�r.336. 34. Jahrg. Bezugspreis: Visrtrljähtt. 4£0 MI. uwnaU.ijSOytl frei tnZHau«. dcraus�ahlbzr.Sinzclr?? Kummer« io öfa. Poftdiiiug: Monatlich l.BO Mü Uniec Kreuzband für SemfiSlanb und Oesterreich- lluaarn S,~®!„ für das übrige Au-Iand «,Z0 Mf. monatlich. Versand ins Feld bei direller Seftellung monal!. l,ba Mf. Postdesicllungen nebmen an Däne- mark, Holland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz. Slugeiragen in die � ost-Aeitungs-PreisUsta Erscheint täglich. Telegramm- Adress« „Sozialdemokrat Berlin" mir Nerlinev VolksblAtt. ( 10 Pfennig) Ter Anzeigenpreis beträgt s. die stebengcsdaltenc Kolonel« zeile 60 Psg...Kleine'Anzeige«", das setlgedrullte Wort S0 Psg. izu- lässig 2 fetlgedruilte Worte), jedoZ weitere Wort 10 Psg. Gtellengeiuche und Echlasstellenaiizeigen das criie Wort 10 Psg., jedeS Weiler« Wort 5 Psg. Worte über l(j Buchstaben zählen für zwei Worte. Tcuerungszuschlag A«/» Aamtlicn- ül», eigen»l» Psg., politische u. gewerlschaftliche Per. ins- anzeigen so Psg die Zeile. Anzeigen sür die nächste Nummer müssen diS 5 llhr nachmitt. im Hauvtgcfchäst. Berlin S3.G6, Lindetislratze 3, abgegeben werden. Geöffnet von 6 Uhr früh bis 7 Uhr abends. 'S vv Zentralorgan der rozialdcmokratifchen Partei Deutfcblanda. NeSaktion: EW. 68, Linöenstrahe 2. Aeruivrecher: Am, Morivvla«. Str. löl SV— 151 97. Sonnabend, den 8. Dezember 1917. Expedition: SW. 08» linöenstraße 2. a-ruidrrchrr: Amt Mortvvlatt. Nr. lSl SV— 1S1 S7. TroMZ über die friedevsbedinguvgen. Er�änzunqsgewmne bei Cambrai— Marcoing feindfrei— Erbitterte Kämpfe nördlich La Vacquerie— In Italien Monte Sifemol erstürmt— Bisher 15000 Gefangene. Amtlich. GrolseS Hauptquartier, 7. Dezember 1917.(2?. T. B.s Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. TaZ im Dperu-Logen zcitwciliz stärkere Feuer dehnte sich nach Süden bis zur Lys aus. Auf dem Südufer der S carpe war der Artillcrickampf am Abend gesteigert. Zwischen Graincourt und M a r r o i n g führten kleinere Untrrnclimuiigen zur Lcrbcsscrung unserer Stelllingea. Das Gehöft La Justice wurde erstürmt. M a r e o i n g vom Feinde gesäubert. Nördlich von La Laequerie behauptete» wir unsere Stellungen in erbitterten Kämpfe» gegen englische Handgranaten« angriffe. Vorübergehend eindringender Feind wurde im Gegen- stoß zurückgeworfen. Heeresgruppe Deutscher Krouprtnz. Aus beiden Maasufer« war die Feuertitigteit am Nach- «ittage lebhaft. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Rheinische Laadwehr brachte von kühne« Vorstoß in die französischen Gräben im Balde von Aprrmoat 20 Gr- sangrne ei»._ Leutnant Müller errang seinen 36. Luftfieg. Testlicher Kriegsschauplatz. Nichts Besonderes. Mazedonische Front. Geringe Gefechtstätigkeit. Italienische Front. In Ausnutzung ihrer Erfolge haben dir Truppen des Feld- Marschalls Conrad den Monte Sifemol erstürmt. Die Zahl der i» den Sieben Gemeinde» gemachte» Gefangene» hat sich auf 15 000 erhöht. Der Erste Generalquartiermrifter. Ludendorff. Abendbericht. Berlin. 7. Dezember 1917. abends. Amtlich. Im Weste» waren örtliche Kämpfe beiderseits von Graincourt sür uns erfolgreich. Bon den anderen Fronten nichts Neues. Ter österreichische Bericht. Wie«. 7. Dezember!9l 7.«W.T.B.» Amtlich wird verlantbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Waffenruhe. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Truppen des Fcldmarschalls Conrad haben im Angriffe weitere Ersolge errungen. Oestcrrcichischc Schützcnregimcnter brachen in mehrstündig. n erbitterten Rahkämpfen den feindlichen Widerstand auf dem Monte Sifemol. Mit dem Fall dieses durch Wochen zähe verteidigten Bollwerks verlor der Italiener über taufend Gefangene und große Mcngeu von Kampfmitteln aller Art. Die Gesamtzahl der seit dem 4. Dezember östlich van A s i a g o eingebrachte» Gefangene» ist auf 15 000 gr- stiegen. Auch dir Geschützbeute hat sich erhöht. Der Chef de? GenoralstabeS. die waffenftillstanös-verhanö- lungen. Abschluß der Vorarbeiten. Amtlich:„Vertreter der vier verbündeten Mächte und die zurückgebliebenen Mitglieder der rosfischen Delegationen hielten gestern Bormittag und Nachmittag Komm!ssionssitzungeo ab, in denen die Redaktion der Sitzungsprotokolle und die Bor- arbeiten für die kommenden Bollsitzungen abgeschlossen wurden." Wie Reuter berichtet, will eine Meldung der„Daily Mail" aus Petersburg vom Dienstag wissen, dast Abordnungen für den Abschlug des Waffeustillstandes beschlossen haben, nur die Frage des Waffenstillstandes zu besprechen und die Friedens- Verhandlungen einer europäischen Konferenz zu überlassen. Es ist ganz selbstverständlich, daß die Abordnungen, die jetzt beraten, lediglich über die Frage der Waffenruhe zu befinden haben. Schiverlich aber ivcrden sie sich für befugt halten. einen Beschluß zu fassen, der. in der Fassung des Londoner Blattes, über oiese Befugnis hinauSgreisen würde. Die„Darly Mail" möchte wohl nur für gennsse Gemüter ausdrücklich betonen, daß Waffenruhe noch weitab vom Frieden fern kann. Der russische Mitarbeiter des„Bund" berichtet: Peters- burger Blätter melden über große Kundgebungen, die aus Anlaß der Ankündigung von Waffenstillslandsverhandiungen rn Petersburg veranstaltet wurden. Den« Petersburger„Djen" zufolge soll der Newskipro pekt in Petersburg in„Friedens Prospekt" umgenannt werden. Trotzkis 5rieüensb2üingungen. Trotzki hat in einer Rede über die Unterhandlungen um Waffen. stillstand, iine der Kopenhagener„socialdemokraten" aus Petersburg vom Mittwoch erfährt, erklärt: Unsere Dclegaiionen werden eine offene und ehrliche Sprache führen. Sie werden die Deutschen fragen: Sind Sie damit ein- verstanden, augenblicklichleinen Waffenstillstand auf allen Fronten zu schließen? Wenn die Frage bejaht wird, werden wir sie bitten, ihre Verbündeten davon zu unterrichten, damit diese ihre Vertreter senden können. Unser« zweite Frage wird sein: Beabsichtigen Sie. einen demo- lratischen Frieden;u schließen? Wenn wir allein den Warfenstillstand eingehen muffen, werden wir den Deutschen erklären daß wir eS für unzulässig ansehen, daß Truppen von der russ.fchen Front an die andere Front geworfen werden, weil wir einen lvyalcn Waffen- stillstand vorschlagen und nicht wünschen, daß Frankreich und Eng- land vermittels des Waffenstillstandes getroffen werden. Wir werden erklären, daß die lettischen und kurländi» schen Landgebiete selber die Frage über ihren Anschluß an ein anderes Land entscheiden sollen und daß Deutschland sich nach ihrer freien Wahl richten muß. llettisthe Erklärung gegen öeutsche /lnnexionsabsichten. Der provisorische Rat für Kurland, das lettische Zentral- komitee sür Flüchtlingshilfe, die lettisch-nationale Militärunion sowie die Gesellschaft lettischer Künstler und Schriftsteller der- öffentlichen, wie wir der„Humanite" entnehmen, folgenden Aufruf: Bor Europa und den Verbündeten legen wir mit Entrüstung unseren allerfchärfstcu Protest ein gegen die Annexion Kurlands durch Deutschland und gegen die Teilung Litauens. Wir erheben noch einmal uniere Stimme, um unsere Frei- h e i t gegenüber dem Germanentum zu fordern. Wir appellieren an die Verbündelen. auf daß sie im Namen der lleinen Völker und als Berierdiger der Menicklichkert ibre Verwahrung dagegen einlegen. Wir sind davon überzeugt, daß uns das großmütige Frank- reicd der Borkämpfer der Frechcit. vor dem Germanentum nicht im Stich lasien wird, gegen das wir seit sieben Jahrhunderten unabhängig gekämpft haben, daß das mächtige England d,e An- sichten einer' deuiichen Hegemonie an der bollischen Küste nichl dulden wird, und daß das demolra>i>che Amerika der deutschen Aulotratie nicht gestatten wird, auf freie Länder ihre Hand zu legen. Wir bedauern an diesem Aufruf, daß er sich nur an die Gegner Deutschlands, nicht aber an das deutsche Volk selbst richtet, dessen Vertretung in ihrem Beschluß vom 19. Juli jede politische und wirtschaftliche Vergewaltigung abgelehnt hat. Das deutsche Volk gönnt den Letten jede Freiheit, die sie für sich in Anspruch nehmen, und trägt kein Verlangen nach ihrem Land._ Ein Volksrat der Solfchewiki. Petersburg, 6. Dezember.(Reuter.) Äcwaffiicte Maximalisten besctzten den Maricnpalast und vertrieben den Allruisi'chen Ausschuß für die Wahlen zu der Ver'affunggebendcn Versammlung. Bern, 6. Dezember..TempS" meldet aus PeierSburg. Die Maximatisten haben folgende Neugrupvpierung gebildet: Erstens, die sozialistischen Revolutionäre der G> Uppen Kampow. Nalanio» und der Kiridowiia. die inietiialionalistiicden Sozialisten der Gruppe Maliow, dritlens. dos Zeimaltonmee der Eisenbabner. vieilen. das Zeniralkonntee der Telegraphen- und Ponangest lllen, iLnflenS, die inlernaiionalistische Presse. Die Gruppen werden einen BolkSrat von 370 Mitgliedern bilden. In Erwartung der Verfassunggebenden Versammlung werde man eine vor diesem Rate verantwortliche Regierung zu bilden versuchen. T s» e r n o w und die Minimalsten weigern sich, sich der Neuolganijation anzuschließen. Not und Zreiheit. Zum prellstischcn Wahlrechtskampf. Die erste Lesung der Wahlrechtsvorlage nähert sich dem Ende. Dann gehen die Gesetzentwürfe in die K o m- Mission. An die Stelle der großen Debatte über Grundsätze treten die zähen Kämpfe um einzelne Positionen, treten Winkclzüge und Gegenzüge, um sie zu durch-- kreuzen, Verschleppungsmanöver und Versuche, sie zu ver- hindern. Tie deutsche Oeffentlichkeit, die mit Erregungsstoft reich geladen ist, wird diese Verhandlungen mit größter Aus- merksamkeit verfolgen, so daß schon jetzt der Rat angebracht ist, nicht allzu unbekümmert mit dem Licht in der Pulver- kammer spazieren zu gehen. Die Debatte in der Vollversammlung hat sich bisher, wie zu erwarten war. zum großen Teil um die Frage gedreht, wie hoch die Bedeutung des königlichen Wahl-« rechtsversprechens zu bewerten sei, wobei auf extrem« monarchistischer Seite die offenkundig« Neigung zutage trat, sie so gering wie möglich einzuschätln. Die konservativen Redner machten keinen Hehl aus ihrer Ueberzcugung, daß dieses Versprechen der Krone unter dem Zwang einer Rot- läge abgepreßt worden sei. Antwort von der Linken her: Welche Rolle spielt dabei die Krone? In der Tat I Welche Rolle spielt dabei die Krone? Ist die konservative Auffassung richtig und hat der Krone— was die Minister entschieden bestreiten— bei der Abgabe ihres Versprechens die volle Freiheit der Entschließung gefehlt, dann war die Erivirkung der Wahlreckstsbotschaft e i n revolutionärer Akt. und dann ist die Krone auch � heute noch Kampfobjekt zwischen einer revolutionären und einer konterrevolutionären Bewegung. Das ist, wie von konservativer Seite nicht bestritten werden kann, die selbst- verständliche Schlußsolgerung aus der konservativen Auffassung. Die Konservativen denken aber nicht nur folgerichtig, sondern sie handeln auch danach Als konterrevolutionäre Partei wollen sie sich des Monarchen wieder bemächtigen und diesen zwingen, entweder den bestehenden Zustand weiter zu dulden oder aber eine Reform zu sanktionieren, die den von ihm proklamierten Absichten widerspricht. Im Kampf gegen das Volk wollen sie den König auf ihre Seite bringen und ihn mitverantwortlich machen für das, wofür das deutsche Volk, mindestens zu neun Zehnteln, s i e verdammen und ver- fluchen lvird. Dieser Frontwechsel der preußischen Monarchie könnte na- türlich erst erfolgen, wenn die N o t l a g e, unter deren Druck die Botschaft vom 11. Juli erfolgt ist, nicht mehr besteht. Den Mantel braucht man nur, solange es regnet, und wenn wieder Schönwetter ist, hängt man ihn in den Schrank. In einer Notlage beiand sich Friedrich Wilhelm III., als er dein preußi- schen Volk die Verfassung versprach, aber als die Notlage vor-- bei war, kam die Verfaffung nicht, so daß erst 1818 eine neue Notlage geschaffen weroen mußte, aus der sie dann ent- stand. Als aber auch diese Notlage vorüber toar, wurde daS Kernstück herausgebrochen und durch das Dreiklassenwahlrccht ersetz!. Man kann sich des Gedankens nicht erwehren, man muß ihn offen aussprechen: Die Herren Junker wären vielleicht etwas weniger keck gewesen, wenn sie nicht glaubten, daß die Notlage des Dezember weniger drückend sei als die des Juli. Das Volk hat mit seinem Blut, seiner Arbeit, seinen Entbeh- rungen die Notlage des Juli wesentlich erleichtert, und es wird sie— in seinem eigenen Interesse— hoffentlich ganz beheben. Die Junker ziehen aber aus solchen Leistungen des Volkes, 1917 wie 1817, genau dieselbe Folgerung: Da die Not vorbei sei, brauche man gegebene Versprechungen nicht mehr zu halten. Was ergibt sich aber aus diesem Verhalten des Junkertums für die demokratischen Gegenspieler? Werden sie da« durch nicht gerade dazu herausgefordert, das Eisen zu schmieden, solange es heiß ist? Lange Fristen sind doch nur möglich, wo Vertrauen ist, wo es fehlt, muß aus Bar- zahlung gedrungen werden. In den letzten drei Ta° gen ist aber der letzte Rest von Vertrauen zum Dreiklassenparlamcnt in die Binsen ge- gangen, und was zur Erschütterung des Vertrauens in die Krone geschehen konnte, das ist von den Konservativen besorgt worden. Im Kriege gibt es aber Interessen, die wir olle gemein- sam zu vertreten haben, und das berechtigt uns zu einer War- nung auch an unsere Gegner. Sie geben sich zum Teil den leichtsinnigsten Vorstellungen hin. wenn sie glauben, es sei möglich, die Wahlreform entweder ganz zu vereiteln oder aus ihr zu machen, was ihnen beliebt und was ihren eigenen Klaffenintereffen entspricht. Es ist ein verhängnisvoller Irrtum zu glauben, weil das Volk über und über in Ernährungssorgen verstrickt sei, könne inan in einem Drciklassenkammerausschuß ungestört ein neckisches cBwel mit feilten yolmschen Rechten treiben. Eritfts Blätter öec Geschichte lehren das gerob» Gegenteil dieser iunkerlichen Weish�itt Sie. lehren, daß die Rat in allen Ländern die Mutter der' Zreihcit Ksworden iit und daß Rankrereiffnisse wie folckc GelnX�tSpro« iissse sich nach ihrem eigLimt Gesetz ciUlmcfato,. unbekümmert um. das Gebor der Machtiaen und den Rar der Bqsvveven. Der Uabetaciig Sern Drei klosse nwahl i echt, dessen Ä.n- hultbarteir selbst ein Herr v. d. Osten zugeben muß. zut�i gleichen Waatrecht! ist eise reis und überreif gavordene Rot-» wcnSrgkrit. Wer ihr gewaltsams Hemmnisse in den Weg baut, llnö hätte er.Mumot das..verfassnmtLnräszige Recht! dazu, der treibt ein frevles Spiel mit den letzten und höchsten stntercssen des Landes. Was die Franzosen den„TefnibiS- muS" nennen, der Wunsch nach der Niederlage des eigevch» Landes, ist in seiner machtlosen Isolierung harmlose Narretei. Aber der Widerstand einer madchßm Kaste gegen.tottoendige Refornien ist eine W i rklicke Gefahr. Man Latte, wenn man die Reden mancher im er preußischen Nichk-BoNZvertreter ins od?? horte, ucituurer das Gcftihl. als od diese Männer aar keine Ähnung Savon hätten,, wie es jm Volke aussieht. In einer Zeit� in der alles uubec dem Zlvas g? ha r te r Not Seht, fiihte« si« ftch als die Herren, die die Frei fc�i t hoben. es zu treiben wie es ihnen gefällt. Sie spreizen sich, weil sie in einem Parlament, das selbst»ach v. o. Ostens Zugeständnis «llf morschen Grundlagen ruht, die M e h r h c i t sind oder es zu sein glauben— sie die der Mehrheit des Deutschen Reichstags das Recht adsvrechen lvoüen, iui! Namen des deutschen Botkes zu reden! Sie vergellen, daß sie— sie ganz gewiß!—»veiter nichts als ein winziger Bruchteil SeZ Volkes find, ein Bataillon in der«ngrhcurrn Armee. Wer hat die Kraft, sie zur Pflicht am Ganzen aufzurufen. »och ehe es zu spät ist?! Welcher Mittel sich die Wahkrechtsfeilide bediene» lver de», um die ihnen so verhaßte Reform zu Fall? zu bringen. und wie skrupellos sie dabei zu Werke gehen werden, davon bekommt man eine« Vorgeschmack durch die Rede des Kouser »ativnt v. d. Osten, der am Freitag zuerst zu Worte kam. aber»veniger aus die Regierringsvorlageu einging, als viel mehr ein langes Loblied auf die prenstiichen Junker an stimmte, gegen die Sozialdeiuokralie wetterte und gegen das ReichStagswahkrecht zu Felde zog. Nach seinen Ausftchrungen bedeutet das gleiche Wahlrecht nicht wehr und nicht tveniger als den Zssammenbrnch Von Krone und Land. Ss war eine echte Scharfm«herrede� wie»vir sie vor dem Kriege zu Dutzenden vou. Malen gehört haben und die auch nicht einen.Hauch des Geistes einer neiien Zeit verspüren läßt. CFs war für unseren Genossen Hirsch nicht schwer, den iunkerlichen Wortführer in in? Schranken zu weisen utid die »anze Haltlosigkeit feiner Gründe darzulegen. Nach einer Charakteristik der auarvdlütlicben politischen Lage in Preußeu und der Beweggründe des Widerstandes gegen die Reform gab unser Redner eincn Rückblick über die bisherige Tätigkeit des Landtags, a» der er eine geradezu vernichtende Kritik übte, um sodann unsere programumtischrn Forderungen zu tiertreten und bei aller Anerkennung des Fortschritts der Re- gierungsvorlagsu dock» die Notn?endigkeik. an den verschicdeic sten Punkte» die bessernde Hand anzulegen, dem Hause vor Augen zu führen Schließlich warf er die Frage aus. welche Widkungen der K o n f li k t. den die Ablehnuitg des Reformwerks heraufbeschworen müsse, auf das Ausland ausüben muffe. Im Jnteresie des Ansehens des preußischen und des deutschen Volkes und der preußischen und der beut- scheu Regierung verlangte er ganze und schnelle Arbeit In der zweistündigen Rede sind so ziemlich alle Fragen, die mit der Wablrscktsfrage im Zusammenhang stehen, gestreift, sie wird uns in den bevorstehenden Kämpfen gute Dienste leisten können. Räch einer echt nationalliberalen Rede des Abg. S ch i f s e r e r. der die Friedensreiolution des Reichstags verurteilte, aber die Stellung seiner Freunde zur Wahlrechts- frage nicht klarte, wurde die Beratung auf Montag vertagt. ltzernin für Sunöestreue. Gefterreicher an üie Westfront«— Nicht für üeutsche Eroberungen. Das Selbstbestimmungsrecht üer Völker. Nichtamtlich. Deutsche Aufrage«ach Englanü? Aus DrotzkiS Gcheimdotnmentr. Trotzst fetzt sei»«! Neröffentlickungeu der heimlichen biplo- maiische» Dchkumerite fort. Dn» Petrograder Tclegrammdureau meldet: Bon den heimischen Dokliin«nen des AußeuminifteriumS ist ein Telegramm vom K. Okwbcr 1917 vom russischen Geschäftsträger in Äont-on an das Augenmiiiistersum verösfentlicht worden. Hierin ist tne Rede von der Diplomatcnkonferenz der Allnerten, die in London von Balfour zusammengerufen war, um ihnen mit- Zuteilen, datz ei-ne hochstehende deutsche Persönlichkeit gegenüber dem spanischen Gesandtea in Berlin den Wunsch«mV- gedrück! habe, sich in Friedensverhan dl ungenmitEng- land einzulaffcn. Die spanische ktdeyierung glaubte, dem eng- lischen Vertreter in Madrid von diesem Schritt MitteiKrng machen zu sollen, indem jic gleichzeitig erklärte, sich auf kein? Vermittlungen einlassen zu wollen. Balsour sprach sich dahin aus, daß, da die englische Regierung nicht wünschte, daß Englands Schweigen in Rußland von Deutsch- land dahin ausgenutzt«erden könnte zu beweisen, daß England Rußland alt» sich zog in der Absicht, Deutschland zu vernichicn. habe er auf folgende Weise antworten zu sollen geglaubt: Die britische Regierung ist bereit, die Mitteilungen zu empfangen, die die deutsche Regierung hinsichtlich des Friedens machen will und «ich diese Mitteilungen mit feinen Allsierten besprechen. Balfour bemerkte, daß die Antwort so konzis und klar abgefaßt wurde, um zu verhüten, Deutschland ihr ein? falsche Aus- deutung geben könnte. Deutsch-üänische warenoustausth-verhanölungen. Kspenhagen, 7. Dezember. Ritzau. Die zwischen deutsthrn und dänischen Telegierien geführten Berhandlungen über Warenaustausch in den nächsten Monaten zwischen Däne» mark einerseits. Teutschland und Orstemich-Nngarn anderer- feits, sind nunmehr beendet. Tie Berhandlungen drehten sich hauptsächlich»m die BersorgnngDäuemarkS mit Kohlen. Salz, Schmieröl und Eisenerz, darunter Schiffsbaumaterial, sowie umdiePreisefursüdwärtS auszuführende dänische L au d w i r tscha ft S- Produkte. Tie Verhandlungen wurden däaischerseits von den Delegierten für Landwirtschaft, Handel und Industrie ge- meinsam geführt.........,, Sudapeft. ti. Dezember. Ungarische Delegation. Ausschuß für A:»»wärttge Angelegenheiten. In der heutigen Sitzung hielt Graf Ä i S z a eine Rede, in der er unter anderem sagte: Wir riskieren girr uichtS. wenn wir uns mit der g-genti'ärtigen russischen Re- gierimg in Verhandlungen einlassen, und unterstützen dadurch die friedkk&e Stimnuing. welche durch die jetzige Regierung vertreten wird. Vegüglich Polens sagte der Redner: Ungarn begrüßt die 'LLiiederherstellung beä polnischen SiaaieS freudig. Falls Polen in «lue Persona lrnnion mit der Monarchie tritt, wird llWHirn die« mit Genugtuung aufnehmen, nur darf da- du.rch die Stellung Ungarns nicht benachteiligt wenden und dürfen wir»ms der Gefahr einer Majorisierung nickst zluSsetzcn. Arrunf ergriff der Minister des Seußeru Gras ikzeenia das Wort«nid sagt er Graf Andrassy bat die Frage an mich gestellt. ob u w-d wie weit lv i r iu den Sriegszicleu mit Teutschland einig siitzd. Ich kann diese Frage im positiven Sinne beanlworten. Air find einig mit Teutschland, und zwar auf der Basis, die für Deutschlcrod und Oesterreic�Ungarn gilt. Auf der Basis eines Verteidigungskrieges. Allerdings dürfen wir, wenn wir unsere Lage mit der des deutschen Bundesgenossen vergleichen, das ein«: nicht vergessen, daß wir uns ingewisser Be- Ziehung in einer besseren Lage befinden als er. Wir haben s o gut toie unser ganzes Territorium in u n s e ne m Besitz. Teutschlands Kolonien sind heute in Feindeshand. Wenn mir nun von mancher Seite der Vorwurf gemacht wird, daß die Schwäche meiner Politik, welche sich im Schlepptau Teutschlands befinde, und wie diese Phrasen sonst lauten, daß diese Politik uns zwinge, den Krieg länger fortzusetzen, als e« fsnit der Falk lvüre. ja das» mir für deutsche Sreberunge» klimpfen miiötro, so setze ich diesen Argumenten ein kategorisches Rein entgegckii. Wir tämpfen für die Verteidigung Teuischlands ebenso gut wie Deutschland für die unsere. In dieser Beziehung kenne ich keine territorialen Grenzen. Wenn jemand kragt, ab wir für Essaß-Satibringen kämpfen, so antworte ich! Jawohl, wir kämpfe'» für Elsaß-Lothringen, genau so wie Deutschland für unS kämpft und für Lemberg und Trieft gekämpft hat. Ich kenne da keinen Unterschied zwischen Straß- bürg und Trieft. Wnin in dem allgemeinen europäischen Kriegsbilde andere Konstellationen eintreten sollten, Iva» nickt aus- geschlossen erscheint, und an anderen Fronten große Ereignisse bor- gehen sollten, dann würde ich es, ich sage eS offen und fühle mich hierbei eins mit dem Grasen TiSza, lebhaft begrüßen, wenn der Moment käme, in dem wir auch an anderen Fronten gemeinsam mit unserem BnndrSgenossrn tämpkea würden. Wenn es also nach dieser Richtung, die wir eingeschlagen haben, seitdem der Krieg begonnen hat und die wir mit voller Zustimmung der erdrückenden Mehrheit sowohl Oesterreichs wie Ungarns gehen, wenn eS nach Klarlcgung dieser Richtung drüben bei der Entente immer noch Leute gibt, welche in dem Glauben leben, es könne ihnen gelingen, uns von unseren Bundesgenosse« zu trenne», so kann ich nicht» sagen«IS, die das glauben, find schlechte Bali- t i k e r und kindische Gemüter. Graf Andrass») bat bezüglich Italiens eine Anfrage an mich gerichtet, aus die ich vollständig offen anttvorien möchte. Di« italienische Politik seit Beginn deS Krieges bewegt sich auf schiefer Ebene abioärtö. Italien kann heute im besten Falle hoffen, den ?t,tus quo ante bellum zu erreichen. Ich muß aber noch einen Sckritt weiter gehen. Ich soll nach der Anficht deS Grafen Karoly heute den Italienern erklären: Setzt den Krieg fort, so lang« ihr wollt, greift uns an, so oft ihr wollt, verlängert den Krieg nach Belieben, wir garantieren euch, daß euch nichts geschieht. Nun, meine Herren, ich bin sehr weit von diesem Standpunkt entfernt. Ich sage eS ganz ofsen und damit man eS in Rom höre: Wenn Italien den Krieg mutwillig fortsetzt, so wird es später einen schlechteren Friede« bekommen. Das sind wir den Truppen und dem Hinterlande schuldig. sPeifall.) Graf Karoly möge e» wissen. ich habe ein Ziel, und da» heißt: Baldigste Erreichung eine« ehren« vollen Friedens. Dabei weigere ich mich, unseren Feinden Prämien ans Kriegsverlängerung suS- zusetzen. Einer der Herren hat die LisbenSivürdigkeit gehabt, mich zu fragen, wie ich über ein« amerttanische Kriegserklärung denke. Nicht bestätigte Nachrichten lassen die Möglichkeit offen, daß Amerika un» ebensogut wie unseren beiden Bundesgenossen, der Türkei und Bulgarien, den Krieg erklären konnte. Ich sage nicht, e»»verde sein,(oadern nur, r« könnte sein. Aber sollte der Fall auch eintreten, dann werden wir dennoch rnchtS von dem bedauern können, was wir in der Vergangenheit getan haben. Wir haben wegen unserer treuen Bundesgenossenschaft mit Deutsckland mit der Gegnerschaft Amerikas rechnen müssen. Wenn Amerika diese Kon- «ouenzen zieht, so ist das. ich gebe es zu, schmerzlich wegen der Oesterreicher und Unzarn, die in Amerika find und die in die pecnlickisie Lage gelangen. An dem Krieg«- e r g e b n i» jedoch wird das nicht da» geringste ändern. hin Wenn ich von Amerika auf di« heutige spreche, möchte ich die Herren immer- Rede des Präsidente« Wilson aufmertsam machen, die in mancher Beziehung unver» tändlich und unklar ist, die aber deich einen beherzigen»- werten Fortschritt in dessen AnfchouungSweife in einer Richtung enthält. Der Präsident hat gesagt:..Wir müssen hervorheben, daß wir Oesterreich-Ilngarn in keiner Weise schädigen wollen und daß es nicht unsere Sache ist. uns mit den Institutionen der Völker zu befassen. Wir wollen ihnen in keiner Weise ihr Verhalten vor- schreiben, wünschen«wer, daß fi« ihre Angelegen- he i ten, die großen und die kleine», selbst ordne nst Wenn man dies- Auffassung vergleicht mit jener, welche die Entente in die Monarchre hmeingeworfen hat und die mit dem Schlagworte.SelbstbeftimmungSrecht der Völker" bezeichnet wird. und da« auf der FriedenSkonierrnz mit H-Ife.der Entente verwirk. licht werden soll, so finde ich iu der heutigen Auffassung des Präsidenten der Vereinigten Staaten einen große« bedeutenden Fortschritts eine« Fortschritt, welchen wir anerkennen und. welchen festzuhalten wir lebhaftes Interesse haben. Gras Czernin ent- wickelt dann in längeren Ausführungen seine Ansicht über da» Schlagwort„Svlbstbestimmungsrecht der Völker". Das Wort ist im Kriege, im Rahmen der KnegSzielerörterung. ziemlich oft aufgetauckt. Eine allgemein gültige Definition dafür zu geben, ist unmöglich, da fast jeder der Staatsmänner, die von demselben Gebrauch machten, ihm einen anderen Begriff zugrunde legte, so daß man sagen kann, es gebe so viel Begriffsbestimmun- gen dieses Wortes als Aeußeningen darüber. In feiner an die Kriegführenden gerichteten Note vom 18. Dezember IS 16 hat es Präsident Wilson als ein« der vornehmsten Ariedensziele bezeick- net,.di« Recht« und Privilegien der kleinen Staaten zu sichern". In der hierauf erteilten Antwort au Wilson wurde sie durch die brutale Forme! ergänzt, daß sie den Krieg auch zur B e- freiung der Italiener, Serben, Rumänen. Ts che- chen und Slowaken von der Fremdherrschaft führten. Der Schutz der kleinen Staaten trat in den Hintergrund; die gewaltsame Abtrennung einzelner Rationalitäten von der Monarchie stand vorn an, und zwar die gewaltsame Abtrennung ohne Einrän- rnrnig de» SclbstbeitimmungsrechtS an die Nationalitäten. In der Botschaft vom 22. Januar 1917 vollzog Präsident Wilson eine gewisse Annäherung an den Entente- st a n d p n n k t, indem er den Ruf nach inneren Reformen in ein- zelnen Staaten erhob und so die innerpolitischen Verhältnisse der einzelnen Staaten m die internationale Erörterung einbezog, gleichzeitig aber erklärte, eS gebe kein Recht,.die Böller von Machi- Haber zu Machthaber abzutreten, als ob sie deren Eigentum wären". Am 11. April 1917 erklärte die Vorläufige ruf- fische Regierung, sie lehne die Absicht ab, andere Völler zu beherrschen und ihnen ihr nationales Erbe wogzzunehmen. Sie vindiziert den kriegführenden Staaten das Reckt, das Schicksal ihrer Völler bei Friedensschluß selbst'zu bestimmen. Dies ist das Selbstbestimmungsrecht der Staaten über ihre Nationen. So sind also bald die Staaten, bald die Nationali- täten Subjelie. dann wieder Objekt« deS Gelbitbefti mmungSr-cht?, das äußerst wechselnde Ziele verfolgt, die zwischen verfassnngs- mäßig errungener Autonomie und von einer europäischen Kon- ferenz verliehener staatlicher Selbständigkeit schwanken. Unter Auönützung dieser Begriffsverwirrung hat das Selbstbestimmungsrecht der Völker in den Reden der Entente st aatS männer langsam bestimmtere G e- st a l t angenommen. ES ist zum Teckwort für die brutal« Forde- rung der EntrntemSchtr auf gewaltsame Abtrennung eiuzelner Teste Oesterreich-Ungarns geworden. Zu all dem kommt, daß die Entente das Selbstbestimmungs- recht der Völker in allen diesen Versionen nur für ihre Gegner gelten läßt, für sich aber stets Anlaß findet, um dessen Geltung auf ihre Verhältnisse auszuschließen. Wo die Entente ein Bedür-- nis nach Annexionen oder Desannexnonen fühlt, erkennt sie natür- lich nicht das Recht des zu schmälernden Staates an, hierüber selbst zu entscheiden, ja auck nicht da» Recht der zu annektierenden Völkerschaften, bei dieser Amputation mitzusprechen. Wenn ich nun zur Frage Stellung nehme, tu welchem Um- fange ich das Recht der Völler über sich selbst zu bestimmen au- erkruue, so vermag ich mich hierüber im Rahmen meiner Kom- petenz natürlich nur soweit zu äußern, als die Frage intern«tir- nalen Charakter hat. Das Recht eines Staates, über seinen territorialen Bestand zu verfügen, steht außerZweisel, außer Zweifel steht e«, daß«in fremder Staat nicht das Recht beanspruchen kann, sich in die inneren Verhältnisse des anderen einzumengen. TaS sind die Grenzen für das Selbfrbe. stimmnngSrocht eines Staates vom internationalen GesichtSpunkie au«. Soweit es sich darum handelt, daß innerhalb der einzelnen Staaten die Rattonalitäten ihr Verhältnis untereinemder zum Staate zu regeln haben, liegt also keine internationale. sondern eine innerstaatliche Frage vor. Ich stehe nicht an, zu er- klären, daß ich jede äußere Einflußnahme auf die Gestaltung UN- serer inneren VrrhSltniss« mit aller Entschiedenheit ablehne und eS umgelehrt ablehnen muß.»venn der Gedanke auftaucht, daß ge- wisse innerstaatliche Kragen eine international« Lösung erfahren können. Wo Wünsche nach Aenderungen auftreten, müssen sie auf verfassungsmäßigem Wege unter Mitwirkung der gesetzgebenden Körperschaften, welch« eben da» Selbstbestimmungsreckt der Na- tionen im Nahmen deS Staate» garantieren, gelöst werden. Innerhalb der beiden Staaten der österreichifch-unga- tischen Monarchie bestehen für die einzelnen Nationalitäten durch verfassungsmäßige Einrichtungen gleichfalls alle Möglichkeiten zur Regelung ihrer Beziehungen. Andere Lösunpsmöglichkeiten anzuerkennen, bin ich außerstande. (Lebhafter Beifall.) »» * Die Antündigung, daß Oefterreich-Ungarn bereit sei, Deutschland im Westen Waffenhilfe zu leisten, läßt die Hoff- nungen der Entente auf einen Endsieg noch weiter zusammen- schrumpfen und ist so geeignet, dem Frieden zu dienen. Wollen aber Frankreich und England den Frieden nicht, so werden sie mit einem verstärkten militärischen Schwergewicht der Mittelinächte an der Westfront und den sich daraus mög- licherweise ergebenden Folgen rechnen müssen. Graf Czernin hat ausdrücklich erklärt, daß Oesterreich an der Westfront nur für die deutsche Verteidigung kämpfen »volle', der Behauptung, es werde dort um deutsche Erobe- r u n g e n gekämpft, hat er ein„kategorisches Nein" entgegen- gesetzt. Durch diese Erklärung ist er Wilson kräftig ent- gegengetreten, der Oesterreich als willenloses Werkzeug deut- scher Wclrherrschaftspläne hingestellt hat. durch sie allein konnte er offenbar auch die öffentliche Meinung des Landes für die Aktion gewinnen. Zugleich aber hat er den Grafen R e v e n t l o w auf diu Beine gebracht, der in der„Deutschen Tageszeitung" im Kommaudoton erklärt, dies wäre»och schöner. Oesterreich habe natürlich im Westen für alle alldeutschen„Hochziele" zu kämpfen, das sei seine verdanimte Pflicht und Schuldigkeit. Graf Rcventlow will jedenfalls die waffenbrüderliche Aktion an der Westfront verhindern, sonst könnte ei» Mensch bei klarem Verstände nicht so schreiben, wie er es tut. Da— daS weiß er jedenfalls ebensogut wie wir— die Widerstände gegen diese Hilseleistung namentlich bei den Tschechen ul'L» Südslawen sehr stark sind, sein Verhalten aber die stärkite Unter st ützuna dieser Widerstände darstellt, die 'ich überhaupt denken läßt, ist sein seltsames Bemühen„zum Wohl des deutschen Vaterlandes" am Ende nicht ganz au?« sichtslos. Nr. ZSS•> Z4. Jahrgang Heilage öes vorwärts Sonnabenö, 8. dezencker 1417 Der dritte Tag der Wahlrechtsöebatte /lbgeorönetenhaus. 103. Sitzung, Freitag, deu 7. Dezeniber 1917, vornnttagS 11 Uhr. Am Ministertisch: Dr. Friedberg, Dr. Drews. Die erste Lesung der Berfaffungsvorlage. Dritter Tag. Abg. V. d. Osten(f.) gibt Mriächst mit Bezug auf die vorgestrige Rede des Minister« Präsidenten eine Erilärung der konservativen Partei ab: Der Ministerpräsident habe vorgestern zwar festgestellt, daß er sich nicht auf ein Programm fefizeiegt habe, das seinen eigenen Anschauungen nicht entsprochen hätte, d:s Tatsache der Verein- barung eines festen Programms mit der Reichstagsmehrheil vor seiner Ernennung verneinte er nicht. Mit dem Vorsitzenden der konservativen Re i ch S t a g s f r a k t i o n hat sich de: Reichskanzler bei Beginn der von ihm erbetenen Bedenkzeit ins Benehmen gesetzt, als es sich noch um den Plan Handelle. Dr. Michaelis in dem Amt des preußischen Minister- Präsidenten zv belassen. In den weiteren Verhandlungen ist die Zustimmung der konseroativen Reichstagsfrakiiou nicht ein- geholt noch erteilt worden. In einer aus eigener Initiative nachgesuchten nochmaligen Rücksprache hat der Vorsitzende der kon- servaiivcn ReichStagssrakhon dargelegt, daß seine Bedenken er- heölich schwere re geworden seien. So große Bedeutung wir den vorgestrigen Erklärungen de? Reichskanzlers über seine mon« archischen und föderativen Grundsätze beilegen, so können wir doch zu unserem Bedauern die Bedenkon gegen das bei semer Cr- nennung und der seiner Vertreter eingeschlagene Verfahren nicht aufgeben, weil wir darin eine Einschränkung der durch die Ver- sassung gewährleisteton Entschließungsfreiheit des Kaisers und Königs erblicken müssen.(Lebhafte Zustim- mung rechts.) Die Erzetzung HelsserichS durch Payer, fo fährt der Redner fort, crfolAte unter einem Druck. Wenn Dr. Pach- nicke darauf hinwies, daß die Kriegskredite ohne Widerspruch an- gcnoinmen wurden, so haben damit die Mehrheitspartsien nur ihre Pflicht getan, nachdem die Regierung durch das von ihnen auf- gestellte kaudinische Joch gegangen war. Die Vaterlands- Partei verschärft nicht die Gegensätze, sondern stellt das Vater- land über die Partei und erwirbt sich die höchsten Verdienste.(Bei- fall rechts.— Stürmischer Widerspruch links.) Dem Großadmiral v. T i r p i tz wird es Deutschland nicht in letzter Linie danken, wenn es stegreich' aus diesem Weltbrande hervorgehen wird.(Stürmischer Beifall rechts und b. d. Nationalliberalen.) Tie Zeiten des Still- Haltens sind für die konservative Partei vorbei.�Die Verantwortung überlassen wir denen, die die Notloge des Staates für ihre politischen Zwecke ausgenutzt haben, und der Staats- regia run g, che nicht stark genug zum Widerstände war. Wer aus uns losschlägt, bekommt doppelte Hiebe.(Sehr gut! rechts.) Schon Bebel hat gesagt: Haben wir Preußen, so haben wir alles. Unter dem gleichen Wahlrecht würde die Sozialdemokratie den Landtag beherrschen, wir würden durch direkte Steuern erdrückt, Kirche und Schule bedroht werden. Und der/König käme in die schwersten Konflikte; der erste Schritt zu cinerp parlamentarischen Schattenkönigtum wäre getan. Für den U e Ire r m u t der Dcmokratie gilt das Wort:.Einst werden sich legen Deine stolzen Wellen!"(Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Hirsch(Soz.): Nach dem Verlauf der bisherigen Debatte sind die Aussichten der Wahlrechtsreform, insbesondere des gleichen Wahlrechts, sehr schlecht. Die Konservativen sind entschiedene Gegner,'m Zentrum ist eine Anzahl den programmatischen Forderungen dieser Partei untreu geworden und ist entschlossen, dagegen zu stimmen, und auch von den Nationalliberalen will nach Herrn L o h m a n n nur ei»r kleine Zahl dafür stimmen. Wenn es also nicht in der Kom- misston gelingt, einen Umschwung in den Anschauungen herbeizuführe«, dann kann man jetzt schon sagen, daß daZ gleiche Wahlreclil, das heißt das wertvollste Stück der Wahlresorm, ge- scheitert ist. Bor welcher Situation stehen wir da? Der König hat das gleiche Wahlrecht feierlichst verheißen. Selbstverständlich— da stimme ich mit Herrn v d. Dsten überein— hat das Abgeordnetenhaus nicht nur das Recht, sondern geradezu die Pflicht, jede Vorlage der Regierung gewissenhaft zu prüfen. Ebenso selbstverständlich find wir als Abgeordnete nicht an das Versprechen der Krone gebunden Ader gebutidra an ihr Versprechen ist die Krone. Sie kann unmög- lich ein Wahlgesetz unterzeichnen, des dem Volke nicht das gleiche Wahlrecht gibt.(Sehr wahr! links.) Das jetzige Wahlsystem kann aber auch nicht b e st e h e n bleiben, denn daß Klassenwahlen nach dielem Kriege unmöglich sind, darüber herrscht, abgesehen von ganz rückständigen Elementen, überall völlige Einstimmigkeit. Ei» solches Gesetz also kann der König nicht unterzeichnen, und dann haben wir den Konflikt � den Konflikt zwischen Krone und Parlament, den Herr v. d. Osten uns vorhin an die Wand gemalt hat für den Fall, daß eine größere Anzahl Sozialdemokraten in den Landtag einzieht. Sie sehen also, daß das. was Herr v. d. Osten als mög- lich hinstellt, um Sie graulich zu machen, heute schon in vollem Um- fange droht. lSehr gut! b d. Sozialdemokraten.) Welche Gründe sind nun bisher gegen das gleiche Wahlrecht -vorgebracht worden? Ich will nicht so unhöflich sein und sagen, daß man nur allgemeine Redensarten dagegen angeführt hat. (Sehr gut! links.) Jedenfalls waren die Gegengründe wenig stich» baltig. Herr Lohmann meinte,»eine Ersahrungen ließen ihn an der politischen Reise der breiien Massen des großen Volkes stark zweifeln. Wenn das richt g wäre— ich bestreite es—, dann wäre doch die logische Folge die Abschaffung des ReichStagSwahlrechis und sein Ersatz durch ein Mehrstimmcnrecht. aber nicht etwa nach der Steuerlast und auch nicht nach ver Bildung, sondern nach der poli- tischen Reite. Wer sollte aber darüber entscheiden? Etwa der Landrat?(Heiterkeit.) Im übrigen kann ich aus meiner Erfahrung in vielen Versammlungen und AuSeinandersctzungen mit politische» Gegnern erklären, daß die breiten Massen der Ar- beiterklasse an politischer Bildung und Erfahrung die große Menge der Anhänger der bürgerlichen Parteien weil über- treffen.'Man sagt nun. die Mniührung des gleichen Wahlrechts iu Preußen würde dazu führen, daß es auch in anderen Bun- des st ästen eingeführt wird. Das ist für uns ganz selbst- verständlich, daß auch in anderen Bundesstaaten das gleiche Wahlrecht, nur noch eine Frage der Zeit ist.(Sehr gut! links.) Und warum soll denn nicht wenigstens einmal Preußen den übrigen Bundesstaaten vorangehen? Sollen wir denn immer hinlerher- marschieren, wie seit mehr als 69 Fabren?(Sebr gut! bei d. Sozial- demokraten.) Ter Historiker M e i n e ck e. den Herr Lohmann gestern erwähnte hat geschrieben-..Wir können in Zukunft vor der sozialdemokratischen Arbeiterschaft nicht mehr die Bugen ausschlagen, wenn wir denen die an heroi'chcn Anstrengungen mit allen übrigen Tchichren bei Lande« gewetteitert haben, auch serner die politische Gleichberechtigung als preußische Staatsbürger versagen." Wenn Sie diele Worte eines bekannten Historikers gegenüberstellen dem was Sie eben aus dem Munde des Herrn v. V. Osten gehört haben, so erkennen Sie daraus, eine wie tiefe Klutt beiteht zwischen den wahrhaft Gebildeten, die die Zusammenhänge des Lebens erkannt haben, und denen, die zähe festhalte» a» ihren Stande»» vorteilen.(Sehr gut! links.) Meinecke erklärt sich auch aus- drücklich für das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht. Wenn man einwendet, das gleiche Wahlrecht zum Abgeordnetenhaus werde auch das gleiche Wahlrecht zu den G ein eindevcrtre- tun gen nach sich ziehen, so entspricht das nur einer alten For- d e r u ii g von uns. Am leichtesten hat es sich Herr v. Heydebrand gemacht, der überhaupt keine Gründe gegen die Vorlage vorgebracht hat. Ich fühle es ja den Konservativen nach, daß ihnen in dieser Siinaiion nicht, gerade wohl zumute ist, deshalb sind mir die Reden ihrer Vertreter psychologisch ganz verständlich. Die Herren fühlen eben, daß die Todesstunde ihrer Klasse geschlagen hat, denn mit dem Sturz des DreAassenwahlshstems ist auch die Herrschaft ihrer Klasse gestürzt.(Sehr wahr! links.) Die Herren haben eben kein Verständnis für die Zeit. Glau- ben Sie etwa, daß mitte« in einer Weltrevolution, dw ihresgleichen nicht in der Geschichte zu verzeichnen hat, in einer Zeit, wo ringS um uns Staaten zusammenbrechen, Könige entthront, Vsrtayungeu über den Hauten gerannt werden— daß in dieser Zeit einzig und allein des preußische Treiklassenwahlrccht de» ruhigen Po! in der Erscheinungen Flucht bilden kann, daß in einer solchen Zeit allein das preußische Treiklassenparlament von einer Umwälzung verschont bleiben könnte. Soviel historischen Sinn sollten Sie doch auch haben, um nicht dem Rad der Weltgeschichte in die Speichen zu fallen. Aber anstatt sich in das Unvermeidliche zu süaen. anstatt mitzuarbeiten an einer Reform des Wahlrechts, die allerdings nur in dem gleichen und allgemeinen Wahlrecht bestehen kann, suchen Sie v e r z w s i- 2 9 C T �' L® tz.t w i ck I u n g anzukämpfen. Die Folgen heit sterben. Heiterkeit und Sehr wahr! links.) In der Osterbatschast ist deutlich ausgesprochen, daß für ein Klassenwahlsysiem kein Platz mehr ist. Daraus folgt, daß auch für ein K l a s s e:i p a c l a rn e n t keim Raum mehr ist, das nicht der Ausdruck der Stimme des Volkes, sondern ein Zerrbild der Volks st im mung ist. Herr v. d. Osten hat den Untergang PreutzenS an die Wand gemalt, was ist denn dies Preußen? Wir müssen staat sans phrase, der Staat, in dem die Klasse, die durch das Wahlunrecht zur Herrschaft gelangt ist. ihr« Herrschaft in rücksichtslosestcr Weise ausgenutzt hat, um andere Klassen, namentlich die Arbeiter- schast, zu unterdrücken. Das alte Preußen ist der Staat, dessen Machthaber in erster Linie derzw bcigctriTgen haben, daß wir so wenig Freunde in der Welt besitzen» dessen Machthaber auch jetzt wieder gegen einen Verständigungsfrieden wettern und dadurch zur Verlängerung dieses Krieges Bei- tragen. Fn der Begründung der Vorlage heißt es. daß das, was Preußen m:t Hilfe seines Landtages in mehr als einem halben Jahrhundert in Gesetzgebung und Verwaltung geleistet hat, uns so widerstandsfähig gegen den Ansturm der Feinde gemacht hätte. Aber mit viel größerem Recht kann man sagen, daß das, waS die andern Bundesstaaten mit freiem Wahlrecht und vor allem, was das Deutsche Reich mit dem allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrecht geleistet haben, zu dieser Widerstandöfäbigkeit- DetttschlandS geführt hat. t lSehr wahr! links.) W'r wollen doch nicht immer Preußen in einen solchen Gegensatz zu den übrigen Bundesstaaten bringen. Ich habe. Ihnen gezeigt, was wir unter dem alten Preußen verstehen. und ich muß sagen, wenn dies alte Preußen zusammen- bricht und aus seinen Trümmern- sich wieder ein modernes neues Preußen erhebt, in dem jeder Staatsbürger sich wohl fühlt, wo nicht mehr eine Klasse zu befehlen hat und die andern zu gehorchen haben, wo es keine Ausbeuter und keine Ausgebeuteten, keine Herren und Knechte mehr gibt, sondern nur freie Menschen— wem« wir an dem Zustandekommen eines solchen modernen Preußen mit- arbeiten, dann werden untere Kinder und Enkel einst auf uns mit Gefühlen des Dankes zurückblicken, und dann werden wir von uns sagen können: Wir haben nicht für unS gelebt. Daß die Konfer- vativen sich zu diesem Standpunkt duröbringen, ist nach den Reden ihrer Vertreter ausgeschlossen. Was Sie wollen, hat schon 18-19 ein Graf Dreßler in folgenden weniger schönen, aber treffen- den Versen ausgedrückt: Wir wollen Preußen bleiben, Der Teufel hol' das Treiben, Das Deutschland fabriziert Und Preußen ruiniert. (Heiterkeit.) Herr v. Heydebrand klagte darüber, daß Preußen aus- geschaltet sei. Ja, woher kommt das? Es ist doch ganz natürlich. daß ein Parlament des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts wie der Deutsche Reichstag hundertmal mehr Macht haben muß als ein Dreiklassenparlament. Will Herr v. Heydebrand. daß der preußische Landtag mehr Einfluß gewinnt, dann möge er mit dafür sorgen, daß wir in Preußen endlich auch eine wirkliche Volksvertretung bekommen.(Sehr gut! links.) Herr v d. Osten hat uns geschildert, welche Verdienste der preußisch« Landtag sich erworben hat. Da will ich Ihnen auch einmal die Kehrseite der Medaille zeigen. Seit länger als einem Mcnschenalter haben wir einen Stillstand jeder großzügigen Reform in Preußen zu verzeichnen; und doch hätte es genug Gebiete gegeben, auf denen dringende Reformen nötig sind: die Kreis- und Provinzialordnungen, das Kommunal» abgabengesetz. das Einkommen- und Ergänzuiigssteuergesetz; ich erinnere an die K a n a l v o r l a g e. an den Stillstand der Sozialpolitik, daran, wie schlecht dir Gewerbeinspek- t i o n in Preußen ausgebaut ist und aa die W o h n u n g s- resorm. Wollen Sie behaupten, daß unser Bolksschnl- wesen auf der Höhe der Zeit stehe, daß an unserem Gesund- cheitswesen nicht grundlegende Aendeiungen dringend ersorder- lich wären? Wohin wir blicken, überall die N o t w e n d i g k e!t zur Besserung, aber nirgends ist Wesei>tiick>es in den letz'en M/39 Jahren geschehen.(Sehr wahr! links.) Sie sind bestrebt. ganz veraltete Gesetze aufrechtzuerhalten, wie die G e s i n d e o r d- n u n g. durch d>e Sie die Landarbeiter willig erhalten wollen. Die preußischen Junker die Herr v. d. Osten als Idealisten hinstellt, die nur bestrebt seien, für das ganze Volk zu sorgen (Heiterkeit links), die Großagrarier haben es ganz vorzüglich ver- standen, sich auf Kosten de« Volkes zu bereichern nicht nur vor dem Kriegs, sondern auch während des Krieges. Selbst jetzt, wo die LebenSmitlelyreise so ungeheuer gestiegen sind. verlangen Sie noch weitere Erhöhung zur Anregung der Produktion. Dazu sollten ja ruch die Schutzzölle Venen; der Krieg aber hat uns gezeigt, daß wir 19 Jahr? lang den Agrariern die Zölle um- sonst bcz rhlt haben.(Sehr wahr! links.) Den Hafer für die Armeepferde haben Sie erst geliefert, nachdem Ihnen zu den sehr hohen Druichprämien auch noch die Schnelligkeit»- Prämien bewilligt wurden. Die Rechte spricht jetzt von einer Einschränkung der Leonrechte. Habe» Sie nicht i« die Kronrechte eingegriffen, um Bethinaun zu stürzen? Derselbe VersassungZartikel, der die Cr- nennung der Minister der Krone vorbehält, erklärt auch die E n t�- lassung der Minister als ein Kronrecht; aber dieses Recht, Mi- nister gu entlassen, haben Sie von jeher für sich in Anspruch ge- nommen, zwar nicht formell, aber durch Ihre Einflüsse und auf Hiutertrevven.(e-ehr wahr! links.) Die Vorlage geht v.iel weiter als jede andere Reform, die uns bisher vorgelegt wurde, und wenn sie auch nicht all unseren Wün- scheu entspricht und in mehr als einer- Beziehung hinter unseren Forderungen zurückbleibt, so ist sie doch ein großer Fortschritt. Gegen das direkte und geheime Wahlrecht hat Aich hier niemand au!- gesprochen. Die Allgemeinheit aber wird beschränkt durch die Er- höhung des Wahlalters, durch die ein Teil der heute Wahlberech- tizten das Wahlrecht verliert. Ganz unzulässig ist die Einschränkung durch das Erfordernis der dreijährigen S t a a t S a n g e- Hörigkeit. In einer Reihe von Gemeinden ist heute nicht ein- mal die preußische Staatsangehörigkeit als Bedingung deS Wahlrechts aufgestellt. Die Verlängerung der Aufenthalt sd au er am Orte von 6 Monaten auf ein Jahr ist in erster Linie eine Schädigung der Arbeiter, die durch, die wirtschaftlichen Ver- bältnisse gezwungen werden, sehr oft ihren Wohnsitz zu ändern. Allenfalls könnte eine solche Bestinunung noch in der Städieordnung begründet werden, beim Landtagswahlrecht aber würde sie dazu führen, daß viele, die bei der Rückkehr aus dem Felde ihre Existenz vernichtet sehe» und zur Aenderung ihres Wohnsitzes ge- zwirngeu sind, den Tank des Vaterlandes in der Form des Verlustes de? Wahlrecht? erhalten. Diese Bestimmung mutz beseitigt werden und mindestens muß eine Ausnahme für die Kriegsteilnehmer ge-- schassen werden. Die Bestimmung, daß dort, wo eine Gemeinde mehrere Wahlbezirke enthält, de? Wähler ein Jahr im Wahlbezirk wohnen mutz, ist ein direktes Ausnahmegesetz gegen Berlin, und die Borlage enthält auch nicht ein Wort zu seiner Begründung. (Hört! hört! links.) Unsere Forderung, datz die Wahlberechtigung mit 21 Jahren beginnen soll, ist heute begründeter als je; wer mit 2l Jahren genügend Verständnis hat. um das Vaterland zu schützen, der hat auch genug Verständnis, um zu wählen. Bei den wertvollen Diensten, die die Frauen Staat und Volk im Kriege geleistet haben, und da beim Wiederaufbau nach dem Kriege die Mitarbeit der Frauen gar nicht zu entbehren ist, erscheint auch unsere weitere Forderung auf Gewährung' des aktive» und passiven Wahlrechts ohne linterschied des Geschlechts vollauf gereckisertigt.(Lebhafte Zustimmung links.) Tic Regierung ist für das gleiche Wahlrecht, aber nur im Prinzip, denn die Beibehaltung der heutigen Wahlkreisein- teiluug macht dos Wahlrecht ungleich. Auch dadurch, datz iu einer Anzahl von Wahlbezirken,-wo mehr als 259 999 Wähler auf einen Abgeordneten kommen, ein weiterer Abgeordneter gewählt werden soll, werden die llngereckitigkeiten nicht beseitigt. Wir müssen auf eine völlig neue Wahlkreiscinteilung entsprechend der Volks» zahl drängen.-.. Wir halten in erster Linie fest au unserer Forderung der B e- s e i t i g u n g des Herrenhauses. Mindestens aber müßte seine Zusammensetzung eine wesentlich andere werden. Tie Vorlage bevorzugt die Agrarier doppelt und dreifach. Die dritte Vorlage bringt eine Einschränkung des Etatsrechts, deS höchsten parlamentarischen Rechts, auf das ein Parlament, das etwas auf sich hält, nicht verzichten darf. Wir kämen sonst schließlich soweit, wie Oesterreich unter seinem be- rühmten'§ l-t. Es müssen Kautelen geschaffen werden, daß die Regierung nicht etwa ohne und gegen'den Willen der Volksvertretung Ausgaben vornimmt. Wozu sind diese beiden weiteren Vorlagen überhaupt eingebracht worden? Weder bei früheren WahlrechiSanträgen in diesem Hause, noch bei früheren WahlrechtSvorlagen der Regierung war gleichzeitig eine Reform des Herrenhauses beantragt. ES wäre richtiger gewesen, sich jetzt Mit der Wahlreform zu begnügen, denn durch die gemeinsame' Ein- bringung der drei Gesetze werden die Gefahren für das Zustandekommen der Wahlreform wesentlich erhöht. Für die Wahlreform gilt eS ganze, aber: auch schnelle Arbeit zu leisten. Die Wahlresorm muß noch i« dieser Legislaturperiode und noch im Kriege Gesetz werden, denn nach dem Kriege würden wir vor lauter anderen Auf- gaben an verfassungsrechtliche Fragen überhaupt nicht mehr heran- kommen.» Wir sind uns der hohen Bedeutung der gegenwärtigen Ver- Handlungen vollauf bewußt DaS Ansehen der preußischen und deutschen Regierung hängt von der Lösung dieser Aufgabe ab.(Zu» stimmung links.) Gewiß lehnen auch wir jede ausländische Ein- Mischung in unsere Anaelegenheiten ab. und auch wir glauben nicht, daß die Demokratisierung bei unS heute noch unsere Feinde zum Frieden geneigter machen würde. Aber welches Gefühl der Schadenfreude würde es auslösen, wenn es den Wahlrechts- feinden gelänge, auch diese Reform zu Fall zu bringen! Wie würden die Feinde spotten und höhnen über die R e» g i e r u n g, die nickt imstande wäre, den Widerstand zu besiegen, über das Volk, das nickt imstande wäre, seine Fesseln zu sprengen. Möge die Regierung es nickt so weit kommen lassen, ein Zurück gibt es für sie nicht. Nach ihrer Begründung des gleichen Wahl- rechts kann sie den Faustschlag inS Gesicht, den die Ablehnung dieser Vorlage bedeuteirwürde, nicht hinnehmen. (Sehr wahr! links.) Bei einer Ablehnung der Vorlage bliebe dec Weg über den Reichstag oder die Aufhcbnnz der Wahlrechtsverord- nung vom 3. Mai 1851; ein Drittes gibt es nicht. Selbst wenn Neuwahlen unter dem Treik lassen Wahlsystem vor» genommen würden, so würden sie doch— abgesehen von der?l u S» (ch a l t u n g der Kriegsteilnehmer oder ihrer Ver» setzung>u die unter st e Klasse— eine wesentlich andere Zusammensetzung kaum ergeben. Kknnte die Regierung Neun'ahlen verantworten unter einem Wahlsystem, das dem Kriegsgewinnler tansrndmal mehr Recht gibt als denen, die ihr Blnt für daS Vaterland vergvssc» haben?(Zustimmung links.) Die konservativen Redner haben keinen Zweifel darüber gelassen, daß es sich jetzt handelt um einen Kampf zwischen der Krane und der Regierung aus der einin, den Konservativen und Schwer industriellen auf der anderen Seite. Gerade diejenigen, die sich als die Hüter des mon» archiscken Gedankens aufspielen, hätten in erster Reihe die Pflicht, den Willen der Krone zu verwirklichen. Das Ansehen der Krone wäre u n w> ed e r b r i n gl i ch verloren, wenn sie jetzt vor den preußischen Junkern die Waffen strecken müßte!(Lebh. Beifall links.) Abg. Dr. Schrffercr(uatl): Das Dreiklassenwablrechi ist aller» dinsts_ unhaltbar. Andererseits würde eine zu weitgehende Radikalisierunfl des Abgeordnetenhauses den Schutz des Deutscktumß im Osten ae'ährden Daher?a�en emzelne meiner Freunde Bedenken gegen di>« gleiche Wehlrecht. Die Arbeiter müssen im Herrenhause vertreten sein. Alle drei Vorlagen lallten durch ein Man'elgesetz miteinander vcrkavpelt werden.(Sehr eicktig! rech s.) Im übrigen sollten wir jetzt nicht mehr soviel vom Fr ed-n sprechen, sondern einen Frieden zu er- ringen suchen, der die deusichen Grenzen für die Dauer sichert. Im neuen siegreichen Deutschland wird Preußen dann auch fernerhin seine geschichtlichen Ausgaben erfüllen können.(Beifall.) Weiterberatung Montag 11 Uhr.— Schluß nach 4 Uhr. DireHion Mas Reinharäfc. Deatschos Theater. 7 ühr: Oon Carlos. Kamm erspiele. T1/, Uhr: Kinder der Freude. Volksbühne. Theator am Bülawplatz. üncergrundb. Schönlu Tor. 7 TJbr: Fawst I. Theater i, Königgrätzerstr. TJ/, Uhr zuin ersten Male: Ote Straße nach Stelnaych. Komödienhaus il48 Uhr: Die beiden Seehunde. Berliner Theater T'/sU.jDic tolle Komteß. S'l-j Uhr: Usls Hürchenreiso. TägL T/f, Sonnt 31/, n, T'/t Neu! Robert Steldl Baftayette, Cartelia, Otto Reutter i. d. Revue-Posse: üeb'n Sie dich nicht nach Berlin! Theater für Sonnabend, 8. Dezember« Central-Tlieater 71/,; Die Ceardasfiirstln Morg. 81/, ühr: Joltannlsieuer. Oentsvhes Opernhanti Tüh�Die iolen Äugen Frledrich-Wilhelmst. Theater f/.uhr: Das OreifliEWaiis. KomiNche Oper 7% v.-. ScbwarawaliteEM N/,: Kloin Dorchen ii. d Zinnsold. Morgen ä1!,: Die Dose Sr. Kaj. Kleines Theater vi, ühr: Geldzauber. ReisidenK- Theater 7'i,übr: Raskolnikofr. Kchlller-Thcater O uhr'-MedekimW». Tiustoplclhnus 7*;4 Uhr: Die blonden Mädels v. Lindenhof. Mg. 3*1,: Der Schwabenstraich. Metropol-Theater u'hr: Die Rase von Stamiia!. Morgen 8 Uhr: Die Kaiserin. Palast-Theater a. Zoo Sannabend 4 Ltar Max o. iföoritäR mit Hildegard n. Lotte Müller v. Kgl. Schauspiclh. M. 0.75 bis 3.— Werth., Ihoateric(U-l). Dar Variele-Spielplan 12 Attraktionen S2 Keues Operettenlians 3 U. Kindorv.: Der Lügenpeter. �vdr-DeMMWe. Cöponic.lcer Str. 68. Täglich 3/48 Uhr. Sonnt., 9. Dez., T'J, U. zum|ß0. Male: lOperett«*!. in 3 Akt. von Döblm. Musik Walter Bromme. GröBtor Lacherlolg! Haupldarst- Wessel. Grimm- 1 blelililer-Th. Chart. PI, Uhr: Maria Stuart. 7'/, uhr: Onkel Bräsig. Vl4 Uhr: Thalia-Theater Egos üid seine Fraiien. Berliner Konzertliaus Mauerstraße 82. Zimmerstraße 90/91. Rente: Großes Konzert des Berliner Konr.orthao»-Orchester». Leiter: Komponist Franz von Blon. Anfang U/z Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang 7'J, Uhr. Montag, den 10. Dez.; Gr. Konzert des Berliner Sängervereins (Caecilla Melodia), während der Kriegszeit unter Anschluß v. Berl. Sängerkranz 1861, Chorm.: Kgl. Mnsikd. Max Eschks. Spezlatarzt Dr. med. l�aabs l>eh. schnell, grünbL, mögL schmerzlos u. ohne Bernssstör. Geschlechtskrankheit, geheime Haut-, Harn-, Frauenleiden. 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Z Schluß: RHoaidfahrt. Phantastische Pantomime in 4 Akten v. Paula Busch. Rose-Theater. 3'/,: Goldhirohens Himmelfahrt. vi, uhr: Andreas Hafer. WslkaHa-Tiisster. ?'/. Uhr: Zigeuner. Voigt-Theater. Badstr SS. Eadstr. S8 Täglich TV, Uhr: Was junge Käßchea träuineQ! Sonntag, 9. 12., nachm. 3 Uhr: .Familie Bnchholc. Abends 7 Uhr: Was junge Mädchen träumen I Reichshallen-Theater. Allabendlich 7'/, Uhr u. Sonnt, nachm. 3 Uhr Weihnselits- ProgFamni! Nachmittags ermäßigte Preise! Trianon aTheater Georgenstr, Bhf. Friedrichstr. Tel.: Zentrum 4937 nnd 2391. ühr Der'1.8 Uhr Lebensschüler. Komödie von Ludwig Fulda. JdaWüsh Erich Kaiser-Titz, v.Möllendorfi, Mart Kettner. Bt�f. 31/, kl. Pr.: Hedda Gabler. Friedrichstr. 160. Ecke Behrenstraße. Ciaire Waldofl Jean Moreau Dario Paini u. das hervorragende Dezember- Programm- Hauskap.: Fenyveei. Gutschein für 1- 6 Billetts f. Theater d. Kgl. Hochschule für Musik. Fcsanenstr. I. ©fiilig Som;t.9.,16.$ ej.J'/.UHr. Zum 1009. Male 227/4» AßklM Tonte. 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S., Audreusitr. 78, 4.» Neukölln, Berliner 2u. 76. | Versand nach außerhalb w Korbflaschen arm 3, 10 u. 25 Litern.| Korbflaschen werd. z. bcrechn. Preise sranfo zurückgenommen. Nr.ZZH— 1917 vom Papier unö öer Papierknappheit. Der Papierverbrauck im Deuticken Reich ivieS schon in Friedens- Zeiten auherordentlick hohe Zahlen auf. So erschienen«im Beispiel im Jahre lS12 allein im deutschen Buchhandel 36 000 Werke mit 53 402 000 Einzelbüchern: dazu kam der unendlich grohe Papier- bedari der Presse, der Pavierverbrouch im Geichäsls- und Privat- leben sowie der der Behörden und Schulen und schließlich auch die industrielle Papierausnutzung. Jedenfalls konnte man damals mit einem Jahresverbrauch von annähernd einer Million Tonnen sl 000 000 Kilogramms Papier rechnen. Man darf dabei aller- dingS nicht vergessen, daß Teutschland im Frieden auch viel Papier oussührte, so besonders nach Frankreich, Italien, England und Belgien, und daß es in der PapisrauSfuhr sogar die erste Stelle unter sämtlichen Staaten der Erde einnahm. Die Einfuhr dagegen geigte bedeutend geringere Werte und deickränkte fick hauptsächlich aus Rohstoffe, auf einen Teil deS zur Erzeugung zahlreicher Papiersorten benötigten Sckleis- und Zelluloseholzes, das aus Oesterreich und Rußland eingeführt wurde. Daß die Herstellung schöner und dauerhafter Parpiersorten eben nicht einfach ist, wird jeder begreifen, der einen schneeweißen, glatten und glänzenden Papierbogen betrachtet und gleichzeitig an daS Aussehen deS Rohmaterials denkt, aus dem dieser Bogen hervor- gegangen ist. Der Werdegang der Papiererzeugung gliedert sich in zwei Teile: in die Verarbeitung des Rohmaterials zu sogenanntem Ganzzeug und in die Herstellung des Papier« aus diesem Ganzzenq. AlS Rohmaterial kommen in erster Linie Lumpen und Hadern in Be- lrackt. deren verfügbare Meng« jedoch viel zu gering ist, weShalb sie gewöhnlich durch Pflanzenfasern, Holz und Zellulose.gestreckt" werden. DaS beste Rohmaterial find die Hadern auS Hanf- und Baumwollgeweben, während Wolle und Seide nicht sehr gut zu brauchen sind. DaS Seidenpavier, dessen Rohmaterial Laien oft aus seinem Namen herleiten wollen, besteht zum Beispiel keines- weg« aus Seidensakern. Die Hadern, die zu Ganzzeug verarbeitet werden sollen, werden sortiert, zerschnitten, aufs gründlichste ge- reinigt und zunächst als sog. Halbzeug zerkleinert, woraus die Bleiche und eine ganz seine Zerfaserung des GewebeS erfolgt. Die auf diese Weise zubereitete und bereits ganz brauchbare Papiermasse wird jetzt noch mit den bereits genannten Ersatzstoffen, das heißt pflanzlichen Faserstoffen, vermischt, geleimt und sc nach Bedarf gefärbt und kann nun im Hand- oder Maschinen- betrieb zur weiteren und letzten Verarbeitung gelangen. Sehnlich verläuft die zur Herstellung deS Ganzzeuges nötige Vorbereitung der pflanzlichen Faserstoffe, deren Gewinnung beim Holzschliff durch einen mechanischen und bei der Zellulose(d. i. dem Zellstoff des HolzeSI durch einen chemischen Prozeß erfolgt. Das Ganzzeug. ein seines, breiartiges Gemisch, wird nun entweder durch Handbetrieb sBüttenpapier) oder durch Maschinen sMaschinenpapier) in dünne Schichten ausgebreitet, zwischen Filzlagen entwässert, wiedei holt stärker oder schwächer gepreßt und zuletzt gut durch- getrocknet. Damit ist aus dem breiigen Ganzzeug ein Bogen Papier entstanden. Diese Grundlagen der Herstellungsweise können sich seldsiverständlich, je nachdem die Art deS PapierS«S verlangt, auch komplizierter gestalten. Die moderne Luxuspapierindustrie bat sich beispielsweise auch die Fortschritte der Chemie zunutze gemacht und die bisher gebrauchten Maschinen vieljach erheblich verbeffert. Während die Herstellung von Papier mit Holz- und Zellulose- beimischung ziemlich jungen Datums ist, reicht die den Chinesen zu- geschriebene Eifindung und Fabrikation des Haderpapiers bis ins 2. Jahrhundert v. Chr. zurück. Jahrhundertelang blieb die Papier- erzeugung ein streng behütetes Geheimnis des chinesischen BolkeS, gelangte mit der Zeit aber doch ins Ausland, zuerst nach dem Orient, wo in Bagdad 794 die erste Papierfabrik errichtet wurde, und später dann endlich auch nach Europa. In Deutschland lernte man daS Papier vermutlich im 12. Jahrhundert kennen und stellte es zweifellos auch bald und zwar in den sog.»Papiermühlen" selbst her; denn schon im 14. Jahrhundert wurde ziemlich viel Papier verbraucht. Die älteste, auf Papier verfaßte deutsche Urkunde, die noch erhalten ist, stammt auS dem Jahre 1302. ES ist ein Fehdebrief der Stadt Aachen. Nun das Geheimnis der Popierhelstellung einmal nach Deutschland gedrungen war, tauchten auch rasch mancherlei Neuerungen und Verbesserungen derHerstellungZ- Methoden aus. Bereits im 14. Jahrhundert verstand man es, Wasserzeichen in die Papiere zu drucken, im 15. und 16. Jahr- hundert wurde mit der Herstellung von gemusterten und farbigen Papieren begonnen, darauf folgte die Einführung des Lösch- Papiers, und um die Mitte des 19. Jahrhunderts die Erfindung de« Holzpapiers durch einen deutschen Webermeister. Friedrich Gottlob Keller aus Hainichen, der, angeregt durch die Beob- ockiung der papierähnlicken Wespennester, den Versuch machte. auS zerkleinerten und aufgeweichten Holzspänen und Stroh Papier vie welsche Nachtigall. 'Der Roman eines sterbenden Jahrhunderts. 57j Bon R. F r a n c 6. Der StadtmedikuZ tuar in die Falle gegangen und be- kannte nun reumütig, daß der Dr. Widmont ihm wiederholt verbotene Schriften und auch solche dem jungen Solms zu lesen gegeben habe; auch habe er ebenso wiederholt versucht, ihn kritisch gegen die Regierung zu stimmen, habe sich dabei unziemlich über die Statthalterei, vor allem aber immer wieder über die Kirche geäußert, schließlich sogar versucht, ihn durch magische Zocxerimsiitis mit einer schwerkranken Frauensperson, der er den xiobulus tizsstsrioas sogleich an- gesehen habe. von der Nichtigkeit seiner Behauptung zu überzeugen, was ihm aber total mißlungen sei, wodurch aber anwesende unreife Köpfe, wie der später von Stufe zu Stufe herabgekommene Student Peißer sichtlich sanatisiert wurden, so daß die Verführungen des Widmont wohl auf ihn ohne Eindruck blieben, dagegen er nicht ohne Recht als Verführer der ihm anvertrauten Jugend bezeichnet werden könne. Das alles wurde so zu Protokoll genommen und der vor Angst schwitzende, nun aber sichtlich erleichterte Medikus wohl- wollend entlassen, nachdem er zuletzt noch strengstes Still- schweigen gelobt, aber auch ihm auf sein inständiges Bitten versprochen wurde, ihn nicht als Zeugen zur öffentlichen Ver- Handlung zu laden. Morawitzky rieb sich befriedigt die Hände und klopfte dem freudestrahlenden Faktotum auf die Schulter: „Best, das hat er wieder gut gemacht. Er versteht ein- mal. die richtigen Leute herbeizuschaffen. Auf daS kommt eben alles an in der Polizeipraxis." »Aber Exzellenz", wehrte Besl bescheiden ab,„nit daS, Exzellenz verstehen eben's Ausfragen aus dem ff." Und beide empfanden voreinander alle Hochachtung. ,,'s ist spät; hat der Hundt und die Frau noch was Wesentliches zu sagen? Ich mein', wir hätten schon alles setzte jetzt der Graf sein Amtieren fort.„Die Einzelheiten kommen ja doch erst dann bei der Untersuchung." Nachdem aber Besl aus Pflichtgefühl die Frage doch be- jahte. ging er. um die letzten zwei der Vorgeladenen zu holen herzustellen. Nun kamen in rascher Folge die sehr wichtigen Er- findungen der verschiedenen Maschinen zur Erleichterung und Ver- besseiung der Papierfabrikation sowie die ausgedehnte Verwendung von Holzschliff und Zellulose als Ersatzstoffe deS bis dahin fast aus- schließlich gebrauckien RobmaierialS aus Hadern, und damit nahm die deutsche Papierindustrie mit einem Male einen ungeahnten Auf- schwung. Vor zwanzig Jahren schon beiaß kein Land der Erde so viele und große Papierfabriken wie Deutschland, ja sogar daS große Amerika stand in der Zahl seiner Papieifabriken um ein volles Hundert gegen Deuischland zurück. Und wenn Deutschland wieder mit vollem Betrieb arbeitet, wird es aller Wahrscheinlichkeit nach seine führende Stelle auf diesem Gebiete auch sobald nicht ver- lieren. Die gegenwärtig so gefürchtete Papierknappheit ist zum größten Teil auf die durch die maiigelhaite Einfuhr hervorgerufene Ver- ringerung des Rohmaterials zurückzuführen. Das Papier Hamstern ist mdes ebenso unpatriotiich wie zwecklos. Von einer überhand- nehmenden Papierlnappheit würden hauptsächlich die Zeilungs- und Buchverlage bedrängt werden, für die im Falle eines wirklichen Papiermangels natürlich verhältnismäßig vtel aus dem Spiele stände. Der Geschästs- und Privatmann wird den ihm nötigen Be- darf an Papier unter allen Umständen decken können, und so wird — darauf kann sich jeder fest Verlasien— eö nie soweit kommen. daß eine Rechnung oder ein Liebesbrief auS Papiermangel ungeschrieben bleiben müßte. G. L. Eine„Gebitte". Unter den Eingaben, die den deutschen Behörden von der ein- heimischen Bevölkerung tagtäglich zugehen, sind viele, die zum nmi- besten die Bezeichnung.originell" verdienen. Ein Beispiel mag genügen: An Sem hochwohlgeboren Herrn Kreis Hauptmann aus Birschi. von Aron E auS Birschi. Gebitte. Besohr ich griffe mein arme» ungebildetes Feder an, bitte ich eutschuldigung, daS was ich nenn« mir die ehre sein Hauches Hoheit cu bemihen lassen mit meiner gebitte,.Nehmlich" So wie ich habe das über geblibencs Weihen vohn esteren gemahlen lasen, laut die erlaubnisse von Sein Hcch wohlgeborenen Herrn Kreis Hauptmann. und Leutnant Herr Föhn Wolsradt von 23. April 1910,»Laut ge- seice" das es ist verboten vir militer waisbraut zu verkaufen" ist das mehl in der mihi« geWiben. Jetzt komte den 23. Juni Lcitenant her Fohn Wolsradt und leigt beflak auf meiner weihen mehl. Ich finde nicht das ich gegen gesetze getahn habe, die erste er- laubnische von Hauptmann Herrn Duhme, und von Sein Hoheit Herrn Kreis Haupwwmn, und von Leitrnant Hern Fohn Wohls- radt. Außerdem, bitte ich Sein Hochwohlgeb ore nHerrn Kreis Haupt- mann. Neimen in acht abrechnen meiner Jetzteger armer Lage. Nehmlich Mein Hau« in W. von 30 000 Mark ist durch die schiserai von die Kanonen varbrent gewohrden, und mein lager In K. von flaks und leinsat, kalbleder ist rekwerirt geworden in deitzlaud. Ich bedaure nicht behiite Gottauf die deitschc heran kunft bei uns in das sintstere rusland, welche die DeUsche Herankunft, hat bclauchten das Jüdische folk, wie die zärtliche klahre Sahire mit ihre lichtigen Strahlen, komen nach d-ie lang«, lange, verwolkende tagen. nur ich bedaur mein vermag waS ist gesahlen, wie der großer Held auf dem schlachts seid. dazu bin ich ein fater von voau und 9 lindeven, und mein alten Vater von 95 Jahr und mutier, welche ich muste, ernehreu, Also neme ich die ehre Sein Hochwohlgeborenen Hoheit Herrn Kreis Hauptmann aus Birschi. zu bitten daS fein Hoheit, und Leite- nant Herr Fohn Wolsradt, dem beSlak von die»oeitzen mehl her- unter zu nehmen lassen, und das mehl drei bleiben ver mir, B i r s ch i den...... Aron®. Dieses Dokument auS dem Osten steht in dem im Austrage des Oberbefehlshabers Ost herausgegebenen Buche»DaS Land Ober- O st".(Deutsche VerlogSansialt Stuttgart). In dem Werke wird die weitauSgreisende deutsche Arbeit in den BcrwaltungSgebieten Kurland. Litauen und Bialhstok— Grodno mit reichem Material dar- — stieß aber zu seinem Erstaunen schon im Vorraum mit dem Professor zusammen, der ihm als Erklärung auf seine verwunderte Frage mitteilte, er wollte, da er nun von zwei bis halb sechs warte, ohne zu wissen warum, soeben nachsehe, ob denn nicht alle fortgegangen seien und man etwa nur vergessen habe, ihn herauszulassen. Vor den inquisitorischen Versuchen deS Grafen bekundete der wackere Chemikus wenig Respekt. Auf die Frage, ob eZ wahr sei. daß er an exxerimentis maAkis an einer jungen Frauensperson teilgenommen, sagte er frank und frei: „Lrpvrnnentis gehören sowohl bei mir wie bei meinem Freunde zum Metier. Die Freiheit der Lehre und noch viel mehr die der Forschung ist uns durch die Verfassung der Universität zugesichert und ein hochheilig und köstlich Gut, an das niemand, auch keine Polizei der Welt, zu rütteln wagen darf. Seh' daher nicht ein, ivarum wir für unsere Forschungen vor der Polizei Rede stehen sollen. Unrechtes haben wir nicht getan; daß der Magnetiseur ein Hallunke war und das Mädel eine Hur', wie ich nachher ge- hört Hab', das habe ich mir gleich gedacht— s'ist auch nichts herausgekommen, wie ein paar wirre Traumreden von Blut. Brand und dergleichen Unsinn und albernen Schnurr- Pfeifereien." Morawitzky trommelte ungeduldig auf dem Tisch. „Er hält also das Treiben des Dr. Widmont. dem er ja merkwürdig intim befreundet zu sein scheint, für alberne Schnurrpfeifereien?" „Da dreht man mir aber daS Wort im Munde um". entgegnete entrüstet und grob der alte Mann. „Erstens hat mein Freund Widmont kein„Treiben". Das ist einer der berühmtesten Gelehrten unserer Universität, dessen Ruhm weit übcrS Ländle'rausreicht und den manches großen Herrn von heute überdauern wird, zweitens sprach ich von Schnurrpfcifereien nur in bezug auf den Italiener und es ist schon eine ganz gehörige Verdrehungskunst.. „Mäßige er sich!" schrie ihn Morawitzky an. Der alte Mann ballte die Faust. „Jaivohl" sagte er zurückgehalten,„ich mäßige mich, denn Sie sind die Obrigkeit und ich— er lachte grimmig— bin ein Untertan, also nichts.... Aber was meine Freundschaft zu meinem Kollegen Dr. Widmont, dem ordentlichen öffent- lichen Professor der Anatomie und inneren Medizin an hiesiger Universität, deren erste Leuchte er ist, betrifft"— er erhob die 'ttDClttd Sonnabenö, 8. Dezember gestellt. Zuvor sind Land und Leute geschildert, ihre Geschichte ist knapp umrissen._ Der nationale Schutz öer Kunstwerke. Die von uns bei der Versteigerung Kausinann betonte Gefahr, daß für unsere nationale Kultur unersetzliche Kulturwerte ins Ausland abwandern, hat Mitglieder des preußischen Abgeordnetenhauses auf die Schanzen gerufen. EZ ist dort ein schleuniger Antrag fing«. gangen,„die Königl. Staatsregierung zu ersuchen, baldigst Maß- regeln zu ergreifen, wodurch der Berkauf von Kunstwerken nicht mehr lebender Meister in das Ausland verboten oder durch entsprechende Ausfuhrabgaben erschwert wird." Ob ein Gesetz in dieser Form nicht zu weit geht, bedarf grund- lichcr Prüfung. Die Grundtendenz ist jedenfalls richtig; es muß aus alle Fälle verhütet werden, daß Kulturschätze ins Ausland verschleppt werden. Die Morgan und andere haben gerade genug aus Deutsch- land»exportiert". Andererseits geht dieses.Kunstschutzgesetz nicht weit genug. Es inutz erstrebt werden, daß wirklich wichtige, bedeu- tende und unersetzliche Kunstwerke nationalisiert werden. Es besteht gar keine Sicherheit dafür, daß die Erwerber oder Besitzer solcher Werke sie hüten und pflegen, wie es sich gebührt. So ist es bekannt, daß Herr v. Kaufmann seine Schätze als Wohnungsdetoration verwendete. Und so sind denn auch richtig ein paar unersetzliche Werke vor einigen Jahre» bei ihm verbrannt. Das privatkapitalistische Eigentumsrecht gestattet andererseits, daß die Eigentümer Werke, die der ganzen Nation dienen sollten, in ihre vier Wände absperren. Aus all diesen und vielen anderen Gründen brauchen wir ein diel weitergehendes Gesetz zum Schutz deS nationalen Kunstbesitze? ans Grundlage einer Jnventarisation aller zu schützenden Werke— mit kräftigem sozialistischen Einschlag. Den Vahlrechtsweigerern! Von denen, die in hundert Schlachtentagen in Todesnot ini Trommelfeuer lagen, die unermüdlich kühn mit frischem Wagen im Schlamm der Trichterfelder ohne Zagen den Feind von Deutschlands Grenzen abgeschlagen, von den Gemeinen laßt Euch einmal fragen nach Euren Leiden und nach Euren Plagen. wieviel sie weniger als Ihr ertragen!— Und diese Helden sollen„Masse" bleiben, wenn sie auS ihren Gräben wiederkehren?— Fürwahr,— wie könntet Ihr sie besser ehren, als daß Ihr„einen", der mit Wuchertrciben des Volkes Not als sein Verdienst erfaßt, soviel wie ihrer„hundert" gelten laßt!-- Notizen. — M u s i k ch r o n i k. Sonntagabend. 7!4 Uhr, Blüthner-Saak, IX. Sonntags-Sinfonie-Konzert des Blüthner-Orchesters. — D i e Schundliteratur wird durch Papier» b e w i II i g u n g unterstützt. Die beiden stellv. General- kommandos 12 und 19 haben Verordnungen gegen die Schund- literawr erlassen, ebenso das Berliner Polizeipräsidium. Besonders werden Dresdener Verleger davon betroffen. Gleichwohl werden diese Schädlinge auf der andern Seite unterstützt, indem man ihueu riesige Mcngen Papier zuweist. In Dresden haben die Verleger von Schundliteratur«in monatliches Bczugsrecht von tvcit über 70 000 Kälogramtn Papier. Die„Dresdener Volkszw." hat schon vor Monaten gefordert, daß diese BezngSvechte ausgehoben werden sollten— allein die zuständige Stelle unterstutzt die Schundverleger ruhig weiter. Dafür können aber Werke von Fontane oder vom Nobelpreisträger Gjellcrup wegen PapicrmangelS nicht neu aufgelegt werden. — Deutsche Edelpilz zucht. Kassel hat als erste Stadt Deutschlands die Edelpilzzüchterei in größerem Maßstabe erfolgreich unternommen. In großen Kellern wurde eine besonders gute Frucht hervorgebracht. Au manchen Tagen werden bis 80 und 85 Kilo- gramm Champignons geerntet. Der Anstalt sind kriegSgefangene französische Pilzzüchter zur Verfügung gestellt worden, die erfreut sind, sich in ihrem Beruf betätigen zu können. AuS allen größeren deutschen Städten werden Vertreter zur Besichtigung der Anlage entsandt, und die Stadt Kastel steht mit zahlreichen Instituten zum Austausch gegenseitiger Erfahrungen auf diesem in Deutschland noch neuen Gebiet in Geschäftsverkehr. Stimme und sprach mit eindringlicher Feierlichkeit,„so rechne ich es mir als höchste Ehre an, wenn meine Verehrung und Zuneigung zu ihm, von einem so bedeutenden und edlen Menschen, von dem ich nicht daS geringste Schlechte, nur Gutes weiß, erwidert wird, den ich nie aufhören werde zn verehren, mag ihn auch die... ganze Universität verleugnen oder— denunzieren.. Morawitzky zuckte die Achseln und sah auf Besl.„Sollen wir ein Protokoll aufnehmen?" frug dieser leise. Der Graf schüttelte den Kopf.„Er weiß ja nichts zu sagen." Und mit einem ungnädigen Nicken wurde Hundt der- abschiedet. Er ging wuchtigen Schrittes hinaus. Draußen spuckte er voll Ekel aus. „Bande... iiisame... gemeine... Es verlor sich wie das Rollen des Donners in seinem Bart. Die drinnen verzichteten auf die Vernehmung der Waschfrau, die nach fünf- stündigem Warten mit eincin Anschnauzer kurzerhand weg- geschiitt wurde und Besl begann dem Schreiber ein Schrift- stück an den Statthalter zu diktieren, während Morawitzky im Zimmer zuhörend auf- und abging. „-Die sofortige Verhaftung des Dr. Widmont"... Dr. Widmont repetierte der Schreiber—„war zu ver- anlassen." „Veranlassen"—„wegen nachgewiesener Verführung der Jugend und Fanatisicrung deS Deserteurs Peißer vidc Prot. Dr. Bittelmayr." „Bittelmayr," sagte der Schreiber—„ferner wegen ge- heimer Konspiration mit dem berüchtigten Erzrevolntionär und Republikaner Weishaupt, vids Prot. Roßteuschcr alias Cavallo." „Cavallo," respondierte die andere Stimme—„schließlich wegen Verbreitung verbotener Schriften." „Vergeh' er den Solms nicht," mahnte Morawitzky, der vergeblich darauf wartete. „Entschuldigen Euer Exzellenz, da is ja nix heraus- gekommen— das machen wir erst morgen, mit Michalansky und Seyboldsdorf, erinnern sich Euer Gnaden, wie ich g'sagt Hab'— „Ach ja," bestätigte ctwaS verdrießlich das Oberhaupt der Polizei. (Forts, fofotl m IfOOOO Mark Belohnung. lu tlej- Nacit vom I. y;iim~ Doyombej I'JIT uurdo in iinjoron GeMcUiUtäräiVwen ein Einbrucfa voiübl. bei wuloliein ßeideastotfe. wollene Stoffe, A uaclian-MüjiteL, Blusen und ♦ idene Röoko im Gesamtwert von 100 000 Mark gfistohlen worden -ind Zum ForlüchaSen der geättohlonen Waren f9 diente ein Wnjren, besponnt mit:- einein braunen. riwckiijSN Plnrd Bio Täter sind verhaftet, doch fehlt roch die Ware.— Obi£'o Belohnung' wird für dia Wiedcreriftnpnmy-lor Ware tfezahlt, bei teil- vsiasr HAeksuhufu»� wosdealO*!, d. Waionwerte,s vergflttit.— t'ür die ilnnültolung der Abnehmer der gestohlenen Ware sowie des Eigentümers des vorheschriebenou EufcrwerV.i wird eins au- t'wnc»eno Belolmnccr gurahJt.— Zweckdienliche Ansahen sind entweder mn uns direkt oder an das Polizeirevier Nr. Ö(WöWertstraßo 3) zu richten. tSS/S' Berlin Cbausseestr.bO 61. ä Solange Vorrat reicht? fette BpiekgznZPsd.lZ.soM. Kesauöh. Keulen Pjd.g,-�. 8uopönhühnös P-d. 4,�,� fette htsethlthnös und tnten kuipfiehlt änß-t't preis toeri Schmidt uormnö Tasche, Planuier 21, am Halleschen Tor. « 1 Neu erschienen: I>eonhardt Bnimans Praktische Lauten- uXitarre-Soliyie flöO Seiten) mit Anhang, ausgewählte Lieder M. 3.—. I ipHercrhaf? CfcsanK mit kannte(GO S.), ent- LlcUC.oubaic haltend 66 ausgewähllo Lieder M. S.—. Zu beriehen durch eile Musikalien-HandL u. vom Tr i n mp Ii• Ve r 1 aa;« m. b. II., Berlin BW Ol, Waterloo-Ufer la— Moritepl. 11 il8. 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Zeit will dieses Buch der Dichtung zeugen, vom Leben, das von unten ans treibt und keimt, von, Leben, das schwerste Mübe und heiligste Arbeit austeilt und alle beste Krast und die höchste» Opfer von» einzelnen zum Segen de« Ganzen fordert. �7 fotilWiMs? Vriefe aus der Heide an meine jungen Freimde. Von I. Brand. In diesem vortrefflichen Buch bietet Freund Brand zwölf Briefe, die er den Kindern in zwölf Monaten dos Jahres aus seinem Alenbrook schreibt Durch jeden einzelnen dieser Briefe lernen die Leser ein besonderes Kapitel der Natur kennen. Gebunden. mit Buchschmuck versehen. Preis nur 2,— Mark. Eine Reise nach Island gS*? männer• Inseln. Reisebriefe und Tagebuchdlätter von E.Sonnemann(Jörgen Brand). Mit vielen Illustrationen.— Preis gebunden 3,— Mark. Der durchsein.Alenbrook� schon bekannt« Verfasser weiß, daß Kinder sehr gern solche Reisebeschreibungen lese«, darum schrieb er diese Reisebriefe. <25ow � vrottewitz. her» vtllfvl ausgegeben v. W. Bölsche. Mit zahlreichen Abbildungen.' Dieses Buch bat bei den bedeutendste» Pädagogen wie in der Presse begeisterte Aufnahme gefunden. Geb. 3,50 Mark. Sonntage eines Großstädters {** Sä%« CY>/vfi*** BonE Grottewiq. Botwert 1« VCL«/ViUUl von Wilhelm Bölsche. Mit Buchschmuck und einem Porträt deL Verfasser«. Das kleine Werkchen fand allseitige Anerkennung und hat sich viele Freunde erworben. Geb. 1,25 Mk Kreuz u. quer durch de» Balkan Reisebeschreibung von L. Lessen. In diesem Buche werden Land und Leute der Äalkanhalbinsel fesselnd geschildert. Illustriert von I. Schur. Geb. 2,— Mk. Mit dem Tornister KkWT innervngen eine« Infanteristen au« dem Jahre 1876. Bon Rückert. Gebunden 2,— Mark. gel« wegen könne» wir diese Anzeige aar einmal bringen. Wir bitte» deshalb: Ausschneiden und aufheben. Aerssüch?,' zliAechnz1?s5geschenIlev liagfea will.tnc t$ bald, well die Haswahl Immer geringer wird. Außer de» in der Anzeige enthaltene» Bücher» wird von uns jede« andere Buch besorgt. Aufheben! Kabarett Tivoli ------ Bunte Vortrage-------- Spkelfolco vom 1 Mb 15. Dezember: Ernst Wilhelm, Gabriele Marold, Krämer-Wolff, Mila Endtresser, Carl Groth. ut'oßes hunorstischas Orcüe-jtBr Krarrter-Wolff. Anlang-.voohent 7'f,, Sonntag nachm. 4 Uhr. Kottbuser Damm 95 bSpi«w Weihnaehtsbüchsr BilderbgicSioi* K Klassiker JugendschFifteci O Romane Große Aoswalil too GesebeiikbßetirrD liir aDe Gelegenlielten. Blckhardtsche Buchhandlung (Inh. Hans Herrfarth)• VenkftllD. Prinz-Hand jery-ktr. 1 Echo BergstraCe Dftf« l>*t Senorr« Cdatri Davtd(n«tncrvordtm hol'.iniUA-ri'.aodlna'vircben frCtdcnshomltsc in Otodjholm <,,hatt«nm Rtd« beantwortet und vertritt in geradezu mcKterhaftcr COclf« den Standpunkt der dcutrdien Bozfat- demohratie. 7edpnt diN.ß M Weukfilln■ C. DittmannS BarUnarstr. 4» WIM- Oall&cal- Bezugtquoiiu-UsrzeictiDis »•ria-Waaten ■e esloqaaheltakauefl mm MftlWLllt-iidtia f\. Kicpcr Frladrlabatr. tt PaweB-. Klndar-Koatektloni M-.aria tenhur»_ n Mal.lhdl., Koionw.y uaVUanel. 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De, i zernber, verichios ptötzbch t mein langjähriger Mu- f arbeilcr, Herr W\M® SGliwiEtliai NO 55, Colmarer Str. 7. Ich oeUierc in dem Dahii.. j gef ledencn einen aufvitft- jtigen Freund von ebclttn 1 Tbarakler, hmgcbcndcr Treue | und unverwiistllcher Ärbriis- I traft, der. odnohl ieil mehr ercri Aahren von törpcr- lichcn Leiden schwer heim- gefacht. bis zum letzten Atemzuge tätig w'.r und in angestrengter Arbeit icine wahre wnere Befriedigung fand. Ich mrd alle, die ihn lannten, wer den ihm ein cdrcrideeAiidentcir bewahren. Die Beerdigung findet am Montag, den 10. d. tt"ts achmittagS 2 U&r, aui dem Biuiholomäus- Knchdoi in \ StiRC.'.icc, Fallende ge: •Strage statt.!04öb Ad. Müilcr, (.!aker.tanroatt,®itichiiierftl6. Allen Freunden und Be- kannten die traurige Nach-' richt, daß am 4. Dezember. nachmittags 3 Uhr. meine herzensgute Mutter. Schmie- ger- und Großmutter, un- sere liebe Schwester und Tante 1L68L Witwe nach langem, schwerem Lei- den im 64. Lebensjahre piötz- l'ch verstorben ist. Friedrich Hagen, 7. De- zernber 1917.' Im Namen der trauernde» Hinterbliebenen Georg: Sparmann. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 9 Dezem- der, nachmittags 3»!, Uhr. von der Halle des hiesigen FricdhoieS aus''att. JUHDeim. Bn«> fMdlung Vorwärt» Am 5. Dezember entichlies nach kurzem Leiden mein I herzensguter Gatte, um er f treuiorgender Vater Roberl Hinz im 50. Lebensjahre. In liefern Schmerz« Witwe Selma Hinz geb. Beyer ncSstKrnde.rn u. Angehörigen i Neukölln. Die Beerdigung findet am I Sonnabend, den 8. Dezbr.,1 nackmittagS 3 Uhr. auf dem f Neuköllner Gerncmdeiried- bof Gostlieb-Dunlel-Ltraßc statt. 1952c I Ipeüsi'SM »n. niod. ItanoOS. Frigililcnstr.90 SÄ. Bebandl von Syndilts, Haut- Harn-, Frauenleiden, ivez. chron. Fälle. Ehrlicb-Hcla-Ku- ren. tchmerziote. rürzeste Be- daildiimg obne Berilisilörung Bnilunlertuchung Mag. Preist Teitzabiung. Sprechstunden 10 bis l und r,— 8 Sonn Il—l. Zentral-Vcrband der Zirarrcrer Deutfcblands ZahlsteUe Berlin und Umgegend, Bezirk 1. Den Berufsgenossen zur Nachricht, daß unier Mit- glicd Hermaon Gönllier am 5. d. M., verstorben ist Ebre seiucm Andenken! Die Beerdigung findet am Moniog, den iO. d. M.. nachmitlagS 2'/, Ilbr. auf dem Zenlial Friedhof m Friedrichfelde statt. Ilm rege Betcili.ung bitte: -256/7 Der Borstarid .»Wetke f 3 Dänbc 6 211. Gndi* haad eac, Vorwärts i Neu eröffnet. Ulli, frisch Fe, reuten.. Pfd. 3.39 an. Masthuhner.. 4.73, Kaninchen.„ 3.99, Frau Gru-chke. Ellafier Sir. 35 (Lmze'.-�oZesis) W UAM mit tstnzlsn eadtev L-Ied-.sü'.�-n, Verdi»» muBevn, fesche Foruieu, wenhcrbeie Qo»- litüicn ISO.»,- 1600. 12«.— OX'— Astraohmi-, WobrlitS-h- Mohalrm5ntel 650,— 850,«00,- 275, 200,— best« Felle, Paieianer Khiae 000,—, nnt breiteu Verdi iimarifiea Kirt Kreuz 575, Seal hlleoi i1c ISuü, 15-0, KX», Pe!/,garnllnien, S-al, b'rrz, Iltis b-ste Aubiüi rangen, solide i'reiss. lkWkk EMKMMl-MM. Pcrwalinngestelie Berlin. 34, Liürrnftraste«3—«S.-! Ke-chäfISzeit von S— I Ubr und von 4—7 Uhr. Telephon: Amt Norden 185,1233, 1337,9714. Tonntag, den S. Tczemlier, vormittags tv Uhr, im Lokal von Hummel, Sophieustr. 3: Zrsneken- Verssmmmlung der Ssuanschläger. Tagesordnung: 1. Verbands» und Branwenangclegenheiten. 2. Diskuffion. 3. Verichiedenes. ES ist dringende Psticht eines jeden Kollegen, in dieser Ter» fiammwng xu encheintit Die OriMvei-walmnE. WMSM-MWkM ifit 191$ zum preise von 7v Pf. pro Stück sind im Bureau zu haben. 520/12 keikWinSMll!.VsllkseMel. oetsverst'aliung Kerlln fichtung! Treibriemenfatt er! Montag, den IO. Dezember, abends 8 Uhr. im Lokal„««-dal»' Fewrsille",-Km Königcgrave» S: Branchenversamtulung. Tagesordnung: 1. Umfrage über den jetzigen Stand der Treibrieniciifabri» tation.-2 Soll der Taiisoerliag der Tieib iemenbranche ge» tündigt werden? 3. Bcanchenangelegcndcstcn. Za.lrcichcs Ei fckicinen der Treidriementailler, auch soweit sie zurzeit in anderen Brauchen bcschäitigi sied, erwartet 160/13_ DI«- Bi-a- chenlettnns:. KleitJer und Röcke!n Wolle, Samt, Seide, teselie Einzel- odhlle Ssidenmäntel, Imptägnietf, Gummimäntel 200, 150, 125, 106,— Ulster im beste Sto'fe, Hielte, meliiste Qnnlitlten Eskimc. Mohalrschleuens.afl«, Prachtslücke pelztctütt-it« UUter, «inlache, Eiitllare utT allerbeste Aübf'Jb- rnngen. beeie, reinwollene Stoff« «!>», 825,- 25t),— Samt, Fantasie, flette Aafmacliances «51).-- lfc,0. 27,- Eintache Kostüme 150,— 100,- 75,— W esintann « iiyiarScien ' ller�r».»ei» tS'/V «Jean Holze H/\|VIBORO. i I. 4>e««nuft; Berlin W, MobresstraSe 37a II. ueacnitiit Ueciin O. 6r. Fraaamrter ütr. 115. äonotic s«öf(aet 12— 2 Uhr. Mar«l«'r. H« rn. A Inekn. Itluu- u. %V«>iBf-..« s-Hallach| 1«rdiimnel iWallachi gestohlen. Für iu-st-cerdei anung obige Beloh. ll'.ung. Meid misten nimmt die Äiim.»Pot>zci, Liarmer 83. entgegen.md d e lUi- Sclfentubrik lla.ise SOhne, Benin B 14, Aite iSafobttranc 76. «Zentrum 11478 u 4070)