Nr. 338 34. zchr«. Bezugspreis: ZierteliähU. �SZWi.rnoimtl. l.öOSRt frei inS H-iilS. Soraae�aBffi ttr. Psg. lzu- lässig'2 fettgedruckte Wortes, jede? weitere Worr IV Psg. Stelleirgesuche und Schlaistellenanzcigcn daS erste Wort lv Psg., jedes weitere WortKPig. Worte, über lidBuchsiaSen zählen für Anzeigen tv Psg die Zeile. Anzeigen für die nächste Nuuuncr müssen vis ,? Uhr nachmitt. im HauvtgefchSft, Berlin SW.W, Lindenjiraste z, od- gegeben werden. Geöffnet von S Uhr früh bis 7 Uhr abends. Zcntraloföfan der rozialdcmokratifchen parte» Deutfcblands. Neüaktton: Ew. 68, Änüenstraße 3. Serniprecher: Amt Vloritzpla«, Skr. 151 90—151 97., Montag, den 10. Dezember 1017. Expedition: Ew. SS. Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moripplats, Nr. 151 90- 151 97. Artilleriekämpfe an der englischen Front im Westen und au der italienischen Ge birgssront. Amtlich. Grußes Hauptquartier, de« 9. De- z c m b c r 1917. Westlicher Kriegsschauplatz. In de« ei«zel«en Abschnitten der flandrische« Front. südlich von der S c a r P e sowie zwischen Moeuvres und und Banteux kam es am Nachmittage zu lebhafte« Ar- tilleriekämpfe«. Auf der übrigen Westfront blieb die Grfechtstätigkcit gering. westlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Mazedonische Krönt. Nordöstlich vom Dojran-See wurde« mehrere feind- liche Sompagnien, die sich den bulgarischen Vorposten zu nähern versuchten, durch Feuer vertrieben. Italienische Front. Auf der Hochfläche von Asiagp, am Monte Tomba und am Montello zeitweilig erhöhte Artillerietätigkeit. - Ter Erste Generalguärtiermeister. Ludendorff. Abendbericht. Berlin, amtlich. 9.' Tezember, abends. Bon den Kriegsschauplätze« nichts NeueS. Ter österreichische Bericht. Wie«, 9. Dezember. Amtlich wird vcrlautbart: westlicher Kriegsschauplatz. Waffenruhe. Italienischer Kriegsschauplatz. In Zenetie« lebhafterer Artilleriekampf. . r Der CTicf deS GcneralstabeS. Veutfch-Gstafrika in englischen Händen. Amtlicher englischer Bericht a»S Ostafr.ika vom 1. Dezember. La» Devcnter berichtet: Aufklärungsabteilungen haben end gültig die Tatsache frstgestellt, daß Dentsch-Ostafrika voll- ständig vom Feinde frei ist. So ist auch die letzte der deutschen überseeische« Besitzungen in ihrer Gesamthcit i« unsere Hände und die unserer bclglschen Verbündeten gekommen. Rur eine kleine deutsche Streitmacht ist dort übrig gebliebe». Diese hat sich auf das angrenzende portugiesische Gebiet geflüchtet. Es sind Maßnahmen ergriffen, um dort mit ihr abzurechnen. Die Gesamtzahl der allein während des Monats November getöteten oder gefangenen Feinde belauft sich auf III? deutsche Europäer und 3382 eingeborene Soldaten sauSschließlich der Träger und Diener). Außerdem wurde folgendes Material entweder von uns erbeutet pdcr mm Fttube zerstört: zwei 1>)-Zeutimctcr-Mariuegeschiitze, eine Ill-Arnti- mc»cr-Feldhaubitze, ein 70-Mlllimcter-, eiu Kv-Millimeter- und ein 37-Millimeter-Geschütz, etwa 73 Maschinengewehre und mehrere tansi-oo Gewehre. Dazu schreibt WolffS Bureau:„Zu vorstehender Meldung über die Aufgabe Deutsch-Ostafrikas durch Generalmajor v. Lettow-Vor- >>eck geben die»Neuen Züricher Nachrichten" unter der Ueberschrist:-„Teutfch-Ostafrika in den Händen der Alliierten" fol- g enden treffenden Kommentar: So ist denn nach fast dreieinhalb- jährigem Widerstande auch Deutsch-Ostafrita als letzte der deutschen Koboirien gefallen. Abgesperrt von allen Zufuhren vom Meere her, bedrängt von allen Seiten durch die dereinigte Uebermacht von Engländern, Franzosen. Belgiern und Portugiesen, längst entblößt von Lebensmitteln, Kleidern und Arzneimitteln sowie von Muni- tton und sonstigem Kriegsbedarf, mutzte auch die letzte Truppe der Tapferen sich ergeben.(Generalmajor v. Lettow hat sich nicht er- geben, sondern ist unter Durchbrechung der portugiesischen Linien südlich des Rovuma-Flusses in Portugiesifch-Ostafrika ettigedrung, gen. D. Schriftl. von W. T. B.)" »Nicht den Siegern wird die Geschichte hier dereinst eln Ruhmesblatt einräumen, sondern diesem beffpieltosen Heldenkampf der Besiegten, der seinesgleichen kaum hat. In diesem Ruhmesblatt werden vor allem zwei Momente ausgezeichnet fern: Ter Heroismus der Deutschen in Ostafrika und die ergreifende Treue der, schwarzen Eingeborenen zu ihnen. Die Deutschen haben der Sendung Europas im äquatorialen Afrika auch in diesen furcht- barem Kampfes jähren Ehre gemacht...." Gesterreich und Elsaß-Lothringen. Eine deutschoffiziöse Erklärung. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" beschäftigt sich ausfuhrlich mit der Rede des Grafen Czcrnin/in der er der Behauptung, hie. Oesterreicher sollten im Westen für deutsch � Gr o be r u u g e n kämpfen, ein„kategorisches Nein" cntgegeufetzte und behandelt sie in herzlich zustimmen dem Sinne. Insbesondere schreibt sie: Graf Czer-m-n nannte im besonderen E l s a tz- L o t h r i n g e n. „Wenn' jemand"., so sagte er, j, fragt, ob wir für Elsatz-Lothringen kämpfen, so antworte ich: Jawohl, wir kämpfen für Elsatz-Lothrin- gen." DaS deutsche Volk dankt ihm dieses Wort aufs wärmste. Nicht nur weil Elsaß. Lothringen uralter deutscher Besitz ist, sondern weil nichts deutlicher den VcrteidlgungScharaktcr unseres Kampfes und die Notwendigkeit züm Durchhalten dartut als die Begehrlichkeit Frankreichs und seiner Verbündeten nach diesem Befitze. Der deutsche Staatssekretär des Auswärtigen faßte das bor kurzem in die klare Formel, daß es kein FriedrnShindernrs gebe» als Elsaß- Lothringen�. Und die Klarheit dieser Formel ist es wiederum, die de« Mächten der Entente die Ausrede nimmt, als könnten' andere Momente noch als ernsthafte Frirdenshinderntsse 1« Frage' köinlntn. > Diese offiziöse Erklärung bedeutet einen neuen Schritt zur/pqllstäydigen Klarheit über hie deutschen Kriegsziqle. Wenn andere Momente als-der Wunsch Frankreichs noch ElsäßiLotHringen als„ernsthafte Friedenshindernisse" nicht in Frag« kommen, so ist damit gesagt, hast die deutsche Regie- rung friedenshindernde Forderungen nickt erheben oder sie, sobald sie sich als ernstes FriehensHindernis erweisen, fallen lassen will. Wenn die offiziöse Erklärung nicht mehr sagt, so besogt sie wenigstens dies: Wir denken nickt daran, den Frieden an a n nc x i o n i st i sch e n Wünschen s chei t c r n z u lassen. Wien, 9. Dezember. Die Reife des Ministers des Aeußern Grafen Czernin nach Berlin mutzte wegen plötzlichen Un- Wohlseins des Ministers unterbleiben. Rücktritt der Regierung in Portugal. London, 9. Dezember.(Reuter.) Tie Revolution in O p o r t o schloß mit einem Erfolge der Revolutionäre. Die Regierung bemissionierte, und A f so n s o C o st a bildete die provisorische Regierung, der auch der frühere portugiesische Gesandte in Berlin Sidonio Poes angehört. In Lissabon und Opvrto herrscht Ruhe. Dem Pariser„TempS" wirb aus Madrid gemeldet: Man kennt keine Einzelheiten über die Ereignisse in Lissabon. Die Bewegung soll von der Unionistenpartei trotz des Wiberspruchs ihres Führers geleitet sein. Eine latente Minister- krffe habe. seit einiger Zeit in Portugal bestanden und Affonso Costa habe infolge starker Angriffe beschlossen, sein Amt nieder- zulegen. Das Kabinett sei darauf umgebildet worden; es bleibe aus'Demokraten zusammengesetzt. Die Krise sei noch nicht gelöst und die Lage sei noch verwickelt worden durch die gitation maximalistischer Elemente, die Gegner e,ner Teilnahme Portugals am Kriege seien und jüngst offen ihre Freude über die italienische Niederlage geäußert hätten. Sie nutzten die Unzufriedenheit aus. die die Entbehrungen und das teuere Leben in der portugiesischen Bevölkerung ver- ursachten. Dieser Bericht des„TempS" verschafft entschieden der Ver- mutung Raum, daß die Auflehnung der Bevölkerung gegen den Krieg die Unruhen zum Ausbruch getrieben hat. Amerikas Kriegserklärung an Gesterreich. Berfolgnng der österreichischen Staatsangehörigen. Washington, 8. Dezember.(Reuter.) Infolge her Kriegs- erklärung gegen>Oesterreich-Ungarn werben über eine Million Personen auf hie Liste her feinhlichen Staatsangehörigen gesetzt werden. � Viele, hie lange verhächtig waren, hie Kriegspläne her Regierung zu Hindern, wurhen v e r Ha f t e t und werden interniert werben, wenn sie die Behörden nicht davon überzeugen können, daß sie fried- liche Absichten haben. Alle Oesterreicher und Ungarn werden auf 100 Yards von der Zone der Dockcmlagen usw. fernge- halten werden. Ecuador gegen Deutschland. Amsterdam, 3. Dezember. Reuter meldet aus Guastaquill: Offiziell wird bekanntgemacht, daß Ecuador die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland abgebrochen hat. Das Selbstbestimmungsrecht der Gstvölker. Tie Letten. Der Bevölkerung der kriegsbefetzten Gebiete der russrschen Ostseeprovinzen soll nach dem Willen der Völker Rußlands und der Mittelmächte dos volle Selbstbestimmungsrecht ver- liehen werden. Da dieser Begriff stark umstritten ist, wird es sich bei den kommenden Friedensbesprechungen darum: hon- dein, zunächst einmal über ihn selbst zwischen den Untinchänd- lern klare Uebereinstinunung zu erzielen, und dann wird nach einer vereinbarten Methode der wirkliche Wille der Bevölkerung zu ergründen sein. Die Frage, was die Letten selb st tvollen, wird damit zu einem entscheidenden Gesichtspunkt für die Gestaltung des künftigen Friedens, und als Beitrag zu ihrer Beantwortung haben wir am Sonnabend jenen Ausruf der lettischen Flucht- lingsorgonisationen wiedergegeben, der sich gegen die Anglie- derung der baltischen Provinzen, insbesondere gegen jede Zer- reitzung Litauens(durch Preußen und Polen) mit leidenschaft- liche r Entschiedenheit ausspricht. Die in Llvlpnd selbst befindliche lettische Bevölkerung Hot sich in dem L i v l ä n d i s ch e n L a n d e s r a t eine Zentral- orgamsaiion gegebeu. dle- im Derein mit lokalen und b.eruf- lichtn Organisationen(Rigaer Atbeiterdeputiertenrat-, Erc- kutivkomitse der lettischen Schlitzenregimenter u. a.) gleichfalls wiederholt ihre Auffassung über die Zukunft Lettlands kund- getan hat. So'wurde von einer, am 30. Juli d. I. in Riga stattgehabten Konferenz eine Erklärung. beschlossen,, die dos „volle Selbstbestimmungsrecht" für das lettische Volk forderte. dabei aber noch an der Verbindung des autonomen lettischen Staates mit der russischen Republik festhielt. Dieselben Instanzen haben aber dann, nach der Zurückwerfung der russischen Truppen aus dem südlichen Livland, einen neuen Beschluß gc- faßt, der folgendes besagt: Gemäß dem aus der Konferenz einstimmig geäußerten Willen des lettischen Volkes erklären heute die Vertreter politisch matzgeben- der Kreise der lettischen Nation: „Mit dem Vorrücken des deutschen Heeres wird die Frage der künftigen Gestaltung Lettlands in wachsendem Matze zum Problem internationaler Politik, denn an ihrer dauernden Regelung haben nicht nur die Nachbarstaaten, Teutschland und Rußland, son- dern ganz Europa eiu wichtiges Interesse. Indem wir von der Entschließung vom 30. Juli von dem Prin- zip der Selbstbestimmung�es Volkes Lettland» auch weiterhin aus- gehen, betonen wir unter eingehender. Würdigung der neuen Lage, daß, falls die sich kreuzenden Jnteveffen der internationalen Politik die Rückkehr Lettlands in die Grenzen der russischen Demokratie unmöglich machen' sollten, das weitere Schicksal unsere» Landes nicht von einer Fortsetzung der krieg er i scheu Kon- flikte abhängig gemacht werden soll. Im Interesse seiner friedlichen Lösung- ist die internationale Regelung der unser Land angehenden Rechtsfragen notwendig. Unter besonderer Beachtung des Umstände», daß die weitere Entwicklung eine» freundschaftlichen nachbarstaatlichen Friedens zwischen Deiztschland und Rußland nur möglich ist, wenn durch, friedliche Verständigung der Staaten ein Ausgleich der Interessen an der baltischen Küste herbeigeführt wird, diese aber'ausgeschlossen erscheint, wenn die eine oder die andere Macht den wichtigsten Teil der baltischen Küste in ihrer Hand behält,' treten wir im Streben nach einem domo- kratischen Frieden, der auch die wirtschaftliche und politische Zukunft Lettlands sichern soll,, für die Neutralisiernng Lettlands ein, indem durch internationale Rechtsgarautien aus Lettland ein auto- n o m e r Z w i s che n st a a t gebildet wird. Ein republikanisches, neu» tralifierteS, ungeteiltes Lettland, das über seine Landesverfassung, seinen Boden und seine neutrale Küste nebst Häfen nach freiem Entschluß des Volkes verfügt, ist eine unabweisbare Forderung, die au« der gemeinsamen Entschließung vom 30. Juli hervorgeht. In dieser.Lösung erblickt das lettische Volk die einzige Möglichkeit einer ersprieslichen kulturellen Entwicklung des baltischen Landes und die Sicherung seine» wirtschaftlichen Auf- schwungs. Im Zusammenhang damit müssen wir alle Bestrcbun- gen zutückweisen, die aus Verdeutschung, Verrussung oder Kolomsie» rung der baltischen Lande hinzielen. . Eines jeden feindlichen Gefühls gegenüber dem deutschen Volle bar, müssen wir doch eine Angliederung des lettischen Landes oder eines seiner Teile, gleichgültig in welcher RechtSform, an Deutschland auf daS entschiedenste ablehnen, weil ein solcher Schritt nur den Keim neuer Konflikte in sich tragen und unsere wirtschaftlichen Gnt- wicklungsmöglichkeiten beeinträchtigen würde." . Das Bemerkenswerteste an dieser Kundgebung ist, daß hier die lettische Frage als internationale, das Jnteresie der Nachbarstaaten stark mitberührende Frage aufgefaßt und eine allen beteiligten Gruppen Rechnung tragende Lösung vorge» Wagen wird. Mit dsui Ziel völliger Unabhängigkeit folgen die Letten den Tpuren der Finnen und Esthen. Der Lorschlag eineS solchen neutralisierten Zwischenstaats verdient auf jeden sjall ernstlichste Beachtung. Mit ehrlichem Willen von allen «weiten must es gelingen, dem Wunsche der Letten gemäfc „durch friedliche Verständigung einen Ausgleich der Interessen an der baltischen Küste herbeizuführen", nnd zn verhindern, daß etwa um Lettlands willen der Krieg fortgesetzt wird. Die Schaffung eines neutralen Zwischenstaates an der 'Ostsee würde aber auch den Vorteil haben, daß alle Sorgen um„militärische Sichenmgen" im Osten dadurch noch hin- fälliger würden, als sie es ohnehin sind. Die Letten fürchten von solchen Sicherungen eine Zerreißung ihrer nationalen Einheit, und es ist gar nicht zii bezweifeln, daß ihr Wunsch, eine solche Zerreißung zu verhindern, bei der gegenwärtigen russischen Regierung die nachdrücklichste Unterstützung finden wird. Ein Frieden, der zum Vorteil künftiger Kriegführung das Selbstbestimmungsrecht der Völker mißachtet, wäre zweifellos nach russischer und auch nach deutsch-sozialistischer Auffassung kein demokratischer, sondern«in imperia- l i st i scher Frieden. Deutschland aber ist selbst im höchsten Maße an dem Abschluß eines demokratischen Friedens mit Rußland interessiert, der die gegenseitige Abrüstung er- möglicht und die Schaffung„militärischer Sicherungen" über- flüssig macht. Tie beste„militärische Sicherung" ist die ooli tische Sicherung durch Herstellung eines festen Freundschaftsverhältnisses, das die Gefahr neuer Kriege aus- schließt. Tie Erreichung dieses hohen Ziels darf durch keinen Streit um Länderfetzen gefährdet»Verden. Krplenkos Sieg über duchonin. Tic Erklärung des russischen Hauptquartiers. Haparanda, 5. Dezeinber.(Verspätet eingetroffen. Meh dung der Petersburger Telegraphen-Agenwr.)„Prawda" meldet vom 4. Dezember: Von Krylenko traf folgendes Tele- gramrn ein: Das Hauptquartier ist aufgelöst worden. Morgen reise ich von Mohilew ab und trete mein Amt an. � Petersburg, 4. Dezember.(Meldung der Petersburger Telegrapheir-Agentur.) Oberbefehlshaber Krylenko rich- tete über die Aufhebung des gegenrevolutionären Hmiptquar- tterS die folgende. Kiindgcbuiig an die Mannschaften und Seeleute? Witcbök, 20. November. Ich bin an der Spitze der re- vulutionären Truppen in Mohilew eingerückt. Das von allen Seiten umzingelte Hauptquartier hat sich ohne Kampf ergeben. Das letzte Hindernis zur Erreichung des Friedens. ist gefallen. Ich kann die traurige Tatsache der E r- m o r d ü n g des früheren Oberbefehlshabers Duchonin nicht mit Stillschweigen übergehe». Der Haß des Volkes hat über die Sträng: geschlagen. Trotz aller Versuche, Duchonin zu . retten, wurde er aus dem Wagen gerissen und ge- tötet. Die Flucht des Generals Kornilow am Vorabend des Falles des Hauptquartiers war die Ursache der Ausschreitungen. Kameraden! Ich kann die Befleckung der Fahne der Revo- lütion nicht zulassen. Derartige Handlungen müssen auf das strengste verurteilt werden. Seid der errun- gencn Freiheit würdig! Btstpcki nicht die Macht des revolutionären Volkes, das kühn im Kampfe, großmütig als Sieger fein muß. Kameraden! Nach dem Fall. des Hauptquartiers gewinnt der Kampf für den Frieden neue Kraft. Die Revolution und die Freiheit ruft Euch auf zur Einigkeit und Manneszucht. Der Oberbefehlshaber: Krylenko. Zur Geschichte dieser Vorgänge gehört noch folgende vom 4. Dezember datierte, verspätet eintreffende Meldung der Pe- tersburger Telegraphen-Agentur, die von den Schwierigkeiten zeugt, denen die gegentvärtige Regierung durch ge�cnrevo- kutionäreZettelungen ausgesetzt ist. Die Meldung lautet: Tie Vereinigung der Eisenbahner empfing ans dem Hauptquartier eine Depesche, in der verlangt wird, den Vor- marsch der Truppen Krylenkos gegen das Hauptquartier zu verhindern, und in der es heißt, daß die Alliierten bereit seien, Waffenstillstandsverhandlungen aufzunehmen. Das Tele- gramm ist eine Lüge. Es ist keine Nachricht von den Alliierten über die Zustimmung, Waffenstillstandsverhandlungen einzn- leiten, eingetroffen. Krylenko hielt seine Truppen nicht zurück, die das Hauptquartier umzingelten. Heute li�f ein Telegramm von Krylenko aus Witebsk ein, in dem dieser meldet, daß das .H�ptquarticr�ch�ergeben�hast�De����t��u��t�der� Wilhelm Stücklen: vie Straße nach Steinapch. Theater in der Königgrätzerstraße. Daö Werk eines jugendlichen Dichters, der, am Schlüsse von ungewöhnlich lebhaftem Beifall gerufen, wohl ein Kricgsverwundeter. auf einen Stock gestützt, erschien. Es ist in diesem Stück ein un- erschrockener Wille zur Komequenz, aber auch, so namentlich im ersten Akte, noch viel Ungelenkigkeit, die in dem Streben, wesentliche Charakterzüge scharf herauszuarbeiten, durch Grellheit in der Farbengebung oft wideo. die Bescheidenheit der Natur verstößt. Der Ton, in welchem die umschwärmte schöne Geheimratstochter mit ihren drei Werbern in dem Salon der Eltern verkehrt, die ausgesuchte Trottelhaftigteit. die Schnödigl, der Millionär des ?freierklceblattS, zur Schau trägt, nnd manches andere streift an die rostig übertreibenden Absichtlichkeiten der Wedekindschen und Sternhcimschen Komödien. Auch in dem zweiten, bereits viel individueller geprägten Akte spielt derlei mit. Doch zum Schluß laufen die zunächst so wirren Fäden zu einem eindrucksvoll lebendigen Bild zusammen, in dessen Licht gesehen dann auch das frühere«ine andere Färbung annimmt, das Sprunghafte weniger als bloße Willtür denn als Abkürzung auf den Weg zu einem planmäßig verfolgten Ziel erscheint. Indem der Dummkopf- Millionär aus dem Rennen als Sieger hervorgeht, vollzieht sich ein Geschick, das, in dem Geiste des ganzen Stückes verankert, für den Typus, den der Dichter darzustellen strebte, eine Art symbolischer Bedeutung hat. Das gibt der Arbeit ihren Wert, hebt sie beträcht- lich über das alltägliche Niveau binaus. Biga, das schöne, von je maßlos verwöhnte Fräulein, ist keine der gedankenlosen Dutzendkoketten. Ihr reger Geist gewöhnte sich schon früh, sich und die anderen in psychologischer Neugier zu zer- gliedern, den Ausputz gesellschaftlicher Phrasen, oder was ihr als .zolcher schien, abzustreifen. Sie»oird ihr eigener Zuschauer und unterhöhlt so in sich selber jede Unbefangenheit. Ihr Hochmut er- gützt sich am Abstand, der sie so von der alltäglichen Umgebung scheidet, verhöhnt bei anderen das Empfinden, daS ihr selber fremd ist. Jede Spur von Pietät auch im Verhältnisse zur Mutter, die schließlich in all ihrer Oberflächlichkeit doch nur das Beste der Tochter null. ist ausgelöscht. Doch auch sie selber leidet. Die Scheu vor jeder Selbsttäuschung, die ewig rege Luit am Reflektieren hat bei an- borzner Kälte des Temperaments der Fähigkeit, sich einmal rück- haltlos und ehrlich zu verlieben, die Wurzeln abgegraben, so sehr sie sich nach solchem Rausche sebnt. Sie selbst gesteht daS einem der ßZerehrer, dem Fabrikanten Miethe. Im Taumel einer durch -'i einen Waffenstillstand hätte vereiteln Können, ist vernichtet. Petersburg, 4. Dezember.(Meldung der Petersburger Tel«- graphen-Agentur.) Eine Abordnung der Bolls-Kömmissare kam zu Besprechungen ii Verden Waffen still st and in der Gegend von Dünaburg an, wo sie sich mit deutschen Unterhändlern trafen. Die russische Abordnung setzt sich zusammen auS politischen Agenten der Regierung u. a. Sokolnikoff und Kamene, ans Ar- beitern, Soldaten, Matrosen und Vertretern des General, und Admiralstabes. „Wir gehen zum§rieüen auch über alle*>inöermj?e hinweg/ Die Erklärungen der Alliierten an Duchonin. Stockholm, 8. Dezember. Heute qinq die Petersburger .,J s v c s t i j a" voui 27. November ein, die Nummern vom LS. nnd 26. mit den Geheimdokumenten sind noch nicht eingegangen. Vorliegende Nummer gibt nur da? bereits mitge- teilte Telegramm des Generals Saukcivitsch in Paris an den Käßegsininister in Petersburg wieder, der Text stimmt über- ein. Der Leitartikel der vorliegenden»Nummer behandelte die Erklärungen des französischen und a m e r i k a- nischen Militärattaches an General Ducho- n i n, die von„Jsvestija" wörtlich wie folgt wiedergegeben werden. General Tscherbatschew telegraphiert an General Duchonin: Der Chef der französischen Militärmiflion, Geweral Berthelett, hat mir nach stehende schriftliche Erklärung übergeben: „Herr General, ich habe die Ehre, das Telegramm, welche? ich von dem Präsidenten des Ministerrats und dem Kriegsministcr erhalten habe, zu Ihrer Kenntnis zu bringen? in dem Bericht des russischen Hauptquartiers vom 21. November wird nichts gesagt über die Lage a» der Front, statt dessen aber ein B e- fehl beS NatcS der BolkSkommiffare wieder- gegeben, welcher dem Höchfttommandiercnden vorschlügt, mit den Kommandobehörden deS Gegners Unter- Handlungen über sofortige Einstellung der Feindseligkeiten zu beginne» und zu Friedenöver- h a n d l n n g e n z u f ch r e i t r n. Ich ersuche Sie, dem russischen Oberkommando, dem Sie zugeteilt sind, zu erklären, daß Frankreich die Gewalt des Rates der Bolkskom- missare nicht anerkennt und, überzeugt von dem Pa- triotismus des russischen Oberkommandos, darauf rechnet, daß letzteres entschieden jegliche verbrecherische Verhandlungen ab- lehnen und die russische Armee an der Front gegen den gemeinsamen Feind festhalten wird. Ferner hat Frankreich, welches sich mit Rußland durch die früheren militärischen Abkommen gebunden trachtet, bereits erklärt und erklärt aufS neue bestimmt, daß eS in Rußland keine Macht anerkennt, die imstande wäre, m i t dem Gegner ei» Nebereinkommen zn treffen. Ge- nchmigen Sie, Herr General, die Versicherung meiner vorzüg- lichen Hochachtung und Ergebenheit. Unterschrift: B e r t h e l e t." Jlesy, IL. November lS17. Rr. 01445. Tscherbatschew mit dem Original gleichlautend Generalmajor Odinzew. 2./12. 25. November 1917 au den Herrn Generalstabschef. Petrogcad. Ew. Exzellenz'. Mein Augenmerk ist auf nachstehende aus den Vereinigten Staaten kommende Meldung der Presse gelenkt worden: Die amerikanische Regierung erklärte, daß keinerlei Transporte von Kriegsmaterial»der Lebensmitteln nach Rußland abgefertigt werde» würden, solange sich nicht die Lage im Lande geklärt hat. Tie Regierung wünscht von der Erlaubniserteilung für den Abtrani- vort amerifclnifcher Produkte zu wissen, in weffr» Hände sie in Rußland fallen werden. Die Ausfuhr nach Ruß- >and wird erst nach Formierung einer feste« Regierungögcwalt, welche von den Bereinigten Staaten anerkannt werden kann, wieder aufgenommen werden. Falls aber die Bolfche- wiki am Ruder bleiben und ihr Programm de» Friedensschlusses mit Teutschland durchführen sollten, so bleibt daS augenblickliche Ausfuhrverbot nach Rußland in Kraft. Die Kredite an die provisorische Re- gierung in Rußland erreichen augenblicklich 425 Millionen Dollar, wovon 191 Millionen bereits affigniert sind und �in großer Teil dieser Summe für den Ankauf von Vorräten vernuS- gabt ist, welche bereits absendungsfähig sid. Tie von Amerika für den Transport dieser Frachten bestimmten Schiffe find fahrbereit. Sie werden aber nicht die Erlaubnis erhalten, die Häfen zu verlassen» und Wagnersche Musik ausgelösten sinnlichen Erregung wirft sie sich dem Assessor Klönne in die Arme, doch nur um ihm, der jugendlich enthusiastisch dem Widerstande ihrer roichen Eltern und seines Onkels trotzen will, am nächsten Tage zu erklären: von einer Heirat könne keine Rede sein, die Stimmung, die sie trieb, sei längst ver- flogen. Der blöde Millionär und der brutal entschlossene Fabri- kant schöpfen ein jeder neue Hoffnung. Dieser zerschmettert dem jungen Menschen, den er zum Duell gezwungen» durch einen Schuß die Kiefer. Die Botschaft erfüllt das Fräulein mit Entsetzen, ihre Einbildungstraft wird das Bild der gräßlichen Verstümmelung nicht los. Sie weist den Schützen, der zu ihr kommt, die Werbung zu wiederholen, schaudernd ab. Etwas wie Liebe zu dem Verwun- beten, an dessen Leiden sie die Schuld trägt, scheint sich in ihr zu regen, doch der ästhetische Abscheu erstickt das auf der Stelle. Ihr graut vor dem Alleinsein. Und als der Millionär, demütig-naiv, durch keinerlei Beleidigungen verschsuchbar. wieder bei ihr anklopft, findet er am Ende Gehör. Der Aiaich dünkt ihr so unausstehlich wie nur je, aber was er von den Wäldern und»Schlössern seine» Gutes Steinahch erzählt, reizt ihre Phantasie. Kann man nicht lieben, so. wird es sicher doch ganz unterhaltend sein, die Schloßhcrrin zu spielen. Die Aufführung unter Meinhardts Siegte löste die schwierige Aufgabe, die ihr der eigenartige Stil des Stücke» stellte, rfiit feinem Takt. Tie drei Werber waren durch die Herren Otto, Brückl. Schünzel, der bureaukratisch« Onkel durch Guido H e r z f e l d t. die Eltern B i g a S durch Gustav Botz und Frieda Richard gut vertreten. Eine geradezu glänzende Leistung bot Erika Gläßner, die man in dem Komödienhauss nur in gleichgültigen Gesellschaftsrollen gesehen hatte, als Piga. _. dt, Englische 5rieöenswetten. Bon jeber haben die Engländer«ine Leidenschaft für da» Ein- gehen von Wetten gezeigt, aus der sich ein wahrer Sport entwickelt hat. Und gar oft hat diese Wettsucht rein versicherungstechnische Formen angenommen, nicht zum mindesten jetzt, in den Tagen deS Weltkrieges. Bereits um daS Jahr 1700 grassierte in London ein« wahre Weltepidemie. Erkrankte beispielsweise«ine bekannte Per- fönlichkeit. so war es das Gegebene, eine Versicherung auf ihr Leben auszunehmen; diese Versicherungen wurden an der Londoner Börse notiert und in den Zeitungen veröffentlicht, au« welchen Kursnotierungen der Kranke leinen Zustand oft besser beurteilen konnte als aus den Aussprüchen de» Arzte». Diese und ähnlich« Versicherungen wurden zu Ende des 18. Jahrhundert» derart ge« es wird ihnen die Kohle verweigert werdem S» scheint mir nur gerechtfertigt, Ew. Exzellenz mitzuteilen, daß weder i» »och der amerikanisch« Botschafter bisher Instruktionen der Meldungen, welch« auf das Vorhergesagte hinauskommen, er- halten haben. Nichtsdestoweniger erheischt die Gerechtigkeit, Ew. Exzellenz die Meinung auszusprechen, daß diese Presse- Meldung den Standpunkt der Regierung der Bereinigte» Staaten richtig wiedergibt. Wir erwarten täglich den Eingang von diesbezüglichen Mitteilungen. Ich habe diese Mitteilung vor Absendung an Sic dem amerika»,,� schen Botschafter vorgestellt, welcher mit dem Inhalt vollständlg einverstanden ist. Ich benutze dir Gelegenheit, Ew. Exzellenz meine tiefe Hochachtung zu bekunden. Unterschrift Brigade general der Armee der Bereinigten Staaten, amerikanischer Milttärattachö. llhef der amerikanischen Militär- Mission in Rußland. _ Die„Jsvestija" üben an diesen beiden Dokumenten scharfe Kritik. Sollte man nicht annehincn, daß sich Herr C l e> m o n c e a u einbildet, es werde ihm gelingen, dem russischen Volke sein Programm aufzuzwingen? Zur Erklärung des amerikanischen Militärattaches bemerkt das Blatt, die"nordamerikanische Pliltokratie sei anscheinend einverstanden, Rußland nur gegen die Häupter russischer Soldaten Lokomotiven zu geben: wir halten dieses Aequivalent für zu hoch. Ihr Herren Diplomaten, darinliegtja geradoderSinn der Revolution vom 25. Oktober. Das russische Volk ist nicht eiavcrstandcu, freundschaftliche, wirtschaftliche nnd politische Beziehungen zu seinen jetzigen Verbündeten so lange mit seinem Blut zu erkaufen, bis es dem Herrn Clemenceau oder den New Aorker Königen derRü st ungsindu st riegenehm sein wird. In der Politik muß man mit Tatsachen rechnen, ob sie angenehm sind oder nicht: die Macht der Sowjets bedarf nicht der Auer- kemlung des Herrn Clemenceau. WirgehenzumFrie- den auch über all« Hindernisse hinweg. Genf, 9. Dezember.(„Franks. Ztg.".) Hervö äußert sich in seinem Blatt In geradezu verzweifelten Slusdrücken darüber. daß Frankreich und die Entente den Ereignissen im Osten vollständig ohnmächtig gegenüber- st e h e n. Die Stimmung ist derart düster geworden, daß E l c- mencean durch die Presse verkündigen läßt, er werde nächste Woche im Parlament Gelegenheit nehmen, sich über die-Krieg»- polittk und die auswärtige Lage auszusprechen. das Ergebnis üer Konftituantewahlen. Bafel, 9. Dezember. HavaS meldet aus Petersburg: De Maximalisten in Moskau senden fünf Vertreter in die Verfassunggebende Versammlung, die Kadetten einen und die Sozialisten vier. Stockholm, 7. Dezember.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Der HauptvollzugSauSschuß hat einen Erlaß veröffentlicht, der den Räten jede? Wahlbezirkes auf Einspruch hin das Recht verleiht, Neuwahlen festzusetzen. Der Erlaß erstreckt sich auf alle durch Wahl zustande kommende Einrichtungen und auch aus die Verfassunggebende Versammlung. Die Wähler werden also die Möglichkeit haben, die Gewählten, deren Politik nicht mehr ihren Ueberzeugungen entspricht, ihre? Mandates für verlustig zu er. klären. Die bürgerliche Presse bespricht die Tatsache alz einen Versuch der Dolschewiki, sich auf jeden Fall die Mehrheit in der Verfassung- gebenden Versammlung zu sichern. Der Rat der Volkskommissare hat die örtlichen Arbeiter- und Soldatenräte als Staatseinrichtungen bevollmächtigt, die Steuern zu erhebe«. Stockholm, 8. Dezember. Der hiesige Bolschewiki-Vertreter meldet aus Petersburg: Der zweite Kongreß der Frontsoldaten ist hier eröffnet worden. Zum Präsidenten wurde der Fähnrich NjaSnikoff gewählt. Rumänien unö üer Zrieöen. Aus Stockholm wird uns gemeldet: Aus informierter Quelle erfahre ich, daß man sich auf feiten der Entente-Regie- rungen in bezug auf Rumäniens Verbleiben im Krieg keine großen Hoffnungen macht. Vor allem hält man es für ausgeschlossen. daß die rumänische Regierung eine Situation schaffen wird, die sie mit der jetzigen russischen Regierung in Konflikt bringen könnte, da sich-der rumänische Goldvorrat, der infolge der glänzenden Geschäftsjahre auf 900 Millionen Franks angeschwollen war, in Moskau befindet. bräuchlich in England, daß das Parlament sich im Jahre 1774 veranlaßt sah, alle Abschlüsse für ungültig zu erklären, nach welchen die versicherte Persönlichkeit kein unmittelbares Interesse an der Ver- sichcrung hatte. Im heutigen London ist e« naturgemäß in erster Linie der Frieden, der Gegenstand dieser Wettleidenschaft ist. und zwar ist es dabei gleichgültig, ob es sich um Freund oder Feind handelt. So gingen Lloyds wüher fm Jahre 1915 eine BersicherungSwette über den Fall von Petersburg em, deren Prämie sich auf 20 Proz. der Versicherungssumme belief. Der politische Anstrich dieses Geschäfts behagte jedoch der englischen Regierung nicht, und sie verbot(ehr bald diese.unpatriotische' Wette. Auch die Bezwingung der Dar- danellen war Anlaß zu einer LlohdSversicherung. Am gl. Oktober 1915 war Schlußtermin für die Wette, und die Teilhaber von Lloyd« erlitten bedeutende Verluste. Bereits Ende de» Jahres lOlä und Anfang 1916, als die Friedensgerüchte da und dort hartnäckig wiederkehrten, beschäftigte sich der englische BersicherungSmarkr intensiv mit dem Abschluß von Friedensversicherungen. Die Aut- sichten von 1016 waren danach z. B. gleich 1: 4 für eine Verlange- rung des Krieges über das Jahr 1016 hinaus. Im Juni 1016 iah man es in England als fast sicher an, daß vor Schluß des Jahres 1917 der Völkerkampf beendet sein werde. Di« Aussichten hierfür wurden mit 8:1 bewertet. Anfang 1917 betrugen die Lloyds-Versicherungen gegen die Fortsetzung deS Kriege» nacb dem 1. Juni 1917 1:5, d. h. denjenigen, die eine Prämie von 100 Pfd. gezahlt hatten, mußte die Gesellschaft 600 Pfd. ausbezahlen, nach- dem der Krieg über den 1. Juni 1917 hinaus angedauert hatte. Elnige Wochen später schlosien Lloyd» ein« Versicherung bis zum 1. September 1917 gegen ein« Prämie von 70 Proz. ab. Auf länger hinaus als bis Anfang September wollten sie sich indessen nicht auf Versicherungen einlassen. Trotzdem nun alle diese Friedenswetten immer wieder verloren wurden, ließen die Eng- liinder doch von ihrer VerficherungSpaision nicht ab. Am 25. Juni 1917 verlangten Lloyd« 80 Guineen in bar gegen die Verpflichtung. am 31. Dezember 1917 hundert Guineen auszubezahlen. falls der Krieg bis dahin nicht zu Ende sei.— Neben diesen Ver- sichernngSwetten aus reiner Spielerleidenschaft steht noch eine andere An von Ariedensversicherungen, die dem Zwecke dient, die Kriegsindustrie im Falle eines raich abgeschlossenen Friedens schadlos zu halten. Hier gilt es die Deckung von möglicherweise eintretenden tatiächlichen Schädigungen. Neue Industrien sind entstanden, alte den Bedürfnissen des Krieges entsprechend umgebildet worden, neue. kostspielige Industrieanlagen, für die plötzlich keine Verwendung mehr lein wird, au« dem Boden emporgeschossen: und gegen solche Ber- lüfte werden schon jetzt Versicherungen aufgenommen. kaleöms abwartende Haltung. , iandoa, S. Dezeiribn.(Steutcx.) Nach 53IcCbunjen fctr VetarZ» hurge: Telegraphen.Agentur vom 8. bringen die Petersburger Ze:- tungen zahlreiche Artikel aus dem Dongebiet, die mell>en. d«tz Kalcdin in Nowotsckierkask eine abwartende Haltung ein- nehme. In allen anderen Orten im Dongebiet sei die Mach: in den Händen der Arbeiter- und Toldatanräte und des �kriinifchen RateS. In den Kreisen der Arbeiter- und Soldatcnrät« nehm» man an, datz Kaledin eine bewaffnete Kundgebung vorbe« rette. Di« Regierung ergreife die tatkräftigsten Mahregeln, um sie gebührend zurückzuweisen. Wie verspätet au» Petersburg mitgeteilt wird, gab„Dvobolnaja Rj«sch" am 3. Dezember bekannt: Am 1. Dezember reisten frei- willig fünf Äardo-Regimenter vom Nikolajbahnhof gegen Kaledin ab. Frankreichs öffentliche Meinung gefälscht! Jea« Longuet über LanSdownes Brief. Die sranzösischc Presse hatte den Brief Lord Lansdowne« bis- her nicht besprochen. Der der Minderheit angehörende Deputierte Longuet schreibt am Sonnabend im„Pahs", trotz aller übel- wollenden und»crleumienfdjen Auslegungen fei der Brief LansdowneS eines der wichtigsten politischen DokumentedesKriegeS, dessen Wirkungen beträchtlich sein würden. Man Hab« auf die Unwissenheit des ftangösisch«» Publi« kvm? über die Persönlichkeit de» Briefschreibers spekuliert, um zu versuchen, die Tragweit« und den Wert des Briefes herabzusetzen. Longuet erinnert an die polttische Lausbahn und Bedeutung LanSdowneS, der der Vater der französisch-eng- Irschen Entente sei. Man müsse an Kmgspshchos« leiden, um den Brief so besprechen zu können, wie es in England vielfach ge- schehen sei. Die.Tim«»" des Lord Northcliffe, der für den Welt- krieg eine so fürchterliche Verantwortlichkeit trage, habe sogar den unverschämten Satz schreiben können, datz Lansdowne Deutschland noch besser als Lenin diene. Die französischen Zeitungsagenturen zitierten die Artikel der englischen reaktionären Presse in aus- giebiger Weise, dagegen werde da» französische Publikum darüber in Unwissenheit gehalten, datz LanSdowne» Er- klärungen von beinahe allen liberalen und konservativen Kreisen Englands begeistert aufgenommen worden feien. Die lobenden Besprechungen des.Manchester Guardian", d«.Westminster Gazette" und der..Daily News" seien natürlich unter- schlagen worden, aber im gleichen Augenblicke, wo der bedeu- tende Staatsmann Englands mit Schmähungen überschüttet werde, habe Wilson die gleichen Ansichten wie LanSdowne geäußert. Auf Grund der von Wilson wie von Lansdowne aufgestellten Grundsätze müsse die Entente ihre KriegSzielc nachprüfen. Es sei kein Augenblick zu verlieren, wenn man die schlimmsten Verwicklungen vermeiden wolle. Longuet schlieht, im übrigen werde sich die Stimme der Völker allen Imperialisten jeglicher Art und aller Länder zum Trotz Gehör zu verschaffen wissen. LanSdowne und Wilson. Bafel, S. Dezember. Der.Neuen Korrespondenz" wird auS New Jork gemeldet: Der Vertreter der„New Dork Time»" in London bat LanSdowne, ihm seine Anficht über die Erklärung Wil» sons mitzuteilen. LanSdowne erwiderte: Ich habe die Rede Wil. lonS mit großer Bewunderung gelesen, ich bin völlig einverstanden init der Politik, welche er in so beredter Weise dargestellt hat. Mit großer Genugtuung kann ich feststellen, datz die Rede viele Stellen enthält, welche die Ansichten unterstützen� die ich auszusprechen per- suchte. Kleine Kriegsnachrichten. Dsnifch-amerikanische H-ndelSvertragSberatunge». Wie„Alle- hapda" aus Kopenhagen erfährt, befindet sich dort eine amerikanische Abordnung, um«in Handelsabkommen zwischen Dänemark und oen Vereinigten Staaten zu vereinbaren. Ein block üer wahlrechtsfeinöe. Aufruf de« Frhn. v. Zedlitz. Der Führer der Freikonservativen. Frhr. v. Zedlitz, hat kürzlich ausgeplaudert, daß hör dem Erlaß der Wahlrechtsbot- 'chaft vom 11. Juli bereits ein fester Block im Abgeordneten- Hause bestanden bat, der eine Wahlreform zur H i n t e r t r e i- v u n g deS gleichen Wahlrechts durchsetzen wollte. Jetzt ver- sucht er seine in Unordnung geratene Schaar wieder zu sammeln, indem er unter der aufrichtigen Ueberschrist ..Verständigung der Wahlrechts g e g n e r" folgenden Notschrei in der„Post" ausstößt: Die dem Ende nahende erste Beratung der Wahlresocm im Ab- «eordnerenhause hat sich, abgesehen von der Rede des Abg. Strobel. auf einer der Größe der Aufgabe entsprechend an Höhe gehalten. Wenn sie auch noch nicht völlige Klarheit über da« Endergebnis g«? oracht hat. so ist doch bereits jetzt offenbar, datz die entschie- denen Anhänger des gleichen Wahlrechts im Ab- geordnetenhause stark in der Minderheit sind, und datz auch abgesehen von benjemgen, deren Stellung noch zweifelhaft ist, di« Zahl der Gegner weit überwiegt. Auch soviel steht schon jetzt fest, datz di«se an«in« einfache Ablehnung deS gleichen Wahlvecht» nicht denken, dielmehr in der Auffassung übereilt- stimmen, datz an Stelle dessen eine andere Form de» Wahlrecht» in die Vorlage eingeführt werden müsse. Darüber aber, wa» an Stelle de» gleichen Wahlrechts gesetzt werden soll, gehen anscheinend die Meinungen noch auseinander. Ein Teil der Gegner de» gleichen Wahlrechts hat mit positiven Vorschlägen überhaupt noch zurück- gehalten, von konservativer Seite wrrd dir beruf» st indische Wahl, von anderer«in Mehrstimmrecht befürwortet. Wollen di« Gegner de« gleichen Wahlrechte zu einem Erfolg gelangen, so wird es aber unbedingt notwendig sein, datzsiesich möglichst bgld über diejen ige gorm'de« Wahlrechts ver st an. digen. welche dem gleichen Wahlrecht eutgegengrscvt«erden soll. Nur wenn sie sich zu einer festen und starken Mehrheit vereinigen, können si« auf Erveichung ihrer Absichten rechnen. Auf eine solche Verständigung wird sich daher in erster Linie die Tätigkeit derjeni- gen KommiffionSmitglieder richten müssen, dir Gegner de» gleiche« Wahlrechts find.' Die Regierung hat ein berufsständisches Wahlsystem und ebenso ein Pluralwahlrecht für unannehmbar erklärt und hat damit nur das getan, was sie tun mußte, wenn sie nicht selbst die Krone als eines Wortbruchs fähig hinstellen wollte. Die„positive Reform" der Wahlrechts g e g n e r hat daher keinerlei Aussicht auf Verwirklichung. Den Herron kommt es nur noch darauf an, die Reform scheitern zu lassen und die Verantwortung dafür derKrone zuzuschieben. Unter solchen Umständen dürfte eS aber auch gar nicht so schwer sein, ein Kompromiß schaffen, denn man kann sich ja leicht auf einen Entwurf ernigen. von dem man weiß, datz er nie Gesetz wird. So beginnt auch schon die„Krenzzeitiino' I sich langsam von ihren berufsständifchen Lieblingsgedanken abzuwenden und für das„aussichtsreichere" Pluralwahlrecht zu erwärmen. Dabei will sie an der S t e u« r l e i st u n g „keinesfalls vorübergehen". Die Konservativen bleiben also dabei, daß der Kricgsgewinner dem Kriegsteilnehmer staats- bürgerlich vorangestellt werden muß. Wahrlich, wenn daS VolkSwort„Hochmut kommt vor dem Fall" noch Geltung hat, dann mutz der Sturz dieser Leute zer- schmetternd werden I * In der zu hildeiden Wohlrcchtslimmissiin von 28 MiigliÄdern wird die nationalliberale Fraktion durch folgende Mit- glieder vertreten fein: Dr. Loh mann. Schifferer, Hausmann, Vchrö- der und Ludwig. Als Stellvertreter wurden von der Fraktion er- nannt die Herren Kunzer. Boisly, Röchling, Lieber und Lukas. Die sozialdemokratisch« Fraktion wird, nachdem da» Los zwischen ihr und den Unabhängigen zu ihren Gunsten ent- schieden hat, den Genosse« Hirsch entsenden. Die übrigen Mit- glieder der WahlrechlSkommission stehen sdie meisten wohl im doppelten Sinn de» Worte») noch nicht fest. Gegen hohe Löhne, gegen �rbeitskammern — aber für Longwy unü Sriep. Tagung der Schwexinduftrielle«. Der Verein Deutscher Eisen- und Stahlindustriellcn hielt am Sonnabend im Hotel Adlon eine Mitgliederversammlung ab, in der der Geschäftsführer Reichert u. a. an Hinden- burgs Mahnung zur fleißigen MunitionSerzeiigung erinnerte und toeiter ausführte: Hierzu sollte auch da» Gesetz bedr. den Vaterländischen Hilfsdienst geschafft« ioerbsn. Der Reichstag aber machte. beeinflußt von den Gewerkschaften, au» dem Entwurf in der kurzen Spanne von 10 Tagen, in denen da» Gesetz durchgepeitscht worden ist, etwas ganz anderes, indem er den Gedanken der A r- b«itkpflicht zu Fall« gebracht und die Arbeitsfrvthait mttden im Kriege aufgepflanzt hat. Daß da» Gesetz, da» schon die Möglichkeit einer angemessenen Verbesserung der ArbeitSbe- dimyungen älS Grund zur Wkehr von iec Arbeitsstätte inmitten des Krieges bietet, den Arbeiterwechftl nicht erheblich beeinträch- tigen kann» liegt nahe, ebenso datz manche Bestimmltngon dahin sühvcn, die Löhne in der Industrie auf eine Höhe zu schraube«, die im Hinblick auf di« künftige WcttbewerbSsähivkcit auf dem Weltmarkt überaus bedenklich ist. Die Arbeitskammern bezeichnete Herr Reichert als voll- kommen überflüssig. Tagegen erklärte er, daß man L o n g w y und Brich unbedingt haben müsse, da Deutsch- land sonst zugrunde gehe. Wie Teutschland, oder wenigstens die deutsche Schwerindustrie, solange ohne Longwy und Briey glücklich sein konnte, sagte er aber ebensowenig wie der nachfolgende Redner Gch. Bergrat K r u s ch. Die Versamm- lung beschloß, den maßgebenden Stelleu..die Notwendigkeit der Verbreiterung der deutschen Erzgrundlagen" vorzutragen. In einer Denkschrift wird insbesondere dargelegt, warum an dem Besitz von Brich und Longwy„für alle Zeiten festgehalten" und auch die Einfuhr�rusftscher Eisen- und Manganerze sichergestellt werden muß. Die Abneigung gegen hohe Löhne, gegen jeden sozial- politischen Fortschritt und die leidenschaftliche Begeisterung für die Eroberung neuer Ausbeutungsgebiete kennzeichnet die Denkrichtung, die, von dem engen Kreis der Interessenten abgesehen, dem ganzen deutschen Volke vertraut ist. Lette Nachrichten. Trotzkys Bericht. Bera, S. Dezember. Wie„Daily New»" aus Petersburg vom 4. Dezember meldet, erstattete Trotzky am Abend vorher«inen Be- richt über die bisherige Tätigkeit der Volksregierung. Er führte aus, das Hauptproblem de» Lande» nach acht Monaten Revolution sei der Frieden. Zur Erreichung dieses Zwecke» hahe man die Bourgeoifieregierung und KerenSki beseitigt. Di« erste Pflicht war da» Angebot eines Waffenstil lstande» an allen Fronten zur Herbeiführung eines Friedens auf Grund der russischen Formeln, nach denen jede» Volk durch Ple- biSzit selbst zu entscheiden habe, zu welchem Lande«» gehören wolle. Trotzky bemerkte, die Maxi- malisten hätten anfangs wenig Anhang gehabt. Jetzt hätten sie ganz Rußland hinter sich, mit Ausnahme der sich die Partei der nationalen Freiheit nennenden Kadetten, die in Wirklichkeit Feinde der Freiheit seien. Er besprach kurz das Verhältnis der Volks- regierung zu den Alliierten, wobei er bemerkte, ÄerenSki habe zu ihnen gesprochen, wie ein Bedienter zum Herren. Aber man werde ihnen zeigen, datz sie mit der russischen Volksregierung auf dem Fuß« der Geich berechtigung zu verkehren haben. Trotzky fuhr fort: Sobald wir uns stark genug fühlten, haben wir im Namen de» russischen Volkes einen FricdenSvorschlag gemacht. Wir werden nicht einen diplomatischen, sondern einen BolkSfrieden schließen, sobald unser« offene Politik Früchte tragen wird, Keine wirtschaftliche Vergewaltigung Rußlands! verlin, 0. Dezember.(W. T. B.) I» Dänemark werden von französischer Seite Meldungen verbreitet, Deutsch- land habe die Absicht, von Rußland bei den FriebruSverhandlunge« zollfreie Wareuein- f u h r für IS Jahre zu erlangen. An dieser Meldung, die nur zur Beunruhigung der russischen öffentlichen Mcinung erfunden ist, ist kein wahre» Wort. Frankreich bleibt mit Rußland in Verbindung. Stockholm, L. Dezember.(Schwedische» Tslegraphenbureau.) Der hi«stge Bolschewikivertreter t«ilt au» Pe-erSburg vom 4. Dezember mit:„Djelo Noroda" hat auf der französischen Botschaft erfahren, datz die Stellung Frankreichs zu den Ver- Handlungen über ein« Waffenruhe unverändert sei. Betreffs der Friedensfrage werde Frankreich nur mit der verfassunggebende» Versammlung rechnen, da sie allein den Willen de» rufst- schen Volke« ausdrücken könne. Di« französische Regierung beabsichtige nicht, die Verbindung mit Rußland abzubrechen, fall» Rußland«inen Sonderfrieden mit Deutschland schließe. ES sei notwendig. Lebensmittel nach Rumänien durch Rußland zu führen. Amerika uud die Schweiz. Bern, S. Dezemk»?.(Meldung der Schweizerischen Depeschen- Agentur.) Die Wirtschaftsverhandlungen in Pari» zwischen Vertretern der Schweiz und den Bereinigten Gtamen sind aogeschlossen. Ter Entwurf der Vereinbarung darf al» Beweis dafür betrachtet werden, datz die amerikanische Regierung entschlossen ist, in freund- schaftlicher Weise die Versorgung der Schweiz mit Brotgetreide und anderen unentbehrlichen Waren sicherzustellen. � parteinachrichten. Dir Westfälische Allgemeine vollSzeituug" in Tortmund hat IN letzter Zeit einen erfreulichen Aufstieg an Abonnenten zu ver- z:ichncn. Sie bucht einen Abonnentenzuwachs von 2Sö0, der in der Hauptfach« datiert seit den Tagen, da unser Dortmunder Partei blatt auf einige Zeit verboten wurde. Der Arbeitt- und Werbeaeist der Genossen ist dadurch geweckt worden und die besten Erfolgc zeigen sich jetzt. Die Partei und namentlich auch die gewerlschaftlichen Organisationen lm Gebiet der„Westfälischen Allgemeinen PolkSzeitung" machen ebenfalls sehr gute Fortschritte, GroßSerün Die berliner Gemüsenot. Streik der Gemüsehändler in Sicht. N,t den Mängeln der Berliner Gemüseversorgung beschäftigte sich«ine öffentliche Versammlung von Klein- und Großhänd- lern des Gemüse- und Obsthandels, die am gestrigen Sonntag in der Neuen Friedrichstraße in Havellands großem Saal stattfand und außerordentlich stark besucht war. Generalsekretär Neubaur von der Berliner Ortsgruppe de» „Reichsverbandes deutscher Gemüse- und Obsthändler" leitet« sein Referat mit der Erklärung ein, daß er den bisherigen sanften Ton satt habe und gegenüber dem Magistrat jetzt eine kräftige«spräche führen wolle. In scharfen Worten, die von den Zuhörern mit oft sich wiederholendem Beifall begleitet wurden, wandte der Referent sich gegen da» Verfahren, da» der Magistrat bei der V e r t e i l u n g der AuSlandSware befolgt. Der kleine Ladeninhaber müsse sich mit minderwertigem JnlandSgemüse begnügen, und in den Auhenvierteln der Stadt werde mancher Händler von den Arbeiter- frauen vorwurfsvoll gefragt, ob c» denn nicht mal wa» anderes als immer nur Pferderüben gebe. Die bessere AuSlandSware bleibe in den Markthallen, wo sie durch die Wohlhabenden, die ihre Dienst- mädchen schicken können, aufgekauft werd«. Manche» davon werde auch verschoben und erziele Preis«, die der kleine Händler und die minderbemittelte Bevölkerung nicht zahlen könne. Hier sehe man. daß diese» System nicht nur die Inhaber fleiner Geschäfte, sondern auch die minderbemittelten Verbraucher schädigt. Da» müsse endlich anders lvcrden. Neubaur tadelte auch das Verfahren, das der Magistrat bei der Verteilung de» WeihnachtS- Obstes befolgen will. Noch nicht 200 Ladengeschäste und eine An- zahl Markthallenstände sollen dabei berücksichtigt werden, während es in Berlin L000 Gemüse- und Obsthändler gibt. Würden die dem Magistrat zur Verfügung stehenden 18 000 Zentner Aepfcl gleich- mäßig auf alle Geschäfte verteilt, so müßte jeder Händler ö Zentner erhalten und der Verkauf könnte rasch vonstatten gehen. Nach dem Plan des Magistrats entfallen auf die wenigen ausgewählten Gc- schäfte durchschnittlich je 70— 80 Zentner, wobei dann die Käufer aus größeren Bezirken zusammenströmen und wahrscheinlich „Aepfelpolonäse" stehen«müssen. Dasselbe System will der Magistrat auch für eine geplante Verteilung von 27 000 Zentner Gemüse durchführen. Der Referent empfahl unter stürmischem Be»- fall der Versammelten die Annahme einer Resolution, in der die Händler drohen, vom 2 0. Dezember ab ihre Ge- schäfte zu schließen und den Verkauf von Gemüse und Kartoffeln einzustellen, wenn nicht der Magistrat die AuSlandSware gleichmäßiger verteilen lassen wolle. Ein Vertreter der Reichsgemüsestelle, der für den verhinderten Herrn v. Tilly in der Versammlung erschienen war, erklärte, die ReichSgemüsestelle habe kein AuffichtSrecht über den Magistrat. Zu Neubaur» Angaben über Gemüseüberfluß in Süddeutschland und über Verhinderung der Ausfuhr von dort versprach er, daß die Reichs- gemüsestelle eingreifen werde.(Zuruf: Aber Wort hallen!) Gegen den Magistrat sollten die Händler, riet er ihnen, sich an den Oberpräsidenten wenden. Die Resolution über die Schließung der Geschäfte wurde«in stimm ig angenommen. Die Fortsetzung der DiSkus» ston brachte noch weitere Klagen und erregte Ausführungen über Mängel der Gemüseversorgung._______________ Trauerfeier für Artur Stadthage». Dar verswrbe-ne ReichSiaHSabgeordnete Artur Dtadthagen wurde am gestrigen Sonntagnachmitag auf den städtischen Aemeindeftiedho' in FricchrichSfiüds beigesetzt. Der Beerdigung ging«n Mittag eine Trauarseoe-r im Saal de»„Cose Bellevue" am Bahnhof Stralau-Rummelsvurg voraus. wo Stadthagen oft zu seinen Niederbarnimer Wählern gesprochen hatte. Vor dem Sarg, der unter Blumen verschwand, sprachen die Abgeordneten Vogrkerr. Haase. Ad. Hofftncnm, Wuirm und der Stadtverordnete Waldeck Manass«. die die Verdienste de» Verstordenen an der Arbeiterschaft feierten. Etwa 8000 Menschen, bildeten den Leichenzug durch RummelSburg und Lichtenberg nach Jviadrsthsfelda, wo der Sarg der Erde über- geben wurde. Nach der Beerdigung loste sich der Zug in den Straßen von Lichtenberg auf. Hilfe fftr die deutsche« KriegSgesangeuc« dc Rusilimd. Um der Not der deutschem Kriegsgefangenen im Rußland abzuhelfen. sind soeben vier Milltonsn Mark, davon drei Millionen au» Reich»- mitveln. eine Million aus nationalen Spenden, der deutschen Schutzmacht Schweden zur Verfügung gestellt> vordem. Diese Mittel sind itn erster Lim« zur Beichasfung von Zusatznahrung zur Gc> iangenenkost und zum Ankauf warm«: Unterkleider bestimmt. Da« schwedische Rote Kreuz wird, wie bisher, in tatkräftiger, warmherziger Weise für eine zweckentsprechende Verwendung der Gelder sorgcm Auf einem aridorem sicheren Weg« iverdvn ferner weitere orhebliche Geldmittel zur Versorgung der deutschen Kric-zS- gefangenen im Ost-Rußland in aLernächster Zeit zur Verdeilling gelangen. lieber eine« Revolverkampf zwischen Einbrechern und einem Schutzmann witch au» dem Norden der Stadt berichtet. MS der Schiitzinarnt Herrmann im der Nacht zum Sonntag kurz nach 1 Uhr auf einem Rundgang durch die Samoastratz« kam, über- raschde er mehre ve Mänmor bei dam Versuch, im dem Hause Nr. S in die Räum« einer Konsumgenossenschaft einzubrechen. Di« Ein. brvcher ergriffen die Flucht, gaben aber auf dem si« verfolgenden Beamten mehrere Schüsse ab, um ihn an ih«r Festnahme zu ver- himdevn. Alle gingen fehl. Der Schutzmann ergriff zur Dienst- pistol« und schoß fünfmal auf seine Gognou Einer von diesen, ein 48 Jahre auer Schlosser Gustav Kalv« au« der Liebenwald« Straß« 42. erhielt«im« Kugel in den linken Unterschenkel und mutzt« sich gerannen geben. Die anderen Einbrecher entkamen. Kalv« wurde zunächst nach tem virchowkrankenhaui und dann al» Polizei gefamgemer nach der Charit« gebracht. Reinickendorf. Ausgabe von Keks und Schokoladc. Der Ge« memdevorstand gibt bekannt: Kinder, die in der Zeit vom 1. De- zember 1918 bis 22. Dezember 1917 geboren sind, erhalten je ein Paket Kek» zum Preist von 40 Pf.; Kinder, die in der Zeit vom 1. Dezember 1907 bi» 30. November 1918 geboren sind, erhalten st eine Tastl Schokolade zum Preise von 1,80 Rk. Bezugtschen» für diese Waren teer&eif gegen Säörlegung cineS MterSnaHweiseZ �Geburtsschein, Stammbuch! von den zuständigen Brotkommifsio� nen ausgegeben. Der Verkauf findet in der Zeit, vom 18/ bis 22. Dezember in den amtlichen Verkaufsstellen statt. Spandau. Höchstpreise für Buttermilch. Der Magistrat be� stimmt für den Bezirk der Stadt Spandau: Die in§§ 1 und 2 der Verordnung vom 21. September 191"/ festgesetzten Höchstpreise für Magermilch im Groß- und Kleinbandel gelten auch für Butter�- milch. Diese Verordnung tritt am 9. Dezember 1917 in Kraft. Reinickendorf-West. Mittwoch, den 12. Dezember er., abends 8 Uhr, findet eine Mitgliederversammlung beim Ge« nassen Schiller, Antomenstr, 19, statt. Parteigenossen, die auf den Boden der Parteieinheit stehen, sowie alle„Vorwärts"leser werden hiermit eingeladen. Arbeiter-Jugendheim Lerlin, Lindeustr, Z. Morgen. D'enSsag, wird das Heim um 7 Uhr geöffnet. Abends 8 Uhr: Heim- de sprechung. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Dienstag mittag. Zeitweise heiter, jedoch vorherrschend wolligh östlich der Oder öfter geringe Niederschläge. Mittags"ziemlich"warm, in der Ziacht zu Dienstag vielfach leichter Frost. flns aller Welt. Kohlen- und LebenSmittelschrebungen in Essen. Essen, 9. De-- zembex.' Hier wurden große von Beamten des Kohlenshndikats m VerSmSimg«n? Kobhenschfekungan fiorgenommene SeSestSmrttel. schrebungen aufgedeckt. Es wurden ganze Eisenbahnzüge mit Lebensmftteln verschoben und gehandelt, u. a. 19 099 ADrtnrc Zucker, 35 Waggons W e i ß k ohl, 599 Doppelzenftoer W e i z e n- me h l usw. Telegraphenstorungen zwischen Schweden und Deutschland. Stockholm, 3. Dezember. Am Montag abend warteten 2399 Tele- gramme nach Teutschland auf Beförderung..Die Beseitigung der Linienstörung, gilt als" unmittelbar, bevorstehend. Berantwortlich für Politik: Erich Zwttuer, Berlin:. für den Wrigen Teil des Blattes: 2llired Scholz, Neulölln: für Inserate: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Lerlag: Vorwärts Buchdruckerei u. DerlagSanftaü Paul Singer& Co., Berlin SW. Romane berühmter Männer und Frauen 12 Sänöe in 2 Meilungen von je b Sänüen; preis jeüer Abteilung 45 Mark, in Geschenkkassette SS Mark. I. Abteilung. tiesen. Leven v.MnSlimilkon Historischer Zioman v. H. B. Schumacher !«li> Ms« M ließe Historischer Roman v. H. V. Schumacher Monatlich nur � oder 6 Mark 2. Abteilung. Sei Roman einer gnifeiln Katharina El. von Rußland Geschichtlicher Roman von Eugen Zabel SWlirzen«esrmnn Die Schwestern Fröhlich Roman aus Wiens klassischer Zeit von Joseph Aug. Lux WMsiMlnMgsR Louise belaSBaliie.ee Historischer Roman von Dora Duncker cnWe Ein Leben für Freiheit wLiebe Gefchichtl. Ronian v.AIfred Schirokauer M mnlez Historischer Roman von Jos. Aug. Lux Anrnnise non MMni Ein Roman aus galanter Zeit von Dora Duncker. kniierln Wenie Der Weg zu« Thron Roman von H. B. Schumacher wiie Mninene Einer Königin Liebe und Ende von HanS Freimark. (9« M Ei n B u ch d e r L e i d e n s ch oft t Historischer Roman von Dora Duncker Wnlenn in. Ein Märchen aus bepi Thron Roman von Heinr Vollrath Schumacher Viele Srzählungen verlehaffen einen tiefen Gin blieb in die fi erzen&- erlebnilfc gclAicbtltcher Größen undßerühmtheiten; Tie bringen diele uns menlcbUch näher, zeigen aber auch, in welcher Meile die Geschicke der Völker fo häufig ron geheimen flächten beeinflußt werden. Mir Hefern jede Hbteilung 4 M« beide Abteilungen zusammen 6 IM. A. Wolriiek tz Co.. Buchhandlung, Berlin N 24, Oranienburger Straße 59. tön ÄSf 3 Bestellschein aus dem »Borwärts" Der Unterzeichnete bestellt bei der Buchhandlung A. Wollbrück dkl Co.» Berlin, Oranienburger Str. 39: Romane berühmter Männer und. Frauen Abteilung- zum Preise von zahlbar mit monatlich Marl Mark Erfüllungsort Berlin-Mitte. Ort und Straße: Rame und Stand (Deutliche Schrift und genaue Adresse erbeten!) Allmisgls-l'sM. tallett auf dem Eis 7'lt Uhr Abrakadabra. Vorzügliche Küche. Ein Waggon AeMohl ist in unserer Berteiluuzsstelle Oft in angekommen. Diejenigen Mit, gli-dor im Osten, welche bis- her noch feinen Kohl erhalten haben, werden ersucht, sich aus jeden Genofsenschastsanteil je einen halben Zentner Weiß- fohl dort abzuholen. 211/12* Geöffnet taglich von 1« Uhr vorm. bis 7 Uhr nachm. Sonntags von 11 bis 1. Abgabe von. Gemüse nur an Mitglieder. Aufnahme neuer Mitglieder eben- bafelbst und im VerwaltungS- bmeau Verlin 9 2, Nurg, strafte 27 III, Zimmer 76. Norilfieiitsebe Gemiiseliaii- (jenossB!iseha?te.G.!ii.l].lI. Neu eröffnet. iigl. frisch petieme«.. Pjd. 5,50 a». üiasthühner..» d,75, laninchen.. 3,90.. stau Gruichke, Elsasser Dtr.R. Prima Würstchen u. Wurst a. Kaninchen- u. stob- ♦leisch tag] frisch. Pfd. 3,50 M Naohn. Eilp.-Vers. Versand v. 5 Pfd. ab* Roßschlächterei und Wurstfabrü; Arthur fdchlndler, Zwickau i. S. 1+ Spezialant Dr. med. liaabs beh. schnell, gründt., mögh schmerzlos u. ohne Berussstör. Gesehleehlskrankheit- geheime Haut-. Harn-, Frauenleiden, Sclwächo. Erprobteste Methoden Ehrlich-Hata-Kuren, Harn- u. Blutuntersuchung.* Käiiiptr. 34 iiß. Spr. 10— 1 u. ö— 8, Sonnt. 10—1 Am 6. d. M. verschied an den Folgen eines bedauerlichen Unglücksfalles der in unserer Abteilung I, Hohen- schönhausen, beschäftigt gewesene Schlosser Paul Zahn Wir betlagen auf- tiefste den Verlust dieses treuen, geschickten, immer arbeits- willigen Mitarbeiters, der sich allgemeiner Beliebtheil erfreute. Ein dauerndes, ehrest eS Andenken werden wir ihm bewahren. Löwenbraueroi A.-G.. Berl.»Hoheuschönha«se«. Urlauber, die während ihrer UrlaubSzcit arbcitcti wollen.werdeu eingestellt Helnr.Dreclisclffi:, NO 55, Heinersdorscr Str. 15. Spezial-Arzt Dr. med. Haschd, Friedrictistr. 90 Behandl. von Syphilis. Haut- Harn-, Araueuleiden. spez. chron. Fälle. Ehrlich-Hata-Ku- ren, tchmerzlose, kürzeste Be- Handlung ohne Berussstörung. Btutuntersuchung. Mäß. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden 10 bis 1 und 5— 8, Sonnt. 11— 1. Ihren- Geldwaren, PDtz dt Co., lindenstr. 109 Sfiszialarzt Dr. med. WocfeenfuB. Friedriehst. 125(Oranienh T-), lürSyphiiis.Harn-u. Frauenleiden Ehriich-Hata-Kur(Dauer 10T.), Btutuntersuch. Schnelle, sichere schmerzt. Hellung ohne Berufs- stSrung. Teilzahlung. 252/12* Sprechsttmd.: 11— 1 u. 6—8. iautjucken (Krätze(wirksames A Spezlalmittel Kit. Oopp. Portionen(2 Pin.) 10 M. Apotlr.Uiieoslelos Yers.Spremberg L.44 f läinorrlioitlerSVÄ | u. 7.50; Prosp. frei.* 9 Apoth. Lauensteins Versand, l Spremberg L. 44. i 3 Lände 6 2R. Buchhandlung vorwärt» MVnnmmenSL Dr. Qabo»et»iii Fabrik ehem.- pharm. Präparate Levetzowstraße 23.* n Lombard-Baus B H. Gr äff, Leipzigers t. 75 LI? 2 Volle normale Beleihung F M, Diskretion, Re- f E /®r i/� ollität. Gelegen-« 2 K i 3j|heit8k., Uhren, g, s Brillanten, s: » Schmucksachen-» 1 10—50°/» unt. Ladenpr. MW M oet fitifssOeifiiüflfeo nno ehemnl. SdWkMWll. Her. In., Dienstag, den 11. Dezember, abends Z Uhr: iVUtKlteeter'Versammlung; tu de« Sophien-Sälen. Sophienftr. 17/18. Bortrag.—Gäste willkommen.— Um zahlreiche Beteiligung biliet 296/5... D«r Vorstand. ..... 1 1 HU Für ödjnb-HepflrDiflten werden für kriegswirtschaftlichen Betrieb gesucht SV Schuhmacher. Sotiuli-Bssoiil- u, Ausbesserungs- Werkstätten der Stadt Berlin KommandantenstraBc 80— 81 Nu Laden. 9—1 Uhr. 12382* Wollen Sie die Hälfte. Kohlen, Koks und Briketts sparen??? Dann tränten Sie Ihre Feuerung mit Datierbrand. Mie Dauerbrand getxänie Kohlen. Kots u. Briketts gehen über 12 Stunden anhaltend»-ßlut urHitte. ohne während den 12 Stund, nachlegen zu brauchen. Anerkannt beste Erfind. kür<1.Haushalt.. Brobebeutel-Dauerbrcud zu 1 M Ii, 2 hl. aüsfeiohend für mehrere Mönate. sind gegen Xachnahrne vom Dauerbrand-Vertriob Becker, Berlin W 57, Kurfürsten str. 9, zu beziehen. Postkarte genügt. 12§4L 1 Keu erschienen: Leonharde Bnlman» w Praktische Lauten- u.Gilarre-Schüle i (100 Seiten) mit Anhang, ausgewählte Lieder M.-3.—.* I iflHflrcrhaf? liir desang; mit I.ante(60 S.), ent- LiOUOlobllalt haltend 66 ausgewählte Lieder M. 2.—. Zu beziehen durch _. ausgewählte Lieder____ alle Musikalien-HandL u. vom Trinmnh-Teriag« m. b.». Berlin SW 61, Waterloo-Ufer 19. Moritz|)L 11418. Denioclie Papier� mcht tüchtige 12S6Ü* ü P ß Jl•©• M« bei A Elektromontenre Vorzustellen in der Zeit von 9—10 . E. G. Flugzeugbau, Johannisthal. Flugplatz, Tor I, Zähne ra.eeht.Kaatsehuk 3,50 Jß.8ÄÄü>. bei Bestellung v. Gebissen gratis. Goldfronen v. 20 M. an. Spez.: Zähne ohne?zhnnt»airie HüiVQIli Oanziper StraSc 1 Gaumenpl. Lallll JirilAiO Ilalinlll, Ecke Schönh. Allee. Zigarren und 1254L* Stumpen f>0 Stack zu M- 4.75, 9.—, 18.— und höher. Zigarrenhaus D a a b a c b vorm. Schünemann Neue Promenade 9—10 (TJnterführ.),Bahnh.Börse "■" 10000 Mark Belolinung.l I In der Nacht vom 1. zum 2. Dezember 1917 1 1 wurde in unseren Geschäftsräumen ein Einbruch I I verübt, bei welchem Seidenstoffe, wollene Stoffe, i j Astrachan-Mäntel, Blusen und seidene Eöcke im j 1 Gesamtwert von 100 000 Mark gestohlen worden j (sind. Zum Fortschaffen der gestohlenen Waren] | diente ein Wagou, bespannt mit. einem braunen,| (räudigen Pferd. Die Täter sind verhaftet, doch| fehlt n och die Ware.— Obige Belohnung wird für| die Wiedererlangung der Ware gezahlt, bei teil-[ weiser Büoksohaffunc werden 10°/, d. Warenwertes| vergütet.— Für die Ermittelung der Abnehmer| der gestohlenen Ware sowie des Eigentümers[ des vorboschriebenen Fuhrwerks wird eine an- 1 | gemessene Belohnung gezahlt.—Zweckdienliche| Angaben sind entweder an uns direkt oder an| (das Polizeirevier Nr, 8(Wöhlerfcstraße 1) zu I richten. 225/2* j 1 Kaufhaus Singer& Co.,ch"Ä& BchtntcdcgrfcUc* tüchtiger, selbständiger Arbeiter, für sofort gestlcht. Anthracitsebnlste, Charlottenburg, Quedlinburger Str. 6-7 Nachm. 111/14' MoeheleKante EildplaqU-Rtraoitoir-UIir vorzüglich gebend— genau regu- hert in änBnrst seliillignr Ann- ttlbrung poliert od. gemustert— dieselbe ist von einer echt gold. Uhr kaum zu unterscheiden, besitzt ein prima Schweizer ühr- macherwerk und ist auf Genauigkeit u. guten Gang geprüft Preis 20 M. Dieselbe mjt Springdeckel 2S iL — drslls■ 1 ft vergold. Karalierubrkette. Spexlalgeachäft t. Uhren 14 Bhuthstrana* 14. Rächte leuchtende Jdllit&ruhren, silberne Uhren, Armbanduhren, Damenuhren etc. in gröBr a ns«- (cht goldene Herrennhren von 89 bis 300 Ml, V.«* M.€M.�Wa.�M.- Tahrradbereifung Vollwertiger Ersatz fttp Gummi. Hält allen Witterungs- and Straßenverhältaisifen Stand. Bei großen Betrieben bereit» elngcftthrt. ä**®!» für eine Fahrrad-Garnitur komplett inkl. Einziehen JI. 30,— ab Fabrik netto Kasse gegen Nachnahme oder vorherige Zahlung. Probereifen ziS Besichtigung am Lager. Vertreter Überall gesnclit. Bäder erbitten lose, olir.e Kähmen. 127 IL« OEDTS« EiMMEoMS-E» G�neralvertrieb: Chemisclie Produkte Berlin* Schöneberg: I, Gstoaewald-Straße 50 ptr. Speztal-Hrzt i. Geschlechtskrankheiten. Harnleiden, Schwäche, Ehrlich-Hata- Kuren, Blut- und Harn-Untersuchungen. Institute: Dntnrlamnu Ctn Iii o. d. Lützowstr., Sprechstunden rOldilflulEr ülr, 1 1 1 während d. Sommers 9,6-9,19 U. i= abends, Sonntags 9.11— 1 Uhr. A llfltiopanrla 48 S. starke Broschüre äö Pf., nach AUllUareiJUe auCcrhalb 1 H. in verschl. Kuvert. Dr. med. Karl Reinhardt. Dauerwäsehe! Mit DUALIN, Daoerwäscbe-PrSparat. D. R. Pa., ges. gesch., macht jeder seine Kragen, Stulpen, Oberhemden ::: abwaschbar Packung, ausreichend für zirka 20 Kragen oder entsprechende Anzahl Wäschestänke Mk 2.5V. Generalvertrieb: LÜXELIiY. Chemische Produkte, Berlin-SeHSneberg I, Grunewalds traüe 50, parterre. Vertreter überall gesucht 1242L* CHuhputtsch, alloholsrei. Liter 2,00 M. attoholsrei. Liter 2.20 M. l Teil Punschextratt, 2 Teile siedendes Wasser ergeben einen köstlichen füften Punsch. Kein Zucker erforderlich. Die Extrafte find unter Verwendung von Wein hergestellt. DaS beste Getränt in jedem Haushalt. Ein GlaS Punsch stell! sich aus ca. 5 Pfennige.— ES wird Höst, gebeten, Flaschen oder Gesäße zum Abfüllen mstzubiingen. B.Krömer, Berlin N 24, - 2. Berkas fspclle, Reinickendorfer Str. Ivv. S.» Andreasftr. 78. 4.» Neukölln, Berliner Str. 70. Versand nach aukerhaw m Korbflaschen hon 3, 19 u. 25 Litern. Korbflaschen werd. z.berechn. Preise stanto zurückgenommen.