( 5 Pfennig} Rußland für MaffenftMftand. Neüoktion: ctD. 68, Lwöenstraße Z. aern'»rcdiet: Ami Morivplav, Str. lSl»0— l»l S?. Freitag, den Ä3. November tv17. Expeöition: EW. 68» Linüenstraße 2. aer«!vre0 Big.. iedes wettere Bort ö Bfg. Borte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 20°/» Familien» Anzeigen St» Pf».. politüche u. gewerlschaftliche Bereins- Anzeigen 40 Pfz die Zeile. Anzeigen kür die nächste Nummer inüston bis ki Uhr nachmilt. im Haudlgeschäft, Berlin SW.S8. LIndenstratzo 3, ad» gegeben werden. Geöffnet von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends. �entrslorgan der foztaldcmokrattfcben Partei Deutfchlands. Kein Turchbruch bei Cauibrai— Ter zweite 5lnwpstag � Tankschlacht— Fran- zöfische Vorstöße bei Saint Quentin, zwischen Craonne und Berry-au-Bac zu- rülk.qefchlagcn— Zwischen Brenta und Piave Gipfelstrllungcn erstürmt. Amtlich. GrofleSHauptguartier. 23. Rnvembrr iSl7. lW. T. B.i Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. In Flandern beschränkte sich der Artilleriekampf aus StS- rungsseuer, das erst am Nbcnd zwischen Poclkapelle und Passchen- dacle u» Heiligkeit zunahm. Borstöße englischer Abteilungen nördlich von LenS und süd- lich von der Scarpr wurden abgewiesen. Ter staikeu Feuersieigerulig am gestrigen Morgen bei Ricn- court solgten nur schwächere englische Angriffe, die in unserem Feuer zusammenbrachen. Tic Schlacht südwestlich von Cambrai dauert an. Durch M-isscneiusatz von Panzerkraftwagen und Infanterie und durch Bortrciben seiner Kavallerie suchte der Feind den ihm am erste« Angriffstag» versagt gebliebenen Durchbruch zu erzwingen. lstr ist ihm nicht gelungen. Wohl konnte er über unsere vordersten Linien hinaus geringen Boden gewinnen. Größere Erfolge per- mochte er nicht zu erzielen. Tie von llitscrcr Artillerie und de« Majchuicugewchren wirk- sain gefaßten und stark gelichteten Verbände traf der Gegenstoß unserer tapferen Jnsanlerie. Auf dem Westufer der Scheide wart sie den Feind ans AnneiiL und Foutainc, auf dem östlichen Ufer in seine Ausgangsstellungen südlich vou Rumilly zurück. Bor mid hinter unseren Linien liegen, auf das ganz Schlacht- selb verteilt, die Trümmer zerschoffrner Panzerkraftwagcn. An ihrer Zerstörung hatte» auch unsere Flieger uud Kraftwagen- geschübe hervorragenden Slntcil. Mit Einbruch der Dunkelheit ließ die Gefechtstätigkeit ans dem Schlachtfeldc»ach. Südlich von Brndhuille bat der Feind sein« Angriffe nicht wiederholt. Eine stark« sranzösische Abteilung drang an der Südfront von St. Qucntiu in unsere erste Linie ein. Im Gegenstoß wurde sie hinausgeworfen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Fm Zusammenhang mit dem englischen Angriff hat auch der Franzose zwischen Eraonne und Betry-au-Bae mit starken Borstoßen gegen unsere Stellungen begonnen. Heftiger Feuerkamps, der vom srührn Morgen mit kurzer Feuerpause den ganze» Tag über anhielt, ging ihnen vorans. Nordöstlich von La Bille-aux-BoiS ist ein Franzosrnnes! zurückgeblieben. In de» andere» Abschnitten haben wir de» Feind im Feuer, und dort, wo er eindrang, im Nahkampf zurück- geschlagen. Eigene Unternehmungen hatten Erfolg und brachte» Ge- sangrnc ein.* Lcutnannt Loehmc errang durch Abschuß eines feindliche» Fliegers seinen 22. Luftsirg. festlicher Kriegsschauplatz und Mazedonische �rout nichts Besonderes. Leutnant v. Eschwege brachte einen feindlichen Fesselballon zum Absturz und errang damit seinen 20. Luftsieg. Italienische �rout. Tiroler Kaiser-Schützen und württcmbergische �Truppen erstürmte» zwischen Brenta und Piave die Gipfel des Monte Fon- tana Secca und des Monte Spinuccia. Der Erste Generalquartiermeister. Ludrndorff. Abendbericht. Berlin, 22.?!ovember 1917, abends. Amtlich. südwestlich vou C a m b r a i sind neue nach starkem Feuer vorbrccheude englische Angriffe gescheitert. Osten nichts Besonderes. Ans Italien bisher nichts Neues. Ter österreichische Bericht. Wien. 22. November l917. lW. T. B.> Amtlich wird verlautbart: Westlich des Monte Weletta wurden italienische S»« griffe durch Gegenstoß abgewiesen. Zwischen Brenta und Piave erstürmte» Kaiser-Schütze» vom 1. Regiment»ad Württemberger de» Monte Fon tana Secca und den Monte Spi- o u c c i a. Auf dem Foutana Secca nahmen wir 200 Alpini gefangen. Im Osten und Albanien nichts Neues. Der Chef des GeneralstaveS. Waffenstillstands- stngebot l London, 21. November. lReutcr.i Ein russisches draht- loses Telegramm meldet, daß die Bolschewiki-Regie- ruug den Oberbefehlshaber angewiesen habe, sich den f c i u d l i ch c u Befehlshaber« mit dem An- gebot eines Wafsenstillslandes zwecks Eröffnung von Friedens- Verhandlungen zu nähern. « Heber die Stellung der deutschen Regierung zu eineni derartigen Angebot die einzige, die sie überhaupt einnchwrn kann—, ist in dem gistrigen Leitaufsatz des Genossen David das Nötige gesagt worden. Uns bleibt nur zu wünicken übrig, daß, die neubegründetc politische Gewalt Rußlands den nötigen Einfluß auf die Aimec besitzt, um den erteilten Auftrag auch zur Ausführung bringen zu können. Es ist selbstverständlich, daß die Frage eines Waffen- stillslandes, der zum Frieden führen soll, nicht bloß eine militärische, sondern vor allem eine politische Angelegen- heit ist. die von der politischen Regierung zu entscheiden ist. In emem geordneten Staatsivescn wird die Armee der politischen Leitung, mag sie sich für oder gegen den Waffen- stillstand entscheiden, unbedingt Order parieren, denn ibre Cache ist nur die gutachtliche Beratung, nickt die Eni- scheidung. Davon also, ob die russischen Befehlshaber dem Petersburger Auftrage folgen oder nicht, wird es abhängen, ob man Ruffland schon wieder als einen einigermaßen geord- neten Staat betrachten kann. Da Deutschland ein geordnetes Staatswesen ist, kairn der weitere Gang der Dinge hierzulande nicht zweifelhaft sein. Erhält der deutsche Oberbefehlshaber das Angebot des ruiii- schen Befehlshabers, so wird es an den Kaiser weiter ge- leitet, den der verantwortliche Reichskanzler zu beraten hat. Für die zu treffende Entscheidung kann aber der Reichskanzler nur dann die Verantwortung übernehmen, wenn sie dein von ihm gegebenen Rat entspricht. Welches Verhalten die sozialdemokratische Partei vom Reichskanzler in dieser ungeheuer wichtigen politischen Angelegenheit erwartet, ist hier und in zahlreichen Massen- Versammlungen schon so oft gesagt worden, daß es näherer Ausführungen hierüber nicht bedarf. Mt welchen Mitteln aber von der Entente gegen den Friede«? gearbeitet wird, geht aus folgender albernen Lügen- Nachricht hervor: Haag. 22. November.„Daily N e w S" meldet aus PeterS- b u r a: Hier werden Nachrichten verbreilet, daß Deutschland auf das Telegramm des Sowjet, in dem dieser den Frieden forderte, mit der Erklärung geantwortet habe, Deutschland könne lediglich nach Wiederherstellung der Monarchie oder nach dem Zustande kommen der Gesetzgebenden Versommlniig mit Rußland unterhandeln. Obgleich eS nickt erlaubt ist, die Quelle dieses Bc richtes zu nennen, habe ich doch Grund, u» seine Richtigkeit zu glauben.— Man kann wohl annehmen, daß, wenn eine lieberem stimmung nickt erreicht wird, die eine Regierung möglich macht. welche die Ordnung autreckt erhallen kann, die Wiederherstellung einer Monarchie keineswegs unmöglich ist Das revolutionäre Gebäude der Bolschewiki droht auseinanderzufallen. lieber den Sturz des Zarismus hat das deutsche Volk gejubelt. Die deutsche Regierung aber hat sich stets auf den Standpunkt gestellt, daß sie in die inneren Verhältnisse der gegen sie kriegführenden Staaten nichts dreinzureden habe. Diesen Standpunkt zugunsten der russischen Reaktion zu ver- lassen, tväre ihr gar nicht möglich, selbst wenn sie es wollte. Ganz offenbar wird diese Lügennachricht in Petersburg ver- breitet, um das Volk gegen Deutschland und gegen den Frieden mit Deutschland aufzuhetzen. Dem sollte von Berlin aus kräftig entgegengetreten werden! Die U-öoot-öeute im Oktober. Amtlich. Berlin, 22. November. Im Monat Oktober find durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte insgesamt H740H0 Sr.-R.-To. deö für unsere Feinde«urbaren HandelsschiffSraumS versenkt worden. Hiermit erhöhen nch die bisherigen Erfolge des uneingeschränkten U-Boot-Krieges auf 7 649 000 Sr.-R.-To. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Mit den im Oktober versenkten 674 000 Brutto-Regisier-Tonnen übersteigt die Zahl des seit Kriegsbeginn vernickteteu feindlichen und im Feindesdienst tätigen neutralen Handelsschiffsraums IS,« Mittionen Br.-R.-T. Hiervon entfallen mehr als 7,6 Millionen Br.-R.°T. auf die ersten neun Monate des uneingeschränkten U-Boot-Krieges. Man kann sich einen Begriff von der Größe des vernichteten Schiffsraumes machen, wenn man den Schiffsraum der Welt, Segler und Dampfer zu- sammen, betracktet. der bei Kriegsausbruch sich auf 49.09 Milllonen Br.-B.-T. bezifferte. Heule ruht also bereits ein reicklickeS Viertel desselben auf dem Meeresgründe. Zum Ausgleich dieser Verluste sieben den Gegnern nur Neubauten und von Neutralen in ihr« Dienste gepreßter Schiffsraum zur Verfügung. Was die Neubauten' anbetrifft, ist eS den Feinden bisher nicht möglich gewesen, die ge- waltigen Verluste auch nur annähernd auszugleichen. Was nun! Ein Vorschlag zur Erledigung der Wahlreform. Von Paul Hirsch. Kaum ivar die kaiserliche Botschaft über die Wahlreform verkündet, da tvaren auch schon die Gegner des freien Wahl- rechts an der Arbeit, um dem Willen der Regierung ihren Willen entgegenzusetzen und die Reform zu verhindern oder doch ihre Wirkung wesentlich abzuschwächen. Man überbot sich förmlich in Vorschlägen, wie dies Ziel am leichtesten und einfachsten erreicht werden könne, und leider sehen wir heute. daß die Regierung gewissen Einflüsterimgeu nicht ganz unzugänglich gelvesen ist. Schon ist es gelungen, die Einbringung der Vorlage zu verzögern. Welche Mächte dabei im Spiel gewesen sind, bleibe dahingestellt. Tatsache ist es, daß die erste Lesung des Gesetzentwurfes erst etwa zwei Monate nach Zusammentritt des Landtages stattfinden wird und daß es kaum möglich sein wird, die' verlorene Zeit wieder einzn- holen. Selbst wenn die Kommission sofort an die Arbeit geht, wird sich doch das Plenum des Abgeordnetenha uieS, dessen Sitzungen zwischen Neujahr und Ostern in der Hauptsache mit der EtatSberat'.mg ausgefüllt werden, frühestens unmittel- bar vor Ostern wieder mit der Wahlrechtsvorlage beschäf- tigen können. Nach der dritten Lesung ist aber verfasinngS- mäßig, da das neue Wahlgesetz die Abänderung einer Reihe von Bestimmungen der Verfassung bedingt, eine wieder- holte A b st i m m u n g erforderlich, die sich in der Form der dritten Lesung vollzieht. Zwischen beiden Abstimmungen muß ein Zlvischenraum von mindestens drei Wochen liegen. Es dürfte also Ende April, vielleicht noch später, werden, bevor die Vorlage an das Herrenhaus kommt. Hier wiederholt sich dasselbe Spiel: erste Lesung im Plenum, Kommisionsberatung, Plenarberatung, wiederholte Abstimmung nach drei Wochen. Hiernach kann es schon heute als ausgeschloffen gelten, daß die Reform auch für den Fall einer Uebereinstininlung zwischen beiden Häusern bis zum Ablauf der Gesetzgebuugsperiodc Mitte Juni vollendet ist. Das Ziel einer Verschleppung bis in den Hochsommer oder gar Herb st 1918 unter Verlängerung der jetzigen Gesetzgebungsperiode wäre damit erreicht. Die Schuld trägt nicht in letzter Linie die Regierung, die die kostbare Zeit von zwei Monaten verstreichen ließ. anstatt die Vorlage sofort im Oktober dem Landtage vor- zulegen. Aber noch in anderer Hinsicht hat die Regierung ein großes, allzu großes Maß von Entgegenkommen den Wahl- rechtSfeinden gegenüber an den Tag gelegt. Obwohl die Osterbotschaft nur von einer Reform des Wahlrechts zum Hause der Abgeordneten und von einer Reform der Zusammen setzung des Herrenhauses spricht, hat sie außer diesen beiden noch einen dritten Gesetzentwurf ausgearbeitet, der dem Herren- banse einen größeren Einfluß auf die Gesetzgebung einräumt- Aehnlich wie in früheren Jahren der Umfang des F i n a n z- Privilegs der Zweiten Kammern in Baden. Württemberg und Hessen aus Anlaß der Wahlreform Ein schränkungen erlitten hat, weil die Oberhäuser die Erweiterung des Wahlrechts der Volkskammern von der Ausdehnung des Budgetrechts der Ersten Kammern abhängig machten, solleu auch in Preußen die Rechte des Herrenhauses wesentlich erweitert werden. Würden sich dadurch die Widerstände gegen eine Reform des Wahlrechts zum Hause der Abgeordneten verringern, so könnten wir die Taktik der Regierung verstehen, wenn wir sie auch nicht billigen. Aber die Regierung ist sich doch selbst völlig im Klaren darüber, daß sie dadurch auch nicht einen einzigen Konservativen oder Rechtsnationalliberalen auf ihre. Seite bekommt. Die grundsätzliche Gegnerschaft dieser Gruppen gegen das gleiche Wahlrecht erleidet keine Ab- jchwächung. sie werden sich auch durch die Aussicht auf eine X Erweiterung der Rechte des Herrenhauses nicht bewegen lassen, nnch nur um Haaresbreite von ihrem wahlrechtsfeindlichen Standpunkt abzuweichen. Tie Verhältnisse liegen in Preußen nun einmal anders als wie sie in den genannten Bundesstaaten gelegen haben. Weder in Baden noch in Württemberg oder Hessen bestand für die Wahlen zu den Zweiten Kammern auch nur entfernt ein so ungerechtes Wahlsystem wie das preußische Drciklassen- toahlsystem. In keinem dieser Bundesstaaten waren solche Widerstände zu überwinden wie in Preußen, und wer die Ge- schichte dcS preußischen Junkertums kennt, wer da weiß, wie zielbewußt und kräftig diese Klasse den Kamps um die Verewigung ihrer Vorrechte zu führen weiß, der wird sich keinen Augenblick der Hoffnung hingeben, daß sie um den Preis einer Erweiterung der Macht des Herrenhauses ihr vermeintliches Erstgeburtsrccht verkaufen werden. Soweit die Wahlrechtsfeinde in Betracht kommen, sind die Schwierigkeiten nicht geringer geworden, soweit es sich um die Wahlrechtsfreunde bandelt, haben sie sich der- größert, und noch größer werden sie werden, wenn etwa alle drei Vorlagen mit einander verkoppelt werden sollten. So weit wir nnterrichtet sind, ist das ver- nünstigerweisc von der Regierung nicht geplant, aber daß von anderer Seite darauf hingearbeitet wird, ist ein offenes Geheimnis. Diesen Schachzug zu durchkreuzen ist Pflicht aller derer, denen es niit der Emführung des gleichen Wahlrechts in Preußen wirklich ernst ist. Emen gangbaren Weg, der zugleich die Möglichkeit einer schnelleren Erledigung der Reform eröffnet, erblicken wir in einer Verständigung dahin, daß die drei Vorlagen, die ja nur m einem losen Znsammenhang mit einander stehen, nicht einer, sondern drei verschiedenen Kom- m i s s i o n e n z u r V o r b e r a t u n g überwiesen wer- de». Dann wäre nicht nur die Gefahr einer Verkoppelung, die auch den Anhängern des gleichen Wahlrechts die Zustimmung zu dem Gesamtwerk erschweren muß. aus der Welt geschafft. sondern zugleich Zeit gewonnen, um wenigstens die Reform des Wahlrechts zum Hause der Abgeordneten noch in der l a u f e n d e n G e s e tz- gebungvperiode zu erledigen. Die weiteren Reformen sollte man dann getrost den auf Grund eines freieren Wahlrechts gewählten neuen, nicht aber dein aus Dreiklaffenwahlen hervorgegangenen alten Landtag überlassen. Das heutige Abgeordnetenhaus ist keine Vertretung d? S preußischen Volkes. Beseitigt es das Wahlgesetz, das ihm zur Herrschaft verholfcn hat, dann macht es lediglich das Unrecht gut. das dem prcußi- scheu Volka vor fast 70 Jahren zugefügt ist. Damit hätte es sich einen guten Abgang gesichert. Alle weiteren Reformen, die sich ja nicht auf die von der Regierung angekündigten be- schränken dürfen, sondern sich weit darüber hinaus auf die gesamte Gesetzgebung und Verwaltung zu erstrecken haben, sollte daL Parlament seinem Nachfolger überlassen, der die Stimmungen und Anschauungen der Wählerschaft nicht in einein verzerrte» Bilde widerspielt, sondern lvcnigftens an- nähernd richtig wiedergibt. firbeit öes finnischen Lanötages. Das Unabhängigkeitsgesetz genehmigt. Stockholm, 22. November. sMeldung von SveuSka Tele- gre.mbyran.) Das jungsozialistischc Blatt„Politiken" meldet aus Helsingfors: Der sinnischc Landtag habe mit 127 gegen 68 Stimmen beschlösse», die sriihcr dem Zaren- Großfürsten zustehende Macht künftig selbst auszuüben. Dir Mehrheit habe ans Sozialisten, Agrariern und etwa 10 Bürgerlichen bestanden. Sodann habe der Landtag die Gemcindeverwaltungsge setze mit 147 gegen 45 und das Gesetz über den achtstündigen Arbeitstag mit I4g gegen 42 Stimmen genehmigt. Ei« Teil der bürgerlichen Bbgeorducteu habe Widerspruch auzcmeldet, da der Landtag an diesen Beschlüssen lein Recht habe. In der Nacht zum 15. November sind einige Hundert Personen verhaftet ivorden, darunter der frühere Senator Serlachius und der Gouverneur von NylandSlaen, Jalander, weil sie Bürgerwchrcn errichlel hätten. Die künsuge Zusammensetzung des Senates stehe noch nicht fest; es handle sich darum, ob er ausschiießlrch oder nur überwiegend aus Sozialifieir bestehen solle. « Der durch den Stacltsstreich der finnischen Sozialdemo- kratie vom 16. November wieder eingesetzte alte Landtag pro- klamierte durch die Annahme des Gesetzes, das die lieber» tragung der Gewalt des Großfürsten von Fiimland an den Landtag selbst bestimmt, die Lostrennung von Ruh- l a n d und indirekt— die Einführung der republikanischen Regier ungsfor in. Nach der Theorie der finnländischen Separatisten verband Finnland und Rußland nur das gemeinsame Oberhaupt, der Monarch. Mit der Ab- schaffung der Monarchie wäre Finnland berechtigt, das ge- mernsame Band als zerschnitten anzusehen. Russischerseits wurde allen Forderungen der Finnen entgegengehalten, daß die zukünftige Verfassunggebende Versammlung Rußlands die rechtmäßige Nachfolgerin der Staatsgewalt ist. daß also nur iu Gemeinschaft mit ihr die Wünsche Finnlands zu lösen find. AuS dem gemeldeten Stimmenverhältnis, womit das Gesetz angenommen wurde, erhellt, daß die bürgerlichen Parteien im allgeineineu diesen loyalen Stairdpunkt teilen. Für das tslesetz stimmten die Sozialdemokraten, die Agrarier, die eine radikale Bauernpartei mit sozialistischer Färbung repräsen- ticren, und nur zehn bürgerlich? Vortreter. Tie zwei anderen Gesetz« über das Gemeindewahlrecht und den Achtstundentag wurden schon einmal von der Rumpf- Versammlung des Landtages angenommen, die die sozial- demokratische Fraktion nach Auflösung des alten � jetzt tagen- den— Landtages gegen den Widerstand der russischen Regie- rung einberufen hat. Jetzt wurden die Gesetze nach Parka- mentarischen Regeln gutgeheißen. Die Verfassung verlangt die Vorlegung aller vom Landtag genehmigten Gesetze zur Bestätigung des Großfürsten. Na ch Annahme des S o u v e r ä n i r ä t s g c s c tz e s ist es ausgeschlossen, daßdieseGefetzederPctersburgerRegierung unterbreitet werden. Dazu kommt noch, daß die Bolschewiki grundsätzlich die Lostrennung Finnlands billigen. Eine R.e g i e r u n g(der finnländisckze Senat entspricht diesem Begriff) ist noch nicht gebildet. Anscheinend wurde nock keine Einigung über deren Parteizusammen- setzung erzielt. Seenöjgttng öes Generalstreiks. Stvckhvlm, 22. November. Der Generalstreik in Finnland wurde durch ein Uebercinkommen der Bürgerlichen und sozialisti- schein Parteien als beendet erklärt. Die bürgerlichen Parteien er- klärten sich angeblich mit der Errichtung eines neuen, einschließlich aus Sozialisten bestehenden Senats einverstanden und verzichteten ausdrücklich auf Repressalien für die von Streikteilnehmern be- gangcnen Uebergrisfe. Der Eisenbahnverkehr soll wieder aufge- nommen werden. vie Schlacht bei Cambrai. Berlin, 22. November. lW. T. B.) Ter große Durchbruchs- versuch der Engländer bei Cambrai ist unter gewaltigen Berlusten gescheitert. Am ersten Tage, am 20. November, hofften sie nach stärkster, aber kürzerer Artillerievorbereitung wie sonst, unter rücksichtslosem Masseneinsatz durch Ueberrafchung hier den Turchbruch zu erzielen, der ihnen innerhalb deS ganzen Jahres trotz der ungeheuren Ricscnopfcr in Flandern versagt blieb. An diesem Tage war ihnen nur der übliche, fast immer mit mathematischer Sicherheit ein- tretende Anfangserfolg hcschiedcn. Am 21. November setzten sie erneut mehr als 0 Infanteriedivisionen und 3 Kavallericdivi- sioiien ein um diesen Anfangsgcwinn strategisch zu erweitern. Wiederum trirb der englische Führer frische hunderttausend Mann gegen unsere Stellungen vor. Uin 11 Uhr vormittags begannen seine neuen Angriffe, die von überaus zahlreichen starken Tankgc schwadern unterstützt wurden. Nnsere Artillerie und Maschinengewehre rissen immer wieder breite Lücken in die fcind- lichcn Angriffswellen, die nacheinander zu Boden sanken, jedoch aus starken Reserven stetS rücksichtslos aufgefüllt wurden. Den so unter schweren Opfern langsam Boden gewinnenden Feind traf sodann der wuchtige Gegenstoß unserer Infanterie. In erbittertem Ringen wurde der Feind ans A n n e u x und Fontaine zurück- geworfen. Seine Tanks, von unseren Fliegerbomben und unserer Artillerie getroffen, krachte« berstend zusammen und blieben auf der ganzen Front verstreut bewegungsunfähig liegen, während die Bedienung bei den Explosionen verkohlte. Die in voreiliger Hoffnung zahlreich eingesetzte Kavallerie wurde zum größten Teil in unserem Feuer ver- nichtet. Westlich Nohelle wurde eine englische Kavallcriebrigadc gänzlich zusammengeschossen. Infolge dieser blutigen Lerluste nnd angesichts der Aussichtslosigkeit feiner Gewaltanstrcngung hat der Feind bisher feine Angriffe nicht wiederholt. Die Nacht verlief auf dem Hauptkamvffelde im allgemeinen ruhig. Ter englische Traum, hier einen strategischen Ucbcrraschungsdurchbruch erringen zn können, ist bereits nach zwei Tage« ebenso kläglich gescheitert wie die vielmonatlichcn DurchbruchSvcrkuche in Flandern. Vergeblich haben die Engländer bei Cambrai die Entscheidung gesucht und nur die Riesenopfer dieses Jahres um viele Tausende gesteigert. Was die Engländer melden. Englischer Heere-?bericht vom 2l. November nachmittags. Gestern vorniillag balre die 3. Armee unter Befehl deS Generals S>r Julian Bhng eine Anzahl Angriffe zwischen St. Queutin und dem Scarpe-Fluß gemacht. Diese Angriffe sind ohne vorhergehende Artillenevorbereitung durchgeführt und der Feind ist in ollen Fällen'vollständia überrascht worden. Unsere Tnivpen sind in die feindlichen Stellungen eingedrungen auf eine Tiefe von zwn'chen Vier und fünf Meilen in breiter Front und haben einige tausend Gefangene gemacht und eine Anzahl Geschütze erbeutet. Unsere Unternehmiinaen werden fortgesetzt. Bei unserem Sturm auf der Hauptfront griff eine große Anzahl Tanks an, bewegle sich vor der Infanterie vorwärj« und brach nach und nach Bleichen in die deutschen Drahtverhaue, die von großer Tiefe und Festigkeit waren. Englische, schottische und irische Regimenter folgten dann durch die von den TaittS hergestellten Lücken nach,' ergossen sich über die feindlichen Vorposten und stürmten das erste Verleidigungsshstem der Hindenburg- Linie auf der ganzen Front. Unsere In- fanterie nebst Panzeikrastwagen drängte sie planmäßig zurück und nahm das zweite deutsche Verleidigungsshslem über eine englische 0,6 Kilometer) Meile dahinter; dies letztere ist bekannt als„HindenburgS Unteistütziingsstellung". Bei diesen. Vor- gehen nahmen Truppen qus dein Osten des Landes den Hügel von Bonairs und de» Wald auf der Hochfläche nach heftigem Kampfe. Englische Schützenregimenicr und leichte Jnsanierie nahmen La Vacguer.ie und den Vorsprung der HanpisteNling, der alö Walisischer Rücken bekannt ist. Andere englische Graf- schaftSlruppen erstürmten das Dorf Risecourt und brachen sich Bahn durch den Wald von Coutlet. Hochländische Territorial-Balaillone überschritten den großen Einschnitt und drangen in F l e s g u i ö r e§ ein, wo ei» heftiger Kamps statt- fand. Berittene Terriroriallruppen aus dem Westen nahmen Havrincourt und deutsche Grabeniysteme nördlich von dem Dorfe, während Bataillone aus Ulster, die ihre linke Flanke deckten, auf dem Westufer deS Nordkanals nordwärt« vorgingen. Am späteren Vormittag wurde unser Vorgehen fortgesetzt und auf allen Punkten ein ichneller Fortichritt erzielt. Englische, schottische, irische und Waliser Bataillone sicherten die Ueber» g ä n g e über den Kanal bei M a s n i ä r e S und iOiahmen M a r c o r n g und N e u i w o o d. Die deritlenen Truppen aus dem Westen, welche Havrincourr genommen hatten, machten östlich vom Rordkonal ernen bemerkenswerten Fortschritt, indem sie die Dörfer Graincourt und A n n e u x elstürnUeii und zusammen mit den Truppen auS Ulster, die westlich vom Kanal operierten, die gaiize deutsche Linie uordwörrs drängten an die Straße Bapaume� Cambrai. Territorialtrupven an« West-Lancaihire brachen in die feindlichen Stellen östlich Epsby ciii. Jtiicke Truppe» haben ivichlige Abschnitte der Hindeitburglmie zwischen B u l l e c o u r t und Fonraine-leS-Croisilles genommen. Die Zahl der Ge- sangenen und der erbeuteten Geschütze und des KriegSgerätS kann noch nicht abgeschätzt werden. Die Zeitspanne schönen, windstille» Wellers. die unsere Angrifisvorbereitungen begünstigten, fand gestern früh ihren Abschluß. Schwerer Regen fiel während der Nacht. Das Weller ist jetzt stürmisch. Englischer Heeresbericht vom 21. November abends. Ein wichtiger Fortschritt wurde heute westlich und südwestlich bon Cambrai gemacht, obwohl beständig Regen gefallen ist. Verstärkungen, die der Feind in Eile auf das Schlachtfeld geführt bat, um unser Vorrücken aufzuhalten, wurden aus einer weiteren Reihe von Dörfern und anderen befestigten Stellungen vertrieben nnd es wurden viele n�ue Gefangene gemacht. Wieder leisteten Tanks dem Vorrücken große Dienste. Auf unserem rechten Flügel machten wir Fortschritte rn Richtung Grevescourt und Surlescourt. Nordöstliich MaSnieres eroberten wir eine doppelte Linie feindlicher Schützengräben auf dem Ostuser deS Kanals bon Delexeanrv s tervor, welcher zurrst zugunsten Kornilvws gegen KercnSki intiigierte, dann aber plötzlich umschwenkte, als die Ilornilowiadc fehlichlug. Man sagt ihm auch vieles von den ?lil schlagen gegeu die Sowjets nach, die auch Kerrnöki betrieb; auch die Bolschewiki soll er ver- raten haben. Jetzt soll dieser rhrmalige Terrorist und JnNmuS AzcwS, der von der sozialrcvolutivnärcn Partei ausgeschlossen wurde, in B c r b i u d u ii g mit K a l r d i n stehen. Man verdächtigt ihn auch des Streben« nach der Diktatur. Schoschkisch bezweifelt das Zu st anbekommen einer sozialistischen Koalition. Tie ernsteste Bedrohung der Demokratie kommt von Kalcdln, weicher die Lebensmittel, zufuhr ab- schneidet, und dem die E i s e n b a h n c r, die durch de» Streik cincii Druck auf die sozialistischen Parteien zugunsten einer Koalition anstreben, tatsächlich helfen. Tie englischen Grrnzvffizirre wurden von Tornca wegzesaxt. Am Freitag trifft hier Golde nbcrg ein. Stockholm, 21. Novemler. sEig. Drahtdcricht des„Bor- wärt»".) Dir„Prawda" vom 11. November berichtet, daß die revolutionäre Regierung das Miigttcd der yiesigcu bolschewistischen AuS- laudsstclle O r l» w s k i als Brrtrctcr für dir Aufgabe nominierte, mit den internationalistischen Sozialisten aller Länder in Bcrbindnug zu treten. Hierin scheint eine Beschränkung auf die Ziniinerwalder angedeutet, indes ist zu erwarte», daß die fraktionelle Engherzigkeit nicht aufrechterhalten bleibt. Jedenfalls ist wahrzunehmen, daß be- sonders die Idee einer sozialistischen Koalition bei den Menschewiki« der Richtung D a n S heftigere Opposition findet als bei den Bolschcwiiis.„Nowaja Schisn" nutcrstiitzt die Koalitionsidee. Von de« Jnternatioiialisten geht L a p i n s k i von Anfang an entschieden mit den Bolschcwitis. Ter Pclrogradprcsie entnimmt man, daß dw Verwirrung noch groß ist, indes arbeiteten die Armeekomunssion und die Kommission für Herstellung der Ordnung energisch und er- folgrrich. Stockholm, 22. November. Nach der Petersburger polnische» Zeining.Dzicnnik Narotvwy" bcscvloß der Kongreß der Arbeitcr- und Soldaienräle, bis zum Zusammentritt der Gesetzgebenden Vec- sammlnng die Bildung einer vorläufigen Arbeiter- und Bauernregierung unter dem Namen.Rat der Volks- beauftragten" mit Lenin als Voisitzendem.(Bon vier an ist das Telegramm zum Teil verstümmelt.) R e k o w— Inneres, Mit» jutin— Landwirtschaft, S ch l a p n i k o w— Arbeiten, Armee und Flotte— O v f i v j e n k o, K r y l e n k o und D h b i e n k o, Industrie und Handel— B o g i n, Unierncbt— LunatscharStr, Finanzen— S k w o r tz e w, Aeußeres T r o tz k i, Justiz O i c k o iv. Wie verlautet sind die bisherigen Versuche der Bildung einer sozialistischen Samnrelregrerung ohne Lenin gescheitert. Auch haben sich in der oben angegebenen Zu- sammensetzung einer Bolsckiewitircgierung bercils. wesentliche Ver- änderungcn vollzogen. Anscheinend arbeitet in Petersburg zurzeit noch als oberste Instanz der revolutionäre Militärausschuß, vlS dessen Sekretär der bisherige Menichcwili'tihrer Joffe sungtert. Die Sicherung öes Volkssieges. Stockholm, 22. November.(Meldung von Svenska Tele- gram-Byran.) Unser Sondervertreter in Haparanda tele- graphiert: Der Pressevertreter der Auslandsdelegation der Bolschewiki an der Grenze teilt mit, daß alles ruhig in Peters- bürg ist und ausgczelchnete Ordnung herrscht. Die T r u v- Pen K e r e n s k i s sind nach langem Widerstand auf die Seite des Volkes übergegangen und haben das Dekret der Nationalkommissarien angenommen. Die Truppen, die zur Unterstützung der revolutionären Be- satznng nach Moskau abgesandt worden waren, kehren nach Petersburg zurück. In Moskau hat die Revolution des Volkes unbedingt gesiegt. Ter Schaden in Moskau durch Zerstörung einer Anzahl Häuser ist beschränkt, ein Teil des Kreml ist auch beschädigt. Die Zahl der Getöteten und Ver- Wundeten ist noch unbekannt. Gegen Kaledin sind 120 000 ukrainische Soldaten gesandt worden, im Rücken Kaledins haben starke Abteilungen den Erfolg der Revolution gesichert. General K r a s n o f f, der sich zu den Truppen Kerenskis bei Petersburg begeben hatte, ist zur Unterhandlung mit Kaledin abgeordnet worden. Der Bolschewiki-Kommissar in Tornea teilt mit, daß bis zur Herstellung einer regelmäßigen Verbindung Petersburg— Stockholm als offiziell zu betrachtende Petersburger Tele- gramme über Haparanda durch den Auslandsvertreter der Bolschewiki vermittelt werden. Das Datum öer Konstituante-N)ah!en. Verhaftungen.— Ein Gefecht bei Wiborg. London, 21. November. Reuters Bericktetsiatter in Petersburg meldet vom 20. November: Der Bruch, zwischen den M a x i m a l i st e n und den gemäßigteren S o z i a l i st e n scheint vollzogene Tatsache zu sein. In ein paar Tagen wird da« Datum für die Wahlen zur Vcrfaffuuggebenden Bcrsamnilung bekanntgegeben werden. Bei der jetzigen Anarchie wird aber»in einigermaßen unparteiischer, ordentlicher Verlauf kaum möglich sein. Der Votmarsch des Korps, das in Luga angekommen war, wurde eingestellt. Die Offiziere kamen nack PeierS- bürg und schlössen sich den Soziali st en an. Wie ver- lautet, ging ein großer Teil der Mannichaften zu den Maxnnalffien über. Der revoluiioräre Ausschutz machte be- lannt, daß die zweite Armee unter seiner Konirolle siehe. Die Polii'ker Purischkcwitsch und Fürst Jussupow wurden unter der Beschuldigung, zu Kaledin ü, Beziehung zu stehen, ver- haftet. Nr. 321 ❖ 34. Jahrgang Heilage öes vorwärts Ireitag, 23. November 1917 GrofrBerlln Endlich! Ter Koklenvsiband Gro�-Berlni bat sick nun doch entichliehen inünen, einer von uns wiederboli aufc�estellicn Forderung nach�u- kommen. Wie et dem Verein Berliner Wohnuug-Mnieier mitteilt, werden die Koblenhändler jetzt aufgefordert werden, die Inhaber schon trüber zur Belieferung freigegebener Koblenkarten vor den Kunden zu beliefern, die Kohlen emi die zuletzt freigegebenen Slbichnitte der Rohlenkarte entnehmen wollen Wenn der Äobleuverband die'en Entschluß früher gefafzt hätte, so wären rabllo�en Kranken und tagsüber beschäfiigtcn Verbrauchern endlose Scherereien erspart geblieben und viel Aerger und Erbitte- tun' vermieden worden. Hütet Eure Kokilenkarterr! Kohlenkartcn sind— ebenso wie Lebensmittelkarten und Klciderbezugicheine— jetzt wertvoller als Geld. Obne diese An- Weisungen auf Kleidung, Nahrung und Feuerung mutzte selbst der Zahlungsfähigste trotz seinem gefüllten Geldbeulel erfrieren und verhungern— falls er nicht„hintenrum" taufen will und kann. Tahcr wird der Verlust eines Kleiderbezugscheins, einer Lebens- mittelkarte oder gar einer Kohlenkarte als ein ganz besonders hetne- Schlag empfunden. Cfrfatz für verlorene Karten zu erlangen, ist sehr schwer. Von der Regel, datz Ersatzkarten nicht gewährt werden sollen, wird nur in seltenen Ausnahmen abgewichen. Am seltensten geschieht das bei Verlust einer Äohlenkarte. In Berlin erhält die Deputatton sür die Kohlenversorgun� täglich eine sehr große Zahl von Meldungen über Kohlcnkartenverluste. aber nur in den wenigen Fällen von Einbruchsdiebstahl bewilligt sie Ersatzkartrn. Es ist vorgeschrieben, daß Kohlenkarten nur bei Verlust durch nachge- wiesenen Einbruch ersetzt werden dürfen. In den vielen anderen Fällen mutz die Deputation die Gewährung von Er- satz mit Bedauern ablehnen, weil sie durch die von einer höheren Stelle gegebene Anweisung gebunden ist. Daß die Verweigerung des Ersatzes unter Umständen geradezu eine Grausamkeit bedeutet, ist ohne weiteres klar. Man stelle sich vor, daß der Verlust einer Kohlenkarte einen Unbemittelten trifft und daß die Ausschließung vom Kohlenbe'ug viele Wochen und vielleicht ein paar Monate dauert? Soll die Familie mitten im Winter ein paar Monate hin- durch in ungeheizter Wohnung Hausen? Soll sie, wenn ein« Gas- koche inrichhingf hlt, Monate hindurch sich warmes Essen versagen? Und soll sie Monate hindurch auch auf gründliche Reinigung der Wä'che und des Körvers verzichten? Begründet wird die Härte � damit, daß angesiäits der Kohlenknapphcit einem doppelten Ver- brauch der Kohleitmenge, die durch die verlorene Karte angewiesen war. vorgeöcugt werden müsse, i-acllsst wenn ein Kohlenkartenver- lust nicht nur vorgetäuscht wird, sondern wirklich erso'gt ist, sei darauf zu rechnen, daß gewöhnlich auch die verlorene Karte vom Finder noch rechtswidrig ausgenutzt wird. Tie Befürchtung eines Toppelverbrauchs ist auch bet. Verlusten von Lebensmittelsarten und Kleiderbe-ugscheinen der Grund für die Abweisung von Ge- suchen um Ersatz. Wer schon die Hilflosigkeit und Verzweiflung des von solchen Verlusten Betroffenen mit angesehen oder selher dieses Schicksal gehabt hat, wird die ganze Tragweite der Verweigerung einer Ersatzkarte ermessen können. Ergänzung der eiserne» Kartoffelration. Von beute ab können auf die Abirbnitte 3a bis p der grünen Sonderkortoffelkarte weitete 7 Pfund Kartoffeln zur Ergänzung der eisernen Ration beim Kleinhändler abgenommen werden. Der Magistrat weist in einer besonderen, beute an den Anschlagsäulen et scheinenden Bekanntmachung wiederholt und besonders eindringlich darauf hin, daß die eiserne Ration dazu best rnmt ist, im Januar beziehungsweise Februar, wäbrend des schärfsten Frostes den Be- darf der Bevölkerung an Kartoffeln sicher zu stellen, da in jenen roch besonders bekanntzugebenden Wochen Kartoffeln überhaupt nicht zur Verteiluna gelangen werden. ES ist daher dringend not- wendig, die Karioffeln sorgfältig aufzubewahren und etwa nicht haltbare gegen Kartoffeln der lautenden Ration auszuwechseln. Sauerkraut für Gemeinde» und Groffverbrauchcr. Die zuständige Kriegsgesellschafl für Sauerkraut wird liinstig den Gemeindevcrbänden. Gemeinden und Großverbrauchern von dem Sauerkraut, das sie in eigenen Betrieben oder durch fremd« Einlegereien im Werklohne aus Weißkohl oder Rüben ein'chueiden lassen, für die Zeit vom 1. Januar lSl? ah aus Antrag einen Bruchteil bis zu 50 Proz. zur freien Verfügung überweisen ohne Anrechnung auf den Anteil, der bei den fchliisselniäßigen Verteilungen des kommenden Winters auf die Bundesstaaten ent» fallen wird._Die� nicht freizugebende Hälfte wird in die all- gemeinen ichlüsselmäßigen Verteilungen einbezogen werden. Hier- durch wird ein Ausgleich erzielt zwischen dem Erfordernis, das Sauerkraut zur Herbeiführung einer gleichmäßigen und gerechten Versorgung der Bevölkerung deS ganzen Reiches auch in diesem Wirt'chaflsjahr zuzuteilen, und dem Umstände, daß die Gemeinde- verbände uiw. zu ihrer freien Verfügung stehendes Frischgemüse dem Frischverbrauche zugunsten der Herstellung von Sauerkraut entzogen haben._ Maftnahme« gegen den Vertrieb gefälschter Vrotkarten. Der SiebenerouSschuß der Lrotkartengeineinschast beschloß in «eitler gestrigen Sitzung, eine Belohnung für diejenigen Bäcker ans- zusetzen, welche den Inhaber einer gefäischlen Brotkarte so zur poli- zeilichen Feststellung bringen, daß seine gerichtliche Bestrafung er- folgt. Außerdem solle» die zurzeit bestehenden Sirafvorichriften. die den Erwerb von gefälschten Brotkarten und von Gebäck auf solche Karten ahnden, noch vctschärit werden. Jeder, der außerhalb der behördlichen Zuteilung eine Brotkarte erwirbt, wird sich künftig nicht nur der Strafe wegen unerlaubten Bezug einer Brotkarte aussetzen, sondern auch der Gefahr einer viel schwereren Bestrafung. Senfwucher. Zu den Artikeln, die in der letzten Zeit ziemlich lnavp geworden sind, gehöit auch neben Essig noch der Senf. Er ist nicht rationiert und intolgedessen nur noch hin und wieder im freien Handel zu haben. Früher im Frieden kostete das Pfund Tafelfenf lose 20 Pf.. war wenigen Wochen war es nach iür 60 Pk. zu haben. Mit der Szmiehmenden Knappheit ist aber auch der Preis dafür wahnsimiig n die Höh« gegangen. So verteilt jetzt die A.E.G.-Gesell ich a f t Abp. B r u n n e n st r a tz e, als Ziiteiluiig der staatliche» BcrtcilungS-' steile Taiclicnr, der mit 7,20 M. pro Pfund den Arbeitern offeriert wird. Hoffentlich schreitet das KriegSwucheramt sofort gegen diesen Unstig ein und belehrt auch im übrigen die staatliche BerteilungS- stelle Groß-BerlinS. daß fie schließlich etwas anderes zu tun hat. als diesen Wucher zu unletslLyen. Ter Sarghändler als Buttcrwucherer. Einem schwunghasten Schleichhandel mit Butter, den der In- baber eines Beerdigungsinstituts, Gustav S t e l t e r und feine Ehe- frau. Eharlottenburg, Au�sburger Str. 1», betrieben, hat das Kriegs- wucheramt ein Ende bereuet. Das Ehepaar Stelter ließ durch den trüberen SlmtSgerichisickretär Paul Schulze in Kiel. Sophien- blau 32/34, regelmäßig große Posten Butler unter Ueberschreitung der Höchnpreiie im Schleichhandel aufkauien und in Fässern, Kisten lind Äöiben unter der Bezeichnung ais Kolonialwaren. Frucht- säiie ii»w. nach Berlin ienden, um sie z» Wuchervtenen weiter zu veräußern. So zahlte der Kolonialwarenhändler Max Schulze, Cbarlottenburo, AnSbacher Str. 37, nach feiner eigenen Angabe pro Piund 12—14 M und verkauite dann die Bulter zu Wucherprei'en an ieine Kundichast. Voltsernährung und Nahrnngsmittclvcrteilung. Sieben große V e r s a m m l u n q e n der Mitglieder aller der Gewerkschafiskommiision Berlins und Umgegend angeichlosienen G e w e r k i ck a f t e n finden am Montag, den 23. November, abends 8 Uhr. in folgenden Lokalen slait: Gewsrk'chnsishmts. Engeiuier 15, Andreas-FestiSIe. Andreaestr. 21. Königsbank. Große Frankiurler Straße 117, Böyow-Braiie>ei, Pren lauer. Allee 246. Germania'äle, Cdmr'eesir. 110 Hohnnollern'äle. Moabli. Baiidelstr 35. Auruste» Vikioria-Säle. W, Lntheriir. 81—32. Tagesordnung: Die Volks- ernäbrung und die mangelnde V erteil nnq der ?kabrungsniiitel. Diskuiiion. SRirferenien; Reichslags- nbgeoidneie Bauer. H, Molkenbuhr, R Schmidt, O. Wels.— Stadiverordneier Eugen Brückner. LandiagSabgeardnete Olio Bimm. Paul Hirsch.— Der Zutritt zu den Vers-nnninngen ist nur gegen Ausweis der Zugehötigkeit zur Geweilicha't gestattet. Tie Eröffnung eines Jugendheims für die Berliner Arbeiterjugend wird am kommenden Sonntag. den 25. November, erfolgen. Dos Heim befindet sich Lindenftr. 3, 2 Hot links 3 Tr. Tic Räiimlichleilen da'ür bal die G. oß-Beriiner Pätieiorganisaliön, um die Sache ihrer Jugend zu iördern, bereit- willigst znr Veriüguiig gestelli Tie Eröffnung eines Jugendheims im vierten.Kriegswinter ist ein Ereignis, das wohl verdient, srendig hervorgehoben zu werden Zeigt sich doch hienn, daß der Wiederausbau unterer Jugend- vewegnng tiotz der Ungunst der Zeil vorwgris ichieitet. Die Ein- richiung des Heims wird diesen Ausbau geWitz iördern und allen unieieti Anhöngetn— jung und all— ein Ansporn sein, ma erneuter Krait'ür die Sache der Jugend zu wirke». Die Eröffnung des Heims ist mit einer Feier verbunden, die abends siz? llbr beginnt. Das Heim selbst wird vorläufig an den Sonntagsabenden von 5—'/«l0 Uhr und Dienstags- uud F r e i t a g s a b e n den von 7— VzlO Udr-eöffnet sein. Der Besuch ist für alle Jugendlichen im Alter von 14—18 Jahren, die werlvolle und anregende Slundeu tm Kreise gleichgesinnier Alterskameraden und-kameradinnen verleben wollen, unentgeltlich. Tie Bewerbungen nm den Verbandsdirektorposten. Bis zu der am 20. d. M. abgelaufenen Frist sind im ganzen 113 Bewerbungen eingegangen, und zwar 105 beim Vorsitzenden deS BeibandsausschusseS, Oberbürgermeister Wermmh, 6 beim Direktor Steiniger und 2 Doppelmeldungen bei beiden. Unter den Bewerbern befinden sich einige leitende Groß-Berliner Kommunal- beamie, so der Schöneberger Stadtrat Licht, der Schöneberger SladtspndikuS Lohmeyer, der Beiliner Stadtrat Loebning und das Votstaiidsniiiglied des Bürgerausschusses Groß-Berlin, Ober- verwaltungsgetichtsrat Dr. Lindenail. In der Vrandenburgischen Hebammenlehranstalt und Frauen- klinit zu Neukölln, Mariend oner Weg 28— 38, findet voin 28. November ab jeden Mittwoch von ll— 1 Uhr unentgeltliche Mütter- und Säuglivgsberatung statt. Es werden nur Kinder, die das erste Lebensjahr noöh nicht vollendet haben, angenommen. Kinder mit ansteckenden Krankheiten und solche, in deren Familien ansteckende Krankheiten herrsche», werden nicht zugelassen. Die Kohlensoiidcrkarten für Säuglinge werden in Berlin nicht von den Brolkommissioner!. sondern von der Deputation für Kohlen- Versorgung, Berlin C 2, Spandauer Straße 10/11, ausgegeben. Die städtischen Schuhbesohl-«tnd Ausbessenmgs-Werlstättrn sind jetzt errichtet worden und stehen nunmehr dem Publikum zur Ber- siigung. Annahmestelle» bestehen bei einer größeren Anzahl von Schuhmachermeistcrn, welche verpflichtet find, auch für eigene Rechnung Schuhwaren instand zu setzen, zu denen die Werkstätten dann das noiwendige Material licseru werden. Soweit diese Schuhmacher die Jnstandsetziingsarbeiten nicht selbst ausführen können, senden sie die Schuhwaren an die Schuhwerkstätten, und diese haben dann dafür zu sorgen, daß die Meister innerhalb zehn Tagen die fertigen Schuhe wieder von dort abbolen lassen lönnen. Die Annahmestellen werden durch Säulenanschlag bekannt gegeben werden. Die Dbdtiktion des Kunstmalers Hentschrl ans der Sckweden- siraße simd gestern nachmittag im Schanhauie statt. Es haben sich keinerlei Spuren gefunden, die auf ein Verbrechen schließen lassen. Festgestellt wurde, daß der Verstorbene stark berz-, muskel- und nierenleidend gewesen ist, und dadurch der schnelle Tod herbeigeführt wurde. Tie Verletzung am Kopfe ist durch den Fall vom Stuhle hervorgerufen worden. Von Gcflügeldieben erstochen wurde in der Nacht zum Bußtag der Grenadier Hermann Behrend in Nudow im Kreise Teltow. Behrendt war der Pflegeiobn einer Familie in der kleinen Ortschaft und befand sich bei seinen Pflegeeltern auf Urlaub.— In der Rächt zum Bußtag erwachte er durch ein Geräusch auf dem Hofe. Er dachte gleich an Diebe, stand auf und ging hinaus, um sie fest- zunehmen oder zu verscheuchen. Die Einbrecher, die es auf Ge- flügcl abgesehen halten, wandten sich zunächst zur Flucht, griffen dann aber den Verfolger an und stachen ihn nieder. Behrendt erlag nach kurzer Zeit'einen Verletzungen. Nach den bisherigen Ermittelungen sind die Täter zwei Männer. Sie ließen ein Lrech- eisen, einen neuen hellgrauen Rucksack aus Segeltuch und eine braune Ballonmütze zurück. Einer der Flüchtigen ist etwa 1,75 Meter groß, der andere etwa 10 Zentimeter kleiner. Sie waren beide dunkel gekleidet. Die zurückgelaffene Ballonmütze gehört dem kleineren, während der größere eine dunkle Ballonmütze trug. Ebarlottcnburg. Flcischtartenumtausch. Der Umtausch der Fleischkarten findet vom 2b. November bis 1. Dezember buchstaben- und tageweise geordnet nur von 8� Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags in den weiter unten angegebenen Geschäftsstellen gegen Vorlage der Familienausweiskaru: statt. Um eine glatte Ab- Wicklung des Uintauschgeschäfts vornehmen zu können, wird be- fonders darauf hingewiesen, daß die ftir die einzelnen Buchstaben bestimmten Tage ftir den Umtausch auch genau innegehalten wer- den müssen. Für einen Haushalt dürfen nicht mehr als höchstens vier Fleischkarten umgetauscht werden. Der Umtausch wird in .nachslehcnden Geschäftsstellen vorgenommen: Ausgabestelle I, Llitzow 11— Laden— f Eingang Lützower Straßc», Ausgabe- stelle II, Turnhalle der Elisaüethschule fBürgermädchenschule), Kirchhoftrratze._ Köpenick. Gclandevrrkauf»wischen deu Mllggelseen. Die beiden letzten Stadtverordnetenversammlungen am 12. und 20. November beschäftigten sich fast ausschließlich mit einer Vorlage des Ma- gistrats, nach welcher in der Cöpemcker Forst das Gelände zwischen der kleinen und großen Müggtl einem Herrn Fritz Naglo in Zeuthen zur Anlegung einer BooiSbauwrrft und Flugzeugfabrik verkauft werden sollte. Das Gelände grenzt östlich an das Rahnsdorfer Gebiet und ist landschaftlich eins der schönsten Gebiete an der Mügael. In der ersten Sitzung wurde daher nur um die Frage gestritten, ob dieser Teil der stadtischen Forst überhaupt zu. Jndustriezwccken hergegeben werden dürfe. Die Genossen W o i ck und Silberschmidt sprachen sich entschieden gegen den Ver- kauf aus. Nicht um die Industrie überhaupt fernzuhalt. n, sondern im Gegenteil wäre eine derartige Heranziehung größerer Werke zu begrüßen, nur müßte das dazu benötigte Terrain an anderen Stellen zur Verfügung gestellt werden. Von Silberschmidt wurde b. sonders auf die Aufgaben nach dem Kriege hingewiesen und es als ein Gebot der Notwendigkeit bezeichnet, für eine ge- sunde Siedelungspolitik Sorge zu tragen. Auch läge es nicht im Sinne einer Förderung des Groß. Berliner Gedanken, wenn diese schöne Gegend durch Industrieanlagen verschandelt würd'. Redner führte noch aus, daß er sehr daran zweifele, ob der B e- zirksaus schuß und der Zweckverband diesem Plan zustimmen werden. Von den bürgerlichen Vertretern schloffen sich mehrer- Redner unseren Genossen an. Der Magistrat erklärte, daß Herr Naglo alles tun würde, um diese Gegend nicht zu verunzieren, und ersuchte um Annahme des Betrages. Die Abstimmung ergab Stimmengleickcheit. worauf der Siadtverord- netenvorstcher Lucht für den Verkauf den Ausschlag gab. Da in der Debatte selbst die Redner, die für den Verkauf waren, vieles an dem Vertrag auszusetzen hatten, insbesondere daß die Ufer- Promenade an dem großen Müggelsee zu sebmal sei, wurde die Weiterb ratung vertagt. In der folgenden Sitzung lag ein neu.eS Angebot der Firma vor, das in mancher Beziehung deji verschiedenen Wünschen der Stadtverordneten Rechnung trug. Jm� ersten VerlragSeutwurf sollte der cm die große Müggel grenzende Streifen dgr Firma verpachtet werden, worauf sie nun verzichtet und mit dem Kausterrain so weit zurücktritt, daß fast durchweg ein Ufer- stveisen von zirka 35 Me'er Breite verbleibt. Auf Antrag unserer Genossen soll der Preis sür das 3,77 Hektar große Gelände statt 2,75 M. 3,— M. für d n Quadratmeter betragen und fand dieser Antrag eine erhebliche Majorität. Ferner wurde durch unseren Genossen W o i k beantragt, für das angreifende Optionsland in der Größe von zirka 10 Hektar das Vorkaufsrecht nicht zehn Jahre ansteh.n lassen, sondern nur drei Jahre. Auch dieser Antrag fand Annahme. Ferner wurde beschlossen, daß nur landbaus- mäßige Bebauung zuzulassen sei und dürfen die Fabrikanlagen nur aus einem Erdgeschoß und einem Stockwerke bestehen. Die Bestimmung des Vertrages, daß der Käufer von den Anlieger- beitragen zu befreien sei, wurde gestrichen. Spandau. NcunuhrhauSfchluß. Durch Pofizeiverordnung ist der bis jetzt schon freiwillig eingeführte Neunuhrhausschluß für alle Häuser bis zum 1. April 1918 durchgeführt worden. Tegel. Aus ber Gemeindevertretung. Ter WirtschaftsauS- schuß hat mit Zustimmung des Gentemdevorstandes beschlossen, eine eigene Molkerei cinzurichtetr. Die Kosten dürften sich zunächst auf 19 000 M. belaufen. Beabsichtigt ist, nach und nach bis 24 Kühe einzustellen, wodurch etwa 200 Liter Milch täglich produziert werden könnten. Dem Antrage wurdo» zugestimmt. Den Klärwerksarbeitern werden je nach der Kategorie der Arbeiter Lohnzulagen von 6— 10 Pf. pro Stunde gewährt. Der Antrag aus Zuweisung von Lebensmitteln und Gewährung einer unent- gelrlichen warmen Mahlzeit aus der Geineindcküche wurde ab- gelebnt. Zur Ergänzung der Armen- und Unterstützungs- kommissionen wurden aus Grund eines früheren Beschlusses zwei bzw. vier Frauen gewählt. Zur Weihnachtsbescherung für den Kinderhort beschloß die Vertretung 300 M. zu bewilligen. Die kleinen Kinder>»erden von der Äriegshilfc auf Gemeindcfürsorge übernommen. Den Knaben vom„Grünen Hause"(Waisenhaus) ussid eine Weihnachtsgabe von 300 M. überwiesen. Ferner wurden bewilligt für die hiesigen Truppen 1500 M., für die Familien der Kriegsteilnehmer 5500 M.(pro Familie 5 MI und für die Reserve- lazarette 1000 M. Tie Humboldtmühle hat 300 M. für bedürftige Kriegerfrauen bewilligt..Für Vernnsialtüng von sogenannten ...Heiteren Abenden" in der Hümboldifchule wird für Ueverlassuiig der Räume das Entgelt von 20 auf 75 M. erhöht. Die Eintrittspreise sollen_auf 1— 2 M. bemessen werden. Schüler- und Nach- mitragsveranstaltungen unterliegen besonderer Vereinbarung. Friedenau. Vcrschtviiudenes Obst. Wie selbst die besten Ver- sorgungSabsichten der Gemeinden über den. Haufen geworfen werden können, beweist folgender Tatbestand: Die Gcinemds halte in der baverischen Pfalz mehrere Eisenbahnwagen Obst bestellt, so daß auf den Kopf der Bevölkerung 2 Pfund Aepfel oder Birnen entfallen sollten. An den bisher eingegangenen vier Eisenbahn- wagen Obst fehlten aber nicht weniger als 120 Zentner. Wo diese Obstmengen geblieben sind, konnte bisher noch nicht festgestellt werden; vermutlich ist ein Teil gestohlen, ein anderer Teil wahr- scheinlich aber nicht richtig verladen worden. Die Gemeinde ist daber nur in der Lage, für jede Person ein Pfund Obst zu der- teilen. FriedrichShagc». In der cngerci! Gemeiudevertreterstbung tvurbe an Stelle des Schöffen Dr. Kohli, der sein Amt infolge vorgerückten Alters nach zehnjähriger Dauer niedergelegt hatti� der?lpotbeker Meyer, auf sechs Jahre gewählt. Der Abschluß der Gemeindegasanstalt ergab für das Jahr 1917 einen Ueberschuß von 32 327 M. Die Dampfs obre, die seit einigen Jahren in Ge- meindebetrieb war, wurde an den Bootsverleiher Schulze auf fünf Jahre verpachtet, der für die ersten drei Jahre pro Jahr 3000 M. und dann 7500 M. Pacht zahlt. Hroß-Serlmer Parteinachrichten. 4. Wahlkreis(Landsberger Viertel). Morgen 8 Uhr abendS: Zusammenkunft der 36., 37. und 38. Abteilung bei Frd. Weber, Ebertystr. 45, Ecke Kochkannstraße. - Gerichtszeitung. Die Ftlialletterh» des KousumvcreinS für Berlin und Umgegend in der Wrang eist raße 65, Anna Wilde, hatte sich auf die Anklage der Untreue, der Abgabe von Lebensmitteln ohne Lebensmittelkarte ii. a. vor der 130. Abteilung des SchöffengerickilS zu verantworten. Als die Angeklagte wegen zutage getretener Unregelmäßigkeiten entlasien worden war. wurde fest» gestellt, daß ein Fehlbetrag an Waren im Werte von 7170 M. vorhanden war. Die Angeklagte bestritt ihre Schuld und behauptete, nicht zu wissen, worauf das Manko zurückzuführen sei. Zu der Inventur am 29. Juni hatte die Angeklagte ihre jugendlichen Angestellieit angewiesen, bei der Aufführung einzelner Posten das Doppelte von dem anzugeben, was in Wirklichkeit vorbanden war, um auf diese Weise die Mindermenge zu verdecken. Außerdem hat sie für einzelne Posten höhere Preise angesetzt, die sogar die Höchstpreise überschritten. Als fie in die Enge getrieben wordeu war. batte sie die Kühnheit, die Angesiellim der Unehrlichkeit zu de- schuldigen, auf der anderen Seite hat fie. wie festgestellt ist, mit diesen Beschuldigten größere Kneipgelage abgehalten wobei die Vor- räie der Filiale herbalten mußten. Das Gericht verurteilte die un- getreue Filialleiiei in zu neun Monaten Gefängnis und 2000 Mark Geldstrafe, hilssweiie zu no» 200 Tagen Gefängnis. Sechs Ftauen, die von der Angeklagten Nahrungsmittel ohne Abgabe von Karlen bezogen haben, wurden zu Geldstrafen von 60 bis 120 M. verurteilt. Allgemeitu Familiensterbekasse. Sonnlag irachmitlag von 3— S Uhr Zahl- und Avsnahmelag in den Restaurants Gerichtftr. 12/13 und Buckow»» Straße 14. ßricfPöftcn öer Reöaktwn. R. H. 70. Sir nennen Ihnen u. a. Ost» und Weilsternberg, Ar»Z- fralbe, iäcbuä, Solbin, BceSkow• Ltoikow, Kulm/Weftpr., Iohannis- burg/!)llvr,— P. Las JO. Das konnten wir leider auch nicht ieststellen. Vielleicht ist die Bezeichnung nicht richtig wiedergegeben,— Zluf mriirerc Anfrage» bezüglich der Ernährungsfürsorge für Tuberkulöse. Wenden Sie sich unter Bezugnahme ans da« Rundschreiben des Kriegs- ernabnmgsamtes an den Magistrat Ihres Ortes. Ableilung für Kranke»- ernZdning.— I.45 151492 165292 169755 172561 177731 177526 179774 160215 152653 168514 169426 193634 196471 207550 207919 210535 2>4462 221967 224249 226615 192 Gewinne zu 600 Mk, 1523 4490 6273 6333 6519 7624 10322 16003 15663 16954 15456 19062 22817 22959 26492£9968 31362 32091 34102 35379 35603 40330 41219 42445 46713 46956 47169 49110 49247 60507 61800 61941 63715 67409 60690 66400 69932 74946 77758 81269 86464 57663 87691 88400 92936 946iO 94953 97491 97628 98528 106522 106116 111354 118152 118275 123000 128070 123546 123688 126231 126458 130528 133465 135459 139321 150351 151343 353089 158045 162479 165589 166168 171053 178769 185496 186883 185246 188444 190255 192866 194709 199558 203856 209168 216415 219604 220197 220638 223058 225278 22818» 228532 228907 230027 230347 231480 In der Naehmittogs-Ziehung wurden Gewinne über 240 Mk. gezogen: 2 Geimune zu 15 000 Mk. 72447 8 Gewinne zu 5000 Mk. 23839 88537 191131 232370 90 Gewinne zu 3000 Mk. 4397 6628 7264 7844 10330 10911 13855 16426 19071 23322 27034 28980 34194 41038 70760 73354 83782 109891 115206 120036 124767 127061 131472 138506 146947 147870 148007 150636 152852 153568 153998 169064 171304 181400 192357 194609 202033 206954 207720 210282 213926 217747 220605 227861 232093 142 Gewinne zu 1000 Mk. 2158 4312 4780 7755 8333 12906 16032 16120 18042 18490 30809 31858 32256 38071 47965 58800 68227 69510 71598 74081 76410 79081 80257 83360 83468 87186 92122 94394 99944 107507 1170)8 117061 118401 124559 127724 129241 132525 134311 137973 146626 147458 148436 152796 153714 153925 154475 155981 158659 160485 162446 163018 163466 166172 166638 171606 173266 175339 178367 180827 187343 203628 209153 212084 212416 217279 222903 223651 224921 226545 226712 233656 192 Gewinne zu 500 Mi. 659 2515 3353 6116 6235 12697 18077 23167 23323 24624 28087 29899 31372 35658 39111 39469 39558 40771 41675 43194 43462 46312 46980 61860 54573 57121 53750 61457 69241 70409 70420 71724 72523 72593 75105 73290 78874 82432 83258 86430 90634 93309 96943 105405 109824 110031 110693 116750 j 17075 118862 119240 122891 123815 124413 124813 126015 135816 137817 140024 140642 142428 142607 145719 146268 146949 150559 157622 163713 166723 168927 172623 174725 175900 176264 180004 181938 186505 186773 190567 190973 200383 200988 202420 204125 209224 215669 217679 2,9303 222128 223647 226553 227071 227123 225320 230823 233106 Eingegangene Druckschriften. Tie Zinnkannr. Komödie von Hans Müller- Schlösser. 2 M,— Ter Mann mit den vielen Frauen. Lo» Hermann Wagner. 6 M. Egon Fleischel u, Co., Berlin, Burgen und befestigte tvutsböse um Frankfurt am Main. Van Siegsried Nassauer, 4,50 M. A, Göldsteinsche Buchhandlung, Frank» surft am Main, verbänll der Galt- und Lchünim'Itte DeuUchlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag die Frau des Kol- legen VVuttlce, Helene geb. Uartinann, Ackerslr, 6, Bezirk 2, am 9. November verstorben «st. Ferner ist die Frau des Kollegen 150/20 rtovvack, Berta geb, Plcnnlff. Heidenseldsir. Ii, Bezirk 3, am 18. November verstorben, Ehre ihrem Slndenken! Di« Beerdigung sindci heuie Freitag, den 28. No- vember, uachmitiagS 4 Uhr, auf dem AuserstchungS- Kit ch hoj statt. Die Ortsverwaltung. MSkinek- und fvauenchor Kcuhiilln. Am 13. d, M, verschied iiisoige eines Nnglücksfalles im Felde unser langjähriges Mitglied und lieber Sanges- bruder 249/10 M Schlltte. Sein ehrliches, ionniges Wesen, leine rastlose Tälig- lcil sür unseren Ebor sichert ihm ein bleibendes An- gedenlen. Er war einer unserer Besten. Eiilmm schiäst der Sänger, Am 9, November 17 starb anl dem Marsche und so im Dienst sür das Bate-land der Kylonnriischmtld, Gast- Wirt Mio Jullos Scholz aus Bcrlin.Wcibensee, Berliner Allee 221, im Alter von 44 Jahren. Sein gerades Weien, seine gute Kameradichast»nd seine treue Pslichtersüliung bat ihm die stiebe seiner Kameraden auch Übers Grab Kitians gesichert zum Trost für fSlrtC Frau und zum Vorbild für seine Söhne, Im Namen seiurr Kaiucrade» kleutnant d, st, I I u, Führer der Etappen-Fuhrparl- Äoioune 139. slOSOL Danksagung. Für die vielen Beweise herz, licher Teiinahme und Kranzspenden bei der''Einäscherung meines lieben, treusorgenden Mannes 9131 Max Neamcyer lag« ich allen Verwandten, Be- kannten, insbesondere de» Kol- legen des GeiuerfteS A II Spandau, dem Deutschen Holzarbeiler- verband, dem Verein der Frei- denler, Ivwie Herrn Roth für die Irosireicheu' Worte meinen innigsten Dank. Frau Am'tli» A'uniiiej cr. mti immmm hat lausend Tischlerarbeiten In besseren Speise-, Herren- und Schlafzimmern nach esgenen Eni- würfen, sowie, Jnnenansbauten zuvergeben, ä-Conlo-Zahiungen wöchemtich im voraus. Gest. Offerlen unter ld. 8 an die Hauptexpedilion d,.Vorwärts", stindenjtrahe 3. 10S3L' Für die liebevolle Teiinahme und die reichlichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meines geliebten Mannes, unseres herzensguten Vaters, des Stelnmetzen kiarl Riempe! sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, dem Vorstände und den Angestellten der Ortölrankenkasse sür Berlin-Tempelhos und der Freien Vereinigung der Kranken- kassen mit freier Arztwahl unseren verbindlichsten Dank. Witwe M. Heinpel und Kinder. Temvclliof, den 22, November 1917,>04/14 Vi», med. L-aabn beb, schnell, grün dl., mögl. schmerzlos», ohne Berussstör. GeschlachtskraRkhcli., geheime Haut-, Hern-, Frauenleiden, Schwäch». Erprobteste Methoden Ehriich-Hata-Kuren, Harn- u. Blutuntersuchung.* Mtzck. M ÄÄ Spr, tO— 1 u. 5—8, Sonnt. 10— 1 Neu rriiffnet, W, frisch Fetten trn.. Pfd. k», SO an Masthühner., 4.7.5„. Kaninchen. ,. a.OO. F.au Gruschke, Eisasser Sir, 35, SpkzUitsrzt Dr. med. Wockenlnß. frieririchst 125(Oraaienb.T.t, (.Syphilis. Harn- u. Frauenleiden Ehrt(ch-H«U-Kur(DauerlOT.). Blutuntersuch. Schnellt, sichere schmerz). Heilung ohne Berufs- störung. Teilzahlung. 252/12* tspieclistuhd.: 11— 1 u. 6— 8 Kl. Landwirtschaft zu verkaufen, FamilienhauS, ev, 2—3 Wohnungen, 11 Morgen stand und lebendes Inventar. Tchmachtenhagen b, Oranien» bürg. Nähere« bei Wilh. Müller. Aeulöll», Allerstr. Ii, vorn III. VIA* SM Kostüme, Münte!, elex. Kleiden, knocke aus la Stötten, neueste Formen! 2l8D* Ulster, Plüsch- u.TuchmSntei Kortiiino Kleider -Sltlntcl j Jacketts Blusen 1 Rsgenmänlal I Gr, Auswahl- alle Sröfecit Fabriklager— Verkauf an private. Michaelis auerstr. 80, i Treppe neben KonzerthauS, Sonntag von 12—2 geöffnet. Taschenbuch für Gartenfreunde. Ein Ratgeber für die Pflege und fachgemäße Bewtrt- schaftung des hauslichen Zier-, Gemüse- und Obstgartens von Max Hesdörfer. Dritte er- weiterte Auslage. Mit 126 Textabbildungen. Preis 4 Mark. Expedition Vorwärts, Linden- straße 3, Laden.* Psund 12,50 M, Junge Hühner JÄ Fstte Mastenten, Puten Hühner Kaninchen verkauft am billigsten kstckmltlt vorm. Tasche Planufer 21, am Halleschen Tor. Fslij SpieSps iS«. i MM Mariritei' ÄlöllÄ. " SZerwalinngestelle Berlin. X 54. Lintniftraste 83—85 GeichäftSzeit von 9— 1 Ubr und von 4—7 llbr. Telephon: Amt Norden 185, 1230, 1957. 9714. Rohrleger und Helfer! Tonntag, den 25. November» vorinittasiS 10 Nhr» im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 1: Eratichen-�crsamtsilisng Oer Ro(jt:eger M öeifei Bettln« uno IhnsegeuD. Tagesordnung: 1. VerbandSangelegenbeilen. 2. Branchenangelegenheiten, Diskuttlon. AWk- Tie Mitgiiedsbücher sind am Eingang deS Taales vorzuzeigen l In Anbetracht der Wichtigkeit der Tacesori'r.ung Ist es Pflicht eines feden Kollegen, iiUnktlich zu erscheinen. Tie Slgilaljonskommission. Spezial-Anzt Dr. med. Hascha, Friedrichstr.80 stbÄ Bedmidl. oonsvvdilts. Hand Harn-, Firauenleiden, ipez. chron. Falle. Ehriich-Hala-Ku< ren, schmerzlose, lürzcttc Behandlung obne Berussstörung. Biutunterfuchung. Mäst. Preise, Teilzahlung. Sprechstunden 10 bis 1 und 5—8. Sonnt. 11— 1. II MksMle 3 Bände ein. Buch. haadlsag Bonsäet* Konsum-Genossenschaft Berlin und Umgegend. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht Konter, Dampfbäckerei und Zcntrallager: Berlin-Lichtenberg, Rittergntsfr. 16/26. Aktiva. Bilanz vom 30- Juni 1917» Passiva. 1. Erundstüche und Gebäude: M, Lichtenberg, Niliergutstr, 19/26.. 2563 254,18 VidierSbos, BiSmailkslrasie,,.. 166 813,64 Lichtenberg, Riltergulstr. 16/18.. 641 192,15 Tenipcihos......... 510 409,— Tegel, Bahndosstrasze..... 142 930,33 Lichienverg, Bornitzftraße.... 143897,18 SlraRt 32..... 104 117,56 Loi nitzstiaßc.... 1 15 606,80 Neubau Tenipelhos...... 435 981,33 S. Inventar und andere Einriftitungeu: Heizungs- und Ltchtanlage,.. 180 094,82 Gleisanlage........ 14 232,22 Baciösen.'......... 97 594,81 Auszüge.......... 24 020,33 Udren. und Telephonanlage.. 1,— Maschinen......... 159£44,91 Auiomolstle......... 1,— Jnveniar........-,. 585 934,87 Gummireisen........ 1,— Wäsche........... 1,— Werlzeuge......... 1,— 3. Bestände an Waren«nd Materialien! Warenbeslände....... 1 180 250,60 Faslogen........., 9 030,60 Material in der Schlosserei... 7 194,59 ...... Tischlerei,. 1 650,50 4. Zinsbar angelegte Gelder und Zlnstenstitude: Bankdepot......... 322 700,— Htipothelen......... 139 000,— Esiekten.......... 1 408 500,— Bankeinlage GEG...... 5103 835,98 Bankguthaben I....... 1 891 200,32 Debitoren......... 23 684.06 Austenstände für Kohlen.... 2 602,20 Hinierlegte Kautionen..... 05 264,61 Für d, Kauiionln unserer Angestelllen bei der WEG hinterlegte Sicherheit 50 000,— Darlehen......... 2 436 600,- Banlgutyaben II....... 215 417,85 3. Beteiligung au genossenschaftlichen ltntcruetnliuugeu......... 6. Kassendesiaud........... 1916/17 M, 5 123 752,17 1 061 716,96 1 19S 126,10 11 188 804,9? 260 929,39 31 244,03 Mitgliederbestand am 30. Juni 1916 Neueingelrelen sind...... Mitglicderbewegung. 110 467 4 9E0 18 864 573,66; 115 447 Mitglieder I. Geschäftsanteile der Mitglieder... S. Reserven: M, Reiervejonds........ 256 765,37 Spezial-ReseivesondS..... 81 846,74 ProduküonSsandS...... 110 349,81 DiSpositioilsiondS...... 54 527,76 Versonal-UnterstützungsfondS.. 58 257,80 NotstandSjoiids...... ��35�753419 3. Aufgenommene Gelder: Hnpotheken......... 1 157 450,— HäuSanteile......... 1 554 240,— SpariondS 1....... 11 873 028,33 Sparmarken........ 65 256,38 Kautionen......... 52 415,28 Zleservicrte Spareinlage» II.. 126 146,05 4. BetriebSschuldcn: Warenschulden........ 216 872,51 Frachten.......... 8 669,92 Sdarsand« II(Rabatt).... 892 121,15 Kreditoren......... 2 286,88 Noch einzulösende Guischelne.. 6 306,85 Gesch äslSanieili ausgeschiedener Mitglieder........ 20 440.89 5. Noch zu zahlende Zinsen und Unkosten: Personalversicherung...... 2 500,— HauSantestzinsen....... 64150,37 Nicht abgehobener Rabatt,.., 2 466,47 «. Reingewinn........... 1916/17 M. 1 954 364,20 ;' 607 499,77 14 828 536,04 1 141 696,65 69 125,84 263 351,16 Ausgeschieden durch Uebertragung 41 .Tod.... 476 Kündigung. 1 667 Ausgeschlossen wurden..... 5 14t 7 326 Tie Summe der GelchäftSguIhaben erhöhte sich im Lause des GeschästSjahres.. um Die Hajtlumme verminderie sich im Laufe dcS GeschüslsjahreS........ um Die Haftsumme betrug am 30. Juni 1917.. 18864 573,66 360 750,01 M. 70 350,—, 3 243 680,—. Mitgliederbestand am 30, Juni 1917... 109 122 Mitglieder Konsum-Genossenschaft Berlin und Umhegend Eingetragene Geuoseeuschaft mit beseht äukter Haitpäicht. Der AntsirlitoriA: Der Vorstand i. A.: F. Uuttier. R Junger. 0. Schultz«. W. Lamm. A Mirus. 107/3 P. Möller. Tonntag, den 25. November, vormittag? 10 Uhr, Versammlung All MciliMe» im Gewerkfchaftshans, Engcluscr 15, Saal 11. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Wflcke über;„Tie wirtschaftliche Gntwiitlung in Teutschland und die Arbeiter«. 2. Diskussion. 3. VerbandSangelegenbeiten und Verschiedenes. UNkSr Zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird erwartet. 219/20_____ Tie QrtSvermalinng. iHÜlet SAMkk. SfiBtlMnn MS DWeliKÄtt lkMWSs. Filiale Berlin. Trbastimistr. 37/38, iB-iilirstiÄ! Äebtnng! Arätann! Am Sonntag, den 2». November t!l 17. mittags 12 Uhr, sindet in den«-«rmaala-nrartitstLlea, Ehansjeestr. UO, eilte jVIitgUeder-Versammlung statt. Tagesordnung: Bericht über die weiteren Verhandlungen wegen der Teuerungszulage. Referent: Kollege Ilm 10 Uhr vormittags findet eine Sitzunoi der Vertrauensleute ebenfalls In den Ocrmania-Prachtstilen statt. Wir bitten die Vertrauensleute, vollzählig zu er, scheinen. Atitgliedvbuch legitimiert; ohne dasselbe oder mit mehr a>S acht restierenden Wochenbeiträgen lein Zulritt. 166/9" Tie DrtSverwaltnng. Ortskraiilienkasst fir Zthleudorfu WlekgtNd Die Mitglieder des Ausschusses werden zu Auer Ofdentllchen Sitzung am Mittwoch, den 5. Tr- zember 1i>17. abend« 7 Uhr, in der Ztula der Gemeinde- schule hicrselbst, Potsdamer Atraste 7. hierdurch ergebenst eingeladen. Tagesordnung: t. Wahl de« RechnungSaWS- schuises sür die Prüfung der Rechnung des laufenden JahreS. 2. Festsetzung de« Voranschlags für 1918. 3. Beitritt zur freie» Verein:- gung der Krankenkassen der Provinz Brandenburg und der Zeniraikommiifion BetiinS und der Vororte und Zustimmung zur TeUnahme der Krankenkasse an Konserenzen der vorge- nannten Vereiingungen. 4. Nachbewilligung der bisher überschrittenen Positionen des Voranschlags jür 1917. Zehlendorf, 20. November 1917. Der Porstbendr. R.Richter. 298/11 Allgemeine Ortskrankenkasse Niederbaruim. Einladung zur vlijeiitl. Ausschußsitzung am Tonntaa, de» 2. Tc- zemd?r d. I.. vormittags 1<» Uhr, im gteftailraut„Hin- dcvbnra- in Berlin. Hanke- ftraisv 4(Bülowplatz). TageSo rdnut:g: 1. Festsetzima des Voranschlags für das Jahr 1918. 2. Wahl de« Rechnung;- Ausschusses für d>e Prüjung der JahreSrechnung für daS Jahr 1917. 298.6' Di-Herren Ausschustmitglleder werden zur Teilnahme an dieser Sitzung ergebenst eingeladen. Berlin, den 16. November 1917. Allgemeine LrtS krau keula sie Niederbaruim. Kühn, Vorsitzender. Engliiche» Unterricht sür Anfänger und Fortgeschriuene, sowie deutsche und iranzösische Stunden erteilt G. Swientp, Charlottenburg, Stnngarter- platz 9, Gartenhaus 17.» Nr. 321— 1917 Unterhaltungsblatt öes Vorwärts Freitag, 2Z. November Seemüstheln. In diesen Tauen treffen mehrere Waggons Sccmuschcln in Verlln ein, wodurch unsere Lebensmittel um ein solches wohlfeiler Art Kilo wird für 20 Pf. abgegeben) bereichert werden. Wäh- rend diese Muscheln an der Wasserkante schon langst ein beliebtes Nahrungsmittel des Volkes find, wurden sie in dem Binnenlande bisher nur wenig geschätzt und nur„der Probe halber" einmal gekostet. Crili.zubnrgern vermochten sie sich nicht, obwohl eine ganze Anzabl Gerichte daraus hergestellt werden kann. Tie bei uns zum Verkauf gelangenden Seemuscheln stammen aus der Lsisec, namentlich aus der Kieler Bucht, woselbst im Laufendes Winters an ZYi Millionen Stück geerntet, richtiger„ge- pflückt" werden. Um sich dieser Muscheltiere zu bemächtigen, wer- den nämlich„Muschclpfähle" in den Meeresboden gesetzt, und zwar so, daß sie unter dem Wasserspiegel stehen. Steht der Winter vor der Tür, so werden sie gezogen und die Muscheln von den Zweigen ..gepflückt". Die Tiere befestigen sich an den Muschelbäumen mit Hilfe ihres„Bhffusbündels". Der Bhssus ist eine KutilUkar- bildung wie das Chitin der Insekten— Krebspanzer und besteht aus jener Modifikation dcS tierischen Harnstoffes, die man Kon- chholin nennt. An der Unterseite hat das Tier eine Höhlung. welche mit feinen Drüsenschläuchcn besetzt ist, die den VyssuSsadcn ab'ondcrn. Das ganze Bhssusbundcl, mit dem eine Muschel sich anheftet, zählt oft löst einzelne Fäden. Dem Tiere steht Orts- Wechsel nach Wunsch fre:- will es nach einer bestimmten Richtung sich fortbewegen, so streckt es in dieser die Spitze eines Fuss ge- nannten Organs so weit wie nur möglich aus. klebt den Faden an der entsprechenden Stelle an und reißt dann einen alten Faden an der entgegengesetzten Stelle ab, und'ndem es wiederholt so fortfährt, kommt es zwar langsam, aber sicher vom Fleck. Bei ge- kochten Sccmuschcln hängt das Btsisusbündel als unansehnliches Gebilde nngergliedlang aus den Schalen heraus und wirkt nicht gerade appetitcrhöhcnd. Aber noch eine geschätzte Kutikularbildung findet sich bei den Seemuscheln: Perlen. Meist fallen sie freilich zu dunkel aus, um wertvoll zu sein, ab und zu soll aber doch eine besser geraten und einigen Wer: haben. Es mutz ein kurioses Gefühl sein, wenn man beim Muschclesseii in einer Muschel eine Perle findet, für die der Juwelier immerbin ein paar Mark gibt. Wie schon eingangs angedeutet, bilden Seemuscheln ein be- liebtes Nahrungsmittel der Küstenbevölkerung, obwohl ibr Nährwert gerade kein sehr großer ist. Ein frisches Tier enthält 82™, Prozent Wasser und 17,7S Proz. Trockensubstanz, wovon auf Stick- stoff 12,43 Proz. und auf den Phosplwr 0,15 Proz. entfallen. Man bereitet sie in den verschiedensten Weisen zu: man ißt sie einfach abgekocht, macht Suppe aus ihnen, verwendet sie zu Saucen und Pasteten, und neuerdings stellt man aus i knien auch— Muichel- wurst her. Die tür un« in Bckrockit kommenden MieSmusckieln werden an der bolsteinischen. pommericheir und Meckienbnrger Külte gezüchtet. Zwei der bedeutendsten Plätze für geregelte Miesmuicbelzuckl sind die Kieler»nd die Apenrader Bucht. Weil die Ellerbecker und Düster- brooker Fiicher die Muscheln künstlich an Pfählen ziehen, nennt man sie aber Pfablmuscheln. Zu solchen Muichelpfählen eignen sich be- sonders Erlen und Eiche». Den 3—5 Meter hohen Pfählen werden die schwächsten Zweige genommen: darauf werden sie mit Namen und Jahreszahl versehen, angespitzt und tri den Grund gelrieben. In der Kieler Bucht werden fährlich 1000 Muschelpfähle gesetzt und ebensoviel gezogen, nachdem sie drei bis fünf Jahre gestanden haben, denn solange braucht die Miesmuschel, um küchenfähig zu werde«. Es gibt natürlich gute und schlechte Jahre, und zwar nicht allein hin- sichtlich der Ouanliiät, sondern auch der Onalilät. Da die Mies- muichel für die Küstenbewohner ein toichtiges Nahrungsmittel ist, so ist ihre Zucht und Pflege ollgemein und auch seil aller Zeit üblich. Schon seit alten Zeiten erfreuen sich die Seemnscheln der Gunst der Menschen. Sie kamen auf die Tafel Richard II. von England,.auch Ludwig XVIII. von Frankreich, glorreichen An- denkens, gerubteu ein leidenschaftlicher Freund von Seemuscheln zu sein. In England, Frankreich und Holland werden ungeheuere Mengen von Seemuscheln konsumiert, während sie die Bevölkerung bei nnS vielfach verschmäht, so die Bewohner der Halligen, obwohl sie ihnen zu Hunderttaufendcn zur Verfügung ständen. Nach dem Genuß der Seemuschel hat man öfter das Auftreten von BerglftungSerscheinnngen beobachtet. Tie Patienten wurden von einem juckenden HauSausschlag befallen; dabei wurden sie von großer Unruhe und vom Fieber geplagt. Am schrecklichsten aber und in'ganz anderer Art als in diesen, vielleicht auf Idiosynkrasie beruhenden Fällen, traten solche Erkrankungen im Herbst 1835 in Wilhelmshaven ausi Es waren im ganzen IS Personen: 13 Männer, b Frauen und ein Kind erkrankt. Von den Männern starben drei, von den Frauen eine und ebenso das Kind. In einem Falle erfolgte der Tod schon 1% Stunden nach dem Auftreten der ersten Kraniheitssymptomc. lieber die Ursache der Giftigkeit sind verschiedene Hypothesen aufgestellt worden. Eingebende chemisch-physiologische Unter- suchungen ergaben, daß die Stagnation des von den Muscheln be- wohnten Wassers von bestimmender Wichtigkeit ist. Wie schützt sich nun der Mensch gegen die Gefahr, durch Muscheln vergiftet zu werden? Salkowsky, der Entdecker des Muschelgiftes, macht den Vorschlag, dem Wasser, in dem Muscheln gekocht iverdcn, unter allen Umständen eine kleine-Menge kohlensauren Natrons zuzusetzen, mit dem man wenigsteiis den aus giftigen Muscheln künstlich ge- wonnenen Giftstoff entgiften kann. Man nimmt etwa 3— 3,5 Gramm kohlensauren Natrons auf ein Liter Wasier und gebraucht dann noch die Vorsicht, die Brühe sorgfältig abzugießen und die Muscheln auf einem Durchschlag ablaufen zu lassen. Sch. Wie man öen Hunger mißt. Eine werlvolls Bereicherung unserer Kenntnisse- über das Hunger- gefühl verdankt die Wissenschakt dem Forscher Dr. A. I. Carlson; es ist ibm nämlich gelungen, den Hunger zahlenmäßig zu eifossen und die Täligkeit des hungernden Magens in Form von Kurven aukzu- zeichnen. Seine Unleriuchungen beschreibt Carlson selbst in einem Werke»Die Beobachtung deS HungerS an Kranken und Ge- künden", das die Universität Cbicago unlängst veröffentlicht bat. Darin finden sich genaue Angaben Über den Druck und die Häufigkeit der Magcnzusammenziehungen beim gesunden und beim kranken Menschen, im wacken Zustande und im Schlafe, im satten und im hungrigen Zustande. Carlson hat sich dabei nicht aus den Menschen beschränkt, sondern entsprechende Versuche auch an einer Reihe von Säugetieren, an Vögeln, an Schildkröte», Fröschen und Schlangen durchgeführt. Er verfuhr dabei in der Weiie, daß er entweder einen doppclwondigen Gummiball, der zwischen den Wandungen mit einer Wismulvcrbindung gefüllt war, in den Magen eingeführte und mit Hilfe der Röntgenstrahlen beobachtete, oder einen einfachen Gummiball nn einem langen Gummiichlauche einführte, der die Magcnbewegungen ans eine Schreibtrommel in Form von Kurven aufzeichnete. Die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchungen CarlsonS sind die folgenden: sobald der Magen leer ist, beginnt er allmählich. ickiwache Zukanrmeuziehungen aiiszukühren; ollmählich werden sie stärker. Im Diirchichniil hält eine solche Zuiammenziehiing dreißig Sekunden an, und es treten ganze ZnsammenziehiiiigZperioden auf, die 30 bis 45 Minuten dauern. Im Ansänge sind die Magen- zuiaininenziehungen voneinander deutlich getmint und erfolgen in Abständen von 2 bis 5 Minuten; allmählich aber werden die Pausen immer kürzer, und besonder« bei jungen Individuen folgen sie am Ende der Periode so rasch aufcinaiidcr, daß sich das Bild einer unuuterbrochenen Zusammenziehung von mehreren Miiiuten Dauer ergibt. Doch gibt es Uiilcrichicde in der Dauer dieser Perioden. Bei gesunde» erwachsenen Menschen erstrecken sie sich über Zeiten zwischen 30 Minuten und ä'/o Siunde.. Bei Kindern treten die Zu- l'ommeiiziebungsperioden bäufiger auf, nild bei Säuglingen im ve- sonderen können sie nach Carlsons Ansicht häufig die Ursache von Unruhen sein. Aus de» Versuchen gebt eindeutig hervor, daß die Magenzusammenziehungen es sind, mit denen das Hungergefühl nn- trennbar verbunden ist; es gelang Earlson, durch künstliche Reizung der Innenwände des Magens solche Zu'ammenziebiiiigen auszulösen, und die Veriuchspsrsonei, erllärte» dann, daß sie Hunger empfänden. Im Lanse seiner Untersuchungen ha! Carlson auch den Urner- schied zwischen Appetit und Hunger zum Teil geklärt. Die Ansicht, daß appetitanregende Mittel die Magenziisammriizichnngen ver- stärken, hat er nicht bestätigen können: der Genuß solcher Stoffe er- regt offenbar nur auf psychischem Wege den Wunsch nach mehr. Die Wirkung längeren Hungers haben Carlson und einer seiner Assistenten an sich selbst erprobt, indem sie sich fünf Tage lang der Nahrungsaufnahme enthielten. Die Zusammenziehungen des Magens nahmen dabei»ur in geringem Maße zu. und am dritten Tage hörte da« Hungergefühl ans, ja eS trat Abschen gegen da? Essen ein. Den alten Kunstgriff zur Beseitigung des Hungers, daS Engerschnallen dcS Leibriemens, bat Carlson ebenfalls i» seiner Wirkung durch Versuche vermüleü. Starker Druck auf die Magengegend beseitigt in der Tat das Hungergefühl zum Teil, und die Zusammenziehungen des Magen? lassen dann tatsächlich nach. Das Rauchen ist ebenfalls imstande, da« Hungergefühl herabzusetzen, doch versagt der Tabak bei Starkrauchern. die Erforschung öes größten vulkanes öer Welt. Von dem größte» Vulkan der Welt, dem Kalma! in AlaSka, wußte man bis vor fünf Jahren so gut wie nichts. Im Juni 1912 lenkte ein gewaltiger Ausbruch des FeuerbergeS die Aufmerksamkeit der amerikanischen Forscher dortbin, in den folgenden Jabren rüstete die National Geographie Society eine Forschungsreise der Unter- suchung des Riesenvulkans aus, und nach einem Berichte de« Leiter« dieser Gesellschaft, Gilbert A. GroSvenor, ist in Washington un- längst ein Drablbericht der Forscher eingegangen, der aus Kodiak in Alaska im September abgesandt ist. Die Forschungsreisenden haben bei ihrer Tätigkeit einen vollen Erfolg erzielt. Der Vulkan und seine Umgebung wird künstig unter die Weltwunder zu zählen sein. Das ,.Tal der zehntausend Rauch- wölken", wie das Nachbargebiet des Vulkans bislang genannt wurde, ist ungeheuer reich an Fumarolen: auf einem Gebiete v»n� etwa 250 Quadratkilometern finden sich buchstäblich Millionen von solchen Dampslöchern, die alle in Tätigkeit sind. Dieser großen Zahl entspreche» die Maßzahlen des Vulkane: der Kraler»ul einem Umfange von 15 Kilometer ist sicherlich der«läßt- der Welt, was ein Vergleich mit dem Krater des Vesuv? veranschaulichen mag: vor dem Ausbruche am 8. April 1S0S betrug der Umfang des Veinvkratcr» nur 200 Meter, und nach dem SiuS- bruche, bei dem der Kraterrand weggerissen wurde, wuchs der Um- fang auf 2200 Meter an, eine Größe, die durch den Katmai um das Sechs- bis Siebenfache übertroffen wird. Ali Tiese des Kraters wurden rund 1000 Meter ermittelt. Die ganze Umgegend scheint vulkanischer Natur zu sein; so haben die Forscher dorr einen Fluß heißen Schlamms entdeckt, der sich über 25 Kilo- meter Länge erstreckt. Ihre ForichungSreise, die im Mai begann und im September nbgeschloffen wurde, hat zu einer reichen Ausbeute geführt, die nach der Heimkehr weiter untersuckl werden wird. Es sind sehr viele Tiere und Pflanzen aesammeit, eine große Reihe von Gesteinproben ist dem Vulkan und seiner Umgebung cut- nommen, ferner sind zahlreiche Gasproben nufgesangen, die chemüch untersucht iverde» sollen, schließlich haben die Forscher über 2000 photograpbische Ansiiabmen zusammengebracht, und als Neben- ergebnis ist zu erwähnen, daß das ganze Gebiet des Vulkans, etwa 250 Gevierlkilomeler. von dem es bisher überhaupt keine Karten gab, ziemlich vollständig kartographisch ausgenommen ist. Hegoffener Tüll. Hätte das Wort Ersatz durch die vielen Ersatzstoffe, die die Kriegözeit bat erstehen lassen, nicht den Nebenfinn de? Minderwertige» bekommen, so könnte man de» gegossenen Tüll mit Ftrg als Tüllersatz bezeichnen. ES handelt sich dabei, ivie S. Scherte! in „Ueber Land und Meer" ausführt, um eine Nachahmung eines feinen Gewebes durch den Guß. Als Stoff dient auigelöie Zell»- loie, die in dünnem Strahle aus eine in Drehung besind uche Walze gegossen wird; aus der Walze ist das gewünschte Muster ein- gegraben, und ein Band ohne Ende nimmt den erkalteien Sivss ab. Es lassen sich Stücke von betiebiger Länge erzeugen. Die Löiung ähnelt der, aus der die Kunstseide nach dein Chnrdonnel- Verfahren gewonnen wird, daS den natürlichen Vorgang in den Spinndrüsen nachahmte, indem eS Kollodium in feinste Fäden aus- zog. Die neuen Stoffe glänzen wie Seide; sie lassen sich färben, vergolden, versilbern usw., ohne rauh zu werden, und zeigen Pracht- volle Wirkung. Allein anS diesem Grunde schon wäre es wünschenswert, wenn unsere nach dem Chardonnetschen verfahren arbeiienden Knnstseidefabriken den neuen Zweig aufiiehmen wollten. Die er- forderliche Zellulose soll dazu in hinreichenden Mengen zur Bersügung stehen. Für Putz und Besatz, wo bislang Baumwolltüll oder Seidentüll genommen wurde, kann der gegossene Tüll ebenfalls verwendet werden. Als Vorzug wird ihm nachgerühmt, daß er Feuchtigkeit besier vertrügt als Kunstseide; wegen des Rohstoffes; aus dem er hergestellt ist, haftet ihm eine leichte Entflammbarkeit an. Betrachtet man den gcgosienen Tüll bei starker Vergrößerung neben dem echten, ge- wcbtem Tüll, so sieht man mehrere Unterschiede: die Maschen des gegoffenen Tülls sind noch regelmäßiger als die des gewebte»: die .Fäden" des gegossenen Tülls sind ganz glatt und glasartig, die des gewebten rauh wie die Fasern, aus denen sie bestehen. Notizen. — Tuberkulose a l S L e b r f a ch. I» der„Wiener Klini- fchen Wochenschrist" tritt Dr. W. Müller, der Leiter eines Tuder- kuloseiispitalS, dafür ein, daß an den Universilälen besondere Lehrstühle für Tuberkulose errichtet werden. Die angehendew Aerzte sollen so in den Stand gesetzt werden, in Tuberkulosekliniirn die Krankheit und ihre Behandlung gründlich kennen zu lernen, — Der verpackt« Colleoni. Zu den Kunstschötzen Venedigs, die mit Rücksicht ans die Kriegsgefahr beschützt worden sind, gehört auch daS Reilcrdenkmal ColleoniS. das Jakob Bnrckhardt/ das schönste Denkmal der Welt genannt hat. Wie vorliegende Bilder beweisen, ist daS Denkmal vollständig in Sandsäcke eingebaut worden. Es ist ein ganzes Haus, in das man den alten Feldhauvt- mann verpackt hat. Die welfthe Nachtigall. Der Roman eines sterbenden Jahrhunderts. 44] Von R. France. Und Michalanöky, dieser Schuft, dieser meineidige, lva3 ich von dem sagen kann, ah. wenn man das wüßte!" „Laß' sie das"— versuchte Morawttzky den Redestrom wieder auf Lison und SolrnS zurückzulenken—„sage sie mir lieber, wann der Herzog?... „Madame klingelt, man ruft nach mir", horchte das Kammerzöfchen in das Haus zurück,„miilc-s atcusoB, Monsieur— später, morgen..." Und rasch entschlüpfte sie, unhörbar loie eine Maus. Dem Grafen war cS gar nicht unlieb, daß dieses Ge- sprach ein Ende fand— schon längst harte er eS, zuerst un- bestimmt, dann deutlich empfunden, wie sehr eS doch unter seiner Würde war, in der Bedientenstube selbst den Ausfrager zu spielen. Dazu hatte er doch schließlich seine Leute. DaS heißt, wen? So überschlug er, als er nun wirklich lustig Pfeifend durch die abendstilleu Gassen ging. Die gclvöhnlichen Vigilanten wollte und konnte er nicht in einer Affäre ver- wenden, deren Fäden' in so mancher Verknüpfung zu seiner höchsteigenen Person leiteten,— wozu neuen Menschen Ein- blick gclvähren in Dinge, die ihm nun an sich unangenehm genug waren? Auf einmal tat er einen lauten Pfiff. Wie konnte ihm das Beste erst zuletzt einfallen, Bcsl! � Der Vielgerüffelte, er mußte doch einen wahren Haß auf Michalansky haben und er hatte ihn auch. Das bezeugten seine Aeußcrungcn oft genug. Und wenn er da scharf war. tvürde er auch bei �den Recherchen um SolmS, die so eng mit der Beschützerin Micha- lanökys verknüpft waren, gut anziehen. Die Ungeduld übermannte seine Exzellenz dermaßen, daß er sofort zum Polizeigebäude ging. Aber der Gesuchte war nicht da. Er war auf dem gewohnten Abcndschnüffelgang und Sr. Exzellenz mußte sich schon gedulden biS am Morgen mit dem Glockcnfchlag acht auch der Kanzloischreiber in die wcißgetünchtc Stube voll Attcnstaub und Menschenschicksalcn trat, in der er grau geworden. Der Graf war ausnahmsweise noch pünktlicher gewesen und hatte daS Vergnügen als Ersten, als er voll wartender Ungeduld den Kopf ins Vorzimmer steckte, die widerliche Visage I jungcil Menschen, den sie mit ihrer Liebe MichalanSkyS vor sich zu sehen, der da wartete, sofort aber ihre Gewalt zu bekommen. dienstbeflissen aufsprang, einen Bückling bis zur Erde verfolgte, ganz in und um die Gnade bat, einen überaus wichtigen Dlenslbericht zu erstatten. Er hatte schon ein ganzes Memorandum aufgesetzt über die durch seine rastlose Wachsamkeit gestern bewirkte Wieder Verhaftung des Exstudiosus und jetzigen Militärdcscrteurs Jakob Peißer nebst dem Delikt tatsächlichen und blutigen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, sowie eine Anzeige über neuerliche heimliche Umtriebe„in der Studentenschaft revolutionanim et antimonarohioutn1'. Desgleichen habe er einen Bericht über' die angeordnete Bewachung dcS Dr. Wid montschcn Hauses. Morawitzky ließ sich den ersten Akt vorlesen. Dann stand er auf und ging bedächtig umher. Seit gestern Abend hatten sich seine ganzen Begriffe von Grund ans verschoben. Es schien ihm unbegreiflich, loie er diesen gemeinen Menschen da vor sich, von dem er so viel Schlechtes ivußte, einst in Amt und Brot bringen konnte. In welcher Verblendung war er doch den üblen Ratschlägen der Dury gefolgt, eine solche Canaille zu protegieren. Er hatte zwar immer Ekel vor diesem Kerl empfunden, jetzt aber haßte er ihn. Er war für ihn fast so etwas, wie ein Symbol der Sängerin.... Mit bösem Blick maß er den kriecherischen Patron, der sich darunter feige duckte wie ein wedelnder Hund. Und in dem Maße wie seine Antipathie gegeiu Micha- lanskh wuchs, erschien ihm der unglückliche Student in anderem Lichte. Was für ein Schlemihl war doch dieser arme Teufel I Eigentlich hatte er doch gar nichts begangen— hinter all dem denunztatorischen Amtsstil steckten doch nichts als hitz- köpfische, unreife Redereien, wie er sie selbst auf der Pagen- schule mit seinen' Kameraden einst oft genug gewechselt. Und wie hatte es Michalansky verstanden, daraus infame Waffen zu schmieden und den armen Burschen von Delikt zu Delikt zu Hetzen! Jetzt war der glücklich schon ein Deserteur. Welch Schicksal stand ihm da bevor... Und eigentlich war eL so- gar etwas wie sein gutes Recht gewesen, durchzugchen— es gab doch kein Gesetz, nach dem man ihn unter die Soldaten stecken konnte. Morawitzkh erschrak förmlich, denn cS tvurde ihm plötzlich klar, daß dies nur die Verkettung der Intrigen jener Frau war, die ihn selbst zu ihrem Werkzeug gemacht, nur um den Er schüttelte sich, alS ob er das häßliche Gefühl, das ihn biS zum Halse stieg, abschütteln hätte können. Nun, von heute ab war es jedenfalls auS mit diesen In- trigen. Jetzt sollten die Dury und ihre Kreaturen und Be- qünstigten, all diese Michalansky? und Solmse seine Macht zu spüren bekommen. Der kleine Mann reckte sich, um möglichst imponierend zu erscheinen. „Er»veiß sehr wohl." begann er und seine Stimme hatte einen von ihm selbst gefühlten Beiklang von Ekel,„daß dieser Jakob Pcißcr ein im Grunde braver, höchstens verführter Mensch ist. den er selbst in taliöse Reden gehetzt hat. Wenn also, so ist hier volle Milde am Platz— der Staat ist kein Henker seiner Bürger, sondern ihr väterlicher Berater und Er- ziehcr. Dem Peißcr sind für seine unüberlegte Handlungs- weise alle mildernden Umstände zuzubilligen und ich wünsche, daß ex officio mit dem Bericht zugleich eine BegnadigungS- empfehlung an die Militärbehörde überreicht»verde". „Dagegen vermisse ich in dem Bericht auffälligerlveise, wohin sich besagter Peißcr geflüchtet hat." Michalansky wurde unruhig. „Der Jukulpat wurde auf den Dächern ratio? umher- irrend angetroffen" sagte er ausweichend. „Das ist merkwürdig" meinte mit sicherem Instinkt der Graf, der fühlte, daß man ihm etwas verbarg. „Wer hat ihn dort zuerst gesehen?" „Der Stadtsoldat Zutzel." „Man beordere den Zuhcl sofort hierher." Michalansky blickte den Grafen so auffällig betroffen an, daß diesem sofort klar war. er befände sich ans richtiger Fährte. Der Stadtsoldat kam; der Aktuar versuchte früher das Zimmer zu verlassen, um mit dem Erivartcten einige Worte zu wechseln— aber Morawitzky wußte es zu verhindern. „Wie hat er den Peißer betroffen und tvo?" schnauzte der Statthaltcrcirat. „Als wir hab'tt hausg'suchi beim Herrn Selretör von Solms, der wo vcrhafl' hält' tver'n foll'n", begann dieser.— (Forts, folgt.) 'Pirelition Mai BeinhArät. Woutsoln-s Tlieater. 7 Uhr: Winter bailade. Kaminernplele. 7 ühr zum 1. Male: BTora. VolliMbtihne. Theater am Bülowplatz. üntergrundb. Schöuh. Tor. t'l, Uir: Nathan der Welse. Dir. C. Meinhard— R Bernauer. Theafer 1 Königgrätzerstr. 7 Uhr: Die Wildente. Komödienhaus 'l,8Vhi: Die beiden Seehunde. Berliner Theater 7'/,U.: Die tolle Komteß. URANIA 8 Uhr: Geh.-Eat Prof. Dr. Penok; Die Po-Ebene als Kriegsschauplatz. Trianon-Theater Gcorgcnstr,, Bhf Friedrichstr. --.8 ü. AUabendlich>1,8 U Der Lebensschöler. Schauspiel von Ludwig Fulda. Kaiser-Titz. Ida Wüst, v.MöUendorö, Kettner, Flink. Sonntag 8'/.: Johar.nisfeuer. ÄTIONAL-VHEATER iCöpenicker Straße 68. Täglich','.8 Uhr; Orößfer Lacherfolgl Das isl die Liebs. Musik v. Walter Bramme. Vorverk ab 10 Uhr nn- Sonntag. 25. Kov., 71,. r Uhr(Totensonntag); Die GrilSe. Ländliches Charakter-( bild in 7 Bildern. Tinterbroch.anchTietz jliniiininTiiinnnmmnmniiitnnniinni{uniinnniinnTTmimnniinniminunniinnmmniTnininTiiff& Theater lür Freitag« 23. Movember. Kleines Theater vu uhr: Geldzauber. Cential-Theater Kommandantenstraße 57. 71/, l»le Csarda�l'�rstln Sonntag 7'/, Uhr: Liebe. OentfioheN OpernhaaM 7 ühr: ßer Wafieiiscliieil. friedrich-Wilhelmst. Theater ü/�uhr: ßas ßreiÄrta. KomiMcIie tiper 7'Is ü.: SebwarzwaidoiliileL Sbd.31/,: Klein Dorch.u.d. Zinns. Sonntag 7';. Uhr: Jugend. (justapielhans l'l, Uhr: Die lilonilen Mädels i Liniientiot Metropol-Theater uhr: Die Dose von StmM.' Sonntag 7 Uhr: Hedda Gabler. Re.sldenn-Theater ''/«ühr: Raskolnikoff. Schlllor-Thenter O 7-,.ühr: Onkel Bräsig. twe.hlller-Th. Charl. Jbr: Die Braui V. Messina. Tlmlla-Theater uh'r4: Egon QDi sciae Fraaea. Theater am Nollendorfplatz 7 Uhr. Heues Operetteniiaus Schiffbd.-la. KasfentNd.ßSl v/.ühr�erSolilatiierMarie. Theater den Westens 7vJühr:DervEiiiElile aerzog mit Guido Thielscher Stg.S»/,: Joseph u.seine Brüder Otto Rohr Humorist am Flügel Reif Hansen der mod. Taschenspieler Oer Oeckenläufer sowie der reichhaltige ü Zirkus A, Schumann,| 8ht. Friedrichstr. 7 V.Uhr Gastspiel des berühmten j Dompteurs Rieh. Sawade lO TigJrn lO Maud Wulft. flieg. Hunde.) u. d. ühr. Spezialitäten.) IHexliio. Totensonntag geschlossen.| Sonnabend, 2i. Nov. 17;| Ä Voi'Mtellangon. !>/, u. 7'/. ühr. Kachm. Kinder halbe Preise. In| beiden-Vorstellg. aueek.| Mexiko. 10 Tiger Sawade.) APOLLO FriedrichstraBe an der Kochstr. Dir. James Klein. Allabendlich 7"', Uhr: Bis HoctecH«es Maharaslsefta Theaterk. unanterbr, gooffn. Sonntags:!i Vorstellungen. -pj» und 7", Uhr. tfraa WM esm Täglich 7'/. Uhr; Mondialirt. Phantastische Pantomime in 4 Akten v. Paula Busch. 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Nach einem biegen Blatt wird der „Times" aus Pelcrsburg vom 19. gemeldet, daß der Herzog von l!cuchtcnbcrg ver Härtel wurde. D'.e Gemeindeverwaltung von PererSburg hat ein Telegramm vom 1 2. A r m e e k o r p S an der Frour erhalten, daß es nahe am Verhungern sei. Amsterdam, 22. November. Tcm Neuierscven Bureau wird aus Petersburg vom 2l. d. gemeldet, daß der Kommissar der maxima- lislücken Regierung M e n s ch i n s k i sich mit dem Kommandanten der Garnison von Petersburg P? u r a w j e lv an der Spitze von Soldaten der Roten Garde vor die Staatsbank beaab und binnen 19 Minuten die Auszahlung von 10 Millionen Rubel verlangte. Tie Bcam'en weigerten sich, der Forderung nachzukommen. Schließ- Irch stellte sich heraus, daß weder Menschinsli noch Murawjew vom Rat der niaximallstl'chen Kommissare zu dic'em Austrage crmächngt war.— Tos nioximalistische Organ„Prawda" teilt mit, daß es in der Nähe von Wiborg zwiichen der Roten und der Weißen Garde zu einem Gefecht gekommen ist. Die Ets«»bahnlliue ist aufgerissen. Amsterdam, 22. November. Reuter meldet aus Petersburg vom 29. November: Aus Anlaß der bereits ousgebrochenen und mög- lichen Ausstände im Staats- und Ecmciiidedicnst erließ der Revo- Inlioiiäre Militärausschuß einen Ausruf, der die besitzenden Klassen warnt, mit dem Feuer zu spielen. Sie würden in erster Linie unter einer Hungersnot zu leiden haben. Es würde ihnen das Recht, Lebensmittel zu beziehen, entzogen und ihre Volräte beschlag» nahmt werden. Der Kommandant von M o L I a u ist ein gemeiner Soldm. Amerika als Diktator öe? Entente. „Petit Parisicu" meldet aus Washington, man müsse der Weigerung Lord Jkortbcliffes, das englische Luftministcrium zu übentchmen, ernste Aufmerksamkeit zuwenden. NorthcliffcS ErklSrungen deckten sich mit den Gesichtspunkten A m c r l t a s, Ivo man mit Besorgnis innere Z w i> sligkciten bei den Alliierten austauchen sehe, wäh- rend zur Erreichung des Sieges giösttc Einigkeit auf allen Ge- bieten notwendig sei. Amerika erwarte, daß alles, was an Geld, Lebensmitteln und Bcenschen geliefert werde, von den Alliierten schnellstens wirksam zur Erreichung des gemeinsamen Zieles eingesetzt werde. In maßgebende» Kreisen erkläre man, daß die Sprache PorthcliffcS im jetzigen Zeitpunkt die einzig passende sei. Mau dürrc uicht glaube«, daß Wilson Methoden durchführen lassen werde, die er bei einer Partei, bei der Amerika seine ganzen Hofsnungen und Hilfsquellen eingesetzt habe, als für Amerika gefährlich erkannt habe. Bei der nächsten Konferenz der Alliierten inüßten daher Beweise der größten Kraft und Einigkeit gegeben werden, s o n st hätte Northcliffc mit dem Worte recht, nach dem Amerika be- i c ch t i g t sei. die Liriegslcitung voll und ganz in die Hand zu nehmen. Diese Meldtmg dcS Pariser Blattes muß gelesen werden mit engster Beziehung auf die Borgänge, die"sich soeben im englischen Unterhause abgespielt haben. Man wird nicht irre gehen, ivciiu man sie als einen Führer hinter die Kulissen amtieren läßt. Die englische Arbeiterpartei über Elsaß- Lothringen. Bern, 22. November. Das FriedenLprogramm der britischen Arbeiterschaft, dessen Entwurf dem Ecwerkschaftskongrcß in Black- Pool zur Annahme vorgelegt, aber zwecks Umarbeitung dem parla- mentarischen Ausschuß des. Gewerkschaftsverbandes und dem Boll- zugsauSschuß der Labour Party überwiesen worden war. bildete gemäß dem Bericht der Arbeiterpartei im.Daily Telegraph" dest Gegenstand einer am 14. November abgehaltenen gemeinsamen Konferenz der genannten Körperschaften. Das durchgesehene Programm weist bezüglich Elsaß-Loth- ringen S und der italienischen Jrredenta bedeutsame Abänderungen in der Stellungnahme der englischen Arbeiterschaft auf und flaut in beiden Fällen hinsichtlich der Ansprüche Frank- reichs und Italiens erheblich ab. Während der ursprüngliche Eni- wurf für die Elsaß-Lothringer forderte,.daß ihnen gestattet werde, das unbeugsame Verlangen nach Wiedervereinigung mit Fränkreich zu stillen", fordert das jetzige Programm, daß.Elsaß-Loth- ringen in Gemäßheit der Erklärungen der französischen Sozia- listen zugestanden werde, unter Protektion der über- nationalen Autorität der Liga der Nationen über ihre künftige politische Stellung zu per- fügen". Bezüglich der Italiener außerhalb der Grenzen deZ Königreiches Italien unterstützt das durchgesehene Programm deren An- spruch aus Vereinigung mit den Rasscngenossen und erkennt ferner die Notwendigkeit einer Regelung zur Sicherung der berechtigten Interessen des italienischen Volkes in dem Aoriatischen und dem Acgäischen Meere an, hat aber keine Sympathien mit den weitgehen- den Eroberungdplänen des italienischen Imperialismus, glaubt vielmehr, daß sich alle berechtigten Bedürfnisse ohne Beeinträch- tigung der entsprechenden Bedürfnisse anderer und ohne Annexion von Gebieten anderer Völker sichern lassen. Das Scharfmachen gegen üen ßrieüen in Engianü. Bern, 22. November. Die Friedenspropaganda, die von den Kriegsgegnern und KriegSnmden in England betrieben wird, hat letzthin einen so bedeutenden Umfang angenommen, daß die eng- lische Regierung von den Scharfmachern mehrfach ersucht worden ist. dagegen Maßnahmen zu ergreifen. Auf eine dahingehende Anfrage im Unterhause am Ib. November erklärte der Staats- sckrerär des Innern, Cavc, die Regierung habe T a u s e n d e solcher Flugblätter beschlagnahmt und vernichtet. Gegen einige Urheber sei ein Strafverfahren eingeleitet worden. Außerdem werde er dem Parlament eine neue Verordnung auf Grund de? ReichSverteidigungSgesctzes vorlegen, wonach derartige Flugblätter künftig den Namen der Verfasser und Trucker tragen und die Genehmigung des PresseburcauS erhalten müßten. O u t h- warte rief ihm zu, die Opposition gegen die Friedenspropaganda komme hauptsächlich von den Kriegsprofitmachcrn und ihren Schakalen. Lees S ur i t h fragte, warum die Regierung den Kriedensschriften nicht offen entgegentrete, anstatt die Polizei daraus zu Hetzen. Ponsonby betonte, der vorige Premier- minister habe im Unterhausc erklärt, daß das Eintreten für den Frieden durch Verhandlungen kein Vergehen gegen die Reichs- Verteidigungsgesetze darstelle, und fragte an. ob die jetzige Re- gierung einen anderen Standpunkt einnehme. Suowden be- antragte schließlich die Vertagung des Hauses, um die Aufmerk- samkeri auf eine dringende Angelegenheit von öffentlicher Bedeutung zu lenken, nämlich auf daö Ein- greifen der Regierung gegen die politische Propaganda sowie aus die von ihr angekündigten Maßnahmen zur Verhinderung einer Befürwortung deS Friedens und einer Erörterung der öffentlichen Politik. Der Antrag gelangte indessen, da er nur von 8 3 Mitgliedern, anstatt von der vorgeschriebenen Mindest- zahl von 49, unter fr ü tz t wurde, nicht zur Abstimmung. Der Londoner Berichterstatter von„Manchester Guardian" weist auf die bedenkliche von Cave angekündigte Verordnung hin, die der erste Schritt zu einer Zensur der öffentliche» Meinung sei und ihre logische Ausdehnung in der Zensur der Meinung der Presse haben werde. Schließlich würden die Tageszeitungen nur drucken dürfen, was die Zustimmung der Regierung habe, wodurch die für den Sieg notwendig«. Preßfreiheit vernichtet werde. Enalische wchrpflscht. Wahkrechtscntzichuug gegen Ticustpflichtweigernng. London, 21. November.(Reuter.) Im Unterhause wurde bei Beratung der Wahlrechtsrcform ein Zuiatzantrag au- genommen, durch welchen denen, die aus Gewissens- gründen sich dem M i l i t ä r d i c n st widersetzen, daS Wahlrecht entzogen wird. ch Amsterdam, 22. November.„Central News" meldet aus London: Tie Polizei veranstaltete beute in den Londoner Bureaus des Nationalen Rate« für bürgerliche Freiheit eine Haussuchung. Es wurden Doknmeme beschlagnahmt. DieVerftaatlichung üer englischen Sergwerke Amsterdam, 22. November. DaS englische Unter- h a u s hat die Nationalisierung der englischen Bergwerke g e- n e h m i g t. Der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 21. November. An der c n g l i s ch e n Westküste wurden durch eine? unserer U»t?r�ecbovtc neuerdings 12HSS Sr.-Neg.-To. versenkt. Unter den vernichteten Schissen befanden sich der englische Dampfer The MärqniS sowie der bewaffnete tief geladene französische Dampfer Longwy. Der Chef des AdmiralstabcS der Marine. Die Gpfer öer Züricher Tumulte. Bern, 21. November. Heute Milwoch fand in Zürich unter sehr großer Beteiligung der Züricher Arbeiteriibait die Beerdigung der beiden Arbeiter, die den kürzlichen Tumulten zum Ovfer fielen, statt. Es wurden kurze Ansprachen gebalien. Die ganze Ber- anstatmng vollzog sich in vollkommener Ruhe ohne Zivische»- fälle. Die Mililätbehörde hatte erweilerten Ordnungsdienst ange- ordnet._ die Wahlrechtsvorlage vor öer Einbringung. Die preußisckie Wahlrechtsvorloge ist, wie mitgeteilt wird, vom König von Preußen unterzeichnet worden und geht nach der Drucklegung in den nächsten Tagen dem Landtag und der Presse zu._ Die Zreikonservatwen unö öie wahlreform. Zedlitz' Auttvort auf Bredt. Gegen die Ausführungen des freikonservatipen Abg. Dr. Bredt, der die freikonlervative Fraktion zu unentwegten, Sturmlauf gegen das gleiche Wahlrecht veranlassen will, ergreift jetzt in der„Post" der Führer der Freikonservatipen, Octavio v. Z e d l i tz. das Wort. Herr v. Zedlitz ist im Gegen- satz zu Dr. Bredt kein wilder Draufgänger, seine Politik ist das Sichanpassen, das Zugeständnissemachen, um auf der andern Seite so viel Vorteile als möglich herauszuholen. So erzählt Herr v. Zedlitz denn auch mit ziemlicher Offenheit, wie es ihm beinahe schon geglückt wäre, in der Wahlrechtsvorlage ein Kompromiß nach seinem Herzen zustande zu bringen. Es sei schon alles für die Einführung eines P l u r a l w a h l- rechts bereit gewesen, seine Annahme durch eine Drei- viertclmehrheit erschien dank der Tätigkeit des Herrn v. Zedlitz gesichert,— doch da kam der Erlaß vom 1 1. I u l i und hat„durch dies alles einen dicken Strich gezogen". Welcher Weg nun einzuschlagen sei, hängt nach Herrn v. Zedlitz ganz überwiegend von den tatsächlichen Verhältnissen ab: Insbesondere kommt es dabei darauf an, ob noch begründete Aussicht vo.'handen ist für ein Wahlrecht, das bei weitgehender Gleichstellung aller Wähler doch den besonderen Wert be- rücksichtigt der einem Teil der Stimmen für den Staat nun ein- mal beiwobnt, oder ob damit zu rechnen ist, daß sich das gleiche Wahlrecht, wenn auch mit Schwierigkeiten, bestimmt durcksetzt. DaS aber wird sich, soweit man jetzt sehen kann, erst im Laufe der Verhandlungen, wahrscheinlich sogar recht spät, herausstellen. Erst wenn diese Seite der Sache mit einiger Sicherheit zu übersehen ist. läßt sich dann die Wahl des einzuschlagenden Weg es pflichtgemäß treffen. Herr v. Zedlitz hält sich also als vorsichtiger Politiker einstweilen noch jeden Weg offen. Hat er einmal einen Weg gewählt, so werde er fsagt er) ihn ohne Schwanken gehen. Aber jetzt will Herr v. Zedlitz siÄ nicht festlegen und er warnt seinen heißblütigen Kollegen, daß ein unkluges Verhalten der Konservativen vielleicht zu einer— andernfalls abzuwendenden— noch ü b e r d a s Maß des Wahlerlasses vom 11. Juli hinausgehenden Demokratisierung Preu- fjens führen würde.— Herr v. Zedlitz oerfolgt also immer noch die Taktik, die wir hier oft schon festgestellt haben: mit- fahren, um b r e in s e n zu können. Wenn Dr. Bredt also auch nicht den Beifall seines Frak- tionsvorsitzenden gefunden hat. so schließt ihn dafür um so herzlicher die nicht frei-, sondern beschränkt konservative „Kreuzzeitung" in die Arme. Für die„Gegengewichte", die Herr v. Zedlitz dem gleichen Wahlrecht in Preußen anhängen will, hat das Blatt nur ein verächtliches Achselzucken, und es meint ctwgs boshaft, daß der Unterschied ztmschen verändertem und unverändertem Reichstaqswechlrecht Herrn v. Zedlitz„ge- wissermaßen nur als Bettschirm dienen soll". Rrchswirtschaftsamt und Uebergangswirtschaft. Amtlich wird gemeldet: Der Bundesrat hat eine Aenderung der Verordnung über di: Bestellung eines ReichskommissarS für die UebergangSwirtschaft vom 3. August 1916 beschlossen, wonach Leu Vorsitz im Beirat des ReichskommissarS an Stelle des Staatssekretärs des Innern der Reichskanzler oder ein von ihm bestellter Vertreter kührt.-_' Die Aenderung bezweckt, die Geschäftsführung für Uebergangs- Ivirtschaft in eine durch die Sachlage begründete engste Verbindung mit d:r Reichswirkschaft(soll wohl heißen:„dem Reichswirtschafts- a m t". Red. d. V.) zu bringen. Die Kriegsteilnehmer gefährden den Staat! Je mehr sich die Wahlrechtsvorlage ihrer Entscheidung nähert, desto heftiger wird das Toben der Reaktionäre. Der Konservative Berein für die Provinz Brandenburg hat einstimmig erklärt, die Einführung des Reichstagswahlrechts gefährde den preußischen Staat. Eine schmachvollere Beleidigung ist den Kriegsteilnehmern an der Front noch nicht ins Gesicht geschleudert worden. Denn der Sinn des gleichen Wahlrechts ist doch zurzeit namentlich der, daß die Leute, die durch Einsetzung von Leib und Leben den Staat vor dem Untergang bewahrt haben, in Zukunft nicht mehr unter der Vormundschaft der Kriegswuchercr und Kriegsgewinnler stehen sollen, daß vielmehr der entscheidende Einfluß im Staat bei denen liege, die sich jetzt in den Schützengräbern aufopfern. Wer darin eine„Gefahr für den Staat" sieht, macht sich in unfern Augen einer nichtswürdigen Beleidigung der Kriegsteilnehmer schuldig. � BundeSratsarbeit. In der Sitzung des Bundesrats vom Donnerstag wurden angenommen: Der Entwurf einer Bekannt- machung über d:e Verjährungssristen, der Entwurf einer Bekannt- machung. betreffend Aenderung der Verordnung über die Bestellung eines Ncichskornmissars für Uebergangswirtschafl vom 3. August 1916, der Entwurf einer Bekanntmachung betreffend Aenderung der Verordnung über den Verkehr mit Cumaronharz, der Entwurf einer Bekanntmachung, betreffend Krankenversicherung und Wochenhilfe während des Krieges, der Entwurf einer Bekannt- machung über die Wahlen nach dem Versi che r u n g S» gesetz für A n g e st e l I t e, die Vorlage betreffend Entwurf der Satzung für die oberste militärische VermessungSstelle im Deutschen Reiche und m seinen Schutzgebieten, der Entwurf einer Bekannt- machung. beircfsend Ergänzung der Verordnung über Rohtabak vom 19. Oktober 1916. die Vorlage über die Gewährung von Bei- Hilfen an Gemeinden für KriegSwohlfahris- pflege und die Vorlage über die Gewährung von B e i h i l f e n- an Gemeinden für die Erwerbslosenfürsorge in der Textilindustrie. Wahlrechtßantrag in Sachsen-Wcimar. Für die eben begonnene Tagung des weimarischen Landtags hatten unsere Abge- ordneten einen Anirag auf Einführung dcS allgemeinen, gleichen, g e g c i m e n und direkten Wahlrechts vor- bereitet. Nach der Geschäftsordnung des weimarischen Landtages müssen Anträge von mindestens fünf Abgeordneten unterzeichnet sein, da unsere F'wktion aber nur vier Abgeordnete zählt, so suchte sie noch die Unterschrift eines Abgeordneten der Fortschrittlichen Volkspartei zu erhalten. Tie Fortschrittler lehnten jedoch die Mit- Unterzeichnung des Antrags„mit Rüstcht auf den Burgfrieden" ab, so daß unfern Abgeordneten nichts anderes übrig blieb, ihren An- trag jetzt als Gesuch beim Landtag einzureichen. Alldeutsche Agitationöblüten.„Wir haben wiederholt iwrauf hingewiesen, daß der„Vorwärts" einen deutschen Sieg fürchtet. Nach diesen neuesten Auslassungen des Blattes kann man sagen. der„Vorwärts" fürchtet jeden Frieden, der nicht zur Verelendung Deutschlands führt."(„Deutsche Tageszeitung" vom 29. November 1017.) „Für alle monarchisch bewußten Politiker bedeuten die gegen- wärtigen Vorgänge eine schmerzliche Beugung. Wir empfinden die angebliche oder wirkliche„Lösung der Krise" vom monarckiischcn Standpunkt als ein innerpolitisches Olmütz."(„Deutsche TagcS- zeitung" vom 19. November 1917.) Sozialdemokratie und Christentum. Aus dem Brief, den ein gläubiger Trierer Katholik an uns richtet, heben wir folgende Zeilen hervor:„Nun hat der Krieg wenigstens nach einer Seite hin etwas Gutes geschaffen, er hat nämlich auch vielen gläubigen Katholiken die Augen darüber geöffnet, wo in Wirklichkeit die schlimmsten Feinde des Christentums zu finden sind. Während nämlich die angeblich religionsfeindlich«: Sozialdemokratie in Uebereinstim- miing mit der Papstnote für einen VerständigungS- frieden arbeitet, erlebt man das traurige Schauspiel, daß her- vorragende katholische Blätter, wie die„Kölnische Volkszeitung", und viele katholische Geistliche in der famosen..Vaterlandspartei" für Annextonen eintreten und dem VerständigungS- frieden entgegenarbeiten. Kein Wunder, daß sich nun- mehr auch viele Katholiken der Sozialdemokratie zuwenden, als der Partei, die durch ihre Arbeit für den Frieden die hehren Ideale de? Christentums m die Tat umsetzt." Lette Nachrichten. „Ein jedes Volk hat seine Alldeutscheu!" Rotterdam, 22. November. Im Nationalliberalen Club hielt, wie..Nieuwe Rotterdamsche Courant" aus London meldet, Lord Buckmaster eine Rode über den Völkerbund, der, wie er sagte, ein Fried ensbund sein müßte. Der Bund müsse alle kriegführenden und neutralen Staaten, die ihm beizutreten wünschten, unter gleichen Bedingungen in sich aufnehmen und durch einträchtiges Auftreten dafür sorgen, daß seine Grund- sätze beachtet würden. Wenn dieser Plan durchgeführt würde, so würde der preußische Militarismus beseitigt und eines der wichtigsten KricgSziele erreicht sein. Ein Friede ohne voll- kommene Wiederherstellung Belgiens. Räumung Frankreichs und Grenzverbesserungen, sie allen Völkern Sicherheit garantierten und den nationalen Ueberlieferungen und Erwartungen gerecht würden, wäre verfrüht. Aber ein Friede, der diese Forderungen erfülle, könne nicht rasch genug kominen. Bnckmastpr sagte ferner, jedes Volk habe seine Alldeutschen, die glaubten, daß Streitigkeiten nur mit Gewalt beigelegt werden könnten. In der Zerstörung dieses Glaubens liege die einzige Hoffnung für das zukünftige Glück der Menschheit.____ Amerika sperrt die Transporte nach Rußland. London, 22. November.„Central News" zufolge veröffent- licht die Associated Press folgende Mitteilung aus Washington: Die amerikanische Regierung hat beschlossen, dast weder Lebens- mittel noch Munition«ach Nussland geschickt werden sollen, ehe die Lage sich geklärt hat. Die Regierung will wissen, in welche Hände die amcrilänischcn Waren bei ihrer Ankunft in Ruß- land gelangen, ehe sie die Erlaubnis zur Ausfuhr erteilt. Dio Transporte nach Ruhland werden er st dann wieder auf- genommen werden, wenn eine dauernde Regirrung vorhanden Ist, die die Bereinigten Staaten anzuerkennen in der Lage sind. Wenn die Bolschewiki am Ruder bleibe» und ihr Pro- gramm eines Frieden? mit Deutschland durchführen wollten, so würde das Ausfuhrverbot ein dauerndes sei». Beendigung der Ministerkrise in China. Basel, 22. November. Reuter meldet aus Peking unterm 17. November: DaS Kabinett hat seinen Rücktritt nach Uebereinkunft mit dem Präsidenten zurückgezogen, in der beschlossen wurde, die militärische Unterdrückung deS Ausstandes im Hunan fortzusetzen. Brussilow überfahren. Amsterdam, 22. November. Aus Moskau wird gemeldet, daß General Brussilow von einem Lastauto überfahren worden ist, wobei er unter anderen Verletzungen auch einen Arn;- bruch erlitt, GewerffchafisbewWng Ocrltn unö Umgegcno Tie neue Teuerungszulage der Buchbinder Ucber die� v?m Buciibmdeiderbavd aefteDten ffcibcnincieii für tie die? Taiiisiädie S?crliii, Leipzig und Stutrgait verhandellen die Verlieler de: deidericilicic» Ornaniiolionen om 12. ui d 13. d. M. In einer om Montoci abgeholrenen Verianimlung der Berliner B n cd b i n d e r erstattete Si ii q e r Berickt über das ErnebniS der Berliandlunpen, die. wie der Nedner aucfiibtle nach vielen Schmie- r-cikeiten mir einer Vcieinbaiunst endeten, welche die Forderunpen nicht voll erfüllt und desbalb die Arbeitnehmer nicht gant befriedigt. ober den Umständen nach annebmbar erscheint. Die wesentlichsten Piinlie der Vereinbarung sind folgende. In den Berliner Buchbindereien erhalten die verheirateten Gcbil'en eine Teueruniis�uiage von S M. die ledigen 8 M. und nn ersten Jahre nach der Lehrzeit KM wöchentlich. Für Ar- b e i t e r i ii Ii e ii mit einem Wochenverdienst bis 12 M. beträgt die tvöcheniliche Zulage L.oli M., für die übrigen Arbeilerinnen ö M. Alle bisherigen Löbue, lierunpSzuIogen und Sondeiabmochlingen kileibcii bcslebcn. die äiigesührieu Zulagen stellen also eine Erhöhung der bisherigen Bezüge dar. Den Gehilfen werden die beiden ersten lieber stunden mit einer Zulage von je 8 Pf., die dritte mit 10 Ps. Vergütet. An den Sonnabenden sowie an Sonn- und Feierlage» beliägl der U e b e l st u n d e n z u sch l a g 15 Ps., bei Nachiarben 3S Pf. In derselden Ablliisung erhallen die Arbeiteruinen Ueber- stnndenichläge voll 5 Ps., 10 Pf.. 15 Pf. und für Nachiarbeil 4l) Pi. Snmlliche Zulagen treten bei der am 2l. bezw. 22. Dezember er- folgeiideu Lohnzahlung in Krasi. Für eine Aenderung des Tarifs hinsichtlich der Lohn- sätze und der Arbeitszeii waren die Arbeitgeber nicht zu gewinnen. Sie erllärien aber auf Antrag der Arbeiter, dast bei der lünitigen Tarifrevision nicht dre Tariflöhne, sondern die derzeitige Wirlichails- läge die Grundlage bilden sollen. Auch den Lehrlingen i'oll eine an- gemessene Teuerungszulage und nach dem Kriege eine entsprechende Erhöhung des Kostgeldes bewilligt werden. Mit den Berliner B u ch d r u ck e r e i b e s i tz e r n ist der- einbart, datz die in ihren Betrieben beschäftigten Buch- binder eine Erböhung der TeneriingS zutage von 8.50 M. für Verheiratete, 7.50 M. für Ledige und 5 M. im ersten Gehllienjahr erhalten. Für geübte Arbeiterinnen wird eine Erhöhung der Teuerungszulage um 5 M., für ungeübte um 3 M. gewählt. Der Uebetsiundenzuschtag der Gehilfen wird für Heberst u n d e n bis 10 Ubr abends auf 23 Ps.. an Sonnabenden, Sonn- und Feiertagen aui 80 Pf., für Nachtarbeit auf 55 Pf. er- höht. Für Arbeilerinnen beträgt der Ueberstundenzu'chlag in der- selben Abstufung 15, 25. 40 Ps. Dre Zulagen in den Buchdruckereien treten am 26. November in Kraft. Nach einer kurzen Aussprache wurde folgende Resolution an- genommen: Die Versammlung nimmt mit Bedauern davon Kenntnis, daß die Prinzipale einer zeitgemästen, der enormen Teuerung entsprechen- den Lohnaufbesieruilg nicht zugestimmt haben. Bei der nächsten Tarifrevision kann unmöglich der Aufbau nach den früheien Friedens- löhnen errolgeu,� sondern die zur Zeil bestehenden wirtschafilichen Berhältnisse müssen besonders berücksichtigt werden. Die neuen Teuerungszulagen nimmt die Versammlung unter den gegebenen Verhältnissen an in der Erwartung, daß dieselben von den Arbeit- gebern anstandslos gezahlt werden. Von den Kollegin und Kolle- ginnen wird erwartet, daß sie dort, wo Zahlung nicht eriolgt, mit allen verfügbaren Mitteln auf Zahlung drängen. i« seinem Echlustwort unter lebhafter Zustimmung deS größte« s Professor llmber zieht den Schluß, daß mit zunehmendem Alter Teiles der Versammelten dre Unabhängigen kräftig ab. Gegen � deS Kindes sich die Jmunlläl gegenüber dem etiilteiien Jnfelr zu- einige wenige Ssimvien>. er Vaterländischen und Unabhängigen s hnids befestigt und iolgeil daiails. daß es vor allem darauf an- Dre Porzellanardciter. Zahlstelle Berlin, beschlosten in ihrer letzie» Vcriamnüung, den Kollegen im Felde auch in diesem Jahre ein Weihnachlspäckchen zukommen zu lasten, ebenso die in G e- f a n g e n s ch a f t geratenen Kollegen durch Vermittlung deS Roten Kreuzes mit eigem Paket zu bedenken. Für die Familien der be- treffenden Kollegen ist zu Weihnachten eine bescherdene Geldunter- ftützung. für Frauen 5 M.. für jedes Kind 2 M.. ausgesetzt. Wenn auch die Gaben bei den beschränkten Miltelit und dem kleinen Kreis der noch vorhandenen Kollegen nur gering sein können, so eriüllt es doch die Berlmer Äollegenschaft mit Stolz, ihrer Kollegen im Heere zu gedenken.__ parteinachrichten. Für Frieden und Freiheit. Eine eindrucksvolle FriedenZkniidgebung veranftaliete.am DienstayaÄend auch die Ärbeiterschast der Stadt Bremen. Die Äolksversaminlung. die vom Sozialdemokratischen Parteiverein ein- berufen war. wies rnhrdeftens 3500 Besucher auf. Der große Kastuoscral, in dem 3904 der Parteitag stattsand, war bis aus den letzten Platz besetzt. Genosse Fritz E b e r r, der früher lange Jahre in Bremen tätig war, hielt einen mit großer Äufmerksamkeit an- gehört«? und mit iiarkem Beifall aufgenommenen Bortrag über das Thema:„Sozialdemokratie, Berständignugsfriede, Bolksrechtc". Er rechtfertigte die Haltung der Sozialdemokratie im Kriege. wandte sich mit Schärfe gegen die Alldeutschen und forderte, daß das Friedensangebot der russischen Arbeiter- und Soldatenräte von den Mittelmächten im zustimmenden Sinne beantwortet werden möge. Dann wandte sich Genosse Ebert der inneren Politik zu. Die deutsche Sozialdemokraite werde ihre ganze Macht daransetzen, um das gleiche Wahrrecht in Preußen zu schaffen. Die Reaktion habe ausgespielt, und die Arbeiterklasse werde wesentlich die Eni- Wicklung des neuen Deutschland bestimmen.— In der Debatte ließen es sich die beiden„Unabhängigen" Klawitter und Henke nickst nehmen, unter dem Beifall ihrer Anhänger die wuchtige Friedens- tundgebung durch die sattsam bekannten Borwürfe gegen die deutsche Sozialdemokratie zu stören. Ausdie Friedensfrage gingen diese Redner nur nebenbei ein. Genosse Ebert fertigte wurde eine rat Sinne des Referats gehaltene Resolution ange- nommen. In Chemnitz fand eine von der Sozialdemokratischen Partei einberufene öffentliche Versammlung statt, die außerordentlich stark besucht war. Der große Saal des Volkshauscs und die Galerien waren gestopft voll. Das Referat des Genossen Hermann Müller vom Parteivorstand wurde mit starkem Beifall auf- genommen. Eine Resolution, in der zum Ausdruck kommt, daß iir dem zu schließenden annexionslosen Frieden Vereinbarungen getroffen werden, die das internationale Wettrüsten als eine der Kriegsursachen beenden, ferner wird gefordert, daß die deutsche Regierung das VorMhen der derzeitigen russischen Regierung, die einen baldigen annexionslosen Frieden will, unterstützt. Weiter verlangen die Versammelten, daß die Regierung unzweideutig Stellung nimmt gegen die Treibereien der sogenannten Vater- landspartei, un>d daß endlich die politische staatsbürgerliche Gleich- berechtigung für alle Körperschaften restlos durchgeführt wird, wurde einstimmig angenommen. Mit einem begeistert aufgenom- menen Hoch auf die Sozialdemokratie wurde die Versammlung ge- schlössen. Vor einer imposanten Versammlung sprach am Dienstag Ge- nosse S t ü ck l e n in Luckenwalde. In der Diskussion ergriff der Vertreter der Unabhängigen, Liesegang-Berlin, das Wort, der den stürmischen Protest der Versammlung hervorrief, als er für die Zeit nach dem Krieg den heftigsten Kampf der Arbeiterklasse unter sich ankündigte.— Im übrigen nahm die Versammlung einen glänzenden Verlauf. Eine Resolution, m der die Friedensbestrebun- geu der deutschen Sozialdemokratie gebilligt und der russischen Ar- beiterklasse die vollste Sympathie ausgesprochen wird, fand fast ein- stimmige Annahme. Aus de« Organisationen. Die sozialdemokratischen Organisationen für den 1 0.(Döbeln- Roßwein) und 21.(Annaberg) sächsischen Reichstagswahl kr e i s nahmen in Generalversammlungen Stellung zu den Aeschlüssen des Parteitags. Im 10. Kreis berichtete Genossin Schllling, deren Ausführungen vom Vertreter des Bezirksvor- standes, Müller, ergänzt wurden. Nach kurzer Diskussion erklärte sich die Versammlung einmütig mit den Beschlüssen des Parteitags und der Haltung der Kreisvertretung einverstanden. Im 21. Kreis berichtete Genosse Schieck-Schwarzenberg, der als Anhänger der er- weiterlen Minderheil vom Ergebnis der Parteitagsverhandlungen nicht befriedigt ist. Er ist der Auffassung, daß aus dem Partei- vorftandsbericht nicht ersichtlich sei, was die eigentlichen Gründe der Spaltung waren. Weiter bedauerte er, daß-der Parteivorstand nicht mit gleichem Maß gemessen und den rechtsstehenden Genossen nicht mit der erforderlichen Schärfe entgegengetreten sei, sowie daß Leute wie Koutsky und Bernstein in der»Mehrheiispresse nicht mehr zu Wort kommen können. Vor allem herrsche Unwillen dar- über, daß die Fraktion die Kriegskredite bewilligte, ohne Garantien für eine gesunde Lösung brennender politischer Fragen sowie Sicherstellung der Vollsernährung zur Bedingung zu macken. Der Abgeordnete des Kreises, Genosse Grenz, würdigte die Bedeutung des Parteitags und setzte dann auseinander, daß eine internario- nale Gemeinschaft, vor allem einheitliche Organisationen in den einzelnsn Staaten Bedingung sein müsse. Im übrigen betonte er, daß wir innerpolitisch wesentliche Fortschritte gemacht hätten. Die Versammlung des 21. Kreises faßte keinen Beschkiltz, sondern be- gnügte sich damit, den EinheUSwillen zu unterstreichen. Auch in der Frauenbewegung geht es vorwärts. Eine öffentliche Frauenversammlung, die am 19. November in Saarbrücken tagte, in der Genossin Reitze- Hamburg referierte, hatte das Ergebnis, daß 60(sechzig) Frauen der Parte: beitraten. Außerdem wurde eine Anzahl Abonnenten auf die„Bolksstimme" gewonnen._ Soziales. Tuberkuloseerkrankungeu der Kinder vor und während des Krieges. In der Festschrift zum 70 Geburtstage Johannes Orths macht Herr Professor Umber, der Leiter des Städtischen Krankenhauses Charlottenburg-Westend. einige überaus interessante Angaben. Aus Grund der Beobachtung an' 600 Kindern, die in zwei aufeinder- folgenden Jahren in den Altersklassen vom ersten Lebenslage bis zum 15. Lebensjahre aus irgendwelchen Gründen in das Kranken- bauS Eharlottenburg-Westend gekommen waren, hat er festgestellt. daß der Säugling in der Regel tuberkulosefrei zur Welt kommt und die event. Erkrankung an Tuberkulose erst später erwirbt. Gerade der Umstand, daß diese Beobachtungen nicht an einem Tuberkulose- Krankenbause, sondern in der Kinderabteilung eines allgemeinen Krankenhauses gewonnen sind, muß besonderes Interesse an diesem Ergebnis erwecken. Unier den 600 Säuglingen und Kindern er- wtesen sich als tuberkulös infiziert: Säuglinge im ersten bis dritten Monat.. 0 Proz. », drittten bis zwöliten Monat. 5, Kinder. zwerten Lebensjahre.... 12„ ,» drillen und vierten Lebensjahre 32, ,, fünften und s-cksten. 33. ,, siebenten bis zehnten,&, ,, elften bis vierzehntel!. 56, ES zeigte sich bei den Untersuchungen im Krankenhaus Cbar- lotteirburg-Westend. daß die tuberkulös infizierten Kinder im ersten Lebensjahrs auch sämtlich eine klinische Tuberkulose darboten, daß mit zunehmenden Lebensjahren ober ein iirnner geringerer Prozentsatz offenkundig tuberkulös war, vielmehr die latente und nur durch die positive Tuber kulmreaktron feststellbare Tuberkulose prozentual progressiv zunahm. komme, dcn Säugling vor dem Tuberkuloseinfelt zu Ilbützen. Ist er einmal erkrankt, so wetve Hygiene und Tverapie kaum imstande sein, ihn zu eihalten. angesickts der grausigen Mortalität der Säuglings- iuberkulose. Der Kamps gegen die erfolgte Infektion aewinne mit -unebmendem Lebensjahre an Aussicht. Nur die Entfernung aus dem Tuberluloiekrankenmilic» könne beim Säugling und bei den jüngeren Kindern Erfolg versprechen im Kampf gegen die Tuberku- lvse. Unter halbwegs günstigen iozialen Verhältnissen werde ichon die Isolierung der gesunden Kinder etwas keilten. Gerade aber beim Pioleianat, das am druigendsteil des Tudcrkulofefchutzes bedürfe, aber am wenigsten. Er weist daraus hin. daß nach einer Berliner Slatislik aus dem Jahre 1938 49 Proz. der ge* ftorbencn Tuberkulokeu eine Emziminelwahiiung hatte» und 41 Pro,, eine Zweitiimnerwobnung. Wie soll man unier folchen Umsiäiiden K nder derartiger Familien in ihrem Milieu isolieren? Dielen 600 Kindern vor dein Kriege konnie Professor Umber nun 658 Kinder aegenübcrnellen, die während des Krieges in der- felben Weise wst jene 600 vor dem Kriege, und zwar in gleich langem Zeitraum von aderrnal� zwei Jahren bcodachter wurdeii. Nähere Zahlen gibt P,oiessor Umber üver die'e Kinder nickt. Er betont nur das Ergebnis der Beodachiungen. daß mit der Verschlechterung der iozralcii Lage, wie sie der Krieg selbst in einer so günstig gestellten Stadt wie Coarlollenburg unbedingt mit sich bringen müsse, auch die Zahl der Tuberkuloieiiiiekiioneii und Tuberkulofelodes'älle unlei den Kindern zugenommen habe. Es seien vor ollem die lateiiten Juseklionen. die gegenüber den kliniich manifesten Tuberkulosen bei Kindern bis zum sechsten Lebensjahrs enren relativen Zuwachs er. alten ballen. Plofesior Umber weist daioui bin. daß mit befondeiS gc'chär'ler Au'merksanikeir die Serzle, insbesondere auch die Schulärzte und Füriorgeärzle der Entwicklung der Tuberkulose im Kindesalier nachspüren müßte»,»m duicv den Krieg ungünstiger gewordenen Konstellationen bei Zeiten zu begegnen. Das sei eine eind! ingliche Mahnung. Denn heule sei jedes lind- liche Leben doppelt teuer geworden. Im Anschluß an dleic Darlegungen fei noch darauf hingewiesen, daß die Tuberkuloiegefabr für unser Volk sich durch daS Zuiamnien- wirken von Ueberarbeit und vermindcrler Ernährung wesentlich erhöbt bat. Schon Orth bat vor dem Kiiege aus eine größere Tuberkulosesterblichkeit des weiblichen GeschleckiS hingewiesen. Die sebr vermehrte Berufstätigkeit der Frau wird hier wabricheintich noch ungünstiger wirken. Es ergibt sich daiaus die zwingende Not- loeiidigkeit. dre Tuberkuloie-Abwehrmaßregeln im weitgehendsten Maße auszubauen._ Znöustne unö kanöel. Liquidation de Wendel und Kohlcnprcise. Mau schreibt uns: Bei dem letzten Erwerb von Kohlenzechen durch den Kgl. Preuß. Fiskus wurden Kaufpreise gezahlt, deren Höbe zum Teil nach dem Kursstand der Aktien zu rechtfertigen uersacht wurden. Man hat damals daraus hingewiesen, daß bei Vertzr'igen Preisen auch der Staat der der fortdauernden Erhöhung der Kohlenpreise mehr noch als früher interessiert werde. Nun bietet sich ftir das Reich eine Ge- legenbeit, den gewaltigen Besitz der Firma de Wendel an Erz-, Hütien- und Kohlbergtverfen in Lothringen zu erwerben. Der Wert dieses Besitzes kann einwandfrei festgestellt werden, da er seit käugercr Zeit unter Zwangsverwaltuug steht. Daß nach Zeitungs- Nachrichten geplant sein soll, den mehrere hundert Millionen Mark betragenden Besitz an einen Konzern von Jnteresseuten der größten und mächtigsten Firmen der rheinisch-westsälischen Montanindustrie zu veräußern und dem Staat eine Mitbeteiligung, wie gesagt wird, Voss 51 Proz. zu gewähren, muß Befremden erregen. Zweifellos wird der Erwerbspreis sich in angemessenen Grenzen halten, die eS dem Reich, falls eS allein Erwerber würde, gestakteie. einen noch bedeuterideren Einfluß auf die Preisgestaltung der Kohle und Me- lalle zu gewinnen, als dies zurzeit der Fall ist, und zwar in absteigender Linie, während die Privatgesellschaften, die Miteigen- tümer werden, eine solche Tendenz sicher nicht verfolgen werden. Auch daß der Staat die knappe Majorität der Anteile erwerben soll, wird daran wenig ändern. Hoffentlich werden sich Stimmen er- heben, um den Plan, der wieder eine Bevorzugung Weniger zum Nachteil der AllgemeiuLeit im Gefolge hätte, zu vereiteln. »» DaZ„Berliner Tageblatt" �meldet, daß die Verhandlungen noch zu keinem formellen Abschluß gekommen seien.„Aber es be- steht bei der Gründung der deutschen Gesellschaft übrigens die Ab- sicht, auch eine Reihe von nicht gemischten Werken und solchen für Oualitätsstablsabrikation mitzubeteiligen. um diese an der bc- deutenden Erzbasis des Unternehmens teilnehmen zu lassen. Aus diesem Grunde sind n. a. auch für die Mannesmann- Röbren werke in Düsseldorf und � die Stahlwerke Richard Lindenberg in Remscheid kleine Unterbcterligungen vorgesehen. Nach den bisher getroffenen vorläufigen Abmachungen sollen die gesamten Anlagen der de Wendelschen Werke in eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von etwa 100 Millionen Mark eingebracht, der restliche Kaufpreis soll im Wege von Anleihen und langfristigen Krediten bestritten werden. Dem Staat dürfte ein« Beteiligung von 50 Proz. des gesamten Aktienkapitals eingeräumt werden, während die restlichen 50 Proz. sich auf die privaten Hüttenwerke verteilen sollen."_ Lerantwortliw für Politik: Erich»uttnfr, Perlin: für den übrigen Teil deS BiotteS: Alircd Scholz, Neulolln: iür Fnieralo: Dd. Glocke, Berlin. Druck u. Leriag: DorrucriS Luchdruckerci u. VerlagSanktalt Paul Singer& Co., Verlin sw. Hi-rzo 1 Vellage und UuterbaltunqSblait._ CUecl?* Hbs toStyfct* ! haben Sie Krauen— soweit es sich um ihre H Kleidung handelt- vo» jeher besessen. HD Sie bevorzugen denn auch ein Geschäft dessen Auswahl ihnen die weitgehendste Ausübung dieses Rechtes verbürgt, und wo sie im übrigen die Möglichkeit haben, daß sie bei der Fülle des gebotenen M das Rechte wählen! /3*, 1 � ffünlgflr. 33 SWAefl�'Z 3tB chododok Skpmttrrict voantas- geschlossen!