Nr 346. 34. IahrK. Bezugspreis: Nicrteljährl. i,V) TOf.. monotl. 1,50?WL frei ins vorauszahlbar.Einzelne SlumniccnlO-fäffl. Postbezug: Monatlich 1Ä) Mü Unter Kreuzband für Demfchland und Oesterreich> Ungarn it.— Ml., für das übrige SluSland i.öO Ml, monatlich. Berfand ins Feld bei direlier Bestellung monall. l,ö0Mi. Postbestellungen nehmen an Däne- niarl, Holland. Luxemburg, Schwede» und die Schweiz. Eingetragen in die Post-Zeitungs- Preisliste. Erscheint täglich. Tetegrainm. Adresse: »Sozialdemokrat Berlin" 4 Vevlinev VolktSblstk. ( 10 pksnnig) Der Auzcigcupreis beträgt die stebengefbalteneK.tunel- zeste»0 Pfg...Weine Slnteigev". das fettgedrnclte Wort 20 Ptg. i ,tU< lässig 2 fettgedruckte Wollet, jedes toertere Wort 10 Pfg. Ttellenoeluwe und Schlafftellenanjeigen das erste Wort lOPig., jedes weitere Ä.rl öPtg. Worte über lö Äuchitaben zählen für zwei Worte. Senernngszufchlag 20",» Kamiiien° Anzeigen St» Big.. bolitifche u. gewerllchafMche Berenis Anzeigen 10 Pfg die.seile, klnzetgen für die nächste Aummer müssen bis S Uhr nachnistt. wi Hauvtgefchäii. Berlin SW.0S. Lindenilrassr 3, abgegeben werden. Steoffnet bau S Uhr früh bis 7 Uhr abends. Zcntvalorqan der rozialdcrnokratt fehen parte» Deutfchlands. Redoftion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Ferniprecher: Amt Moritspla«. Str. IS» SV— IS» S7. Dienstag, de« 18. Dezember 1S17. Cxpeditieo: EM. 68, tlindenstraße 3. Urrttivrecher: Amt Morttzpla«, Str. IS» SV—»«,» S7. vie frieclensverhantllungen»» Krelt-citomk A m t! i ckz. Berlin, 17. Tezcmbcr. Die Regie- rungen Teutschlands, Ocsterreich-Ungarns, Bulgariens und der Türkei»verde« bereits iu den nächsten Tagen in Friedensverhandlungen mit Rustlaud ein- treten. Tie Abreise der deutschen Bevollmächtigten er- folgt demnächst. Unverbindliche Borbc- sprechungcn über die �riedcnsbcdingungcn zwischen den schon in Brcst-Litotvsk an»vcscndcn Bcrtrctcrn der beteiligten Regierungen sind bereits im(Sange. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet:„Wie wir hören, wiro sich Staatssekretär Dr. von K ü h l m a n n im Laufe der Woche zn den Friedensverhandlungen nach Brest- Litowsk begeben." Von anderer Seite Ivird uns gemeldet, dah auch der österreichische Minister dcS Auswärtigen. Graf Czcrnin, im Begriff steht, nach Brest-Litoivsk abzureisen. * W. T. B. Ter Herr Reichskanzler hat die Führer der Fraktionen des Reichstages zu einer Bc- sprechung für Donnerstag, den A). Dezember, Uhr nachmittags eingeladen. Es ivird vom Ergebnis dieser Bc- sprechung abhängen, ob und ivann der Haushalts- a u S s ch u ß des Reichstages demnächst zusammentreten»mrd. die Seümgungen öes Waffenftillftanüs werden amtlich veröffentlicht. Unsere Leser finden den Wort- laut deS geschichtlichen Dokuments auf der dritten Seite. Cnglanö hat Tschitstherm freigelassen. Amsterdam, 17. Dezember.„Algemeen Handelsblad" er- fährt aus London, dost Tschitscherin, den die Bolichcwiki- Regierung zum russischen Gesandten in England er- nannt bat, freigelassen worden sei. Die englische Re- g i e r u n g bat sich geweigert, ihn nach Peters- bürg zuruckzusenoen. Auf die Freilassung Tschitscherms war man vorbcreijct, seit vor einigen Tggen von Petersburg aus bcllriintgegebeu wurde, das; England seine Haltung in der Tschitschcrin-Frage einer Nach- Prüfung unterziehen werde. England hat sich der Forderung und Drohung der Regierung der russischen Volkskommissare fügen müssen. Hertlmg gegen Llopö George. Der Reichskanzler hatte mit dem Direktor von Wotffs Telegraphischem Bureau ein kurzes Gespräch. Der Gegenstand war dicletzteRedcLloydGcorges. Der Reichskanzler äußerte sich folgendermaßen: Sie fragen mich nach meiner Antwort auf die lehtc Rede des englischen Premierministers Llossd George? Herr Llossd George ncmit un» in seiner Rede„Verbrecher und Banditen". Wir beabsichtigen, wie schon einmal un Reichstage er- klärt wurde, nicht, uns an dieser Erneuerung der Sitten homerncher Helden zu oetciligcu. Mit Schimvfwortcn werden moderne Kriege nicht gewonnen, vielleicht aber verlängert. Denn das ist nach jenen Schmähungen des englischen Ministerpräsidenten klar: Für uns ist ein Verhandeln mit Männern von derartiger Gesinnung aus- geschlossen. Für den aufmerksamen Beobachter konnte seit geraumer Zeit kein Zweifel mehr bestehen, daß die englische Regie- rang unter Führung von Lloyd George dem Gedanken eines gerechten BerständigungSfrirdens vollkommen unzugänglich war. Wenn es in'den breileu Kreisen der Ocffentlichkcit eines schlagenden Beweises hierfür bedurfte, so ist er durch die neueste Rede deS englischen Staatslciters geliefert. Sie wissen, daß ich erst seit kurzer Zeit an die Spitze der Reichs- vegierung getreten bin, daß mir aber meine bisberige Stellung Gelegenheit gab, die auswärtige Politik meiner Vorgänger und der verbündeten Staatsmänner von einem besonders guten Beoboch- tungsposten aus zu verfolgen Und da kann ich als StaalSmanu und Historiker, der em langes Leben dem Forschen nach geschicht- licher Wahrheit gewidmet hat, erklären: Das deutsche Ge- wissen ist rein, sskicht wir waren«s, die den Mord von Sera- jewo inszenierten. Der Prozeß Suchomlinow in Petersburg, er hat das, was wir seit Ende Juli lstlt wußten, der Welt mit ab- soluter Deutlichkeit klargelegt: die Ursache des Weltkriegs, den dem Zaren Nikolaus II. von gewissenlosen Ratgebern abgenötigten Be- fehl zur Gesamtmobilmachung, der uns den Kampf nach zwei Fron- tcn aufzwang. Vor wenigen Tagen war es ein Jahr, daß wir mit unseren Verbündeten den Feinden die Hand zum Frieden boten. S:e wurde zurückgestoßen. Inzwischen hat unsere Antwort auf dir Papstnote unseren Standpunk: erneut ausgesprochen. In dem Augenblick, wo ich die Nachricht erhalte,, daß die Waffenruhe, die schon zwischen unserem östlichen Nachbarn und uns beste rw, in einen förmlichen Wafsvnstilljtand übergegangen ist, wird mir die Rede des englischen Premierministers, von der Sic sprechen, vorgelegt. Sic i st d i e Antwort des heutigen englischen K a b i n c t i s aus die Papstnote. Unser Weg im Westen ist demnach klar. Nicht Lloyd George ist der Weltrichtcr, sondern die Geschicblc; ihrem Urteil können wir. wie am 2. August 1814, so auch heute mü Ruhe entgegensehen. Sehr richtig ist die Bemerkung des Reichskanzlers, daß man mit Schimpfen keinen Krieg gewinnt. Gewisse Leute auch bei uns zu Hause könnten sich das hinter die Ohren MMW schreiben. Weniger glücklich scheint uns dagegen die Wendung, in der gesagt ivird, mit Männern von bestimmter Ge- sinnung sei ein Verhandeln ausgeschlossen. Das eriminl bedenklich an das bekannte Wort: ,.No terms with Hohen rollern!"„Keine Verhandlungen mit Hohenzollern!" Es ist Sache der Engländer, wie lange sie ihren Lloyd George an der Spitze behalten wollen, und wenn sie bereit sein»Verden, mit uns über den Frieden zu verhandeln, so ivcrden»vir unS nicht den Mann ansehen, den sie schicken, sondern die Vorschläge, die sie machen. Die volksausplünöerer an öer Arbeit. Der größte Teil der Berliner Presse vom Montag bc- schaftigt sich schon sehr lebhaft mit unseren Veröffentlichungen über die ungeheuerlichen Vorgänge ans dem Lebensmittel- markt von Neukölln und Groß-Berlin. Ein Teil der kon- servativ-agrarischen Presse aber scheint beim Anblick dieses Sodoni und Gomorrha wie Lots Weib zur Salzsäule erstarrt zu sein. Die„Deutsche Tageszeitung" schreibt eine 8-Zeileii-Notiz, an deren Schluß eS heißt: Wir koimuen auf die von U e b e r tr e i b u n g« n und Einseitig kei teil strotzende Denkschrift zurück. Da die Denkschrift aus dem roten Neukölln kommt, der- mutet die„Deutsche Tagcsztg." in ihr»vohl ein„sozialdemo- kra tisch es Machwerk". Zu ihrem Schmerze müssen»vir ihr mitteilen, daß der Verfasser der rasch berühmt gewordenen Eingabe jener Neuköllner Stadtrat Mi er ist, der im Fähre 1918 s ü x die k o n s e r v a t i v e.P a r t e i zum preußischen Abgeordnetenhaus kandidiert hat. Es ist also ein Mann aus den Reihen der Koiffervativen selbst, der diese furchtbaren Anklagen erhebt! Die„ Ä r e u z- Z e i't u n g" stellt sich schützend vor Waldoiv und meint, eS sei unrecht, von einem System Waldoiv zu sprechen, da Herr v. Waldoiv das System bereits iiber- nomnien mid„keineswegs so neiic Wege eingeschlagen habe, daß man von einem neuen System sprechen könnte". Taö veranlaßt uns. die Bezeichnung der unter Herrn v. Waldoiv eingerissenen Wirtschaft als„System" mit Bedauern zurück- zunehmen. Von einem System kann man allerdings nur insoweit sprechen, als das Eindringen einer systemlosen Aus- Plünderung ill die Kriegswirtschaft systematisch gefördert worden ist.— Tie„Kreuz-Zeitnng" zieht dann tapfer gegen die Oberbürgermeister kos, die an dein allen schuld ntärcn und denen ganz recht geschehe, ioenn man gegen sie, >vie gegen den Krefelder. Strafantrag stelle. Die alldeutsch-schiverindustrielle„Deutsche Zeitung" treibt es noch viel toller. Sic siebt in dem Triumph der Ueberagrarier einen Mißerfolg des. Sozialismus, dessen Bcrteilungssystein zusammengebrochen sei. Mit der gleichen Logik könnte man auS der Kriminalstatistik den Zusammenbruch der gesamten Rechtsordnung folgern, und sagen: Da die Herren Räuber und Diebe gesiegt haben, ergibt sich die vollständige lieber- flüssigkeit des Strafgesetzes. In Wirklichkeit ivird mau aber eine zilsammengebrochcne Rechtsordnung nicht liegen lassen wie sie liegt, sondern man ivird sie wieder neu und besser ausbauen, weil die Menschheit ohne sie nicht existieren kann. Und so beweisen die Orgien des„freien Spiels der freien Kräfte", daß der Sozialismus eine Lebensiiotwendigkeit des Volkes geworden ist: der wirkliche Sozialismus imd nicht ein fadenscheiniger Kompromiß der agrarischen und händlcrischen Interessen mit dem Interesse der Gesamtheit.® Man wird von der bürgerlichen Presse nicht erwarten können, daß sie sich zu diesem Standpunkt bekennt. Immer- hin ist die Kritik, die ein Teil von ihr übt, scharf genug. Im „Berliner Tageblatt" schreibt Erich Dom- b r o>v s ki: Die Denkschrift deS Neuköllner Magistrats, die Herr v, Waldow, ans sehr begreiflichen Gründen, mit allen Mitteln der Bureau- kralie unterdrücken wollie, und die jetzt doch den Weg in die O�fientlichkeil gefunden hat, zieht»nbarmberzig den Sckileier von dieser unheilvollen Politik. Alles ist, erzählt uns die Denkschrift. in Tausenden von Zentnern, auf illegalem Wege zu haben, wenn man tüchtig Geld i» seinen Beutel tut. und während das Handläschchen der reisende» Dame streng auf gehamsterte Lebensmittel kontrolliert wird, hat das Auge dcS Gesetzes nicht die ganzen W a g g o n l a d u n g e n von Waren geiehen, die sich große Jndustrielverke oder städtische Gemein den auf verbotenen Spuren besorgt haben. Ja. mehr noch, selbst ReichSbehörden. haben sich an diesem Schleichhandel in a u s g i e b i g st e ni Maß beteiligt. Wo ist der deutsche Gogol, der einen neuen„Revisor" schriebe! Herrn v. Wal dows Zeit ist erfüllet. Seines Bleibens ist kein Platz mehr: denn dieser Skandal schreit ge» Himmel. In ähnlicher Weise äußert sich eine 3ieihe anderer links- liberaler Blätter. Von allen Seiten wird verlangt, daß sich daZ KriegsernährungSamt zur Sache äußere, Auf diese Arußexung kann man in der Tat einigermaßen ge- spannt sein! ES ist kein Wunder, daß da und dort auch der G e- m ü s e v e r s o r g u n g in besonders zärtlicher Weise gedacht ivird. Denn ans diesem Gebiet liegen die Verhältnisse am schlimmsten, und daß die Licfernngsverträge infolge der gleich zeitigen Zulassung deS freien Handels vollständig versagt haben, darüber besteht nur noch ein Urteil. Teilt doch der Neuköllner Magistrat in seiner Denkschrift mit. daß von 200009 Zentner Gemüse, die er durch Licscrungsvertrag be stellt hatte, nur 0000— 10000 Zentner angelangt sind! Fa. eS sind phantastische Zustände, und es ist kein Wunder, daß man sich iviedcr deS bitteren Scherzworts erinnert, das nach den ersten mißglückten Anläufen des Leiters der Reichs gemüsestelle geprägt worden ist:„ES gibt zwei berühmte Tillys in der Weltgeschichte- Ter eine hat Magdeburg verbrannt, und der andere hungert jetzt Berlin aus." Der Umfang öer Schiebungen. Am 16. November d. I. teilte die NeichSgemüscslelle der Oeffentlichkeit mit, daß es ihren Beamten gelungen sei. aus dem Anhalter Bahnhof„ m e h r e r e Wage n G c m n s e" ab zu fangen, die unter Ucberschreitung der Höcksipreisc vorkaust werden sollten, und die Schieber in festes Gewahr- sam zu dringen. Die»ichtsahuende Welt slannte damals über die Frechheit der Wucherer, die ihre Ware gleich Waggon- weise verschoben, und prieö die Tüchtigkeit der Reichsgemüsestelle, durch deren forsches Austreten das Loch, das der Gesetzlichkeit gerissen war, wieder gestopft wurde. Wie lagen und wie liegen die Dinge in Wirklichkeit� Der Neuköllner Denkschrift ist eine st a t i st i s ch e A»- läge beigefügt, die sich ausschließlich ans den Gcmnsewucher bezieht. Es Ivird darin angegeben, welche Mengen von Gemüse und zu welchen Preisen von September bis Mitte No veniber der Gemeinde angeboten bezw. von ihr übernommen worden sind. Die Statistik ist leider nicht vollständig, bei allervorsichtigster Schätzung aber handelt es sich um nnndeslens 4515 Waggons Gemüse, die in Neukölln im Zeitraum von 10 Wochen zu Wucher preisen„verschoben" worden sind. Darunter besindeti sich rund 100 Waggons rote Möhren: Höchstpreis 8— 11 M.. geforderter bcziv. gezahlter Preis 12-22 M.; 150 Waggons Weißkohl: Höchstpreis 7.50—8 M.. gezahlter Preis 9 bis 16 M.: 20 Waggons Rotkohl: Höchstpreis 12 M.. ge zahltcr Preis 14,75—20 M.; Z iv i e b c t n: Höchstpreis 17 M, wurden gleichfalls waggoniveiso zu 50 und 65 M- angeboten und außerdem noch einmal 1000 Zentner zu 75 M.! Aehnlich liegt es mit gelben Möhren. Karotten, Kohl- riiben, Rapsblättern, 5! ohlrabi, Wirsingkohl. Waffen üben. Grünkohl usw. Es ist alles da und gleich waggontveise, nur zum Höchstpreise ist freilich nicht s lia. Mit den 425 Waggons Gemüse ist aber die Sache keineswegs erledigt. Der Magistrat hat ja. wie er zugibt, auch andere Lebensmittel in imgchenren Mengen zu Wucher- preisen erworben. Und eS war nicht der Magistrat allein, der in Neukölln diese Geschäfte trieb, sondern alle G r v ß betriebe wetteiferten mit ihm. Man müßte also für die angegebene Zeit von 10 Wochen zu den 425 Waggons noch ein unbekaniite, jedenfalls sehr große Zahl hinzurechnen, nm den wirklichen Ilmfang allein des Neuköllner Schleichhandels in dieser kurzen Zeit sestznstelleii. Aehnlich wie Neukölln haben aber alle Groß-Berliner Gemeinden gehandelt und unter dem unerbittlichen Zwang der Not handeln müssen. Eine Wahrscheinlichkeitsrechnung, wieviel„geschobenes" Gut in diesem Herbst nach Berlin ge- rollt ist, müßte ein Ergebnis habe», dessen Vorstellung geradezu schivindelerregend ist. Man könnte fast auf den Gedanken kommen, die Stockungen im legalen Güterverkehr seien darauf zurückzuführen, daß der Schleichhandel die kömgl. preußische Eisenbahnverwaltung seinem Betrieb mehr oder tveniger vollständig angegliedert hat! Wir fragen: Was geschieht? Ein Tebacle ist da, wie es schlimmer kaum gedacht ivcrden kann. Die Rationen gehen in dem Maße zurück, wie sich die Profite des Lebensmittel- Wuchers mehren. Der Weg führt zur Katastrophe: Ivo ist die Hand, die den Wagen hart vor dem Abgrund zurückrcißt? Die Stsckhslmer Zrieöensaktion. Tic Angriffe„V»;ialdemotrate»"— Tie Hoffnuuli des„P»litiien"— Norwegen f»r die bslfchewistische Regierung— O'-ilglische P«f,ver»ucigerung gegen die christliche K«»fere«z in Npsel«. Lebhafter Ztrtilleriekampf im Westen— Englischer Angriff in Mazedonien— Vergebliche italienische Vorstöße. Westlicher Kriegsschauplatz. Amtlich. G r a ß c S H a» p t q u a r t i e r, 17. Dezember 1917. iW. T. itU Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Auf dem Züdufcr der T c a r p e und in einzelnen Abschnitte» südwestlich von C a in b r a i lebhafte Feuertütigkeit. Starkes Artillerie-»nd Minenfeurr lag auf der Südfront vou S t. Quentin. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Nördlich von St. M i h i e l und im S u n d g a u war die franzöfischc Artillerie tätiger als an den Bortagen. Leutnant Müller errang seinen 38. Lustsieg. Testlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Mazedonische �rout. Zwischen B a r d a r und Dorjan-Sec stieß eine englische Kompagnie nach kräftiger Feuerwirkung vor. Fni Gefecht mit bulgarischen Posten wurden sie abgewiesen. Italienische �rout. Zwischen B r e n t a und P i a v e dauerten in einzelnen Ab- schnitte» heftige Arlillcriekämpsc an. In erfolgreichen Unter- neymungrn brachten österreichisch-ungarische Truppen südlich von Col ft'aprile mehrere hundert Gefangene cin� Ftalirnische Vorstöße gegen unsere Linien südlich von Monte Fontana Sera scheiterte». Der Erste Gencralquartierincistcr. Ludendorff. Abendbericht. Berlin, 17. Dezember 1917, abends. Amtlich. Bon den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Ter österreichische Bericht. Wien, 17. Dezember 1917. i n d u n g e u mit Kreisen hat, welche Privatwohnon- i)««11 b e r w« ch e». Der Ehrgeiz des„Sozioldemokraten" wechselt die Ziele. Ehedem strebte er wenigsten z den Einklang mit den beut- schen Unabhängigen an, jetzt produziert er Sensationen, welche höchstens den Applaus von Alldeutschen wecken. Die VerfolKbinS CaiU«ux'* Ter Parlainentsuusschuft für Zlushebung der Immunität. Paris, 17. Tezember. Drr Parlamentarische Ausschuß hat mit neun Siimme» bei zwei Stimmeathoktungen der Aufhebung der Imamnilät don C a i l l a u x und L o n st a l o t zugestiuiiut. Er hat Paisant zum Berichterstatter ernannt. Nach Meldung der Ageuee HovaS erklärte Clemenceau vor dem parlomentarischeil Anöschuß unter Hinweis auf die diplo- niatijchen Schriflstück:, daß die Anwesenheit Eaillaux' in Rom die imlieuische Regierung bennruhigi habe. Sonnino habe dies den Botschaftern JraukreichS, Englands. Rußland» und dem rumänischen Gcsandlen mitgeteilt. Clelnenceau setzte hinzu: Wenn die gegen CaillliNL vorgebrachten Vermutungen irgend einen einiache» Bürger beträfen, so würde es keine Er- örterung gedev. Tie Regierung hat ihre Ve/anllvortuilg über- »omnien, die Kammer wird die ihre rragen. Wenn die Kammer eine Strafverfolgung Earllaiix' ablehnen sollte, würde die Regierung zurücktreten. Der A n ö schütz hörte hierauf Eaillaux an. Er stimmte so- dann sür die Ausheduiip der Immunität Coillonz' und beschloß die von der Regierung mirgeteülen Schriftstücke sowie de» steno- graphischen Bericht des Ausschusses zu»erossentlichen. Die Erörterung in der Kammer wird am Donnerstag oder früher stattfinden. Laut„Progrss de Lyon" crllärte Eaillaux nach seiner Ein- vernähme Journalisten, er habe nie etlvaS Derartiges gesehen. Die F ä l s ch u n g S i n d kl st r i e habe seit der DreyfuS. ossäre keine Fortschritte, eher Rückschritte gemacht. Dies stelle er angesichts der Ungeheuerlichleiten fest, die sich in der von der Stegierung dem Ausschüsse vorgelegten Aktenmappe befänden. Das Verhör habe sich über seinen Aufenthalt in Italien erstreckt. Man habe eine ganze Machenschast gegen ihn ausgeheckt. deren Hauptmacher der französische Botschafter in Rom Barrere sei. mit dem er aus rein persönlichen Gründen verfeindet sei. Die i h m(Eaillaux) zli geschriebenen Aenßerungen habe er nie getan, im Gegenteil, er habe in Italien immer patriotische Gefühl« bekundet. Die französische Presse erörtert die Frage der z u st ä n- d ige ii G e r i ch t s st e ll e. Tie reaktionäre Presse verlangt ein Kriegsgericht, die fortschrittliche Presse will die Verweisung Eaillaux' an einen Oberbof des Senats. Scmbat erklärt in„La Lanterne". einzig, der Aufenthalt in Italien biete Anhaltspunkte sür die Möglichkeit einer Be'chnldigung. Eaillaux' Freundschaft mit B o l o und den Bonnet- Rouge- Leuten sei zwar bedauerlich, ent- Halle aber politisch und strafrechtlich nichts KoinproiniitierendeS. Fm übrigen müsse man immer wieder fragen, warum denn Clemenceau jetzt plötzlich Gründe sür eine Anklage auf Verrat finde, wo seine Amtsvorgänger, P a i n l e v v und R i b o t, die von der ganzen Angelegenheit unterrichtet waren, es nickt einmal für not- wendig hielten, Eaillaux einen brieflichen Tadel über seine angcb- lichen Aciißcrnngen in Rom zn erteilen. Es liegt wohl nur an dem Zwang, den die Zensur auf die Presse ausübt, wenn Sembat auf diese Frage nicht sofort selbst eine Antwort riskiert. Uebcr den Ebarakter Elcmenccaus ist doch kein französischer Sozialist inr untlaren. Wir verweisen aus die-Kritik, die am Tage der Berufung Elemenceans mit aller Deutlichkeit in der„Humanito" ausgesprochen wurde. Man machte sich ans Unheil gefaßt. » Lern, 19. Dezember. Die französische Zeitung„Veritö" berichtet. daß ihr Direktor, der Abgeordnete Meunier, den Justiz- minister aufgefordert habe, den Mörder Jauräs endlich aburteilen zu lassen, da dieser seit drei Jahren infolge Rücksichtnahme auf die öffentliche Lrdnnng immer noch in Untersuchungshaft weile, die gesetzlich nicht unbeschränkt dauern könne. « Vi« Vutikansprotest zur Calllaux-Berfolgung. Bern, 17. Dezember.»Ojjervalore Romano" dementiert die Meldungen französischcr Blätter, wonach Frau Eaillaux mit Kardinal Gasparri und Eaillaux selb st mit Prälaten in Rom Besprechungen gehabt habe. Der Backkan protestiere über- Haupt energisch dagegen, durch eine unanständige Pressefehde in die dunklen Pariser Affäre» verwickelt zu werden. Trennung von Kirche unö Staat in Nußlanö. Mir und wider die Maximalisten.— Obstruktion der Petersburger Stadtdcamtcn.— Verhaftung von Generälen. Die Voltsbeauftragteu haben, wie Reuter meldet, eine» Erlaß herausgegeben, der die Treuunng von Kirche und Staat festsetzt und gleichzeitig die Kirchen- und Kloster- guter sowie Gold, Silber uud Edelsteiue iu den Mitrcn und Kreuze» der Geistlichkeit einzieht. Ferner wird die Geist- lichkeit verpflichtet, iu den nicht zum Kampfe verwandten Teilen deS.Heere« zu dienen, Die Petersburger Teiegraphen-Agentur teilt mit: Der Kon- gieß der VerprovianlierungS« Abgeordnelen ganz Rußlands nahm einstimmig eine Entschließung an, unter der Leitung der Bolkökommissare arbeiten zu wollen. L u n a t s ch a r» k i, der Volkskommissar für Unterricht, hat sich genötigt gesehen, folgende» Rundschreiben zu veröffeut« lichen: Hc.546 ❖ Z4. Jahrgang Seilage öes vorwärts Dienstag, IS. Dezember 1417 GroßSerlln Tie Versammlung der Sozialdemokratisckieu Vereine Groß-Berlins fiudet heute im Lohrcrvcrcinshaus statt. Tie für den S. Dezember gelöste» Eintrittskarten haben für diese Persammlung Gültigkeit. Berlins Gasversorgung in �rage gestellt! Ter Berliner Magistral leill mit: �Die Leriorgunq der Berliner städtischen Gaswerke mit Kohlen ist von eineni' Bestände von 37 800 Tonnen am 1. Oktober fort und fort gesunken und be- trägt heute nur noch H08 Tonnen, da-Z bedeutet eine Ber- sorgung sür drei Tage. Ans die unausgesetzten dringlichen Borstellungen der Berliner Sladtverivallnng ist wiederholt Besserung in Aussicht g c st e l l l. aber bisher nicht eingetreten. Wenn nickt in den nächsten Tagen wesentlich verstärkte Zu'uhren erfolgen, so mug mit einer erheblichen Minderbeliese- rung von GaS in Berlin gerechnet werden." � Eine der katastrophalen Wirkungen der miserablen Kohlen-- veriorgung, auf die wir wiederholt hingewiesen haben, ist damit in drohende Nähe gerückt. Denn was eine„erhebliche Minderbeliefe- rung von GaS" unter den gegenwärtigen Bcrhältnissen für Berlin bedeuten würde, brauchen wir nicht ausführlicher darzulegen. Die Hauptsache ist,„die Ruhe nicht zu verlieren", sagt Herr Dr. Körte, der Leiter der Kohlenstelle Grofc-Berlin. Vielleicht gerät der Herr angesichts dieser neuesten Wendung der Dinge doch noch auS seinem beneidenswerten seelischen Gleichgewicht. Tie Klcider-Vcrivertungs-Gcsellschaft Grost-Bcrlin, die seit Ansang Juni d. I. den Berkauf von Altsachen betreibt, hat mit ihrem Umsatz jetzt die erste M i l l i o n M a r k erreicht. Ter Berliner Magistrat gibt das bekannt und kündigt zugleich an. das; infolge des zurzeit sehr starken Käuferandranges die zweite Million ichon im Februar oder März voll werden dürfte. � Wichtiger als diese Mitteilungen wären uns Angaben über die Stückzahl der verschiedenen Warenarten, die von der K.V.G. verlauft worden sind. Gegenüber der einen Million Mark wird mancher nicht wissen, od er das für viel oder für wenig halten soll. Die Höhe des Umsatzes hängt mit davon ab, wie stark an der Gesanrimenge verlauster Waren die geringwertigen und andererseits die hochweriigen beteiligt sind. Ein Viertelhundert Käufer, die jeder einen alten Hut kaufen, bringen der K.V.G. viel- leicht nur denselben Umsatz wie ein einziger, der bei ihr einen noch gut erbaltenen Anzug erwirkt. Lehrreich wäre auch, etwas darüber zu erfahren, welchen S ch ä tz u n g s w e r l die entgeltlich oder un- entgelllich an die K.V.G. abgelieferten Altsachen hatten, deren Ver- kauf danir die erste Million lieferte. Es wird immer wieder ge- klagt, dast die K.V.G. für die ihr überwiesene Kleidung doch gar zu wenig zahle. Man darf vermuten, dast sie für die mit 1000 000 M. umgesetzten Waren beim Erwerb keine 1000(10 M. gezahlt hat. Wir wissen, daß die K.V.G. als gemeinnütziges Unter- liebnren gedacht ist und keinen Gewinn erzielen darf. Uns ist auch bekannt, dast sie n o ch bedeutende A u s g a b e n hat für Des- infizieren. Neinigung. Ausbessern, Umarbeiten, Bügeln, und für all- gemeine Unkosten des ganzen Betriebes. Wenn wir recht unter- richwt find, pflegt die K.V.G. bei jedem Gegenstand auf den Gesamt- betrag der für ihn gemachten Aufwendungen 30 Proz. für all- gemeine Unkosten aufzuschlagen. Erfordert z. B. ein alter Hut ganze 10 Pf. sür den Erweik(solche Schätzungen kommen bei der K.V.G. talsächlich vor), aber 1,50 M. sür die H-rrichtung(Arbeit und Zutaten), so werden auf den Gesamtbetrag .von 1,60 M. noch für allgemeine Uniosten 30 Proz., d. h. 60 Pf. aufgeschlagen, und der Selbstkostenpreis stellt sich dann auf 2.40 M. Bei einem allen Rock, sür den die K.V.G. dem Besitzer z. B. 5 M. gezahlt und an HcrrichluiigSkosten noch 10 M. aufgewendet hat, erhöht sich der Gesamtbetrag von 13 M. um 30 Pro,., d. h. um 7.30 M.. und der Selbstkostenpreis ist dann 22.50 M. Die all gemeinen Unkosten betragen hiernach immer ein Drittel des Selbsb kostcupreises, der meist auch der Verkaufspreis ist. Daraus darf man folgern, daß sie au dem bisherigen Umsatz von 1 Million Marl mir eiwa 333 000 M. beteiligt find. Ob das viel ist, wollen wir uncrürtcrt lassen. Aber besser wär's gewist. wenn es lv e n i g e r sein könnte. Möglich würde da« durch eine Ermästigung der Verkaufspreise und daneben vielleicht auch eine weitere Ausbesserung der von der K.V.G. zu zahlenden Erwcrbspreise, die trotz der vor einiger Zeit ersolglen Ausbefierung immer noch niedrig sin!.'. Für die K.V.G. find die Kosten dcS Er- werbes gegenüber den VerkailsSvreiien ganz gering und ohne ncnnenö- werten Einsltzst auf diese. Lei höheren Erwerbsprcisen würde wahrscheinlich noch mancher Besitzer aller Kleidung sie der K.B.G. übergeben, statt dast er sie unbenutzt hängen läßt'oder sie gar ver- nichtet. Eharlottenburgcr Wöchnerinnenernährung. Zu der im„vorwätts"(Nr. 387» veröffentlichten Klage einer Frau, die während ihrer süiislägigen Verpflegung in der Gebur>s> obteilung de« Eharlornnburger Krankenhauics an der Saphir Cbarloiien-Siraste größtenteils mit Kohl und Brot ernährt wurde, hat jcyl der Magistrat sich geäusterl. Im Krankenbous glaubt man zu'wisien, dast es sich um eine Wöchnerin handle, die bei ihrer Enllosiung sich beschwerte, kein Fleisch zu Mittag eihalten zu haben. Unter Angabe des Namens und Wohnung vieler uns bwber unbekaiilit gewesenen Wöchnerin erklärt das uns zugegangene schreiben des Magistrats ihre Beschwerde sür unbegründet.� Die KronkenhauSleilung hat vorbeigeraten, aber mit der Erwähnung dcS für uns neuen Falles der sich be- schwerenden Wöchnerin lieferte sie selber de» Beweis, daß in der Anstalt die Unzn friede nheit über die Beköstigung sich nicht auf eine Einzelperson beschränkte. Dem Schreiben war ein Speisenzeitel beigefügt, der auS vier Wochen Tag für Tag die Genüsse dcS zivcilcii Frühstücks, dcS MiltagesseiiS und deS LbendhroleS auszählt. Wir gingen mit ibm zu der Frau, die sich mit ihrer Klage an uns gewandt Halle, und auch zu der anderen, die uns erst durch das Magistratsschreiben bekannt wurde. Beide waren in der Anstalt tiinerhalb derjenigen vier Wochen, sür die der Speiseiizettel gilt, aber nicht in der gleiScii Woche. Als wir ihnen vorlasen, wie oft fte Fleisch, Fiich. Eier. Wurst. Sardinen usw. erhalten haben iolltcii. waren beide sehr erstaunt über die„Schlemme- m". Die im„Vorwärts" vtröffenllichten Angabe» über die Beköstigung winden von der betreffenden Frau jeyt um ein paar Zmaien vervollständigi: sie habe noch, erinnerte sie sich, zu einem Miltagesse» von dem im Speiienzetlcl genannten„Braten" ein lvinziges Siückcben und zu einem Abendbrot ein Stückchen Willst erhalten. Dagegen versickerte sie, nichts davon zu wisse», dast sie gar an drei Abenden bintercinander Wurst und an einem vierten Abend kalleS Fleisch sowie zum Frühstück an einem Tage Sardinen und an einem anderen Tage Wurst crbaltcn hätte. Das Magistrats- schreiben sagt, es handle sich bei den Angaben deS Zettels um die allgemeine Verpflegung der Kranken, iirchr um die besonders ge- regelte Verpflegung auf ärztliche Verordnung. Wir sollen doch wohl nicht annehmen» dast man den beiden Frauen die besten NahnrnnSmillel grostenterlS wegvcrordnet habe, während die einer Wöchnerin gcwist nicht dienlichen schwere» Gemüse ihnen belassen wurden. Erholungsstätte für tuberkulös gefährdete Kinder. Die LandesversicherungSansialt Berlin bat beschlossen, in einem Pavillon der Beelitzer Heilstälien eine Kinder-ErholungSstälte ein- zurichten. ES sind 60—70 Betten vorgeseben. deren Belegung Aniang Januar erfolgen soll. Für die Aufnahme kommen lediglich Kinder aus den Familien Versickerter in Frage, insbesondere solche Kinder, die durch tuberkulöse Eikrankuiig eines Familien- Mitgliedes gefährdet sind._ Zur Z?rage der Kartoffclsicherstellung. DaS KriegSernährungSamt schreibt: Fn letzter Zeit wird die Nachricht verbreilcl, dast an Stelle der öffentlichen Bewirtichaftung der Kartoffel» das Shitem der LieserungSveriräae zwischen BedarsS- stelle und Lieserverband treten soll. Zur Aufklärung wird bervor- gehoben, dost die abzuickliestenden SieferungSverträge nicht etwa eine Schwächung de? Systems der öffsiiilichen Bewirischailung der Kartoffeln bedeuten, iondern im Gegenteil seiner weilercu Stärkung diencii solle». Die ZwaiigSbewirtickastung der Kortoffeln bleibt auch sür die Frühjahrs« und Sommercindeckung bestehen. Di« in der gnmdleoenden Bundesratsverordnung vom 28. Juni 1917 enthaltenen Grundsätze werden in keiner Weise berührt, nur soll neben die aus der ZwangSwirtichost sich ergebenden, in der vorgenannten Bundes- ralSverordnung enthaltenen öffentlichen Zwangsmittel noch als weiteres Sicherungkmoment der zwischen Liefer- nnd Bedarfsslelle ab michliestende mit Konventionalstrafe ansaestattele Verlrag treten. Erst, wenn eine Uebersichl darüber, in weichem Umfange solche mit Vertragsstrafe ausgestatteten Lieferverträge abgeschlossen sind, vorhanden ist, wird endgültig zu der Frage der Verfüitermig der dem Erzeuger ver- bleibendcir Kartoffeln an die Arbeitstiere Stellung genommen werden können. Gegen die Verfiittcrung der Kartoffeln. Die Zahl der Städte, deren Oberbürgermeister die Erklärung an den Staatssekretär deS KriegkeinährungSamtS gegen die Frei- gäbe und Versütterunq der Kartoffeln unterzeichnet haben, ist jetzt auf 36 gestiegen. Neben den bereits erwähnten Unterzeichnern seien noch namhaft gemacht die Städte Elberl'eld, Barnren, DuiS- bürg, Düsseldorf, Königsberg. Kiel, Karlsruhe, Stuttgart und Augsburg. Sehr stark sind vertreten die Städte deS rheinischen. westfälischen, deö oberschlesischen und des sächsischen Industriegebiets Tie Kartoffelration für die Festwoche mit 7 Pfund kann von heute ab bei dem Klein- Händler entnommen werden. Der Berliner Magistrat empfiehlt dringend, von dem Vorbezuqe dieser Kartoffeln in der laufenden Woche Gebrauch zu machen, da in der kommende» Woche toegen der Feierlage die rechtzeitige Verteilung der Kartoffeln sür den laufenden Verbrauch nicht gewährleistet werden kann. Gemeinschaftliche Gemüsebcschaffuug für Grost-Berlin. Die Grost-Berliner Gemeinden haben die Gründung eines ge- meinsamen Organs sür die Verteilung von Obst und Gemüie in die Wege geleitet. Die neue Einrichtung verfolgt den Zweck, der Reichs- stelle sür Obst und Gemüse die Möglickkeit zu bieten, die für Grost- Berlin bestimmten Gemüie- und Obstsendungen einheitlich zu be- bandeln und über sie mit einer einzigen Stelle in Verhandlung und Abrechnung zu treten. Die abschließenden Verhandlungen hierüber unter den Groß-Berliner Gemeinden werden unter Zugrundelegung eines bereits ausgearbeiteten Entwurfs am Mittwoch erfolgen. Käfevertcilung. Von morgen bis Sonntag wird in den inr Nordwesten Berlins zu beiden Seilen der Müllerstraße(Schillerparkviertel) gelegenen Bezirken der 136. bis 161. und 186., 187., 198. und 215. Brot- kommiffion je 123 Gramm Käse verteilt. Der Käie ist erhältlich in den durch besondere Aushängeschilder gekennzeichireten Geschäften gegen Vorzeigung der gültigen Speisesetlkarten. Das Nähere ergibt sich aus der an den Anschlagsäulen veröffentlichten Bekanntmachung. Bcsäiränkun.q der Torfbcförderung. Das Ministerium der öffentlichen Arbeiten teilt mit: Infolge der bestehenden Knavvbcit an Kohlen versuchen viele Vcrbrouckcr. sich Brcuntorf als Ersatz zu beschaffen. Jeder sür Torf gestellte Eisenbahnwagen gebt aber für den Versand der Kohlen verloren, der sowohl sür die Rüstungsindustrie wie für die Ausrechtcrhaltung der Volkswirtschaft von ganz besonderer Bedeutung ist. AuS diesem Grunde muß die Beförderung von Torf regelmäßig aus E n t i e r n u n g e n bis 1 00 K i l o m e l e r beschränkt werden. Für Sendungeil am weitere Enljernuugcn lönncn Wagen nur tn AuSnabmmlleu gestellt werden, z. B. für VerkehrSbeziehungen, in denen Torf von jeher bezogen worden ist, bei nur geringer lieber- schrcitung der 100-Kiloineter-Zone und dergleichen. Protest gege» die Fettvermindernng. Die Stadtverordneten Bartelmann u. Gen.(II. S. P.) haben der Berliner Stadiverordnetcn Versammlung folgenden dringlichen Antrag unterbreilet: Die Ber- liner Sladlverordnetcnversammlung ersuckl den Magistrat, bei dem KriegscrnährungSamt mit aller Entschiedenheit gegen die geplante Herabsetzung der ohnehin zu geringen Fettmenge von 80 Gramm pro Kops und Woche vorstellig zu werden und außerdem zu ver- langen, daß ein� reichlichere Zuiuhr von Milch nach Berlin durch ZivangSmaßnahmcn sichergestellt werde, da durch den Fett- und Milchmangel der Gesundheitszustand der Bevölkerung schwer ge> sährdet wird. Die Seifciihändler haben die Seifenkarten- und Seifenausweis abschnitte von jetzt ab bis zum Dritten jedes Monats an die Brolkonimissioii einzureichen, da sonst Ausschluß von der Belieferung sür den betreffenden Monat erfolgen muß. Zum NeujahrSumzug. Der Polizeipräsident von Berlin hat die innezuhalienden Fristen für den Sladibrzirk verlin wie folgr fest- gesetzt: ES sind zu räumen 1. Kleine auS höcksienS zwei Wohn- zimmern und Zlibedor besteheude Wohnungen bis zum 4. Januar abends; 2. Mutiere aus drei oder vier Wohnzimmer» und Zubehör bestehende Wohnungen bis zinn 9. Januar abends; 3. Große mehr als vier Wohnzimmer umfassende Wohnungen bis zum 17. Januar abends. Die Inhaber der aus 1, 2 oder 3 Wohnzimmern und Zu- behör bestehenden Wobiiuligen müssen jedoch ein Wohnziinmer und die Mieter von Wobliungen mit niehr als drei Wohnzimmern und Zubehör z w e» Wohnzimmer s ck o n am 2. Januar vollständig geräumt, dem künfngeu Wohnungsinhaber auf dessen Wunsch zur Verfügung stellen. Dir BureauS und Kassen der RcichShnnptbank bleiben am Man- tag, den 24., geschloffen. Ein Mordanschlag und Srlbstmerch veruriachlen Sonniag nachmittag in einer Konditorei in der Suarezstraße zu Ebarlolienburg große Ausregung. Ter 30 Jabre alte Obermeister Lothar Menichel aus der Maxitraßc 26 zu Schömberg verlor durch den Tod seine Frau. Eine 41 Jahre alte Frau Minna P. aus der Trendelenburg- straßc batte die Kranke längere Zeit gepflegt. Schon bei Lebzeilen seiner Frau verfolgte Menichel diese Pflegerin mit LiebcSanträgen. wurde aber stelz abgewiesen. Roch dem Tode der Fra» wurde er noch zudriuglichcr. Sonntag nachmittag lauert« er Frau P. auf. als sie ausging, um Bekannte zu besuchen, und folgte ihr auch in eine Konditorei in der Suarezstraße zu Charlotienburg. Hier wiederholte er seine Anträge. Als ihn Frau P. wieder zurückwies, griff er zum Revolver, schoß aus die Frau und tötete sich dann selbst durch einen zweiten Schuß. Die Frau, der die Kugel durch den Kopf gegangen war, wurde schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht. Wicdcrvcrhaftung eines entsprungenen Zuchthäuslers. Der be- riichtigte Einbrecher Benno M a ck. der aus dem Schöneberger Polizeipräsidiuiu entflohen war. ist Sonntag in der Lcibnizstraße in Eharloiienburg verhaftet worden. Mack, ein moderner Einbrecher großen Stil«, der als reicher„Fabrikbesitzer" in den feinsten Wein- lokalen von Berlin IV zu verkehre» pflegte, besaß in Charlotten- bürg niehrere vornehm eingerichtete Wohnungen, in denen außer wohlasioriierten Sammlungen raffinierter Einbrnchswerkzeuge eine Diebes beute im Gesamtwerte von 300000 M. ge- funden wurde. Eine verhängnisvolle GaSeirploston fand gestern mittag im Restaurant.. K l a u ß n e r" in oer Krauienstraße statt. Em Gas- wärme-Speiieschrank explodierie aus unbekannter Urioche. Der 17jäbiige Hausdiener Karl Schmidt wurde jofou getötet, ein Mädchen erlitt leichtere Verletzungen. Eharlotteuburg. Weihnachtögebäck. Vom Donnerstag bis Mou- tag, den 24. Dezember einichließlick findet die allaemeine Ver- teilung von WeihnachlSgebäck statt. ES werden verabiolgt: 1 Paict oder 123 Gramm loses WeihnacktSgebäck oder die gleich« Menge KelS auf Abschnitt 163 der roten NahrungSmittellarte. Tie Preise sind folgende pro Paket: Katharinchen, Steinpflaster und Leibnizieks 40 Pf., Mozarlkeks 33 Pf.. Schnitlkuchen 30 Pf. und 1 Viertelpfund Pfeffernüsse 33 Pf. Die Abgabe der Ware erfolgt nur in dem Ge- ickäst, in dem die Voranmeldung auf Abschmu 139 stallge- funden bat. — Graupenvcrteilung. Vom Donnerstag bis Sounabend. de» 29. Dezember werden verabfolgt: 100 Gramm Graupen auf Ab- schmit 162. Charlottenburg. Eine Ausstellung empfehlenswerter Jugend- schritten und sostiger guter Literatur findet zurzeit im Jugendheim, Rosinenstraße 4, stall. Geöffnet Dienstags und Freitags von 8 bis v'/z Uhr. Sonntags von 6— 9�z Uhr abends. Die Aibeilerschaft ist zur Besichtigung der Ausstellung freundlichst ciiigeladen. Neukölln. Geftügelverkauf. Der Magistrat bringt in dieser Woche Geflügel in den beiden städtischen Fiichhallen zum Verkam. Die Neuköllner Hausbbliungskarle ist vorzulegeii. Es gelangen heute zum Verkauf: Gänse(Pfund 4.25 M.) nur an Familien von 4 und mehr Köpien, Enten und Pulen(Piund 3.73—6,73 M.), Hühner(Pfund 4.80 M.) und Kallinchen(Pfuiid 3,73—4,23 M). Ein Anspruch auf Belieiening besteht nicht. '— Bcrtciliiug von WeihnachtSgcbäck. Jeder Inhaber einer Reu- köllner LebenSmitlelkarie soll vom 24. Dezember ab'/z Pstuid WeihnachlSgebäck in den Neuköllner Bäckereien und Kondiioreicn iowie in den Verkaufsstellen der Konsumgenoffenstbaft nnd des Beamten- wirtickaftSvereinS erhalten. Diese Geschäfte sind berechtigt, bis beute Anmeldungen auf Lieferung von WeibnacklSgebäck gegen Vorlegung von Abschnitt 79 eutgcgcnzuncbmcn. Auf jede Karie wird alSdan» vom Montag, den 24. Dezember an in de» Geschäften, in welchen die Anmeldung erfolgt ist.'/« Pfund WeihnachlSgebäck auf Abschnitt 80 verkauft.__ Lichtenberg. Lebensmittel. Auf Abschnitt 137E werden verteilt 100 Gramm Gerstengrütze oder Graupe, aus Abschnitt 137K X.<4, J je ein Piund Kunsthonig zirni Preise von 73 P. und 75 Pf. Obgleich ein Teil der Pakete den Verkaufspreis von 33 Pf. irägl. sind die Kleinhändler infolge der inzwischen festgesetzten Höchstpreise be« rcchtigt. 73 Pf. zu fordern. In den städtischen Fischhallen nnd bei den hiesigen Fischhändleril und Räucherwcnengeichäste» werden abgegeben: Am Abschnitt 147E Räucherwaren und Abschnitt i60E frische Fluß- und Seefische. — Berkauf von Brennho�. Mit Rücksicht aur die.Kohleukuapp- beit gelaugt werktäglich voi?»— 4'/? Ubr Brennholz auf dem hiesigen Holzplatz. Hauptstr. 4, zum Verlau». Die Holzicheine werden in der Kohlenstelle, Scharnweberstr. 19. Aufgang l, Zimmer 34. Wochen- tagS gegen Bezahlung und Vorlegung der Kohlenkarte verabfolgt. Abtrennung von Abichnitten der Kohlenkarle erfolgt nicht. Dw Preiie betragen für einen Raummeter I. Klasse 30 M., II. Klaffe 46 M., III. Klaffe 34 M._ Spandau. Die Teuerungszulage der MagistratSmilglieder. Uns ivird geschrieben: In der letzten ge Helmen Sitzung der S l a d tv e r o r d u e t e n v e r i a»r m l u» g am vcrgoiigeiieir Donnerstag wurden u. a. auch Teuerungszulagen für die Beamten bewilligt. Das ist an und für sich sehr ersreulich, und den Beamten sind die TeuernngSzulageii in dieser immer teurer werdenden Zeil sehr zu gönnen. Fraglich erscheint eS uns jedoch, ob es so dringend»ölig war. auch den höch st bezahl« l e n städtischen Beamten so ungeheure Teuerungszulagen zu be« willigen, wie dies geschehen ist. ES erhielten nämlich zugebilligt: Oberbürgermeister K o e l z e 23 Proz. ieineS I a h r e S g e h o l l S. gleich 3000 M., Bürge»meister Wolf 4000 M. und die besoldeten Stadträte je 3000 M. AuS diese» Zulagen ist erst ersichtlich, warum die Angelegenheit in geheimer Sitzung beraten wurde. I» der Oeffentlichkeit geniert man sich wohl etwas, noch dazu weil bekannt ist, daß nach einem Beschluß der Kommunalvertreter Groß-Berlins die Zstlagen sür die Magistralsmitglieder in den übrigen Städten nur lVVVPb betragen. Im übrigen nehmen wir natürlich an, daß bei einer Teuerungs« zulage von 23 Proz. beim Oberbürgermeister die unleren Beamten wenigstens 5V Proz. erhallen haben. Tegel. Lebensmittel. Für die Zeit vom 17—30. Dezember kann in den bezüglichen Geschäften auf Abschnitt 74 1 Psund Marmelade(90 Pf.) und 100 Gramm Teigwaren(18 Pi.), auf Ab- scknilt 73 1li Piund Suppenmchl(7 Pf.) entnommen werden. DaS Suppenmehl kann nur in den Geschäften angemeldet werden, die zum Kleinhandel mit Mehl zugelaffen sind. Von Sonnabend ab kann auf Souderabschniit VIII der Zuckerkarte lU P'und Zucker als besondere Weibnachlözugabe«n den bezüglickcn Geichästen abgegeben werden. Der Gemeinde werden in den nächsten Tagen Aeptcl über- wiesen. Aur den Kops der Bevölkerung cnlfälll voraussichtlich ein Pfund, der Verkauf erfolgt auf Abschnitt 73. FricdrichSfelbc. Abgabe von Schokolade und Keks. Der Ge- meind« sind geringe Mengen Schokolade und Keks zur Verteilung an die Kinder zur Verfügung gestellt worden. Die Verteilung wird so erfolgen, daß die Kinder im ersten Lebensjahre keine Schokolade erhalten, dafür aber zwei Paket« Keks, die vom Beginn des 2. bi« zum vollendeten 7. Lebensjahre je eine Tafel Schakal« und ein Paket Keks, die im 8. Lebensjahre können nur, foweil�oer Borrar reicht, mit Schokolade bezw. Keks berücksichtigt iverden. Der Ver« kauf findet heute und morgen statt und zwar in Friedricks« f e l d e in den Bäckereien Mikoleit, Walderseestr. 49, Seidel, Luisen- straße 23, BewerSdorf. Tckloßstr. 10; in Kar IS Horst bei Bertram, Dorolhcastr. 23. Fuß. TrcSkowallee 86. Erdelt. Kaiser- Wilbelm-Str. 24. und bei Schmidt. Auguste-Biktoria-Slr. 40. Für die Schokolade ist der VcrkausspreiS auf 1.30 M. für die Tafel und für den Keks auf 40 Pf. für ein Originalpaket festgesetzt worden Jugenüveranftaltungen. tklrbeiterjugeudhetm Berlin. Liudruftr. 3. Heutc Dienstag, abcndS von 7 Uhr an Spiel- und UnlerhalimtgSabeud.— Am Freitag, abends 8 Uhr Diskutierabend. Am I.Januar beginnt ein neue« Abonnement auf die Wochenschrift „In Freien Stunden j/ öriefkasten der Neüaktion. ??. T. IIS. Ihre ftvau muß iich an da>Z Mietcinigung-5amt lucnbcn, mit bcm Slnlrag, die Kündigung auszuheben.— W. 1�.'Ä. Iii. Bestimmte >Zätze sind bafüv nicht bestimmt, es ist aber»am Vertreter des.ttricgS- imniftcriums im Reickeiage zugesichert warben, das; bcn Mannichaste» da- sür tintschäbigung gelastet werben soll. Wenden Zie sich mit Ihrer Forderung an die ziompagnie.—!)I. Z. 65. 1200 Marken und crsorberlich. Dem Versicherten iverben aber sür jedes Fahr, das er beim Anirasttreien des Gesetzes über-25 fsafire alt war. 40 Marten als geklebt angerechnet. — iM. Zcti. 7. Anspruch aus Zurückgabe der Geschenke besteht in dem Fall nicht.— Ncinsbors. Sie gelten nicht als im militärischen Dienst stehend und können deshalb Briese nicht als Feldpost portofrei anfgeben.— N. Sf. 100. 1. Fa. 0. Das erscheint uns nickt als zulässig, wenden Sie sich an die Gewerbeinsvektion. ö. Nein.— N. L. S6. Fn besonderen Fällen können Sie auch zum Frontdienst kommandiert werden.— F. N. SS. Sie können das Mictcinigungsamt anrnscn. Zuständig ist sür Sie das Amt VII in der Sciiejclderstr. 0.— Tiuklage. Sie können Renke be- ansplucken, und wenn Sie noch erwerbsunsähig sind, Weiterzahlung der Unterstützung.— Wilhelm Karl. Die Umschreibung des Namens müßten Sie beim Borstand der tzkandesversicherungsanstalt beantragen.— Jahn 7. Ein- Brennstunde stellt sich jetzt aus 2'/, Pk.— I. I. L. 57. Wenden Sic sich an die Kgk. Prcuß. Eiscnbahnbireklion Berlin iV 8ö. Schönebergcr Ufer 1/4.— 4. Komp., F. R. T. Älil. Sohn des preußischen Prinzen Friedrich Leopold.— L. Z. 300. Schon seit Beginn des Krieges beschlagnahmt.— C. 2. 108. 1. Ja. 2. Ja.— D. H. 40. Wir können Ihnen auch nur ein langiamcs Erwärmen des Glases cmvscblen. — R.•(■>. 36. Sic dursten während der Zeit überhaupt leine Marken kleben. Die Beitragsmarken werden sür ungültig erklärt werden.— /, Flasche 9,99 10 Fl. 57,75 aus der Hofweinhnndlung Joh. Friedrich Lüneburg 1915er Wlnn Inger....... V, Flasche 9,25 10 Fl. 99,99 aus der Hofweinhandlung Joh. Friedrich Lüneburg 1915er Ingellieiuier Rotwein..>/, Flasche 7,99 10 FJ. 67,59 Orighial-AbzujA Gebr. Schleiff, Küdesheiiu 1915er Bnrgnnaer, Oberinjsellieiiu. Vi Fi. 7,75 Frnchtschaumweiu Vi FI, 9,59 Uenttselicr Sekt Verschiedene andere Harken zu billigen Preisen, 19 999 Flaschen Clierry Brandy...... je Flasche 19,59 Fin eroUer Ponten feiner Liköre, Ko<;naka n«w. Nur soweit der Vorrat reicht Z Alle Preise verstehen sich inkl. Flasche.— Versand nicht unter 10 Flaschen. Beachten Sie bitte mein Inserat Gliitapunscb in dieser Kcltans. H. 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Reserveiondslonto. 550— 4/ Konto d. Genossen. 1200,— 5. Gewinn- u. Beiluilkonto aller Saldo 1076,91 neuer. 5827.46 0904,37 iVt. 35059,37 Im Lause des Geschäslsjahrcs 1916.17 ist kein Genosse beigetreten, durch Tod ist ein Genosse ausgeschieden. Am Schluß des Geschäftsjabres 1916/17 gehörten der Gc- nossenschaft 11 Geiiosscii an mit einer Gesamthaftsumme von 1100 Mark und dem gleichen Gcschästsguthaben. Die Haftsumme hat sich um 100 Mark verringert. Berlins den 14. Dezember 1917. Ilrr Vorstand. 107/6 A. Michaelis. Paul Lenz. Schock 18 M. an. Fuhrwerk habe z. Hand. Publma»». Theater, Sehönhaus. Allee t48.Rord.1182. | WM- MM verschiedene Hefte das Stück 20 Pfg. Zu beziehen durch Buchhandlung Vorwärts BnQn SZB., Qndenstr.Z 50 Pjeunig an.* Marti u-Luthrr-Strafte 88. Prima Würstchen u. Wurst a. Kaninchen- u. Roß- fleisch tagl. Irisch, Ptd. 3.50 M. Xachn. Eilp.-Vers. Vorsand v. 5 Pfd. ab. Roßschlächterei und Wurstfabrik Arthnr 8chlndier, Zwickau i. S. 1+ ich frisch Guten... Pjd. 5.50 an. 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B. können bei längerer Dauer dieser Erscheinung recht bedenklich er- Iranken. In ZweiselsfSllen sollte man einen Arzt zu Rate ziehen. iteineSwegs aber darf, falls das starke Wasscrabscheiden Wochen und Monate andauert, dein Symptom keine Beachtung beigelegt werden. Denn die Folge kann znni mindesten eine große Schwächung wich- liger Organe sein. Auch Zuckci kranke werden recht große Vorsiidt zeigen müssen. Es darf auch nicht übersehen werden, daß besonders Herzleidcnde an sich schon eine starke Neigung zum Wasscrabscheiden unter den heutigen Ernährungsbedingungen zeigen. Und die Zahl der Herzleidenden hat im Kriege leider eine unangenehm große Höhe erreicht. Wie nun dem Ucbel am besten zu steuern ist? Weniger Flüssig- leiten zu sich nehmen, weiches, frischgebackenes Brot vermeiden, wenn iigcnd möglich etwas hellere Brotsorten wählen. Obwohl es Aerzte gibt, die zum Schwarzbrot raten, sollten diejenigen, die mit dunklem Brot keine Linderung des Leidens erfahren, zum hellen Brot greifen. Viel Schuld hat der starke Genuß von Marmelade und Obst aller Sorten, namentlich aber der unterschiedlichen Suppen und der Tees. Was heute in oeit Handel alles für Teesorten eingeführt werden, sollte>nan gar nicht für mög- lich halten. Manche Tees, so die Schaigarbe, die der Franzose be- zeichnenderweiie Pisse cn lit nennt, sind geradezu Reizmittel für ein starkes Wasserausscheiden. Nervöse und leicht reizbare Personen haben nur dem Ucbel mehr zu tun, beionders wenn sie geistig und körperlich sehr in Anipruch genommen find. Sie werden die Beob- achlung machen, daß sie für die Tage, in denen sie der Ruhe pflegen, auffallende Erleichterung spüren. Längere Arbeitspausen in Bcr- bindung mit einer festeren Kost ohne Marnlsladcn, Suppen und Tees, namentlich aber ohne Bier und Wein bilden die besten Mittel zur Bekämpfung dieses Leidens. Stellt sich auch starkes Abweichen ein, ivas mitunter der Fall ist, dann sollte nian die Erscheinung durchaus nicht leicht nehmen. Zuur allernrindesten würde sich eine bedenkliche Schwächung deö Körpers hinzngesellen. Poir einem Grund zur allgemeinen Beunruhigung aber kann nicht die Rede sein. Wir leben in der Zeit der Abmagerung. Sie bringt es mit sich, daß in unterem Körper große Veränderungeit vor sich gehen, die zum größten Teil der Ge- sundbeit förderlich, zum kleineren Teil schädlich sind. Wer plötzlich viel Fett hat verlieren müssen und auffallend mager geworden ist, tvird unter dem behandelten Nebel stärker zu leiden haben, als Per- sonen. die schon früher keine Veranlagung zur Fettsucht zeigten. Wie überhaupt die Mageren in dieseit schweren Zeiten der großen Feltnot, die die erste Ursache der Erscheinung ist, weit besser daran find, als die Fettleibigen und Dicken. Nur darf bei den letzteren der llebergang zum andern Ufer nicht allzu schroff sein, lvenn or- ganische Leiden vorliegen, die gewisse Plötzlichkeileir im Ernährungs- systeni nicht gm vertragen wollen. Auch die Nerven können in solchen Fällen sehr lebhaft revoltieren. Wenn kein Mittel ait- schlägt, tut es schließlich die Ruhe und nochmalz die Ruhe. Sehr zu warnen ist vor einem plöi-.lichen Genuß von Fett im Uebermaß und überhaupt vor jeden, Uebcrmaß von Speise und Trank ül Fallen, wo der mager Gewordene in die Lage koinmt, »viedcr zu schlemmen. Wenn er glaubt, schnell wieder Fett an- zuietzen. täuscht er sich und schädigt seine Gesundheit aufs schwerste. Seine Organe sind"an eine größere und fette Nahrungsaufnahme nicht mehr gewöhnt und streiken, wenn ihnen etwas zugemutet tvird, was sie nicbt mehr in demselben Maße vertragen können wie früher in den Glanztagen. Unverhoffte Fcttvorräte schlagen meist zum Schaden der Gesundheit aus. In neuester Zeit mehrt sich die Zahl der Fälle, wo Raucher un� Personen, obwohl sie nicht rauchen, in stark verqnalnrte» Räumen von plötzlichem Unwohlsein befallen werden. Ein Wunder wäre es wirklich nicht, wenn man hört und sieht, was heute für die Her- slellung der Zigarre und Zigaretten an.Stoffen" zur Verwendung kommt. Die Folgen können denn auch nicht ausbleiben. Selbst die feinsten Marien haben es„in sich", wie mannigfache Fälle bewiesen baden, die auch öffentlich zur Sprache gekommen sind. Raucher mit schwachem Herzen und Nerven, blutarme und überreizte Per- Die welsthe Nachtigall. Der Ronian eines sterbenden Jahrhundert?. (ws Von R. Franc e. Ein Kampf ging durch seine Glieder.... „Dunkel" stöhnte er—„der Wind braust. Sic kommen mit Musik... Hörst Du? Wie voll, wie schön... Er delirierte. Auf einmal schrie er auf: „Geh! Sie kommen auch um Dich! Heute noch! Nach Paris!"... Dann fiel er zurück. Seine Hände ballten sich. Reinhard sah, das war das Ende. Er stand auf. Bei dicscin Toten zu beten war ihm Entweihung gewesen für diesen freien Geist. In setnem Herzen war es fast frei und leicht. Er trat an das Lager des väterlichen Freundes, dessen Antlitz noch jetzt energisch schien, dessen gebrochene Augen fast drohend funkelten.... Sie schienen zn blicken— fern— ge- bietend: nach Paris... „Vater, ich gelobe es Dir Er sagte es laut und nahm die kalte Hand in seine Rechte zum Gelöbnis. Dann steckte er die Papiere, die fünfhundert Gulden des Peißer zu sich— das Konvolut, das seine neue Existenz barg— löschte das Licht und ging langsam im Dunkeln die Treppe hinab... bleich wie Schemen grinsten die Köpfe im Anatomiesaal— er öffnete die Tür, versperrte das Haus... Draußen stand rabenschwarz und sternenlos die Nacht... Er aber ging langsam wie in, Traum dahin. Erst ein Glockcnschlag störte ihn auS seinem Hinbrüten ans. Eins, zwei... es war halb elf. Um zehn Uhr erwartete ihn MichalanSky an seiner Wohnung... Aber war denn daS jetzt nicht ganz gegenstandslos? Wid- inont hatte ihn gar nicht zu Worte kommen lassen, er hatte ihm gar nichts von der merkwürdigen Botschaft der Sängerin sagen können.... Sollte er nun doch hingehen, trotz dem anderen Befreiungsplan?... Wars nicht besser zwei- fach zu wirken? Da fiel ihm Rcginens mahnendes Wort ein: Geh' nicht hin! Und Widmonts Wort: Frag' sie und sie wird nicht mit Dir gehen. sonen, Leute, die das Hungergefühl mit Hilfe des Tabaks nieder- kämpfen wollen, müssen dann, besonders wenn sie von dem Genuß des schlechten Fabrikats nicht lassen können, das Opfer des gefähr- lichen Ersatzes werden. Der Arzt kann nur dringend raten: prüfe ein jeder nicht nur die Zigarre auf ihre>nchr oder minder große Schädlichkeit, sondern auch sein Herz und seine Nerven. Wer da nicht ganz fest ist, stelle daS Rauchen unbedingt ein. Denn cS würde zu dauerndem Siechtum, wenn nicht gar zu einem sähen Lcbensabschluß führen. Glücklich, wer schon»ach den ersten Zügen die nahende Gefahr merlt. Man lasse es jetzt ja nicht erst zu häufigen Schwindelansällcn kommen. ES würde sich bilicrlichst rächen I\ Das Milliaröärregiment. Die für Emporkömmlinge charalleristifchc Mischung pon spieleri- scher Gefallsucht, Albernheit und protziger Großtuerei kommt auch in dieser ernsten Stunde der KriegSvorbcreitimg in Amerika unzwei- deutig zum Ausdruck. Insbesondere liefert die Geschichte des be- rühmten 7. Regiments, das daS Regiment der Milliardäre genannt wird, ein anichanliches Beispiel für dielen Prvtzengeist. In einem Buche über Amerika und ieine Kricgßvorbcreitung, das Ferri-Pisani kürzlich ericheinen ließ, ist ein an bezeichnenden Einzelheiten reiches Kapilel diesem Protzenregtment gewidmet. Dem Italiener war eS autgesallen. daß bei den Galavorstellungen der Melropotitan-Oper, zu denen sich die elegante New Dorker Gesellschaft vollzählig ein- zusinden Pflegte, so viele Herren auf dem Ausschlag ihres Fracks eine goldene Sieben trugen. Auf seine Anfrage ersuhr er, daß alle diese Herren dem berühmten Regiment der Milliardäre angehören. Ein Offizier erklärte sich gern bereit, dem italienischen Bericht- erstatter Zutritt zu der Kaserne zu verschaffen. So stand denn Ferri- Piiani eines TagcS vor einem massiven Gebäude, daS mit seinen dicken Mauern und Türmen einem alten Feudalschlosie glich. ES war die Kaserne des Regiments. Auf den Druck der elektrischen Klingel glitt das Tor in seinen Angeln; ein mit goldener Kette geschmückter Diener erschien und führte den Besucher in daS Sprechzimmer, das zu einem Museum des Regiments umgewandelt war. Die Soldaten dieses Regiments heißen„Mitglieser", eine Uebung wird mit dem sportlichen Namen„Match" bezeichnet und der RegimenlSappell führt den ofsiziellcn Titel„Meeting". Just am Abend des Besuche? manövrierte gerade die 2. Kom- pagnie auf einer Wiese, die wie eine Theaterdekoratio» beleuchtet war lind damit dazu beitrug, dem militärischen Schauspiel den Charakter des Theaterspiels zu geben. Von der Höhe einer eigens errichteten Tribüne berab sahen die Zivilisten dem Schauspiel zu. Vor allem ließe» die ehemaligen Angehörigen des Regiment-" cS sich nicht nehmen, sich durch den Augenschein von der LeistungS- sähigkeit ihrer Nachfolger zu überzeugen. Diese„Veleranm" bleiben übrigens Zeil ihre? Leben? im Verbände des RegimenlS. Sie werden in den Liften weitergeführt. Wenn dieses Milliardär- Regiment nach Europa eingeichifft werden sollte, so werden diese „allen Herren" mit aufs Ohr gerücktem Zylinder, den Spazierstock geschultert, die jungen Nachfolger zum Schisse begleiten. Daß die Jnnencinrichtung der Kaserne den Ansprüchen Rechnung trägt, die die verwöhnten Svrößliiige der??cw Iorker Milliardäre auch in ihrem MililärverhältniS süglich zu stellen berechtigt sind, versteht sich von selbst.„Wir selbst haben unsere Kaserne gebaut", rrklärie der Offizier, der den Besucher herumführte.„Der vom Staat bewilligte Kredit erschien uns nn- zulänglich, und deshalb entschlossen wir uns, die Kaserne mit unserem Gelde nach eigenen Plänen zu bauen. Wir sind im 7. Regiment 1000 aktive Mitglieder, von denen jeder 1000 Dollar bezahlte; das ergab einen Betrag von einer Million Dollar. Das ist nicht viel, aber wir werden nach dem Kriege das Veriäumte nachhole». Unsere Vorgesetzten wühlen wir selbst. Wenn man bei un? als Soldat eintreten will, so muß man den Nachweis führen, daß man mindestens 20 000 Dollar Rente besitzt. Angesichts de? bevorstehenden Ab- maricheS nach Frankreich halten wir eine Anzeige erlassen, daß beim 7. Regiment 12 Krankenschwestern eingestellt' werden iolltm. In 24 Stunden erhielten wir 4000 Anerbietmigen. Da? ist auch mcht erstaunlich i die Aussicht, in unserer Gesellschaft Pari? zu besuchen und möglicherweise einen unserer Goldsöhne zu angeln, ist in Wahr- heit versührerisch genug."_ wie ein Detonschiff gebaut wirö. Nachdem über die in Skandinavien mit bemerkenswertem Erfolg betriebene Konstruktion von Bctom'chiffen bereits mehrfach be- richtet wurde, schildert jetzt der„PromeihcuS" zum ersten Male genau die Vorgänge bei einem solchen Bau. Zuerst mutz eine Form aus Holz errichtet werden, die dem äußeren Umriß des Schlffcs cnt- spricht. Hierauf befestigt man auf diese Form das stählerne Spantengerippe; endlich muß eine zweite innere Form aus Holz gebaut lverden, die, dein inneren Umriß der Außenhaut cnt. Regina.... Vor welche Entscheidung mußte er sie nun stellen? Von allen Seiten drang so viel auf ihn ein, daß er im Augenblick keinen klaren Gedanken fassen konnte. Er sah um sich. Im Sinnen war er ans der Stadt, auf der Neuburger Landstraße dahingegangen. Sie fiihrtc zum Franzissischlvsscl... ES konnte nicht mehr weit sein.. Das hielt er für einen Fingerzeig des Schicksals. Der Widmontschc Plan war ohnedies auf die bloße Vermutung aufgebaut, daß Peißer in fcie Harderkasematte käme— ich darf nichts unversucht lassen, so sagte er sich und ging nun raschen Schrittes zum Franzissischlössel. e- IV. Peißer saß noch an dein Tische des Herrn Schnurbein, hatte den Kopf in beide Hände gestützt und grübelte vor sich hin. Der Kommis achtete sein Schlveigen, saß vor einem kleinen Tischchen und las in einem Buch. Auf einmal sagte er: „S' ist doch eine Herzensfreude, daß wir solche Geister im Lande haben wie diesen Friedrich Schiller. S' ist ein ganz neuer. Kennt er seinen Wilhelm Tcll? Ein herrliches Schau- spiel, sag' ich ihm." Peißer antwortete nicht gleich. Er dachte an ganz anderes, während er aus den Einbruch der völligen Dunkelheit zur weiteren Flucht wartete. Langsam nur kehrte er zur Frage zurück. „Schiller? Ja. von dem� Hab' ich schon g'hört. Der Dr. Widmout liest ihn auch. Soll ein Freiheitlicher aus dem Schwäbischen sein. Was ist' mit dem Tcll?" „Oh, er tötet den Hauptanstistcr alles Hebels im Lande und seitdem ist die Schweiz frei,'s ist herrlich gemacht. Herr Schnurbein sagte es etwas theatralisch hohl, aber Peißer merkte das nicht. „So, so, er ersticht den Hauptanstifter alleS Nebels," wiederholte er mechanisch.„Recht hat ex g'habt." Wieder trat eine Pause ein. „Sag' er, Herr Schnurbein, wen hält er denn bei unS für den Hauptanstifter alles Ueblcn?" fragte auf einmal der Student in ganz eigenem Ton. „Das wäre schwer zu sagen. Ich Hab' darüber noch nie nachgedacht." „Ich will es ihm sagen. Ich Hab' mich in den letzten vienstag,1S. Dezember sprechend, aus dem Spantengerippe ruht. Ter Abstand der beiden Holzfonnen voneinander entspricht der Stärke der Außenhaut, bei den lleincren Betonschiffen also im Durichnitt 5—6 Zenü- meter. Zwischen die beiden Holzformen wird dann die Betonmasie mit Druckluft hineingepreßt. Da die Anfertigung zweier Holz- formen ziemlich vielZeit erfordert und die bedeutendste Verteuerung des ganzen Baues darstellt, unternahm man hereitS mehrfach Vcr'uche zur Verbesserung des KonstrnktianSsystems,»ad der PerSgrnndS- Zementgicßerei in dem norwegischen Hasen PerSgrund rjt jetzt auch ein neues Verfahren geglückt, nach dem die Schiffe nicht wie sonst auf dem Kiel stehen, sondern mit dem Kiel nach oben gebaut werden. Bei dieser Konstruktion genügt der Bau der inneren Holzform, die äußere kann als überflüssig wegfallen.. Auf der inneren Form befestigt man da? Spantengerippe des künftigen Schiffes, dann wird die Betonmasse ganz einfach unter Druck- lust aufgepreßt. Mir diesem Auspressen kann man gleichzeitig von vorn und von rückwärts anrangen, um in der Mitte zusammenzu- kommen, wodurch gleichfalls viel Zeit gespart ivird. Außerdem werden bei dieicm neuen Verfahren Fehler in der Betonmaue viel leichler vermieden. Ter erste Versuch dieser Art wurde mit dem Bau eines Leichters von 200 Tonnen gemacht, die Holzform war innerhalb drei Wochen feltiggesiellt, zur Herstellung der Beton- teile bei Inanspruchnahme von 50 Arbeitern genügten zwei Tage, wäbrend nach dem fniheren Verfahren für diesen Bau mindestens sechs Wochen notwendig geivcsen wärcn.BemerkenSwert ist.daß auch der Stapcl- laus mit dem Kiel nach oben stattfindet. Ter vordere und Hintere Raum des Fahrzeugs werden vor dem Stapcllanf durch wasserdichte Schotte abgesperrt, ein mittlerer Raum hingegen läßt durch eine Oeffnung daS Wasser ein. Nach dcm Stopellans dringt das Wasser in diesen Raum, die Luft wird dadurch nach und nach hinausgedrnckh und da Vas größte Gewicht am Kiel gelegen ist, richtet sich daS Schiff, wenn es bis zu einer gewissen Linie gesunken ist. von selbst ans. um jetzt ausrecht zu schwimmen. Das erste nach diesem Versahren gebaute Schiff stellte sich um 75 000 Kronen billiger, als wenn es ans Stahl konstruiert worden wäre. Die Rüden kommen! ES schwand da? Obst, eS schwand die Bolle viel eher als man es gedacht— nicht lange mehr, dann fehlt die Knolle, die nirS Franz Drake einst gebracht. Wir haben ja doch Kohlerübcn! ivird uns von obenher gegeigt; und will man keinen 5lohldampf schieben, so ist man klüger, wenn man schweigt. Zwar gibt cS Leute. Ivelche munkeln, es wäre eine Schweinerei— der Mensch füllt sich den Bauch mir Runkel», das Schwein frißt den Kartoffelbrei. Doch da? sind Nörgler. Wir indeffen, wir sind vernünftig, sehen ein: Zwei Winter nischl ivie Wruken fressen, das tut kein Schwein! Siehstewolt. Notizen. — Die n e ii c n M ä u n e r derVolkSbllh n c. Friedrich Kayßler. der künftige Leiter der Volksbühne, bat als künstlerische und geschäftliche Vorstände folgende Herren verpflichtet i DireklionS- Vertretung in künstlerischen Augelegenveiten: Dr. Oskar Anwand. ittrgie: Dr. Ludwig Beiger vom Stadtlhcater Hamburg. Drama- turgie und Regie: Julius Bab. Dckoratious- und Kostümwesrn: Ewald Dülberg, Hamburg. DirellioiiZdertrclung in geschäftlichen Angclcgeilheilen: Heinrich Nest.— Znschristen sind zu richten an da? Sekretariat der Volksbühne, Direktion Kayßler. Berlin tl 25, Linienslr. 227.— Tie Spielzeit der Volksbühne 1016 10 soll mit Jmmerinanus„Merlin" eröffnet werden. — Ein Verein für Buchwesen und S ch r i f t u m wurde in Leipzig begründet, der mit der Zeil ein besonderes Museum errichten tvird. Die Eammluugen der Buchgewerbe-Au?- stcllung bon 1914 werden ihm einverleibt weiden. — Das gefälschte Indien. Ein in Berlin lebender Inder biitct uns, einmal festzustellen, daß die neuerdings beliebten Film? und Aufführungen im indischen Gewändever ihn besoldet, wer ihn hetzt, der ist noch schlimmer als er.. Mit lauter Pfaffen ist sie umgeben— jeden Tag waren nene Verordnungen, um alles katholtich zu machen... die Studenten, die Bürger... beim Militär hat mir ein Offizier gesagt: jetzt werden schon die Schüler ans der Offiziersschul' katechisierr, ivas aufgehoben war und tviedcr eingeführt ist, wie man ganz bestimmt loeiß, aus das Betreiben der Dnry. Die Wltrtcr selber haben gesagt im Spittel, als der arme Kerl, der Grasser, ins Gras bissen hat. es sei zu arg. baß die Person auch noch dabei zum Fensler rausgelegen ist. die ganze Zeit... bei mir Hütt' sie tvohl auch zuschauen mögen, aber eher verreckt s i c." llnd drohend erhob er die Faust. „lind jetzt den Reinhard, der besten Einer, den hat sie auch schon in den Fängen, und der Regina, dem Engel, will sie ihm entreißen oder hat eS schon getan, die Bestie... die ErzHure, die..." „So, will sie das?" sagte auf einmal höchst interessiert Herr Schnurbein, dem innerlich ein bißchen bei diesen wüsten Reden gegraust hatte. „Freilich will sie's!" fuhr Peißer wild ans.„Verflucht! hinderte mich nicht mein dreimal verdammtes.Bein, ich ivollt' heul' dabei sein und ihricu zum Einstand ein HochzcitSlicd aufspielen... der tvelscheu Nachtigall... Er kann mir's glauben, wer diesen Landschaden wegräumt, der macht der Freiheit eine Gasse auf l...(Forts, folgt.) Birektiou Max Reinhardt. Ueiitsiches Theater. 7 Uhr: I>on Carlos. Kamm erspiele. 71', Uhr: Kinder der Freude. Volksblthne. Ttoatcr am Bülo'ATdaU ITnbergrnndb. ächönh. Tor. 7'/, Uhr; Blutopfer. Ijir.C. Meinhard— R Bernauer. Theater Kcnignrätzerstr. 7 Uhr: l>le Wildente. Komödienhaus "',8 Uhr: Die beiden Seehund«. BerlinerTheater T'/jU.: nie tolle Knnilell. URANIA 8 Uhr: Tier und Mensch in der Wildnis. Rose-Theater. vi, Uhr: Andreas Hofer. -Idealer. vi, Uhr: M MMllMllt. Theater für Dienstag. 18. Dezember. I.nst«pielhaas l'l, Uhr: Die falondea Käiieis?. Lindentio! Residenx-Theater 7'/, Uhr: Barbara Stossin. Central Theater Konnnaniluntonatraßo 57. 77,: Die CsardasfUrstln neuisches Opernhan« 7 Uhr: Breclosa. Hierauf: na» hdlliuch Gold. i ricdrich-Willielatt. Thexter uMJhrjas BrelMMv. Kleines Theater vi, uhr: Geldzauber. Komische Oper 7' ja o.: SchwarzwaldinMel Metropol-Theater uh,r<: Bie iiise top StaiiM Ksues Öperettenhaus Schiflbd. ia. Kassonfc.Nd. 281 774uhr:ߣrSölilaliierHane. Schiller-Theater O 77. uhr: im Raten. »chilier Th. Chnrl. vitTThr- ProIessopBernhanli. Thalia Theater ü)I}: Egon Dilti seine FraoeD, Theater am Nollendorfplatz 37,: Der Wider spenst. Zähmung. 7 Uhr: Zum 75. Male: Theater des Westens u-.uw-wvMlE Herzog mit Guido Thielecher Der reichhallige große Variete-Spielplan = Rauchen geslattet!= Cht. FriedrichstraBe. Anfang 77. Uhr. Letzte Saison in Berlin. DasoroBeSpcrtpgiWj lO™ lO Kaud Wulff, ilieg. Hunde, j Mexiko GroBo Original- Ausstattungs-Pantomimn. Täglich VI, Uhr, Sonntags 37. u. 77, Uhr: Das ausgezeichnete Zirkos-Programtn. Zum Schluß: Mondfahrt. Plmntaat. Pantomime in 4 Akten. Trianon«Theater Georgenstr, Bhf. Friedrichttr. Toi.: Zentrum 4927 und 2391. 7,8 Uhr Ucr!/.8ühr LebensschüSer. Komödie von Ludwig Fulda. Ida Wüst, Erich Kaiser-Titz, v.Möllendorfl, Mart. Kottner. Stg. 37, kl. Pr.: Hedda Gabler. TäsL 77,. Sonnt. 37. n. 77, Fr jlierorVerpflichtweg kann dio Revue-Posse:..Goh'n Sie blaS nicht nach Berlin'' nur nooH wenig. Tag. autgef.werd Heiciisiiallen-Tlieater. Allabendlich 77- Uhr u SonnL nohm.SUhr Z. Schluß: ..Mein Weih. nachtstraum" von Meysel. Nachmittags ermäB. Preise Voigt-Theater. Badstr. 58. Baditr. 58. Täglich: Die Prinzessin vom Nil. «Tasjenerötsn. 67v Ansang 77, U. APOLLO Fricdrichstr. 218. Dir. J. Klein. Ailabondlich 77« Uhr: Fern Andra sowie das unvergleichliche cratkL Dezember-Programm. 'ITieatork. ununterbr. geöffn. Fricdrichstr. 165. Ecke Behrenstraße. Claire Waldoff Jean Moreau Oer bekannte Humorist und Schriftsteller **» u. das hervorragende Dezember-Programm. Haaakap.: Fenyvesi. Casino-Theater liot&rtngcr Sir. 37. Tägl. 7«8 U. Wieder ein altueller Schlager! Hamstersritze. Berliner Posse iit drei Auszügen. Vorher das neue bunte Prngr. Lona Nansen, S Bolgarsff usw. Sonnt. 4 Uhr: Die Friedenstaube. Admirals-Palast. Ballett auf dem Elte 77. Uhr JMadaiira. Vorzügliche Küche. 1000 1 C. 42. 1000 I D. 59.- 1000 1 E. 78.- wird nur sortiert von 500 Stück abgegeben. Zigarre» ein grobes Lager. 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Steinbruck u.(Hrbeitcrinncn verlangt flax Krause. 115/3 Alexandcinenstraße 93. DicMtimmungcn d Zwischen den bcvollinächtigten Vertretern der Obersten Heeresleitungen Teutschlands. O e st e r r e i ch- U n- aarns. Bulgariens und der T ü r k c i einerseits, R u tz- l a n d s andererseits, wird zurHerbeiführungeines dauerhaften, für alle Teile ehrenvollen Friedens folgender Waffenstillstand abgeschlossen: ?. Der Wafscnstillstand beginnt am 17. Dezember I!)17, 12 Uhr mittags(t. Dezember 1917, 14 Uhr russ. Zeit) und dauert bis 14. Januar 1918, 12 Uhr mittags(1. Januar 1918, 14 Uhr russ. Zeit). Die vertragschließenden Parteien sind berechtigt, den Waffenstillstand am 21. Tage mit sicbentägigcc Frist zu kündigen; erfolgt dies nicht, so dauert der Waffen- stillstand automatisch weiter, bis eine der Parteien ihn mit siebentägiger Frist kündigt. II. Ter Waffenstillstand erstreckt sich auf alle Land- und L u f t st r c i t k r ä f l e der genannten Mächte auf der L a n.d- front zwifckien dem schwarzen Meer und der Ostsee. Aust den russisch-türkifchen Kriegsschauplätzen in Asien tritt der Waffenstillstand g l e i ch z,c i t i g ein. Die Vertragschließenden verpflichten sich, während dcS Waffenstillstandes die Anzahl der an den genannten Fronten und auf den Inseln des Moonsnndes befindlichen Truppenvcrbönde— auch hinsichtlich ihrer Gliederung und ihres Etats— nicht zu verstärken und an diesen Fronten keine Umgruppierungen zur Vorbereitung einer Offensive vorzunehmen.* Ferner verpflichten sich die Vertragschließende», bis zum 14. Januar 1918 ll. Januar 1918 russ. Zeit) von der Front zwischen dem Schwarzen Meer und der Ostsee keine operativen Truppenvcrschiebungcn. durchzuführen, es sei denn, daß die Verschiebungen im Augenblick der Unterzeichnung des Waffenstillstands- Vertrages s ch o zi eingeleitet sind. Endlich verpflichten sich die Vertragschließenden, in den ä f e n d e r--O st s e e östlich des 1ö. Längengrades Ost von -Greenwich und in den Ö ä f e n des Schwarzen Meeres während der Tauer des Waffenstillstandes keine Truppen zusammenzuziehen. III. Als Demarkationslinien an der europäischen Front gelten die beiderseitigen vordersten Hindernisse der eigenen Stellungen. Diese Linien dürfen nur unter den Bedingungen der Ziffer IV überschritten werden. Dort, wo keine geschlossenen Stellungen be- stehen, gilt beiderseits als Demarkationslinie die Gerade zwischen den vordersten besetzten Punkten. Der Zwischenraum zwischen den beiden Linien gilt als neutral. Ebenso sind schiffbare Flüsse, die die beiderseitigen Stellungen trennen, neutral und unbefahrbar, es sei denn, daß es sich u m vereinbarte Handel sschiffahrt handelt. In den Abschnitten, wo die Stellungen weit auseinander liegen, sind als- bald durch die Wafsenstillstairdskommissionen(Ziffer VII) De- markationslinien festzulegen und kenntlich zu machen. Auf den russisch-türkifchen Kriegsschauplätzen in Asien sind die Demarkationslinien sowie der Verkehr über dieselben 'Zissdr, tV)" nach Vereinbarung der beiderseitigen Höchst- kommandierenden zu' bestimmen. IV. Zur Entwicklung und Befestigung der i v s u n d s ch a f t l i ch e n Beziehungen zwischen den V ö l k c r n der vertragschließenden Parteien wird ein organisierter Verkehr der Truppe» unter folgenden Bedingungen gestattet: 1. Der Verkehr ist erlaubt für Parlamentäre, für die Mit gliedcr der Waffen st illstandskom Missionen IZiffer VII) und deren Vertreter. Sic alle müssen dazu Aus- weife von mindestens einem Korpskommando bzw. Korpskomitee besitzen. 2. In jedem Abschnitt einer russischen Division kann an etwa zwei bis drei Stellen organisierter Berkehr stattfinden. Hierzu sind im Einvernehmen der sich gegenüberstehenden Divisionen Vcrkchrsstclleu in der neutralen Zone zwischen den De- markationslinien einzurichten und durch weisse Flaggen zu bezeichnen. Der Verkehr ist nur bei Tage von Sonnen- aufgang bis Sonnenuntergaiig zulässig. An den Vcrkchrsstcllen dürfen sich gleichzeitig höchstens 2ö An- gehörige jeder Partei ahne Waffe,» aushalten. Ter Austausch von Nachrichten und Zeitungen ist gestattet. Offene Briese können zur Beförderung übergeben werden. Der Vcr- tauf und Austausch von Waren oes täglichen Gebrauchs an den Verkchrsstellen ist erlaubt. 3. Tie Beerdigung Gefallener in der neutralen Zone ist erlaubt. Die näheren Bestimmungen sind jedesmal durch die beiderseitigen Divisionen oder höheren Dienststellen zu ver- ciribarcn. 4. lieber die Rückkehr entlassener Hccrcsaitgchörigcr des einen Landes, die jenseits der Demarkationslinie des anderen Landes beheimatet sind, kann er st bei den Friede nsverhand- lungen entschieden werden. Hierzu rechnen auch die Auge- hörigen polnischer Truppenteile. S. Alle Personen, die— entgegen den vor- stehenden Vereinbarungen 1 bis 4— die D c- markationSlinie der Gegenpartei überschreiten, werden festgehalten und erst bei Friedensschluß oder Kündi- gunp des Waffenstillstandes zurückgegeben. Die vertragschließenden Parteien verpflichten sich, ihre Truppen durch strengen Befehl und eingehend» Belehrung aus Einhalten der Berkchrsbedingungen und die Folgen von lieber- schreitungen hinzuweisen. V. Für den Teekriesi wird folgendes festgelegt: 1. Der Waffenstillstand erstreck! sich aus das ganzeSchwarze Meer und auf die Ostsee östlich des lö. Längengrades Ost von Grcerrwich, nn>o zwar aus alle dort befindlichen See- und Luftstreitkräfte der vertragschließenden Parteien. f Für die Frage des Waffenstillstandes im Weisse» Meer und in den russischen Küstengewässecn des nördlicheii Eismeeres wird von der deutschen und russischen Seekriegsleitung in gegenseitigem Einvernehmen eine besondere Vereinbarung ge- troffen werden. Gegenseirige Angriffe auf Handels- »nd Kriegsschiffe in den genannten Gewässern sollen nach Möglichkeit schon jetz: u n tct b l e i b e n. In jene besondere Vereinbarung sollen auch Bestimmungen auf- genommen werden, um nach Möglichkeit zu verhindern, daß Seestreitkräfte der vertragschließenden Par- teien sich auf anderen Meeren bekämpfen. csBlaffenftillitandes 2. Angriffe von See ans und aus der Luft auf Häfen und Küsten der anderen vertragschließenden Partei werden aus allen Meeren beiderseits unterbleiben. Auch ist das Anlaufen der von der einen Partei besetzten Häsen und Küsten durch die Seestreitkräfte der anderen Partei verboten. 3. Das Ueberfiiezcn der Häfen und Küsten der anderen vcr- tragschließcndcii Partei, sowie der Demarkationslinien ist auf allen Meeren untersagt. 4. Die Demarkationslinien verlaufen: a) im Schwarzen Meer: von Olinka— Leuchtturm(St. Georgsmünduug)— Kap Jeros (Trapczunt), d) in der Ostsee: von Nogckuel-Wcstküste— Worms— Bogstaer— Svcnska— Hoegavne. Die nähere Festsetzung der Linie zwischen Worms und Bogskaer wird der Waffenstillnondskominission der Ostsee(Ziffer VII, 1) übertragen mit der Maßgabe, daß den russischen S e c st r e i t- k r ä f t e n bei allen Wetter- und Eisverhälttiissen eine ' freie �ahrt nach der Aalandssee gewährleistet ist. Die russischen Seestreitkräfte werden die Demarkationslinien nicht nach Süden, die Seestreitkräfte der vier verbündeten Mächte nicht nach Norden überschreiten. Di" russische Regierung übernimmt die Gewähr dafür, daß Seestreitkräfte der Entente, die sich bei Beginn des Waffenstillstandes nördlich der Demarkationslinien befinden oder später dorthin ge- langen, sich ebenso verhallen, wie die russischen Seestreitkräfte. ö. Ter Handel und die Handclsschisfahrt in den in Ziffer 1 Absatz 1 bezeichneten Seege bieten sind frei. Tie Festlegung aller Bestimmungen für den Handel sowie die Bekanntgabe der gefahrlosen Wege für die Handelsschiffe wird den Waffenstillstands- kommissionen des Schwarzen Meeres und der Ostsee(Ziffer VII, 1 und 7) übertragen. 6. Die vertragschließeniden Parteien verpflichten sich, während des Waffenstillstandes ini Schwarzen Meer und in der Ostsee keine Vorbcrcitiingc» zn Angriffsopcrationen znr See gegeneinander vor- zunehmen. VI. Hin Unruhe und Zwischenfälle an der Front zu vermeiden dürfen Uebungen mit Jnfanteriewirkung nicht näher als ö Kilo- meter, mit Artillcriewirkung nicht näher als 1b Kilometer hinter den Fronten vorgenommen werden. Der Landminenkrieg ivird vollständig eingestellt. Luftstreikräfte und Fesselballone müssen sich außerhalb einer 19 Kilometer breiten Luftzone hinter der eigenen Demarkationslinie hallen. A r b c r- i e n an den Stellungen hinter den vordersten Drahthindernissen find erlaubt, jedoch nicht solche, die der Vorbereitung von Angrifscu dienen können. VII. Mit Beginn des Waffenstillstandes treten die nach- stehenden „Waffenstillstandskommisfionen" (Vertreter jedes au dem betreffende» Frontstück beteiligten Staates) zusammen, denen alle inilitärischen Fragen für die Ausführung der Wafsenstlllstandsbestimmiingen in den betreffenden Bereichen zuzu- führen sind: 1. Riga für die Ostsee; 2. D ü n a b u r g für die Front von der Ostsee bis zur Tisna, 3. Brest-Litowsk für die Front von der Disna bis zum Pripet, 4. B c r d i t s ch e w für die Front vom Pripet bis zum Diijestr, S. Koloszvar und 6. F o c s a n i für die Front vom Tnjestr bis zum Schwarzen Meer, Grcnzbe- stiiiunuilg zwischen beiden Kommissionen b uns ö im gegenseitigen Einvernehmen, 7. O d e s s a für das Schwarze Meer. Diesen Kommissionen werden unmittelbare und unkontrollierte Fernschreibeleitungen in die Heimatländer ihrer Mitglieder zut Perfügung gestellt. Die Leitungen werden im eigenen Lande bis zur Rütte zwischen den Dcmarkattons- linien von den betreffenden Heeresleitungeii gebaut. Auch auf den russisch-türkischen Kriegsschauplätzen in Asien werden derartige Kommissionen eingerichtet nach Vereinbarung der beiderseitigen Höchstkommandierenden. VIII. Der Vertrag über Waffenruhe vom 5. D c- z e m b c r(22. November) 1917 und alle bisher für einzelne Frontstücke abgeschlossenen Vereinbarungen über Waffenruhe oder Wasfenstillstand werden durch diesen Wassenstillftands-Vertrag außer Kraft gesetzt. IX. Die vertragschließenden Parteien werden im unmittelbaren Anschluß an dir Unterzeichnung dieses Waffen- still stand svcrtragcs in �-riedensversiaitdlungen eintreten. X. Ausgehend von dem Grundsätze der Freiheit, Unabhängig- keit und territorialen Unversehrtheit des neutral«! persischen Reiches sind die türkische und die russische O b e r st e Heeresleitung bereit, ihre Truppen aus Pcrfien zurückzuziehen. Sie werden alsbald mit der persischen Regierung in Verbindung treten, um die Einzelheiten der Räumung und die zur Sicher- stcllung jenes Grundsatzes sonst noch erforderlichen Maßnahmen zu regeln. XI. Jede venragschließende Partei erhält eine Ausfertigung dieser Vereinbarung in deutscher und russischer Sprache, die von den bevollmächtigten Vertretern unterzeichnet ist. Brest-Litowsk, den tö. Dezember 19,7. (2. Dezember 1917 russ. Stils.) gez.: Unterschriften. Zusatz Zum Vaffenstillftanösvertrag. Zur Ergänzung und zum weiteren Ausbau des Abkom- mens über den Waffenstillstand sind die vertragschließenden Parteien übereingekommen, schnellstens die Regelung dcS Zlustauschs von Zivilgcfangencn und dienstuntauglichen Kriegsgefangenen »nmittelhardurchdie Front in Angriff zu nehmen. Hierbei soll die Frage der Heimschafsung der im Laufe des Ktieges zurückgehaltenen Frauen und Kinder unter 14 Jahren in erster Linie berücksichtigt werden. Die vertragschließenden Parteien werden sofort für tun- l i ch st e Verbesserung der Lage der beider- s e i t i g e ii Kriegsgefangenen Sorge tragen. Dies soll eine der vornehnisten Aufgaben der beteiligten Rsgiernn- gen sein. Um die Friedensverhandlungen z» für- dem und die der Zivilisation durch den Krieg geschlagenen Wunden so schnell wie möglich zu heilen, sollen Mastnahmcn zur Wiederherstellung der kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen de» vertragschließenden Parteien getroffen werden. Diesem Zweck soll unter anderem dienen: Die Wiederaus n ahme des Post- und Hau- delsvcrkehrs, der Versand von Büchern und Zeitungen u. dgl. innerhalb der durch den Wafsenstill- stand gezogenen Grenzen. Zur Regelung der Einzelheiten wird eine gemischte Kommission von Vertretern sämtlicher Beteiligten demnächst in Petersburg zusammentreffen. Brest-Litowsk den 13. Dezember 1 917. Grundsätzlich genehmigt und unter Vorbehalt der endgültigen Formulierung unterzeichnet: gez.: Unterschriften. Der Kampf um öas„tzeimatheer� Aufregung in Ttolp. Der Landwirtschaftliche Verein Ttolp-Schlawe-RummclSburg hatte am letzten Donnerstag eine aufgeregte Sitzung. Und das kam so: Ein kreisrrnsäsfiger Graf Baudissin hatte den Vorschlag gemacht, einen Verein„Heimatheer für Stadt und Land Stolp" zu gründen, der zur Linderung des Elends im Kreise e i n Prozent des Verniögens bzw. des Einkommens der Begüterten eintreiben sollte. Der Vorschlag wirkte wie ein Steinwurf in den Froschpfuhl. Ter Referent zu diesem Punkt, Kammerherr v. B o e h n- Kulsolv bestritt die Bcdüftigkeitsfrage. Der Grund- besitz habe seine volle Schuldigkeit getan. Ter Plan des Grafen Baudissin sei nicht nur bedenklich, sondern gefährlich, ja man könne sagen, gemeingefährlich. Es würden ja Riesensummen zusammenkommen, durch die man nirr die Begehrlichkeit der Massen wecke. Der Redner beleuchtete dann die Kriegs- gewinne der Landwirtschaft. Diese habe allerdings lieber- s ch st f s e erzielt, aber ans Kosten der Substanz. Rtttergutshesitzcr v R i e ck- Poganitz pflichtete dem Borkragenden bei. Man schasse durch Zustimmung nur einen Präzedenzfall. Die Opferfrendigkeit des Großgrundbesitzes weiche schon genug in Anspruch genommen. Ein Herr von Uckcrmann- Wintershagen schrie dazwischen, der Gras wolle sich nur einen Namen machen, was allerdings bei einem Teil der Versammlung ein kräftiges Pfui auslöste. Später kamen aber auch Redner zugunsten des Baudtssinschen Vorschlags zu Wort, unter ihnen Herr v. P u t t k a m e r- Ouackeuburg, der offen ans- sprach:„Uns stehen viele Menschen gegenüber, die sich mit einer wachsenden Verschlechterung, ja vielfach einer, ich möchte sagen todbringenden Verschlechterung ihrer Lage abfinden müssen." Nach heftigem Redekamps wurde der Vorschlag des Grafen Baudissin abgelehnt. Eine Reihe von Mitgliedern des Vcl- eincs erklärte jedocki, daß sie den Gedanken lveiker verfolgen wolle. Aus all dem geht hervor, daß die Not in Pommern sehr groß sein muß, und daß es dort hartherzige Agrarier gibt, aber, zu ihrer Ehre sei es gesagt, auch andere, die ihr Herz und ihren Geldbeutel nickst verschließen wollen. DaS Walilcrgcbnis von Bonn. Amtliches Ergebnis. Bei der Rcichstagsersatzwahl im Wahlkreise Bonn-Rhetnback» am 15. Dezember wurden für Rechtsamvalr Johannes Henry- Bonn XZentrum) 4467 Stimmen und für Rechtsanwalt Jnstizrat Dr. Abs- Bonn(Zentrum) 2713 Stimmen abgegeben. Henry (Z cn t r u m) i st somit gewählt. Leiste Nachrichten. Der§rieök>nsfüh!er vom September. Rene Erklärungen. Dos Wolfs-Bilreau meldet nichtamtlich: Räch einer SReldung aus Amsterdam hat Lord R.o b e r t C e c i l das Reutersche Bureau benachrichtigt, daß das, was Deutschlands Antwort ans Balfours Erklärung im Parlament über den deutscher. Friedensschritt vom September sein solle, voll st än big unzutreffend sei. Wie Präsident Wil- son, so habe auch England fortwährend versucht, A u f k l ä- r u n g über Deutschlands K.r i e g s z i e l e zu erhalten, und immer wieder versucht, diese Aufklärung durch Mi- nisterreden zu erlangen, aber b i s h e r o h n e E r f o l g. Absolut unzutreffend sei jedoch, wenn nian zu versieben gebe, daß irgendeine Anfrage privater Art an den Feind mit Wissen der britischen Regierung gerichtet worden wäre. Tic von Renter verbreitete Aeußerimg Lord Robert Cecils über die d e u t j ch e A n t w o r t auf Bajfours Erklärung im englischen Parlament ist in keiner Beziehung geeignet, die Mitteilung des Wolffschen Bureaus zu entkräften. Lord Robert Cecil weiß sehr Wohl, daß es nicht öffentliche Mi- n i st e r r e d e n sind, die zur Erörterung stehen. Es ist also nicht ersichtlich, warum diese öffentlichen Ministerreden plötzlich herangezogen werden. Der Schlußsatz ist mit den hier bekannten Tatsachen nicht in Uebereinstimmung zu bringen. I st Lord Robert Cecil bekannt, daß ein in a in t- l i ch e r S t e I l u n g b e f i u d l i ch e r e n g l i s ch e r D i p lo- in a t i m M o na t A u g u st eine M i t t e i l u n g de- treffend deutsche Kriegsziele an e i n e n e u- t r a le M ach t gerichtet h a t und behauptet Lord Robert Cecil, daß diese Mitteilung nicht i m N a in e n u n d i m A u f- trage der g r o ß b r i t a n n i s ch e n R e g i e r u n g ge- macht worden sei. oder will er behaupten, daß diese Mitteilung nicht unter Umständen erfolgt sei, nach denen die neutrale Regierung annehmen mußte, England handle in der Erwar- tung und Voraussicht eines entsprechenden Schrittes der neu- tralen Macht bei der deutschen Regierung? Trotzkis Vergkltuitgsmasirrgeln gegen„vcrschicdcnc Botschafter". Petersburg, 15. Dezember.(Meldung der Petersburger Tele- grtiphcn-�lgentur.) Verschiedene Botschafter hatten den S t ch t v e r m« r t für Sie Pässe der diplomatischen Kuriere des V o l k S k o m in i s s a r s für Auswärtige Auge- lcgenheiten verweigert, was sie damit begründeten, daß die Regierung der Arbeiter- und Soldatcnräte nicht als Regierung anerkannt sei. Das Koinmissariat der Auswärtigen Angelegen- heilen erklärte, die Frage der Anerkenn»»« der Regierung sei eine blosse Formalität. Die Regierung der Arbeiter- und Soldatcnräte lege wenig Gewicht aus diese Einzelheit der d> p l o- in a t i s ch e n Gepflogenheiten. Ein Beweis dafür, daß die Botschafter die Mack� der Regierung der Arbeiter- und Soldatenräte anerkannt hatten, liege darin, daß sie sich an sie wendeten, wenn sie eine» Paß für ihre eigenen Kuriere brauchten. In Anbetracht dieses unzulässigen Znstandes gab der Volkskommissar für die Auswärtigen Angelegenheiten den Beschl, den Vertretern dieser Botschaften, welche es als ihre Aufgabe bc- trachteten, der Regierung der Arbeiter- und S o l- datenräte bureaukratische Schwierigkeiten zu bereiten, keine Gcnchinignngei, zu erteilen oder irgendwelche Erleichterungen zu gewähreu. Die Petersburger Stadtwahlen. Berlin, 17. Dezember. Laut telegraphifchcr Berichtigung er- hielten bei den Wahlen zur Petersburger städtischen Duma die B o I s ch e w i k i 18 8, die Sozialrevolutionäre 20 Sitze. ♦ Gewerffchchsbewegung Gewerkschaftliche Tätigkeit der Bau- und Geldschrank- schlaffer. Der Zahre�ber'ckit, den der Brancbeiileiter am Sonntag in der Veriammlung der �-au- und Geldichrankschlosicr erstatieie, zeigt, dag die Lohnbewegunacu dieser Branche gute Erfolge ballen. Zu An- taug des Jabres vertraten die Arbeitgeber noch den Standpunkt, als Eiiistcllungslohn nicht mehr als den tariflichen Mindestloljn zahlen zn wellen. Da die Konsunktur gilniiig war. so fanden sich keine Schloiier bereit, zu den Mindestlöhnen in Arbeit zu treten und den Unternehmern blieb nichts übrig, als mehr zu zahlen. Andererseits wurden in einer Reihe von Betrieben Forderungen auf zeitgemäße Erhöbung der Löhne gestellt und in den meisten Fällen nach Anrufung des Äriegsausschusscs auch bewilligt. Die Stundenlöhne der Schlosser sind dadurch im allgemeinen»m AI bis 30 Pf. erhöht worden. Der Lohn der Arbeiterinnen, der vor den Bewegungen 35 bis 48 Pf. betrug, belöuit sich setzt auf 60 bis 65 Pf. Hilfs- arbciter erhallen gegenwärtig 0,75 bis l,3ö M., im Durchschnitt 0,90 bis 1,00 M. Der Lohn der Schlosser bewegt sich von 1,40 bis 2,35 M.. in, Durchschnitt 1,50 bis 1.80 M. Eine von der Organisation veranstaltete Erhebung ergab, dast in den Bauschlossereien und Gcldschrankfabriken 562 Schlosser, 226 Hilfeorbeiter. 85 Arbeiterinnen und 297 Lehrlinge beschäftigt sind. Die Zahl der Lehrlinge rst im allgemeinen ungewöhnlich hoch. Sie steht in vielen Betrieben— und nicht nur in den kleinen— in einem argen Mißbeihältnis zur Zabl der beschäftigten Gesellen. In Klein- betrieben wird in vielen Fällen eine Anzahl von Lehrlingen ge» halten, während gar kein Geselle beichaitigt wird. Die Ausbildung der Lehilinge kann unter solchen Umständen natürlich nur sehr mangelhaft und einseitig sein. Die Versammlung zog auch die Frage der Tarifkündigung in Erwägung. � Dabei wurde ausgembrt, datz die tariflichen Löhne tatsächlich Überboll sind, daß die Tarife ober verschieden« Be« stimmungen enthalten, die nicht mehr zeitgemäß und deshalb der Revision bedürftig sind. Die Versammlung kam ab« zu dem Ergebnis, daß die gegenwärtigen Zeitverhällnisie für eine Tarif- beratung nicht günstig feien, daß man deshalb von einer ander- weiten Regelung der Tarikfrage einstweilen absehen und die Tarife ein Jahr weiterlaufen lassen könne. Tie Richtigstellung im Charlottenburger Siemens-Werk. Kurz nach Veröffentlichung der Beschwerden am 6. Dezember über die Verteilung der Lebensmittel in den SiernenS-Betrieben hielt es die Direktion de» SiemenS-Schuckert- Werkes in Eharlotten- burg für angebracht, in allen Msijtereien durch Anschlag den.Vor- wärts"-Arlikcl.richtig" zu stellen. Es wird in diesem.Anichlag" bestritten, daß die Verteilung der Lebensmittel eine ungleichmäßige sei, daß erhebliche Ouantitäten von Lebensmitteln verdorben, daß Klagen wegen der Eßgeschirre überhört worden seien, daß Mitglieder der Ernähruiigslommission von der Direktion ernannt seien und daß dieselben keine Rechte besitzen. So hat also die am 27. November in den Moabiter Bürger- sälen tagende Versammlung der in, Charlottenburger Werk der Firma Siemens u. Schuckert beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen unter dem Zwange einer Massensuggestion gehandelt, als sie gegen die Uebelstände in einer Resolution protestierte?! O nein, verehrte Gesellichast. Das was in jener Versammlung Gegenstand heftigster Kritik war, wird auch heule noch vollinhaltlich aufrecht erhalten. ES wird weder die in der Versammlung anfgestellle Behauptung, daß in dem verabiolgten Essen Maden enthalten waren,»och. daß größere Ouantitäten von Nahrungsmitteln verkommen sind, abgeschwächt. Ob die in dem Anschlag aufgestellte Behauptung, daß doS Geschirr in der Werkstatt wiederholt' a b i i ch t l i ch beschädigt worden sei, zu- trifft, vermögen wir nicht festzustellen, wenn der Beweis für eine solche Behauptung auch der Gesellichast nicht so leickt sein dürfte. Intel csiant ist übiigens in dem Anschlag die Feststellung, daß die Mitglieder der Ernäbrungskommiision von der Werksleitung der Arbeiierrtliaft vorgeschlagen und von dieser anerkannt worden sei. In einem Betriebe, in welchcm die Werkvereinsmitglieder die übergroße Mehrheit haben, hätte sich diese Feststellung eigentlich erübrigt, ebenso die Betonung, daß dieselbe von der Werksleitung ernannte ErnäbrungSkommission jederzeit Beschwerden anbringen könne und auf Abstellung derselben rechnen dürfe. parteinackrichten. Württembergifche Landesversammlung. Am 16. Dezember fand in Stuttgart ein« von rund 200 Ler- tretern aus 75 Orten besuchte württembergische Landes- konferenz statt, die der politischen Information der Partei- genossen und der Belebung der Parteitätigkeit diente. Der Vorsitzende der Landesorganisation Fischer-Stuttgart gab einleitend ein Bild von den Parteiarbeiten im zu Ende gehenden Jahr. Die Or- ganisationen regen sich wieder mehr wie in den ersten Kriegsjahren. Besonders das anmaßende Auftreten der Baterlandspartei bringt den Parteigenossen zum Bewußtsein, wie notwendig es ist, unsere Auffassungen öffentlich zu vertreten. Auch mit der Presse gehl es wieder vorwärts. Die„Schwäbische Tagwacht" hat in den letzten Monaten 8000 neue Abonnenten gewonnen. Heber die politische Lage hielt Genoff« Keil ein umfassendes Referat, das in knappen scharfen Umrissen die.Kriegslage und die Kämpfe auf dem Gebiet der äußeren und inneren Politrk während des letzten Jahres skizziert. Mit starkem Nachdruck betonte der Redner, daß die Friedensverhandlungen mit Rußland mit der b e- sonncnen Selb st be schränkung zu fithren seien, die der Kaiser von Oesterreich empfohlen habe, und nicht durch deutsches Verschulden scheitern dürften. Nicht die Erzwingung..militärischer Sicherungen", die es im absoluten Sinne gar nicht gebe, sondern die Erreichung eines dauernden Freundsöbaftsverbältnisses mit dem russischen Volk müsse das höchste Ziel dieser Verbandlungen sein. Scharf kennzeichnete Keil das aus Verhinderung der preußischen Wahlreform gerichtete Treiben der Reaktionär«. Der Einwand, daß man warten müsse, bis die Feldgrauen mitreden können, sei eine elende Heuchelei. Denn wer die Feldgrauen am Schluß des Krieges wirklich mitreden lassen wolle, müsse ste begrüßen als freie und gleichberechtigte Staatsbürger und nicht als Wähler dritter Klasse. — Der Vortrag fand begeisterte �Zustimmung. Nur in bezug aus die Frage, ob der Eintritt der isozialdemokraiie ins Ministerium Hertling zweckmäßig gewesen wäre, waren die Genossen Linde- mann und H e h m a n n anderer Ansicht als Keil. Während dieser erklärt hatte, der Eintritt der Sozialdemokoatie in die Regierung hätte für unsere Partei unter den gegenwärtigen Verhäliiriffcn keine Stärkung, sondern eine Schwäckung bewirkt, weil sie dann für den Belagerungszustand. den Kriegswucher usw. mitverantwortlich gemacht worden wäre, meinten Lindemann und Hehmann, eine solche Verantwortung hätte der Partei niemand aiifbürdmi tonnen, wohl aber hätte in der Regierung manches Gute für die Arbeiterklasse ge- schaffen wenden können.— Zahlreiche weitere Redner, darunter auch Genosse Bios, unterstützten die Auffassung Keils. Betont wurde dabei auch, daß die Frage bei der letzten Regierungskrise zar nicht praktisch gewesen sei. Denn noch besiehe keine parlamentariichc Koalitionsregierung, sondern nur eine Vereinbarung unter den Mehrheitsparteien und der Regierung über einige wichtige politische Grundfragen. Im übrigen wurden in der Diskussion mancherlei Anregungen für die praktische Parteiarbeit gegeben. Einstimmig gelangte schließlich eine dem Portrage entsprechende Entschließung zur Annahme. Soziales. Achtet auf die Erhaltung der Anwartschaft in der Angestellten- Versicherung! Nach§ 49 des Versicherungsgesetzes für Angestellte erlischt die durch Beitragsenirichtung erworbene Anwartschaft auf die Leistungen de» Gesetzes, wenn nach dem Kalenderjahr, in welchem der erste Beitrag geleistet worden ist. innerhalb der zunächst folgenden zehn Kalenderjahre weniger als acht Beitrapsmonate während eines Kalenderjahres zurückgelegt worden sind oder die Zahlung der Anerkennungsgebühr unterblieben ist. Als Beitragsmonat gilt jeder Kaltndermonat, für den ein Beitrag entrichtet ist. Hierbei genügt es, wenn für einen Teil des Monais ein Beitrag gemäß ß 177 des Gesetzes entrichtet worden ist. Als Beitragsmonaic werden ferner, wenn vorher mindestens ein Monatsbeitrag geleistet worden ist. auch diejenigen Kalender- inonate angerechnet, in denen der Versicherte s) zur Erfüllung der Wehrpflicht in Friedens-, MobilmachungS- oder.Kriegszeiten eingezogen gewesen ist, b) in Mobilmachung- oder Kriegszeiten freiwillig militärische Dienstleistungen verrichtet hat, c) wegen einer Krankheit zeitweise arbeitsunfähig und nach- weislich verhindert gewesen ist, seine Berufstätigkeit fort- zusetzen, ä) zur beruflichen Fortbildung eine staatlich anerkannte Lehr- anstatt besucht. Auch diese Ersotztatsachen brauchen nicht den vollen Äalcndermonat hindurch bestanden zu haben, Monats- teile genügen. Angestellte, die beim Ausscheiden aus der versicherungspflich- tigen Beschäfitgung mindestens sechs BeitragSmonate auf Grund der VersichcrungSpflicht zurückgelegt haben, können sich die hier- durch erworbene Anwartschaft auf die Leistungen der Angestellten- Versicherung dadurch erhalten, daß sie sich freiwillig weiter- versichern. Die freiwilligen Beiträge und spätestens bor Ablauf desjenigen Kalenderjahres zu entrichten, für das sie gelten sollen. Doch können die rückständigen Beiträge innerhalb des dem Kalenderjahre der Fälligkeit der Beiträge folgenden Kalenderjahres nachgezahlt wer- den. Auch kann die ReichS''?rstcher'in-'-an�'♦ für An-e'eltte die rückständigen Beiträge stunden, wenn der Antrag auf Stundung vor Ablauf der vorbezeichneten Frist gestellt wird. Die freiwillige Weiterverficherung ist höchstens in derjenigen Gehaltsklasse zulässig, die dem Durchschnitt der letzten sechs Pflicht- beiträge entspricht oder am nächsten kommt. Nach unken steht die Wahl der Gehaltsklasse dagegen völlig frei, es genügt also die Zahlung von 1,60 M. monatlich. Die Beiträge sind portofrei an die ReichsversicherungSanitalt für Angestellte, Berlin-Wilmersdorf. Hohenzollerndamm 193— 195, einzusenden. Die Einsendung der Beiträge erfolgt mittels des auf den Postämtern erhälllichen hellroten Posffcheckzahlkartenformulors. Die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte ist gleichzeitig von der Absicht der freiwilligen Weitervccjicherung besonders zu benachnch- tigen. Auch ist auf die Zahlkarte der Vermerk„freiwilliger Beitrag" zu setzen. Um Irrtümer zu vermeiden, empsiell sich die jedesmalige genaue Angabe des Geburtsortes und-datums, sowie der jeweiligen Sldresse und des letzten Arbeitgebers. Diese Angaben sind auch bei allen anderen Anfragen an die Reichsversicherungsanstalt für An- gestellte zu machen. ES können die für die Jahre 1916 und 1917 fehlenden Beiträge noch nachgezahlt werden, und.zwar für 1916 bis zum 31. Dezember 1917 und für 1917 bis zum 31. Dezember 1918. Eine Nachzahlung für frühere Jahre ist nur noch möglich, wenn die RcichSversickerungs- anstatt für Angestellte die rückständigen Beiträge gestundet hat. Versicherte, die während des gegenwärtigen Krieges infolge einer Betriebseinstellung stellenlos werden, können jedoch die zur Aufrechterhaltung ihrer Anwactschaft nötigen Beiträge spätestens bis zum Ablauf desjenigen Kalenderjahres nachzahlen, das dem Jahr folgt, in dem der Krieg beendet ist. Gleiches gilt auch für Versicherte, die während des gegenwärtigen Krieges infolge von Maßnahmen feindlicher Staaten berhinderi stnd, Beiträge zur freiwilligen Fortsetzung der Versicherung oder die An- erkennungögebühr einzuzahlen. ReichS-Säogliugs- und Mutterschaftsversichcrung. 500 Millionen Mark. d. h. eine halbe Milliarde jährlich fordert der Arzt deS Harzer Städtchens Benneckenstein. Dr. Richard Noack, in einer Abhandlung i„Wie rettet das deutsche Volk seine Zukunft?" Wahrlich eine gewaliige Summe, angesichts derer so mamben Spießer ein beiliger Schreck ergreisen wird, besonders wenn man die riefigen Opfer in Betracht zieht, die wir bis jetzt schon für den endlosen Krieg dargebracht haben. Er fordert sie aber für das Höchste, was uns die Zukunft brinnen kann und soll, nämlich für daS Wachstum. die Jugend unseres Volkes. Alle bisherigen Wobltabrlseinrichtimgen in allen Ehren, verlangt der Berfasier, wie von der Sozialdemokratie schon seit langem gewünscht, eine durchgreifende Organisation üb.-r das ganz? Reich. Der Verfosier bat in seinem Bezirk schon seit Ansang des Krieges freiwillig Maßnahmen aller Art getroffen, um die SäuglingSsterb- lichkeit zu vernngern oder ganz aufiubeben, abgeieben von Vor- trägen und Uniterricht über SänglinySpflege, durch Anstellung von drei Pflegerinnen zur Ueberlvachung. freie ärztliche Bebandlung und kostenlose Milchabgabe für eine große Anzabl Kinder, und bat da- durch da? glänzende Ergebnis erzielt, daß seitdem in seiner Stadl die SäilglingSsierblichkeit gänzlich aufgebort hat. _ All dieS und mehr möchte er auf das ganze Reich übertragen wissen: abgesehen von den vorbereitenden Maßnabmen, wie Säug- lingS-BeratungSstelleu usw., ioll bcionders gesorgt werden für kosten- lose Milchabgabe für Bedürftige, freie ärztliche Behandlung, Für- iorgeschwestern(er zählt etwa 10 000), Säuglingsheime, Krippen, bei der Mulierschrut« Versicherung für Wöchnerinneiiuiiterstützung, Stillvrämisn und Beschaffniig von Milch. Wir erwähnen diese Schrift, weil sie ergibt, daß doch in immer weiteren Kreisen di» Notwendigkeit dnrchgreiiender Sozialvolitik ci- kannt wird. Richten sich die Bestrebungen Dr. RoackS auch nur auf ein Spezialgebiet sozialer Reform, was er fordert, ist an sich nur zu unterstützen, ob es nun so oder so verwirklicht wird. Lekenutmachung über Lohnpfändung. Der Bundesrat hat auf Grund des§ 3 deS Gesetzes über die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen usw. vom 4. August 1914(Reichs-Gesctzbl. S. 327) folgende Verordnung erlassen: § 1. Der Arbeits- oder Dienstlohn(Z 1 des Gesetzes vom 21. Juni 1869. BirndeS-Gesetzbl. 1869 3. 242 und 1871 S. 63, Reichs- Gesetzblatt 1897 S. 139, 1808 S. 332) ist, soweit er die Summe von zweilausend Mark für das Jahr übersteigt, zu einem Zebntel des Mehrbetrags der Pfäitdnng nicht unterworfen. Hat der Schuldner seinem Ehegatten oder ehelichen Abkömmlingen, die das sechzehnte Lebensjahr nicht vollendet haben, Unterhalt zu gewähren, so erhöht sich der unpfändbare Teil des Mehrbetrages für jeden dieser Unter- Saltsberechtigten um ein weiteres Zehntel, höchstens jedoch auf fünf Zehntel des Mehrbetrags. Die Vorschriften deS Gesetzes vom 21. Juni 1869 finden entsprechende Anwendung. Soweit im Falle des Abs. 1 Satz 1 der nnpfändbare Teil deS Lohnes den Betrag von zweitausendfünflntndert Mark, tm Falle des Abs. 1 Satz 2 den Betrag von drettausendsechshundcrt Mark über- steigen würde, untertteat die Pfändung keinen Beschränkungen. § 2. Aeudern sich die Verhältnisse, die nach§ 1 Abs. 1 für die Bestimmung des u»pfändbaren Teiles des Lohnes maßgebend sind. so erweitert oder beschränkt sich die Pfändung nach Maßgabe der eingetretenen Aenderung von dcm auf deren Eintritt nächstfolgcn- den Zeitpunkt ab. an welchem der Lohn fällig wird. Auf Antrag des Gläubigers oder des Schuldners hat die Behörde, welche die Pfändung bewirkt hat, den Pfändungsbeschluß entsprechend zu berichtigen. Der Drittschuldner kann, solange ihm eine Berichtigung nicht zugestellt ist, nach Maßgabe der bisherigen Pfändung mit be- freiender Wirkung leisten. § 3. Auf die Pfändung des Ruhegeldes der Personen, die in einem privaten Arbeits- oder Dienstverhältnisse beschäftigt gewesen sind, finden die Vorschriften der§§ 1, 2 entsprechende Anwendung. § 4. Gesetzliche Vorschriften, die über die Pfändung des Ruhe- geldeS der im§ 3 bezeichneten Art abweichende Bestimmungen treffen, bleiben unberührt. § 5. Diese Verordnung tritt am 20. Dezember 1017 in Kraft. Der Reichskanzler bestimmt, wann und in welchem Umfange sie außer Kraft tmit. Soweit mit dem Inkrafttreten der Verordnung eine Erweitc- rung des der Pfändung nicht unterworfenen Teils des Lohnes oder Ruhegeldes eintritt, finden die Vorschriften de?§ 2 entsprechende Anwendung. Eine vor dem Inkrafttreten der Verordnung criolgtc Aufvechn'.lng, Abtretung oder Verpfändung verliert ihre Wirksam kett. soweit sie bei Anwendung der Verordnung unwirksam sein würde. Ueber die Wahlen nach dcm Berstchernngsgeseve für Angestellte veröffentlicht der„Reichsanzeiger" oine Verordnung, wonach die AmtSdaner der gewählten Vertrauensmänner, der Vertreter der versicherten Angestellten und ihrer Arbeitgeber in den Verwaltungsorganen der Reichsbersichernngsonstalt und der Beisitzer in den Spruchbehörden der Angestelttenoersichtruug bis zum Schlüsse des Kalenderjahres verlängert wird, das dem Jahre folgt, in welchem der Krieg beendet ist. DaS gleiche gilt für ihre Ersatzmänner. •) Flu ischtifi des Bundes zur Ethallung und Mehrung der deut'chen Vollskraft. Berantw ortlich für Politik: Erich itnitttcr tPerlin: für den üftrizen Teil des dlatles: Atire» Echotj, Reulolln iür Jnseraie Tb. Nerlin. trug u. Salus: Vorwärts �uadrucler«, u. VcrlcssanstaU Paul Singer fr-Co., Salin SW. Hierzu t inilaer und llnirrdaltnniiSblalt. s> >0 > i;■.?'Ä i M ö Wsr ist von jeher als fieis willkommenes Gescheut für den Weihnachtstisch beliebt gewesen. Sie finden Blusen bei uns in besonders reichhaltiger Mannigfaltigkeit, und in all den verschiedenen modernen Arte« wie Crtpc de diinc- Poillctfc— in Voilc-Ninon, in ollen Ausstattungen von den einfachste« bis zu den elegantesten und in jedem Falle durchaus preiswürdig. KSnigsir. 33 v« D»d«hot SßeiMtorptoft Chausseesir. 113 9dm OWkter VafeM