Nr. 348. 34. Jalsrs» Bezugspreis: Diirteljähru 4L0Ml. monail. frei ins Haus,»orausiahlbar,Einzslni ?iummern ilZPW. Posliejiua: Monat- lich 1.50 Ml. Uiitn»trruzband für Doulicktand und Oesterreich- Ungarn L,— Ml, für das übrige Slusiand «.50 Ml. monatlich. Versand inS Feld bei direkter Veslellung monati. 1,50 Ml. Bostbestellungen nehnien an Däne- niarl. Holland. Luxemburg, Schweden und die Schwei,. Eingetragen in die tost-Zcilungs- Preisliste. Erscheint täglich. Telegramm- Adresse: „Sozialdemokrat Berlin". Verltnev VolKsblskt. ( 10 Pfennig) ider Anzeigenpreis beträgi s. die stebengelpallene Kowuel. »eile 00 Psg.„Sleine Aureige». da« fettgedruM» Won AI Psg. sgu lässig 2 settgedruSt- vortel. ledes weitere Wori 10 Pfg. Slellengeiua� »nd«chlasstellenanseigen da» eritr Wort 1 l) Pfg.. fedeS weitere Wort 5 VI«. Worte über 15 Buchstaben uchlen für uvei Torte. TenerungSzuschlag 20».. tfamille»- Sln.-tge-, 5« Psg.. volitische u. gewerlschaitllche Lereins Anzeigen«S Psg die Zeile. Lnzeiaen für die nächste Siunimer niüjsen bis äi Uhr nachnnlt. ün Haudigeschäst. Verim SW. 55. Llndenstra�e 3. ab- gf geben werden. Eröffnet von 5 Uhr srilh dl«' Uhr abend». Zcntralorgan der rozialdemokratirchcn parte! Deutfcblands. Reüaktion: Sw. öS, Linüenstraße Z. ilieruivrecher: Zlmi Moritivla«. Str. 1S1 SV— 151 97. Donnerstag, den 20. Dezember 1917. Expeöitiv«: cXD. öS, lindenftcoBe 3. Zhernsdrerder: Halt Martaulatz- Sir. 151 9V— 151 97. Ultimatum öervolksbeaustragten gegen Sie Ukraine. In der Ukraine flammt hlötzlich in gefährlichci Breite der Aufstand gegen die bolschewistische Regierung auf. Tag sie ein schwerernster Fall ist, ist zu errcnneu aus einer Kundgebung des Rates der Volksbeauftragten, die soeben ergangen ist und von der Petersburger Telegravhen-Ageutur verbreitet wird. Tiefe Kundgebung gesiebt dem Recht der Selbstbestimmung der russischen Fremdvölker die weiteste Geltung zu, steckt ilzin aber gegenüber der Revolution Grenzen. Sie hängt aufs engste zu- sammen mit der GegenrevolutiouKalcd ins, die in der Ukraine eine weitgehende Duldung und Unterstützung erfuhren hat. Ter Rat der Volksbeauftragten ist entschlossen, den Bürgerkrieg in aller Form gegen die Ukraine zu proklamieren, sofern sie nicht Zusicherungen gibt, die eine Fortsetzung jeder gcgenrevolutionären Beihilfe ausschließen. Tie Kundgebung ist ein kurzfristiges Ultimatum und beginnt mit folgendem Hinweis: Im Interesse der Einheit und Brüüerlichteit der im Kampfe für den Sozialismus bedrückten und ausgebeuteten Massen der Arbeiter und angesichts der Anerkennung dieser Grundsätze durch viele Entschließungen der revolutionären Vertretungen der Tema- kratie, der SolvjclS, besonders des ersten Kongresses oer Sowjets aus ganz Rußland, und der sozialistischen Regierung Rußlands bestätigt der Sowjet der Bolksbeauftragtc» das Recht aller durch die Zarenherrschaft und das Bürgertum unterdrückten Völker des großen Rußlands auf freie Entwicklung, einschließlich ihres Rechtes, sich mm Rußland zu trennen.. Daher erkennt der Rat der Volksbeauftrag- ten die Republik des ukrainischen Volkes, sowie ihr Recht aus vollständige Trennung von Rußland und aus den Beginn von Verhandlungen mit der Russischen Rc- publik über ihre gegenseitigen Beziehungen, seien es solche eines Bündnisses oder andersartige, an. Die nationalen Rechte uno die Unabhängigkeit des ukrainischen Volkes werden von dem Rat der VokkSbeauftragten ohne Einschränkung und bedingungslos an- erkannt. In dieser Erklärung des Rates der Volksbeauftragten heißt es weiter: Die R a d a der Ukraine hat sich herausgenommen, Truppen des Sowjets, die in der Uiraine standen, zu entwaffnen. Die Rada unterstützt eine Verschwörung gegen dir Regierung der Sowjets. Indem sie sich auf die, übrigens nur angeblichen. Selbst- ständigkeitsrcchte des Don- und des Äuban-Gebietes beruft und so die revolutionSfeindliche Erhebung Kaledins deckt, indem sie sich den Interessen und der Aufforderung der ungeheuren Mehrheit der bedrückten Kosaken widersetzt, öffnet die Rada den Truppen Kaledins den Weg durch ihre Gebiete. Indem sie anderen Truppen den Durchzug verweigert und sich auf die Seite eines schimpflichen Verrates an der Revo- l u t i o n schlägt und sich anschickt, die schlimmsten Feinde sowohl der Unabhängigkeit der Völker Rußlands alz der Regierung der Sowjets, die Feinde der arbeitenden und ausgebeuteten Massen, die Kadetten und die Anhänger Kaledins, zu unterstützen, würde die Rada uns zwingen, ihr ohne Zögern den Krieg zu erklären, selbst dann, wenn die ukrainische unab- bängige bürgerliche Republik bereits von der Vertretung der Obersten Staatsgewalt förmlich anerkannt wäre. Nunmehr legt der Rat der Volksbeouftrogten angesichts aller oben angeführten Umstände den Völkern der ukrainischen und der russischen Republik folgende Fragen vor: l. Wird die Rada sich verpflichten, auf jeden Versuch, die Front auszulösen, zu verzichten? 2. Wird die Rada sich verpflichten, ohne Z u st i m m u n g des Chefs der Ob ersten Heeresleitung keine Truppenteile durchziehen zu lassen, die in der Richtung auf den Ton, nach dem Ilral oder nach anderen Orten marschieren? 3. Wird die Rada sich vcrpftichteu. jeden Versuch, Regimenter der Sowjets und der Roten Garde in der Ukraine zu entwaffnen, c i n z u st c l l e n, und wird sie die diesen weggenommenen Waffen, sofort zurückgeben? Tie Kundgebung schließt: "Stolltz nicht binnen 48 Stunden eine zufrieden- «« l e n d e A n t m o r t gegeben sein sollte, wird der Rat der Volksocauftragteu dicRadaalsimZustaudcossenen Krieges gegen dir Macht der Sowjets in Ruß. land und der Ukraine befindlich ansehe n." Daß eine Antwort, die als eine Anerkennung der ge- stellten Bedingungen gelten könnte, nicht erfolgen wird, geht aus den Nachrichten hervor, die inzwischen aus Südrußland einlaufen. ES ist bezeichnend, daß das Reutedche Bureau sie übermittelt. Die Duelle der Entente! Wenn dieie Meldungen zutreffen, ist die Gegenrevolution im Süden Rußlands in vollen Flammen aufgelodert. die Gegenrevolution öe? Ukraine. Petersburg, IS. Dezember.(Reuter.) Tic ukrainische Rada erklärte in einem A u s r u f an die Bevölkerung die Ukraine zu einer demokratischen Republik, die einen Teil der neuen allrussischen Bundes- r e p u b l i k bildet. Die Ukraine besteht danach aus den Gouvernements Kiew, Podolien, Wolhynicn, Tschernigow. Poltowo. Charkow. Iekaterinoslaw. Chcrion, TauriS ohne die Krim. Kursk, Cholm und Woronesch. Die Kosaken besetzten deii Ostteil des Gouvernements Woronesch. Nach den letzten Berichten aus Odessa besetzten ukrainische Truppen das Arsenal, die Telegraphen- ämter und die Televhonämter: auch das Stadttheater ist im Besitz der Ukrainer. Tie Bvlschewiki beherrschen noch den Hafen. London, l9. Dezember.(Reuter.) Ter Petersburger Korre- spondem der..Daily Siems'" meldet, daß die Ukraine sich K a l e d i n angeschlossen hat uno sich mit Sibirien und dem Kaukasus zu verbinden trachtet. Petersburg, Ist. Dezember.(Reuter.) Die Ukrainer ent- waffnetcn die maximali st ischen Truppen und v e r- trieben sie aus dem Gouvernement Kiew und der Stadt K o n o t o p.(?) Amsterdam, IS. Dezember. Reuter meldet ans Peters- bürg vom l8. Dezember: Der Bürgerkrieg breitet sich längs der Dnlga nach Norden und von Astrachan bis Samara aus. Astrachan ist im Besitz der Bolichewikt. Es wird aber gemeldet, daß gestern die Kosaken nur mehr AI Kilometer von der Stadt entfernt waren. Wahrscheinlich hat der Kampf bereits begonnen. Die Bvlschewiki verfügen über zahlreiche Maschinengewehre, haben aber fast keine(beschütze, während die Kosaken leichte Feldgeschütze haben. In Zarizin beherrschen weder die Bolschewiki»och die Kosaken die Loge. Beide wurden durch Anhänger IlliodorS geschlagen. Von Orenbnrg rückt der Kosakensiihrer Dortow gegen Samara vor. Solschewiki und Konstituante. Stockholm, 18. Dezember.(Gig. Drahtber. des„Vorwärts".) De«„Politiken" wird über die Wahlen der Kon- stituaiite aus Petersburg gemeldet. Bisher sind die Resultate von 237 Wahlen eingesandt worden. Nach diesen Meldungen sind gewählt: 8ö Bolschewiki, 115 Sozial- revolutionäre, wovon mindestens der v i e r t c Teil l i u k S r a d i k a l ist, ferner 31 den vorgenannten Sozial- revolutionären uahr stehen de Kandidaten, 1 Jnter- Nationalist, 10 Kadetten und 4 den Kadetten u a h e stehende Männer. Bisher wurden etwa 000 Wahlen vor- genommen, die aber zumeist noch nicht offiziell klargestellt sind. Tie Konstituante wird voraussichtlich nach Wochenablauf eröffnet werden. Die rechtsstehenden Parteien treten wahrscheinlich selbständig zusammen und die Linke mit der Eowjct-Exekutivc bildet vielleicht den Konvent. Auch eine Auflösung der Konstiknanie ist möglich. Die Peters- burger Garnison und der Arbeilerrat wollen die Macht nicht d e r K o n st i t n a u t e überlassen. Das klasken- bewußte Proletariat teilt nicht die in den Landbezirkea herrschenden Illusionen über die Konstituante. Die Lage ist kompliziert. Bisher sind nur wenige Kadetten deputierte verhaftet. Tie vorstehende Darstellung, welche die Er- klärungen des VolkskommiflarS Uritzky wiedergibt, weist auf die baldige Verschärfung des Terror- Regimes hin. Wie groß die Schwierigkeiten sind, die den Anfängen der kommenden Konstituante drohen, geht aps Uritzkys Meinung hervor, es sei wahrscheinlich, daß der rechte und der linke Flügel nicht gemeinsam tagen werden. Ter rechte Flügel werde gesondert zusammentreten, der linke mit dein Exekutivkomitee zusammen einen Konvent bilden. * Petersburg, 18. Dezember.(Meldung der Petersburger Tele- grophsn-Alzeniur> Am 18. Dezember fand die Eröffnung einer Tagung der Bauern, die wenig oder keinen Landbesitz in Estland haben, statt. Es sind täv Abgeordnete eingetroffen. Die poliniche Sleklungnabme ist ousgesprochcit bolschewiki- freundlich. /tagst vor dem rustlschen Sonöerfrieöen. Haag, 19. Dezember. Tie„ZLestminster Gazette" fordert. daß man Rußland nicht s e i n e m S ch i ck s a l ü b e r- lasse, da es sonst keinen anderen Weg habe, als einen Sonderfrieden mit Deutschland zu schließen. der agrarische Gegenangriff. Nach dem ersten verlegenen Schweigen über die bloß- stellenden Enthüllungen der Neuköllner Denkschrift hat der agrarische Gegenangriff eingesetzt. Man hat hinter den Kulissen beraten und Taktik und Methode des Angriffs fest- gestellt. Für wie wichtig man es in diesen Kreisen erachtet, den peinlichen Eindruck der Neuköllner Tarlegungen ab»i> schwächen, dafür legt Zeugnis ab die„Deutsche Tageszeitung', die zwar noch immer nicht den Text der Denkschrift, auch nicht im bescheidensten Auszug ve rö n ent licht, dafür aber binnen zwei Tagen vier Artikel gegen diese ihren Lesern un- bekannte Denkschrift abfeuert. Das Kriegsgeschrei, mit dein die konseroativ-agrarische Presse die sprechenden Angaben der Neuköllner Denkschrift überschreien will, lautet etwa folgendermaßen:„Nicht das System Waldow ist zusammengedrochen, sondern das System des S t a a t s s o z i a l i s m u s, das die Arbeiter gefordert haben, hat Bankrott gemacht. Alles, was die Neuköllner Denkschrift enthält, sind die Äusioüchse und Schattenseiten des sozialistischen Systems. Wir, die Konservativen, haben immer davor gewarnt. Nur die Wiederherstellung de-: freien Handels, die Abschaffung aller Zwangs maß regeln kann uns retten." Wenn die Sack)« nicht so ernst und solaenschtver wäre. man möchte den Herren ihren Wunsch erfüllen, nur um sie einmal gründlich uck udnurckuiu zu führen. Die Folgeentwick lung nach Aufhebung der ZwongSbewirtschastung läßt sieb ohne Phantast« leicht ausmalen: die jetzigen Wucher- und Schleichhandelspreise werben die Normalpreise ancki für die bisher rationierten und unter Höchstpreise gestellten Lebensmittel. Für ein vierpsündigeö Brot zahlt man 5 M.. für ein Pfund Fleisch&— 10 M., Butter kostet 20 M., das billigste Gemüse pro Pfund 0,50— 1 M., Kartoffeln 15— 23 Pf. das Pfund usf. Diese Preise gelten dann allgemein, für billigeres Geld ist auch nicht eine Krume mehr zu haben. Weitere Folge: Da die Landwirtschaft an ihren Produkten enorm verdient, hat ans dem Lande kein Erzeuger nötig, sich irgendwelche Beschränkungen aufzuerlegen. Er braucht nur einen Teil der Produkte zu verkaufen, um Geld in Hülle und Fülle zu haben, daneben kann er mir Familie sich satt essen und trinken wie in Friedenszeiten. Dagegen in der Stadt: Reiche Leute leben im Ueberfluß. Da das Hani stern ja nun nicht einmal mehr verboten und gefährlich ist, hat jeder Millionär und Kriegsgewinner Küche und Keller voll Schinken und Speckseiten, die ihm der„legitime Handel" besorgt lzat. Der mittlere Teil der Bevölkerung hilft sich mühsam und kümmerlich durch, indem er sein ganzes Der- mögen für Nahrungsmittel ausgibt, die große Mäste aber hungert nicht nur, sondern verhungert buchstäblich. Nun aber wird sich niemand einbilden, daß sich 80 oder 40 Millionen verhungernde Dien scheu schweigend in eine Ecke setzen. Male man sich ihren Protest wie man will: wir hätten binnen noch nicht vier Wochen in Teutschland die völlige K a t a st r o p h e, den Z u s a m m e n b r n ch g r ü n d l i ch e x als in Rußland und damit die deutsche Nied e r- läge, den totalen V e r l u st des Krieges.— Wenn es nicht diesen Preis kostete, man möchte wahrhaftig einmal aus vier Wochen das Experiment mit dem freien Handel machen, nur um den Herren von der„Deutschen Tagesztg." ein für allemal den Mund zu stopfen. Nun aber zu dem Vorwurf, der S t a a t s s o z i a l i s- mus hätte Bankrott gemacht, denn das System Waldow sei nichts als die Fortsetzung des Systems Batocki, der auch nicht das staatssozialistische System erfunden hätte, sondern dem es von den Arbeitern aufgedrängt worden sei. Hierauf hat schon am Dienstag die„Tägl. Rundschau", ein gewiß nicht des übermäßigen«Sozialismus verdächtiges Blatt, die treffende Antwort erteilt, die schrieb: „Ist es wirklich der Godauke des Kriegssozialismus, der mii dem„System Waldow" zusmnmenbrcich? Das„System Waldow" — wenn man da von System sprechen darf— war doch i n Wahrheit getragen von heimlicher Eiegnerschaft gegen den KriegssozialiZinns. Es lief doch— nehmt alles nur in alle«- daraus hiiurus, dos System Batocki, das selbst ein immer noS schr lückenhaftes, stückhaftcs, darum unzulängliches und immri mehr versagendes System von Kriegssozialismus war,»»ch stück yafter und lückenhafter, als» notwendigerweise»»ch unzulänglicher zu machen." Das trifft ins Schwarze. Um de» ganzen WiderlMe» iüncs Waldow gegen den Kriegssozialismus zu begreifen. mi die Verhältnisse ihn zu machen zwangen, dem aber sein ganzes Denken und Empfinden gewohnheitsmäßigen Wider- stand leisten mußte, denke man doch an folgendes: Dir „Deutsche Zeitung" entdeckt jetzt auf einmal die kolossal neue Wahrheit, daß eine Organisation, wie sie zur Lösung der Lebensmittelfragen erforderlich wäre, sich nicht aus d e w. Baden stampfen loste Sehr richtig, und besonders nicht, wenn man sie vorher in den Boden gestampft hat. Wie' leicht ließe sich jetzt bin Lebensmittelverteilung vollziehen, toeHM Sie gÄnze der Nevslkermig ksRiuni- ize«ossen s ch a s t l i ch o'r g a n liiert wäre. Man kannte !>ann die ganze Masse der Waren einem bis ins k l e i n sl e fertigen und durchaus sachgemäß geschulten. dabei völlig uneigennützigen V e r t e i l u n g s- Apparat übergeben, anstatt sie unter eine große Zlnzohl »SN Händler ir zu zersplittern, bei denen osl genug die Gerahr eigennütziger Verschiebung der zugestellten Waren besteht. Und diesen Apparat tönutv man zu Beginn des Krieges -rehabt haben— denn das konsumgenossen schatt! iche Prinzrp statte sich im freien Wettbewerb dem Prinzip des freien Hau- dels als d u r ch a u s überlege u erwiesen—. raenn nicht eben jahrzehntelang der Staat seine ganze Macht dazu der- wandt hätte, dieses überlegene Prinzip niederzutreten. Die Konsumgenossenschaft wurde betrachtet als eine Art ftaats- verbrecherisches und hochverräterisches Unternehmen, man 'nchke die Höherenttoickumg unserer Volkswirtschaft durch I su d e r ste u e r» zu hintertrsiben.»nan verbot Be- amten usw. den Beitritt, Nun bedenke man, daß auch Herr V. Waldow sicher noch . bis Z914 eifrig in dieser'tSetämpaing der Konsumgenonsn- schalten mitgetan hat, und begreise die Empfindungen des Mannes, der selber plötzlich gegen deti freien Handel auftreten isll. Die Folgen haben wir ja erlebt: überall sind aus alt- gewohnter Rücksicht, bald gegen die Produzenten, bald gegen den freien Handel itückeu und Hintertüren gelassen worden. Es war schon so. wie die..Tagst Rundschau" es ausdrückt: unter der M a s k e des K r i e g S s o z i a I i s m u s macht e. man i u h e i m l i ch e r Gegnerschaft g e g e n d en S o z i a l vä m u ä. Wir. behaupten: die schreienden Zu- stände, wie sst die Neuköllner Denkschrsiit enthüllt, wären ui> möglich, wenn man statt Scheinsoziaksnms wirklichen Sozialismus gemacht, nach den Forderungen der Sozial- demokrotie s ä nt t l i ch e Lob e n s m i tt e l restlos beim Erzeuger ersaßt und dann von Staats!v e g c n verteilt hätte. Mo» braucht bloß eins.>>1 bedenken: Wenn es keinen Kohl, kein Saatgetreide, keine Futterkartosseln usw. mehr im freien Hmrde! gibt, dann kann jede Kohlfuure, die ein Privat- mann auf dir Eisenbahn gibt, o h n e j e d e n a h e r e\l nie t» ' U ch u n g sofort des ch l a g n a h m t werden. Die Eisen- bahn ist ja nun Gott sei Dank so gut irsie ganz in Staats- dändeu. Tos Eisenbahnperionol braucht mir zu wissen: alle Lebensmittel gehören d r m Staat. Lebensmittel in pri- vater Hand gibt es nicht, dann ist allerSchieboreidas Handwerk gelegt. Es können dann vielleicht noch ein- zelne Kleinhamster einen Rucksack voll Kartoffeln oder ein Stück Butter in der Reisetasche durchschmuggeln, daran wird die Volkswirtschaft nicht zugrunde geben. Aber das ist dann unmöglich, daß irgendein Schieber km Zivil nennt er sich legitimer Händler) alt Guterwagen mit Weißkohl oder Möhren belädt und Gott weiß wohin schafft. An dem Tage, an dem die Eiseubahnvertnaltung erklärt: Sendungen von Lebens- Mitteln und Futtermitteln aller Art werden nur noch b e- s o r d e t t, w e n n a l s A b s e n d s r e i n e z u g e l a s s e n e staatliche De r tei l u n g s st e l l e figuriert, an di e s e m T a g e i st d i e G r 0 ß s ch i e b e r e-i mit einem Schlage u ttm ö glich g e m acht. Das hat die Sozialdemokratie, das haben die Arbeiter gewollt. Aber-Herr v. Waldow hat das Gegenteil davon ge-. tan. tPrti) an der"einfachen Feststellung: daß stie Sozialdemokratie. die restlose Erfassung und Berteilimg der Lebens- mittel gefordert hat, scheitert auch die. wilde.Hetze, die setzt dir agrarischen Blätter, voran..-Deutsche Zeitung" und„Deutsche Tageszeitung", g e g e 11 die Munitionsarbeiter inszenieren. Diese seien— so heißt cjö dort— schuld mt den jetzigen Zuständen, sie hätten-sich besondere Zulagen aus Kosten des VolkSganzen„erpreßt", sie hätten wohl die Ratio- uierung haben wollen, aber mtr für andere, mn selber als ..satte, lverwersorgte Schwerverdiener"(so die"„Deutsche Zeitung") zu prassen. Das ist. kurz gesagt, eine nichtswürdige Verleumdung. Haß die Munitionsarbeiter erhöhte Rationen zur Erhaltung ihrer Arbeitskraft brauchen, hat bisher ebensowenig semand bestritten, wie daß die Rationen der Soldaten i ni F e l d e höher fein müssen, als die eines Redakteurs, der„Deutschen TageKzritüng". Di? Munitionsarbeiter selber haben aber nie etwas anderes verlangt, als daß dieses höhere.Bedürfnis von unparteilicher Seite festgestellt und baß dementsprechend das Verhältnis ihrer Rationen zu denen der iibrigen Bevölkerung angesetzt würde. Der Mofsenankailf der Lebensmittel ist ja gar nicht von ihnen murre gangen, sondern von den R e r kslei t« n g e u, und schilt sich letzten Endes als ein l a p i t a l i st i s ch e s K 0 u t n r r e n z m ä n ö v e x dar, um die Arbeitskräfte an den eigenen Betrieb zu fesseln. Es ist möglich, daß sich infolge siefer«gersintigen Konkurrenz der Unternehmer eine Anzahl Munitionsarbeiter besser gestanden haben, vis sie sich bei gerechter Verteilung aller Lebensmittel gestanden hättön. Aber um so mehr ist e? dann ein Ehrentitel der sozialistischen Munitionsarbsiterschast, daß sie gleichwohl für die r.e stk 0 s e Erfassung und V e r- t e i l u n g sämtlicher Lebensmittel eingetreten ist. also für ein System, das auch Schiebungen zu ihren Gunsten unmöglich gemacht hatte. Die Arbeiterschaft ist eben auch heute noch bei Heber» zeugung, daß bei einer restlosen Erfassung und gerechten V..- 1- teilung sämtlicher Lebensmittel jedermann i n Deutschland s a t t w c r d e n könnte, und daß sich da- mit auch die Sehnsucht nach ungesetzlichen Zulagen sehr der- kleinem würde. Dm. System Waldow geht aber davon aus. die Rationen so klein zn halten, daß der einzelne bei Strafe des Verhungernd.gezwungen wird, nach heimlichen. Zuschüsse,'. Umschau zu halten. Daß niemand»e> hungert und eine Masse Menschen ihre„Quellen" haben (freilich in sebr verschiedenem Maße). lnNveist, daß die Sub- st a n z für di? Erhöhung der Rationen vorhanden ist. Der Unterschied des Systems Waldow gegen das sozialistische System besteht nur darin, daß bei wirklichem Sozialismus auch diese zweite Hälft e der Ration gleichmäßig und zu erschwinglichen Preisen verteilt würde, während sie unter dem System Waldow durch Wuchembände. geleitet, zu Phau- tasiepreistii. dem zahlungsfähigen Publikum zufließt. Dieses System Waldow, nicht das sozialistische System, hat Bankrott gemacht und muß verschwinden. volksroahlrecht in Kroatien. Slflnun, 18. Dezember. Der kroatische Landtag bat nach nrehrstjintziger Debatte den Äesetzentwnrs über die Wahl- res» r m« n ß e n» m m e u. Der Entwurf dedeutet sie Sin- stihrung deS«llgemsinen. gleichen und geheimen Wahlrechts Ar Männer nom 2A. Lebensjahr aufwärts. Die Frauen erhalten kein Dahlrscht. Fliegerangriff auf London— Der Monte Afolmre im obersten Brentagcbiet erstürmt. Ä m t l i ch. ck! r 0 ß e s H a u p l q u ll r t l c r, lg. Dczrmbcr 1J17. M.?. SZ stSestlicher Kriegsschauplatz. HerreSgruppr Kronprinz Rupprecht. Z» einzrlncil Abschnitten d» flandrischen Front, am Südufer der Scarpe. bei MoeuoreZ und Graincourt war am Mchniittoge d e Srtillerieiärizreit lebhaft. Heeresgruppe Seutfcher Kronprinz. Im lühnem Vorstoß brachte eine Sturmabteikung nordöstlich »in Eraonnc eine Lnzohl Franzosen ein. Unsere Flieder haben Lsudon, Ramsgate und Marzate»it Bomben angegriffen und gute Wirkung erzielt. Leutnant Dougarn errang seinen 27. Luststeg. Oestlichcr Kriegsschauplatz. Nicht? Neue?. Mazedonische??ro»t. Zu beiden Seiten des v a r d a r ckebhafte Feuertarigkeit. Italienische �front. Tagsüber heftiger Srtillerielauipf zwischen Brent« und Plane. Nach kräftiger Feuerwirkung stürmten öfter- reichisch-ungarische Trupisen den Monte Asolone und die nordwestlich und nordöstlich anschließenden italienischen Stellungen. 4� Offiziere und mehr a!S LkllV! Mann wurden gefangen ge- � «ommen. Italienische Angriffe östlich von Monte Solarol» scheiterten. Der Erste dleneralgtmrtiemeister. Ludcndorff. Absudbericht. Berlin. 19. Dezember 1917, abends. Amtlich. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der österreichische Bericht. Wien, 13. Dezember 19!7.g d« Anfrage des Sozialtzem»- Iratev Dr. Vsctpx Adler vertmiff der Ministrrtzxäfi- denk auf das EAtzse des Ministers des Aäußet«, daß die Re- g i e r u« g im Sinns der früheren Erklärungen bei den Friedens- bkrhawdlungcn m!t Rußland bo» dem Grundsatze aus- gehen wird, daß wir ein?« Frieden»hne territvrinle und»irt- schattliche Beezewaltigunge» mit Rußland zu schließen wünschen. Hinsichtlich der Grundsätze, nach welchen der Frieden mit den übrigen feindliche» Staaten geschloffen werden soll, erklärte der Minister des Äeußern, daß unser Streben daraus' gerichtet ist, auf der gedachtcn Grundlage einen allgemeinen Frieden zu schließen, daß er«ber»iSt in der ituze sei, g ege n üb e r s 0 Ich c» Feinden. die auch lveiterhiu aus der Fortsetzung des Krieges beharren sollten, diese selvstlsien Kriesszirl« für alle Zukunft ein- ieing festzulegen. lLebhaster Beifall und Händeklatschen.) Tie Ab- stchi der österreickiisch-ungaris-beu Regieruriy. mit allen unse- r c n Gegnern zu einem derartigen selbstlosen Frie- den zu gelangen, ist dem ganzen Auslände und daher auch den Regierungen aller feindlichen Staaten vollauf bekannt. MA Rück- sich? auf die seit den letzten Erklärungen des Ministers des Aeußern verstrichene kurze Frist, sowie daraus, daß die Situation inzwischen eine wesentliche Veränderung erfahren hat, liegt tri« Anlaß vor, im sebize« Augenblicke«it neue« FriedenSverscklöxe« a« unsere Gegner heranzutreten. sTebhafter Beifall und Händeklatschen, der Minislerpräfident wird beglückwünscht.) Die Abgg. 29 e l f und Langenham bekämpften die sozial- demokratischen und tschechisch-ukraiuischen Forderungen, wobei sie sckärfstcns da-i Verhalten der Tschechen während des Krieges krin- sierte?. Der Christlichsoziale Hauser betonte die lleberein- stimmung der Deutschen mit de.m Programm Ezcrnins. Der Tscheche K I 0 f a c sprach der Diplomatie, welche den Weltkrieg nicht verhinderte, die Fähigkeit ab. di« Friedensverhandlungen zu fuhren, Abg. Scitz erklärte: Die SrklSnmg de» Ministerpräsi- deuten, daß die Regierung bereit sei, Frieden mit Rußland auf der Dafis vhn« Annexionen und Entschädigungen zu schließen, könne vollauf geniigen. Mit dem zweiten Teil S e r A n t w 0 r r sei er aber nicht ei?:- verstanden. Der Kampf gegen Eaillaux. ?imK, 18. Dezember. sHavas.) Der Untersuchung?- au'sckutz in Sachen Caillour nahm mit sieben Stimmen bei vier Stimmenthaltungen den Zuhält des An- trags des Berichterstatters Paisant an, welcher dahingeht, die Parlamentarische Immunität für Eaillaux und L 0 u- st a l 0 t auszuheben. Der Ausschuß wird in der Kammer eine öffentliche Erörterung der Angelegenheit für Sonnabend fordern. Tag? xuver wurde aus Paris mitgeteilt, daß der Beschluß mit neun Stimme» bei zwei Stimmenthaltungen gefaßt worden fei. Die Erörterung der Angelegenheit in der Kammer wird wohl die nötige Klarheit erbringen, weshalb es Elemeneeau zunächst nicht gelang. sebon im Unterausschuß für seinen Plan gegen Eaillaux ein« Unterstützung zu gewinnen, die ihm gegen daS Mißtrauen der Oeffent- lichteit nützen könnte. Die Stimmenthaltungen im Ausschuß dürften daS Mißtrauen steigern._ Die italienische Partei und die GeheimMungen der Kammer. Mit stattet Verspätung wie jetzt stets ist d«„Abanti" ernge- troffin,. der die Rede ModvglremiS mit dem Protest der sozialistischen Partei gegen Gchcimsi.tzuugcn enthält. Möhigl.iani beantragte närneirs der sozialiftischön Fraktion, in den Geheimsitzungen lediglich militärische Fragen zu besprechen. Die Ereignisse der Vergangen- hei? sowie dte meiere und äußere Politik der Regierung verlangte er öfteutlich zu erörtern. Denn de« Sozialisten läge daran, die wahren Gründe für Italiens militärisches Mißgeschick in aller OesfentlichZmt klarzustellen und damit die gehässigen Stimmen zum Schweige« zu bringen, daß die kriegsgegnerische Propaganda der Sozialisten die Mderständskräft der Armee geschwächt hätte. Die Sozialisten, die sich den Demonstrationen gegen Eadorua nur an- schkteßlm könnten, möchten im Gegenteil die wahren Verantwvrt- lichen vor Gericht gestellt sehen. Die falschen Siegesmeldung«-. Gadocnas seien ebenso hart zu verurteilen, wie seine beleidigende Verdächrigung, daß große Truppenteile die Waffen feige gestreckt hätten. Nach einem Zusammenstoß mit dem Syndikalisten de AmbriS wegen der Stillung zur russischen Revolution wich Modigliani geschickt der Frage aus. ob die italientfche« Sozialisten ebenso handeln würde wie Lenin, wenn sie die Macht dazu hätie«. Er ichloß mit einem etneuten Protest gegen die Geheimsitzunzen, über den die Kammer zur Tagesordnung überging. Italienische Kammer. 74 Redner! R»«, 111 Dezember. Die Kammer nahm«ach fünnägiger Geheimberatung die öftentlichen Sitzungen wieder aus. Kriegsminister AI s i e r i sübrte in einer von lebhaften Bei- fallskundgebungkn begleiteten Rede u. a. aus: Man sagt, der Monte Grappa sei unser Verdun. Der Vergleich an und für sich ist ein Ruhm. Tie jüngste« Söhne Italiens messen sich glorreich seit mehreren Tagen in heldenhaften Gegenangriffen aus einer beinahe improvisierte» Stellung heraus mit den besten Truppe« eines zahlreichen und iapfereu Feindes, der durch seinen Erfolg übcrnmtig geworden ist. Es ivecden dort unten die schönsten Seiten der neuen italienischen Geschichte geschrieben. Der Liberale S a n a r e ll i begründete die Tagesordnung ftir die Schassung ton parlamentarische it Kontrollkommissionen, die er für nanoendig erachtet, um eine engere Zu- samtnenarbeit zwischen der Regierung und dem Parlament zu ermöglichen. Räch Sanorelli sprach der Konservative Eelesia gegen den Plan der Kontrollkommissionen, weil seiner Ansicht»ach die Verwntwsrtlichkeit der Regierung dadurch verringert würde. ES find für die pomische Debatte noch 74 Redner eingeschrieben, doch rechnet matt mit zahlreichen Verzichten. Die neue Fraktion der nationalen Verteidigung hält die Bänke der Rechten besetzt, Sie bis dahin verwaist waren. Ter römische Mitarbeiter von„Corriere della Sera" drahtet, dir parlamontaniiche Lage babe sich insofern geklärt, als diejonigeu, d« die Kowgspolttik offen angreifen möchten, ihres Sieges uock? nicht'icher seien. Tie parlamentarische Gruppe der itationalcu Verteidigung ltabe in kurzer Zeit eine große Anzahl eni° schlossenor Männer um sich scharen können und werde die nationale Ehre ausö Aeuherste verteidigen. Ueberfuhrung von Privatbetrieben in Gemeindebesitz. Amsterdam, 19. Dezember. Reuter meldet aus Peters- bürg vom 18. Dezember: Die Volkskommissare haben einen VolkeuiirtschastSr««'mit der Befugnis errichtet, in ver- schiedenen Z«eigen d e tz Handels und der Industrie Zfleschlagnahmunge« vorzunehmen und fie ge- werkschastlsch zv organisier en. Kr. 348 ❖ 34. Fahrgang Hdtep öes Vorwärts Donnerstag, 20. Dezember 1077 GrojzSerlm Anstaltskost in der Llriegszeit. Tnx in Anstallen ebenso wie in Hausballiinnen jetzt Schinalhan» AüÄenmcister ilt. jlei»iten wir tür�llich an dem Bci'p el eines Kranken- Hauses. Im Geqeniatz hierzu wollen wir heute feststellen, das; man auch in An sl alten noch ein gar nicht übles Essen haben kann. Aus der Berliner Irrenanstalt Her�berge liegt vor uns ein Speiienzeiiel. der in der Woche vom 12.—!3. Zkovember d. I. sür die Beköstigung galt. Nach ihm sollten gegeben, werden am Montag �um Fiiihstück Wurst, zum Miltagenen Brühiuvpe mit Reis, zwei Eier, Kartoffeln. Moslrichlunke,. Rürbiskoinvolt, zum Abendbrot Reist, nieiven mir Kompott, ani Dienc-lag zum Frückstück zwei Eier, zum Mittagessen Linsensuppe, Klotze rntt gesännoilen Birnen. Mehlspeise. zum Abendessen Häckerli, Pellkartoffeln, am Millwoch zum Frühstück Tatel- obst. zum Mittagessen Gr>iliper.supge. gebratene Eier, Bechamelle- ka> löffeln, Tomatenialat, zum Abendbrot Wurst, Tee, am TounerStag zum Frübltück zwei Eier, zum Miltagenen Brühsuppe mir Einlnuf. Flciiw. Wirsingkohl, Karioffeln, Kopfsalat, zum Abend- brol Pilzsuppe, Büchienfleiicli, am Fiellag zum Finhstiick Wirrst, zuin Mittagessen Hafergrützsuppe, gebratene Scholle, Rotkohl, Kar- toffeln, zum Abendbrot Fischiülze, Bratkartoffeln, am Connabend zmn Frühstück zwei E>ec, z»in Miltagenen Tomalensuvve, Herings- klaps. Tunke, Kartoffeln, Sclleriesalar, zum Abendessen Aprelreis, am Sonntag zum Frühstück Bückisenfleisch, zum Millageffen Ochieii- slbwanzsnppe, Braten, Kohlrabi, Karioffelu, Tafelobst, Apfelbeignels, Weitzwem. zum Abendessen Wurst, Tee. Am Hiingerluch nagen sie in Herzberge wirklich noch nicht. Auffallen wird manchem besonders der Eierlegen dicieS Speisen« zcilclS. Da mutz ja uns andeten. denen in drei Warben ein ganzes Ei zugeteilt wird, da? Wasser im Mund zusammenlaufen. Doch die Sarve hat ein Aber. Es ist unr eine kleine Fahl auScrlcieucr Perionen, die in Hsrzberge so beköstigt werden. In den Heil» und Pflegeanstalien der Stadt Berlin und anderer Gemeinden kennt man leider noch nicht die.Einheitskückc". Das Personal wird narv dem Range in drei Gruppen eingeteilt, und für die Beköstigung gibt es dann einen.ersten Ti'ch'', einen „zweiten Tuch', einen.dritten Tisch'. Der milgeleilre Speisenzetlcl ist der des ersten Tisches, der für die Aerzte bestimmt ist. Der zweite Tiscb, zu dein das obere Pflegepersonal zugelassen wird, unierscheidel sich nicht viel von dem ersten. Sehr viel weniger ve:lockend sind aber die Genüsse des drillen TiicheS, nach dessen Speiienzeitcl das übrige Pflege- und Hauspersonal und in der Regel auch die Kranken beköstigt werden. Dielen Unterschied machten die Anilalien der Stadl Berlin in Friedens-eilen, und auch die Kriegszeil hat ihn nicht verwischt, trotz allen sonstigen Kostcin- schiäninngell. die ffch natürlich ans alle BcköstigungSformcn erstrecken tnüsien. In Friedenszeiten erhielt der dritte Tisch von Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Brot größere Mengen pro Kopf als der zweite und der erste, dagegen wurden der erste und der zweite Tisch mit werlvolleren Nahrinigs- miiieln< Fleisch, Wurst, Bier usw.) und mit Gemitzinmeln reichlicher imD freigebiger als der dritte versorgt. Auch in der Kriegszeit bat das als Grundsatz im weseniluben seine Gellung behalten. Datz selbst jetzt trotz Rationierung uud Karlen- syslcm die Anstalt Herzberge dein ersten Tisch noch ll) Ercr pro Kops und Wowe liescrn tan», erklärt sicki onS der Sclbslvcrsolgilng duich ihren Laiidwirlschaffsbeiiieb Hiervon profitieren die An- gestellten, aber leider haupisächlieb die A e r z t e. Ist ihnen die gute Vetpflegnng nötiger als dem Wartepersonal und nötiger als den Kranlen? Bei dem Esten deS dritten Tisches läßt nicht nur Menge und Gehalt viel zu wünschen übrig. Als in der Anstalt Wublgarien einmal Maden im Essen geffmden wurden und bei dieser Gelegen- Heu das Personal sich iilKc die Kost beschwerte, antwortete die An- stalisieltimg mit einem Hinweis auf die Lage des Lebciismillcl- marltes und auf die Belöstigungsverbälinisi« der Zivilbevöllerung. Warum soll Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nur den Teil« n e h m e r n des dritten T 1 1 ck> e S zur Pflicht gemacht werden l Tie Klagen über Mängel der Beköstigung würden gewiß bald auf» hören, wenn alle Angestellten einschl. Aerzte gleiches Essen erhiclien. Gerade die jetzige Zeil eigneie sich dazu, mit der„EiitheüSluche* den Anfang zu machen. Kohlen für die Berliner Gasanstalten. Ter RcichSkomnitstar kür die Kohlcnveneilnng teilt mit, datz in letzter Zeil erhebliche Gaskobleiimengen aus Wcstsalen. und Ober- schlcsicii sür Berlin auf den Weg gebracht sind und die Versorgung der Berliner Gasanstalten sür die nächste Zeit, insbesondere auch sür die Feiertage gesichert ist. Kohlenbezug allcinstchcudcr erwerbstätiger Personen. Der Kautmäniiischc Verband für weibliche Angcstellie E. V. hat die Koblabicilung der Kriegsamlstelle in den Marken ersucht, das Kartensystem cuiziifiibren. da sonst die einzelstehcndcn Angestellien nicht m der Lage sind, sich die ihnen ziistehendcn Kohlcmncngcn zu deichaffen. Die Koblenstelke Grotz-Bcrlin hat darauf geoni.vorlet:.datz solchen Personen, die rage über beschätligr sind. o.ut'Wunsch negcn Beibringung einer Bescheinigung ihrer Arbeits- stelle diesse's eine Anweliung an ihren Kohlenhändler aiisgestellr wird, wonach der letzlere verpflichtet ist, die betr. Mengen Kohlen aufzubewahren und rn den Abendstunden zu verabfolgen.' Wir nehmen an. das; diese Bestimmung nicht nur für Frauen und Mädchen, sondern sür alle allemstehenden crweibstätige» Personen Gültigkeit ha:. Warmes Wasser an alle» Tagen. 2er Koblenveibaiid Grotz-Bcrlin hat die Bestimmungen über den Betrieb von Wamiwassei anlagen, der bisher auf die Tage von Frenag bis Sonnlar beschränk: war, dabin geändert, datz von jetzt ab täglich warmcö Wasser abgegeben werden darf, aber nur zu folgenden Zeilen: Montag bis Frertag von 1 bis g Uhr nachmiiiagS, Sonnabend von 1 bis lv Uhr nachmittags, Sonntag von 8 Uhr voinrilta>s bis 4 Uhr nachmiltags.— Damit kommt aber gleichzeitig in Forlsall die Gasionderbewilligung, die bisher wegen der eingeschiänlleo Warmwaste! Versorgung in Hobe von 15 Kubikmeter über die sonst zustehende Gasmenge ein« geräiiml war. Tie Porschrisien über WarniivasierbcreitilngSanlagen, die aewcrblichcn Kücheuzweckeu. Schul- und Fnbrikbädern, sowie ärztlich bcaussichtigien Heilanstalten dienen, bleibt unberühtl. Bezugscheine für Zentralheizung und Warmwafferverforguuz beabsichtigt der Kohlenverbaiid Grotz-Berliii nach dem l. April kftl8 ausznaeben. Zu dicicm Zweck werden die Hausbesitzer>>n Stadt- bezirk Berlin auigesordert, sich von ihrer zuständigen Brotkommission einen Fragebogen abzuholen und ihn ordn'ingSgemätz ansgefülll bis spätestens 5. Januar der Biotkommiision wieder zuinckzuocben. Auch für solche Häiffer, welche nicht im ganzen Hauie, sondern nur in einzelnen Srockwerlen Zentralheizung oder Warmwaffe! Versorgung bentzen, sind deraitige Fragebogen von, HanScigentümer auszustellen. Für die Grundstücke der Reichs», Staats-, Gemeinde-, Kirchen- und anderen Behörden ist d:e Aumal.me eine? Fragebogens cbenkalls erforderlich, da auch für diese Giundstücke die Bezugscheinpflicht durchgejüh« wird. Kassec-Erfast in Grost-Bcrlin. Auf dem Einpsangsabichnilr der Kaffce-Eriatzkarte Nr. 1 kann jetzt in Giotz-BcrUn Pfund Kaffee-Ersatz enlnvmmcn werden. Arbeiten deutscher Zivilgefangencr aus England sind im Herreilhauie a u-5 g c st c l l t und können vom 13. bis 22. Dezember täglich von 10— 6 Uhr gegen ein Eintriltsgeld von 50 Pf. besichtigt werden. Allerlei Kleinkram haben die auf der Insel Man internierten Deutschen in ihrer nnfreiivilliqcn Mutze an- gesertigr, Gegenstände des Gebrauches und des Schmuckes,- z. B. Kästen. Wandschränkchen. Bilderrabmcn, Häkel- und Knüpfarbeiten, Puppenmöbel und andere Spielsachen, zierliche Schiff'mo elle und dergleichen mehr. Darnnier sahen wir auch manches sliick, das von grotzer Kunstfertigkeit zeugt. Riit der Ausstellung>si ei:: Berkauf der Gegciiftäiide verbunden, dessen Ertiag den Gefangenen über- wiesen wird und ihnen eine Erleichierung ihres Schickials schaffen soll. lieber die preußische Wahlrcchisvorlaze und die Frauen referierten Wally Zepler, Regine Deutsch und Minna C a u e r in einer von der Grotz-Berliner Ortsgruppe des prcntzi- schen Landesverbandes für Fraueiistnnmrccht veranstalteten Ber- sammlung im LehrervereinShanS. Nach einer lebhaften Debatte, die den Vorträgen solgte, nahm die Versammlung eine Resolution an, in der sie das allgemeine, gleiche, aktive und paisive Frauenwahl- reckt sür alle ge-etzgebenden Körperichailen und volle Gleichbcrechu- gung der Frauen in den Kommunen und Jnleressenveriretungen fordert, die Berücknchtigung der Wünsche der Frauen der den'Verhandlungen des Abgeordneienhauies verlangt und die Frauen oller Bevölkcrungsllassen zum sorlgeietztcn Kampf für das Frauenstimm- recht ausruft.___ Der veränderte Schn-eschipp Erlaß. Bekanntlich haben rn der letzten Zeil Beratungen stailgesunden, um eine Verbesserung des undalibaren Schnecichipp-Erlos'eS dnrchziiiübren. Wie verlautel, soll es den HauSbcivohucrn in Zukunst freigestellt sein, eine frei- willige Schneewehr zu organisieren, deren Obmann dann über die Reihenfolge der Heranzichiingen entscheidet. Wo lein Obmann gc- wählt ist, soll es bei der Kommondogewalt des Hausbesitzers bezw. des Porliers vei bleiben. Aus alle Fälle: Es wird geschippt! Ter Bund sür Mukterschuh, Wilmcrsdors, Uhlandstr. 143. ge- währt in seiner Sprechstunde ltäglich von 10—1 Uhr. autzerdem Dienstag und Freitag, abends von 7—9 Uhr) Schwangeren und Müttern, ehelichen iowohl als rniebcüchen, unenlgeltliche Auskunft und Hilse. In den: cbcndort gelegenen Heim finden Frauen und Mädchen sechs Wochen vor und sechs Wochen nach der Entbindung liebevolle Ausnahme. Die Badeanstaltri! Garten- und Wallstraßc schlietzen am Heiligen Abend ihre Kassen bereits um 5 Uhr nachmiltags. An den beiden 'Wcibnachisseicrtagen und am ReujahrSlage bleiben die Anstalten ganz geschloffen._ Lichlcnbcrg. Inangriffnahme der Schulreform. Die VolkSichul- depuialion hat in igrer letzten Sitzung zu einer iür dle Entwicklung des örtlichen Schuliveiens bedenisamen Frage Stellung genommen. Veibandelt wurde über die Fortbildung vegabler Vollss.vüler, denen die Möglichkeit zum Besuch höherer Schulen gegeben iverden soll. Die Deputation war sich über die Wichtigkeit und Sck'wier'gkeit der Frage einig und beschlotz, eine Kommiision aus ihrer Milte mit den Voiarbcitcn zu betrauen, der auch Genosse John angehört. Mit derselbe» Angelegenheit beichäftigii: sich die Depuialion für die höheren Schulen. Oberbürgermeister Ziethen schlug vor. auch aus dieser Kommiisto» eine Unierkommiistou zu wäbie». die gemeinsam mit der Volksickniikommnsion die ersorderiichcn Schritte ui die Wege leiten soll. Von anderer Seile wurde hervoräehobon, datz e,» erwünscht sei, wenn auch aus den Direktoren der höheren Schulen sich Herren bereit finden loürdcn. mitzuarbeiten, zumal bei der Bc- deulung der Sache Reserenicn bestimmt werden mutzten, die zunächst das einschlägige Material prüfen sollen. Tie anwesende» Direktoren erklärlen sich dann auch zur Mitarbeit bereit. In die Kommission wurde von unseren Vertretern Genosse Pelcrhansel gewählt. Neukölln. Verkauf von Hülsrnfruchtmchl und Teigwaren. Von beute bis nächsten Donnerstag dürfen in denjenigen Gcschästcn. in welchen die Anmeldung zum Bezüge von Koloinalivaren erfolgt ist, auf Abschnitt 77 der Sebensiniltellarle 100 Gramm Hülseniruckt- mehl, auf Abichuitt 78 125 Gramm Teigwaren eulnommen werden. Der Vcrlau'spreiS beträgt: für 500 Gramm Eibsmehl 0,00 M., sür 500 Gramm Teigwaren auS 10proz. Auszugsmehl 0.80 M., aus 75proz. Mehl 0.02 Dt. — Tie Maffrnspcisung. Der Preis in den Volksküchen beträgt jetzt für die Portion 50 Pf., für die halbe Portion 25 Pr., in der Mitlelstandsküche 70 Pf. und 35 Pf. Für bedürftige Kriegerfranen iverden aüf einen im Mililätbureau zu stellenden Antrag Speiie- marken zu ermätzigtem Preise und zwar 30 Pf. für die ganze. 15 Ps. sür die halbe Porlion. ausgegeben. Für das Entleihen der Etznäpie wird ein Pfandgeld von i M. pro Napk erhoben. Jnr Januar nächsten Jahres wird in der Reuterstr. 34 eine weitere Abendknche eingerichtet werden, so datz dann autzer der Miitelstands knche 10 TageSksiwen und 2 Abendküchen vor banden sind. Tie Speisezeiten sind für die Tages.'üchen aus 1l blS Iffz Uhr mittags, für die Adeudkücheil auf ä'/z bis 70, Uhr festgesetzt, Sonnlags findel die Speisenausgabe in allen Volksküchen von 11 bis l Uhr miitogs statt. Die MiilclstandSliiche ist wochentäglich von 110, bis 4 Uvr und� Sonntags von llst, bis 2 Uhr geöffnet. Die Spciiemarlen müssen in den Kassen der Küchen am Tage vorher gelöst werden. — Berlegung der FleiichvcrkaufStagr. Wegen des WcihnachtS- festes findet morgen der Fleiichverkanf für die lauiende Woche iowie das Abstempeln der neuen Fleiichkarten durch die Fleischverkäuier und am Sonnabend der Verkani für die Weihnachiewoche, soweit Fleisch vorbanden tst. statt. Der Kundenaufrus in den Schlächterläden enthält nähere Angaben. Die FlcischverkauiSstellen sind in der nächsten Woche nur am Sonnabend, den 20. d. Mts., geöffnet. Schöneberg. Sirupverteilung. Autzer den für die WcihnachtS- wache vorangemeldeten LebenSniutelii wird noch ohne Voranmeldung vom 20.— 23. Dezember auf Abschnitt 85 der Nährmitlclkarl'e 100 Gramm Sirup verteilt. Vom 27. Dezember ob gibt aur Nach- fragen die AuStunfiSstelle Neues Raihaus. Zimmer 230(Amt Nollendors 1727— 40) an, in welchen Geschäften noch Sirup vor- Hunden ist. Wilnrersdorf. LebenSmiiiel. Bis cinschlietzlich Sonnabend, den 29. Dezember, werden aus Abschnitt zf. 100 Giamm vi e r st e n- g r a u v e n abgegeben. Aui die Fleischkarlenabschnitte der WeihnachtS- woche l24.— 30. Dezember) darr bereits von morgen an Fleisch entnommen werden. Die Läden sind daher Freilag, Sonnabend und Montag von 0— I Uhr und 4—7 Uhr geöffnet. Sonntag findet der Fleijchverlauf tvähreild der blSher üblichen Stunden sialr.— Ans die im November ausgegebenen Bezugscheine über Zusatz- Nährmittel für Kinder im 1. bis 4. Lebensjahre gelangt jetzt 1 Pfd. Hafermehl für Kinder im 4. Lebensjahre und l Pfd. Grietz für Kinder im 2., 3. und 4. Lebensjahre zur?lbgabe. An Stelle der der zweiten Gruppe von Kindern antzerdein zugesagten Haseriabrikale wird nach dem 1. Januar 1318 uocv l P'd. Zwieback verabiolgt. Ber der Entnahme des Grietzes auf blaue und gelbe Bezugscheine bat der Emp'änger auf der Rück eile jedes Scheines zu quilucren. Zur späteren Entnahme des Zwiebacks sind diese Scheine erneut vorzulegen._ FriedrichShagci». Lebensuiittel. Auf Abschnitt 6? gelangen heute 100 Gramm Grietz zur Verteilung. RowaweS. Lebensmittel. An'ämtlickie Schulkinder, deren Eltern in NowaweS ihren Wobusitz haben, werden zum WcihnachlSieste 100 Gramm Schokolade zum Preise von 1.50 M. verreilt. Heute findet auf Karienabschnitt 48 der Verkauf von Heringen statt. Tie Waren locrdcn abgegeben in den einzelnen VerkmnS» stellen der Gemeinde auf iolgende Nummern des Ausweises: Winkel 501— 1000, Fronnnert 2501—8000, Müller 0501—7000, Ziegcner 8501— 0000, Rtldow 4501—5000. An Haushaltungen bis zu drei Angehörigen wird ein Hering, an Haushaltungen mit mehr als drei Angehörigen werden, loweir der Vorrat reicht, zwei Heringe ab- gegeben.__ jß Uhr; Die beiden Seehunde. Berliner Theater T'/fU.rOie toUeKomtcB. Theater für Donnerstag, 20. Dezember. Central-Thrnter| Flp-npe; Tll/afltpr KorarnarnianteTiütTaße 57.| tVICineb I ileaier j 7'/,: l»lc Csardssfürslin Oentsrhea Opernhans 7 Uhr: MtpOll. Friedrich-Wiiheimst. Theater Krieffswohll'ahrtSTorstellap.g T'/.uhr: ßgs ßreimäilerlliays. Komiarhe Oper 71, u.: SehwarzwaldmäileL Knstspielhans T5/. Uhr: DiebMenlilels y.UnilEiilio} Metropol-Theater uhr: ßis Rose von Stairlii Sonnte» 3 Uhr: Die Kaiserin. Dsr reiclshaltige große Variete-Spielplan --- Rauchen gestattet!= Neues Operettenhaus Schiffbd. 4a, KasseBt.Kd.281 u/.uhrJerSoWatilerMarle. vi utr: Geldzaaber. Resident-Theater T'/sUhr: Raskolnikoff. Schiller-Theater O TV. Uhr: Die Distel. Schiller-Th. Chart. 7>/5uhr:Prö{essoFSerDhari}i. Thalia-Theater uhj: Egon BSil seine Fraaen. Theater am Nollendorfplatz 3'/.: Oer Widerspenst. Zähmung. 7 Uhr; v/msi Täglich 7'/, Uhr: Das nene Weihnachts- Programm Als Gast Herr Karl Reinscli Direktor d.RipraerTattor- sall A.-G., Sohulreiter auf seinem unxar. Gpldfncbs- Henprsfc„Czardasfürst". iwk lO lO Bhf. Friedrichstraße. -Änfanj;?'/, Uhr. Letzte Saison in Berlin, j DasgroieSportpragFamraj u. a. R. Sawade Tiger Maud Wulff, flieg. Kunde.| Mexiko Große Original- Ausstattungs-Pantomime. Rose-Theater. ?'/. Uhr: Andreas Hoser. Walhalla-Theater. TU Uhr: Det WMaMat. Theater des Westen» Tv.uhr: Der YBrliehte Herzog mit Guido Thielscher. lATIONAL�WHEATER. Cöpenicker Str. SS. | T.II, irr. nT. 6. 83, 87. 88.19. ] Tägl.® ,8. Stürm. Erfolg! 5Mri.Jann.-Br.. Tns.-Br I 22,45,46,28.29. 38,37,49, t I f I., II.. III. Feiertag': Das ist die Liebe.|? 2: Gas ist die Liehe j Musik vATalterBromme. ISonntag S!/, Uhr: Was junge Mädchen träumen. Vorverkauf: lO'/j— 2 u. ab S Uhr. tägl. ausverk. i?ts empf. es sich. in d. Ersteuff.-Besetz. 31!» Was junge 2> Mädchen träumen.! KB. Da das Theater j rechte. Bill. z. besorg.! Berliner Konzerthaus Mauerstraße 82. Zirnmerstraße 90/91. Hent«: Großes Konzert ms*m des Berliner Kotiuerthans-Orehesters, Leiter: Komponist Franz von Blon. Anfang 7'/. Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang 71/, Uhr. Ab allen drei Weihnaehtsfeieitagen und Neujahr zlo fiirilfil'ifioflion' Petra», Komnonist, a!o IlSMUinyenieU. Adolf Becker, Kgl. Obermusikmstr. Berliner Konzerthaus-Orchester. Leiter: Komp. Franz von Blon. Viktoria�Theater. Fernspr. Mpl. 14314. Koiuser Str. 6-1, EechiiahastatiUi Koiuser Tor i Gastspiel Tukm Ktoiie1 Zum ersten Male! tskv: Zum ersten Male! Tägl. T!~, Sonnt. 3'/, u. 7'/, Kur noch wonige Tage! „Geh'n Sie bloB nicht nach Berlin!" v.O.Reutter,Mne.v. Hirsch APOLLO Friedriohstr. 218. Dir. J. Klein. Allabendlich"'U Uhr: Fern Ändra sowie das unvergleichliche crstkl. Dezember-Programm. Theaterk. ununterbr. geoffn. Friedrichstr. 165. Ecke Behrens traße. Ciaire Waldoff Jean Moreau Der bekannte Humorist und Schriftsteller ??? u. das hervorragende Dezember-Programra. Hauskop.: Fenyvesi. �Gichshsüen-Thsatsr, Allabendlich 7'/. Uhr u Sonnt. u. Feiert, nachm. 3 U. Ntctt. sanffC'F- Kum Schloß;„Mein Welhnachtetraum'-. JIü. Zeith. T.Mereel Hachüiittegs ermäB. Preis« Morg.: Vorst z. Besten d. Nationaldank Erhöhte Pr.! Zirkus auf der Bühne. Eiffnig 25. iezSir., 1. Weilmaehtsleiertag. URANIA 8 Uhr: Tier und Mensel) in der Wildnis. ¥oigt-Theater. Badstr, 58. Badttr. SB Täglich: Die Prinzessin vom Nil. Kaffeneröffn. 61/,, Zinsang 7'/. II. Casino-Theater Lothringer Str. 3T. Tägl.'1,8 lt. Wieder ein aktueller Schlager! .Hamsterfritze. Verllner Vai'e in drei Aufzügen. Vorher daß neue bunte Progr. Lena Nansen. 5 Bolgareff mw. Saunt. 4 llbr: Die Friedenstaube. Admirals-Palast. Ballett auf dem Else 7'Jlt Uhr Abrakadabra. Vorzügliche Küche. Trianon=Theater Georgenstr., Bhf. Friedrichstr. Tel.: Zentrum 4927 und 2391. 'US Uhr Der'l,S Uhr Lebensschüler. Komödie von Ludwig Fulda. Ida Wüst. Erich Eaiser-Tite, v. Möllendorff, Mart. Kettner. Btg. S'/j kl. Pr.: Hedda Gablsr. Spezialarzt TDr. med. Colemnnn f.Geschleohtskrankh. Haut-, Harn-, Frauenleiden, nervös. Schwäche, Bainkrsnke.* Ehrlich• llata- Kuren I(Daner 12Tage). Behandl. schnell, sicher n.schmerz- los ohne Berufsstörung in Dr. Homcj er&. Co. ! konz Labor. f.Blutenters., Fäden im Harn usw. |FrieäritlBtr.BI,E;P°S: _jtr.55!5USSäfr 1 Spt 10-1 u. 3-3. Sonnt 10-1. ! Honorar mäSig, a. Teilzahl. Seoaratee Damenzlmmer. Herr Steffin mit seinen dressierten Ponys und Hunden. 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Dezember verstarb nach kurzen, schweren Leiden unser Mitglied, der Gastwirt Msnrrcgn Thomsen Gneisenaustr, 30, im Alter von 51 Jahren, Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, nachm. 31/, Uhr. auf dem städtischen Fuedhos in FriedrichSseldc statt. Um rege Beteiligung bittet 208<5 Ter vorstand. Spezial-Arzt Dr. med. Ilaschck, Friedrichstr. 90 ÄÄ. Bedandl von Stit'hilis, Haut. Harn-, Frauenleiden, spez. chron. Fälle. Ehrlich-Hata-Ku- ren. ichmerzlose, lürzcstc Behandlung ohne Derufsstörung. Biutuntcrsuchung. Mäst. Preise. Teilzahlung, Sprechstunden 10 bist und ö— 8. Sonnt 11— 1. Co., LIiiiisir.M Hähne m.echt.Kautschnk 3,50 JIz��Ä. bei Bcflellungv, Gebissen gratis� Goldkronen v. 20 M. an. 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Verkaufsstelle: Echarlottenburg, hinobelvdorfstr. 7. Weitere Bcrkaufsitellen gesucht. Versand nach auswärts in Kortflafchen von 5 Ltr. 10 Ltr.»nd 25 Ltr. ISs-SST» Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter." Filiale GroB-Borli». Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode der Kollegin Zophis Erich von der städtischen Markt- halle VlU. Eure ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 20. Dezbr,, nachmittags 2 Uhr von det Lcichciihailc des Zentral- Friedhofes in Friedrichsscidc aus statt, Um rege Beteiligung bei der Bestattung der''Kollegin ersucht Die LrtSverwaltung. Die Einäicherung unseres Mitgliedes Frau ijerti'iid Goß Berlin, Allenfteiner Str. 35 erioigt morgen Freitag, nachmittags 5 Ubr, im Kre- matorium Beritn, Gericht- straste 37. 29«/ 17 Ehre ihrem Andenken! Spezialarzt Dr. med- Baabe beh. schnell, gründl., mögl. schmerzlos u. ohne Berussstör. Geechlechtskeankheit., geheime Haut-. Harn-, Frauenleiden. Schwäche. Erprobteste Methoden Ehrlioh-Hata-Kuren, Harn- u. Biutuntersuchung.' Söfligstr. Uli ÄÄ. Svr. 10—1 u. 5—8. Sonnt 10— 1. Am Montag cmichlicf fanft I nach längerem Leiden meine liebe Frau und gute Mutter Narlha Woidt geb. Richter im Alter von S« Jahren. Mit der Bitte um stille Teilnahme IMcbard TVoldt. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 20. Dez., au! dem Friedhoje der Oller. gemeinde in Ahrensieide italt_ löRjt Am 1«. De,. 1917 vorm. '/,1t Uhr entschlief ianjl nach schwerem, mit grögter Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann/ unsdr treusorgender Vater, Schwie- gervater und Großvater, der Arbeiter Kilian Clüeker im 64. LebetiSjahre. Im Namen der Hlnterbliebeyeti Witwe Emilie Glücker geb. Schellin, Berlin, Griebenowstraste 3, Die Beerdigung findet am 2t. Dez. nachm. 4 Uhr m Deißenlee auf dem Aartbo- lomäus-Friedhof statt/ sll77b Für die vielen Beweise herz- licher Teilnahme bei der Ein- äscherung meines liebenManneS, unseres guten Vaters, Schwirger- und Großvaters tVIIbelm Ehrhardt sagen wir dein Vorstand der Allgem. Ortskranientaffe der Stadt Berlin, dem Verein der VerwalwngSbeamten, allen Kol- legen. Freunden und Bekannten sowie Herrn Datdeik Manasie für die' trostreichen Dorte ani Sarge d-S Entichlafeuen unlern herzlichsten Dank. tI7tb Frau Witwe Seirna Bhrhariit nebst Kiridern, in allen PrcislaKen 1-, 2- u.#-Zimm.-Wohnungen empk. in mod. Ausführg. Jul. Apeit, Tischlermstr. Berlin t>0. Adalbertstr. 6, Hochbahnst Kottb. Xor. MM- WWel verschiedene Hefle da» Stück 20 Psg. Zu beliehen durch Buchhandlung Borwärks verlla SD., rindeufle.Z Siizliib lrisih Enten... Pjd, 5,59 an. Hühner...„ 4.75, Kaninchen.. 3,99- Frau Grvschke, Kjager Str, Zö NaAclrt« leuchtende StSIItnrnhren, Strmbenbnttrea, Schweiger Uhren, fiacaiienthrrn, acht sikberne und goldene Uhren in arötzter AaSivahl, genau reguliert litU. Spezialgeschäft für Uhren 14 BeHthstraße 14 I(Bcrteuf wu t» SaVrch, S.Möbis,, Bauerwäsche! Mit DUALIN« Danerwäsche-Präparat, 0. R. 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Ein ganze? Psund l' „Hm— alio wieviel wollten Sie gleich von der Leber haben? Ist ja wahr, haben noch eine bangen I" Schmunzelnd und listig lächelnd nahm der alte, stille Herr die Leber in Empfang... Als semand kam. verschwand schnell Butlerpaket und Leber... Gleichzeilig verlies; der Unscheinbare Herr den Laden... Die Fleischermeisterin kam au? der Stadt zurück. Sie klagte: „Mit dem Schuhmacher wird es immer schlimmer l Jetzt nimm! er nicht mal mehr untere Schuhe zu reparieren an! Man kann dem Mann doch nicht von dem bißchen Fleisch, das uns bleibt, geben...!" »Hast Du noch Butter?" „Ja— warum?" „Versuche es'mal mit Butter? Du wirst ein Wunder er- leben I" „Aber die brauche ich doch selbst!" Pfiifiq lächelnd holte der Fleischer unter dem Ladentisch das Luttervackchen hervor. „Nimm die! Man weiß ohnehin nicht, ob sie noch gut ist.. Beim Schubmacher war plötzlich, als die Fleiichermeisterin die Butter zeigte, Leder angekommen. Die Schuhe wurden für den nächsten Tag versprochen! Ter Schuhmachermeister Nolle wohnte schon gegen zehn Jahre in dem Hause des Rentners Müller. Aber nichts'destow eniger— Miete mußte er zahlen! Gewiß waren es schlechte Zeiten. Auch für ihn! Er mußte auch sehen, daß er die böse Zeit überstand. Nolte hing mit der Miete. Der Hauswirt ließ sich nun auf keine Verlröstung mehr ein. „Es tui mir leid. Nolle, aber e-Z geht nicht ander?.. Da dachte der Schuhmacher, der zwar selbst gern davon gc- gesseti, an das Butterpaket. Das zog! Der Hauswirt war mit dieser Form der Abzahlung zufrieden..'.! Müller steckle das Butterpaket in die Paletottasche. Als er in die Sladt zu feinem allabendlichen Skatabend ging, steckle es noch darin. ES brannte ihn durch den Mantel... Er hatte sonst starke Worte gegen den Ketien- und Schleichhandel geredel...! Und jetzt ist er es selbst...! Nein, er war ein ehrlicher Mensch! Er meinte es auch ehrlich mit seinen Worten! Da— der erste beste arme Schlucker sollte das Butterpakci haben! Prüfend sah er die Passanten an.... Er fand eigentlich niemand, der ihm würdig genug schien...! Doch da— ein altes, gebeugtes Mütterchen...! . Er drückte ihr das Paket in die Hand:_ „Da— machen Sie sich mal einen guten Tag... s'ist gute Landbutter drinn!" Die Alte blieb verdutzt stehen, dann warf sie dem feinen Herrn das Paket var die Füße und schimpfte: „Foppen Sie jemand anders! Frechheit...! Unfug...! TaZ mit'ner ehrlichen alten Frau zu machen Aergerlich hob Müller das Paket auf. Er steckle es wieder in seinen Palelot und ging weiter.... Nach diesem Mißerfolg wagle er es niemand mehr anzubiclen! Aber er wollte es doch los werden! Wegwerfen? In den Fluß hinab?... Nein— dazu war die Gollesgabe zu schade! Als er vor seinem Stammlokal stand, heiterte sich sein Blick auf... Er würde das Butterpaket dem Wirt geben! Der mochte die Butter in seiner Küche mit verwenden! Da bekam er dann ab iliid zu einmal eine Vergünstigung! Abgemacht! Verstohlen drückte er das Paket dem Wirt in die Hand... Ter nahm e-Z dankend und gerührt... So ausmcrksam ivie heule, war der Rentner Müller noch nie bedient worden...! Gegen Ende des Abends ließen aber die Aufmerksamkeiten des Wirtes plötzlich nach, und beim Verabschieden sagte der Beschcnlle vorwurfsvoll: „Na— Herr Müller, man kann ja das Salz, das im Paket war, � auch gebrauchen! Aber als Butter anbieten...! Solch einen Scherz � hätte ich von Ihnen nicht erwartet, Herr Müller...!"' Waffenstillstanö. £jn Cichkttrahl brach aus Osten, Der blutiges Feld besonnt: flun laßt die ülatten rotten tSnd Rufte an der Front! Im Stacfteldraftte spiegelt Crltaunt lieft das Geleucftt: Der Grimm, er ward verriegelt; Der haß. er ward verscheucht. ,£$ schwelgen die Kanonen: Stumm glotzt des Mörsers Lauf: Die in den Gräben woftnen, Steigen!o froft fterauf. herauf zum sonnigen tage Rus dunklem Qnteritand; Wie Märchen ift's und Sage: So friedlich liegt das Cand! Mcht lingt meftr durch die Cufle Des todes fcftncllcs Biel, Leis über alte Grüfte Klingt neue Melodei: Sei, Bruder, oftne Sorgen, Daß meine Flinte spricht. Air leben auch noch morgen!.. Das ward uns lange nicht. Wirf bin das ftarre Glien. Air trugen schwer daran. letzt mag das S) ort beweisen, Daß es auch etwas kann! Du oder ich! So Kriegen Air keuchend im Gefecht. Doch will Vernunft nun liegen. Ist es uns beiden recht! P-m. Hermann Wg:„Der Heid vom töold". K g l. Schauspielhaus. Die jetzige Leitung des Kgl. Schauipielhauses, dessen außer- klassisches Repertoire jahrzehntelang mit Vorliebe im Fahrwasser des seicht konventionellen Luslspielgenres segelte, scheint sich ans der erstarrten Tradition nun doch berauszusehnen. Viel Glück hat man bei solchen Experimenten einstweilen freilich nicht gehabt. So iroitelc�zum Beispiel die kürzlich aufgcfübrte Komödie des in seinen EflaiS to emanzipiert modern aufgetretenen Franz Blei in gründlich ausgefahrenen Gleisen einher. Und Essig, einer der jüngeren, noch ungeipielten Dramatiker, dessen nunmebr von verschiedenen Bühnen an- genommene Stücke zum Teile wieder der Zensur zum Opfer fielen, Ivar durch den„Held vom Wald" schlecht vertreten. Von dem GroleSk-Burlesken daS am ehesten seine persönliche Note ist, läßt sich in diesem Schau- spiel nichts verspüren, es sei denn, was die Uiibelümmerlheit an- langt, mit der er über jede Forderuiig näherer Motivierung sich hinwegictzt. Je mierwarteter die Dinge kommen und je weniger der Hörer Zweck und Plan darin erraten kann, für desto dramatischer scheint er sie zu halten. Eine dem Thcaicrzetlel vorgedruckie Notiz des Verfassers crzähli, wie die Bauern im„Hausensteincr Wald" am Rheinstrom, die sich Salpetrcr nannten, einst um ihr gutes Recht gekämpft. Auf jene grauen Zeilen sollen die Streiligkeilen der„Snlpetrer" und der „Hallunken", von denen in dem Stück soviel geredet wird, lctzihin zurückdenten. Ter Hannes Riednlatler, der Held vom Wal). trägt einen von ihm sin Messerkampf veiwundeten Burschen, der ihm bei seiner Liebsteil ins Gehege gekommen, in dessen Elternhaus zu Benedikt dem alten Salpclrcr. Gendarmen sind ihm ans den Fersen. Als er dann hört, sein Gegner sei gestorben, tu: ihm daS in der Seele leid. Von dem ungetreuen Mädchen, die ihm liebegirrend weiter auf Schritt und Tritt nachläuft, läßt er sich, leicht' versöhnt, auf Rat eines zauberkiindigen Krüppels zu Falichmünzern führen. Doch nur. um eine Beteiligung an ihrem Treiben standhaft abzuweisen. So- dann erscheint er beim Begräbnis des Gelöteten. Empört, daß die Geistlichkeit dem Gestorbenen daS lirchliche Begräbnis verweigern will, stürmt er, von den Leidtragenden gefolgt, zur Kirche, die Glocken zu läuten nnd den Pfarrer zum Weihspruche zu holen. Der kommt auch wirklich: Ein Erfolg, der Hannes die Frelindsckiast des alten Benedikt und der Salpcterersippe einträgt. Die BegräbniSszene aus dem Friedhof, für die die Regie einen architekloniich prachtvollen Hintergrund geswaflen, übertrumpft noch alle früheren Neber- raschnngen. Die Braut deS Bestalleten, Beath Frommherz, bleibt nach dein Abzüge der Trauergesellschaft mit dem Pärchen am Grabe zurück, um nun im Wettstreite mit der verhaßten Nebenbuhlerin um Hannes Gunst zu werben. Und der Jüngling, in dem wir nach des Verfassers Absicht offenbar etwas wie ein einfaches, ja in gewisser Hinsicht großzügiges Naturkind sehen sollen, tritt getrost die LiebeSerbschast des Erschlagenen an. Die einstige Gelieble erhall von ihm den Laufpaß. Schlußbild: Großes Hoch- zeitsfest des Hannes und der Frommherz, bei dem die hinzu- ge'chlichene Verstoßene schließlich mit dem Brautvater tanzt.?l!' Militär anrückt, den Heiden, der auch noch einen Landgendarnr ans dem Gewissen hat, zu arreiiercn, bauen die Salpeterec aus Tischen Barrikaden. Doch er, nun wieder reiner Edelmut, ergibt sich, um Blutvergießen zu vermeiden. Er weiß, er wird am Galgen baumeln. Der tvackiseiide Eindruck der ZieUosigkeii spiegelte sich in dem allmählichen Verstummen des anfänglichen Beifalls. Der Vernich eine? Schlußapplauses halle mit vernehmlichen! Zischen zu kämpfe!!. Die Ausstattung war glänzend. Unter den Darstellern traten die Herren Zimmerer tHeld im Walde), Pohl sBenedikl) und B i c n S s e l d t(der Krüppel), und Fräulein Straub in der Rolle der Verstoßenen hervor.>H. weiße 5ahnen. Von der Ostiront tvird uns vom Ansang Dezember geschrieben: Die ganze Front erstarrt in knisterndem Frost. Etwas Schnee ziert die schlafenden Felder. Grüne Saatfelder, wartend des nächsten Jahres, haben ihre Farbe vertauscht: da? Weiß hat daS Grün bedeckt. Es sind heuer die beiden Farben, die uns vieles sagen, heuie alles sagen. Hoffnung. Hoffnung, Hoffnung— die ganze'Welt lebt heute von ihr. sie ist das Beibrot draußen im Graben und daheim in der Stube. Hoffnung... Und heute wehen drüben die weißen Fahnen... Wir tvollcn nicht mehr! Wir sind unschuldig, iveiin es noch iveiter geht mit dem Morden, wenn die Welt weiter sich verblutet— das sagen uns die ivelßen Fahnen. Die ganze Division vor uns ist bereit, im Nachbaravschnitr ebenfalls— wir sind auch bereit! Nur südwärts � knallte heute noch eine Zlosakenformation, ober nun ist auch sie vernünftig geworden, und das Schießen bat aufgehörr. Kalter Wintermorgen. Im Osten blinkle es ivie aus lausenden Prismen. Und der Osten, das Licht hat gesiegt! Wir waren noch hinausgezogen, um zu schanzen mit Spaten und Picke, da, kauin hatten wir eine Stunde gearbeitet, kam eine Konipagnie-Ordonnanz: Aufhören, abrücken— Frieden.... Aus aller Augen strahlte ehrliche Freude. Ein Leuchten, ein Lachen, ein Singen wehte durch. die Ilare Winterlnit: kommt tatsächlich die Erlösung min? Ein vessimisiischer Kamerad, mehr Nietzsche als Nietzsche selbst, hatte uns immer gepredigt, die Friedensbotschaft werde uns einst erreichen, wenn wir nicht mehr fähig sein würden, uns zu begeistern. Heute ivar er geschlagen wordc». er sah es selber ein. Urlauder aus der Heimat begegnete!! uns, ihr erste» Wort ist Frieden. Alle Straßen wimmeln von Truppen. Freudige Gesichter; Jubel mid Gesang, es gebt zur Heimat! Gäbe es nur Blumen. Ivir würden uns reicher bekränzen als damals, als wir auszogen. Aus den Gräben, aus Unterständen tind Sumpflöchern steigen Gestalten. Ihre Glieder tmirdeii wann an dein bezaubernden Wort: Waffenstillstand, Frieden. Ihre Gedanken eilen den komineiiden Verbandlungen voraus, denn die Völker, Rußland und Deutschland, ivollen Brüder werden. Ruhe, Ruhe, selige Ruhe. Kein Schuß durchfurcht die Lust mehr, leine Rakete leuchtet gespenstisch den Abend, um den Feind sichtbar zu inachen: es gibt einfach keinen Feind mehr. Sie winken drüben, wir winken hier. Möchten die Veihandlungen bringen, was all-r Menschen Herzen ersehnen. Die Weligeschichte ist an einem ihtcc lvichligsien Abschnitte angelangt. Die Pariser Kommune ist ein Schatien gegen ihre zielbewußte, siegende Schwester in Rußland. Die Revolntjon als FriedenSbriugerhi, als Wel-.retteri» l Wi der Ostfront hämmert der erste Pulsschlag des neuen Lebens. K. P. Notizen. — Der M e ss e r m a l e r. Daß Maler sich zur Erreichung größerer oder neuer Ausdrucksmöglichkeiten an Stelle des Pinsels anderer Werkzeuge bedienen, ist zu verschiedenen Zeiten beobachtet. Am originellsten war in dieser Hinsicht zweifellos Luea Giordano. der einfach mit den Fingern malte. Die neueste Erfindung stammt aber von einem modernen Italiener, der jetzt in Pari» ausstellt, nämlich von Jtalo Giordani. Wie die Pariser Presse begeistert mitteilt, sind sämtliche Gemälde diese» Künstlers nicht mit Pinseln und auch nicht inil Fingern, sondern mit— Messern gemalt. Die Bilder soll mian wegen der besonderen Technik aber womöglich nur aus größerer Entfernung betrachten. — E i n merkwürdiges Tier. Vor dem Laubenland eines unserer westlichen Vororte hängt ein Plakat: Abzugeben wegen Einberufung ein halbes lebendes Schwein. Kann zu Weihnachten geschlachtet werden. Die welfthe Nachtigall. Der Roman eines st erbenden Jahrhunderts. 67] Von R. France. Ta erhob sich der weitläufige Park des Schlöhchcns bor ihm. Dunkel, gespenstisch, mit schwarzen Baummassen, die wie Untiere cm Boden hockten. Ohne zu wissen, was er tat, tastete er sich am Gitter entlang... das Klettern ging besser als das Gehen— nun war er im Garten, in einer dunklen Ällee mächtiger Bäume, die verworren im Nachtwind rauschten und von denen es tropfte... Aus der Stadt klang nur mehr fernes Hundegebcll her- über... und manchmal ein abgerissener Laut... Ob Wohl hier Hunde im Hause waren? Nichts rührte sich... Uebcr ein freies Rasenparterre Ivagtc er nicht zu gehen. Man konnte ihn sehen. Das Schlößchen ivar ein ziemlich kleines einstöckiges Gebäude, im zierlichsten Barock. Aus drei mittleren Fenstern strahlte Kerzenschein— jetzt löschte man die Lichter nacheinander aus. Ah. jetzt war wohl die Lustbarkeit zu Ende, darum fuhr der Statthalter vorhin nach Hause. Er ballte die Hände und zog dann wieder das Messer hervor. Und Michalansky und der abtrünnige Solms, die waren wohl auch oben... Nun brannten die Lichter nur mehr an einem Fenster. Er schlich darauf zu. Da entdeckte er in der Mauer eine Nische, in der man sich gut verbergen konnte. Er schmiegte sich hinein. In der Nische war eine Tür, die offen stand. Sie führte in den Keller. Er schlich unhörbar, sich an den Wänden hintastend. Was wollte er eigentlich. Er war be- herrscht von dem Gedanken: Eindringen� sehen.... Um die Ecke schimmerte ein Lichtschein. Es ivar ein beleuchteter Korridor, zu dem Stufen empor leiteten. Hätte er seine freie Ucberlegung besessen, er bätte diesen Wahnsinn unterlassen. Auf der Flucht kostbare Zeit zu vcr- lieren, in einen beleuchteten Gang gehen, aus dessen Türen jederzeit jemand treten konnte! Aber er überlegte nicht, sondern hielt nur daS Messer krampfhaft fest..- Niemand kam. Er stieg in den ersten Stock. Ter war tvie ausgestorben. Unten ging auf einmal jemand... Oben rührte sich nichts. Er stand da, ohne zu wissen, Iva? er tun sollte. Da kamen Schritte die Treppe herauf. Nun ivar er auf der Flucht. Ohne Besinnen hob er die Hand mit dem Messer und trat in die erste beste Tür ein. DaS Zimmer>var leer, aber beleuchtet. Es schien ein Boudoir der Herrin zu sein, in türkischem Stil eingerichtet. Ueberall lagen Teppiche, iveiche Pfühle mit Kissen, hingen seidene Tücher; in einer Ecke war eine Art Zelt ausgespannt, darunter eine schwellende Ottomane. Die Teppiche waren hier so kunstvoll in Falten gehängt, daß man sich leicht darin verbergen konnte, ohne von irgend einer Seite gesehen zu werden. Dorthin wandte er sich. Und kaum hatte er Zeit, sich zurecht zu stellen, als auch schon eine Zofe eintrat. Sie richtete einiges nnd gab dann einem nachfolgenden Diener Weisungen. „Also geh' er ruhig heut noch eimnal nach Hause, Charles. wir fürchten uns nicht. Morgen früh um sieben brauch' ich ihn— da soll er dann dem Gärtner die Wohnung richten nnd dem Koch das Stäbchen als erstes." „Jatvoi", entgegnete der in einer kostbaren Livree steckende Bauernsohir,„aber Schart hoaß i net, rr' Kari ham's Mi g'hoatzen." „Das ist ja CharleS auf gebildet," lachte die Zofe.„Zu mir innst er auch Madcmoifelle Lainette sagen und nicht Karlin, wie die gemeinen Leute hier." Ta ging die Türe auf und beide sprangen zur Seite. Peißer spähte durch eine Lücke des Vorhanges. Das also tvnr sie.. der Landschaden, die welsche Nachtigall. Die Wut würgte ihn. Wie sie angetan war mit Schmuck und prächtigen Kleidern. Sogar ins Haar hatte sie Perlen geflochten... Er umfaßte das Messer hart ivie Eisen, lind doch, schlecht sah dieses Weib nicht anS... „Ist Michalansky noch nicht da fragte sie lebhaft. Dieser Name toarf wieder jede weichere Regung in seinem Herzen beiseite. Stets war sie von dem Schurken umgeben. Er stand für sich nicht gut. Wenn die Canaille hier eintrat, würde er ihr an die Kehle springen. „Nein, Madame." antwortete die Zofe und warf die Ober- lippe auf. Dann schwatzte sie Erhebliche? auf Französisch, daS Peißer nicht verstand. Die Sängerin warf sich offenbar müde auf die Ottomane, dicht vor ihm. „Ich bin so matt— und verdrießlich.. Es wird daS Gewitter sein...

;a. „Wo ist er?. Er soll heraufkommen." „Ich konnte ihn doch nicht hier hereinlassen, er hat so schmutzige Stiefel. Ich habe ihn weggeschickt. Er sagt, er liabc eine halbe Stunde über die Zeit gewartet, aber Herr von Solms sei nicht gekommen. Da sei er für alle Fälle her- gegangen, nni zu berichten." Die Sängerin fuhr auf. „(juellö sottise, miserable... sofort ihm nach oder sie soll zu Monsieur Solms in die Wohnung gehen... ihn abwarten nnd jedenfalls mitbringen." „Jetzt in der Nackt?" „Ja, jetzt in der Nacht." Lainelte gehorchte ohne ein Wort. Aber sie machte ein verächtliches Gesicht. (Forts, solgt.) ES Dentsche Papier- Tabrradbereifmig ToIlwertSKcr Erttata für OaiumE. Iliilt allen �VEtternns«- und StFaUenverhältnlawen Mtand. Bei croBen Betrieben bereit» eiiijcctübrt. I'rel« für eine Pahrrad-Gomitur komplett inkl. Einziehen M. 80,— ab Fabrik netto Kasse gegen Jiachnahme oder vorherige Zahlung. Probereifen zur Besichtigung am Lager. 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Es sind dies die Namen von zwe> äutzerft„patriotischen" rumänischen Jonrnalisten, Redakteuren des patriotischen Tageblattes„I'Adeverul", das die srecest« Kampagne, die man sich überhaupt denken kann, gernhrt hat, um Rumänien in den Weltkrieg hineinzuziehen! Sie waren übrigen? nicht die einzigen. Die ganze kriegsfreunMichc Presse Rumäniens hat das unglückselige rumänische?vlk an dir Gutriitr verkauft?" Srvtratwnierung in Frankreich. Paris, If). Dezember.(Havas.) Der Grnährungsminister erklärte im Senat, daß die Rationierung des Brote» unumgänglich wäre mit Rücksicht auf die Unmöglichkeit, aus den Vereinigten Staaten und Argentinien die monatlich notwendigen 4K00 000 Tonnen einzuführen, da der zur Verfügung stehende Schiffsraum nicht ge- nüge, und sagte, er beglückwünsche sich, Italien letzthin Getreide abgetreten zu haben. Der Senat sprach ihm' daS Vertrauen auS. Der Krieg auf öcn Meeren. Lerlia, 18. Dezember. Reue U-Bo»rS>Grf»lge im Sperr- gebiet um Gvgland: 17 HÖH Sr.-Reg.-To. Uatrr de« versenkten Echisfc» befanden sich der bewaffnete französische Dampfer„Aeanite C» n s r i l"(2309 Tv.) mit L el vvn Algier nach Bordeaux, sowie zwei größere Dampfer, die im Aermelkanal ouS einem durch Zerstörer stark gesicherten Geleitzug herausgeschossen wurden. Außerdem wurde an der französischen Westküste gegen den bewaffneten französischen Dampfer„Texas", der al» S p i b e n s ch i s f eines von Westen kommenden durch Zerstörer und A-BootSjäger stark gesicherte» Grleitzogrs fuhr, ei» Torpedvtrcffer erzielt. Der Chef des AdmiralstabeS der Marine. * Versenkung eines französischen Kreuzers. Pari?, 19. Dezember. iHavas,) Amtlich. Einer unserer alte» .Treuzcr Chateau- Renault i?000 Tonvenl, der zu Transporten im Miuelmeer benutzt wurde, ist am lt. Dezember morgens durch ein Unterseeboot torpediert worden und gekentert. Die Fahrgäste, durchweg Soldaten, sind gerettet worden, zehn Matrosen vom Chateau-Renault werden vermißt. Das deutsche Unter- seeboot ist zerstört worden. Wir erfahren hierzu: An zuständiger Stelle ist über die Se- gebenheit unch nichrs bekannt. ES ist zu hosten, daß sich auch in diesem Falle die Nachricht über die Versenkung eines deutschen U-BooteS als eine Ementephanlasis herausstellen wird. ... . Durch die Bersenlung de? französischen Panzerkreuzers LlhstSjpurenault find die KriegSschiffvcrluste der Entente seit Krieg?- beginn nunmehr auf 300 Einheiten mit einer Gesamtwasierver- drängUtvg van 1 000 806 Tonnen gestiegen. Dcrbri sind nicht mitgerechnet Hilfskreuzer, von krnen 31 Fahrzeuge von insgesamt 358 000 Br.-R.-T., und Hilfsschiffe, von denen L8 mit 116 000 Br.- R.-T., außer vorpostenbooien und bewaffneten Fischdampfern der» richtet wmden. üln dem Verlust der 300 Kriegsfahrzcuge sind heiciligtr England«it 1T7 Einheiten von 688 390 Tonnen, Frankreich mit 18 Einheiten von 190000 Tonnen, Rußland mit 36 Einheiten von 91 340 Tonnen, Z t a l i e»l mit 23 Einheiten Von 76 430 Tonnen, Japan mit 8 Einheiten von 26 873 Tonnen, Bereinigte Staaten, Portugal, Rumänien «it 6 Einheiten von 8331 Tonnen. Tie Gesamtkrieg-Sschiffsverluste der Entente erreichen nunmehr nahezu den Bestand der deutschen Floite zu Beginn des Krieges. Sie betrug 1019 417 Tonnen. * Der Fliegerangriff auf 5onöon. Londsn, 19. Dezember.(Reutermeldung.) Amtlich. Au- San letzten Berichten geht hervor, daß 16— 2 0 feindliche Flugzeuge an dem Luftaugriff der letzten Nacht teilge- no misten haben. Drei Gruppen von Flugzeugen überquerten die Küste von Keut zwischen 6.15 Uhr und 6.25 Uhr. Drei andere Gruppen kamen zwischen 6.10 und 6.-15 Uhr über die Küste von Essex. Alle sechs Gruppen flogen irach London. Die meisten Flugzeuge wurden durch Geschützfeuer au ver- schiedenen Orten zur Rückkehr gezwungen, nur etwa fünf Maschinen erreichten zwischen 7 und 8 Uhr die Hauptstadt und warfen�dort Bomben ab.' Nachdem der Hauptangriff aus London aufgehört hatte, flog um etwa 9 Uhr noch et« einzelnes Flugzeug über die Hauptstadt. Der Mgriff auf üen Monte Soiarolo. Ftalienischer HcerrSbertcht vom 17. Dezember. Geste«, als am 7. Tage der Schlacht zwischen Brenta und Piave bereinigte, der Gegner seine Anstrengungen fast ausschließlich auf den aus der Stelluna vorsprrwgenden Monte S o l a r o l o. Bo« Col del Orso bit�zu den Zugongen des Salton setzte» sich Jnfanckerie-Kolon»«» nach einige» Stunden heftiger Ariillerie-Borbereitung von Aord- Westen und Norden her zu« Angriff gegen unser« Stellung in Morsch Tie vorderen Abteilungen rückten auf den Abhctngn, am Südosthang des Monte Spinu-cia vor. wobei sie von Voll- treffern unserer Ärtilleris und dem vereinigten wirksamen Feuer französischer Batterien erreicht wurden, so daß sie Halt machen und wetchen mußten, bevor sie an unsere Linien herangekommen warcri. Me nächsten Abteilungen einer Division, die nur aus deutschen Wägern hemntd, an deren Spitze Sturmabteilungen schritten, richie- ren ihren Marsch geradewegs und nmtvoll auf dc'n Monte Solaralo und auf desse» Abdachung im Norden des oberen Calci«» Talers. Unsere Truppen leisteten dem Ojeaner hartnäckigen Widerstand, welcher durch den erbitterten Kampf Hort mitgenommen und geschwächt durch unser« iÄcgcnangriife seine Unternehmung einstellen und sich in seine Lünen zurückziebni mußte, wobei er einige Gefangen««lochte und einige Maschüicngcwefire erbeutete. In der Gegend des Col Beretta wurde ein fäindlicher Infante- rieongriff durch unser Feuer glatt abgewiesen. Auf der übrigen Front hielt sich di? Kampstätigküt in ziemlich mäßigen Grenzen. Kleine Kriegsnachrichten. Geaer«lot>crst vvn Eickhvrii ist in Anerkennung ferner Erfolg: S Oberbefehlshaber der 10. Armee und der tisch tym benarmtei! SesrssgrUppe, deren Kämpfe wesentlich zur Herbeiführung der«- der Ostfront eingeleiteten Verhandlungen beigetragen haben, zum Gencralfeld mar schall befördert worden. Maßregelung eines Reichstags� abgeoröneten. Mecklenburgischer Uebermut. Der mecklenburgisch- Landtag, der jetzt in Sternberg seine geheimen Sitzungen abhält, besteht natürlich in der Haupt- fache aus srrauimcn Vaterlandsparteilern. Der fortschrittlich? Reichsiaqsabgeordnete S i v k o v i ch, im Privatberuf Lehrer am Seminar zu Lübtheen, gehört aber nicht nur der„Hunger- friedensmehrheit" an. sondern möchte auch, als wirklich fort- schriitlicher Mann, mit dem ganzen mecklenburgischen Stände- schwinde! so rasch wie inöglich Schluß machen. Einstweilen aber halten die Ständischen ihre Herrschaft noch in festen Händen, wie aus folgendem offiziellen Bericht über eine ihrer letzten Geheimsitzungen hervorgeht: „ZLcgen des Obcrlehrets Sivkodich wird darauf hingewiesen, daß derselbe wiederholt bei Werbereden für die 7. Kriegsanleihe Aeußerungen getan hat. die geeizuet sind, das Durchhalten und den Siegeswille« de 5 Volkes zu minder» und unvereinbar sind mit seiner dienstlichen Stellung. Di« Herenbildung eines Willensstärken, alles Schwer« der Zeil ertragenden und valcrländisch gesinnten Lehrersiande? erscheint dadurch gefährdet. Stände beantragen deshalb b-Idmöziichste Entfernung des Töcrlehrers Sivkvvich«uS seinem Amt durch Disziplinarverfahren oder Pensionierung mit vollem Gehalt." Das ist nicht der erste Beweis nobler Gesinnung, den Herr Swkovich von seinem ibm angestammten Landtag erhält. Schon im Vorjahr wurde allen Seminnrlehrcrn eine Zulage gewäbrt. bloß Herrn Sivkovich nicht. Man fragt entsetzt, wie wohl d i e Seminarlehrer aussehen müssen, die dieser Landtag nicht matzregelt, sondern mit Zulagen bedenkt und was fiir ein Lehrergeschlecht sie wohl heranbilden! Man hat zu lange über Mecklenburg gelacht. Man muß es endlich ernst nehmen. Früher wird" man den Schandfleck nicht loS! Laßt sie betteln gehen? Tie iRot der Kriegsbeschädigten. Durch einen Teil der Presse geht folgend� von D. T. B. verbreitete Notiz: Laßt sie betteln gehe», wenn sie hunzrig sind.„Daily Mail" vom 28. November enthält folgende Notiz:„Tie Polizei ist be- auftragt worden, verwundete Soldaten, welche betteln gehen, indem sie auf der Straße Musik machen oder Bilder zeichnen, festzustellend Die Notiz wird ziun Zweck ontienglischer Stimmungsmache verbreitet, obwohl doch jedermann"weiß, daß es bei uns genau so ist. Irreführend ist nur für beide Fälle die Uebcrschrifr. Man läßt sie eben, wenn sie hungrig sind, nicht betteln gehen, weder in London noch in Berlin. Aber hungrig sind sie doch! Und wenn der Vaterlandsvertcidigcr mit der Drehorgel noch nicht zu den Begleiterscheinungen dieses Kriegs gehört, so ist das ein Verdienst nicht der KriegSbeschödigren- sürsorge, sondern der Ordnunzspolrzei. Die Krise üer Ernährungspolitik. Zusammentritt des parlamentarischen BcirarS. Für die nächste Sitzung des.Ernähningsbeirats sind zwei Tage in Aussicht genommen. Am Freitag, den 21. Dezember kommr zu- nächst„Die Verschiebung vvn Lebensmitteln im großen* zur Verhandlung. Die Veröffentlichung der Denkschrisi des Neuköllner Magistrats über den ungeheuren Umfang des Schleich- Handels zeigt, wie dringend notwendig durchgreifende Maßnahmen gegen diese Entartung unseres WirtschaslslebenS sind. Nicht weniger tieseinschneidende Bcschlüsi« werden bei der Beratung der all- gemeinen Lage unserer Lebens in ittelvcrsorguug zu fassen sein, die als weiterer Punkt der Tazcsordnuiiz zur Per- Handlung stehl.__ Es lebe üie Ungesetzlichkeit! Ueberall ist„Neukölln". Man schreibt uns vom Rhein: Wahrhaftig, man hat also gegen einen Oberbürgerrneist«, den von Krefeld, Strasantrag gestellt. Seine sämtlichen Kollegen in Teutschland werden zittern. Sind sie doch alle in gleicher Schuld und Fehle, auch die Herren, die nicht nur das Berdienstkreuz, sondern auch das Eiserne Kreuz am weiße» Band« für hervorragendes Durchhalten in der Heimat tragen. Die Neuköllner Fanfare bot ja für keinen Kundigen etwas Neues, neu war nur, daß endlich ein preußischer Magistrat den Skandal auö sich herausschrie. Nichts ist bezeichnender als folgende tatsächliche Szene in einer Sitzung der Lebensmittelrate einer deutschen Großstadt unter de« Vorsitz des Obcrbürger- meisterS: Cs fehlt an G e nr ü s e und was hereinkommt, kostet Wucher- preise. Lieserungsverrräge sind ausreichend zu den gesetzlichen Höchstpreise» abgeschlossen. Tie Bertragspslichtigeu pfeifen aber auf die Erftillung der Verträge, ire.il ihnen große Werke und Stadtgemeinde« bis zum Doppelte« und mehr der Höchst- preise biete». Trotz aller Verträge: wer am meisten zahlt, erhält die Ware. De» größten Vorsprung haben die Städte und Ge° meinden, die den ländlichen Erzeugern Dünger»och dazu liefern können. Di« Herren Stadträte hören daS Klagelied dos Stadtob-rhauptcs und äußern einmütig ihr« Meinung dckhin, daß dann eben auch der Herr Oberbürgermeister«ach Kräften Schiebungen und Gesetzesübertretungen mächen müs s e. um Ware gu bekomme». Der Oberbürgermeister zaubert eine Weil«, dann spricht der höchste Beamte der Stadt, der Chef der Polizei, der Vorsitzende der Preis- p r ü s u n g s st e I l e, dessen Name unter ungezäblren Höchst- preisverordnungen steht, dieses Wort gelassen aus: Reine Herren, seien Sie überzeugt, was»n ungesetzlichen Mittel»»ngewe»het werde» k»»nte, n« Zebensmittel herinzu- schiffe», ist geschehe»! Dankbar« Zustimmung bei de» Stadträten. Der Oberbürgermeister aber ging i» sein Amtszimmer— vielleicht um seinen Pvlizeiinspektor anzuweisen, aus de« nächsten Wocktenmarki be- sonders scharr aufzupassen, ob keine Hökerin oder Baucrsftau die Höchstpreise überschreite.... Zur Milchversorgung öer kvlmAe. Der Milchmangel verschärft sich jeden Tag mehr. Im guustijzsten Falle ist in den Städten die Milch für Kinder bis zu sechs Jahren und für Schwerkranke sichergestellt. In zahlreichen Städten ist nicht einmal dies zu verwirklichen. Zur selben Zeit veröffentlicht, ein Fachblatt.für Hundezucht eins Anzeige, die„einen Wurf von 0,5 Welpen", hochedle Viecher mit feudalem Stammbaum, wie folgt, anpreist: .Wegen meiner Einberufung bat sich in hochherziger Weise der Borsteber des LokomotivparkS Köln bereit erklärt, den Wurf groß zu zteöen und stehen ihm hierfür täglich 4 bis 3 Liter Ziegenmilch zur Verfügung. Tie Abgabe der Tiere erfolg: erst nach einem Alter von 8 Wachen, eine Maß- nähme, die ich bei der Auszucht im Jnieresse der Tiere, wegen der mir z u.r Verfügung stehenden Milch, getroffen habe." Bei der täglichen Bersütterung einer solchen Milchmenge wird ntan der Versicherung des Züchters, daß die Tiere „selten stark entwickelt" sind, aufs Wort glauben. Von unzähligen Kindern, denen die Milch fehlt, läßt sich leider nicht das gleiche sagen.__ Greußen in Not! Ter Preußenbund ist wieder im! Mit einem beweglichen Auf- ruf wende: er sich„an alle treuen Freunde Preußens". Das Varrr- land ist in Gefahr!„Heimstch und offensichiltch vor aller Weit. dvinnen und drexußen. find starke Mächte am Werke, den stolzen Bau Preußru-Teuftchlands zu unterhWlen. und zu Falle zu bringen. Ilrcker dem heuchlerischen Vorgeben der Befreiung vvn einem Joche, unter de« wie gar nickt schmachten, soll uns die Ztkavenkette der internationalen T emvkratir, das heißt einer schrankenlvfe» Gewalt- Herrschaft, um den Hals seiest werden!"--„Unter dem wir gar nicht schmachten", der Satz gefällt uns gut. Der Aufruf ist nämlich unterzeichnet von einigen Hundert Adligen, Rittergutsbesitzern, Fabrikdirektaren, Laudräken uff. Daß dies« Herren unter der» preußischen Joche..schmachten", das zu behaupten, ist uns wirklich in unfern kühnsten Twnrmen nicht eingefallen. Genau so gut könnten wir auch sagen, daß die Krupp. Borsig, Rathenau usw. unicr dem Joche des Kapitalismus geschmachtet hätten!— Noch chw Stilprobe:„Reißt den Verführern die Maske herunter, die mit hohlen Redensarten von angeblichen Rechte« das Volk be- tören, und deren fveihoitSschtllevnldcr Mantel nichts anderes als Knechtschaft in seinen gleißenden Falten birgt!" Das zwingt litis. die Herren Unterzeichner zu mahnen, das Maul doch nicht gar zu voll zu nehmen. Denn unter ihnen befindet sich z. B. auch der Pastor D. Philipps, der öffentlich Gott für den Krieg gedankt bat. ferner der Fürst zu S o lm- H o rst m a r, der bekannte Adlouiter, der im August prophezeite, daß binnen weniger Monate unsere Feinde besiegt vor uns auf den Knien winseln würden, ferner der„Dichter" Mar Bever swaS will der Sachse aus Lauorgast im Preußenbund?), und noch mancher andere, der über „bohle Redensarten" sicher am wentgsten Grund hat, andern Leuten Vorwürfe zu machen. Das Urteil im Prozeß Schoenösrff. freigesprochen! Nack langer Beratung verkündete der Vorfitzende gestern nach- mittag folgendes Urteil: Der Angeklagte Spediteur Hugo Daniels wird wegen einer falschen Auskunft gegenüber der Düsseldoifer Preisprüsungsstelle zu 1000 M. Geldstrafe verurteilt, an deren Stelle im RichtvermögenSfalle für je 15 M. ei» Tag Gefängnis triit. Diese Strafe wird durch di« bereits verbüßt« Untersuchungshaft als erledigt angesehen. Die Angeklagten Äommerzienrai Hermann Schoendorss, Fabriköefitzer Albert Schoe Udorfs und die Kaufleute Caaßmann, Heusch und Genius werden von der Anklage des Kriegswuchers und der Untreue gegenüber dem Roten Kreuz freigesprochen. Der Angeklagte Daniels wird von der Anklage des Kriegswuchers gleichfalls sreigesprocheu. Zu der Serhaftung des Borstandes der„Unabhängigen" in Köln erklärte die dortige zuständige Behörde, daß die Maßregel mit der politischen Tätigkeit der Verhafteten für die II S. nichts zu tun habe. Es handle sich nicht um eine i'lktiou gegen die U. S. Die Angelegenheit bleibt also einstweilen ganz rätselhaft. Baldige Ausklärung ist dringend erwünscht. RaUonalltberale Arbeiter gesucht! In dem sehr zahlreichen Pravinzialdorstand der Naiianalltberalen Partei für die Rheinpro- vinz sind alle möglichen kapitalistischen Kreise vertreten. Ar bei- ter fehle» aber gänzlich. Dem Zuge der Zeit folgend, gedenkt man nun endlich auch einige Arlbeiter als schmückende Beigabe t» den Borstand auszunehmen. Rationalliberale Arbeiter sind aber seltene Gewächse. Wie in der Nr. IL der„Nationalliberaleu Korrespondenz" mitgeteilt wird, sind aus der ganzen Provinz nur drei Vorschläge eingelaufen. Aber auch diese drei Arbeiter müssen nach näher auf das Vorhandensein wirklich nationallihe- raler Gesinnung geprüft werden. Es wurde nämlich beschlossen, vor ihrer Aufnahme in den Vorstand„iwch einige Feststellungen hinsichtlich der Stellungnahme der Borge schla- gencn zu den bestehenden klrbciterorgantsa- t tonen vorzunehmen". Wenn. nun die dr�i einzige» natioiialliberalen Arbeiter die Prüfung nicht bestehen? Dann wird man ein Preisausschreiben aus die Entdeckung ganz wirklich nationalliberaler Arbeiter veranstalten müssen. Letzte Nackrichten. Fernslug Bali«— Mossul. Berlin, 19. Dezember. Der Fliegerhauptmann Hans Hesse ist von Berlin auf dem Luftwege in Mossul eingetroffen. Er hat die Strecke von 10 Tagen in 34 Lust stunden zurückgelegt. sDie Entfernung Berlin— Mossul beträgt in der Luftlinie rund 3600 Kilometer. Ter Flug des Hauptmann Hesse stellt sich somit als eine der außerordentlichste» Leistungen auf dem Gebiet des Fernflugs dar.) Freiheit der Meere...! Konstantinopel, 18. Dezember. Wie die Blätter melden, sind einige Segelschiffe und andere kleine Fahrzeuge bereits aus dem Hafeu von.Konstantinopel, sowie aus den Häfen des Schwarzen Meeres ausgelaufen. Die türkische Segclschifsah-rt wird demnächst im Schwarzen Meere den Dien st für den Reis enden-und Warcntr anspart wieder aufnehmen. Aeghpten fordert Selbstbestimmung. Stockholm, 19, Dezember. Der Präsident der ägtzptischen Rattonälpartei, Mohammed Farid Bey, richtet am 19. Dezember. als dem Jahrestag der Besetzung Aegyptens durch die Engländer. «irren Aufruf an die Regierungen aller Länder, in dem er das Recht des ägyptischen Volkes nachzuweisen sucht, einen eigenen, selbständigen Staat zu- bilden. DaS Schriftstück führt aus, daß die ägyptische Nation bereit sei, selbst durch Abstimmung über ihr Los zu entscheiden, aber erst, nachdem sich die englischen B e s a tz u n g s-- trappen aus ihrem Land zurückgezogen hätten. Di« Ab- stimmung könne dann durch neutrale Kommissare überwacht werden, MßerorZentllcher verbanöstag öer Zabrikürbeiter. Hannover, 18. Dezember. In der Diskussion über Vre G e s ck ä s t S b e r i ch t c nalsmrn zunüidst Vertreter der Ot".'osiiicn da» Wort. Ddenrertc ans Berii». Goilia. S'roiinschweig. Essen, Makranslädi. Müzeln und Taiigermünde. Knusieit imnde vc'oiidcrS die A e> cb:> u n a vo» Jft r i c g S a Ii t e i h e durch den Vorstand, der Veilrül der Geweik-- schatte» zum Bund r ii r Vaterland und Kr e i b e> t, die Zuniliimung zum H i l f S d i e n st q e s c tz und d-e Abaabe der � G e lv c r k s ch a i t> i ch e n K r a u e n z e i l u u-z" an Ztells der „Gleichheit" für die weiblichen Miltstieder. Tie Kritiker wichen aber in ihren AuSiührunfl«» erheblich von einander ab. Tie allgemeine gewerkschafilichc KriegSlaklit wurde nur von ciiiteliieii Licdnern beanstaiidel, die sür den Antrag aus Kolba eintraieii,„in Niibciracht der Haltung der Gencralkonuniision gegenüber den Negicriingeköiperichasten und Kavitalisten im allgemeinen die BeiirogSleitlung an die Generalkommiision iolange einzustellen, bis der Klasicnkamvicharakler zivischen Arbeit und Kapiial wieder hergestellt ist." K i m m i ch- Mügeln betonte, die Arbeiierichaft habe»ichr verstanden, dast nran bei Knegsaiisbrnch den Behörden olle Rechte zur Steigerung der Produktion aus- geliefert habe und die Arbeitcrichubbeilimmungen ouibeben liest. Tic Flauen miistien heute bis zu 24 Stunden. Jugendliche bis zu 18 Siuiide» täglich aibeitcn, da könne man nicht mehr vom Schily der Ai beiier sprechen. TaS habe bei der Masse eine Enipörung hervorgerufen. Weitere Redner, Delegierte aiiZ Köln, Halle, Harburg u. a., verleidigien die Mastnahmcn des Vorstandes und die Kriegspolitik der Kewcrtschaitcn. Sie hoben besonders hervor, dast, obwohl das Hilisdienstgeietz ein ZwangSgciey fei. es für die Aibeileri'chost doch auch Boileile gebracht habe. Es inüsse auch berücksichligt weiden, dast bei Ablehnung dcS Ge'eveS die Betriebe eveniuell mililaristert worden wären. I» der Ernähiungsfragc sei von den Organisations- leitungen alles gelan worden. Im Schlustwoil ging Brey ansfübrlich auf die vorgebrachten Eiiiwendliiigcn ei». Diö Zeichnungen von Kriegsanleihen könne er »ichl als Fehler bekrachieii, der Vorstand nehnie aber von der Be- anstandiing Keniiiiiis, Ter Bund für Vaterland und Freiheit sei eine Zilsnninieiiiasiiing wirischaillicher Kräfte gegenüber innerer und äusterer Rcaliion. Redner rcchiterligt die Haltung der General- lommiision. Für die Erreichung eines hesteren Schutzes der Frauen und Jugendlichen hätten die Geweilschaslen alle gangbaren Wege bcschiilien. Bei der Abstimmung wurde der Antrag Gotha mit allen gegen ö Stimmen abgelehnt und dein Vorstand e i n st i in m i g Entlastung erteilt. Ucbei die Lage des Verbandes und seine Auf- gaben sprachen zwei Rekerenlen. Ter erste, ReichstagSobg, Brey, behoiidelt in grostzü igcr Weite d>e wirtichailsvolitiichc Seite und dabei besonders den Wiederaufbau des Wirischailslebens, Ter Krieg brachte die weiteste Still- und Zuiainmen- legung von Betrieben: wir haben ganze Judiistriegriippcn, bei cenen es zum Zusammenbruch gekommen ist. Es wird eine geraume Zeil vergehen, um die Zuiuhr an Robprodukien nach Teuiichland wieder zu ermöglichen. Hinzu kommt der groste Mangel au Schifssiainn. der bei der Beschaffung von Rohstoffeii stark in Encheiining treten ivird. Bei der Ber« teiluiig der Rohnoste lv'rd man zu dem System der Ratio- n i e r a n g komme» müssen. Bei der llebergaiigSwirtichait müssen die Vertreter der Geiveriicha'ten alicrkaniil werden. Bei Friedens- schlust hat Denlschland einen ungeheueren Aufnabmebedais. Es sind nicht nur die Nohilofflager geleeir worden, sondern auch die W.ueiilager. Tie internationale Ko» kurre», wird den deuischen Unternebinern zu schasten machen. Wir haben daraus zu achten dan sie die Löhne nicht herabdrücken. Das Unternebinerium wird vielleicht veinichen, durch gesetzliche Eingriffe den Aibeilsmarkl io z» gestalten, dost er-ugiinstcn der Unlernebmcr willen must: die Auswanderung zu miteibiiidei», die Einwanderung zu fördern. Wir haben beiden Beriuchen zu begegnen, Durch die zu erhoffenden Arbeitskammern glaubt Brey, dast manche Konflikte mit den Unlernebmern geichlichlet werden. Er besprach dann die Forderungen der Aibeiier an die Gesetzgebung: uiieingcichiänklcS Koatiiionsrecht, Besciiigiing aller Beichränkuiigcn auf dem Gevieie dcS Vcicinigungsrechles, Äiisban des Arbeiter- schntzcs uiw. Redner schliestt m:t der Aufforderung, die Organi- saiion so auszubauen, dast sie mit grönerer Macht und grösterem Emflust an die kommendeii Dinge heranlreten kau». Es müste jeder aibeilen sür enie geichlossene, eine einige Organisation.(Lebhafter Beifall.» Ter zweite Referent, T b i e m i g- Hannover, behandelte die organiiatorische Seile, den Ausbau des Be tiags- und Unter- stützungsweieiis. Er bemerkle zum Schlust. dast eine Beitrags- erböbiing»ölig ist, um für die kommenden Kämpfe gerüstet zu sein. Mit die'em Beraiilngspnnkl wiid nun die Slatilteiiberalnng derknüpit. Für die Kommission berichtet B r u n s- Berlin. Diese »mpfi hlt. keine Siaffelbeitläge ciiizlitühreii. sondern es bei den, bis- berigen System des EinheilsbeliageS zu belasten. Er schlägt eine Eiböbiing der Beiträge um 1ö bezw. 20 Pf. für die männlichen. um 10 Pi. für die weiblichen und jugendlichen Milglicder vor. Das Eintniisgeld soll von SO Pf. aui 1 M. eihövl werden. Bei de» Uiilc>stiitzungeii soll die BezugSzeil und die Sätze eine Elhöhung finden. Tie Verhandlungen werden auf Mitlwoch vertagt. Aboninerl zum 1. Januar mit Eure Wochenschrist In Freien Sttinden". rr SAVerffchoflsbeNZgung Scrlin und Umgegend. 2fit§ fcem Kriegeaueflk lisz für die Mctaklbctricbc Grotz-Berlins. Tic grseniteii Angrslelllc» t er A. E. 0!.-Werke halten vor längerer Zeil rbie Fordei nng auf Aufbeiierung ihres Ein- I o m m e n s. die im Beii'.cb zu einer Verständigung nicht ge>iihrl Halle, dein Kriegeansschust znr Erledigung uiüerbreiict., Nachdem in dieser Sache melireie Termine staltgefundeii haben, ist es nun- niehr zu folgeudein B e i g l e i ch gekommen: DaS Einkommen aller versicheriingspflichligen Angestellten wird mit Wirkung vom l. Januar 1918 für Verheiratete um 23 M, sür Unveiheiratcte um 13 M. und für jedes Klnd um 10 M. im Monat erhöhl. Dabei bleibt es der A.E G. unhenommen, die Erhöhung in Form von Telieiui'gszuichlag oder Kctiallszu'chlag zu bieien. Auch löniicu alle ieit cinichliestlich I. Lklober in Kraft ge- lrcteneii Emkonimenserköhungen aus diese Zulage angeiechnet weiden unter Ausschluß der im Monat Dezember gewährten be- sonderen Teuerungszulagen. Tie technischen und kaiismäniiiichen Angestellten der Firma Dr. H. forderten eine Teueimigsziilage, wobei tiotz aller Be- mühungeil ini Beirieb eine Regelung nicht möglich war. Ter Kiiegs- aus'chust bar in dieier Sacke iolgenden Schiedsipiuch geiälll: Bei einem Einkoinmen bis z» 830 M. monailich wird eine TetlernngS- zulage von 33 M. monailich gezahli. Verheiraicte austerdem 20 M. und für jedes Kind 13 M. im Monat. Bei eine,» Einkommen vo» über 830 M. soll die Teuerungszulage lOProz. belragen und auster- dcin für Verheiratete 20 M. und für jedes Kind 13 M. Diese Sätze gellen ab l. Dezember 1917. Der Schlosier Sch. aus einein technischen Betriebe in Spandau bar neben sc»er Bcichätlignng in dickem Betriebe noch eine eigene Werkstatt, in der eine Anzahl Arbeiter beschäftigt weiden. Da dieier Betrieb seine ständige Aufsicht nicht länger cnl- bebren kann, möchte Sch. einen Abkehrichein, um keinen eigenen Betrieb leiten zu können. Der Spaiidaiier technische Betrieb lehnt die Erieilung eines Al>kcbrscheiiics ab. Ter Kriegsausichust stellt sich auf den Standpiiiiki. dast. wenn Sch. nicht wieder in ein Arbc tSveibältniS eintreten will, sondern lediglich selbständiger Gc- iverbeUeibender wird, bedarf er keines Abkehricheiues. RusIqnä. Die schweizerische Gcwcrtschastsbcwcgiing im Jahre 1916 hat. wie ans der„Gewertichaiilichen Rundichau" zu enluchnien ist. im drillen Knegsjadie einen erneuien Aufichwung zu verzeichnen, ivährend sie in�den ersten beiden Kiiegsjahren einen erheblichen Milgtlederrückgang erlin Im letzten Friedensjabr 1913 zählte der Gewer kichattsbimd 89 398 Mitglieder! das erste Knegsjahr reduzietle dieie Zahl auf 74 673 und das zwei'? gar aui 05 177 während nun das drinc eine Sicigening mir 88 648 brächte. Für das Jahr 1917 wird mit einer grosten Nufwärlsbewegniig auf 130 000 Muglieder geiechnei. TaS Bermögen der dem Gewer k'chailsbiind angeichlostciieil Verbände bel üg 4274808 Fr. gegen 3089940 Fr. im Fahre l9l5. Im Berichtsjahr kamen 8l-1 Lohnbewegungen und Streiks vor. womit die ichweizenschc Gewerkichaftsbeivegunz ihre Rekoldziffer erreicht hat. Parteinachrichten. 23. Gautag der Sozialdemokratischen Partei der Rhcinpfalz. Nach vierjähriger Pause, die durch den Krieg bedingt war, fand am 16. Dezember in Neustadt a. H. der 23. Gauiag der Sozial- demokratischen Partei der Rheinpsalz sieui. Neustadt c. H. ist für die Partei der Pfalz historischer Bod.n. Vor 28 Jahren schloffen sich hier' die von AugustTreesbach und Franz Jos. Ehr- hart gesührlcn pfälzischen Genossen trotz Sozialistengesetz zu einer festeren Organisation zusammen. 25 Jahre später üöcrspcmir'e den ganzen Gau ein Nctz von Parteivcrctnen. geleriet von zwei Sekre- tariaten: die Genossen eroberten von 6 Re ich Zia gt Wahlkreisen 2, senden 6 Vertreter in den bayrischen Landtag und haben— dank einer freiheitlichen Gemeindeordnung— in den Gemeindeverwaltungen grosten Emflust und haben Bürgermeister- und Adjunkt. n- (Beigeordneten)'Posten tr.rc. Ohne den Krieg bätlc die Pariei an ihrem 25. Gautag stolz auf ihre erfolgreiche Arbeit zurückblicken können. AuS dem GefchäftShericht über die verflossenen vier Jahre geht indes hervor, dast der Stand der Organisationen stark. gelitten hat. Rund 10 000 Parteimiiglieder sind zum Heeresdienst ein�e- zogen. Belagerungszustand. Standrecht und verschärfte Bcschrän- kung der Versammlungsfreiheit behindern die Agitation und die Vorzensur das Wirken des Ludwig'hafener ParlciblaticS. Tro' all dieser Umstände war der Gautag von bestem Geiste beseelt un trotz des Rückganges der Organisationen waren 82 Delegierte an- wcsend. Die allgemeine Aussprache über die Politik der Partei und ihre nächst'n Aufgaben ergab Ucbcrcinstimmung mit den Beschlüssen des Würzburger Parteitages. Förderung der Friedens- Politik, Zurückdrängung und Bekämpfung des Einflustes der Erobc- rungSpolitikcr und Fortentwicklung der VerfassungSzuständc im freiheitlichen Sinne sind neben der S ärkung und Ausbreitung der Organisation die Hauptaufgaben der Partei, denen auch die Pfälzer Genossen sich zu widmen gelobten. Die Erpinguug des gleichen Wahlrechts in Preusten hält der Gautag für eine deutsche An- gelcgenheit und für unaufschiebbar, und verspricht den preußischen Genosicn in ihrem Kamrfe dafür nicht nur alle Sympathie, son- dern jede erforderliche Unterstützung Tie Agitation der Unab- hängigcn. die sich auch im der industriellen Vorderpsalz bemerkbar macht, bisher allerdings mit sehr wenig Erwlg, fand entschlossene Zurückweisung- Mit dem Gelöbnis, treu zusammenzuhalten, für Ausbreitung ber Partei und-ihrer Presse eifrig tälig zu sein, damit die Arbeiterbewegung den erhöhten Anforderungen nach Frieden?- schlust gewachsen ist. schloß die Tagung. Fortschritt auf dem L-iude. Dm t6. Dezember tagte im Volw- bau'e zu Köln eine Konferenz der Verlraiiensleute der ländlichen Orte des Wadllieiies Köln-Land. Die Zahl der Ze>lungSbezieder unseres Parteiblaties hat sich seil Teiember!913 auf dem Lande v e r s> e b e n f a ck t. Autv die Parietorgani'alion macht gute Forischritte. In manchen Ltten des industriell durchietzleii Walil« kieiies stehen uns iiisolge der Gegenarbeit der kaiboliicken Geist- Uckkeil»ock leine Säle zur Veriügiliig. Es winde bcicklossen, im Laufe des Monats Januar in möglickst allen Törfern Versamm- lungcn über die Wahlrechts- und die ErnährungSfragen abziihallen. Industrie und Handel. Krupp. Essen lRuhr). 13. Dezember. Tie heutige Generalversammli.n. der Fried. Äiiipp A.-G., Essen, gcnehniigle den Abschluß sür das Aeicbäflsjahr 19l6/l7. Der BetriebSüberichust der sämtlichen Werke der Firma stellt sich(inkl. Zinsen uiw.) auf>03 89 1 393 M.(i. V. 103 383 284). Hieivon gehen ab iür: Steuer», cinichließlich KriegSilcuerii, 30 899 113 M., gesetzliche Angestellien- lind Aibeitervelsickerung 8 803 854 M., WohliahrlSausgaben einschließlich Krieosbeihilfen 23 712170 M.(An Krie, sbeibilien sind>m ganzen>0 438 370 M. verausgabt.) Zusammen betragen die Ausgaben 62 915 139 M. Nach Abzug derselben ergibt sich aus dem Geichä'isjabr 19lK'17 ein Reingewinn von 40 976 456 M.; hierzu iritl der Ueberlrag au» dem Vorjahr mit 11092 121 M., io dast die Generalversomiliiui'.g über den Betrag von zuian.men 51 978 377 M. Beichlnst zu tassc» halte. Von dem Reingewinn sollen 5 Proz.-- 2 048 823 M.(i. V 2 482 865) der gesetzlichen Rücklage zu. Die Sondmücklage wird um 5 Millionen Marl(i. V. 2 Millionen Mark) ventärkl, und iür besondere Abickreibungen und Erneuerungen werde» weitere künf Millionen Mark li. V. 5 Millionen Mark) berciigestelll. Die Dividende für 1916/17 rjl auf 10 Proz. festgesetzt (tm Vorjahr 12 Pioz.l. Von den Beamien und Arbeitern der Firma Krupp sind bisher rund 32 000 inS Feld gezogen. Amerika versorgt die Schweiz mit Getreide. Bern, 18. Dezember.(Meldung der Schweizerischen Depeschen- Agentur.) Das Schweizer Volkswirtschaftsdepartemenl teilt mit: Ter Bundesrat g.-nchmigte am 5. Dezember das in Paris zwischen den schweizerischen Unterhändlern und den Delegierten der Ver- einigten Staaten abgeschlossene Abkommen. Durch die Erklärungen der amerikanischen Delegierten wird der Schweiz die Lieferung ibres notwendigsten Bedarfes an Brotgetreide, das in den letzten Monaten nur in ganz ungenügenden Mengen hereinkam und dessen Beschaffung zu ernsten Befürchtungen Anlast gab, zugesichert. DaS amerikanische KriegS-Handelk-amt bat die Garantie übernommen, der Schweiz bis zur nächsten Ernte 240000 Tonnen Brotgetreide zu liefern, wovon% bis% Weizen fein soll. All« zwischen der Schweiz und den Staaten der En'enic ge» troffcnen Vereinbarungen, namentlich auch die bestehenden und künftigen Koniinqcntc der Dociete de Surveillance Suisse und die sonstigen diese Eciellschafl betreffenden Bestimmungen wenden von den Vereinigten Staaten anerranui. Amerika wird künftig in die internationale Kontingentskommission in Paris und in die für den Verkehr zwischen den Regierung/n der Ententestaaten und der S. S. S. bestellte interalliierte Kommission in Bern je einen Ver- treter entsenden. Für die wichtigsten Waren, hinsichtlich welcher die Schweiz aus Amerika angewiesen ist, wurden spezielle amerikanische Kontingente vereinbart, in dem Sinne, dast das amcrikan'schc KriegSbandelSamt im Rahmen dieser Svezialkontin.-ente die tzluSfuhrbewillignngen erteilen wird, soweit die eioenen Bedürfnisse Amerikas und feiner Alliierten dies zulassen. Die amerikanischen Kontiingen'e werden berechnet vom-1. Ok'obcr 1917 biS 30. September 1918. Das Kon- tingeut beiräat für Weizen und Roggen 300 000, für Hafer 120 900. für Gerste 31 500 für Mais 149 009. für O c l k u ch c n 46 000 und für Zucker 60 000 Tonnen. Eingegangene vruanZ Mcnzinger. 2,S0M.— Bcrlag?« fiuchkmnMnng„Sfijrin" Graz und Wen Gesammelte Schriften von Alkred Ken:. Erste Reihe in 5 Bänden: Die Weit im Droma. iVk> 30 M. 5. K lch-r, Berlm. Politische Temokrane und nationnle Butonrnnie. Rede des Abg. Dr Renner aus dem Barieitag der tenvcken Sozialdemokraten in Oesterre'ch zu Dien igt 7. 60 Heller. Kg-az Brand u. Eo.. Wien. Durch den Bolksfrirden zum Völkerfriede». Bon Erich Rolber. !0 P'— Jeimann u. Sodn. Berlin. Soziale PZcgnviweudigteiten. Ben Pros. Dr. Franz Staudinger. 1,80 M.— Berlagegeiellschaii deutscher Konsunioercine, tzamburg. Die Theorie»es deutsche» Zollrechtö. Von Dr. Kar! Samtz. 2,50 M. J. C. B. Mübr. Zgdingen. Wahlrecht und Demokraii« in Teutschland. Bon Pros Max Weber. 1,20 M.— Bnchoeiiag der.Hilft', Berti,'-Schöneberg. A s ich noch im Flügclkicide. Von Albert Ziehm und Martin Freble. 25 Ps.— Reclam, Leipzig BerantwartliiZi siir Politlki Erich«uitnkr Berlin:. Wtoai, Berlin. Trnck u.?: erlag. Vorwärts Buifibriitfern». Verlaasantlalt Paul Singe: k Uo., Verl!» S\v Jtziirs« t Bel'nae ntrs Unnrtialtnnnsbiatt. "Urahne, Großmuffer, TTlutfer u Kind,