Nr. 337. 34. Jahrg. Bezugspreis: Sierteljährl. �öv MI. monaU. frei inK Hau». vorau5zl,blbar.Nnzewe Shiminern INPsß. Poslie,ug! Monatlich 1JS0 Ml. Unter Kreuz r> and für Demlchland und Oesterreich- Unaarn ü,— Mk, für da» übrixe Ausland «.i>0 Mi. nionattich. Serfond inj Feld de! direlter Seftelluna monail. l/tü Mi. Bostbeflellungen nedinen an Däne- nuiri, Holland. Luxemburg. Schweden Und die Schweiz. Singercagen in die tjjoft-geitungS-Preislifte. Erscheine täglich. Telegramm< Adreffe: �Sozialdemokrat Berlin». Vevlinev Volksblak!. � 10 Pfennig) Der Anzeigenpreis beträgt f. die fieSenge'paltene Kolonel- teile so Pfg.«Kleine Anzeigev". daj ferigedruckie Wort 20 S'g. izu- lässig i feUgebrartie WorteV jedes weitere Wort 10 Pfg. Slellenaefuche >rnd Schlasslellenanzeigen das er1* Wort 10 Pfg. jede» weitere ZZort Z Ala. Worte über 1ö Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungjzufchlag 20°,,. Familien- An, eigen 5» Bf,,.. polrtifche u. gewerlschasiliche Veremi» Anzeigen 40?!sg die Zeile,«n, eigen für die wichste Nummer mlissen die ki Uhr»achmitt. in> HauvtgeschLii. «erliii SW.bS. Linden, iratze«. ali- aeaeben werden. Grögne! vo» s Uhr jrüh»st, 7 Uhr abendd. XcrttvzioYqim der fozialdcinokratfrchcn parte» Deutfcblanda. Keüaktion: EW. 68, Linüenstraße 3. kferulvrecher: Slnti Monuplai«. Nr. 15190—15197 €?cpeditien: EW. 68, �möenstraße 5. fterusprecher:«mt Mortuplap.»r.»51 00—151 07. iussland stellt HmeriHas KriegscrHIäruns an Oefterreic�Qngarn. Amerikas Kriegserklärung an Oesterreich-Ungarn. Washington, 8. Dezember. Der Senat hat die KriegSeiitschlicßuug gegen Lest�rreich-Ungarn mit 74 Stimmen einstimmig angenommen. Das Repräsentantenhaus hat die Entschließnng mit 363 Stimmen gegen diejenige deö Sozialisten London gebilligt. Präsident Wilson hat die Ariegserkläruug au Oesterreich- Ungarn gestern unterzeichnet. Im Osten Waffenruhe und vom fernen Weste« her meerübor eine neue Kriegserklärung, deren Gründe im höchsten Grade faden- sckielnig sind. Aber die wahren Gründe pflegen bei KriogSerklürun- gen seit je versteckt zn bleiben. Ter Imperialismus hat Ursache, in dieser Hinsicht nicht anders zu verjähren als die Äiiegsmacher anderer Zeiten. Auf die Arbeit, die Amerika im Sinne der Kriegs- Var«vigung und Kriegserweiterung leistet, ging Graf C zernin am Freitag in den Delegationen ein. Er lehnte»übertriebene pessimistische Anschauungen bezüglich der militärischen In terventron Amerikas' ab und sagte: »Ich lcugiie nicht, datz die Entente tatsächlich glaubt, daß die amerikaliischc Hilfe in grrstein Umfange stattfinden werde und dah sie(ich tatsächlich an die Hoffnung klammert und von dieser Hilfe hofft, es werde dadurch eine Wendung des Krieges herbeigeführt werden. Ich muß mich jedoch fragen, ob die Entente nicht i r r I. Es ist sehr leicht zu sagen, daß sie eine Millionenarinee don Amerika nach Europa werfen werde. Ob ein solcher Plan auch zu verwirklichen ist. dos werden wir erst später sehen. Ich kann mich auf sehr maßgebende Militärs berufen, welcke ein« solche Hilfeleistung, wie sie die Entente prophezeit, als ausgefchloffen er- achten. Daß von feiten Amerikas die Absicht besteht, der Entente ernste Hilfe zu leisten, das leugne ich nickt, und«in Schritt in der Richtung laß: sich jedenfalls feststellen.' Sodann widmet� Graf Czernin noch der nahenden Kriegs- erklärung Amerikas an Oesterreich ein paar Worte. Er erklärte: ..Was die Ausführungen Wilsons betrifft, mit welchen cr�die Kriegserklärunganunsdem Kongreß empfiehlt, so Ivünscke ich mich nicht damit zu beschäftigen. Ich frage, wie es möglich ist. daß ein leitender Staatsmann einen solchen Mangel an Kenntnis unserer Verhältnisse und unserer Lage verraten kann und mit solchen Argumenten die äffen t. lich« Metnung seines Landes irrezuführen im- stände sein kann.' Der Ausfall der Entscheidung in den amerikanischen Parka- mcnten wird Wilson vermutlich über alle Pein hinsichtlich des gcisti- gen und sittlichen Werte? seiner Gründe hinweghelfen.. Ueber die Frage, ab Gründe anwendbar sind, entscheidet in solchen Fällen einzig die Zugkraft, nicht die Wahrheit. Tie Zugkraft aber ist in Washington mit großem Hurra anerkannt worden, und für österreichisch urteilende Kritik ist in der Union bis auf weiteres das SWanl bis aufs letzte Luftloch verbunden. Da dl« Reden des Grafen Czernin im Sinne eines Per- ständiguiiKssriedens verstanden worden sind, haben sie im deulichen. Bolt oft große Zustinunung gefunden. Das gilt besonders auch von jener neuen Rede, in der Graf Czernin der Behauptung, im Wesien solle— jetzt mit Hilfe der Oester- reicher— um Eroberungen gekämpft werden, ein „kategorisches Nein" entgegensetzte. Damit bat Gras Czernin sicher nicht nur im Namen der Oesterreicher und Ungarn. sondern auch der großen Mehrheit der Deutscheu ge- sprachen. In den Völkern Oetterreich-Ungarns, die mcht weniger leidensck»ftlild wie wir daS Ende des-blutigen Nin- gens herbeiwünschen, erblicken wir unsere starken Verbündeten im Kampf Um den Weltfrieden. Möge dieser gemeinsame Geist der Völker der verbündeten Staaten über den Beratnu- gen der Staatsmänner ichtveben: kann doch ihre Arbeit nur dann auf Erfolg zählen, wenn die V ö l k e r mit ihr sindl Konferenz in öerlin. Ankunft dcö Grafen Czernin. Der österreichisch-ungarische Minister des Auswärtigen, Graf Czernin, trifft heute in Berlin ein. ES ist nicht schwer zu erraten, daß ihn wichtige Anlaste hierher führen und welche: Art diese sind. Wenn heute Staatsmänner zu- � sammentresfen. so können und sollen sie nicht mehr miteinander verhandeln wie Geheimdiploinaten alten Stils, denn der Wille der L ö l k e r s c l b st redet eine zu laute und eindrinq- liche Sprache. Er hat sich in Rußland in elementarer Weise. gleich einem vulkanischen Ausbruch geltend gemacht, er hat sich aber auch in Teutschlaud, schrittweise vordringend, durch- gesetzt und wird sich immer weiter durchsetzen. So wird auch Graf Czernin wissen, daß die Grundsätze des russischen Fne- densvorlchlags, denen er zugestimmt hat, nirgends einen ent- schiedeneren Antvait finden als in den großeii Masten des deutschen Volks. Diese würden es niemals verstehen, wenn der frieden im Osten an irgcndwelcken Gebictsfragen scheitern sollte. Sic erwarten, daß der Bevölkerung der besetzten G-e- biete nach übcreinstimmendeni Willen Rußlands und der Mittelmächte ein wirkliches, ehrliches Selbstbestimmungsrecht gegeben werden wird. Rußlands Huslanösschulö annulliert. London, 8. Dezember.(Reuter.)„Daily Telegraph" meldet aus Petersburg vom 6. Dezember: Ei» heute verösfent- lichtes Dtkret gibt dir summarisch« Annullicrnug aller ans- ländischen Anleihen und dieEinstellungderZinsen- Zahlungen für diele Anleihe« bekannt. Rotterdam, 8. Dezember. Ter„Nieuwe Rotter- damschc Couraut" meldet aus London:„Daily News" erfährt ous Petersburg vom Tvlinerötag:„Prawda" teilt mit, dah alle Anleihen, die Rußland im Auslande abgeschlosten hat, einschließlich der von der Regierung garantierten A n- leihen der Banken und Eisenbahnen, für un- siültig erklärt und der A i n s e n d i e» st und die A w o r t i- f a t i o n des Kapitals eingestellt werden. » Tie Nichtigerklärung aller ausländischen Anleihen Ruß- lanis ist nach bürgerlichen Begriffen mit der Bankerott- erklärung des Staates gleichbedeutend. Wohlgcmerkt, die Bolschewiki erklären— den Londoner und Rottcrdamer Meldungen zufolge— nur die im Auslande abgeschlosse- nen Anleihen für nichtig, während die Jnnen-Anleihen nach wie vor in Kraft bleibeiu Die ausländische Kapitalanlage in Rußland weist drei Arten auf: 1. Anleihen des Staates; 2. Anleihen der Eisenbahnen und sonstige private Anleihen, bei denen die Regierung die Garantie für eine bestimmte Höhe der Verzinsung und die Sicherheit übernimmt, und 3. oetverb- liche Anlag« deö Privatkapitals. Aus den Drahtmeldungen ist zu ersehen, daß die Anleihen der zwei ersten Arten an- nnllwrt»erden. Allem Anschein nach find von dieser Maß- nabme soivohl die Friedens- als auck die Kriegsanleihen bc- troffen worden. Ter russische Staat schuldete dem Auslands bis zum Ausbruch des Krieges rund l8 Milliarden Mark, fast in der Hauptsache an Frankreich, wo der letzte kleine Rentner, fast jeder wohlbabende Bauer, sein Gläubiger war. In: Kriege ist die Auslandsschuld Rußlands auf mehr als das Toppelte gestiegen. Die revolutionäre Maßnahme der Bolschewiki-Regicrung wird erklärlicherweise ssroße politische Wirkung auslösen, die sich indessen kaum sogleich äußern wird. In normalen Zeiten würde die Einstellung der Zinsenzahlung Rußlands eine ge- waltige Katastrophe für Frankreich dedeuten. Jetzt im Kriege gestaltet sich das Bild anders. Rußland war schon lange nicht mehr in der Lage, die Zinsen für seine Anleihen zu zahlen. Tie betreffenden Beträge wurden ihm von seinen Verbünde- ten vorgeschosten, und die Schulden stiegen um die Höhe dieser Beträge. Es ist nicht daran zu zweifeln, daß die alliierten Regierungen zunächst dasselbe Verfahren fortsetzen werden. um keine Panik hervorzunisen. und in der Hoffnung darauf, daß die Herrschaft der Bolschewik: nicht von langer Dauer sein wird. Schwerer trifft die Einstellung des ZinsendiensteS vor ollem die n e u t r a l e n Länder, und es ist nicht klar, loie sie sich damit abfinden werden. Auch Deutschland gebort zu den Gläubigern Rußlafids, indessen in verhältnismäßig geringerem Maße. Seit Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhundert? wnrde der Kapitalbedarf Rußlands in immer steigendem Umfang? von den Franzosen befriedigt. Bedeutender war der Besitz Deutschlands an siaatlicherseits garantierten russischen Eisen- bahnobligaticuwn. der früher schätzungsweise bis tb) Milli irden Mark betragen bat. Im Kriege ist wohl ein sehr bedeuten- der Teil der russischen Werte ins neutrale Ausland zur Fest»- gung der Markwährung abgestoßen Wörde«. Die parteiversammlung im Zirkus Schumann verboten! Pom Polizeiprästdiun, genehmigt— vom Ober» kommando untersagt. '„Es ist mein ernstes Bestreben, Mißstände ab- zustellen und ihrer Wiederkehr vorzubeugen. In diesem Sinne haben bereits Verhandlungen mit den zuständigen militärischen Stellen stattgefunden, deren Ergebnis ein Erlaß des Kriegsministers von: 18. November ist, der den Wünichen der Presse und des Reichstags Rechnung trägt. Nanwntlich im V e r bot der Zeitungen soll eine M i l d e r u n g eintreten, und es soll ein engeres Verhältnis zwischen den Herausgebern und der Zensur stattfinden. Ich bin gern bereit. allen Wünschen eiltgegenzukommen. Dasselbe gilt für das Vereins- und Versammlungsrecht." Genau neunmal vierundzwanzig Stunden waren seit dieser Erklärung des neuen Reichskanzlers verstrichen, als das Wölpsche Bureau die Mitwelt durch folgende Nachricht über-raschte: , verlin, 8. Dezenck«. Di» von der Vezirtt«>,: vif atio» Groli- Berlin der Soziafdemotratischen Partei Dentschl-md? für de» 0. Dezember, mittngs 12 Nhr, nach dem Zirlus Schumann em- berufene Lersammlnnz ist auf A»» r d n«« z d e S Ober- lommandoS in den Martcu veriolen worden. Am 28. November hatte das Polizeipräsidium bescheinigi, daß gegen die angezeigte Veriaminlung„Bedenken nicht zu erheben" seien. Am 29. November hielt der Reichskanzler leine Rede. An: 8. Dezember erfolgte das Verbot. Man sich:, elieuso tvenig wie feine Vorgänger hat auch der neu? Reichs- kanzler bei den Militärbehörden Glück. Das Verbot der heutigen Versammlung steht nicht allen:. Am Freitag wurden den Unabhängigen Wahlrechtsversan:m- lungeu verboten. Von d?»:selben Geschick wurde eine Ver- sammlung sozialdemokratischer und bürgerlicher Frauen er- eilt, in der am Montag die Genöifu: Juckfacz und Frau Min/m Cauer über das Frauenwahlrechr sprechen tollten. Nein, der neue Reichskanzler hat bei dem Oberkommando in den Marken t wirklich kein Glück! Das Thema„Zivilgewalt-Militärgewalt" ist in der letzten Zeit an dieser Stelle von den verschiedensten Seiten beleuchtet. und es ist dabei die Anficht vertreten toorden, daß in allen politischen Angelegenheiten, äußern und inncrn. die Zivilgkwcilt das letzte Wort haben müsse. Unser Vertrauen zu den gegeMvärtigen Inhabern der Zivilgcwalt ist gewiß nur bedingt, iniiitcrlun sind sie die Stelle, von der ein gewisses politisches Sachberständins erwartet lverden darf. Dieses Verständnis von einer anderen Stelle zu erwarten, iväre unbillig. Die in ihrem Fach wahrscheinlich ausgezeichneten Ossi- ziere, die den Dienst im Oberkommando versehen, haben gewiß keine Vorstellung davon, welche Bloßstellung der Regierung vor den: Inland und iuelche Bloßstellung Deutschlands vor den: Ausland die von ihnen erlassenen Verbote bedeuten. Eben hat der Präsi- dent der Vereinigten Staaten eine Botschaft erlassen, in der er darstellt, wie das deutsche Volk in hoffnungsloser Unter- drückung unter einer militärischen Herrcnkaste lebe, und die Presse bemüht sich in patriotischem Eifer nochzuweisen, daß � Wilson, Clemencean und Lloyd George die wahren Autokraten wären,»vodingegen Teutschland das gelobte Land der Frei- bcit iei. Wenn plötzlich ick diese gutgeftelltv Szenerie ein militärisches Versammlungsverbot, das in der ganzen Welt Aufsehen erregen muß, krache>:d hineinfährt, so ist das zum mindesten als ein Regiefehler zu betrachten, der geradezu tragikomisch wirkt. Eine andere Seite der Sache: Die deutsche Regierung hat die revolutionäre sozialistische Regierung Rußlands an- erkannt u>:d steht mit ihr in Unterhandlungen. Zu gleicher Zeit wird den Sozialisten Deutschlands ihr Vereins- und Ver- sammlnngsrecht militärisch konfisziert. Wenn man schon vom Grundsätzlichen solcher Verbote absieht, die dm Staats- bürger in: höchsten Grade erbittern— müßte nicht schon politisch� Kluaheit von solchen: Vorhaben abhalten? Wir zweifeln nicht daran, daß man sich heute in allen politischen Ressorts der Zivilbchördm über die Tat des Ober- kommandos die Haare rauft(soviel haben die Herren im Kriege immerhin schon gelernt). Aber tvas Hilsts? DaZ Militär bleibt eben doch der entscheidende politische Faktor I Die Zivilbehörden müssen einsehen, daß es so nicht weiter- geht und daß auch auf diesem Gebiet, sichtbar und hörbar, eine Kursänderung eintreten muß. Sonst bleibt ja doch alles, was wir an neuen Kursen erleben, bloße Attrappe! -Ca wir uns Iwt großen grundsätzlichen Bedeutung der Angelegenheit bewußt sind, legen wir an dieser Stelle gegen die erlassenen Beroote schär st e Verwahrung ein Wir erklären sie für unhaltbar und für ebenso unhaltbar den Zustand, dem sie entspringen Wir stehen im vierten Jahr des Krieges, durch die An strengungen de-Z gesamten Volkes sind die Gegner weit hinter ihre Greniicn zurückgeworfen, und im Osten steht kein Feind mehr. ES besteht kein Grund, im Innern eine Militär Herrschaft ausrecht zu erhalten, die sich mit den clemen rarsten Ansprüchen der Bevölkerung auf staatsbürgerliche Freiheit in Widerspruch setzt. Ihre„gute Absicht" soll damit nicht in Zweisei gezogen werden, auch in vormärzlichster Zeit hat es sa keine Behörde gegeben, die nicht„wohlmeinend" ge� wesen ist. B B Hauptfache ist aher. daß jeder dos Metier treibt, das er versteht. Gerade in der gegenwärtigen Zeit ist ja für Offi ziere auf ihrem eigenen Gebiet genug zu tun. Man befreie sie von Aufgaben, zu dsnen ihnen alles Nötige fehlt und nehme die politische Gewalt, draußen und drinnen, in die Hand der verantwortlichen Behörden zurück. S o aber geht'S nicht weiter! ♦ Als Grund für das Verbot der heutigen Versammlung werden Tumulte angegeben, die nwn von feiten der Unabhän gigen befürchtete. Ob diese Befürchtung begründet war, bleibe dahingestellt, eine ernste Bedrohung der öffentlichen Ordnung zu vermuten, lag kein Grund vor. In erregten Zeiten müssen es die Behörden schon ertragen, daß Meinungsverschieden- leiten in eitugs erregter Weise auSMtragen werden: Welt und Staat gelwn darüber nicht zugrunde. Eine Lehre übrigens für alle denkenden Arbeiterl Ver eint wären wir stark genug, unsere staatsbürgerlichen Rechte nachdrücklich zu schützen. Da aber die Unabhängigen es nicht lassen können, mit wüsten Angriffen gegen die Vartei an- zurennen, hat die Behörde einen bequemen Vorivand, die eine wie die andere Richtung mit V e r b o t e n zu behandeln. Eine Lehre, wahrhajistz— wie verbohrt und vernagelt muß mau sein, um sie n i ch t au begreifen! der Wassenstiilstanö. Tie Verhandlungen mit Rumänien. Zu dm Verhandtungen fider den Waffen stillstand an der rumänischsn Front schreibt„Lumina", das Blatt de« liberalen Politikers Konstantin Steve: Da« lln ver meid! ich? ist geschehen. Genau ein Jahr, nachdorn Vrntiauu mit feinen Verbands freunden die«nnäuifche Hauptstadt verlassen hat. twird der Wunsch nach Ver- Handlungen für einen Waffenstillstand an der ganzen rumÄrischen Front gestellt und erfüllt. Ein Jahr, uachde nt die wahnsinnige Politik BratianiiS besiegelt wurde, leuchtet die Morgenröte de« Frieden« auch diesem sckwergeprüftrn Lande. Dem« Zukunft scheint noch mnwölkt, weil die Negierenden in Jaffh jede» Wahnsinn« fähig sind und die Fiktion noch aufrechterhalten, daß sie Rumänien»er- treten. Trotzdem wird die Nachricht, daß da«©etmtzel aufhören soll, diesseits und jenseits de« Milkow mit dem Gefühl der Erleich- terung anr.wnommesi werde 11. Ein schwere« und schmerzliche» Werk beginnt. Das Amsierdatber„Algemeen Handel«blad" schreibt in feiner Uebersicht über die Lage, die russische Front sei jetzt tot. g ü r d i e Alliierten entstelw dadurch eine ganz neue Lage und e« werde nicht leicht sein, die nötigen Gegen maßregeln zu ergreifen. Indessen rückten die Armeen der österreichisch- ungarischen Monarchie nach dem Süden vor. Um sich mit den an der Piave kämpfenden Truppen zu vereinigen. Mit dem Verluste der Meletta-Stelliuig, die den Schlüssel zu den anderen italienischen Stellungen in diesem Gebiete bildete, nehme die Möglichkeit zu, daß auch die Stellung der Italiener am Monte Grappa verloren gehen würde. Im Westen seien als einzige Spuren de« mißglückten Durch- brmchsüersuchS der Engländer bei Cambrai die Ruinen übrig- geblieben, oie von den Deutschen dem Feinde wieder abgenommen wurden. Webe dem Lande, da«'durch Freund und Feind vernichtet msich, weil e« zum Kampfgelände gehört. D e belgische Zrage unü Sie Kriegsbeenöung. Ruslassungeu des Grafen Ezeruin. Minister des Aeußern Graf Czernin ging ani Freitag im ytisschuß für auswärtige Angelegenheiten auf die Frage des Delegierten Lovaszy ein, ob er in der Lage fei, im Namen des Deutschen Reiches eine Ertlärnng bezüglich BelgicuS ab zugeben. Graf Ezernin sagte: Ich kann auf diese Frage selbstverständlich nur mit nein ont« Worten. E« ist international nicht ein gangbarer Weg. daß ein Slaatömann eine« Reiches für den eine« anderen eine Erklärung abgibt. Ich berufe mich jedoch auf die öffentlich abgegebenen, all« gemein bekannten und zugünglichrn Slenßerungen der deutschen Staatsmänner, iNZdeiondere auf dt« bereit« gestern zitierte Aeuße- rung de« Herrn von K ü h l m a n n. der klipp und klar erklärt hat.«« gebe kein Fr led» n» hi n d e rn i S außer Elsaß-Lothringen. Ich gebe weiter und sage: Wenn man glaubt, daß Unklarheit über diese Frage bei der Entente den Krieg verlängert, so verneine ich die« kalegorisch. Tie Ententemächte müssen sich über den Stand- punlt Deutschland» in dieser Frage vollkommen klar sein. Auch kann die Entente jeden Tag die Probe utifS Ezrmpel machen, diese« Wort de« Staatssekretär« zum Ausgang«- p u n k t nehme» und»erlangen daß e» in die Tat umgesetzt werde. Dann wird t* sich erweisen, wer den Frieden nicht will. ob die« Deutschland oder die Entente ist. Es ließen sich dafür, daß die westliche Entente für den Frieden nicht reif i st. zahtlose Beispiele anführen, die allen Herren belannl sind. Warum hat dieselbe die Popstnote nicht einmal bc- antwortet? Predigen die Minister Frankreich« und Englands nicht täglich den Krieg? Der Herr Delegierte Lovaszh hat ferner, wenn ich seinen Ausführungen richtig gefolgt bw, den Wunsch ausgesprochen, ich möge' in irgendeiner Form auf Dentschlaud einwirken, damit es sich in der belgischen Frage klarer äußer«. Schon au« den ÄuZsÜhrungen. die ich gester» zu e»t- wickeln die Ehrt hatte, geht hervor, daß ich ihm i» diesem Punkte nicht Folg« leisten kann, weil ich auf dem Standpunkt stehe, daß die Ausführungen der deutschen Staatsmänner in diesem Punkte vollkommen klar und nnzwet- Heutig sind und weil man trotz de« besten Verhältnisse« zu den Verbündeten keine Ratschläge über eine derariige praktische Frage geben kann. Bismarck hat einmal, als ihm die Zumutung gestellt wurde, sich au einen befreundite» Staat mit einem Rati'äilag zu wenden, im preußischen Abgeordnetenhaus« geantwortet! Ratschläge an fremde Regierungen, wa« sie zu machen oder zu unlerlaffe» haben, haben immer etwa« Mißliches, weil sie sehr sticht zur Reeiprozität führen. Graf Czernin kußerte sich auch über die Aussichten der Liquidierung des Krieges. Nur allgemeine und vorsichtige Wendungen sind auf diesem Felde möglich. Ec gab auch nichts anderes: Ich habe feit Beginn de« Kriege« keinen Augenblick daran ge- zweifelt, daß wir dies«« Krieg in ehrenvoller Weis« beenden werde». Jtt Flandern und südlich der Searpe lebhaftes Artilleriefeuer— Gefechte bei Graineourt und La Vacquerie— Anhaltendes Artillcriefeuer östlich Asiago— Erstürmung von Stenfle— Seit dem 4. Dezember über 16000 Italiener gefangen. Amtlich. Große« Hauptquartier, 8. Dezember !S17.(W. T.».) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Auf de» flandrische« Trichterfelder» zwischen Westrosrteke »ad vrcelaer» sowie nördlich von Warnet»« lag am Rachmittage lebhafte« Feaer. Südlich»ou der Searpe hielt die erhöht« Zlrtillrrietitig- Kit au. I» Handgranatenkämpfen drängte« wir die Engländer beiderseits von Graineourt»« einige hundert Meter zurück. Mehrfache versuch« de« Feiade», nördlich»an La Bacqnrrie Bode» zu gewinnen, scheiterten. Au« de» Gefechten der beide« letzte» Tage wurden bg Gefangene sdarnnter 6 Offizterej eingebracht, 2 Geschütz« und 15 Maschinengewehre erbeutet. Heeresgruppe Deutsche» Kronprinz. I» den Abschnitten südlich von«La Ftre» nordöstlich»an Craonne»nd auf dem östliche» Maabnfer oerstärkte sich«m Nachmittage die Feuertätigteit. Eigne ErknnduugSabtellnnge« brachte» südlich von Ornr« Gefangene ein. Leutnant Müller errang seinen 37. Luftfleg. westlicher Kriegsschauplatz. Nicht« Nene«. Mazedouische ssfrmti. Bulgarische Borpofte» zwangen englische in der Struma- ebene vorgehende Abteilungen zur Umkehr. Italienische Front. Zu dem Kampfgeländ« östlich von A s t a g» hielt lebhafte» Artilleriefeuer an. Die am Monte Sisemol genommenen Stellungen wurden von den Resten der italienischen vesatznng gesäubert. Di« Kahl der seit dem 4. Dezember bei der Heeresgruppe Feldmarschall Eonrad gemachten Gefangene» übersteigt 16(XX). Der Erste Generalquartirrmrifler. Ludrndorfs. Abendbericht. Berlin, 8. Dezember 1817. abends. Amtlich. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Ter österreichische Bericht. Wien, 8. Dezember 1817.(LZ. T. v.> Amtlich»std »erlautbart: westlicher Kriegsschauplatz. Waffenruhe. Italienischer Kriegsschauplatz. Unsere tapfere» Truppen, in ihrer Mitte da« Egerländer Schützenregiment Rr. 6» erstürmten gester» östlich van Asiago die starken Stützpunkte von Stenfle»nd behaupteten sie gegen heftig« Angriffe. Die Zahl der seit de» 4. Dezember»ei da HeettSgrnppe Feldmarschall Conrad eingebrachten Gefangenen übersteigt 16 000 Mann. Unsere Flieger bestanden gester» zahlreich« Luftkimpfe ond schoffe» 6 italienische Flugzeuge ab. Offizirrstellvertreter «aighi errang feinen 21. Luftfieg. Da Chef de« Genaalstate«. Daß et un« gelingen wird, da« Ziel zu erreichen, da« wir im» gesteckt haben, davon bin ich fester denn je überzeugt. Aber ich bin auf der anderen Seite auch übeezeugt, daß wir noch nicht am Ende find und noch manche schwierige Aukgob« zu bewältigen habe» werden, bi« wir endlich in den schützenden Hafen einlaufen. E« ist un« genau bekannt, daß die westliche Entente mit allen Mitteln versuchen wird, die Frieden»- bestrebnngen Rußland« zu durchkreuzen, und ich chin fest überzeugt, daß wir hier noch auf große Schwierig- keilen stoßen werden, die wir eben werde» überwinden müssen. Wir wolle» sofortigen, wenn möglich allgemeinen Frieden. Wir wollen »ickil versuchen, Rußland von den bisherigen Alliierten abwendig zu machen, aber der Weg zum allgemeinen Frieden kaun wohl nur über Rußland führen, iveil Rußland der einzig« Staat ist, der zum Frieden geneigt ist. Die Friedensbedingungen, unter denen wir heute zu verhandeln bereit sind, sind voll- ständig bekannt. Sie sind die, daß wir weder Annexionen noch Kompeiisationeu fordern, daßwiraufdem Standpunkte stehen, daß ebenso wie Rußland auch wir das souveräne Recht der Regierung in Anspruch nehmen, unsere inneren Angelegenheiten selbständig zn regeln. Wenn Rußland wirklich den Frieden will, und e« ist kein weifel, daß e« ihn will, so ist e« in derLage. seinen tandpunkt der Westentente klar zu machen. Zum Schluß sagte Graf Czernm: Die Monarchie gleicht einem Schiff auf stürmischem Meere. Von Tod und Gefahr umdroht, zieht eS seinen Weg. Noch hat es viel« Gefahren zu überwinden. Noch schwankt es hin und her im Aufruhr der Elemente, aber von dem hohen Mast korb des Schiffes aus sieht man Land. Alle Mann an Bord sollen eS wissen, daß wir noch viel zu kämpfen und auszu- halten haben werden, bis wir in den schützenden Hafen des Friedens werden einlaufen können. Aber erreichen werden »vir einen ehrenvollen Frieden, wenn nur eine Parole gilt: Durchhalten!_ Der englifth-rujUche Streitfall. Amsterdam, 8. Dezember. Nach einem hiesigen Blatt erfährt„Tinies" aus Petersburg, daß die Note, worin die britische Regierung sich weigert, dem Ersuchen der russischen Regierung stattzugeben, die internierten Russen Tschitschertn und P e t r o lv freizulassen, am Donnerstag tm Snlolny-Jnstitut überreicht wurde. Die Regierungsfrage in Rußland. Petersburg, 3. Dezember.(Meldung de- Petersburger Telegrapheit-Agentur. Verspätet eingetroffen.) Ter Voll ziehungsausschust der Linkösozialrevolu t i o n ä r e hielt heute eine Sitzung ab. in der das Präsidium und das Bureau gewählt wurde. Tie Loslösung von der Gruppe des Zentrums ist damit endgültig. Ueber die R e gierungsfrage wurde die Entscheidung verschoben, b i S > a s Ergebnis der Waffe n still st andsverh and» ungen bekannt ist. Di« Absplitterung de« linken Flügels von der Partei der Sozialisten. Revolutionäre geschieht darum, weil die Partei im ganz:» die Bolschewiti-Aktion verurteilt und bekämpft. Die Linke der Sozialisten-Redolutionäre wird durch die LoStrennung� in ihrem Zusammengehen mit den Bolschewiki freier und kann daher entschiedener die Politik der Bolschewiki unterstützen. Das Ergebnis See Ronstituante-Vahlen. Lasel, 7. Dezember. Nach einem verspätet eingetroffenen Hadasbericht ergaben die Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung noch den ersten Nachrichten folgende« Eraeb- niS: Maximalisten L700M). Kadetten 2 223 0iK), Sozialrevolutionäre 2 222(100 Stimmen. Ferner meldet ein Amsterdamer Blatt au« Petersburg, daß die Bolschewik,, da sie voraussehen, daß da« schließliw« Sraebni» der Wahlen für die Gesetzgebende Versammlung ihnen nicht günstig sein wird, beschlossen haben, überall dort, wo die örtlichen Sowjets zu den, Urteil gelangt sind, daß da« Wahlergebnis nicht mit dem Wille» de« Volke« übereinstimmt. Neuwahlen auszuschreiben. Das Pariser„Journal" meldet au» Petersburg, man glaube. daß die Ä o l s ch« w i sie n in der gesetzgebenden Per- 'ammlung die Mehrheit besitzen werde«. I' Dieses Ergebnis ist kaum als das endgültig« anzusprechen. Wahrscheinlich fehlen noch die Zahlen aus einer größeren Zahl von Gouvernements. ES fällt auf. daß die für die Nenschewiki abgegebenen Zahlen fehlen, was niöglicherweise darauf zurückzuführen ist, daff diese Stimmenzahl ziemlich ge. ring ist. Di« wenig elastische Politik dar Menschewiki während der Revolution, di» oft die Orientierung zu verlieren schien, führte dazu, daß ihr Anhang immer unsicherer wurde, wo- gegen die Bolschewiki immer stärker wurden. In der Konsti- tuante haben, nach den obigen Zahlen zu urteilen, die Bolsche- wiki die Mehrheit nicht erlangen können. Endgültige Schlüsse müssen auf die Zeit verschoben werden, wo un« zu- verlässigere Nachrichten vorlieget. die Herrschaft der öolschewiki. Die Bolschewiki fahren fort, grundlegende Erlasse zu ver- öffentlichen. Die russischen sozialistischen Blätter bezweifeln die Durchführbarkeit dieser Erlasse, da es vor allem an dazu geeigneten Kräften mangele. Immer ist es noch unklar, ob die Konstituante, deren Zusammentritt angeblich auf den 11. Dezember festgesetzt wurde, wirklich eröffnet werden wird. Die Petersburger Stadtduma, von den Bolschewiki aufgelöst. setzt ihren Widerstand fort.. Mittlerweile greift die separa- tistifche Bewegung in Sibirien weiter um sich. Was wird mit Charbin V Planen die Alliierten Rußlands. diesen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt zu besetzen? Folgende Mit- tetlungen, die zum Test mit besonderer Vorsicht zu lesen find, beleuchten die Lage: Der Stockholmer Berichterstatter de«„Dwiltz ehronicle" gibt seinem Blatte«ine Petersburger Meldung weiter, wonach Trotzt i 160 russische Kon sulate und diplomatische M i s si o n en im Auslande, die sich geweigert hätten, die maxima- listische Regierung anzilerkennVu, aufgehoben habe. Lern» habe ein Dekret erlassen, da« all« GeburtStttel, Beruf«- titel und Standesvorrechte abschaste und bestimme, daß jedermann Bürger der russischen Republik heißen solle. Roch esiwr Reutermelduug au« Petersburg halben die Volk«. kommissare all« Blätter unterdrückt, u. a. auch da« sozial- revolutionär« Organ„Djelo Naroda", weil sie noch immer A n- zeigen aufnahmen, obwohl da» Anqeigenivefen zum Staat«- Monopol erklärt wuvde. Bewaffnet« Matrosen und Rote Garden snck» in da« Petersburger Ulathau« eingedrungen, wo gerade eine Sitzung stattfand, und haben die Räumung des Hause« ge- fordert. Die Stadt ratSmitglieder gingen auseinander, versammelten sich aber später wieder und erklärten, ihre Obliegenheit« er- füllen zu wollen. Die Benwucdewähler in Petersburg, außer den maximalistifchen. haben erklärt, den von den Maximatisten ausgeschriebnen städtischen Wahlen fernbleiben zu wollen. Reuter meldet au« Petersburg:„Prawba"««hält ein« Ar- tikel, worin die Grundbesitzer und Kapitalisten mit dem Los« Duchonin« bedroht werden. Bewaffnete Ma- trosen verhafteten vierzig Beamte der Staatsbank, die sich weigerte», Unter maximalistischer Regierung zu arbeiten. .Prcrwda" berichtet ferner, daß mehrere Abteilungen der Rot«» Garde und Matrosen nach Tobol«! geschickt wurden, um den früheren Zaren zu bewachen. Die Zeitung„Narod* bringt ein« Liste der Minister der neuen sibirischen Regierung und)eilt mit, daß die Sibirier sich weigern, Lebensmittel nach dem europäischen Rußland, vor allem nach Petersburg zu schicken, da sie unter den heutigen Umstanden doch nur in die Hände der Deutschen fallen würden. Mose« Salomonowitsch Uritzki wurde zum Kommissar für die Wahlen in der Gesetzgebenden Versammlung mit fast unbeschränkten Vollmachten ernannt. .Times" meldet au« Peking, daß die maxinralistische Be- wegung sich längs der sibirischen Eisenbahn ausbreitet und schon Charbin bedrohe. ck Das russische Haudelsuiinisterium in de« Hiknde« der Eisenbahner. Der Vertreter der Petersburger Telegraphen-Agentur an der Grenze meldet, der Arbeitsausschuß des all- russischen Eisenbahner-Verbandes bat auf Vor- schlag des Arbeiter- und Soldatenrates das Haudelsministertu« übernommen. ♦ E» ist nicht einleuchtend, zu welchem Zweck diese Maßnahm« getroffen werden konnte. Vielleicht handelt»« sich hier um dt» verkehr«- und nicht um da« Handelsministerium? I» de« ersten Tagen nach dem Bolschewiti-Umsturz vom a./7. November wurde da« Verkehrsministerium bereit« von einem vom Vorstand« de» Eisenbabner-Berbandr« abgesonderten Ausschuß, bestehend ou« fünf Mitgliedern, geleitet. Daun wurde zum voltskommiffar für da« BertchrSwesen Rjasanoff ernannt, der aber gleich danach mit noch anderen sieben Genosseit au« der Volichewiki-Regiening auttrat, Weil fie die Bildung»ine« sozialt st ische« Konzen» tralionSminisieriuni« besürwortmn, wa« von den Bolscho- Wiki abgelehnt wurde. Kr. 337<• 54. Johrgaoz 1. Seilage öes Vorwärts Sonntag, 4. Dezember 1417 GroßSerlin Die z« heute mittag IS Uhr nach dem Zirkus Schumann einberufene Kundgebung, in der die Reichstagsabgeordneten Rich. Fischer, Pfanukuch, Rob. Schmidt und Philipp Scheidemanu referieren sollten, ist vom Oberkommaudo in den Marken verboten worden. Ebenso die Fraucuversammluug, die morgen abMd sich mit dem Thema„Landtag und Frauen- Wahlrecht" beschäftigen sollte. Siebe hierüber den heuligen Leitartikel. Die Karten für die Sonntagiversammlungcn bitten wir bis auf weiteres aufzu» bewahren. * Die regelmäßigen Mitgliederversammlnoge« und Partei- Veranstaltungen dieses Monats finden Mittwoch, den IS. Dezember, statt. Unsere Genoffe» und Genossinnen mSge» die Bekannt- machnugen am Dienstag und Mittwoch beachten. So nährt man Wöchnerinnen—!? Dah die Knappheit der Nahrungsmittel sich auch in Heil- und Pflegeonstolten fühlbar macht, ist begreiflich. In der E n t- bind un gönn st alt der Stadt C b a rl o t t en b urg wird aber, wie uns icheint, die Kostschmäleruiig denn doch au weit getrieben. Eine Aibeiierirau, die einen Abort erlitt und reichlichen Blutverlust batte. wurde nach der an der Sophie-Charlotte-Strasie gelegenen Anstalt gebracht. Sie versichert, dasi sie dort während rbreS fünf Tage dauernden Aufenthalts folgende Beköstigung er- halten habe: aum ersten Frühstück Kaffee und eine unbestrichene Scheibe Brot, zum zweiten Frühstück eine Suppe aus Kohl oder Kohlrüben und eine bestrichene Scheibe Bröl und nachher ein GlaS Milch, zum Mittagesien ein Gericht aus Kohl oder Kohlrüben obne Fleisch und nachher ein Glas Milch, zum Vesper wieder Kaffee und eine unbestrichene Scheibe Brot, zum Abendesien nochmals eine Suppe aus Kohl oder Kohlrüben und zwei bestrichene Scheiben Biot und nachher ein Glas Milch. Nur an einem der fünf Tage sei ihr zum Miitagesien statt des Kohls und der Kohlrüben ein anscheinend aus Fleisch zubereiteter Klops mit Kartoffeln gereicht worden, sonst aber habe sie an allen Tagen vom Morgen bis ,uni Abend immer die gleiche Kost erhalten, wie sie oben angegeben ist. Die Kranke glaubt, nach ihren Beob» achinngen. mit voller Bestuninthett sagen zu dürfen, daß auch andere Frauen, darunter sogar Wöchnerinnen, mit dieser Nahrung abgespeist worden seien. Wie die Kranken mit der Verdauung des Kohls und der Kohlrüben fertig wurden und wit sie bei so karger Ernährung wieder zu Kräften kommen sollen, das möchten wir wisien. Dem Wohle der Frauem die uns den Nachwuchs liefern sollen, kann solche gewisi nicht nötige Kostschmälcrung wahrlich nicht dienen. Wir habe» hier übrigens einen lehrreichen Beitrag zur Beantwortung der kürzlich im.Borwörls� nach einem Bortrag des ProiesiorS Langstsin er- örterten Frage, wie Mniler und Kind ,n dieser Kriegszeit ernährt werden»'ollen. Der Ebemann jener Frau hielt mit Reckt die ihr in der Charlottenburger Anstalt gegebene Kost für so unzulänglich, dah er die geschwächte Kranke gegen den Willen deS ArzieS vorzeitig berauSnabm. Tatsächlich kann er ihr zu Hause für den Be° trag, den die Anstalt für d,e gesamte Pflege fordert, eine sehr viel beffere Beköstigung schaffen. Petroleum nur noch gegen Karten. Bon Moniag, dem 10. ab darf Petroleum von Kleinhändlern nur noch gegen Petroleumkarten an die Verbraucher abgegeben werdem Im freien Handel ist Petroleum bei Kleinhändlern nicht mehr erhältlich. Perroleumkarten können nach Maßgabe des dor- hondenen Pelroleiuns.in erster Linie nur denen zugeteilt werden, deren Räume weder Gas- noch ElektrizitätSanschluh haben. Ist dieser Anschluß vorhanden, so können Petroleumkarlen nur dann be- willigt werden wenn die Verweigerung eine Gefährdung der Gc- iundheit, deS Erwerbs oder der Wirtschaft zur Folge hätte. Anträge aus Peiroleilmkaiten dürfen nur auf den vorgeschriebenen, bei den Brotkommissionen erhältlichen Antragsformularen gestellt werden. Dieselben sind ordnungsmäßig ousgesülli bis zum Mittwoch, den �2., bei den Brotkommissionen abzugeben. Wer in diesem Jahre bereits Petroleumkarten erhalten hat. erhält dieselben auch weiter- bin, ohne einen neue» Antrag zu stellen. Strümpfe aber keine Stopfwolle. ES ist zwar nicht leicht, im Zeichen des Mangels an Wolle noch ein Paar ordentliche Strümpfe zu erhalten. DaS nimmt die Bevölkerung in Kauf, weil sie weiß, daß die Wolle knapp ist. Ge- duldig erstehen sich die Leute einen Bc-ugschein und freuen sich, wenn sie wieder ein Paar Strümpfe ihr eigen nennen können. Die Freude dauert allerdings nicht lange, denn bei dem Mangel- basten Material und dem stärkeren Gebrauch sind die Strümpfe bald zerriffen. Was dann? Wieder einen Bezugichein holen und sich neue Strümpfe kaufen? Das kann man der Bevölkerung nicht zumuten. Zum andern macht die Ausgabestelle für Bezugscheine Schwierigkeiten, weil nur in ge- wisien Zeitabständen an eine und dieselbe Person Strümpfe per- ausgabt werden. Guter Rat ist teuer. In Friedenszeiten war es Stile, die Strümpfe zu stopfen. DaS würden die Hausfrauen fetzt auch sehr gerne tun, aber es fehlt die Stopfwolle. DaS Zeug, das mau für teures Geld erhält, kann man nicht als Wolle ansprechen. Der Kriegsausschuß für Konsumenten- inieresien regt deshalb an, nicht nur ganze Strümpfe zu verausgaben, sondern auch in gewiffen Zeitabständen, oder auf Bezugschein auch ein gewisses Quantum Stopfwolle. Für viele Familien ist Stopfwolle sogar notwendiger wie Strümpfe. Sie könnten die alten abgetragenen Strümpfe wieder in Ordnuna bringen und dadurch den geringen Bestand an Strümpken schonen. So aber zwingt man sie, die alten Strümpse in die Ecke zu werfen und sich forlgesetzt neue zu beschaffen, oder aber die Strümpfe so lange zu tragen, bis sie überhaupt nicht mehr zu ge- brauchen sind. Bielleicht nimmt sich die ReicksbekleidungSstelle ein- mal der Sache an und sorgt dafür, daß die Bevölkerung die nötige Stopfwolle erbält._ Erst Bierverdünnung, dann Bierverteuerung! Gestern berichteten wir von dem Beschluß des ZentralauSschusieS für Fnlandsbierbersorgung, den Brauereien die allgemeine Ein- fllhrung eines minderwerrigen VinfachbiereS mit höchstens 2 Pcoz. Stammwürzegeholt zu empfehlen, und heute können wir bereits melden, daß der Arbeitsausschuß der Preisprüfungsstelle den Höchstpreis tür den Ausfchanl von Einfachbier von 50 Pf. auf 70 Pf. für ein Liter erhöht hat. Dieser Preis be- zieht sich indesien nicht nur auf daS gesamte untergärige und obgärige Einfachbier ouS dem Gebiete der Norddeutschen Brausteucrgemeinschaft, sondern auch aus sämtliche Vierersotzgetränke und Miichungen von beiden. Er beträgt bei dem Aus'chank in kleineren Gemäßen: für''go Liter 10 Pf., für � Liter 15 Pf, für b/zg Liter 18 Pf. für Liter 20 Pf, für'/« Liter 25 Pf. für »/« Liter 23 Pf, für»„ Liter 80 Pf, für 1% Liter SS Pf.— Ter Magistrat Berlin hat dem Beschluß des ArbeltsauSschuffes zu- gestimmt. Die neuen Preise treten aber erst nach Erlaß einer ent- sprechenden Verordnung in Kraft; bis auf weiteres gilt also noch der bisherige Höch st preis von 50 Pf. für 1 Liter._ Neuester„Tabak-Ersatz". Der Bundesrat hat unterm 6. d M. genehmigt, daß den Her- stellern von Tabakerzeugt, ifl-n die Verwendung von Buchenlaub und Z ick o ri« n b lä t t'erv als Ersatzstoffs bei der Herstellung von Tabakerzeugnisien und kabakäbnlichen Waren gestattet werden darf. Hersteller von Tabakerzeugnisjen, die diese Ersatzstoffe zu den genannten Zwecken verwenden wollen, haben vorher die Genehmi- gung deS zuständigen Hauptamts einzuholen. Anderen Personen kann die Genehmigung nicht erteilt werden. Berdünntes und verteuertes Bier und dazu StinkadoreS aus Buchen- und Zichorienblätiern! Das find zwei harte Schläge gegen die alldeutschen Stammtischkannegießer, die sich beim zehnten Sckoppen für ein todeskühnes Durchhalten bis zum völligen Nieder- ringen sämtlicher Feinde zu begeistern pflegten. Wir fürchten fast, daß ihr entschlossener Opfermut jetzt merklich erblasten wird. Um ihnen eine kleine seelische Stärkung zuteil werden zu lasten, schlagen wir daher vor, den neuen amtlich.genehmigten� Pestnudeln den anfeuernden Namen.Marke Vaterlandspartei� zu gebeu� Die sozialdemokratische Stadtverordnetcnfraktio» bat folgenden Antrag Varkomsky u. Gen. bei der Sladtverordnetenversammliing zur Besprechung in der am nächsten Donnerstag stalifindeilden Sitzung eingebracht:.Di« Versammlung wolle beschließen, den Ma- gistrat zu ersuchen, in schärfster Weise Stellung zu nehmen gegen die Bestrebungen, die darauf abzielen, die aus der guten Kartoffel« ernte verbleibenden Ueberschüsie freizugeben— und zwar auch zu VerfütterungSzwccken— und damit die im Interesse der städtischen Bevölkerung so dringend notwendige Erhöhung der Kartoffelkopfmenge unmöglich zu machen."' Was schenke ich z« Weihnachten? Di« Antwort auf diese Frage war immer schwer und heute ist sie'S ganz und gar. Die Fülle der Auswahl hat sich in ihr Gegen- teil verwandelt, die Schenkmöglichkeiten sind arg verkümmert. Biel Nützliches, Gutes, Notwendiges wird davon betroffen, aber es ist doch auch eine erfreuliche Wirkung dabei: der Tand und daß Nichtige sind ins Hintertreffen geraten. Das kommt nun dem altbewährten Rate zugute: Schenke Bücherl Natürlich heißt es auch da vor dem Wertlosen auf der Hut sein. Man schenkt zu Weihnachten keine Eintagßbücher, und zum Schlechten gehört auch der Bückertand, der wie Sand am Meer lagert, zerrieben und aus- geworfen von der großen Flut des Leben-.' Gute Bücber aber sind wie Wogen, die uns tragen, so daß wir die starke Bewegung der Zeit und unseres Daseins fühlen. Sie spenden Licht und baben Dauer. Um ein Angebot solcher Bücher ist's dem VorwärtS-Berlag zu tun, und so weilen wir auf die Auswahl hin, die er gestern in seiner Anzeige anbietet. Sie erfüllt viele Wünsche: Unterhallung, Belehrung, erhebeneeu Genuß, Ausruhen und Kampf, Wissenschaft und Kunst bietet ihr Feld. Tie Anzeige kann nur in einmaligem Abdruck mitgeteilt werden, io daß zu raten ist: Schneidet die Bücherliste aus! Und dann noch eins, worauf der Verlag hinweist: manches Buch ist nur noch in knappem Borrat vorhanden, so daß ein baldiges Kaufen nicht unnütz fein dürfte. Wem der Weg nach der Lindenstraße in der Zeit der Verkehrs« not zu weit ist, wende sich an die zuständige Spedition oder iende den Betrag durch die Post. Das gewählte Buch wird dann geschickt. Die BolkSbadranstaltcn Tartenstraße und Wallstraße sind vo» jetzt ab wieder an allen Tagen geöffnet. Nordöstliche Berliner Borortbahn. Von heute ab werden an Sonn- und Feiertogen vormittags die ab Hohenschönhausen vor 8,14 beziehungsweise ab Kurzestraße vor 9.2 verkehrenden außer- fahrplanmäßigen Züge der Linie dtt) eingezogen, mit AuS- nähme der dem Muiiiiionsarbeitetverkehr dienenden Fahrten 6,l4 Uhr ab Orankestraße und 7,2 Uhr ab Kurzestraße, welche nach wie vor stattfinden. Wintergarten. Das Dezember-Progranrm bietet wieder eine Reihe erster Banivuiimmern, so vor allem Josef M i l o s Marmor- gruppen, dargestellt nach eigenen Entwürfen und berühmten Meister- werken der Plastik. Der Geigenvirtuose Lajos Riga leistete Bewundernswertes in der'Beherrschung seines Instrumentes. Hervor- ragende Leistungen vollbrachien die Geschwister W e i ch ar d t als Radsabrlünitlerinnen und Acosta mit seinen athlenschen Fang- spielen. Für den unierhaltenden Teil sorgten der Humorist Max Pe ltini, der musikalische Clown Büron, die VoaragSkünstleriu Ilse B o i S und die mimische» Tänzer H a d g e S und B i l l e r, die eine akrobatische Tanzneubeit zum Vortrag brachten. Zirzensiiche Kunst boten Ho lborns Reifenspiel-, die drei F u c o r i s mit ihren Kraslleisiungcn am Trapez, sowie die ExenirikS Ada und Ernst LanoS und die Geschwister C a r r s in ihrem Reilakt. Zeugen rineS StraßenbahnunfallS, der sich am ö. Dezember (Donnerstag) nachmittags zwischen 8 und 4 Uhr in Berlin an der Ecke Alexander- und Blumen st ratze ereignete, werden gesucht. Ein 14 jähriq-S Mädchen. Klara Rohde. das hrnrer der. Haltestelle von einem Wagen der Straßenbahnlinie 86 abstieg, geriet unter den Anhängewagen und erlitt Verletzungen, an denen es noch an demselben Tage starb. Der Vater, Slraßenreiniger Anton Rohde, Berlin. Kreuzbergstr. 76. Seiienstngel 2 Treppen, bitler Zeugen des Unfalls und besonders die Personen, die auf den Perrons des Motorwagens und des Anhängewagens standen, ihm ihre Adressen mitzuteilen. Militär- und Ziviljustiz. Bei cöncnt geringfügigen Streit auf der Straße hat am 27. Mai 1906 in Wien ein Oberleutnant einen städtischen Gasmonteur erstochen. Der Oberleutnant wurde von einem Feldgericht wegen Edrennotoehr freigesprochen, allein das Landgericht hat der Witoe des Getöteten dem Grunde nach Schadenersatz zugcsprocheu. weil der Offizier an dem Monteur Tot- schlag begangen habe. Das Zivilgericht stellte fest, daß dem Offizier eine Fortsetzung des Angriffs auf seine Ehre(bestehend in einein Schimpfwort als Erwiderung eines solchen)'nicht drohte und er auch in der Wucht des Stichs weit über das hinauSgegan- ge n ist. was er hätte unternehmen dürfen, um einer Fortsetzung Die welsche Nachtigall. Der Roman eines sterbenden Jahrhunderts. Von R. France. Endlich war der Akt fertig. Mit hellem Kreischen flog die �eder bei der Unterfertigung des Verhaftungsbefehls über das Papier. Dann zog Exzellenz den schönen blatten Rock an— und ging frohgemut pfeifend die hintere Treppe hinab— denn im Hirschen waren seit mehreren Tagen Damen aus München abgestiegen. Und die konnte man vielleicht noch sehen. Er hatte gehört, eine war hübsch. Best aber steckte die Verhaftungsvollmacht zu sich. '„'s muß erst dunkel sein," murmelte er zu dem Schreiber, „nur ka überflüssig's Aufsehn bei Tag.'s wird ohnedies zu viel g'schimpft." Dann gingen beide über den von der Abendsonne der- goldeten Paradeplatz. Das Licht brach so recht grell aus einem engen Spalt zwischen schweren grauschwarzen Wolken. An dem blutigen Fleck am Boden blieben die Beiden ein wenig stehen. „Am Sontag kommt der Peißer dran," sagte erläuternd der Schreiber. „Dös wird net geh'n, er hat no a ganz a wehe Haxen. de muß ma erst auskurieren." erwiderte menschenfreundlich die alte Polizeiseele. Dann gab er dem anderen die Hand und ging zu seinem Abendschoppen. TT. Als Solms am Rachmittag dieses Fronleichnamstages zu seinem Mädchen kam, war er außer Atem, sie aber rot- geweint. Sie fühlte ihr ganzes Innere wund, tvie ausgehöhlt kam sie sich vor. leer und gehaltlos war die Welt— und doch fand sie keine Worte, als Reinhard vor ihr stand. Desto mehr fand aber er. „Regi. Schatz, denk' Dir die größte, die phantastischste, die unwahrscheinlichste aller Neuigkeiten, die ich soeben erlebt habe." rief er unvorsichtig genug schon am Eingang der Laube. wo sie sich wie immer während dem Mittagsschläfcheu des Vaters trafen. Tiesmal wars noch schwerer gegangen als sonst, denn Tante Pepsch. sonst immer mit im Spiele, war seit gestern ganz anders, seufzte ein um das andere Mal und machte verschwiegen geheimnisvolle Andeutungen wie: Ach du mein Herrgöttle, wenn er's aber so gar net leid', der Vatta—'s ist Christenpflicht, seine Eltern zu folge— am End hat er gar was Schlechtes über den Herrn von Solms g'hört, s' is ja sonst nix z' sage gegen ihn. aber a jung's Blut is halt gar so leicht verdorbe.. Wäre Regina nicht so mit ihren eigenen Gedanken be- schästigt gewesen, hätten sie diese Redereien stutzig gemacht, und sie wäre bald der Sache auf den Grund gegangen. So aber war sie froh, daß die Tante zum Segen ging und sie Reinhard für den Augenblick allein sehen konnte. Ihr bangte vor diesem Moment, denn sie fühlte, eS war der entscheidende für ihre Liebe. Hundertmal hatte sie das böse Wort des Polizisten bei sich verworfen— Reinhard war immer eine offene und ehrliche Natur gewesen, sogar die Lauter keit selbst. Er konnte unmöglich ein solches Doppelspiel treiben. Aber im Augenblick, in dem sie sich da? vorsagte, kam auch schon wieder der innere Zweifel. Erfunden konnte das der alte Bcsl doch nicht haben. Und zu welchem Zweck hatte er eS getan? Sie hatte Vormittag beim Kirchgang die Fran- zösin an deren Fenster gesehen, seitdem war sie verdrossen und unglücklich; neben dieser blendenden, intereffanten Er'- scheinung kam sie sich so unbedeutend vor. Und wenn es nur das allein gewesen wäre. Aber daß Reinhard sein Amt nicht wieder annehmen wollte, ließ ihr die ganze Zukunft grau und hoffnungslos erscheinen. Gerade heute in der Kirche war sie fast in Weinen aus- gebrochen— als sie in der Bürgerbank faß. weit hinter den Beamtenfrauen, und die Hoffnung, jemals vorn sitzen zu dürfen, wo die vornehmen saßen, in sich begrub... Um so mehr flammten ihre Wünsche auf bei seinen froh- erregten Wörtern Die unwahrscheinlichste aller Neuigkeiten— das konnte nichts anderes sein, als Reinhard kam wieder ins Amt! Sie war so aufgeregt, daß sie nur mühsam sprechen konnte: „Hast Du vielleicht gar wegen Deiner Wiederanstellung etwas Neues vernommen?" Solms halte in seiner frohen Erregung sie bei beiden Händen gefaßt und wollte sie gerade an. sich ziehen. Nun aber trat er zurück, die Eniüchtenmg überkam ihn wieder. Ihm war. als ob eine häßliche Spinne über den Spiegel seiner Freude gelausen wäre. „Meine Wicderaustellung? Habe ich Dir nicht gesagt, von der mag ich nie wieder was hören! Ich kriech' in kein Amt mehr unter... Frei will ich wirken... Man kann auch so seinem Fürsten, seinem Volke dienen! Nein, viel Wichtigeres Hab' ich für Dich I Denk' Dir, wer bei mir war? Ausgerechnet dieser Halunke Michalansky! Und als ich ihn gebührend abfertigen will, sagt er mir auf den Tod gc- heimnisvoll, jemand iuteressiere sich sehr für deS Iakobus Befreiung und wenn ich davon näheres hören will, solle ich ihm gegen zehn Uhr hellte abend anvertrauen. Natürlich hieltt ich's für eine Falle. Da aber läßt er alle Scheu fallen. Und er, der Kerl, der dem armen Iakobus nachge>pürt. der das ganze Unglück mit den Amizisten eigentlich angerichtet hat, ausgerechnet der infamste Halunke, den Gottes Erdboden trägt, kommt zu mir und tut so von Gewissensbissen und Reue— und sagt endlich, wer ihn schickt." In Reginas Herzen schnitt sich auf einmal eine Ahnung ein, rasch wie ein Messerstich. „Wer ist's, sag's!" Sie packte ihn beim Arm. „Du errätst es nie." „Ich weiß schon! Die Baronin Dury." „Wie kommst Du darauf?" Reinhard trat erstaunt zurück. Vor Reginas Augen tanzten alle Dinge. Also ivar eS wahr, was Besl sagte. Welche Komödie spielte der Mann, den sie einst für so lauter und echt gehalten hatte? Sie wollte reden, aber kein Ton kam über ihre Lippen, ein konvulsivisches Schluchzen erschütterte sie— laut weinend brach sie an dem Gartentischchen nieder. „Aber Kind, Regina, was ist Dir? Bist Du krank, was ist Dir?" wiederholte aufs äußerste betroffen der junge Mann immer ängstlicher und verständnisloser. Auf einmal ergriff eine Ahnung von ihm Besitz: „Regina, Du bist eifersüchtig!" Das brach ihr Schweigen. Sie hob den Kopf, faltete die Hände und legte alle Verzweiflung ihres gemarterten, von Schmerz. Hoffnung und Enttäuschung zuckenden HerzenS in ihre bittende Stimme: „Ja. Reinhard, ich hasse sie. Und wenn Du mich siebst, dann gehst Du nicht hin zu jener abscheulichen Frau. Rem- Harb, ich oder— jene I"(Forts, folgt) des Vorzubeugen. Weil aber der Getöteie zuvor den Offizier gereizt hatte, sei der Frau Schadenersatz irur zurHSifte zu«esprochen. Neue Paßvorschriften für Ken Berlehr nach Oesterreich. Vom 15. Dezember ab treten bei Reisen nach und durch Oesterreich- Ungarn für ÄuSländer neue Pstzvissvorschriften wi Kraft. Der Pazvtsumwerbcr hat bei der k. u. t. Vettretui�sbehörde. in deren AmMprenael sein ordentlicher Wohnsitz gelegen ist. sein Ansuchen unter Vortage seines vorschrislöiNüKigen Reisepaffe» porzubriNAcn. Di>, Befreiung vom persS>üi»dr des Hauses Ackerstr. 58. Dort wollte«ine Fgmilt« in eine leerstehende Wohnung einziehen und hatte bereits einen Gasbrenner befestigt. Dabei ist wahrscheinlich nicht sachgemäß verfahr«« worden, so daß e» zur Explosion kam. Durch dies« wurden sowohl einig« Familienmitglieder wie ein Möbelträger erheblich verletzt. Drei Personen muhten nach dem Die Wohnung wurde vollständig Möbelträger erheblich verletzt. Krankenhaus gebracht werde«. demoliert. Charlottenburg. Gegen den KlciuwohnungSmangel hat die sozialdemokratische Fraktion Mr nächsten Stadtverl ordnettnversammlung einen Antrag einpeluacht, worin der Magistrat um> tn»erzügl iche Mahnahmen ersucht wird, um dem heute schon herrschenden und voraussichtlich nach Beendigung de» Krieges noch stärker zutage tretenden Mangel an kleinen und mittleren Wohnungen vorzubcnge» und insbesondere di« zurückkehrenden Kriegsteilnehmer und ihre Familien vor Wohnungsnot zu ba- wahren.— Ein zweiter Äutrag ersucht den Magistrat, eine Vor- lag« über Einführung einer Erwerbblosenuvterstützung in der Übergangszeit zu unterbreiten. Neukitln. Verteilung von Milchtzrudutten. In den städtischen Verkaufsstellen köniien nrorgen Familien mit t Personen mit den Anfangsbuchstaben S—Z. am Dienttag Inhaber der HauShaltungS- karte mit 5 Verimirn mit den AnkonaSbuchstaben A— J auf jede RsichSfleischkarte für Erwachsen« eine Puchs« kondensierte Magermilch oder eine Flasche sterilisierte Vollmilch entnehmen. Dir Verkauf»- prel» beträgt iiir eine Büchs« kondeuflert, Magermilch 00 Pf., für eine Flasche sterilisierte Vollmilch 1,4v M. Der Berkauf an dir übrigen Personen erfolgt später. — Sein K«kSmangel in der Gasanstalt. Der Magistrat schreibt un«: Di« Freigabe der Sohleukarten läht erwarten, vah in den ersten Tagen der kommenden Woche ein lebdafter Andrang de« Publikum« „ach Koks in der städtischen Gasanstalt statlfinden wird. Im Intet- esse de« Publikum« wird darauf hingewiesen, dnh KokSmangel zur- zeit nicht besteht und wird geraten, mit dir Abnahme nickt zu dtängen, damlt unnötiges Warten bei der Abnahme vermieden wird. SchSneberg. Nepfelverkauf. Der Magistrat verteilt In den nächsten Tagen auf Abschnitt 8S 1 Pfund SuSlandSäpfel zum Preis« don 70 Pfennig ohne Voranmeldung. Die Aepfel sind in allen durch Auslumg kenntlich gemachten Geschäften erhäll- Nch. Diejenigen Personeu. die Aepfel nicht rrhaltrn konnten, er- fahren bei der Auskunftstelle lZimvier iZflS— Fernsprecher Nollen» darf 1777—-174K, Anschluß 00), wo noch Ware zu haben ist. Wilmertdors. Lel>en«mitt«l. Auf Abschnitt 21 werben ver- teilt: 50 Gramm Nährhefe zum Preise von 0,28 M., Abschnitt 28: 10 Gramm Gelatine zum Preise von 0,15 M. Die«nmeldiu'g er- iolat hi« einschließlich Mittwoch, den 12. Dezember, und zwar! rür Nährheft durch»chgabe de»«hschnitta» 20. für Gelattp« dttrch i?baab«! de« M'chnttte« US dar gelben-.sajiungsbl-zug-karte bm .'inem durientqen Händler, dt« sich durch Aushang als Mttgkisb des hlestmR Kolonialwor«-ik»öndleri-:r-i!n« au»b»ts?n. Durch die Vrotknmvrissionen w«rden voM 1». bi» 19. Dezember auSgegsben: 1. für jede» K'nd vi« zu 5 Jahre««ine Voilmllchrart« 'Mb eine Zusatz-Zuckerkarte: S. fiik jede» Kind im arsten Leben». fahre ein Bezugsschein über 1 Pfund Nährmittel für Januar B. für jedes Kind im zweiten bis vierten Lebensjahre ein Bezugsschein»über 2 Pfund Nährmittel für Januar i für jode Haushaltung mit Kindern von über 6—10 Jahren eine Magcrmilchtarte ssüc di« betr. Kinder zusammen). Die Aushändigung an die empfang« berechtigten HauShaltungS vorstände erfolgt rtlir gegen Porieguna zweckentsposcherrScr llrkundel» in i ch t aber polizeiliche Anmeldung) nach besonderer Ausgabcordnung. Pom 12. bis 19. Dezember werden für Kinder im Alter von über S bi« 12 Jahren Pczugsscheiiie über je eine Dose kondensierte Magermilch zun» Preise von 0,00 Äk. ausgegeben. Die AuShandi gung der Bezugsscheine in den Brotkommissionen erfolgt ilt der obenbezei«haeten Weise._ i___ Steglitz. Au« der Gemeindevertretung. Der Mtzuna am Freitag lag ein Antrag de«(ÄemeindcvorstandeS vor, der Ber- liner Borort-Geme»nschaft im Krets« Teltow beizu» treten und einen Beitrag von 1000 Vi. zu bewilligen. Genosse A ß m a Ii n bekämpfte den Antrag und empfahl den Anschluß an den Eroß-Bcrlinor BürgorauSschuß. Gem«indeverordn«t«r B a e d k e vertrat den gleichen Standpunkt. Von anderer Seite wurde der Anschluß an die B. V. G. als im Interesse der Gemeinde liegend empfohlen, doch wurden die vorliegenden Leitsätze und Satzungen stark bemängelt. Schließlich zog der Gemetndevorstand seinen Antrag zurück. Es wurde beschlossen, den Gemeindevorsteher zu ermächtigen, in der GründungZversammlung den Anschluß von Steglitz an die B. V. G. zu erklären unter der Bedingung, daß die Leitsätze und Satzungen gründlich umgestaltet toerden, u», der GamZinde Steglitz den ivünschenswsrtril Ginfluh zu sichern. Weiter wurde beschlossen, vom 1. Dezember ab die im öffentlichen Ge- sundheitSintcrosse angeordneten Desinfektionen auf Kosten der Gemeinde vorzunehmen und ferner die im Jahre 1013 fälligen regelmäßigen Ergänz nngswahlen zur Gemeinde« Vertretung um ein Jahr zu verschieben. Für Wcihnachts- liebeSgaben an die Gordetruppen und Märker wurden 9000 M., für die Armcnbcscherung 12 000 M. bewilligt. In geheimer Sitzung wurde den Gnrtenarbcit:rn der Gemetnd« auf deren Gesuch cinc weitere Kriegszulagc von 10 Pf. pro Stunde für Männer und 7% Pf. für Fronen bewilligt. Die weiteren Wünsch«: achttägige Lohnzahlung und Ginsetzung eineS Ardeiterausschusse«. fanden durch Beschluß des zuständigen Ausschllssce und dt« Gcmeindevor- standes ebenfalls Erftillung.__ Frirdenau. Zur V>cmiisevtts«rzun«. In der letzten Sitzung der Gemeindsverlretung beklagte sich der Bürgermeister W a l g c r über die Nichkinnehaltung der abgeschlossenen Lieferung« Verträge. Wi« überall, so seien auch dort die Erfahrungen mit diesen Den- düngen ungünstig gewesen. Rur„hinten tum" sei hinlänglich Ware zu teuren Preisen zn erlangen gewesen. Daher habe die Gemeinde au» Gemüse beträchtliche Verluste erlitten.— Der Preis der Portion Essen aus der FrüÄeiiaucr Krie gSküche wurde auf öO Pf. erhöht.__ Weißensee. Lebensmittel. In der Feit vom 3.— lö. Dezember find neben den bereit» fälligen Abschnitten der Kartosfelkarlt auch auf da« Mitielstilck dielet Kartoffelkart« 1« Pfund Kartoffeln zu ent- nehmen. Diese sind nickt für den lausenden Bedarf bestimmt, son« dern dienen zur Schaffung eineS eisernen Bestandes, der in den beiden Wochen in Anspruch»u nehmen ist. die vom Genielndevor- stand bestimmt werden. Eine Nachbelieftrung wird unier keinen Umständen statlfinden. Von, 10. Dezember ab defindet sich das LebenSmittelamt Im Urdgeschoß de» Hause« Berliner Alls, 01. Die Slbftrttgung de« Publikums erfolgt von 8>/,--1»Vz Uhr. Britz. LedenSmtttel. In der nächsten Woche gelangen in der Verkaufsstelle der Gemeinde zur Abgabe aus Abschnitt 46: Teig« röhrchen(1Ö0 Gramm) 47 1 Dörrqemüse(100 Gramm), 46: Bienen. Honig(bis 4 Pers. 1 Pfd.. über 4 Pers. 2 Pfd.). 49: Tee(bis 4 Pers. 1 Paket, über 4 Pers. 2 Pakete), 50: Brotaufstrich(bis 4 Pers. 1 Dole, siber 4 Pers. 2 Doftn). 51: Fleischextrakt idiS 4 Pers. 100 Gramm, über 4 Pers. 240 Gramm». 63; Muschelfletsch(bis 4 Pers. 1 Des«, übet 4 Pers. 6 Dosen), 68; Obstmarmelade ft'j Pfd. I« Pers. ab Donnerstag, nur bei den Kleinhändlern), 54: Sonder« zutellung und auf Abschnitt 5ü: Verschiedene Ware».— Gegen Borlage der V*- und'/z-Liter-Kranken milchkarten wird «ine Dose Magermilch abgegeben; auf die»/<- und I-Liter- Kranken milchkarten 50 Gramm Halbmilchpulver. Nvlvawe». Lebensmittel. Von Montag bis Mittwoch findet auf Abschnitt 89 die Ausgab« von Pfund Marmelade statt.— Auf Abschnitt 40»verde,, auf dem Grundstück Linbrnstr. 27 15 Pfund Weißkohl verteilt. Dt« Ausgabe erfolgt von Montan bis Tonnabend nach Nummern der Leven»- mittelkarte geordnet.— Abschnitt 44. auf den Kaffee-Ersatz ab- gegeben wird, ist Montag und Dienstag bei dem Kleinhändler ab- zugeben. Heute werden auf Abschnttt 45 Räucherwaren und morgen Marinaden in den einzelnen Verkaufsstellen der' mctnde nach Nummern abgegeben. Geoß-Serllner parteinachrichten. Weihrtisee. Dienstag, 11. Dezember, abends 8 Uhr, im großen Saale der Borussia-Brauerei Vortrag de« Genossen K o n r a d Harnisch über:»Der Kampf um Ida« neue Deutschland.' Antritt nur für Karteninhaber. Diese verteilen die Genossen ffrau Schnell, LanghanSstr. 49, Franz Schlemminger, PistoriuSstr. 24 und Albert Taubmann, Lichtenberger Str. 11. Karlshorst. Zahlabend DienStag, den 11. Dezember, abend« 8'/, Uhr, bei Poser, Dönhoffstr.». Bericht beS Gemein devertreterS Genossen O« h l e r t. Beitragserhöhung. Steglitz und Fried««an. DienStag. 11. Dezember, abends S Uhr. bei Clöment, Steglitz, DÜppelstr. 7: Gemeinsame Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über»Bürgerausschuß Groß-Berlin oder Berliner vorortgemeinschaft im Kreis, Teltow'. 2. Nu« der Gc Metndlvertretung. Lichterfeld«. Die Mitgliederversammlung de» sozlaldemokrati- chen Bezirksvereins fällt in diesem Monat au«. Angestellte uns Mrbeitskammern. In der ArbeitSkammerfrcige haben sich die Hauptgruppen der Arbeiter» und Angestellten organisationen auf einheitliche Nichtlinlett vereinigt. Wie tn der SonntagSUumnicr des „BorwSrtä" vom L. Dezember 1917 bereits in einem Artikel von Robert Schmidt berichtet werden konnte, hat der alte Streit, ob paritAttsch zusammengesetzte Arbeiiskammem oder relne Arbetterkantmern zu fordern sind, insofern eine glllrf liche Lösung gesunden. alS in dem von den vereinigten Dt- ganisationSrichtungcn beschlossenen Gesetzentwurf daS Prinzip der paritätischen Kammer und das der reinen Arbeitnehmer- Vertretung gleichzeitig anerkannt wird. ES sollen allgenieinc ArbeitSkaminen» errichtet werden, die jedoch verpflichtet sind, innerhalb ihrer Körperschaft besondere Arboitnohnierabtetlungen zu bilden, deNcn es obliegt, die besonderen Interessen der Arbeitnehmer selbständig zu vortreten, eigene Gutachten ab- zugeben, TrheduNgen zu veranftaltsn usw. Sine weiter« Meinungsverschiedenheit, die ein gemein sameS Vorgehen immer wieder durchkreuzte, bestand hiSher darin, dag ein Teil der kaufmännischen Verbände unter Ad- lehnung der allgemeinen Arbeitskamment besondere Kauf- mannSkammeru forderte. Diese Richtung der Hatto lungSgehilfettvcrbande wird verkörpert durch di« Arbeits gemeinschaft kaufmännischer verbände. Diese sonderbare Auffassung einer tsolierten Handlungsgehtlfeupolitik ist verankert in der sogenannten»mtttelftSndischen Etandesauffassung''. wie sie von der A. k. V. unter Ablehnung des Arbeit- nehmerstandpunkteS für die kaufiiiänutschen Angestellten vertreten wird. Es ist an dieser Stelle schon niehrfach dargelegt worden, daß die Angestellten in ihrer Gesamtheit keineswegs einen Mittelstand zwischen Unternehmertum und Arbeiterschaft bilden, sondern ihren Platz nur im Rahmen der Übrigen Arbeitnehmerschaft finden können. Immerhin war da» Verlangen dieser kaufmännischen Verbände so lange noch einigermaßen zu begreifen jwenn auch nicht zu billigen), al» in den bisherigen Gesetzentwürfen zu den Arboitskammern die fachliche Gliederung zu- gründe gelegt worden war. Die gemeinsame neue Borlage der GewerkschastSrichtungen aber lehnt die fachliche Gliederung ausdrücklich ab und sieht vor, daß die Arbeitskammer in der Regel für den Bezirk einer oder mehrerer VerwaltungS- behördcn gebildet werden soll. Bei diesem territorialen Aufbau der Kammern ist eS ei mach undenkbar, für die kauf- männischen Aiigestcllton ein besonderes KaufmannSkammer- Gesetz zu schassen. Man braucht nur daran zu erinnern, daß zum Beispiel die Transportarbeiter zu einem großen Teil ebenso, wie die Handlungsgehilfen im Handelsgewerbe tätig find; sie haben denselben Arbeitgeber uird arbeiten unter den- selben ioirtschaftlichen Voraussetzungen, die in dem gleichen Batrieb für den Angestellten gegeben sind. Andererseits ist wiederum die gewaltsame Auseinanderreißuna der kaufmän- Nischen und technischen Jndustrieangostelltan widersinnig, dam daß z. B. die technischen und die kaufmännischen Angestellten der A. E.(5. oder eines anderen Werkes völlig gleichlauftnde Interessen haben, bedarf für keinen vorurteilsfreien Men« säini noch der besonderen Begründung. Die großen Gehalts- aktionen, die auf Berliner Bodcn von den säintliäicit Ver- bänden der Handlungsgehilfen und Techniker in den letzten Monaten stets gemeinsam gemacht wurden und gemacht wer- don mußten, sind geradezu ein schlagender Beweis für die ein- hcitlichen sozialen Grundlagen der Arbcitnehmerschaft im ganzen. Im Verlaufe des Krieges war schließlich gelegentlich des Hilssdienstgesrtzes auch erwiesen worden, daß bei der Gesetz- gebung nur dann ein größeres Mitbestimmungsrecht der or- ganisierten Arbeit zu erreichen ist, wenn die Arbeitnehmer- schaft in geschlossenen Reihen aufzumarschieren bereit ist. In Erkenntnis aller dieser Erfahrungstatsachen hatten denn auch sowohl die Gewerkschaften, wie auch die beiden übrigen Gruppen der Angestellten(Arbeitsgemeinschaft freier Ange- stelltenverbände und Arbeitsgemeinschaft technischer Verbände) der A. k. V. daS weitgehendste Entgegenkommen gezeigt, un» ihr die Boteiligung an dem gemeinsamen Vorgeben zu ermöglichen. Dtr Entwurf �der vereinigten Organisationen sieht zu diesem Zwecke vor. daß jede Arbeitstamincr je eine besondere Abteilung, für die kaufmännischen und die technischen Angestellten errichten muß. Tie Handlungsgehilfen hätten also hinreichend Gelegenheit, den Besonderheiten ihres Äe- rufe» innerhalb ihrer besonderen Abteilung voll und ganz Rechnung zu tragen. Me haben es aber abgelehnt, den Boden der Verständigung zu betreten und sie haben dem Reichstag einen besonderen Entwurf über Kaustnannskammern eingereicht. Diese Durch- krsuzung einer einheitlichen Arbeitnehmer aktion muß cmss schärfste verurteilt werden. Soweit sich dig parlameiüari- [che Lage übersehen läßt, dürfte die Mehrheit des Reichstags, die in der Arbeitskammerfrage ziemlich geschlossen auftritt, auch keinörlei Neigung zeigen, jene aus einem unsozialen und dorzopften Standesdünkel herallsgeborenen Sonderbestrebungen zit berücksichtigen. Bei der sozialdemokratischen Fraktion kann als selbstverständlich vorausgesetzt werden, daß sie den Aonderenwnttf mit oller Kraft berampst. Die Fortschrittliche Volkspartei hat in ihren bereits veriissenillchten Forderungen ebenfalls den Gedanken einer allgemeinen Arbeitskamnier mit Unterabteilungen für die Angestellten, also kein besonde- res Kaufmannskammergesetz vorgesehen. Das Zenirum oiirfte dem von den Christlichen Gewerkfchasten mit beschlossenen Eni- wurf der vereinigten Organisationen gleichfalls leine Vor- tretung nicht dersagen und der übrige Teil der Reichstags- Mehrheit wird sich den besseren Gründen einer großzügigen einheitlichen Sozialpolitik auch nicht verschließen können. Gerichtszeitung. Womit unser» Gerichte sich beschäftizen.«ine Schnitt«»rot mit Käse hat eine Anklage wegen Kriegswuchers ge-teitigt, di« den Inhaber eines besseren Restaurationslokals im Westen auf die Anklagebank brachte und das Schöffengericht Berlin-Mitte reck" lange beschäftigte, da zu dieser E«nsationSsache außer dem Amt?- anwalt und dem Verteidiger auch noch zwei Sachverständige und drei Zeugen aufgeboten waren. Ein Gast hatte sich in dem Lokal ein Butterbrot mit Käse bestellt und dafür 1 M. bezahlt, ferst als er zu Hause angekommen war, ging ihm die Sacke im Kopie herum, daß der gezahlte Preis dock sehr hoch sei, er telephonierte nach dem Lokal und da er auf seine Anfrag- die Antwort erhielt. daß ein Irrtum nicht vorliege, erstattete er di« Anzeig«, daß ibm ..für ein dünn geschnittene» und dünn belegte» Butterbrot mit Ttlsiter Käse" 1 M. abgenommen worden sei. In der VerHand- lung kam«S nun über die Frage, von welcher Qualität die Schnitte gewesen, zu lebhaften Meinungsverschiedenheiten. Der Angeklagte und seine Angestellten behaupteten entschieden, daß die mit G ä n s e s ch m o l z bestrichene Schnitte gut mit Schweizer- käse belegt gewesen sei. Der Zeuge war in dieser Beziehung eiwas schtrnnkend. Det eine Sachverständige begutachtete, daß tn einem solchen LÄal, wie e» hier in Frage stand, für ein Butler- Orot Mit Käse 75 Ps. gefotdert werden können; der andere hielt den Prri« von 1 für angemessen, wenn Gänseschmalz verwendet wurde.— Der Staatsanwalt beantragte 10 0 M. Geldstrafe, der Gerichtshof hielt die Sache doch nickst zuungunsten des Ange- klagten für aufgeklärt und erkannte auf Freisprechung. D«e verschwundene Weckienlohn. Ilm seinen Wockenlohil. den er aus unaufgeklärten Gründen nicht erhallen hat, klagte«in Ar- heiter beim Gcwerbegericht. Der Kläger loar am Lohn- Zahltage nicht in der Fabrik. Der Meister„ahm den Woche»lohn de« Kläger« in Empfang, dieser aber hat ihn Nicki bekommen. Der Meister will daS Geld in einem verschlossenen Sckrank aufbetvahrt haben und gibt an, e« sei au» demselben verschwunden g-wesen, als er e« dem Kläger habe aushändigen wollen. Qb diese Angabe der Wahrheit entspricht, könnt« ni.kst ftslgestelt werden.— Da» Gericht ging davon au», daß die Zahlungipfncht der Firma gegen über dem Srcheiter bestebl. und da dieser unbestritten t>«n Lohn wckt erhalt«, Hot, wurde fti« Firma zur Zahlung verurtoitt. Durch Zahlung an den Meister—- so wurde in der Urwiss-bsgründupg gesagt wird die Firma von ihrer Zahlungspflicht gegenüber dem Arbetftr nicht befreit, c» sei denn, der Arbettsr habe den Meister hebollmächtigt, dön Lohn stir ihn in Empfang zu nehmen. Das wird aber vom Kläger bestritten. Wenn sich der Meister gegenüber der Firma fälschlich»!« Beauktrogten de» Klägers au»-. «geben bat. so würde da? eine Handlung sein, für die der Meister rafrechtlich verantwortlich gemacht»verden könnte. Wieder eine ungetreue PvstnuShrlferln. Wegen Unterschlagung von Postpaketen war Frau Frieda GrenzmanN vor dar dritten Strafkammer de» Landgkrickt« l angellagt. Sie war bei dem Post- amt 21 im Bestelldienst beschäftigt und hat die Gelegenheit benutzt, um in vier Fällen Pakete mit Ret?, Mehl, Kaffee und Tabak verschwinden zu lassen. Sie wurde von einer„Fmiitdin* zur Anzeig« gebracht, mit der sie sich entzweit hatte. DaS Gericht verurteilte sie zu vier Monaten Gefängnis. flus alier Welt. SzoplofionSkatastrophe in Halifax. Freitag morgens 8 Uhr fand im Hasen von Halifax. der befestigten Hauptstadt der kanadischen Provinz Neu- «chottland. ein Zusammenstoß zwischen zwei Dampfern statt. von denen der eine, ein amerikanisches Schiff, Munition geladen hatte. Es entstand eine gewaltige Explosion, die die Stadt Halifax in Brand setzte. Nach einer Reutermeldung verbreitete sich daS Feuer über die LandungSbriicken und benachbarten Gebäude. Die Hälfte des Distrikts Richmond. wo daS Unglück sich ereignete, wurde verwüstet. Das Feuer dauert noch fort. Die Straßen ind voll Leichen, die Spitäler voll don Bcrwundeteu. Zahl- reiche Schwerverwuudete, die kotn Unterkanimen finden können, irren durch die Straßen der Stadt. Kein HauS tn Halifax blieb unbeschädigt. Der Sachschaden wird auf viele Millionen Dollar geschätzt. Das amerikanische Rote Kreuz schickte sofort Hilse. Sonderzüge aus New Aork, Boston und Portland mit Pflegern, Verbandartikeln und anderen Hilfsmitteln sind unterwegs. Ein Drittel von Halifax liegt in Trümmern. „Dailh Mail" meldet dazu aus New Aork, daß die Wir- lung der gewaltigen Explosion weit über Halifax hinaus fühl- bar war. In Dartmouth und längs der Küste der Bucht wurde großer Schaden angerichtet. In einer Entfernung von vier Meilen wurde ein Telcgraphist an seinem Apparat ge- tötet. Die meisten Menschenleben gingen in dein Stadtteil Richniond verloren, der meistens aus kleinen hölzernen Häusern und engen Straßen besteht. Die Menschen wurden unter den Trümmern der Häuser zermalmt. Die eiitsetz liche Hitze der Gase, die infolge der Explosion entstanden, setzte das Holz in Brand. Die Zahl der Toten wird wahrscheinlich nur annähernd festgestellt werden können, da von ganzen Familien nur verkohlte Gebeine übrig ge- blieben find. Die Leiden der Obdachlosen werden durch die bittere Kälte noch verschlimmert. Das Gebiet, wo der Brand wütete, ist jetzt mit Eis bedeckt.— Nach einer weiteren Daily Mail". Meldung schätzt der Oberkommissar der Polizei in Halifax die Zahl der Toten auf über LOOCX Es würden noch immer Leichen gefunden. DfrettTon Max Koinhardt. Dentsehes Tlioater. 7 Uhr: Oon Carlos. Xac.hra. 21/, U.(halbe Preise): Das Korz'ort Montag: Don Carlos. Kasuni erspiele. 7'/» Uhr: Kinder der Freude. Nachm. 2'/, ü.(halbe Preise): Gespenster. Montag Kinder der Freude. Volksbühne. Theater am Bülowplatz. Untergrundb. SchSnh. Tor. T'/j: Ein Sommernachtstraum. Nachm. 21/j Ulir(ennäliigte Preise): Hedda Gabler. Montag: Edelwild. UfM lier FfJolWten! Sonnlag. den 9. Dezember. nachmittags 2V, Uhr: Deutsches Cpenth.: Rigoletio. VoltSbühne: Hedda Gabler. Nachmittags 3Uhr: Schiller-Th. Ckatlotteuburg: Novclla d'Andrea. Schiller, üb 0: Hinter Mauern. Lessing-Th.: Das tlind. KünsUer-TH.: Der Herr Senator. -TtiLatef. 3 Uhr: Ter Weiberfeind. 7'.- Uhr: AudrtlIS fioftr. WS- MKMWG ÄTIÖSÄL-SHE4TEE. Cöpeniciror Str. 63. Täglich s/48 Uhr. Sonnt., D.Dez., 7'/zU. zum 100. Male: Theater für Sonntag 9. Dezember. Metropo!-Theater Die Rose von StanM Sonnt, nachm. 3'/.: Auf allgemeines Verlangen, zum 200. Male; Was junge Mädchen träumen iOperettenp.in 3 Akt. Volksposse in 3 Akt von Döblin. Musik Musik Walter Bromme. Walter Bromme. Größter Lachertolg! Stürmischer Erfolg! Hauptdarst Wessel, Grimm- 1 Hauptdarsteller; Zirkus- Einödsh.,Elis.Brosig.Poska| direkter: Karl Wessel.! Vorverkauf: ab 10 Uhr ununterbrochen, auch Tistz.| Contral-T heater 71/,■ Oie C'<.ar ö. d. M. gestorben ist. Tie Beerdigung findet am Montag, den 10. d. MtS.,u nnchinittaaS 8 Uhr, von der sz! r'e.riicnbaäe des Üdapcrnanm- KirchhafeS, BalsuSstradc. aus sta«. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, dag unser Kollege, der Schlosser Friedrieh Grolms Lantiviil, Kurstirslenstr. 35 am 5. d. M. gestorben ist. Die Beerdigung findet am Zonntaq, den 9. b. Mis.. nachnnttagS 4 Uhr, von der ?eichenbailr deS lluiher- KirchhafeS in Lanltoitz auS statt. Den Mitgliedern serner '!>r NachAcht. dah unser iollege, der Dreher Nax Lehmann «.richtsrr. 87 am 6. d. M. gestorben ist. Die Beerdigung findet am DienSIag, den 11. d. M.. nachmittag» 2�/, Uhr, von der üetcheuhalle de« stentral- , Friedhofe» in sjoiebwchsfclbe aus jtatt. f Den Ritgliedern ferner zur Nachricht, dag mrser Kollege, der Schmelz*) Job. Paplowski Spandau, Posteniftr. 4 um 5. t Vt.«estarben ist. Tic B?«»»igimg sind* ani Montag, den 10. d. M., nachmittag 2 Uhr, von der Leichenhake dos ÄuZ-Kirch- dose« m Hoboeiichönbausen. | im Alter von 48 Jahren. Er war uns ein guter [ Kollege und treuer Freund. Sein Andenken ehrt J Die Bcrwaltung Berlin. Begräbnis, am Montag. den 10. Dezember, nach- I mittags 2 Udr, aus dem zweiten iiädtischen Fricdhos s zu Schöncberg(BlantcHölle). Wir bitten um möglichste Beteiligung der Branchen- | tollegen. 20/10 , Deuttdiff ! cranspertarbeiterverband. j Bozirksverwalt. Grog-Berlin Ten Mitgliedern zur Nach- richt. dag unser Kollege, der Fensterputzer Uidwx Bavall am 5. Dezember im Alter von 41 Jähren verstorben ist. Ehre seinem Andenken 1 Die Beerdigung findet am Montag, den 10. d. Mts., nachm. l'l, Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- FaiedhojeS w Friednchsselde | au« statt. Um rege Beteiligung er- > sucht 11/11 VI« 3«irlc»r»n»»>tiuig. Berliner«ir. 81/92. auS statt. Nege Deteiligimz erwartet. wir» Zta-ciemk«. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, datz unser Kollege,»er Galvaniseur ?i!ide!N Lanier Britzor«k.«8 um 26. n, St. gosUrbm ist. ; Den Mitgliedern ferner K zur Nachricht, da« unser H Kollege, der Ratalldrüeker Mn Süds NePendurzer Str. 31 nm ö. s>. M. gestorben ist. (ohrc iHrrm Andenken: zSO/li Vi« Ortsvorwaltung. Verband der Satter und Porteleuiller. Ortsvenvaltung Berlin. Als Opier des Weltkrieges siel der Kollege'160/20 Vilheim Lneh 37 Jahre alt. Ehre seinem Andenken! vi« Ortzvonesltung. Ais Opfer des Weltkriege« fiel am 23. November 1917 zz unser Kollege, der Dreher KansGrohse Air verlieren in ihm einen ireuen, guten Kollegen und werden ihm stets ein ehrendes Angedenken bewahren. vis Kollegen der Drehersi Werkzeugbau, Kabelwerk Oberspree. AIS Opfer dieses Welt- I kricgcs nach 33 Monaten j starb am 26. November infolge eines Unglücksfalls mein! bcrzensguier Mann. Sohn.> Bruder. Schwager und Onkel, J der Möbelpolier Otto Müller. Im Namen aller Ver- wandten 134A Deine tiesbetrübte Gattin IfoHi« Miiller. Wenn Liebe könnte Wunder tun, und Tränen Tote wecken, dann würde Dich, mein gutes Herz. nicht fremde Erde decken. �taedrut. AIS Opfer des Weltkrieges ! fiel am 27. Juli 1916, bis- ! her als vermißt gemeldet. I unser lieber Kollege und jabrelangcr treuer Mit- i arbeit er SM« MW j im Alter von 22 Jahren. Sein Andenken werden ) wir stets in Ehren halten Die Arbciter-Jngend Berlin. da? sch Trn hSchsien Grabe enkzillk! war bot! den Darbietungen dieses Dunderapparates..." Artur AMsch yis*ia�cCaA} y!)'iL yA** />(A�X7C�i IM«W buuft Ball, Monzenhfilg. Berlin, Wilholmstr. 46/47. m Jeldsoldaten! Veutsch-Polnisch. ISPs. Oeuisch.Aranzösischlfipf. Luchhandlung perrväris, verli» WW'SessWjAsi Skliis M Tonnerstag, den 20. Dezember, abends 8 Uhr, im Lehrer-Bereinshans, Alexauderstraße 41: WWW kill GMMlsMIlllW. Tagesordnung: fortfet2llNA«ler OiskuMon über clen Jabresbericbt cles Vorstandes uncl äes?Zufsicktsrats. Kousum-Genvflenschaft Kerl!« und Umgegend eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. 107/5' Nor Vorstand. Ft. langer. 0. Schultz«. W. Lamm. A. Minis. P. MDIIer. Der Anfslrhtsrat. L.SL: F. Güttie\ __ Der Eintritt kann nur den eingetragenen Mitgliedern gegen Borzeigung der braunen LcgittmationSkarte gestattet werden."MA Verlag für Sozialwissenschaft G.m.b.H. Berlin SW.K8- Lindenstraste 114 9?ach>utln (SOultration«probe) Soeben erschien In unserem Verlage das stardbegehrte Buch: Die große rufsifthe Revolution Von N. E. Verow Mit historischen Bildern und PorlrlltS Preis 2,S0 Mark Porto 20 Pf.— In jeder Buchhandlung erhältlich. dringen die Zeitungen fast ttiglich Berichte über die reuoll!-> ■ i»■Jiuntag», obee der ZeltimgStefer, der nicht die ruiiiichen tewerhÄinifie näher kein«, vermag(ich nur leiten ein Biid, Seit Monaten bringen die. tionären Vorgänge I Zustände und PartewerhsWDW��WW. M,. �.W. von den genieideten Sreigntsten zu machen. Me oben angezeigte Schrift will ibm die nötigen Vortennmiste zitm Versiändni« der heutigen revolutionären Be- wegung in Ruhland vermureln. Zn knapper, populärer-«eise schildert ste die sozialen und politischen Zu- stände Rußlands vor dem Begin-i»es Welrlriere«. die KriegSdoffnungen und jkriegsdefurchlungen der Riederiagen auf das poli Ausbruch der Revolution. in den Provinzen, die Errichtung Kreise, die Rü<»>irtnngen der militärischen. «»MW... Staate«, den Moskau und 1 'und Soldaten* ?««en, M« Zersehuna d« rusfischen R«v»!uN»nel»-npfe in Pererebura. img de» Petersburger Arbeiter- ui delegtertenrates sowie der Provisorischen Regierung, die Segensähe zwischen den! verschiedenen politischen Parteien, den Zusammenbruch der Ostcnsive in B.rlizien. die Umbildung der Provisorischen Regierimg unter srerensti« Diktatur usw,— Beigegeben stnd dem Text eine Reihe bildlicher Darslellungen au« dem volltischen Leben Rußlands sowie Porirät« heworraeender Politiker und Revoluktonare. Hierdurch die traurige Nach» richt, daß meine liebe Frau kmz Rom �"««»e heute jrüh gestorben ist. Der trauernde Gatte nebst Kindern 1S8A Thtophll. Rum, Goltzstr. 46. Nerven- und Stoffwechselleiden insbesondere Nervenschwäche, Aderverkalkung, Gicht und NhemnatiSmus, Zucker krankheit, Ragen- und Darmleiden, Herz-, Leber- und Nierenkrankheitcn, Blutarmut, Schwäche- zuitinde, Hautteideu werden mit vorzüglichem Erfolge nach besonderem Versahren ohne jede Berufsftörung behandelt.— Kuvgc Kurdaucr.— Kombinierte Sauersiosfkuren.— Künstliche.Hohensonne.— tptektriiche Behandlungsweise. 8aliilg!8röt l)r. Welse'z Ambülatortom, fÄ zTizän. liiisniriiii~ im S'diutikrtirtiiiiiii. Ten vor dem 1. Juli 1917 zum Heeresdienst eingezogenen Miigiicdern bezw. deren Familienangehörigen wird auch in diesem Jahre eine' Weihnachtsunterstützung gewähri. Die Auiiznhlung begmnl am I. Dezember und wird mit Ruötiahine des freitags an jedem Wochentage in der Zeil von 9 bis 1 Uhr vorliiittags gegen Vorz.igung des Unlerstützungsbogens vom Magistrai im Bureau, Sebastiau- strafte 37138. Qrnerg. 3 Dr., ausgezahlt. 166/10 Dasselbe gilt auch sür Frauen, deren Männer gefallen oder beim Miiilär gestorben sind. Die LrtSverwaitnng. Für die vielen Beweüe herzlicher Teil» chme. weiche uns bcimHiwcheiden unseres Sohnes zu teil wurden, sagen wir allen aus diesem Wege unseren aus- richtigen Dank. 1070b In tiefster Trauer VamiUv Fackel. Spezialarzt Dr. med. WockenfuO, Friedrichst 125(Oranienb T.), fürSyphilis.Harn-u. Frauenleiden Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 1#T.), Blutuntersuch. Sohnelle, sichere schmerzl. Hellung ohne Berufsstörung, Teilzahlung. 252/12* SpreoEstunfi.: 11— 1 n. 8—8. jt-u.HVtl,— reg. Hutten- ocftetlt.—| 'mee 3. 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Colbergerstr. 28/29. Nerv««- u. Knochrtt- Hautentzündung— bollftöndig gelahmt— geheilt.— 9. Frau Preuft, Pankow» Damerowktr. 64. tfuugen- bluten in 4 Tagen»vhftändig gebeitt.— 10..Frau E. Herz», nun, Schöneberg, Fenrigitr. 61. Eiternde Distel»ach Biinddarmoperatton geheilt.— Ii. Herr C. Ritter, Friedenau, Sponholzstr. 66. Bon Knie, gelentleiden gebellt.— 12. Frau A. Rohrmoser, Berlin, Bresiauerstr. 1. Aktes fünfzehnjähriges Herz, leide» geheilt.— 13. Herr M. Aujxner, Reiuicke». borf-Weft, Antonienstr. 3.«iefervereiterun� gehoilt.— 14. Frau H.Hagel. Sachienhaufen b. Oranienburg L M. Unterl..Nlutuitge» und Neri»enlrideu geheilt.— 16. grau Ww. ftzritschltr, Berlm, S.>»arien8urHcrftr. 48. Tarmgeichwulft geheilt.— 17. Herr iSoich Bock. Berlm, Havelbcrgerstrafie 16. Bon Riercu- und Blairnleiden, SSasseriucht, allgemeiner grofter Sckiwäche geheilt.— 18. Frau Reltaur. H« ring. Bertin. Schönhauser Allee 87. Bon Basedowscher Krankheit geheilt.— 19. Herr 81. Brose, Bin.-Dempeihof, Friebrich'Wiibeitnsir. 14. Schweres Viütkrnmarktewen mit Läbmung derBeine vollständig gehcitt.— 20. Frau C. Popp, Bln.-Lichtenberg, GätineriN. 10. Bon chvo- nischer Herzschtvnchr und Verstopfung geheilt. — 21. Herr A. Schlabtft, Berlin. Eaprinistr. 24. Bon Gesichtsinpus geheilt; vorher mit Radium erfolalos behaudeit.— 22..Herr R. Hellwig. Bln.-Borfigwalde. Ernstitr. 26. Von Biagengcschwuist. Perjtopfuug und Nerbeiischwöche gebeitt.— 23. HerrMiichhändler Eckert, Berlin, Gretsenhagenetstr. 26. Von gichtisch-rheumatischeo Schmerzen in Bein und Fuggelenk gebellt.— 24. Herr Gastwirt C. Michaeli», Charlottendurg, Wallftr. 87. Von chroniichein Leberleiden nnb Gelbsucht geheilt. — 26. Fron M. Knorr, Bln.-Lichtenberg. Scharn- wcberstr. 62. Von Herzichwücho, Leberanichwelluua nnb Magenkrebs geheilt.— 26. Sohn Paul de? Weichenstellers Herrn Wilhelm Haffner, Bln.-Wefieud, Bcamtenhaus. Von schwerem Beinleideu geheilt. Bein sollte abgenommen werden. 240/16' BW Briefliche Original-Anerksnnungen von uns ge- hoilier Patienten stehen im Wartezimmer der Anstalt auf Wueech zur EinsiohL ♦ Getrenvte Behandlungsräume für Damen und Herren I<- Sprech- und Behandtungszeit: 8—1, 4— T'/r— Sonntag und Feiertag: 9—1. Die ärztliche Anstaltsleitung: HeilanstaltSdefitzer Professor P« iäisteSsky approbiert im Ausland Eterlm SO. 16, Brückenstr. 10b am Bahnhof Jannowltzbrttcbc. Jugenöveranstaltungen. Arbeiter-Hitgrndheim Neri!». Lt«i>e«str. Z Heltt«Ki,n«tag ist das Heim von Z Uhr an geöffnet. Abends 1 Uhr: B o r t r a g der ßenöffin Wachenheim mit besonderer Berückstchtignng der weiblichen Jugend. Alle zungen Mädchen nebst Eltern sind daher ganz besonders eingeladen. SSstrerauSstchte» ffir dn6 mittlere Rorddenttchland big Montag mittag. Ziemlich mild und zettweise antklarend, jedoch vor» wiegend trübe mit leichten Regensällen. Srieflasten See Reöaktion. Wahlctzeit Brie? erhallen, besten Dank!— TS. 23. Amerika betrachtete diesen Fall nicht nur als unsreundiichen Akt, sondern drohte sogar mit Abbruch der Beziehungen,— Agnes R. D. S. Nein, doch raten wir Ihnen, sich mit einem entsvrechenden Antrag an den Metall- orbeiterverband zu wenden.— F. Wt.>clcg;pntaeltskltiite. dtühpunseh, ttUoholfwi. Liter 2,00 M. Katsernimseh, alkoholfrei. Liter 2,20 M. 1 Teil Punschextrakt, 2 Teile siedendes Waffer ergeben einen tailllche» stisten Punsch, kein Zucker erforderlich. Die Extrakte sind Uhler Berwendung von Webt hergestellt. Das belle Getränk in jedem Haushalt. Ein Glas Punsch stellt sich aus ca. 5 Pfennige.— Es lvird Höst, gebeten, Flasche» oder Besätze zum Absüllen mitzubringen. 8. Krdmer, Berlin N 24, Oraoieniiiirier Str. 6g. 2. LerkausSstellc, ffteinickendorker Ztt. 109. 8., Nndreasstr. 78, 4,, Neukölln. Berliner Str. 7«. , Versand nach autzcrhalb tu Korbflaschen von 3, 10 u. 25 Litern. i Korbflaschen werd. z. berechn. 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Warenwerter I 1 vergütet.— Für die Ermittelung der Abnehmer 1 I der gestohlenen Ware sowie des Eigentümers[ j des vorbeschriebenen Fuhrwerks wird eine an- I j gemessene Belohnung gezahlt.— Zweckdienliche I [Angaben sind entweder an uns direkt oder an| | das Polizeirevier». 8(Wöhlortstraße 1) zu j lichten., 235/2*| | Kaufhaus Singer& Pünktliche Rücklieferung Elegante Ausführung Be. Oe. Besohlungs-Gesellschaft Bei eintretender kalter Wtterung sind trockene, warme Füße zur Erhaltung der Gesundheit notwendig. Wir besohlen Schuhwerk mit erprobten Ersatzsohlen. Annahmestellen sind folgende Filialen von W. 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Enaler, Velle-Alliance-Str. 84. 64K* Aufwärterio von 9— Vil2 Uhr sucht Sieler, Swine- münderstratze 47.+15l Zeftungsausträgerinnen können sich melden..Vorwärts"- AuSgabestelle�ausitzerplayl4/15. ZeftungsauStrSxcriu lofon einzustellen. Dorwärtsspcdition Aioabi», Wilhelmshavenerstratze 48. von ll—lVt und 41,— 7 Uhr.____» ZeitungSträgerin verlangt Spedition� Prinzenstr. 31.* Frauen zum ZeittmasauZ- tragen sucht.Vorwärts-Aus- aabeslelle Ali-Boxhagen 56, Laden.* Botenfrau wird eingestellt! „Pcrwäris", Ebgrlottenburg, Sesenbeimerstratze l._* ZcitnngSauSträgerinnen werden sofort eingestellt.Bor- mSrtt*.Sp«di>ion, Markus- straße 36.____* Boteiiirauen sofort verlangt Ausgabestelle GreiscnHagenos> arbeiten, sowie zum'Ruf- uud Abladen von Kohle» verlangt. Sur Frauen, die solche Arbeiten schon gemacht haben, wollen Ii« zwiichen 8 u. 9 Uhr morgen» melden. lrOL �lev. illermetn G. m. b. H., _ Berlin N SO. Paiuflr. 2'.i. StepperlDQeo a. Filz verlangt. Schuhfabrik Andreadstr. 40.___ 114/6 Zuarbeiterin verlangt Scxnmel&Friedlaemiar, zu melden bei Ditlmann, Alte Jakcbltr 61___ li2;3 lad.'VRarljfiifrm verlangen 112/4 Semmel& Frtcdlaciidcr, zu meiden bei Tittman», Alte Zatodstr. 51. Neue rusflsthe Geheimdokumente ?!«u« von der bolschewistischen Regierung deröffentlichie Geheim- dokumente ergänzen die schon mitgeteilten Glücke, durch die auf d ä S Werben um Griechenlands Hilfe Licht geworfen wird. Ein neues Dokument bestätigt die Bereitschaft der Regierung Wem- ielos im Januar lÖtS, Ko v a lla an Bulgarien abzutreten. Aach WeniseloZ Rücktrilt protestierte die griechische Regierung gegen die Angebole. Ein weiteres Dokument betrifft die Abtretung des Be- zirkS Dojran-Gewgeli von Serbien an Griechenland und ge- hört zu den diplomatischen Verhandlungen, die dem Ausbruch des großen delitsch-österreichisch-bulgarischen Einmarsches in Serbien im Herbst IBIS unmittelbar borausgingen. Griechenland bollzog im Ostober die ihm von Serbien zugestandene Besetzung des Dojran» Gebiete? nicht, weil es sich in die serblsch-bulgarischen KriegSope« rationen nichl einmischen wollte. Ander« Dokumente betreste« die Kornilow-Politik. Terestschenko fragt den Ministerpräsidenten, waS mit zwei revo- lnlionären Blättern geschehen soll, in denen KerenSki, die Kadetten und die offiziellen Vertreter der verbündeten Mächte als Komplizen der Kornilowiade bezeichnet werden. Ein anderes Telegramm TerestschenkoS bezieht.sich, auf die Pariser Alliierten- lonserenz und ist unterm lS. Ostober 1917 an den russischen Geschäftsträger in London sowie an die Vertreter in Paris und Rom gerichtet. Sie gibt Richtlinien über die Aufgabe der Kon- ferenz. die in der Würdigung der ollgemeinen Lage, der Herstellung völliger Solidarität zwischen den verbündeten in ihren Ansichten über die Lage und die Bestimmung der Mittel und Weg« für die Forttübrung deS Krieges bestehen müsse. Dann heißt eS:.Hinsichtlich der Beteiligung einer das Vertrauen unserer Demokratie genießenden Person an der Konferenz wird man eingedenk fein müssen, daß diese Person zum Bestand« der russischen RegierungS- delegation gehört, in deren Ramen offiziell nur ihr Haupt sprechen wird.' Dieser Satz zeigt das Telegramm in Beziehung zu den Kämpfen, die in Rußland über die Vertretung auSgefochten und durch das FriedenSprogramm der Sowjets kompliziert wurden. flufstänöe in Portugal. Amsterdam, 8. Dezember. Das Reutersche Bureau meldet aus Madrid! Laut Telegramm auS Oporto ist in Lissa- b o n die Revolution ausgebrochen. Einzelheiten fehlen. Auch in Oporto kam es am 5. Dezember zu Unruhen. Der Mob pliinderte die Bäckerläden. Zwei Personen wurden ge- tötet, 60 inS Spital gebracht. 78 Personen verhaftet, ibie Menge jubelte den Soldaten, die nicht ein- g r i f s e n, zu. die Mären Humbert unS Solo. PariS. 8. Dezember.(HovaS.) Der Ausschuß, der mit der Prüfung der Forderung zum gerichtlichen Vorgehen gegen Charles Humbert betraut war. bat einstimmig di« Aufhebung der parlamentarische» JMmunitätHumbertS beschlossen. R»«, 8. Dezember.(Ag-nzia Stefans.) Di« Blätter melden die Verhaftung der früheren Abgeordneten B o n a n n o, Bp u N i e a r d i und D i n i. die in der Angelegenheit Solo bloß- gefiellt sind. Di« Haftbefehle sind von der Militärbehörde erlassen worden. Der Kriegshaushalt ösrvereiujgtea Staaten Washington, S. Dezember. lReubar.) Schafcfekööär MrNdvo perneritt in sein-m Jahresbericht a» den Kangretz. baß zur Deckung der Ausgaben dsS lcmf-nben Fiskaljahres fünf Milliarden Dollar mehr srforderlich seien als der Ertrag aus Steuern urch den bereits bewilligten Bonds- «Missionen ausmache.. Die Einnahmen würden auf 1k! 580 000 000 Dollar veranschlagt, was mit dem Bestand des Schatz- amis einen Gesamtbetrag von 13 647 000 000 Dollar ergebe. Er schätz« den Betrag, mit dem im nächsten Jahr« die Ausgaben dr« Einnahmen überschreiten wänden, auf 7 600 000 000 Dollar. der Krieg auf den Meeren. verlin,?. Dezember. I« englischen Kanal und in der Nordsee wurden durch unser« U-Boot««iedrrn« 15000 Sr.-Reg.-To. versenkt. Unter den vernichtete» Schisse« befanden sich der englische Dampfer„Almond Brauch"(3461 Tanne»), sowie drei bewaffnet« englische Dampfer, von denen zwei vollbelade« waren. Der Chef des ÄdmiralstabeS der Marine. Berlin, 8. Dezember. Durch die Tätigkeit unserer U-Boote wurden auf dem nördliche» Kriegsschanplatz wiederum 4 Dampfer versenkt, darunter ei» Dampfer, der aus einem stark gesicherten Geleitzug herausgeschossen wurde, sowie der detvaffnrte französische Dampfer Pomone. Der Chef deS ÄdmiralstabeS der Marine. Ruckzugstämpfe üer Italiener. Italienisch»- Heeresbericht vom 7. Dezember. Auf der Hoch» fläch, von Schlege«(Asiago) gehr di« Schlacht ohne Unterbrechung weitcr. In der Nacht vom 6. Dezember und am gestrigen Vormittag- vollzog sich der Rückzug unserer Ttnp. P-n vom Aorsprilng des Melettagebirge« zu der rückwärts gelegenen BerlctdigttngSlintc unter dem Schutze der Artillerie, die den Vormarsch der gegnerischen Blassen zurückhielt. Eine feindliche Jnsanterieableilung, di« in das Frenz«!«» tal uiedarzusteigen versuchte, wurde unter stürmisches Maschinen- g-wehrfeuer genommen und mußte sich in Unordnung zurückziehe». Am Nachmittage versuchte der Gegner nach einer sehr heftigen Feuevoovbereitung, nördlich de» Tale» De i R o n ch i bis zum Monte Kaderlaba mrt starken Kräften unsere Linie südlich von Gallio zu durchbrechen. Der feindliche Versuch scheiterte dank der Tapferkeit uns» rer Trupps», die dem Gegner am Monte Sisemol standhielten und ihn in einen zwölfstündigen Kampf verwickelten, wodurch sie den rückwärtigen Abteilungen Feit gaben, auch die Verteidigung in dieser Gegend zu vervollständigen. Nach- dem sechs Angriffs« ersuck« durch Unsere GegaNangrisfe znrückge- schlagen worden waren, mußt« der Feind, der starke Verluste er- litten hatte, am Sisemol soin Vorrücke»«instellatl. An der übrigen Front verstärkte sich dir übliche Tätigkeit der gegnerischen Acullecie« in gewissen Abschnitten. Keine Kampf- Handlung.__ der Kampf in palSftina. Englischer Bericht über Palästino vom 7. Dazembcr. General Alletödh berichtet, daß er Hebron besetzt habe. Hebron liegt halbwegs zwischen Berseba und Jerusalem, Kleine Kriegsnachrkchten. Kornilow auf der Flucht. Aus Petersbuvg meldet ffteirter: Hier wird erklärt, General Kornilow vermeide die Eisenbahnen und ziehe auf den Straßen zu Pferde südwärts. Bon den„Tabora-Deutschen" sind soeben di««rston 8 Männer, 3ö Frauen uns 30 Kinder trtder Schweiz eingetroffen. Die französische Botsckast rn Bern hat im Auftrage ibrn Regierung mitgeteilt, daß weitere Transport« ÄsbaL, folgen werden. Der vsterreickiifche Gesandte in Kopenhagen und Kristiania Graf S zechen vi wurde unter Enthebung Mit seinem Posten in das Ministerium.des Aeußer» berufen. Die Vateetavöspartei im porzellaAlaAen. Ein« Konferenz der Häupter der VoierlandSpartei bot in Berlin getapt und zum Waffenstillstand an der Ostiront Stellung genommen. In der Einleitung ihrer Entschließung begrüßt sie das Zustandekommen des Waffeftstillstznde?. was man erfreut zur Kenntnis nehmen würde, wenn nicsit der Inkalt der ganzen werteren Entschließung sich wie ein Versuch ausnähme, die Verhandlungen mit Gewalt in die Luft zuspr engen. Schon der folgend« Satz, in dem bombastisch der Waffenstillstand als der augenfälligste„Belneis der Sieg- hastigkeit des deutschen Schwertes" gepriesen und dieffs Schwert im Gegensatz zu„revolutionär-demokratischen Ideen' verherrlicht wird, mutz eigenartig auf unsere PerhaudllMgS- geoner wirken. Hienan schließt sich der kategorische Impcra- tiv. daß bei der Lösung der Fragen im Osten nur deutsche Interessen maßgebend sein dürften. Und daraus folgt der Forderungszettel: die militärische Sicherung unterer Grenze, das notwendige S i e d l u n g s l a n d, die feste Begründung der deutschen Machtstellung in der O st i« Tie Mitwirkung der Vaterlandsvartei bei Friedensver- baitdlungen gleicht wesentlich dem Austreten eines gewissen Tiers im Porzellanladen: würde di« Regierung ihrem Rate folgen, so gäbe es zwar keinen Frieden aber um so mehr Scherben._ �vaterlanöspartei* und �Kaisertreue�. Man rückt ab. Tic„VaterlandSpartei" erklärt, daß sie der Gründung und den Zielen des angeblich gegründete» oder beabsichtigten„Bundes der Kaisertreuen" vollständig fern steh«. Sämtliche leitenden Persönlichkeiten der Vaterlandspartei haben erst aus den Zeitungen von der Tatsache der Gründung diese» Bundes etwas erfahren. Mit keinem der leitenden Persönlichkeiten sst über die Sache der- handelt worden. Die meisten Unterzeichner des Aufrufes sind der Vaterlandsparitzi völlig unbekannt. Ein Protest üer fronen. Ter Preußische Wahlresormentwurf ubepgehi bekanntlich wieder einmal die Ansprüche der Frauen mit Stillschweigen. Die deul- schtn Fraue» wollen sich jedoch ihre Rechtlosigkeit nicht länger ge° fallen lassen. Eine Anzahl führender Frauen au» der Stimm- rechtSkxtvegung Haiben in einem gemeinsamen Schreiben an sämtliche Fraktionen des preußischen Landtags dem Wunsche Ausdruck gegeben, empfangen zu werden, um von de» Fraktionen seklsst Ausschluß über ihre Stellung zum preutzisckwn Wahlrecht zu erhalten. Beteiligt sind neben den bürgerlichen Stimmrechtsver- einen an dieser Aktion auch die sozialdemokratischen Frauen beider Richtungen. Es dürfte die» die erst» gemeinsame sozial- demolraiisch« Aktion seit der Parteizerreißung fein. Zugleich ergeht«ine Erklärung an all« Parlament« zugunsten des Frauenstimmrechts, die folgenden Wortlaut hat: „Bei den Kämpfen um die Demokratisierung des Staats- lebcns tu Teutschlcknd hat es sich bisher nur um die volle Milbe- stiittmung aller Bürger des männlichen Geschlecht» in den gc- setzgeoenden und verwaltenden Körperschaften gehandelt. Ten deutschet» Frauen hat män— ihren jahrelangen Bemühungen zum Trotz— bis auf geringfügig« Ansätze bis zum heutigen Tage noch keine öffentlichen Rechte eingeräumt. Die Mitarbeit lies weiblichen Geschlecht» im öffentlichen Leben steigerte sich ist rapidem Wachstum von Jahr zu Jahr, bis tvähreud de» Krieges die Zahl der weibliche,» Berufs- tätigcn in Deutschland schließlich die der männlichen überstieg. Di« Arbeit der Frauen umfaßt alle Gebiete menschlicher Tätigkeit, ohne sie wäre e» nicht mehr möglich, da» wirtschaftlich» und so- ziale Leiben de» Volkes aufrechtzuerhalten. Wohl crkeltiien die Frauen unbedingt ihre Arbeitspflicht gegen, 16er der Gesamtheit an. Aber diese Pflicht fordert auf der anderen Seit« auch das Recht, an dem Auf- und Weiterbau der Gesellschaft mitzmvirken. In d«u meisten Kulturländern hat Man den Kratzen bereit» öffentliche Rechte eingeräumt. Neben Neuseeland, den australischen Kolonien und einer großen Zahl der amerikanischen Staaten gewährten ihnen schon vor dem Kriege Finnland und Norwegen politisches, England. Schweden, Rußland ,tnd andere Länder volle» oder eings- schränktes kommunales Wahlrecht. Der Krieg brachte ihnen auch in England. Tineinart. Kanada und endlich durch die russische Revolution Irt Rußland elnsn vollen Sieg; in Holland. Frankreich und Ungarn stehen weitere politische Zugeständnisse an daS weih- licht Geschlecht in sicherer Aussicht. Deutschland steht bis heute den Fordecungen der Frauen gegenüber mit I» letzter Reibe. Nicht ollein da» politische und säst überall daS kommunale, selbst das Wahlrecht zu den Gewerbe- und' Kaufmannsgerichien ist ihnen bei uns versoff. 'Gegen diese Rechtlosigkeit legen di« Frau«« kraft ihrer Arbeit für die Allgemeinheit wie kraft ihrer Würde als vollwertige Menschen Protest ein. Si« fordern politische Gleichberechtigung mit den Männern: allgemeines, gleiches, direkte« und geheime» Wahlrecht für alle gesetzgebendrn Körperschaften, voll« Gleichbereck. tigung i» den Kommunen vnd den gesetzlichen Interessenvertretungen. Di« sozialdemokratische Parteien iraiSti wieder. holt im Reichstage wie in de» Einzelparlamenten für das Frauen. waUrecht ein. Ihre Anträge hsieben stets erfolglos. Trotz allen Eingaben der FranenstimmrechtSverbände und anderer bürgerlicher Frauenorganisationen stellte sich bisher kein« der anderen politischen Parteien im ReichSiaff» oder den Einzelländ- tagen auf den Boden der ytouenfordvrungen. Die preußisch« Regierung bat auf da» Drängen des Volke« nun im preußischen Landtag«inen Antra» auf allgemeines und gleichet Wahlrecht eingebracht. De» Stimmrechts für die Frauen wird�auch darin wieder mit keinem Wort Erwähnung getam Angesichts dieser fortgesetzten Nichtachtung haben sich zum erstcu Male Svzialdrmvkrgtinnen mit diiraerlichen Fraucnvrgani- tutiene« zum Kampf«rn ihr« Recht« zusammengeschlossen. Di« Vertreterinnen der FräUenstiMmrechlsbctnegung, di« den deutschen RsÄHSVerband für Frauenstanrmrecht und Ken deutschen Frauen- stimmrechtsbund Hilden, mit den in der sozialdemokratischen. Partei organisierten Frauen wenden sich in diesem Ausruf an die Oeffentlichkeit, um ihren Forderungen Nachdruck zu verschaffen. Die Erklärung der hier bereinigten Frauen geht zugleich dem D'Ut scheu Reichstag Und allen deutschen LgrtdeSparlametüen zu. Tie sex ersten gemeinsamen Willenskundgebung der Freut« werden solange we'tere folgen, bis Ht Sieg unserer G»ch->. er- rangen ist Für die sozialdemokratischen. Frauen Deutschlands. Mari« Juchacz. Deutscher Vetsfrattd Hit Frauenstimmrecht. Marie Stritt Deutscher Frauenstimmrechtsbund. I. Minna Cauer." Die Erhöhung üer Nannschastslöhrnrng. Dm Löbnung der tlnternffizi«* und Mannichasten wu». wis wir dem neuen„Urmeeoerordnungsblatt" entnehmen, Mit Wirkung ocm 21. Dezember 1017 wie folgt erhöht: *) bei mobilen Formationen' für Vizefeldwebel und Vizewachtmeister, Fähnriche und Seftt- wtsniz-ffnuneM bim monatlich 08,00 M. auf 78,90 M.. für Sergeanten. Oberfahnenschmiade und Sa n itätssergean tsn von irnmatlich 57,00 M. auf 6TchO M., für U n t e r o f f i z i e r e, Fahnen» schmiede. Wofsenmeisteritnwtoffiziizne. Regiments- und Bataillons- iambour«, HoboisteN. Hovnrsten und Trompeter,'ZximtaisUnter- offiziere, Qberbücker und sonstige Dberhandwersttr, sofern die vor- genannten Funktionsunterofffziere nicht einen höheren Dienstgrad bekleiden, von monatlich 40,00 M. auf 48,00 W.. für Sanität»» gefreite und Mtlitärkrankenwärtergesreite von monatlich 28,40 Mark auf 28,30 M., für Obergefreite und Gefreite van monatlich 18,90 M. auf 24.00 M., für Gemeine und Militär- krankenwärtergemeine von lnonotlich lö/W M. auf 21.00 M. b) bei immobilen Formationen nutz im Lazarett für Bizeseldwebel und Vizetvochinieister. Fähnrich« und SanitätSfeldwebel von monatlich 67,00 M. auf 69,00 M., für Sergeanten, Oberfahnenschmiede und Sanitätssergea.rten von monatlich 49.50 M. auf 60,00 M.. für Unterofsizicce, Fahnenschmiede, Waffenmeisternnieroffiziere, BatailloNS-Tambonre, Sanitätsunteroffigiere, Oberbäcker und sonstige Oberhandwerler, sofern die vorgenannten FimktionSunterofsiziere nicht einen höheren Dienstgrad bekleiden, von monatlich 83,60 M. auf 42,00 Mark, für berittene imd unberittene Sanitätsgefreite und Riliiiirkrankeninärter-Gefreit« von Monatlich 18,90 bzw. 17,40 M. auf 22,50 Vi., für beriilen« und unberiitcne Obergefreii« und Ge- freite von Monatlich 12,90 bzw. 11,40 M. auf 16,30 M.. für berittene und uuberitlene und Milttärkrankenwärter-Gemeine von monatlich 11,40 bzw. 9,90 M. auf 15,00 M. An der Löhnung für die borstehend nicht genannten Unleroffiziere sowie die Feld- gendarm-Gefrciten wird nichts geändert. Eine Bbrichtigung. Herr Fritz Körtisig. dessen Siame neben der seiner Schwester geb. Wille vom Kupfer-Prozeß her noch in Erinnerung ist. ersucht uns auf Grund des Preßgesetzes um Ausnahm« folgender Btrichiigung r In Ihrer heutigen Ausgabe bringen Sie im Anschluß an die Gerössenliickung eines potitischc» Schreiben» de» GebnmrotS B. Körting-Hannover folgend« Rotiz:„Die Familie Körting ist bekannt durch Teilnahme a» der Verschwörerlonfersnz int Hotel Adlon, durch Scharfmacherei in der nationailiberalen Partei und durch Geschäft« mit der Lebensmittelwucherin Freu Kupfer in Berlin." Als Mitglied der Familie Körting stelle ich fest: 1. Es»st gerichtlich erwiesen, daß Frau Kupfer kein« Leben»« mittetwucherin, souderu lediglich eins Betrügerin war. die«» der« stand, unter der Borspiegelung einer Beteiligung an durch» nu» eittwondfreien im bebörölicheu Auftrage getätigten Em- suhrgeichästeu zahlreiche Personen zur Hergabe von Kapitalien zu bewege«. 2. Herr Gehrimrat B. Körting hat ni« in geschäftlichen Ve» ziehungen zu Frau Kupfer gestanden. Hochachtungsvoll isiez) Fritz Körting." DaS unter 2. Richtiggestellte erübrigt sich, da wir das Gegenteil nie behauptet haben. Zu Punkt 1 ober ist daran zu«rinnern, daß dl« finanzielle Be« teiligung der Geschwister Körting an de« Geschäften der Kupfer auf Grund von Gewinnansftchten erfolgte, an deren„Einwaud« freiheit" zu glauben schon mehr als ein Kindcrgemüt gehört«. Herr Fritz Körling wird sich daran erinnern, daß der Verteidiger der Frau Kupfer so weit ging, seine Beteiligung als den Versuch«in« Ausbeutung der Angeklagten zu bezeichne». Da» Urteil der Oeffentlichkeit Über die GeschastSteilhaber der Frau Kupfer sieht im übrigen fest— gerade auf Grund der Gerichts- Verhandlung._ LeSte Nachrichten. Rumänien— Gott helfe ihm! London, 8. Dezember. Ist einer Rede sagte Carson nach Reuter unter anderem folggrudes: Ich wiederhole den festen Gni- schloß unserer Regierung, weiterzugehen, bis ein jeder von unZ das gemeinsame Ziel, für das wir in diesen Krieg eingetreten sind, erreicht hat. Wenn e« einen Kompromiß außerhalb der Beb in- gunggrn, die ich dargelegt habe, grbcn wird, so wird«s nicht die gegenwärtig« Regierung sein, die einen solckftn schaud- baren Friede» schließt.. Wir werden alles tun. wa» wir könne». Es ist nicht leicht, Rumänien zu helfen. Aber da» ist das wenigste, was wir tun können, und kaum ein Tag vergeht, Ahne daß wir uns überlegen, watz wir tun könne», um unseren tapfereu 23«. bündeten zu helfen. Serbien, Gott h«lf« ihm. und Ru- Mäuien, Gott helfe thut, können sich mit Griechen- l a n d vereinigen und die drei natürlichen Verbündete» der Welt sollten doch itz' stände sein,«inen Zustand herzustellen, der nicht Nur die Freiheit ihrer Völtcr htrbeiführen, sondern uns auch t» der Lösung der Fragen, dir sich im nckhett Osten erhsl-en, helfen wird. Anklagemitkel gegen Kmnski. Petersburg, 8. Dezember.(Melduuz der Petersburger keltgraphen-Agentur.) Bei dem gewesenen Gehilfe« des Marine- Ministers Kapaist wurde ein geheimes T ch r t f t st« ck gefunden, in wolchcm di» Regierung Krrcnskis ihre Pläne über dir Wtedeeeiiiftzhrttng der Todesstrafe,«bor da» Kriegsrecht, üb«« das BerfammlungSverbot und über die Aufliisunz der MattofeUorgani- sotioncn mitteilt. Gleiches Gehalt für alle TtaatSbeomten. Petersburg, 8. Dez»inb«tr Meldung der PeteeSbttrgtr Tele- graphen-AgentUr. Das Vvlkskoulmissartst fehle für alle Staats- deamten da» gleiche Monatsgehalt itz Hohe von 500 Rustel fast, Verheiratet« erhalt«»«ine mimatliche Zulage von 100 Rubel. OAverkschasisbewVlMg Serlin und Umgegend. Kür die Erhöhung der Berbandsbeiträge. Bei der vom 1. bis 8. Dezember stattgefundenen Urabstimmung des Buchbinderverbandes über eine vom Verbands- vorstand in Gemeinschaft mit einer Elferkommission ausgestellte Vorlage betreffend Beitrags- und Unterstiitzungsneuregelung tvurden � für Verlin insgesamt 2237 Stimmen abgegeben Davon stimmten 1997 Mitglieder dafür und nur 181 da gegen. Das Abstimmungsergebnis xeigt. daß die Mitglieder die Bedeutung der organisatorischen Neuerung für die Zukunft vollauf zu würdigen verstehen. Deutscher Bauarbeiter- Verband. Zwcigverein Berlin. Die Berliner Maurer und Hilfsarbeiter macken wir ausdrücklich daraus ausmer'sam, dah daS Ergebnis der zentralen Tarifverhand lungen. das in Nr. 49 des.Krundstei»"' veröffentlicht wurde, für Berlin nicht in Fracie lommt. Der Vertrag zwischen dem Verband der Baugeschäft« von Troh- Berlin und dem Zweigverein Berlin sieht vom 17. November d. I. eine Erhöhung der KriegstcuerungSzulage von lO Pf. für die Stunde, für Maurer auf 1.60 M., und 15 Pf. für Hilfsarbeiter, auf 1.43 M. (für Stein- und Kalkträger 1.60 M.) und vom 2. Februar 1018 von weiteren 5 Pf. für beide Gruppen vor. Am 10. Dezember d. I. findet eine Erhöhung des Lohnes nicht statt. Der ZwcigvereinZvorstaud. Kordernnge» der Gemeindearveiter. Eine am Donnerstag abgehaltene Versammlung der Vertrauens- männer des GcmeindearbeirerverbandeZ und der ÄrbeiterauSschuh- Mitglieder der kommunalen Betriebe sprach sich über die gegen« Wärligen?ohn« und Arbeitsverhältnisse aus. Die Versammlung gab der Meinung Ausdruck, daß es dem Drängen der städtischen Arbeiter und der uvermüdlichen Tätigkeit ihrer Organiianon gelungen ist. die Barlöhne wesenllich zu erhöben. Trotzdem stehen die in de» städtischen Beirieben gezahlten Löhne hinter der Entlohnung in der Privalindustrie zum Teil sehr erheblich zurück. Mit der Steigerung der Lebensmittelpreise haben die Löhne der stadtischen Arbeiter nicht im entferntesten Schritt gehalten. Deshalb hat sich die Wirtschaftslage der städtischen Arbeiter gegen die Zeit vor dem Kriege in unerträglichem Maße ver- fchlechtert. Da in erster Linie eine starke Berufsorganisation die «Bewähr für die Erreichung und Festigimg einer auskömmlichen Existen, bietet, wird allen städtischen Arbeitern und Arbeiterinnen Groß-Berlins der Anschluß an den Verband der Gemeinde- und EiaatSarbeiter zur Pflicht gemacht.— In voller Anerkennung der bisherigen Tätigkeit des Verbandes beschloß die Versammlung ein« stimmig, an die Stadtverwaltungen Groß-BerlinS folgende Anträge zu stellen: 1. Die zurzeit gezahlten Etatslöhne einschließlich aller TeuernngS-, Konjunktur« und KrregSmlagen. Ärtegsbeihilfe» usw. sind tu Grund« löhne sWochenlöbne) änzurechnen und als solche in den ordentlichen Etat der Gemeinde einzustellen. Auf den so gestalteten Grundlohn haben sich die SleigerungSsioffeln noch dem Dienstalter aufzubauen. Der Höchstlohn muß nach spätestens fünfjähriger D'enstdauer erreicht werden. Die bisher gewährten Kmderzulagen sind im sozialen Geiste weiter auszubauen und müssen in allen Betrieben gleich- mäßig gewährt werden. 2.'ES ist in allen städtischen Betrieben die durchgehende Ar- beitSzeit einzuführen und die Dauer der Arbeitszeit aus höchstens acht Stunden täglich zu bemessen. Eine Kürzung des täglichen Ar- beitSvevdienstes darf durch die Verkürzung der Arbeitszeit nicht eintreten. 3. Es ist eine gründliche, den Zeitverbältnissen und dem sozialen Fortschritt entsprechende Revision der Arbeitsordnung vorzunehmen. Insbesondere muß die Fortzahlung des Lohnes in Krankheitsfällen voll und zwar für die Dauer der Krankheit gewährleistet sein. Eine gründliche Aendernng der Urlnnbsordnung ist dringend not- wendig. Und zwar muß der Urlaub im ersten Dienstjahr mindestens am 8 Tage und nach dem Dienstalter steigend bis zur Dauer von 4 Wochen festgesetzt werden. Eine durchgreifende und auskömmliche Erhöhung der Bezüge der Ruhegeld- und Hinterbliebenen-Renten- bezieber ist gleichfalls schleunigst in die Wege zu leiten. Bis zur endgültigen Festlegung dieser Renten ist den jetzigen Beziehern eine Teuerungszulage in Höhe von 50 Proz. zu gewähren. 4. Die hierzu notwendigen Berhandlmigen mit den Stadt- Verwaltungen sind von der Verbundsleitung unterer Orgaiilfation sofort in die Hand zu nehmen. Eine befriedigend« Erledigung un'erer Anträge können wir nur in einem zwischen den Stadt- Verwaltungen und drr Orgamsalion abzuschtießenden Tarifverträge srblicken. 5. Von den Siadtverwalinngen und allen dem sozialen Fort- schritt huldigende» Kommunalpolitikern, insbesondere aber von den f3f eiern der Arbeiterschaft in den Magistrats- und Stadtverord- neienkollegien erwarten wir weitestgehendes Entgegenkommen und verständnisvolle energische Förderung unserer Wünsche. Zur Verlängerung der Tarifverträge im Holzgewerbe, über die wir in der Sonnabendnummer des»Vorwärts' bereits be° richteten, wird unS noch folgendes geschrieben: Wertvoller noch als die von der Organisation erzielte Lohn- erhöhung ist die nun durchgeführte Klasieneinteilung der Städte und die vertragliche Festlegung der Arbeitszeit sowie der Mindestlöhne für die einzelnen Klaffen. Da gegen- wärtig in vielen Fällen weit höhere Löhne gezahlt werden. als die vertraglichen Mindestlöhne kommt die Bedeutung der letzteren noch nickt so unmittelbar zur Gellung. wenn auch die tatsächliche ge- zahlten Löhne um den Betrag der vereinbarten Teuerungszulage erhöht werdenmüffen. Der Wert der Klaffeneinteilung. aufdie der Holzarbeiter- verband schon lange hingearbeitet hat, wird sich erst nach dem Wieder- eintritt normaler Verhälmiffe in vollem Umfang zeigen. Durch diese Klaffeneinteilung ist eS gelungen, eine ganze Reibe, auch recht be- deutende Städte, die mit ihren Löhnen, zum Teil auch mit der Arbeitszeit, im Rückstand geblieben waren, ein tüchtiges Stück vorwärts zu bringen: die noch in einzelnen Städten vorhanden gewesenen, sehr niedrigen BertragSlöhne sind nun völlig ver- sckwunben und die vertraglichen Ärbeilsbedingungen haben einen bssieren Ausgleich erfahren. Diese vlanmäßige Umgesiallung der Arbeitsbedingungen ge- reicht in erster Linieren Arbeitern zum Vorteil. Auch die Ar- bester in den Großstädten, in denen die erzielten Bcrbcsferuiizen vcrhältntSmäßig nicht so groß sind, wie in den z.urückgebliebenen Orten, haben neben den nicht unbedeutende» direkten auch einen sehr beachtlichen indirekten Nutzen, sie werden künstig weniger unter der Konkurrenz der anderen Städte leiden. Dieser Vorteil kommt aber in noch höherem Matze den Unternehmern zugute, die bisher bei jeder Lohn- bewegung darauf hinweisen konnten, daß die auswärtige Konkurrenz es ihnen unmöglich mache, die geforderte Verbesserung der Arbeits- bedingungen zu bewilligen. Dank dem Wirken des Deutschen Holzarbeiterverbandes ist. während des Krieges wichtige Vorarbeit für die Gesundung der Verhältnisse im Holz g«werbe geleistet worden. Die Bedeutung der getroffenen Vereinbarung in dieser Hinsicht kann nicht hoch genug veranschlagt werden._ Neue Teuernnzszulagen für Steinsetzer. Der Steinsetzerveiband hat nach langen Verhandlungen mit der Unternehmerorganisation eine weitere Teuerungszulage von 20 Proz. durchgesetzt. 10 Proz. werden vom 1. Dezember d. I. an gewährt, die anderen 10 Proz. vom 1. März 1918. Damit ist«ine Verdoppelung der bisher während des Krieges herbeigeführten Teuerungszulagen erzielt._ yarteinachrichten. Ein Veteran von der„Roten Feldpost" gestorben. In Emmisherfcn bei Konstanz starb am 23. November dar TZ Jahre alte in Wahlwies im badischen Seekreis gebürtige Partei- Veteran Simon Maus. Von Beruf Schreiner, hat dec Verstorbene seit seinen Wanderjahren ununterbrochen der Partei und Ge- werkschaft angehört. Während des Sozialistengesetzes stand Maus, nach der Herausgabe deö.Sozialdemokrat' in Zürich alle Gefahren und Verfolgungen auf sich nehmend, in der von Belli organisierten Gren.struppe der„Roten Feldpost' seinen Mann. Eine Lungenentzündung hat nun rasch den Tod des alten Kämpen herbei- geführt, der bis an seinen Lebensabend in dem Geschäft seines alten..Roten-Feldpoft'. Genossen T.. H., Haug und nach dejsem Tod bei dem Sohn Karl Hang Beschäftigung gefunden hatte. Kämpfe bei S tadtv erordu eteuwahlc«. Anläßlich der Siadtverordnelemvablen in verschiedenen großem! Orten ist es zu heftigen WahMnuffen zwischen der alten Partei und den Unabhängigen getommen. In Kiel, wo in vier Bezirken ins- gesamt 11 Kandidaten zu wählen waren, hatte die Sozialdemo- kratie mit den Bürgerlichen ein Ab kommen auf Grund des früheren Besitzstandes geschloffen, wdnach in zwei Bezirken die Sozialdemo- traten, in zwei die Büvgerlichen Äandidotsn aufftelltrn. Die Unabhängigen suchten dieses Abkommen zu stören und stellten in allen vier Bezirken eigene Kandidaten auf. Mit kläglichem Erfolg? Sie. die oft behauptet hatten, daß die Mehrzahl der Kieler Arbeiter hinter ihnen stände, brachten nur etwa 12 Proz. der abgegebenen Stimmen auf. Dabei ist das Wahlrecht zur Kieler Stadtver- ordnetenversammlung unter sämtlichen preußischen Städtewahl- rechten das frcieste, es ist das gleiche Wahlrecht, nur an einen Zensus gebunden, der bei den Lohnverbältnissen des Krieges aber weit weniger ins Gewicht fällt als in Friedenszeiten. Der Miß- erfolg der Unabhängigen wird besonders augensällig, wenn man das Abjtimmungslejuliat in den beiden Bezirken betrachtet, in denen unsere Genoffen gewählt wurden und in denen sie besondere Anstrengungen gemacht hotten: während auf untere Genossen ins- gesamt 2345 Stimme» entfielen, erhielten die Unabhängigen nur 334 Stimmen. Bei den Leipziger Stadtverordnetenwahlen siegten in der dritten Abteilung die Kandidaten der Unabbängigen. Dieses Rc- sultat ist nickt überaickeird, da Leipzig der Hocksitz und du Zentrale der Unabhängigen-Bewegung ist. die bier ein strenges Regiment führt und gegen die der Partei treu Gebliebenen einen unerhörten TerroriSmus übt. Dennoch haben diese es sich nicht nehmen lasten, eigene Kandidaten aufzustellen, und erzielten damit einen Achtungserfolg, indem sie 2070 Stimmen aus diese vereinigten. Die Unabhängigen erhielten 0312 Stimmen, die gemenisckastliche Liste der Bürgerlichen erzielte 3266 Stimmen. Das Resultat zeigt, daß anch dort, wo die Unabhängigen sich als unumschränkte Herren aufspielen, doch ein erheblicher Teil der Arbeiterschaft nicht hinter chneu steht._ C weh! Der Redakteur des GewerkschafisblaiteS»Der Kürschner', A. Rcgge. einer der fanatischsten Vorkämpfer cher Unabhängigen, tritt am 1. Januar von seinem Posten zurück, er sich mir dem Gewerkschaftsvorstand über den Inhalt des Blatte» nicht verständigen will. Nachdem der Rücktritt Regges bekannt ge- worden war. erschien in einer der letzten Nummern des„Kürschner" ein Leitaussatz über allgemeine Gewerksebafisfragen. Ueber diesen Aufsatz ftel die unabhängige Presse wutschnaubend her, um daran zu zeige», wie rettungslos heruntergekommen die Gewerkschafts- sührer seien, wie rücksichtslos die„Umlerner' alle proletarischen Interessen über Bord werfen. Jetzt sehe man, warum ein ehr- licher Arbeiiervertreter wie Regge habe gehen müssen?— Die unabhängige Presse glaubte nämlich, daß Regge bereits ge- tz a n g e n sei. Aber zu ihrem Schmerz muß sie jetzt eine Zu- 'chrift Regges verörkentlichen, daß er ja noch bis zum 1. Januar den„Kürschner" in voller Unabhängigkeit leite und auch den so stark befebdeten Artikel selber versaßt babe?— Wir gratulieren der Prep« der Unabhängigen zu diesem köstlichen Reinfall. Enthüllt sich hier doch köstlich ihre Taktik, alles kritiklos herunterzureißen, NKis ihres Glaube irs der Feder eines Anhängers der alten Partei entstammt. Wir sind fest überzeugt, daß. wenn man Artikel Kautskys oder Mehrings niit dem Namen Scheide- manns öfter Davids unterzeichnet diesen Blättern vorlegte, daß dann Kautskv und Mehring von ihren eigenen Anhängern einen ganzeil Sack voll Schimpfwörter wegen Prinzipienlosigkeit, Um- lernens und Regieruilgssozialismus einstecken müßten. Industrie und Handel. Tie Flut der KapitalSerhöhungen. Die Kapitalserhöhungen nehmen lustig ihren Fortgang, osiwohl es für das flüssige Kapital keine volkswirtschaftlich nützlichere An- tage als Kriegsanleihe und Schatzanweisungen gibt. Di«„Franks. Zeitung' gibt eine Zusammenstellung aus der letzten Zeit: „.... Wir erwähnen nur aus den letzten Tagen dir Stettiner Lfteriverkc, die Magdeburger Mühlenwerke, welche die dortige Hafenmühlc oufkaufsn, dann die Schlenichc A.-G. für Portland« Zementfabrikation, die sich mit der Oberschlesischen Portland- zemenffabrik in Qvpcln fusioniert, die Allgemeine Deutsche Credit- anstali, die 10 Millionen Aktion zur Aufnabme von Pro- vlnzbanken ausgeben will, die Zuckerfabrik Stuttgart, welche neue Aktien aus ihrem Gewi n»Vortrag bezahlt, die hanseatischen Flugzeugwerke in Hamburg, die Munitions- werke Germaniawerke in Hambirrg, welche Fabriken zur Her- stellimg von Schiffabrtsbeftarfsartikcln errichtet, die Holzindustrie Hermann Schütt, die Konsolidierten Altaliiverke Westereaeln, welche Vorzugsaktien ausgeben, die Julespinnerei und Weberei Kogel, welche zur Ausgabe von Gratisaktien schreitet, die„Freia" LebensversicherungSbank, welche die „�Deutschland" Lebensversicherungsgesellschaft in sich aufnimmt, die Hamburg-Bremer Afrikalinie, die Saccharinfabrik vorm. Fahl- berg, List>i� Eo. in Magdeburg, welche sich au der Oderberger Chemischen Fabrik A.-G. beteiligt, dann vor allem auch die außer- ordentlich bedeutenden Kapitalserhöhnngen des LnilinkonzernS. ferner die Lurscnen Jndustriewerke in Ludwigshafen, die Pläne der Scheideanstalt und der Adlcrwerke in Frankfurt a. M. usw.' Die Ueberflüssigkeit von Kopitalserhöhungen ist nie besser ver- anschaulicht, als wenn es sich um Gratisaktien handelt. Sic sind ein reines Geschenk an die Aktionäre. Wenn die Gesellschaften zu- viel Geich haben, so können sie entweder selbst Kriegsanleihe als Dauerbentz kaufen oder an ihre Aktionäre als Zubuße der Divi- dende verteile». Es ist schwer verständlich, daß die Landeszentral- be Hörden und die Reichsbank dazu ihre Zustimmung geben. Aber in der Generalversammlung der Stahlwerke Richard Linden- berg A.-G. versicherte Dr. Walcher Raihenau, die Genebmigiing zur Ausgabe von Gratisaktien schon in der Tasche zu haben. Und nickt viel anders wird es vermutlich mit der geplanten Kapital-- erhöhung bei der Deutschen Gasglühlichtgesellschaft(Auer) stehen. ?eran!!oortlich für Bolitik: Erich»nitner Perlitt; für ken adrigen Teil des Stait-S: Alfred Scholz, Neukölln' für Jnleraie. Xö. Glocke, Derlin. Track u. Verlag! Vorwärts BuSdriickerei u. verlagSanftalt Paul Singer& Co. Berlin SW. Hicr-n 3 Scilogrn. Cl. 1 Pcrtßcini Pliotog'raph. Ateliers in allen vier Geschäften Weihnachtsaufträfse acKon jetrt erbeten Optische Artikel Experimentierkästen •ehr reichhaltig.. von 9. 00 hi» 54.00 Kindertelephon 1 2.00 37.50 Christbaumbeleucht ungen elektrisch, komplett, 16 Kerzen, c A AA passend für 110 und 220 Volt«. 3 isUU Militärtaschenlampen «um AntznSpfrn...... von T.5U«n Stereoskope und Plastoskope in großer Auswahl. Barometer«.Thermometer von 7,75 an Fenster-u Zimmerthermometer in allen Preislagen. Photogr. Artikel Phot. Apparate 6/9 7.50, 15.00 Phot. 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