350-351. 34. Jahr«. Bezugspreis: S IcttrtiäSn. 4.50 SR!, monall. t.SCffit frei in 6 Hau?. dorlUls�ahlbar.Lilizelnc iRltmmctn 10'jjfo. Poilbi�ug: Monat- üch 1,50 Ml. Untci Krcuzband für Teulichtand und Oeskerreich- Unparr 5.— Ml., iür das abiigo Ausland 4�0 MI. monalliS Sorinnd ins!Rk!!> bei dircltcr Veslelluna lnonaü. I/O MI. Poilbeiiellungen nebmen an Däne- uiarl, Holland. Uureinburg, Tchweden und die Swweiz. Emaeirsaen in die t osi-ticitungs-Preislistc. Erichen» täglich, Telegramm- Adresse: »Sozialdemokrat Bcrüu" Verllnev VolKsblettt. ( 10 Pfennig) Ter Anzeigenpreis Sc trägt f. die siebeugeidLÜcne Sloionel- feile 60 Pig.„Kleine Anzeigen". des ictipcdruckie Äort SO Pfg.>zu- laistg 2 iettgedruckie Woriel. jedes ineitere Wo» 40 Pfg. Siellengetuibe und Skblasstellenanzeige» das erile Wert 10 Pfg.. icdes in eitere Wortb?ig. Worte über 15 Buchiiabcn zählen für zwei Worie. Teuerungszuichiag SO»/» jramilieo- Anzeige» 50 Pfg.. voiiiiichc u. gewerlfmastlichc Vereins- Anzeigen 40 Pfg dir ficilc. Anzeigen für die nächfte ilmnihet nillfjen bis R Nbr nachlnitt. im Haiivtgeschiuk. Äerlin ZT-. 66, Lindenstrasse 3, ad- gegeben werden. lSeöfinet vaa L Uhc früh bis Utzr abends. Zentralorgan der foztaldemokratifchen Partei Deutfchlands. Neöaktion: EW. 6$, ilindcnftcofje 3. ifertit�rcdier: Ami Morinplan. Nr. 151 SO— 151 S7: Sonntag, den Ä3. Dezember INI1?. Expedition: SM. öS» �iaüenstraße 5. Keruivrerber: Amt Morinvlati. Rr. 151 SO— 154 S7. Maldoxos Verteidigungsrede. jWaffcnarbdt für den Staatsanwalt. Varstandsniitiiliedern des Kriegsernahrungsanits darin oini� sei, daß die Aufbetung der offen tllch-rcckit- lickicn Bewirtsckiaftuncl� des Errrährnngs- Wesens während der nock bevor. st eh'cndcn Taue r deS Krieges auSgefckilossen ist. Eingreifen des Staatsanwalts in Neukölln. Bezuglich der N e o köllner Den k.fHr ift fülide der Staatssekretär weiterhin aus. diese könne nur richtig ver standen werden, wenn man die Zusammenhänge in Betracht ziehe,' unter denen sie zustande gekommen sei. Der Ma- g istrat Neukölln stebe unter dem.Ein drucke eines seit längerer Zeit schwebenden Vcr° fahrens wegen Uebertretung der Saatgut- vcrordnungseitensderGcmeinde. Der Gedanke sei jetzt nicht von der Hand zu Weesen, daß die Denkschrift die Msicht verfolgt, durch Hinweis aut die Verfeblungen anderer die eigenen Verfehlungen zu entschuldige n. Die Denk- schrift enthalte eine Reihe von Unrichtigkeiten und nnzu- treffenden Berallgemeinerungen. Insbesondere lehnten maß- gebende Vertretungen anderer Groß-Bcrliner Kommunal- yerbände eS in entschiedener Weise ab, mit Neukölln auf. die gleiche Stufe gestellt zu w«rd/n. Tie Denkschrift befinde sich bereits in den Händen stäaksanwnltfchaft. welche den Der Crnährungsbeirat des Kriegsernäh- r n n g s a m t s beschäftigte sich in seiner Sitzung vom 2l, De- zemb-er mit allgemeinen fragen der Bekämpfung der Guter- ( Verschiebungen im Schleichhandelswego, sowie insbesondere mit der von uns verösfentlichten Tenkschrift des Magistrats zu Nenkölln. Der Staatssekretär des Äriegsernährungsamts nahm hierhin Gelegenheit, die Angriffe richtig zu stellen, welche im Anschluß an die genannte Denkschrift gegen ihn als den derzeitigen Leiter des LtriegzernährungSamtS erhoben worden sind. Er führte aus, daß es unrichtig sei, von einem Zusammenbruch des Enste ms SS-itboto zu sprechen und ihm zu unterstellen, daß er die in der Denkschrift erörterten Zustände verschuldet oder geduldet bgbe. Das in der Presse angegriffene System sei das der Fest- fchung von Höchstpreisen und der Zwongsbewirtschastung der wich- tigsten Nahrungsmittel. Dieses Tlistcm habe uns VA Kriegsjahre hinburch geftüfet und in unserer LebenSmitleloe, sorgung gesichert und mössr, so lange unsere Absperrung vom Weltmarkt fortdauert, beibehalten werden. Auch im neutralen und feindlichen Auslande habe niemand ein anderes Nüttel ge- fnnden, um mir geringen Mengen an Nahrungsmitteln eine möglichst gleichmäßige Verteilung durchzuführen. Auch der Sstfleichhandel sei nicht erst in den Zeiten seiner Amtsführung entstanden oder in die Erscheinung getreten» Es müsse allerdings zugegeben werden, das? er im vierten KriegSjahre einen Ilmfang angenommen habe, der die allgemeine Versorgung mit Nahrungsmitteln zu gefährden drohe. Es sei daher von Beginn seines Amtsantritts mr sein ernsthaftes Bestreben gewesen, diesem Hebel nach Möglichkeit zu steuern. Dieses Bestreben habe zu einer Reihe von Maßnahmen geführt, die teils schon erfolgt, teils schon seit längerer Zeit in Vorbereitung seien. Er erwähne als solche eine von ihm als Preußischer Staats- kommissar erlassene Anweisung an die Regierungspräsidenten, die örtlichen P o l i z e i st e l l c n anzuhalten, mit allen Mitteln gegen bekannt gewordene Verschlungen, von welcher Seite sie auch ausgehen möchten, einzuschreiten und die StaatSamvaltschaften in ihren Ersuchen, Ermittelungen vorzunehmen, mit allen zu Gebote stehenden Äräftcn zu unterstützen. Seit Oktober sei eine Bundes- ratsverordnung in Vorbereitung, welche den g e w e r b S m ä ß i- gen F l e i s ch w n ch e r, der auch von der allgemeinen öffentlichen Meinung als verächtlich und vaterlandsverräterisch betrachtet werde, unter besonders schwere Straföesiimmungen stellt. Die Unregelmäßigkeit in Hinsicht auf die Ausstellung von Saatkarten würden durch neue Kontrollmaßnahmen verhindert werden. Die in nicht unerheblichem Ilmfang vorge- kommene Verschiebung von Schlachtvieh auf dem Wege des Nutz- und Zuchtviehhandels werde im Einverständnis mit dem Preußischen Eisenbahnministcr durch strengste behördliche Ucberwachung unmöglich gemacht werden. Audi bei der allgemeinen Verhinderung unzulässiger Verfrachtung von Nabrnngsinitteln er- warte er die tatkräftige Mithilfe des Preusiischen Eisenbahn- Ministers und der Landeszentralbehörden der anderen Bundes- staaten. Die preußischen kommunalen Aufsichtsbehörden seien an- gewiesen, etwa bekannt werdende Verfehlungen von Kom- munalver bänden mit aller Schärfe zu verfolgen. Er ver- spreche sich von diesen Maßnahmen eine wesentliche Eindämmung und ein« Beseitigung der schlimmsten Auswüchse des Schleich- Handels und der Schleichvcrsorgung. Wenn durch die allgemeine Bekämpfung des Schleichhandels gewisse Volkskreise zeitweilig auf Sonvcrbeliefcrungcn, an welche sie sich gewöhnt hätten, würden verzichten müssen, so er- warte er von deren vaterländischer Gesinnung, daß sie das ertragen würden. Es sei zu hoffen, daß gerade infolge der Ein- dämmung des Schleichhandels und der zunehmenden! gxx energisch geäußert, wenn die Veröffentlichung der T-enk- schärferen Erfassung der Vorräte auf dem Lande �späterhin ein, fchrift unterblieben wäre. Wir dürfen also die gegebenen Ausgleich werde gegeben werden können. Die Erfassung der Vor- Versvrechcn als ersten Erfolg unserer Veröffentlichung buchen. räte sei tatsächlich in keinem Wirtschaftsjahre so scharf gehandhabt � Herr v. Waldow Wagt nicht zu behaupten, daß alle worden wie im laufenden Er erinnere nur cm die Ver- Anklagen der Neuköllner Denkschrift unrichtig oder über- schärfung der Verordnung über Speisefette und trieben seien. Wir glauben kaum, daß an der Tatsache des die jetzt in der Durchführung begriffene Aktion zur E r f a s s u n g Angebots von Fleisch zu übertrieben hohen Preisen durch aller Gctrcidcvorräte gegebenenfalls durch Zwangsaus- Vi'ehhandclsvcrbändc gemäkelt werden kann. Auch � die Förderung des Abschlusses von Lieferungsverträgen durch �Ammoniakgaben dürfte feststehen, wenn auch eine einzelnen dort erhobenen Beschuldigungen nachgehe und riick- sichtslos gegen alle Verfehlungen einschreiten lverde. Zunächst ist festzustellen, daß sich Herr v. Waldow hin- sichtlich der Entsiehun�sursachen der Neuköllner Denkschrift sachlich im Irrtum befindet. Mit dem Verfahren, das gegen den Magistrat schwebt, hat diese Denkschrift nichts zu tun. sie ist aus dem Drängen der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion entstanden, die sich ständig gegen die Be- zahlung der Wucherpreise wandte und ein gründliches Ans- räumen mit diesen Zuständen forderte. Ob der Neuköllner Magistrat in einem besonderen Fall über das sozusagen landesübliche Maß der kommunalen Schleichversorgung hinausgegangen ist, darüber wollen wir uns nicht äußern, da es sich um ein schwebendes Verfahren bandelt. Zu verurteilen wäre aber ein Pharisäertum der Gemeinden, das nach den Worten handelt:„.Herr, ich danke Dir, daß ich nicht bin wie jene." Der Neuköllner Magistrat bat sich zu dem, was er getan hat, männlich bekannt/ wenig- stens in dieser Beziehung ist er besser als mancher andere! Herr v. Waldow hat sich gegen die Anklage verteidigt, daß er die ungeheuerlichen Zustände in der Lebensniittelver- sorgung verschuldet oder geduldet hätte, und er Heck sich dabei zu den Grundsätzen bekannt, für die wir stets ein-' getreten sind. Was wir dem derzeitigen Leiter des Kriegs- ernährungsamts vorwerfen, ist nicht die Anwendung dieser Grundsätze, vielmehr ihre Durchbrechung und die laxe Be- Handlung eines sogenannten„freien Handels", der unter den gegebenen Umständen eben gar nichts anderes als Wucher sein kann. Herr v. Waldow gibt zu. was wir behaupteten und was zu beweisen der Zweck unserer Ncröffent- lichung war, daß de: Schleichhandel unter seinem Re- gime(sei es niit seiner Schuld oder ohne sie) einen Umfang angenommen babe, der die allgemeine Ver- sorgung mit Lebensmitteln zu gefährden drohe. Ob dieses Zugeständnis mit der gleichen Aufrichtigkeit abgegeben worden wäre, wenn das Bestreben noch Unterdrückung der?!euköllner Denkschrift Erfolg gehabt bätte, bleibe dahingestellt. Vielleicht hätte sich auch der Entschluß, mit den vorhandenen Mißständen aufzuräumen, etwas weni drusch und zwangsweise Fvrtnahme ES sei seit Amtsbeginn sein Bestreben gewesen und werde auch künftighin sein Bestreben sein, den Interessen der Verbraucher, inß- besondere in den Großstädten und großen Industriezentren, in größtmöglichstem Maße Rechnung zu tragen. Auch in dieser Hin- ficht könne von einer Aenderung des Systems nicht die Rede sein. Nack längerer Aussprache erklärte sich der E r n ä h- r u n g s b e i r a t mit den grundsätzlichen Ausführungen des Staatssekretärs sowie mit den von ihm getroffenen und be- absichtigtcn Maßnahmen gegen den Schleichwucher und den Schleichhandel einverstanden. Der Ernährungsbeirat künftige Anwendung solcher kleiner Kunstgriffe durch die im Sonimer 1917 gegründete Ammoniak-Ucberwachungsstelle hoffentlich vermieden und dafür eine Belieferung der kleinen Parzellenbesitzer mit künstlichem Tüngstoff durch die Ge- Meinde erfolgen wird. Daß dieHindenburg-Spende ein unrühmliches Fiasko war, dürfte keiner leugnen, der sich die Dinge etwas näher angesehen hat. Fest steht ferner, daß die kaufkräftige G r o ß i n d u st r i e den Gemeinden auf Schritt und Tritt im„freien" Lebensmittelmarkte als schärf. >»»-44»>.« 44, 4/4, z r vv s 4- 4 44 4- 4. 4.|* v*•» 4-"•,•> m vf v �«c v v»». v» v,«4/«.> V4.»4»» 4»-�»4 444 4444| V>• 4 V 4 4 4. 4/ 4. 4 I � 4 4 4 1 4 4 V, 1 1 I I 44 4 4.4 4. 444«/| 44544 4. J stellte ferner fest, daß er mit dem Staatssekretär und den I ster Kaufwettbewerbcr begegnet und daß großindustrielle Werke haudelu, als hatten sie sich das frivole Wort zum Leib- spruch gewählt:„Geld spielt für uns keine Rolle!" Auch bandelt es sich, was nicht genug betont werden kann, nicht um einen aufgebauschten Einzelfall, sondern im Gegenteil um einen bedauerlich typischen Fall, so daß nicht in dem indivi- duellen Verschulden dieses oder senes Neuköllner Magistrats« beamtcn eine Entschuldigung gesucht werden darf. Daß sich das Knegsernährungsamt zu citergischen Maß- nahmen gegen den Schleickwucher, will sagen gegen den ge- werbsmäßig betriebenen Schleichhandel, nach de? Veröffentlichung der Denkschrift aufrafft, verdient Anerkennung. Das KriegSernäbruttgsanit wird freilich behaupten,, es bätte schon früher radikale Maßregeln gegen den Schleichhaiwel geplant. Wir wollen an diesen flirten Vorsätzen nicht zweifeln, aber es wäre besser gewesen, das HKriegsernähnnvgsamt bätte nicht erst die Veröffentlichung der Denkschrift abgelvartet, sondern irgendeine Kroftnatur hätte sich schon früher dazu aufgerafft, dem Ämtsschimmel einen kräftigen Fußtritt zu geben, um ihn dadurch zu flotterer Gangart anzuspornen. .Ferner sei daraus verwiesen, daß es eine ganz bcson- derS gefährliche Kategorie von Schleich- Händlern gibt, die relativ«cht leicht kontrolliert werden können: das find die Aufkäufer der großen Werke und auch der Gemeinden. Man sagt manchem von ihnen nach, daß er seinen Beruf und die, Erleichterungen, die ihm durch seine Tätigkeit geboten sind, zu Sckiebungcn�auf eigene Faust und zu eigenem Nutzen benutzt. Hier den Staatsanwalt mobil zu machen, wird ein verdienstlicheres Werk sein, als gegen die Männer die Gesetzesmaschinerie spielen zu lassen, die zum all-' gemeinen Besten die Flucht in die-Oeffeutlichkeit gewagt haben.... Mit der Bekämpfung des Schleichhandels ollein ist es freilich noch nicht getan, auf die schärfere Erfassung der Pro-' duktion, die Herr v. Waldow gleichfalls zugesagt hat, wird nicht geringeres Gewicht zu legen sein, lind wie steht es mit den Ausfuhrverboten? Herr v. B a t o r k i hatte in einer seiner ersten Unterredungen mit Journalisten feierlich versichert, er werde mit den Ausfuhrverboten innerhalb des Deutschen Reiches ausräumen. Aber die Ausfuhrverbote be-, fteben noch heute. Sie verschulden nicht nur die erstaunlichsten Preisunterschiede, sondern sie bewirken auch, daß die Land- Ivirte der gesperrten Bezirke ihre Erzeugnisse nicht an den reellen Handel abgeben können, sondern den Schleichhandel benutzen und unterstützen. Wir haben schon anläßlich unserer ersten Veröffeyt- lichung gesagt, daß es eines ungeheuren Aufwandes von Energie, und nicht bloß staatsanwaltlickier. bedürfen werde. um mit den Mißständen, die unser Volksleben bis ans Mark bedrohen, aufzuräunien. Daß dies geschieht, darauf kommt es uns an. und nicht darauf, Personen, die sich aus irgend- einem Grunde mißliebig gemacht haben, zu beseitigen. Herr v. Waldow will der Manu sein, der es vermag, also zeige er, was er kann. Daß er sich alles Vertrauen, dessen er dazu bedarf, erst erwerben muß, läßt sich nicht bestreiten. Es war tatsächlich ein Zusanimenbru ch, dessen Größe wir nirgends besser studieren können, als an dein traurigen Zu- stand unscxeS diesjährigen Weihnachtsmarkts. Jetzt handelt es sich nicht nur darmn, auszuräumen, sondern vor allem darum, wieder aufzubauen. In der f o l g e r i ch t i g c u Durchführung des Syst c in s. dessen Ricktigkeit von allen, ausgenommen die Wucherinteressenten, anerkannt wird, liegt allein die Rettung! Caillaux vor öer Kammer. Paris, 22. Dezembcer. Meldung der»Agence Havas". Kammer. Vor dickt gefülltem Hause legte P a i j a n t als Be- richterstatter den Beschluß der Kommission dar und sagte: Wir wollen Gerechtigkeit und Bestrafung, aber nicht Rache. L o u st a l o t verlas eine kurze Erklärunng, in der seiner Entrüstung Ausdruck gab, eines solchen Verbrechens beschuldigt zu sein. E a i l l a u x bestieg hierauf die Bühne und vcrant- wartete sich gegen die Anklage, eine Annäherung an die Feinde versucht zu heben. Er habe stets dem Lande gedient. Er ging dann auf seine Beziehungen zu Bolo und dem„Bonnet Rouge" ein. Seine Erklärungen wurden sckMcigend angehört. » Paris, 2t. Dezember.(Meldung der Agenee HavaSg Unter» iuibuiigSrichter Drioux bat Humbert mitgeteilt, daß die gegen ihn erhobene Anklage auf Beihilfe zum Berkehr mit dem Feinde zusammen mit Lenoir und Desouckes sowie auf Erpressung von Geldern und betrügerischen Dieb- st a h l im Verein mit Ladoux und Leymarie lautet» Das Ultimatum Die Rada für gütlichen Ausgleich. Petersburg, 21. Dezember.(Meldung der Petersburger Telegraphcn-Agentur.) Gedern ist die Antwort der Roda eingetroffen. Noch Empfang der Antwort wurde ein Borichlog der zentralen Rada durch den revolutionären Stab der regionalen militärischen Roda von Petersburg zugestellt, > der versichert, daß ein gütlicher Ausgleich des drohenden Konfliktes wünschenswert tei. Der Vorschlag deutet ans eine Wandlungdcr Auf- f a s s n n g d c r R a d a zugunsten von B c? P r e ch u n- gen über den Frieden bin. Tic Antwort der Rada an den Rat der Kommissare lautet; Ter revolulionärc Grab der Ukrainer, ermächtigt durch die republikanische Rogknmg Jcr Ukrainer und das Volk, bat die Ehre, der republikanischen Regierung(Ärofi-Ruhlolids die Ergebnisse der Besprechung des Stades mir seiner.Regierung über das Ultimatum Äes Rates der Kommisiarc an die zentrale Regierung der Ukrainer und die Antwort der rcpublikainichcn Regierung der Ukrainer auf das Ultimatum mitzuteilen. Tic Besprechung über einen gilt- . lachen Ausgleich des Streites zwischen der russischen Rc- publik und her Ukraine enthalten folgende Bedingungen: l. Anerkennung der Rechte der otruinischen Republik und dep ukrainischen Bolkc«! und völlige Nichteinmischung in die Angcicgeiihcitcii der Republik. "2. Erfüllung der Forderung über dir Ukrainisicrung der Truppen und über die Bersebung dieser Truppen von niidere» Fronten auf ukrainisches Gebiet. Erledigung der f i n a n i i e l l c n Frage und der Frage des SicatSschaoeS. 4. Nichteinmischung s> c s Rates der K o m m i s- iare, des Hauptquartiers und' des ObcrbcfchlsbaberS in die Verwaltung der ukrainischen Front, d. h. der rumänischen und der Südwestfront. Z. Lösung der Friede»Sfrage unter T e i l- n a b in c der ukrainischen Rada. Die Regierung der Republik Ukraine nimmt an, daß die Er- ktärungen des Rates der Volkskommissare über die Anerkennung im Prinzip als Grundlage dienen konnte in der Bei- legung des st w i it e s in Rußland, indem ein Krieg zwischen der Ukraine und Groß-Rugland vermieden wird. Was die Bc- t e i l i g u n g an der Bundesregierung anbelangt, io meint die Regierung der ukrainischen Volksrepublik, daß die Ukrainer in Hinsicht auf die besondere Bedeutung, die sie jetzi erlangt hat, nicht weniger als ein D r! t: e l d c r Vertretung inne haben muß. Ter revolutionäre Stab der Ukraine, ermächtigt von seiner Re- gierung, erklärt der Regierung der russischen Republik: Angesichts der finanziellen Schwierigkeiten werden die Nahrungsmittel an der Grenze der Ukraine ausgeführt gegen Bar- zahluug dirett an das Generalsekretariat für Ackerbau in Bank- noten und einem Drittel in Gold. Der rcvolAtionärc Staat der Ukraine hofft zu Gott, daß der B r u d e r z w i st zur beiderseitigen Befriedigung glücklich beigelegt werden möge, und er- klärt sich bereit, alle.Kräfte zur Erreichung des gesteckten Zieles anzuspannen. Ter S i a b S a i a m a n W o! d r e n k o. Adjutant Ussine. Die Antwort des Rates der Voltsbeauftragten Tic Rada übergeht den.Hauptstreitpunkt. Petersburg, 21z Dezember.(Meldung der Petersburger Telegrapyen-Ägcntur.) Wortlaut der Antwort des Rates der Kommissare au den revolutionären Stab der Ukraine der örtlichen militärischen Rada in Petersburg: An Antwort auf Eueren Vorschlag einer freundschaftlichen Regelung des Konfliktes der Zentralrada inir dem Rate der Kom- missare, der mit Ermächtigung der Regierung der ukrainischen Volksrepublik gemacht worden-st, hält der R a t der K o m m i f- s a r e eine friedliche Art zur Beilegung des Kon- iliktS sicher für wünschenswert. Die Regierung der Sowjets hat alles getau, um zu einer friedlichen Lösung der Frage Im Weste» und in Mazedonien zeitweise erhöhte Artitterietätigkeit— Jtalienischö Angriffe am Monte Afolone. Amtlich. V r» ß e S Hauptquartier, 22. Dezember 1917, iW. Z B.f ZÄestlicher Kriegsschauplak. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Bei W r st r ii» s e b e t e sowie bei Q u e a« t und M» e u« b r e S uorübergehend erhöhte Artillerietätigkeit. In Neincre» Lorfeldtäwpfen wurde» Gefangeue gemacht. .Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. F« einzelne» Abschnitten längs der A i l e t t e, in der E h a in p a g n e und auf dem östliche» M a a s u s e r lebte das Artillerie- und Minenfeuer in de» Abendstunde« auf. Heeresgruppe Herzog«lbrecht. Ein ErkiiudungSborstost nordöstlich von Thun» führte zur Gestmgerniahme einer größere» Anzahl Franzosen. Qcstlicher Kriegssehaupla«. Nicht» NeneS. Mazedonische Fsront. Im E e r» a- Vogen, zwischen V a e.d a r und D o j e a»- See nud in der S t r u m«- E b e n e verstärkte sich zeitweilig »aS Artilleriefener. Italienische �rout. Am Nachmittag griff der Italiener den Nt o n t e A s o l o n e und die westlich davon gelegenen Höhe» vergeblich an. Auch am Abend erneut durchgeführte feindliche Angriffe scheiterten. Die Fenertätigieit blieb zwischen B r e n t a und P i a v e rege. Ter Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Abendbericht. B e r l i», 22. Dezember 1917, abends. Amtlich. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Ter österreichische Bericht. Wien, 22, Dezember 1917.(W. T. B.» Amtlich wird porlautbart: Lestlicher Kriegsschauplatz Wassenstillstand. Italienischer Kriegsschauplatz. Feindliche Angriffe gegen den Monte afolone und die «estlich anschließenden Höhen scheiterten. Ter Chef des GeneralstabeS, an öie Ukraine. zu gelangen. Was die von der Rada vorgeschlagenen Be- dinguugen anlangt. Bedingungen, die einen prinzipiellen Cha- rakter wie das Recht der freien Entwicklung der Völker haben, so sind sie niemals Gegenstand der Erörterung oder eines Zwistes gewesen. Denn der Rat der Kommissare ertennl dir volle Verwirklichung der Prinzipien in den vorgeschlagenen Be- dingungen an; dir Rada übergeht aber mit Stillschweigen den wirklichen Gegenstand des Streites, der darin besteht, daß die Rada die Gegenrevolution der bürgerlichen Kadetten und Kaledins unter- stützt, die gegen die Macht der Sowjets der Bauern-. Arbeiter- und Soldatenvcrtrcter gerichtet ist. Ein Einvernehmen mit der Rada ist nur unter der Bedingung möglicki. wenn die Rada ausdrücklich daraus verzichtet, sowohl den Aufstand Kaledins zu unterstützen, als die gegenrevolntiirnäre 7er fibwörung der Vourgeoisic und der Kadetten. Der Rat der Kommissare. gez. Gorbunow Du die Ukraine der Hauptsrage des Rots der Volks- kommissare ausgewichen ist, kann das Ultimatum trotz der Er- klärung für friedlichen Ausgleich nicht als befriedigend be- antwortet angesehen werden. Daß die Volkskommissare dic� Konsequenzen ziehen, läßt folgende Reutcrmeldnng erkennen? Petersburg, 21.'Dezember. Rote Garden drangen um 3 Uhr morgens in die Geschäftsräume des ukrainischen revolutionären Stabes ein und verhasteten vier anwesende Mitglieder. Nach den andern Mitgliedern des Stabes, der die einzige amtliche Vertretung der Rada in Petersburg darstellt, wird gesucht. Kaledin Sankt ab. Wie die Petersburger Telegrapben-Agentur mitteilt, faßte der Ausschuß der ersten Armee in einer außerordentlichen, gemeinsam mit Vertretern der ukrainischen Rada am 18. Dezember abgehakte� neu Versammlung eine Entschließung, die dahin geht, daß der Kampf gegen Kalcdin f ü r d i e beiden Demokratien Groß- Rußlands und der Ukraine eine gemeinsame Pflicht sei. Nach einer Reiiiermekdung von gestern berichtet die„Times" aus Petersburg, daß Kalcdin und die Militärregierung der Kosaken abdankten, um die Bildung einer starken ukrainischen Volksregierung zu ermöglichen. Aus Odessa vom 19. erfährt die„Times", daß die Unruhen in der Stadt, die 5 Tage lang dauerten, jetzt unterdrückt sind. Der Moskauer Sowjet beschloß, den Belagerung?- zustand über die Stadt zu verhängen. * Petersburg. 22. Dezember. Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur. Die Staatsbank erhält täglich zahlreiche Tele- gramme des ukrainischen General sekretariats, worin die S e n d u n g v o n Geldverlangt wird,»ine Milliarde sc i sofort dringend nötig. Eine Verspätung der Geld- sondung würde die völlige Stockung in der Versorgung mit Zucker. Getreide usw. zur Folge haben. Teip Land drohten infolge des Geldmangels Aufstände. Bis zur Regelung des Kon- fliktrö zwischen dem Rate der Kommissare und der Rada wird die Staatsbant keine Mittel zur Berfügung stellen. die Kabettenverschwörung gegen öie Revolution. Veröffentlichung von Dokumenten. Petersburg, 22. Dezember.(Meldung der Petersburger Telegraphen-Agenrur.) Heute beginnt„ P r a w d a" mit der Veröffentlichung von Dokumenten über eine Verschwörung der Kadetten gegen die Revolution. Die erste Veröffentlichung betrifft die A u s s a g e n des verhafteten Privatdozenlen G r o in o w, in dessen Wohnung Hunderte von Aufrufen ge> funden wurden, die von angeblichen internationalistischen Ar- beitern unterzeichnet sind. Groniow erhielt für Verbreitung dieser Aufrufe vom Fürsten Kokutow und seiner Frau Geld. Fürst Kokutow ist Mitglied der Kadettenpartei, seine Frau Kandidatin der Kadettenpartei für die Verfassunggebende Versammlung. Tie Veröffentlichung der Dokumente wird morgen fortgesetzt. Weihnachtskunügebungen in Skanüinavien. Für den Frieden. Am heutigen Sonntag veranstalten die Sozialdeino- kraten in allen größeren Orten Tänemarks und Norwegens Kundgebungen für den Weltfrieden. Die dänische Sozialdemokratie hat dazu einen Aufruf erlassen, in dem es heißt: Mit unermüdlicher Energie, unberührt von den rasenden An- griffen der Chauvinisten und Kapitalisten, hat die dänische Sozialdemokratie am Wachstum des Friedens- g e d a n k c n s und der Vereinigung der internationalen Sozial- demokratie zu gemeinsamer Fried ensaktion gearbeitet. Wir haben den Frieden ohne Sieg als den für Europas Zukunft besten Ausgang des Krieges hingestellt; die übrigen neutralen Sozialdemokraten haben das gleiche getan, und allmählich haben auch die sozialistischen Parteien in den kriegführenden Ländern sich dem Gedanken des Verständigungssriedens ange- schlössen. Das Ziel muß sein: raschester allgemeiner Friede zwischen den Völkern! Deswegen hat die dänische Sozialdemo- kratie jüngst wieder die Initiative zu einer interationalcn Zusammenkunft ergriffe», deswegen ruft sie heute zu Demon- strationen auf. Em ruPsch-japanischer China-Geheim- vertrag. Nach„Nieuwe Rvtterdamsche Conrant" wird dein„Daily Telegraph" aus Petersburg gemeldet: Ter Sowiet veröffent- licht den Text eines Gelieimvertrages, der am o. Juli lOlfi von Rußland und Japan geschlossen und von Ssasonow und Motono unterzeichnet wurde. Di? beiden Länder ver. pflichten sich darin zu einem Offensivbllndnis gegen jede Macht, die versuchen würde, i n C h i n o V o l i t i s ch e V or h c r r s ch a f t zu erlangen. Es wird keine bestimnite Macht in dem Vertrage genannt, aber offenbar handelt es sich um die Vereinigten Staaten. Der Vertrag läuft bis Juli 1921. Inzwischen soll, wie vor einigen Tagen mitgeteilt wurde, zwischen Japan und den Vereinigten Staaten ebenfalls ein Abkommen wegen China getroffen worden sein. Ueber den besonderen Inhalt dieses Vertrages verlautete bisher nichts. Die Allianz Amerikas niit den Ententestaaten, die das poli- tische Bild gegen 1916 auch in bezug auf Ostasien wesentlich verändert Hot. wird auch den älteren russisch-jopanischen Ver- trag überholt haben. Die Wahlen zur Konstituante. Es sind bis jetzt 377 Wahlergebnisse für die Verfassung- gebende Versammlung bekannt. Es lourdcn 299 Sozialrevolutionäre, 197 Maximalistcu, 23 ukrainische Sozialrevolutionäre und 13 Kadetten gewählt. Llopö George verlangt Soldaten. Die WeihnachtSüberraswung deS englischen Premiers für sein Land ist eine gewaltige M e h r n n s o rd e r u n g an Sol- baten. Das ist daS schmerzliche Ergebnis des Ausscheidens Rußlands aus dem europäischen Kriege. In der großen, im allgemeinen durch ihren der Form nach gemäßigten Ton angenehm ausfallende Rede von Lloyd George im Ilnterhause wird zuerst lehbafte. Klage über Margarine- und Buttersorgen erhoben.„Tor NabrungS- mittelmangcl bei den Alliierten ist größer als vorher angenommen wurde, denn England bat bedeutende Opfer aus seinen eigenen Mitteln bringen müssen, um die fehlenden Vorräte der /Verbündeten zu ergänzen." Aber gleich darauf jolgt die Beruhigungsvastille. Die U-Boote hätten weniger Schaden angerichtet, als Lloyd George früher selbst angenommen hatte:„Tie Verluste nehmen ab. die Neubauten nehmen zu und die Versenkung von U-Booten desgleichen. Meine Schätzungen im August sind nicht ganz ein- getroffen.... Die Bilanz, auf die ich meine Schätzung aufbaute, sah beträchtlich Höhere Verluste vor, als sie wirklich waren." Ob- wobl sicki die englische Schiffahrtstonnage um 20 Prozent verringert habe, sei die Einsuhr nur um 6 Prozent gesunken. In einer amtlichen deutschen Kritik der Rede Lloyd Georges wird dagegen daraus verwiesen, daß die Wirkungen des U-Bootes nicht nur in direktem Schiffsverlust bestanden, sondern auch darin, daß die Abwehr der U-Boote insbesondere die Schutzbegleitung der Handelsschiffe erhebliche Seekräfte binde. Aber dieser Ausblick auf den Lebensmittel- und Schiffsfrachi- markt war offenbar nur Nebensache. Die Hauptsache war für Lloyd George die aus der Verschiebung des militärischen Gleich- gewichts folgende Notwendigkeit starker militärischer Ver- stärkungen: „Bevor die Regierung dazu übergeht, einen Gesetzentwurf zur Verstärkung des Heere» einzubringen, soll der Minister für den nationalen Dienst in der kommenden Woche eine Kommilsion mit den Leitern der Fachvercinigungcn zusammen- berufen, um ihnen die Lage auseinanderzusetzen." � Das geschieht, weil die den Arbeitern bei der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht gegebenen Versprechungen aufgehoben werden sollen. Der englische Ministerpräsident tröstete seine Zuhörer damit, daß die deutschen Maimschastsreserven noch geringer und daß die Leistungsfähigkeit der deutschen Arbeiter beträchtlich geiiinken seien. Dann sprach Lloyd George über die Kriegsziele: Seitdem Rußland in Svnderverbandlungen getreten ist, muß es sein Gebiet natürlich selbst schützen, und dadurch sind auch die Fragen wegen Konstantinopel erledigt. Fm übrigen erklärte er, er habe die englischen Kriegsziele bei vielen Gelegen- hei ten klargelegt. Die Friedenskonferenz werde bei der Ver- fügung über die eroberten deutschen Kolonien die Wünsche ihrer Bevölkerung berücksichtigen müssen. Er versuchte die Ansicht lächerlich zu machen, daß England in den Krieg getreten sei, um Eroberungen zu machen, und schob den Ausbruch de» Krieges der ruhelosen und anmaßenden deulscheu Militärkaste zu, die den Frieden der Welt störe. Englands Sieg sei das einzige, was die Friedens- b e d i n g u n g e r> verwirklichen könne. In dem künftigen Völkerbund müßte Teutschland durch das deutsche Volk vertreten sein, und dies fei der Grund, weswegen die Regierung die Arbeiterpartei und das Parlament um die notwendige Verstärkung an Kräften ersuche. * Nach Lloyd George behandelte ASquith die KriegSziele, die darauf hinausgingen, durch einen freien Bund der großen und kleinen Staaten für die ganze Welt Freiheit und Gerechtigkeit zu erlangen und zu sichern. Für die Ereignisse in Rußland machte er deutsche Bestechung und als noch wirksamer die auch in Italien und den neutralen Ländern tätige„ungeheure, täuschende, aber in höchst gewandter Weise überzeugungsvoll gestaltete Werbearbeit Deutsch lands verantwortlich. Würden Lloyd George und Asquith nüchterner und weniger in abgedroschenen Phrasen und Begriffen denken, so würden sie ein- sehen, daß das deutsche Volk weder seine militärische Rüstikng ab- legen noch selbst den Militarismus wirksam bekämpfen kann, so- lange der Krieg dauert. Vor dem Kriege hat es in Deutschland eine mächtige Strömung gegeben, die den Militarismus in die Ver- leidigung gedrängt hat. Nach dem Kriege wird diese Strömung übermächtig werden. Ihren endgültigen Sieg verzögert aber nie- wand anders als Lloyd George selbst, der den Frieden bis zum Triumph der englischen Waffen fortführen will! Die siebente üeutsche Kriegsanleihe. Das Ergebnis der siebenteu Kriegsanleihe stellt sich nach Ablauf der Feldzeichnunqsfrist<2t>. Novembers nunmehr e n d g ü l t i g auf 12 62:1 669 299 Mark. Hiermit ist die bei der ersten Meldung ausgesprochene Erwartung, daß das Endergebnis 12'/., Milliarden erreichen dürfte, noch um ein Beträchtliches ubertroffen worden. Die Verhandlungen der italienischen Kammer. (Hiolitti sür Eintracht des Parlaments. Rom, Ll. Dezember.(Meldung der Agenzia Stefan!.) Kammer. Auf eine Bemerkung des Abgeordneten P i r o l i n i zu der Affäre C a v a l l i n i erwiderte Orlando, Eavallini sei seinerzeit schon überwacht worden, noch bevor von dem Caillaux- Skandal die Rede gewesen sei. Seine Verhaftung sei erst später er- folgt, da der Minister i» Anbetracht der besondere» Zeitverbältnisie es sür nötig gefunden habe, die Auklagepuulte den Militärbehörden mitzuteilen, bis das gerichtliche Verfahren eingeleilet werden konnte. P i r o l i n i ruft: Caillaux ist der Giolitti Frankreichs!, waS heftige Szenen zwischen der Linken und der Rechten herbeiführt. Giolitti erhebt sich.(Anhaltender Lärm auf der Rechten. Bei- fall aus der Linken.) Die Sitzung wurde auf eine halbe Stunde unterbrochen. Nach Wiederausnahme der Verhandlungen sagt P i r o l i n i � daß er Giolilti persönlich nicht angreifen wolle. Der Redner stellt fest, die Parlamente fast aller Länder seien durch den Krieg in ver- schiedene Lager geschieden worden. Er habe dem opsei freudige» italienischen Volke nur sagen wolle», daß dieser Krieg ein Kampf der ganzen Welt gegen das Germanentum bedeute und daß er durch parlamentarische Manöver nicht beendet werden könne. Tie Wclr bestehe heute aus zwei Lagern, man könne nur für oder gegen Deutschland sein.(Lebhafter Beifall rechts, Lärm auf der äußersten Linken.) Giolitti erwiderte hierauf, er nehme von den Erklärungen PiraliniS bezüglich seiner Person mit Genugtuung Kenntnis, da- gegen verwahre er sich entschieden gegen den von Pirolini gebrauchten Vergleich. Er würde niemals einen Senderfrirden oder irgend Kr. 350— 35T ♦> 34. Jahrgang «aacssssEHKa Sonntag, 23. deZemberlO!? Prestkohleub zug. Die erneute Prüfung des Prcfzkohlengeivichts nn Verhältnis-ur Slück,akl hat ergeben, daß zuiszeit ein Zentner Braunkohlenbnletts tl4 Siück Braunkohlenbriketts entspricht. Demgemäß hat der Koblenverband Groß-Berlin die Anordnung getroffen, daß an die Stelle des bisherigen Satzes von lltl Stück nunmehr 114 Stück gleich 1 Zentner setzen find. Ferner sind besondere Borkebrungen getroffen, die darauf ab- zielen, die Belieferung der schon früher, also vor der letzten Frei- gäbe von Abschnitten der Kohlenkarte und Sonderkarle freigegebenen Abschnitte zu bcvouugeii. Die Kohlenhändler sind näml'.ch ange- wiesen, am ersten Verkaurstage einer feden Woche Kohlen nur an Verbraucher zu liesern, die noch solche, schon früher freigegebene Abschnitte im Besitz haben und entsprechend hinler der allgemeinen Belieferung zurückgeblieben sind. Die Kohlenhändler haben die Verbraucher an diesen Tagen durch cnlsprechendcn, von der Straße aus sichtbaren Aushang hiervon zu unterrichten. Umtausch vou �leischkarteu. Für&k am 24. Dezember Beginnende FIc i schkartcnpcriodc können die Fleischkarten in Berlin am 24., 27. und 28. Dczemiber bei den zuständigen Brotkommissionen gegen Bezugscheine auf andere Nahrungsmittel umgetauscht werden. Als Ersatz für Fleisch werden wieder Teigwaren und Grieß ausgegeben. Der Waren- bezug erfolgt wie bisher aus den bekannten, besonders kenntlich ge- machten Geschäften. Zum Umtausch berechtigt sind diejenigen, die sich bei ihrer Brolkommission zur Eintragung in die Liste gemeldet haben oder nachträglich von der Abteilung für Fleischbersorgung zum Umtausch zugelassen worden sind. Wer die An Meldung feiner- zeu ohne sein Verschulden(z. B. infolge Krankheit oder Abwesen- heil) versäumt hat, kann den Umtausch ebenfalls am 24. Dezember, vormittags von b bis 12 Uhr. und am 27. und 28. Dezember, von 8 bis 1 Uhr, im Bureau für Flcischversorgung, Stralauer Str. 3/C, bewirken. Haferflocken nur noch auf„Iänglingskartcn". Die vorliegenden Mengen von DafernährmiUeln sind, wie wir der„Berliner Acrztc-Korr." entnehmen, in Berlin son.'eit zurückgegangen, daß sie nur noch zur Versorgung von Säuglingen im ersten Lebensjahre, an Kranke mit schweren akuten Ver- dauungserkrankungen und an Zuckerkranke zu einer Sqserkur, nicht alicr zum ständigen Gebrauch abgegeben werden können. Die Ab- gäbe erfolgt für diese Kranke nur aus Grund eines ärztlichen An- tragS bei der Zentralstelle für Kra>rkencrnährung mit vorgeschrie- bcncm Attest. Tic beivilligten Bezugscheine für Haferflocken tragen den Aufdruck„Säuglingskarte", da nur die so gekennzeichneten Karten von den Verkaiffsstellen und den Apotheken eingelost werden. Für Säuglinge im ersten Lebensjahre sind die Karten außer- dem mit dem Sreinpel der Brotkommisnon, für Kranke mit dem der Zentralstelle für Krankenernäbrung versehen. Aus Rezepte wer- den in den Apotheken Haferslocken nicht mehr verabfolgt. Anträge aus Bewilligung von Nährmitteln werden sich daher nur noch aus Grieß und Teigwaren sowie in besonderen Fällen auf NciS zii beziehen haben. Zur Schonung der Zugpferde bot das Oberkommando folgende Bestimmung getroffen: I. Aus schwer beladenen Lastwagen darf nur der Kutscher' mitfahren. Das Mil'abren anderer Personen ist verboten. II. Aus landwirtschaftliche Lastfubren sinder die Bestimmung zu I keine Anwendung. III. Zu- Widerhandlungen gegen Ziffer I werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre, bei Vorliegen mUdernder Umstände mit Haft oder mit Geld- strafe bis zu 1 500 M. bestrast. IV. Diese Bekanntmachung tritt mit dem 1. Januar 1918 in Kraft. Tie Generalversammlung der Konsumgenossenschaft tagte am Donnerstag zum vierten Male und kam wieder nicht zu Ende. Zunächst ttnirde der Antrag, das dem„Vor- wärts"-Uirternchme>n geliehene Darlehen von 290 900 M. am 1. April 1918 zurückznverlangcn, angenommen.— In der Debatte über mehrere die Geschäftsführung betreffende Anträge wurde vom zweiten Geschäftsführer O. Schal tze auf den Vorwurf ungleichmäßiger Warenbelieferurig der Verbaussstellen erwidert, die Genofsenschaft halv inst nicht weniger als!!2 Gemeinden für die Verkaufsstellen über die K a s s e u s ü h r a ii g nud derer Kontrolle klare Vorschriften zum Zweck einer jederzöft möglichen Revision zu erlassen, um so die Gcuosscit'chaft möglichst vor Nochteilen zu bewahren; ferner, bei der W a r e n b e l i c f c r u n g der einzelnen Verkaufsstellen mit Waren vollkommen gerecht und ohne jede Beborzugung zu verfahren; von dem Aufsichtsrat, seine ge- srtzliche PfHcht der Boaiifsichtiaung so ailözuübeii, daß in Zukunft ein genosscnschaftlich-harmonisches Verhältnis auch zu den u n- t c r e n Angestellten zu konstatieren ist. Weiter wurde einem Antrag zugestimmt, baß die Generalversammlung den Vorstand mit der Bildung einer Schiedskommission beauftragt. In ihr Kommission soll im allgemeinen Revisionsinstanz sein, aber aus Antrag nach Bedarf auch als Schlichtungskommission für besondere Angelegenheiten in der Genossenschaft iz. B. wenn bei persönlichen Streitigkeiten keine Einigkeit zu erzielen ist) wirken. Sie hat der Generalversammlung ihren Jahresbericht zu erstattet. Ein Antrag, den Mitgliedern vom Geschäftsjahr 1918/13 ab keine Rückvergütung wehr zu zahlen, wurde n. a. damit begründet, daß Hann billiger vertaust werden könne. Im Auftrage der Ver- waltung empfahl Miruö die Ablehnung, weil dcr Verzicht aus Rabatt die nach dem Kriege notwendige Werbearbeit für die Ge- nossenschaft erschweren würde. Auch andere Redner erklärten sich gegen den Antrag, und er wurde dann mit sebr großer Mehrheit abgelehnt. Vorstand und Auf sichte rat antworteten bann noch auf Vorwürfe, die der Geschäftsführung in der Debatte über ihren Jahresbericht gemacht morden waren. Schultz« äußerte sich u. a. zu der Klage, daß Waren im Zentrallage: verdorben seien. Ter Verderb sei unvermeidlich gewesen, auch habe es sich um geringe Mengen gehandelt und die Verluste seien fast nie der Genossert- schast zur Last gefallen. Gütiler bemerkte u. a., daß vor dem Ver- k ä u f e r i n ii e n st r c i k die Verhandlungen nicht hingezogen wor- den seien, aber die Dauer von 5 bis 6 Wochen sich nicht habe der- meiden lassen. In der Frage des 7- U h r- L ad e n s ch l u s sc b iverdc jetzt auch von den Verläuferinnen und vom Handlungs- gehilfcuverband eingesehen, daß er zurzeit nicht möglich sei. Gütiler lxüonte, daß besonders im Hinblick auf die voranssickitlichcn Schwierigkeiten der ersten Friedensjahre alle Genossenschaftsmit- gliedcr, welcher politischen Richtung sie angelwrcn mögen, fest zu- sammenhaltcn sollten. Bei Eintritt der Polizcishnide wurde die Versammlung noch- malL vertagt. Kleine Anfragen. 16. Als Extragabe zn»! WeibnachtSsest berteilt die Stadl C h a r l o t t e u b u r g an ihre Einwohner einen Kaffee-Ersatz. da« Pfund zn 2,40 M. Die Chariotienburgcr, welche meinten, für diese das Viersache des üblichen Preises betragende Summe einen besonderen FestlagSgenuß zu erhalten, sehen sich in ihrer Hoffnung aus das jämmerlichste getäuscht. Einige Kenner halten den Kaffee- Ersatz für pulverisierte Fäkalien, andere gehen noch einen Schritt tveiler und behaupteii, er bestehe aus gebrannten Kohlrüben. Jeden- falls stinkt er in des Wortes eigentlicher Bedeutung gen Himmel und sein Genuß erregt Ekel. Die Kauileute verweigern die Rück- «ahme und verweisen jnitf den Magistrat.— An diesen richten wir nun folgende Fragen: a) Trügt ein betrügerischer Fabrikant oder die sträilichs Unachtsamkeit eines Beamten die Schuld an dem Reimoll? dl Ist er bereit, den bereits verkauften Kaffee- Ersatz zurückzunehmen und den durch seine Schuld übervorteilten Käufern die verausgabten Summen wiederzuerstatten it U. A. w.(j. Tie Berliner sozialdcmolratischc Stadtvcrordnctcnfraktion hat folgenden Antrag eingebracht:„Die Versammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, mit den Borortgemciiiden ein gegen- seiligcS Abkommen dahingehend zu treffen, daß ihren Beamten und Lehrern das Wohnen innerhalb des ganzen Gebiets der vertrag- schließenden Gemeinden gcsiatjet i'i." Tie Jugendweihe iür die nächste Ostern die Schule verlassenden Kinder soll am 24. März 1918 stallfindcn. Es können sich alle Kinder daran beteiligen, die nicht an der Einsegnungsfeier der christlichen Kirche oder einer sonstigen ReligionSgemcrnschast teil» nehmen. Lesoudcce Kosten erwachjen daraus nicht. A n»r c l- d u n g e u zur Jugendweihe werden schon jetzt cnlgegengeiionimen, und zwar bei sömilickien.Vor>vZrIs"-Speditioncn sowie im Bezirks- sekrcturial der Parteiorganisation(Theodor Fischer), Berlin 81V 63, Lindenstr. 3. Im Wissenschaftlichen Theater der Urania gelangt in der Festwoche mii Ausnahme von Montag und Freitag all- abendlich dcr neue, von Professor Heck verfaßte Vortrag„Tier und Mensch in dcr Wildnis", mit kinematographifchen Lichtbildern zur Darstellung. Am Freitag wird Direktor Goerke noch eimnal. seinen durch farbige Bilder illustrierten Vortrag„Jerusalem, Ein- drücke und Erinnerungen" wiederholen. Am Montag(Heiligabend) bleibt das Institut geschloffen. Am DonnerStaa, Freitag und Sonnabend wird nachmittags der Vortrag..Das Oberen gadin und der Splügen" zu kleinen Preisen wiederholt. Treptow-Sternwarte. Folgende Kino-Voriräge finideii statt: Sonntag, den 23., 3 Uhr: ,,3 WeihunärtSmärchen", 5 Uhr: „Gras Dohna und seine Möwe", 7 Uhr:„Sitten und Ge- brauche fremder Völker". Dienstag, den 25.(1. We i hn achts sc i er tag', 3 Uhr:„3 Weihnachtsmärchen", b Uhr:„Polarjagden"(Seelöwen, Remitiere und Elche), 7 Uhr:„Graf Dohna und seine Möwe), Miti woch, den 26.(2. Weihnachtsseiertag), 3 Uhr:„Graf Dohna und seine Möwe", 5 Uhr:„Walrosse, Eisbären und Alken", 7 Uhr:„Aus fernen Landen". Bei klarem Wetter vor und nach den Vorträgen Beobachtungen mit dem großen Fernrohr. Tie Post in Grost-Vcrlin am Sonntag. Tie Paketausgabc schaltet' sind wie werktags geöffnet, die Paketannahmeschalter von 8 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags, letztere nur bei Postämteri:, bei denen auch sonst an Sonntagen Pakete angvnommen werden. Es findet auch eine einmalige außerordentliche Bestellung von Paketen statt. In der Versammlung im Lrhrcrvercinslicius am 18. Dezember sind ein Hausschlüssel und eine Brosche gefunden worden. Beide Gegenstände können von den Verlierern im Bezirkssekretariat, Lindenstr. 3, in Empfang genommen werden. Äcuiüllu. Brikettvertinis. Sämtliche Personen, die au' die vom Mngislral seinerzeit für den Kohienveriauf ab Kahn am Oberhasen ausgegebenen Bezugscheine ihre Kohlen noch nicht erhalten haben. werden ersucht, unter Vorlegung der Bezugscheine die Kohlen aus dem städtischen Holzplatz am Oberhasen— Zugang durch die Lahn- siraße— in Empfang zu nehmen. Werden die Bezugscheine nicht bis zum 31, 12. 17 vorgelegt, so kann der Magistrat für eine be dorzugte und schnelle Absertigung keine Gewähr übernehmen. Die Ausgabe der Kohlen findet mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage vormittags von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 4 Uhr statt. — Lebensmittelversorgung. Das aus Abschnitt 7b der Lebens- mittelkarte zur Ausgabe gelangende Weihnachtsgebäck tamr von morgen ab entnommen werden. Diejenigen Einwohner, welche bis her die für die Kinder bis zu 14 Jahren zur Verteilung gelangen den WcihnachtSgaben(Schokolade. Kunsthonig, Keks und Feigen sowie Vi Pfund Aepfel) nicht erhalten haben, können diese jetzt noch in den Konsitürengeschästen bzw. die Aipsel in den städtischen Ber- kaussstellen in Empfang nehmen. Die den Kleinhändlern au; dem Verkauf auf Lebensmittelkarten verbleibenden Restbestände an Aepseln können ohne Ausweis freihändig an Neuköllner Einwohner verkauft werden. An Personen über 76 Jahre(vor dem LI. Dezember 1847 Geborene) gelangt aus Grund von Bezug scheinen, die hei den Brotkommissionen erhältlich sind, 1 Pfund Buchweizemnehl in den städtischen Verkaufsstellen zur Ausgabe. An alle Einwohner tnerden aus Abschnitt 77 und 78 der Leoens- mitielkarte je 106 Gramm Hülsenfruchtmehl und ILcj Gramm Teigwaren bis einschließlich Donnerstag, den 27. Dezember, ver- abfolgt. Auf Abschnitt 81 ist in den städtischen Verklnissstelleu Suppe npulver und 1 Paket zubereiteter Suppen erhältlich. Auc jede Person entfallen je Vi Pfund Suppenpulver Sorte I und I! sowie ein Paket zubereiteter Suppen. An Haushaltungen von b und 6 Personen werden in den städtischen Verkaufsstellen bis einschließlich Montag, den 24. d. M., gegen Vorzeigung der Reichs fleischkarte für Erwachsene und der Haushaliikarte je eine Büchse kondensierter Mager- oder Vollmilch oder eine Flasche sterilisierter Milch abgegeben. Städtisches Geflügel gelangt gegen Vorlegung der HauShaltkarte außer in den städtischen Fischhallen auch in den Handlungen von Dittmann, Berliner Str. 42, Kipf, Bergstr. 138, Kohn, Hermannstr. 211, und Kossack, Kaiser-Friedrich-Str. 243. ZUN! Verkauf. Da die vorhandenen Vorräte an Gänsen zur Be- sriedigung sämtlicher Inhaber von Haushaltkarten von mmdestens 4 Personen nicht ausreichen, wird versucht werden, bei spateren An lieferungen die jetzt nickt befriedigten Kartennchaber in erster Linie zu berücksichtigen. Eine besondere Verteilung von str'Mem Kaffee-Ersatz zum Preise von 1,60 M. pro Pfund wird: vor dem 31. Dezember erfolgen. ES entfällt aus jede Person Vj.Pfund?« Es wird noch daraus hingewiesen, daß in den ersten Tagen des Januac Kunsthonig au die Bevölkerung zum verkauf gelangt und danach auch wieder Marmelade in größerer Menge, sobald eS die Zufuhr gestattet.__ Schönebcrg. LebenSinittelvcrtciluug. Bis zuui 23. Dezember werden 100 Gramm Sirup auf Abschnitt dö der Nährmiitellarte ohne Voranmeldung ausgegeben, außerdem vom 28. Dezember ab l.i Pfund Grieß auf Abschnitt 84 und 2 Suppenwürfel aus Ab- schnitt 30 der Nährmittelkarte süc Jugendliche. Die Abschnitte 87.. bis g der Kartoffelkarte, welche für die Zeil vom 24. bis 30. De- zember gelten, können schon jetzt bei den Kleinhändlern eingelöst werden; ebenso die Flejschkarten der Weihnachtswoche. Reinickeubori. AuS dcr Geineindeveirretung. Eine Er- höhn n g der Existen z-Mindestsäbe, nach der die Höhe der M i e t b e i h i l se n zu berechnen ist, beschloß die letzte Ver. tretersitzung. Die Satze erhöhen sich bei erwerbslosen Frauen ohne oder bis zu zwei Kindern um 20 M., bei erwerbstätigen Fraueu um 10 M., bei Frauen mit drei und mehr Kindern, bei denen eine Erwcrbslätiakeit ohne weiteres als unmöglich betrachtet wird, ohne Rücksicht auf etwaigen Erwerb um 15 M. pro Monat. Die wekfthe Nachtigall. Der Roman eines sterbenden Jahrhunderts. 69s Von R. France. (ftorH. folgt.! Tränen überströmten seine Wangen uttd ein Weh war in seinem Herzen, als habe es immer dieser Frau gehört, von der er bis gestern kaum etwas wußte, und welche doch die eiste Gefährtin war. die er im Leben gefunden. Er sah zir ihr hinab— und plötzlich stand ein anderes Bild neben dieser Frau, die an ihm nur flüchtig vorüber- gegangen mit ihrer unerwiderten und doch bis zum Tode treuen Liebe, die ihn verstanden hatte, ohne ihn zn kennen... Reginas bescheidenes Bild tauchte vor ihm auf... lind eS war ihm, als sähe sie ihn bittend an, als deute sie zurück in eine einfachere Welt, die er nun für immer verlassen müsse... Zur Sonne wollte die eine fliegen mit ihm— wie hatte die andere ihn stets an die Erde und ihre Bürgerlichketten bannen lvollen... Wieviel Glut. Begeisterung und Verständnis lag nicht in den wenigen Worten, als die Sterbende von seinem Denken und seinem Werk spraest... Hatte je Regina so gesprochen? Sie, die ewige Wanreriii vor allem Kühnen, Sieghaften. Wie tätlich niißverstandeu hatte sie ihn doch heute noch, als er ihr die Neuigkeit sagen wollte, und als sie glücklich war, daß er wieder ins Joch des Amtes kriechen würde. Eine unendliche Bitterkeit flieg in ihm auf.... Er sah auf den lächelnden Mund der Toten, er schien zn sprechen: Zur Sonne wollte ich fliegen mit Dir... Ein Seufzer draußen entriß ihn diesen Gedanken, er ging zur Tür. Vor ihr saß Peißer mit blutunterlaufenen Augen, den Kopf nuf die Fäuste gestützt. Die beiden Freunde standen sich gegenüber wie zwei Feinde. „Weißt Tu. was Du getan hastig" fragte Solms heiser. „Ich weiß," erwiderte JnkobuL.„Und jetzt bin ich fertig. Tie einzige große Tat meines Leben sollte sie sein— und jetzt bin ich der Elendeste— und wieder kleiner als Tu... nicht schlecht, aber ein dummer Narr... und daS ist ärger." Man merkte seiner Stimme den Ekel vor sich selber an. DaS versöhnte Reinhard mit ihm. „Wie meinst Du das?" fragte er milder. „Regina hat mich befreit und hat mir gesagt, daß Dn der Geliebte von der Frau da drinnen bist." „Regina tz" fragte Solms tonlos, jetzt erst begann er den Freund zu begreifen, jetzt erst die Wunder der Abgründe deS Frauenherzens, die eine neue Ossenbnning in seinem Leben waren. Beide verstummten. Beide hielten ihren armen, brennenden Kopf in den Händen. Dann reichten sie sich lvortlos die Hand. „Armer Jakobus", sagte Solms. Tiefes Mitleid ertrug der andere nicht. Laut auflveinend tvarf er sich zn Boden. „Reinhard, jetzt bleibt mir mir mehr das Stciben." Dieser nickte. „Ich verstehe, so lvie Widmont." „Widmont is: rot?" „Ja, heute starb er; lveil alle ihn verrieten, hat er sich vergiftet. Ich soll nach Paris gehen mit seinem Vermögen." Da lachte Peißer grell auf und bückte sich nach dem Messer. Doch bevor er Zeit fand, ertönten unten Stimmen. die dcr Zofe nnd die eines Mannes. Der Instinkt des Fliehend überwog alles. „Reinhard, man darf nicht sehen, Dil bist blutbefleckt, Dil kämst in Verdacht. Ich halt' sie auf, lauf' durch den Keller, er ist offen... ich bin der Mörder," zischte Peißer. Nur einen Blick des Abschiedes wechselten die Beiden— dann ging Peißer absickstlich laut die Treppe hinab, im Flur blieb er stehen— Reinhard leise hinter ihm— jetzt lvemdte er sich den Stimmen zu und sprang vor. Ein emsetzlicheS Aufkreischen... Er hatte jemanden gepackt und wälzte sich mit ihm am Boden. In dem Tnmnlt fand Reinhard genug Zeit, um unbemerkt in den 5t'eller zu gelangen und von da in den Park, lind einmal dort, war er in Sicherheit... V. Als am Tage nach Fronleichnam Regina Nachmittag einen Augenblick in den Laden ging, saß darin eine alte Frau, die bei ihrem Eintritt auf sie zuging nnd freundlich sagte: „Ist die Jungfer vielleicht die Demoiselle Regina Sey boldSdorf?" „Gewiß bin ich die, lvaS soll's?" entgegnete verwundert das Mädchen. Da deutete die andere geheimnisvoll auf Franz, der hinter dem Ladenlisch Pfefferdüten klebte. „Sie kann ruhig vor dem Buben reden," rannte Regina, dcr eine Ahnung aufging. „Einen Brief Hütt' ich für die Demoiselle von Inders- darf." Und sie überreichte ein Schreiben, daS Regina sofort ein- steckte. Es trug Reinhards Schrift. Fiebernd eilte sie in ihr Zimmer, sie fühlte sich ohnedies krank an diesem Tage, die Angst vor Entdeckung würgte sie. Schon vormittag halte eine Nachricht die andere überboten. Man erzählte von Peißers rätselhafter Flucht, dann erfuhr sie, der Professor Widmont sei plötzlich gestorben, dann kam etwas Unerhörtes: Peißer hatte auf der Flucht die Baronin Dury erstochen und sie beraubt. Man erzählte, er habe La Gulden bei sich gehabt. Ihre Sinne schwanden säst, als sie das hörte; dazu also hatte sie ihn befreit i Um einen Raubmörder aus ihn zu machen! Nein, das war er nicht... Sie ahnte etwas noch Entsetzlicheres... Peißer hatte sie rächen wollen... Und nun dieser Brief von Reinhard von jenseits der Grenze! Ihre Hände zitterten so, daß sie ihn kaum erbrechen konnte. Endlich las sie: Meine teuere Regina! Ich schreibe Dir im Morgen- grauen... Ich bin frei... frei von dcr unerträglichen Luft vou Ingolstadt, in der ich fast erstickte. ES sind entsetz- liehe Dinge geschehen...(Forts, folgt.) Den Antrag Se'3 Ernietn�evorstanbeS, die tut nächsten Fruhzrche ' arzunehmenden regelmäßigen Gemeindevertreter- anhlen um ein Jnhr zu vertagen, lehnte die Gemeindevertretung v. Es sollen, entgegen dem WunM deZ Gemeindevorsiandes, neue Wählerlisten angelegt werden. Zur Ersparung von Kohlen soll uif Vorschlag des Gemeindevorstandes eine wesentliche Einschrän- ung der öffentlichen Straß enheleuchtung erfolgen. Da die den Lehrern bewilligte erhöhte Ortszulage bisher von der Regierung nicht genehmigt ivorden ist, beschließt die Gemeindever- uetung die sofortige vorschußweise Auszahlung derselben. Auf An- rage bestätigt der Bürgermeister, daß die Gemeinde die Her- Teilung von Wurst in kommunaler Regie aufgenommen ! abe und die Schlächter künftig nicht berechtigt seien, Wurst selbst lrrzustellen. Die Abgabe der Wurst erfolgt jedoch durch die Fleisch- Verkäufer des Ortes gegen Anrechnung auf die Fleischkarte. Der Dreis stellt sich auf 2,10 M. für das Pfund. Ter bisherige Beigeordnete Stadtrat Reichhelm wurde auf " ie Dauer von zwölf Jahren erneut zum Beigeordneten gewählt. Er leitet zurzeit das Gemeindeernährungsamt und hat sich als solcher weifcgehends Shmpathien bei der Bevölkerung erworben. — Brcnnholzvcrkanf. Auf dem Lagerplatz an der Graf- Dödern-Allee findet werktäglich von 8 bis 4 Uhr der Ver- • auf von Brennholz statt. Das Holz wird in Mengen von%, Vi uib 1 Raummeter abgegeben nnd kostet bis 60 M. pro Raummeter, E:»ach der Holzart. Abgabescheine werden gegen Vorzeigung der --lauen Ausweiskaric und gegen Zahlung des Kaufpreises im .Zimmer 31 des Verwaltungsgebäudes täglich von 8—1 Uhr ver- -'-'folgt. Eine Anfuhr ist vorläufig nicht möglich. — Tie Gintragung in die neue Zuckrrkundenlrste kann noch bis zum Donner-tag, den 27. Dezember, vorgenommen werden. Pankow. Keine Gemcindcwählen. In ihrer letzten Sitzung - eschloß die Vertretung, aus Anlaß des Krieges von den im ommenden Frühjahr fälligen Ergänzungswahlen zur 'Gemeindevertretung Abstand zu n e h m e n, wodurch ie Amtsdauer der im Frühjahr turnusmäßig Ausscheidenden— vierunter auch unsere Genossen Schmidt nnd Gaß mann— um ein Jahr verlängert wird. Britz. Lebensmittel. Auf Abschnitt 68 der Lebensmittelkarte wird Vi Pfund Honigkuchen bei folgenden Bäckern abge- geben: Tickhoff, Lange, Liersch, Schröder, Sucker, Tzschentke, Werg- mann, Wölk und Wolschendorf. Ter festgesetzte Preis beträgt 1.80 M. für das Pfund. Die Gemeinde hat Grünkohl be- 'chasft, der bei den Gemüsehädlern, die sich zur Abnahme bereit . e klärt haben, zum Höchstpreise von 0,20 M. für das Pfund auf .lbschnitt 70 der Lebensmittelkarte abgegeben wird. Friedrichsfelde. Neue Zuckereintragung. Für die vom 1. Ja- vuar ab gültige Zuckerkundenliste sind die Anmeldungen vom 27. Dezember bis zum 2. Jauuar zu bewirken. Friedrichshagen'. Offenhalten der Schlächtereien. Um den Fleischbedarf für das Weihnachtsfesi zu decken, sind die Schlachte- reien geöffnet: Heute bis nachmittags 4 Uhr und morgen während des ganzen Tages. An diesen beiden Tagen haben die Abschnitts der Reichsfleischkarte vom 24. bis 30. Dezember Gültigkeit. . Nowawes. Lebensmittel. Bis Sonnabend, den 5. Januar findet auf Abswnilt 40 der Verkauf von Honigkuchen statt. Aui jeden Kartenabichnitt entiällt 1 Paket a 7ö Pn Vis z» dem oben er- reichten Termin wird auch noch Schokolade für Schulkinder in noch- siebenden Verkaufsstellen ausgegeben: Tenaelmann, Lindensir. 87, auf Nr. 1—1176: Knrtze. Priesterstraße. auf Nr. 1177— 223S: Kaisers Kaffeegeschäit. Friedrichstraße, aui Nr. 22?6— 3204; Kegel. Priesterstraße. aui Nr. 320o— 43ö3. Der Preis beträgt lür je 1 Tafel Sarotti 1,43 M., Hildebrandt 1,30 M., Cailler 1,45 M. Groß-öerliner Partemachrichten. FricdrichShagen. Heute nachmittag 3 Ubr findet im „Lindengarten'. Friedrichstraße 74. ein Märchen- und Familienabend statt. Erzählerin und Rezitatorin Frl. Maria Schipfmann. NowaweS. lieber„Weltfriede und Baterland" sprach in einem vom hiesigen Bezirk deS Wablvereins veranstalteten gutbestichtei, Vortrage der Reichstagsabgeordnete Wolfgang Heine. Nach einem Rückblick auf die verflossenen drei opferreichen Kriegsjabre'nnd einem Hinweis auf den im Osten jetzt aufleuchtenden Stern der Hoffnung auf eins baldige Beendigung der Volkerzerfleischnng begründete er die Notwendigkeit eines allgemeinen Friedens, wie ibn die Sozialdemokratie und die Reichstagsmebrheit fordert. In einer rinstimmig angenommenen Resolution Ivird ein annexions« und kontribinionsloier� Frieden, Demokratisierung der staatlichen Ver- hältniffc, ein freies Wablrecht in Staat und Gemeinde und eine radikale Beseitigung des Kriegswuchers wie des Schleichhandels ge- fordert._ Ms aller Welt. Katastrophe in einem böhmischen Bergwerk. Dreinndzwanzig Arbeitet getötet! Aus A u ß i g wird unterm 21. gemeldet: Heute früh brach im A u st r i a- S ch a ch t III im Gemeindegebiet Karbitz der Verbindungsstollen zwischen dem genannten �Schacht und dem Senselrevier ein. Von den dort beschäftigten A r- b e i t e r n konnten sich ff durch einen Luftschach retten, während 23 abgeschlossen wurden. Die Rettungs- arbeiten waren durch einen ansgebrochenen Brand, der offen- bar die Ursache der Katastrophe ist, sehr erschwert. Nachdem es endlich gelungen war. bis zu den Verunglückten vorzu- dringen, fand man sie bereits tot vor. Die Stelle be- weist, daß sie versucht hatten, durch den Lustschachi zu ent- kommen: doch hatte die glühende Einbruchsstelle derartig Rauch und Gas entwickelt, daß die Arbeiter nicht mehr hin- durchkommen nnd den Luftsckacht nicht mehr erreichen konnten. Bis heute früh waren sämtliche 26 Verunglückte, bei denen Wiederbelebungsversuche vergeblich ivaren, geborgen. �ugenüveranftaitungen. Arbeiter-Jiigeudbeim Bcrtiil, Lindenstr. 3. H e n t e Sonntag, abends S—'LIO Uhr, ollgemeiner Spiel- und Unterbaltungsabend.— Am ersten Feiertag bleibt das Heim geschloffen, am zweiten Feier- tag, abends 6 Uhr, Weibnachtsfeier. �bartottenlnirg. Arbeiter-Jugendbeim, Rofinenstr. 4. Weih- n a ch i S f e i e r am zweiten Feiertag. Heimöffnung 6 Uhr, Ansang 7 Uhr. Jugendliche, Eltern und Freunde willkommen. Eintritt jrei. Snefkasten öe? Z�eAaktion. Am Weihnachtsheiligabend, 1. und 2. Weihnachtsfeiertag fällt die Juristische Sprechstunde aus. Zl. M. 15. Ja. da die unehelilben Kinder nur Erbrecht an dem Nach- lag der Mutter baben.— 3t. M. 3. Bei dem angegebenen Einkommen kann auch die Staatsmiterstützung entzogen werden.— H. Z. 50. Sie können wegen der Mietfteigerung auf Grund der Bundesratsverordnung vom 26. 7. 17 das Mietennaungsamt um Entscheidung anrufen.— 8. 33. Wenn die Verstorbene der Kirchcngemeindc noch angcbmtc. also nicht ihren Austritt aus der Landeskirche vollzogen batte. Hüffen die Gebühren bezahlt werden.— F. K. 124. W-ndcn Sie sich mit einem Gesuch um Rückzablung an das Kriegsministerium.— F. K. 8.'Auch mündlicher Vertrag iit rechtsgültig. Sie können alio glicht ohne weiteres ziehen, es kommt daraus an, was für Kündigungszeit Sie ausgemacht haben.— P.(y. Die Auswandsentschädigung hätte schon Anfang 1014 beantragt werden müssen, da zu der Zeit 6 Jahre aktive Dienstzeit schon nachweisbar waren. Vcriuchen Sie es jetzt noch mit einem Antrag.— W. 16. 1. und 2. Ja. — G. T. 1000. Nein, die Erhöhung der Renten iit noch nicht Gesetz.— Flak. Wenn die Beitragsleisiung nicht sortgesetzt wird, besteht kein An- ivruch auf die Leistungen der Krankenkaffe. Ihre Ansich: bezieht sich darauf, daß Kriegsteilnehmer binnen sechs Wochen nach ihrer Rückkehr in die Heimal in die Krankenversicherung wieder eintreten können und da- durch wieder Anivruch auf die Kaisenleistungen haben.— Schießer H. 274. Ihre Frau könnte in dieiem Fall nur Klage gegen den Lieferungsverband erheben, die nach unserer Ansicht wenig Aussicht aui Erfolg bat.— 31. 9. 85. Wenden Sic sich an das Sanitätsamt im Kriegsministeiium. — 3t. H. 47. 1. und 2. Nein.— Anna 50. i. und 2. Da gegen» wärtia leiner der Söhne aktiv dient, besteht lein Anspruch aus'Aufwands- cnischädigunz, weil diese nur gezabtt wird, wenn noch einer der Söhne zum aktiven Dienst eingezogen ist.— C. E. B. L. 3. Von der mündlichen Vereinbarung kann der Wirt zurücktreten. Sie sind dann verpflichtet, ieinem Verlangen Folge zu leiste».— 31. I. 00. Ja. F. B. 60. Sie sind zur Zahlung verpflichtet.— II. C. 6/15. 1. Das kann u. E. nicht zuläsflg sein. 2. Erst nach 24 Stunden. 3. Unterosfizieren steht nach 5ll, jähriger Ge'azntdienstzeit die Seraeanteniöhnuna zu.— Unsere Beilage„Sonntag" wird in dieser Woche der Nummer vom 25. Dezember beigegeben. 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Renke!, Karl, Rohrleger, geb. 19. 2. 87 in Berlin. Scherff, Wilhelm, Graveur, geb. 6. 6. 82 in Berlin. Schröder, Johannes, Schloff», geb. 1«. 3. 92 in Stettin. Schulz, OttO, Arbeiter, geb. 8. 2. 96 in Zcnzig. Schulze, Kurt, Schlosser, geb. 13. 2. 96 in Berlin. Steinborn, Richard, Schleifer, geb. 15. 12. 85 in Vietz. Weber, Rudolf, Schlosser, geb. 4. 4. 79 in Leipzig. Wennrich, Bruno, Schlosser, geb. 22. 11. 90 in Schreib crhau. Ziebarth, Paul, Klempner, geb. 15. 12. 88 in Rogafen. Ehre ihrem Andenken l 1 22},'6 Tie Ortsverwaltuug. rJUMMIHtW t Beioso ttr WUlder, ZAeittrlliM «h rilllinlUiln MWuij. IFiiiale Berlin, Seballianltraße 37—38. Dem Andenken unicrer auf dem KricgSschanplai, geiallenen Kollegen 3lm 24. Mai 1917 starb im Lazarett toittettlonaschncider. Kollege der Herren- Otts Pflaumbaum geb. 24. Januar 1879. 2lm 18. Oktober fiel der Nniformschncider, Kollege Georg Pissarczyk geb. 24.' Februar 1884. Am 2. Ottober 1917 siel der Kollege(Branche Muster« konseitton) Lr�via Lasse geb. 2. Jum 1897. Am 29. November 1917 starb im Lazarett der Kollege (Brauche Knabenkonseltion) Leopold Krisch geb. 14. Dezember 1877. Am 2. September 1917 fiel der Kollege Vrtmo Klohn geb. 22. September 1897. Ferner starb am 5. November 1917 der Kostüm- schneider, Kollege �.nton Mäusler geb. 30. Dezember 1883. 166/13 Die OrtsTepiraltnn*;. a Mi;-WMw-awr�iai ücrband der GaK« und i ädjankwirte Deutichlands. Zahlstelle Benin. Nachruf. DenMilgliedern zur Nach« j eicht, dag der Kollege JCMli KMski! Olncifenau'ir. 30, Bez. 5 am 18. Dezember verstorben ist. IStirc seinem Nndcnken! Den Milgiiedeim zur Nach- 1 richt. dag die Frau deS Kol- legen löl/2 äs, Beda Bcrgmannstr. 97, Bez. 5 welcher zurzeit im Felde ist,! verstorben ist. Ghre ihrem Slndenke»! s Dte Ortsverwaltung. i Verband der Lall- und Lchanwirte BeuUcbtands. Ortävepwalt Charlottenburg. T en Mitgliedern zur Nach- richt, daß unier Kollege AM« SKW nach langem Leiden vcr- starben ist.-- 151/3 «stire seinem Andenken! DI« Beerdigung findet am Montag, den 24. De« zembcr, nachmittags 1 Uhr, in StabnSdorf statt. Absabrl 3 Uhr. Der Borstand. X n»iirluininvk«!, einige bessere, ÄaSkocher, ver- nicken� Schlittschuhe. Feldbett. stelle, Daselwage, PerlchwdeneS Preiswert.' 117/16 Schwerinstraze 4. Dc«t5d)er nTefallarbeUer« Verband. VerwalUmgssteüe Berlin. Ten Mitgliedei n zur Nach- richt, dag unser Kollege, der l Zinlgiejzer IFeriüosvd Zehi!!? Posener Strasje 22 s gestorben ist. Die Beerdigung findet am ! Montaa, den 24. d. M., nach- > mittags 12'/, Udr, von der I Leichendalle des Zentral- ] FnedboseS in FriedrichSscldc ! auS statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, dag unsere Kol- legin, die Metallarbciterin m* Klitscii Mstllerstrage 93 am 21. d. M. gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 24. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen St. PauIS-Kirchhoscs in Plötzen- see, Dohnagestell, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Kachrnfe. Den Mitgliedern ferner rur Nachricht, datz unser Kolleg«, der Mechaniker Leorg Kuglerstrage 84 am 19. d. M. gestorben ist. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, dog unser Kollege, der Triebmachep Ut\ RSsner Müllerstrage 121 am 13. d. M. gestorben ist. .Ehre ihrem Andenken! 221/7 Die OrUeerwaltung. I Nach langem, bangem Warten wurde uns jetzt Nachricht, dag mein Herzens- I guter, iunigstgcliebicr Mann, mein lieber Sohn, Schwieger- söhn, Bruder, Schwager | und Onkel, der Landsturm- > mann Willi Jurack im Januar 1917 in russischer (Sesangcnschast gestorben ist. Dies zeigen, um stille Teilnahme diltend, an Witwe Helene Jnrnck g-b. Linke. Kraetzstrage 23. Witwe WilhelmineJnrack als Mutier. Wer ihn gekannt,»«ig, waS wir verloren. Geliebt, beweim nnd un- vergessen. Ruhe sanst in Feindesland. Am Mittwoch, den 19. De- zcmber 1917. vormittags Ii Uhr, wurde mein lieber Mann Fritz Pump 1 von seinem schweren Leiden I erlöst. Tiefbewegt zeigt statt de- soliderer Milteitung dieses allen Verbands- nnd Ver- einsmitgliedern, allen die ihn tonnten, an. Kranzspenden wunschgemäß dankend verbeten. Die trauernde Witwe Lmilie Pump geb. Wultschaob. Die Elnäschcrung findet am Donnerstag, den 27. Dezember, nachmittags 3 Uhr. im Krematorium Gerichtstrage statt. Speziatarzt Dr. me«!. �ockenfoU. Friedrichst. 125(Oranienb T.). fürSyphllis.Harn-u. Frauenleiden Ehrllch-Hata Kur(Dauer 10T.), Blutuntersuch. Schnelle, sichere sclrmerzl. Hellung ohne Berufsstörung. Teilzahlung. 232/12* Sprechstund.: 11— 1 n. 6—8, öonnieg gebllvet S— 19 ead 13—7 ühr. ?___— IM»! qiMKZÜSKZ z rPJilliiPl! Aslratiian auf rsinseil Ftütr ist. esMsa Pelzkia;» 350, 250, 175 Ses�lSsch-SlG�eRüianhl 375 Sssi-Kanltiüäsläl 950 Persianer Kineenmaiilal 950 Rslmüsne KaBüasafn-Kasiästis 300 Eoiife Säilii-KosUme 250 Pluslasif-hafiiM 209, 150, 98 Seidensiiaiel, Impr�rileit 200, 150 Seiden-SumfRiiiitniel 150, 125 Promie Me. Seiüenltle:«« Ulster mit eclitem Pelzkragen dicke, lüGllige Stolle! Einfache Ulster!! flestanaBin I. GescnäX«- Berlin W, Moöresstraßs 37a U. Uescbült; Berlin ISO, Gr. Fraaklurler Str. 115. 1. Feiertag: xi-eirblaiaea. 3. Poiertas: greltjrao't 13—3 IThr. Zn beziehen durch alle Buchhandlungen und durch den Verlag Moritz Perles. k. u. k. Bncbhandlunz, Wien. Stefan Buszczynski s FREIHEITSIIOBT Deutung der Gescbicbte Polens. Frei»: M. 6.—, Stimmen dep Presse: , Gegenüber den manch erlei abfälligen Uitcilen. die teils zur Erklärung, teils zur Ilechtfertigung der Teilungen über Polen in Umlauf gesetzt wurden, wollte Buszczynski zeigen, daß Polen nicht ein Produkt und Opfer von Anarchie und Adolsübermut war, das sich müh.-am einige Jahrhunderte bis zu seinem tm- verraeidliohem Untergang hiuschloppte, daß vielmehr die Geschichte des polnischen Volkes yon großen nnd hohen Ideen geleitet war, daß Polen durch seine Achtung der Menschenwürde, durch seine ßeuandlung der Volksmassan, durch seine Kechtspflege, durch seine Duldsamkeit, durch seine Fähigkeit zu friedlichen Eo- fonnon, durch seine Gabe der Versöhnung fremdartiger Elemente undduioh seine Entfaltung politisoher Freiheiten nicht nur den Beweis für seine Existenzberechtigung erbracht, sondern auch vor den meisten anderen Volkern einen Vorrang hatte."(„Kölnische Volks- zelttmg", 15. Aug. 19 171) „Die Veröffentlichung dieser Arbeit des bekannten. polnischen Gelehrten in deutscher Spruchs ist angesichts der staatlichen Wiederherstellung Polens sehr zu begrüßen, da sie ihre Bestimmung einer wülkomme- non Aufklärung zu erfüllen vermag, und zwar nicht so sehr durch das Eingreifen in das trockene Tat- sachenmateriai, als vielmehr durch die tiefere Einsicht in den geistigen Lauf der Geschichte."(„Bohemia", 23. Juni 1917.) „Der gleichsam divimatorische Sinn der Ausführungen Buszojnskis. die gewissermaßen höchst aktuelle Zuspitzung seiner Argumentation, bewirken, daß uns dieses Buch vom Horte der Freiheit so ungemein nahe berührt und befruchtend anregt."(.Krakauer Zeitung", 6. Sept. 1917.) Anson Cholonievvski s Geist dei� Geschichte Polens. Ppeiu: 31. 3.—, Stimmen der Presse: „Dem interessanten Buche(„Fraiheit&hort") hat einer der hervorragendeten Publizisten unserer Zeit, Herr Anton Choloniewski, ein tiefgefaßtes Vorwort vorausgeschickt.(„Krakauer Zeicung", 6. Sept. 1917.) „Choloniewski kommt in seinem Buche zu dem Schlüsse:„Die Grundsätze, deren tiefe Weisheit die Völker Europas erst unter den fürchterlichen Leiden des Weltkrieges begriffen, haben wir Polen schon durch Jahrhunderte in den Grenzen angewandt, die dem Begriff der Gesellschaft die Entwicklung der Epoche vorgezeichnet hatte. Die Ideen, denen die Zukunft der Welt gehört, sind unsere."(„Deutsche W arschauer Zeitung", 8. Sept. 1917.) 1198b* Zur Erweiterung ihrer Gewüiepstiwzuugcu im nfm>t sten Frühjahr nimmt die Norddeutsche Gemnieban- Gc- nofienschaft seht n, eitere Mitglieder mit Anieilen zu hundert Mark als stille Teil- »ehmer aus. Auch die neuen Mitglieder erballeu In den Verieiliings- stellen Kopeuhagener Sir. 4 (beim Ringdahnhos Schönhauser Allee) und Percroburger Strafte da einen halben Zinlner solange die Porräte noch reichen. Aus mehrere Anteile entsprecheud mehr. 117/19 Näheres in den genaunien Berteilungsstellen und durch den Borstand der Norddeutschen Gemüsebim' tSruoffeufchait. e. G. ttt. b. H.. Berlin O 3. Burgftr. 27 III. Zimmer 76. Tuehiager IVf. Becker, MM (Spitt elmam). SroBes Lager Seide, Samt, in Anzug-, /fiCpiüs ch, MOan,1tei.�SGhIeiers,0,,a" Stoffen,-iy Futtcrsaohon. Allen Freunden und Be- kannten die traurige Nach- richt, dag mein lieber Mar». unser guter Valer, Grog- Vater und Urgroßvater, der | MetoMnitcker MSZ AWM im Alter von 70 Jahren»ach ff zehnmonai-gem schwerem Leiden sanst entschlasen Ig. TieS zeigen tiesöetrübt an Frau Ida Hasseldach geb. Süöer n e b st Kindern. Map Hassetbach. tdranz Hasseldach. Familie'Uortwig. , Raveiihorst. ,(tlramsledt. Drochner. Bln.-WilinerSdors, Mainzer Str. 19. Die Beerdigung sindel Sonntag, den 23. Dezem-- ber, mittags 12>l, Uhr, von der Leichenhalle des hiesigen FriedkoieS, Bei'in er Strafte !9I— 103, aus"att. 1189b Mlttimm aus Reparaturen von Sielen- geschi, ren verlangt. Nur solche, die m diesen Arbeiten(tr-- sabrnng haben und selbständig arbeiten fönnen, wollen sich zwischen 8 und 9 Uhr morgens melden. 126L Mex. Herman p Berlin N 20, Pankstr. 20. tiearSudet 1S04 waren en groi Elnzeharkäui wie alljähilSch zu billigsi Preisen� 8. ScMssfjsggp, KeiwKöngs'r.ansr") kein Laden, II. Stock. BiitS gßlläll 2ll( Firm i und Hausnummer ü zu achten! Sonnt, v. Iß-SgeSffn, 11 HaushtabaU 1 Ä'nd1 Schnüpflabak\ dauernd TorrUtig. Pasl MÄSfÄ"1 FlottwcIUtr. 14. .ager»e ng-, jSf] [*jfsch Fut König!. Frei. Klassenlolterie. %lehang 1. Klanae: S.u. 9. Januar 1018 .KM Vs Vj V«_ Vi fivOSC Ms 10 20 40 M. Ü. Porto» bei Voransbezahiunc für alle 5 Klassen KP* ö 25 S 10 20 40 M.B. 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Berlin V, Tauentzienstrasse Union-Theater................ Schöneberg, Hauptstrasse 49 Eden-Palast.................. Neukölln, Kottbuserdamm 2,3 Roiikruo-Lichtspiele......... Neukölln, Hermannpiatz' Union-Theater................ Berlin, Unter den Linden 21 VOM 21°— 31. Dezember Artushof-Lichtspiele......... Berlin N V, Perleberger Str. 26 VOM 21.— �4, Dezember Passage-Theater............. Schöneberg, Haupfstrasse 139 Lichtspiele B'rgmannshöh.. Berlin SW, Bergmannstr. 109 Lichtspiele Wien-Berlin..... Charlbg., Wilmersdorfer Str. 150 Ferner bis einschliesslich Ponnersfag, 27, Dezember 1917 Pferde- und Viehreichtum in Rumänien..... und Union-Theater, Berlin, ...................... Weinbergsweg Pferdelararetf in Dcncheni..... Dsulsohe Kleinbahn Im Feuer U"P�TÄ.Ä Sturmtrujjjjübungen............"d« uS'' BeTliB, ünter Funker-Äs teilwri? Union-Theater, Berlin, Kur- run&cr............... furstendammu.NolIendorfplatz b;5 einsc�i, Montau, 24. Dezembgr1917 Riga genommen.................. Ro�nads;Vcht,pieIe' Köfenick" Der Kaiser bei unseren Mrk.»SS'bÜÄ'" Verbündeten................... und Vereinigte Lichtspiele, D,,e � JTS?inZ0SCh!aCht AletropobTbeater�Franseckistr�S I. und II. teil...................... und Helmholz-Kino, Raumerstr. Bis ins Hauptquartier Cadernas universum-Ltchtspieie. (Der IZ.Jsoiizoschlacht III. Teil)____ Reichenberger Strasse Hölienkampf an der Älsne...... Berlin' Hlndenburgs 70. Geburtstag. BS�8dee7�eh,spielc' Funker-Abteilung.............. KuKÄI5aTmr' i6erlio' Sturmtruppübungen......... N0B�urne«�raPieeei6BerIin N' Der Möller von Flandern........ �KnVÄÄse8� Ballschmieders Lichtspiele, Berlin, Badstrasse 16 Oer e'serne Film und Universum-Lichtspiele, (I, Teil: Kokerei).................. Reichenberger Strasse und Monopol-Lichtspiele, Berlin, Soldiner Strasse 14 Der eiserne Film ux-Lichtspieie, Steglitz, (II. Teil: Hochofen)............... 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Qreifswalder Strasse 206 Heise van Detb!abem nach P.tra"• Die Bekannknarkung beZ OkerlommandoZ w den Marken Eetresfcnd Beschlagnahm? und Meldepflicht aller Arten von neuen und gebrauchten Segeltuchen, abgepaßten Segeln cintchlienlich �iektaucn, Zelten tauch Zirkus- und Schaubudcnzelten), Zelt- Überdachungen, Mariisen, Planen(auch Wagcndcckcn), Tbeatcr- tulisscn, Panoramaleinen, tritt am üü, Dezember lvl? in Kraft, Tic vollständige omtlichs Bckannlmachung erfolgt an den Slnlchlazsäulcn und in der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", (VSO, I. Mit, 17. II. Nng.t Berlin, den 2ü. Dezember 1917. _ Der Polizeipräsident. MWkl WMNM'SWU Bcrwaltungcftcllc Berlin. X 7>�, Liuteustrafte 8Z— diS. Kclchäftszeit von 9— 1 Übe und von 4—7 Uhr. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Kchlung! iranke GmerdMe). Wegen Quartalsschluß bleibt das Bureau der Lraukcnabteiluug am Mittwoch, den 2. Januar 1918, den ganzen Tag geschlossen. Die kranken Mitglieder werden ersucht, ihre Unterstützung bis Mittwoch, den 31. Dezember 1917, zu erheben. Diejenigen kranken Mitglieder, deren Zahltag am Mittwoch, den 2. Januar ist, geben Buch und 51arte bis spätestens 29. Dezember ab und erhalten am 31. Dezember bis 12 Uhr mittags Geld. Vorstehendes findet bei solchen Mitgliedern, welche sich in Krankenhäusern oder Heilanstal'en de- finden und die ihre Unterstützung erst nach Beendigung ihrer Krankheit abheben, keine Anwendung. 221/5* KHo Ortsverwaltnng. M. Oraniensfr. löö. Mäntel Seal-Bisam Persianer Breitschwanz Fohlen PelzgefütterteMäntel b. H Leipzigerstr. 42,. jm» Im Garderobe gegen bar and bequemster Teilzablang. Kostüme, Mäntelkleider, Ulster, Sammet-Mäntcl, Astrachan-Mäntel, Röcke und Blusen ra großer Auswahl, nur Neuheiten am Lager. gjsgr PelKwaren ieder Art."KW J Kerreii-4nzlige, Faielols, Olsler. 'Jarder. Xerr., Alaska. IClan- u. �Velßfüchse, Peicrinrn, 40— ÜIIO.Tik. Fern Pelsmäntol, Merron- Gehpelze. 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Dezember, nachmittags ß1/. Uhr: Deutsches Opern k>.: Rigaletta. Volksbühne: LumpengesindeL Nachmittags 3 Uhr: Schiller-Th. Charlottenburg: I'ooella d'Anörea. Schiller-Tb O: Hinter Mauern. KünfUer-Th.: Der Herr Senator. Dienstag, 25. Dezember, nachmittags 2'/, Uhr: Deutsches Opernh.: Die Fleder- maus. Volksbühne: Lumpengefindel. Nachmittags 3Uhr: Lessing-TK.: DoS Kind. Künstler-Th.: Der Herr Senator. Mittwoch, 26. Dezember, nachmittags 21/! Uhr: Deutsches Opernh.: Die Fleder- maus. Volksbühne: LumpengefindeL Nachmittags 3Uhr: Schiller°TH. O.: Hinter Mauern. Lessing-Tb.: Das Äind. Künitler-Th.: Der Herr Senator Frledrlch-Wllhelmst. Theater 3 U: Ein Maskenball(Amelia). Vi, Uhr: Das Droimäderlbaus. IteMidenz- Theater 3 U.: Die Warschauer Zitadelle. vi, uhr: Ulli Grün. »»chiller-Theater O 3 Uhr: Hinter Hanern. 7v,uhr: Professor Berntordl. Theater iür Sonntag, 23. Dezember. Centrol-Theater Kommandantenstraße 57. .'I'ljü.: Die Kinder der Exzellenz. VI, Die Csardasf Urstin Deutsches Opernhaus 7 pur: Ger Zipoerliaron. Kleines Theater '■!'/, Uhr: Uebclei. 7� Der Kuhhandel Komische Oper 'l'ij Uhr: Die Kinokjjnigin. 7' 3 ü.: SehwarzwaldniädeL Tjustsplelhans?•/, Uhr; Die blonden Mädels v. Lindenhof •l1/. Uhr: Der Schwabenstreich. Metropol-Theater t/hm Die Rose von StanibiiL 3 Uhr: Die Kaiserin. Mclillier-Th. Chart. 3 Uhr: Novella d' Andrea. ti, uhr: Paullne. Thalia-Theater uhr: Eson onsi seine Fra"en. 3 Uhr; Eine lustige Doppelehe. Theater am NoIIendorlplatz 3'l, Uhr: Aschenbrödel. 7 Uhr: Neues Operettenhaus 3 Uhr: Der Obersteiger. 7-). uhr: Der Soldat ßerMarie. Theater des Westens u/.uhmQerverilelite Herzog mit Guido Thielscher. 31/. Uhr: Ein Walzertraum. Heute 2 Vorstellungen 2 Nachm. 3l/jU. kl. Preise, Kinder die Hälfte, abends 7ll, Uhr Der reiciitialiige Variete-Spielplan = Rauchen gestattet!= URANIA Sonntag 8 Uhr; Tier und Mensch in der Wildnis. Montag geschlossen. 2 Gr. Vorstellungen 2j Nachm S'/j n. ab. 7'l, ü. I Nehm. Kinder halbe Preise unter 12 J. auf all. Sitzpl.| In beiden Vorstellungen ungekürzt| MEXIKO Große Ausstatt.-Pantomime! lo«Äld. i«l und das übrige Sport- Programm. Morg. Montag geschlossen. I Heute L'Vorstellungen 2 3 Ii Nehm. jed. Erw. 71! 12 1 Kind frei, i|2 In beiden VorsteUungen Seli'fl Sie iS ilil Morgen geschlossen! Anbeid. Weihncchtstag. je 2 Vorstellungen 2 Tn allen 4 Vorstellungen: Geh'n Sie bloß nicht nach Berlin! Kctztc Woche I Heute nachm, 3 Uhr und abends T1/- Uhr; Trianon»Theater Georgenstr., Bhf. Friedrichsir. Tel.: Zentrum 4927 und 2391. *1,8 Uhr Der•!,» Uhr Lebensschüler. Komödie von Ludwig Fulda. J da Wüst, Erich Kaiser-Titz, v, Möllen dor ff. Mart. Kettner. Ltx. 8V, kl. Pr.: Hedda Gabler. Stettiner Sänger. In beld Vorst zum Schluß ,.Mein Weihnaclitstraum" Nachm. ei mäßigte Preise: Log. 1 31., Prt. 0,75, Eintr.0,30 lATIOHAL-f HEATER. Cöpenicker Str. 68, B 5 Min.Jaimow.-Bröcke i 83, 87, 88, 1, n, II[, IV, 6,86, B 37,45,19,28,29,46,11,49. I Heute sowie I.T II. u. III. 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I 3 Uhr: Zigeuner. �/.uhr- Audreas Koftr.I�.uhr- UjjessMWM VEEt MEUE des Bild- und Film- Amtes — zugleich der interessanteste Film des Jahres Mundtlöbsn iliii!!li!lililllil!i!il!liiliilliiiiiil!l!i!lfl!iSl!illii des Rrlejsjate 1911 spielt bis einschL Donnerstag, den 27. Dezember 1917 täglich TauentzS�n- Palast, BarSin W TauenlzSen-Strasse Union-Thealer, Berlin U�iter den linden 21 Union-Theater, Schfineberg Haupt-Strasse 49 DieserFiim gibt eine fesselnde Uebersichl Uber die mTitärischen und noli- tisciien Ereignisse des vergangenen Jahres. Erwirktdurch dieGegenüner- Stellung alles dessen, was die Entente gewollt, und v/as wir erreich t haben. Ein liid deuttsher Kraft und deutschen Siegeswlüen! E Nachm. 1 Kind fr. J ol Weitere Kinder —->• halbe Preise, In beiden VorsteUungen: Xhta neue große Welhnachu- Programm und zum Schluß Mondfahrt. Phant. Pont, in 4 Akten. Nachm. 1., 2. u. 3. Akt Vorverkauf tägl.ab 10 Uhr. Heiligabend geschlossen! Voigt-Theater. Badstr 58. 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Firma rtttc Bitbete unredliche Haudluuss gegenüber den Alliierten ieskr. warte«. Da der Feind im Lande stehe, müsse das Parlament ein Bild der Eintracht, nicht des Streites bieten. (Starter Beifall.) Der Kammerpräsident danlt Giolitti im Kamen des Hauses. Der Krieg auf öen Meeren. Die U-Ssot-Deute im November. Berlin, 21. Dezember. Im Moniit Rovcmbrr sind an HandekSschiffsraum insgesamt 607$00 Dr.-N«-To. durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte versenkt worden. Seit Beginn des uneingeschränkte» ll-VoetS-Krieges sind damit 6256000 Sr.-R.-To. deS für unsere Feinde nutzbaren Handelsschiffsraumes vernichtet worden. Der Chef des AdmiralstabeS der Marine. • Berlin. 21. Dezember. 1. I« Mittelmeer sind 11 Dampfer und 5 Segler mit über 65000 Sr.-Reg.-To. durch unsere U-Boote versenkt worden. Unter den vernichteten Schiffen waren zwei sehr große Dampfer, die im östlichen Mittelmecr aus Geleitzilgen herausgeschossen wurden, ferner die bewaffneten englischen Dampfer Clan Maceorquodale sZILI Do.) und ConfolS(3756 Do). Em im w e st l i ch e n Mittelmeer vernichteter Transporter hatte Munition oder Explosivstoffe als Ladung, wie aus der gewaltige« Detonation, die auf den Treffer folgte, geschloffen werde» kann. An den erzielten Erfolgen hat Kapitänleutnant Krafft besonderen Anteil.— 2. Eines unserer Unterseeboote hat am 16. Dez. die Balinanlage von Paolo italienische Südwe st- Kü st es und zahlreiches rollendes Material mit gutem Erfolg beschossen. Roch nach einer Stunde konnte auf 16 Seemeilen Entfernung ein starker Brand beobachtet werden. Drr Chef deS Admiralstabeö der Marine. Berlin, 2t. Dezember. Amtlich. Am 16. Dezember schössen Marineflieger bei ästende und Nieuport über See je ein feindliches Flugzeug ab. * Berliu, 22- Dezember. Amtlich. Reue U-BootS-Erfolge i m Sperrgebiet um Euglaud� 20000 Sr.-R.-T. Unter den versenkten Schiffe» befand sich ein Bollschiff von über 2666 Donnen, das mit Stahl, Tabak und Holz nach Frankreich nnterwegS war. sowie zwei größere bewaffnete Dampfer; einer der Dampfer wurde a»S einem durch Kreuzer, Zer- ftörer und Fischdampfer stark gesicherten größeren Geleitzug heraus- geschossen. Ter Chef deS Admiralstabes der Marine. » Berlin, 22. Dezember.(SB. T. 50.) Ter englische Ministerpräsident Lloyd George hat am lg. November im Unterhaus die bcstinunie Behauptung aufgestellt, am 17. November feie» fünf deutsche U-Boote vernichtet worden.— Wenn diese Angabc bisher unwidersprochen blieb, so bedeutet« das keinesir-egs stillschweigend« Zustimmung, sondern abwartende Prüfung. Nachdem nunmehr die Rückkehr der zu jener Zeit in See gewesenen Boote die Lage übersehen läßt, ist, wie von a m t- llchcr Stelle erklärt wird, sestgestellt, dag die vom eng- lischen Ministerpräsidenten aufgestellt« Behauptung unzutreffend ist. Ldtows Truppen in portußjesisch-Rfrika. London, 21. Dezember. Rcuterureldung. In Portugiesisch-Asrika befindet sich noch eine ziemlich große Truppe um acht unter dem Befehl des Generals v. L e t l o w. Die Deutschen haben einige Munitionslager erbeutet. Die Kolonnen, die die Deutschen ver- folgen, sitzen ihnen auf den Fersen, es ist ihnen aber nvch nicht ge- lungen, sie gefangen zu nehme». Kleine Kriegsnachrichten. Heimfahrt deutscher Kriegsgefangener aus England. Tie Niederländisch« Telegraphenagentur meldet: Dem Vernehmen nach ist zwischen England uns den Niederlanden über die Abholung deutscher ÄriegSgefangencr eine Uodereinstimmunz erzielt worden. End« des Monats werden die Bostdantpfer Zeeland und Kon:irgin Regen les sZeeland-Tampfschiffährrs-Gcsellsllzaft) sowie Sindore < Rotterdamer Lloyd) zusammen aus Rotterdam ausfahren, um die Kriegsgefangenen abzuholen. Böllerrechtswidrige Geschosse. Wolsfs Bureau teilt mit: Fn letzter Zeit wurden bei italienischen iOeserteurcn Infanterie- ge schösse gefunden, die die Völlerrcchtsbestimmungen gröblich versetzen. Sic haben zwei Blcikernc und eine Schrot- füllung. Beim Einschlagen wird die Schvotladung auscmonder- getriebeu und der getroffene Llörpcr in schauerdhafter Weise zer- rissen. Leipziger Märchen. Folgende Erklärung geht un? zu:„Die„Leipziger Äolke- zeitung" glaubt immer noch den Interessen der Arbeiterklasse zu dienen und den Frieden zu fördern, wenn sie die sozial- demokratische Partei möglichst oft und so heftig als irgend möglich ankrakeblt. Dabei opfert sie mir auffällig viel Raum. Das ist in der Zeit größter Papiernot immerhin eine bemerkenswerte Ehrung. Da ich weder Zeit nach Neigung habe, mit der„L. V." Zwiesprache zu halten, muß ich mich damit be- gnügen, hin und wieder einmal auf besondere Leistungen hin- zuweisen. Nach meiner Rückkehr von einer größeren Reise kamen mir zwei Abschnitte aus der„L. L." zu Gesicht, die wiederum nur brüderlich gewidmet waren. Nr. 1 in der Ausgabe vom 17. Dezember hatte dle„L. V." geschrieben, daß dem Abg. Hanse ein vom 4. Dezember datiertes Telegarmm folgenden Inhalts aus Stockholm zuge- gangen sei: .Heute Expreßbrief absende ihnen Protest gegen Scheide- ruaniisch« Erklärung Reichstag beimessend Boschewilis.— Orlowökv. Die„L. V." fügte hinzu, daß der Abg. Haas« auf den Empfang des Briefes immer noch warte. Ich bcdaure sebr, daß es in dieser Beziehung dem Abg. Haase nicht besser geht als mir. Ich kann von vielen Briefen, die mich nie er- reichten, berichten. Doch zur Sache selbst: Das Telegramm Orlowskys ist am 4- Dezember in Stockholm aufgegeben worden. Meine Er- klärung. aus die darin Bezug genommen wurde, ist im Reichs- tage erst am 2. Dezember abgegeben worden, so daß zur Zeit der Absendung des Telegramms nur vollkommen un- genügende Berichte in Stockholm vorliegen konnten. Ich habe in Stockholm von dem an Haase abgegangenen Brief auch gehört und bcdaure sehii, daß die„L. V." bisher nicht in die Lage gekotMTSn ist. ihn m semötst vollest Wortlaut abzu- drucken. Mir ist nämlich gesagt worden, daß in dem Brief der Abg. Haase getadelt wird, weil er in jener Rcichstagssitzunfl die Auseinandersetzung provoziert habe. Nr. 2. In ihrer Nummer vom 19. Dezember erzählt die ,.L. V." ihren Lesern etwas über den„geheimnisvollen Scheidemann". Sie knüpft an an einen Bericht der Londoner „Times" über meinen Besuch in Stockholm. In diesem Bc° richt heißt es u. a.: „In seiner Wohnung unterhandelte jetzt auch Schcidemann mit dem Delegierten der Boschcwiki Worowski. Schcidemann gab sich olle Mühe, seinen?lufenthalt in Stockholm yeheimzu- halten, und sprach weder mit iAranting, noch mit irgendeinem Mitglied des holländisch- skandinavischen Komitees." Daß ich mit dem Genossen Worowski, dem offiziellen Ver- treter der BojchcwikiS, in Stockholm gseprochcn habe, ist richtig. Ich freue mich, in ihm einen ebenso klugen wie angenehmen Menschen kennen gelernt zu haben. Daß ich mit Branting nicht gesprochen habe, ist auch richtig: es war leider nicht mög- lich, weil unser Genosse bald nach der Uebernahme des Mi- nisterpostens schwer erkrankte und weit von Stockholm zur Erholung weilte. Dagegen habe ich mit dem Sekretär des Internationalen Sozialistischen Bureaus, dem Genossen Camille Huysmans. eingehend gesprochen. Die ,.L. B." geht in Anlehnung an den Bericht des eng- lischen Jmperialistenblattcs dann zu einer sehr niedlichen Ver- dächtigung über: „Um diese Mitteilung vollauf würdigen zu können, muß man wissen, daß den unabhängigen Sozialdemokraten schon vor Scheidemanns Reise die Erteilung von Pässen zur Besprechung mit Vertretern der Bolschewiki in Stockholm durch das Auswärtige Amt verweigert worden war mit dem aus- d dicklichen Vermerk, daß in dem gegenwärtigen Stadium der Verhandlungen mit der russischen Regierung das Eingreisen von Parlametttariern schädlich wirken könne. Auf den Hinweis, daß Dr. Helphand iParvus) doch Gelegenheit erhalten Härte, nach Stockholm zu fahren, wurde erwidert, daß das Auswärtige Amt nichts damit zu tun hätte. Als es bekanntgeworden war. daß trotz dieser Auskunft der Aba. Schcidemann sich in Stockholm befinde, begaben sich die beiden Bocsitzeiiden der Unabhängigen Sozialdemokratischen Par- tei am 14. Dezember aus das Auswärtige Amt, um nunmehr für sicki und drei andere Parteigenossen gleichfalls drc Pässe zu verlangen. Es wurde ihnen schließlich abermals die Auskunst, der Staatssekretär müsse es bei seiner ersten Entscheidung be- wenden lassen, da in diesem Stadium der Verhandlungen das Eingreifen von Parlamentariern schädlich sei. Als Beispiel wurde angeführt, auch Herr Erzberger oder Graf Westarp würden keine Pässe bekommen. Aus die Frage, wie sich diese Auskunft mit der Mission Schcidcmanus vereinbaren lasse, wurde erwidert, b i c politische Abteilung des Auswärtigen Amts fei mit der Erteilung von einem Paß an Scheide- »rann nickt befaßt worden. Da sonst die Erteilung von Auölandspästen durchlveg von der vorherigen Genehmigung durch das Auswärtige Amt ab- bängig gemacht wird, führt diese Auskunft zu dem Sckstuß, daß die Herren Helpband und Schcidemann durch irgendeine höchst emflußreiche Regierungsstelle mit einer besonderen Mission zur Beeinflussung der Boschewiki betraut sind." Von dieser ganzen Leipziger Räubergescbichte bleibt aber auch gar nichts übrig, wenn ich folgenden sehr einfachen Tat- bestand feststelle: Ich war im Besitze eines Auslandspasses mit einew vor längerer Jeit ausgestellten Sichtvermerk (Visum), der es mir ermöglichte, innerhalb drei Mo- n a t e n einmal nach Dänemark und Schweden zu reisen. V o r Ablauf des Sichtvermerks beschaffte ich mir das dänische und schwedische Visum und konnte nun ohne weitere Inanspruchnahme des Auswärtigen Amts die Reise unter- nehmen. Es ist alio nichts mit dem„geheimnisvollen Scheide- mann" und der„höchst einflußreichen Regierungsstelle". Es bleibt nur die wenig erbauliche Tatsache übrig, daß die Ver- leumdungSsucht der„L. V." keinerlei Hemmungen unterliegt. P h. S ch e i d e m a n n. » Zur selben Angelegenheit drahict uns unser Stockholmer Mit- arbciter: P a r v u s übergab mir nachstehend« Erklärung zur Kontroverse Haase— Scheidemann im Reichstag am 29. November: Die Annäherung zwischen der deutschen Sozialdemokratie und den Bolschewiki hat ausschließlich auf mein Betreiben stattgefunden, Scheidemann ist durch Informationen von dritter, politisch uubc- teiligter Seite irregeführt worden. Ich habe von der Organi- sation der Bolschewiki keine Noten und keine Mitteilungen be- kommen, vollkommen aus eigener Initiative habe ich beim Parteivorstand angeregt, ein Begrüßungsschreiben an die Bolschewiki zu richten. Daraus veranlaßt« ich die Stockholmer Vertreter der Bolschewiki, durch Vermittlung der deutschen Sozial- demokratie— wie übrigens auch der unabhängige»— sich mit einer Kundgebung an die deutschen Arbeiter. zu Wenden. Diese Missetaten, denen ähnliche folgten, lasten auf meinem Gewissen. Ich kann es ertragen, denn ich halt« den Zer- fall der Internationale für ein Unglück, die Spaltung der beut- schen Sozialdemokratie für ein Verbrechen. Reichstag. Zum 3. Januar, an welchem Tage bekanntlich der Haupt- ausschuß zusammentritt, ist auch die sozialdemokratische Reichs- tagsfraktion zu einer Sitzung einberufen. öaöischee Ministerwechfel. v. Tusch verabschiedet.— v. Bodman Ministerpräsident. Der„StaatSanzeiger" gibt bekannt: Der Großhcrzog hat den Präsidenten dcL Staatsministeriunis und Minister des Großherzoglichen Hauses, der Justiz und des Auswärtigen, StaatSministcr Dr. Freiherr» v. Dusch auf sein An- suchen wegen angegriffener Gesundheit unter besonderer An- crkcnnuug seiner langjährigen, ausgezeichneten und erfolg- reichen Dienste in den Ruhestand v u r f e tz t, den Minister des Innern. Dr. Freiherr n von und zu Bodman, nutcr Belassuug in dieser Stellung zum Staatsuiinister und Präsidenten des S t a a t s m i n i st e r i u m s und den Präsidenten deö OberlandesgerichiS D r. Düringer zum Minister deS Großherzoglichen Hauses, der Justiz und des Auswärtigen ernannt. Herr v. B o d m a n hat vor dem Krieg« Proben von Vor» Urteilslosigkeit abgelegt, wie sie damals bei leitenden Staatsmännern in Deutschland äußerst selten zu sinden maren. In einer Rede, die großes Aussehen erregte, nannte er die Sozialdemokratie„eine groß- ortige Bewegung zur Hebung de« vierten Standes" und sucht« der Partei auch sonst in objektiver Weise gerecht zu werden. Herr v. Bodman hat also durch den Krieg nicht umzulernen brauchen. Hoffentlich hat er auch nicht zurückgelernt. Mnburg geht. Fürst Nienburg, der Chef der Milftärverwaltung von Litauen, ist zurückgetreten. Di- konservative Presse versieht die Nachricht mit der Erklärung, daß er sich mit den deutschen Kriegs» ziele» im Osten nicht habe einverstanden erklären können. Das ist sehr wohl möglich. Denn Fürst Isenburg war ein Vertreter jene? starr-konservaliven Typus, der i» den Löltcrn nur Objekte für eine feudale RegierungSgewalt sieht. Für das Recht der Rationalitäten und das SelbstbesiimmungSrecht der Völker fehlte ihm jedes Ber- ständnis, und das kam auch in seiner Vcrwaltungslätigkeit zum Ausdruck, über die im Hauplausschuß de' Reichstages letzthin manches scharfe Wort gefallen ist. Der leere /lerme! öroht! Kriegskrüppel gegen Alldeutsche. UnS wird aus Frankfurt a. M. geschrieben: Eine öffentliche VollSversainmltmg halte letzten Sonntag die VaterlandSpartei in Frankfurt a, M. cinberuterr. Unter den' Er- schienenen war die Hälfte Gegner der Alldeutschen. Diese Latten sich zum Redner den Grafen B o t h m e r ouS München bestellt. Der gräsliche Redner forderte nur zu bald den Widerspruch der Ver- somnilung heraus, was ihn völlig aus ber Rolle fallen ließ. Be- sonders brachte ihn die Gruppe Kriegsbeschädigter arg in die Verlegenheit, als sie ihm zuriefen, er solle besser in den Schützengraben gehe», als alldcuiich« Hetzreden zu der- zapfen. Einer der Kriegsbeschädigten hielt ihr» de« leeren Acrmel hin und rief ihm zu, wie viel Krüppel und Tote denn«och für die alldeutschen KriegSzirle fallen sollten? Ihm antwortete Bothmer: „Sic Simpel, Sie einfältiger, feien Sie still, Sie vorstehen nichts davon:" Diese Beschimplmig ging den Leuten doch über die Hutschnur. Man ließ den Grafen nicht eher weiter reden, bis er die schwere Beleidigung z u r ü ck g e n o>n in c n hatte. Die Unterbrechung hatte mehr als 16 Minuten gedauert. Von diesem Zwischenfall war Graf Bothmer arg betroffen und der Schluß seiner Rede war nur noch ein Ge- stamme!. Sehr enttäuscht verließen die Alldculjchen die jäh be- endete Versammlung. Ein sozialüemokratisther Staötrat in Königsberg. Wie rrns ein eigener Drahtbericht aus Königsberg meldet. wurde dort am Sonnabend Genosse BorowSki mit 40 von 53 Stimmen zum Stadtrat gewählt. Damit zieht der erite Sozial- demokrat in den Königsberger Magistrat ein. Unter den 40 Stimmen. die auf Genossen BorowSki entfielen, waren 8 sozialdemokratische, die übrigen bürgerlich. Das Oberkonimaiido in den Marlen hatte den.Vorwärts" wegen einer Notiz in Nr. 348 verboten, die unter der Ileberschrist«Laßt sie betteln gehen?" scharfe Kritik an den Mängeln der Äriegsbeschädigtensiirsorge übte. DaS Bcrbol erfolgte, weil das Oberkommando von der Form, in der die Kritik geübt wurde, eine Schädigung der Interessen der Kriegführung befürchtete. Eine solche Schädigung absichtlich herbeizuführen, liegt bekanntlich nicht in der Richtung der Gesamtpolitik, die vom„Vorwärts" ver« treten ivird. Es besteht, wie uns versichert wird, keineswegs die Absicht, den.Vorwärts" in der Kritik der Kriegsbeschädigten- fürsorge zu beschränken. Aus der anderen Seite wird die Re- daktion bestrebt sein, diese Kritik in Formen zu kleiden, von denen eine Schädigung der Interessen der Kriegführung nicht be- fürchtet werden kann. Die weiße Fahne. Zum erstenmal seit mehr als einem Jähr fand die olldeutsch-konjervativs Presse am gestrigen Tage keinen Anlaß, sich über den„Vorwärts" zu entrüsten. Lekte Nackrichten. Tumulte in der französischen Kammer. Peru, 22. Dezember. Die gestrige Sitzung der französische« Kammer, dir sich bis spät in die Nacht hinzog, war der Erörterung des provisorischen VndgrtS gewidmet. Tic Nachtsitzung gab Anlaß zu erregten Zwischenfällen. Finanzminister Klotz und die Sozialisten erginge» sich in heftigen Reden und persönlichen Ausfällen. Der Sozialist B e d o u e e erklärte, die neuen Steuern ruinierte n Frankreich. Tie Nacktsitzung, über deren Ansgang noch kerne Nachrichten vorliegrn, dauerte spät nachts immer»och unter schwere» T n m n l t r n fort. � • Brest-Litowsk.' Wien, 22. Dezember.(K. K. Telegr.-Kovr.-Burecm.) Wie die Blätter erfahren, traf Graf E z e r n i n am 20. Dezember nachmittags mit seiner Begleitung in Brest-Litowsk ein. Er wurde am Bahnhofe vom GencralstabSchef des Oberkommandos Ost cmp- fangen. Die e r st e Begegnung mit den russischen Bevollmächtigte» fand b«- i m Abendessen statt und trug einen überaus freundschaftlichen Cha- rakter. Dir formalen Friedensverhandlungen werdcn in den ersten Tagen der nächsten Woche beginnen, da di« deutschen, türkischen und bulgarischen Vertreter am Freitag oder Sonnabend in Brest-Litowsk ankamen und vorerst unverbindliche B r- s p r e ch u n g e n stattfinden werde». __ FnedcnSautrag der italieiiischru Sozialiste«. Bern, 22. Dezember. Italienische Blätter berichien über die gestrige Sitzung der Kammer: Im Anschluß an die Rede Pietra- valloL reichte der Sozialist Morgari folgende Tagesordnu«,; er«:„Die Kammer fordert di« Regierung aus, an di« verbündeten. feindlichen und neutralen Mächte einen Porschlag zu einem allge- meinen Frieden und zur Neuor-dnung der internationalen Verein- barungen zu machen, gegründet auf der Abschaffung des Rechtes zur Kriegserklärung, wie sie bisher gebräuchlich war." Ter Redner protestierte gegen die Anklagen, die seit drei Jahren gegen die Sozialisten erhoben würden. Stach erregten Lärmszenen sprach MinisterpräDent Orlando gegen den Antrag Morgari. Sonnino«iklärt«: Ich werde nichts sagen, was dem Feinld nützen könnte.(Beifall.) Morgar: rief hierauf: ES muß durchaus Waffenstillstand ge- schloffen werden.(Lärmende Proteste.) Marghilomau über den Frieden mit Rumänie». Bukarest, 22. Dezember. Der frühere rumänische Llvße«- minister M a r g h i l v m a n hatte mit einem Vertreter des Trane- ozcan-Nachrichtendicnstes eine längere Unterredung, in der er sagte. die rumänischen Truppen würden nichis dagegen haben, daß cm- Regierung gebildet wende, di- mit den Mittelmächten Friede« schließe,„und wenn die Bedingungen dieses Friedens«s notwendig machen, daß der König, der den Krieg erklärt bat, nickt den Frieden schließen darf, so nehme ich an. daß der König die unver- m c i d li ch e G e st e tun w i r ö". Iußeroröentllcher verbanöstag der Zabrikarbeiter. Bei den A b s! i m m u n g e ii über die Statutenänderungen beickiloß der Verdandktaa zunächst, das Eintrittsgeld für rnünnliche und lveibliche Miigliedcr nicht unieischiedlich zu gestalten: es wurde von 50 Pf. auf eine Mark erhöhl. Auch die Beitrags- frage fand mit allen gegen 14 Stimmen ibre Entscheidung im Sinne des Vorschlags der Staintenberaiungslommisston. DieBeiträge wurden fcstgeietzt auf 85 Pf. für weibliche und jugendliche Mitglieder unter 18 Jahren, gegen bisher 25 Pf., und aui 60 Pf. pro Woche für erwachsene männliche Mitglieder, die bisher 15 Pf. bezahlten. Ten männlichen Mitgliedein steht es frei, einen Beilrag von 75 Pf. anstatt bisher 55 Pf. zn leisten, wodurch sie einen vtnipruch auf höhere Untelstützlingen haben. Ein Antraa. eine Zwischcnklasse von 50 Pf. einzuschieben, wurde mit geringer Mehrheit abgelehnt. Ab lebnung iand auch d« Antrag, dast für die Zuweisung der mann- lichen Miiglieder in die einzelne BeilragSklasse deren Wochen- verdienst mahgebend sein soll Die Anteile der Lokal- lassen an den Beiträgen setzte der VerbandStag auf 6 Pf. von dem 35 Pf.-Beitrag und auf 10 Pf. von den 60 Pf.- und 75 Pf.» Beiträgen fest. Die E r w e r b s l o s e n u n t e r st n tz u n g fand eine Erhöhung um lO bis 50 Pf. für den Tag: auch die Bezugszeit wurde verlängert. D:e neuen Sätze beirageu je nach der Dauer der Mit- gliedichast und der Beitragsklasse 60 Pf. bis 2,50 M. pro Tag. Bc- schlössen wurde ferner,' der Voritarid solle sofort nach Friedensschluß prll'en. ob und in ivelchem Umfange eine Unterstützung der Aus- gesteuerten eingeführt werde» kann. Die Streik- und Gematzregeliear Unterstützung beträgt nun 8 bis 20 M. in der Woche, gegenüber bisher 6 bis 14 M. Die neuen Beiträge treten am 1. April 1918 und die crhöbicir Unterstützungen am I. Oktober 1918 in Kraft. Bei dem Abschnitt des Statuts über die Verwaltung der Z a h l st e I l e» wurden verschiedene Wenderungen vorgenommen. Der Votstand bekam den Auftrag, dem nächsten VerbandStag eine Vorlage über die Uebernahme der Angestellten auf die Hanpikasse zu unierbreifen. Beichlossen wurde, daß außer für Zwecke des Ber- bandeö. die sich aus dem Siniut ergeben. Geldmittel ohne anS- drücktiche Genehmigung de« Vorstandes aus der Lofalkaffe nicht verwendet werden dürfen. Ferner, daß. wenn sich eine Zahlstelle auflöst oder sich vom Verbände trennt, die aniliercnden Bevollmächtiaten und Revisoren für geordnete Abrechnung haften. Der Verbandsvorstand hat daS EigeniumS- recht an allen Barmitteln, bclegteir Gelder». Wsrrgegcnstävden sowie Sachwerten aller Art. Dieser Antrag tsurde heftig bekämpft, reine Gegner befürchten, daß der Vorstand die ihm dadurch gegebenen Rechte parieriich ausnütze. Der Vqr stand vcrjsichert. dieie Beiürchimrg sei unbegründet, der Antrag sei nur aus sachlichen Gründen gestellt. Gegen 4 Stimmen kam er zur Annahme. Damit war die Siatritenberatung erledigt. Ter Verbandstag beschloß dann, den Angehörigen der Kriegs- teilnehmer auf Antrag erne Weihnachtsunlerstützung von 6 M. zu gewähren. Es kommen dadurch an die Familien dieser Mitglieder über 400 000 M. zur Airszahlung. OrkZverwaltung sah sich genötigf. einen Antrag auf einen ein- l Tie Wäschearbeiter vor dem Kriegsausschuh. maligen Extrabeitrag zu nnterbreiten und zwar: chr Klasse 12 M[ F« der letzten Sitzung des KriegsauSfchusses für das Schneider- für Klasse II_l,o0 M., für Klage III 1 M.. für Klasse IV 0,o0 M. ewerbe klagten die Arbeiterausschüsse einer Anzahl Firmen wegen Gewährung einer Teuerungszulage. Nachdem über die Zuständigkeit des KriegSousfchunes rowre einige andere Ernweirdungen des Ver- Aus diesem Extrabertrag sollen in der Hauptsache die Unkosten der Bezirks-, Sektions- und Betriebsveranstaltungen gedeckt werden. denn selbst für das kleinste Veremszirnnrer wird beute ein Heiz- und BeleuchtungSgeld von 6 bis 10 M. verlangt, Säle ohne Be- zahlung gibt es überhaupt nicht mehr, ganz gleich, ob sie gebeizt oder ungeheizt sind. Auch die Kosten für Papier. Drucksachen usw. steigen von Woche zu Woche.— In den Warenhäusern sowie bei der Konsumgenossenschaft Hai die Verwaltung den Angestellten Lohn- und Tenerungszulagen verschaffen können. Auch in der Industrie ist mit gutem Erfolg gearbeitet worden. Der Verband habe für den 7-Uhr-Ladenschlus; 178 000 Unter- schristen gesammelt. Bei'der Arbeit für die Einführung dcS 7-Ukr- LadeuschlusseL auch für die Lebensmittelgeschäfte habe die Vcrwrl- tung bei der Berliner Gewerkschaftskommisfion wenig Entgegen- kommen gefunden, während die Ärbeitgeberorgrnisatione.r"dieser Branche sich für die Durchführung des 7-Uhr-Ladenschluffeö aus- gesprochen habe.— Die Bewegung für die Durchsetzung der völligen Sonntagsruhe hat in Neukölln mit einem vollen Erfolg geendet. Auch ni Berlin und den übrigen Vororten sei der Widerstand so weit beseitigt, daß in Kürze die Einführung der Sonntagsruhe durch Ortsstatut zu erwarten ist. Dieser Erfolg sei ein Beweis für die zähe ausdauernde gewerkschaftliche Arbeit der organisierten Hand- lungsgehilfen. Die lebhafte Diskussion ergab volle Anerkennung der Tätigkeit der OrtSverwaliung. Die Stellungnahme'des Hauptvorst indes zu verschiedenen Fragen wurde vielfach kritisiert. Der Antrag der Verwaltung auf Bewilligung eines einmaligen Extrabeitrages fand Annahme. Wegen der vorgeschrittenen Zeit mußte die weitere Tagesordnung vertagt werden. Die Arbeiten des VerbandStageS waren damit beendet. De- Die GMeckschHsbMGMlg Brauereiarbeiter! Die Lohnkommission bat auf Grund der Resolution vom 2. zember d. I. mit der Kommission der Arbeitgeber verbandelt. VcrhandlungSkommii'sion der Arbeitgeber bestand aus Vertretern des Vereins der Brauereien Berlins und der Umgegend nnd einem Vertreter derjenigen Lager- und Malzbier brauereien, welche dem Verein der Brauereien nickt angehöien. Ein endgültiges Resultat wurde noch nickt erzielt. Der letzte Zeitpunkt zur Kündigung des Tarif- Vertrages wurde vom 3l. Dezember 1917 aus de» 31. Januar 1918 hinausgeschoben. Dieie Berlmzung der Kündigungsfrist des Tarifvertrages um einen Monat gilt für alle Brauereien, alfo auch für diejenigen Lager- und Malzbierbraucreien, welcbe dem Verein der Brauereien nicht angehören. Die laut der oben erwähnten Re- solulion im Dewmber d. I. einzuberufende Versammlung braucht infolge der Vcrtürzung der TarlfkündigungSfrist erst später statt- finden. Wir bitten die Vertrauensmänner, die Mitglieder der Verbünde hiervon in Kenntnis zu letzen. Tie in den Brauereien Groß-BerlinS vertretenen Arbeitnxhn:crvcrbände. Zentralverband der Handlungsgehilfe», Bezirk Groh-B erli«. In der Mitgliederversammlung gab Schmidt den Kassen- und Geschäftsbericht vom 3. Quartal 1917. Der KaMnbestaird betrug zu Beginn des Quartals 5570.94 M. und am Schluß 5802,67 M., außerdem konnte eine alte Schuld von etwas über 600 M. an die Hauptkasse abgeführt werden. An MitgliederbeiträM sind 14 384,20 M. bereit, nahmt worden, wovon 60 Proz. der Hauptkasse überwiesen wurden. Die Ortsbeiträge haben 3981.60 M. ergeben, was sich ungefähr deckt mit dem Betrag, der für die persönliche Verwaltung verausgabt worden ist. Die Agitation hat 1966,95 M. erfordert, das Berbandsorgan 708,35 M. uird die sachliche Verwaltung 2147,09 M. Die Stellenlosenunterstützung hat im ganzen Quartal nur 163,96 M. erfordert. Die Mitglicderbetvcgung zeigt zu Be- ginn des Quartals 2187 mämil. und 2376 weibl.— 4563 Mitglieder. zum Schluß 2217 männl. und 3517 weibl._ 5734 Mitglieder. Die Ter Bezirk Grotz-Bcrlin des Zentralverbandes der Handlungsgehilfen hackte die Angestellten der Waren- und Kaufhäuser nach den Sophiensälen.zu einer Borsantmlung geladen mit dem Thema: Arbeitszeit, Urlaub und Einkommen. Der Referent der Verfamm- lung, Herr Siegfried Aufhäuser, betonte hierzu u. a.: Der Krieg habe im Wirtschaftsleben große Umwälzungen mit sich gebracht. Wenn wir durch em Warenhaus gehen, so gibt es wohl kaum eine Abteilung, in der nicht die KriegSwirffchas: durch . irgendeine Berordming geregelt ist. Nur eine Verordnung, die iuletzl auch die Arbeitskraft der Angestellten schützt, gäbe es noch nicht. Die ganze Gesetzgebinig schütze itur das tote Material und lasse es zu, daß mit der Arbeitskraft des Menschen der größte Raubbau getrieben werde. Man müsse es den Arbeitern und Auaesteilten immer wieder zum Bewußtsein bringen, daß nur ihre Arbeit es war, die während der Kriegszert das ganze Volk und den Staat erhalten habe. Aber darum eben wollen sie nicht nur Pflichten haben, sondern auch Reckte. Sie wollen haben, daß man endlich den Wert ihrer Arbeitsleistimg voll anerkennt, und daß man mehr wie bisher ihre Arbeitskraft schützt. Die Privatangestcllten im allgemeinen, inslie sondere aber d:c Angestellten der offenen Ladengeschäfte gehörten zu derjenigen Schicht der arbeitenden Bevölkerung, deren Einkommen in gar keinem Verhältnis zu ihrer überaus lange» Arbeitszeit stehe. Die Arbeitszeit der Ladenangeiiellien während des Krieges sei ja etwas gekürzt worden, mit vieler Mübe und Not sei man zum 7-Uhr-Ladenschluß gekommen, aber nicht etwa der Angestellten willen, sondern um Licht und Kohlen zu sparen. Das Verkaufs- psrsonal bedürfe aber heute einer viel kürzere:! Arbeitszeit wie in Friedenszeiten, denn es würde während dieser Arbeitszeit viel mehr angespannt, habe auch Rücksicht auf das überaus nervöse Publikum zu nehmen. Tie eingeheiwen Darlegungen des Redners, in denen derselbe noch auf eine Reihe Forderungen zu sprechen kam, klangen in folgendem auS: Auf die Gesetzgebung können die Angestellten nicht warten, um sich ein erträgliches Dasein zu schaffen. Hier rue Selbsthilfe not. Für die Angestellten der Warenhäuser, die doch ausschließlich im Großbetrieb arbeiten, wäre es bei einer straffen Organisation ein leichtes, sich erträgliche Verhältnisse zu verschaffen, wie es ja schon die erfolgreich durchgeführten Lohnbewegungen gezeigt hadert. Tie nachstellende Resolution wurde einstimmig an- genommen: „Die am 12. Dezember in den Sophiensälen pcrsammelte» An- gestellton aller Warenhäuser Berlins und der Bororte erklären sich mit den Ausführungen des Referenten, Herrn Aufhäuser, oinvcr- standen. Der durch den langandauernden Krieg, der schlechten Er- nährung und der Vcrkehrsnot hervorgerufene Gesundheitszustand der Angestellten macht unbedingt eine Verringerung der täglichen Arbeitszeit der Warenhausangestellten notwendig. Die Versammelten beaustragen deshalb den.Zentralverband der Handlungsgehilfen, mit dem Verein der Waren- und Kauf- Häuser über folgende Forderungen zu verhandeln: Ladenöffnnng um 9 llbr morgens, Mittagspause von mindestens 2'A Stunden, Gewährung eines freien Nachmittags im Monat, Erteilung eines Sommerurlaubs, und zwar: Alle Angestellte», die bis zum 1: April 1918 in ein Geschäft eingetreten sind, erhalten eine Woche, alle Angestellten, die seit dem 1 April 1917 in enn Geschäft eingetreten find, zwei Wochen, nach fünffährigev Tätigkeit 2A Wochen und nach zehnjähriger Dienstzeit 3 Wochen Sommern rlaub. Die Versammelten erwarten um so mehr die Erfüllung ihrer Wünsche, als ihnen bis auf den heutigen Tag die Brotzusatz- karte nicht gewährt wurde. Um diese Forderungen durchzusetzen, rufen die Versammelten alle Warenhausangestellten auf, sich der gewerkschaftlichen Organisation, dem Zentralvcrband der Hand- lui�gsgehilfen, anzuschließe n." Für das weibliche Personal der freien Krankenpflege ist eine Lohnaufbesserung mit Wirkung vom 21. Dezember 1917 erfolgt. und zwar steigt das Gehalt der Krankenpflegerin von monatlich 33,30 auf 60,00, das der Berufsköchin von monatlich 23,40 auf 42,00 M.' treters der beklagten Firmen entschieden war, wurde die Sache ver- lagt, um noch je einen Arbeitgeber- und Arbcitnehmerbcisitzer her- anzuziehen. . parteinachrichten. Für Frieden und Freiheit. Der Reichstagsabgeordnete für Köln, Genosse Meerfeld hat in Württemberg eine große Anzahl von Versammlungen ad- gehalten, die sämtlich sehr gut besucht waren. Er sprach in Münster am Neckar. Waiblingen. Ilntertürkheim, Hei I b r o n n. Ulm, Heidenheim, Göppingen, Schivä- bisch-Gm und und Reutlingen; besonders in den größc- ren Städten, in Heilbrvnn, Ulm und Reutlingen waren die ziemlich großen Säle überfüllt, zu einem Teil von bürgerlichen Hörern. Gute Fortschritte. In dem Gebier des Bezirkes Obere Rheinprovinz geht unsere Bewegung sehr lebhaft vorwärts. Wir können heute in Orten Ver- samm-lungen abhalten und bekommen ohne weiteres Säle, die uns früher völlig verschlossen waren: unsere Redner werden mit größter Auftncrksamkeu in durchweg gut besuchten Veranstaltungen ange- hört und nrit lebhaftem Beifall bedacht. Allein am letzten Sonn- tag fanden in Horrem, Türnich, Berg heim. Qua- drath u»d Kerpen(Kreis Bcrgheim) Versammlungen statt, in denen die Genossen Zörgrebcl, Bosawe, Miß und Trimborn aus Köln über den Verständigungsfrieden und die preußische Wahl- reforin sprachen. Es wurden zahlreiche Ausnahmen für die Partei erzielt. In einer Konferenz für die Landorte des Landkreises Köln am vergangenen Sonntag wurde die erfreuliche Mitteilung gemacht, daß sich die Zahl der Bezieber der„Nheinischen Zeitung" in den ländlichen Orten seit Dezember 1915 versieben- sacht hat. Auch die Parteiorganisation macht überall, wo etwas getan wird, gute Fortichritte. In einzelnen Orten arbeitet noch die katholische Geistlichkeit gegen uns und es werden uns Säle verweigert. Von alle» Vertretern der Landorte wurden noch zahl- reichere. Versammlungen über die Wahlrechts- und die ErnährnngS- fragen gewünscht._ Tic Bewegung in Thuriugcn. Im Eisenachcr Kreise wurden in den letzten Wochen öffentliche Versammlungen in den Orten Kieselbach, Völkers- Hausen. Vacha. Frauensee, Tiefenort, Creuz- bürg, Kittelsthal und Ruhla abgehalten, in welche Ge- »eise Lsver über das Thema sprach:„Die Sozialdemokratie für Frieden und Freihei t". Die Versammlungen waren durchweg gut besucht und stellten sich einmütig auf den Standpunkt des Referenten. Sie brachten sachlich größere Erfolge für die Partei presse und die Organisation. In ein paar Orten wunden neue Ortsgruppen gegründet. In.zwei Orten. Kittelsibal und Ruhla, griffen.auch die„Ilnabbängigest in die Diskussion ein, ohne Anklang zu ftnden. In Ei se n ach sprach Genosse Abg. Stiicklcn._ Die Versammlung war außerordentlich stark besucht und verlief für� die Sozialdemokratische Partei ausgezeichnet, obwohl ein Alldcuffcher und ein„llnabbäugiger" aus Gotha dem Referenten entgegentraten. Auch im 1. und 2 weimarischen Wahlkreise fanden in den letzten Wochen Versammlungen in Neustadt, Weida, Lobeda, Burtstä dt. Apolda und Ehringsdorf statt, tu welchen die Genossen Baudcrt, Stückle». Lcbcr und Rudolph sprachen. Auch sie waren sehr gut besucht und stellten sich cinmüng auf den Standpunkt der Referenten, welche für einen domokreck-schen Frieden und für mehr Freiheit in Prcußen-Deurschland eintraten. Eine dringende Notwendigkeit nennt es die Bremer„Arbeiterpolitik", daß die Linksradikalen sich von den Unabhängigen trennen und eilte eigene entschlossen revo- lutionäre Partei bilden.„Wir können nicht glauben," schreibt das Blatt,„daß sie(die linksradikale Gruppe) sich identifizierte mit dem jämmerlichen Versagen eines D i t t m a n n s, mit den Erklärungen Haas es zur russischen Revolution, mit der Haltung der Fraktion in der Kieler Affäre und neuerdings mit der Rede Ledebours zur Kreditverweigcrung." Die Linksradi- kaleir müßten sich öffentlich von den pseudosozialistischen Unabhän- gigen lossagen:„Heute gebietet die internationale Lage die Grün- dung einer eigenen linksradikalen Partei als dringendste Not- wendigkeit."_ Ter konsequente Antimilitarist. Der sehr radikale schweizerische Jugendsekretär Münzen- berg spielte sich als Märtyrer der Dienstverwrigermng auf— so lange er nicht einberufen war. Ms dies herauskam, und inan ihn zwang, ernst zu machen, richtete er ein prahlerisches Schreiben an das zuständige deutsche Bezirkskommandv, in dem er die russische Revolution und die Tienstvertveigerung zahlreicher Amerikaner als Frucht seiner antimilitaristischen Propaganda pries. Jetzt sollte er wegen der Züricher Unruhen aus der Schweiz ausgewiesen wer- den. Da aber hat er ein Schreiben an den Schweizer Bundesrat um Zurückziehung des Austveisungsbefebls gerichtet und darin be- tont, daß er nie antimilitaristische Propaganda ge- trieben hätte. Verantwortlich für Politik: lkrich Suttncr?crlin: iür den Llwioen Teil d-S VI altes- Alkrcd Scholz. Steulölln- iür Infern!? TU Pilofft, Perlin. itui u. Setlas: Vorwärts Buchoriiikerei n. Derlagsanslalt Paul Singer& Co.. Berlin sw Hierzu 2 Beilagen. Nr. 107,. Uied«:'.eibchei aus Stickereistoff. wie Abb BERLIN C SfianJauer Str. 16 Gegründet 1815 BERLIN C Königstr. 11-14 I B1 use bedmekt Scbielet- 1 fel�teklcrsßen I iv7Ader Schanpseide i Damen- Handfchuhe I Krawatten 1 '" �'=: WildI-N�- �| SeideneSelb.:. r) 1 J S binder, in viel, z i Mustern.. i steil mit �1 = Glasbatist- 1 I c 5 f gamiening JL J..OvJ| aus Naturkanin . Ol /O. JL/Dn- kariert. S blau- grün""l/ ooi''■ l lOcmbreit Wildl.-Nach- = ahmuns, mit 1 i o K 1 2Druckknöpf. it-l» 5= schw. od. färb I Diamantseide| Blusenkragen S Taschentücher j Sportlätze 1 Hosenträger f echwarz.85ctn I I___ f f breit. Meter-L.OC�= aus Glasb allst, mit Spitze. f weiß Batist—.| ist 3 E mit Hohls. Cy � ■' iooi 1�. 00�! | Stück 5 Reinwolle, gc- f strickt, weiß• 1 3 mit Wäsche- OO 3 schöner.., .1 751 I Schmuckfchürze 1 Ledertasche Nr. 65. 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