Mr. 334. 34. Jahrg. Bezugspreis: DierteljShrt. 4�0 Ml. monall l.kvM!. frei in? Hnu?. vorauSzahIbar.Einzewc Nummern 10 Pia. Poilkiezug-Mona!- Iich läO Ttt unter Nrenzband für Denlschland und Oesrerreich- Unyarn 3.— Mt.. iür das üdiipt Ausland 4�0 TOI. monatlich Serfand ms Feld bcidireller tlestellunamona». I�VMk. Poitbellcllungen nehmen an Däne- marl. Holland. Luxemburg, Tchiveden und die Schweix Eingetragen in die tdost-�errungs-Breisliste. Erichemi täglich. Tetegramm- Adrefse: »Sozialdemokrat Berlin". Verlinev Voltksblcrlk. ( 10 Pfennig) Ter Anzeigenpreis beirägt f. die siebengcfpaliene Kolonei- »eile W Pfg.„»leine Anzeigen", das icttgedruckte Wort 2V Pfg. szu- lässig 2 fettgedruckte Worte), ledes weitere Wort w Pfg. Stellengesuche und Schlafstellcnanzcigen das erste Wort ly Pfg., fedes weitere Wortd Pfg. Worte über lö Puchslaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 20%. Familien> Anzctgrn ä!» Pfg.. politilche u. gewerkschastllche Vereins- Anzeiaen 40 Psg die Feile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen vis 5 llhr nachmitt. im Haudtgcschäst, Serlüi SW.llZ. Lindenstratze g. ab- gegeben werden. Geöffnet bon 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratifchcn parte! Deutfchtands. Neüaktion: SU). dS» Linüenstraße Z. Ferntvrecher: Ami Morinvlan. Rr. lSl gv— 15197. Donnerstag, de« 557. Dezember 1V17. CxpeStttoa: SM. HS, Linüenstraße Z. kiernivrecher: Amt Morttzplatz. Nr. 151 SV— 151 97. Deutsche Antwort auf Russlands vorschlage Die DerHandlungsgrundlage gegeben. Lrcst-LltowSk. 25. Dezemkisr. der Sitzung vom 22. d. M. hatte die russische Telegatton erklärt, sie gehe von dem klar aus- gesprochenen Willen der Völker Rußlands aus. möglichst bald den Abschluß eineö allgemeinen, gerechten, für alle»n gleicher Weise annehmbaren Friedens zu erreichen. Unter der Berufung auf die Beschlüsse des allrussischen Kongresses der Arbeiter- und Soldaten deputierten und des allrussischen Bauern- kongresses wies die russische Delegation darauf hin. daß sie die Fort- sctzung des Krieges bloh zu dem Zwecke, um Aunexionrn zu er- reichen, für ein Verbrechen halte, und daß sie daher feierlich ihren Entschluß kundgebe, unverzüglich die Bedingungen eines Friedens zu unterschreiben, der diesen Krieg auf der Grundlage der aufge- führten, ausnahmslos für alle Völker in gleicher Weise gerechten Bedingungen beende. Von diesen Grundsätzen ausgehend, hatte die russische Delegation vorgeschlagen, den Friedensverhandlungen folgende sechs Punkte zugrunde zu legen: 1. Es wird keine gewaltsame Vereinigung von Gebieten gestattet, die während des Krieges in Besitz genom- wen find. Die Truppen, die dieses Gebiet besetzt halten, werden in kürzester Frist zurückgezogen. 2. ES wird in vollem llmfangc die politische Selbstäudixkeit der Volker wiederhergestellt, die ihre Selbständigkeit in diesem Kriege verloren haben. 8. Den nationalen Gruppen, die vor dem Kriege po- litrsch nicht selbständig waren, wird die Möglichkeit gewähr- leistet die Frage der Zugehörigkeit zu dem einen oder dem anderen Staa: oder ihrer staatlichen Selbständigkeit durch Referendum zu cutscheiden. Diese? Referendum muß in der Weife veranstaltet werden, daß volle Unabhängigkeit bei der Stimmenabgabe für die ganze Bevölkerung des betreffenden Gebietes einschließlich der Auswanderer und Flüchtlinge gewährleistet ist. 4. In bezug auf Gebiete gemischter Nationalität wird daS Recht der Minderheit durch ein besonderes Gesetz geschützt, das ihr d:e Selbständigkeit der nationalen Kultur und— falls dies praktisch durchführbar— autonome Verwaltung gibt. 5. Keines der kriegführenden Länder ist verpflichtet, einem anderen Lande sogenannte„Kriegskosten" zu zahlen; bereits er- hoben« Kontributionen sind zurückzuzahlen. Was den Er- satz der Verluste von Privatpersonen infolge des Krieges anbe- trifft, so werden sie aus einem besonderen Fonds beglichen, zu dem die Kriegführenden Proportionen beitragen. 6. Koloniale Fragen werden unter Beachtung der unter 1 bis 4 dargelegten Grundsätze entschieden. , In Ergänzung dieser Punkte schlug die russische Delegation den vertragschließenden Parteien vor, jede Art versteckter Bekämpfung der Freiheit schwacher Nationen durch starke als unzulässig zu bezeichnen, z. B. durch wirtschaftlichen Boykott, Wirt- schaftltche Vorherrschast des einen Landes über das andere auf Grund aufgezwungener Handelsverträge, durch Sonderzollverträge, die die Freiheit des Handels dritter Länder beschränken, durch See- btorfside. die nicht unmittelbare Kriegesziel« verfolgt usw. In der heute unter dem Vorfitz des bevollmächtigten Vertreters Oester- reich-llngarnS, Grafen C z e r n i n, abgehaltenen Plenarsitzung gab dieser uamcnS der Delegation des BierbundeS folgende Er. ktärung ab, mit welcher die vorstehenden Ausführungen der ruM- schen Delegation beantwortet wurden: „Die Delegationen der verbündeten Mächte gehen von dem klar ausgesprochenen Willen ihrer Regierungen und ihrer Völker aus, möglichst bald den Abschluß eines allgemeinen ge- rechten Friedens zu erreichen. Die Delegationen der Verbündeten sind in Ueberemstrmmung mit dem wiederholt kundgegebenen Standpunkt« ihrer Regierun- gen der Ansicht, daß die Leitsätze des russischen Vorschlags eine diskutable Grundlage für einen solchen Frieden bilden können. Tie Delegationen des Bierbundes find mit einem sofortigen allgemeinen Frieden ohne gewaltsame Gobietserwerbungen und ohne KricgscnffchZdiguirgca einverstanden. Wenn die russische Delegation die Fortsetzung de? Krieges nur zu EroberungS- zwecken verurteilt, so schließen sich die Delegationen der Verbün- beten dieser Auffassung an. Die Staatsmänner der verbündeten Regierungen haben wiederholt in programmatischen Erklärungen betont, die Verbündeten würden, um Eroberungen» zu machen, den Krieg nicht um einen Tag verlängern. An diesem Standpunkt haben die Regierungen der Verbündeten stet? un- beirrt festgeholten. Sie erklären feierlich ihre« Entschluß, unver- züglich einen Frieden zu unterschreiben, der diesen Krieg auf Grundlage der vorsrehei-den, ausnahmslos für alle kriegführenden Mächte in gleicher Weise gerechten Bedingungen beendet. Es muß aber ausdrücklich darauf hingewiesen werden, daß sich sämtliche seht am Kriege beteiligten Mächte innerhalb einer an» gemessenen Frist ausnahmslos und ohne jeden Rückhalt zur ge- I nauesien Beobachtung der alle Völker in gleicher Weise bindenden Bedingungen verpflichten müssen, wenn die Voraussetzungen der russischen Darlegung erfüllt sein sollten. Denn es würde nicht angehen, daß d!« jetzt mit Rußland � verhandelnden Mächte des Vierbundes sich einseitig auf diese Be- diugungen festlegen, ohne die Gewähr dafür zu besitzen, daß Rußlands Bundesgenossen diese Bedingungen ehrlich und rückhaltlos auch dem Vierbunde gegenüber anerkennen und durchführen. Dieses vorausgeschickt, ist zu den von der russischen Bekega- tion als Verhandlungsgrundlagen vorgeschlagenen sechs Punkten das Nachfolgende zu bemerken: Zu U Eine gewaltsame Aneignung von Gebieten, die während des Krieges besetzt worden sind, liegt nickst in den Absichte» der ver- bündeten Regierungen, lieber die Truppen in den zurzeit be- setzten Gebieten wird im Friedensvertrag Bestimmung getroffen, soweit nicht über die Zurückziehung an einigen Stellen vorher Einigkeit erzielt wird. Zu 2.: ES liegt nicht in der Absicht der Verbündeten, eines der Völker, die in diesem Kriege ihre politische Selbständig- keit verloren haben, dieser Selbständ'gkeit zu berauben. Zu S.: Die Frage der staatlichen Zugehörigkeit nationaler Gruppe«, die keine staatliche Selbständigkeit besitzen, kann nach dem Standpunkt der Vierbundmächte nicht zwischenstaatlich ge- regelt werden. Sie ist im gegebenen Falle von jedem Staat mit seinen Völkern selbständig auf verfassungsmäßigem Wege zu lösen. Zu 4.: Desgleichen billdet nach Erklärungen von Staatsmännern des Vierbundes der Schutz des Rechts der Minoritäten einen wesentlichen Bestandteil deS verfassungsmäßigen Selbstbestimmungsrechts der Völker. Auch die Regie- rungen der Verbündeten verschaffen diesem Grundsatz, soweit er praktisch durchführbar erscheint, überall Geltung. Zu 5.: Die verbündeten Mächte haben mehrfach die Möglichkeit be- tont, daß nicht nur auf den Ersatz der KriegSkosten, sondern auch auf den Ersatz der Kriegsschäden wechselseitig verzichtet werde« könnte. Hiernach münden von jeder kriegführenden Macht nur die Aufwendungen für ihre in Kriegsgefangenschaft geratenen An gehörigen, sowie die im eigenen Gebiet durch völkerrechtswidrige Gewaltakte den Zivilangehörigen des Gegners zugefügten Schä den zu ersetzen sein. Di« von der russischen Regierung vorgeschlagene Schaffung eines besonderen Fonds für diese Zwecke könnte echt dann zur Erwägung gestellt werden, wenn die anderen Kriegführen- den innerhalb einer angemessenen Frist sich den Friedensverhandlungen anschließen. Zu v: Bon den vier verbündeten Mächten verfügt nur Deutsch» l a n d über Kolonien. Seitens der deutschen Delegation wird hierzu, in voller Uebereinstimmung Mit den russischen Vorschlägen, folgendes erklärt: Die Rückgabe der während des Krieges gewaltsam in Besitz gel nommrnen Kolonialgebiete ist ein wesentlicher Bestandteil der beut- schen Forderungen, von denen unter keinen Umständen abgegangen werden kann. Ebenso entspricht die russische Forderung der als- baldige Räumung solcher vom Feinde besetzten Gebiete den deut- schen Absichten. Bei der Natur der deutschen Kolonialgebiete scheint, von den früher erörterten grundsätzlichen Erwägungen abgesehen, die Aue- Übung des Selbstbestimmungsrechts in den von der russischen Dele- gation vorgeschlagenen Formen zurzeit nicht durchführbar. Der Ilmstand, daß in den deutschen Kolonien die Eingeborenen trotz der größten Beschwerden und trotz der geringen Aussichten eines Kampfes gegen den um das Bielfache überlegenen, über un- beschränkten überseeischen Nachschub verfügenden Gegner in Not und Tod treu zu ihren deutschen Freunden gehalten haben, ist ein Beweis ihrer Anhänglichkeit und ihres Entschlusses, unter allen Umständen bei Deutschland zu bleiben� ein Beweis, der an Ernst und Gewicht jede mögliche Willen Kundgebung durch Abstimmung weit übertrifft. Die von der russischen Delegation im Anschlüsse an die eben erörterten sechs Punkte vorgeschlagenen Grundsätze für den wirtschaftlichen Verkehr finden die uneingeschränkt« Zu- stimtnung der Delegationen der verbündeten Mächte, astlche von jeher für die Ausschließung jedweder wirtschaftlichen Bergewalti- gnng eingetreten sind, und die in der Wiederherstellung eines geregelten und den Interessen aller Beteiligten volle Rechnung tra- ge nde n WirtschaftsöerkehrS eine der wichtigsten Vorbedingungen für die Anbahnung und den Ausbau freundschaftlicher Beziehungen zwischen den derzeit kriegführenden Mächten erblicken." Anknüpfend an diese Erklärungen führt hierauf Graf Ezernin aus: „Auf Grund dieser soeben entwickelten Prinzipien sind wir bereit, mit allen unseren Gegnern in Verhandlungen zu treten. Um aber nicht unnötig Zeit zu verlieren, sind die Verbündeten bereit, sofort in die Beratung derjenigen Epezialpunkte einzutreten, deren Durcharbeitung f»w»h! für die russische Regie- rung als für die Verbündeten auf alle Fälle notwendig erscheinen wird." In Erwiderung hierauf erklärte der Führer der russischen De- legation, diese konstatiere mit Genugtuung, daß die Antwort der Delegationen Deutschland?, Oesterreich-UngarnS, Bulgarien? und der Türkei die Prinzipien eine? allgemeinen demokratischen Friedens ohne Annexionen aufgenommen habe. Sie erkenne die enorme Brdentimg diese? Fortschrittes auf dem Wege zum allze- meinen Frieden an, müsse jedoch bemerken, daz die Antwort eine wesentliche Beschränkung in Punkt 3 enthalte. Die russische Delegation konstatiere weiter mit Befriedigung die in der Erklärung der Bierbundmächte zu Punkt 5 enthaltene Anerkennung deS Prinzips„ohne Kontributionen". Sie macht jedoch hinsichtlich der Entschädigung für den Unterhalt von Kriegsgefangenen Vorbehalt. Ferner erklärte die russische Delegation, sie lege Gewicht darauf, daß Privatpersonen, die unter Kriegs- aktionen glitten haben, aus einem internationalen Fonds entschädigt werden. Die russische Delegation erkennt an, daß die Räumung der vom Gegner besetzten deutschen Kolonie« den von ihr entwickelten Grundsätzen entspreche. Sie schlägt vor, die Frage, ob das Prinzip der freien Willensäußerung der Bevölkerungen auf die Kolonien anwendbar sei, besonderen Kommissionen vorzubehalten. Abschließend erklärte der Führer der russischen Delegation, diese sei trotz der erwähnten Meinungsverschiedenheiten der Au- ficht, daß die in der Antwort der Mächte de? BierbundeS enthaltene offene Erklärung, keine aggressiven Absichten zu hegen, die faktische Möglichkeit biete, sofort zu Verhandlungen über einen allgemeinen Frieden unter allen kriegführenden Staaten zu schreiten. Mit Rückficht hierauf schägt die russisch« Delegation eine zehn- tägige Unterbrechung der Verhandlungen vor, beginnend heute abend und endigend am 4. Januar 1918, damit die Völker, deren Regierungen sich den hier geführten Verhandlungen über einen allgemeinen Frieden noch nicht angeschlossen haben, die Möglichkeit geboten wird, sich mit den jetzt ausgestellten Prinzipien eines solchen Friedens bekannt zu machen. Stach Ablauf dieser Frist müssen die Verhandlungen nntrr alle« Umständen fortgesetzt werden. Der Vorsitzende, Graf Ezernin, ersuchte hierauf die russische Delegation, diese ihre Antwort schriftlich zu überreichen und schlug vor, sofort in die Verhandlung jener speziellen Punkte einzutrete«, welche für alle Fälle zwischen her russischen Regierung und den Regierungen der verbündeten Mächte geregelt werden müßten. Der Führer der russische» Delegation schloß sich dem Vorschlage des Borsitzenden an und sprach seine Bereitwilligkeit auS, sogleich in dir Besprechung jener Einzelheiten einzutreten, die auch für den Fall allgemeiner Friedensverhandlungen den Gegenstand spezieller Erörteruge« zwischen Rußland und den vier Verbündete« zn bilden hätten. Auf Antrag deS Staatssekretärs von Ksthlmann wurde ein- stimmig beschlossen, zur Vermeidung jeglichen Zeitverlustes und in Würdigung der Wichtigkeit der zu erfüllenden Aufgabe diese Ver- Handlungen schon morgen vormittag zu beginnen. Deutsih- rutsch er Gefangenenaustausch. Berlin, 26. Dezember. Heute abend begibt sich unter der Äei- hing d«S Gesandten Graf Mirbach die im Zusatz zum deutsch-rus-' fischen Waffenstillstandsvertrag vom 15. Dezember vorgesehen« Kommission nach Petersburg, die die Regelung des Aus- tauschs von Zivilgefangenen und dienstuntauglichen KwiegSgefangenen in Angriff nehmen und Roß- nahmen zur Wiederherstellung der Beziehungen zwischen den bei? den Ländern innerhalb der durch den Waffenstillstand gezogene« Grenzen treffen soll. Wt'eüerherftellung öes Verkehrs. Brest-LitowSk, 26. Dezember. Entsprechend der gestern getroffenen Vereinbarung fanden heute zwischen den Ver- tretern Deutschlands und Oesterreich-Ungarns einerseits, Ruh- landS andererseits Beratungen statt, die im wesentlichen die iederherstellung des Verkehrs zwischen den genannten Mächten betrafen. Die Beratungen werden fortgesetzt. die AieSensmöglichkeit. In den alldeutschen Stimmen zu den Friedensverhand- lungen in Brest-Litowsk macht sich mehr und mehr ein u n- erträglicher Ton des Uebermuts breit, der nicht nur ethisch verwerflich— über Ethik mit alldeutschen Macht- Politikern zu reden erübrigt sich—, sondern vor-allem p o l i° tisch dumm und äußer st gefährlich ist. Immer wieder spiht sich der alldeutsche Rodomont in Siegergeste und höhnt über daS geschlagene Nußland, das winselnd um Frieden bitte, dem man nun ja nicht zu leichte Bedingungen stellen werde. Als ein Beispiel für hundert andere zitieren wir die Worte, mit denen der Vorsitzende der westfälischen Landwirtschaftskammer, Freiherr von Ledebur- Crollage, in deren Eröffnungssitzung prahlt: Wir hören zum ersten Male seit 3� Jahren ernstlich, wirklich und offiziell das Wort:„Frieden". Nicht in dem Sinne schwächlicher Friedensangebote, die doch bisher nur immer kriegverlängernd gewirkt und im Auslande den falschen Glauben bestärkt haben, Deutschland sei am Ende seiner Kraft, nicht m dem Sinne der viekumstritte-nen deutschen Friedens- Politik der sogenannten Mehrheitsparteien. Nein, im Gegen- teil. eS handelt sich hier um die Friedcnsbitte eines unserer stärksten und größten Feinde,»m die FriedcnSbitrr des geschlage. nen und besiegten Rußland, das zusammengebrochen ist unter der Echärfe unseres Schwertes. Das ist wie ein Morgenrot nach langer, dunkler, blutiger Zeit? es ist wirklich das erste Leuchten des TageS, der uns den wirklichen Frieden bringen soll und— wie wir hoffen dürfen— auch der Beginn eines deutschen Friedens. Vergleichen wir Somit die von der russischen Delegation in Brest-Litowsk vorgeschlagenen 6 Punkte, die wir als Letzte Nachricht unserer Weihnachtsnummer veröffentlichten. Ist das die bedingungslose Friedensbitte des Zusammenge- brochenen?— Es ist nichts als eine nähere Ausführung der de nl akratischen Friedensformel des Friedens ohne Annexionen und Kontributionen auf Grund des S e l b st b e st i m m u n g s r e ch t s der Völker. Die russische Negierung begibt sich freilich der Wortheuchelci der westlichen Entente, der Lloyd George, Clemenceau und Sonnino, die das Selbstbestimmungsrecht der Völker mit den Livpen verherrlichen, die es aber praktisch nur so weit gelten lassen, als es den Gegnern Nachteil, ihnen selber Vorteil bringt, nicht aber umgekehrt. Im Gegensatz zu diesen Heuchlern der Demokratie will die e h r l i ch demokratische russische Regierung die demokratische Friedensformel im ge� geben en Falle auch gegen sich selber gelten lassen, aber sie verlangt von ihren Gegnern das gleiche. Nicht nur wir verzichten— sagt die russische Regierung— auf Annexionen und.Kontributionen, auch ihr müßt verzichten, nicht nur wir gewähren Selbstbestimmungsrecht, auch ihr müßt es gewähren— ganz gleich wie es ausfällt. Das ist sicher nicht die Sprache des Zusammengebrochenen, der Frieden um jeden Preis sucht. Es ist ein Bluff— werden die alldeutschen Beutepolitiker einwenden—, ähnlich wie JuleS Favre 1870 noch bis zum letzten Moment schwor: „Keinen Stein von unseren Festungen«. Aber es ist kein Bluff, weil es keiner sein kann. Denn in dem Augenblick, wo Deutschland auf das demo- kratische Friedensangebot der maximalistischen Regierung mit Eroberungsplänen anwortete, hinge es gar nicht mehr von dieserab, was Rußland alsdann täte. Die maxima- listische Regierung in Rußland steht und fällt mit der Mög- lichkeit, einen Frieden im Sinne ihrer Formel zu schließen. Ist es nickst möglich, weil Deutschland unerträgliche Forde- rungen stellt, so sind ihre Tage gezählt. Und man mag die Schwierigkeiten der Regierung, die nach ihr kommt, noch so hoch einschätzen: so viel Kraft wird jede nissische Regierung besitzen, um dauernd ein starkes deutsch-österreichisches Heer an die Ostfront zu fesseln, d. h. die Kriegslage wie bisher noch auf Jahre hinaus in der Schwebe zu halten. Es ist daher schon ein Gebot einfachster politi- scher Vernunft für die deutsche Regierung, daß sie gor nicht erst den Versuch macht, nach alldentschem Rezept dem „Besiegten" den Fuß auf den Nacken zu setzen, wobei sich dann sofort zeigen würde, daß der„Besiegte" keineswegs so besiegt ist, um daS einfach hinnehmen zu müssen. Das olldeutsche Rezept läuft darauf hinaus, aus großmannssüchtiger Ver- Llendung den Krieg noch weiter um Jahre zu ver- längern. Die deutsche Regierung wird vielmehr ernstlich zu prüfen haben, ob bei Wahrung der Lebensinteressen unseres Volkes ein Weiterverhandeln auf der Grundlage der russischen Programmpunkte möglich ist. Dies i st m ö g I i ch. Das russische Friedensprogramm ist allerdings so theoretisch und abstrakt gehalten, daß eine Anzahl konkreter Streitfragen dadurch nicht ohne weiteres entschieden werden. Aber andererseits sind seine grundlegenden Prinzipien dieselben, zu denen die Mehrheit deS deutschen Volkes und mich die deutsche Re- gierung sich öffentlich bekannt haben. � D i e deutsche Regierung hat sich in ihrer Antwort auf die russischen Vorschläge er- licherweisemiteinerBestimmtheitundKlar- heit wie noch niemals zu dem Prinzip des Friedens ohne Annexionen und Kontri- b u t i o n e n b e k a n n t. Die Anerkennung der bolschewisti- sehen Unterhändler widerlegt jeden Zweifel an der Unzwei- deutigkeit ihrer Erklärung. Noch einmal ist das Fricdenstor für alle chsit aufgetan...1>. �... Ein Vorstoß See englisthen Lrieöenspartei. UnterhanSdcbatte vom 1 8. Dezember. Am 18. Dezember hielt der Minister des Auslvärtigen, Balfour, in Beantwortung von Anfragen, die Collins und Ponsonby gestellt hatten, eine Rede, über die wir, wie die übrige deutsche Presse, nach Reuter am 21. Dezember berichteten. Die inzwischen in der Schweiz eingetroffenen englischen Blätter vom 18. Dezember lassen erkennen, daß der offiziöse Reuterbericht der Welt das Wesentliche ver- schwiegen hatte. Er brachte wohl die Rede Balfours aus- führlich, gab aber nichts davon bekannt, daß sich die Debatte zu einem Massenvorstotz der Friedenspartet gestaltete. Liberale wie Unionisten übten an der Kriegs- Politik der Regierung die schärfite Kritik. Die Bedeutung dieser Auseinandersetzungen wird am besten durch die Tat- lache selbst gekennzeichnet, daß die englische Regierung nicht den Mut hatte, sie der Auslandspresse telegraphisch zu über- Mitteln. Es scheint, daß sie von ihnen eine Lata st r o- Auflebende Gefechtstätigkeit bei Cambrai. — Lebhafter Feuerkampf zwischen Afiago und Brenta.— Ueber 9000 Gefangene vom Col del Rosso. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 28. De- zcmber 1917. Westlicher Kriegsschauplatz. An der flandrischen Front, am La Bassee-Kanal und südwestlich von Oambrai lebte die GefechtStätigkcit vorübergehend auf. Zu beiden Seiten der Maas, am Hartmannsweilerkopf und im Thanner-Tal war das Feuer zu einzelnen TngcS- stunden gesteigert. Oeftlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Italienische Fsront. Lebhafter Feurrkampf hielt tagsüber zwischen Afiago und der Brenta an. Feindliche Gegenangriffe gegen die neu- gewonnenen Stellungen und ein Borstoß am Monte Pertica wurden abgewiesen. Die Grfangcnciizahl aus den Kämpfen um de« Col del Rosso ist auf über 9090, darunter 279 Offiziere, gestiegen. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Abendbericht. Amtlich. B e r l i n, den 25. Dezember 1917, abends. Bon den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Ter österreichische Bericht. Wien, den 25. Dezember. Amtlich wird verlautbart: Oeftlicher Kriegsschauplatz Waffenstillstand. Italienischer Kriegsschauplatz. Feindliche Gegenangriffe gegen unsere nenen Stellungen zwischen Bsiago und der Brenta wurden erfolgreich abge- wiesen. Die Zahl der Gefangenen feit dem 23. hat sich auf über 9999 Mann, darunter 279 Offiziere, erhöht. In den Kämpfen am 23. und 24. haben sich das Infanterie-Regiment Nr. 22(©inj), das Infanterie-Regiment Nr. 27(Graz), Teile der Infanterie-Regimenter 12(Komarom), 51(Koloszvar), 84(Wien), 192(Beneschan), das Jäger-Bataillon Nr. 29 ?hale Wirkung auf die Verbündeten be- ürchtet hat. Ganz besondere Beachtung verdient die Rede Sir Walter R u n c i m a n s, der in den ersten Kriegsjahren dem Kabinett Asquith angehört hat. Die gleichzeitige An- frage der„Westminster Gazette", des Organs von Asquith und Grey, an die deutsche Regierung, die uns ein Berner Privattelegramm übermittelt, gewinnt dadurch besondere Bedeutung. Man kann, wenn man sich vorfichfig ausdrücken will, sagen, daß die Aussichten, in absehbarer Zeit zu einem all- gemeinen Frieden zu.gelangen, durch die rasch vor sich gehende Uinlagening der politischen Verhältnisse in Eng- land, gebessert erscheinen. Hält man Runcimans Rede mit dem Artikel der„Westminster Gazette" zusammen, so ge- winnt man den Eindruck, daß eine Lloyd George etwa nach- folgende Regierung Asquith-Grey-Lansdownc-Runciman bereit wäre, Frieden zu schließen, wenn die Befreiung Nordfrankreichs und Belgiens gesichert ist. Da- mit wären dann die Grundlagen für einen allgemeinen Frieden im Sinne der Reichstagsentschließung Dom 19. Juli gegeben. Von der deutschen Regierung muß gefor- dert werden, daß sie alle sich ergebenden Ge- legenheiten fördert und ausnutzt, um so bald wie möglich zu einem allgemeinen Frieden zu gelangen. Bern, 24. Dezember. In der llirterhanSdedatte vom 18. Dezember erklärte Ponsonby, im Lande herrsche wachsende Unzufriedenheit. Die Presse, die größtenteils der Regierung gefügig sei, bringe nicht die wahren Ansichten deS Volles zum Ausdruck. DaS Grundübel der gegenwärtigen ernsten Lage liege m der Leitung der britischen Diplomatie, die England einem b o d e n» losen Abgrund zuzutreiben scheine. Im Lichte der neuerlichen Enthüllungen müsse man fragen, wofür man kämpfe. Der Redner wies darauf hin, daß England nicht Konstantinopels wegen in den Krieg eintrat, und daß die territorialen Abmachungen be- züglich PerstenS und die Versprechungen an Italien den wiederholten Erklärungen, daß man die Rechte der kleinen Nationen verteidige und keine Reiche zerstören wolle, widersprächen. Der Brief LanSdowneS habe ungeheuren Eindruck gemacht, man habe vergeblich auf eine neue Erklärung der Kriegsziele durch die Regierung gewartet. Er erkläre der Regierung: Ihr habt die ursprünglichen selbstlosen Beweggründe, für die dieses Land in den Krieg ging, preisgegeben und an ihre Stelle die niedrige Be- gierde nach Rache und Bestrafung und die schmutzige Sucht nach Ge- Win» sowie das anmaßende Verlangen nach imperialistischer Expan- sion und Herrschaft gesetzt, und zwar ohne die Zustimmung des Pol- kes, hinter dem Rücken des Volkes, in aller Heimlichkeit, während ihr fortwährend falsche, betrügerische Erklärungen abgabt. Nach der Rede BalfourS sagte der Liberale Wedgwood, England müsse notwendigerweise daS Mindestmaß seiner KriegSziel« ankündigen und danach im vollständigen Einver- nehmen mit dem Präsidenten Wilson und den Alliierten mit zu- sammengebissenen Zähnen kämpfen, bis man sie durch- gesetzt habe. Man wolle nicht veränderliche KriegSziele. man wolle Gerechtigkeit und werde sich nicht mit weniger begnügen. Der Liberale Wilson betonte, der Brief LanSdowneS finde im Lande, selbst in der Armee erheblich mehr Beifall, als gewöhn- lich angenommen wette. Wenn die Regierung keine endgültige Erklärung über ihre KriegSziele abgebe, könne er, der die Regie- rung zwölf Monate unterstützt habe, nicht länger daS Vertrauen fühlen, daß das Kriegskabinett diejenigen Männer umfasse, die im- stände seien, der gegenwärtigen Lage m diplomatischer Hinsicht ge- recht zu wetten. Zweifellos müsse in einem Krieg, wie dem gegen» wärtigen, ein Punkt erreicht werden, wo die Gegner fühlten, daß durch eine Fortsetzung nichts gewonnen werde. Der ll n i o n i st Lord Cavendish B e n t i n k sagte, die Nation sei zweifellos fest hinsichllich der höheren KriegSziele, aber das Boll hegen den Verdacht, daß man ihm zumute, dafür zu kämpfen, daß die Welt ein sicherer Platz für die Plutokratie werde. Di« Ab» nähme der Kriegsbegeisterung beruh« auf den Per- dacht, daß der Kampf nicht um hohe Ideale gehe, sondern damit die (Graz), das Sturmbataillon Nr. 11 und die HochgebirgS- kompagnie Nr. 22 besonders ausgezeichnet. Der Chef deS Generalstabc?. Geringe KampftStigkeit im Westen.— Jtalinische Gegenangriffe auf den Col del Roffo blutig gescheitert. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 39. Tc- zcmber 1917.. ii t schlössen sei, zu kämpfen, biS die Deutschen aus Belgien und Nordfrankreich vertrieben s c i e n. Tie beiden Ziele ständen nicht auf demselben Blatt, und es hieste die Franzosen täuschen, lvenn man sie das Gegenteil glauben mache. Ebenso bedauerlich würde es sein, bei den Italienern den Eindruck hervorzurufen, daß England gewillt sei, sie dabei zu unterstützen, die Zerstückelung Oester- r e i ch s zu betreiben, nur damit sie einige ihrer ausschweifen- den Kriegsziele erreichten. In Zukunft werde man not- wendigerwciss mehr von den amerikanischen Ideen hinsichtlich der KriegSzicle'beherrscht werden. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Warfen sei zu betonen, datz diese Waffe un n ü tz sei, wenn man Teutschland erkläre, daß man, gleichgültig was passiere, die Blockade fortsetzen werde. EngUschL Anfrage an üie Deutsche Regierung. Ernährung der Munitionsarbeiter. Bern, 25. Dezember. iE ig. Drahtbericht des„Vorwärts") Die»Weftminster Gazette" vom 18. Dezember bespricht die Antwort HertlingS an Lloyd George und sagt bezüglich HerLings Acutzeoung, der Weg nach Westen sei klar, folgendes: Die Drohungen, die Deutschlands Friedensvorschläze bisher immer be- gleiteten, waren deutlich genug, die Friedensvorschläge selbst hin- gegen verschleiert. Was wir indicekterweise über den Inhalt der Angebote hörten, war niemals entmtigend. DaS liberale Blatt Weist auf GerardS Veröffexulichungen über das Dezemberangebot h'n und sagt, andere Erläuterungen von dem, was Deutschland Unter einem Verständigungsfrieden verstehe, seien nicht vernommen worden. Die„Wcftminster Gazette" anerkennt, daß eS ein wichtiger Zeitpunkt gewesen sei, da der Reichstag seine Re- folution für den Frieden ohne Annexionen annahm. Die deutsche Regierung hätte jene Resolution sedoch niemals offen und ehrlich entgegengenommen.»Wir fragen daher jetzt Kühlmann und Hert- ling, ob sie einen gerechten Lerständigungsfrieden so auffassen, wie ihn Bcthmcmn Gerard gegenüber erklärt hat. Wir sind einig mit Hertling, daß diese Probleme durch gegenseitig« Verleumdungen nicht gelöst werden können, aber eine Annäherung ist unmöglich, solange die deutschen Führer in der Kriegskarte das Recht er- blicken, sich selbst als Sieger darzustellen. Wenn Deutschland den Frieden wünscht, soll cS seine Vorschläge deutlich bekanntgeben." Bern, 25. Dezember.(W. T. B.) Nach englichen Blättern hat eine vom Werkmeisterausschutz in Woolwich ein- berufene Mafsenversammliung am 20. Dezember folgende Ent- s.�lictzung angenommen:»Die der Arbeiterunion angehörenden Aisse aal- und Werftarbeiter ersuchen die Regierung, die Lebens- mittelbe stände d eö Landes zu übernehmen und gleichmäßig unter das Volk zu berteilen. Sie weisen die Regierung nachdrücklichst darauf hin, daß die Lage sehr ernst ist, und daß es den Munitionsarbeitern unmöglich ist, bei der jetzigen Art der Lebensmittelverteilung ihre ihre Arbeit zu tun." Weihnachtsanfprache öes Papstes. Der Papst hielt am ersten Weihnachtstage eine An- spräche an das Kardinalskollegium, in der er sagte: Wir fühlen wie Paulus eine» scharfen Schmerz, weil unsere auf die Versöhnung der Völler gerichteten Bemühungen vergeblich gewesen sind, und weil wir die von uns an die Führer der krieg» jährenden Völler gerichtete Einladung haben i»S Leere falle« lehcn. Von Tribünen mit größerer Autorität hatte man einige der hauptsächlichsten Grundlagen einer Vereinbarung verkündet, die gc- eignet waren, die allgemeine Verständigung zu entwickeln. Wir halten sie einfach aufgenommen, um die Häupter der kriegführenden Smaten einzuladen, sie zum Gegenstand besonderer Prüfung zu machen, zu dem Zweck, möglichst bald dahin zu gelangen, die Sehn» sucht zu erfüllen, die im Herzensgrund der ganzen Welt ruht, lins tröstet der Gedanke, daß unserer Aufforderung zum Frieden, die nicht nur auf unmittelbare Wirkungen abgezielt hatte, vielleicht verglichen werden kann mit dem Samenkorn, von dem der göttliche Meister uns lehrt, daß„das Samenkorn nur treibt, wenn es durch die Wärme der Erde gesprengt worden ist". Beim Anblick der Anstrengungen blühender Nationen, die in den Wahnsum wechselseitiger Zerstörungs sucht verfallen sind, und in der Sorge vor dem Selbstmord Europas fragten wir uns mit Trauer: „Wann denn und wie wird diese? furchtbare Trauerspiel enden?" So wie die Ausschweifung einst ruchlose Städte in ein Meer von Feuer warf, so hat in unseren Tagen die Gottlosigkeit bei öffentlichen Leben? die Welt in ein Meer von Blut getaucht. Aber über den Fmsternlssen, welche die Erde umhüllen, leuchtet das Licht des Glaubens noch hoch und ruhig. Aber der Friede, verkündet durch die Engel von Bethlehem, will weder Haß, noch Rache, noch Habsucht, noch Blutbad. DaS ist die Stimme der Milde und der Vergebung. lieber die Eroberung AereusalemS durch die Engländer sagte der Papst:„Der Jahrhunderte alte Wunsch unserer Ahnen ist erfüllt worden. Das heilige und verehrte Land, in dem das Blut vergossen wurde, durch das wir erlöst sind, ist von neuem dem christ- lichen Glauben wiedergegeben worden. Jerusalem richtet an Gott einen Hymnus der Dankbarkeit und der Liebe." Revolutionäre Konzentrations- regierung. Moskau in Belagerungsznstand.— Verhandlungen mit der Ukraine. Petersburg, Z4. Dezember..lblika«ischen PalastS JSmailowitfch. Außerdem stelltru die LinkS- revolutionäre drei Minister ohne Portefeuille. Petersburg, 25. Dezember.(Meldung der Petersburger Tclcgnsphenngentur.i Der Belagerungszustand wurde über Moskau verliöngt zür Bekämpfung der Gegenrevolu- t i o n ä r e. Die russische Regierung setzt alle Interessenten und besonders die fremden Banken im Ausland davon in Kenntnis, daß diejenigen der russischen diplomatischen und kosulari-. schen Vertreter, wie der der Konsularagenten, welche die An- erkennung der Regierung der Volkskommissare verweigert haben, abberufen worden sind. Demgemäß werden die Banken auf- gefordert, davon Ab st and zu nehmen, ihnen Geld- mittel zur Verfügung zu stellen oder ihnen Kredite zu eröffnen. Alle durch die genannten Personen eingegangenen Ver- pflichtungcn werden durch die russische Regierung als null und nichtig angesehen werden. Petersburg, 25. Dezember.(Meldung der Petersburger Tele- graphenagentur.) Die Konferenz der Bauernabgeordneten hat 15 Delegierte nach Kiew entsandt, um den Konflikt zwischen der ukrainischen Roda und dem Rat der Volkskommissare beizulegen. Der Acntralausschutz der Linksrevolutio- n ä r e hat gleichfalls einen Delegierten entsandt. (Nach einer Meldung der. Times" hat die b o l f ch e- w i st i s ch e Negierung den Petersburger Kommandanten A n o x o w als Unterhändler nach Kiew geschickt.) Kornilow. Petersburg, 24. Dezember.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Die Abteilung K o r n i l o w, die sich aus TodeSbataillonen zusammensetzt, im ganzen 6000 Mann mit 200 Maschinengewehren, wurde vollständig geschlagen und durch Matrosen der Baltisch-Meerflotte, der Schwarz-Meerflotte j und die polnische Legion 100 Werst weit im Gouvernement Charkoff verfolgt. Unsere Verluste betragen 19 Tote und 92 Verwundete. Skandinavische Zriedenskunögebungen. Kopenhagen, 21. Dezember. Die hiesige Sozialdemo- k r a t i e hielt gestern eine stark besuchte Volksversammlung ab, bei der mehrere Redner Friedensansprachen hielten. Schließlich wurde eine Entschlietzung angenommen, in der die Zu- stimmung zur dänischen Neutralitätspolitik und zu den Friedens- bestrebungen der dänischen Sozialdemokratie sowie den r u s s i- schen Genossen der Dank für ihre Arbeit zugunsten des Friedens ausgesprochen wird. Die Leitung der dänischen Sozial- derpokratie wird ausgefordert, die Friedensarbeit fortzusetzen. Diese Vollsversammlung ist daS erste Glied in einer Reihe von Friedenskundgebungen, dre für die nächste Zeit in' ganz Skandinavien geplant sind. Die Weihnachtsschlacht bei Mago. Italienischer Heeresbericht vom 25. Dezember. Auf der Hoch- fläche von Asiago dauerte die Schlacht den ganzen gestrige» Tag über mit blutiger Erbitterung an. Sie verminderte ihre Heftig- kcit erst bei Einbruch der Nacht. Den von unseren Truppen einige Stunden vor Tagesanbruch trotz der Schwierigkeiten des Geländes und der sehr widrigen Witterung unternommenen Gegenangrisfen gelang eS, den Feind zum Stehen zu bringen und den Kampf in die Stellungen zurückzutragen, die wir tagsüber geräumt hatten. Der Gegner vertetdigte das eroberte Gelände mit großer Hartnäckigkeit, indem er uns Gegenangriff auf Gegenangriff ent- gegenwarf und vor seinen Stellungen ein furchtbares Feuer sehr zahlreicher Batterien konzentrierte. Im Lause der Wechselfälle dieses erbitterten Kampfes wurden einige Batterien und zahlreiche Maschinengewehre, die in den eingeebneten Linien hatten gelassen werden müssen, dem Feinde wieder abgenommen. Eine feindliche Kolonne, die sich vom Vertigo aus die Höhen westlich von Malga Costalunga vorwärtsbewegte, wurde durch unser Feuer ver- nichtet. Einem Bataillqn gelang eS. dem Feinde den Gipfel des Monte Dal Bella zu entreißen und ihn einige Zeit zu halten, während andere Abteilungen die Abhänge des Col bei Rosso wieder erstiegen und mit dem Feinde ein hartes Hand- gemenge unterhalb des Berggipfels durchfochten. Während dieser Kämpfe beschossen Hundertc unserer Geschütze aller Kaliber ohne Unterbrechung die feindlichen Truppen, indem sie Ansammlungen hinter den feindlichen Linien zerstreuten und das Heranbringen von Verstärkungen anhielten. Wir machten einige Gefangene. General Diaz.__ Der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 26. Dezember. Amtlich. Im Mittelmeer sind wieder zahlreiche Dampfer und Segler den Angriffen unserer Untcrsee- boote zum Opfer gefallen. Der Raumgehalt der versenkten Schiffe beträgt mindestens 38 000 Brutto-Register- Tonneil. Unter ihnen befand sich der bewaffnete englische Dampfer„Berwick Law"(4680 Tonnen), ein aus starker Sicherung herausgeschossener großer Tankdampfer sowie ein bewaffneter griechischer Dampfer. Einer'der versenkten Segler hatte 700 Tonnen Phosphat für Italien als Ladung. Der Chef des AbmiralstabeL der Marine. helfferich über üas wirtschaftliche Irieüens- Programm. Schwert und seidene Schnur. Das„Neue Wiener Tagblatt" vom 25. Dezember der- offentlicht eine Unterredung seines Berliner Vertreters mit dem Sioatssekretär a. D. Dr. Helfferich. Der Vertreter fragte:„Die Zeitungen wollen wissen, daß Ihnen die Zusammenfassung der wirtschaftlichen Fragen, die mit den Friedens- Verhandlungen in Zusammenhang stehen, über- tragen worden ist. Treffen diese Nachrichten zu?" Dr. Helfferich antwortete:„Jawohl, der Reichskanzler hat mich beauftragt, die vorbereitenden Arbeiten der einzelnen Ressorts für den wirtschaftlichen Teil der Frie«densver- Handlungen einheitlich zusammenzufassen. Ich habe die Aufgabe in voller Erkenntnis ihrer Bedeutung und ihrer Schwierigkeit über- nommen. In der sehr langen Unterredung sprach sich Herr Helffe- rich dann in allgemeinen Redensarten für den engeren Wirt- schoftlichen Zusammenschluß mit Oesterreich und gegen den Wirtschaftskrieg aus. Unter anderem sagte er: „Je geringer die Aussicht geworden ist, uns militärisch zu überwältigen, desto mehr bedarf die Entente des Trostes durch die Anrufung ihrer angeblichen wirtschaftlichen Ueberlegenheit. Wir werden uns nicht einschüchtern lassen.— Wir müßten noch dümmer sein, als uns unsere Feinde offenbar halten, wenn wir uns ge- duldig und blind die seidene Schnur des Wirtschaftskrieges beim Friedensschluß um den HalS legen lassen wollten. Je mehr die Feinde sich jetzt schon auf die seidene Schnur zugute tun, desto un- erbittlicher müssen wir ihnen mit dem Schwert auch die seidene Schnur entwinden.— Wir haben entweder Krieg oder wir haben Frieden. Aber wir werden nicht zulassen, daß unsere Feinde unter dem Schein deS Friedensschlusses ein für sie ungünstig gewordenes Kampffeld mit einem günstigeren vertauschen. Ich habe schon im Dezember 1015 öinmal im Reichstag gesagt: „Wir Deutschen können eS bertragen, ärmer zu werden; wir bleiben doch, was wir sind. Ein verarmtes England aber heißt, finis Britanniae." TaS halte ich auch heut« noch aufrecht. Di«! enormen finanziellen Opfer des Kriege? treffen auch uns schwer, aber sie treffen das britische Weltreich an einem Lebensnerv. Und die Schiffe?— Vor dem Kriög vereinigte Großbritannien unter seiner Flagge nahezu die Hälfte der Welt-Tonnage. Unsere U-Boote und die Schiffsbauten der Amerikaner und Japaner sorgen gründlich für eine Aenderung in dieser zweiten Voraus- setzung der britischen Weltherridiaft.— Und schließlich das Prestige?— Englmüi hat seit Jahrhunderten jeden Krieg gc- Wonnen; das gab ihm mit dem Ruf der über allen Zweifel er- habenen Ueberlegenheit den Zusammenhalt mit seinen überseeischen Gliedern und die Anziehungskraft für die Neutralen. Aus diesem Krieg wird England nicht als Sieger hervorgehen, und daS rührt an den dritten Lebensnerv.— Rein geschäftlich war Eng- lands Prestige verkörpert in dem Vertrauen auf seine unbedingle Zuverlässigkeit in allen Dingen, die auf Treu und Glauben stehen. Hier hat England selbst die Axt an die Wurzeln seiner Kraft gelegt. Nach all den schamlosen Verletzungen privater Rechte und privaten Eigentums, nach all den Beschlagnahmen, KonfiSkatio- n e n, Liquidationen und Verschleuderungen— wo ist da das Wort„Sicher wie in der Bank von England?" Wer wird künftig England seine Waren, seine Wertpapiere, sein Geld noch anvertrauen wollen?" Uns will scheinen, daß Herr Helfferich das Schwerst seiner Rede nur darum so heftig geschwungen hat, weil er zeigen wollte, daß er trotz der seidenen Schnur, die man ihm geschickt hat, noch immer am Leben ist. Die Groß- 1 p r e ch e r e i e n, die er sich geleistet hat, wären eine u n- begreifliche Taktlosigkeit, wenn sie nicht eben echter Helfferich wären. Sachlich ist natürlich nicht? dagegen einzuwenden, daß der Reichskanzler einen verabschie- deten Staatssekretär mit unverantwortlichen Vorarbeiten zu seinen eigenen verantwortlichen Regierungsakten betraut— es hätte eben nur nicht Helfferich sein dürfen. Jeder andere an Helfferichs Stelle hätte sich auf feine vier Buchstaben gesetzt und im Stillen fleißig gearbeitet. Herr Helfferich muß sich aber sofort einen Journalisten kommen lassen, um der Welt triumphierend zu verkünden, daß er wieder oben- auf ist. Herr Helfferich muß— als verabschiedeter Staatssekretär!— Erklärungen von offiziellem Anstrich loslassen, die die Politik des Reiches binden oder wenig- stcns zu binden scheinen. Uns war schon längst bekannt, daß Helfferich mit dm wirtschaftlichen Friedensvorarbeiten beschäftigt ist, und wir fanden nichts dagegen einzuwenden. Durch die neueste Tc-lst» losigkeit dieses Herrn, der sich noch immer als Fiihrer Deutsch- lands aufspielt, erscheint seine heimliche Wiederberufung nach seiner vom Reichstag geforderten und durchgesetzten Ent- lassung beinahe schon als eine Illoyalität. Diese Jl- loyalität fällt subjektiv nur Herrn Helfferich zu, belastet aber objektiv auch das Konto der Regierung. Graf Hertling muß bei der nächsten Gelegenheit im Reichstag gefragt werden, ob Herr Helfferich von ihm A» seinen Schwätzereien beauftragt ist und ob er für sie die Verantwortung übernimmt. Fettlingsverbote. Die avsteutschc„Deutsch« Zeitung" ist wegen eines Artikels-irs Rechtsanwalts Gieß für drei Tage verboten worden.„Mußtc" sie verboten werden? Eine freundliche Anfrage an die alldeutsch- konservative Presse, die jüngst berichtete, daß der„Vorwärts" wegen unverantwortlicher Hetzereien usw. verboten werden„mußtest An diesem Schandspiel hat sich auch die Leipziger Schwester der„Den:- schen Zeitung", die„Neuesten Nachrichten", lebhaft beteiligt. Die „Leipziger Volkszeitung" bemerkt dazu:„Blätter, die ein Zertungö- verbot rechtfertigen, sind wohl nur ig Deutschland möglich." Die sozialdemokratische„Westfälische Allgemeine Volkszeitung" in Dortmund wurde vom ftellv. Generalkommando des 7. Armee- korls in Münster auf 6 Tage— vom 24. bis 31. Dezember— der- boten. Unser Parteiblatt hatte an dem Verbot des kommandieren- den Generals, die Broschüre des Genossen S t ü ck l e n„Die Sozial- demokratie für die Feldgrauen" an Soldaten ins Feld zu senden, Kritik geübt. Und weil diese Notiz nicht der Zensur vorgelegt worden ist, wurde daS Verbot verhängt. Der Reichstag hat zwar beschlossen, und der Reichskanzler hat eS auch versprochen, daß Zei- tungsverbote im höchsten Falle auf drei Tage ausgedehnt werden dürfen. DaS Generalkommando in Münster stählte sich dadurch aber nicht gebunden, es handelte ganz nach eigenem Ermessen. Erst nachträglich ist nunmehr das Verbot der. Zeitung auf die Zeit vom 27. bis 31. Dezember eingeschränkt worden. Kleine Kriegsnachrickten. ParlamentSverlängerung in Frankreich. Die Kammer nahnl einen Gesetzentwurf an, welcher die Bollmachten der Sc na- : o r e n, die im Jahre 1018 ablaufen, und die der Kamme r- Mitglieder verlängert und die Departements- und Gemeinde- Wahlen hinausschiebt. Um Mazedonien. Dem holländisch-skandinavischen Komitee ist wegen eines Manifestes, worin die Teilung Mazc- donienz gefordert wird, ein Protest zugegangen. Bomben auf Seeland.(Meldung der Niederländischen Tele- graphen-Agentur.) Am 22. Dezember, abends 10 Uhr 45 Minuten, wurden auf Goes fünf Bomben abgeworfen, mehrere Häuser wurden beschädigt und ein Mann schwer verletzt. Ocsterrcichischcr Sozialminister. Zum Minister für stziale Fürsorge ist Professor Dr. M ata ja ernannt worden. Lekte Nachrickiken. Friedenskundgehung der französischen Gewerkschaften. Clermont Fcrraud, 26. Dezember.(Havasmeldung.) Die Tagung des Allgeme'nen AebciterbunldeS(C. S. P.) hat ein« Entschließung mit 161 Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen gegen die Geheimdiplomatie angenommen. In ihr wird verlangt, daß die Nation Kenntnis erhalte von den Be- dingungen, unter denen ein allgemein gerechter und dauerhafter Friede geschlossen werden könne. Die Entschließung bemerkt: Die Friedensformeln Wilsons und der russischen Revolution sind auch diejenigen der französischen Arbeiterklasse: keine. Annexionen, Selbstbcstiminungsrech« der Völker, Wiederherstellung der Nnabhängigkrit und Unantast- barkeit der besetzten Gebiete, Ersatz der Schäden, keine LriegScnt- schädigung,. kein Wirtschaftskrieg nach Einstellung der Feindselig- leiten, Freiheft der Meerengen und der D!ecre, Schiedsgerichte für internationale Meinungsverschiedenheiten und Bildung einer Gesellschaft der Nationen. Die Entschließung fordert, daß die Ar- beiterklassen von den kriegführenden Regierungen die Veröffent- lichung der Friftansbedingungen erlange, wie es die russisch� Revolution gefordert hat, und wodurch allein ein Sonderfrieden verhindert wevden könne. Am Schluß wird baldiger Zusammen- trftt einer Konferenz der Arbeiterklassen aller Länder gefordert. GroßSerlln Weihe Weihnächte«. launische Wetiergott hat cZ gcsügi. iag der S ch n e e sch i p p: r I a tz deS Oberkommandos gerade an den Wcihnachtsfeieriagen zur ersten praktischen Anwendung gelangte. Mehrere aufeinanderfolgende Schneefälle am 24. und 25. Dezember sorgten dafür, daß die Feicrtagsmuße der Berliner Dedölkerunz häufige Unterbrechung fand. Nur wenige, deren Ar- beitspensum auch außerhalb der Feiertage nicht groß ist. dürsten davon erbaut gewesen sein wie ein paar muntere Backsische, die wir am ersten Feiertag aus der Tauentziensiraße herumtollen sahen und denen die ungewohnte Arbeit ostenba: großen Spaß machte. Unter dem größten Teil der Schnccschipper von Lberkommcmdos Gnaden hörte man dagegen recht häusig die Frage erörtern, ob diese Bc- lästigung an den Feiertagen denn wirklich notwendig gewesen ist. Allgemein herrschte die Ansicht, daß nicht Mangel cm Arbeitskräften geherrscht habe, sondern die Sucht, auf diese Weise Geld zu sparen. Die Feuerwehren von Groß-Berlin hatten auch während der Feiertage an vielen Stellen zu tun. Unter anderem mußte die Berliner Wehr einen größeren Brand in der Königm-Tugustastr. 24 loschen, der im Keller des rechten.«drenslügelS ausgekommen war und an Brennmaterialien, Hausrat, Wäsche usw. reiche Nahning gefunden hatte. An der Ecke der Andreasstraße und Gr. Frank- furter Str. 114 stand ein Hutgeschäst in Flammen und Lessmg» ftvaße 35 brannten im Erdgeschoß und im 1. Stockwerk Wohnungen, Immobilien usw. An diesen Stellen mußte die Wehr längere Zeit loschen. Ferner brannte da? Retortenbaus der englischen Gasanstalt in der Gitschiner Str. 19. Das Feuer soll am Schornstein ausgekommen feiu und hatte eine Holzwand erzriffen. bevor die Gefahr bemerkt wurde. Um Pferde aufzurichten und Ver- kehrShindernlsse zu beseitigen, mußte die Berliner Wehr in mehr als W Fällen ausrücken, die Vorortweh cen etwa zehnmal. Der„Zahlmeister". Einb Bande von Warenschtmndlern. die weit über 199 999 W. erbeutete, wurde von der Kriminalpolizei entlarvt und unschädlich gemacht. Es handelt sich um einen falschen Zahlmeister und dessen Helfershelfer. Dieser bot großen Firmen in der Provinz angebliche Beutewaren an, die der Militärverwal- tstng zu viel«liefert worden seien, und legte Aufstellungen über diese Waren, Freigabebcscheinigungen der Milttärberwaltung unv Duplikatfrachtdriefe vor, die sich a l l e als gefälscht erwiesen. Zur Seit« standen ihm ein angeblicher Angestellter der Z. E. G. und ein dritter Mann, der verschiedene Rollen spielte. Die Bande betrog zunächst einen Betrieb um(53 909 M. und dann einen anderen um 49 999 M. Die Ärimtnalpolizei ermittelte in dem„Zahlmeister' «inen fett Anfang dieses Jahres fahnenflüchtigen Muskciiei K. Braun und m seinen Spießgesellen einen 58 Jahre alle« Glaser Karl Kunstmann, der schon mit Zuchthaus vorbestraft ist, und einen 38 Jabre alten Händler und Invaliden Wilhelm W e n d t, alles Berliner. Braun, der kurz vor seiner Fahnen- flucht bereits einen Gastwirt in der Kleiststraße mit einer Lebens- mittellieferung um 1999 M. geprellt hat, befaß in Berlin zwei Wohnungen. Seine Anmeldung hatte er mit der Borspiegelung verhindert, daß er bei der Militärbehörde gemeldet sei. Unter dem Namen Waßmann hatte der Gauner bei einer hiesigen Großbank ein Schließfach, in dem sich noch 19 999 M. vorfanden. Auch Frau Braun, die mtt ihrem Manne reiste, wurde verhastet. Die Bande, die nur in den ersten HotÄs ihre Geschäfte abschloß, hätte beinahe auch»och 35 999 M. ergattert. Im cetzien Augenblick aber gelang eS in dresem Falle, noch einen Scheck über diesen Betrag, der wieder auf einen gefälschten Duplikatsrachtbries ausgezahlt werden sollre, zu sperren. Gasvergiftungen ohne Ende. In ihren Wohnungen tot auf- gefunden wurden während dqr Feiertage wieder drei Personen, der 31 Jähre alte Arbeiter Karl Johann sen in der KopernikuZ- straße 33, die 39 Jahre alte Maria Hirsch aus der Fuldafiraße 1 zu Neukölln und die 31 Jahr« alte Arbeiterin Minna Nickel aus der Schilltngstraße 38. In den beiden ersten Fällen liegt GaSver- giftung durch Unfall vor, in dem letzten weiß man nicht, ob es sich um ein Unglück oder um einen Selbstmord handelt. Tie Leiche der Minna Nickel war schon ganz schwarz; der Tod muß schon vor meh- reren Tagen eingetreten sein. Teuerungszulage an BoltSschullehrer. Die bei de» Stadtverwaltungen Grotz-BerlinS tätigen Volksschullehrer erhielten zu Wcibnachten Teuerungszulagen von 299 N. für verheiratete und 459 M für unverheiratet« Zehrer und Lehrerinnen. Erheblich weiter ist-Spandau gegangen, dessen Stadtverordnete in ihrer letzten Sitzung beschlossen, allen Beamten eine pensionSfähige Teuerungs- zulage von 59 Prozent des Ansangsgehaltes zu gewähren. EharlottenbuCgrr Massersvcisung. Am Dienstag, den 1. Ja- nuar, findet eine SpeisenauSgabe nur m der Ausgabestelle Ehar- lottenburger Ufer 59 in der Zeit von 4411 bis 541 Uhr statt. Anmeldungen dazu werde» in sämtlichen Ausgabestellen nur' am Freitag, den 28. Dezember, entgegengenommen, doch sind alle an- deren Ausgabestellen außer der genannten am 1. Januar geschlossen. WrttcrauSslchtcn für das mittlere Norddeutschland bis Freitag mittag. Vorwiegend wolkig, mit meist geringen, mir im Sudosten stärkeren Schneefällen; weitere Abkühlung. Mus aller Welt. Erdbeben in Sofia. Sofia, 25. Dezember.(Meldung der Bub, garischen Telegraphenagentur.) Gestern, 6 Uhr 38 Minute» abend?. wurde hier ein heftiger Erdstoß von kurzer Dauer in fast senkrechter Richtung verspürt. Der Stoß war heftig genug, die Leute aus dem Schlaf zu wecken. Es wurde kein Schaden an- gerichtet Das Erdbeben wurde auch in allen Ortschaften in der Nähe Sofias verspürt. VerantwortliÄ sur Posttit! Erich Sulttur Stolfs; für den üEngen Teil des SlatteS' Alfred Scholz, Neukölln' für Inseraten ZU- Clotft, Berlin. Xrutf u. Bering: Borwärts BucddruSerei v. BerlvgSanttalt Baul Singer& iSe., Berlin SW. Theater i; Königgrälzerstr. 8 U.: Die StraBe nach Steinaych Komödienhaas. 7°/« Uhr: Erdgeist. Berliner Theater. T1/,!!.; Die tolle Komteß. Sft, Uhr: Llsls Marchenrdsa. Admiralspaiast 7*14 Uhr: Dentsche Tänze ■von Schobert. Abrakadabra. 1 2 große BaUefcts a. d. Eise I Jiücli, E Tägi. Tl3. Sonnt. ä'/2 u. Ist, Nur noch bis 31. Oez, Heute 3. Feiertag; Vorst elinngeu. | Nachm. f Kind fr. j Weitere Kinder j halbe Preis In beiden VorsteUungen: Itas neue große Weihnacht«- Programm und zum Schluß Mond fahrt. Phant. Pont, in 4 Akten. Nachm. 1., 2. u. 3. Akt. Bhf. FriedrichstraBe. Anfang 7'/, Uhr. Das unerreicht dasteh, j Sport-Fr ograoin] u. a. tdll Tiger-Ädh Rieh. Sawade*VF j Maud Wulff, flieg. Hunde Hexiko GroBe Original- Äusstnümigs-PantoiK Eemepr. üpl. 14814. Vikt9ria-Theater. Kottbuser StraBe 6—7, Hochbahnslatlon Kottbuser Tor. Gastspiel Zirkus KRONE. Zirkus auf der Sühne. SiaehmlttAgs SV, Uhr, abends 71/, Chr. Karteuvorrerkauf: Theaterkaasen Wertheim .ab Vorm. 10D. a. d. Kassen d. Viktoria-Theat. LlMMA und Halskranke. Verlangen Sie fostcnsrei belehrende Broschüre über ' öe-lmetbede ohne Bcrufcsiöruug. Savitütsrat Dr. HVelse's Ambal., Berlin 117, Potsdamer Str. t23b II. ftreunden und Belannten die ttaurige Mitteilung, daß meine liebe Frau Karta Niederauer geb. Koch nach langem Leiden am 22. Dezember verstorben ist. Um stille Teilnahme bittet Gg. Niederauer nebst Familie. Die Beerdigung findet am Freitag, den 28. Dezember, nachmittags 39. Uhr von der Leichenhalle des Zentral- fticdheieS in Friedrichsselde aus statt. Prima Wfirstehen o. Wurst a. Kaninchen- u. RoS« fleisch täcl. frisch. Pfd. 8.50 M. Nachn. Bilp.-Vera. Versand v. 5 Pfd. ab. Roßschlüchterei und Wurstfabrik Arthur Schindler« Zwickau i. S. f' Erfinder während des Krieges grosse Erfolge! 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