Ar.33l. 34. Jahrg. Bezugspreis: »lertkliShrl. 4,60 Ml. monail. 1,503». frei ins Hau« Borauszahwar.Einzelne Nummern lOPsg. Postbezug: Monatlich 1�0 Ml. Unier Kreuzband filr Deullchland und Oesterreich. Ungarn S.- Ml. sSr da» übrige Ausland 4.60 Ml. monatirch. Versand in» Feld bei direlter Lestellung monail. 1,60 Ml. Bostbestellungen nehmen an DSne- marl, Hollana. Luxemburg. Schweden und die Schweiz. Eingelragen in die 'Host.zeirungt-Vrrtsliste. Erscheint täglich. Telegramm- Adresse: »Sozialdemokrat Berlin". Verltnev Volksltlcrtk. ClOPfennia) Stet Anzeigenpreis beträgt f. die siebenaespaltene Kolonel- -eile 60 Psg.„Kletue«Ii bat! settgedruckte Wort 20 „»leine Anzeigen" tc Wort 20 Psg. szu- lästig 2 fetigcdrurli« Worte), jede-? weiter» wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlalstcllenanzeigc» da. crlte Wort 10 Psg. jedes wettere Wort 6 Psg. Wort» über 15 Buchstaben zähle» sür zwei Wort«. Teuerungszuschlag 20«» Familie«» Anzeigen 50 Psg.. bolittsche u. gewcrklchasUiche Vereine. . gen 40 Psg die Zeile. die nächste Nummer müssen I»tzr nachmiit. im Hauptgeschäft.» Berlin SW.SS, Lindenstraiie«. ab» gegeben werden. Geöffnet von Zlihr früh bis 7 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratf fcben parte» Deutfcblands. Reöaktion: SW. 6$, Linöenstrahe 3. Fernsprecher:«rat Morivvlan. Str. Iii» SV— Ifil 97. Expeöttion: EW. 68» Linöenstrahe 3. Feraivrecher: Amt Modttzplatz, St«,»ii»»0— Iii» 97. Die Sleftentente verweigert Blaffenltillftand. Englische Angriffe bei Passchendaele.— Fortdauer der Schlacht bei Cambrai.— Masniöres vom Feinde gesäubert»— Starke englische Gegenangriffe zurück- gewiesen.— Indische Kavallerie!—60 englische Geschütze, 100 Maschinengewehre erbeutet! Amtlich. Großes Hauptquartier, den 2. Dezember »917. westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Krinprinz Rupprrcht. In stlandera steigerte sich das tagSiibrr mäßige Feuer am Abend beiderseits von Paeschendaele zu größter Heftigkeit und blieb auch dir Rächt hindurch stark. Tie Kämpf« bei Cambrai dauern an! In dem Abschnitt von Jnchy bis Bourlon entwickelte sich nach erfolgrcickien eigenen»lntcrnehmungen am Rachmittage lebhafte Artillerirtätigkeit. Feindliche Jnfanterieangriffe wur» den westlich von Moruvres durch unser Feuer erstickt, östlich von Mocuvrcs brachen sie vor unseren Linien zusammen. DaS Dorf MaSnierrS wurde vom Feindr gesäubert, Gefangeue wurden dabei eingebracht. Starke Gegenangriffe richtete der Feind mit neu heran- grführtra Kräften gegen die ihm auf dem Westufer der Scheide entrissenen Stellungen. Nach erbittertem bis in die Dunkelheit währenden Ringen warfen wir drn Feind zurück. Au» Cpehy heraus anreitende indische Kavallerie wurde zu- sammengcschossen. Gleichen Mißerfolg hattrn Infanterie» angriffe, die der Feind nach starker Feuervorhrrcitung gegen unser« Linien westlich von Benbhuille ansetzte.' Der gestrige Tag kostete dem Engländer besonders schwere Berluste. Mehrere Hundert Gefangene blieben in unserer Hand. Au» dem Kampfgebiet wurden bisher KV erbeutete eng- tische Geschütze und mehr al» 100 Maschinengewehre geborgen. Krplenkos waffenftillftanüsbefehl. Amsterdam, 3l). November.„Times" erfährt aus Petersburg: Ärhleuko befahl den Armren, den Kampf einzustellen, aber auf der Hnt zu sein, keine Ver» brüderumgen zu versuche« und da« Ergebnis der Unter- Handlungen abzuwarten. Die Westentente verweigert die Antwort. England, Amerika, Frankreich protestieren. Petersburg, 23. November.(Rentrrmclduug.) Bor- behaltlich endgültiger Anweisungen der englischen Regierung, die noch nicht eingetroffen sind. Hat B u ch a n a n ivlgende Erklärung veröffentlicht: Tie Note Trotzkis, dir einen W a f f e n st i I l st a n d vorschlägt, wurde der Botschaft 13 Stunden, nachdem der Oberstkommandierende im Haupt- quartier den Befehl zur sofortigen Eröffnung von VerHand- lungen erhalten hatte, zugestellt. Tie Alliierten sahen sich also einer vollendeten Tatsache gegenüber, bei der sie nicht um Rat gefragt waren. ES ist sür den Botschafter unmöglich, dir Noten zu beantworten, die eine von seiner eigenen Regierung nicht anerkannte Re- g i e r u ng an ihn gerichtet hat. Tas Reutersche Bureau erfährt, das Gerücht, Buchanau habe Petersburg verlassen oder beabsichtige, eS wenigstens sür jetzt zu verlassen, sei unrichtig. Damit lehnt England da» russische Waffenstillstandsangebot in der schroffsten Form ab. Die Richtan kennung der russischen Regie- rung ist nur ein fadenscheiniger formalistischer Vorwand, hinter dem sich der unveränderte Kriegswillen der englischen Regierung verbirg:. Der Vorwand ist nicht einmal rein juristisch stichhaltig, da nach völkerrechtlichen Grundsätzen jede Regierung anzuerkennen ist, welche die tatsächliche Macht in Händen hat., Bern, 2. Dezember.„Matin" meldet aus New Kork, die Regierung der Vereinigten Staaten werde auf die Note Trohkiö nicht erwidern und lediglich ihren Empfang bestätigen. Petersburg, SO. November.(Reuter.) Der amerikanische Militärbcvollmächtigte im Hauptquartier de» russischen GeneralsiabeS hat D u ch o n i n einen energischen Protest der Re- gierung der Vereinigten Staaten gegen den Abschluß eine» Sonder- Waffenstillstandes durch Rußland übermittelt. Auch der französische Militärbevollmächtigte teilte Duchonin mit, daß Frank- reich die vollmacht der Volkskommissare nicht anerkenne und daß es Heeresgruppe Deutsche»»renprU». Nördlich von Pino» brachten StunntrichpS von erfolg- reicher»lnternrhmung Gefangene ein. Ein franzSsifcher Vorstoß westlich von vrimont scheiterte. Auf dem östlichen Maasnfer lebte da» Artillerirfcuer nur vorübergehend auf. Herrrsgruppr Herzig vlbrecht. Beider seit» von vltkirch erhöhte»rtillerietätigkri«. Oestlicher Kriegsschauplatz Keine größeren Kampfhandlungen. Mazedonische Front Zwischen Ohrida- und Prrspa-Se« sowie im Cerna-Vvgea lebte da» Feuer auf. Westlich»om Ohrida-Tee und am Vardar erfolgreiche ErknndnngSgefechtr. Italienische Front. Nicht» Neue». Der Erste Generalquartirrmristrr. Ludrndorff. Abendbericht. Berlin,?. Dezember 1317, abends. Amtlich. Bei PaSschendaele sind örtliche englische Angriffe ge- scheitert. Bon de» anderen Fronten nichts Neues. Der österreichische Bericht. Wien, 2. Dezember, vmtlich wird verlantbart: Auf dem Monte Pertiea wurde wieder ei» italienischer Angriff abgeschlagen. Tonst über venrtir» nichts z« melden. An der unteren vojufa verlief ein Stoßtruppuntrrnrhmrn erfvlgrcich. Im Osten keine erwähnenswerte KriegShandlung. Der Chef de» Generalstabr». da» Vertrauen hege, daß da» russische Oberkommando all« verbreche- rischen Verhandlungen ablehne:: werde. tdefterreichs Antwort eingetroffen. Wien, 1. Dezember.(Meldung des Wiener K. K. Telegr.- Korresp.-Bureaus.) Die Antwort der österreichisch. ungarischen Regierung auf das russische Rundtele- gramm vom 28. November wurde am 28. November nachts funkentelegraphisch nach Zarskoje Sselo aufgegeben. Die genannte russische Funkenstation bestätigte den Emp- fangderDepescheam30. November nachts durch Funk- spruch:_ Trotzti fetzt üie störrischen Botschafter ab. Kopenhagen, 2. Dezember. T r o tz k i hat die hiesige russische Gesandtschaft telegraphisch aufgefordert, unverzüglich zu ant- Worten, ob sie sich dem neuen Regime anschließe, andernfalls habe sie sich al» abgefetzt zu betrachten und die Gesandtschaft einem Mit- gliede zu übergeben, da» bereit sei, dem neuem Rußland zu dienen. Die Gesandtschaft beschloß, da» Telegramm Trotzki» unbeantwortet zu lassen. Petersburg,- 2. Dezember. Trotzki hat den russischen Botschafter in Paris, Maklakoff, feine» Amte» enthoben und erklärt, daß Maklakoff» Teilnahme an der Konferenz der Alliierten ein StaatSvrrbrechen fein würde. Die Petersburger Wahlen. Au» Stockholm drahtet unter Sonderberichterstatter: Die Wahlbeteiligung in Petersburg, die ca. SO Proz. betrug, bestätigt nicht di« Behauptung allgemeiner politischer In« differenz in Rußland. Der Prozentsatz ist relativ recht hoch zu nennen angesichts de» Umstände», daß auch die politisch noch uner- erzogenen Frauen da» Wahlrecht haben, ferner in Anbetracht de» allgemeinen Kulturniveau» der Bevölkerung und der Massenflucht der Bourgeoisie.* Amsterdam» 2. Dezember. Reuter meldet au» Petersburg: Petersburg ist in der Verfassunggebenden Versammlung u. a. ver- treten durch die Maximalisten Lenin, Trotzki und Frau K o- Ion tat und die Kadetten Miljukow und Rodits�ew. Unter den gewählten Sozialvevolutionären befindet sich T s ch e r- n o w. Die maximolistifchen Kommissare haben alle Militär- akadenrien geschlossen. hinöenburg unö Luöenöorff über Sie Weltlage. Hindenburg und Ludcndorff hatten mit dem Berliner Korrespondenten der„Neuen Freien Presse", Dr. Paul Gold- mann, eine Unterhaltung über nrilitärische und politische Fragen. Die beiden Herren gehören zu den größten Gene- rälen aller Zeiten, und man müßte schon eine militärisrtie Autorität ersten Ranges sein, um sich auf dem ihnen eigenen Gebiet auf einen Disput mit ihnen einzulassen. Anders steht es freilich dort, wo hr Gespräch iauf tas politische Gebiet hinübergleitet. Die Kritik schweigt, wenn Ludendorfs erklärt:„Ter Krieg wird nicht als Remispartie abgebrochen werden, er wird für uns günstig entschieden werden... Der Frieden wird um so eher herbeigeführt werden, je günstiger unsere Kriegslage wird." Aber man muß doch Zweifel hegen, ob der Bericht- erstatter richtig gehört hat. wenn er Hindenburg hinzufügen läßt:„Deshalbwollen wir jetzt nicht mehr vom Frieden sprechen, der Frieden ist eine noch zu zarte Pflanze, um auf die Dauer die Berührung zu ertragen." Aus den Worten LudendorffS spricht die Zuversicht auf ein glückliches Vollbringen, die jeder haben muß, der an einem großen Werk arbeitet. Aber zu der Aeußcrung des Genera!- feldmarschollS muß wohl zu bemerken erlaubt sein: Seit dem 24. November haben wir Waffenstillstand mit dem russischen Weltreich, die eigentlichen Friedensverhandlungen sollen soeben beginnen,' und ernste Politiker sind der Mci- nung, daß damit der a I l gc ni e i n e Frieden bedeutend näher gerückt ist. Man muß sich nur daran erinnern: wie sich eben erst einer der ersten Staatsmänner Englands, Lord Lansdowne, über diese Frage ausgesprochen hat. Und da sollte man nicht vom Frieden reden? Ja, wenn jetzt nicht, wann denn sonst? Ganz besonderes Interesse weckt, föatz Ludendorff über Amerika und den U-Boot-Krieg sagt: Hätte sich nicht die Aussicht auf die amerikanische Hilfe er- öffnet, so hätten die europäischen Westmächte sich gewiß schon zum Frieden geneigter zu machen. Da» sollte durch die den Vvrwanb für seinen Eintritt in den Krieg gegeben hat, fv ist diese Frage gleichbedeutend mit der Frage, ob unser U-Boot- Krieg richtig war. In diesem Punkte hat sich meine Ueberzeugung nicht geändert. Der U-Boot-Krieg war richtig, er hat geleistet und leistet weiter, WaS wir von ihm erwartet haben. Wir haben nicht daran gedacht, daß unsere N-Boate England in ein paar Monaten aushungern würden. Wenn ich Ihnen Einblick in die Akten der Obersten Heeresleitung geben dürfte, so w-ürdcn Sie daran» ersehen, daß wir von Anfang an mit dem U-Boot-Krieg weniger besondere als allgemeine Wirkungen haben hervorbringen wollen. Unser Ziel war nicht, England auszuhungern, sondern es z u m Frieden deneigter zu machen. Da» sollte durch die Verminderung de» Schiffsräume» erreicht werden, über den Eng- land verfügen kann, ohne daß damit gesagt ist, daß gerade der Hunger England zum Frieden zwingen muß. Nicht minder wichtig al» die Lebensmittelzufuhr, ja vielleicht in mancher Hin- ficht noch wichtiger, ist für England die Versorgung mit Kohle und Grubenholz. Hier treffen unsere U-Boote den Feind an seiner empfindlichsten Stelle. Ludendorffs Beweisführung steht mw fällt mit der Bc- hauptung, daß der U-Boot-Krieg für Amerika nur ein Vorwand gewesen sei, in den Krieg einzugreifen. Wer die diplomatischen Verhandlungen vom Frühjahr 1916 verfolgt hat, weiß aber, daß sich Amerika schon damals für den Fall, daß Deutschland den uneingc- schränkten U-Boot-Krieg eröffnete, auf den Krieg fest- > gelegt hatte. Sein Eintritt in den Krieg war als Folge des uneingeschränkten U-Boot-Krieges vorauszusehen und ist von sozialdemokratischer Seite für diesen Fall bestimmt pro- phe�eit worden. Erst durch den U-Boot-Krieg konnte in dein pazifistischen Amerika eine Stimmung entstehen, die der Kriegspartei Obertoasser verschaffte. Nun sagt aber Luden- dorff:„Hätte sich nicht die Aussicht auf die amerikanische Hilfe eröffnet, so hätten die We st mächt« sich gewiß stchon zum Frieden entschließen müssen." Glänzender kann die Stellung, die die sozialdemokratische Partei und Presse zu den Entschlüssen dcS 1. Februar einnahm, nicht gerechtfertigt>v erden! Ludcndorff sagt weiter, man hätte nie daran gedacht, England in ein paar Monaten aushungern zu können. Er be- stättgt damit das, was der„V o r w ä r t S" schon zu Beginn deS U-Boot-Krieges unter dem Kreischen und Toben der all- deutschen Presse behauptete. Damals galt jeder, der an der AushungerunA England? binnen wenigen Monaten zweifelte, als halder Landesverräter. Einst War es paradox, aber heute bestätigt es die Zeit und Ludendorfs. Ueber die r u s s n ch e N c v o l u t i o n sagte Ludendorff: Wenn mir jemand sagt, die russische Revolution sei ein Glücks- zusall für uns gewescu, so protestiere ich immer: die Revolution in Rußland war kein Glückszufall, sondern die natürliche und notwendige Folge unserer Kriegführung; mit dem modernen Kriege hat es eine eigene Bewandtnis. Früher Haiden die Armeen gegeneinander Krieg geführt, jetzt ist es ein Krieg der Volker. Früher ging der Krieg dadurch zu Ende, daß die feindwche Armee besiegt wurde; jetzt endet der Krieg mit der Be- siegung des feindlichen Volkes. Tas haben wir alle vor diesem Kriege noch nicht gewußt und haben es erst lernen müssen. E n t- «s ch e i d u n gssch l ach te n, wie in früheren Feldzügen, gibt es nicht mehr, oder vielmehr sie entscheiden, wie die Schlacht bei Tannenberg bowieseu hat, nicht unmittelbar, sondern mittelbar. Tie militärischen Niederlagen erschüttern das Vertrauen deS Volkes zu feiner Regierung. Die Opposition verstärkt sich, gewinnt Macht, die Regierung stürzt und wenn, wie in Nußland, da? ganze Svstcm morsch und reif für den Verfall ist, so kommt eS zum allgemeinen Zusammenbruch. Nein, die russische Revolution ist kein glücklicher Zufall, sie ist die Folge unserer S'i e g e. In dieser Auffassung liegt doch eine starke Unter- s ch ä tz u n g der russischen Revolution. Es fehlt in ihr jede Erklärung dafür, warum nicht andere Völker, die doch auch schweres militärisches Mißgeschick erlitten, ähnlich handelten wie das russische. In Italien z. B. hat die deutsch-öster- reichische Offensive einstweilen politisch gerade umgekehrt gewirkt, und die kreditverweigeruden offiziellen Sozialiften zu Landesverteidigeril gemacht. Das militärisch geschlagene Nuß- land, das seiner Natur und seinen revolutionären Ueber- lieserungen nach den umgekehrten Weg ging, ist damit- geistig zu einer gewaltigen Erscheinung im europäischen Völkerleben geworden. Damit ist nicht gesagt, daß das, waS für Rußland richtig war, für andere Völker gleichfalls richtig sein inuß— der„Vorwärts" vertritt bekanntlich diese Ansicht nicht—, aber der Bedeutung der russischen Revolution, die Ludendorfs'nur als Glied in einer Kette militärischer Ur- lachen und Wirkungen sieht, ist damit der richtige Platz in der Weltgeschichte angewiesen. Alles in alleni mag noch folgendes gesagt sein: Die Gene- > äle führen den Krieg und die Staatsmänner den Staat. Sol- baten sprechen als Soldaten und Politiker als Politiker. Wir hegen den lebhaften Wunsch, daß die deutsche Politik fortab mit derselben Sachkunde und mit derselben Energie aus den frieden gerichtet sein möge wie die deutsche Kriegführung auf den Sieg. Das ist die natürliche Arbeitsteilung. Darum mögen sich die H e r t l i n g, Paper, K ü h l m a n n als Staatsleiter den Heerführern ebenbürtig erweisen; daß sie es sind, dafür tragen sie vor dem ganzen deutschen Volk die Per- antwortung. Für eine kraftvolle, zickbewußte Politik, die auf die baldige Herstellung eines dauernden Weltsriedens ge- richtet ist, finden sie im Volk eine so ungeheure Unterstützung, daß sie sich, wenn sie nur wollen, auch durchsetzen können. Mögen sie erst einmal in den Verhandlungen mit Rußland der Welt zeigen, wie ein ehrlicher Frieden ohne An- ncrioneiiundKontributionen gemacht wird. Wir erleben entscheidende Augenblicke, in denen Schwächever- I> ä n g n i s v o l l sein könnte. Darum: die Kriegführung den Generälen, die E n t s ch e i d u n g in allen politischen Fragen -Ver denen, die dazu berufen und dafür verantwortlich sind. 2amit gewinnen wir erst das richtige Verhältnis zwischen .Kriegführung und Politik! *• Ans der Unterredung der beiden Heerfichrer seien noch folgende Stellen wiedergegeben: Tie Ffmge des Waffenstillstandes. Den Anfang(mit dem Frieden), sagte General Ludcndorff, scheinen die Russen machen zu wollen. Erst muß die Sicherheit bestehe», daß die Regierung auch die Macht hat, das Ergebnis der Verhandlungen mit uns nach iiwten und außen durchzusetzen. Einen Waffenstillstand mit Rußland können wir aller- dings jederzeit schließen, sobald wir die Sicher- lseit seiner Einhaltung haben. Di« Frage eines all- gemeinen Waffenstillstandes dagegen wird schwierig sein, ich will nur die eine Frage herausgreifen: Sollen sich während eines allgemeinen Waffenstillstandes unsere U-Boote jeder Kampf- tatidlung enthalten und währenddessen die Handelsschiffe ungestört nach England, Frankreich und Italien fahren und dadurch die Lage der Gegner verbessern, während wir keine Zufuhren erhalten? Ein Waffenstillstand von einer Dauer von drei Monaten, von dem öfter gesprochen wird, ist reichlich lang. In drei Monaten kann sich m den feindlichen Landern vieles zu unserem Schaden verändern. Man muß sich in kürzerer Zeit klar werden und zu Entschlüssen kommen, wenn die militärische Lage nicht Schaden leiden soll. Ueber die russische Armee sagt Hindenburg: Große Kampfhandlungen find, soweit man gegenwärtig ur- teilen kann, von ihr wohl kaum mebr zu erwarten. Natürlich läßt iicb auch hier nichts mit absoluter Sicherheit voraussagen. Bielleicht reiht in Nußland schließlich irgendein GrwaltSmensch, ein Nikolai Nitolajewitsch oder einer von ähnlicher Art, die Macht an sich und peitscht das kriegSmiide russische Heer noch zu einer letzten Bnstreu- flung auf. (Das wäre natürlich ein höchst ungünstiges Ereignis, daS nach' Kräften zu verhindern, Aufgabe der deutschen Politik ist. Red. d.„V.") Ueber die Lage a» der Westfrout. sprach sich Hindenburg mit voller Beruhigung und Zuversicht aus. Das System der Verteidigung dort fei ein elastisches, bei dem auch einmal eine Stellung aufgegeben werde, aber mit dein Siegen, die sie feiern, würden die Engländer doch niemals nach Bel- g i e n oder an den Rhein kommen. Von den beiden Gegnern feien die Franzosen die gewandteren, die Stärke der Engländer liege an der zahlenmäßigen Ueborlegenheit ihrer Artillerie.»Und was das Ende des Krieges mit Frankreich anlangt, so gelingt es unS vielleicht noch, einen entscheidenden Schlag zu führen, obwohl ja ein einzelner Schlag den heutigen Krieg kaum mehr entscheidet. Die Zeiten der Schlacht von Sedan sind vorüber. Wie ich vorhin sagte: Im modernen Bölkerkrieg werden die Völker besiegt, nicht die Armeen, VolkSkraftringt gegen Volkskraft. In einem Kriege zwischen Deutschland und Frankreich kann es keinen Augenblick zweifelhaft sein, wer in einem solchen Ringen der Volkskraft Sieger bleiben muß." � Die amerikanische Hilfe. beantwortete Hindenburg ziemlich wegwerfend. Die Reklame dafür sei des Landes würdig, das einen B a r n u m hervorgebracht habe. Die Amerikaner würden auch aus Sorge vor Japan ihr Land nicht von Truppen entblößen wollen. Tie Offensive in Italien. Ludendorff:..Je mehr die Jahreszeit vorrückt, um so mehr wachsen die Schwierigkeiten namentlich im Gebirge. In den Bergen haben unsere Truppen bereits Kältetemperaturen bis zu dreißig Grad durchgemacht. Und schließlich mutz jede Offensive einmal einen längeren Aufenthalt oder ein Ende haben. Der Angreifer findet zerstörte Eisen- bahnen und Straßen vor, die er erst wieder herstellen muß, tväh- rend der geschlagene Feind hinter sich die unversehrten Eisenbahnen femes Landes hat, auf denen er Verstärkungen heranziehen kann." Wilsons Verheißungen an Rumänien. Washington, 2. Dezember.(Router.) Wilson hat an den König von Rumänien folgendes Telegramm gesandt: Das Voll der Ver- einigten Staaten hat mit den wärmsten Gefühlen von Sympathie und Bewunderung verfolgt, wie mutig König und Volk in Rumänien kämpfen, um ihr« nationale Selbständigkeit und Freiheit vor der Herrschaft des deutschen Mili- tarismu» zu bewahren.(Die niemals von Deutschland im mindesten bedroht waren! Rumänien hat bekanntlich den ausge- sprochensten Eroberungskrieg angefangen. Red. d..V.".) Die Re- gierung der Bereinigten Staaten ist entschlossen, Rumänien in seinem Kampfe weiter beizustehen. Gleichzeitig möchte ich Euer Majestät versichern, daß die Vereinigten Staaten Rumänien nach dem Krieg so weitgehend wie möglich unter- stützen werden und daß sie bei den schlietzlichcn Friedensverhand- lungen alle ihre Bemühungen darauf richten werden, um sicherzu- stellen, daß Rumäniens Selbständigkeit als freie und unabhängige Nation völlig gewahrt bleibt. Ob Wilson im Ernst glaubt, durch diese ZukunftSprophezeiungen Rumänien zur Fortsetzung des Krieges auf eigene Faust zu ver- anlassen, wenn Rußland Frieden schließt?! Ein Ereignis von ungeheurer Tragweite. Westschvieizer Erkenntnis. Bern, 1, Dezember. �Journal de Genöbe"(das äußerst ententefreundliche Westschweizer Blatt) schreibt zu den VerHand- lungen über den Waffenstillstand, Lenin' sei keineswegs g e- kauft, wie man so oft fälschlicherweise behaupte. Die Welt stehe jetzt vor einem Ereignis von unübersehbarer Tragweite. Man dürfe nicht glauben, daß ein großer Teil der russischen Armee den: Be- fehl LeninS nicht folgen wolle. Das russische Voll in seiner un- geheuren Mehrheit fordere mit Lenin den Frieden. Die Stärk« de? A.- und S.-Rates gegenüber der Regierung KercnskiS sei es eben, daß der A.» und S.-Rat dieses Gefühl repräsentiere. Die Lage enthalte für die Mittelmächte eine gewisse Gefahr, weil sie an ihrer Tür einen ständigen Herd von Anarchie und Revolution hätten. Diese Gefahr bestehe aber nur für die Zukunft, währeich der Verband von dem Schlage u n m i t t e l- bar getroffen werde. Für die Alliierten sei der ganze ur- sprüngliche Kriegsplan über den Haufen geworfen und müsse auf eine neue Grundlage gestellt werden. die§iut öer Geheimöokumente. Spaltep.quf Spalten füllon in wörtlicher Wiodcrgabe die Ge- heinrdokumentc au? dem diplomatischen Betrieb der Entente, die' T r o tz k i jetzt in die Oeffentlichkeit. wirst. Wir müssen.uns aus Raumgründen auf eipe gedrängte Wiedergabc des wichtigsten be- schränken. Besonderes Interesse erweckt da» Dokument 240 über Rumäniens Eintritt in den Krieg» vom 7./20. November 1916, unterzeichnet vom russischen Gesandton P o l i w a n o w. ES wird darin geschildert, wie Rumänien je nach der Kriegslage schwankte, welcher Seite es sich anschließen sollte. Anfang 1915, als die Russen in Lemberg und Przemys? standen, zeigte sich Rumänien einem Eingreifen auf Seite» des vermeint- lichen Siegers geneigt, die Verhandlungen scheiterten aber, weil die russischen Militärs(natürlich aus den berühmten strategischen Grün- den". Red. d.»V.") die Bulowina für Rußland haben wollten. Im August 1916 kam endlich ein Abkommen zustande, das Rumänien die Bukowina und ganz TranSsylvanien(Sieben- bürgen) zusprach. Das Unglück, das Rumänien traf, wird auf mangelhaste Vorbereitung, Selbstüberschätzung und die schwankende Politik BratianuS zurückgeführt. In seiner Folge traten(Novcm- ber 1916) in Rumänien Strömungen für einen Sonderfrieden auf. Ueber das„Unglück Rumäniens" ist aber Herr Poliwcmow gar nicht unglücklich. Denn im Falle des Sieges wäre Rumänien ein Staat mit 13 Millionen geworden und hätte auf Beßarabien spekuliert. Darüber macht die ruffische Gesandte längere AuSführun- gen, die den ganzen Zynismus der weiland zarischen Diplomatie erkennen lassen. Ueber daS Ucbcrcinkommen mit Italien vom Jahre ISta. unterrichtet ein»im höchsten Grade geheimes" Dokument. Danach datieren die Versuch«, Italien cinzufangen, schon vom Kriegsbeginn. Bülow gelang es. Italien ein halbes Jahr lang zurückzuhalten. In der zweiten Hälfte des Februar besserten sich wieder die Aus- sichten der Entente. Rußland hegte aber.Besorgnisse", daß durch den Eintritt Italiens sich die Verhältnisse unter den Bundesgenossen verwickeln könnten. Ssasonow meinte, die Initiative müßt« von Italien selbst ausgehen. Ende Februar 1916(alten Stil») begannen aus Wunsch deS italienischen Botschafters die Verhandlungen in London, an denen Grey und die Botschafter Rußlands und Frankreichs teilnahmen. Sie wurden durch BülowS Anstrengungen, österreichische Zugeständnisse zu erlangen, kompliziert. Frankreich und Rußland sahen die Forderung Italiens als übertrieben an. Frankreich in erster Linie, soweit sie den süd- östlichen Küsten deS Adriatischrn Meere« galten, Rußland wieder betr. die Territorien nordöstlich de? Adriatischen MrmS. Sechs Wochen gingen hin bis zur Festlegung von Details in der Frage der Zukunft der albanischen und dalmatinischen Zone. DaS russische Außcnministerium hielt bestimmt an den Jnter- essen der Südslawen fest und forderte für Serbien den ge- sicherten Besitz des Zuganges zu einem Hafen, wobei das Mini- sterium Schritt für Schritt die Ansprüche Italiens auf einen größeren Küstenstreifen und auf Neutralisicrung der Serbien zuerkannten Ge- bie�e zurückschraubte. Rußland drängte dann auf ein Eingreifen Italiens, weil ihm an diesem Eingreifen in Wirklichkeit nicht viel gelegen war. Also auch hier: Neid um das Fell deS unerlegicn Bären unter den Bundesgenossen! Die Aufteilung Kleinaffens. Nach einem englisch-russisch-französischen Abkommen(Mitteilung vom 21. Februar 1917) sollte Rußland erwerben Erzerum. Tra- pezunt, Man und BitliS, sowie das Terriwrium Süd- turkestan Linie Musehaser— Dihnemar Amalia, persische Grenze. Endpunkt der russischen Erwerbungen am Schwarzen Meer wäre ein künftig noch zu bestimmender, das Wilajet?lden und ein im Süden durch die Linie Fintab— Madrin begrenztes Territorium bis zur künftigen russischen Grenze und im Norden begrenzt durch die Linie Ala Daza— Kessaren— Akdaga— Jldos, das Sara Obin Chaiput. Großbritannien sollte erwerben den südlichen Teil von Mesopotamien mit Bagdad und bedingt sich in Syrien die Häfen Hausa und Akka aus. Nach Uebereinkornmen Mischen französischen und englischen Ge- bieten werde»ine Konföderation arabischer Staaten oder ein unabhängiger arabischer Staat gegründet werden, für welchen die Einflußsphären gleichzeitig bestimmt werden. Alexan- drette wird als Freihafen erklärt. Palästina sollte vom türkischen Territorium abgetrennt und einem besonderen Regime unterstellt werden, nach Ver- einbarung Mischen Rußland, Frankreich und England. Friedensbemühungen Teutschlands. Am 11. Mai 1916 meldete Ssasonow, der deutsche Gesandte in Stockholm habe sich zweimal an den japanischen Gesandten dort ge< waiwt, um nhn für einen deutsch-russisch-japanischen Frieden zu gewinnen. Ssasonow verlangte aber, daß deutsche Vorschläge zugleich den Wesrmächten unterbreitet würden. Italien in Not. Am 31. Oktober 1917 bat Sonnino, in Petersburg anzu- fragen, ob Rußland, wenn auch nicht zu einer wirklichen Offen- five, so doch zu einer Demonstration an seiner Front schreiten könnte. Der russische Botschafter in Rom unterstützte diese Bitte. Ein Dokument der Kriegsvorzeit— Entwurf eines Vertrags mit Teutschland. Am 17. Mai 1999 wurde dem Zaren das Schema zu einem Vertrag mit Deutschland vorgelesen. Deutschland wollte zur Ver- besserung der Beziehungen die Garantie dafüb übernehmen, daß Oesterreich keine neuen Aktionen auf dem Bal- kan(?) unternehmen werde. Deutschland sollte Rußland bei einer ihm wünschenswert«? Lösung der Sundftage unterstützen. In einen? besonders geheimen Punkt wird gesagt: Für den Fall, daß England Deutschland angrerft, nimmt Rußland eine neutrale Haltung ein. Das Ganze schließt mit solge??dem Satz: Diesem Uebemn- kommen schließen sich a??, soweit es sie angeht, Italien, Eng- land und Frankreich. (Anm. des W. T. B.: Dieser Entwurf ist den deutschen amtlichen Stellen gänzlich unbekannt.) deutschlanö und üie noröischen Neutralen. Eine neue Entente-Jnttige. Berlin, 2. Dezember. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Ritz aus Bureau bringt aus Washington nachstehende Meldung: Die Nachrichten über Deutschlands Pläne bezüglich Dänemark werden in der amerikamsch«? Presse lebhaft kommentiert. So schreibt die„World": „Die skandinavische Lage, die eine Folge von Deutsch- lands Ärobung, in Dänemark einzudringen, sei, müsse ernste Bestürzung in Amerika hervorrufen. Die Mitteilung hat indessen weder die offiziellen noch die diplv- . maiischen Kreise in.Washington überraschte. Merden würde und wenn sich die amerikanischen Redaktio:?«, er» klareres Bild und besseres Verständnis der wirklich«? Schwierigkeiten bilden würden. Das Handelsfachblatt.Börsen" schreibt: Die wiedergegeben«? Gerüchte find von einem h äch st bösartigen Charakter ?n?d müssen dämscherseits als vollkom???en falsch entschieden werde??. Schwedisches Presseecho der Kanzlerreüe. Stockholm, 2. Dezember.(Eig. Drahtbericht des„Vorwärts".) Das enteniefrcnndliche Blatt„Dagcns Nygheter" hebt auS der Kanzlerrede hervor, daß Deutschland an dem Verständigungs- frieden gemäß der Papstnote festhalte. Die. Aeutzerung. daß hiermit kein Freibrief für die Kriegsverlängerer gegeben sei, habe wohl jene Richtung in Deutschland befriedigen sollen, die nur schwer aus einen Machtfticden verzichte. Auf'die Neutralen hätte die Rede ohne diesen PassuS noch günstiger gewirR, aber man müsse sich gerechter- werfe in die Stimmung Deutschlands versetzen, daß sich von einer Weltkoalition angefallen glaube. Von dieser Beurteilung hebt sich„Socialdemokraten" ab, der schreibt, das ausgebliebene Dementi der Annexionspläne zugleich mit den Erklärungen über das Selbstbestimmungsrecht der okkupierten Ostländer wirke zweideutig, so daß es für uns ausgeschlossen scheint, daß sich die deutsche Sozialdemokratie hinter die Hertlingschen Erklärungen stellt. Die Schlacht von Cambrai. Auf der Großkampffront von C a m b r a i wurde wiederum erbittert gekämpft. In wütenden Gegenangriffen ver- suchte der Engländer unter stärkstem Einsatz aller Kampfmittel das ihm am 30. November entrissene Gelände wieder zu nehnren. Seine dicht massierten Angriffe scheiterten nicht nur über- a l l nach erbittertem Kampfe unter ungewöhnlich hohen Opfern, sondern brachten ihm auch den weitere» Verlust des Torfes Mas- nieres, dessen Besitz in den ersten Schlachttagcn von den Engländern so teuer erkauft worden war. Südöstlich Moeuvres an der Natio- nalstraste wurden 20V neue Gefangene eingebracht und mehrere Maschinengewehre erbeutet, nachdem die englischen Angriffe in unserem Feuer westlich und östlich Moeuvres vor unseren Linien zusammengebrochen waren. In Gegend Gonnelieu und Villers— Guislain versuchte der Feind ebenfalls vergeblich, uns die Erfolge des gestrigen Tages wieder zu entreißen. Hier trieb er sogar Kavallerie gegen unser« Linien vor. Nach erbittertem Kampf brachen überall feine Angriffe blutig zusammen. Zehn zerschossene Tanks be- zeichnen den Platz, wo seine Massenangriffe zerschellten. Haufen zerschossener Menschen und Pferde bedecken das Feld, wo indische Reiter sich für England verbluteten. Die Gefangenen- und Veutezahl Hut sich weiterhin erhöht. Englischer Heeresbericht vom 1. Dezember nachmittags. An der Schlachtfront von Cambrai machte der Feind keinen Versuch. seine Hauptangriffe zu erneuern. Südwestlich von Vandhuille wurden örtliche Angriffe von unseren Truppen erfolgreich abge- schlagen.� Im Tal der Searpe war die feindliche Artillerie tätiger als sonst. J-Orei vom Feinde in der vergangenen Nacht unter- nommens Stpeifcn wurden durch unser Feuer zurückgeschlagen. Wir führten zwei erfolgoeiche Streifen in der Nachbarschafl von Warnewn aus, fügten dem Feinde viele Verluste zu und machten in beiden Fällen Gefangene. Die Kämpfe in Jerusalem. Konstantinopel, 1. Dezember. Amtlicher Tagesbericht. � Sinais r o n t. Auch am LS. November wurden die Kämpfe fortgesetzt. Während es von der Küste bis El-Tire zu größeren Känrpfcn nicht kam und ragSüber bei unseren Truppen südöstlich von Naalin im allgemeinen Ruhe herrschte, wurde der rechte Flügel unserer Mittelgruppe in der Gegend von Bctur-el-Fola stark angegriffen. Nachdem das Dorf und einige Teile unserer Stellung vorübergehend verloren gegangen waren, wurde da» Dorf sofort und alle anderen Stellungen später wieder genommen. Westlich von Jerusalem nur Artillerictätigkeit, kein Jnsantcriegefecht, südlich davon Ruhe. Vor Mersina wurden durch unsere Flieger wieder zwei Wacht. schiffe zur Umkehr gezwungen. London, 1. Dezember. lReutermeldung.) Amtlicher Be- richt aus Palästina. General Allenbv meldet: In der Nacht nom 29, November griff der Feind unstwe vorgeschobenen Stellun- - goriain Südufer des Äabrauja in der Nachbarschaft von Wirket el „JaniuS an und setzte sich knapp vor unseren Linien s e st. Am Morgen des 3V. November umzingelte ein Regiment leichter australischer Reiterei eine feindliche Abteilung und nahm 2 Offiziere und 146 Mann gefangen und erbeutet« vier automatische Gewehre. Am 30. November nahmen unsere Truppen 8 Offiziere und 298 Mann gefangen, die Beit el Fauka besetzt hielten. Sie zogen sich sodann mit ihren Gefangenen auf ihre ursprüngliche Linie zurück. Nanüatsverlängerung üer französisthen Kammer. Bern, 1. Dezember.„ProgreS de Lyon" meldet aus Paris: Ein Gesetzantrag der Regierung über die Berläugerung des Mandats der Kammer setzt fest, daß das Mandat bis sechs Monate nach Einstellung ddr Feindseligkeiten verlängert wird. Das Enüe ües baöifchen Großblocks. Im Aeltcstcnausschuß des badischen Landtags hat der Vorsitzende der sozialdemokratischen Landtagsfraktion Genosse Wilhelm Kolb am Freitag die Erklärung abgegeben, daß sie den Großblock als nicht mehr bestehend betrachte. Taraufhin ist ein Zentrumskandidat zum ersten Präsidenten des badischen Landtags gewählt worden. In einem Leitartikel des Karlsruher„Volksfreundes" begründet Kolb das Vorgehen der Sozialdemokratie. Nachdem die Nationallibcralen im Reich gegen den Verständigungs- frieden und in Baden gegen die Beseitigung des K l a s s e n w a h l r e ch t s bei den Gemcindcwahlen einge- treten seien, sei es für die Sozialdemokratie unmöglich geworden, am Großblock festzuhalten. Hätten die National- liberalen im letzten Landtag auch nur einigerniaßen zu er- kennen gegeben, daß sie ernstlich gewillt Mien, zusammen mit den anderen Parteien des Großblocks eine politische N e u o r i e n t i e r u n g einzllleiten. dann wäre der Groß- block nicht in die Brüche gegangen. So aber sei der Widern stand gegen den Großblock in der sozialdemokratischen Partei lawinenartig angeschwollen und die letzte Hoffnung, die Um- gcstaltung in Baden mit den Nationalliberalen zu beWerk» stelligen, mußte schwinden. Bei der Bedeutung, welche die Bildung des badischen Großblocks für die deutsche Parteientwicklung und namentlich für die inneren Kämpfe in der Sozialdemokratie gehabt hat, wird seine Auflösung in der jetzigen Zeit gewiß nicht un- beachtet bleiben._ Das Zuhrmannslieö. Konkurrenz für die Vaterlandspartei. Im Abgeordnetenhause fand Sonntagmittag eine Bersamm- kung der Leute vom.Unabhängigen Ausschuß für einen dcurschen Frieden" statt, in der zunächst Herr, F u h r m a n n gewaltig über den Reichstag Herzog, der seine Nervcnkraft verloren habe und dem schließlich einfallen könnte, mit dem Schicksal des deutschen Volkes Schindluder zu treiben. Das alles geschehe unter der Tyrannei der crn.c sehr geschickte Politik treiben- den Sozialdemokratie, deren Drohungen und Erpvessun- gen bei richtigem Zupacken restlos zerslcrttern würden. Man brauch« einen Reichskanzler mit Zivilkourage, der auch ein Diktator sein könne, wenn er, nur Gott und der Geschichte verantwortlich, allein für das deutsche Volk arbeite. Die Verantwortung für den Friedensvertrag nehme ihm doch kein Scheidemann oder Erzbcrgcr ab. Gegen englische FriedenSstimmen gelte es, taub zu sein, sie beweisen nur die sich zum Unerträglichen steigernde Wirkung der U-Boote. Professor Schäfer, Admiral Dick, Freiherr v. W a n- g e n h e i m und Landtagsabgeordneter B e u m e r entwickelten dann, nachdem Fuhrmann noch kräftig Hindcnburg und Ludendorff für seinen Ausschuß und die Vaterlandspartei reklamiert hatte, die bekannten Kriegsziele, Belgien, die flandrische Küste und das Erz- decken von Longwy zu behalten, Siedlungsland im Osten zu er- werben, mit Abrüstung und Selbstbestimmung die Engländer vor» angehen zu lassen und die Freiheit der Meere nicht durch Verträge, sondern allein durch Macht zu sichern. Ein polnisches Heer würde niemals mit oder für Deutschland kämpfen und in Oesterreich sollte man nicht verkennen, daß man auch dort ein starkes Deutschland nicht entbehren könne. Interessant war der Vorschlag des Frei- Herrn v. Wangenheim, die Aufbringung der Nahrungsmittel nicht durch verbitternden Zwang, sondern durch genossen- schaftliche Umlegung zu sichern, wobei jeder Landwirt seinen Nachbarn kontrollieren würde und viel wirksamer als dies der Gendarm könne; zwischen diesen ländlichen Genossenschaften und den städtischen Verbraucherorganisationen wäre dann direkt« Verbindung herzustellen.— Eine Entschließung im Sinne der Red- uer wurde angenommen. Die �schmutzige Wäsche* ües 5anüratsamts. Ein Beamter des LandrolSamts von Malmedy im Rheinland wurde in die deuticke Verwaltung nath Belgien berufen. Obwohl doch in Belgien Seife leichter und billiger zu haben ist als in Deutschland, sandte der Beamte austollend viel.schmutzige Wäsche" in einem Dienstkoffer an das Kgl. Landratsamt in Malmedy. Endlich öffnete daS Hauptzollamt einmal einen der vom Kgl. Gouvernement an daS Landralsamt adressierten Koffer, und da. o Wunder: Lackstiefelchen für Damen, seidene Kleider, feinstes Olivenöl, saftige Schinken, duftendes Schmalz lachten die Zöllner an. Der Herr Landrat aber erinnerte sich des Roten Kreuzes und gab die Herrlichkeiten diesem hin. Vorher fand ein Telegramm- Wechsel zwischen Landralsamt und dem Gouvernement in Belgien statt. Noch bedenklicher als diese Geschichte ist die, daß an das Bürgermeisieramt von Büllingen(Eise!) adressiert eines Tages 12 Zentner bestes Sohlleder anlamen. deren Käufer ein Verwaltimgsselreiär gewesen ist. Wie mag der Mann in dieser lederarmen Zeit an die kostbare Ware gekommen sein? Der Ver- waltungssekretär ist plötzlich abgereist. Hoffentlich hat er der Staatsanwaltschaft seine Adresie hmterlaffen. wehe Dergneustaüt! In der.Gummersbacher Zeitung" vom 19. November 1917 findet sich auf Seite 4 folgender Notschrei: Tic deutsche Baterlands-Partei, was sie will und was sie soll. Ueberall im Lande wird eine rübrige Propaganda entfaltet. Nur in Bergueustadt herrscht Grabcsstille. Gibt eS»ur Skat-Jnteresseu? GermanuS. Nun wird es auf Bergneustadt Schwefel und Pech regnen. wenn sich nicht doch noch schließlich fünf Gerechte zu einem all- deutschen Stammtisch finden._ Die Notlage üer Kriegsbeschäüigten. Im Hauptauslchuß deS Reichstag? hat am Freitag eine heftige Debatte um die Erhöhung der Renten der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen staltgefunden. Während der SlaatSsekrei'är v. Siein nur unverbindliche Erklärungen abgab, drängten die Redner der Sofialdemokiatie. die Genossen Stücklen und Ebert, aus sofortige Erhöhung der Renten um mindestens 50 Proz. Bei dieser Gelegenheit wird eS interessieren, daß in den .Mitteilungen", die der Bund der Kriegsbeschädigten und ehemaligen Kriegsteilnehmer jetzt herausgibt, eine Reihe trauriger Fälle von ftriegsbeschädigtenelend namhaft gemacht werden, so u. a. folgendes: Ein Mitglied dc§ Bundes in Dargen war als lungenleidend auS dem Heeresdienst entlasten worden mit einer Rente von 30 M. monallich. Da er hiervon unmöglich leben konnte, war er gezwuligen, täglich zu arbeiten. DieS vertrug aber sein geschwächter Körper nicht, daS Leiden verschlimmerte sich, bis ein »chwercs Lungenbluten jetzt de» Tod deS Bedauernswerten herbeiführte. Ein andere? Mitglied de« Bundes in Hannover, das 7S Proz. Rente und doppelte VerstümmelungSzuloge bezieht, versuchte sich Arbeit zu verschaffen, weil er von der Ne»te allein seine Familie nicht ernäbren konnte. Nach langem vergeblichen Suchen bot ihm endlich die Göltinger-Hildesheimersche Kreditoesellswafl einen Nacht- wächlerpostcn für einen Tagelohn von 60 Pf. an, für das Reinigen deS Bürgersteigs sollte der Kriegsbeschädigte noch eine Extra- Vergütung von 24 M. im halben Jahre erhalten! Solche Fälle führt das Mitteilungsblatt des Bunde» noch eine ganze Anzahl an. Es ist höchste Zeit, daß hier geholfen wird. LanÜrat, �mtsvorftehor, Pastor, Läuse im pelz u. s. w. Der Verband-der Bergarbeiter Deutschlands wollte für die Belegschaft deS Braunkohlenwerkes„Werminghoff" im Lokale des Gastwirts Rich in Buchwaldc am 2. Dezember eine Bermmmlung abhalten. Wenige Tage nach der erfolgten Anmeldung ging folgen- de» Schreiben des Gastwirts ein: »Buchwalde, den 28. November 19?7. An Herrn K......... Wohlgoboren Werminghoff. Teile Ihnen hierdurch mit, daß ich infolge anderweitiger Verwendung die Räumlichkeiten zur Abhaltung einer Bersamm- lung am 2. Dezember ± I. nicht überlassen kann. Hochachtungsvoll August Rich, Gastwirt." Da dieses Schreiben einen stichhaltigen Grund für die plötzliche Zurückziehung des Lokals nicht enthält, wurde noch einmal mit dem Gastwirt Rücksprache genommen. Bei dieser teilte der Gastwirt mit, daß ihm von verschiedenen Herren abgeraten worden sei. Auch vom Herrn Landrat, dem Gemeinde- und AmtSvorfteher, sowie dem Pastor sei ihm abgeraten worden. ,,Er solle sich keine Läuse in den Pelz setzen und die Versammlung nicht abhalten lassen, denn dadurch könne ihm das Telbstversorgerrecht entzogen werden. ES könne auch eintreten, bah man ihm daS Lokal schlösse. Buchwalde liegt im Kreise des LandratS und ReichStagSabge- ordnetcn Dr. jur. Hegenscheidt in Hoyerswerda. Dischofspolitik. Die„Köln. Dolksztg" veröffentlicht in Nr. S3S den Wortkaut de§ jüngsten Hirtenbriefes der ErzbifSöfe und Bischöfe. ES wird darm zum Kampf gegen dir verstärkten Angriffe des Unglaubens aufgerufen und dem Kaiser nnerschütterliche Treue gelobt; das katholische Volk werde alles zurückweisen, wa» auf einen Angriff gegen unsere Herrscherhäuser und uniere mon- archische Staalsvelfaffung hinauslaufe:.Wir werden stelS bereit fein, wie den Altar, so auch den Thron zu schützen gegen äußere und innere Feinde, gegen Mächte deS Umsturzes, die auf den Trümmern der bestehenden Gesell jchasts- ordnung einen erträumte» Zukunstsstaat errichten wollen, gegen jene geheimen Gesellschaften, dte dem Altar und dem Thron den Untergang geschworen haben." Der Hirienbtief wendet sich dann gegen daS.Schlagwort von der Gleichberechtigung oller", gegen staail'che Wobliahrrspflege, die als mißlicher Wettbewerb für die tirchliche empfunden wird, und warnt die gewerkschaftliw organisierten Arbeiter. in anderen Fragen als rein praktischen mit religiös Andersgesinnten zusammenzugehen. Denn unter Umständen könnte dieses Zusammen- a, Keilen„eine Gefahr" werden, der enigegenzuarbeileit die Auf- gäbe der kirchlichen Obrigkeit sei. Der Hirtenbrief übersieht, daß eS für die Arbeiter im Grunde nur eine.praktische Frage" gibt, das ist ihr festes Zusammen- ballen in allen Fragen der Arbeiterpolltik. Was dieieS Zusammenhalten schädigt, ist eine Gefahr für sie. Daß der Hirtenbrief eine solche ernste Gefahr ist, möchten wir nicht glauben. Payers Nachfolger. Als Nachfolger de? zum Vizekanzler, be- rufenen Herrn v. Payer haben die Fortschrittler im Wahlkreis Reut- fingen den Landtagsabg. Notar Schees aufgestellt. Aus der zu- erst genannten Kandidatur D c r n b u r g ist also nichts geworden.— Die Ersatzwahl für den verstorbenen Abg. Well stein im Wahl- kreis Koblenz-St. Goar ist auf den 14. Februar 1918 festgesetzt. Mißachtung der Kriegsteilnehmer durch Hausagrarier.„Soll befehlen, wernichtbezahlt?" So fragte entrüstet auf dem Hcrusbesttzertag Verbandsdirektor Steiniger,— die Hausbesitzer klatschten begeistert Beifall. Folgerung: Die Kriegsteilnehmer haben nicht bezahlt, sie haben„nur" ihr Blut geopfert, also hadert die fetten daheimgebltebencn Hausbesitzer zu befehlen. Herr Stei- ntger rief den Hausbesitzern dann noch zu:„Hundsfott, wehr dich!" Die Kriegsteilnehmer wären Hundsfötter, wenn sie sich diese haus- agrarische lleberheblichkeit gefallen ließen. Stolz auf Kriegswnchcr. Die„Norddeutsche Allgemeine Zei- tung". das Regierungsblatt, bringt in ihrer Nr. 34b eine Notiz, daß die diesjährige Weinernte in der Pfalz auf 250 Millionen Mark Wert geschätzt wird,»sre setzt.hinzu:„Die 1916er Weinernte, die auf 40 Millionen Mark amtlich geschätzt wurde, galt bisher als der Jahrgang des reichsten Erlöses, und man glaubte, er wäre nicht zu überbieten. Nun wirft der Krieg, wie in so vielen anderen Fällen, auch hier alle Berechnungen über den Haufen." Diese Freude und dieser Stolz des Regierungsblattes darüber, daß der Weinwucher den Preis des Pfälzerweins auf mehr als das Sechs- fache der Rekordfriedenspreise gesteigert hat, wird in der Bcvölkc- rung nicht viel Verständnis finden. Wie der Schleichhandel blüht. Unser Kölner Parteiblatt ist in der Lage, Angaben über die Mengen Lebensmittel zu veröffent- lichen, die ein Kölner Kaffeehaus etwa innerhalb 14 Tagen erworben hat: dreimal 3 Zentner Kartoffeln, zweimal 25 Zentner Kartoffeln, die öffensichtlich bei der Stadt veruntreut waren, SM Zentner Ochsenfleisch, 3 Zentner Butter und 1 Zentner Schoko- lade(beides von einem Soldaten), 8 Zentner Erbsen(ebenfalls von einem Soldaten), einmal 5 und einmal 6 Kisten mit Wein(von einem Feldwebel), Schinken, Flcischwarcn und sonstige Lebensmittel, in Körben verpackt, die genaue Feststellungen des Gewährsmannes nicht möglich machten. Die Waren wurden fast sämtlich ohne Namens- nennung des Absenders und ohne Papiere, aber nnt bestimmten Grußvcrabredungen abgegeben. parteinachnchten. Für Frieden«nd Freiheit. In Augsburg sprach am Sonnabend, 24. November, im städti- schen Ludwigsbau ReichstagSabg. Gen. Stücklen- Berlin vor 2000 Männern und Frauen aus allen Ständen über„Die Sozial- demokratie im Kampf um Frieden und Freiheit". Die„trefflichen AuSfübrungen des Redner» fanden stürmischen Beifall. Gegner meldeten sich trotz Aufforderung nicht zum Wort. Die Versammlung nahm einstimmig eine Emschließung an, in der dem Referenten vor« beballloS zugestimmt wird. Weiler erklärte sich die Versammlung für die ReichSlagsresolulion vom 19. Juli, prolestierls gegen die Machenschaften der Valerlandsparlei und forderte vollständige Parlamen- tarisierung und Denkokralisierung. Am Sonntag sprach Gen. Stücklen in Jmmenstadt und am Montag in Kempten über das gleiche Thema. Auch diese beiden Veranstaliungen wurden zu wirkungsvollen Kundgebungen für einen Verslöiidigungsfrieden und zu Vertrauenserklärungen für die sozial- demokratiiche Partei. In einer Volksversammlung in Döhlen, dem Haupttummcl- platz der Unabhängigen im Plauenichen Grund bei Dresden, sprach Genosse Reichslagsabgeordneler Meckfeld über Frieden und Volksrechte. Auch die Unabbängigen waren in großer Zahl er- schienen, ja man holte sie besonders zum Besuch angefordert, offenbar in der Absicht, die Versammlung event. zu iprengen, wie sie daS mit der Venamnilung getan, in welcher Genosse Noske sprechen sollte. Bor Ernrritl in die Tagesordnung forderten die Unab- bang-cn Zusicherung der Redefreiheit, die bewilligt wurde. Untei dem Beifall der Versammelten konnte Genosse Meerfeld sein Nefera zu Ende sübren. Als dann aber mitgeteilt wurde, daß in, Wischer von behördlicher Seite eine Aussprache doch verboten worden sei setzte das Wüten der Unabbängigen ein. Doch auch unsere Genossei konnten an dem Beschluß der Behörde nichts mehr äi�ern.— Ein Versammlung in Briesnitz bef Dresden, in der ebenfalls Genosi Meerseld sprach, war gut besucht und nahm einen vorzügliche! Verlauf._ Die„Leipziger NolkSzeikung" behandelt nochmals kpallenlan.- (erste Seile!) die Frage, ob das Stockholmer Bolichewik-Telegramir nur iür den rozialdeniokratifcheu Parieivorstand oder auch für di Dresdener Versammlung beslünmt war. Sie ist sebr ungebalte darüber, daß wir dreier Angelegenheit nicht die genügende Br achtung schenken. Also nochmals: das Telegramm war auch daz bestimint, in Dresden verlesen zu werden. Da man in Sloc Holm sonst nicht verstanden hätte, warum die Verlesung nicht ei folgte, teilten wir ivahrhciiögeniäß mit. daß eS leider veripöte» eir getroffen sei. Türien wir nun von der»L. V." die loyale E klärimg erhalten, daß sie sich im Irrtum befand? Lette Nachrichten. Auslösung der Petersburger Gemeindevertretung. Petersburg, 30. November. Reutermelldung. Ein maximc listischerErlaß ordnet die Auflös ungderPetersbur ger Gemefln devertretung an und setzt die Neuwahl« auf den 9. Dezember an. Der Rückzug des Kapitals. Bern, 2. Tazeniber. Nach einer Mitteilung des italienisch Handelsministers haben weitere Kreditanstalten ihr Sitz ins Landesinnere verlegt, darunter die Banken von Padr Bincenza und Venedig. Die Paduaner Blätter haben ihr 0 scheinen eingestellt, während die„Gazzetta di D-vojja weiser Venedig erscheiat. OewerffchBsbewMns Tie Beriiucr Brauereiarbciter fovdern Lohnaufbrfserung. Zu der Frage ob die in den Lager- und Malzbierbrauereien bestehenden Tarifverträge, deren Kündigungstermin der 31. De- zember ist gelündigt werden sollen, nahm am gestrigen Sonntag eine Berfammlung der in diesen Brauereien beschäftigten Arbeiter Stellung.— Der Referent T r ö g e r verwies darauf, daß die Brauereien wegen der Beschränkung des ßu verarbeitenden Malz- guantumS wohl in eine ungünstige geschäftliche Lage gekommen seien, doch seien die Kon den Brauereiaktiengesellschaften verteilten Dividenden meist auf der alten Höhe geblieben, ja zum Teil sogar erhöht worden. Hiernach würden die Brauereien sehr Wohl in der Lage sei«, den Arbeitern eine den gegenwwärtigen Teuerungsvcrhältnissen entsprechende Lohnaufbesserung zu ge- währen. Die gis jetzt, gewährten Teuerungszulagen von 20 M. wöchentlich seien schon lange nicht mehr ausreichend. Mit Rücksicht «ms die Unstcher�heit, in der sich daS Braugewerbe gegenwärtig befinde— die Frage einer Zusammenlegung der Betriebe sei für Berlin noch völlig ungeklärt—, empfehle sich die Kündigung der Tarifverträge nicht. Doch sei ein« weitere Aufbesserung der Löhne unbedingt notwendig wegen der fortgesetzt steigenden LebcnS- mittelteuerung. 'Nach einer regen Diskussion stimmte die Versammlung der nachstehenden, von den Vertrauensmännern vorgelegten Rcsolu- tion zu: „In Erwägung, dast die von den Unternehmern bisher ge- zahlten Teuerungszulagen bei weitem nicht als Ausgleich für die zurzeit bestehende Teuerung zu betrach'en sind, in weiterer Erwägung, daß die AufwärtSbeweaung der Teuerung noch immer anhält, daß insbesondere die unerhörte Preissteigerung aller Be. kleidungSpegenstände geradezu bedrückend ist. beauftragen die Versammelten ihre Organisationsvertreter, mit den in Be. tracht kommenden Arbeitgebern in verHand. lung zu treten, um durch eine angemessene Er- höhung der Löhne einen Ausgleich herbeizu» führen und die Tarifverträge um ein Jahr zu verlängern. Sollten die Verhandlungen bis Ende Dezember noch nicht ' zum Abschluß gelangt sein, so beauftragen die versammelten ihre Organisationen, die weiteren geeigneten Maßnahmen zu treffen und einer alsbald einzuberufenden Versammlung weitere zweckentsprechende Vorschläge zu machen." GroßSerlln Die Hausbesitzer schreien! Preußens Hausbesitzer verlangen Berücksichtigung ihrer An, sxrüche bei der Umgestaltung der preußischen Staats- und Gemeindeverfassung. Was sie wollen, gaben sie in einer Hausbesitzerversammlung kund, die vom preußi. scheu Landesverband der Haus- und Grundbesitzcrverein« gestern in Berlin(im ZirkuS Busch) veranstaltet wurde und sehr stark besucht war. Landtagsabgeordnete verschiedener bürgerlicher Par- teicn sagten den Forderungen der Hausbesitzer ihre Unterstützung zu. Der nationalliberale Abg. Liepmann erörterte den An- spruch der Hausbesitzer auf Vertretung im HsrrenhauS, der ihnen als den„Produzenten" von Wohnungen gebühre. Der Abg. Lippmann von der fortschrittlichen Bollspartei schloß sich mit der Erklärung an, daß jede Partei diese Forderung unterstützen müsse. Bon den Dörgen der Hausbesitzer wegen der Aendening deL Gemeindewahlrechts sprach der konservative Abg. Hammer. Bei gleichem Wahlrecht für die Gemeinden würden, klagte er, „sämtliche Hausbesitzer auS den Gemeindeparlamenten hinaus- gefegt" werden.(Zurufe: Sehr richtigl) Besser sei da ein be» rufSständischeS Wahlrecht, oder man sollte sonstwie dafür sorgen, daß der Hausbesitzer nicht ausgeschaltet wird. Ein Ver- treter des Zentrums, Abg. Graf S p e e, erklärte sich für Bei- beHaltung des HauSbesitzerprivilegS. Er äußerte sich, wie vor ihm Liepmann und Hammer, auch über das Verlangen nach Hausbesitzerkammern zustimmend. Der freikonservative Abg. B r e d t wünscht, die Hausbesitzer schon deshalb im Herren- hauZ zu sehen, weil sie keine bestimmte Partei vertreten Regie- rungSrat v. Ha s s e l, Vorsitzender des Verbandes der preußischen Landkreise, will gleichfalls Parteipolitik von den Gemeinden ferngehalten wessen. Bei Umgestaltung des Gemeindewahl- rechts solle man sich vor„öder Gleichmacherei" hüten. Gegen daS gleiche Wahlrecht in den Gemeinden ciferte auch Dr. Schiele- Naumburg. Es begünstige, nwrnte er, die Uto- pisterei wirtschaftsfeindlicher und gesellschaftsfeindlicher Dcstrebun- gen. An eine Steucrleistung müsse das Wahlrecht gebunden sein; denn wer nicht mittatet, solle auch nicht mitraten. Schiele pries das als„alte Weisheit germanischer Selbstverwaltung". AuS der Reihe der Redner sei nur noch verbandSsekretär Steiniger erwähnt. Er„freut" sich, daß die Hausbesitzer„endlich die Ener» gie habcn, ihre Rechte geltend zu machen". Das Hausbcsitzcrprivileg dürfe nicht preisgegeben werden.„Soll befehlen, wer nicht bezahlt?" fragte er. Die Hausbesitzer hätten an den alten Spruch zu denken:„Hundsfott, wehr dichl"(Stürmischer Beifall.) Die Versammlung beschloß, die ihr vorgelegten„Nicht. linien für die künftige Stellung des Haus« besitzeS in Staat und Gemeinde" als Bittschrift dcS preußischen Landesverbandes der HauZ- und Grundbesitzervereine dem Abgeordnetenhaus zu übersenden, DaS Wahlrecht in den Ge. meinden müsse unter Ausschaltung aller parteipelitischen GesichtZ. punkte den besonderen Bedürfnissen dcr Gemeindeverwaltung an- gepaßt werden. Ein gleiche? Wahlrecht entspreche der Auf. gäbe der Gemeinden nicht, in Frage kommen könnte ein berufZ- ständisches Wahlrecht mit entsprechender Berückst chtigng des Grundbesitzes. Werde die bisherige Vertretung dcr HauS- und Grund- bescher in Stadt- und Landgemeinden nicht aufrechterhalten, so müsse der„Bedeutung dcS Hau'- und Grundbesitzes für das Ge- mcindewohl" ander? Rechnung getragen werden. Bei hcrusZstän- bischer Vertretung in stealNiben Körperschaften sei dem städtischen HauSbesitz selbständige Vertretung zu gewähren, besonders im Herrenhaus. Das werde am besten erreicht durch Schaffung von Hausbesitzerkammern, denen das Wahl- bzw. Vorschlagsrecht über» tragen wird. In einem Schlußwort mahnte Jnstizrat Baumert, Vor- sitzender des preußischen Landesverbandes, die Hausbesitzer sollten für ihre Forderungen laut ihre Stimme erheben, sollten schreie» und immer wieder schreien. Die Hausbesitzer antworteten mit be- geistertem Beifall. Gründung eines Volkshausbundes. Im Bürgers»«!« deS Ber- liner Rathauses traten am Sonntag z«HIre!che Vertreter verschie- denster Organisationen und einzelne n«mb«fte Persönlichkeiten»u- sammen, um einen vokkZhouIbund zu gründen. Ueder>000 Win- ner und Frauen hatten den Aufruf nnterfchciede». Die««rs««rm. kling wurde dem Bürgermeister Dr. Reick« geleitet. Wohnung»« inspektor Dr.«ampffmeder au» Karlsruh« hielt den ein. leitenden vortr«g. worin er ausführte, d«ß d«s deutsche Volk, das im Kriege in allen Schichten eine so wunderbare Einigkeit und Ge- schlosscnheit gezeigt habe, auch eine Stätte h«ben müsse, wo eZ sich zu allen möglichen Beratungen versammele, nw eS aber auch zu Ge- sclligkeit und bei freudigen Ereignissen zusammenkomm«. Die ver- schiedensten Schichten müßten hier Treffpunkt« haben.— Nach ihm ergriffen zahlreiche Vertreter von Organisationen, darunter auch die Abgg, PeuS und Schulz-Erfurt da? Wort, die die Ausführungen ergänzten. Man wies namentlich darauf hin, daß solch« Volks- Häuser eine viel be s s e r e Ehrung dcr gefallenen Krieger dar- stellten, als die oft recht mangelhaften Denkmäler, die dcr 70er Krieg gebracht hätte, da diese Volkshäuser auch an künstle- rischer Durchdringung da? denkbar beste liefern sollten. Ein böse» Mißverständnis brachte gestern einen Brotkarten» schwindler in die Hände der Polizei. Ein russischer Arbeiter wollte bei einer Bäckermeisterfrau in der Stralauer Straße Brot kaufen. Die Meisterin erkannte sofort, daß seine Brotkarten gefälscht waren, und wies den Kunden ab. AI» dieier nicht zu begreifen schien, wie die Sachen standen und seine Forderung ständig wieder» holte, zeigte sie drohend auf einen Schutzmann, den sie gerade durch daS Schaufenster erblickte. Der Kunde aber hielt ihre Dro- Huna für einen Wink, den Beamten horeinzuholen, damit er die Entscheidung treffe. Er eilte hinaus, kehrte mit dem Schutzmann zurück und wurde von diesem sofort festgenommen. Jetzt erkannte er_daS Mißverständnis. Der Verhaftete war der„Einkäufer" ejneS Händlers auS der Grenadiersträße, der«S vorzog, ihn und andere auf die gefährliche„Tour" zu schicken, als selbst zu geh-n. Für 100 000 Mk. gestohlene Metallwcrkzcuge wurden von der Kriminalpolizei in einem Trödekkeller im Norden der Stadt ent- deckt und beschlagnahmt. ES sind besonders Fcinbohrer, aber auch andere Werkzeuge aller Art auS Schnelldreh- und Silberstahl. Diese sehr wertvollen Metalle und Werkzeuge sind durch Bundes- ratsverordnun� beschlagnahmt. Trotzdem wurde beobachtet, daß sie viel im„freien" Verkehr waren und lebhaft gehandelt wurden. Die Kriminalpolizei ging den Spuren der verdächtigen Geschäfte nach und fand in dem Trödclkeller, dessen Inhaber schon früher mit Metallen handelte, ein großes Lager, da? gegen 100 000 Mari wen ist» Die Ermittelungen ergaben, daß alle diese Sachen in größeren Betrieben gestohlen worden waren. Bis sie an neue Verbraucher gelangten, gingen sie zum Teil durch sechs, sieben und mehr Hände. Der Trödler wurde vorläufig in Gewahrsam genommen. Wieder eine Bande von Eisenbalndicben verhaftet. 24 Güter- dlebe wurden durch die Maßnahmen dcr Eifenbahn-Dircktion und der Kriminalpolizei entlarvt und und unschädlich gemacht. Auf gestohlen wurden. Tie Eisenbahn-' durch ihre Magnahmen mehrere Beteiligte auf friscker Tat. die Kriminalpolizei klärte dann daS Treiben weiter auf. Die Verhaf- teten sind AuShelfer und Bahnarbeitcr aller Art,„Ersatz" für die im Felde stehenden treuen und zuverlässigen Männer. Bei allen ' fand man in der Wohnung noch Diebesbeute, bei einem Hilfst | rangieret hinter einer dünnen Rabitzwand in seinem Wirtschafts- kellcr versteckt allein 80 Kisten Zigarre«. Ein Schneesturm vermischt mit Regen wütete am Sonntag mit seltener Heftigkeit und verursachte besonders an Wasserstraßen mannigfache Schäden. Die Feuerwehren wurden in Groß-Berlin und in der Mark mehrfach au- diesem Anlaß alarmiert. Besonders , waren in zahlreichen Fällen Schornsteine von Häusern und Fabriken in Gefahr, ferner Dachgesimse, Firmenschilder. Dampferanlegestellen, verankerte Kähne, alle Bäume und Dächer, sowie Telegraphen- und Fernsprechleitungen, dis zum Teil arg beschädigt wurden. Der Schnee blieb zum Glück nicht liegen, zum ScbmerA manche? HauSpaschaS, der sich schon daraus gespitzt hatte, mißliebige Mieter zu komman- dieren. Wilmersdorf. WeihnechtZgaben. Der Magistrat wird auf Ab« scbntN 28 ter Haupl-Zuckerkarie, der vom 16. bis St. Dezember zur Einlösung kommt, eine Zulage von tlt Pfund, insgeiaml von alio 1>/, Piund, Zucker abgegeben. Für Kinder kommen Keks. Zwieback, Honigtuliien und Tafelschokolade zum Berkauf. Näheres wird demnächst mitgeieilt. — Ndgabc von Marmelade. BiS einschließlich 8. Dezember wird auf Abschnit M 1 Piund Marmelade zum Preiie von 00 Pf. ab- gegeben. Die Abgabe erfolgt in demjenigen Gcichäsl, wo der In- babcr zum Bezug von Grieß. Graupen eingeiragen ist, Sie darf aber nur gegen gleia>>eil'ge Vorlegung einer»er Anzahl der Bezugs« karmr für sinzelgerionen entsprechenden Anzahl der zurzeit güliigcn SpeisefeNkarteu erfolgen.__ Treptow. LrkenSmitkrk. Die Gemeinde verteilt in der kom- Menden Woche außer den üblichen Rationen: 2SO Gramm«alz auf Abichniil 81, 12S Gramm Suppen auf Abfchniit 82. 12S Gramm tafei flocken auf Abiibnill 15 iür Peistmen über 65 Jahre. 875 Gramm ncker auf Muchnitt 28 der Zuckeikarte iür die Zeit vom l.— 15. Dezember, 25« Gramm Zucker auf Avichiiitt 13 der Zuckerzuiavkarie des Kieiies Teltow, 500 Gramm Ha'erflocken auf Abschnitl lö dcr Haferstockcnkarte für Kinder unter 2 Jahren, Als Weihnacht s gaben werden ausgegeben: an Kinder bis zu 2 Jahren 2 Pakete Leibnizkeks, je 40 P-.; a» Kinder von 2 tu« 10 Jatzren 1 Taiel Schokolade<1,30 M.), 1„ P'und Keks(Piund 120 M,> und 2 P'un!) Aepfel(Pfnitb 65 PM; an Kmder vou 10 bis 14 Jahre»', Piun» KekS, 2 Piund Aepfel; an Jugendliche von 6—17 Jahren'/« Pfund Grieß; an Personen über 65 Jahre 1 Büchie tondeniierie Milch(1 30 M.l. Außerdem erhatieu Krippen Kinderhorte und Jugendheime zur Herstellung von Schokolade anläßlich der stalifiudrnöeu WeihnachrS» befcherung Lchokoladcnpulver. WctterauSsschten für daS mittlere Norddcutschland bis TicnStag mittag: Vielfach heiter, aber sehr veränderlich, im östlichen Küsten- gebiet stellenweise stärkere, in den andegen Gegenden schwächere Regenfälle und überall weitere Abkühlung. AcrantwortllÄ Iür Politik: Erich jluttncr, Berlin: für den libnacn Teil des Blattes: Attre» Scholz,'JtcufdBir für Onicraie 10. Wloifc,'l'ciTin. Druck tt. Bttlafl: BorwärtS Vuchdnickerei u. VerlagSanllalt Paul Singer&(£a., Perl in SW. Alien Bekanntcu, Genossen imd Geiiossimien die tramige Nachricht, da» meine liebe Frau und gute Mutter öerta Eckert, geb. Hildebrandl am 28. November an einer Brufloperatt n verliorben ist. Die Beerdigung findel heute. Montag, den 3, Dez.. nadunittagS>/,2Ubr von der .«'alle des l l.stadtiichen Fried- Hofs(Blanke Hölle) aus iiott. Ties zeigt tiefbetrübt hier. mii an Karl Eckert» al« Gatte, Karlchen Eckert, als Sohn nebst Bcrwandten. '..'.»'wV' i L_ i Spezialarzt Dr. med. I.aabii eh, lchncll. gründl,, mögt. chmcrzlos u. obnc BerusSllor. iaavlilscliulcranlclialt. geheime laut-. Harn-, Frauenleiden. chw&che.ffrpiObtcfte Netbedcn ;hrlich-Hata-Kuren. Harn- u. Blutuntersuchung.* Babnhes Pr, 10- 5vl > Öl du, NlcMndcrpl -1 u.— 8.€ , Sonnt. 10— 1 deren Ziehung am 6., 7., 8., lO. and 14. De- rember stattfindet, konnten wir, wenn auch zu teuren Preisen, noch eine Anzahl Lo so aufkaufen und stellen solche in unseren Ladengeschäften (Original-�» Lose) Ä 100§01 Lespreia Mk. 4.—. Bei PostbesteUongen 45 Pf. mehr für Porto und(iewinnliste. Es wird gebeten, möglichst nicht mehr als ein Im» zu bestellen.— Adresse für Kir luchcn für unseren um- fangreichen Fabrilbetrieb einen energifchen und schrcibgewimdten SmM. der imstande sein muß, evenwell NeparaMren fe bitändig auszu- sühien imd da» crserderliche Personal zu bcaufstchttgcn. Bau- daiidwerler tvcrdcn bevorzugt. «lugcbole unter llhiffr« tt. 8-, Hauviexvedition des, Vorwärts", Berlin, Lmdenftr. 3.* Emil Haase& Co., Berlin 21, Bredowstr. 9 pezialarzt er. med. Wockenlnß. rledrichst IZölOranienb T). irSyphilis.Harn-u.Frauanleidsn irlich-Hata Kur(Dauer 10T.), utuntersiich Schnelle, aiehere ihmerzl. Heilung ohne Berufs- äruna. telizahlung.!S!/12* preohstnnd.: 11— 1 n. S— S. Spezial-Arzt Dr. med. Hupsch6. !edriGlistr.90 3Äü6«b. bonOL vonStivhiliS, Haut- rru-, Frauenleid?», fpez. on, Fälle, iZhrlich-Hala-K»- ichmerzlche. mrzcste Be- ndlung ebne Beriüsilöiumg. ulunlerluchung. Mag. Preise, ilzahlung, Sprechstunden 10 1 und 5—8,®oam. 11—1. Ladengeschäfte: Königstr. 57 Wallstr. 1 Rosenthaler Str. 71 Müllerstr. 3 b (Ecke Spandauer(Spittel-(am Tor)(am Wedding) Stiaße) markt) Tttchtlgo Telefonistinnen sofort gesucht.— Nui solche Damen, die bereits in ereSen Geschälten mit lebhaftem Telefonverkehr, tälig waren und die Ein- richtung der Klappen- schränke genau kennen, wollen sieh melden in der Zelt von 12-2 Uhr mittags oder 5—7 Uhr abends. r !A.Jan(lorf&Go. Bellealiiancestr 1/2. \ Neu erschienen: Leonhardt Balmans Praktische Lauten- u.Giiarrs-Sciiuls (100 Seiten) mit Anhang, ausgewählte Lieder M. 3.—. I iorlar«f>ha(7 kür cteaan« mit I.auto(öO S.), ent- LieQ8l5ünaiZ haltend«8 ausgewählte Lieder M. Zu beziehen durch alle W uaikalien- H an dl, u. vom Triamph-Verlsc 6». m. b. H., Berlin 8W 61, Waterloo-Üfer 19.— Meritapl. 11418. Seeeii unreines Blut zum Sluälchrtccn aller Schäften au« den Säften gibt e» nicht» Brfiete» alsitpotheker Lauen» steius Neuevatioii..Pille» ganz bef. bei AuSfchlä->cn. 6)e- iichisblllten, roter Haut, Flechten. Blutandrang und Lerftoviuiig Dose M. 4 00 nur vo» hpefl Liimt Ins fenand, Spreniierg L 4. Uhren- Goidwaren. Plitz& Co., Lmdenstr. 109 ü Lombard-Baas ü vp H.Srafi, Loipaigerst7b 11 Bb'nvInnuSor-dtt. jgg Fahrpersonal Reservefahrer Mitfahrer sucht Engelhardt«Brauerei A.«G. Berlin- Pankow, Kaiser-Friedrich-Stras.-o 21/29. Zähne in.echt.Kanisßhiik S,50%. Ä". bsi Bestelluna v. Gebissen gralls. Eeldfrenen v. 20 M, an, Spcz,: �»»SZsdspraris nm!»i, t>94 L Ooschiechtskrankheiten Harn-: 0|IOAlal'7»k AI leiden. Schwäche, Ehrlioh-Hata-| Ku.en, Blut- und Harn-Untersuchungen Inswrnte PjLij jli-Mijm Cfci III d. IxiKoweir.. Spreoiwtunden rL'ßuSlIlCr oll. III während d. Sommers'/jB-'/.lO U. ..... itbend», Sonmaga 1 Uhr. AaHriSranriO»H s. starke Broschüre 5u Pf., nach ßuiiVKtt C.lUt anCerhalb I M. in versohl. Kuven Dr. med. Karl ReinhardtJ Darm schaffen Sie sich das Werk.,ScltneHschönschrejben" an. Auch die schlechteste Handschrift wird in wenigen Stunden dauernd flott und schön. 80 000 Exeniplnra verkauft, franko 1 Mark. Kachnehme 30 Pfennig mehr. R. KlII-A, Reriln-�onkttlln. PoaHach 87. Admirals-Palast. Ballett auf dem Elsa 7*1, Uhr jlbrahadabra. Vorzügliche Küche. Utttveftal-Briefsteller SchO Mark, Buchhandlung BotwäNS. Lindenstreb« S(Laden). vis I letzten> Osterier«: ll37L» Krrnlv..Sohlenfchoner in Tüicn: Jnh. M Kerufchoiier. 2 Svihen u. Silste zum P: i- v. M. It.ttS wo Täte, Muftr> fendung, nicht unter 1 Pefttclli o. 106 Tüten M. 85,— stänke geg. Nach»,, 1 Musterfchle gratis, Sahlenlcheneftabr, Paul Krüger, NowaweS, Fnedrichstr. S7.