Ar. 326. 34. Jahrg. Bezugspreis: klcttcljährl. S.R)ML. monaLI. lLV SRt, wSch«nlI>ch 30 Sfg. frei WS Haus. vorauszahlbar. Sinzelne Wochentags- Nummern b üiz Sonntags Nummer mit illustrierter Seilage.Tie Neue Welt' 10 Big. Postbezug! Monatlich 1.30 MI Unier Kreuzband für Dcutlchland und Oesterreich- Ungarn 2.30 MI. für daS übrige Ausland 4 MI manatlich Postbcstellungen nehmen an Dänemarl. Holland. Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Singetragen in die Post-ZeuungS-PreiSiiste. Erscheint täglich. Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin�, Vevltnev VolkesblAkt. ( S Pfennig) Der Anzeigenpreis beträgt f. die stcdengeldaltene Nolonel- reue SS Pfg„Kleine Sinzeigen". daS lcltgedruiii» Wort 2« Psg.(zu- lässig 2 seitgedcuSle ffierte). ledeS weiiere Rorx 10 Pig. Eiellengeniche und Cchlasstellen.nleigeu das erste Won 10 Pfg., lebrS weitere WorlSPl». Worte über lö Buchsiade» zählen iur zwei Worte. Teneningginschlag 20°/» Kamilien- Slnzetge» SN'Lsg.. rolitisch« u. aeiverkschaststche BereMS- blnzeigen«0 Pig die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer inülien bis n Uhr nnchmUi. im Hauptgeschnsi. Merlin 633.6», Lindenstratze 3, ab, gcacben werde. i. Sebssnet von 8 Uhr früh bis 1 Uhr»benbS. Zentfalorgan der fozialdemokrati fdien parte» Deutfcblands. Neüaktion: Ew. 6$, Linöenstraße 3. syernlvrecher: Seit Moritzpla«. Sir. 15190—15197. Mittwoch, de« Ä8. November 1S17. Expeöition: SW. SS» Linöenstraße 3. pfernsprechrr: Amt Moritzplatz, Sir. 151 90—151 97. ffcue Kämpfe bei Bcurlon. Starke Feuerkämpfe im Westen— Vergeblicher englischer Angriff auf Bourlon — Franzöfischer Vorstost bei Prunay. Amtlich. Große? Hauptquartier, 27. Rovrmdcr 1917.vic vor das Wahlrecht vorzuenthalten. Es gibt keine Gründe dagegen, die nicht beim leisesten Windhauch vernünftiger Ueberleguug in Nichts zn- sammenfielcn, keinen Politiker, der nickst sähe, daß das Frauenwahlrecht mit unfehlbarer Sicherheit auch bei uns kommen wird, so gut sich das gleiche Wahlrecht in Preußen nun endlich allem Widerstand entgegen durchsetzt. Es ist nicht nötig, zum tansendstenmal mit Selbstverständlichkeiten duL Selbstverständliche zu bciveisen. Es ist nicht nötig. die Frauen gegen den finnlosen Vorwurf zu verteidigen, den man ja auch gegen die Arbeiterschaft erhob, daß sie im Stimmrecht Bezahlung für die Pflicht ihrer Arbeitsleistung forderten: sie fordern nicht Bezahlung, sondern Recht. Das einzige, was für sie jetzt nottut, ist Kampf. zielbewußter, stetiger, zäher und scharfer Kampf so lange, bis sie Regierung und Parteien ihren Willen ausgezwungen haben. Was bestimmt diese in Wirklichkeit sich den Frauen- forderungen zu widersetzen? Die Regierung bildet hier, wie es ja generell der Fall sein sollte, nur den WillenSansschuß der Fraktionen. Sie nähme jetzt am allerwenigsten diese Frage zum Anlaß dauernden Widerspruchs gegen die Wünsche des Parlaments. Denn sie weiß sehr tvohl. daß in abkeh- barer Zeit keine materielle Aendernng beS Geistes der Gesetzgebung oder auch nur der politischen Machtverhältnisse vom Frauemvahlrecht zu erwarten wäre. Das gleiche müßte logifcherweise auch den einzelnen Par- teicn einleuchten. Weshalb also deren unbesiegbare Gegner- schast oder besser: unbesiegbare Gleichgültigkeit? Bei den Konservativen ist die Antwort am klarsten gegeben. Für sie fiele mit dem Frauemvahlrecht wirklich ein Stück ihrer Weltanschanungsideen. Wie die unbedingte poli- tische und soziale Vorherrschaft des Adels, der MUitärtäste, aller feudalaristokratischen Elemente, so umschließen diese Ideen auch die geistige Unterordnung der Frau unter den Mann. Auf eine Aendernng der Haltung der Konservativen im Landtag ist also keinesfalls zu rechnen. Sie werden dem Frauenstimmrecht so gut tvie der Einführung de? gleichen Wahl- rechts in Preußen so lange wie möglich den schärfsten Widerstand leisten, das heißt, so lange sie nicht durch den Druck der anderen Parteien und der öffentlichen Meinung gezwungen werden, die Waffen zu strecken. Beim Z e n t r u m liegt die Sache anders. Die Haltung dieser Partei resultiert weniger aus prinzipiellen als aus boliltfcfi taktisch?» Ertvagungen. Denn mögen bei zahlreichen seiner Vertreter die persönliche» Anschauungen freilich eben- falls auf die kamerdative Seile neigen, so ist seine politische Stellung doch von so vielen Faktoren abhängig, da» es sehr verschiedenartige» Strömungen in. seinen Reihe» Rechnung rragcn nmh. Für die Entscheidung des Zentrums über das Frauenwahlrecht ivürdc vermutlich, ivie auch in anderen Ländern bei den katholischen Parteien, die Einschätzung seiner Wirkungen iiir die Macht der Kirche mit in Frage kommen, und sie fiele unter diesem Gesichtspunkt wahrscheiulich nicht nnbedinzt negativ«uS. Bei den?tatronalliberale» sind die Meinungen über poliiisch kulturelle Probleme mehr oder weniger liberal betont, je nachdem sie mehr der rechten oder der linken Seite der Partei angehören. Fhre Stellung zum Fraucnwahlrccht ist aber, mit gewissen Modifikationen, genau dieselbe wie die der F o r t s ch r i t l l i ch e rr L o l k-S p a r t e i, das ivill sagen: sie isi gleichgültig. Bei den Liberalen zeigt, sich in dieser Frage erst in voller Glorie die Natur unserer Miltelparteien, vielleicht der Menschen mittlerer Lüne über- Haupt. C? liegt jür den LiheraiiSinns keinerlei innerer Anlas; vor. dem weiblichen Geschlecht politische Gleichberechtigung zu versagen: Sie Ideen der bürgerlichen Demokratie fordern sie im Gegenteil. Aber eS bandelt sich um eine neue, in ihren Weiteren Wirkungen revolutionäre gesetzliche Mahnahme, um ein m c n f ch l ich e S. kein dlos; parteipolitisches Problem. Hier versagt die Jnitialive unseres LiberaliZninS vollkonimen. Bon den i» der Fortschrilrlichen Volkspartei organisierten bürgerlichen Frauen gedrängt, sab sich der Vorstand der Fort- schrittlichen Volkspartei schon auf einem seiner Partei- tage genötigt, seinen Parlamentsmitgliedern die Befürwortung des FrauenivahlrechtS zu empsehlcn: das hinderte ihn aber durchaus nicht, sich nach diesem Parteitag in der Sache weiter w passiv zu verhalten ivie bisher. Das Tollste, was die fortschntilichen Frauen sich bieten lassen mußten, war das vollkommene Schweigen der Partei in dem Per-. sassungsatiSschuß des Reichstags, in dem man doch eine, grundsätzliche Stcllinignahme zu einer so wich- ligen Frage bei liberalen Führern hätte voraussetzen dürfen. Und der parlamentarischen Führerschaft des Liberalismus folgte ebenbürtig seine Presse. In der ganzen letzten Zeit der heftigen Berfassungskämpfe erörterte sie meines Wissens die Frage ernsthaft nicht ein einziges Mal, Es' erübrigt sich für uns bei dieser Rundschan über die Parteienstellnng noch einmal zu beroucn, daß ausschließlich d i e S o z i a l d c nl o k r a t i e sich rühmen darf, die Frauen- Wahlrechts iorderung zu vertreten; sie bekundete bei jeder Ge- lcgenheit ihr Interesse dajür und regte DiSklissione» darüber .an, Ivo immer sie konnte. Bas aber nutzt das? Sie allein kann den Frauen nicht zu ihrem Recht VerHelsen. Wie sollen sie dazu kommen? Gegen- wärtig Voerde» die Kahlrechtskämpfe im Landtag ihren Schwer- punkt finden. Die paar sozialdemokratischen Stimmen dort müssen klanglos im ChornS der übrigen verhallen, die stumm btciben weiden wie inüiier. Sie werden es bleiben, wenn die Frauen s ekbst sie nicht endlich zur Sprache zwingen. Petitionen' üud Anträge � allein genügen dazu, nicht. Sie werden zum hundertsten Male mit ein paar nichtssagenden Kotten abgefertigt und wandern zu ihren Vorgängern in die Aktenschränke. Nein, öffentlich muß Sturm, geblasen tMd'eü.'Zu Heu Zeitungen jeder Richtung mögen die. Frauen ihren-Abgeordneten die klare. Frage' stelle»: Tretet Ihr fürs Fraimnvahlrecht ein? lind wenn. lischt,- nenut hier. vor Euren Wühler n klipp und klar die Gründe! Versleckt Euch nicht dahinter, daß je�tzt die Zeit größere und aktuellere Probleme birgt als dieses. Gerade revolutionäre Epochen wühlen die Menschen in ihren Tiefen auk und stellen sie jeder Frage neu.vorS Angesicht..Solchen Zeiten ist nichts zu klein und nichts zu groß, um es für sich zu entscheiden. To öfftmtlich zrir Antwort gezwungen, müssen die Führer der Fraktionen ihre Taktik des Answeicheus falle» lassen. vo für sie Freiheit und Meiischenwiirde auf dem Spiel steht; denn, sie kämpfen in ihrem Wahlrcchtskainps nicht nur für. sich, sondern für Demokratie, Freiheit und SelbWc- stinimung aller GesellschostSglieder. Die Sozial demokraj innen, die der Ilebereinstimmiing mit ilner Partei, gewiß. sind, dürfen in diesem Streit der bürgerlichen dennoch nicht die Hände in den Schoß.ruhen lassen. Auch für.ihre Sache wird dort gerungen. So mögen sich. nncNNÜdlich' die änderen zu Taten treiben! �m5r!eüens!Ä>r!tt Aer Nl>eüll<�en!?eutra!en�!�"�sgefa>,genen nicht abstimmen lassen könne. Man hSlt es für OT...._____....... wahrscheinlich, daß die Kammer ihre Machtbefugnisse Ist eine neue sozialistische ßrieöens- tonferenz zweckmäßig l Tiockhvlm,"J7. Nov.(Gig- Drahtbcricht d.„Vorwärts".) Ter Ehefrcdakrenr Hanfson leitartikclt im hiesigen„Sozial- deniokiai." gegen den dänischen Vorschlag ans Einberufung einer neuen s o z i a l i st i s ck> e n F r i e d c n s k o n s o r e n z. Er sagt, man müsse damit rechnen, daß nicht nur England. Frankreich und Belgien ausbleiben, sondern daß auch Italien und Amerika außerstande sein werden, die Konferenz zu beschicken. Dadurch würde diese lediglich eine Sonderkonferenz der Russen und der zentralen Länder unter Vermittlung der Neutralen. Stauning rechne in seinem Borfchlagsbries an Troelstra mir der Möglichkeit eines Sonder- f r i e d e n s; es fei aber ungereimt und unmöglich, die Internationale für derlei zu engagieren. Ein Sonderfriede!» im Osten verlängere eher de» Weltkrieg und nähere um so weniger der Gerechtigkeit und dem Frieden. Ein einseitiges Engogemeiit würde auch die Internationale auf. iniavschbare Zukunft lahmlegen. Tie Amsterdamer Meldung über einen Artikel H, uysmans, der sich angeblich mit der geplanten neuen sozialistischen Konferenz unter Ausschluß der deutschen Partei- Mehrheit beschäftigt, ist total erfunden. Ter„Sozialist belgc" enthielt niemals Derartiges. Stockholm, 27. November. Die aus einer Haager Konferenz im Iabv tSlö hervorgegangene schwedische Friedensvcreinigung legte den» schwedischen Tcpartemenr deS Aeußein das Ergebnis ihres Anfr.nfes zu einer A k t i o n d e r Neutralen für einen dauernden Frieden vor. Der Ausruf emhält die Unter ichriften von llOOV Einzelpersonen und von 1V74 Vereinigungen 'Die Verfasser des Aufrufes hoffen vul eine Erörterung des Gedankens einer neutralen Friedenskonferenz bei Gelegenheit der nächsten skandinavischen Königs- und Minister zusammcnkunft in Kristiania. Wachsende Macht der Solsthewiti. Beginn der Wahlen zur Konstituante. Stockholm, 26. November. Nach einer Meldung der Peters burger Zeitung„Prawda" befinden sich u. a. folgende Städte in der Gewalt der Bolschewiki: Petersburg, Moskau, Kiew, Nischnij? Nowgorod, Charkow. Odessa, Icka terinoslaw, Samara. Saratow, Kasan, Rostoiv, Wladimir, Rcval, Pskow, Minsk, Krasnojarsk, Tobolsk, Serpuchoiv und Zarizyn. Tie Gesanitzahl der aus dem Sowjet aus getretenen Mitglieder betragt nur 66 van 766. Nach einer weiteren Meldimg begannen die Wahlen zur Ver fassung gebenden Versammlung programmäßig am 26. Naveinbcr in allen Städten Rußlands. Kopenhagen, 26. November. Der„Berlingske Tidcndc" wird ans Haparanda gemeldet: Laut.Moivaja Schisn" habe Trotzky den Beamten des Ministeriums des A e u ß e r n mitgeteilt, das; sie. falls sie den Dienst nicht bis zum 36. November wieder aufgenommen hätten, als e n t lassen betrachtet werden würden. Der Rat der Volkskommissare bereite die llebernahme aller Privatbanken durch den Staat vor. * Stockhol«, 27. November. sEig. Drahtbericht deS„Vorwärts Die„Prawda", das Organ der B-lschcwiks,. publiziert die Erklärung Sinowjcws, daß kein Zwiespalt zwi- schcn den BolschcwikS bestehe und daß rr nach dcr gc- wonnenc» Uebcrzciignng, daß die M c» s ch ew i l s keine Sammelregirrung wünschen, seinen Austritt aus dcr Partei zurücknehme. „Astonbladet" gibt den Bericht eines schwedischen Reisenden wieder, der bestätigt, daß die Petersburger Greuelberichtr übertrieben waren. Tie erste« Revolutionstage verflossen ganz ruhig und größtenteils ohne Blutvergießen. Auch das Blutbad unter dem den Winierpalast verteidigenden Fraucnbataillon und Kadetten- schnlern bleibt bei weitem zurück hinter de» Märzvpser». Amsterdam, 27. November. Nach einem hiesigen Blatt erfahrt die„TimeS"'; Wie verlautet zieht K a l e d i n große Truppemiiassen im Tontalc ziisamiiien, die durch von dcr Front genomuiene Truppen verstärkt werden. Hierzu sei ermohnt, daß die„Prawda" nach einer Meldung der„Nationaizeilung" mitteilt: Im Donezbecken macht die bolschewistische Bewegung neuerdings unvcrbcnnvare Fortschritte. Es haben. dort 700 OCO• Arbeiter und Arbeiterinnen gestreikt und waren zur Aufnahme der Arbeit auch dann nicht zu bewegen, als Käledin die Gctreidcvarräte. für die Streikenden sperren ließ. Schließlich ist es'-im Donezgebiet' zu heftigen Kämpfen gekommen, ivobei Arbeiter und Soldaten gegenubeT-den Kakedinschcn Kosaken die Oberhand behielten.. Charkow wurde von den Marimalisten besetzt und als Basis für die maximalistische Organisation im Donischcn Bezirk eingerichtet. Ter weitaus größte Teil dcr Tonischen Bergwerke' steht somit zurzeit nuter dcr Kontrolle der Marinialisicn. Ausrufung öer ukrainischen Republik. Rotterdam, 27. November. Nach dem„Nieuwe Rotter- dänische Eourant" erfährt„Daily Chronicle" ans Petersburg vom 2ä. Nove)nber: In Kiel» ist die Macht in den H ä n d e n der ukrainischen Rad a, die die u k r a i- nischc Republik ausgerufen hat.- Tie Republik wird m i t R ii ß l a n d vereinigt bleiben und umfaßt die Gouvernements Kiew, Podolicn. Wolhymen, Tschernigow, Poltavä, Charkow, Jekaterinolow, E'herson und TanriS. Alle Regierungsstellen in Kiew sind in den Händen der Ukrainer und die russischen Blätter sind beschlagnahmt. Am 26. No- vember hat die Roda ein Manifest erlassen, in dem die Re- publik ausgerufen, alle privaten Ländereien, der Grundbesitz ö e r K l ö st c r und die Domänen in dem ukramnchen Gebiet a l s Staatseigentum erklärt werden und die g e s e tz g e b e n d e B e r s a m m l u n g der Ukraine für den 22. Januar einberufen- wird. die Verschwörung ües purischkewitsch. Stockholm, 27. Novcniber.(Eigener Drahtbcricht des„Vor- wärts".) Tie„Prawda" berichtet Einzelheiten über die von Pu- rischkcwitsch geleitete Verschwörung. Unter den Verhafteten bc- findet sich Purischkewitsch, ein Bruder samt Frau, Fürst Jujsupom, Graf Sumarokow-Elston, Hauptmann Kowanka und der bei der französischen Botschaft angestcllte Herzog von Leuchtenborg. Ein bei dcr Verhärtung gefundener Brief von Purischkewitsch an Ka- lsdin legt den. Plan dar, Offiziers- und Äriegsschulrcgiuientcr aufzustellen, beklagt, daß ein großer Teil Kosaken von der revolutionä- ren Propaganda ergrisien und die Offiziere großenteils erstaun. lich abgestumpft und schwer organisterbcrr seien. Eine Kraitstclle des Briefes laufet: Tie Politik der Unterhandlungen und Er- Mahnungen brachte ihre Fruchte; alle anständigen Menschen sind der Verfolgung und Ilnterdrückung preisgegeben und die Macht liegt in Händen von Verbrechern und Pövelhaufen, mit welchen man mit öffentlichen Fäsilierungen und Galgen abrechnen muß. Verschiebung öer französischen Kammer- Neuwahlen. Ter Antrag Malvy. Bern, 26. November.„ProgröS de Lyon" meldet aus Pari?: Der Minister des Innern erteilte allen Präfekten und Unter- pr ä selten die Anweisung, angesichts der augenblicklichen Um- stände sich nicht von- ihren Posten zu entfernen, außer in Fällen, wo es unbedingt dienstlich notwendig ist. Ter Polizei- präfckl von Paris und dcr Direktor der allgcnieinen Sicherheit'-- Polizei wurden abgesetzt. Die Regierung beabsichtigt, die Neuwahlen zum Paria- ment, die im Jahre lOl8 stattsinden sollten, zu verschieben, da man sonst die in der Armeczone befindlichen Wähler und die durch Gesetz bis zum Jahre kS20 verlängern lassen wird. In parla- mentarischen Kreisen scheint man sich mit der Möglichkeit von Wahl- resoruren zu befasien, und zwar sollen im ersten Wahlgang alle Sitze im Parlament ans Grund des Systems der absoluten Mehr- heil verleili werden und für die Stichwahl soll das Proportional- shstem Anwendimg finden. Bern, 26. November. Die beule in Genf eingetroffenen Lyoncr Blätter vom 23. It. berichten über die Kammersitzung von» 22. kl. noch folgende Einzelheiten: Als Deschanel bekannt gab. daß Malvy einen Antrag auf Bildung eines Ausschusses von 33 Mitgliedes» eingebracht habe, entstand sofort große Erregung. Malvy wurde nur gestatte», kurz über das Datum der Erörterung seines An- träges zu sprechen. wogegen die Sozialisten Einspruch er- hoben. MalvyS Angaben bezüglich dcr bisherigen Unter- suchungcn infolge der Slnschuldigungen seitens Daudels wurden von Painleve als richtig bestätigt. Die Rede Malvys wurde von heftigen Zwischenrufen der Rechten und scharfen Zusammen- stößen zwischen der Rechten und der Linken ständig unter- brachen. Die Linke und die äußerste Linke und ein Teil dc-S Zentrums bereiteten Malvy nach der Rede eine Huldigung. R e n a u d e l erklärte nachher, Clemenceau sei zwar nicht an- wesend, aber irgend jemand von der Regierung könne in seinem Namen sprechen. Clemenceau habe die Skandale als Sprungbrett benutzt, um zur Macht zu gelangen. In dcr Kammer ertönten wiederum leidenschaftliche Zwischenrufe. Erst nach langer Unterbrechung konnte Renaudel forlfabren: Clemenceau mutz nun auch die Initiative für alles Weitere übernehmen und Malvy muß seine Ankläger vor Gericht stellen könncit. Fustizminister R a i l führte sodann namens der Regierung ans, daß sie Erklärungen beibringen werde. Im Senat wurde der Antrag Malvhs sehr lebhaft bc- sprachen. Jameson gestorben. Der Führer dcr„Jamcson-Raids", des von Cccil Rhades im Jahre t89ö angestifteten lleberfalls auf die Burenrepublik Tran?- vaal, ist gestorben. Der Raid war zusammengebrochen, Jamcso» gefangen genommen und an England ausgeliefert worden, wo er zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt, aber bald wieder fteigelassen wurde. Tas Schicksal der Buren hat sich inzwischen doch erfüllt. Uns Deutschen weckt der Tod dieses Imperialisten auf eigene Rech- nung und Gefahr die Erinnerung an seltsame Irrungen, Wirrungen unserer auswärtigen Politik. Jameson, der von Hanse aus Arzt war, ist 64 Jahre alt ge- worden. der Krieg auf üen Meeren. Berlin, 26. November. Amtlich. Neue ll-Boots-Erfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz: 20 000 Sr.-R.-T. Unter den versenkten Schiffe» befanden sich zwei große, kies bc- ladriic Dampfer, von denen einer Munition geladen hatte. Ter Chef des Admiralstavcs der Marine. Die Kämpfe in Palästina. Konstantinopel, 26- November. Amtlicher Heeresbericht. Sinai- tont: An der Küste hatte der Gegner mit Kavallerie und In- iant-rie den Wadi Andscha überschritten und sich auf dem Norduser festgesetzt. Gestern traf ihn dort unser Angriff, und zwar mit vollem Erfolge. Das?>orduser des Wadi Andscha wurde vom Feinde gesäubert. 6 Maschinengewehre und ll Gesangene blieben in unserer Hand. Eine erhebliche Anzahl der fliehenden Feinde ist im Fluß ertrunken. In der Mitte der Front tvar die Geiechts- tätigkeit im allgemeinen auf beiderseitiges Arlillerieseucr beschränkt; unsere Kavallerie jedoch drückte die jeindliche Kavallerie zurück und nahm ihr Beute ab. � r�v* [--S•< BetUha\Vr7> erusalert? elhlehem®% _"Safa/ �ieb'ron-) ri fa yo 60 SO fOoHM- Die Lage bei Jerusalem MTB. WSS Kleine Kriegsnachrichten. Amucsticbcwegung in Spanien. Nach einer amilichen Mitteilung wurden am Sonntag im ganzen Lande Versammlungen zu- gnnsten einer Amnestie abgehallen. Zwischenfälle werden nicht ge- meldet._____ vor üer Reichstagseröffnung. Tie„Korrespondenz Hoffman»»" meldet amtlich aus München: Unter Vorsitz des Staatsministcrs Pon Tandl fand die bereits angcküirdigtc Sitzung des Bundesratsausschusies für die auswärtigen Angelegenheiten gestern nachmittag im Reichskanzlerpalais in Berlin statt. Gestern hatten auch die Fraktionsführer eine Besprechung niit Herrn v. Kühl mann, dcr heute eine Unterredung mit dem Reichskanzler folgt. � Herr». Rlicinbabcn geht ins Privatleben. Nach einer Mit- teilung der„Tag!. Rundschau" hat der Obcrpräfidont der Rhein- Provinz und frühere Minister des Innern und sodann Finanz- minister. Freiherr v. Rheinbaben. aus Gesundheitsrücksichten sein Abschiedsgesuch eingereicht. Er wird seinen zukünftigen Wohnsitz in Düsseldorf nehmen. Nr. 326<• 34. Jahrgang Heilage ües Vorwärts Mittwoch, 2S. November? 61 7 Parteinachrichten. Die russische Kundgebung an die deutschen Arbeiter. Am 20. November buken wir den Text der bolschewistischen Kundgebung wiedergegeben, die an die beiden sozialdemokratischen Portewn Deutschlands gerichtet ist. Diese Kundgebung war, wie wir damals berichteten, in erster Reihe dazu bestimmt, in der DreS- d e n c r Sch eidemannversammlung zur Kenntnis der dort versammelten Arbeitermassen gebracht zu werden. Die„Leipziger Volkszeituug" weiß das nicht, und weil sie es nicht weiß, glaubt sie es nicht, und sie behauptet, das Telegramm sei nicht an die Bcr- s a m m l u n g gerichtet gewesen, in der Scheidemann sprach, sondern an die Partei, deren Vorsitzender Scheidemann ist. Diesen i h�r e n unbedeutenden Irrtum benutzt sie, um den„Vorwärts" des „Schwindels" und der„Fälschung" zu bezichtigen. Sie will damit in ihrer Muttersprache ausdrücken, dag sich der„Vorwärts" geirrt habe. Aber der Irrtum ist auf ihrer Seite, und würden wir ihre Sprache sprechen, so würden wir sagen:„Sie schwindelt, sie fälscht." Wir beschränken uns aber auf die Bemerkung, dast sie wirklich falsch unterrichtet ist. Kräftige Fortschritte in Bayern. Ja einer Konferenz für die Wahlkreise München I und II, auf der eine umfassende Agitation für Partei und Press« beschlossen worden istz teilte Genosse W i t t i mit, dast die„Münchencr Post" inrcn h o ch st e n Aibonnentenstand feit ifvrc mBestehon er- ihren höchsten Abonnenten st and seit ihrem Bestehen er- Organisationen und Parteitag. Der sozialdemokratische Verein für den Wahlkreis D ü s s e l- d o r f nahm Stellung zu den Verhandlungen des Würzburger Parteitags. Ter Berichterstatter Genosse Ost er tag stellte sich in seinen Ausführungen rückhaltlos auf den Boden der gefaxten Beschlüsse. Nach kurzer Diskussion erklärten auch die Versmnmel- ten che E i n v e r jt ä n b n i s mit ben Beschlüssen des Parteitags und gelobten, im Sinne dieser Beschlüsse mit unermÄ)lichem(frier für den Ausbau der Organisation tätig Zu sein. GroMerlln Siunloses Treibe». Wer bat ein Interesse daran, eine Aktion zu durchkreuzen, die aus eine Bekämpfung des Lebens mittelwucherö und auf eine Erhöhung der Kartoffelration gerichtet ist? Niemand, sollte man denken, als die Kriegswucherer und Schleich« bantler I Trotzdem haben die Unabhängigen die von der Generalkomniission für den Montagabend einberufenen Versamm- Iimgeil nach einem vorbedachten Plan besetzt, die Annahme einer Resolution, die 10 Pfund Kartoffel pro Kopf und Woche fordert, verhindert und datür eine andere angenommen, die keine bestimmten Forderungen zur Verbesserung der Ernährungsverhältnisse. da'nr aber desto mehr Verwünschungen gegen Partei und Gewerk- fchasten enlhält l _ Der KraftbeweiS. dast eS ihr möglich sei, einige Tausende diiziplinierte Anhänger aufzubringen und diese selbst zum g r ö st t e n ll n s i n n zu verleiten, ist der Leitung der Unabbängigen wichtiger gewelen als eine Allion. die den Berlinern eine Verbesserung ihrer traurigen Ernährungsverhältnisse zu bringen bntimmt war. Dast ihr dieser Krastbeweis gelungen ist. kam, nie- mand leugnen. Aber dast es in Berlin eine organisierte Kampf- trnppe gibt, die alles, was von der sozialdemokratischen Partei oder von den Gewerkschoste» ausgeht, in blinder Wut zu zerschlagen be- strebt ist. war schon zuvor kein Geheimnis. Für die Meinung der breiten Massen bedeutet das nichts Enticheidendes. weniger z. B. ge- wist als die Talsache, dast der„Vorwärts", so lange er in der Hand der Unabhängigen war, monatlich ungefähr ebensoviel Leser verlor, wie er setzt gewinnt. Aber wie immer dem sei, sicher ,st. dast durch den Richtungsstreit die Aktionskraft der Arbeitcrbewe- gung im ganzen geschädigt wird. In solcher Schädigung sucht die'Leitung der Unabhängigen ihre Triumphe, das haben die Vorgänge am Montag gezeigt. Eine Gruppe, die kein besseres Ziel kennt, als den verwüstenden Richtungs- streit in die Gewerkschaften zu tragen und eine Bewegung zur Erhöhung der Kartoffelration kaput zu machen, ist in den Augen aller Verständigen gerichtet. Auch diejenigen, die beute ihre Meinungsverschiedenheiten mit der Partei aus einer Stimmung der nervösen Gereiztheit heraus auf die Spitze treiben, loerden später gerechter zu unterscheiden lernen zwischen dem Würz- s r,?eLi'5ortcita!'.' der zur Einigung rief, und der Leitung der Unabhängigen, die eine Bewegung zur Verbesserung der Berliner Ernährungsverhältnisse kalllächelnd sabotiert. Wenn nun aber die Bewegung zur Erhöhung der Kartoffel- raticm um Durchschlagskraft und Erfolg gebracht sein sollte, so können nch öre Berliner Arberler dafür bei den Unabbängigen bedanken, Ja,„Wüten gegen die eigenen Interessen", das ist's! Ter heutige Ttand der Kohlenversorgung Groß-Berlius. lieber dieses Thema hat sich Stadtrat L öh n i n.g,'d«r Dezer- nent für die Kohlenversorgung Berlins eingehend in einem Vor- trage geäußert. Stach Keunzcichiimlg der mannigfachen durch den Krieg bedingten Ursachen, die in dem kohlenreichen Deutschland zu Schwierigkeiten in der Kohlenversorgung hinter der Front notweir- digerweise führen mußten(zive: Drittel bis drei Viertel der«oh- leiisorderung wird für Kriegszwecke verbrauch:) schilderte der Red- lier dre Schwierigkeiten, die sich insbesondere für die Kohlenversor- aung Groß-Berlins ergaben. Die zuständigen Reichs stellen hatten die Sachlage nicht rechtzeitig erkannt, durch ihre zögernde Haltung sei viel kostbare Zeit verloren gegangen. So stand der K o h l e n v e r b a n d G r o ß- B e r l r n, der auf Berlins Betreiben begründet wurde, um einem unheilvollen Wirrwarr in den� 40 Gemeinden Groß-Berlins vorzudcugen, vor der schweren Aufgabe, die Unterverteilung vornehmen zu müssen, ohne die Gewißheit der ausreichenden Belieferung zu haben. Auf Drängen des Kohlenvevbandes kam dann die Vor- ordnung des Oberkommandos, die namentlich den Zweck hatte, das Hamstern zu verhindern und eine planmäßige Ratio- n! erring zu ermöglichen. Bei der Ausgabe der Kohlenkartc ging der Kohlenverband angesichts der Unsicherheit in der Belieferung sehr vorsichtig vor, und zwar mit Recht, denn dir Hoffnungen des R e i ch s k o m m i s sa r s, der glaubte, für Grotz-Berliu etwa 70 Proz. des Bedarfs liefern zu können, haben sich nicht erfüllt..In den Monaten September, Oktober und November dieses Jahres stellte sich die gelieferte Menge auf 60, 72 und wieder etwa 60 Proz. des zugesagten Quantums. Die Einschränkung im Gasverbrauch war unbedingt notwendig. Die Vorräte der Berliner Gasan st alten haben sich in den letzten vier Wochen von 62 000 Tonnen auf 28 000 Tonnen verringert, d r e Reserven reichen nur für ö Tage. Groß-Berltn genießt übrigens eine Bevorzugung'—-eniiber der Provinz, wo die Einschränkung fast durchweg 20 Proz. beträgt. Auch im Elektrizitätsverbrauch müsse eine Einschrän- tung eintreten, der Erlaß der Verordnung stehe unmittelbar bevor. Vorgesehen ist auch eine Einschränkung der Kriegsindlirstie um 20 Proz., die nach seiner Uebcrzeugung ohne Beeinträchtig!! ng der Munitionserzeugung möglich iit. Inwieweit dies« Einschränkung durchgeführt werde, bleibe allerdings abzuwarten. Für den Haus- balt ist ein Berbrauchsminimun? von 500 Kilowattstunden zuge» standen; auch hier genießt Groß-Acrliu eine Bevorzugung gegen- über der Provinz. In bezug auf die Koblenversorgung für die zweite Winter- bälfte glaubte Stadtrat Lobning die Zusicherung machen zu können. daß bestimmt eine zweite Kohlenzuweisung auf Grund einer neuen Koblenkarte, voraus sichtlich im Januar, er- folgen wird. Bei Gelegenheit der Verteilung der zweiten Kohlen- karten lverdcn manche Unvoklkommenbeitcu dc-5 ersten Verteilung�- fystems ausgemerzt werden, so wird z. B. die erste Gruppe, die bisher nur 5 Zentner zugeteilt erhalten hat, gleichmäßig mit der zweiten Gruppe 10 Zentner erhaltest. Die Abstufun- gen innerhalb der einzelnen Gruppen werden abgeschwächt, und zwar auf die Möglichkeit hin, daß die besser gestellten Bevölkerungs- kreise sich eine gewisse weitere Beschränkung werden gefallen lassen müssen. Auch die Frage der Berücksichtiguiig der U n t e r ur i e- t e r soll in zusagendem Sinne geregelt werden. Bei dieser Ge- legenheit wird auch die Z e n t r a lh e r z il n g durch die Einsilh- rung eines gewissen BezugSscheinshstems eine bestimintc Regelung im Sinne einer Einschränkung erfahren. Die Zahl der zu behei- zcnden Zimmer wird voraussichtlich auf die Hälfte der Wohnungs- räume festgefetzt werden: dadurch wird beim Koksverbrauch ein Drittel erspart, eine Ersparnis, die bei 12 000 Häusern mit Zen- tralheizung sehr ins Gewicht fällt. Wie die Neuregelung des W a r m w a s s e r v e r b r a u ch s sich gestalten werde, lasse Jich heute noch bicht vorhersagen. Es sei vielleicht nicht ausgeschlossen, daß die Beschränkung auf zwei Tage in der Woche fallen gelassen und dafür der Verbrauch an allen Wochentagen auf die Zeit von ö bis 1 Uhr gestattet werde. Von größter Wichtigkeit für das zu- künftige Berbältnis zwischen Vermieter und Mieter ist die durch Bundesratsverordnung allen Gemeinden mit mehr als 10 000 Ein- wohnern zur Pflicht gemachte Schaffung von H e i z u n g s- f ch i e d s st e l l e n, die alle derartigen Streitfragen unter Aus- schal tung der Gerichte endgültig schlichten werden. Ueber de» Umgang mit„losen Suppen". Eine Leserin schreibt unö: Ich habe mir davon eine» Teller voll gekocht. Und beim Essen habe ich dann die Augen fest zuge- drückt und die Brühe mit den harten Stücken heruntergeschluckt, ohne das Ganze im Munde umzudrehen. Mein großer Hunger balf mir dabei. Nackher habe ick den in der Tüte verbliebenen Nest untersucht. Ich habe keine chemischen Kenntnisse, aber das habe ich heraus: Kartoffebwalzmehl imd Dvrrgemüse sind darunter. Für erstereS lautet die Kochvorschrift: Kalt anrühren, unter fleißigem Rühren in die kochende Masse, wie Suppe, Brei oder Gemüse, tun, sofort vom Feuer nehmen, Dagegen muß Dörrgemüse stundenlang weichen und ebenso lange kochen. Ich habe nun den Rest durchgesiebt und die mehlartige Snb- stanz zum Binden des lach so varen) Gemüses benutzt. Dazu ging es, sogar ganz gut. Und da ich.eine sparsame Hausfrau bin, habe ich die zurückgebliebenen Teile wie Dvrrgemüse behandelt. Sie wurden auch iveich, wollten aber trotz großem Hunger und zugekniffenen Augen nicht rutschen. Das eine aber wurde mir klar: Der Fabrikant dieser„losen Suppen" hat dazu nicht viel Grütze nötig gehabt! Ter neue Vollmtlchpreis. Da der Höchstpreis für einen Liter Vollmilch aus 46 Pf. festge- setzt ist, so einfallen auf'f, Liter 111/, Pf. Die Fetlstelle Groß- Berlin hatte den>/, Literpreis nach unrerr, ans 11 Pf., abgerundet, da der Kleinhändler durch die Abrundung des Literpreises nach oben einen entsprechenden Ausgleich gewann. Die in der letzten Zeit noiweudig gewordene Veränderung der Milchportionen hat dielen PrersauSgleich zum größten Teil beseitigt. Die Fetlstelle Groß-Berlin hat daher angeordnet, daß die Abrundung des l/i Liter- Preises, wie üblich, nach oben, also aus 12 Ps., erfolgen darf. Die Bestimmirng, daß, wenn mehrere Milchportionen zusammen bezahlt werden, die Gesamlniengc bei der Preisberechnung als Einheit gilt, bleibt unverändert.__ Kleinhandelspreise für Wild. Die Einwohner Berlins lverden wieder einmal durch die Be- kanntgabe van Höchstpreisen überraichr, die für sie leider nur ein rein theoretisches Interesse haben. Denn die LebenSinittel, auf die sie sich beziehen— Rehe, Hirsche, Wildschweine, Hasen und Fasanen — kommen den Berlinern nicht zu Gesicht, geschweige denn in den Magen. Wir begnügen uns daher, die Kleinhandelspreise für wilde Kaninchen mitzuieilen, die sich folgendermaßen stellen: Das Stück mit Balg 2,15 M,, ohne Balg 2.10 M.; für Häuten und Spicken eines abgezogenen Kaninchens dürfen 80 Pf. berechnet werden. �_ Das Amtsblatt der RcichSstelle für Gemüse und Obst enthält in seiner jüngsten Nummer zwei lehrreiche Auiiätze über daS Thema „Der Nährwert des Gemüses" und„Die Ausbewahrung von Speise- zwiebeln für den Winter", Aus dein ersten erfahren wir, daß das Gemüse als Hauptträger von Kohlehiidrateir einen Nährwert besitzt, der nur noch durch den Nährwert der Körnerfrüchte nberlroffen wird, und wir bedauern umsomehr, daß eS der Reichsstelle für Gemüse und Obst nicht gelungen ist, auch nur unseren allerdringendsten Be- darf an dieiem so überaus wertvollen Nahrungsmittel zu be- friedigen. Der zweite Aufsatz läßt unS dagegen völlig kalt; denn wir brauchen uns über die Aufbewahrung von Speiiezwiebeln, die unS die Reichsstelle bekanntlich überhaupt nicht zu liefern imstande ist, leider nicht weiter den Kopf zu zerbrechen, War eS nötig, daß die Reichsstelle in ihrem Amtsblatt auf diese schmerzhaften Lücken ihrer Tätigkeit noch besonders hinwies k Lederersatz. Das Wort„Ersatz" hat jetzt keinen guten Klang. Nach den üblen Erfahrungen der Kriegszeil ist man geneigt, dabei sogleich an Schund und Schwindel zu denken. Mit anderem Maß will die „ E r> a tz s o h l e n- G e s e l l i ch a f t" gemesseir lverden, die vom ReichSamt des Innern beauftragt ist, die Zivilbevölkerung mit Schuhwerk aus Lederersatzstoffen zu versorgen. Was sie bisher ge- leistet hat, zeigt sie in einer Ausstellung, die leider nicht dem Publikum zur Besichtigung freigegeben werden soll. Wir sahen dort Ersatz mancherlei Art, Ersatz für Sohlen, für Schäfte, für Kappen, Ersatz aus Papier, aus Segeltuch, Filz, Gummi. Horn und sür die Sohlen vor allem aus Holz. Der Mangel an Leder ist im Laufe des Krieges immer größer geworden, so daß selbst die Leder- abfalle, dw man auf die Sohlen nagelte, bald nicht mehr zu haben sein werden. Was an Leder noch vorhanden ist oder nachwächst, wird größtenteils vom Heere beansprucht und aufgebraucht. Da muß die Zivilbevölkerung sehen, wie sie sich behilfr. Für sie naht das Zeitalter der Holzsohle heran, der Holzsohle für die feinsten Stiefel ebenso wie für die gröbsten. In den ersten neun Monaten von tvt7 wurden bereits neun Millionen Paar Vollholz- sohlen vertrieben. Die„Ersatzsahlen-Gesellschaft" versichert, die Ab- neigung gegen die Holziohle sei ein„Vorurteil". In einer ge- schichilicheu Abteilung der Ausstellung wird uns gezeigt, daß die Verwendung von Holz zur Fußsohlbekleidung„nicht neu" ist. Auch ein„Trost"!_ Berliner Stadtteile ohne Elektrizität. Eine Betriebsstörung in einer elektrischen Nnterstalion der städti- scheu Eleklrizilätswerke trat am Montag nachmittag durch das Ver- sagen von Umformern ein. Daher müssen die Stadtteile, welche durch die Wiener Straße, den Landwehrkanal, Kottbuier Damm, Hascnhcidc, Fichtestraße, Grimmstratze, Dieffenbachstratzc, den Luisenstädtischen Kanal und die Skalitzer� Stratze begrenzt lverden, bis etlva Ende der nächsten Woche ohne Strom bleiben. Nach Wiederherstellung der Umformer werden, wie der Magistrat miticilt, nach Möglichkeit einzelne Netzteile allmählich wieder in Betrieb genommen. Um die Inbetriebnahme zu erleichtern, ist es alsdann erwünscht, daß alle Abnehmer, die am Montag ohne Slronr waren, ihre Strvineninahme bis auf iveiteres möglichst einschränken. Dies gilt nicht nur sür die Entnahme des Stromes zu BeleuchtungS-, sondern auch für die Em- nahine zu industriellen Zwecken. Kleine Anfragen. 12, Am 10. d, Mts. verlor eine Berlinerin ihren Mann, Am 11. steckte sie die gedruckte Todesanzeige in einem nur Trauerrand versehenen Umschlag in eine» Briefkasten, vergoß in der Aufregung aber, die Briefmarke autzukleben. Zwei Tac-� später erhielt sie die Anzeige zurück, Sie beschwerte sich bei d,7 Oberpostdirektion, die die Beschwerde an das zuständige Postamt 17 weitergab. Pon diesem erfolgte nun folgender Bescheid:„Mitteilung. Unfrankierte Drucksachen sind bcitinrmungsgemäß an den Absender zur Frankierung zurückzugeben, Ihre Sendung ist daher orduungs- mäßig behandelt worden,"— Wir gestalten uns folgende bescheidene Frage: Kann die Postbehördc, die gegenwärtig die stärksten An- spräche an die Geduld und Nachsicht des Publikums stellt, ihrerseits nicht einmal so viel Rücksicht auf das Publikum nehmen, daß sie eine offensichtliche Todesanzeige, deren Expedierung naturgemäß tili, dem Adressaten gegen das übliche Strafporto zustellt ü U. A. w. g. Druckfehler-Berichtigung. In dem Artikel„Elektrizitäts- Z u k u n f t s m u f i k"(Nr. 525) ist da» elektrochemische Verfahren der Stickstoffgewinnung durch einen Druckfehlerteufel uirsinuigerweife in ein„cleklrotechuiichcs" umgelauft worden. Feldpostpäckchen an HeerrSangehörige im Felde oder im Inland werden für die Zeit vom 15. bis einschließlich 24.Dezenibcr von den Postanstalten weder angenommen noch befördert, Die gleiche VerlehrSbeschränkung trilt sür die Zeit vom SS. De- zember bis einschließlich 2. Jannar ein. DaS Publikum wird gebeieu. die Sendungen möglichst schop in de» ersten 8 Tagen de§ Dezember aufzuliefern, da sür st'äter eingelieferte Sendungen kauin die Möglichkeit besteht, sie bis zum WeihnachtSfeste den Empfängertl zuzustellen. Wegen HächstprciSüberschreitung beim Verkauf von Roßfleisch erhielt die Händlerin Pauline W c n d l a n d t. Andreasstr. 25, zwei- mal je 100 M. Geldstrafe; außerdem unteriagte ihr daS Kriegs- wucherann den Handel mit jämllicheir Gegenständen deS täglichen Bedarfs. Zur Warnung für Hausbesitzer und Perwalter. Wegen nicht ordnungsmäßiger Verteilung der Lebensmittelkarten ist der Ver- walter des Hauses Horstweg 26 in Charlottenburg, Lebnecke, vom Eharlottenburger Schöffengericht mit einer empfindlichen Strafe belegt worden. L, ließ es wiederholt bei der Ausgabe der ihm von der Brolkvinmission nbergebencn Lebensmittelkarten an der nötigen Sorgfalr fehlen, und die Folge war, daß die Bewohner de» Hauies nur selten vollständig mit den ihnen zustehenden Karten versehe» waren. Die zuständige Brotkoinmisfio» erstattete Meldung und der Magistrat stellte Strafantrag. Das Gericht erkannte auf eine Geld- strafe von 200 M. oder 40 Tage Gefängnis. Der Totschlag an der Kartoffelmiete, über den wir aus Schöne- seid berichteten, ist zum Teil aufgeklärt. Die Erschlagene ist eine 88 Jahre alte Schlosscrfrau Klara Zwilling aus der Schon- walder Straße 3 zu Berlin, die in Spandau in einer Munitionsfabrik arbeitete. Die Frau fuhr am Donnerstag voriger Woche nachmittags m,it ihrem Manne nach Schöne felö. um Kartoffeln zu„hrrmstern". Zwilling kehrte nach ein paar Stunden allein zurück. Er ist jetzt verdächtig, feine Frau erschlagen zu haben. Er hat sich angeblich mit den Kindern nach Danzfq gewandt, um sie dort bei einem Bauern unterzubringen. Es stchr aber noch nicht fest, wo er und die Kleinen geblieben sind. Neukölln. Weihnachtsgabe für Kinder bis 14 Jähre. Zum WeihnachtSfest soll eine besondere Verteilung von Lebensmilteln (Kunsthorrig. Feigen. Schokolade, Aepfcl und ÄekS), die sich ihrer Art nach und mit Rücksicht aui die vorhandeire» geringen Mengen zur Verteilung an die Geiämtbevölkerung nicht eignen, an die Kinder erfolgen, die am 1. Oktober 1903 und später geboren find. Für diese' Verteilung wird ein besonderer Bezugschein von den Bröl- kommissionen ausgegeben. Die Feststellung der empfangsberechtigten Kinder erfolgt durch besondere Hauslisten, welche den Eigenlümern zugestellr werden. Die Anmeldung für den Bezug der Weibnachls- gäbe hat in der Zeit vom 1. bis 4. Dezember zn erfolgen. Zur Entgegennahme von Anmeldungen für den Bezug der Weihnackis- gab« an Kinder sind»ur solche Konfitüren- und Schokoladengeschäsie berechtigt, welche sich durch ei» besonderes amtliches Plakat tals zur �Entgegennahme berechtigt" ausweiicii. Der Beginn des Berkaufs (wird noch bekannt gemacht, — Abgabe von Petroleum. Um den Bezugsberechtigten den Empfang des Petroleums zu erleichtern, ioll im Dezember die Ansgare der Menge nicht wie bisher wöchentlich, sondern zusammen für einxn Monat erfolgen. Gleichzeitig wird die Menge mir Rücksicht am die früher einsetzende Dunkelheit ausnahmsweiie dabin erhöht, day Inhaber von blauen Scheinen bis zu 3 Liter», Inhaber von weißen Scheinen bis zn lllz Liier sür den halben Monat erhalten, Di« Ausgabe erfolgt nur gegen Vorlegung de» Bezugscheines während der Vormittagsstunden voir 9—12 Uhr auf dem Hofe der Feuerwiache. Erkstr. 25-26. Der BerkansspreiS beträgt 36 Pf, je Liter. Vachlieferung der nicht abgeholicn Mengen sowie Gewährung von Zuschutzmengen kann nicht erfolgen, Wilmersdorf. Nachträgliche Anmeldung zur Kartoffel-Kunden- liste. Am 2i6. November ist in Wilmersdorf eine neue Kundenliste für den Karttoffelbezug in Kraft getreten. Zwecks Anmeldung zu der in einigem Geschäften ausgelegten Nachtrags-Kundcnliste bedalf eS einer Beschchmgung, die nach Darlegung der die ordnungsmäßige Anmeldung vrMnderndcn Gründe vom Städtischen LebenSmiiicl- amt, WilhelmSalre 114/115, Eingang 2. erteilt wird. Dem Lebens- mitielamt sind Mbei so viel Abschnitte A" der WilmerSdorfer Bc- zngSkarte für Einzelpersonen(7. Ausgabe, rot) abzugeben, als Per- ionen sür die nachträgliche Eintragung in Betracht kommen, Kür Personen, die tnzwVichcn von außerhalb zugezogen find, bedarf eS nur der Vorlegung der polizeilichen Anmeldebescheimgung. Bereits beim Magistrat eilUMreichte schriftliche Gesuche um nach- trägliche Eintragung, in die Kundenliste sind schleunigst durch die Bezeichnung dg-�enigen, die Nachlrogskundenliste führenden Geschäftes, bei dem die- Äntrogulig gewünscht wird, zu ergänzen. Diese Ergänzung geswielfc am besten mündlich an der oben bc- zeichneten Stelle des Lebentlinittelamres. — Nährmittel für JngeiHliche. In der Zeit vom 27, November bis einschließlich 2. Dezember gelangen aus den Abschnitt 20 der Näbrmitlel-Zuiätzkarte sür Jufttiidliche 125 Gramm Teigwaren zum Preise von 16 Pf. oder 125 GlPmm Graupen zum Preise von 9Pi. zum Verkauf. Der Verkauf finchpl in den bekannten Kolonialwaren- geschälten statt. �_ Spandau, Rauchverbot für Aigendliche. Die Polizeiverwaltliiig bat eine Verordnung erlassen, woi�ch eS Personen unter 16 Jahren verboten ist, Tabak, Todakspfeilch!, Zigarren, Zigaretten und Zigaretrenpapier zu kaufen oder sich sanft entgeltlich zu verschaffen: auf öffentlichen Wegen, Plätzen und Ätzlagen, in öffentlichen Per- kehrSmitteln und in öffentlicken Räumen zu rauche>u Es ist auch verbalen, Tabak usw. an solche Personen unter 1(3 Iahren zu verkaufen oder im Gewerbebetriebe abzuaeben. Jeder, unter dessen Gewalt eine noch nicht 1t3 Jahre alte Person steht, ist verpslichtet, diese von einer Uebertrelung der Polizeiverordnung abzuhalten. Reinickendorf. Lebensmittel. In unserem Depot, Kopenhngener Strohe 91— 98, findet der Verkauf von g c schachteten Hühnern, Enten, Puten und Gänsen statt. Das Ge- flägel wird nur stückiveis gegen Vorzeigung der Answeiskarte ab- gegeben. Verkaufszeit von 9 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags. — Bon Beute ab findet in linieren Verkaufsstellen der Verkauf von ifivetscheninarmelade statt. Der Preis pro Pfund 90 Pf.— Der Verkauf der Anweisungen auf Weifikohl und Kohlrüben wird bis aus weiteres eingestellt. Für die nicht belieferten Antveisungcn wird der Verkaufstermin zurzeit bekanntgegeben. — Die Eröffiiiuig der Gemeinschaftsküche findet am I. De- zcmber statt. Groß-Serliner Partemachrichten. Tempclhof. In der letzten Mitgliederversammlung berichtete Genosse Bartels über den„Würzburger Parteitag". Die klaren sachlichen Ausführungen wurden beifällig aufgenommen. Mit den dem Parteitag vorgelegten schriftlichen Rcseratcn sollen sich die nächsten Mitgliederversammlungen beschäftigen. Die Agitation ist auch hier in vollem Gange. Kürzlich sprach im Pfeifferschen Lokale vor ca. 250 VersammlungSbcsuchern Genosse H a e n i s ch über„DaS neue Deutschland". Seine Ausführungen fanden stürmischen Beifall. Johannisthal. Heute abends 8'/z Uhr im Restaurant Gobin Roonstratzc: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Bericht vom Würzburger Parteitag und Beschluhfasiung über die geplante Beitragserhöhung. Gäste und ,BorwärtS"-Lescr willkommen. fius aller Welt. TaS große städtische Gefrierhaus in Stockholm, in den, fast die gesamten Fleischvorräte für den Winter lagerten, ist nieder- gebrannt. ES komilen.nur geringe Mengen Fleisch gerettet ivcrden. Sriefkasten üer Reüaktion. $>. 911. 16. Geöffnet an Wochentagcu von l(1—? Ubr. Sonntags UV, bis o Uhr, Donnerstags geschlviscu.— S. St. 8S. Unbekannt.— I. M. 99. rui DailcbnSoe'chäften können wir keine?lliSkunit erteilen.— H. H. 20. Ja. oicllcu Sie einen Antrag.— 21. P. tJO. Ausrecht erhaltiiiig der Lebensversicherung»er KriegsteUnehmer. Eine grulidlcgeiide Sicherung der Kriegsteilnehmer vor Schaden iit leider durch den Bundesrat noch nicht erfolgt. Angenommen wurde auf Antrag der sozialdeinokratischeii Kraktion im Mai 1917 nur ein Antrag auf Stundung der Prämien und Hiliausschiebmig des Beginns und Endtermins der Vcr- fichermig.— G. P. 70. Ja.—(%. W. 13. Wen» Sic keinen eigenen Hausstand gegründet haben, besteht auch kein Anspruch aus Unterstützung. — St. P. 99. Niemand kann zu einer lirchtichen Einiegming gezwungen werden.— P. R. 2a. l. oder 2. genügt vollslündig. aber nicht den Stempel vergessen.— Kraftfahrer. Nur die Jahrgänge 1839/70.— WctrerauSnchten für das mittlere Norvdentscbland bts Tounerstagiiiittag. Zeitweise aufklarend, jedoch überwiegend bewölkt mit öfter wiederbolien. im Noi dosten victsaib starken, in den anderen. Gegenden geringen Niederschlägen: ostwärts fortschreitende Erwärmung. Ceivinuausxng der lt). Zlrensiisch- Siiddcntschen (836. Königlich UreuKischcn) Klalsenlotterie 5. Klasse 16. ZiehnngStag 27. November 1917 Stuf jede gezrzene Niiwirer sind zwei gleich Hobe Gewinne ptßintu, nnd zwar je einer-n» die Uosr gieichcr Zinuimer iu dcuwcldeu 2liiciliiuaen I und I» (Obne Gewähr A St.-A. f. Z.)(Zlachdrncktzverboten) In der Bor mittags-Ziehung wurden Gewinne iihKr 240 Mf. gezogen: 2 Gewinne zu 40 000 Mi. 2648 2 Gewinne zu 10 000 Mt. 42030 4 Gewinne zu 6000 Mk. 213071 226258 54 Gewinne zu 3000 Mk. 14443 16062 24101 28306 43195 62340 63153 77578 79542 86485 88488 91484 532139 112344 319459 129038 357246 162088 362714 165203*168746 171748 174438 182261 184085 215188 225397 132 Gewinne zu 1000 Mk. 187 5340 6575 8254 9112 9862 10426 13840 19149 19444 20342 22301 27880 33930 38739 41497 43680 46408 47994 52766 52823 59918 62602 73662 81779 85487 91 862 95704 96206 98783 104631 109802 112542 132567 322601 132340 134301 135725 146465 147033 153508 159546 161118 161243 163005 168056 175210 175450 176189 177669 179946 178871 189098 192913 195097 195307 202203 202321 208816 212515 213388 213557 214163 220673 223776 225042 226 Gewinne zu 500 Mk. 1644 2053 2072 5779 10094 10780 13032 3 4723 16075 17164 25859 25193' 32239'332.89 33775 35479 37058 37413 38140 39663 40339 40454 40965 42073 44770 45961 48618 49095 49806 52422 54334 54935 58761 58775 59377 63264 63393 65120 72264 74049 78483 81571 83693 84669 83598 89506 90046 93654 94845 100179 100468 102030 102068 102215 103742 109339 111433 111691 112093 114359 115510 118784 119408 125676 126644 131033 131228 132282 135715 139298 142503 148628 152836 155223 158837 156872 158905 159017 164331 166751 167595 171389 171840 174179 174761 175069 177846 178075 179328 180747 180815 181133 183532 185115 185215 185308 186809 192281 196652 200743 201068 204181 211086 214698 216456 217612 218588 218894 220913 221200 222846 228218 232420 In der RachmittagS-Ziehung wurden Gewinne über 210 Mk. gezogen: 2 Gewinne zu 15 000 Mk. 100539 2 Gewinne zu 10 000 Mk. 222331 6 Gewinne zu 5000 Mk. 31636 131679 214864 74 Gewinne zu 3000 Ml. 17014 22821 32902 33379 33712 42690 52442 66624 71839 81584 86881 91584 93745 99062 103880 114241 119524 121734 124332 134819 138228 140970 156030 159039 162572 171653 172001 174301 181034 195503 200192 203231 211323 212915 219704 219845 231033 152 Gewinne zu 1000 Ml. 1922 4622 6407 9918 10724 11198 11732 15113 17761 19060 31704 39128 41525 43228 45642 47025 50849 53273 54051 55111 69779 75383 73735 739S8 74602 78405 79624 80805 90514 93542 98874 102255 106480 106483 112560 113841 118211 119200 125395 126416 132182 133499 136882 137038 142447 144432 148471 148722 148731 148924 148963 159114 157566 160092 1746S6 177969 179551 182423 186006 186713 183839 192337 200067 211780 211965 214221 214544 215145 223669 2243S9 224533 225464 228141 230040 230300 232370 19? Gewinne zn 500 Mk. 333 1897 9935 11758 12198 14953 15438 17934 18541 2!6ü8 21676 29913 30452 38883 47816 49677 49783 57440 63024 64143 65701 68053 68515 70192 74399 77899 79270 80460 80749 80829 81700 82193 82326 87016 87561 S0726 91445 91640 92706 93057 93606 96203 96343 102669 104102 105.897 107487 108399 110271 119864 121900 124425 127203 130685 13X738 131937 135231 138421 148344 132619 153355 154337 158928 163323 164106 164540 166962 167253 167933 169707 169991 170231 171593 174537 177068 179002 182226 182947 186-153 190619 196633 191816 195290 196098 196297 198940 200591 203014 204865 207836 208013 209367 210535 214105 217402 220193 22'U1 225614 226830 Für die zahlreichen Glück- wünsche und Ehrungen bei unserer Silber-Hochzeit sagen wir auf diesem Wege Allen unseren innigsten Dank. Friiz Müller und Frau Johanna. Dcuflcher transportarteiterverband. BczirkSvcrwalt. Grotz-Berlin Den Mitgliedern zur Nach- rlcht. daß unser Kollege, der Autosührcr Johann Fritz am 24. November im Alter von 29 Jahren verstorben ist. ' Tie Beerdigung findet am Mittwoch, den 28. November, uachmittaqS.3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Pauls- Kirchhofes in Plötzensce aus stait._ Ferner itarb unser Kollege, der Hausdiener ködert Lagoeki am 25. November im Aller von 37 Jahren. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 28. November, nachmittags 2V» Uhr, von der Leichenhalle des städtischen flrichhoieS in Lichtenberg, Lückstratze, aus statt. Ferner starb unser Kollege, der Autosührcr Fritz Borehers von der Firma A. B. G., Fcimstr. 32, am 25. d. Mts. im Alter von 46 Jahren. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. d. M., nachmiltags 3'/- Uhr. von der Leichenhalle des Elisabelh- Kirchhoscs, Ackerstr. 37, aus statt. Ehre ihrem Andenken: Die Bezirksvarwaltung. Deutscher Bauarbeiter-Derbanl Zweigverein Berlin. (Bezirk Norden T). Am 25. November starb linier Mitglied, der Putzer Kar! Folgmann. Ehre seinem Andenteuk Die Beerdigung findet heule, liachmiliags 4 Uhr, von der Halle dcS Georgen- Kirchhofes ans statt. Ilm rege Beteiligung er- sucht 147/18 Ter Vorstand. Ais Lpscr dieses Welt- krieges starb am 20. It. 17 an den Folgen cüier schweren Krankheit, die er sich im Felde zugezogen, mein llcber, treu- sorgender Mann, der Krajt- jahrcr Sermann Glogner im blühenden Alter von 37 Jahren. 155A In ticjstrm Schmerz Eise Cilogncr geb. Becker. Berlin M., Diener Str. 3. Wer viel verloren, leibet unermessen, für großes Leid, da gibt es kein. Vergessen. Deutscher Metallarbeiter- verband. Verwaltungsstelle Berlin. Ten Mitgliedern zur Vlaäy- richt. daß unser Kollege, der, Gürtler Oswald Tischer lGräfestr. 33) am 24. b. M. gestorben ist. (?hre seinem Andenken«: y Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. d. Mts, nachmittags 4 llbr, von deitz Leichcnballe des Heilig-- Kreuz-ÄirchhoseS in Marien-« dort, Eiscnachcr Slratze 62, aus statt. Rege Beteiligung erwartet« 220/5 Die Drtsverwaltung. fraehisSficke!! Plüsch— Pelz Elegante sowie einfache Pllischmäntcl in Seal, Astiaohan, mit Pelz, auch glatt, Glockenforai, esche Aufmachung. Alle Preislagen. Flotte, gediegene Peizmirtel. Kid Kreuz, ziemlich lang,€00,— Seal Electric, auf Oemassse, IQCO.- Perslaner, Seal Bisam, Fohlen. Verschiedene Preislagen. verband derKupfrr{(bm1ede| Deutschland!. Fittal» Berti». Am 25. November vcr- 1/ starb nach längerem Leiden unser Mitglied M Amm im Alier van 32 Jahrendbu Lungenschwindjucht. Die Beerdigung findet am. Donnerstag, den 20. Ro-. vembcr, nachmittags 4 llbr, von der Halle des Zentral.« friedhofes in Buch aus statte Abfahrt 1.41 vomItettiner, Bahnhos. Ilm rege Beteiligung ersuchh Ter Vorstand. EPslXgsnmtui'Sn in grosser Auswahl. Imprägnierte Seiden- und Gummimäntel 12ä— 150.— 180.— 225.—. Seidenkleider, Rücke und Blusen in Seide. Samt und Wolle. 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E-Z sind dunkle Nächte, die mit schweren, schwarzen Decken über dem Leben hängen, das aus seiner Angstbeklommenheit und Bedrängtbeit das Lied gebiert. Das Grauen geht um, das Elend und der Mord, und die Seele fröstelt in Fieberschauern. Licht ist nur die Sehnsucht, die von blauer Helle und leidloier Zukunft träumt, als von einer schönern Wiederbolung des verlorenen Kindheitslandes; eine kranke, hektische Sehnsucht.„Arbeiterdickter": das Wort sticht aus der An- kündigung hervor, die der Verlag dem Büchlein mit auf den Weg gegeben. Schönlanks Empfinden wird stark und in erster Linie von den sozialen Problemen, von der Glücklosigkeit und dem Elend der proletari'chen Massen bewegt. Mir einer mimosenhaften Empfind- lichkeit fühlt er ihr Leben in seiner ganzen Traurigkeit, ihre Bedrücktheit ihren Jammer und ihre zagen Hoffnungen. Er fühlt sich selber als einer der Maffe, und sein ganzes Wesen ist davon geprägt. Ein leidender Mensw, eine gemordete Seele, klagt er das Leid der Verlorenen und Entrechteten. «Aus den Straffen" heifft der erste Teil seines Buches. Die Dirnen irren an ibm vorbei im Schein der Gaslaternen. Auf nassen Bänken kauern Obdachlose„wie kranke Vögel, frierend und be- ilonimen". Aus den Schnapsdestillen fingen Bcttellieder, und Mnttertränen weinen um ern Stück Brot. Stumpf hasten die Sklaven der Arbeit daher. Dies wird ihm zu einem schrecklichen Gesicht, zu einem Tollbausspuk, und blutige Tränen entstürzen seinem Auge, „Tränen, wie sie Gott geweint". Das Starke an Sckiönlank in die menschliche Ergriffenheit t die Unmittelbarkeit des Erlebens. Er spricht wirklich aus dem Gefühl der Dinge. Er sagt ihr Mensch- liches in starkem Klange ans. Sein Ich ist eins mit ihnen; ersteht mitten in ihnen. Dies gibt den Gedichten den reinen Geiühlston. das unmittelbar Erschütternde. Die Seele des Dichters selber ist voll groffcr Zartheit und Empfindlichkeit, unbehautct und leid- empfänglich. Sie ist eine reine Dichter- und Tränmerseele, voll innerer Schönheit, die nicht zu ihrem Blühen kommt. Ihr reinstes Wesen entfallet sie in den Naturstimmungen des Abschnitts „Singende Erde" und in den keuschen Liedern der Liebe. Die stärksten Erschütterungen aber sind für diesen Menschen die Greuel des Krieges. Sein weiches, knabenhaftes� Fühlen wehrt sich gegen den Mord, der seine ganze Menschlichkeit aufwühlt und empört. All sein Glaube an Menschenliebe und Menschenrechte wird im Rasen der entfesselten Kräfte der Vernichtung bedroht. Hier findet er Töne eines zergnälten, dem Wahnsinit preisgegebenen Herzens, die aufs tiefste ergreifen. Er inalt den Militärzug, in dem die Todgeweihten durch kalte Winternacht ibrem Schicksal entgegen- fahren, und der Mord schreit mit dem Gelächter des Irrsinns ans ihm heraus:„Mein Freund wird Geist und lacht. Er lacht so grell, daff ich ihn morden muff, wenn er nicht schweigt." Alles Politische ist hier nebensächlich. Schönlauk fühlt nur als Mensch, der sich gegen das Gräffliche wehren möchte und es nicht vermag. Seine arme Seele schluchzt mit den Unterliegenden: mit den Verwundeten, den Gebleitdeien, den Geschändeten: „Doch wenn ich denke deiner Menschheit, Gott, Und fühle alle Qual, die sie bewegt, Und sehe, daff dein Heiland Dornen trägt, Und daff du duldest deiner Kinder Morden... Dann bist du mir so rätselhaft geworden Und fremd und fühllos unserm Leid.. Eins erhält ihn in alledem: die Hoffnung des Idealisten: der Traum der neuen Menschheit, der Glaube an die einende Kraft der brüderlichen Liebe t„Eine Brücke wollen wir bauen von des Wahn- finns brütender Nacht zu Sternen und Menschen, zu BluntÄt und Kindern, Freude zu fäetr und Schmerzen zu lindern." Man liebt diese Gedichte um der schönen Menschlichkeit, um des klaren, reinen Gefühls willen, das aus ihnen spricht. In allem Grauenvollen des Erlebens ist etwas kindlich Unberührtes in Schönlank, das ihm die Herzen gewinnt. Noch einmal üie„öenkenöen Tiere�. Nachdem Prof. Dr. Doflein das Problem des schreibenden Hundes„Rolf" in Mannheim durch sein auf persönliche Beobach- tungen sich stützendes Urteil ein für allemal abgetan zu haben glaubte, wendet sich jetzt Privatdozent Dr. K. Gruber in den„Natur- Wissenschaften" gegen die Dofleinschen Ausführungen»nd sticht die Ehre des gelehrten Hundes zu reiten. Prot. Doflein hatte be- hauptet, daff alle scheinbar so ersiaunlichen Leistungeu Rolfs ans teils bewuffier, teils unbewuffter Zeichengebnng seitens der Besitzerin des Tieres beruhten, daff das Tier versagte, sobald seine Besitzerin nicht anwesend war oder die Antwort selbst nicht kannte, während Rolt sie hätte wissen müssen. Doflein hatte deshalb die Ver- incke, dem Hunde ein rein menschliches Denken, ja sogar Sinn für Humor und Scherz zuzusprechen, als Spielereien und Narreteien bezeichnet. Dr. Gruber meint nun dcinqegeniiber, daff die von Professor Doflein bemerkte» scheinbaren Fehler selbstverständlich auch anderen sicki ernsthaft mit dem Problem beschäftigenden Untersiichern aufgefallen seien und daff man deshalb Versuche konstruiert habe, in denen solche Hilfen, seien sie nun bewnfft oder unbewufft erteilt, absolut ausgeschlossen gewesen seien. Auch in diesen Fällen hätte Rolf seine Aufgaben tadellos gelöst, so daff, wenn man die eigene geistige Leistung des Hundes bestreiten wolle, dann nur die Annahme der mediumistiscken Uebertragung, der Telepathie bestehen bleibe, wodurch aber das Problem nur noch mebr kompliziert werde. Im übrigen müsse es den Forschern als ein Verdienst angerechnet werden, wenn sie auf diese Weise verflicht hätten, tiefer in das Geistesleben der höheren Tiere einzu- dringen. Dp. Doflein bestreitet in einer nochmaligen Erwiderung diese? Verdienst keineswegs, hält aber daran fest, daff die angewandte Methode unwissenschaftlich gewesen sei und ihre Resultats daher nicht hallbar seien. Die Kontroverse kann natürlich niemals durch weitere Schreibereien, sondern nur ans Grund sorgfältigster, jede Möglichkeit einer Täuschung ausschlietzender Experimente entschieden werden, WaS dem Laien bei all dielen Tierexverimentcn, dem sprechenden Mannheimer Hund wie auch bei den rechnenden Elbertelder Pferden immer wieder ausfällt und ihn irritiert, das ist die Lücke. die sich zwischen den uns geläufigen geistigen Betätigungen der höheren Tiere und den, die Intelligenz gering begabter Menschen oit weit übersteigenden angeblichen Leistungen dieser denkenden Tiere auflut, eine Lücke, die von den Wundertieren selbst nicht ansgeiüllt wird. Der Hund Rolf kann schreiben, aber man hat noch nicht gehört, daff er einen einfachen ohne Gesten gegebenen Austrag, den ein vierjähriges Kind erledigen könnte, wie etwa den:„Gebe ins Nebenzimmer, bringe das Buch mit dem grünen Einband und lege es auf den Schreibtisch", ausführen könnte. Die Elberfelder Pferde können multiplizieren und Wurzel ziehen, aber einen ihnen gedruckt vorgelegten Befehl einfachster Art können sie nicht ausführen. Warum bedienen sich überhaupt olle denkenden Tiere des Kiopialphabeis? Es ist doch viel schwerer, jemand beizubringen, daff R der siebenzebnte Buchstabe im Alphabet ist und daff er zu seiner Bezeichnung einmal mit dem linke» Fuh und siebenmal mit dem rechten klopfen muff, als ihm das Schriftbild für R beizu- bringen. Würde man dies letztere getan haben und würden-die denkenden Pferde und Hunde, dann mit dem Fuh oder mit der Schnauze aus einem vor ihnen liegenden Alphabet die Buchstaben herausnehmen und womöglich in der richtigen Reihenfolge anordnen, io hörte jeder Zweifel auf, denn hier könnten Hilfen nur in sehr plumper Form gegeben werden. Dasselbe wäre der Fall, wenn die rechnenden Pferde die Lösung ihrer Aufgaben nicht klopften. sondern sie aus vor ihnen liegenden Zahlen zusammenstellten, Man wird direkt ans die Vermutung geführt, daff die Besitzer der„denkenden Tiere" absichtlich jene an sich schwierigere und un- praktischere Form der Verständigung gewählt haben, weil sie eben das Geben von Hilfen aufferordentlich erleichtert. der eiserne Serg im Mpenlanü. In der schönen Steiermark heifft eine der Alpenketten die Eisen- erzer Alpen, die sich bis zur Höh« von mehr als 2190 Metern er- heben. Auf ihrer Nordseite liegt der 1534 Meter hohe Erzberg, und vom, benackbarien-Prebühelpaff. der den östlichen Ausläufer der Keile in i227-Bieter überschreitet, fliefft der Erzbach nach Nord- Westen'zur Erms.: Unterhalb dieses Paffes und des ErzbergeS liegt das Siädtckien Eisenerz. Es ist eines der ältesten Ge- biete der Eisengewinnung in ganz Europa. wo nach vor- geschichtlichen Funden die Eisenzeit ihre frühesten Anfänge erlebte. Wahrscheinlich fanden bereits die alten Römer auf ihren Eroberungszügen hier einen Borgbau vor, den sie dann nach Kräften ausnutzten als Bezugsquelle für die von ihnen ja in so großer Zahl benötigten Schilde und Schwerter. Es gehörte auch keine mühevolle oder zufällige Entdeckung dazu, den Erzgehalt dieser Berge nachzuweisen, denn nächst den viel später berühmt gewordenen Gegenden des hoch nordischen Lavpland gibt es keinen Platz in Europa, wo wie hier ein ansehnlicher Berg fast ganz ans hoch- wcrtigcm Erz zuianimengesetzt wäre. Teinentsprechend leicht ist auch die Gewinnung des Erzes, die eine Anlage von Srollen und Schachlen erübrigt, den unentbchr- lichen Stoff vielmehr im Tagbou frisch von der Oberfläch« weg lieiert. Eine Denkiäule auf dem Erzberg zeugt davon, daff ein eigentlicher Abbau hier schon vor mehr als 120(1 Jahren begonnen hat, aber erst am Ende des Mittelalrers nahm er größeren Umfang an und zu einem großartigen Maßstab gelangte er erst seit einigen Jahrzehnten. Nach einer Schflderung, die Pr»k. Schwarz in der„Uirnchan" gibt, wird der Erzberg jetzt vom Fnff Bis fast zur Spitz« bearbeitet und ähnlich wie bei den eisernen Bergen von Lappland sieht man die ganze Höhe durch den Bergbau in Stockwerk« geteilt, die in 54 mächtigen Sinsen von 13 bis 17 M»t-r Höhe anisteigen. Jeden Tag blutet der Berg au« drei- bis v-.erhundert Wunden, die ihm mit dem Sesteinsbohrer beigebrachl werden. Viermal täglich erfolgen dann die Sprengungen, die durch Hornsignale der ganzen Belegschaft«mgrkündsgi werden. Die 4<)(K> Arbeiter verschwinden dann schleunig in schützende Schlnpfwinkel, und bald daraus erdröhnt der ganz« Berg wie von einem Trommetseucr, das die abgesprengten Erzstücke kilometerweit herumschlendert. Selbstverständlich führt zu jedem Stockwerk ein Schienenweg. und die Eisenbahn befördert daS Erz weiter zu den Röstöfen. In diesen wird sei» Eisengehalt von 40 ans 50 Prozent erhöht. Groß« Förderbahnen mit Drahtseil- anlagen führen es weiter nach den Hochös-!«. Steht das Erz in seiner Wertigkeit hinter dem der Lappländischen Berge erheblich zurück, so übertrifft es darin doch die lothringischen Erze insbeionders der diesseits der bisherige» Grenze gelegenen Lager. Wie stark der Abbau in den letzten 30 Jahren zugenommen hat, lehrt die Tatsache, daff damals erst 100 000, jetzt aber 2 Millionen Tonnen Erz jährlich gewonnen werden, und um nicht weniger als 20 Millionen Kubikmeter Gestein wird der Erzberg jährlich kleiner. Dennoch ist an seiner Form und keiner Höhe kann, eine Vcrände- rung zu merken, so daß er jedenfalls noch ans Jahrhunderte hinaus vorhalten wird. � Der Htsunöherte»ert öer Kleie. DaS„Zurück zur Natur" ist schon vor dem Kriege in der Ge- sundheitspflege auch in der Brotfrage znni Ausdruck gebracht worden und eine Warnung vor dem«nsschliefflichen Genuß von Brot, das auS sein ausgemahlenem Mehl hergestellt ist, oder vielmehr her- gestellt war. ES gab eine Zeit, in der die im groben Brot cnt- haliene Kleie wegen ihrer angeblichen Nnverdankichkeit, wenigstens als unnützer Ballast oder gar«ls schädlich für den Renschen, betrachtet wurde. Den schärfsten Gegensatz dazu bekundet der heurige Standpunkt, der so weit geht, das auffallende Wohlbesfleden vieler Leute bei der KriegSkost, im Vergleich zu ihrem Gesundheitszustände vor dein Krisge, auf eben diese vielgeschniähle Kleie zurückzuführen. Dr. Fornet, der in der„Umschau" eine Uebersichr über die neueste Kleteforschung gibt, verweist zunächst vom Geireidekorn aus das Reiskorn, bei dem der Gesundheitswert der die Kleie enthaltenden Hülle in cinenr überraschenden Grade festgestellt worden ist..Die Eilt- decknng, daff der Genuß von geschältem und poliertem Reis, der diese Schalenteile also nicht mehr besitzt, der Ursprung berüchtigten Beri-Berilrankheit zur Last gelegt werden muß, Hut zu ihrer Zeit mit Recht das größte Aufsehen erregt. Es wird an« genommen, daff das Verhältnis bei der vrotkleie ein ähnliches ist, in dem auch in ihr Stoffe, die sogenannten Vitamine enthalten sind, die für die Erhaltung der menschlichen Gesnndheii von größtem Wert, wenn nicht unentbehrlich sind. Da? haben auch Tier- versuche gelehrt, in dem mit weißem Mehl gesiittme Ratten verhältnismäßig rasch zugrunde gehen, während sie bei kleiehalngem Mehl munter am Leben bleiben. Die Bedeutung �der Kleie könnte auch in ihrem Gehalt an Salzen be- ruhen, d,e für den Ersatz des Stoffes in den Knochen und Zähnen notwendig sind, so daß beispielsweise die erschreckende Zahn-- verschlechiernng nicht lediglichcr hätte ihn gewonnen für immer,...'., Dazu war aber nicht mehr lange Zeit, Auch sie hatte von der alles wissenden Tante von dem in der, Stadt umgehenden Gerücht von Vorbereitungen zu einer Exekution gehört, das konnte nur Peißer gelten— also morgen schon,... Sie schauerte zusammen— � wo war Rettung aus dieser Pein? Ihre Gedanken irrten von Peißer wieder zu Reinbard zurück. Ihnt selbst drohte ja Gefahr tzurch die unglückselige Verkettung der Zufälle, die seine Bücher in die Hand der Geistlichkeit spielten, Wohl hatte er versucht, das als nicht mehr bcdenktid) hinzustellen, aber sie hatte doch erkannt, daß er besorgt sei' darob, als sie es ihm zuerst erwähnte, damals noch init freudigem Herzen ob der vermeintlich guten Lösung dieser Sache. Würde nun der Pater Guardian nicht Gebrauch von seiner Kenntnis machen? Aber n hatte die Bücher ja gewissermaßen in der Beichte erhalten, zumindestens von seinem Beichtkind und das mußte ihm doch heilig sein.... Ratlos ivälzte sie so Sorgen irrt Gedanke»,... In ihrem Kopf ftrnr es wüst und leer. Eigentlich hatte ihr ihre Liebe bisher stur Leid und Sorge grtzracht.., Da kam die Magd und brachte Batschast. ein fremder Mann begehre den Vater zu sprechen. Der Herr Rat hatte den ganzen Tag einen GeschMSsreimd»nS Augsburg erwartet und ihr ausgetragen, wenn jener käme, während er den Abendschoppcn trank, ffh» zn bewirte». Sie ging also inS Haus, traf dort aber nicht den Erwarteten, sonder» den alten BeLl. „Entschuldigen schon die. Demoiselle," sagte mit einem Kratzfuß der Polizist, so artig wie er konnte.„Hab' gedacht, der Herr Rat sei zu Hause, war niit ihm auf" Abend ver- sprochcn und hatt' daher näher als zum Huglgarten. Eni- schuldigen schon." Und er wollte gehen. In der Tür blieb er stehen.■.(Forts, folgt.) Direlition Max Reinhardt. OcntmcheM Theater. 7 Uhr: l>on Carlas. Kamm erspiele. T'/t Uhr: Kinder der Freude. Volksbühne. Theater am Bülowplatr. Untergrondb. Schönh. Tor. ■vi, dir; Was Ihr wollt. Theater i. Königgrälzerslr. 7 Uhr: Die Wildente. Komödienhaus Uhr: Die beiden Seehunde. Berliner Theater 7>/,U.: Die tolle Komte«. 3'/, Uhr: hiele»drehenreiee. URAHiA 8 Uhr: Prof. Dr. Hoetzsch: Die russische Revolution. 8 Uhr: Dr. W.>Berndt: Die Faktoren der Auf- w iietsentw leklnnx. National-Theater. 'IS: Größter Lllcherfolg! Dos if( Die Me! Sonntag 3'/,: Was junge Mädchen träumen. Theater iür Mittwoch, 28. November. Linstsplelhans VI, Uhr: Die Monden Rädels 7. Lmilenlio! Central-Thcater� Kommandantenstraße 57. 7>/,: Die t.'sardasf ttrstin Deutsches Opernhaus Das goldene Kreuz. I 7 Uhr: Die glückliche Insel. Friedricb-Wilhelmst. Theater ?'/,Uhr: Kleines Theater vi, uhr: Geldzanber. Komische Oper T■> u.: SeitvarzvaldmädeL Sbd.S'/t: Klein Dorch. u. d. Zinns. Metropol-Theater uhm Die Rose von MuL Neues Operettenhaus ßcbiffbd. 4a. Kassent. Xd.281 v>ßiThr:D£rSoldalderMarie. Keside n r.-The nt e r �uir: Djekerpotts Erben. SchlUer-Theater O 7'/» TJhx: im Halen. Mchtller-Th. Charl. uhr- Gespenster. Thalia-Theater u�r: Egon nml seine Franen. Theater am Nollendorfplatz ß'j, Uhr: Ascbenbrüdel. 7 uhr: Drei alte Sehachteln. Theater den Westen« iv.uir-.BerYerliehteHenog mit Guido Thielscher 4 Uhr: Hänsel und Grete). Bedras« WM. Die letzten Tage des reichhaltigen Ngieier- Spielplans 12 Itlraktionen 12 Täglich Vj, Uhr: Mondfahrt. Phantastische Pantomime in 4 Akten v. Paula Busch. Vorher: Tritby und die übrigen»orzüglichen Nummern. Zirkus A. Schumann. Bht. Fried rieh Straße. Anfang 71/, Uhr. Letzte Saison in Berlin. (iastspiol d. berühmten | n Dompteurs i A 1 Richard Sawade Iii III � TiKer68" Iii Maud Wulff, flieg. Hunde. 1 u. das übrige hervorrag. 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Februar t917 Nummer 168 mit,„dasi die Regierung der französischen Republik Gewicht und Bedeutung der Vereinbarungen zu betonen wünscht, die im Fahre l ltlr» mit der r u s s i- f ch e n Regierung getroffen wurden, uni nach Ärieg-schlusi die Frage von K o n st a u t i n o p e l in Uebereiustimmung mitRusilauds Besirrbungen zu regeln und dasi sie andererseits ihrem Verbündeten alle jene Garantien in militärischer wie industrieller Hinsicht zuzusichern wünscht, die für die Sicherheit und den wirtschaftlichen Fortschritt des Kaiserreichs nötig find, und deshalb Rußland unbegrenzte R c ch t r i u b c z u g auf die F c st s c ß u n g seiner>v c st l i ch c n Grenze zuerkennt. Stockholm, 27. November. Bon den durch die bolschewistische Regierung veröffentlichten Geheimdokumenten seien die folgenden ausführlich mitgeleill; An erster Stelle wird in der„Prawda" ein Altcnstnck mitgeteilt, das im Blarte die Ueberschrift tragt: „llebcrcinkommen betreffend Konstantinopcl und den Sund". (Eins JnformaLio n.) Am IS. Februar(4. März) 1915 übergab der Außenminister den französischen und englischen Bolschaflen ein Memorandum, in welchem als Wünschenswertes Ziel ausgewrochcn wurde, daß als Ergebnis des gegenwärtigen Kiieges folgende Territorien Rußland überlassen werden möchte»; Die Stadl Ä o n st a n l i n o p e l, die westlichen Äiisten des Bosporus bis zum Samraiailuß und einein später näher zu bestimmenden Punkt am ISmidsnnd, die Inseln im Marina rameer und die Inseln Jmbros und Tenedos, Frankreichs und Englands Sonderp! ivilegien innerhalb der angegebenen Territorien sollen unangetastet bleiben. Sowohl Frankreichs wie Englands Regierung gaben ihre Bereit- Willigkeit zu erkennen, unsere als wünschenswert bezsichneten Ziele gut zu heißen unter der Voraussetzung, daß der Krieg glück- lich endete, und andererseits einer ganzen Reihe französischer und englischer Forderungen' cntgege'.igrkommcn werde, die sich teils auf Gebiete des OSmanifchcn Reiches, teils aus andere Gebiete bezogen. Dies« Forderuiigen wareil, soweit sie der Türkei gallen, folgende: K o n st a n t i n o p e l wird als ein Freihafen an- erkannt zur Transilierung von Waren, welche weder von Rußland kommen noch nach Rußland gehen, und Handelsichiffe sollten freie Durchfahrt durch den Sund baben. England und Frankreich sollten in der asiatischen Türlei Rech: e zuerkannt werden, welche durch ein Souderübercinkommen zwischen Frankreich, England und R»ß- land genau fixiert wcrdcu sollicu. Die heiligen Stätten der Mohammedaner und Arabien sollten einem unabhängigen mohammedanische» Reiche unlersielll werden. Die durch daS englisch- russische Ilebereiiikommen vom Jahre 1967 neutralisierte Zone in Persie« sollte, als zu Englands I n t c r e s s c n s p h ä r e gehörig anerkannt werden. Die russische Regierung, die im Prinzip anerkannte, daß diesen Forderungen entgegengekommeii werden müsse, machle gleichwohl einige Porbchaltr. In der Formulicrung unserer.Wünsche be- treffend bio heiligen Stätten der. Mähainmedasier müßte unmiltclbar klar gestellt werden, od diese Stälteu unicr türkischer Lbcrhoheir vei bleiben und der Sultan weiter das Kalifat behalten sollte, oder ob man einige neue unabhängige Reiche gründen sollrc. Nach unserer Meinung wäre eS wünschenswert, daß das Kalifat»on der Türkei getrennt würde. Ans alle Fälle müßten die Wallfahrten nach den heiligen Siäiten frei bleiben. Rußland geht darauf ein, die neutrale Zone in P e r s i e n als unter Eng-' lands Jnieresseiphären gehörend anzuerkennen, hält gleichwohl den Vorbehalt für ongebrachl, daß die Gcbieic der Slädie Jspahau und Jesda Rußland z u g c s i ch e r l ivcrden und daß der Teil der neutralen Zone, welcher wie ein Keil zivischcn die russische und aighanischc Grenze eingeschoben ist und sich Nußlands Grenzen bei Sulgafar nähert, der russischen Jiileresscnsphäre zugewiesen wird. Die russische Regierung hälr c5 für wünichenswert, daß außerdem gleich- zeitig Entscheidung gclrojfen wird, belreffend das a n Rußland grenzende nördliche Afgliaiiifta« in der Richtung der von der Regierung bei den Berhalidtungen dcS Jahres 19Ü ausgesprochenen Wünsche. Nach Eintritt Italiens in die Reihe der kriegführenden Mächte wurden unsere als wünscheiisivert bezeichneten Ziele auch der italienischen Regierung mitgeteilt, welche ihre Einwilligung aussprach unter der Voraussetzung, daß der Krieg mit Sieg endeie, daß Italien- Wünsche im allgemeinen und im Osten in besonderem Entgegenkommen fanden und daß wir� in den uns zufallenden Gc- bieten Italien dieselben Rechte zuerkennten, wie Frankreich und England. * tvcheimtekegramm aus Petersburg an den Potschafter in Paris vom 9. März 1910: Auf der bevor st ehenden Konferenz können Sic fol- gende allgemeine Prinzipien zur Richtschnur nehmen. Die zwischen den Bundesgenosse!' während ses Krieges eingegangenen politischen ll c b e r c i n t o m m c n müssen u n a n.g e t a st c l bleibe« und dürfen keiner Revision unterworfen werden. Dies gilt unserm Abkommen mit Frankreich und England betr. Konitantinopel, den Sund, Snricn und Klein-Asicn, sowie dem Londonvertrag mit Italien. Alle Vorschläge betr. Festlegung de: zukünftig.«» Grenzen Mitteleuropas sind zur- zeit verfrüht, im allgemeinen muß man eingedenk fein, daß wir bereit sind. Frankreich und England volle Freiheit zu lassen, Teutschlands Westgrenzen zu bestimmen, da wir darauf rechnen, daß die V u n d c s g e n o s se n UN- ihrerseits volle Frei- h c i t l a ss sn, unsere Grenze«! gegen Teutschland und Oesterreich zu bestimmen. Nottvendig ist es vor allem, zu sordcvn, daß die polnische Frage von den Gegenständen der internationalen Verhandliingen an:- genommen, und alle Versuche, Polens Z u k u n f t u n t e x die G a r a n t i e ii k o n t r o l l e der M ächte zu stelle r, verhindert werden. Was die skandinavischen Reiche angebl. mutz mau daher itroben. Schweden von einem gegen uns seind- liehen Auftreien abzuhalten und ebenso rechtzeitig an Maßnahmen denken, Norwegen ans unsere Seite zu bringen für den Fall, daß ei nicht gelingen sollte, einein Krieg mit Schweden vorzubeugen. Rumänien sind bereits alle die politischen Vorteile versprochen worden, welche es vermögen können, zu den Waffen zu greife», und de-halb ist es vollkommen unnötig, in dieser Richtung neue Lockmittel zu brauchen. Die Frage betreffend Verdrängung der Deutschen vom chinesischen Markt bat sehr groß« Bedeutung, aber da die Entscheidung dieser Frage ohne Japans Mitwirkung unmöglich, ist es ratsam, die Erörterung Geheimverträge. derselben bis zur ökonomischen Konferenz idic im Juni. 1916 ins Paris zusammentrat. D. Red.) zu verschieben, auf der japanische s Vertreter anwesend kein werden. Dies schließt nicht au-, daß ein| vorbereitender Meinungsaustausch auf diplomatischem Wege zwischen Frankreich und England in dieser Frage wün'chens- wert ist. Ssasonow. * Gcheiultelcgraunu an den russischen Botschafter iu Paris: Petersburg, 69. Januar 1917. 507. In allerhöchster Audienz hat Herr D o u m e r g u e. seiner Majestät dem Kaiser den Wunsch Frankreichs niitgcieilt, sich der Rückgabe von Elsas» und Lothringen nach dein Schluß des Krieges zu versichern, sowie einer Sonderstellung im Tale des Saarflvffes und es dahin zu bringen, daß die Gebiete westlich des Rheins von Teutschland losgerissen und so reguliert werden: daß der Rhein in Zukunft ein dauerndes strategisches Hindernis gegen ein deutsches Vordringen bilden möge. Doumergue sprach die Hoffnung aus, seine kaiserliche Majestät möchte nicht ablehnen, jetzt sofort seine Zustimmung zu diesem Vor- schlage auszusprechen. Seine kaiserliche Majestät geruhte im Prinzip seine Zustimmung auszusprechen und ich ersuchte infolgedessen, daß Doumergue nach Mitteilung mit seiner Regierung mir einen Vor- schlag zu einem liebere inkommcn mitteilen möchte, welches auf der Basis des Notenwechsels zwischen dem französischen Botschafter und mir geschlossen werden' konnte. Indem wir somit den Wünschen unserer Bundesgenossen entgegenkommen, glaube ich gleichwohl an einen Gesichtspunkt erinnern zu müssen, wZcher von der kaiserlichen Regierung im Telegramm vom 24. Februar 1916, Nr. 948, dargelegt wurde und nach dem wir, wenn wir Frankreich und England uncin- geschränktes Recht in der Frage der Fcststellmig von Deutschlands westlichen Grenzen zuerkennen., darauf rechnen, daß die Bundes- genossen ihrerseits uns ein e u t s p r e ch c n d e s Recht zuerkennen werden,!vaS die Feststellung unserer Grenzen mit Deutschland und Oesterreich anbelangt. Der bevorstehende Notenwechsel in der von Doumergue angegregten Frage gibt uns somit Veranlassung zu er- suchen, daß die französische Regierung uns gleichzeitig ihre Einwil- ligung dazu versichert, dost Rußland in der Frage der Bestimmung seiner zukiiitfkigcn Grenzen im Westen Handlungsfreiheit erhält. Exakte Angaben in dieser Frage werden wir zu. seiner Zeit dem Pariser Kabinett mitteilen. Des Ferneren glauben wir uns der Einwilligung Frankreichs versichern zu müssen, daß nach dem Schluß des Krieges die Servitut über die A a k a u.d i n i c ln ausgehoben wird. Bitte legen Sie die oben dargestellten Gesichtspunkte Briand dar und telegraphiere!! Sie über das Ergebnis. Pakrowski. Nach öts Revolution. � In der..Soldatskaja Prawda" iverden folgende Telegramme des Auffenministers Tcrestsckicntvs veröffentlicht, welche eine Episode in der G e s ch ich t e des V-e rhäl tn i s s c s z n> i s ch e n Rußland und seinen Bundesgenossen belresfen. Gehcimtckegramm an die Vertreter in Paris, London, Rom vom 9. Oktober 1917: Ter französische, englische und italienische Botschafter hatten den Wunsch ausgedrückt, gleichzeitig vom Ministerpräsidenten empfangen zu werden und machten ihm eine Mitteilung, in der hervorgehoben wurde, daß die letzten Ereignisse Bcfürckituirgcn eingeben betreffend die Widerstandskraft Rußlands, und dessen Fähigkeit, den Krieg fort- zusetzen; aus diesem Anlaß kanu die allgemeine Volk- Meinung in die alig o-m c i witz Kt im m,u n g zu-b e r u h l gen. und ihr neue Zuversicht einzuflößen, oblieg! es der russischen Regierung durch die Tat ihre Eixtschlossenhe.it zu z e i g c u. alle Mittel anzuwenden, um die Disziplin wieder herzustellen und der Armee einen wirklichen Kriegergeist einzuflößen, soioie das regelrechte Fiinktioniereil des Regierungsapparotes vor und Himer der Front zu sichern. Tic verbündeten Regierungen drücken endlich die Hofs- nung aus, daß die russische Regierung diese Ausgabe erftlUcn und sich soniit der Unterstützuilg der Bundesgenossen versickern wird.— Ter Minister hob in seiner Antwort an die drei Botschafter-hervor, daß die Interimsregierung Maßnahmen in der Richtung ergreift, daß der Schritt der Botschafter bei der Allgemeinheit nicht eine Aus- legung erfahre, die geeignet wäre. Unwillen gegen die Bundes- genossen zu erregen. Er wies dab-'i daraus hin. daß die gegen- w a r t i�g c s ch w i e r: g e La g e R u ß l a n d s i n bedeuten- d c m M a ß e m i t der von dem alten Regime ü b e r n o in- in c ii e ii � Erbschaft z u s a:n m c n h ä n g t, dessen Regierung zur Zeit im Auslände eine llnterftütiung nnd ein Vertrauen ge» offen habe, die vielleicht ihren Verdiensten nicht entsprochen hätten. Er lenkte auch die Aufmerksamkeit auf die gefährlichen Folgen, welche ein Schlvaiikeii der Bundesgenossen in der Frage der Versehung der Armee init ihren KricgSbednrsnissen zur Folge haben müßte; diese leoigen zeigen sich ssoei, drei Monate nachdem ein derartiges Schwanken verspürt wird. Was den Krieg anlangt, so hob Kerenski hervor, daß man diesen in Rußland i in:»i c r n o ch als eine allgemeine nationale Angelegenheit b c- trachtet, und daß cr es deshalb für unnötig halte, die von dem tuffffchen Volk gebrachten Op'er besonders hervorzuheben. Ter Imperialismus der Zentralmächtc bildet die größte Gefahr für Rußland, und der Kampf gegen diesen Imperialismus mutz im nahen Anschluß an die Bundes- genossen geführt werben. Rußland, das mehr als andere vom Kriege gelitte» hat. kann diesen nicht beendigen, ohne seine terri- rxai••-' O v'/ i,Xi ll�l- Minifferpraildent hervor, dag diese Aufgabe Gegenstand der Aurmerkmnikeit der Regierung Hilde, und dast die am hob de: ganzen AufNierksamkeit der Regierung Hilde, und daß die"am gleichen aage vom KriegSmiinstcr und Außenminister an die Front unter- noinmcne Reise gerade von der Notwendigkeit, ein enisprechendeS m a ch t ist. T e r e st s ch c n k o.' die italienische �inanzkonserenz in öer Schweiz. Geheimtelegramm des diplomatischeu Agenten Rußlands in Vcri» einige vom 4.(17.) September 191". Ar. 707. xVi der Lokalpresse nt ein Fühler erschienen, nach welchem >c oünaiizlcute au- Heiden im Kriege miteinander befindlichen Lagern kürzlich i n der Schweiz weitgehende gemeinsame Vcsprechungcn geführt haben. Wer die Konferenzteilnehmer und itcnberg, Direktor der Deutschen Tiskoiitogcsellschaft. Außer- dem ein Vertreter der Deutschen Bank und einer österreichischen sAustrobank). Die Engländer haben zwar ihre Teilnahme an den Beratungen bestritten, aber am 2. ,45.) September eintraf in Genf aus London der T.irctwr der Llondliank Bell unter dem Bor- wände der Gründung einer Filiale in der Schweiz. Wie ge- rüchtweise verlautet, hat man als Vaffs eines Ucbercinkommens, folgende Möglichkeiten erörtert: El sa ß- Lo th r ing c n j sollte Frankreich zurückgegeben und Italiens Fer- d e r u n g e n sollte entgegengekommen, werden. Nickis Bestimmtes ist betreffend Rußland fest gestellt worden; es find nur Andcutungeie ausgesprochen worden, daß die Zcutralmäcktc eine Reihe Kompensotione» im Osten erhalten können. Die deutschen Teilnehmer an den Beratungen forderten insbestmdere die Belassung der Baltischen P r o v i ii z e w a n Deutschland und U n a b h ä n g i g k e i t für Finnland. Notiz des W. T. B.: An zuständiger Stelle ist von dieser Versammlung nichts bekannt. » Bemerkung der Redaktion des.Vorwärts": Das Dementi des W. T. B. wird nicht durchschlagend wirken. ES kommt auch nicht darauf on, ob und was besorgte Hüter des inter- nationalen Finanzkapitals in der Schweiz miteinander geredet baben, sondern auf den Beweis dafür, daß Rußland und ganz Europa von dem„Imperialismus der Mi tkel mächte" nichts zu fürchten haben und daß sie es nickt notwendig haben, sich in einem Vcvtcidigungskamps gegen diesen Imperialismus zu vor- bliiten. * Stockholm, 27. November. Nach einem Telegramm der Petersburger T e l e g r a p h e n a g e n t u r sind die Forderungen, die Frankreich in dem Abkommen über RnsilaudS Ansprüche auf K o n st a u t i n o P e l und die Meerenge» stellte und denen Rußland zustimmte, die fol- geudcn: Gl sast-L oth ringen wird an Frankreich zu- rückgegebcn mit Einschluß der Eisen- und Kohlengruben-Gegenden. Die a m linken R h e i n u f r r gelegenen Gebiete müssen von De u t s ch l a n d getrennt und von jeder Abhängigkeit in politischer und wirtschaftlicher Be-iehnng von Deutschland befreit werden. Aus diesen Gebieten soll ein freier neutraler Staat gebildet werden, der durch russische Truppen b c s e tz t s!> werden soll, bis zu dem Augenblick, in dem dt< Fnedensbedin- gungen und Bürgschaften verwirklicht sind und der Friede geschlossen sein wird. Stockholm, 27. November.„SydivenSka Dagbladet" schreibt über die Veröffentlichung der Geheimverträge: Aus dem. was er- tckienen ist, gebt hervor, daß die Leiter der englischen und fran- zösischen ausländischen Geschäfte schwerwiegende Gründe gehabt haben, nm ein- Veröffentlichung zu fürchte ir. Es genügt, um alle» ruhig Urteilenden die klare Einsicht zu geben. daß die Entente weder für Freiheit und Recht, noch aus Fürsorge für die Unabhängigkeit� der kleinen Rationen den Krieg geführt hat. sondern daß ihre Ziele sehr umfassende Eroberungen und durchgreifende Umstürze i» Europa und Asien gewesen sind. Crft„tzelöen'- üann �urteilslose Masse". Alldeutsche Wertschätzung der Kriegsteilnehmer. Die Stellung zum gleichen Wahlrecht ist der Prüfstein dafür, welche Achtung eine politische Richtung in Wirklichkeit den Kriegs- t e i l n e h m c r n entgegenbringt. Die Aufnahme der preußischen Wahlrechtsvorlage durch die konservativen und alldeutschen Blätter zeigt nun deutlich, wie wenig Gewähr die pathetische Helden' Verehrung, die gerade jene Presse auSgiebig treibt, für eine wirk- kiche Ersiaiiung d eS diesen Helden geschuldet«,!! Dankes bietet. In demselben Augenblick, in dem die Helden den icldgrouen Rock ausziehen und als bürgerliche Wähler on die Wahl- urne treten, sind sie siir die Alldeutschen nur noch urteilslose Masse Man lese z. B. folgende Sätze, die ein alldeutsches Blatt, wie die „Deutsche Zeitung", gegen dos gleiche Wahlrecht schreibt, und der- gegenwärtige sich immer dabei, daß die darin zum Ausdruck ge- langende Mißachtung gegenüver der großen Masse doch bei den jetzigen«erhälunssen praktisch in erster Linie aus die große Masse der Kriegsteilnehmer zu beziehen ist: „Die Menge ist nicht aiifnahmefShig für Anschauungen, die ernstlich über ihrem Niveau lregen, nnd ihr Beifall wendet sich jenen zu. die in den ausgefahrenen Gleisen der Alltäglichkeit trotten und die erforderliche Anpassungssähigkeit an die Stimmung der Massen besitzen.„ ES ist kein erhebender Anblick, daß jetzt prcutziiche Land- tagskandidatcn sich in der Ilmschmeichclung der Masien ebenso ihrer persönliche» Würde begebe» sollen, wie eS in allzuvieleu Fällen die Kandidaten zum Reichstag für ein Gebot der Rot- wendigkeit halten." Derartige verächiliche Betrachtungen der Masse, d. h. heute der großen Masse der Kriegsteilnehmer, lassen sich aus den konservativen und alldeutschen Preßsliinmen dieser Tage zu Dutzenden anführen Die Kriegs leilnehmer wissen jetzt, waS sie im Ernste davon zu halten haben, wenn sie von der rechtsstehenden Presse al- Helden gefeiett werden.____ Der RcichStagsauSschuss für Handel und Gewerbe setzte am Dienstag seine Beratungen fort. Zunächst kamen mehrere Peti- tionen zur Erörterung, lieber die Sicherung der Wiederau- st c l l u n o der kaufmännischen Angestellten nach d cm Kriege sollen die Verhandlungen zwischen Unternehmer» und Angestellten im Reichswirtschaftsamt fortgeführt werden. Wünsche aus weitergehende Beteiligung des Handels, der Fach- verbände, der Kleinbetriebe, der gewerblichen Robstoffaeirosscn- schaften und der Arbeiter- nnd Angestelltenverbände bei der Vorbereitung und Organisativn der U eb e r g a ng s w i r l- schast imncn zur Sprache. Eine Reihe von Anträgen, die Richt- lmien für die Ucbcrgangswirtschaft enthalten, wurde angenomnien. Letsie Nachrichten. Tie AliUldbewohner für Vereinigung mit Schweden. Stockholm, 26. November.„Allehanda" teilt mit. daß bevolf- m ä ch t i g t e Vertreter aller Gemeinden auf Aland seit ewiger Zeit eine Abordnung ernannt hätten, um der schwedischen. Regierung und der Volksvertretung zur Kenntnis zu bringen, daß aus Grund besonderer Ursachen die Bevölkerung der Alandsinsel» lebbast die Vereinigung ihrer Inseln mit Schweden wünsche.„Alle- handa" tritt warm für diesen Plan ein. Sechs Wochen Arrest für Tötung eines Soldaten. Wien, 27. November. Das HeereSdivisionsgericht verkündete heute das Urteil im Prozeß wegen Tötung des Dragoners Moritz. Der Reserveleutnant Joses Z e r di ft wurde wegen Vergehend gegen die Sicherheit des Lebens zu sechswöchigem strengen Gariii- fonSarrest verurteilt. Von dem Verbrechen des Totschlags und dem Verbrechen der Hintansetzung der D i c n st g e w a l t durch Mißhandlung des Dragoners Moritz wurde cr srcigc» spreche n. Oberlcuinant Reckzügel wurde wegen Hintan- setzung der Diensworschrtsten zu sechstägigem Hausarrest verur- teilt, von den übrigen Punkten der Anklage wurde er freige, sprachen.' GAverffchoflsbewEUNg Einigung im Leipziger Eewerkschaftsftreit. Unter Teilnahme der Vorsitzenden und der Ort-verwaltunIen der Zentralvcrbände der Asphalteure, HandlungS« geh'. Ifen. Kupfer icki miede, Metallarbeiter, Satt- ler, Steinsetzer. Tabalarbeiter und Schneider Leipzigs iowie drei Mitgliedern der G e n e r a l k o m m i s s i o n der Gciverkschaften Deutschlands� und des AiiZschusses des Gewert schastsknrtells in Leipzig fand am Sonntag, den 23., und Montag, den 26. d. M.. eine Aussprache über die Gründe des Austritts der vorgenannten Gewerkschaften aus dem Gewerkschaflskarlcll mit dem Ziel einer Einigung statt. Von den ausgetretenen Gewerkschaften wurde folgende Eni schlieszung vorgelegt, deren erster Teil lautet: Tie dem freien G e w e r k s ch a f t s k a r t e ll zu Leipzig anaeschlossencn Organisationen erklären, dos; die Vertretung der Arbeiterintcrcssen, wie sie bisfier von dem allen Kartell und be sonders von den beiden Sekretären L ü t t i ch und Mylau, aus- genommen ihre Töligkeit in Rechtsichutzsochen, im Namen der Leip- ziger Arbeiterschasl geübt worden ist, als nicht inz Interesse der Arbeiter liegend betrachten. Ebenso verwerfen sie die von der Gcneralkommission betriebene Politik. Gegen diesen Teil gaben die Vertreter der Zentralverbände und der Gcneralkommission sowie der KartellauSschuß folgende Er- Ilärung ab: Wir halten den ersten Teil der Eiklärung für nicht ge- rechtfertigt. Die in der Beratung für den Austritt aus dem Kartell angcfübrten Gründe bieten keine Veranlassung zu einem solchen Urteil, sondern eS gilt als erwiesen, dast doS Kartell und die Arbeltersekretäre ihre Pflicht erfüllt haben. Die Verhandlungen führten zu einer Einigung auf folgender Grundlage: .Die ousgetreteiien Gewerkschaften treten nach den allgemeinen Neuwahlen, die im Januar stattfinden, dem allen Kartell wieder bei. Nach dcnr Wiedereintritt legen die Kommissionen des Kartells, die im öffentlichen Interesse wirken, ihre Aemter nieder. Das Kartell entscheidet über die Besetzungen dieser Kommissionen. Die Vertretung des GcwerkschaflskartellS bat durch den Kartella uss chufi oder durch besonders gewählte Vertreter zu erfolgen. Die von dem Kartell zu solchen Kommissionen usw. delegierten haben selbstverständlich die Meinung der Mehr- heil des GewerkschaltskaitellS zu vertreten. Die durch Be- Hörden zu berufenden Vertreter des Gcwerkschaftskarlells haben vor Annahme dieser Berufung die Zustimmung des Kartells ein- zuholen. Dem Kartell bleibt eS vorbehallen, an Stelle dieser berufenen Personen andere Vertreter des Kartells zur Berufung vorzuschlagen. Soweit solche Berufimgen durch die Behörden be- reit« erfolgt sind, hat das Kartell nach der Wiedervereini- g u n g nachzuprüfen, ob diese Vertrelungen aufrecht zu erhalten, eventuell durch andere Vertreter des Kartells zu besetzen sind." Diese Vereinbarung wurde einstimmig beschlossen. Alle Teilnehmer an den Einigungsverbandluugen waren sich voll be- ivugr, daß es niehr wie je notwendig ist, die Einigkeit der Gewerk- schaslen hochzuhalten und jede Schwächung gegenüber dem besonders in der Kriegszeit außerordentlich erstarkten Unternehmertum zu verlneiden. Da während der Verhandlungen die Politik der General- kommission während der KricgSzeit mehrfach erwähnt wurde. jedoch eine ausgiebige Aussprache darüber nicht statlfinden konnte, soll dieses Thema in einer besonderen Veriammlung der gewerk- schastlichen Vertrauensleute unter Teilnahme von Vertretern der Generalkoinmission erörtert werden. fertigte Entlassung eines Arbeiters haben sie zur Niederlegung der Arbeit bestimmt.— In Sundswall sNordschweden) haben die Saltler und Dekorateure die Arbeit niedergelegt; sie fordern eine oOprozciitige Teuerungszulage.— Gleichfalls um eine Teucrungs zulage streiken 300 Arbeiter des Lessebo-Papierwerkes. Znöuftrie unö ßanöel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. �Die Berliner Maschinenbaufabrik A.-G.. vorm. L Schlvartzkopfs kommt mit einem überaus guten Abschlug heraus. Die glänzeiide Entwicklung des Unternehmens gehl aus den Gewinn- und Verluslrechnungen für die Geschäftsjahre l9l3/ts bis 1916/17 hervor: 1916/17 AuS den schwedischen Gewerkschaften. In der Nähe von Oerebro (Miltelschwedcn) haben rund 1000 Bergarbeiter wegen Verweigeiung einer Teuerungszulage die Arbeit eingestellt. Der Streik wird von syndilalistischer Seite geleitet; seine Ausdehnung ist wahrscheinlich. — Sämlliche bei den staatlichen Kraftwerken und Kanolbaulen in Trollhättan angestellten Monteure tür elektrische Maschinen sind in den Ausstand getreten. Verweigerte Lohnerböbung und ungerecht- Vortrog......... Einnahmen aus Zinsen, Mieten, Pachlen und Lizenzen.. Rohgewirm der Werke.... 19lS/l6 1914/13 1913/14 sin 1000 Mark) Rein gewinn einschl. Vortrag Dividende......... in. Proz..... Neuer Vortrag...... Ter ausgewiesene Neinaewinn ist viel stärker gewachsen, als der Robgewinn. Aber das offenbar nur deshalb, weil aus den Geueralunkosten auch die Neubauten und Maschinenzugänge bestritten lvvrden. Vorräte und Bankguthaben werden aus 23.76 Millionen Mark gegen 8,76 Millionen Mark im Vorjahr angegeben, wobei das Bankguthaben ganz sicher den größeren Teil ausmacht. Dazu treten noch Wertpapiere in Höhe von 10.23 Millionen Mark. Das Aktien- kapital belrägt 12 Millionen Mark. In dem Geschäftsbericht wird mitgeteilt, daß im abgelaufenen Jahre die alten und die neu in Betrieb genommenen Werkstätten bis aufs äufierst- ausgenutzt werden muhten, daß sich die Arbeiter- zahl und der Ilmlatz beträchtlich erböbte». Ueber die Aussichten bemerkt die Verwaltung:„Auch für da» laufende Geschäftsjahr können wir wiederum auf ein befriedigendes Ergebnis rechnen, um so mehr, als der Gesamtwert der zurzeit vorliegenden Aufträge deren Wert zur gleichen Zeit des Vorjahres um ein ganz Beträckit- liches übersteigt. Dieser Auftragsbestand sichert weit über das lausende Geschäftsjahr hinaus volle Beschäftigung für unsere Werke." Mai d. I. hat die Gesellschaft ein Gelände von rund 143 Morgen, das ihr die Möglichkeit einer Vergrößerung deS Wildauer Werkes bietet, erworben. Nun folgen auch rasch die Abschlüffe der Berliner Brauereien au'einander, die gut gearbeitet haben, wenn sie auch alle über die Erschwernisse der KriegSivirlichaft klagen und mit Rücksicht auf die gesuegenen Unkosten und Gersten- und Hopfenpreise auch höhere Bierpreisc verlangen. Die Brauerei Er-nst Engel- Hardt Aachs. A.-G. in Berlin-Pankow zahlt auS dem von 315 0«9 M. auf 464 262 M. gesunkenen Reingewinn wie im Vorjahr 3 Proz. Dividende. Die Gesell'chaft hat sich beteiligt an ver Berliner Stadtbrauerei G.m.b.H. an der BeziigSvereinignng deutscher Brauereien G. m. b. H. und an der Gesellschaft zur Herstellung von Nährhefe und Futterstoffen aus Braiirücküänden in. b. H. Die Brauerei Patzen hoser verteilt aus dem Reingewinn, der mit >l,973 M>ll. M. dem vorjährigen von 1,979 Mill. M. fast gleich ist, wieder 14 Proz. Dividende. Die Gesellschaft hat außer in der Brauerei in Fürstenwalde, die während des Krieges bereits außer Betrieb gesetzt worden war. auch noch in der Abteilung Noidwest das Brauen zurzeit eingestellt. Dagegen errichtete sie auf der Ab- teilnng Nordost eine Hasermüllerei, die aber erst kurz vor dem Ende des Geschäftsjahres in Betrieb kam. In Fürstenwalde und in der Malzfabrik Frankfurt a. O. wurde ferner das Trocknen von Rüben. Obst und dergleichen übernommen. Zur Lieferung mit dem hauptsächlich im Sommer begehrten obergärigen Malzbier hat sich die Gesellschaft bei Errichtung der Berliner Brouereivereinigung .Monopol" beteiligt. Der Geschäftsbetrieb dieser Brauerei hat bis jetzi den Erwartungen entsprochen.— Die Brauerei Germania A.-G. kann ibre Ilntcrbilanz von 164 104 M. auf 113 131 M. er- mäßigen.— Die zwischen der Brauerei Pfefferberg vormals Schneider u. Hillig. A.-G. in Berlin, und der Bergschloß- brauerei, A.-G. in Berlin, schwebenden Zusammenschluß- besirebungen haben srtzt zum Abschluß einer Interessen- gemeinschast geführt. Soziales. Neue Meldevorschriftcn für den Hilfsdienst. Ueber die Meldepflicht der HiliSdienstpflichngen hat der Reichskanzler eine neue, verschärfte Bekanntmachung erlassen, auS der wir das weseniliche berausbebcn wollen. Alle männlichen Deutschen, die nach dem 31. März 1838 gc- boren sind und nicht dem aktiven Heere oder der Marine angehören oder aur Grund einer Reklamation vom Dienste im Heer oder in der Marine zurückgestellt sind, sowie alle männlichen Angehörigen der österreichisch-ungarischen Monarchie, die nach dem gleichen Tage geboren sind und nicht zum aktiven Heer oder zur akiiven Marine gehören, hoben sich an ihrem Wohnort aui öffentliche Aufforderung der OrtSbehörde innerhalb der von dieser gestellten Frist persönlich zu melden. Nicht zu melden brauchen sich diejenigen, die sich auf Grund der früheren Verordnungen vom 1. März 1917 schon ge- meldet hoben und sich darüber durch Vorlegung des gestempelten AbreißstreffenS der Meldekarte ausweisen können. Dagegen müssen sich auch die melden, die früher von der Melde- Pflicht beireit gewesen sind, es find dieö Personen, die beichäsiigt sind ir» Reichs-, Staats-, Gemeinde- oder Kirchendieiist, in der öffentlichen Arbeiter- und Angestelltenvcrsichernng; als Aerzte, Zahn- ärzte, Tierärzte oder Apotheker; in der Forst- und Landwirtichasi; in der See- oder Binnenfischerei; in der See- oder Binnenichrffahrl; im Eiienbahirbeirieb, einschließlich des Betriebs der Klein- und Strasieiibahnen; auf Werften: in Berg- und Hüttenberrieben; in der Pulver-, Sprengstoff-, MunitionS- oder Waffenfabrikation; in einzelnen kriegswichtige» Betrieben, die von der KriegsamlSftelle kür ihre Bezirke bezeichnet worden sind. Alle diese Personen müssen sich also jetzt ebenfalls zum Hilfsdienst anmelden. Zulässig ist auch jetzt die Anmeldung durch Ausfüllung einer vorgeschriebenen Karte. Dies befreit von der persönlichen Meldung. Wo die Karte zu erhalten ist. ist in der behördlichen Aufforderung zur Meldung bekannt zu geben. Wenn die Angaben in der schrifi- lichen Meldung nickt genüaen oder Bedenken gegen ibre Richtigkeit bestehen, kann die Orisbehörde den Meldepflichtigen vorladen und event. sein Erscheinen erzwingen. Für alle Meldepflichtigen gilt, daß sie ans Aufforderung des Borsitzenden des EinberufungSauSschusieS persönlich ericheinen und Auskunft erteilen muffen, auch muffen sie sich aus Anordnung ärzl- lich untersuchen lasten, sofern dies nötig ist, um zu prüfen, ob sich der Hilfsdienstpfltchtige für eine bestimmte Arbeit eignet. Personen, die nach Ablauf der von der Ortsbehörde bestimmten Meldeftist auS dem Heere oder der Marine aus anderen Gründen als infolge einer Reklamation ausschieden, haben sich persönlich innerhalb zwei Wochen bei dem für ihren Wohn- oder Aufenthalts- ort zuständigen Einberufungsausschuß zu melden, ebenio olle Deutsche oder Angehörigen der österreichisch-ungarischen Monarchie. die nach Ablauf der Meldefrist 17 Jahre alt werden, oder ihren Wohnsitz in daS Reichsgebiet verlegen, soweit sie nickr zum aktiven Heere oder zur Marine gehören. Von der persönlichen Meldung befreit auch in diesen Fällen die Anmeldung durch die vorgeschriebene Karte. Scheidet ein Meldepsticktiger vor Vollendung de? sechzigsten Lebensjahres aus der Beschäftigung bei seinem Arbeitgeber auS, oder wechselt er seine Wohnung, so hat er dies iväieilens am dritten darauf folgenden Werktag dem für seinen Wohnort und, wenn er diesen wechselt, für seinen bisherigen Wohnort zuständigen Einberufungsausschuß mitzuteilen Dabei ist eme neue Täliglcit. ein neuer Arbeitgeber, die neue Wohnung sowie eine etwaige inili- tärische Einberufung anzugeben. Auch dem Arbeitgeber liegt die Meldepflicht innerhalb der gleichen Meldesrist ob. Wird einem Arbeitgeber ein HiliSMenstpflichtiger überwiesen, so ist gleichfalls spätestens bis zum dritten Werktag dem überweiseiiden Ausschuß mitzuteilen, ob der Hilssdienstpflichlige eingestellt worden ist und ob er die Arbeit ausgenommen hat. Wer die vorgeschriebenen Meldungen schuldhast unterläßt, cs der Aufforderung, sich peisvnlich zu melden, nicht Folge leistet a.. die erforderliche Austunsl verweigert, kann mit einer Ordnuoge- straf» bis 100 M. oder mit Haft bis zu drei Tagen beslra't werden. Mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark wird best! oft, wer in einer Meldung, Miiteilung oder AuSkunftSerteilung wiffentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht. VerantwortliS kür Politik: Erich finttner, Berlin: für den übrigen Teil deS Blattes:«Med Scholz, liculölln: tür Interale: Tb. Glocke, Berlin. Truck s. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei n. VerlagsantlaU Paul Singer 4 Co.. Berlin SW Hierzu 1 Beilage nnd UnlrrbaltvnaSbtalt. f �IDas praktische und das Elegante, das ein- fach Vornehme und das Flotte, Be- siechende, alles ist in gleicher Reich- haliigkeiibeiuns vertreten, und in allen Preislagen, in allen Größen zu Ihrer Verfügung. 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