Ar. 333 34. Jahrg. Bezugspreis: ZIiertrtiHirl. 480 Mk.. monalT. 1.SO SRI kei inS van*, boraua�nSIBat.gmjelne riiunmetn 10■ßfa. Postb«>illg:Mc>n-l. lich ILO Wil. Uttiec Kreuzband füt iScuifdUnn# und Oesterreich Ungarn a,— M!, ,ür das übrige Zwsland 4,00 Mk. monatlich. Versand inS Feld bet d'rekler Settrllunq monali. ILO Mi. Pastbestellungen nebmen an Täne, Marl. Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die tsst-zeitungs-PreiSIiste. Erschein» täglich. Telegramm. Ndresse: .Sozialdemokrat©cr.in". >Nevlinev VolllsblQkk. ( 10 Pfennig) Der Anzeigenpreis beträgt f. die flebengcspaltene Kotanek- telle 60 Psg.„kleine Anzeigen". »aS settgedruSle Wort 20 Psg. lzu» lässig 2 setigedruitle Wortes.>edeS weiter» Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlasstellenanzeigeri dag erste Wort 10 Ptg.. jed-S weitere WortöPfg. Wort« über tö Buchstaben zählen für zwei Worte. TenerungSzulchlag 20»/» isamilien- Anzeigen Zi» Psg.. Ällttiche u. gewertschastliche Ler.inS. Anzeigen 40 Psg die geile. Anzeige» für die nächste Kummer müssen di» R Uhr nachmirt. im Hauptgcschäfh Verliii TW. 68. Lindenftrahe 6, ab- gegeben werden. Geöffnet bon 8 Nhr früh bis 7 Uhr adandS. Zentralorgan der rozlaldemokratifcben parte» Deutfcblands. Neüaktion: EW. 6$, tinüenstratze Z. idernivreNier: Ami MortNvla«, Skr. llil SV—»Rl S?. F.eitag. d�n 7. Dezember 1917. Cxpedition: EW. SS. Linüenstraße Z. !»ern>vrect:er: Amt Morinviatz. Str.»S» SV—»31 S7. erfolge in Italien und fraakreich. Rückzug der Euqländer bei Cambrai— Graincour». Anneux. Cantauig» Noyellcs mit 49 Geviertkilometer Bode»» zurück- gewonnen— 9999 Enqlä»»dcr gcfange»»— Neuer Lnstan�riff auf London— Der ikvaffenstill stand im Lasten perfekt— Erstürmuni des Monte Meletta, 1 1 999 Italiener gefan�e»». Amtlich. ÄraffeS Haaptgllartier. 6. Dezember »«17. iW. T. B.l Westlicher KrieizSschauplay. Heerebgruppe firenpnit} Ruvvrecht. I» dem flandrischen Kampfgebiet«ah« die ArtUlericlStigkeit am Abend wieder erheblich an Stärke zu. Südlich und südwestlich von MocuvreS stürmten unsere Truppe» englische Gräben und sticpcn bis über die von Vapaume aas Cambrai führende Straße vor. llntrr der Einwirkung unserer letzten AngriffSerfolge und nnter dem steten Druck von Norde» und Osten räumte der Feind zwischen Mocuvres und Marroing seine vordersten Stellunge» und zog sich aus die Hölic» nördlich und östlich von FlesguiereS zurück. Im schar en Nachdrängen wurden die Dörfer Groincourt. Annrux. Canlaing. RoycllcS sowie die Waldhöhc« nördlich von Marcoiug grnomme». Auf 1« Kilometer Breite haben wir unsere Lmicn bis zu 4 Kilometer Tiefe vorgeschoben. Auf seinem Rückzüge bat der Feind, soweit eS die Zeit noch zuließ, die Orlschasten durch Brand und Sprengung zerstört. Die Trümmer dieser Dörfer und da» zwecklos begonnene ZerstörnngS- «crl an der nun dem Feinde wieder weit entrückten Stadt Cambrai sind die Spuren, die der Engländer von friuer mit so großen Hoffnungen begonneiieu mit einer schweren Niederlage endende« Durchbruchsschlacht bei Cambrai für lange Zeiten auf Frankreichs Boden hinterläßt. Die Bcrlustr, dle der Feind in den letzten Tagen besonders im Bourlon»Waldr erlitt, sind außergcwöhn ich hoch. Die Zahl der aus den Kämpfen bei Cambrai eingebrachten Gefangenen hat sich auf mehr alS 9000, die Beute an Geschützen auf 148, an Maschincngewcbren aus 716 erhöht. HerreSgruppr Teutscher Kronprinz. An der Ailctte, in einzelnen Abschnitten der Champagne und auf den ö lichcn MaaSufer zeitweilig»erstörltc FcuertStigkeit. Nördlich von Juvincourt brachten Sturmtrupps von schnei- digrm Borstoß gegen französische Gräben eine größere Anzahl Ge- fangene ein. Gestern worden im Luftkampf und von der Erde auS 18 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Unsere Flieger haben die Hafcnanlagcu von Calais sowie London, Shernrß, Gravescnd, Ehatam, Dover und Margatc mit Bomben angegriffen. Groß« und zahlreiche Brände kennzeichneten ihre Wirkung. festlicher Kriegsschauplatz. Tie bevollmächtigten Vertreter der Obersten Heeresleitungen Teutschlands. Ocpeircich-UngarnS, Bulgariens und der Türkei babcn mit den bevollmächtigten Vertretern Rußlands für die Fronten von der Ostsee bis zum Schwarzen Meere, sowie auf den türlisch russischen Kriegsschauplätzen in Asien Waffenruhe jür die Zeit vom 7. 12. 17 12 Uhr mittags bis zum 17. 12. 17 12 Uhr mittag» abgesblossen. Dir Bcrhaudlnngen zur Herbeiführung cineS Waffenstillstandes werden in einigen Tagen fortgesetzt weiden. Maz.boni'sche T?r«mf. Keine größeren Kampfhandlungen. Italienische Front. Der am 4. 12. in den Sieben Gemeinden eingeleitete Angriff der Heeresgruppe des Feldmarschalls Conrad brachte große Erfolge. Oesterreichisch ungarische Truppen haben die starken italie- nischcn Stellungen im Mrlrtia. Gebirge erstürmt und gegen mehr- fache Gegenangriffe behauptet. Deutsche Artillerie hat an den Kämpfen mitgewirkt. Bisher wurden 1l 00<> Italiener ge angen und 60 Geschütze erbealct. Drr Erste Generalquartiermrister. Ludcndorff. Abend bericht. Berlin. 6. Dezember 1917. abendS. Amtlich. SS dwcstlich von Cambrai wurde M a r e o i u g vom Feinde gesäubert. Bon de« andere» Fronten bisher nichts Neues. Der österreichische Bericht. Wien. S. Dezember 1917. ,W. T. B.» Amtlich wird »erlantbart: festlicher Kriegsschauplatz. Gestern wurde zwischen R u ß l a« d mib den Verbündeten eine zehntägige Waffenruhe vereinbart. Beginn für alle rusfischc Fronten am 7. Dezember, 12 Uhr mittags. Dir Was feupillftandSv er Handlungen dauern fort. Italienischer Kriegsschauplatz. Der Feind hat auf der HochfiSchc der Sieben Gemeinden eine schwere Niederlage erlitten.— Am 4. früh brachen nach mächtiger Artillerievorbereitnng, an der auch dentsche Batterien mitwirkten, die Truppen deS GencralfeldmarschallS Conrad zum Angriff gegen die GedirgSstellungrn des Meletta-GebieteS vor. In gewaltiger Ucber öhung angelegte, reich ausgerüstete Abwchreinrichtungen stützte« die mit aller Zähigkeit geführte Verteidigung', hoher Schnee und strenge Kälte erschwerten das Vorwärtskommen, aber forgjältige Rngriffsvorbercitung und die Tapferkeit unserer auS allen Teile» Oesterreichs und Ungarns stammenden' Angreifer wußten jedweder Gegenwirkung Herr zu werden.— Borgestern früh fielen der Monte Bade- l e e ch e und der Monte Tondareear; um mittag stand das Kaiferfchützen-Regiuient Nr. I auf dem Monte Miel«, gegen Avcnd brach var unserem umfassenden Ansturm der ita- licuische Widerstand auf der Meletta zusammen. Die van Val- stagna heranfftrebende» Verstärkungen deS Gegners wuide» durch östlich der Brcnta stehende Batterien in der Flanke gefaßt. In de» gestrige» Morgenstunden verlor nach erbittcrirm Ringe» der Feind den Monte Zvmo und die Rückhalts- stellnng bei Foza, um 2 Uhr nachmittags streckte, seit 24 Stunden völlig eingeschlossen, die tapfere italienische Besatzung auf dem Monte Castelgomberto die Waffen. Alles Gelände nördlich der Frcnzela-Schlucht ist in unserer Hand. Nebst großen blutigen Opfern büßten die Italiener an diesen zwei Tagen über 11000 Mann an Gefangenen und über 00 Geschütze ein. Unsere Verluste sind, dank unserer geschickten Kampf- jührung, gering. Bei Zenson, wo wir seit Woche» ans dem westlichen Piave-User stehen, hielt am 4. Dezember da» auf allen Kriegsschauplätzen hervorragend bewährte Egerländer Infanterieregiment Nr. 73 mehrstündigem Ansturm überlegener Kräste siegreich stand. Der Chef deS GeneralstabcS. Lenin unü Trotzt! Träge? ües Zrieüens- prei/ts I Dem Norwegischen Komilee. t>a§ über die Verteilung de« Nobelpreise« sür Friede nSarbeit zu ent- scheiden bat, ist von norwegislber sozialdemokiattichcr Seite der An- trag unterbreitet worden, den diesjährigen Nobelfriedenspreis Lenin und Trotzki zu verleihen. Ter Vorsitzende deS Komitee«, der frühere Minister Lövland, hat den Anlraa mit dem Hinweis daraui beantwortet, daß er zu spät eingereicht sei. In der Tat müssen die Kandidaten eine« jeden Jahre« vor dem 1. Februar ge> nanni werden. Er bat weiter daraut verwieie», daß man noch keine richtige Tillsicht m die gegenwärtige Lage Rußland« haben lönne- Sollte e» aber der jetzigen ru Mische»Regierung wirklich gelingen. Frieden und Ordnung zu 'chaifen. iowürdeer einen Anirog,»en Frieden«- preis de« nächsten Jahre« an Lenin und Trotzki zu vergeben, für durchaus erklärlich halten. Der Nobelsche Friedenspreis, der alljährlich am Todestage Alfred Nobels, am 10. Dezember, vergeben werden soll, ist seit Kriegsbeginn keiner Person mehr'zugesprochen worden. Die Preis- summen der Jahre 1014 und 1915 find friedensfördernden Institutionen und Veranstaltungen zugesührt worden. Uebcr die Ver- Wendung deS Friedenspreises sür 1917 wird dieser Tage entschieden. Für eine Sozialistenkonferenz in Petersburg. Basel, 6. Dezember. Nach einem Petersburger HavaS-Vcrickt tritt.Nowoja Sbisn" in einem sür die Alliierten unfreundlichen Aittkel für eine Konferenz in Petersburg im Gegensatz zur Pariser Zusammenkunst ein. An dieser internationalen Konserenz sollten die Sozialisten der neutralen und der kriegführrndcn Länder teil- nehmen, sofern sie sich nach Petetlburg begeben könnten. Soziallstische Konzentratio». Bern, 6. Dezember..Dalitz Mail' berichte« au« Petersburg vom 2«. November: Die Berständigung d e r L e» i n i st e n mit den Sozialrevolutionären und Sozialen Internationalisten betreff« der sozial stischeu Koalition bedeutet keineswegs, daß die Leninisten«in Jota von ihren Grund. iätzen aufgegeben hätten, sondern daß die anderen Gruppen die fraglichen Grundsätze angenommen haben. Tatsächlich liege ei« vollständiger Triumph der Lemnistsn vor. Das gleiche Wahlrecht ist öas Aeichen... Eigentlich sind es drei Vorlagen, die dem Abgeordneten- Haus zur Beratung vorliegen. Eigentlich handelt es sich auch bei der Wahlrechtsvorlage im engeren Sinne um eine ganze Reihe von Punkten, um Wahlkreiseinteilung, Wahlalter usf. Aber im Grunde geht der Kampf, der erbitterte Kampf, der nun ausgefochten wird, um ein einziges: um das gleiche Wahlrecht für Preußen. „Das gleiche Wahlrecht ist das Zeichen", so singt seit Jahrzehnten die deutsche Arbeiterschaft in ihrem Trutzliede. Das gleiche Wahlrecht ist heute das Zeichen, in dem d a S neuePreutzendeSVolks gegen dasaltePreusien derJunker ringt. AlleS andere, so wichtig eS an sich sein mag, tritt dagegen zurück. Es ist die Bahn, die uns geführt Lassalle. Lassalle, der mit scharfem Blick erkannt hatte, daß eS.in der Politik gelte, alle Kraft auf einen, auf den entschei- denden Punkt, zu konzenirieren, und der die ganze Kraft der Arbeiterklasse konzentrieren wollte auf die Erringunz des gleichen Wahlrechts in Preußen. Siegt das gleiche Wahlrecht, so ist der„entscheidende Wendepunkt in der Entwicklung Preußens" eingetreten, von dem Graf Hertling sprach. Nicht, als ob damit alles erkämpft wäre, nicht als ob dem Rückschritt dann keine weiteren Post- tionen verblieben. Aber in diesem Augenblick besteht die Mag- lichkeit, mit gleichem Wind und gleicher Sonne gegen die Feinde des preußischen und deutschen Fortschritts anzukämpfen. Wenn man uns einwendet, daß mit diesem Sieg der Gegner, noch nicht vernichtet sei, so werden wir alsdann getrost mit den Worten Kleists antworten: „Die Kunst jetzt lernten wir. ihn zu besiegen und sind gewillt, sie weiterhin zu üben." Aber dies« Entwicklung sehen nicht nur wir, auch der Gegner sieht sie. Ten jetzigen Herren Preußens fehlt es nicht an politischem Instinkt, auch sie konzentrieren ihre Kraft an dem entscheidenden Punkt. Der Dturmlauf gegen das gleiche Wahlrecht hat begonnen. Die Konservativen kämpfen mit offenem Visier..Herr v. Heydebrand hat am Mittwoch au� seinem Herzen keine Mördergrube gemacht. Der Minister Dxews, der sich schon heute des unauslöschlichen Hasses der Rechten versichert halten darf, sprach daS entscheidende Argument aus, daß draußen auf der Walstatt alle Männer unseres Volkes den gleiche«» Kampf kämpfen, in gleicher Weise ihr Leben in die Schanze schlagen. Herr v. Heydebrand nennt diese Erinne- rung an das gleich vergossene Blut verächtlich—„a l l g e- meineRedensarten". Für den Einwand, daß die an- geblich so monarchischen Konservativen das Versprechen der Krone zu Fall bringen wollen, hat er eine pfiffige Ausflucht: da? Versprechen sei unter Ausbeutung der allge- meinen Notlage der Krone abgepreßt worden. Man sucht niemand hinter dem Ofen, sagt ein Sprichwort, wenn man nicht selbst dahinter gesessen hat. Den Großagrariern, die jetzt die Notlage des HeereS ausbeuten, um sich erhöhte H a f e r p r e i f e zu erzwingen, muß ja aller- dings die Idee einer Erpressung sehr naheliegen. Aber Herr v. Heydebrand zeigte sich nicht nur von der störrischen Seite. Auch er bat auf einmal sein reformfreiind- liches Herz entdeckt. Der Mann, der einst das Dreiklassen- Wahlrecht als das Ideal aller Wahlrechte pries, der auch die bescheidenste Reform jederzeit vereiteln half, dem schon das direkte und geheime Wahlrecht ans einen Schlag als viel zu viel erschien, will ietzt an einer Reform mitarbeiten. Bis zum Pluralwahlrecht läßt Herr v. Heydebrand mit sich hau- dein. Er weiß, warum. Alle Reformen, zu denen er ietzt bereit ist. und nach denen vor drei Jabren noch jede vreußische Regierung mit beiden Händen gegriffen hätte, sind heute un- annehmbar für eine Regierung, die sich auf das gleiche Wahlrecht verpflichtet hat. Herr v. Heydebrand kann heute unbesorgt für jede Reform außer dem gleichen Wahl- recht eintreten, denn er weiß ja, daß nichts aus ihr wird, wenn das gleiche Wahlrecht fällt. Seine Taktik ist: die Re- form zu vereiteln, und dabei so reformfreundlich als nur möglich zu erscheinen. Dieses Spiel wird dem Führer der Reckten erleichtert durch die unsagbar schwächliche Haltung der sogenannte« Mittelvarteien. Es gehört schon der Verzweiflungsmut der Mutlosigkeit dazu, wenn der Sprecher deS Zentrums erklärt. über die Haltung seiner Partei zu der entscheidenden Frag« nich'S Bestimmte» mitteilen zu können, llnd da» gleicke Spiel- spielte am Donnerstag der Notionolliberale Dr. Tohmann. In einem Atem nennt er die Bearündunq der Vorlage„geradezu erhebend" und spricht aleich daraus van den großen Bedenken, die die Mehrheit seiner Fraktion gegen das gleiche Wahlrecht habe. Er ist nicht gerade aegen das gleiche Wahlrecht, aber— der Sprung vom Dreiklassenwahlrecht Zti�r. gleichen Wahlrecht ist ihm zit großl Kann eine Parte» di? «gene Aagbafligkcit besser pocträtieken?! Man weiß nicht, ob man solchen schwankenden Gestalten M u t oder A n g si machm soll, am besten macht man ihnen beides! Ten einztqen Lichtblick nach den Reden de? Porsch und Tohmann bildete tatsächlich— die Haltung der Regie- r u u g. Nach der Rede de» Herrn Loh mann ließ sie durch Herrn Loh mann.-? ehemangeii Frakrionölollegen Dr. Fried- berg nochmals aus das bestimmteste erklären. Laß sie gewillt sei, ihre Borlage unter allen Umständen durckZusetzen, daß die Krone unverbrüchlich an ihrem gegebenen Wort festhalte. Diese Haltung machte ersichtlichen Eindruck aus das Haus, um so mehr, als Herr Dr. Friedberg die Möglichkeit einer LandtagSauflösung streifte. Tie Regierung kann mit nichts weiter drohen afs mit ihren berfa'sungsiNäßigen Besugnissen. Aber die Herren, die beute die Frage des gleichen Wahlrechts etwa in derselben Weise behandeln(oder mißhandeln), wie etiva vor hundert Jahren der Wiener Kongreß die deutsche Einheit, sollen sich über die Folgen ihres Tuns keinen Illusionen hingeben. Laßt der preußische Landwg dos gleiche Wahlrecht fallen, dann sind die schweren Erschütterungen unausbleiblich, hon denen Graf Hertlin� am Schluß seiner Rede sprach. Nie- ir and in Deutschland wird die Macht haben, fie aufzuhalten «der einzudämmen. Versagt das Dreittasserchaus, dann wird muh eine Parla- mentsauflosung das Volk nicht beruhigen. Wie. wird man sich fragen, jetzt soll noch einmal nach dem verrotteten Wahl- recht gewühlt werden, das in ganz Deutschland auch nicht einen einzigen Verteidiger mehr findet?! Jetzt sollen erst noch ein» »Ktl die Kciegowucherer, Kriegsgewinnler, Schieber, Lebens- «nittelverteurer und Konsorten als Möhler erster und zweiter Klasse die Kämpfer von draußen überstimmen und an die Wand pressen?! Nochmals will man den Versuch machen, ein Unrecht durch dessen Nutznießer zu beseitigen?! Das Volk wird sich klar sein, daß es ein Verj-ul? mit untauglichen Mitteln ist, dos D r e i k l a s s e n w a h l r e ch t durch eine Wahl nach dem Dreiklassenwahlrecht auszu- treiben. Es wird diesem Versuch keine Spur von Vertrauen entgegendringen, und seine Enttäuschung, die grenzen- k o s e B e r f a h r e n h e i t der Situation werden ihm den Entschluß cnftwtigen, auf jeden Fall zu einem Ausweg zu gelangen. Das Volk wird sich mit Recht fragen, was denn 443 Männer, gewühlt auf Grnnd eines Wahlrecklls. dessen SJcredv- rigunq niemand im Lande mehr anerkennt, für eine moralische Berechtigung habe», seine innere Entwicklung aufzubalten. ..Mit diesem Hünsiein wollt Ihr Uri zwingen?" Dieses Hohwvort würde wie kein zweites auf ein Abgeordnetenhaus zutreffen, das dem in 3�? Kriegs jähren heran gereisten Volk das gleiche Wahlrecht weigert l Herr Tr. Friedberg warnte Sie ihm nahestehenden Mittelparteien als besorgter Mentor. er stellte ihnen die Folgen vor Augen, die ihre ablehnende .Haltung bei den folgenden ReichstagSwahlen nach dem glei- chen Mahl reckst für sie haben würde. Hier ist eine Stelle, svo «nch die durch das Treirlassen Wahlrecht Gepanzerten sterblich find! Aber selbst eine Revanche bei de« Reichstagswahlen würde das Volk nicht befriedigen. Denn das Volk will die Abschaffung des Dreiklasjenwahlrechts. und diese ist auch bei dem radikalsten AuSba» der Wahlen zum Reichstog nicht ohne weiteres gegeben. Die Situation bleibt verführen, und die inneren schtoeren Erschütterungen, von denen Heriling sprach, werden unvermeidlich. Wenn es dabin kommen sollte, bann tragen die Verantwortung die, welche heute den Strom der Entwicklung noch abzudämmen suchen. Uber auch die Folgen werden st? z» tragen haben. ** « Das Haupmiieresfe des zweiren Tages der Wahlrechts- Debatten des AbgeorduetenhauseS lenkte sich auf das Auftreten ScS neuen BizeprSstdcnteri des StaatSmimstenmnS Dr. Friedberg, drr die Aufgabe hotte, im entscheidenden Moment einzugreifen, um den Gang der Verhandlungen im Ginne der Regierung zu fceeinjlusseu. Als gewandte? Parlamentarier. dem die Momente, von denen sich die Frakrionen beeinflussen lassen, aus langjähriger eigener Erfahrung bekannt sind, löste er seine Aufgabe, wie vorweg bemerkt sei. in recht Geschickter Weise. Nach seiner parlamentarische» Vergangen- hm. in der er mehr als einmal«ine Lanze für daS Plural- Wahlrecht gebrochen harte, war es für ihn nicht leicht, unumwunden auf den Vodcu deS gleichen Wahlrechts zn treten. «hne seiner Neberzeugung ei« Opfer zu bringen. Besonders wirksam\mv sei» Hinweis darauf, daß die Lage jetzt, nach- dem die Krone nicht gezwungen, sondern aus freiem Antriebe das freie Wahlrecht verheißen habe, völlig verändert sei. daß jetzt die Minister als Diener des KbnigS verpflichtet seien. für die Eiulösuna seines feierlichen Versprechens zu sorgen. und als er schließlich seinen letzten Trumps ausspielte und die Folgen der Ablehnung deS gleichen Wahlrechts für die Wahlrechts- feindlichen Parteien bei den nächste» ReichstagSwahlen an- deutete, da merkte man an den Mienen der Zuhörer, daß feine Worte einen großen Eindruck hinterlassen hatten. ViS zur Rede Friedbergs konnte man die Reform als aussichtslos bezeichnen. Hatte doch zur ollgemeinen Ueber- raschung der Nationalliberale Dr. L o h in a n n erklärt, daß der größte Teil seiner Freunds nach wie vor Gegner dcü gleichen Wahlrechts seien, und konnte man doch au3 den AuS- jührungen S t r Ü d e l S de» Schluß ziehen, daß die Unab- hangige Sozialdemokratie im Falle der Ablehnung ihrer weitergehenden Forderungen gegen die ganze Reform stimmen würde. Handelt es sich auch nur um fünf Mann, so spielen doch bei der Zusammensetzung deS Abgeordnetenhauses auch fünf Stimmen unter Umständen eil« große Rolle, ja sie können vielleicht sogar den Ausschlag geben. Die Kritik. die Ströbrl an de» Einzelheiten der Vorlage übte, ist im großen ganze» zutreffend und entspricht auch unseren An- lchouungcn. nur sind wir der Meinung, daß es denn doch über das Ziel geschoflen ist. wenn man die ganze Resonn als völlig nichtssagend hinstellt. Der Nest der Sitzung wurde ausgefüllt durch Reden der Zlbgg. Frhr. v. Zedlitz(frf.), der gegen jede Einmischung des RcichbtagS in preußische Angelegenheiten wetterte und als notivondiae Konsegnenz der Reform die Einführung deS gleichen Wahlrechts für die Gemeindewahlen bezeichnete, und »es Polen Seh da. der warm für die Uebcrtragung deS NeichstogS Wahlrechts auf Preußen eintrat. » tn 3}c£t:«ziifie verzeichnet für den heutigen Tag, den voran»- fichtlich letzten der Debatte, noch folgende Namen: v. t. Osten st.) Herold sA.tz Gchifserer snatl). Wiemer sBp) und Htr sch sSez) Wilsons Kri Die netts Botschafi Wilsons vom 4. Dezember, deren von Reuter ivickdcrgegebenes auf den Krieg bezügliches Stück wir anschließend an den gestrigen Bericht veröffentlichen, zeigt, daß der Seiter der Vereinigten Staaten durch den Waffen- stillstand ivt Osten nicht wankend geworden ist in seinen kriegerischen Absichten. Wenn kein außerordentliches Ereignis eintritt, das die logische Entwicklung unterbricht, wird stch das deutsche Volk darauf gefaßt machen müssen, daß der End- kämpf im Westen ausgekämpft wird. Mit Wilsons Ausführungen sich im einzelnen auseinander- zusetzen, hat wenig Sinn. Hätte er gewünscht, den Krieg zu beenden, so wären die Veränderungen, die seit seiner Ant- Wortnote an den Papst in Deutschland vor sich gegangen sind. für ihn ein genügender Anlaß dazu gewesen. Da er kriegerisch geblieben ist. predigt er den Kampf gegen die„deutsche Auto- kratie". obwohl er bereit war, mit der russischen Autokratie Seite an Seite zu fechten und obwohl die gegenwärtige russische Regierung, sicher die demokratischeste, die es je gegeben hat. mit der„deutschen Autokratie" nicht Krieg, sondern Frieden sucht. Darüber hinaus ist der Versuch Wilsons bemerkenswert, die Bundesgenossen von Deutschland abzudrängen und dieses zu isoliere». So wenig dieser Versuch Aussicht auf Erfolg hat. sa soll man doch die Lage, die sich aus Amerikas kriege- rischeu Absichten ergibt, nicht leichtsinnig unterschätzen. Es ergibt sich daraus für Deutschland der sehr lebhafte Wunsch. zunächst einmal im Osten einen sicheren dauern- den Frieden abzuschließen, der die Völker Europas von der Nachfolge an den Konferenztisch nicht abschreckt, sondern ihnen im Gegenteil zeigt, daß mit dem deutschen Volk ein gerechter aitch die Lebensinteresjen der Gegner achtender Frieden möglich ist. Je mehr daS deutsche Volk aus jede nahe Friedensaussicht im Westen verzichten muß, desto stärker wendet sich seine Hoffnung nach Osten. Die Erfüllung dieser Hoffnung aber wird ihm die Spannkraft verleihen, die ihm auch das letzte Schwere erleichtert und olle Sieges- Zuversicht der Gegner endgültig enttäuscht. V Kfn den Gedanken anknüpfend, das schließliche Abkommen müsse mit den Feinden ebensogut wie mit den Freunden getroffen werden, fuhr W i l s on fort: Aber, wenn ein richtiger Begriff falsch angewendet worden ist, so ist da? kein Grund, ihn nicht richtig anzuwenden. Er müßte unter den Schutz feiner wahreil Freunde gestellt werden. Laßt unS wiederholen, daß der Autokratie zuerst die völlige Aussichtslosigkeit ihrer Ansprüche auf Macht oder Führerschaft in der modernen Welt gezeigt werden muß. Es ist unmöglich, irgendeinen Maßstab der Gerechtigkeit anzuwenden, solange solche Kräfte nicht mattgeseyt»der vernichtet sind, wie die. über welche die gegenwärtige» Herrscher Deutschlands verfügen. Nicht eher, als bis das vollbracht ist. kann das Recht als Schiedsrichter und Friedensstifter unter den Völkern eingesetzt werden. Aber wenn eS vollbracht ist. wie es mit Gottes Hilfe sicher der Fall sein wird, so werden wir die Freiheit haben, etwas zu tun, was nie vorher getan wurde, und jetzt ist eS Zeit, unjivre Absicht, dies zu tun, bestimmt auszusprechen: wir werden die Freiheit haben, den Frieden und Edelmut und Ge- recht igkeit zu gründen unter Ausschluß aller selbstsüchtigen An- spräche auf Vorteile, selbst bei den Siezern. Lassen Sic hier lein MißvtveständniS obwalten: unsere anzendlickliche Aufgab; ist die» de» Krieg zu gewinnen. Nichts wird uns davon je abbringen, bis sie er- füllt ist. Alle Macht, alle Hilfsmittel, die wir besitzen, an Men- scheu. Geld und Rohmaterialien, sind ihr gewidmet und werden ihr weiterhin gewidmet sein, bis unser Zweck erfüllt ist. Ihr hört ebenso wie ich die Stimmen d e r M e n s ch l i ch k e i t, die tag- lich vernehmbarer, deutlicher, überzeugender und überredender werden und überall aus dem Herzen der Menschen kommen. Sie bestehen- darauf, daß der Krieg nicht mit einem Racheakt irgendwelcher Art enden soll, daß keine Nation, kein Volk beraubt oder be- straft werden soll, weil die unverantwortlichen Herr- scher«ineS einzelnen Landes ein schweres, verabscheuungswertes Unrecht begingen. Es ist dieser Gedanke, der in der Formel„Keine Annexionen und keine Kontributionen, keine zur Strafe auferlegten Entschädigungen" zum Ausdruck gelangt. Gerade weil diese unreife Formel ein instinktives Urteil über das Recht der einfachen Menschen der ganzen Welt ausdrückt, wurde sie von den Meistern deutscher Intrige sorgfältig ausgenützt, um dir Völker Rußlands und aller anderen Länder, die ihre Agenten erreichen konnten, irre- zuführen in der Abficht, einen vorzeitigen Frieden herbeizuführen. ehe die Autokratie ihre endgültige, überzeugende Lektion erhalten hat und die Völker der Welt das Recht haben, ihre eigenen Schicksale zu bestimmen. Denjenigen, welche den Frieden zustande zu bringen wünschen, ehe der Zweck er- reicht ist. empfehle ich, ihren Rat anderswo anzubringen. Wir wollen»ichtS davon wissen, und werden den Krieg nur als gewonnen betrachten, wenn das deutsche Volk zu unS durch entsprechend be- glaubigte Vertreter sagt, daß«S bereit ist. einem Abkommen zuzu- stimmen, das auf Gerechtigkeit und Sühne deS Unrecht». daS seine Herrscher brgangra habrn, beruht. Sie begingen Belgien gegen- über ein Unrecht, daS gut gemacht werden muß. Sie dehnten ihre Mach:, die fie wieder aufgeben müssen, auch über andere Völker aus, nämlich über Ungarn, über die bisher freien Balkan- st a a t e n, über die Türkei und nach Asien. Wir mißgönnten Deutschland nicht den durch Geschicklichkeit, Fleiß. Wissen und Unter- nehmungsgeist erzielten Erfolg, standen ihm nicht im Wege und waren eher geneigt, ihn zu bewundern Deutschland baute für sich ein wahre? Weltreich von Handel und Einfluß auf, das:3 sich durch den Weltfrieden gesichert hatte. Wir begnügten uns, mit dem Weit- bcwerb der Industrie, der Wiffenschafi und des Handels uns abzu- finden, der für uns durch Deutschlands Erfolg mit sich gebracht wurde, mitzutun oder zurückzubleiben- je nachdem wir Fähigkeit und Initiative hatten oder nicht. Deutschland zu über- treffen. Aber in dem Augenblick, wo es die friedlichen Triumph? geerntit hat», warf Deutschland sie weg. um an ihre Stelle zu setzen, was die Welt nie mehr gestatten wird, nämlich die m i l i- tärischc und politische Oberherrschaft durch Was- fengewalt, um damit die Rivalen, die es nicht übertreffen konnte, und die es am meisten fürchtete und haßte, aus dem Sattel zu heben. Der Friede, den wir schließen, muß das Unrecht abstellen; er mutz dte einstmals schonen Landschaften und glücklichen Völker Belgiens und Rordfrankreichs von dex preußischen Er- oberung und Bedrohung befreien, aber auch die Völker Oester» retch-UngarnS. des Balkans und der Türkei, sowohl in Europa wie in Asien, von der unverschämten Fremdherrschast der mililäri scheu und Handelsautokraiie Preußens befreien, jedoch find wir es uns selbst schuldig, zu sagen, daß wir keineSwegswün» fchen, Oesterre ich-Ungarn zu schwächen oder zu(hier ist die Depesche verstümmelt). ES geht uns nichts an. Was es mit seinem eigenen Leben industriell oder politisch anfangen will. Wilson schlug dann weitgehende gesetzliche Matznahmen gegen die feindlichen Untertanen und strenge Beauf« fichtigung aller in den Vereinigten Staaten Ankommenden und von dort Abreisenden vor und kündigte eine Gesetzgebung an. durch die alle absichtlichen Verstöße gegen Verordnungen des Präsidenten, be- treffend feindliche Untertanen, strafbar gemacht und auch Frauen den für solche geltenden Einschränkungen unterworfen würden. Man werde auch Konzentrationslager und Einschließung derjenigen seind- fichen Untertanen, die sich gegen gesetzliche Bestimmungen vergingen, tn Gefängnissen und ähnlichen Ansialten vorbereiten müssen, wo sie wie andere Verbrecher arbeiten sollten. Ich bin mir. sagt Wilson weiter, vollkommen klar darüber, daß in der gegenwärtigen Session deS Kongresses unsere ganze Aufmerl- samleit und Energie auf eine kraftvolle, schnelle und erfolgreiche Durchführung der große» Anfgabe. den Krieg zu gewinnen, gerichtet sein sollte. Wir können das mit um so mehr Eifer und Degeiste- ning tun, als w.r wissen, daß dieser Krieg für unS ein Krieg um hohe Grundsätze ist. die nicht durch s e l b st i s ch e S u ch t n a ch Er oberung erniedrigt sind, weil Wir und alle Welt wissen, daß unS dieser Krieg aufgezwungen wurde, um die Emrich- tungen, unter denen Wir leben, vor Korruption und Vernichtung zu retten. Die Mittelmächte haben es aus das Herz aller Dinge, an die wir glauben, abgesehen. Fl>re Methode der Kriegführung rst -ine Beschimpfung aller Grundsätze der Menschlichkeit und ritterlichen Ehre.?!hre Intrigen korrumpierten die Denkweise und die Gesinnung vieler unter uns, ihre unselige Gchrimdiplomatie persuchte sogar unser Gebiet wegzunehmen und die Einheit de« Staates zu zerreißen. Unsere Sicherheit würde aufhören, unsere Ehre wäre für immer beschmutzt med der Ver Achtung preisgegeben, wenn wir ihren Triumph zuließen. Sie ver- fuchen selbst die Existenz der Demokratie und der Freiheit zu treffen. Wilson sagte in feiner Botschaft an den Kongreß weiter: Wir haben nicht die Absicht oder den Wunsch. Oesterre ich- Ungarn Vorschriften zu machen, nur wünschen wir zu sehen, daß alle seine großen und kleinen Angelegenheiten in fcwicn Händen seien. Wir hoffen, dem- Völkern der Ball anHalbinsel und des Türkischen Reiches das Recht und die Gelegenheit zu verschaffen, ihr eigenes Leben sicher zu gestalten und gegenüber dcr Unterdrückung, der Ungerechtigtect und den Befehlen fremder Höfe und Parteien ihres Glückes Schmied zu sein. Deutschland gegenüber haben wir dieselben Absichten. Wir beabsichtige» tri» Unrecht gegen das Deutsche Reich, noch eiue Einmischung in seine inneren Angelegenheiten und würden das eine wie dos andere für schlechthi« ungerech.:- fertigt und vollständig unvereinbar mit unseren Grundsätzen halten, denen Wir während unseres ganze.:: Lebens als Nation nachzuleben und die hochzuhalten- wir bestrebt: gewesen sind. DaS deutsche Volk läßt sich von den Männern, denen c« fetzt möglich ist, es zu betrügen und als seilte Herren zu behandeln, erzählen, daß es um daS nackte Dasein des Reiches einen Krieg verzweifelter Selbstverteidigung führe gegen einen überlegtem Angriff. Es gibt keine plumpere und boshaiiere Lüge. Wir müssen versuchen, durch völlige Offenheit und Aufrichtigkeit in bczug auf unsere wirklichen Ziele die Deutschen von ihrer Unrichtigkeit zu ül>erzeugen. Tatsächlich kämpfen wir für ihre vekreiuug von der Furcht und für unsere Befreiung von dar Furcht, wie von der Tatsache ungerechter Angriffe durch Nachbarn und Nebenbuhler durch Männer, dl« der Weltherrschaft nachjagen. Keim Mensch dedroht da? Dasein und die Unabbängizkeit des fried lichen Deutschen Reiches. Das Schlim-mste, wa» zum-Schaden des deutschen Volkes geschehen könnte, wäre, daß, wenn c5 nach den» Kriege weiter unter de» ehrgeizigen intrigierende» Herren l-ben müßte, denen daran liegt, den Weltfrieden zu stören, unter Männern oder Klassen, denen die anderen Völker der Welt nick: trauen könnten. eS unmöglich sein würde, daS deutsch-: Volke zu der Gemein schaft der Regierungen zuzu- lassen. Vielleicht würde es unter derart ungünstigen Umstän- den auch unmöglich sein. Deutschland an dem freien Wirtschaftlichen Verkehre teilnehmen zu lassen, aber daS würde keine wirtschaftliche Offensive sein, und eine derartige, infolge von Mißtrauen unver- meidliche Lage würde sich naturgemäß durch eine sicher entfetzertde Entwicklung von selbst korrigieren.(Hier fehlt ein Stück der Rede.) Weiter erklärte Wilson: Was sollen wir nun tun, um diesen Krieg für Freiheit und Gerechtigkeit zu einem gerechten Ende zu bringen? Wir müssen alle Hindernisse deS Erfolge« gründlich beseitigen und unsere Gesetze nach jeder Richtung hin so einrichten. daß fie den vollen freien Gebrauch unserer Fähigkeiten und Kräfte als kriegiührendcr Macht fördern Ein sehr störendes Hindern:' dafür ist, daß wir zwar mit Deutschland im Kriege sind, abeb nicht mit seinen Verbündeten, daher empfehle ich dem Kongreß dringend, den Kriegszustand zwischen dt«»eremizten Staaten und Oesterreich- Ungarn sofort zu erklären. Befremdet Sie dieses Ergebnis meiner Ihnen eben gegebenen Beweisführung? NeinI Es ist die tatsächliche unvermeidliche Folgerung au» dem, waZ ich gesagt hade. Oester- rcich. Ungarn ist augenblicklich nicht sein eigener Herr, sondern einfach Vasall der deutschen Regierung, und wir müssen die Tatsachen nehmen, wie sie sind, und ohne Gefühlsschwäche danach handeln. Die österreichisch-ungarische Regierung handelt nicht nach ihrem eigenen Willen oder entsprechend den Wünschen und Ge- fühlen ihres eigenen Volkes, stmdern als Werkzeug einer anderen Nation. Wir müssen ihm entgegentreten und die Mittelmächte als Einheit ansehen; anders kann der Krieg nicht er- folgreich durchgeführt werden. Dieselbe Folgerung würde auch zur Kriegserklärung gegen die T ü r k e i und Bulgarien führen. Auch sie sind Werkzeuge Deutschlands, aber nur Werkzeuge, und stehen unseren sich eis notwendig ergebenden Aktionen noch nicht nnmiftekbar im Wege. Wohin unS die Erfordernisse dieses Krieges auch treiben, dahin werden wir gehen, aber mir scheint, daß wir nur dahin gehen sollten, wohin unmittelbar praktische Erwägungen uns führen, ohne uns auf andere Erwägungen einzulassen. Wilson schloß, er habe offen gesprochen, wie die Zeit eS erfordere, damit alle Welt wisse, saß die Vereinigten Staaten selbst in dieser schlimmen Zeit ihre Ideale uns ihr? Grundsätze, um derentwillen ihr Neun« unter den Völkern in Ehren stehe, nicht vergäßen. Ueber 11 Milliarde» Tollar Kriegskredite. Washingtou, H Dezember.(Reutermeldung.) Der dewt Kongreg vorgelegte Staatshaushaltsvoranschlag fordert Nr.ZAS» A4.?ohrgaag 5rrttog.7.VezemberlH?7 Aweiter Tag öer Wahlrechtsöebatte. �neöberg für gleiches Wahlrecht. Mgeorönetenhaus. lVS. Sitzonz. DonnerStax, den S. Dezember ISj? vormittags 11 Uhr. Sm Winiflertiich: D r. �riedberg, Hergt, Drew», v. kii'enhardt« Rothe. Spahn usw. Haus und Tribünen sind sehr stark besetzt. Die erste Lesung der Verfassungsvorlagen »ird fortgesetzt. Abg. Dr. Lohmanu(natl.): Zur Löstmg der schweren Ausgabe, unser Daterland in den ruhigen und hoffemlich dauernden Frieden überzurühren, wünschen wir dem Reichskanzler aus tiefstem Herzen vollen Erfolg. (Lebha'ter Beifall) Den preußischen Muiisterpräfidemen werden wir mit freundlicher Wachsamkeit in seiner Täligkeit vcr- folgen. sLebbaft« Heilerkeit.) Die Schuld, daß das Dahlrecht nicht schon früher reformiert wurde, liegt nichi nur bei der Regierung, sondern auch bei denjenigen Parteien und Personen. welche die Wahlreform verbindert Saben. Die Neußeruirgen des Herrn v. Heydebrand über die Wahlreform find immer»»freundlicher getvorden. fHörl! börilu. Zust. links.) Gegenüber dem starken Snwach'en der Sozialdemokrati« im Reiche bielten die Aoni'ervaliven einen desto machlvolleren Hort im preußischen Abge« ordnelenbause iur nötig.(Sehr gut! links.) Mit Recht sa.iie Dr. Fricdberg: Je mehr man eine uiiaufbnltiame Rekorm hinausschiebl, desio radikaler wird sie. Unser Semauen folgt Dr. Friedberg auch an» den Ministersessel. f Welche Stellimz meine Partei zu den Borlageu einnehmen wird, kann ich noch nicht sage». Niemand auch meine Partei nicht, kann sich dem Wellen- schlag der neuen Zeit entziehen. Unter der Wirkung des tiriegeS find einig« meiner Freunde für das gleicht Wahlrecht gewonnen worden, auch sie wünschen jedoch Sicher« heilen dagegen, daß die gebildeten und besitzenden Schichten nicht von den Rasten einlach erdrückt werden. tHört! hört! recktS.) Die große Mehrheit«einer Fraktion hat sehr schwere Bedenken gegen daS gleiche Wahlrecht. sHöri! bört l) Di« Regierung muß sich mit allen Mitteln kür die Einlösung de» KönigSworteS einsetzen, elwaS anderes ist. o b wir daran gebunden sind. Beibmann Hollweg ist Schritt für Sch:itt zum gleichen Wahlrecht gekommen. Vi« Berariiwoiiuiig trifft den leitenden Staatsmann. Es ist unerhört, daß ein Slaatsmann, deflen Stellung schwer erschütteri war. einen so grund stürz enden Schritt tat, den er vor dem Landtag- mcht mehr vertreten würde. sScbr gut! rechts und bei den Noll.) Im Gegeniay zur Rcchien finde ich die Begründung der jetzigen Vorlage geradezu erhebend. Aber wir haben große Bedenken, ob das Berlrauen zum Volk« zu solche» Folgerungen berechtigr, die große Masse bai politisches Interesse meist nur vor Wahlen. jZu- ruf link?: RcichStagswahlrecht ab i(haften I) Der Sprung vom Klaffen- zum gleichen Wahlrecht ist zu groß. Wir sind für Verweisung aller drei Vorlagen an einen Ausschuß. (Lebhafrer Beifall rechts und bei den Nall.) Abg. Ströbel(U.$.): Die Rede d«S Abg. Lohmann bat bewiesen, daß auf die National- liberalen bei dem gleichen Dahlrecht kaum zu rechnen ist. Die nationalliberale R e i ch» t a g S f r a k t i o n ist für die Reform, die narionalliberale Landtagsfraktion hält sich aber an daS Königswoit nicht gebunden. Herr Lohmann hat die schöne Srilr- ficrinrg der Begründung der Vorlage aelobt, aber der Regierung dürste es lieber irrn. wenn er ihre Absichten mehr unter st ützl hätte. Es war die ollbekannte naiionalliberale Schaukel- Politik, die sich hier zeigte. Das war überbaupt die Signatur der gestrigen mid der heuligen Debatte, daß diese ungeheure Zeit ein winziges Geschlecht gefunden hat. sSehr wahr! bei deu U. Soz) Dahin gehört»uch die Ar», wie die Regierung die Vorlage veitreten har. Freilich wie will man es erwarlen, daß Herr v. Herlling und Herr Dr. Fried- berg sich mit Wärme und Energie für die Wahlrechtsvorlage ins Zeug legen, wenn man siebt, daß die Parteien, aus denen dieie Minister hervorgegangen sind, eine solche Feind seligkerr gegen dre Regierungsvorlage zur Sckau tragen. Der Fried« wäre bald erreicht, wenn man nur daran ginge, Preußen-Deutichland so zu gestalten,� daß es sich im Rabmen der Ziuiturvölker sehen lassen kann. Statt dessen erleben wir eine solche Vorlage. Das reaktionäre preußische System ist die festeste Stütze unseres Miluarismus und und Imperialismus, dem wir letzten Endes diesen grauen- vollen Krieg verdanken.(Sehr wahr I bei den Unabh. Soz.) Wenn Herr v. Heydebrand gefragt har, wo wäre Preußen bei dem parlamentorrchen System geblieben, so muß daraus geantwortet werden: ein demotroliicheS. ein vernünftige» Preußen wäre nicht in dieie ichauerliche Katastrophe hineingerannt. »Sehr wahr! bei den Unabh. Soz.) Wenn Heir v Hcydebrand ineinte, die MebrheiiSparteien im Reichslage HSiien die Nailage des Lande« ausgenutzt, so muß man ihm entgegenbalie»: wer bat denn daS Land in diese Notlage gebracht? Die Un- besonnenheil der Regierung und der Parteien, die sie dazu er- munterten, daß jenes unglaubliche Ultimatum an Serbien erging. sPräfident Dr. Schwerin-Läwitz ruft den Redner zur Ordnung.» Ein gleiche» Wahlrecht ist nnS verheißen, aber man denkt nicht daran, die Ungleichheit der Wahlkreis« zu beseitigen Mau stuft die Wahlkreise nicht ab nach der Zahl der Emwobner. sondern nach der Größe de» Areal«, nach der Menge der Kartoffeln oder Vieh, die darauf erzeugt werden. Aber man mach: doch kein Wahlrecht für da« lirbe Bich, sondern für preußische Staatsbürger.(Sehr gut! bei den Unabh. Gez.) Ebrnio ist die dreijährige Karenzzeit nach dem Etweib der preußischen Staatsangehörigkeit ein unsinniger Verstoß gegen daß gleiche Wahlrech», desgleichen die Erhöhung der AufenihaliSdauer im Wahlbezirk von sechs aus zwölf Monate. In die mißachtele. fluktuierende Bevölkerung hat gerade der Krieg wieder Millionen kleiner Existen»en binribgestoren. Da» gleiche Wahliecht ist«eispiochen. aber dem größeren Teil de» Volke», de» F r a u e n, �gewährt man es nach wie vsr nichr. DaS stad dieselben Flauen,»bne die wu den Krieg gar nickt hätten durchhalten fö nten. 9« ist jchreiender Undank, wenn man ihnen da« Wahlrecht noch immer verweigert. kSebr wahr I bei den U. Soz.) Ich hau« gewünscht, daß die Frauen durch einen allgemeinen internationalen Frauen- streik die Durchführung de« Krieges überhaupt unmöglich gemacht hätten, tviavo! bei den U. Sog.) f Etile Zumutung an die Geduld des Volke« ist es, daß man das Herrenhaus noch konservieren will. Das Herrenhaus gehört in die h i st o r i f ch e R um p e l k a m m e r.(Bravo! b. d. U. Soz.) Besonders inrereiianl ist die Bestimmung, daß die Regierung auch ohne die Bewilligung des Etat« soll weiter wirtschaften können. Ende schlecht, alles schlecht! die ganze Vorlage ist nur Flickwerk und paßt nicht hinein in diese Zeit, wo das russische Proletariat sich so unbegrenzte Freiheiten erwirbt. Es scheint uns, als wem:• der Widerstand der Konservativen, deS ZentrnmS und der Nationalliberalen gegen daS gleich» Wahlrecht auch diesmal wieder von Eriolg begleitet sein wird. Die Freisinnigen glauben, wenn sie nur recht brav sind und alles schlucken, waS an schädlichen Bestimmungen in der Borlage enlbalien ist, dann werden die anderen auch für daS gleiche Wahlrecht eintreten. Aber durch ein solches d em ü t i g e S Äpportieren wird ein vernünftiges Wahlrecht nickt herbeigeführt, sondern nur durck imabläsngeS Drängen, durck Kamps. Wäre es der Regierung wirk- l>ck ernst damit, das gleiche Wahlrecht zustande zu brinaen, so müßie fie selbst dafür sorgen, daß das Volk dem Ansturm der Reckien gegen die Wablreiorm mit seinem Ansturm entgegentritt. Aber waS sehen wir? Während die Annexionisten und Imperialisten jede Propaganda treiben können, dürfen wir unabhängigen Sozialdemo- traten in Berlin keine Versammlungen einbernfe», die sich mit der Wahlrcform beschäftigen. Der Berliner Polizeipräsident hat solche Versammlungen verboien. lBravo! reckiS. Höri. hört! b. d. U Soz.) Ick fordere nickt zur Revolution aus; sie kommt, wenn die Bedingungen dafür bestcheu, diese erzeugen Sie aber, wenn Sie den Krieg noch lange fortführen. Wer von Ihnen hält« geglaubt daß wir ein Jahr ll-Boot-Kzirg führen müssen ohne greifbaren Erfolg?(Ttürutiicher Widerpluck. Abg. v Kröcher: Ueberlasten Sie daS H i n d e n- b n r g! Abg. Adolr Hoffmann: Die Oprcr bringt das Volk!) Ob Krieg geführt werden toll und wie lanie, daS kann nicht allein Hindeirburg überlasten bleiben(Siürmistber Widerspruch reckis), sondern das ist Sacke de« Volkes und ist von der VolkStKrtretung mitzubestimmen.— Gestern ho» Minister DrcwS ausgeführt, daß daS gleiche Wahlrecht durchaus nicht die Stimmung de« Auslandes zugunsten Deutschlands beeinflussen soll, und er hat davon ge- sprochrn, daß die angeblichen D-emokratien im Westen sich mit dem zarischen Rußland verbündet haben. Leitende Militärs streben noch jetzt Annexionen an, und das wriß man im Ausland, über dessen Annzirionspläne man sich bei uns entrüstet. Das LuSland hat ein Recht, demokratische Friedensgarantien von Deutschland zu fordern.(Stürmischer Widerspruch.) Die militärisch« Vorgeschichte de« Krieges, das Ultimatum an Serbien, wobei auch sehr hoch- stehende Kreise in Deutschland Verbmdcrung statt Ermutigung ge- wünscht hätten, beweisen das. Das Ausland hat kern Der- t r a u e n zu der deutschen Regierung, solange sie sich auf die Herr- fchcnden Klassen stützt, in denen die Anschauungen Heydebrands herrschen. TaS deutsche Volk wollte diesen Krieg allerdings nicht, und die ungeheure Mehrheit des Heere« würde für annexionslosen Ver» ständiguiigsfrieden stimmen. Tie Vorbedingung für die zukünftige Friedensliebe Deutschlands ist gründliche Reform in Preußen. Was ist das Opfer der Privilegien gegen die furchtbaren Opfer des Vol- keS! Sie freilich wollen Ihren Geldbeutel schützen und alle Aemter beherrschen. Das deutsche Boll aber will nicht länger der Paria fein, es will feinen Frieden mit der Menschheit machen als ein freies Volk, das feine Geschicke selbst bestimmt.(Beifall b. d. Unabh. Soz.) Präsident Graf Schwer in-LLwitz gibt unter lebhaftem Beifall den Heeresbericht bekannt und fügt der Mitteilung der neuen Er- folge im Westen und in Italien die Mahnung hinzu, die VerHand- lung.n des HauscS auf der Höhe zu erhalten, die der Stunde ent» spreche. Vizepräsident des Staotsministeriums Tr.»?r»edberg: Erörterungen über auswärtige Politik sind im Augenblick nicht angebracht. Abg. Ströbel gehört zu den Politikern, die dem Aus- land einen Freibrief erteilen wollen. Unser« innerpoliti- schen Fragen geben das Ausland nichts an, das Ausland und auch die jetzige russische Regierung mögen damit zufrieden sein, daß wir die feste Erklärung abgegeben baben, uns in ihre Angelegenheiten unter keinen Umständen einzulassen.(Zustimmung.) Abg. Ströbel betrachtet die Demokratie als Allheilmittel für alles. Ich werde ihm also nie den Gedanken beibringen können, wie wich- tig eS ist. daß gewisse hervorragende Kreise unseres Volkes, die für unsere Kultur ein besonderes Interesse haben, von allgemeinen Wahlen unabhängig gemacht und ihnen ein gewisser Einfluß auf Gesetzgebung und Per- waltung eingeräumt werden muß. Wenn wir der auch von Dr. Pachnicke bedauerlicherweise erörterten Frage der Abschaffung des Herrenhauses näher treten, so gefährden wir die Durdjbri»- gung dieser Vorlage. DaS deutsche Volk besteht nicht aus PariaS. sondern ist in vollem Umfange ein freiheitlichesVolk. zwar nicht mit dem parlamentarischen System, aber mit einer freien Ver- fassung, einem unabhängigen Richterstand und einer in der Welt einzig dastehenden VerwaltungSgenchtSbarkeit. Auf die Andeutungen des Abg. Ströbel über die Möglichkeit einer Re- v o l u t i o n einzugehen, ist zwecktos und ich könnte mir dabei auch nickt die vom Präsidenten gewünschte Mäßigung auferlegen.(Hei- terkeit und Beifall.) Bei der WablrechtSfrage will ich alle» vermeide», was den Gegner verletzen kann, und will daher auch entgegenstehende Mei- nungen nicht als �allgemeine Redensarten" bezeichnen. (Sehr gut! links.) Die Ausführungen des Ministers des Innern waren so fem abgewogen und so durchdacht, daß daS Urteil von Hcydebrands wirklich nicht aufrechterhalten werden kann. Vom Abg. v. Heyoebrand hatte'ch eine Fundgrube von Wider- legungen erwartet. tAbg. v. Heydebrand: Dos kommt noch!) Dann ist meine Spannung um so größer.(Heiterkeit.) Wiederholt haben hervorragende konservative Männer, nicht nur Fürst Bis- marck. sondern auch v. Brandenburg, Hermann Wagener. Hcrrfurth, Prof. Lrband das allgemeine gleiche Wahlrecht jedem anderen vor- gezogen, wie denn mancher konservative Mann sich lieber auf die Werbekraft seiner Ideen verlassen möchte als auf Wahlprivi- l e g i e n. und wie es ihm lieber fein wird, einer großen Volks- Partei anzugehören, die tief ihr« Wurzeln im Volke schlägt.?luch ich habe manche Bedenken gehabt, aber immer betont, daß sich ein abgestufte» Wahlrecht nur so lange erhalten ließe, er l S auch die Regierung dadtt he harrt, flenvert fich die«, f» kön- nen insbesondere die liberalen Parteien kaum hinter dem zurück- bleiben, wa» die Krone will Senn ich mich mit allen Kräften bemühe, die Vorlage zur Durchführung zu bringen, so bestimmt mich dazu das Vorliegen der Juli-Botschast de« Königs und dann die tiefere Einsicht in ihre Beweggründe und iu die gesamte politische Lage, die mir erst jetzt zuteil geworden ist.(Hört, hört!) Die f e i e r- ltche Form der königlichen- Botschaft beweist, daß eS sich-nicht nur um einen Vorschkag bandelt, den der Landrag annehmen»der ablehnen kann, sondern daß die Krone und ihre verfassungsmäßigen Ratgeber, all« verfassungsmäßigen Mittel einsetzen müssen, um die Perbeißung einzulösen.?(bg. v. Heydebrand sagte. wenn die Botschaft ein Ausfluß des Willens der Krone sei, dann bade daS für die Konservativen eine ganz besondere Bedeutung.. ES ist tatsächlich der Wille der Krone, und die Mluister haben den Auftrag, bei der BolkSvertretnng darauf hinzuwirken, daß die Boc- lage unter allen Umständen durchgesetzt wird, wenn auch mit Vrr Lndernnzrn im Rahmen der Vorlage.(Lebhafter Beifall linkS.) Unter dem Einfluß der Verhältnisse haben sich auch die Ansichten der Krone in der Wablrechtsfrage gewandelt Im vorigen Jahre wollte Herr v. Heydebrand nur Schönheit Sfchler de» DreiklassenwahlshstemS beseitigen, jetzt ha» e.r den ganz gc- waltigen Sprung gemacht, sich an den Verhandlungen über ein Pluralwahlrecht zu beteiligen.(Hört, hört!) Es sind hier sehr be- redte Vertreter. der Kronrechte aufgetreten. Ich bin immer mißtrauisch, wenn so sehr viel über die Aronrechtc gesprochen wurde. (Sehr gut! links.) Ebenso wichtig wie der Sckutz der Kronrechte ist cS. wenn man der Krone dazu verhilft, ihr Wort einzulösen. Den Gewissenskonflikt erleichtert man sich wesentlich, wenn man bedenkt, daß für ein Pluralwahlrecht alle statistischen Grundlagen fehlen. Nach meiner Ueberzeugung würde auch durch ein Plural- Wahlrecht eine derartige Demokratisierung herbeigeführt werden, daß die Zusammensetzung des HauscS fast dieselbe w i e beim gleichen Wahlrecht wäre. Neben den ethischen Beweggründen hatte die Krone auch real- politische. Das Klassenwahlrecht ist für uns alle erledigt, auch Herr v. Heydebrand wird auf ihm nicht bestehen wollen, nachdem er sich in Verhandlungen über daS Pluralwahl- recht eingelassen hat. Ein berufsständisches Wahlrecht ist von keinem vorgeschlagen worden.(Zuruf b. d. Konservativen: Abwarten.) Wer will noch mit dieser abgestandenen Sache Geschäfte machen?(Sehr richtig! links.) ES ist gar nicht möglich, fest- zustellen, wem die Einsicht in die Staatsangelegenheiten fehlt. Mög- lich könnte heute nur ein Pluralwahlrecht sein, das sich an den Be- s i tz k l a m m e r t. Ist aber ein solches Wahlrecht heute noch mög- lich?(Lebhafte Rufe links: Nein! Nein!) Die Leistungen de? deutschen und preußischen Volkes in diesem Kriege lassen sich nicht»ach Geld werten.(Sebr richtig!) ES ist unsaßbar. wie man heute noch von höheren Leistungen für den Staat sprechen kann, wenn jemand mehr Steuern zahlt. Die Raumverlierer in diesem Krieg sind ckre K l e i n h a n d w e r k e r und Geschäfts- r n h a b e r. Sie müssen- vielleicht nach dem Kriege.als Arbeiter ihr Geld verdienen. Sollen sie dasein minderes Wahl- recht haben, wo doch ihre Intelligenz gleich geblieben und nur ihr Vermögen k l e i n(M geworden ist?(Sehr richtig!) Herr v. Heydebrand warf der Regierung vor, sie habe mit der Einbringung der Vorlage einen Streitapfel unter die Parteien geworfen. Aber gerade die Konservativen hätten alle Veranlassung, einen Strich unter die Vergangenheit zu machen und sich zu sagen: rnez. culpa, daß es so gekommen ist, denn sie haben seit 1!>!si da? Zustandekommen jeder Wahlrcform verhindert.(Sehr wahr! ltyks.) Im Gegensatz zu Ihnen haben die englischen Kons.rva- t i v e n dort eine Wahlresorm durchgerührt, nachdem eine Reform der Liberalen gescheitert war. lDehr gut! links.) Wenn die jetzige Vorlage so radikal ist. so ist das die Folge davon, daß die Frag: nicht früher erledigt worden rst.(Sehr wahr! links) Wenn Herr v. Heydebrand hoffte, daß daS Zusammenarbeiten des Ministers mit mir gute Früchte zciligen werde, so akzeptiere ich dankbar diese Anerkennung eines früheren Parlamentariers in der Regierung von feiten des Herrn v. Heydebrand.(Heiterkeit und Sehr gut! links.) Im übrigen»nterstiitzc ich den Minister gern, denn er ist ein her- vorragender Reformmini st er. iBravo! links.) Im übrigen sind Minister Diener der Krone und»ls solche gibl es für uns kein Schwanken, fondern nur das allgemeine und gleiche Wahlrecht.(Leb- bgfter Beifall links.) Nur noch einige Worte auf einen Redner, der iiäch mir sprechen wird.(Allgemeine Heiterkeit.) Freiherr von Zed- litz hat heute im„Tag" die Aussichten der Vorlage untersucht und be- spricht dabei auch die Möglichkeit einer Lanbtagkauflvsung. Man sollte solche Bilder nicht an die Wand malen. Wir hoffen, noch zu einer Verständigung zu kommen. Im übrigen fürchte ich für den Fall der Ablehnung der Vorlage nicht etwa für die Krone. Die Liebe zur Krone wird um so tiefer in den Herzen des Volkes verankert sein, je mehr die breiten Massen einsehen, daß die Krone ihnen weitgehende Rechte geben wollte.«Sehr gutl links.) Wohl aber fürchte ich für die bürgerlichen Parteien obne Ausnahme. Und schließlich sollten sich die Pdrteien bei der Abstim- mung nicht nur an die Stärke in diesem Hause halten. Die große Politik der nationalen Fragen wird in einem anderen Hause gemacht, das nach anderem Stimmrecht zummmengefetzt ist. Einmal werden ja die Friedensglocken läuten, dann werden die Parlamente nach Hause geschickt und dann wird es heißen: Frisch auf die Schan- zen! Es wäre ein schweres Unglück, wenn die bürgerlichen Par- teien dann nicht mindestens in der alten Stärke in den Reichstag ein- ziehen. Ich spreche als ein Mann, dem die Interessen des Bater- landeS am Herzen liegen und der verhüten will, daß die Vertretung in den Parlamenten in die radikalsten Hände kommt. Gehen Sie mit strengster Prüfung an die Vorlage heran,- a n unserem Willen zur Verständigung wird es in keinem Stadium der Beratun- gen fehlen.(Lebhafter Beifall links). Abg. Frhr. v. Atdlth(fk.): Wir werden diese Mahnung beherzigen. Aber das gleiche Wahlrecht widerspricht den Grundsätzen der Gerecht ig- k e i t. weil es Ungleiches gleichmachen will. Selbstverständlich müßte dem gleichen Wahlrecht nn Staate das gleiche Mahlrecht in den G e- m e i n den folgen und Herr Cassel müßte dann schon Herrn Adolf Hoffmann Platz macheu.(Heiterkeit.) Es frag! sich, ob die in der Vorlage vorgesehenen Mittel �.rm Schutz der Minderheiten oenügen. Vielleicht könnte man doch ein Pluralwahlrecht für höhere Leistunzeu im Interesse de» Staates finden. Ein schwerer Sinariff wäre eS. wenn man von Reich« wegen eine Einwirkunz auf die Grstastunz de« preußischen Wahlrecht« ausüben wollte. Nack der Rede de? fterrn Dr. Pirsch bin ich überoeugt. daß das Zentrum im Reicksta? da« nicht zulassen w-rd. Zu einer LanMagSmiflösimg wird dia Regierung es nicht kommen lassen, da daS Ergebnis un» gtwiß ist. Abg. Scicha(Pole) begrüßt das gleiche Wahlrecht. Die Aeiterberatunz wird auf Freiwg 11 Ubr vertazr. Schluß 4% Uhr, Partemachrichten. Tas Protokoll des Würzburger Parteitage» wird in einigen Tagen derimidfertig. Der Papierknappheit wegen konnie nur eine kleine Auflage gedruckt werden und da Nackdruck «»«gesckloiien ist, wird um baldige Bestellung gebeten. DaS Pro- tokrkl uniiaflt niil den Anhängen Stv Seilen und enthält auher den Lcrbaiidlungsberickten die verickie des Parteivorflandes und der NcickstagSsraktwn für die Jahre 1Sl4/!7 und als Anhang die Be» richte für das Jabr tlltg, die dem durch den Kriegsausbruch ber- eitelten Paiteilag von tvts borgelegt werden sollten. In dem Pro- iokoll haben ferner die schriftlich eistatlclen Berichte über.Die nach st en Dusgaben der Partei" Ausnahme gesunden und Mar: 1. Tentokraiiiienmg von O. Landsberg; 2.' Die nächsten Äilfgaben der Wirtichaftspolitik von H. Cunow: 3. Die künftige Zsin an»Politik von Keil: 4, Unser« sozialpolitische» Aufgaben von R. Wissell. Ter Preis Leirägi für da-Z brofchürie Exemplar 3 M., für das gebundene Exemplar ö Z>». Tie auf besieeeni Papier gedruckte Ans- gabe für den Buchhandel kostet broschiert S P?.. gebunden S M, Diese Ausgabe kann durch jede Buchhandlung belogen werden oder vom Verlag: Buchhandlung Vorwärts, Berlin L'.V«8. Für Frledcu und Freiheit. Nach fast dreijähriger Pause fanden in'den letzten Togen die ersten öffcnllichen Veriammlungen im östlichen Mecklenburg statt, Genosse W. B r o:n in e- Lübeck referierte am Sonnabend in Teterow, am Montag in Malchin und am DienStag in Waren amMüritziee, Malchow und die Renlerstadt Stäben- Sagen folgen noch. Die Veriaminlungen waren alle stark besucht, namentlich diel? Frauen nahmen teil, Eine Resolution im Sinne der sozialdemokratlschen Politik fand überall einstimmige Litnahme. Ein guter Beschlust. Di« KreiZbersamnilung für Neust-Greven- Broich nahm eine önlfAIicfeang an, die die Wüizbiirgec Beschlüsse billigt und im besonderen sagt: .Die Versammelten treten entschieden da'ür ein, daß die klaffen Bewußle Arbeiterschaft den Bruderkampf au» ihren Reiben beseitigt, damit nicht die Arbeiterbewegung in den bevorstehenden schweren Kämpfen I in kraftlosen Gruppen und Arüppcheu zerspliliert, zur poliiischei? Ohnmacht verdammt ist." Mehring gegen die Bolschewrii. Nachdem Mehring in der„L. V. «ingesehen, daß da- Stockhalmer Bolichewikitelegranun doch für die DreSSeuer Veriomm-ung bestimmt war. wendet er sich wutschnaubend gegen die Bolschewik!, die pruizipiculoS genug waren, sich mit den .Scheidemäiinern" einzcklaffen: DaS Entgegenkommen, da? die Bollchewiki dem Hw biederungSversuck der?Iegierliugssozial>stcii bewiesen haben, geht denn doch weit über die Grenze mißtrauischer Höf- lichkeit binaoS, wie ich voraussetzte, Gewiß ist eZ»ot wendig. daS Erwachen der Maffen zu bcsckkeunigen und sie von neuem zu organisieren, aber wer in aller Welt hat f« einen ver- wüsteten Garien wiederherzilstcllen versucht, indem er damit be- gann, die Böcke, die den Garten verwüstet haben, als die berufenen Gärtner anzuerkennen? Die Taktik der Bolsckewiki ichcinr mir ein reckteS Schulbeispiel auf jenes.Listen mit der Idee", auf jene diplomatische„RevolutionSreckumi* dinauslausen. von der jckon Lassalle nachgewiesen hat, daß sie die Feinde niemals täuscht, ober die Freunde immer irre führt. Mehring möckte, daß die Bolschewiki mit ihm allein Frieden schließen. Aber erstens ist das dock ein allzu kleiner Separatfrieden, und zweiten»: Härte er Aussicht auf dauernden Bestand? GroßÄrlin SrenneKÜe TagesfrLgen— Unser e Ern ährun g— Deutschlands Demo- kratisierung— Die Vaterlandspartei— Der Ver st ändigungsfr reden— werden in der am nächsten Sonntag rnittaas 12 Uhr im äirkus Schumann stattfindenden Versammlung der . osialdemokratischen Vereine Groß-BcrliuS von den Reichstags- abgeordneten Robert Schmidt, Richard Fischer, W i l h. Psannkuch und PH. Schcidemann behandelt werden. Der Eintritt findet nur gegen Karten statt. Der Preis der Karte beträgt 20 Pf.__ �ahrpreiserhöhnnfl auf den Stadt- und Borortbahnen! Räch den Beschlüssen der Eisenbahnverwaliung soll folgender, Tarif eingefühlt werden: Für die Stadtbahn 2 Zonen: In der 1. Hone beträgt der FahrpleiS lö Pf. für die S. Klasse und 20 Pf, für di« 2. Klasse; in der S.Zone LS bzw. SbPs.— Die Monatskarten sollen fortan 4 W. für die 3. und 0 M. für die 3. Klasse kosten, für das ganze Netz 6 bzw. 9 M.— Für die Vorortbahnen betragt der Ansangsiatz in der 3. Klaffe 13 Pf. und steigt um je 5 Pf., in der 2. Klaffe ebenso bei einem Anfangssatz von SS Pf.— Der Vororttaris fällt mit der Länge der Sirecke ab und be- rückflchtigr den Umstand, daß für Groß-Berlin die in Frage kommende SiedlungSenliernung nickt nur 29. sondern 39 km und mehr beträgt. Die Toriierhöbung beträgt im Siadt- und Ringbabnverkehr anS- schließlich der Verkehrssteucr im Durchschnitt bei kÄnzelfabrkarten 24,3 Proz., bei MonatSfahrkarlen 19.6 Proz, im Vororlverkehr bei Einzelkarten 8,5 Proz., bei Monatskarten 12,3 Proz. Im Gesamt- durchschnitt belauft sich die Tariferhöhung auf 13,7 Proz. ohne die BrrkebrSsteuer. Die Be rkeh rösten er, die für ein 19-Pfennig-Billett 9.50 Pf. betrögt, kann als Vorwaud für eine Preiserhöhung von 19 auf IS Pf. natürlich nicht gelten. Wenn sich ober die Eisen- baSnverwoltung mir die gegenwärtige Steigerung der Löhne und BeliiebSstoffe berufe» sollte, so wäre darauf zu erwidern, daß dieie durch die Steigerung des Verkehrs zweffcllo» mehr als reichlich ausgeglichen wird. Jedenfalls ist es durch- aus unstatthaft, die zurzeit bestehenden Arbeits- und Materialkosten olS Borwand für eine Taii'erböhung zu benutzen, die doch wohl auch iür die Zeit nack dem Kriege beibehalten werden soll, wo die Löhne und die Piei'e für die Delnebsstoff? aller Wahrscheinlichkeit wesentlich niedriger kein werden. Man hätte, falls eine sogenannte.Tarisreform" überhaupt für nötig«rocktet wird, zum mindesten warte« muffen, bis wieder geordnete Verbältniffe ein» getreten find, die einen klaren Ueberbl'ck über die regulären Selbst- kosten gestalten. Gegen eine Fahrpreiserhöhung, zumal in der jetzigen Zeit, muffen wir energischen Protest erheben. Massenspeisuug. In Heft 14 der.Beiträge zur Kriegswmschsst" sind die Ergebnisse der Erhebungen, die die Volksw i r: scha stl ich« Abteilung des KriegSernährungSomis bei sämtlichen Massenspeisungen, Gemein- schaftsküchen, Kriegsküchen u. dgl. im Reich monatlich vornimmt. für die Monate Januar und Februar 1017 besprochen worden. Die weiter« Fortführung der Erhebungen hat gezeigt, daß die Möglichkeit für dve Bevölkerung, ihr Essen in Gemeinschaftsküchen einzunehmen, in den GenteinSen aller Größenklassen ständig g« st i e g e n und»roch weiter im Steige» begriffen ist. Insbesondere haben die in den großen Städten vorhandenen Einrichtungen einen weiteren Ausbau erfahren. I» den Gemeinden peit 19 999 und mehr Einwohnern, auf die sich pi- Erhebungen be- ziehen, können rot Höchstfälle bei mehrmaligem Kochen am Tage zetzt durchschnittlich mehr als ein Viertel, in den Großstädten m:t 399 999 und mehr Einwohnern durchschnittlich mehr als ein Drittel der Bevölkerung in Gemeinschaftsküchen verpflegt werden. Tie weitaus größte Leistungsfähigkcii, nämlich 89 v. H. der Gesamthei: haben die allgemeinen Kriegsküchen aufzuweisen, während die ebenfalls jedermann zugänglichen Mittelstandsküchen nur vielleicht 2 V. H. der gesamten Leistungsfähigkeit ausmachen; immerhin ist somit in der großen Mehrzahl dar Fälle davon Abstand genommen worden, die Teilnahme an dem Essen nur einem beschränkten Per so-nenkreise, z. B. Personen bis zu einer gewissen Einkommens grenze zu ermöglichen. Der Gesichtspunkt, daß jedem, der am Essen teilnehmen will, hierzu die Gelegenheit geboten wird, ist fast überall zur Geltung gekommen. Im übrigen kommen noch Fabrik-, Werk. und Betriebsküchen in Frage; sie ffnd naturgemäß auf die Angc stellten lind Arbeiter des betreffenden Betriebes beschränkt. Nu. eine geringe Rolle spielen daneben noch die nicht zu den Fabrik- Werk- und Betriebsküchen gehörigen Küchen für begrenzte Per sonenkreise, so die K inders Uppen küchen und Krankenküchen. Die Inanspruchnahme der Massenspeisungen richtet sich natur gemäß nach dem Grade der jeweilige» Ernährungsschwierigkeiten Den Mnter über und wegen des kalten Frühjahrs und der damit zilsaMmenhängenden späten FriLwemüseernte bis hinein in den Mai nahm die Besucherzahl der Gemeinschaftsküchen fast überall ständig|u. Im Monat Juni, wo Frühgemüse auf den Markt kam macht- sich zum erstenmal eine Abnahme in der Inanspruchnahme der Küchen bemerkbar. Die Kartoffelknappheit im Monat Juli bewirkte indessen wiederum-tneu vermehrten Zuspruch; die Mai Zahlen werden jedoch nicht mü&ec erreicht. In den Monaten August und Setstember bot sich für die Bevölkerung zum großen Teil Gelegenheit, wieder Gemüse in ausreichendem Maße zu be schaffen, auch die Frühkartoffeln kamen endlich auf den Markt; die Inanspruchnahme der Maffenspeisungen ging in diesen Monaten wieder zurück._ Aepfelvertauf. Die Groß-Berliwer Gemeinden bringen demnächst an ihre Ein wohner Aepiel zur Verteilung. Vom Magistrat B e r k i n erhalten wir dazu folgende Mitteilung: ES werden bei gleichzeitiger Abgabe von miud-stentz 3 3«KenSmtttelkartenabschnsti«n Nr. 123 3 Pfund Aepfel und auf jeden weiteren Abschnitt je 1 Pfund Aepfel verabfolgt. Bei gleichzeitiger Abgabe von 3 oder mehr Lebensmittelkarten Äschniiien wird außerdem 1 Pfund mehr zugeteilt. Die Zusam menlegung von mindestens 3 LebeuSmittelkarrenabschnittrn mutz erfolgen, weil infolge der Schwierigkeit der Zufuhr nur eine be grenzte Zahl von Berkaufdstärterl errichtet werden kann, anderseits c:ne rasche Abfertigung sichergestellt werden muß. Für jede Brot kommisston ist eine VertaufSstättc errichtet, in welcher die zu dieser Brotkomorisston gehörenden Berkin-r Einwohner kaufen können. Tie Bertaufsstätten sind in der morgen erscheinenden Bekann:. machung einzeln ausgeführt. Vom 7. bis einschließlich 19. Dezember findet in chen Verkaufsstätten«ine Boranmeldung statt. Der Ver- lauf erfolgt in der gleichen Berkairfsstätte, und zwar kommen am 13. Dezember Nr. 1— 300 der Anmeldungen, am 14. Dezember Nr. 301—690 usw. zum Bezug?. Die Nummer ist ans der bei der Vor anmeldnng erteilten Bescheinigung ersichtlich. Das Nähere ergibt die Bekanntmachung. Wir»vollen wünschen, daß die Organisation der jetzigen Ver teilung besser durchgeführt wird, als kurzlich bei dem Berkauf von den Kahne::. Es darf nicht wieder borkommen, daß diejenigen, die sich an die Versicherungen des Magistrats halten. War« sei ge nügend vorhairden, schließlich wieder leer abziehen müssen. Verteiluug vo» Kunsthonig und Rübensast. Aus Abschnitt 1 24 der Lebensmittelkarte entfällt'/? Pstmd Kunsthonig oder Pstind Rübensast. Der Preis für Kunsthonig beiragt im Nusstick 37 Pf. für Pstmd und 73 Pf. für 1 Pfund und in fertigen Pfundpaketen 7ö Pf. Die Preise für Rübensast werden noch bekannt gegeben. Der Abscknilt ist nur in demjenigen Geschäft, in dem der Verbraucher eingetragen ist, in der Zeit vom Montag, den 19. bis Mittwoch, den 12. Dezember einschließlich abzuliefern. Die Ware wird nach Ablauf der üblichen Frist zur Ver- ügung stehen._ f�ur Abgabe von Hühnerwurft. Die von der Polizei neuerdings getroffene Sinordnung, daß Hühnerwurst nur gegen Fleiickkarte abgegeben werden darf. kann ffck, wie der Berliner Magistrat mitteilt, nur auf solche Durst beziehen, die au» inländiicken Hühnern hergestellt ist. Für die vom Magistrat aus dem Ausland eingeführten Hühner hat der Präsident des KriegSernährungSamtS dagegen auSdrnck.ick die markenfreie Abgabe genehmigt, so daß die au? ausländischen Hllbnern hergestellte Wurst nach wie vor ohne Fleischkarte verkauft werden darf._ Fischkonserven uur mit Genehmigung! von zuständiger Seite wird uns Mitgeteilt: Es ist viel- fach beobachtet worden, daß Berliner Händler selbsthergestellte Zu- berritungen von Fischen, Krabben und Muscheln absetzen, ohne die erkorderlich? Genehmigung zu besitzen. Es fei daher dar« auf hingewiesen, daß e? für den Absatz derartiger Waren— ganz unabhängig von der orlSpolizeilicken Handelserlaubnis— einer besonderen Genehmigung des ReickSkommissarS für Fiich- bersorgung oder der für Berlin zuständigen Bumenländifchen Kriegs« isichindustrie, Berlin, Dircksenstr. 26. bedarf. Gegen die geschäftstüchtigen Hausagrarier, die selbst auS der Kohlennot Honig fangen wollen und immer wieder den Versuch machen, die vi wärmnng ihrer mit Zentralheizung ver« sebenen Häuser herabzndrücken, wende» sich ein Schreiben, daS die Kobkenstell« Groß-Berlin an den Mieter-Berein des Groß-Verlstier Westen« gerichtet hat. ES beißt dorm:.JnZentralheiziingshänsern diufte eine schon jetzt einsetzende geringere Beheizung der Räume als mit 18 Grad Celstu« bei der fetzigen milden Witterung und der anSre'chenden Belieierung mit Kohlen ungerecht- ertigt sein und ausreichende Grundlage für gerichl- licke« Vorgehen bieten.* Wünschenswert wäre nur. baß die Kohlenstelle Groß-Berlin ihr sorglickeS Interesse in etwas höherem Matze auch den Mielern zu- wendete, die nicht über Räume mit Zentralheizung verfügen. Wo die Weihnachtsäpfel»leiben. Ein Beamter der Preis- prüfungSstelle rrininelie. daß bei einer Kleinhändlenn K. seit Milte November d. I. in einem Keller ün Zentium der Smdt über 500 Zentner Lepsel lagerten. Die War« sollte offenbar von der Kleinhändlerin zu Weibiiochl«» unter lleberschreitung der Höchstpreiie an gute Bekannt« verkauft werden. Aus Verlangen der Preis» prüfungSstelle wurde der gesamte Vorrat durch das Kriegswucheramt beschlagnahmt. Eine LiebeStragödle wird au» Siransberg gemeldet. Der Lljährige Arbeiter Ech. unterhielt mit der 2! jährigen Arbeiterin Emma K. ein LiebeSverhäliniS. da? durch die Eifersucht des Mannes des öftere» getrübt war. Vor einigen Monaten halte Sch. eine Gefängnisstrafe abbüiien muffen, da er fick jedoch gut gefühlt hatte. erhielt er die Erlaubnis, die Haft zu unterbrechen. Als Dch. dann seine Braut besuchte, wurde ihm don anderen Frauen, die mit der S. in ewem Hause wohnten. dieMiiteilung gemocht, daß daSMädchen ein Per- HSltniS mit einem anderen Manne eingegangen iei. Der eiieriüchtige Tch. lauerte nun dem Mädcken auf, als es von der Arbeit zurück» kehrte und es kam zwischen beiden zu iebr heitigen Auseinander- seZungen. Die SL beteuert« weinend, daß sie kein anderes Liebes- Verhältnis eingegangen fei. Als Sch. das Mädchen mir Scklägeu bedrohte, lief sie von dem Mann« verfolgt unweit de» Schützenhause« in den See. Der Arbeiter sprang der Geliebten ms Waffer nach und versuchte sie zu retten. Bei dem heftigen Ringen ginget! beide unter. Bald darauf wurde das Liebespaar eng umschlungen akS Leichen gelandet.' Der wegen Ermordung des Wächter» Engel in Falkenhagen vor einiger Zeil festgenomniene Heizer Stube, der sich seitdem als Unter- siichnugsgeiangener in Moabit bc'and. ist zur Beobachtung seines Geisteszustandes in eine Lnsialt übergeführt worden, da sich auch herausgestellt bat, daß er vom Militär wegen geistiger Unznreck- nungsiähigkeit eutlaffen worden war. Wegen Betrugs und Dieb- stahl ist Kube seit feiner Verhasiung zu Gefängnis verurteilt worden; es liegen aber noch über ein Dutzend ähnlicher Anklagen gegen ihn vor. Die Untersuchung gegen Kube wegen der Ermordung des WächierS ist nock nicht zum Abschluß gelangt, da bisher nickt fest- gestellr werden konnte. Saß er der gemeingeiährlicke Sckütze ge- wesen. der geraume Zeit hindurch die Falkenhagener Forst und die angrenzenden Gebiete des Spandauer Stadtwalde» unsicher ge- macht hat. Spandau. LedeuSmittel. Heute beginnt der Verkauf der städti- scheu Butter auf Butterabichnitl III. Auf jeden Abschnitt werden 49 Gramm zum Preiie von 24 Pf. verausgabt. Die Verteilung der Margarine. 49 Gramm für IS Pf., beginnt morgen. In de« Geschäften der Neustadt wird jetzt t Pfund Marmelade(1 M.) auf Feld 18 abgegeben._ Steglitz. Kohlenschwierigkeite» des Elektrizitätswerks. Der Ge- meindevorstand gibt bekannt, daß e« dem Gemeinde-ElektrizitäiS- iverk leider nicht gelungen sei, für den Winter ausreichende Kohlen- Vorräte heranzui'chaffen. Bei starkem Frost wird die vorübergehende Einstellimg der Stromlieferung nickt zu vermeiden sein. Als Not- beleuch'.ung eignen sich Karbidkerzen, die im Slromwerk an die Stromabnehmer abgegeben werden zum Preiie von 2.69 M. kür das Stück.. Für jede Kerze kamt später, wenn die Gefahr der Strom- einftellimg drohend wird. 1 Pfund Karbid zum Preise von 75 Pf. in verschlossener Blechbüchse bezogen werden. Treptow. Unzureichende Fleischliefenmg. Nach einer Sekattn*. machung des Gcmeindevorstandes können m dieser Wach« infolae unzlireichender Belieferung durch die Kreisverwaltung nur 299 Gramm Fleisch verteilt werden. Hoffentlich erhalten die Einwohner bestimmt in nächster Zeit die fehlenden SO Gramm nachgeliefert. Friedrichshage«. Lebensmittel. Heute gelangt auf Abschnitt 61 der neuen Lebensmitteltarle je ein Piund Saig zum Preise von lS Pf. zur Ausgabe.— Petroleumkarten für die ange- meldeten Haushaltungen können heute in der KartenauSgabestelle des NalhauieS entnommen werden.— Viehfutler für Sckweine. Ziegen und Kaninchen, gewaicken und stärkehaltig, ternr«einen großen Posten Rüben für Fuiterzloccke geeignet, gibt ab die KriegSküche. — Holzversorgung durch tie Gemeinde. Um der Kohlen» not einigerinaßen Rechnung zu tragen, hat die Gemeinde» verwalinng in den benachbarten Waldungen Holz schlagen lassen. Ter Prei» für einen Raummeter beträgt 49 M. für Kloben und 39 M. für Rollen. Jede Familie kann zunächst nur«inen Raum- mehr erhalten. Der Tag der Zuteilung wird noch bekanntgegeben. Anmeldungen nimmt von morgens 8 Uhr ab die Kohlenstelle. Friedrichstraße L7, entgegen. Industrie und Kandel. Ein euglisch-österreichische» Geschäft. Auch eine„Stockholmer Konferenz". AuS Wien wird gemeldet: Die Neusiedler Akiiengesellschast für Papierindustrie hat für 15 Millionen Kronen die Zelluloie- und Papier» fabriken Hallein in Salzburg von der Kellner Partinglon Paper Pulp Ca. Limb, in London gekauft. Die Verhandlungen sind von feiten der Boden-Credil-AnstaU in Wien via Tckwede« direkt mit d�n Engländern gesührt worden, wodurch die österreichische Regierung, welche ein Jnteresie daran gehabt hätte, daß die Fabrik von einer Gruppe Industrieller deS Krön- laude» Salzburg gekauft worden wäre, vor eine überraschend« und unangenehme Tatsache gestellt� wurde. ,E» ist." fügt der Bericht seufzend Hinzu,„schwer zu verstehen, daß ein Unternehmen, wie die Voden-Eredit-Anstalt, derartige Transalitonen während de« Kriege» mu den Feinden des eigenen Landes macht." Dq die englische Negicrung gegen dieie Zusammenkunft mit feindlichen Staatsangehörigen nichts einzuwenden halte, scheint e» sich um ein ungewöhnlich gutes Geichäst gehandelt zu haben. Patentamtliche Schutzrrchte und Krieg. Durch Verordnung dcS R-ichsgesetzblatteS werden die Jahren gebühren für patcntamtliche Schutzrechte während de» Krieges daS erstemal 9 Monate und dann für die Dauer de« Kriege« gestundet. Dies soll für die betreffenden Schuyberechiigten. die an der AuS- Nutzung ihrer Rechte als Kriegsteilnehmer gehindert find, eine Erleichterung fein, ist aber nur ein Hinausschieben des Verfalles ihrer Schutzrechtc. Mit Kriegsende werden sämtliche Gebühre» füll tg, und das gibt Dummen, d-e der Bemittelte nicht zahle» wird und der UnSemiitelte nrcht zahlen kann. So sind mit Krieg«. ende für ein Patent zu zahlen, das 1911 angemeldet und bis August 1913 gezahlt war, 1259 M.. das 1912 angemeldet und bis August 1913 gezahlt war. 1999 M., da« 1918 angemeldet und bis August 1913 gezahlt war, 759 M., das erst!914 angemeldet wurde. 539 M.. für den Fall, daß jetzt Frieden würde und die Stundung im August 1913 nicht mehr gelten würde. Für 1919, 1999, 1998 an- gemeldete Patente wären die entspechende» Summen 1599, 1759, 2090 M. Von der Anmeldung bis zur Patenterteilung vergeht in den meisten Fällen ein Jahr und rechnet man für versuche und Per- werrungsarbeit, d. h bis ein Gewinn aus der Erfindung zu ziehen ist, noch ein oder?w-u Jahre, so ergibt sich, daß obige Sum- men für Patente zu zahlen sind, die noch keinen od« nur sehr wenig Nutzen gebracht haben. Solche BorauSgaben für eine Sache zu leisten, deren Gewinn von� der noch unbestimmten Geschäftslage nach der UebergangSzeit abbängj, wird d-m Bemittelten nicht zu- zumuten fein, dem Unbemittelten ist sie von vornberein unmöglicb. Es gehen alio alle Schutzrechte, die in den letzten Jahren vor dem Krieg erteilt wurden, verloren, fei eS weil sie eine« Gegen- tand betreffen � dessen Nutzbarmachung wegen Robstossmangek, Bio- lade oder sonst durck die Kriegswirtschaft unmöglich wurde oder weil der Schutzbeiechtigie Kriegsteilnehmer ist. Mit den Schutz- rechten für den Einzelnen gehen dieselben auch ans Ausland ver- loren; so werden wir. auch wenn ein Patentschutzstbereinkomnien mit unseren Feinden zustande kommt, um«ine ganz beträchtlich« Zahl von Schutzrechten den Ländern gegenüber ärmer, die schon eine Verlängerung um die Kriegödaucr bewilligt haben. Illgenüveranftaltungen. Srböneberg. Arbeiter- Jugend. Am Sonntag: Konzert mit VolkStiinzen.»insang S Ubr.— Nil tw och. abend« 8 Uur: Abonnenten- Versammlung bei Lehmann, Sedanstr. 53.— Gäste bei alle» Veranstaltungen willkommen._ ÖrlcfPoftcn der RedoPtfon, t. X. 31. Bitte geben Sie uns sofort Ihre Adresse an.—$. M. 58. Bestellen Sie bei der.SorwärlS'-Buchbandlmig eine Bio'chmre bteillber—. R. Ff. 14. 1. Senden Sie sich an den«rbeitertnenerbrmd. Leipzig. Fichtestr. 36. 2. Deutzche Bio kop-Gefellwiast. Berlin SV, Zimmerstr. 88. troeererauStiettte» für da» mittlere Rorddeuttanaue»i» Sounobcnd mittag. Laugsame Erwärmung, im Norde», besonder» an der Küste, überwiegend dewällt, mit gertnge» Niederschläge», im Süden zeitweise nebelig, sonst ziemlich heiter und»och größtentellS Kock«. Nr.5SS—?H17 Unterhaltungsblatt öes Vorwärts 5rettag,7.dezembsr Der Sklöhauer öer Sallaöe. (Zur Ausstellimg bei Paul Cassirer.) Wenn mir jemand er,äblte. das die Hol�siguren des Er» st B a r l a ck nickir Wer! von Men'Kenband wären, dast sie vielmehr dort, wo der Wald pan� dich» und dunkel ist. gewawfen seien, dre Leiber vcrwun'chene Slämme, die Kcpke knurrende Knubben—«& würde es glauben. Von runzliger Rinde umbüllt. haben sie lange geträumt, bis sie irgendwann einmal au» dem Bann der Jahres- ringe sich lösten, erschraken und. ohne jemals die Nabelschnur abzu Wersen, gan, langsam sich zur Qual de« SelbstseinS tasteten. S?ar lach« Figuren find wahrhaft hölzern, fasrig»nd knorrig. Statt pulsender Blurwellen kreisen durch sie dumpfe, noch halb vom Echtaf umfangene Säfte. Diese Gestalten suchen die Sonne; aber sie werden ihr immer fern bleiben. Sie sehnen sich nach Fieiheit; aber sie bleiben gebunden, pflanzenhaf», erdnahe... Da ist ein Wandelnder, desten Füste wie Wurzeln am Boden zu harten scheinen. Ein Mantel umsaht ton. bannt ihn. Der Mann iucht. vielleicht das Gestrige, vielleicht das Stiegewefene. Er trägt ein Licht. das der Wind verlöscht hat. Oder brennt es noch? Die Gestalt ist urckt ganz lebensgroß, aber sie sckivaiilt dem Mast de« Leben« entgegen. Die Bewegung des lichtlosen Lichtträgers i st wie die der Aeste. wenn Wind auf ihneu lastet.... Da kämpfen zwei Männer gegen den Sturm» der sie schüttelt, der ihnen in die Kleider ge« fahren ist, der sie umzubiegen droht. Sie blicken in den Sturm hinein, alS erwarteten sie ein Aufreihen der Wolken, Meteore und Eestchie.... Da bockl einer träumend, kauernd unrer der Last des Schlotes. Hebet ihn dahin streicht Golt. leibhastig. von den Lüsten umharit, machtvoll vorwärtsdrängend, eine lichte und raurchende, abrr unerreichbare Viston.... Eigentlich mühte während de« BeichaucnS dieser Plastiken Musik gemacht weiden. ES ist kein Zufall, daß ihr Schöpfer zugleich ein Dichter ist. Diele hölzernen Bildwerke verlangen nach rhythmisch be« vegien Worten. Varlachs Bildhauerei Hai Inhalt; es wird etwas erzählt, es geschieht etwas. Zwar sind die Figuren nicht eigentlich handelnd: aber sie rufen die Vorstellung von Gelchehuifien hervor, von Vorgängen, die an ihnen geschehen. Ihre Zunge löst stch nicht; aber man südlt, dah in ihrem Bannkreis schwerflüifige Verse gesprochen werden. Varlach ist der Bildhauer der Ballade, mehr lyrisch als dramatisch, im besten Sinne: melodramalisch. Und also ist er volkstümlich weienbaft den Bänkelsängern verwandt, die auf den Jahrmärkten Moritaten dudeln. Die Figuren, die er in die Welt entläht, bleiben in einen vormenichlichen Zustand gebunden. sie tragen schwer an ibrer Gegenwart und sehnen sich nach Er- lö'ung. Sie sind Marwerk für einen mystischen Sozialismus, und damit goibiichen'Äeichlecht«. vor dem Formenkonon der Antike könnte Barlach n'cht bestehen; an allem, wa« er macht, haftet«in Rest von Barbarischem etwas von der hellsichtigen Naivität der Slawen. Man denkt an DostFjewSki, an die Geschichten auS dem Totenbaus. Für Varlach ist die ganze Welt eine Gefangenschaft; graue dicke Lüste hangen wie Ketten an den Menschen. Aber die Gefangenen lehnen sich auf, sie recken sich, während sie fast zu- fommenbrcchen; während die Unholde an ihnen zerren, suchen sie die Sterne. Boilach fragt nicht viel nach jenen Gesetzen, die von der künstle« rifchen Tradition diklirt sind. Von dem Drang nach Wirkung getrieben, scheut er sich nicht, die sogenannten Stile zu mischen. Er gibt einer Vollplastik ohne irgend welche formale Beziehungen ein Relief zum Hintergrund, er schnitzt Malereien und zeichnet Plastik. Die Blätter. die er zur Verdeutlichung seiner Dichtung einfügt, find wie mit den, Mefier auS Brettern geschnitten. Er weih n,chtS von Birtuosttät; man rühlt. dah er alle diese Figuren, bevor er sie sich abrang, lange mit sich herumgetragen hat. Unter Schmerzen und Knurren' hat er sie geboren. Kinder der Rot, eckig, zwergig, unausgeglichen, im landläufigen Sinne nichts weniger als schön, ober überall dort, wo die GetühlSlinien sich schneiden, bersten» von leidenschaftlicher Empfindung, immer aber auch in Demut gebunden von der Art de» Johannes des Vorläufers. « Friedrich Kahhler hat BarlachS Drama«Der tote Tag' vorgelesen. Eine nornenhakte, von Nackt- und Baumgestalten be« völkert« Welt kam über die Zuhörer. ES spukten darin Steihbort, ein grimmer Gnom, Besenbern, ein huschender Hausgeist, der Alb, der de« Nacht» die Menschen quält und der gern sterben möchte, Iweil ihn die, Angstschreie der Gefolterten in Verzweiflung hetzen. Ein Blinder wurde von einem Stab an- die Stätte geführt, wo er die Unheilsknoten, die er einst knüpfte. zum verstrickenden Netz verschlingen hilft. Eine Mutter kämpft um ihren Sohn; ein Sohn, der mit der Sonne um die Wette reiten möchte, wird durch den Fluch der mülterüchen Liebe gefällt. Die Muller bat, um ibn von dem UnKeil der Welt-u bewahren, da« Pferd, da« ihn zur Erlösung tragen sollte, geschlachtet. Die Ab» hängigkeü des Geschicks wälzt Felsen ans die Sehnsucht; Liebende kreuzigen sich und niemand weih, ob irgendwann einmal estie Auf- crstehung folgen wird. Der Mensch, der Gefangene der Natur, der Urzeit, der Blutinstinste und zugleich— ein Goit. Rätsel, n», daran zu ersticken, angstvolle Befragungen, deren Antwort erst nach langer uuabsebbarer Wanderung erreicht werden wrrd. Halb Meuschheitsipiel. halb Puppentheater. Kayhler la« es mit Stimmen. die von wilden Naiorlauten zerwühlt waren uud orgelnd von Zu- kunft und Freiheit saugen. Robert Breuer. Die u kramische Republik. Wahrend des sich in der Gegenwart vollziehenden AuflösungS- prozefles des alten Zarenreiche» in seinen einzelnen Nationalitäten haben stch bekanntlich nunmehr auch die ukrainischen Gouvernements Ruhlands zu einer gemeinsamen Republik zusammengeschlossen. Diele» Ereignis konnte nicht mehr überraschend sein, nachdem schon seit Beginn de» Krieges die eigentlich nie recht eingeschlakenen nationalen EelbständigkeitSbestrebungen der Ukrainer einen neuen Anttieb erhallen hatten und bei der im Lause der Zeit für sie fick immer günstiger gestaltenden Lage deS Moskowiter- uimS ständig stärker hervorgetreten waren. Die GouventementS Kiew, Podolien, Wolhynien. TseBernigow, Poltawa. Charkow. JekoterinoSIaw, Cherion und TauriS. welche stch zu der neuen Republik zw'ammengetan haben, umfassen daS gesamte unter Ruh- landS Oberherrschaft stehende ukrainische Landgebiet. Im Westen wird eS vom Dnjestr, im Osten vom Don, im Süden vom Schwarzen Meer und dem Kaukasus, im Norden von den Pripet- und DeSna-Flüsten begrenzt und umschließt in dieier natürlichen Abgrenzung eine Fläche von 680 000 Quadratkilometern mit über 30 Millionen Bewohnern, also ein Reich, da» an räumlicher Aus- dehnung gröher als Deutschland und auch Oesterreich-Ungarn ist... Mit der Errichtung einer Republik haben im übrigen die Ukrainer eine bereits auS ihrer geschichtlichen Vergangenheit ihnen wohl- bekannte staatliche Form gewählt. Im Mittelalter waren«S frei- lich noch ukrainische Fürstentümer gewesen, die unter der Ober- leitung deS GrohfürstentumS Kiew, später de» gakizischcn Halilscher Fürstengeschlechtes zu einem Staatenbunde vereint, eine bedeutende Rvlle in der Politik und dem Handel zwischen dem Orient und Osteuropa gespielt batten. Unter dem Druck der von Osten vor» drängenden Tataren und der von Westen her zum Schwarzen Meer vor- stohenden Polen hatten sie freilich endlich im 18. Jahrhundert in polnischer Herrschaft eine Zuflucht suchen müssen. Aber mit der zweiten Hälfte de» lv. Jahrhunderts setzt» bereil» der Kampf um die Wirdererlangung staatlicher Selbständigkeit ein und führt« Nim zur Gründung einer demokratischen Repablik. der sog. Hetman- Republik, weil an der Spitze dieser R-publik ein Kosaken-Hetman als gewählter Präsident stand. Gestützt auf da« öuherst tüchtige kriegerische Kosakentum wurde dieser Kampf um die Selbständigkeit zwei volle Jahrhunderte, bisweilen mit glänzenden kriegerischen Erfolgen, durchgeführt, bis ichkiehlich das von Polen, der Türkei und dem im Norden sich Ammer stärker ent- wickelnde» MoSkowitertum eingekreiste»ikrainische Volk durch den ständigen Kampf gegen eine gewaltige Uebermacht erschöpft sich an Rnhlend anzuichliehen gezwungen sah. Die der Ukraine im vcr- bände mit Ruhlant» zugesagte Selbständigkeit wurde jedoch von diesem, wie es in gleicher Weife darauf auch mit Finnland ge- schehen sollte. Schritt für Schritt zunichte gemacht. Immer mehr bemächtigten sich rufsiiche Beamte der Verwaltung über die ukrainischen Gebiete, die ichliehlich im Jahre 1782 in rusfiiche Gouvernements geteilt und dem russischen Geiamtstaat einverleibt wurden. Gleichzeitig mit der politische» Knebelung setzt« eine grau- same Verfolgung der nationalen Bestrebungen ein. die aber durch solchen rohen Druck nur gestärkt und geistig emsig Wetter gepflegt wurden. Diese» Bestreben wurde noch dadurch begünstigt, dah die ukrainisch« Bevölkerung sich aus ihre» Gebiete hinsichtlich ihrer Naiionalität fast vollkomme» rein za erholten vermocht hatte, so dah wir denn bei der bentige» Republikerklänmg da« ukrainische Volk in einer so geschlofienen Nationalttät dastehen sehen, wie sie kaum ein anderes russische» Fremdvolk auszuweisen hat. Für Ruhland gewnmt die Selbständigmackumg der Ukraine wirtschaftlich eine ganz besondere Bedeutung, weil daS Land mit seinem ftucktbaren Schwarzerdbode» bekanntlich die Kornkammer Ruhland« ist, die etwa ein Drittel der gesamten landwirtickafttichen Erzeugnisse liefert. Zudem beherrscht die Ukraine durch ihre be- deutenden Kohlengruben im Donetz-Vecken zu Dreiviertel die gesamte Kohlenförderung und in gleichem Anteil mit seinen reichen Eisengruben die ruisische Eisenproduklion. Jedoch auch noch über den Rahmen deS gesamtrussischen Bilde« ragt die SelbsländigkeilSci kiärung der Ukraine hervor. Alle alirulsischen Eroberungsgelüste nach dem Balkan und auf Kon- staniinopsi, w-e sie durch die letzten Ncröfienilichungen ja wieder so klar bervorgelrctc» sind setzen als unerlähliche Vorbedingung die unbedingt sichere Herrschaft des Erohrussentuins am Schwarzen Meere, also über die ukrainischen Gebiete, voraus. Durch die Selbständigkeitserklärung der Ukraine aber ist ein erster Schritt ge- tan, um den grohrusfischen Zug nach Konstantinopel einzudämmen. „prezUfa* Im Deutschen Opernhaus. Kurz noch dem„Freischütz' schrieb Karl Maria Weber die Musik zu dem ronianuschen Schauspiel, Preziosa' des unter Goethes Direknon am Weimarer HonKeaier täligen Charakterdarstellers Pius Wolf. Gleich jenem wurde dies Werl mit ungeheurem Jubel auf« genommen und rasch an allen Bühnen gegeben. Heute freilich be« greift man dies kaum noch, denn die Geschichte von den al» Kind durch Zigeuner verschleppien und uach einer Reihe von Jahren von ihren Eliern wiedergefundenen Erafeulochter ist zu sentimental, als dah man ihr noch viel Interesse abzugewinnen der- »Achte. Allerdings war es damals das Zeitalter der„hold be- glänzten Zaubernachl' und„blauen Blume': deutsche Romantik ge- heißen. Zigeuuerromane schoflen allenthalben in« Kraut. Goethe halte mit seiner„Mignon' den Urtypu» verliehen. Diese Gestalt gab dem Franzosen Thomas Anlaß zu der Oper gleichen Namen«. Klassisch mutet indessen nur Bizets.Carmen' an. Ein Vergleich mit ihr zeigt den ungeheuren Abstand der Preziosa am deutlichsten auf. Längst wäre letztere vergessen, wenn Weber die Handlung nichi mit seiner Muflk durcblränkt hätte. Nickt als ob er eine Oper gab. Im Grunde ist.Preziosa' ein Singspiel von zum Teil Melodrama« liscker Art. Aber in die mit wenig zulänglichen poetischen Mitteln gemalte'panische Granden« und Slreniiervolk-Nomantik hat Weber echt deutschen Waldzauber gewoben. Und dieser klingt anheimelnd in köstlichen Liedern, Chören, Tanzrhylhmen und Hornmelodien an. Daher ihre volkstümliche Verbreitung. Da« wundersam.Einsam bin ich nicht alleine', oder die taninschen Chöre..Im Wald'..Die Sonn' erwacht',.E« blinken so lustig die Sterne' kennt wohl jeder. Run. zum Besten der WohlfabrtSkaffcu de« Deutschen Opern« Hauses ist.Preziosa' zu neuem Leben beschworen worden. Daß Direktor Hartmann die weitschweifige Handlung, namentlich in ihrem etwas himertreppenartig geformten Fortgang und Schluß wesentlich gekürzt und sie dadurch nicht bloß natürlicher, sondern auch leben- diger gemacht hat, sei ihm gedankt. Des weiteren bat er daS Ganze in vier stimmungsvolle dekorativ« Bilder zerlegt. Zwar find die meisten Zigeuner und Landleute nickt recht über eine gewisse.Salontirolerei' dinauSgrhoÄn. Ader die Chöre klangen rein bei präziser Wiedergab«. Die Titelrolle wurde von Adelheid P i ck e r t nicht ohne ElaubwÄrdig« teit verkörpert. Innig und mit schöner Tönung saug sie das„Leise leise'... Den Pedro mit dem Stelzbein.von der großen Retirade' brockte Eduard Kandk zur Geltung. Sonst wäre noch Bernhard Bötel und Margarete Back a!«.Sage" zu nennen. Rudels Krausslt teilte sich inil Felix Lageiipusch in die Musik- und Spielleitung._«t Notizen. — Ein Lola-Montrz-Drama von Adolf Paul winde im Münchener Vollslheater aufgejührt. Paul behandelt ein Erlebnis au» der spanischen Zeit der Tänzerin. Sein vierakttgeS Stück ist Anekdote und Kostüm, aber seinen Dialogen fehlt der Reiz übctkprudelnder geistvoller Einfälle. Ein paar Szenen von Bühnen. Wirksamkeit brachten indeflen die Zuschauer in Stimmung. Der Erfolg des Stückes stand im Zeichen der prächtigen Lola der Frau Ida Roland. — Die Brauerei als Sonerkrautfabrik. Eine sehr zettgemähe„Umstellung' ist in Barmen in einer Brauerei vor« genommen worden. Die Barmer Stadtverwaltung hat dort eine neuzeitliche Sauerkrautsckneiderei unter Verwaltung des Leiter» einer der größten Sauerkraul>avr»ken Deutschlands«ingerichtet. Die Ware wird teil« unmittelbar an die Bürgerschaft abgegeben, teils in großen Mengen in den vorhandenen mächtigen Bierlagerfässer» ausbewahrt.„Trotz ihrer Neuheit macht die Einrichtung einen so selbstverständlichen, sicheren Eindruck, daß man meint,'eS sei nie ander» gewesen.' Täglich können etwa 1800 Zentner Sauerkraut geschnitten werden. Aus Arbeitcrkreisen wird dazu beifällig ge- ickriehcn:„Die ganze Einrichtung verdient auch nach dem Kriege beibehalten zu werden'. Die weljche Nachtigall. Der Roman eines sterbenden Jahrhunderts. L6j Bon R. France. „Gemach, Ew. Magnifizenz', wehrte Morawitzky. dem fast schwindelte, ab—„liefert die Fakultät den Dr. Widmont den ordentlichen Gerichten auS oder legt sie selber die lebende Hand und Untersuchung auf fein Vorgehen?' „Um die hohe Regierung, die uns daS eiilgeleitete unter- tänigste Ansuchen der»eackemi» dasiger Ttadt wegen Ver- leihung der Hofrattitulatur an verdienstvolle Dekane und Rektoren der emto» aeademicae, so schon zur günstigsten Expedite befördert ist. in sichere Aussicht stellt, zu überzeugen von der Lauterkeit der guten Gesinnungen der Oonxrexatio euperiorern dasiger Acadernia... „Seine Rechtsabhandlung, teuerster Professor, sondern ein kurzes Ja oder Nein.' bat Morawitzky. „Vorausgesetzt, daß wegen prinzipieller Wahrung der libertas docendi et acaderniao ein nur formaler Protest gegen den Eingriff einer hochlöblichen Regierung, nur ein rein formaler Protest nicht verübelt wird. ES mutz alleS von der Regierung ausgehen— die Akademie zieht sich nur unter Protest zurück.' Morawitzky gab alle Zusicherungen und seine Herrlichkeit bereitete sich zum Abschied. Doch bei der Türe blieb sie seicr« lich stehen und erklärte mit erhobener Hand: »Ich bitte aber für jeden Fall ein Protokoll ausnehmen zu lassen.' Best und der Schreiber»vurden gerufen und vor den beiden gab seine Magnifizenz folgendes zu Protokoll: „Ich Hieronymus OechSlein. Doktor beider Rechte. Pro- kessor dc§ Staatsrechtes in universatstem chrysopolensis und Besitzer des wetterarischen Strahlenordens, erhebe als Rektor dasiger Universität vorsorglicherweise schon jetzt bei meiner ersten Vernehmung in Sachen kontra Dr. Widmont und Ge- Nossen vor dem Sratthaltereirat und obersten Justitiar der Polizei Herrn Grafen Aime Morawitzky feierlichen Protest dagegen, datz ein Mitglied der freien Fakultäten der alma mater chrysopolcrsis einem anderen Gericht als dcm Collegio der Fakultäten unterstellt oder gar abgeurteilt werde.' Tan» schritt die Herrlichkeit befriedigt über die Wahrung der akademischen Siechte stolz erhobenen Hauptes von bannen. Morawitzky gähnte und frug: „Nun. BeSl, wen nehmen wir jetzt vor?' „Ich mein'. Exzellenz, den SpinnhäuSler, den Cava Ho.' Der Chevalier de Cavallo war nicht mehr in der würdigen und vornehmen Verfassung wie damals, als er bei Widmont erschien. Er trug vor allem kern magisches schwarzes Gewand, sondern war nach Art der Zuchthäusler in Drillich gekleidet. waL seinem an sich gewöhnlichen Geficht etwas ganz Herab- gekommenes gab. Morawitzky blickte in die Akten und begann mit kalter Amtsstimme die Personalien auszunehmen. „Er heitzt?' „I! ra,vaiiei« d» Cavallo Signor ü conte. Sono tre anni.. „Latz er daS welsche Gewäsch. Er kann ganz gut deutsch. Er ist auch kein Kavalier, sondern wie ich sehe ein gewesener Zureiter, dann Falschspieler. Gaukler und nun wieder wegen falschem Würfeln im Spinn Haus.' „Ein Reiter ist auf italienisch ein C»Tali«re", sagte frech der Häftling...Und mein Vater ist Italiener." ..Er heißt aber Rotzteuscher." ..So hieß meine Mutter. Mein Bester wünschte inkognito zu bleiben." ..Latz' er die Faxen vor Gericht. Er hat bei Professor Widmont mit einer Weibsperson Gaukeleien getrieben. Was ist da vor sich gegangen? Wo ist die besagte Person?" Er sah in die Akten, die„aoi disant Fatrael� ..Herr Graf, ich bin vom Unglück verfolgt." begann Cadallo-Rotzteuscher mit grotzer Zungengeläufigkeit,„als ich daS Malheur hatte wegen der falschen Anschuldigung, ich schwöre. eS war eine falsche Beschuldigung meiner Feinde, des höchsten GuteS. meiner Freiheit beraubt zu werden, da konnte Fatme. das gute Kind, ohne Freund, ohne Hilfe nicht leben. Sie ist fort, weg. verschwunden... „Dir wissen, wo sie ist.' sagte trocken erläuternd Besl. „Im Hospital für d'5lasenlosen iL die Dirn'. war krank von oben bis unten.' „Oh.' fuhr der Cavastere wie in namenlosem Schmerze auf,„meine Fatnie. meine prÜMaxesaa, krank. daS teure Kind. vom Schmerze über mich krank. Oh. Exzellenz, sie ist eine Fürstin der Geister." Besl lachte ironisch und selbst der Graf mutzte über diesen Klageausbruch lächeln. „Was hat der Dr. Widmont von ihm verlangt?' setzte er dann das Jnguifttorium fort. „Ich habe Briefe gehabt, glänzende Empfehlungsbriefe— von ersten Kapazitäten'— begann bombastisch Cavallo. „Von wem? Wie heißen sie?" „DaS darf ich nicht sagen. daS Hab' ich dem Professor Widmont auf die Hand geschworen." Morawitzky sah den Mann vor sich scharf an. „Rotzteuscher. lvenn er verstockt ist, kommt er in Dunkel- Haft— wenn er uns aber ehrlich berichtet und unterstützt in der Aufklärung der Sache, soll er eine Zulag' zur Mahlzeit haben." Der Cavalicre seufzte.„Aber ein Eid ist heilig." ..Mach' er uns keine Komödie vor. Er glaubt ja doch an keinen Gott." „Wenn eS also sein mutz, nur um meine Gutgesinnthest als Staatsbürger zu zeigen... der Professor Weishaupt in Gotha hat mich zu Dr. Widmont geschickt." Morawitzky und BeSl wechselten einen befriedigten Blick. „Da haben wir also daS erste klare und unzweifelhafte Delikt, Mit dem entlassenen und vom Gericht als Hochverräter ge- brandmarkten Weishaupt hat er offenbar schon lange kon- spiriert," flüsterte leise Morawitzky...nehm' er daS so zu Protokoll. UebrigenS, den Mann haben wir sicher." Er sah auf die Uhr.„Sind noch viele da?' „D' Waschfrau, der Professor Hundt, der Medikus Bitte!« mayr." ..Nehm' er mit dem Kerl ein Protokoll aus und schick er mir den Bittelmayr." Der gallige StadtmedikuS war durch daS lange Warten noch galliger und borstiger ivie sonst. Furchtlos sah er den Chef der Polizei an. „Ich begreif' net. Exzellenz, was ich hier soll? Bin mir keiner Fehl bewußt, auch nicht in Verbindung mit Mördern oder Klubisten, datz ich Zeugenschaft ablegen kann", knurrte er. „Das wird sich noch erweisen, Herr StadtmedikuS", lächelte ironisch der Graf. „Er ist ja befreundet mit Dr. Widmont— und daS ist ein Klubist. das weiß er sehr gut', donnerte er plötzlich den Erschrockenen an. Dieser fuhr zusammen. „Ich aber nicht", skolterte er. „Ah. er weiß also davon! Sag' er jetzt ehrlich alles. Das wollen wir ihm als patriotischen Dienst auslegen und es soll ihm kein Haar gekrümmt sein." Morawitzky tat Plötz- lich väterlich freundlich.„ Worts,{olgtl 'JPfir*th9* Mit Reifthardt. Dcntaehcs Theater. 7 Phr; If iaterhalladc. Kammer« jilrl«. 3 ühr; Kiaiitr der freutlt TelkebUhn«. ThMttr»m Biiltwplat: Wnterffrundb.• Sciiönh. Xor. � ITbr: fatichluar- Dir. C. Meiahari— 8. Benaoar. Theater i. Königgr atzerstr. ?V« Uhr: IphlKenie. Komödienhaus ',«8 Uhr: Cie kaitsu Sectmnile. Berliner Theater T'�U.: Die teile KomtcR. Theater lür Preittag;, 7. 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LeUte ffir Holzeinschlag in Sternberg f.?!. sür Isfort gesucht Meldungen, auch von Unieglgehmein. bei tlu/4 SM» Will.«S... BIn.-Schäneäerz, Hauptstr. lSl. Lvkn>ingv geiucht für un'ere Abteilungeu Heliogi«vüre und Qffiet. ES. Püpenstein, Berlin. Friedrich- (traue 240/1. 207/1 Tüchfigeprättöonsdrkhkt uhd Wkrkuvgsdjlosser virlangt Brbeknsr& Lucka, vbpenicker Etteße 114. 10300* AM- Muse für soiort oder wäler. 22T/S* Max Wilkc. vrtmdcnburz a. H-, Hanptstr. 4, 1 3 y2 Mllliarben Dollar. Diss ist hxe großis !5o r"I er g e in der Geschichte beS amerikanischen Volkes, lieber 11 Milliarden davon werden für Kriegszwecke verlangt. Die Voranschläge für Heer und Flotts betragen 6615 Millionen bstn. 1014 Millionen, während für die Signal- dienste einschließlich des Flugwesens 1138 Millionen verlangt werden, darunter 640 Millionen für die Luftflotte. ZlWerikanische Truppen nach Italien. Washington. 6. Dezember.(Reuisr.) Wilson erklärte in einem Gespräch mit einem Kongreßmitgliede, daß er d'S Kriegserklärung gegen Ocsterreich-Ungarn hauptsächlich deS» halb empfohlen habe, toeil es notwendig werden könnte, amerikanische Truppen nach Italien zu schicken. «jr* ♦ Waihurgtou, o. Dezember.(Reuter.) Der Ausschuß für Auswärtige Angelegenheiten des Repräsentantenhauses hat sich für die Kriegserklärung a n O e st e r r e i ch- Ungarn ausgesproa�en. Zehntagigee vorkäusige? VaffenstiLftanS. Berlin. 6. Dezember. Amtlich. Die bevollmächtigten Vertreter der Lberstcu Hcrrcsleitling von Tentschlaod, Oester- rcich-Unaarn, der Türkei und Bulgarien haben am 5. De» zember mit den bevollmächtigten Vertretern der russischen Obersten Hecrcslcitnng eine Waffenrohe von 10 Tage« für sämtliche gemeinsamen Fronten schriftlich vereinbart. Der Beginn ist euf de« 7, Dezember 12 Uhr mittags festgesetzt. Die Zehntägige Frist soll dazu benutzt werde», die Berhandlnngeu über den Waffensiillfiand zu Ende zu führen. Zwecks münd- licher Bcrichterstatiuuz über das bisherige Ergebnis hat sich ein Teil der Mitglieder der rnsfische« Abordnung auf einige Tag« in die Heimat begebe». Die Kommisfionssitzangru dauern fort. die Liberalen für Lansöswne. Englands Vorherrschaft zur See. Notterdnm» V. Dezember. Nach.Nieulve Rotlerdomsche tkourant� schreibr Nicholson in, Daily Aews". die Fahrer der liberalen Partei hätlen sich gestern im Unterhauie der- lammelr, die durch LanSdownes Brief entstandene Loge be- sorochen, den Geist de« vrieleS allgemein gebilligt und zugegeben, dfiß e« wünschenswert wäre, die ÄriegSziele der Alliierten vno die Bed ugnugen für«ins Beendigung de» Kriege» bestimmt auszusprechen. Nähere' darüber wird noch mirgrtrilt werden. Bon konservativer Seite ist die Losung ausgegeben worden, die ganze Angelegenheit ruhen zu lasten. London, 5. Dezember.(Reutermeldung.) Um ein bessere« Einvernehmen zwischen Needern und den Angestellten in der engli» schen Handelsmarine herzustellen und Englands Vorherrschaft zur Tee bebaupten zu können, ist ei» LandeSauSschutz für S ch i f k a h r l«ingesetzt worden, mit der Aufgabe. MeinungSver- schiedenheilen zwischen den Reedern und den Seeleuten zu verhüten oder beizulegen und Löhne und Arbeitsbedingungen festzusetzen. Die Erstürmung öer NeleÄa. Italienischer Dericht vom L. Dezember. Auf der Schlcgener Hochiläche hat der Gegner»ach staricr Entsaliung seiner AniLerie und AuSwechielung und Vermehrung seiner Truppen, die bei den vorangegangenen Kämpfen stark mugenommen worden waren, den Lagriff auf unser« Stelkuus-a begonnen. Der erste Stoß war gestern erfolgt; unsere Truppen leisteten kräftigen Widerstand. Der einzige von den Leberreichein und Leulichen um den Preis aunerordent- licher Verluste erreichte Vorteil bestand in der Eroberung eiatger Stellunzeu, welche die«rast unseres Wider» staude» jücht be-uuröchtigen konnte, dcach schon in der Rachi begonnenem und weiter mit groszec Heftigkeit fortgesetztem AerstörungSfeuer mit mächtigen Sperr» und Tromnrelseuerwellen machte» die feindlichen Masten einen doppelten Angriff auf unsere Tlellungen auf der Meletta. Der erste, von Nordwesten kommende Angriff wurde nach verschiedeiien Versuchen. vurzudrmgen. durch unser Sperrfeuer zum Stocken gebrockt und brach sich am Ziackmiltag endgültig iu dem Abschnitt am Monte Diiemol und an den südwestlichen Hängen der Meletta Gallio. wo die Angreifer noch heftigen lKabkampfen mit großen Verlusten ab- geicklazen wurden und einige Hundert Gefangener verloren. Ein zweiter, von Nordosten her angesetzter Angrist wurde mit starlen Kr ästen und hartnäckig zwischen dem Monte Tondareear und dem Monte Badenecche durchgeführt. Nack erbittertem Kampfe, der sich bis in die ersten Morgenstunden ausdehnte, gelang es dem Gegner, einige Schützengräben zu besetzen, und wir gaben eintge der vordersten Teile unserer Linie auf. Bei Zcnicn an der Ptave, wo da» Gefecht sehr lebhaft war, bat eine unserer Sturmkomvagnien. von Artillerie wiiksam unter» stützt, fünf vom Feinde dort erbaute Lanfbrückeli zeistört und bei einem Aiwriff aus den Gegner ifmr Betluste beigebracht und einige Dutzend Gefangener nebst Maschinengewehren eingebracht Der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 5. Dezember. Durch die Tätigkeit unserer ll-Boote wurde» auf de« nördlichen SrirzSschauplotz wiederum 12 000 Lr.-R.-T. versenkt. Unter den aernichlcte» Schiffe» befanden sich r« beladener englisch«; Dampfer, ferner ein Segler, d« mit eine« U-Boot zu- sam'.ue» arbeitete. Der Chef det Ltmiralfiad?« der Marine. Zur Slk tvortbruch öer Krone. Kämpfe und E.schütterungen. Tie„Kreuzzeitung- sucht mit dem ganzen Aufgebot ihrer spitzfindigen Kasuistik unsere Feststellung zu widerlegen, daß die Krone bei einem Versuch, daS preußische Volk um das gleiche Wahlrecht zu prellen, nicht mitspielen kann und daß daher jeder derartige Versuch ausstchrsloS bleiben muß. Sie erklärt, der König habe die Regierung doch nur beauftragt, einen Entwurf auf Grund des gleichen Wahlrechts einzubringen, könne sich also sehr wohl von den Edlen und Er- lnuchun eines Besseren belehren lassen. Rur die Regierung .» nach dem Frieden hrnauSznichieben, möge er auch dann mit um so größerer Wucht ausbrechen. Allem bereit» auf dem Würzburger Partei- tage der Sozialdemokraten wurde von ihren Führern angekündigt, daß dieser Äampi um die Demokratisierung sofort be- ginnen solle— um diese Demokraüfierung. welche die schlimmsten Feinte de» Deutschen Reiches. Präsident Wilson und Lloyd George, verlange», weil sie die Kraft Deutschlands auf anderem Wege nicht vernichten können. Und es gibt Deutsche, die sich zur Gejolzschaft der gefährlichsten Gegner Deutschlands bercitfinden lassen! Wir müssen uns rüste», schleunigst rüsten, sofort rüsten, sonst erliegen wir jenen Bestrebungen, die zum Untergangs des Deutschen Reiches führen und führen inüsseul Da» Deutsche Reich ist mit seinen angestammten Herrschern durch treuesten Zusammenhalt zwischen Fürsten und Volk groß und mächtig geworden, und nur mit seinen Fürsten und irr treuem Zu- sammenhalten mit ihnen wird es groß und mächtig bleiben! Treue um Treue! Tie deutsch« DalerlairdSpartei kämpft gegen die gleichen Gegner wie wie, um Deutschland einen Frieden zu erringen, der sein weitere» Gedeihen sichert. Allein sie hat in bestimmtester Weise öffentlich kundgetan, daß st« an den i u n e r p o l i t i s ch e n Streitigkeiten Deutschland» keine» Anteil nehmen wolle. Räch dieser Richtung hin soll und wird der „Bund der Kaisertreuen" sie ergänzen. Wir müssen derer würdig sein, die an unseren Grenzen Blut und Leben opfeen, um Deutsch- land vor seinen äußeren Feinden zu bewahren, aber nur dann sind «ir e», wenn wir gleich unerschütterlich die Wacht halten für die Bewahrung der Verfassung. Wie dem Volk, was de» BolkeS ist, so auch dem Kaiser, was des Kaisers ist. Wer kaiiertteu denkt und fühlt bis in kelneS Wesens innerste Fasern hinein, der gehört zu uns. trete an unsere Seite! Ein Rundschreiben deS Bundes beschäftigt sich noch ans- fübrlichsr mit seinem Verhältnis zur Vaterlandspartei. deren Tätigkeit..mit herzlicher Freude" begrüßt wird. Dann heißt es weiter: Rur dann kann eS gelingen, den Kampf um die Demokratisierung de» Deutschen Reiche» bis zum FnedenSickluß hinauszuschieben, wen» die H e r r e n S ck e i d e m a n n, der ja in seinem Schluß- wort aus dem Würzburger Parteitag die sofortige Er- Öffnung dieses Kampfe» anlündigie, und Er, berger. der schon einige Wochen vorher in Bieberach keinen Zweiiel daran liest, dost er ohne Rücksicht aui die so ousterordentlich schwer ins Gewickt fallende innere Geschlossenheir Deutschlands keinen Augenblick zögenr werde, in den Kamps um die Demokrattfierung einzutreten, zu der Er- kenntnis gebracht werden, daß nicht nur einzelne politische Parteien ihnen gegeitüberstehert, sondern«ine festgeschlossene, ihr Ziel genau erkennende und»nverrückbor im Auge behaltende Mach«. Wenn aber nicht vorher, so wird zweifellos unmittelbar nach dem Frieden». schlnß dieser Kampf mit einer Wucht losbrechen, von»er jetzt die Wenigsten eine Ahnung habe». Da Heist» es gerüstet sein! Im Toben de» Parterkampfe» kann untere Organisation ntchi dur vgetühn werden; sie must bis in die serntteu Gauen hineingetragen und vollendet fem. sobald von gegnerischer Seil« da» Angriffssignol erschallt. Die neue Gründung scheint uns um- so zeitgemäßer. a!S iL Frage der StaatSsorm bisher während der Dauer deS SrregeS überhaupt nicht auf öer Tagesordnung stand. Das Bestreben des„Bundes der Kaisertreuen" geht offenbar dahin, dieser Frage eine aktuelle Bedeutung zu verschaffen. die sie bisher nicht besessen hat. Im Interesse des inneren Friedens und der Monarchie operiert der neue Bund mit so entzückender Geschicklichkeit, daß selbst der berühmte Bär der Fabel den Vergleich mit ihm nicht auZhält. * Der Mitunfterzeickmei: des Gründungsaufrufs. Herr B. Körting.Haniwver, femi in seiner Betriebsamkeit gegen die Sozialdemokratie überhaupt keine Grenzen, wie auch daS folgende von dieiem Herrn erlassene Rundschreiben beweist: Berthold Körting. Hannover, 22. IL 17, Schiffergraben 81. Ich bitte Sie, mich gefl. umgehend wissen zu lasse», ob Sie Schriften oder Artikel besitze«, welche darlegen- wie die auslän» dische internationale Sozialdemokratie sich über ihre deutschen Kollege» rmd den Mangel«» deutschem Patriotismus und ew Verständnis für die eigenen wirtschaftliche» Krage», wen» Deutschland niedergekämpft werden sollte, lustig machen und wie sie dauernd dre deutsche Volkswirtschaft und damit die deutsche» Arbeiter bekämpfen werden. Derartige» Material wäre ja selbstverständlich für die Bekämpfung der hiesigen Sozialdemokratie sehr er» wünscht und so wurde tch dieser Tage von einem westfälischen Polizeipräsideute« darum ersucht. Ihrer baldgefl. Antwort sehe ich gern entgegen. Mit Hochachtung B. Körting. Die Familie Körting ist bekannt durch Teilnahme an der Versckstvörerkonferenz im Hotel Adlon, durch Scharf- macherei in der nationalliberalen Partei und durch Geschäfte mit der Lebensmittelwucherin Frau Kupfer in Berlin. Gehört übrigens die Sammlung solchen blöden Lügen» Materials etwa zur amtlichen Tätigkeit preußischer Polizeipräsidenten? Keine rechtliche Erfatzxflicht bei Explofions- katastrophen. Das Unglück von Adlershof. Aus«ne Anfrage Z üb eil(llnabh.) hat der ReichSkanzkör folgende Antwort ertoili: Die Heeresverwaltung hat eine rechtliche Ersatz Pflicht für die bei de: Explosien der chemischen Fabrik C. A. F. Ääallxaan ent« standen en Schäden nicht anerkannt. ES erschien ihr aber nicht angängig, die ärmere Bevölkerung� auf Deckung ihrer Schäden bis zur Beendigung der Schadenersatzvrozess« warten zu lassen. Die.Heeresverwaltung hat deshalb zur Linderung der Not unter der ärmere» Dsvölkerung der Gemeinde LdlerSyof am 17. Juli und 13. Oktober 1917 je 100000 M. und der Stadt Cöpenick am 24. September 60 00 0 M. zinslos auf die;m Prozeßwege zu erstreitende Entschädigungssumme vorläufig zur Verfügung gestellt. Im Kriege ist e» leider nicht möglich, nur solche BeirieSe zur Munitionsherstellung heranzuziehen, die ihrer Lage und Einrich- tung nach den gesetzlichen Frisdenöbedingungen vollauf genüge». Selbst Fabriken, die innerhalb bewohnter Ortschafte« liegen, müsse« für die Anfertigung von Numtio« ausgenutzt werde«. Die Heeresverwaltung hat selbst da» größte Interesse daran, Explosionen und Brände, soweit menschliche Voraussicht hierzu im- stände ist, durch Erlaß entsprechender SicherheilSvorschristen zu vermeiden bzw. ihre Wirkungen nach Möglichkeit herabzumindern. Zur lleberwachung der AnZführung dieser Sicher heitSbar- schritten ist beim Kriegsamt, Stob, in Berlin sine aus den beste» Sachverständigen auf diesem Gebiet bestehende Zentralstelle für die lleberwachung der Pulver- und Sprengstosfoetriebe, und bei jede: KriegSaurtsielle ein Ueberwachungsausschuß zum gleichen Zweck er- richtet worden. Besonder» werden vor Errichtung von Neuanlage» durch d-re lleberwachungSausschüsse. denen auch der zuständige Re» gierungs- und Gewerberai angehört, die Bedingungen festgesetzt, unter denen die Bau- und BetriedserlanbniS erteilt werden lann. Weiterhin ist ccnseordnet, daß nur die unbedingt nötige« Menge» Sprengstoffe gleichzeitig an«rner Stelle vorhanden sein dürfen._ Hiiiderriurg und Ludendoiff sind, wie 28. T. B. meldet, zu einer Besprechung mit dem R e i»< k a n z l e r in Berlin eingetroffen. FentrumSstmt um Spahn« Mandat. Im bisherigen Wahlkreise Dr. Spahn», wo wegen der Ernennung des ZentrwnsführerS zum preußischen Jilstizminister ReichStagSwcthl stattfindet, stehen sich einst- weilen zwe, Zentrumslandidaten gegenüber. Zentrumsbauern re- bcllieren gegen de» von der Parteileitung aufgestellten Bonner Rechtsanwalt Henry, weil er»Bodenreform er� sei. Henry beteuerte zwar, er habe sich bekehrt, aber die Bauern halten an der G-genkandidaiur Justizrat Ab» fest, der sich um den Rheinische« Bauernverein verdient gemacht habe. Da» Bonner ZentrumSblatt tritt gegen die Parteileitung auf. Echreckeusbotfckast für Redaktionen. Infolge der weiter ge- stiegenen Robmaier ialieiipreise ist, wie die»Franks. Ztg.� hört, mit einer neuen Erhöhung der Tintenpreise zurechnen. Die« jenigen Fumen. die nicht mebr über genügend Bestände und nicht mehr erhältliche Gallussäure verfügen, dürften in absehbarer Zeit ihren Betrieb einstellen.— Eine Sckreckenöbotsckaft für Redakimnen. Aber wir sehen manche Kollegen lächeln: sie halten durch, solange eS noch Ä leistet gibt! Meine Kneasnackrickten» Tatjan» nicht rntflohim. Bern. S. Dezember. Nach einer Meldung de»»Petit Parisien* au» Tobolsk find alle Nachricht« über die Flucht der Großfürstin Tatjana au» der Luft ge- griffen._ Lette Nachrichten. Das Boll bleibt unter Waffe«. Amsterdam, S. Dezember. Da» Rcutersch« Bureau meldet auS Petersburg vom 1. Dezember: Trotzki kündigt an, daß e» den vo« der Front zurückkehrenden Soldaten gestattet wird, ihre Waffe»»n behalten,„zur Verteidigung ihrer Klasseuinteressrn gegen die Bourgeaisie". Tie chinesischen Wirre«. Peking, 5. Dezember.(Reuter.) Die Truppen Koeitscheu», die in die Provinz Setschue« eingedrungen waren, um den Truppen Aunnansu, die von den Truppen der Provinz Setschu« zurückgeschlagen wordm waren, zu helfen, bemächtigten sich der Stadt Tschungkrng, eines wichrigen strategische« Punkte». Bon Kanonenboot« wurde Rarineinfanteris gelandet, um Leben und Grgenwm der Fremden zu beschütze». vis Bdtragsfragc in den Gewerfefchaften. 8« einer fianjen Reibe von Gewelkschaften wird in d« nLchsten geil der Beitrag erHöhr werden. ?ie Beitragkerköhung ist eine notwendige Folge der Entwertung de? Geldes. Dw Geweikickasten find in ihren Einnahmen io gut wie auSichliekzl'tb auf die Beiträge der Mitglieder beschränkt. Dem- entsprechend sind die llnleistützungen. die sie gewähren, im Einzel- fall knapp bemefien. Sinkt die Kaufkraft des Geldes in einem Maße, wie wir es in diesem Kriege erlebt haben, dann müfien die Untei stiisimgsmtze notwendig erhöht werden. Das VediiifniS für die Eiböhung der Unterstützungen bat sich bisher noch nicht in so zwingendem Maße notwendig gemacht, weil die KriegSkonjunkiur die Arbeitslosigkeit nahem verschwinden ließ.— Auch die Streikunterstützung, die sonst neben der ArbeitSlosemmter- stützung den Hauptteil der Ausgaben der Gewerkschaften in Anspruch nimmt, kam während des Krieges nur in geiingem Maße in Betracht. Nach dem Kriege werden die Nn-ordenrngen. die in dieser Hinsicht an die Gewerkschaften gestellt werden, stark anwachsen; dann wird ei auch notwendig werden, höhere Unterstützungssätze zu gewähren und um da« möglich zu machen, müssen die B e i- trä g e erhöht werden. Da» Verständnis für dieie Notwendigkeil ist überall bei den Geweikicha'lSmitglrcdern vorhanden. Einen eigenen Weg har der Deutsche Holzarbeiter- verband eingeschlagen. Hier wird bei der Urabstimmung, die gegenwärtig vorgenommen wird, nicht direkt gefragt, ob der Bei- trag erhöhl werden soll. Die Bejahung dieser Frage wird als selbstverstäiidlich vorausgesetzt. Der Verband will diese Gelegenheit benutzen, um eine Reorganisation seines Kastenwesen» durchzuführen. Bisher wurde neben dem im ganzen Verband gleichmäßigen veibandsbeitrag in iast allen Zahlstelle» ein Lokal beitraa erhoben, der sehr verschieden bemessen war. Dafür erhielten die Mitglieder Zuschläge zn den Verbands- lriiictstntzili'gen. deren Höhe in den verschiedenen Orten, auch bei gleicher Höhe dcS Lokalbe'trage», sehr unterschiedlich war. Während de» Kriege» sind die Lokalunterstützungen nickt ausgezahlt worden. Jetzt wird den Mitgliedern vorgeschlagen, dieke Unterstützungen in der alten Form überhaupt nicht wieder einzuführen. Im Verband sollen ieckS Beitrags stufen von 40 Pr. bis 1,60 M. wöchentlich eingeführt werden und jede Zahlstelle soll die BeitragSklasie. die dann iür die Mitglieder am Ort maßgebend ist, selbst bestimmen. Die gesamte Unterstützung wird aus der H a u p> k a s s e ge ah!>, ihre Sätze sind entsprechend der Be'.iragSböbe und außerdem auch nack der Mit iliedichaftsdauer abgestu'l; sie find höher als seither die Verb a�ndsunter stützung ein-, schließlich des lokalen Zuschlages.— Diele Aenderung befrei� die Zahlstellen von einer großen Ver- antworiung. Die Zahl der Zahlstellen m>t eiurm großen Lokal. vermögen ist verhältnismäßig gering. In de« meisten anderen be- steht die Ge'ahr, daß be' starker Inanspruchnahme der Lokalkasse für den einen Zweck, z. B für Streikunterstützung, die AuSzabinnq der ionstigen Unterstützungen in der Folgezeit bei eeieerter Kasse in Frage gestellt wird. Dieie» Risiko übernimmt künstig die Haupt- kasie. welche die bei ihr eingehenden Gelder dorrbin schieben kann, wo sie im Augenblick am norwend-gsien gebraucht werden. Außer- dem bat auch doS Zu'ammenströmen der VerbandSgelder in der Haupikasse dieWnkuna. daß diese für die Führung vonLahn- kämpfen besser gerüstet ist. Gegen diese BeiiragSregelung ist eingewendet worden, daß durch sie die Selbständigkert der OrtSverwaltungen stark eingeschränkt wird. Such auf der Anfang November ab- gehaltenen ReichSkonferenz haben sich eine Reibe von Rednern in d'e'em Sinne ausgesprochen. Hier wurde aber der überzeugende Nachweis geführt, daß diese Befürchtunaen völlig unbegründet sind. Zur Besireiinng der örtl'chen BerwaliungSkosten flössen seither von jedem Vochenbeitrag(von 60 Pf.) 10 Pf. in die Lokalkosse; diese toll künst'g 2S Pro,, der Beiträge eihalten. Damit können die örtlichen Aufgaben der Zahlstellen in vollem Uiniange erüllt«erden und eS werde» noch Mittel iür sonstige Zwecke übrig bleiben. Die Erkenntnis, daß die aeplante Neuregelung in jeder Beziebimg einen bedeutenden Fortschritt biingt, war schließlich auf der R e i ck S k o n ie r e n z io all«mein, daß in dex Tchlußabstimmung von den 135 Delegierlen aus 124 SeibandSorten nur sechs gegen die Vorlage stimmten. Die Annahme erfolgte nlf o nahezu e i n st i m m i g. Nach dieser Entscheidung der Re'chSkanserenz ist auch zu er- warten daß die U r a b st i m m u n g ein gleiches Ergebn'S zeitigt. ES wird zwar da und dort versucht. Stimmung gegen die Vorlage»u machen und ihre Ablehnung olS Ausdruck dei U n- zufriedenbei t mit der Politik der Geiirrallommi'sion zu emp- fehlen. Diese Frage steht indessen mit der Be'tragSirage in keinerlei Zusammenhang. Hier bandelt es sich lediglich darum, die O r g a- n> i a t i o n auszubauen und sie schlagkräftiger zu machen. An der Kräftigung ihrer Gewerkschaft haben die Anhänger beiderRichtungen d a S g le i ch e Interesse. In verschiedenen Oiten. auch in solchen, in denen die.Unabhängigen" vorherrschend sind, ist auck bereits da« Einverständnis der Mitglieder mit der Vorlage miSgeiprochen woiden, die Erivoriung, daß sie allgemein Annahme findet, ist deshalb wohl be- gründet. Wenn die vorgeschlagenen Acnderungen beichlossen werden. dann hat der Holzarbeilerverband der Entwicklung der Gewerk- ickaften einen neuen Weg gewiesen, der wahrscheinlich auch bald von anderen Organisationen beschritten werden wird. SewerffchoflsbewMng Neber Hundcrttauseu»! von einer erfreulichen Steigerung seiner Mttgliederzahl kann der Verband der Bergarbeiter Deutschlands Mit- te'lung machen. Zurzeit hat die Organisation da? erste Hundert- tausend der aktiven Mitglieder bereits siberchritten. Diese Zunahme an Mrtgliedein iölll umso mehr in4 Gewicht, wenn m-nr bedenkt, daß der Bergarbeiterverband, der zu Beginn de» Jahres tS14 101 986 Mitglieder musterte, durch die Mobilmachung bei Krieg»- ausbiuch und rnfoige von Mitgliederveriuslen in den vom Kriegs- schrecken besonders heimgesuchten Eienzgebieren bis Ende 1914 ein Zurückgehen ieiner Mitglieder mbl aui 58 873 zu verzeichnen hatte- Noch nie feit Besiehe» des BerbandeS. ist. wie die»Beraarbeiter- Zeitung" bemerkt, ein derart starker Aliiichwung zu verzeichnen ge« weien, wie im Jahre 1SI7. Da znrzen noch etwa 20000 Mitglieder sich im Heeresdienst befinden, so zübli der Deutsche Berg- arbeitnverband jetzt wenigstens inSgeiamt 120 000 Mitglieder. Dieser ickönc Ertoig ist in er fr r Linie ter fleißigen, hin- gebenden Werbeiäiigkeit der Kameraden in den Beziiken zuzu- schreiben, denn ohne dieselbe wäre es. wie die.Bergalberter» Zeitung" anerkennen?wer!erwe»'e bcnietkr. den veibliebenen wenigen Angestellten bei wcirem nicht möglich gewesen, einen so starken Mtt- glicderzuwachs zu erringen._ GenchtsMtung. Gehaltsabzüge a«S dem Anfang drS Krieges. Bei Kriegsbeginn trafen, wie bekannt, viele Arbeitgeber mit ihiem gesamten Personal neue Vereinbaiungen, nach weichen sich die Ang> stellten mit einer bestimmten Gehalisherabsetzung einvei standen erlläiten. als Gegenleistung dafür aber auch die Velpflichiu>'g der Fttma erhielten daß eine Kündigung während der flriegSze'it nickt stattfinde. Diese GebaltSherabietzungsverlräge wurden in den meisten Fällen schon noch einigen Monalen wieder au'gedoben. im Jahre 1915 liat dann be, der allgemeinen Geschärlsbeledung eine steioendo Dendcnz der Gebälier ein. Das Berliner Kaufmanns- gericht hatte nun in zwei Fällen darüber ,u befinden, ob auch noch jetzt noch Jabicn die bei KriegSbeginn gen. eckten G> haltSabzüge gemacht weiden lönnen, wenn jetzt en e Küiid gimg de» Ängeiiellien stattfindet. Die Klagen waren gegen die Drogen- firma E. u. Co. gerichiet, der eincn Klägerin waien in de» eriien KiiegSmonoten 45 M., der anderen 55 M. abeezoge» woiden.— Ta§ KanfmannSgeriSt dejabie die Frage der Ve>pfl>chluna zur Rück- Vergütung und verurteilte die Bellagte demgemäß. Solange der Krieg dauere, mbsse auch die vom Coef euigegangeue Vervflichimig, nicht ,» lüudigen gelten Hielte e> die'e Bedriianng nickt, io'e> der Änaeftellie au den aenebmioten GtbaltSnachl>'N n»t) nickt o- bnuden. Zierantwortli« für Volitik: Erich fiuttnrr'Prnin: für den L beigen Teil des 2>Ialtes«lircd e«»t». Neulolln tür tznleraie Tb«locke. Berlin. Track u. Verlag vorwirtS BugidiuSere, u. Vcrlagsanllall Baal Tinaer k Es. Berlin sw Hier« 1 Brllsqr und UnerrdaltunaSvinn. kep�cher l L�nfpcdlükileltcdvedbanS. �?czirkSnerwaIt. Groß-Berlin Ten Milgliedern zur Nach- ichl. da>! linier Kolleg«, der I Industriearbeiter Otto Banisch von der Firma Gel. f. drohst. Tclegiöpdie, Tempelh. Hier. am t. Dezember im Slster von 33 Kahren verilorben ist. Ehre seinem Andeure» k Die Einä chrrung findet am Tomitag. 0. Dezember. nachmittags 4 Ulir, im Krematorium in Zrcplow, Kies� holzllrahe, itatt. Um rege Beteiligung er- suar tl/tli 01» Bezlrksverwaltung verein der In Sdirift- iisefiere'en bclchä't.flrteiter und Arbeiterinnen Berlins. Am Mittwoch, den 5 De- zember. ftard iinscr lang- jähriges Mitglied Lodert Bin? im Aller von 50 Fahren. Efire sctuiun Ar-denkc»! Tie Beerdigung findet am SonnaSlNd. 8. Dezember. nachmittags 3 Ubr. aus dem Neuköllner Gcmeiudc-Fried- dos, Goltlicb-Dunkel-Siraße, statt. igSit Der Borfianv. Sitz Ssrlla. Lagr. tZSS. Am 3. d Ml?, verstarb unier Mitglied, Herr Otto �üstsi*. Elire seinem Andenken k Die Einäscherung findet am Sonnabend, den 3. d. M., nachmittag« 3 Uhr, im Kre- matorium Gerichtstraße statt. Ferner verstarb am 4. d. Mts. unser Mitglied, Herr Otto Bamsck Metallarbeiter. Lankwitz. (Stire seinem Andenken! Die Eiiiä'cheruirg findet am Dienetag, den 11. d. M., nachmittags 3 Uhr, ttn Sie- inalorium Treptow statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 296/3 Der Vorstand. I» i»II Zentralverdsnd d. Ccderarbelt r u Brbeitc- rinnen Deutfditands. Filiale Berlin II. Den Kollegen zur Nach richt, daß der Lohgerber k-'l'an??anl!er im Mler von 60 Fahren am ■J. 6. M.«u Lungenentzündung»erstorben ist. Die Beerdrgimg findet heute Freitag, den?. d. M.. uachmillazs 2'/, Uhr, von der Halle des ftädtiiaen FriedhojcS in Friedlich«- fcldc aus statt. 134/4 Um rege Beterlgung bittet Die CmueituaUuug. Gcwerkki)aft$l)du$. Sonntag, den 9. Dezember 1917: Im»r»sten Taal i veranstallet die 1. Dl anner- und 7. Frauen Abteilung des Turnvereins Fichte eiyen Unterhaltnngs-Abend. Turnerische Aufführungen, humoristische Borträge vom ÜIK-Trio und Rezitationen von Professor Lssksr. In den Parterresälcu: verschiedene Konjttte und Zpanftrkelröstkll. �kklüliiiiliilchilliz. Am Montlik�, den 24. d Mt?., bleiben die Bureaus und Kassen der Neichshauptbank geschlossen. ReichstmnK-DireKtomm. Sonntag mittag: Hübnersuppe.... Meila», grün.. Kohlrabi mit Beilage 0,30 2,00 2,00 Gänsebiatc»....,. 4.00 Kalbsnierenbralen... 3,00 Kompott oder Gulat Als Opser des Web krieges starb am 7. Nooembei unser lieber, guter Sohn, der Schütze Ktax Gurlit im blühenden Alter von 22 Fahren. Die? zeigen im tiessten Schmelze an seine Eltern ««Hie und Frau, l'Vlda liörst. als Braut Vir trauern, klagen. A-b. eS ist vergeben?. nicktS bringt dich Guten, Braven mebr zurück. Du warn»ie Host- nung und die Freude uusi eS LtbcnS, im fremden Lard »ollzog fich dem Geschick Du siehst nicht das gebrochene MiUterberz, mcht de» Bater» b tteien Schmerz Denn Liebe tvnme Wunder tu» und Tränen Tote erwecken Sa»» würbe dich, geliebier Sobn, nicht die jaemde Erde decken. Echlas nun wohl, lleber I Max, in stiller Ruh, die I Liebe deiuer Ekler» deckt I dich ,u! 134A I Allen Verwandten und Bekannten die traurig« Noch- richt, daß mein lieber Mann. unser nuter Vater, der Werkzeugmacher lSOA Gustav Schultz im 41. Lebensjahr an den Folgen einer im Felde zugezogenen Krankheit nach langem qualvollen Leiden am Montag, den 4. Dez vi., sanjt entschlasen ist. Die» zeigt, um stilles Bei- leid bittend, tteibelrübt an Luise Schultz nebstKindern Die Deei d' gung findet am Sonnabelid, den 8. Dezbr., nachmiltags 1-f. HBt, vrn der Leichenhalle' des Neu- löllner Gemeinde-FriedbosS, MaliendoifcrWeg, aus statt. __ Heute und morgen:"VlZ Hühnerbrühe a Liter 60 Pf. und darin gekochte Hühner -in Halbes 5,00 M. Wir kaufen lt. S 15 derBekanntm. v. 2ä. IS. gebr.>/,. Sektkorke zu 12 Weinkorke m 2 u.all.and.Sort.,icueu.gebrK°rIi serner: Zelluloid-, jFilm- Hartgummi- Wachswalzeu- Schaltplatten-AbfäLe Ordower(S. m. b.H.. Georgeukirchstr. 50 (6. Alexandel Play), Für die vielen Beweise beiz- licker Teilnahme und Kranz. spenden bei der Beerdigung meitm Neben Frau i58S Berta Eckert sagen wir allen unseren herz- iichsten Dank. Karl Eckert nebst Familie. Spezial-Arzt Dr. med. liaaetid. Friedricnsfr, 90 Beb ane. oo» Syvdilts. Haur- Har»., Frauenleiden, svez. chron. Falle. Ehrlich-Hala-Ku» reu, schmerttose, kürzeste Behandlung ohne Serussitörung. Bluumteriuchung. Mäg. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden 10 bis 1 und o—S, Somu. 11—1. Friedrichstraße 43 Eck« Zimmerstraße. 0-12'/,. 2�-6% darhetrasnee Cildp iPie-RUBSHtoir-Ulir ▼öiröglicli genan ifart.« änß«nt grsfliiif»r Au«- föhrung: poliert ci getiusten■— Giesel«* ist rom eiBCr echt geid. Uhr käum w a«c«r�ch«7d�. hesitst«m nrtiBA Schweizer Lhi- macherwer« omd ist«ui G«- nauifkeit s. guten(iang g«prhlr Preis 20 M. Dieeeih« mjt 8piiDso#ri(» 25 Ü. rnmm(iratf* pn 1 f7. v- tj-ojä. Karfcii»ranrk«tt'. £>. Möbis, Hpeelalseaeliüft f. Ukren 14 Bautaatrksia 14. »•cht» Israhtaade M!litlrnhr»r, »lib-m» Uhren, Ar»b»ndübma, Duaenahrev etc. i» pro St Ad-v. iiwnnftm*«• m m» m ivcan Sie Ihre Kragea abwaschbar iwxrSz-iiercn lassen» verlanzen Sie Aaaahriieb?dwzu6ge««i» der Leilikhsll..lesliilsse ver SkliitMliüe Sftün. Zur Bekannt»! achnng vain 28. November 1917. »-MWßWrgnnd-t nicht am 54.. sondern am iMM.IOlÄ Ö.I, abend? 6 Ubr. im Raihau e. Zimmer 63. statt. Zm übrigen bleibt die Be» tai'N'machuug vom 28. Ao- vembcr llll? besteben. 298/1« Berlin, de» 5. Dezember I9l7. Oer VoiSitzvaile des Vorstandes der Betriebe- kranstenkasse dorStadtgemelnde Bsrlm; 0. Schulz. Tinige Ladungen prrma Harzer Mö schstdöMe hat noch abzugeoen I04!Zb vlrop.e, L>tiedli»burg. Oteegciir. 14. �mpreMN-Wäsche-Gesellschafl m. b. Z. Berlin blZS, Gerlchtstraße 2Z klolleruer Zsdnerzfilz m"°"d in gediegenei Friedensauetiihrnns/. Plomben. Staftzähn«, Kronen u. Bröekensibeiten.— Zahnziehen m. Betäubung. Trotz billipster Preise„Von»ärts-'-Lesern 10 Proz Ermäbigung SchMeder-Ersalz, von der Kg. E.£.(S. na h langet praltstcher Eiviobun, al» ror- züg.ich zul'eiastcn. Fn Za cln 23X32 groß. 4 mm u>m> aik, otine PI Site � 6,60. Können auch m. Ellen, Ichoncin beschlagen werden. Prcb, tafeln unter Nachnahme. V. Kelle. Altendochiim. ßarl A. JHengel, üothringer Str. 57 9,3 7' 1 Senntag 9-1. « I 1 « er-- 1918 Wtt dssm Porträt ftcrl Hiur? De? »iflifftifl« Inhalt ist fcen BrdunnMen der Ar» �eiter und der Kriegszeit. angepaßt. Außer dem reich» I dolttg stotisttschen Adresten-' Material und sonst w-ffens- i werken Nsnzen eerdienen{ deionders dervorgehoden. xu werden Die deutschen e Gemeinden vor und nach' Sem Kriege.— Vom guten I Deutich— Gozialdemo- f tretiiche Forderungen aus sUzioiooiitiichew Gebiete. — Karl Marc- Die Gemerstchastent» Snegszahr i««ib HUSS Koderne | Kostüme,| Mänte!, - cleg. Kleider, Röcke" aus la Stötten, nsuesta Formen! 2ISL* Ulster, Plflsch- a.Tuehmäntel tfiiOKtümo Kleider "Tläntei Jackett» Blusen I Regenmäntel! Mr. 2lu?irflbl- alle(ftrögen Fabriklager— Verkauf an Private. Michaelis« auerstr. 80, t Treppe* neben Konzerthalls. I Sennlag von M—2 gefiffnet.| Brennbolz, Birken u. Erlen, nur waggoliloe so, ! babe prompt Ire'erb jre, Zllaggon Berlin pie'ewett abzugeben. ÜZerlt» Berl.-Schoneb.Krunewnld ir.24, Fernspr. Kurfürst 68 6- 8pezjs!»i'zl Dr med I.aak» beb. schnell, gründl, mänL schmerrlos u. ohne Berussstir. Geschlechtskrankheit, geheime Haut-, Ksrn-, Frauenleiden, Schwäche. 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