Nr.3S3. Bezugspreis: EicucIjQ�rLÄ90®t, monatl. 1L0 KL wöchciuUch 30 Pfg. frei ins Hau», rorauzzahlbar. Einzelne LiochentagS- nnmmern 5 Psz. SonntagZnummer mit lünftricricc Beilage.Die Neue LZelt' 10 Pfg. Bollbezug: Monatlich ILO Ml. llmet»reuzband für cfterrcich-Ui Teutschland und Lest -Ungarn LoO ML für das übrige Ausland« Mb rionatlich. Poftbeslellunge» nehmen «m Dänemark. Holland, Luxemburg. Lchrueden u. die Schweiz. Einaetrazcii ut die Poft-Zeitungs-Prcioiistc. Erscheint täglich. ' Telegramm- bldresict »Tvjialvcmokrat Berlin", 34. Jahrg. Verltnev VolKsblskt. Der Anzeigenpreis beträgt f. die stebenaelballeneKalanei- »eile so Bfg.„Sleine Anzeigen", dag fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zu- lässig 2 fettgedruckte Wortes, l-deS weitere Wort lO Pfg. CteUenaesuche und Schlasslellenniijeigen das erste Wort 10 Pfg., iedeS weitere WortSPfa. Worte über lo Buchstaden zählen sitr zwei Worte. Teucrungszuschlag 20«/» Familien- Aiizeigen l»l> Pfg.. volitifche u. gewerkichlifiliche BernnS- Anzeigen 40 Pfg die Zeile. Anzechen für die nächste Nummer müssen bis !» Uhr nachniilt. wt Hauvtgcfchäfl, Serlm EW. SS, Lindenstratz« S, abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr srgh bis 7 Uhr abends. 2ent?alorgan äer IbÄaUkmdkratifcben parte» Deutfchlands. Redaktion: Ew. öS, Linüeustraße 5. Feruivrechcr: Amt Moridplatz, Sir. ISl. SV— 151 97. Sonntag, den Äs. November 1917. Expedition: EW. öS. Lindenstraße 2. Ferulprecher: Amt Morttzplatz. Sir. 161 90—151 97. 9 Crotzkl an Russlands ßotfebafter. Zur Frage des Waffenstillstands. � Die gestern bmt uns wiedgrgcgebene?!achricht der„Neuen Freien Presse", daß General Duchonin, dem Austrag der revolutionären Regierung folgend, einen Waffenstillstand an- geboten habe, entbehrt bisher der Bestätigung. Somit ist cS auch zweifelhaft, wer fetzt als Oberbefehlshaber zu betrachten ist, Duchonin oder Crylcnko. Tatsächlich lag bis gestern abends noch von keinem der beiden ein Waffenstillstands- angcbot vor. AuS den Niiuistcrerklärungcn in Wien und Budapest geht hervor, daß die Mittelmächte zu Nerhandlungeii bereit sind, es fehlt nur noch, daß sich der Gegcupart zu diesen VerHand- lungen stellt. Von deutscher Seite werden die bolschewistische Regierung und ihr militärischer Bevollmächtigter als genügend legitimiert anerkannt werden, zumal kein Zweifel daran be- stehen kann, daß zwischen der bolschewistischen Regierung und dem russischen Volkswillcn in der Iriedcnsfrage vollkommene Uebereinstimmung besteht. Würde zlvischen Bcrlin-Wien und Petersburg ein Waffen- stillstand geschlossen, so wäre damit eine Tatsache geschaffen, die keine Macht der Welt wieder rückgängig zti machen im- stände ist. i�s ist selbstverständlich, daß bei Verhandlungen über den Waffenstillstand militärische Einzclfragcn geregelt werden müssen und daß diese Regelung eine militärische Angelegenheit ist. Die Verhandlungen sollen aber von einem politischen Geist geleitet werden, der sie auf ein positives Ergebnis hinlenkt und beiderseits auf' cinsaige mili- tärischc Streitfragen ausgleichend, letzten Endes b c st i m- rnend wirkt. Die„Leipziger Volkszeitung" hält eL für politisch klug, zu behaupten, die deutsche Regierung verfolge annexionistische Ziele im Osten. Nach den eigenen Erklärungen der Nc- gierung ist das nicht richtig; wäre es aber richtig, so müßten die Unabhängigen die Regierung Hcrtling-Payer ganz anders •Bekämpfen, als sie es bisher getan haben. Auch die Sozial- dcmokratie müßte dann natürlich die schärfste Kampfstellung gegen die Regierung einnehmen. Der„Vorwärts" vom &. November erklärte, daß für diesen Fall„die Stellung der Sozialdemokratie vollkommen klar" sei. Käme es nun zu Verhandlungen mit den Russen, so müßte auch in diesem Punkte jeder Rest von etwa noch vorhandener Zweideutigkeit schwinden.� Die deutsche Regierung würde bald erkennen, daß sie keinen anderen Frieden anstreben kann als den. den das deutsche Volk will. Das deutsche Volk aber will keine fünf Minuten länger Krieg führen, damit Polen österreichisch, ikurland und Litauen preußisch wird.> » Budapest, 23. November. Im Abgeordnetenhaus erklärte Ministerpräsident Dr. Weierle auf eine Anfrage des Grafen TiSza, dei: die russische» Verhältnisse eingehend erörterte: Sie werden es natürlich finden, daß ich mich in eine Würdigung der stets wechselnden russischen Verhältnisse und in deren Schilderung nicht einlasse. Ich will mich blog auf die Feststellung der Tat» fachen beschränken. Die russischen Verhältnisse sind noch so ungeklärt, dah nicht f e st z u st e l I e n ist, ob die dortige Friedenspartei imstande sein wird, ihre Be» strebungen zu vertu irklichen. Bisher ist ztt uns kein Friedensanerbieten und auch kein Anerbieten rinrS Waffen stillstandes gelangt. Wenn ein solches eintreffen wird, so wird es im Einvernehmen tnit den Bundesgenossen zum Gegenstand wohl- wollender Erwägung gemacht werden(lebhafte Znstimmung), und wenn die Bedingungen annehmbar sind, werden wir das Anerbieten an nehmen. Berlin, 23. November. Laut telegraphischer Berichtigung aus Budapest muß in der Erklärung des Minisierpräfidenten W ekcrle im Finanzausschuß der letzte Satz richtig lauten: Jedenfalls muffen wir uns darüber Sicherheil verschaffen, ob derjenige der das Angebot stellt, im Besitze der Macht sei und ob mithin das Anerbieten von zuständiger Stelle komme. Sofortige Waffenruhe! Amtlicher russischer Vorschlag. Petersburg, 23. November.(Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.) Ertlärung an die Botschaften. Herr Botschafter! Ich habe die Ehre, Ihnen mit diesen Zeilen mitzuteilen, daß der Kongreß der Generalräte der Arbeiter-, Soldaten- und Bauern-Abgeordneten ganz Ruß- lands am 26. Oktober/L. November eine neue Regierung der Republik ganz Rußlands gegründet hat, die der Rat der VoltSbcauftragtLii darstellt. Wladimir Jlitsch Lenin ist zum Vorsitzenden der Regierung bestüumr rvordcn. die Politik ist ineincr Sorgfalt anvertraut, der ich zum Beauftragten für die Auswärtigen Angelegenheiten bestellt bin. Indem ich Ihrer Au.stnerkjamkeit. Herr Botschafter, folgenden von dem Kongreß der Generalräte der Abgeordneten gc- billigten Wortlaut unterbreite, der die Vorschläge für einen Waffciiftillstand und für einen demokra- tischen, auf den Grundsatz der Unabhängigkeit der Völker und ihres Rechtes, ihre E n t iv i ck'l u n g selbst zu bestimmen, gcgrundxtcn Frieden ohne Annexionen und ohne Kontributionen ent- hält, habe ich die Ehre, Ihnen vorzuschlagen, das genannte Schriftstück als amtlichen Vorschlag znm sofortigen Waffenstillstand an allen Fronten und eines sofortigen Eintretens in Friedensverhandlungen anzusehen. Die Regierung der Republik ganz Rußlands macht diesen Vorschlag allen Völkern und ihren Regierungen. Wollen Sie. Herr Botschastcr, die Versicherung der vollkommensten Hochachtung von feiten der Regierung der Gencralrätc dem französischen Volke übermitteln, das sich nicht wird enthalten können, nach Frieden zu verlangen, wie übrigens alle kriegführenden, ausgebluteten und durch das Gemetzel erschöpften Völker. Der VolkSbeaustragte für Auswärtige Angelegenhei!?»: L. T r o tz k i. Veröffentlichung öer Geheim- Verträge. A m st e r d a m, 24. November.„Daily Chronicle" meldet ans Petersburg: Heute Freitag beginnen die Zeitungen der Bvlschcwiki dir Veröffentlichung der Geheimverträge und Dokumente, worunter sich das Dardanellcnabkommen, die Rote über die Finanzkonferenz in Bern und verschiedene geheime Telegramme Tcrc st schenkoS befinden._ Lord Cecil über üie waffenftillftanös- Proklamation. London, 23. November. Ein Vertreter des Reutcrschcn BureauS hatte eine Unterredung mit dem Unterstpatssekretär des Auswärtigen Lord Robert Cecil. der folgende Erilärungen über die Lage in Rußland abgab: Ich glaube nicht, daß die soeben von den Extremisten in Petersburg eingeleitete ttntcriichmiing tatsächlich der Ansicht des russischen Volles entspricht. Es wäre natürlich ein un- mittelbarer Bruch dcS Abkommens vom 5. Srp- t e m b e r 1914 und würde bedeuten, daß einer der Alliierten mit seinen übrigen Mitkämpfern mitten im Kriege gebrochen hat und zwar wider die auSdrülklichen gegenteiligen Ver- p f l i ch t u n g r n. FallS ein solches Borgehen von der rusfische» Nation gebilligt und angenommen würde, so würde sie sich d a irt i t s o gut wir außerhalb des ordentlichen enro» patschen Rates stellen. Aber ich glaube nicht, daß das russische Volk dieses Borgehen bestätigen und billigen wird. Die Proklamation, welche von den Leuten, die sich als Regierung ausgeben, crlaffcn wurde, reizt die Soldaten an, ihre Generale zu verhaften tind längs der ganzen Front mit dem Feinde über die Schütze, tgräbett hinweg Friedensverhandlungen anzuknüpfen. Wenn das in erster Linie die Per- ntchtttng der rnssischru Armer als Kampskrast bezwecken soll» so kann man schwer«in anderes oder pgffendcrcL Verfahre» sehen, daS jene verantwortlichen Leute in Petersburg hätten einschlagen könne». Wenn es auch ganz unmöglich ist, gewisse geschäftliche Bcrhandlungen zu vermeiden, wir sie sich z. B. ans der Frage der Bcrhaftnnz britischer Untertanen ergebe», so kann doch keine Rede sein von einer diplomatischen Anerkennung oder von Unter- Handlungen mit ihnen. Es besteht kerne Abficht, eine solche Regierung anzurrkennett. Der ersten wutgeträitkien Aeußerung aus englischen RcgierungS» kreisen, die von eitter.Bande von Verräterin sprach, ist damit eine zweite Kundgebung gefolgt, die sich immerhffr ruhigerer Förmlichkeit befleißigt. Daß sie der neuen russischen Regierung die diplomatische Anerkennung weigert, lvar zu erwarten. Aber daS bessert die Stellung Englands in Rußland keineswegs und geschieht zimächst auch wohl nur in der Hoffnung, daß dem bolschewistischen Siege über kurz oder lang ein« Niederlage bereitet wird. Di« Erklärung Lord Teci» ist einstweilen noch keine hochamtliche Note der eng- tischen Regierung, aber fie gibt den revolutionären Machthaber» Rußlands deutlich genug zu erkennen, daß fie sich von dieser Re- gierung nur feindlicher Aktionen zu versehen hat. * Kopenhagen, 24. November Ein russisches Blatt teilt mit. daß dir Engländer allen rns fischen Schiffsraum in nördlichen Gewässern beschlagnahmt habe«; auch der russischc geschützte Kreuzer Askol», der im Mittxlmecr sieht, ip unter englische Uebrrwachung gestellt worden, öerlin nach dem Kriege. Von Hugo Heimann. Die N e b e r g a n g L w i r t s ch a f t in ihren verschiedenen Verzweigungen steht seit längerem im Vordergründe der Di?- kussion. So weit die Ansichten und Wünsche der einzelnen Gruppen und Klassen auseinandergehen—, einig ist man darin, daß die Zurückführimg der jetzige» Kricgslvirischaft in den Friedenszustand die Völker vor eine der schlvierigsten Auf- gaben des Krieges stellt und daß an der richtigen Lösung dieser Ausgaben alle Klassen der Gesellschaft in gleicher Weise interessiert' sind. Nm so unbegreiflicher erscheint es, daß den,„Reichskommissariat für die Uebergangslvirtschaft" neben den Reichsbehörden zwar Unternehmer aus den Kreisen von Handel, Industrie und Landwirtschaft, nicht aber Vertreter der Arbeiter- und Angestellten- organisationcn angehören. Die wichtigsten Fragen der Uebergangswirtschast, Star- kung der deutschen'Währung, Begünstigung der Einfuhr der uotwendigen Rohstoffe und Lebensmittel unter Zurückdrängung solcher, die dem Luxusbcdürfnis dienen, zweckentsprechende Regluna der Ausfuhr, Verhinderung der Wiederaufnahme des .freien Handels u.a. können nur durch das Reich einer Lösung (eutgcgcngeführt werden. Bei zahlreichen anderen wird das Reich zur Durchführnng seiner Maßnahmen sich teils auf Staat und Gemeinden stützen müssen, teils ganz auf die Initiative der Gemeinden angewiesen sein, wie es bekanntlich im Verlauf des Krieges schon eine erhebliche Zahl wichtiger Funktionen den Gemeinden hat zuweisen müssen. Im Gegensatz zu der umfassenden allgemeinen Erörte- rung des Problems sind die speziellen Aufgaben, die den Kommunen in der Uebergangswirtschast. zufallen, bisher nur wenig besprochen worden. Sicher werden die Magistrate der großen Städte, insbesondere Berlins, in ihrem Schoßsich schon mit diesen wichtigen Dingen befaßt haben, um nicht bei Friedensschluß unvorbereitet vor einer großen Zahl schwieriger Aufgaben zu stehen.' In den Verhandlungen der Stadt- Parlamente sind diese Fragen bisher aber nur vereinzelt zur Erörterung gelangt. Die sozialdemokratische Stadtverordneten- fraktion Berlins hat daher schon seit geraumer Zeit eine kleine Kommission aus ihrer Mitte beauftragt, sich mit den kommunalen Aufgaben ans diesem Gebiet zu befassen und bestimmte Forderungen aus Ausbau bestehender oder Schaffung neuer Einrichtungen aufzustellen, die dann nach Billigung durch die Fraktion als genau umgrenzte Anträge den städtischen Behörden unterbreitet iverden sollten. Nachdem nun aber die Fraktion der„Unabhängigen"— die bald nach der Spaltimg stolz verkündete, sie sei bis gegen Ende des nächsten Jahres für jede Sitzung bereits init zwei Anträgen „eingedeckt", die dabei ganz übersieht, welches Zeugnis sie selber sich damit für ihre bisherige und künftige Tätigkeit aus- stellt— schnell den zunächst inhaltlecrcn Antrag eingebracht hat, den Magistrat zu ersuchen, eine gemischte Deputation einzusetzen, in der die kommunale Uebergangswirtschast be- raten werden solle, so wird die sozialdemokratische Fraktion, der es auf die Sache, nicht auf die Zahl der im Plenum ein- gebrachten Anträge ankommt, diesem Antrag zustimincn und in der Deputation ihre Forderungen durchzusetzen versuchen. Die Beschäftigung niit den Verwaltungsanfgabcn, die für die kommunale UebergangSlvirtschast in Betracht kommen, läßt aufs neue und schärfste die ganze«Un Haltbarkeit der verworrenen fo in mutial Politischen Zustände in Groß-Berlin erkennen.— Zu Anfang des JahreS 1915 hat der Verband der sozialdemokratischen Kahl- vereine eine Arbeit über die Kriegsfürsorge in Groß-Berlin erscheinen lassen, in der festgestellt wurde, daß in einigen 29 Körperschaften lange und schwierige Beratungen über genau die gleichen Angelegcnhciteu gepflogen wurden. Die Ergebnisse sind überall verschieden. In einer Straße gelten diese Bestimmungen,— in der benachbarten total andere- Nun stelle man sich vor, welche Zustände nach der hoffentlich nicht mehr fernen Entlassung der Truppen sich nicht nur in der Kriegsfürsorge, sondern überall ergeben werden! . Die Arbeitsvermittlung ist in de» Arbeitsnach- weisen nicht einheitlich zusammengefaßt. Das Durcheinander im Arbeitsnachweiswesen steht im umgekcheten Verhältnis zu seiner volkswirtschaftlichen Bedeutung. Alle Bemühungen unserer Parteigenossen in den Gemeinden, eine Vereinheitlichung und Zusammenfassung zu bewirken, sind bisher gescheitert. DaS Groß-Berliner Arbeitsnachweis-System ist daher weit weniger leistungsfähig, als es sein könnte und müßte. Kann den vom Heeresdienst entlassenen Arbeitern und Angestellten angemessene Beschäftigung nicht zugewiesen werden, so muß ihnen Anspruch auf Arbeitslosen- u n t e r st ü tz u n g zugebilligt werden. Das gleiche muß zu- treffen für solche Arbeiter und Angestellten, die entlassen werden, um die Wicdereinstcllmlg von K riegSteilnehmorn zu ermöglichen. Die Arbeitslosenversicherung ist aber in einiget: Groß-Berliner.Gemeinden gar nicht, in de» anderen nach 9 Starkes Feuer hielt auch während der Nacht in einzelne» Kampfabschnitten an. Unsere Artillcricwirkuug hielt nächtliche Borstöße gegen Rumilly und südöstlich von Masniercs nieder. Krylenko nannte, daL Gesprächsthema in ganz Rußland, und die Zeitungen brachten ausführliche Berichte. Krylenko ist trotz seines jüdisch klingenden Parteinames ein von Geburt rechtgläubiger Christ ukrainischen Ursprungs. Er mag etwa 37 Jahr alt sein. * Kopenhagen, 23. November..Socialdemolratett' teilt aus Stock- Holm mit:„DagcnS Nyheter" meldet aus Petersburg: Nach dem „Wolja Aaroda" hat Trotzki außer seinem Befehl an den Oberst- kommandierende» über den Waffenstillstand den kriegführenden Mächten eine besondere Note zugestellt, worin diese auf- gefordert werden, unverzüglich ihre KriegSziele zu revi- dieren und ihre F ri e d e n sb e d i n g u n g e n festzusetzen. In seiner Note an die Alliierten bittet sich Trotzki Antwort bis z u in 23. N o v e m b e r aus. Von d i e s e m I e i t p u n k t an hält sich die russische Regierung' für ermächtigt, einen Separat- frieden abzuschließen oder bei eventuell fortgesetztem Kriege einen neutralen Standpunkt einzunehmen. London, 28. November.(Central News.) Nach einem draht- losen Bericht aus Rußland haben die Leninisten beschlossen, die Hccrcsfiärke herabzusehen. Sie haben angeordnet, den Jahrgang 1899 sofort zu entlassen. Washington, 22. November.(Reuter.) Nach Mitteilung des Kriegshandelsamts sind die Berichte, wonach wegen der zweifel- haften Haltung der' derzeitigen russischen Regierung sür Rußland gekaufte Waren nach Rußland nicht ausgeführt werden dürfen, un« zutreffend. Das Nationalitäten-Programm öer neuen Negierung. Stockholm, 23. November. Der Pressevertreter der Bolschcwiki an der russisch-schwedischen Grenze teilt über Hapa- randa durch Svensla Tclegrambyrau eine kürzlich von „Prawda" veröffentlichte Regierungserklärung mit. nach der die Maßnah irncki des RatcS der Beauftragten des Volkes bezüglich der verschiedenen Nationalitäten sich auf fol- gcndcn Grundsätzen aufbauen würden: Erstens: Frcihrit und Souveränität für alle Böller Rnß- lanbS. Zweitens: Sclbstbcstimmuiigsrccht für die Sölkrr Rußlands bis zu ihrer Trennung und selbständigen Staatrnbildung. Drittens: Aufhebung der Borrechtc einzelner Völker und Nationalkirchen imd der Einschränkungen aller Art. Biertens: Recht aller Mindrrheitsvölker uud Bolksstämmc, die die Gebiete Rußlands bewohnen, ans vollständig freie Ent- Wicklung. Diese Mitteilung ist namens der Republik Rußlands von dem Beauftragten für 2 Nationalitäten-Angelegenheiten Stalin und dem Vorsitzenden des Rates der Dolksbeauftragten Lenin unterzeichnet. Zur unü wiüer sozialistische Koalition. Sto ckholm, 24. November,(Eig. Trahtbericht des „Borwärts".)„Nowaja Schisa" vom 14. November zeigt die Fortdauer des innere» Zwistes und teilt eine lauge Ber- haftnngsliste mit. Auch gegen Götz nud A v k s e« t j e w find.Haftbefehle erlassen. Die Front drängt auf Abschluß einer sozialistischen Koalition. Amsterdam, 24. November. Der„Times" zufolge ist die Lage an der russischen W e st f r o n t und Rordwe st front kritisch. Die Truppe» sind erschöpft und haben Mangel an Lebensmitteln und Winlerkleidmig. Die Petersburger Truppen verlangen die Einstellung des Bürgerkrieges und die Bildung eines Ministeriums. In Südruhland ist die Lage der Armeen besser. Die Bauern schicken erhebliche Vorräte nach der Südwestfront, die ssch zur früheren Regierung freundlich stelle. Stockholm, 23. November..Nowaja Schisn" teilt mit. daß der Rat der Volkskommissare von der russischen Armee die Nachricht er- hielt, es fehle an Brot und die Hungersnot greife um sich. Nach mehreren Petersburger Zeitungen hat der Oberbefehlshaber der Westfront telegraphisch um beschleunigte Maßnahmen für Anschaffung von Proviant sür die Armeen gebeten. Ebensalls nach.Nowaja Schisn" ist die Arbeit i n a l l e n A b t ei lu n g e» des russischen K.r i e g S m i n i st e r i u m S, mit Ausnahme derjenigen der Artillerie und der Jntendanturleituiigen, einge stell worden. Amsterdam, 24. November. Einem hiesige» Blatte zufolge meldet die„TimeS" aus Petersburg vom 21. Iiovanber: HeerdSsruppe Deutscher Sr-nprkuz. Au»ielrn Stelle« der Front rrhöhte Tätigkeit der Iran- z»se«._______ Seit dem 20.11.«evlorcn unsere Gegner im Lustkamps und durch Abwehrfeuer 27 Flugzeuge. Rittmeister Freiherr v. Richthofrn errang seine» 62., Leut. «aut Freiherr v. Richthofen seinen 26., Leutnant Bongartz seinen 24. Lustfiez.__ westlicher Kriegsschauplatz keine größeren Kampfhandlungen. Mazedonische Front Das Feuer lebte zwischen dem Prespa-Sce uud Bionqsnr sowie im Crrna-Bogon auf. Italienische Front. Westlich»vn drr Brenta uud zwischen Brenta und P ia» e scheiterten italienische Angriffe. Ter Erste Generalquartiermciftrr. Ludrudvrff. Abendbericht. A erli», 24. November 1917, abends. Amtlich. In Flaudern starker Artilleriekawpf vom Houthoulficr Walde bis Lceclaere. Südlich der Scarpe gesteigerte Feuertätigkeit. Eng. tische Angriffe gegen die Dorfer I u ch y, Moeuvrcs und B a n t c» x find verlustreich ge- scheitert. AuS dem Osten und Italien find besondere Ereignisse bisher nicht gemeldet. Ter österreichische Bericht. Wie», 24. November 1917.(W.T.B.) Amtlich wird »erlautbart: Zwischen der P i a v e und der Brenta und ia de« Siede« Gemeinde« führte der Feind gestern abermals starke Kräfte zu« Gegenangriff vor. Alle Angriffe zerschellten unter schweren italienischen Berlnste». Sonst nichts Neues. Der Chef deS Eeneralstabrs. Der Petersburger Sowjet beschloß, die Bolschewikt bei ihrer Weigerung, auf die Forderung der g e- mäßigten Sozialisten nach Bildung eines Koa-- litionskabinetts einzugehen, zu unterstützen. Nachträgliches zur �lemenceau-Debatte. Bern, 23. November. Lhoner Blätter bringen noch folgenden ausführlichen Bericht über die Kaiinnersitzung vom Dienslag: Die Interpellation Baren ne(Soz.) bezog sich besonders auf di: innere Politik Clemenceaus, dessen Politik im„Hamme Enchaine" leider sehr scharf gegen die sozialistischen Arbeiter gewesen sei. C o m p ere Morel(Soz.) befürchtet, daß Clemcnceau die Kriegs- führung allzu ausschließlich von der militärischen Seite betrachte und die innere Lage übersehe. Um die Stimmung im Lande-zu erhalten, dürfe man nicht zusehen, daß Frauen und Kinder vor geschlossenen.Bäckereien lange Züge bildeten. Ferner betpnle Compärc Morel die Royoendigkelt, die Produktion, besonders.aus landwirtschaftlichem©einet zu heben. Besonders scharf war die Interpellation F o r g e o t, der ver- langte, daß die Regierung ihre KriegSziele klar äußere und zur Frage der Neuwahl für das. Parlament sür das Jahr. l9lS Stellung nehme. Aus innerpolitischem Gebiete muffe man Midlich wissen, woran man mit den Skandalen sei. Gegen Caillaui- seien schwere Anschuldigungen erhoben worden, es sei aber nichts gegen ihn bewiesen. Ter Haß gegen Caillaur steige immer hoher. Jetzt müsse Cleinenceau, der all: Aktenstücke zur Kenntnis nehmen könne, gegen diesen Haß Stellung nehmen und die Wahrheit sägen. Zuni Schluß seiner Rede, die von den Sozialisten ständig durw großen Beifall begrüßt und von der Rechten durch.unfreundliche Zwischenrufe unterbrochen wurde, tam Forgeot nochmals auf die KriegSziele zurück. Wir kämpfen, erklärte er, weil Teutschland uns den Krieg erklärt hat. Wir fordern einfach die Rückkehr Eli'aß-Lothringciis, eine Entschädigung und Bildung einer Gesellschaft der.Nationen. Tie Friedensftage.wird geklärt werden. wenn die, Regierung ihre KriegSziele bestimmt auseinandergesetzt und erllärt haben wird, daß st« diese volltonrmen aufrechterhalten werde, ohne mehr zu verlangen, welchen Umfang auch der. Sicg der Entente annehmen möge. Nicht nur die Regierung, auch-da- Volk muß jetzt die Stimme erheben. � Alle Parteien, nicht nur die Sozialisten, sollten zu einer i n t e r» nationalen Besprechung in Stockholm zusammen- kommen. In seiner Erwiderung führte Clcnicnccau aus, die Frage der Gesellschaft der Nationen werde von einem Aus- schuß, dem Leon Bourgeois, Reiwuld und Erneste Lavisse ang»- hören, vorbereitet werden. Nach Fertigstellung der Arbeiten des Ausschusses werde er, Clcmcneeau, den Bericht im Parlament er- statten. Thomas(Soz.) sagte: Wenn Sic, Cldmcnceau, erklären, daß die, Gesellschaft der Nationen nur die Unterschrift Ihrer Mit- gl ic der als Garantie habe, so vergessen Sic, was Wilson und Asginth gesagt haben. Tie. Gesellschaft muß auf gegenseitig bindende Lor- pslichluiigen gegründet sein. Ferner erklärte Thomas, ez.sci Pflicht der Regierung,. durch völlig: Klärung der Skandalafsären die Einigkeit und das Vertrauen im Lande wiederherzustellen. Tie Autwort Clenrcnccaus auf die Interpellationen sei durchaus ungenügend. Thomas hob hervor, seine Partei werde an der Landes' Verteidigung mitwirken,.unbekümmert um die Regierung, die. an der Spitze Frankreichs stehe.. Deshalb seien aber die Kritiken gegen Clemcnceau nicht minder berechtigt. Vor der Sitzung hatte die sozialistische Parlamentsgruppe beschlossen, gegen die Regierung zu stimmen, es sei demi. daß Clemcnceau in seiner Antwort auf die Interpellationen, sich in einem sür die sozialistische Partei durchweg günstigen Sinne äußern werde. der vierte Tag von Cambrai. Berlin, 2t. November. Auch am 23. November versuchte ber Engländer ans dem Hauptkampffelde bei Cambrai vergeblich, feinen Anfangserfolg zu einem entscheidende« Durchstoß zu ge- stalten. Den strategischeu Dnrchbruch, der den Berbündeten in! diesem Jahre ia Galizirn, bei Riga und Jakobstadt und in Italien so glänzend gelungen war, konnten die Engländer hier ebensowenig wie in Flandern in viermonatigem Versuch trotz rücksichtslosesten Einsatzes außerordentlich starker Kräfte erreiche«. Unter schwersten blutige» Verluste« brachen seine gewaltigen Anstrengungen an dem heldenmütige« Widerstände und msolge der wuchtig«« Gegenstöße der devtschen Txoppx» znsamme«._,., Kr. 523 ♦ 54. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts Sonntag, 2S.Nov««bor1�7 GroMerlln Totensonntag. Wu: sind so sullc geworden, wie dieser Tag. dessen Gräber in der matten Sonne leuchten gleich den Goldrahmen alter Gemälde. Der VergängliäzkeitSgeruch alles dessen, was srühlingsschön blühte, sommerlich reifte, füllt die Luft, weht um die Sinne. In den kühlen Winden flüstert ein Wort: Vollendung! Da ist kein Trotzen in der Natur, kein Aufbäumen gegen das Schicksal, nur dies eine, mühselig crdenzuschmieaendc: Es ist vollbracht! Herz, waruni weinest Du? Nicht um die vom Schnee des Alters Umblichcneu. die lächelnd in die stille Ewigkeit hinüberschlafen— Um die juugfröhlichen, manuSstarken Lebe», die im fremden Lande hinsinken„wie Kräuter im Maien". Die am Leben hängen mit tausend Fasern, die bauen und schaffen wollten an ihrer und ihres Volkes Zukunft, die durstige Augen hatten, zu trinken vom goldenen Uebcrfluß der Welt... Wir sind so still und ernst gcivordcu wie der Tag der Toten. Doch wir dürfen daruni den Kopf nicht hängen lasien, sondern müssen tapfer und aufrecht bleiben. Schon um der Ziele und unvollendeten Werke derer willen, die den tiefften Irrwahn der Menschheit mit ihrem Blute büßten. Von Osten weht ein Wind, der diese Ziele kündet. Kontrolle über die Verteilung der Brotzusatzkarten. Die Groß-Berliner Schiverarbeitcrzentrale, die die Verteilung vori Brotzusatzkarten vornimmt, hat zur Feststellung, ob die Vor- aussetzuugen für die Gewährung der Brotzusatzlarteu in den ein- zclncn Betrieben vorliegen, aus den Kreisen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer Revisoren bestimmt, die Nachprüfungen in den Be- trieben vornehmen werden. Die Revisoren sind im Besitz von Aus- weiskarten, die sie bei Vornahme der Nachprüfung vorlegen werden. Sie sind berechtigt, in die Pon den Betrieben zü führenden Nach- weise, welche die Besrhästigungsart der im Betrieb beschäftigten Personen angeben. Einsicht zu nehmen und sich auch mit den Arbeit- nehmcrn selbst ins Benehmen zu setzen. Fabrikationsräume dürfen ohne Zustimmung der Berriebsinhaber nicht betreten werden, jedoch werden die Revisoren sich erforderlichenfalls der Mitwirkung des Obmanns� des im Betriebe bestehenden Arbeiterausschusses bedienen. Die Revisionen werden in kürzester Zeit beginnen. Neue Kaffee-Ersatzvcrteiluug in Groft-Berliu. Vor Weibnachten wird iu Gross.Berlin noch eine neue Ver- teilung von Kaffee-Ersatz stattfinden. Die Frist für die Abgabe des AestellabschnitteS der hierbei zur Verwendung gelangenden neuen Kaffee-Ersatzkarie S�r. 7 beginnt am Montag und endigt am 2. De« zember. Die Ware wird vom 20. Dezember ab erhältlich fein. Zur«chuceschipperverordnung h«t die Wirtschaftliche Vereinigung des Bundes der Bei- k i n er G r un db e sitz e r v« r« i ne an den Geh. Fustizrai Cassel, Vorstandsmitglied der Berliner Etadtvcrordnctcnver- sammlung, ein Schreiben gerichtet, in dem es u. a. heifcn ..Daß die Mieter sich von dieser Arbeit meistenteils befreien werden, mutz als ganz zweifellos vorausgesetzt werden. Außer- dem und uns bereits Fälle bekannt, daß HauSoerwallerinneu und Portiers klipp und klar erklärt baben. daß sie, schon um dem Aerger mit den Mietern aus dem Wege zu gehen, ihre Stellen aufgeben würden. Es ist höchst bedauerlich, daß diejenigen, die durch ihre Mau- date dazu berufen sind, das Interesse des Hausbesitzcs zu wahren, in dieser so wichtigen Frage der Sozialdemokratie den Vortritt gelassen haben, denn cS ist ganz zweifellos, daß der Antrag der Soziäldemo- kratie.dahinzustreben.datzderErlaßdcsObcr- kommandos in den Marten ganz aufgehoben w i r d, d a S c i n; i g R i ch t> g c w a r! Indem wir Sic, verehrter Herr Geheimrat, und Ihre poli- tischen Freunde nunmehr bitten möchten, dem Berliner Magistrat klar machen, daß es nicht angeht, eigene Lasten hinterrücks auf die Schultern des verratenen und verkauften Hausbesitzes zu wälzen, möchten wir uns zum Schluß nur noch die Frage gc- Natten, weshalb man denn nicht die Stratzenreinigung der Stratzendämmc Berlins, den Gefangenen übertragen will? Oder fürchtet vicllcickit der Magistrat die Ausgaben und glaubt, die. Steuern zwar einstreichen zu können, seine Pflichten aber einfach auf die Bürger abzuwälzen— wcim nicht anders, so mit Hilfe des Oberkommandos?" Wenn wir von der recht zweifelhaften Auffassung, die auf Grund des Hausbcsitzerparagraphcn gewählten Stadtverordneten ieien vor allein berufen, das Interesse des Hausbesitzcs zu wahren. und von der Phrase von..verratenen und verkauften Hausbesitzes" absehen, können wir nicht umhin, die Herrn Cassel und seinen Freunden gemachten Vorhaltunoen als durchaus berechtigt zu er- tlären. Nicht mit Rücksicht auf die Hausbesitzer, sondern mit Rück- ücht auf die gesamte Berliner Einwohnerschaft wäre es die Pflickit des Mogistrats und der Stadtverordneten gewesen, dem sozialdemokratischen Antrag zuzustinimcn. llngültigkeitserklörung von Fleischkartcn. Die siir die Zeit vom 26. November bis 2S. Dezember 1917 ausgestellten RcichSflcisch- karten für Berlin und Nachbarorte Serie XVlll Nr. 9001—10 000, die durch Einbruch entwendet worden sind, werden für ungültig er- klärt. Bei Vorlegung solcher Karten sollen die Inhaber festgestellt werden. Viehzählung. Am 1. Dezember findet im Deutschen Reiche eine Viehzählung statt, die sich auf Pferde, Rindvieh, Schafe, Schweine. Ziegen und Federvieh(Gänse, Enten und Hühncrl erstreckt; für Preußen ist sie auch auf Kaninchen, Trut- und Perlhühner ausgedehnt. Wer vorsätzlich eine Anzeige nicht erstattet oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis oder mit Geld- st r a f c bestraft. Krankennahrung nur gegen Arztzengnis? Unter den Ernährungsschwierigkeiten leiden die Kränklichen und die plötzlich Erkrankten noch mehr als die Gesunden. Zwar können besondere Krankennahrungsmittel gewäbet werden, aber das Bezugsrecht ist nicht immer leicht zu erlangen. Einen Nach- weis der Krankheit und des Bedürfnisses der Kranlcnnahrung zu fordern, mag sich nicht umgehen lassen. Wird aber der Zwang, ein Arztzeugnis vorzulegen, nicht manchmal zu weit getrieben? Aus Lichterfelde erfahren �wir, daß eine Wöchnerin, für die nach schwerer'Entbindung die Gewährung von Krankenbrot beantragt wurde, ein Arztzeugnis einreichen sollte. Der Ehemann hatte eine von der Hcbamw.c gegebene Bescheinigung vorgelegt, die für die Wöchnerin wegen ihrer Entkräftuug die Bewilligung des Gesuches als nötig bezeichnete, doch das genügte der Krankeiiernähruiigsstelle nicht. Das Eiiikommen der Familie ist bescheiden: der Mann, der im Felde den rechten Arm und die Sehkraft eines Auges verlor, hat eine kleine Stellung, die ihn notdürftig ernährt. Da das Ehe- paar die Ausgabe für das Ai�ztzeugnis scheute, so entschloß es sich, ans daS Krankenbrot z u verzichten. Tatz dem Kriegsbeschädigten nach dieser Erfahrung sich recht bittere Gedanken aufdrängen, kann man begreifen. War es hier wirklich unbedingt nötig, auf Einrcichung eines Arztzcugnisses zu bestehen? Den Kräft«z»stand einer Wöchnerin wird wohl auch eine Hebamme, die ihr Beistand geleistet hat, beurteilen können. Wenn die Vor- schriften über die Geivährung von Srankeiinahrung jene Engherzigkeit rechtfertigen, so toll man sie schleunigst ändern. Die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion hat der Berliner Stadtverordnetenversammlung folgenden neuen Antrag unter- breitet:„Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen: der Stadtverordnetenversammlung bald- möglichst eine Borlage zu unterbreiten, nach welcher den Hinter- bliebenen gefallener Kriegsteilnehmer während der Dauer des Krieges zu der ihnen vom Reich gewährten Kriegshinterbliebenen- Rente ein kommunaler Zuschlag gezahlt Iverden kann." Die Ausstellung cuipsehlciiswcrter Jugendschriften im Gcwerk- schastshausc ist heule von 3—7 Uhr geöffnet. Eintritt frei. Kinder habe» nur in Begleitung von Erwachsenen Zutritt. Die teuren Gänse. Ter Gänsehändlcr Albert Steinhaus. Lichtenberg, Magdalenenstr. 17, kaufte Gänse, für die ein Höchstpreis von 19 M. vorgeschrieben ist, in der Gegend von Schlimm und Gosthn zu Preisen von 32 M. und darüber auf. um sie mit Wucher aufschlag in Berlin an bevorzugte Kunden zu veräußern. Als er aus dem Magerviehhof 28ö Gänse anlrieb, wurden sie ihm vom Kriegs- wucheramt beschlagnahmt. Tic Arbciterkursc der Stadt Eharlotienburg veranstalten beute, vormittags 3lß Ahr, eine Führung durch die Berliner Sezession. Eintrittsgeld 2S Pf. Treffpunkt: Kprsürsteiidanim 232.— Der Unterricht der Kurse findet in Literatur am Mittwoch und in Deutsch am Montag und Freitag, abendS 8—10 Uhr, in der Arbeitcrschulc, Wallstr. 80, Hof, Limmer 1 statt. Schönebcrg. WohiiungSmaiigcl. Nach den Feststellungen dcS Statistischen Slnits der Stadt Berlin-Schöneberg sind unter den Kriegerfraucn, die von der Gemeinde KriegSunterstützung erhalten. 6i7, die zurzeit leine eigene Wohnung haben. Sie leben in gemein- schastlichem Hausstand mit Verwandten oder ihrem Arbeitgeber, haben Zimmer abgemietet oder sind in Schlaistelle. Alle diese Kriegerfraucn brauchen bei der Rückkehr ihres Manne? aus dem Felde eine eigene Wohnuno. Es stehen aber nur 368 Klein« Wohnungen leer, und diese Zahl vermindert sich dauernd, da die Zahl der Haushaltungen zunimmt, neue Wohnungen aber nicht er« stellt werden. — Lebensmittel. Bis Dienstag findet Voranmeldung statt für 1 Pfd. Kunsthonig aus Abschnitt 77 der roten Nährmittel- karte und 1 Pfd. gemischte Marinclade auf Abschnitt 77 der grünen Nährmittelkarte, scrncr% Psd. Hillscnfruchtrnehl auf Abschnitt 27 für Jugendliche. Ausgegeben tvcrden in der nächsten Woche 260 Gramm Suppen aus Abschnitt 76 und 1 Paket Puddingpulver auf Abschnitt 26. Wilmersdorf. Die Weihirachtsausstellnilg der KuusthaUe(Pariser Straße 46) wird heute vormittags 11 Uhr eröffnet und bis aus weiteres werktags von 10—6 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 11—1 Uhr zu besichtigen sein. — Die Protkoinmissionrn sind an, Montag von 0—2 Uhr ge- öffnet. Tempelhof. Der Ankauf der Englischen(tzasanstaU wurde in oer Gemeindevertretersitzung am Donnerstag verhandelt. Unsere Ge- nossen hatten den Bürgermeister ersucht. Auskunst über seine Stellungnahme zu dieser Frage gelegernlich der KreiStagsjitzung zu geben. Genosse Ewald führte begründend aus, daß init dein An- kauf für den von der Regierung geforderten Preis den Steuer- zahlern nicht gedient sei. Der Bürgermeister kälte die Pflicht als Kreistagsabgeordneter gehabt— tvis er ja auch vorher versprochen habe— die Gemeindevertretung als stille�.,� Mandantin von den in Aussicht genommeneu Schruleii des Kreises zu unterrichlen. Das habe er aber nrchr getan. ES scheine vom Kreise eine nicht angebrachte Geheimniskrämerei betrigberi arg worden zu sein, die, wie man vermuten dürfe, vom Bürgermeister unterstützt wurde. Redner stellte schließlich iu Aussicht, daß man bei einer Neuwahl des Kreistagsabgeordnetcn in Erwägung ziehen müsse, ob mau den Bürgermeister zu diesem Amt wieder lvählen könnte. Der B ü r g e r m e i st c r erwiderte. er werde einer Diskussion über sein» S t e l l u ir g» a h m e als Kreistag?-Abgeordneter oder eine Beschlußfassung über Billigung oder Mißbilligung seines Verhaltens als solcher nicht zulassen. Zur Sache selbst vertrat er den Standpunkt, der Kreis habe mit dem Anlauf ein gutes Geschäft gemacht.— Vorher wurden noch LebenSmittelfrägen er- örtert, ivobei Genosse F r a n tz verschiedene Beschwerden vortrug. deren Abstellung zugesagt wurde.— Betreffs besserer Regelung der Müllabfuhr wurde eine Kommission eingesetzt. Reillickcndorf. Lebensmittel. Zur Abgabe kommen aut Ab« schnitt 123 100 Gramm Maggisilppen, auf Abschnitt 12t 76 Gramm Teigwaren. Die Ablieferung deS Teile' A her Abschnitte hat bis einschlicß- lich Montag bei einem Kleinhändler zu erfolge». Der Preis ftir Die welsche Nachtigall. Der Roman eines sterbenden Jahrhunderts. 46s Bon R. France. „Deshalb lvill ich ja mit ihm reden, Besl." Sein Chef sprach freundlich, fast weich.„Ich Hab' immer viel von ihm gehakten, er war mir eine Stütze, meine rechte Hand." Und er ergriff wirklich die Hand des alten treuen Be- amtcn. der darob ganz verwirrt und rot wurde. „Besl, er hat mich immer gewarnt vor dem MichalanSkh. Ich glaube nun langsant selbst, er hat recht. Ich habe auch üble Dinge gemerkt, weiß aber, noch nichts Sicheres— er soll also unter der Hand Genaueres erfahren— er ist doch der Geschicktesten einer. Will er das?" Besl war ganz gerührt und machte fast einen Lustsprung. „Böse Geschichten sollen besonders im Hause der—" er schluckte, um den verhaßten Namen möglichst unbefangen aus- sprechen zu können—„Madame de Dury, er kennt sie doch, sie wohnt am Paradcplatz, vorgefallen sein— vielleicht erfährt er das meiste dort von der Zofe. Sie hat mir selbst was an- gedeutet— aber sei er vorsichtig, Frauzösinneil sind schlau und das scheint eine ganz Gerissene zu sein. Er hat natürlich vollen Urlaub für diese Recherchen." Besl nickte verständnisinnig und wollte gehen. „Und noch eins." rief ihn sein Chef zurück.„Rtichalansky scheint auch eng Inert mit unserem gewesenen Sekretär de Solms." „Exzellenz, das muß ein Irrtum sein. Im Gegenteil, ich war selbst dabei, als der Sekretär den Michalausky für einen Spitzbuben gehalten hat." „Das hat sich geändert," sagte kalt der Chef der polt- tischen Polizei.„Der von Solms ist der Geliebte der Dnrh und der Michalansky ihr Confidenter. DaS erklärt alles." BeLl wiegte bedächtig das Haupt. „Exzellenz, darf ich reden?" „Nun?" „Man hat Exzellenz nicht ganz richtig informiert in dieser Sach'. Es ist ja manches nicht ganz nchtig um den Herrn von Solms— ich habe mir selber schon allerlei denkt. Die Versammlung und seine Verteidigung des inhaftierten Peißer t.. seine Freundschaft, hm.... aber ich halte ihn für einen Ehrenmann. Er kann nicht die hochzuverehrcnde Madame de Dury— BeSl wußte um daS Verhältnis seines Herrn zu der Hochzuvcrehrendcn- mit Respekt zu sagen zur Scharmanten haben, hm— denn er ist so etwas wie heimlich verlobt, ja— mit einer hiesigen Bürgerstochter, mit deren Vater hat er allerdings sozusagen Krach gemacht. ja— ich hab's selber gehört im Nebenzimmer, an dem Tag, da er aus dem Amt ging..- kann ja sein, seitdem, aber der Knopfmacher ihrer Exzellenz von Dury--- nein, Ew. Exzellenz, daS glaub' ich nicht." Und er schüttelte nochmals bestimmt und treuherzig den Kopf. In Moraivitzft) jubelte es. Hier war endlich der Punkt gefunden, an dem Lison am meisten verletzlich>oar. Solms toar verlobt, Solms wollte also offenbar der Sängerin nicht zu Willen sein. Oder wenn er es war, da konnte man ihn durch jenes Mädchen treffen. „Wie heißt das Bürgermädcl, das er meint?" „Regina. S' ist die Tochter des äußeren Rates Seh- boldsdorf." Der Polizoichef dachte nach. Endlich entschied er sich. „Man muß auch hier recherchieren. Erfahr' er hierüber ganz Genaues..." lind mit einem Fuchslächeln setzte er hinzu:' „Am meisteu wird doch diese Regina über die Dury was wissen und sagen können. Klovf' er doch auf den Busch bei ihr über den Solms und seine Besuche bei der Dury. Er wird dann ja hören..." Besl machte auf einmal auch ein schlaues Gesicht. Jetzt wußte er, woher der Wind wehte. Se. Exzellenz war cifer- süchtig.— Nun. ihm konnte es ja recht sein, wenn cS nur Wasser auf seine Zornesmühle trieb. Mit feinem nie versagenden Pflichteifer ging er sofort den erhaltenen Aufträgen nach. Sein Chef aber hatte, trotz allem, was er gestern und an diesem Morgen erlebt, seine Heiterkeit wiedergefunden. Er trällerte welsche Arien, daß man es bis ins Vorzimmer hinaus hörte. VII. Im Huglbräukeller war am Abend vor Fronleichnam reges Leben. In langen Reihen saßen die Bürger an den Tischen unter dem fchartigen Grün der Bäume und fort- während kämm neue und bewogen mit ihrem biederen„Grüß Gott, Herr Nachbar!" die anderen immer wieder noch ein wenig zusammenzurücken und Platz zu schaffen für neue durstige Kehlen. Die Kellnerinnen, chrivürdige und handfeste Frauen trabten auf und nieder, schwer beladen mit einem wahren Kranz von Steinkrügen inid all das Lärmen und Summen der Gespräche wurde fast takt mäßig monoton übertönt von ihrem Ruf: ,.A Maß!— wer kriegt no a Maß?" „S'ist schon bald nimmer schön, wo man hinschaut, wird's teurer", sagte der alte Seiler Hubcr jetzt mißbilligend,„mein Lisi sagt, heut' ham d'Bäuerinnen am Oarmarkt gar nur mehr sechs Stück um zehn Kreuzer geb'n wvll'n. Die hätt'S ihna aber z'samma grämt." „Ja, Ivoaßt, Seilerdartl, dös is der Glanz von der ncuchen Residenz, der wo so teuer macht", meinte ironisch sein Gegen- über,„in dene Residenzen iS allwcil so sündtencr z'wegen dem Glanz der hohen Herrschaften." „Laß mi ans mit dene Herrschaften" knurrte giftig sein Nachbar,„woaßt, wenn a Bagagi Geld hat, nacha hoaßt's a Herrschast und wann a gnädiger Herr koans hat, nachcr is er a Lump wie die andern. Seit sechs Wochen liefer i's Fleisch für die noble Französin, a Markwise oder Baronin und wia mit der Rechnung kimnr, sagt ma ihre Freil'n schnippig: d'Herrschaft zahlt nur halbjährig. Da stinimst mi." „Da war' ma net bang— denn die Madame Dury ziagt jetzt ins Franzissischlöffel— die soll ja a Prinzessin am französischen Hof sein und a' Nichte vom Statthafter— i hab'S ganz g'wiß von an Lakaien am herzoglichen Hof selber." „Mit dera Nicht', daß i net lach'", meinte der Seiler- bartl. „Uje, WS Hau? zur HerodeSfrau ziagt's", schmunzeltö der Metzger,„da war' ma enterisch. Da ham's ja schon wen umbracht, in dea Einödn draußen." „Ja, aber fürnchm wird's ausstaffiert— der Statthaltei: selber laßt alle Fenster rausreißen und neuche Boden legen— denn die Markwise hat g'sagt, die alten stinken und mehr Lust möcht' sie. Und einen großen Park möcht' sie auch nn>» da lassn's von München lauter Fuhren mit fertige Bat» kommen— Liebesäpfel, ha: er g'sagt,' der Lakai haaßnit oder Paradiesäpfel, i kenn' mi net aus mir dein Zeugs." „Der Muckenhansl moant Wohl, die pflanzt die ParadciS in ihetn neuchen Garten", lachte die Runde. Uiükiit 1 ipfuHi Maggisuppcn Beltagl 90 P?. für 1 Pfund ZZasserteigwaren 62 Pf.__ Wkißensec. Kartoficlabgabc. Vom 2S. November bis 23. Dezember durfeu für jede Woche 7 Pfund Kartoffeln entnommen wer- den. Mit Rücksicht auf die zurzeit reichlich einzchenden Kartoffel- iendungen wird dringend empfohlen, den gesamten Bedarf von vier Wochen, also 28 Pfund, sogleich zil entnehmen. Bei der Abgabe haben die Kleinhändler für sedc Wochenmenge 1t Abschnitte abzu- trennen. In der Verkaufsstelle Casclerstr. 2 wird der Verkauf von Weißkohl fortgesetzt. Woche werden Psund Teigwaren auf und Vi Pfund Grieß auf kommenden IM Treptow. Lebensmittel. In dcrl außer den üblichen Rationen verteilt: Abschnitt 83 der LebensniittelbezugSkartc Abschnitt 36 für Jugendliche. Britz. Lebensmittrl. In der nächsten Woche gelangen in der «KerkausSslelle der Gemeinde zur Abgabe auf Abschnitt 23: 160 Gramm Grieß. 24: 100 Gramm Törrgemüse, 25: Bienenhonig sbiS 4 Personen 1 Pfund, über 4 Personen zwei Pfund), 26: Brotaufstrich sbiS 4 Perionen 1 Dose, über 4 Personen 2 Dosen), 27: Flundern in Gelee(1 Dose je Haushalt), 28: Heringe (1 Hering je Person für die Nrn. 2701— Schluß), 20: Cbstmanne- lade s'/z Pfund je Person, ab Donnerstag nur bei den Kleinhändlern), 30: Fleischextrakt(bis 4 Personen 160 Gramm, über 4 Personen 240 Gramm>, 31:, Seife(weiße, weiche, 1 Pfund je Haushalo, 32' Streichhölzer(1 Paket je Haushalt), 33: Sonderzuteilung, und auf Abschnitt 34: verschiedene Waren. Ferner gelangen zur Abgabe: Pfeffer, Gurken, Saliniak-Wasch- mittel und Scheuertücher bczugscheinfrei nach Belieben. AdlerShof. Zur Woh»u»g5»ot. Die Kleinwohnungsnot führte in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung zu einer ausgedehnten Debatte, in der hauptsächlich an der Siedlungs- und Wohnung»- Politik der S t a a t s r e g i e r u n g, insbesondere des Land- w i r t s ck a f t S in i n i st er i u m s, und an dem jüngst veröffent- lichten Erlaß über Bekämpfung der Wohnungsnot durch die Gemeinden eine äußerst herbe Kritik geübt wurde. Bürgermeister Dr. Sporleder teilte mit, daß von einer großen Kleinwohnungsnot schon heute ganz besonders in Adlersbof gesprochen werden könne. Dieser Anficht wurde aus der Mitte der Gcnieindevertreiinig einhellig zu- .gestimmt. Von verschiedenen Seilen wurde in der Aussprache her- vorgchoben, daß es bei der heutigen und mehr noch bei der nach dem Kriege zu erwartenden Lage dcS WohnungSmarkteS unmöglich allein Aufgabe der Gemeinden fein könne, helfend einzugreifen, sondern daß auch Reich und Staat Mittel und Wege finden müßten, unr der Wohnungsnot zu steuern. Ebenso einstimmig kam auch die Meinung zum Ausdruck, es bestehe gerade für die Industrie- orbeiierbevölkcrung Adlershofs ein ganz besonders dringendes Interesse daran, daß sowohl der F o r st f r S k u S wie der Zweck- derband Groß-Perlin mit alleui Siachdruck die seit Jahren schwebenden Bebauungspläne für das unbebaute forstfiskalische Gelände zum Abschluß bringen. Zu dem jüngst veröffentlichten Erlaß der Minister über die Kleinwohnungsnot sprach sich die Gemeinde- Vertretung gegen eine Zerlegung der größeren Wohnungen in kleinere aus. die wohl im Westen. Groß-Berlin» durchführbar fei. aber nicht im Ssten. Sie wandte sich ferner mit allem Nachdruck dagegen, daß Keller- und Dachwohnungen wieder zum dauernden Bewohnen freigegeben werden, weil— wenn eine solche Freilassung einmal erfolgt sei— diese ungesunde Wohn- weisc nur schwer wieder auszurotten sei. Vor allen, aber sei es für eine Jndustriegemeinde unmöglich, im Sinne des Ministerial- erlaffeS Schulen für Wohnzwecke zur Verfügung zu stellen. Gäbe es denn in dem mit Schullasten so ungeheuer belasteten Osten Groß-Berlin» irgendeine Gemeinde, die etwa Schulen auf Vorrat gebaut hätte? Auf keinen Fall dürfen auch Er- ��giehung und Unterricht durch einen Mairgel an Schulräumen leiden.— ■ Ferner wurde beschlossen, die durch die Explosion der Kahlbaumschen Fabrik verursachten Mobiliarschäden in voller Höhe zu vergüten. knäCitz, Gebäudeschäden sind bisher mit 80 Proz. bezahlt worden. Die gesamten Erplosionsfchädcn belaufen sich für den Gemeindebezirk Ädlershof schätzungsweise auf �4 Millionen Mark. Nowawes. Rcgeluug der KricgSpatrnschafte». Die Gemeinde beabsichtigt, die Kriegsvatenschanen, die sich als besonderer Zweig der sozialen Fürsorge für die Hinterbliebenen der im Kriege Gc- fallenen entwickelt babcu. in einheitlicher Weite zu regeln, n,n dem Bestreben der VcrsichcruiigSgesellschaflen. durch Abschluß von Kriegs- patenversicherungen sich diese Fürsorge nutzbar zu machen, entgegen- .zuwirken. Denn wenn es auch verlockend sein mag, einen, Waisen- Tuid durch Versicherung für späterhin ein kleines Kapital zu sichern, so muß man doch bedenken, daß bei solchen Versicherungen in der Regel nicht einmal die eingezahlten Beträge zur Auszahlung ge- langen, sondern auch ansehnliche Gewinne erzielt werden sollen. Darum kann jedem nur dringend empsoblen werden, mit dem Abschluß einer eventuellen PatciischaftSversicheruug vorsichtig zu sein und mindestens so lange zu warten, biö die amtliche Fürsorgestelle für die Kriegshinterbliebenen in unserer Geinciude für die Paten- schafl cinhciiliche Richtlinien herausgegeben ha,. Groß-Serliner parteinachrichten. — Zweierlei Maß Da» Gcwerk'chastZkartell N 0 iv a w e S. in beut die„Unabhängigen" zurzeit da» llebcrgewicht haben, beschäs- rigte sich in'seiner letzten Sitzung u. a. auch mit der Abhaltung einer Wcihnachlsfeier bezw. Bescherung von Kindern verstorbener Gewerkschaft;- rnid WaSlberernZmiiglieder. Bei der Frage der Kostendeckung entschied man sich dahin, einen eventuellen Geldbeitrag des zur Sozialvemokrotischeu Partei gehörenden Wahlvereins gnädigst anzunehmen, ihn jedoch uichl einzuladen, wie dies gegenüber dem unabhängigen Wahlverein rcsp. den Gewerkschaften geschehen soll. Dieser Beschluß ist zwar schon etwas weitberziger als der im Vorjahre, wo mau den Beilrag des alten Wahlverein» brüsk zurückwies, dennoch offenbart er eine so kleinliche Gesinnung, daß er niedriger gehängt zu werden verdient. lO Gebote für Feldpost- Abor t! 10 Gebot: Zn Deiner Adresse für die Zusendung des Vorwärts schreibe Deinen Namen recht deutlich und kürze Deinen Trup- penteilnichtab. AdressiereDeineBrief-undGeld- sendungen an die Kaup terpedition des Vorwärts Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. Bestellschein für neue Abonnenten! Hiermit bestellen wir den„Vorwärts", Berliner Bolksblatt, als Feldpostsendung. Das Bestellgeld von Mk. l,50 pro Exemplar und Monat.----------------------------- folgt per Postanwcifung. Truppenteil bezw. Adresse: Ki Gerichtszeitung. Tie Mitteilung au die Presse als— Erpressungsversuch! Eine in die heutige Zeil recht schlecht paffende Auffassung wurde von der Potsdamer Staatsanwaltschaft vertreten, allerdings ohne damit den Beifall des Gerichts zu finden. Am 30. August begab sich der 48jährige Fabrikarbeiter Sch. aus Neukölln nach Falken- rehde zum Angeln. Da ihn seine Faugergebniise nichr be- fricdigien, suchte er auf den umliegenden Wiesen Champignons. weil ihm durch die Presse wiederholt die Mahnung vor Augen gc- führt worden war, keine der menschlichen Ernährung zuwendbare Erzeugnisse umkommen zu lassen. Beim Ehampignonsucheu betrat Sch. auch die zum Rittergure Uetz gehörende Wiese. Der Pächter Rittmeister T r e v i r a n u S beobachtete ihn längere Zeit und stellte ihn zur Rede. Dann nahm er ihm die gesammelten 12 Pfund weg. Drei Tage später richtete Sch. an den Rittmeister schriftlich die Aufforderung, ihn, die Pilze oder da» für die aufgewendete Zeit zustehende Geld zu schicken, anderenfalls müsse er den Vorfall der Presse mitteilen, denn die ganze Gegend sei schon über da» den Pilzsuchern gegenüber an den Tag gelegte Aer- ballen de» Rittmeisters empört. Der Adressat stellte den Brief der Staatsanwaltschaft zur Verfügung, die gegen Sch. Anklage wegen ver- suchter Erpressung und Felddiebstahls erhob. In der Verhandlung vor dem Potsdamer Schöffengericht berief sich der Angeklagte aus die wiederholten Aufforderungen i» der Presse zum Pilze- sammeln und legre eine diesbezügliche Zeilungsnoliz vor.— Der die Anklage vertretende Slaalsanwalt begründete seinen auf zehn Tage SesängniS wegen versuchter Erpressung und S M. wegen FelddiebstahleS lautende» Antrag mir der Behauptung, die Au- drohung, ettvaS der Presse zur Veröffentlichung zu übergeben, sei eine der unerhörtesten und s ch»' e r st e n(?). Das Schöffengerickit war anderer Meinung, denn es SeurteKte die sogenannte Erpressung nur als Beleidigung und das Champignonsuchen als Felddiebstahl und erkannte auf 20 und 5 M. Geldstrafe. 5rauen!efeabenüe. Etzarloftenpurg. Morgen Rojinensu. 4, vorn I, im OngenifiEim; Vortrag. Sriefkasten der Redaktion. —'Mr. 26, Sonnciiburger Strohe, Beantragen Sic soiort beim MictciaigungZamI Enljchciduiig auf Arund der Bundcsratsverordnuria von, 26. 7. 17.— C. B. 14. 1. Sobald HiliSbcdürstigleit nicht web'. vorliegt, ja. 2. Rein. 3. Hat keine Aussicht aus Erfolg. E. L 10 Nur über 30 M. pro Woche.— G. St. 100. 1. Ab 1. November 1917 Ehefrau 30 M.. Kind 15 M. 2. Ist vom Bundesrat noch nichr genehviigl. 3. Nach einer Dienstzeit von 51', Jahren als Unterojfijicr. 4, Wenn zwei oder mehrere Söhne mehr wie 6 Jahre attin dienen, erhallen die Eltern sür jedes fernere Jahr 240:N. AuswandSenlichädizmig.— P 083. An die Ecincindcbchörde des letzten Wohnortes des Kindes. Slettcrausftchte» fit da» mittlere llorddeutickiland v,s Montag mittag. Zunächst mild, vorwiegend trübe und an der Küste vieljacki stärkere, im Binuenlandc meist geringe Niederschläge, jväter raich vom Westen nach Osten sorlichreiiende Aushcilcrnng mit starler Abkühlung. Gewiuuaitszug der 111. Preußisch- Süddeutschen (236. Kiiuigtich Zlreukischen) Klassentotterie 5. Klasse 14. Ziehungstag 24. November 191? Auf jede ge«og«»« Nummer flu» iwei gleich Iiode Gewinne gefallen, nnd zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer i« den beiden Zldteiluuge» I und II (Ohne Gewahr A. St.-A. s. Z.)(Nachdruck verboten, In der Vormittags-Ziehung wurden Gewinne über 240 Mk. gezogen: 2 Gewinne zu 160 000 Mk. 49296 2 Gewinne zu 100 000 Mk. IZ97SS « Gewinne zu 6000 Mk. 7015 9663 76870 227S8S 63 Gewinne zu 3000 Mk. 14307 22181 26324 26613 26234 39211 40140 60342 60671 61921 7039» 74294 73016 78797 32404 83377 96200 99201 106145 111047 111660 120SS1 137367 139114 146966 146276 143663 158077 161034 167609 193437 194714 199095 205338 209628 211191 211642 214�83 218774 219395 224654 231485 232380 233457 172 Gewinne zu 1000 Mk. 893 904 6216 10045 14173 23791 24466 27443 34762 33487 39063 43462 43660 46243 47206 47913 48901 56339 68081 57299 63676 67477 89391 89574 92615 94721 95150 95207 96463 97803 98686 103553 104250 106985 112743 116127 119578 124663 127353 127387 130786 136174 137314 145364 146522 147387 150445 153331 156761 158146 167884 168551 169517 170278 371636 173453 176661 177170 177938 177984 179179 179267 180440 184621 185348 186424 187431 187720 188893 194792 199554 199593 200518 202647 205928 214163 215494 219259 220244 221206 925886 226523 227718 229541 231099 231139 206 Gewinne zu 500 Mk. 14218 19334 20922 22876 23313 25389 26728 29812 30510 30924 31039 31532 34959 37204 38329 38364 43859 44673 48468 50725 51068 54980 55934 58142 63312 64004 64129 65228 66208 66602 70007 70094 71969 75193 75706 76635 77859 81073 93238 94852 95211 95556 95572 102155 105893 111600 112449 117889 119583 124439 128279 128473 129838 130809 135216 136856 140423 142092 143463 143778 149336 149367 150063 150453 152693 154601 157374 162481 164237 164415 366066 166845 168557 170764 175814 180475 181288 185295 185474 190082 191536 191637 192488 193255 195393 195935 196093 198609 199295 203230 204820 206802 208102 209315 211434 213864 215837 219223 220408 220994 223233 228565 233085 In der Nachmitt agS-Ziehung wurden Gewinne über 240 Mk. gezogen: 2 Gewinne zu 15 000 Mk. 88304 4 Gewinne zu 5000 Mk. 77851 218876 90 Gewinne zu 3000 Mk. 774 4008 10668 12673 28255 44430 53458 54093 55447 57490 57981 61337 69019 82675 83006 85139 104070 111837 114283 114428 115083 116523 119724 120451 120873 122565 134505 136628 139893 14416 L 147691 148005 170528 174352 178567 189181 197842 198508 199429 203435 208544 209654 214683 226847 232051 134 Gewinne zu 1000 Ml. 842 7909 13484 23941 27468 31391 39768 40176 40184 50430 50730 51208 52307 63955 69566 73556 74934 75336 81984 82653 86695 88285 91006 96065 98492 99034 99635 104387 114151 118815 120304 124541 132431 133521 133751 134171 144244 144340 146894 148391 149253 149634 152257 152715 152957 161152 16*374 165862 166095 168628 175482 176723 180158 182613 183040 188764 189331 191312 197789 199351 199548 202804 204357 207354 223793 227769 228652 208 Gewinne zu 500 Mk. 5915 8274 10663 13634 14511 15090 15475 17143 18393 20055 20951 23279 24814 25178 25853 27540 29288 36873 39841 42269 44418 51007 52335 54214 55729 56869 59659 64091 74232 74828 76310 78372 79692 84181 85072 86156 89481 94208 94554 95144 96352 97309 101036 101823 106665 106704 107848 108755 113764 115038 115617 118522 119017 119454 119552 121427 121588 121986 122168 122282 123561 126307 127771 133253 133903 135350 136596 139053 142769 144948 145628 146022 146112 150580 151428 152391 157819 163943 169794 173765 175762 177196 180045 184541 186149 188782 191903 199066 201949 206550 206628 207286 208194 212548 213820 216077 218271 220281 221292 227351 228017 228793 231393 233909 Starke Lüste wird erlangt durch das echte Bacatel• Busen- wasser welches die Formen zur i höchsten Ent- ifaltung bringt ___ l u. einen gleit h- ■mallifren Halsansatz bewirkt. 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Lungen-, Hals-, Herz-, Magen-, O�rin-, Leberleiden: Nervenschwäche, nervösen Kopfschmerzen, allgemeiner Nervosität, allgemeiner nervöser Abspannung, Ischias, Gicht, Rhournatlsmüs; sämtlichen Ausschlägen. Flachten. Wunden; Lähmungen, eewie Kinderlähmung, Stoffwechselkrankheiten, Zuckerkrankheit usw.— Frei. willige, briefliche nnd mündliche Anerkennungen früher brhandelter und geheilter Patienten, die an» gaben, vor der Behandlung in unserer Anstalt ander- weitig ohne Erfolg behandelt worden zu iein: 1. Fran Vi. Richter. Berlin-Moabit, SSalbitr. 33. Lungen- leiden, Blutarmut. Nervenschwäche geheilt.—< S. Herr Georg Heinrich. Baumkchnlenweg. Bau«. schul enstr. 29 Ii. Lungenleideu gehellt.— 3. Frrm CK Blodorn, Eöpentlt, Aug.-Billoriastr. 24. Hevz-, Leber- und Riereuletde« wiederholt grbeffert.— 4. Herr St. Entzle, Restaur., Eharlottenburg. Hu'jien- strafe Ii. Ehronischer Mittelohrkatarrh geheilt. ö. Frau Gründerg. Weihensee, LInden-Allee 3. Van schwerem Asthma befreit.— 6. Fran M. Zsafke, Berlin, Nollendorsstt. 40 I. Rheumatismus und steife Schulter geheilt.— 7. Herr E. Ehrhardt. Gr.-L,fchter. felde, Rmgstr. 52». Ehronischea Hüftaelenkleiden wiederhalt erfolgreich behandelt.— 8. Frau E. Ho- dorff, Berlin, Tolbergerstr, 28/29. Nerven-«. Knochen- haurentzüudung— vollständig gelähmt— geheilt.— 9. Frau Prenh. Pankow, Damerowstr. 54. Lungen- bluten in 4 Tagen vollständig geheilt.— 10. Frau E. Herzmann. Schsnederg. Feurigstr. 6t. Eiternde rcl nach Blinddarutoperatian geheilt.— 11. Herr Ritter. Friedenau, Sponholzftr. 56. Von Knie- grlrnkleiden geheilt.— IS.' Frau A. Rohrmoser. Berlin, Sreslauerstr. 1. Altes fünfzehnjähriges Herz- leiben geheilt.— 13. Herr M. Austner, Reinickendorf-West. Anlonienstr. S. Aiefrrvereiternng geheilt.— 14. Frau H. Hagel, Sachsenhaufe« b. Oranienburg L N. Uuterl.. Blutungen und Nervenleiden geheilt.— 15. Frau Ww. Fritschler. Berlin, Marienburgerslr. 48. Tarmgefchwulft geheilt.— 17. Herr Erich Bock. Berlin, Havelbergerslroße 15. Von Nieren- und Blafeüleiden, Waßersncht, allgemeiner grober Schwäche geheilt.-- IS. Frau Restaur. Hering. Berlin. Tchönbauser Allee 87. von Basedowscher Krankheit geheilt.— 19. Herr A. Brase. Bln.-Tempelhof. Friedrich. Silhelmstr. 14. Schwere» Rückenmarkleiden mit Lähmung der Bein« vollständig geheilt.— 20. Frau E. Papp, Bln.-Lichtenberg. Gärtnerin. 10. Von chro- nischer Herzschwäche und Bersfopsung geheilt. — 21. Herr A. Schladitz. Berlin, Caprioistr. 24. Von GesichtSluPuS geheilt: vorher mit Radium ersolaloS behandelt— 23. Herr«. Hellwig. Bln.-Borsigwatde. Ernstftr. 25. Von Magengeschwulst, Berftapfuug. und Nervenschwäche geheilt.— 23. HerrMilchhändlerEskert. ________........ G. Von chronischem Leberletden nnd Gelbsucht geheilt. — 25. Frau M. Knarr. Bln.-Lichtenbera. Schorn- weberstr. 62. Von Herzschwäche. Leberauschwelluug\ und Magenkrebs geheilt.— 26. Sohn Paul des Weichenstellers Herrn Wilhelm Haffner. Bln.-Westend, Beamienhaus. Von schwerem Beinleiden geheilt.| Bein sollte abgenommen werden. 249/16» HP" Briefliche Origlnel-Anerkenaungen von unt ge- 1 helHer Patienten stehen Im Wartezimmer der Anstalt auf Wunsch zur Einsloht. 4 Getrennte Behandlungsraum« für| Damen nnd Herren I 4 Sprech- und Behandlungtzelt: G— 1, 4— 7'/r— Senntag und Feiertag: 9—1. Sie ärztliche»uftaltSIeitnng: HeilanstaltSbesttzer Professor P, Hlistelsky approbiert tjtt Ausland Berlin SO. 16, Brückenstr.!0b am Bahnhof Jannowltzbrücko. JVT'JS�JI&L, BERLIJ�l C Sfiandauer Str. 16 Gegründet 1815 BERLIN C Königstr. 11-14 Gardinen* Teppiche»Vier Stockwerke Möbel Kleidung Pelzwaren Korselte Nr. 60. MorgeajacK* au« vorzüglich. FlaiucK- r ejr «toff, wie Abbildung w. I D T}1 aus gemust, Jöluse Tüll.... TOI a.gemustTölI XJlUSC m. groß.Krag. TJ1 aus karierter jDluae Seide.... D 1 s. schwarzem rVOCK leicht. Wollst Rock SIMS 79.00 R.Oclc reinseid. Taft 95.00 Nr. 65. Hora.BJack«... KlciJ Ä'«?."™ 48.00 vorzüglich. 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M. gestorben ist. Ten Mitgliedern serner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Gürtler ?aii! Petersen Turmstr. 41, am 10. b. R. gestorben ist. Ehre ihrem Nndenken? 2-p;2 Die Ortaverwaltung. Zentral-Kranken- und Stcrbekasse der dcutscbcnWagcnbauer NeakSlln I. ?!m 24. November starb unlcr Mitglied GoM Sehindotski. 0 Die Drtsverwaltung. Verband der Sattler und Portefeulller. Ortsverwallung Berlin. Ten Kolleaen biennit zur Nadirichk, dag unser Mitglied, der Mortefeuiller Mack 37 Iudre alt, im Lazarett verstorben ist. 150/15 tS'bte seinem Andenken! Die OrUverwaltung. Deutldier Cransportartcitervcrband. BczirkSverwalt. Groß-Berlin Ten Mitgliedern zur Nach eicht, daß unser Kollege, der Kohlenarbeltcr �uxust Zange am 21. November im Älter vcn 57 Jahren verstorben ist. Shre seinem Andenke»! Di- Beerdigung findet am Montag, den 25. No- vember, nachmittags 2 Uhr. von der Leichenhalle des Emmaus-K irchhuics in Neu- tülln, Hermannstraße 129, aus statt. Di* Bezirksverwaltung. SöM-m jeoöiog". M. d. D. B.'S.'B.(Gau Berlin) Dem Aiidrnkeu unserer auf de« Kriegsschau- platz gefallenen und verstorbenen Sangesbruder! Julius Winkler geb. 18. Oktober 1891. Hermann Ringel geb. 39. Mal 1887. Ernst Georgi geb. 9. Januar 1881. Rudolf Zieht geb. 21. Februar 1886. Max Koplien geb. 23. August 1881. Otto Matzkowski geb. 1. März 1884. Erich Neubert geb. 20. August 1898. Albert Müller geb. 15. August 1886. Ehre ihrem Andeuken! 249/11 See»orstaud. Berliner VolkS'Cbor. Am 11. Juni d. I. ver- starb in Gciangenschaft In Moskau aus dtm Wege nach der Heimat unser Mitglied Hsns Aibrecbt. Ehre seinem Andeuten! 948b I. A.: Der Verstand. AIS Opfer des Völker. ringen« siel nach 36 Mo- naten beißer Kämpse. 13 Tage nach seinem Urlaub durch Bolltrefier einer Granale mein lieber Gatie und treu- sorgender Vater setner beiden Kinder, unser lieber Sohn, Enkel, Bruder, Schwager und Onkel, der Obergesreite Max Tbaraun Ritter de» Eis. Kreuzes If. Kl. Tie« zeigen ticsbetrübt an Gertrud Tharau» geb. Janke al« i�attin nebst Kindern. Hermann Dharanu und Frau als Eltern. Frau Wwe. Brunke als Großmutter. Gertrud und Netti als Schwestern. Hermann Töpfer als Schwager. Wie oft haben wir gerufen, baß wir uniern Sohn«oll. len wiedersehn, doch ach. er mußte im Felde ver- bluten, seht kann c» niminer- mehr geichebn. Wer lindert unsern bittren Schmerz? Wer tröstet unser Eltern- herz? Schlaf wohl, lieber Mor, in stiller Ruh, untre Liebe deckt Dich zu.[932b November fiel der unvergeßlicher Sohn und Am 10. durch Volllresser unser lie ittt Bruder, mein iuniggeliebtcr Bräutigam, der Unterosfizicr ttans Ltürke kJns-Regt. 14. 1. M.-Ä.-K.) im blühenden SUter von 24 Jahren. 133A Die tiefbetrllbten Eltern Johann Stärke u. Frau. Ella Stärke al« Schwester. TSillt Starke als»ruber, zurzeit in Gcsangenlchast. Klara Hegemanu a. Braut nebst Eltern. Am 29. Nov.. früh 3 Uhr. entschlies sonst nach kurzem, aber schwerem Leiden meine imiigstgeliebte, unvergeßliche Frau, unsere gute Mutier, Schwester. Schwägerin. Tante und Großmutter, Frau 9S0b Marie Mdiler HÄr.dt im Alter von 58 Jahren. DieS zeigt ichmer, erfüllt an Retutiotd Müller. Willi Müller,«ruuo Müller. Söhne. Ntutölln, Tanderftr. 27. Die Beerdigung findet morgen Montag, den 26. 1h, nachm..l'/t Uhr, von der Leichenhalle des Neuköllner GemeindefriedhosS. Marien- dorser Elraße, au« statt. Fern von der Heimat und seinen Lieben starb an den Folgen ewc» Bauchschusses am 13. November 1917 un'er einziger, inniggettebterSoh» und Bruder, unsere ganze Hoffnung, der Schuhe WM$1011} Im Aller von 19'/, Jahren, ein paar Tage vor seine« Urlaub.'seine einstigen Briese sprechen nur von einem Wiedersehen. Nun schläfst du, geliebter Sohn, dein blasses Gesicht der Heimat zugewendet. Du schlässt so still, du ahnst es nicht, daß Grüß« dir die Heimat sendet. Siehst nicht da« gebrochene Mutterherz, nicht de» BaterS bitleren Schmerz. Wenn Liebe könnte Wunder tun, und Tränen Tote erwecken, dann würde dich, geliebter Sohn, nicht die sremde Erde decken. Ruh« sonst in Feindesland, die Liebe deiner Eltern deckt dich zu! 8821 Spezialarzf ~Dr.ined. CoIpiii»nn~ f.GescHlechtskrankh., Haut-, Hsrn-, Frauenlalden, nervös Schwäche, Beinkraake,* Ehrlich- Huts- Kuren (Dsuer 12Tsge). Behandl. sehn eil, sicher u. schmerzlos ohne BemfsstOning in Dr. HomeTor dt Co. konz. Labor. I.B la tanters, F&den im Harn usw. WÄstr.lll.KKjS: Spr. 10-1 u.»-8, Sonnt. 10-1. Honorar mUig, a. Teilzahl. | Separates Dameniimmer. Oeßen die Kohlennot! Cecon die Kohlennot! Versehen Sie sieh rechtzeitig mit den I Stilek- M. 2.8a Kohlen- crsparnls. Einmalige Ausgabe.— Zu beziehen durch die Eisen- u. Hausstantfsgeschäfte, wo nicht, durch Berlin SW 88, Alte Jakobstr. 156/167 EMIL GEBEL Gratis und franko versenden wir unseren reich illustrierten Möbaliatalog O mit äußerst billigen, zeitgemäßen Preisen unserer Musterzimmer in reeller n. gediegener Friedensware. 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Die Geschäfte dieses Gewerbes übernehmen fabgesehen von Fällen der höheren Gewalt, Einbruch) die Haftung für Verluste oder Beschädigungen an den ihnen zur Bearbeitung übergebenen Gegenständen nur in Höhe bis zum Zehnfachen des Betrages, der für die zü leistende Bearbeitung in Rechnung gestellt wird. Mit der Uebergabe des Gegenstandes unterwirft sich der Kunde der Bedingung, daß eine Haftung über das Zehnfache des Bearbeitungspreises hinaus von Seiten der übernehmenden Firma in keinem Fall stattfindet. 2. Soweit vonj der Kundschaft Gegenstände in Kriegsersatzstoffen(insbesondere beispielsweise aus Kunstwolle, Kunstbaumwolie und Papierstoffen) übergeben werden, entfäiit jede Haftung der übernehmenden Firma. Berlin, den 25. November 1917. GebrüderAitenberg, Gubeler& Krause, Färberei„Judlin", H. Bergmann. B. Gumpel, Paul Just, Paul Hackbusch, Albert Herz, W. Hübsch, Färberei„Jlse", Färberei„Berolina' Max Bloch, D. Condd A.-G., C. H. Engelhardt, Kalläne& Meiling, Gottlieb Kuliick, O. Naefe, C. Pollnow, K. Rottnick, W. Silz, W. Spindler, Paul Stenzel, J. Trzeczak. •**r T" Bttdonii öct SflncliiEt, ZchmlieriWii Dil MUMM SeMIMj. Filiale Berlin. Zebaftianstr. S7/Z8. mm DTOiiS-uJiliHiiier! KWH! Am Zonittag, den �5. November 1917, mittags 12 Uhr, finbet in den Germanla-Prachtsälcn, Chauffcejtr. 110, eine l�litglieäer-Versammlung statt. Tagesordnung: Bericht über die weiteren Berstandlungen wegen der Teuerungszulage. Referent: College-Kimrc. Um 10 Uhr vormittags finbet eine Äitsung cler Vertrauensleute ebenfalls in den Geiiiiania-Pi?aeI»t«LIea statt. Wir bitten die Vertrauensleute, vollzählig zu er! scheinen. svtitgliedsbuch legitimiert: ohne dasselbe oder mit mehr als acht restiercnden ZLochenbeiträzen kein Zutritt. lös,■:>_ Tic Lrtsverwaltung. �iiiiin.iiiiiiiiiiWNHHiniiiiiiuiiuiiiMiiiiiiiiiniHiinnMMHiiMiMiiiwwwMMnnnnMNigNm� � Mäntel i Kragen W ä Muffen Seal Bisam+ Seal Electric Persianer+ Breitschwanz Astrachan+ Fohlen Pelzgefütterte Mäntel Elegante Modelle R. M. 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Landtagsabgeordnete Ctto Braun, Paul Hirsch. Der Autritt zu den Versammlungen ift nur gegen Ausweis der Zugehörigkeit zur Gewerkschaft gestattet. Der Ausschutz der Gewerkfchaftskommisfiou Berlins u. Umgegend. I. A.: Ä l w i n K ö r st c n. 293/19 Aaspulw (SOuflwficndlJrcbe) Soeben erschien in unserem Verlage daß starkbegehrte Buch: Die große russifthe Revolution Von N. E. Verow Mit historischen Bildern und Porträts Preis 2,5t) Mark Porto 20 Pf.— In jeder Buchhandlung erhältlich. Sei« Monaten bringen die Zettungen fast täglich Derichte öder die revolu. rionären Vorgänge IN Xunland, aber der ZeilmigSteser. der nicht die russischen, Zustände und Partewerhältntfle näher kennt, vennaq sicd nur selten ein Bild von den gemeldeten Ereiqniffen zu mache». Die oben angezeigte Schrift will Ihm die nötigen Borlennmifle zum Verständnis der heutige» revolutionären Ve> wegnng in Nußtand»ermirleln In knapper, populärer Weise schUderl sie die sozialen und pollltschen Zustände Nußland« vor dem Veginn des Weltkrieges, die KnegShoffnungen und g.negSbefurct, langen der leitenden Kreise, die Aulkwirtungen der inilirärischen -Niederlagen auf das politische Ccdcn, die Zersehung de« russischen Staates, den Ausbruch der Revolution, die Reootutionstämps« in Pelerseurg, Moskau und' in den Provinzen, die Errichtung»es Petersburger Arbeiter- und Soldaten. detegieriemates sowie der Provisorischen Rogtonmg, die tüegensäne zwischen den verschiedene» polrnsche» Parleien, den Zusammenbruch der Oirenslve in Äalizten. H die Umbildung der Provisorischen Regierung unter UerensliS Pikratur usw.— ' i Peigegeden sind dem?ert eine Reibe dstdtrcher Darslellunqew aus dem politischen ! Leben Rußlands sowie Porträts hervorragender Polillter und Revolutionäre. Ucriiu C. 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Prälaten-- itteiiicr Saal) eine' 298/12 NSmWe SiWUHesAttsWUS mit folgender Tagesordnung statt: I. Bericht über den Stand der Slufjr durch den Vorsitzenden des Vorstände». 2. Wahl der Rechnungsprüfer (1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmers. 3. Bcschlujjsassung über die Acnderung der 20 Ziffer 1 und 18 der Kasseiitahungen. 4. Nochmalige Beschlußfafsung über die Aciideriinq der 75 und 89 der Kafsensatzungen. 5. Beratung und Festsetzung des Voranschlages für das Jahr 1918. 6. Äalscnangclcgcnheitcn. Zum Eintritt berechtigt iind nur die mit einer fchriitlichen Einladung versehenen Ausschuß- Mitglieder. ver TorKtand. Frndel, Vorsihender. KM. MklMM Hai lausend Tischlerarbeiten in besseren Speise-, Herren- inid Schlafzimmern nacheigcncn Em- würfen, solvie Innenausbauten zu vergeben. ü-Conto-Zahmiigeu wöchentlich im voraus. Gest. 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Tasse»......... , e Stt» , nmb |65 200 50, 85Pf |45 > 65, 8 5 Pf 27& 55,60,7 5Pf- | Waschgarnituren............... 850 *** *%.' v a, �Artikel Vfenvorfetzer z........ 528 Wirtschaftswagen..... 167ä 187S Reibemaschinen...... 560 Kohleneife».......... 7" 825 Heizapparate..Mollig" 4S0 Heizapparate für Gas 4" Gaskocher- W-mM» 2160 34°° Leibmärmer........... 250 300 Pfannen-hn« ortt«... l10 Sitzbadewannen...... 27°° 29°° Wafchtöpfe.... I380 1560 17« Königskuchenformen.. 85 Pf. I28 Holztabletts.......... I88 235 Fleifchbretter......... 260 Gebäckkästen......... 85Pf 1« Brotdofeu............ 3« 528 Brotkörbe..........'.- I49 Teedose«.............. 60Pf Salonkohlenkästen.... 5' 5 7C0 Isolierflafche»......... 425 5°° Teeglashalter-h>-■■ 80?f. 1"° Etzlöffel............... 50?f Etzgabel».......... s«-» 85 �f. Tischmesser............ l10 Gemüseschneider....... I25 Büchsenöffner.......... 5 5 Pf. 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Die vierte Preußische Landeskonferenz für Säuglingsschuh, veranstaltet von der Preußischen Landes- zentrale für Säuglingsschutz, fand am 24. November in Berlin statt. Sie beschäftigte sich mit Fragen nicht nur der Säuglingsfür- so rg e, sondern auch der K le i n k i n de r f ür sorg e, deren Wichtigkeit infolge des Krieges mehr als bisher erkannt worden ist. Der Vorsitzende Kammerherr Dr. von Behr-Pinnow wies in der Eröffnungsansprache auf die neueren Matzregeln zur Kinderfürsorge hin, besonders auf die schon jetzt erkennbaren Wir- kungcn der während des Krieges eingeführten Reichswochen- Hilfe, die er eine der größten sozialen Taten nannte. Als Ver- tretcr des preußischen Ministers des Innern und zugleich des Reichskanzlers ,'prach Ministerialdirektor Kirchner. Die Kriegs- zeit mit ihren Ernährungsschwierigkeiten habe auf einzeln« Alters- f lassen der Bevölkerung ungünstig eingewirkt, aber nicht auf die Säugling«. Ihre Sterblichkeit sei sogar zurückgegangen, wohl deshalb, weil jetzt viel mehr Mütter als früher ihre Kinder stillen. D:c preußische Staatsregierung werde in nächster Zeit für die Säuglingsfürsorge erhebliche Mittel hergeben und sich auch der Fürsorgerinneu annehmen. Heber den ersten Vcrhandlungsgcgenstand.Die Bereit- stellüng der Heilbehandlung für Säuglinge und Kleinkinder der Krankenversicherten durch die Krankenkassen" referierten drei Redner. ._ Prof. Dr. Kra u tw i g- Köln schilderte die GesundhoitSge- Tährdung der Säuglinge und Kleinkinder im ihrer Abhängigkeit von der sozialen Lage. Der Krieg habe zwar die Gesundheit der Säug- l-nge nicht umgünstig beeinflußt, aber die der K l e i n k in der. In. Kliniken, Krippen usw. sehe man au ihnen die Folgen der Ernährungsschwierigkorten. Es nütze nichts, wissenschaftlich nach- zuweisen,.daß für sie der Kaloriengehalt der ihnen bewilligten Nahrungsmenge„ausreicht". In den Familien bekomme das. Klein. Zind dann doch nicht das, was ihm durch die Rationierung zuge- wiesen werde. Er habe Bedenken gegen den schon aufgetauchten Gedanken, für die Kleinkinder den Broikorb höher zu hängen. Hinter ihrer Blutarmut steckt oft die Tuberkulose. Mehr Klein- k i nde-r k ür so r ge sei nötig, besonders mit Rücksicht auf die Tuberkuloscgcfahr. Jedes schwächliche Kind müsse einmal im Jalwe eine Erholung auf dem Lande haben. Den Landesversiche- rungSanstalten werde es vielleicht nach dem Kriege nicht möglich iern. ihre Kleinlinderfürsorge in bisherigem Umfang fortzusetzen. Aufgabe von Staat und Reich sei es, für eine wirksame Klein- kinderfürsorg« ausreichende Mittel herzugeben. Geh. SanitätSrat Dt. Dippe- Leipzig forderte, daß die Heil- bi' Handlung des Säuglings schon mit der Pflege der werdenden Mutter beginnt, mit der Sorge für ungestörte Schwangerschaft. -leichte Entbindung und auSgicbigc Stillfähigkeit. Uebernahme der ReichZwochenhilfc in die Friedenszeit unter Angliederung an die Krankenkassen sei iiotwendig. Notwendig sei aber auch Ein- führung der Familicnbehandlung bei den Kran- k« n k a s s e n, die nicht den Kassen freigestellt werden dürfe, son- dern ihnen zur Pflicht gemacht werden müsse. Viele Tausende von Kindern könnten alljährlich gerettet werden, wenn sie recht- zeitige Hilfe eines Arztes erhielten. Dippe betonte, daß daS Wohl der A e r z t e bei dieser in ihre Berufs- und Erwerbstätig! eir tief �einschneidenden Maßnahme„gebührend berücksichtigt" werden müsse. Dafür habe sich auch der deutsche Ortskravkonkassentag aus- cefprochen, doch denke der sich dabei etwas anderes als die Aerzte. Der Ortskrankenkassentag meine eine gesetzliche Regelung de» Verhältnisses der Aerzte zu den Kassen, den Aerzten aber schwebe »ine organisierte freie Arztwahl vor. Zwischen Kassen und Aerzten. die ja unbedingt aufeinander angewiesen seien, lasse sich ein gutes Einvernehmen herstellen. Für die Familicnbehandlung durch Kassenärzte empfahl der Redner, den Versicherten einen Anteil an den Verordnungskosten aufzuerlegen, damit sie„den Wert der ärztlichen Behandlung üMtzcn lernen". Er hielt daS für„keinen sozialen Rückschritt". Mit ReichSwochcnhilse und Familienbehand- lüng werde die Krankenkasse sich der allgemeinen Säuglings- und Kleinkftrderfürsorgc einfügen und ihnen die sichere Grundlage geben. � ■ Als Vertreter der Krankenkassen sprach Ed. G räf- Frankfurt am Main. An Gesunderhaltung von Mutter und Kind habe die Krankenkasse daS größte Interesse, aber durch das Gesetz sei sie in der Betätigung auf dem Gebiet vorbeugender Fürsorge gehemmt. Nach dem Kriege werde das anders werden müssen. Auch das dürfe nickt fortdauern, daß man in der Krndcrsürsorge zwar den Müttern viel Belehrmigcn gibt, ihnen aber nicht die Inanspruchnahme eines Arztes für ihre Kinder ermöglicht. Neben Gedankeirlosigkcnt mancher Mütter sei sehr viel öfter ihre Armut daran schuld, daß sie den Arzt nicht herbeirufen. Das Sind bleibe ausgeschlossen von der Wohltat, die durch die Arbeitervcrsicherung dem Erwachsenen gewährt wird. Mehrere Kassen haben Familien- behandlung eingeführt und die Kosten durch Zusatzbeiträge gedeckt, die bei einigen auch den jungen und ledigen Mitgliedern auferlegt werden. Gräf forderte Einführung der Familienbehand- lung als pflichtmäßige Regelleistung der Kassen. Er warnte vor Dippes Vorschlag, einen Beitrag zu den Verord- nungSkosten zu fordern. Der Arzt solle lieber zu oft als zu spät oder etwa gar nicht gerufen werden. Nötig sei völlig freie Gewährung der Arzneien und'sonstigen Heil- mittel und ebenso die freie Kur in einem Kranken- haus. Redner ging auch auf Dippes Ausführungen über das Verhältnis der Aerzte zu den Kassen ein. Leider sei die Einführung der Familienbehandlung vom manchen Kassen als„Luxus" bs- kämpft und von vielen Aerzten dadurch verhindert worden, daß sie zu hohe Honorare forderten. Nachdem der deutsche Ortskranken- tasseniag sich für die Familienbehandlung ausgesprochen hat, sei eine Verständigung zwischen Aerzten und Kassen dringend zu wünschen. Die Aerzteschaft müsse aber ihre Forde- rungen ermäßigen. Gräf envartet, daß ohnedies nach dem Kriege starke Anforderungen an die Krankenkassen heantreten werden. Schon jetzt sei der GefundheitSzustand vieler Mitglieder so schlecht, daß sie sich nur noch mit Mühe aufrecht erhalten. Er vertraut aber, daß ein Zusammenwirken von Staat und Gemeinden, von. Kassen und Aerzten einen wirksamen Kinderschutz ermöglichen wird. In der Diskussion ging ein anderer Kasscnvertreter scharf gegen die Aerzte vor und wies auf die bestehenden Gegensätze hin, deren Ueberbrückung nur durch gesetzliche Regelung möglich sei. Von grztlichcr Seite wurde noch auf die Notwendigkeit der Schwangernfürsorge hingewiesen und Erziehung des Voltes zu gefundheitgemäßein Leben durch die Schule gefordert. Albert K o h n. der Direktor der Allgemeinen Ortsirankenkasse Berlin, erinnerte daran, daß die Krankenkassen dos Recht vorbeugen- der Fürsorge sich mühsam gegen die Aufsichtsbehörden er- kämpft haben. Erweiterung dieser Tätigkeit sei dringend nöti aber ohne Reicksziischuß nicht möglich. Bedauern müsse man, d<_ die besten Kräfte der Krankenkassenbewegung und der Aerzteschaft sich in gegenseitiger Bekämpfung verzetteln. Ein Referat von Stadtrat Dr. G o t t st e i n- Charlottenburg behandelte„Die Stellung von Arzt und Fürsorgerin bei der Organisation der Säuglings- und Klein- k i n d e r f ü r s o r g c". Die Stellung des Arztes decke sich da teil- weile mit der des Leiters einer Uimschen Abteilung, zum Teil fei er aber Beauftragter einer Verwaltungsbehörde. Er müsse Fach- arzt für Kinderheilkunde sein und bedürfe auch sozialbhgienifcher Kenntnisse. Erwünscht sei das Recht auf ambulante Bchand- l u n g der Pfleglinge. Die Fürsorgerin sei der VerwaltungSbe- Hörde unterstellt, habe aber in ärztlichen Dingen den Weisungen des ArztcS zu folgen. Die sehr lebhafte Diskussion über dieses Referat erstreckte sich besonders auf die Fragen, ob die Fürsorgeri'tncn nur pflege- risch oder auch sozial auszubilden sind und ob Hebammen in der Säuglingsfürsorge verwendet werden sollen. Prof. S ch l o t h- mann stellte bezüglich des Arztes der Säuglings- und Kleinkinder- fürsorge die Forderung ans, daß in Großstädten'der Arzt Haupt- amtlich angestellt und Privatpvaris ihm untersagt werden müsse. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Soziales. Zur Tuberkulosegcfahr. Man schreibt uns: Die Mitteilungen de?„Vorwärts" in Nr. 321 über die Dar- legungen Prof. UmberS in der Festschrift zu Orths 70. Geburtstag, die Tuberkuloscerkrankungen der Kinder vor und während des Krieges betreffend, geben mir Anlaß, auf folgendes hinzuweisen: Während des Krieges sind eine Reihe von Tatsachen bekannt geworden, deren schwerwiegende Bedeutung ernsteste Beachtung verdient. Ich entnebme sie der Zeitschrift für Tuberkulose, die auf sie in Farm kurzer Mitteilungen in Bd. 28, Heft 1. S. 74/7o hin- weist. Sie sind in der Tagespresse kaum beachtet worden, was wohl darauf zurückzuführen ist, daß es sich bei dem erwähnten wissenschaftlichen Organ um cm fast nur in den Kreisen der Fach- ärzte gehaltenes handelt. Bei Mensch und Vieh ist während der KriegSzeit die Tuber- kulofesterblichteit größer geworden. Zwar kann das bisher nur für 1914 statistisch nachgewiesen werden, denn daS Jahr 1914 zeigt in Preußen eine Zunahme der Tuberkulosesterbefälle von SS 861 in 1913 auf 68 577. Bisher sind die«lerbefälle der Tuberkulose in Preußen fast andauernd zurückgegangen. Von 1876 bis 1914 sank die Zahl vön 79< ig auf die schon oben angegebene Zahl von 58 577, dcZ�fmd 21 193 oder 26,57 v. H. weniger. Zu der Steige- rung der Sterbefälle im Jahre 1914 bemerkt die Zeitschrift für Tuberkulose, daß sie wohl auf die Rechnung des Krieges zu setzen sei. Das Umsichgreifen der Tuberkulose unter den Viehbeständen wird aus verschiedenen Gegenden Deutschlands berichtet. Ganz abgesehen von der nationalökonomischen Bedeutung dieser Tatsache ist damit unter den jetzigen Zeitläuften auch eine weitere Gefähr- dung des GesundheitSstandeS der Menschen imhcgerückt, die um so bedrohlicher in die Erscheinung toeten wird, als die Ernährungsverhältnisse für Mensch und Vieh zurzeit ungünstige sind. Gerade der Umstand, daß die meisten Tuberkulosesälle des Kinderalters aus Infektion mit der Nahrung zurückzuführen find, beweist, wie notwendig unter den verschiedensten Gesichtspunkte» der Kampf auch gegen die Rindcrtuberkulose ist. Ungültige Warenhaussteuer einer Gemeindr. Die Gemeinde Buer hat ein« besonder« Gemeindegewerbesteuer eingeführt, die unter verschiedenen Voraussetzungen in verschiede- nen ixormen erhoben wird. Unter anderm wird auch nach der Steuerordnung als besondere Gemeindegewerbesteuer eine Warenhaus st euer von den Warenhäusern erhöben, die bin- sichtlich d«S Einzelverkaufs als Großbetriebe anzusehen sind. AIS Großbetriebe sollen die gelten, in denen mindestens 30 Personen im Gesamrbetriebc beschäftigt sind. Maßgebend ist der Umsatz deS letzten Geschäftsjahres, von dem«in Prozentsatz erhoben wird. Ver- schiedene Bestimmungen treffen eine nähere Regelung. Der§ 12 bestimmt im Absatz 2: Uebersteigt die nach dem Umsatz berechnete Steuersumme 20 Proz� deS Ertrages, so ist sie auf diesen Betrag auf Antrag des Steuerpflichtigen zu ermäßigen.. Die Firma Theodor Althoff in Buer war durch den Magistrat für ein Steuerjahr mit 12 674 M. zur WarenbauSsteuer heran- gezogen worden. Sie focht die Heranziehung an und rügte' die Ungültigkeit der Warcnhaussteuer und damit der ganzen Steuer- ordnung. Der Bezirksausschuß wies die Klage ab. TaS ObervcrwaltungS geeicht als letzte Instanz ent- schied jedoch, daß die Steuer aus nur S7S M. herabzusetzen sei. Begründend wurde ausgeführt: An sich sei eine Warenhausstcucr als besondere Gemeindegewerbesteurr zulässig. Ungültig sei aber hier der§ 12 Absatz 2 der Steuerordnung, wonach die Warenhaus- neuer, falls sie höher aussalle, auf Antrag des Pflichtigen aus den Betrag von 20 Proz. deS Ertrages zu ermäßigen sei. Die Bestim- mung sei ungültig, weil es gesetzlich nicht statthast sei, eS von der Wahl de? Steuerpflichtigen abhängig zu machen, ob er mehr zahlen wolle oder nicht, wie es in der Bestimmung über die Ermäßigung auf Antrag geschehen sei. Wäre aber die Bestimmung unzulässig. so fehle es für die Warcnhaussteuer an einem festen Matzstabe. Das mache die ganzen Bestimmungen über die Warenhaus st euer ungültig.— Die Warenhaussteuer scheide demnach aus. Die Firma sei aber auf Grund anderer Bc- jlimmungen der Steuerordnung nunmebr zu besteuern, nämlich aus Griirtd der Vorschriften über eine Ertragsstcuer." Danach bc- messe sich die Steuer aber nirr auf 673 M. Bus aller Welt. aso Der ehemalige Zentrumsadgeordnctc Heer und seine Gattin sind, wie aus Barmen gemeldet wird, durch Gas, da» einem schlecht geschlossenen Heizofen entströmte, tödlich verunglückt.. Kostspielige Sparsamkeitsprapazanda. Die englische Wochenschrift .Trulh" lenkt die Aufmerksamkeit aus die Tatsache, daß die Rede, die Lloyd George in der Alberthall gehalten habe, um das englische Volk zur S p a r s am leit zu ermahnen, abgesehen von den gewöhnlichen Kosten einer solchen Versammlung, die etwa 220 Pfund betrügen, noch außerordentliche Kosten im Betrage von 3500 Pfund verursacht habe, für die das Schatzamt auskommen müsse. Diese hohe Summe sei den Umständen zuzuschreiben, daß nicht weniger als 1200 Personen aus allen Teilen deS Landes«ingeladen gewesen wären, der Versammlung beizuwohnen und daß diesen Besuchern die Reisekosten und die deS Aufenthalts in London hätten ersetzt werden müssen..Truth" bemerkt hierzu ironisch:.Je weniger Sparsamkeit-MeetingS Lloyd George hält, desto besser.' Wohl bekowm'S! Die Raucher werden auch in Oesterreich nickt gerade verwöhnt. DaS östcrreichisch-ungariscke Finanzministerium will die vorhandenen Mengen Rauchtabak �ämlick mit frischgefallenem Buche nlaub strecken. ES sind zu diesem Zwecke bereits die an- sehnliche Menge 1000 Waggons gesammelt worden. Verkaufe SkuaksstolaS, Skuntsmusfen werden infolge großer zeitiger Abschlüsse von I2S— 275 Mark verkauft, prima seidige Alaska- süchse mit 68 Mark, Blau- suchz, Marder, Nerz, Opossum, Skunkskani« usw. von 1o bis Vtö Mark. PintuZ Pelz-Bcr- trieb, Charlottenburg, Leibniz- straß« 69. Gegründet 1910. Etagengeschäft. 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Gleichzeitig erfolgten nach heftiger Feuervorbereitung am Nachmittage hinter dichten Wellen von Tanks tiefgegliederte starke Masscnangriffc der Engländer gegen unsere Front MoeuvrcK— Fontaine— la Folie. Nach erbittertem hin- und hcrwogendrm Kampfe wurde der Gegner bei Mocuvre abgewiesen und ihm der Südrand dieses Dorfes wieder entrissen. Zahl- reiche zerschossene Tanks liegen an dieser Stelle vor unserer Front. In Nichtuug B o u r l»» vermochte der Gegner nach mehrfach wiederholten Angriffen, bei denen er immer wieder schwerste Brr- luste erlitt, in den Wald von Sourlon einzudringen und bis an das gleichnamige Torf vorzustoßen. Unsere kraftvollen, wuchtigen Gegenstöße, die sofort einsetzten, warfen ihn jedoch in erbittertem Ringen wieder aus dem Dorfe nnd dem Walde heraus, in dem un- gezählte Haufen englischer Leichen liegen. Schloß Bourlon, in dem er sich noch gehalten hatte, wurde nachts von unserer tapferen Infanterie gestürmt und die feindliche Besatzung aufgerieben. Ter Angriff auf Fontaine und La F o l i e, der unter Massencinsatz von TankS erfolgte, wurde überall restlos abgeschlagen. Der auf Eantoing zurückflutende Gegner wurde durch unsere Artillerie wirk- sam in der Flanke gefaßt und erlitt außerordentlich hohe blutige Berluste. Allein vor dem Torfe Fontaine liegen über llO zusammengeschossene Tanks, deren Besatzung zum größten Teil umkam. Ein neuer Tankangrjfs anc Spätnachmittag an derselben Stelle wurde ebenfalls glatt abgewiesen. Auf der Front von Eräve-Cocur bis Banteux lag tagsüber starkes planmäßiges feindliches Feuer. Während der Nacht nah« es besonders in Gegend Fontaine zeitweise wieder größere Heftigkeit an, während nächtliche englische Borstöße gegen Rumillp und die Kanalstcllung»restlich Crevc-Cocur in unserem Sperrfeuer erstickten, llnscre Flieger griffen mehrfach erfolgreich feindliäj« Reserven und TankS mit Maschinengewehren an. Der LZ. November ist ein besonders blutiger Tag für die Engländer, die trotz immer neuen Einsatzes frischer Divisionen nach ihrem ersten Anfangserfolg nicht nur keinen Schritt weite« vordringen kannten, sondern unter hohen Verlusten gewonnenes Gelände wieder verloren. Englisch««.Heeresbericht vom 23. November vomnuagi. Wir rückten in der letzten Rächt unsere Linie südöstlich von Aparn leicht vor. Feindlich« Angrisfsvcrsuche inr Lause der Nacht nordwestlich von Pontruet, nordloestlich von St. Ouentin und südlich von Reuve Cbapelle wurden zurückgeschlagen. ES blieben Gefangene in unseren Händen. Südwestlich von Eambrai ist keine Aende« rung an unserer Front eingetreten.— Abends. Die Operationen gegen die feindlichen Stellungen westlich von Eambrai wurden heute fortgesetzt und entwickelten sich nach den letzten Meldungen zur Zufriedenheit. Der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 23. Slovember. Reue U-Loot-Erfolze im Mittel- m e e r: Acht Dampfer, zwei Segler mit rund 30000 Ör.-R.-To. Auf den Anmarschwegen»ach Aegypten wurde» «ehrene Transporter mit Kriegsmaterial für die eazlische Palästinafront aus stark gesicherte» Gcleitzügrn heraus- geschosscu. Unter ihnen befand sich der dewasfuete amerikanische Dampfer Billcmcr t3t»27 Tonnen) mit Munition. Der griechische Dampfer„Refeli"<3868 Tonne») wurde mit Tonnen Weizen auf dem Wege noch Italien vernichtet. Der Ehef deS Admiralstabes der Marine. Berli», 24. November. Eines unserer Unterseeboote hat im nördlichen Eismeer neuerdings 5 Dampfer mit 14 000 Sr.-R.-T. versenkt, darunter die bewaffneten englischen Dampfer „Zillah"<3788 To.) und„Ildcrtvn" Tv.i, beide mit Holz von Archangelsk»ach England, sowie„Baron Balfvnr"<3991 To.), mit Grubcnhvlzladuug, der ans rinrin Gelritzug herausgeschossen wurde Ferner der bewaffnete russische Dampfer„Irina" (2210 To.) mit Lebensmitteln von Archangelsk nach Alexandrowsk. Der Ehef des Admiralstabes der Marine. » Kopenhagen. 2t. Zcovembcr. Reisende ouS Archangelsk berichten, daß in letzter Zeit mehrere Schiffe im Weißen Meere torpediert worden feien. Kucharzewskis Programm. Warschau, 23. November.„Przeglad Poranny" erfährt, batz das Programm des Minisrerpräsidenten v. Kucharzcwski hlttftchtlich des zukünftige« Ministeriums das folgende ist: Em Kabinett a uL Fachleuten ohne Rück- ficht auf ihre Parteizugehörigkeit, mit dem Vorbehalt der sofortigen Schaffung aller Rcgierungs- inftiwtionen cinschlicstlich deS Heeres. Dies Programm entspricht den Forderungen, die soeben in einer Erklärung der„Liga des polnischen StaatSlvcfcns" aufgestellt worden sind. Kleine Kriegsnachrichten. I« ungarischen Abgeordnetcnhanse unterbreitete Minister- Präsident Dr. Wekerle eine GesctzeSvorlage über die provisorische Verlängerung des Ausgleichs mit Oesterreich. Ter erste polnische Etädtetag wurde am Montag in Warschau eröffnet. In feiner Begrüßungsansprache wies der Warschauer Stadwcrordnctenvorsteher Suligowski darauf hin. daß zum erstenmal nach- der Befreiung vom russischen Joch Vertreter der polnischen Städte zusammengekommen seien, um über das Wohl der Dlädtc zu beraten und so an der Wiedererrichtung eines selbständigen polnischen Staatswesens niit- zuarbeiten. Tie Beratungen erstreckten sich besonders auf den Satzungscntwurf für den polnischen Städtcbund. Beschränkung des Schweizer Einbnrgenmgsrechts. Der Schweizer Bundesrat hat das politische Departement ermächtigt, die Be- willigung zur Einbürgerung in der Schweiz grundsätzlich denjenigen Reftaktären zu verweigern, welche nach Kriegsbeginn in die Schweiz kamen und vorher niemals in der Schweiz ihren Wohnsitz hatten. Der norwegische Bersorgungsministrr Vit hat sein Abschieds- gesuch eingereicht. Minifterwechsel i» Frankreich. Der Blockademinister Jonnart hat aus GenmdheitSrückfichten fein Entlassungsgesuch eingereicht. Clemenceau hat das Amt dem Abgeordneten L e b r u n angeboten, der angenommen hat. Zum englischen Oberbefehlshaber in Mesopotamien wurde Gencralleuwan: M a r s h a I l ernannt. Laad»»» 24. November.(Remermeldung.) Amtlich. General Blumer wurde zu« Befehlshaber der britische» Truppe« in Italien ernannt, der Ausschuß für auswärtige Bngelegenheiten. Tie Korrespondenz Hosfmann meldet amtlich aus München, daß der Ausschuß des Bundesrates für aus- wärtige Angelegenheiten Zsnfang nächster Woche in Berlin zusammentritt._ vermehrte Schweineabschlachtung. Aber nicht mehr Schweinefleisch! Ta- K r i c g s e r n ä h r u n g.s a m t bat die Landeszentral- bcbördcn ersucht, die schleunigste Abnahme der nicht zur Haus- schlachtuug und zur Fortführung der Zucht nachweislich beuöttgten Schweine zu bewirken, indem Abnahmekommissionen überall die vorhandenen Tiere feststellen und abnehmen oder enteignen, damit die immer noch zu hohen Bestände den vorhandenen zulässigen Futtermitteln angepaßt und beschlagnahmte Erzeugnisse, wie Brot- getreide, ebenso wie die Kartoffeln zur Sicherstellung der Er- nährung des Menschen vor verbotener Verfütterung geschützt wer- den. Ta die Abnahme vor Erzielung der erst gewinnbringenden Schlachtreife der Tiere erfolgt, wurde angeordnet, daß bis zum lö. Januar für alle abgenommenen Schweine als Einheitspreis für 50 Kilogramm der Preis der C-Klasie der Verordnung vom 5. April 1917(also der 100-Kilogramm-Schweine) gilt. Bis zu diesem Zeitpunkt dürfen ausnahmsweise Stückzuschläge gezahlt werden, die für Tiere von 15 bis 30 Kilogramm 18 M. betragen und sodann bei je 15 Kilogramvl höherem Gewicht sich je um 4 M. errnäßiMii. Rur für Schweine, die schwerer als 75 Kilogramm LcbeiidMvicht sind, dürfen solche Zuschläge nicht gezahlt werden, weil für diese bereits der Einheitspreis eins genügende Entschädi- gung bietet. Die Herausnahme der Schweine soll möglichst ohne wirtschaftliche Härten, nötigenfalls aber zwangsweise erfolgen. Tic Höchstpreise für Schlachtfcrkel, die jetzt bis zu 1,(30 M. für ein Pfund betragen, sollen am 15. Januar 1918 auf höchstens 1,10 M. ermäßigt werden. Die abgenommenen Schweine werden hauptsächlich für den Hceresbcdarf benötigt, während mit einer starken Be- liefcrnng der Zivilbepölkerung leider nicht gerechnet werden kann. Erhöhung üer warenumsatzsteuer? Das„Berliner Tageblatt" meldet, daß unter den im Reichsschatzamt erwogenen Stenerplänen auch eine k r ä f- t i g e Erhöhung der Waren Umsatzsteuer im Brennpunkt des Interesses stehe. Zwar fei der gelegentlich propagierte Gedanke, dieie Zteuer von 1 v. T. auf 1 v. H. zu erhöhen, phantastisch. Aber eine gewisse Erhöhung der Warenumsatzstener sei Gegenstand der Erörterung. Das ist wohl zu glauben. Der Schatzkanzler Dr. H e l f f e° r i ch rühmte die Warenumsotzsteuer, die der Reichstag an die Stelle des wegen seiner Lästigkeit von vornherein zur Unbe- liebtheit verurteilten Ouittungsstempels gesetzt hatte, als „ideal". Und in einein gewissen Sinn ist sie es auch sicherlich. Ihr Ertrag ist hoch, ihre Erhebung leicht und billig. So darf es nicht wunder nehmen, wenn ein Finanzininifter, der dos Geld wahllos nimmt, wo er es findet, dem volkswirtschaftliche nnd soziale Rücksichten gleichgültig sind, an eine Erhöhung dieser Wuirdersteiier denkt. Der über den Tag hinausblickende Bolkswirtschastler wird zu solchem Gebaren wie zu der ganzen deutschen Steuer- Politik dtzn Kopf schütteln. Es ist Mmi UebertreibtMft, zu sagen, daß die deutsche Finanzpolitik ihre Aufgaben schlecht erfüllt oder, besser gesagt, überhaupt nicht erfüllt. Die ganze deutsche Kriegswirtschaft ruht letztlich darauf, daß das Reich Unmengen von Wecksi'eln zum Diskont an die Reichsbank sendet und diese dafür Noten ausgibt oder Kredite eröffnet. Diese bequeme Geldschöpfung ans dem Nichts er- lanbt es, ohne Besehen für öffentliche Liefeningen lächerlich hohe Preise zu zahlen, und stärkt derart den privaten Per- brauch, daß die angereizte Nachfrage die Preise aller Waren ins Ungemessene treibt und durch Verschlvendung den Waren- mangcl erhöht. Diese typischen Folgen der Geldentwertung könnten zwar nicht beseitigt, ober gemildert werden, wenn Einkommen imi> Vermögen zur allgemeinen Zahl- Pflicht berangczogon luürden, wenn die allgemeine Wehrpflicht des Kapitals Tatsache würde. Aber die Regierung denkt nicht an die best«, sondern an die be- quemste Steuer, gleichgültig dagegen, daß diese nicht zu einer Belastung des Kapitals, sondern nur zur Belastung des— Reichs durch Verteuerung der Lieferungen fiihrt..Vpre8 nons le dehigol Nach uns die Sintflift. Von diesen allgemeinen Bedenken abgesehen, ist die Warenumsatzstener auch wegen ihrer besonderen steuerlichen Wirkungen gänzlich verfehlt. Wie jede Verkehrssteuer, haftet sie an dem äußerlichen Merkmal des Umsatzes, ohne Rücksicht, ob deni Umsatz auch eine Eiukommensmchrung und stener- liche Leistungsfähigkeit entspringt. Sie bevorzugt den selbst- wirtschaftenden Bauer und den industriellen, in sich geschlosse- nen Großbetrieb, die beide ihre Bedürfnisse zuin Großteil aus dem Eigenen decken und infolge ihrer dadurch geminderten Käufergualität auch der Abwälzung der Steuer nur in ge- ringereni� Grad unterliegen. Die Warenumsatzstener benach- teiligt den Kaufmann, der nach dem Grundsatz„Großer Um- iotz— kleiner Gelvinn", d. h. am wirtschaitlichslen arbeitet. nnd schädigt den Erzeuger, der infolge geringerer technischer Leistungssähigkeit die Steuer nicht abwälzen, sondern selbst zur Erhaltung seiner Wettbewcrbssäbigkeit tragen muß. Jetzt im Kriege mögen diese Bedenken leicht trnegen: aber die Warcilumsatzsteuer tritt nicht mit Kriegsende außer.Kraft, und dann werden es die Parteien, die sonst für den Mittel- stand nicht genug freundliche Worte finden können, wahr- haftig bitter bereuen, ihn durch die„bequeme" Warenumsatz- stener der Wettbewerbsfähigkeit beraubt zu haben. Prügelszenen im pfarrtzause. Der.Schutz eines christlichen HcimS" wird von bürgerlichen Blättern als ganz besonderer Vorzug der DienstbotenarSeit gepriesen. Merkwürdige Erfahrungen mit dem Schutz eines überaus christlichen Heim? hat die lojährige Frida Br. gemacht, die als Kindermädchen bei dem Pfarrer Emil Krause in Saarmund in Stellung war nnd sich jetzt auf die Anzeige ihres Dienstherr» zusammen mit ihrer Mutter wegen Diebstahls, Hausfriedensbruch« und Bedrohung vor dsm Schöffengericht Potsdam verantworten sollte. Die Verhandlung förderte folgenden Tatbestand: Am 1. Juni trat die fünfzehnjährige Frida ihren Dienst im Pfarrhause an. Be- Handlung und Beköstigung waren derart schlecht, daß da« Mädchen seine Muller bitten wollte, sie wieder forlzunehnien, aber der Herr Psarrcr verhinderte das, indem er vor dem Mädchen jegliches Schreibmaterial verschloß. Erst auf llmwegen gelaug e« dem Mädchen, ihrer Mutter Nachricht zukomme« zu laffeu. Diese erschien am 19. Juni und verlangte vom Pfarrer Krause die sofortig« Herausgabe ihrer Tochter, zumal da diese erst vor wenigen Tagen wieder von der Frau Pfarrer zwei Stockhiebe über den Rücken erhalten hätte. Pfarrer Krause jedoch weigerte sich, das Mädchen vor dem 1. August zu entlassen. Frau Br. erklärte, daß sie ihre Tochter keinen Mißhandlungen mehr aussetzen wolle, daß ihr auch die sonstige Behandlung ihrer Tochter nicht paffe, die, obwohl sie als Kindermädchen angestellt sei, und trotz eines verkrüppelten FußeS bis nachts um 1 Uhr Wasser tragen müsse, und dabei noch Hunger litte. AIS Frau Br. sich darauf nach dem Bodeustübchen ihrer Tochter begab, stürzte Pfarrer Krause auf sie zu und griss ihr in die Haare, dann versetzte er i.hr Schläge ins Genick und versuchte. sie die Treppe heruntcrzuzerren. Fron Br. klammerte sich mit der einen Hand am Geländer fest, mit der anderen zog sie ihre Hutnadel heraus und rief dem Pfarrer zu: Ich steche Sie tot, wenn Sie mir mein Kind nicht herausgeben! Der Pfarrer ließ darauf von ihr ab. Frau Br. eilte zum Gemeindevorsteher Schulze, der jede Ein- Mischung ablehnte. Nach ihrer Rückkehr nahm sie die Tochter mit, der Pfarrer aber verweigerte die Herausgabe des Hutes und sämtlicher Sachen. AI«»ach acht Tagen daS Mädchen ihre Sachen abholen wollte, wurde ihr der Einlaß verweigert. Ein paar Tage darauf kam sie mit der Mutter und einer Zeugin wieder- Diesmal ließ der Pfarrer das Mädchen allein ins Zimmer. wo bereits der Korb stand. Er verlangte die Oeffnung deS KorbeS. Der Inhalt war völlig durchwühlt. Der Pfarrer verlangte, daß sie jedes Stück einzeln herausnehme, .Bi« auf den Grund", befahl er. Am Boden des Korbes fanden sich plötzlich a/4 Pfund Nudeln.'/t Pfund Kartoffeln und t Pfund weiße Bohnen sowie ein Glas eingewecktes Fleisch. DaS Mädchen packw ihre Habseligkeiten zusammen und zog mit dem Korbe von bannen. Der Pfarrer stellte die Strafanträge wegen Diebstahls gegen das Mädchen, wegen HauSstiedenSbrnchS, Bedrohung und Verleitung zum Diebstahl gegen die Mutter. Die Verhandlung, in der die von Rechtsanwalt Dr. Theodor Liebknecht verteidigten Angellagten jede Schuld bestritten, ergab.ein solches Bild, daß der Herr Pastor sich plötzlich bewogen fühlte, olle von ihm gestellten Strafantröge zurückzuziehen. Damit sielen alle Anklagepunkte bis auf den der Bedrohung. Auch hier erkannte da« Gericht gemäß dem Antrag des Amtsanwalts auf Freisprechung und Einstelluug des Verfahrens. In der Begründuirg wird gesagt, daß von Bedrohung gar leine Rede sein könne, denn die Frau habe die Hutnadel nur zur Abwehr benutzt.— Wird nun der Herr Pfarrer weiter seinen Schäflein christliche Sanftmut predigen? Bassermanns Mandatsnachfolger. Bei der RcichstagSersatz- wohl im WaHlkrcis Saarbrücken für den verstorbenen Abgeordneten Bassermann wurde der preußische LandtagSabgeordnctc Professor Dr. Herwig(natl.) mit 9852 Stimmen gewählt. Ein Gegen- tandidat war nicht aufgestellt. Einige Stimmen waren zcr- splittert. Was Herr v. Grarfe sich ttäumcn läßt. Mit recht durchfichliger Absicht erzählt Reichstagsabgeordneter v. G r a e f e in der„D e u t. schen Zeitung" einen Traum. Darin träumte er, ein zu- k ü n s t i g e S Zeitungsblatt in öen Händen zu halten, nach dem der Abg. Erzbcrgcr den Kaiser ersucht, um die Gegner zum Verhandeln geneigt zu machen, auf de» Thron zu per- zichten...-, Und schweißgebadet erwachte er!--.rr inOT Letzte Nachrichten. Autonow für Muralojcw.— Ter Kofakenrat beschließt Neutralität. Kopenhagen, 2t. November. AuS Haparonda wird go- meldet: ES bestätigt sich, daß der Oberstkommandicrendr deS Petersburger Militärbezirks, Oberst Murawjcw, zurückgetreten und als oberster Chef der Truppen Antonow eingesevt worden ist, der Mitglied de» RevolutionskomiteeS ist. „Tjcn" meldet: Ter Rot des Kosaken Verbandes hat einstimmig eine Entschließung angenommen, in der erklärt wird, daß er es ablehne, den Staatsstreich der Polfchewiki onzu. erkennen, aber nicht in den Bürgerkrieg einzugreifen wünsche, der in Rußland ausgebrochen ist. Er werde mit alle» Kräften für die Einführung einer demokratischen Rechtsordnung in den verschirdrnrn Kosakrngrbirten eintreten. Aufmarsch der Sozialisten gegen Eleiiiciiceau. Bern, 24. November. Während die Blätter der rechtsstehenden nattonalistrscheu Gruppen sowie der Mittclpartci der Rede Eie- meneeauS vollen Beifall zollen, machen die sozialistische Presse und einige fortschrittliche Blätter ernftc Bedenken geltend, Rcnaudel erklärt in der„Humanite" u. a.: Eleinenreau hat nur eine Anzahl wohlstilisierter Phrasen vorgebracht und sich einige unpassende Spähe erlaubt.— Thomas bekämpft die Ausfübrnn- gen Elemenceaus über die Gesellschaft der Nationen. Die Sozialisten ersähen daraus, daß sie der Oeffeutlichkeit beweisen müßten, daß die von den Sozialisten vorgeschlagenen Lösungen die einzig richtigen seien.— Sem bat erklärt in der„Laterne", wenn El«- menceaii auch die Mehrheit gewonnen habe, so werde der Umschwung in der Kammer doch nicht auf sich warten lassen. Die Kammer habe sein Programm nicht annehmen tönucn, da er keines ein- wickelt habe.— Varck-nues meint im„Evenemeut", für Frankreich habe mit der Berufung ClcmeiiceanS ein interessantes Experiment begoiuien.— In der„Bataille" sagt I o h a u x, die Worte Clemenceau« über die Gesellschaft der Nalionen würden i n d c n Herzen aller Arbeiter schmerzlichen Widerhall finden. Die Arbeiter hätten ihre ganze Hoffnung auf diese Formel gesetzt.-— Ter republikanische„Pro gros de Lyon" führt aus, Elemenceaus Acußcrungen über die Kriegsziel« seien sehr beunruhigend. Ein gefürchtctcs Amt in China. Peking, 24. November.< Reutermeldung.) W a ng t a s i e h ist zum zeitweiligen Ministerpräsidenten ernannt worden. Der Präsident findet niemand, der angesichts der unsschcren Lage den Pdsten fiir die Dauer annehmen will. Eisenbahn Ungliicksfällk. Posen, 24. Novdr. Der Personenzug 530(Schneiden müh l— P o s e n) fuhr heute 7 Uhr 30 vormittag zwischen Seda» nnd Posen in der Nähe der Abzweigung Posen— Schneide» mühl in eine zur Arbeit gehende Bahnmeister- rotte hinein. Hierbei wurden vier Männer und vier Frauen sofort getötet, eine Frau schwer verletzt. Bezüglich der Schuldsrage ist die amtliche Untersuchung eingeleitet. Wetzlar, 24. November. Auf dem hiesigen Bahnhof iubr morgens ein O-Zug aus einen leeren Wagen eines Per- fonenzugeS /»rs. Zwei Personen wurden leicht verletzt und- es cnfftanj) Einiger M�teriaffchaden. SewerkschaflsbewVUNg Serlin und Umgegend. Die Neuregelung der Beiträge und Uuterstünuugeu im Holzarbeiterverbaude. Am Freitag nahm die Generalversammlung der Zahlstelle Berlin de-5 Holzarbeitervcrbandes deir Bericht aus der Reichs- konfereuz entgegen, die— wie wir schon berichtet haben— zu der Beitrags- und UntersliitzungSvorlage des Vorstandes sowie zur Zfrage der Tarifkündigung Stellung nahm.— Nachdem Glocke den Bericht erstattet hatte, diskutierte die Versammlung über den die Vorstand-Zvorlage betreffenden Teil der Reichskonferenz. Ob die Aenderungen, welche die ursprüngliche Borlage durch die Reichs konfereriz erfahren hat, als eine Verbesserung zu betrachten sind oder nicht, darüber gingen die Meinungen deh DiSlussionS- redner auseinander. Die Redner der einen Seite meinten, durch die Neuregelung des Beitrags- und NnterstützungSwesens werde die Kampfkraft des Verbandes gestärkt. Dagegen gab man auf der anderen Seite der Meinung Ausdruck, durch die Beitragserhöhung, die ja auch in anderen Verbänden auf der Tagesordnung stehe, wollten die Zentralvorstäude ihre Macht gegenüber den Mitgliedern stärleu, was um so bcoenklicher sei, weil die Zentralvorstände auf «ine wirtschaftSsriedliche GewerkschastSpolitik hinarbeiten.— Diese Annahme wurde von den Rednern der ersten Seite wieder bestritten und betont, dah die Neuregelung des Beitrags- und UnterstützungSwesenS eine gewerkschaftliche Not- wendigkeit s'"big und schwarz*•»•«»•••• Trikot halb, mit Seidenfutter.. 1 rikot farbig und schwarz..,, 0.38 0.68 0.75 0.95 1.35 1.55 1.95 Herren-Handschuhe Glace mit Futter........ 5.7 5 Glace mit Futter, farbig..... 8.50 Nappa-Stepper a DruÄ 12.50 Nappa- und Schwedenstepper m. Pelz gefütt. u. Riegelverschi. 1 6.2 0 Nappa-Stepper mit Lamm- 1 Q a feil gefüttert u. Riegel Verschluß JL O.UU Photographische Ateliers in allen 4 Geschäften Künatler. 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