen Teil des LiaNeS: Alfred Echol». Nenfölln: für Jnferale: Tb. Glocke, Berlin. Druck u. D erleg: Vorwärts Buchdruckerei». Leriagsanftall Baui Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Seiloge und Uxtirboltnngsbloii. Vcrbnd der Brauerei- und niülslenarbelter und verwandter BcruisgcncSfcn. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Kennt- ms. daß unser Kollege, der Hosarbeiter kotllied KQhn (Böhmisches Brauhaus) gestorben Ist Die Beerdigung findet am Donnerstag, den LZ. d. M.. nachmittags 3'/, Ubr.aus dem Markus-Kirchhos, Wilhelms- bera. statt. Um zahlreiche Beteiligung wird ersucht. -- 44/12 Xachraf. Unser langjähriges Mit- glied, der Kollege vsltsr Lreilsedo Tischler, (Brauerei Patzenhoser KW\ ist insolge eines Unglücks- salles plötzlich verstorben. Ehre ihrem Andenke»! Die OrtSvcrwnltung. Allen Verwandten und Be- kannten, die wiS bei der Bc- erdigung unseres lieben Sohne» und Bruder» USA krilz Walter ihre Teilnahme bewiesen haben, sagen wir hierdurch unser» besten Dank. Familie Gustav Walter. Nculölln, Kaiser-Frievrich-Str. LS4. Spezialarzt Dp. med. I-aabs Seh. schnell, grünbl,, mögl schmerzlos u. ohne BerusSiiör. Gsschlechtskrarktieit. geheime Haut-, Harn-, Frauenleiden. Schwäche Erprobteste Methoden Ekrlich-Hata-Kuren. Harn- u. Blutuntersuchung." Pnlgstr. 84136, ää. iBpulO—lu.ä—8, Sonnt. 10— 1 Nachruf. Am 16. November 1917, nachmittags 61/, Uhr, verschied plötzlich der lang« jährige L-Dorsttzcnde unserer Kasse. Herr lW\ ßSIMl. Wir verlieren w dem Dahingeschiedenen einen Be- rater und treuen Mitarbeiter. der nur die Interessen und da» Wohl der Kasse und der Versicherten wahrnahm. Sein Andenke» werden wir stets in Ehre» halten. Der Borstand der Allg. Lrtskrankcnkassr für Berlin-Tempelhcs. . Robert Tudlien, 1. Vorsitzender. Die Beerdigung sindet am Dienstag, den LO. November 1917, nachmittags 2»/, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Friedhofes der Dem- pelhoser Gemeinde, Berlin- Tempelbos,(Serniantastratze Nr. 59/65. an» stall. 1298,3 Spezialarzt Dr. med. Woekenfaft, Friedriehst 126(Oranienb.T.'i, f.Sjrphills. Harn- u. Frauenleidee Ehrlioh-Hata-Kur CDanerlOT.). Blutuntersuoh. Sehnalle, sichere schmerz). Heilung ohne ßeruft- störung. Teilzahlung. 252112* Sprecbstuno.: 11— 1 u. 6—8 Spezial-irzt Dr. med. Haaehd, Friedrichstr. 90 eÄZ,. Bebandi. von Shvbilis. Haut- Harn-, Frauenleiden, spez. chrou. Fälle. Ehrllch-Hata-Ku- ren, schmerzlose, türzest« Be- Handlung ohne BerusSilörung. Dlutuntersuchung. Mäh. Preiie. Teilzahlung. Sprechstunden 16 bis 1 und 5—8, Sonnt. 11—1. Ortskrimdenkafle für die Gewerbe der UsvMd»* und Pmuofortearbtlter zu Berlin. A« Donnerstag, de« LS. November 1S17. abend« 8 Uhr. findet im«etoctl» schastSbaufe. Engeluser 15, Taal 3, eine NMtllA MsAMW stall, zu welcher die Vertreter der Arbeitgeber und der Ber- sicherten hierdurch eingeladen sind. Tagesordnung: 1. Wahl de» Rechnungsau«- schusie» sür die Prüfung der Rechnung de» lausenden Jahre» 1917. S. Beratung und Festsetzung deS Voranschlages sür das Rech- nungSjahr 1918. 3. Antrag bei Vorstände» aus Aenderung de» ß 70 der Satzung, und zwar: Dem £ 70 der Satzung ist hinter dem ersten Satz lnnzuzusügen: Die gewählten Mitglieder de» Ausschusses«rha.ten für den ihnen durch Teilnahme an der Sitzung erwachsenen Zellverluft eine Entschädigung von 2 Mark für die Sitzung. 4. Bericht de» Vorsitzenden de» Borstande» über die Ein- sührnng von Eigenbetrieben beim GewerkSlrontenverein. Der Voratand. 293/5 Emil BorSke, Vorfitzender. Fritz Zinke, Schristsührer. » MM m§,60 2. Fette Naslhlibner. KaDinelieD K m 8- Schmidt vormalS Tascbe, PUnufer 2t, am Hall eschenTor. OrtsMenKasselKeebaiiiker Optikür q. verwanilten Gewerbe za Berlin.--- Zu der am Mittwoch, den 28. November 1017. abend» l/,8 Uhr. t. Musiker-Vereins- bau», S aiser- Witheim-Str. 31, slatlsindenden glöeaü. AusWMuvg laden wir die Herren Berlreter der Arbeitgeber und Aaffeu- Mitglieder Hiermit ein. Tagesordnung: 1. Belchlußsafiung über den Voranschlag sür da» Jahr 1918. 2. Wahl de» RechnungSauS- schufle« zur Prüfung der JahreSrechnung 1917. 3. Verschiedenes. 298/4 Berlin, d. 20 November 19l7. Der VorKtniid. M. Gutsche, Borsitzender. JUST" Die den Vertretern zu- gesleMe Einladung gilt alS Aus- weis und ist am Saaleingang vorzuzeigen. Ungeciiiite Erwerbs- NfiglicbbeKen Mete« dl« pichst« Zukunft Ein« U«l greifend« Änderung unser«» geuatet Wlrtjcheltslebens. ein gewiltlgcr Aul »chwung unterer Induttrl« n. de« H«n lele steht bevor, and et werden Oben]' geschulte Kräfte gesucht i«*L Angehörige technischer Berat« u. Handwerker»ollen nicht versSurnen Ihre Kenntnisse ond Fertigkeiten dei kommenden Zeit anzupassen, um teil zunehmen an den wirtschaftlichen Et folgen, die naturgemiß da» Ergebnl« des gewaltigen Ringen»»ein müssen Das beste Mittel, rasch und gründlich ohne Lehrer, durch einfachen Selbst •nterrfeht eine gründliche Ausblldanj in technischen Wissenschaften tu er werben, sind die technischen Seihet unterrichtswerke„Syst.Kanmck Hac Ilfeld". 80 S. stark« Bro schüre kostenlos. BflWjess* Hochleld, Pelsdosf *»0890167 Kerkau-Paiast BahrenttraSe 48 Im I. 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