Nr. 141. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Bettungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins, und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pig. Inferate für die nächste Nummer müffen bts 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ift an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vor mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Fozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. 0314 ro Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 21. Juni 1894. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Die Gleichung Röside= Strack. Der Vorwärts hat vor Jahresfrist den Klimbim Strack von Senftenberg als munteren Wahlagenten des von Manteuffel in all seiner Schöne abgeschildert. Im Reichstage ist derselbe Strack, Hauptmann a. D. und Leiter des Braunkohlenwerkes Grube Jlse als rücksichtsloser Verfechter ungeschminkter kapitalistischer Interessen, als Mann der schwarzen Listen von sozialdemokratischer Seite gebrandmarkt worden. In der Niederlausitz ist Herr Strack das der die geistige Oberhaupt eines Geldsadbundes schmählichen Maßregelungen selbständig denkender Arbeiter zu einem gemeinschädlichen System erhoben hat und fortgefeßt für die landesüblichen idealen Güter, für Unternehmergewinn, Agrarierthum und Schlotjunkerschaft brave, ehrliche Proletarier außer Brot wirst, sie und ihre An gehörigen dem bitteren Elend preisgiebt und die einfachsten politischen Rechte frech mit Füßen tritt. welt: Nirgends tritt der Uebermuth einer durch keine fefte Arbeiter Organisation gebändigten Fabrikantengrell tlique so zu Tage wie in jenen entlegenen, abseits von der großen Heerstraße betriebenen Plusmacherstätten, wo die an die Scholle ges bundenen Hörigen des Kapitals hilflos allen Nackenschlägen des Unternehmerthums ausgeliefert sind, wo sie dulden und schweigen, oder auf der Gaffe, hinterm Zaun, auf der Landstraße mit Weib und Kind verhungern können. Hier bewegt nicht der kräftige Pulsschlag politischen Lebens die Maffe, hier muß scheu und im Verborgenen die„ fteie" Meinung unterducken. Die so schalten und walten, sind die Vertreter bürgerlicher Ehrbarkeit, christlicher Nächstenliebe, konservativer Ges fitting, sie sind die Treiber und Agenten der reaktionären Sippe, die das Volk politisch unterdrücken und wirthschaftlich ausplündern. Trotz alledem und alledem hat die Sozialdemokratie in diesem dunklen Winkel unter Grubenarbeitern und Glasmachern Wurzel geschlagen, hat sie bei den kleinen Leuten Eingang gefunden und bedroht die alte politische Domäne des Schnapsbrennerthums ernsthaft genug. In dem Wahlkreise RalauLuckau hat der sozialdemokratische Kandidat 1890 2585, 1893 aber 3868 Stimmen erhalten. Diefer Stimmenzuwuchs, den das Klimbim Rundschreiben des Strack, der Musik, Radauredner, Kriegervereine für seine Wahlzwecke aufbot, nicht hat hindern können, hat die Vertreter von Bildung und Besiz" zur wilden Wuth aufgeftachelt, und die Hungerpeitsche, Entlassung, Aechtung, Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. Spindler. der Bannfluch der schwarzen Liste haben als sichere Waffe in der Hand des Chors der Rache gedient. Wie diese Gentlemen gewirthschaftet haben, selbstredend unter des Strack's schneidiger Führung, darüber geben folgende natürlich vertraulich e" Urfunden Aufschluß, die das Treiben der niederlausitischen Kapitalisten hell beleuchten. Annahütte, Niederlausit, d. 19./6. 93. An die Herren Mitglieder der Vereinigung deutscher Flaschenfabriken. Auf grund des§ 1 unserer Sagungen, habe ich nachstehenden Glasmachern heute die Arbeit gekündigt, den Glasmacher Friedrich Weise und den Glassortirer Wilhelm Richter jedoch sofort entlassen. Hochachtungsvoll H. Heise Glasfabrit. Glasmacher Friedrich Weise, geb. 21./5. 1860 zu Rauscha. Glasmacher Eduard Bastila, geb. 27./12. 1858 zu Stephanopel. Glasmacher Auguft Roit, geb. 17./6. 1860 zu Kostebran. Glasmacher G. Deutschmann, geb. 3./12. 1861 zu Rauscha. Glasmacher Anton Maschke, geb. 24./3. 1864 zu Friedrichsthal. Glasschleifergehilfe Wilhelm Lübeke, geb. 26./6. 1872 zu Rohlfurt. Glassortirer Wilhelm Richter, geb. 27./10. 1886 zu Seidemühl. Grubenarbeiter Adolf Wippeler, geb. 8./11. 1862 zu Wittgenau. Den Herren Industriellen des Senftenberger Bezirks gur Renntnißnahme ergebenst unterbreitet mit dem Bemert, daß obige Arbeiter als Sozialdemokraten von mir ertannt sind. Der in unserer Briquett- Fabrik beschäftigte Arbeiter Friedrich Krieger ist, wie wir ermittelt haben, ebenfalls an fozialdemokratischen Agitationen und Heßereien betheiligt gewefen und ist deshalb von uns ernstlich ver warnt worden. p. Krieger hat darauf selbst gekündigt. Wir bitten, ihn in der fürzlich übersandten Liste der sozialdemo fratischen Agitatoren nachzutragen. Grube Jlse, den 24./6. 1893. F. L. Strack. Bur Drientirung bemerke ich noch, daß die im hiesigen Amtsbezirk erfolgten Entlassungen unter der Arbeiterschaft der Ilse und der Grube Vittoria einen durchschlagenden Erfolg gehabt haben. Die Belegschaften sind, nachdem fie Ernst sehen, willfährig und vermeiden offenbar ängstlich Alles, was zu Tadel Veranlassung geben könnte. Es sind sogar mehrfach von tüchtigen, alten(!) Arbeitern vom Wert selbst nicht erkannte Agitatoren angegeben worden. Hochachtend F. 2. Strad, Hauptmann a. D. Grube Ilse, den 30./9. 93. Schamlofer kann die rohe Gewalt, die mit Keulens schlägen die Ruhe des Kirchhofes herstellt, nicht sich ausdrücken, als in diesem Sendschreiben. Wie die Gepeinigten nun die Sklavenkette tragen, und wie das herrliche System des fleischgewordenen praktischen Christenthums Manteuffel Stöcker'scher Kouleur Angeber und Geberdenspäher züchtet. Aushungerung und Denunziantenwirthschaft im trauten Vereine! Für sich selbst sprechen folgende Aktenstücke: An. Hierdurch theilen wir Ihnen ergebenst mit, daß die nachstehend bezeichneten Arbeiter in die Liste der Sozialdemokraten aufgenommen worden sind. Nr. 84. Bernhard Deminatus, geb. am 5./2. 1856, entlassen von den Reschke'schen Braunfohlenwerken am 2. Oktober cr. wegen starter sozials demokratischer Umtriebe. Derselbe hat sich außerdem gegen Herrn Reschte arg benommen und aller Wahrscheinlichkeit nach Schmähartikel in sozialdemo tratischen Blättern gegen ihn veranlaßt, auch Agita= tionsmarten verkauft. Nr. 85. Robert Schrödter, Schmied, nach seiner eigenen Angabe von der Zeiger Eisens gießerei als Sozialdemokrat entlassen; derfelbe hat am 23. d. M. im Gasthause zur Kaiserkrone" hierselbst sich in diesem Sinne geäußert und unfläthige Schimpfreden geführt. Hochachtend Ilfe Bergbau- Aktien- Gesellschaft F. 2. Strack. Neschte'sche Braunkohlenwerke, Reppist bei Senftenberg ( Laufig), den 6./2. 94. An. " Hierdurch theilen wir Ihnen ergebenst mit, daß dem bei uns beschäftigten Tagesarbeiter Alfred Röwe, geb. am 11./5. 1864 in Magdeburg, wohnhaft zur Senftenberger Flur, wegen sozialdemokratischer Agitation am 26. Januar die Arbeit gekündigt worden ist, daß derselbe spätestens am 8. d. M. entlassen werden wird. Die Kündigung gegen Ferdinand Schrödter haben wir zurück genommen, weil derselbe durch eine Namensverwechselung irrthümlich in den Verdacht sozialdemokratischer Agitation getommen war. Hochachtend Reschte'sche Braunkohlenwerke, Reppist bei Senftenberg( Lausitz). Der Repräsentant Hugo Maschke. Grube Jlse, Nieder- Lausitz, den 13. April 1894. An Die nachstehend verzeichneten Arbeiter, Eduard Lampkowski aus Bitonia, Kreis Stargard, Jakob Glaczy aus Smarcan, Kreis Kempen und Franz Drymalla aus Schlattnia, Kreis " wahrgenommen," fuhr der Oberstrichter in seinem Berhör Sohnes unendliche Gnade die Wahrheit zu sprechen, sonder fort, ob nicht einer von diesen anwesenden Juden gegen Furcht und Mitleid."-" Ich schwöre!" entgegnete Bodick den Knaben einen besonderen Widerwillen und Haß be kurz und fest; und nachdem er auf Befehl des Oberstrichters 69 zeigt?" Grethe nickte nach einigem Nachfinnen mit dem den Glauben gebetet und das Kreuz vor Stirn und Brust Haupte und deutete auf den Greis Jochai.- Nun denn, geschlagen hatte, wobei Ben David unruhig den Kopf Ihr schändliches Gesindel," fuhr der Richter die Juden schüttelte und Jochai mit geschlossenen Augen der jüdischen an:" Gesteht Ihr bis hierher ein, was die Alte an- Schulen Bannformel zwischen den Zähnen murmelte, bes gebentet?" gann er ein Beugniß, oder besser, eine Klage abzulegen, Ben David leugnete frisch weg die ganze Sache, und während welcher die Stille des Grauens also eintrat mit Er zog die Glode, und flüsterte dem eintretenden Diener Jochai, der es erwartet hatte, wie sein Sohn sich benehmen ihren Schauern in das unheimliche Verhörgemach, daß auch ein Wort in's Dhr. Kurze Weile nachdem sich dieser würde, stimmte ohne zu zögern in das Leugnen ein. Der feine Silbe aus des Klägers Munde einem der Anwesenden wieser entfernt hatte, schlich Ben David's Sabbathmagd, Oberstrichter wurde braunroth im Gesicht, zog zum zweiten entging. Es sind fünf Monden etwa verflossen," sprach Zodick, die stumme Grethe, herein; mit gefalteten Händen, in welchen Male die Glocke, und nach einer kurzen von den Beklagten der Rosenkranz hing; mit thränenden Augen und blaffem bang durchathmeten Stille trat, teck wie die sichere Wahr- und es war so gegen das Ende des Mondes Marches Angesichte. Sie verneigte sich demüthig vor dem Richter heit selbst, Bodick in die Kammer, achtete nicht des Schrecks, van, da die Juden, wie mich dünkt, den letzten Sabbath und dem Bilde des Erlösers, das über dessen Stuhle mit welchen Jochai und Ben David bei seinem Anblick zu des Mondes feierten, als Ben David, der hier steht in hing, und schlug, feitwärts auf die Beklagten blickend, ein sammenfuhren, sondern näherte sich furchtlos dem Richter, billiger Haft, mein damaliger Herr, dieweil ich noch heimkehrend von einem Gang verstohlenes Kreuz. Die Schwörfinger in die Höhe?" deffen Gewand er unterthänig berührte, und vor deffen bin gewandelt im Finstern, gebot der Richter:" Du schwörst vor der heiligen Drei- Gerichtstafel er sich mit erhobener Hand stellte, die frechen über Feld, wie er öfter zu thun pflegt, des Handels wegen, ein Kind mit sich brachte, einen Knaben, und von christfaltigkeit und bei dem Gedächtniß an unseres Heilandes Augen auf das Kruzifig und den Verhörenden gerichtet, bitteres Leiden die Wahrheit, sofern sie Dir bewußt, wie einer, der schon oft dabei gewesen. Die Geberde, die licher Geburt. Am Abend des eingehenden, sowie am zu bekennen durch unverdächtige Zeichen? Nicke mit er machte, kam jedoch den Juden so unerwartet und so Abend des ausgehenden Festes sah ich den Knaben nicht, bem Kopfe!" Die Alte that, wie man ihr hieß, und gräßlich vor, daß Jochai, seinen Unmuth vergessend, dem denn ich lag darnieder an einer Wunde, die mir böse Ben David sagte mir zitterte vor andächtiger Furcht an allen Gliedern. Menschen mit ängstlicher Stimme zurief: Bodick! ach Rodick! Menschen geschlagen hatten. Nachdem sie der Oberstrichter über ihren Namen, Gewerb ist es denn wahr, was von Dir gesagt haben unsere Leute? mit feinem Worte von dem Kinde und nicht Esther, seine und die Zeit, während welcher fie bei den Beklagten in Hast Du abgeschworen den einzigen Gott, um zu opfern Tochter, und Jochai war der Einzige, den in der GeDiensten gestanden, befragt, ging er zur weiteren Unter dem Fremden?"" Bodick, was thust Du?" sezte der von schwäßigkeit seines Alters die Runde entschlüpfte gegen mich, suchung über, und auf seine dringenden Ermahnungen ge- nichts wissende Ben David überrascht hinzu. Der Oberst es befinde sich im Hause ein Knabe, den der Herr geführt ftand nach und nach das arme Weib, so deutlich es nur richter rief aber dazwischen:„ Schweigt, Ihr Hundsjuden, habe, man wisse nicht von wannen, und bringen wolle, burch seine Zeichensprache anging, daß vor einiger Beit sonst laffe ich Euch stäupen zum Lohne für Eure verfluchte man wisse nicht, wohin. Von dem Schmerz meiner Wunde Ben David einen Christenknaben in sein Haus gebracht, Schwazhaftigkeit. Laß Dich's nicht fümmern, Friedrich, geplagt, achtete ich auch nicht auf des Alten Geplauder. von einer fernen Wanderung zurückkommend; daß fie selbst fette er gemäßigter bei, und schwöre vor der heiligen Drei Da aber nach dem Habdalah mein Leib wundersam schnell den Knaben zwei Nächte hindurch in ihrer Rammer be faltigkeit und ihren Heiligen, und bei dem kostbaren Blute wieder genesete, und ich am folgenden Tage, blos um zu herbergt; daß er aber in der dritten verschwunden, und unseres gekreuzigten Erlösers, den Du hast erkennen gelernt ruhen, zu Bette lag in meiner einsamen Kammer, da trat nicht mehr zum Vorschein gekommen sei." Hast Du nicht durch der heiligen Mutter Fürbitte und ihres barmherzigen dieser Greis Jochai, als es schon wieder zu dämmern bes Oppeln haben die Arbeit bei unZ heimlich unter Kontraktbruch verlassen und ersuchen wir Sie ergebenste diese Leute in die schwarze Liste ausnehmen zu wollen. Desgleichen den Ar- beiter Julian Sabakzinski aus Repnow, Kreis Lübau. Hochachtend Ilse. Bergbau-Aktiengesellschaft, F. L. Strack. WaS verschlägt es. wenn die Grubenherren einmal ver- sehentlich einen„Unschuldigen" ausweisen, da unterm Aus- nahmegesetz sden Polizeipräsidien dasselbe„Mißgeschick" widerfahren ist? Das Wichtigste ist doch die Aufrecht erhaltung der Ordnung. Man betrachte sich den nachstehenden Auszug aus der „Hauptliste": Mittheilung! Grube Ilse, den 8. Mai l8!)4 In der Zeit vom I. Januar bis 81. März wurde in die . Hauptliste der Konvention aufgenommen: St 854 855 856 Datum 11. März !16. März 20. März 857 858 20. März 20. März Name Ludw. Panlowsky Michael Warniak Wohnort Bidanowo Kreis Strota Ent- lassen- des Werk Jss? Bergnu Aktien- Ges. Betrieb Grube Kulmitz Kreis Barotschin Ant. Kasmierczak Jedzjcrak Joh. Jorczalas Darnowo Kreis Kosten Pyrmont Kieczalas Kreis Kempen do. Grube Marie 2 do. do. do. do. Ent- lassuugs gruud Ungebührl. Benehinsn, Faulheit. Wider- kSUchleit. Hetml. ver lassen der Arveti unier Nonirakt bruch. do. Wider- setzlichkeit geg. e. vor� gesetzten do. do do. Der Borsitzende: Strack. Die bürgerlichen Moralisten, Herr Pindter Arm in Arm mit Herrn Eugen Richter, Herr von Hammerstein in innigem Verein mit dem Levysohn des„Tageblattes", die ganze Sippschaft der Rösicke und Happoldt, der Saal- abtreiber und Organisationsfeinde, der gekränkten Bier- aktionäre, der Lco und Genossen entrüsteu sich im Brnstton der Ueberzengung über den bestbegründeten, den durchaus gerechtfertigten Boykott, den die Berliner Arbeiterschaft über die Berliner Bierbarone verhängt hat. ?ier ist Rhodus, hier tanze. Hier kann die ganze sittlicher Empörung emporlodern, hier wo die Strack und Kompagnie mit den schmählichsten Mitteln die Meinungsfreiheit unterdrücken und alles Recht mit Füßen treten. Aber die Brau- Interessenten empören sich nicht über die Senftenberacr Heldenthaten. Denn was sie gegen hunderte unschuldiger Brauereiarbeiter verübt, ist um kein Haar besser. Im Gegentheil! Die Senftenberger Fabrikherren reden und handeln ohne Maske, ungeschminkt. Die Rösickes aber fabeln von „Nothwehr" da, wo sie vergewaltigt haben. Strack und Rösicke, Rösicke und Strack, ein edles Brüderpaar, das in der That einander werth ist. Seien wir Freunde, Cinna, mag � der Abgeordnete für Dessau dem Hauptmann a. D. Strack zurufen, gründen wir einen Bund der Gleichen. Die Gleichung stimmt vorzüglich: Strack— Rösicke. Rösicke--- Strack. VolMsrhe Mrvevstrvt. Berlin, den 20. Juni. Presistimmen zur Stichwahl in Pinneberg-Ottensen. Die„Post" schreibt: Zur bevorstehenden Stichwahl im Wahlkreise Pinneberg- Segeberg scheint das„nationale" Empfinden der Antisemiten doch so weit zu gehen, daß sie dem nationalliberalen und gann, zu mir, und sprach:„Steh auf, Zodick, so Du ein guter Knecht meines Sohnes bist, undD Deines Leibes Schmerzen es vertragen, und folge mir eiligst mit Schaufel und Haue."—„Sogleich, Raas," antwortete ich dem Alten gehorsam, denn zu der Zeit ehrte ich ihn, wie alle Juden zu thun pflegen, da er das Gesetz kennt und auslegt. Ich stand auch alsbald auf, nahm nach seinem Willen Schaufel und Haue, und folgte ihm, der trotz seinen blöden Augen rüstig voranschritt über die dunkeln Stiegen zu dem Keller; in dessen Gewölbe, das unter dem Hinterhause fortläuft, und durch einen Verschlag geschieden ist von dem Vordern, wo man Holz und Wintergemüse aufbewahrt, rastete der Alte, und befahl mir, Feuer anzuschlagen und die Leuchte anzuzünden, die er unter seineni Rocke hervorzog. Dieses geschah. Nun setzte sich der Alte auf einen Stein und sprach:„Jetzo, mein guter Knecht, nimm die Werk- zeuge zur Hand und haue hier vor nieinen Füßen eine Grube von anderthalb Schritten in der Länge und von der Breite eines Ellbogenmaßes. Er zögerte nicht, mich an die Arbeit zu machen, in der Meinung, man wollte hier Kost- barkeiten vergraben, wie die Juden gar oft zu thun pflegen, denn sie hegen Verdacht gegen alles, was sie umgiebt, und besitzen gar häufig Tinge, die nicht kommen dürfen sobald an den Tag. Da mir nun aber Jochai serner gebot, die Tiefe von zwei Ellbogenlängen zu nehmen, und säuberlich geräumig zu machen die Grube, ward ich doch stutzig.„Raas!" sagte ich, kopfschüttelnd:„Ihr müßt viel köstliche Habe zusammenbringen, um dies Loch nur zur Hälfte auszufüllen."— Er hieß mich jedoch einen für- witzigen Mamser, und befahl mir, zu fördern die Arbeit. Ich that es nun auch, und während dessen begann s der Alte eitel verdächtige und seltsame Reden, und fragte mich, ob ich etwas verstünde von Zauberei und geheimen Mitteln. „Gott soll hüten! versetzte ich hierauf und fluchte den Zauberern. Der Raas sah mich schnell an, und sprach: „Verflucht seien die Schedim aber heilig die Zauberer, die den Schemhamphorah verstehen, und damit die Sprache der Thicre, der Teufel und die Kenntniß der Mittel, die jüdischen Kandidaten ihre Unterstützung versagen wollen und dergestalt dem Sozialdemokraten den Sieg erleichtern. Die„Tägliche Rundschau" bemerkt: „Die Wirksamkeit dieses jüdischen Herren(nämlich des nationalliberalen Kandidaten Mohr), der der nationalen Land wirlhschaft schon unberechenbaren Schaden zugefügt hat, muß den Landwirlhen des Wahlkreises in einem derartigen Lichte erscheinen, daß es sehr verständlich und entschuldbar wird. wenn die Frage, welcher von beiden Bewerbern als„das kleinere Nebel" anzusehen ist, vielfach unbeantwortet bleibt. Die Wähler befinden sich also hier in einer außergewöhnlich schwierigen Lage, und indem wir das anerkennen, müssen wir unser Urtheil dahin ändern, daß wir auch aus einer Wahl- enthaltung unter den besonderen Umständen keinen Vorwurf gegen das nationale Gewissen erheben können." Zur Charakterisiruug der Agitationswcise des Herrn Mohr weiß das„Hamburger Echo" das folgende zu berichten: Am Freitag, 15. d. M., Morgens, erschien Herr Mohr in höchsteigener Person bei einem Mitgliede des Vorstandes der freisinnigen Volkspartei, legte 200 M. auf den Tisch und er- suchte den Betreffenden(nennen wir ihn T.), sofort nach Berlin zu Herrn Eugen Richter zu reisen, um denselben zu ver- anlassen, seinen Einfluß zu Gunsten der Mohr'schen Kandidatur einzusetzen!!! Herr K. lehnte es zunächst ganz entschieden ab, diesem Ansinnen zu entsprechen. Anderen Tags aber, nachdem Herr Mohr all' seinen Einfluß aus ihn hatte wirken lassen. sah Herr X. sich veranlaßt, aus rein formellen Rücksichten die Reise zu unternehmen. Das Resultat war, daß Herr Eugen Richter Herrn Mohr auf telegraphischem Wege eine derb ab- weisende Antwort zugehen ließ, welche das nationalliberale Wahlkomiree jedenfalls nicht veröffentlichen wird. Von anderer nicht minder zuverlässiger Seite erfahren wir noch, daß Herr Rektor Kopsch, der unterlegene freisinnige Kandidat, sich für ein offenes und direktes Eintreten seiner Parteigenossen zu G un st en der sozial- demokratischen Kandidatur v. Elms ausge- sprechen hat. Nachdem das„Hamburger Echo' die gewissenlose Agitation derer nm Mohr im Einzelnen geschildert hat, be- merkt es: Aber die erdrückende Mehrheit der Wähler im VI. Schles- wig-Holsteinischen Wahlkreise wird am Sonnabend solch heil- losem politischen Unsug das Urtheil sprechen. Einmüthig zusammenstehen für die Kandidatur v. Elms werden Alle, für die die politische Moral kein überwundener Standpunkt ist, die sich nicht degradiren lassen wollen zu einem.politischen Helotenthum!— Die Klassen- Lotterie ist eins der Fundamente des preußischen Staates, das vor hundert Jahren durch den frömmsten und verlüdertsten Preußenkönig gelegt wurde. Friedrich Wilhelm II. schuf durch Kabinetsordre vom 20. Juni 1894 die preußische Klassen- Lotterie. Die „Vossische Zeitung' macht sich die unnütze Arbeit, alle Gründe für die Verwerflichkeit der Lotterie zusammen zu tragen; sie thut so, als ob sie des naiven Glaubens wäre, Sittlichkeit und Christenthum seien wirklich die Grundlagen unseres„sittlichen" und„christlichen" Staates. Der „christliche" Staat verträgt sich ebenso mit der Lotterie wie mit deni Duell, und gerade die Kreise, welche aus- nahmslos zu den trenesten Bekennern der christlichen Kirche zehören, sind auch vielfach die unbedingtesten Vertheidiger Zes Duells. Vom„christlichen" Staat die Beseitigung der Lotterie zu erhoffen, ist ebenso thöricht, als wollte man von den Feudalherren freiwilligen Ver- zicht aus ihre Privilegien oder von Kapitalisten erwarten, daß ihr Patriotismus sich soweit versteigt, dem Staate auch nur ein Darlehen ohne Zinsen zu ge währen. Was aber die Kirche betrifft, so wetteifert sie mit dem Staat in Veranstaltung von Kirchenlottcrien, deren Loose niassenhast in jeder Kram- und Tabaksbude feil geboten werden. Ein vom Staate sanktionirtes Laster ist auch für die Stöcker und Stöckergcnosseu kein Laster, und unter den taufenden christlichen Militärpredigern ist wohl elten einer aufzufinden, der jemals eine Predigt gehalten, in welcher er das Dnell verdammt. Moral und Christen thum, das möge sich die„Vossische" merken, sind Dinge, die ich nur für den„gemeinen" Mann gehören; waS sollte aber wohl daraus werden, wenn man sie auch auf die maßgebenden Kreise und Klassen, aus Feudalherren und Kapitalisten, Industrie- und Bierkönige, auf die Leute mit den Adlern in den Knopflöchern auwenden wollte! Die würden schöne Augen machen, wenn der Staat sich unter- angen wollte, mehr Christenthum und Moral zu haben. als ie selbst!— groß machen Israel in Edom.„„Hast Du nie davon gehört,"" fuhr er fort,„„daß eines unmündigen, vom Berge Seir') stammenden Knaben Herz, in der Nacht des A malektischen Sabbaths von gesegneten Händen ausgerissen, zu Staub verbrannt, und am Abend des Festes Haman in geheiligtem Weine genossen. Glück bringt und großen Reichthum?"" Ich schaute dem Raas bestürzt ins Gesicht, und habe nicht erwidert ein Wort. Nachdem ich aber die Grube vollendet, und den Grund geschaufelt auf einen f laufen, mußte ich noch verstopfen mit Stroh und Holz die uftlöcher des Gewölbes, und wurde von dem Alten an- gewiesen mich zu begeben hinauf, und dem Herrn zu sagen: es sei geschehen im Namen des Propheten Elias.— So wie ich nun aber an des Kellers Thüre gelange, kommen mir Schritte entgegen, und herab steigt bereits der Herr, und trägt auf der Schulter einen Knaben in Schlummer versunken. Er stutzte sehr, da er mein wurde ansichtig, und der Raas sprach zu ihm wie im Zorne:„Warum kommst Du geschlurft zur Unzeit? Ter Knecht sollte Dir erst sagen, war's beschlossen Ben David stotterte ein paar unverständliche Worte, und hieß mich gehen von bannen mit der Lampe, so er mit sich gebracht, und niich Icjjrn zu Bette, ohne zu veriveilen. Ich ging, und hinter mir schloffen sie die Thüre zu mit allen Riedeln. Da ich nun aber die Stiege emporging, ließ mir's nicht Rast und nicht Ruh, und ich mußte sehen, was da unten vorging, und hätte ich fürchten sollen, zu werden blind, wie einer, der die Schechina, das heißt, die Herrlichkeit Gottes an- schaut, wenn sie gerade auf den Fingerspitzen des Cohens sitzt, welcher segnet. Ich zog daher aus die Schuhe, und blies aus die Lampe, und tappte in finstrer Nacht in das Höflein, und sah hinunter in den Keller durch eine Ritze, die ich mit Vorbedacht gelassen hatte in einer der Fenster- Verkleidungen. Ich muß geworden sein kalt wie Eis, da ich gewahrte, was vorging im Gewölbe. Ben David hatte Die gesetzliche Einführung von sterilisirter Milch wird, so berichtet eine Lokalkorrespondenz, seitens des Reichs- gesundheitamtes geplant und schon seit mehreren Jahren beschäftigt sich die erwähnte Behörde mit dem Ausproben der verschiedensten Sterilisirungs-Apparate. Wie berichtet wird, ist jetzt ein solcher Apparat gefunden worden, durch welchen unzweifelhaft jegliche gesundheitswidrige Bakterien vernichtet werden und es dürfte in kürzester Zeit dem Reichstage ein Gesetzentwurs zugehen, wonach nur noch sterilisirte Milch in Handel gebracht werden darf. Seitens der Behörden wird bereits jetzt für städtische Kranken- und Waisenhäuser, Gefängnisse nur noch sterilisirte Milch ge- kauft.— Uns erscheint es unwahrscheinlich, daß eine der- artige Maßregel von der Reichsregiernng geplant wird. Wir registriren daher diese Nachricht blos.— Der Freisinn hat seinen früher nicht unbeträchtlichen Anhang in der Arbeiterschaft vollständig verloren. Dies wird von einem bürgerlichen Blatte, der„Kölnischen Volks- Zeitung" heute zugestanden. Nachdem sie dies an ver- schiedenen Beispielen erörtert hat, kommt sie auf die Hirsch-Duncker'schen Gewerkvereine zu sprechen und be- merkt: Man würde sich aber täuschen, wenn man diese Ver« bandsmitglieder alle zur freisinnigen Partei rechnen wollte. Viele derselben sind Sozialdemokraten, die nur deshalb nicht austreten, weil sie die durch langjährige Zahlungen in die Ver- bandskassen erworbenen materiellen Vortheile und Anrechte nicht aufgeben wollen. Man hätte doch bei den letzten Berliner Gewerbegerichts-Wahlen erwarten sollen, daß die Mitglieder der Hirsch-Duncker'schen Gewerkvereine ihr Gewicht in die Waagschale werfen würden, aber die anti-sozialistischen Arbeiter brachten nur«ine verschwindende Minderheit'auf. Und bei den Reichstagswahlen dürften ebenfalls viele Gewerkvereinler bei den„Rothen" zu finden sein. Die Haltung der Frei- sinnigen in der Frage des Arbeiterschutzes und der Arbeiterversicherung ist nicht geeignet gewesen, die Arbeiterschaft für den Freisinn zu begeistern.— Ansbeuter-Reklame. WaS so ein richtiger, in der Wolle gefärbter Unternehmer ist, der versteht doch aus allen Vorkommnissen Reklame sür's Geschäft zu machen, selbst wenn seine eigenen Ausbeutungspraktiken an die Oessent- lichkeit gezogen werden. Wie das zu machen ist, können alle Reklamebedürftigen von der Hof-Schönsärberei von G. u. F. D r e y e r zu Hannover lernen, deren In« haber in seiner Art ein wahres Reklamegenie sein muß. Unser Bruderorgan in Hannover, der„Volkswille", hatte es wiederholt gerügt, daß in dem Dreyer'schen Ge- schüft die Arbeiter und Arbeiterinnen sogar Sonntags von Morgens 7 bis Mittags 12 Uhr(abzüglich einer Viertelstunde Frühstückspause) und von IVs Uhr Nachmittags bis Abends 6 Uhr zur Arbeit gezwungen würden. Darauf ging dem„Volkswillen" eine„Berichtigung" aus grund des bekannten geduldigen tz II des PreßgesetzeS zu, in dem sämmtliche Arbeiter der Dreyer'schen Fabrik er- klärten, daß sie ganz mit dieser Sonntagsarbeit zufrieden eien, da das bei Saisonarbeiten nicht zu vermeiden sei. Nun, man weiß ja, wie derartige Erklärungen zu Stande kommen; wir brauchen kein Wort darüber zu verlieren. Neu ist aber jedenfalls die Art, wie der ehrenwerthe Herr Dreyer seine Festnagelung auf mißbräuchliche Sountagsarbcit i« fruktifiziren weiß fürs Geschäft. Er verseudet folgendes lithographirte Rundschreiben an feine Kunden in der Provinz: Hannover, im Mai 1394. F. F. Anbei übermitteln wir Ihnen ein Exemplar der„Han- noverschen Neuesten Nachrichten" und ersuchen Sie freundlichst, darin die blau angestrichenen Artikel zu lesen und daraus zu ersehen, mit welchen Mitteln hier die Sozialdemokratie bemüht ist, Unfrieden zwischen zufriedenen Arbeitnehmern und Arbeit- gebern zu säen und wie vorzüglich sich unser Personal dagegen verhalten hat. Es hat letzteres seinen Grund darin, daß wir unsere Leute nicht als Fabrikarbeiter im gewöhnlichen Sinne des Wortes, sondern als das behandeln, was sie thatsächlich sind, nämlich als gelernte Färber, gelernte Wäscher, gelernte Appretirerinnen, Detacheusen, Plätterinnen, Schneider u. s. w. Es würde nun in unser m gemeinschaftlichen Interesse liegen, wenn Sie eine dortige, den sozialdemo- kratischen Bemühungen feindlich gegenüberstehende Zeitung ver- anlassen könnten, den Artikel möglichst unverkürzt im redak- tionellen Theile zu bringen, wobei unauffällig mit er» wähnt werden müßte, daß sich bei Ihnen eine An» nähme st elle für unser Geschäft befindet. Solche indirekte Reklame würde für unsere Annahmestelle *) Bezeichnender Name der Christenheit, gleich Edom, Amalek:c. den Knaben entkleidet, und die Kälte den Armen geweckt. Zn dem leise Wimmernden trat der Raas, und fragte ihn, wie die Juden zu fragen pflegen am Feste Jom Kippur'), das da fällt im Monde Tisri: Jüngelchen, über welches der Mohel'*) nicht gekomnien. Willst Du sein mein Kappora?***) — Das Büblein machte Ben David nicken mit dem Haupte, und plötzlich stopfte ihm der Raas einen Knebel tn den Mund, daß es nur leise und dumpf stöhnen konnte, während dessen seine Augen hervortraten aus den Höhlen, wie die eines Lammes, das man schachtet. Und herbei aus dem Winkel schleppte der Raas ein roh gezimmertes Kreuz; Ben David streckte darauf den Gepeinigten aus und voll zittern- der Begierde, mit vor Alter bebenden Händen, nagelte ihn der Raas auf das Leideusholz. indem er das Gebet murmelte, das leider unter den Inden heimisch ist, und also lautet: DieS Opfer soll mir dienen als Wechsel und Tausch; es komme an meine Statt; es gehe in den Tod und ich mit allem Volke Israel ins ewige Leben! Furcht und Angst komme über die Gojini! Verflucht seien die Wohnungen des Berges Seir! Verflucht und vertilgt die Hütten Amaleks! Verflucht und vertilgt Ammon, Edom und Moab. Offenbart und endlich geschenkt deinem Volke seine Erlösung!" „Während dieses Gebets hat Ben David dem zuckenden Würmlein gespieen in Angesicht, und gerufen mit Hohn: Gegrüßt seist du uns, 5?önig in Israel! Herrlich und ge- segnet seist du, Fürst der Juden!— Darauf hat er die Lampe ergriffen und bedeute: dem Raas, er möge ein Ende machen, denn der Knabe drohe schon jetzo zn verscheiden. Und der Raas ergriff ein blank geschlissen Messer, und heiligte es in den von den Gliedern des Opfers rinnenden Tropfen und näherte sich damit der Stelle, wo das ängst- liche Herzlein pickte, und zeichnete hier ein blutiges Kreuz...(Fortsetzung folgt.! ') Der lange Tag— Fest der Versöhnung. **) Der. welcher die Leschneidung verrichtet. Opfer. und auch für Ihr sonstigeZ Geschäft besser al» ein hajbes Dutzend Annoncen sein. Sehen Sie also zu. was sich um Hilfe Ihrer Bekanntschaft erreichen läßt, erwähnen Sie aber selbstverständlich auf der Redaktion der betreffenden Zeitung nicht, daß damit eine Reklame beabsichtigt wird. Nimmt die Zeitung die Mittheilung unverkürzt auf. so hätten wir gern für Geld und gute Worte 5 Exemplare der betreffenden Nummer. Ihren werthen Nachrichten gern entgegensehend, begrüßen wir Sie Achtungsvoll G. u. F. D r e y e r. Der Artikel der„Hannov. Neuesten Nachrichten", in dem der Hof- Schönfärber Dreyer als Opfer sozialdemo- kratischer Aufhetzung verherrlicht wird, macht nun die Runde durch die Provinzialpresse, und— richtig!— uns liegt ein solches Blatt, die„Solinger Zeitung", mit dem Dreyer'schen Reklame- Artikel vor, in dem an geeigneter Stelle eingeschaltet ist: (Die Firma hat für Solingen bekanntlich Frau Franz Knappe eine A n n a b m e st e l l e übertragen.) Das Geschäft wurde ja auch vortrefflich sich weiter ent- wickeln, wenn nur leider zum Verdruß der frommen und biederen Reklamehelden die bösen Sozialdemokraten nicht Alles herauskriegten. So wollen wir denn hiermit den Hof- Schönfärber Dreyer an den Pranger nageln und wir sind einigermaßen gespannt daraitf, ob er auch seine neue Situation wieder zur Reklame auszunutzen versteht.— Die politische Rechtlosigkeit der Frauen in Bayern. Zu diesem unerschöpflichen Thema wird der „Frankfurter Zeitung" aus München geschrieben: Bekanntlich vertritt die bayerische Regierung den Stand- punkt, daß Frauen an Bersammlungen, in denen politische (soziale) Fragen erörtert werden, nicht theilnehmen dürfen. Es ist ihnen also auch die Erörterung gewerkschaftlicher Dinge verwehrt. Die weiblichen Arbeiter, deren Zahl so groß ist, dürfen sich also nicht, wie die männlichen Arbeiter, über Arbeitsbedingungen und Arbeitsverhältnisse, d. h. über ihr Recht gegenüber dem Recht der Arbeitgeber, berathen. Ob diese Gesetzesauslegung korrekt ist, ist streitig. Di« Praxis der Be- Hörden war auch früher in dieser Beziehung eine ungleiche. Die klerikale Presse ist nun nicht damit zufrieden, daß die Regierung das Gesetz im beschränkenden Sinne handhabt, sie verlangt jetzt direkt, das Gesetz solle positiv dahin geändert werden, daß «ine andere Auslegung gar nicht mehr möglich ist. Warum hat denn die klerikale Partei das nicht während der Landtags- session in Ordnung gebracht? Vielleicht hätten die Liberalen der lieben Nachbarschaft halber auch mitgethan. So stellt sich die bayerische Kammermehrheit immer schroffer in Gegensatz zu den lebendigen Anforderungen dts�Zeit.— Es wird fortgeprügelt i« Sachsen. Ein nahezu unglaubliches Vorkommniß meldet der Chemnitzer„Beobachter" aus Zöblitz: Fünfzehn Knaben aus Zöblitz waren beschuldigt, am zweiten Pfii'gstfeiertag ein Vogelnest ausgenommen zu haben. Wie viel an der Beschuldigung wahr ist, wissen wir nicht. Die Knaben haben das Vergehen beharrlich in Abrede gestellt. Am Donnerstag, den 7. Juni, Vormittag?, wurden die Kinder, nachdem die Schule beendet war, wieder in das Schul- Haus bestellt. Hier harrte ihrer der Doktor, der Bürger- meifter, der Schuldirektor, der Stadtwacht- meister und der SchulhauSmann. Ohne daß die Eltern derKnaben gefragt worden wären, erhielten die Kinder hier von dem Schulhausmann, unter Aussicht oben genannter Personen, mittels zweier zusammengebundener Rohrstöcke bis zu 20 Hieben aus das entblößte Gesäß!!! Bon der Wucht der Hiebe kann man sich eine Vorstellung machen, wenn man erfahrt, daß der Sohn deS Gelbgießers Kaden beim fünften Hiebe Krämpfe bekam. Ein anderer Knabe, namens Wetzel, hat zwanzig Hiebe bekommen und war von den Schlägen ganz braun und blau. Ansprunger Bauern haben das Geld zusammengesteuert und diesen armen Knaben nach Freiberg gebracht. Hat die Behörde das Recht, den Eltern die Kinder weg- zuholen und zu prügeln, ohne die Eltern zu fragen! Oder ist bei einer solchen Prügelei nicht erst eine andere Unter- suchung nöthig! In Afrika werden im Namen der deutschen Kultur un- wissende Negerweiber mit Nilpferdpeitschen bearbeitet, bei uns in Sachsen werden Schulkinder in Gegenwart eines förmlichen Jnquisitionsausschusses. bestehend aus Doktor, Bürgermeister, Schuldirektor. Stadtwachtmeister, vom Schulhausmann ge- prügelt. Erst dieser Tage verurtheilte da? Dresdener Landgericht den Lommatzscher Burgermeister zu KV M. und den Armenhaus- vorsteher zu 20 M. Straf«, weil sie eine ArmenhauSinsassi» geprügelt haben, und jetzt ereignet sich schon wieder ein Fall solcher Prügelei!— Zur Rrvistou deS französische» GetverkschaftSgesetzeS wird uns aus Paris unterm 19. Juni geschrieben: Angesichts des Unwillens, den das Guillemin'sche Amendement hervornef. wonach die ihren Beruf nicht mehr ausübenden Personen nur tu dem Falle in ihrer Gewerkschaft verbleiben können, wenn sie keinen andern Beruf ergreifen und somit die aufs Pflaster ge- worsenen Arbeiter, um nicht ausgestoßen zu werden, entweder RentierS sein oder Zuhälter werde» müßten, hat die Kammer in ihrer gestrigen Sitzung wieder das gut zu machen gesucht, was sie in ihrer vorigen Sitzung verbrochen. Die Abgeordneten, die auf ihre Wiederwahl denken, dürfen es sich eben nicht ganz mit ihren Arbeiterwählern verderben. Trotz der Galle, die Herr Guillemin bekundete, weil ein von der Arbeitskommisston vorgelegter Antrag sein Amendement zu nichtc machte, wurde dieser Antrag nichtsdestoweniger angenommen. Derselbe spricht aus, daß nur Diejenigen als Personen, die ihren Beruf ausgegeben, betrachtet werden, die denselben drei Jahre hindurch nicht ausgeübt und daß alle diejenigen, die aus von ihren, Willen unabhängigen Ursachen ihren Berus aufgegeben haben, in jedem Falle in der Gewerkschaft weiter verbleiben können. Das Fabnkantensöhnchen von Fourmies suchte sich nun dadurch ichadlos zu halten, daß er zu einem weiteren Antrag, wonach diejenigen Personen, die ihren Beruf mindestens 2 Jahre ausgeübt und denselben nicht länger als 10 Jahre aufgegeben haben, einer Gewerkschaft beitreten können, ein gleiches Amendement wie in der vorigen Sitzung stellte. Er verlangte nämlich, daß man denjenigen, die ihren Beruf mindestens 2 Jahre ausgeübt, nur dann den Eintritt in eine Gewerlschaft gestatte, wenn sie, nachdem sie ihren Beruf aufgegeben, leinen anderen ergriffen haben. Dielmal hatte er aber wenig Glück, so daß sein Amendement mit 256 gegen 230 Stimmen zurückgewiesen wurde. Damit hat die Majorität der Kammer allerdings nur bewiesen, daß sie das, was sie will, auch nicht recht will. Sie möchte den gewerkschaft- lichen Arbeiterorganisationen gerne eines am Zeuge flicken, findet aber nicht den rechten Muth dazu. Sie möchte und möchte wieder nicht. Das hat sich auch in der weiteren Verhandlung gezeigt. So nahm sie»u Artikel 4 des Gesetzes einen neuen Paragraphen auf, wonach nur ein Drittel der Vor- standsmitglieder aus Personen bestehen darf, die ihren Beruf nicht mehr thatsächlich ausüben. Und dies, nachdem sie kurz zuvor erst beschlossen hatte, daß diejenigen, die ihren Beruf nicht freiwillig aufgegeben, in jedem Falle in der Gewerkschaft weiter verbleiben können! Wollte sie schon die von den Unter- nehmern in Acht und Bann gelegten Arbeiter von der Gewerk- schastSleitung entfernt wissen— und das war ihre' Absicht»- warum ihnen dann die Direktion nicht über- Haupt verwehren? Dazu hatte sie eben nicht mehr Mulh, als es allen zu gestatten. Und darum dieses Drittel. Schließlich war die Majorität von ihrer ganzen Arbeit selber so sehr erbaut, daß sie nicht einmal den Muth hatte, ihre an dem Gesetze vorgenommenen Modifikationen endgiltrg anzu- nehmen. Sie zog darum im letzten Augenblick noch die am ersten Verhandlungstag ausgesprochene Dringlichkeit wieder zurück, um so eine zweite Lesung möglich zu machen. Vorläufig bleibt somit alles beim Allen. Und bis es zur zweiten Lesung kommt, durfte so manches verändert sein. Krieg im Frieden.„Radicale" meldet aus Chalons (Frankreich), daß sich dort gestern em großes Unglück ereignete. Bei den militärischen Schießvcrsuchen platzte eine Kanone, wodurch drei Artilleristen und zwei Pferde getödtet wurden.— Ersparnisse am franzöfischen Militärbudget. Die dreizehn Millionen, deren Streichung der Finanzminister Poincars im Heererforderniß durchgesetzt hat, sollen durch vorzeitige Entlassung von Soldaten des dritten Jahrgangs erspart werden.— Eine neue Encyelika des Papstes steht unmittelbar bevor. Der offiziöse Telegraph versendet jetzt bereits eine Inhaltsangabe. Soweit man sich daraus vernehmen kann, kommt die Sache auf eine Aufforderung an die Christen- heit, in den Schoos? der römischen Kirche zurückzukehren, hinaus. Das ist nichts neues. Ein alter Ladenhüter des Vatikans ist auch die Verwetterung des Freimaurer- Ordens. Auch der sozialen Frage sollen einige kräftige Worte gewidmet sein. Der Papst erfreut uns mit der Ver- sicherung, daß er deren Lösung bereits im Geiste des Evan- geliums empfohlen habe. Hinsichtlich der Politik ermahnt er zur„Uebereinstimmung der Völker mit den herrschenden Gewalten, möge die Form der Regierung sein, welche sie wolle." Ueber diese„Politik" sind nun glücklicher Weise die Völker sammt und sonders bereits hinaus.— Die spanische Arbeiterpartei hält ihren diesjährigen nationalen Kongreß im August zu Mavrid ab. Der Kongreß wird von besonderer Wichtigkeit sein, weil die Frage der Taktik mit bezug aus die gegenwärtigen fnrteikämpfe und Partei-Gruppirungen Spaniens auf der agesordnnng steht. Wie unseren Lesern aus den Briefen eines deutschen Genossen in Spanien erinnerlich sein dürste, ist man sich unter den spanischen Arbeitern nicht recht klar über das Verhältniß der sozialistischen zu der bürgerlich- republikanischen Partei. Es ist nöthig� daß hier Klarheit geschaffen wird.— Eine Konferenz von Vertretern der Großen Kolonien Englands wird anfangs nächster Woche in Ottawa, einer Stadt, in Canada, zusammentreten, um Fragen gemeinsamen Interesses zu berathen. Das Pro- gramm der Konferenz umsaßt folgende vier Haieptpunkte: 1. Die Konferenz soll die Grundlage für gegenseitige Zoll- tarif- Arrangements zwischen den drei Hauptgruppen der britischen Kolonien legen. Der Reichsalt, der den Zwischen- Handel der australischen Kolonien regelt, soll Canada und das Cap mit einbeziehen. 2. Sie soll einem britischen„Zollverein" den Weg bahnen. Die Kolonien möchten, daß die Handels- vertrage mit Deutschland und Belgien so geändert würden, daß sie dem englischen Mutterlande Vorzugsrechte einräumen könnten, ohne sie aus die genannten Länder ausdehnen zu müssen. 3. Kanada will für eine Schnelldampfer- Verbindung zwischen England und Australien via Kanada 3 500 000 M. Geldunterstützung, und möchte die übrigen australischen Kolo- nieen und das Mutterland bewegen, dem Beispiel Neu-See- lands zu folgen und die Linie gleichfalls mit Geld zu unter- stützen. Zu diesem Zweck sollen die strategischeu, politischen und kommerziellen Vortheile dieser Linie eingehend erörtert werden. 4. In Verbindung mit dieser Linie soll ein direktes Kabel von Kanada nach Australien durch den Stillen Ozean gelegt werden und zwar unter Garantie der betheiligten Re- gierungen und mit materieller Beihilfe Großbritanniens. Der Anfang einer großen internationalen Verbindung scheint durch diesen Kongreß gemacht zu werden. ftarkeitmiftttichkett. Die«Verhaftung unserer Dresdener Parteigenossen Eichhorn, Findeisru, Gradnauer hat allenthalben höchstes Erstaunen erregt. Die? Erstaunen dürfte einen noch größeren Grad erreichen, wenn die näheren Umstände dieser Angelegenheit genauer bekannt gegeben werden könnten. Leider sind wir zur Zeit, so schreibt die„Sächs. Arbeiter-Zeitung", nicht in der Lage. der öffentlichen Meinung eingehende Kenntniß von dem ganzen Verfahren, das hier eingeschlagen wurde, zu verschaffen, weil das Preßgesetz verbietet, daß aus amtliche» Schriftstücken eines Strasprozeff'es etwas durch die Presse vor der öffentlichen Ver- Handlung mitgetheilt werden darf. Wir müssen daher vorläufig hierauf verzichten. Es handelt sich also thatsächlich um Anklage wegen„versuchter Erpressung". Wodurch soll von den Angeklagten dieses„gemeine Vergehen" begange» worden sein? Man höre und staune! Gradnauer soll zum Leiter der Brauerei Herrn Bier gesagt haben: „Die Aushebung des Boykotts über seine Brauerei sei ab- abhängig von der Wiedereinstellmig der entlassenen Brauergehilfen; wenn diese nicht geschehe, so gehe der Boykott fort und die Brauerei werde die Macht der Ardeiter erst recht noch zu fühlen bekommen." Dies ist die ganze Anklage, der ganze„Er- pressungsversuch"!! Nur die serhalb findet die Anklage gegen Gradnauer statt, nur deshalb inußte er volle zwei Wochen in Untersuch ungS- Haft verbringen! Desgleichen est mit absoluter Sicherhett anzunehmen, daß auch Eichhorn's und Findeisen's„Verbrechen" in nichlS als in ähntichcn Erklärungen bestanden haben sollen. Eichhorn und Findeisen hatten bekanntlich mit den Herren Bier und Gerlach ivegen BeUegung des Boykotts unterhandelt und die dabei von ihnen gemachten Aeußernngen legt nun die Staatsamvaltschast als„Erpressungsversuch" aus, macht eine hochnolhpeinliche An- klage nicht nur, sondern schließt die Angeschuldigten lange Wochen in Haft ein. Im folgenden wollen wir nur darstellen, wie. selbst wenn man eine solche unerhörte Gesetzesauslegung annehme» ivill, für den Genossen Gradnauer zum ivenigsten auch nicht einmal der der Anklage zu Grunde liegende Thatbestand gegeben war. Gradnauer soll einen Erpressungsversuch gemacht haben. Nun aber hatte derselbe mit der ganzen Boykottangelegenheil gar nichts zu thun gehabt. Er war seinerzeit durch zahlreiche andere Arbeiten daran verhindert gewesen, sich mit dieser An- gelegenheit zu befassen. Er wurde in die Sache hineingezogen durch niemanden anders als durch den Brauereidirektor Bier. Dieser ließ Gr. gegenüber den Wunsch lautwerden, daß er sich doch mit ihm unter- reden und womöglich eineBeilegungdesStreit- alles herbeiführen möge. Obwohl Gr. keine Absicht atte, sich darauf einzulassen, gab er den dringlichen Wünschen nach und setzt« mit Herrn Bier ein» Unterredung festi HerrBier— der„Ausgepreßte"! kam a m 2. P f i n g st- tage zu Gradnauer— dem„Erpresser"!— in die Redaktton der„Sächs. Arbeiter-Zeitung", wo sie sich längere Zeit in aller Ruhe und Höflichkeit über den ganzen Stand der Dinge unterhielten. Gradnauer erklärte ausdrücklich, daß er gar keine Vollmacht zu Unterhandlungen habe, sondern nur ganz persönliche Ansichten aussprechen könne. Abge- sehen von der Lokalfrage, führte Herr Bier das Gespräch auch auf die Entlassung bezw. Wiedereiiestellung der Brauerei- Arbeiter. Er erklärte, diese Wiedereinstellung sei unmöglich, denn die entlassenen Arbeiter seien schlechte Elemente, sie hätten mit der Faust auf den Tisch geschlagen und hätten erklärt, jetzt seien sie Herr in der Brauerei. Gr. erividerte ihm, das könne er nicht glauben, unter der Arbeiterschaft bestehe die Ueberzeugung, daß die Arbeiter wegen ihrer Zugehörigkett zum Fachverein entlassen worden seien, es sei doch höchst merkwürdig, daß gerade alle Mitglieder des Fachvereins solche schlechte Elemente seien. Bier ineinte nun, das sei nicht wahr, er habe aar nichts gegen den Fachverein, sein Braumeister habe ihm die Sache so dargestellt, dem müsse er Glauben schenken. Gr. machte ihn darauf aufmerksam, daß die Braumeister gerade seit langer Zeit den Arbeiter-Fachverein scharf befeinden und daß den Aus- sagen des Braumeisters keineswegs so ohne weiteres Glauben geschenkt werden könnte. So sprang denn als Kraebniß der Unterredung heraus, daß Herr Bier sich bereit erklarte, durch protokollarische Abhörung seines BraunieisterS und anderer An- gestellten über die wirklichen Ursachen der Arbeiterentlassung Licht zu schaffe»; dann sollten die Verhandlungen fortgeführt werden. Und aus diesemThatbestand hat der Rechtsanwalt Gerlach, zugleich Aufstchtsrathsmitglied der Waldschlößchen- Brauerei, seine Anschuldigung gegen Gr. wegen„Erpressung" fabrizirt. Nun, die Sache dürfte den Herren vom Waldschlößchen und ihren Helfershelfern noch gar sehr unangenehm aufstoßen! Diese Herren glaubten der Dresdener Arbeiterschaft alles an bieten zu können, sie bildeten fich ein, die Dresdener Arbeiter würden sich zu der Lokalvenveigerung auch noch die Zerstörung des BrauervereinS ruhig gefallen lassen. AIS sie einsehen inußten, daß sie an die unrrchtige Adresse gekommen waren, als sich die Arbeiterschaft wie ein Mann gegen die Zumuthnngen der Kapitalsgewaltigen erhob, da griff man in seiner Ber- zweiflung zu dem Mittel, falsche Anschuldigungen gegen unsere Genossen zu erheben und dieselben den Gerichten zu überliefern. Daß sie auch hiermit die Arbeiterschaft nicht erschreckt haben, daS haben sie bereits eingesehen. Vielmehr haben sie eS dahin gebracht, daß der Kampf immer größeren Umfang und schärfere Formen angenoininen hat. Daß Polizei und Gericht auf die Anschuldigungen de» Kapitalisten eingingen, wundert uns nicht, sind doch diese Be- Hörden schon gan* unwillkürlich völlig in der SinneSweise derer befangen, denen sie politisch und gesellschaftlich nahe stehen. In Vorarlberg hat man' eS nun glücklich fertig gebracht, die Genoffen Eonfal und Leimgruber zu Gefängnihstrafen zu verurtheilen. Man glaubt damit die Entwickelung der feit kurzem sich so gut enttvickenden Sozialdemokratie im westlichen Grenz- lande Oesterreichs unterbinden zu können. Wie die Erfahrung belehrt, verfangen aber diese Mittelchen�nicht. Todtenliste der Partei.'Genosse Ernst Hofmann in Mockau bei Leipzig, der allezeit für die Sache der Sozialdemo« kratie wirkte, ist am Sonntag verschieden. Polizeiliches, Gerichtliche»«. Bielefeld. Der Redaktion der„Volksmacht" wurde am 18. Juni das folgende Schreiben zugestellt: Bielefeld, den 13. Juni 1334. In der Unterslichungssache gegen Sie wegen Majestät?» beleidiguna werden von dem am 10. April er. bei Ihnen beschlagnahmten 38 Exemplaren der Nr. 79 der„Volks- wacht" anbei 86 Stück Ihnen zurückgegeben. ES wird Ihnen anheimgestellt, für die fehlenden 2 Exemplare den Preis derselben zu ttquidiren. Königliche Staatsanwaltschaft. Bcgl.: Kowsky, Sekretär. Eine Anklage wegen Majestätsbeleidigung war nämlich im April auf grund eines in Nr. 79 der„Volksmacht" veröffent» lichten Artikels gegen deren verantwortlichen Redakteur Groth erhoben worden; der betreffende Artikel ivar eine Poleinik gegen die„Neue Wests. B.-Ztg.", in welcher der„Beruf Preußens"— man versteht hierunter, daß nicht Oesterreich, sondern Preußen die politische Vormacht in Deutschland habe— mit der Be- hauptung begründet war: alle früheren Könige hätten sich durch Frömmigkeit und Sittenreinheit ausgezeichnet, sie bildeten in dieser Beziehung eine glänzendeReihe! Diese hochwissenschaftliche(!) ton- servative Beweisführung ward in der„Volksmacht" grausam in Ver» wirrung gebracht durch den Hinweis, daß es einen König, Friedrich 11., gegeben habe, der nicht in den Verdacht der Frömmigkeit kommen kann, und daß es einen, Friedrich Wilhelm UI., gegeben, der nicht auf Sittenreinheit Anspruch machen kann!— Das fromme Bielefelder Muckerblatt konnte die geschichtlichen Thatsachen, mit denen wir ihre Kreise gestört, nicht wegleugnen; aus der fatalen Situation zog es sich, wie dies bei seinen salbungsvollen Allüren auch nicht anders zu erwarten war, durch eine kräftige Denunziation gegen die„Volksmacht", ivelche eine derartige Majestätsbeleidigung ver- krochen habe, daß ihre frommen Typen sich weigerten, dieselbe auch nur anzudeuten! Nun erfolgte polizeiliche Be- schlagnahme der noch vorhandenen Nummern der„Volks- wacht"— es waren nicht sehr viele, da ja die ordnungs- mäßige Expedition der betreffenden Nuinmer längst erfolgt mar— beschleunigte Vernehmung des Angeschuldigten und Zu- stellung einer Anklageschrift. Aber damit ist das hochnothpeinliche Verfahren in diesem MajestätsbeleidigungS- Prozesse plötzlich zu Ende gewesen. Denn heute Vormittag wurde dem Redakteur Groth folgender Beschluß der hiesigen Straskaminer II zugestellt: „Die Eröffnung des HauptversahrenS wird abgelehnt, und werden der Staatskasse die Kosten des Verfahrens auferlegt, weil der fragliche Artikel lediglich die beiden Könige Friedrich II. und Friedrich Wilhelm II. verunglimpft, darin aber eine persön- liche Beleidigung des jetzigen Trägers der Krone nicht gesunden werden kann." — Genosse Eduard Echmtd, Redakteur der „Münch. Post", der am 19. Juni wegen Beleidigung des Prinzregenten, begangen in einem politischen Märchen in der Sonntagsbeilage der„Münch. Post" vor dem Schwurgericht stand und gegen den in geheimer Sitzung verhandelt wurde, wurde nach fünfminutiger Berathuug der Geschworenen freigesprochen. — Die Ausweisungen der ausländischen Parteigenossen seitens sächsischer Behörden mehren sich. Ging bisher nur die Dresdener Polizeibehörde besonders scharf vor. so folgt ihr jetzt die Chem- nitzer Behörde nach. Der Genosse Franz Gorreis (Oesterreicher) wurde aus das Polizei-Amt bestellt und ihm hier eröffnet, daß er binnen drei Tagen Chemnitz und binnen acht Tagen Sachsen zu verlassen habe. Schriftlich hat man ihm diese Ausiveisungsversügung nicht gegebe». Da Gorreis sich nie etwas zu schulden kommen ließ, so kann die Ursache seiner Ausweisung nur in dem Umstände zu erblicken sein, daß er Mitglied des Sozialdemokratischen Vereins und Bevollmächtigter der Zahl- stelle Chemnitz des Zentralverbandes der Maurer Deutschlands ist.— Es ist erklärlich, daß eine derartige Maßregel nur dazu führt, den ausgewiesenen Genossen in seinen Anschauungen nur noch mehr zu befestigen. Typographia Für den Inhalt der Inserate über Gesangverein Berl. Buchdrucker nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag. den 21. Juni. Opernhaus. Bajazzi. Die Puppenfee. Schauspielhaus. Zopf und Schwert Deutsches Theater. Der Herr Senator. Berliner Theater. Goldfische. Theater. Jugend. und Schriftgiesser. Die Uebungsstunden finden vom Freitag, den 22. d., ab wieder in den Arminhallen, KommandantenAtraße 20, statt.[ 72/10] Der Vorstand. Achtung! Gesangverein Kreuzberger Harmonie". Nächste Uebungsstunde[ 1322b Schönleinstrasse 6. Bellealliance- Cheater. Der wud- Ort frankenkasse d. Steindruder schütz. Aleranderplah- Theater. Die Geschwister. Der neueste Standal. National Theater. Italien in Berlin. • Kaufmann's Variété. Spezialitäten Borstellung. und Lithographen, Berlin. Meinem Schwiegervater, dem Maler Hermann Grohnert, zu seinem Sozialdemokratischer Wahlverein heutigen iegenfeste ein dreimal für den 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. bonnerndes Hoch, daß die ganze OS Versammlung gittert. [ 13296] Lodes- Anzeige. H. R. Den Ristenmachern zur Nachricht, daß der Kollege 437/17 Wilhelm Gubisch am Dienstag, den 19. b. Mts., gestorben Die Beerdigung findet am Freitag Nachmittag 4 Uhr vom Krankenhause Friedrichshain aus statt. Verloren am Montag Abend von Georgenkirchstraße bis Kastanien- Allee neuchnadel, Form eines Schlüſſels, Stopf ein Topas. Gegen Belohnung abzugeben bei Wilhelmi, Georgenfirchstraße 4, 2 Tr. " 1 am Freitag, den 22. Juni 1894, Abends 8½ Uhr, in Poppe's Restaurant, Lindenstr. 106. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen, Reichstags= Abgeordneten E. Wurm über: Alte und neue Agrarier- Politik." 373/19 2. Diskussion. 3. Mittheilungen und Fragen. Mitglieder werden aufgenommen. Gäfte haben Zutritt. Der Vorstand. Achtung! Schuhmacher. Achtung! Große öffentliche Versammlung 1828 sämmtl. in der Schuhindustrie beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen hente, Donnerstag, den 21. Juni, Abends 8½ Uhr, bei Haberecht, Gr. Frankfurterstr. 30. Zages Ordnung: n Eine alte deutsche Feuer- Vers.- GesellDie zum heutigen Tage einberufene außerordentliche Generalversammlung ist auf Beschluß der Gewerbebeputation auf Donnerlag, den 28. Juni cr., schaft fucht für Berlin u. die Proving Abends 81/2 Uhr, verlegt worden. Die thätige Haupt- u. Spezial- Agenten. selbe findet mit unveränderter Tages- Hohe fortlaufende Bezüge event. auch ordnung ebenfalls im Vereinshause, festes Gehalt werden zugesichert. Offerten unter 0. P. 2 nimmt die Sophienstraße 15, statt. 1316b Der Vorstand. und entgegen.hu Expedition entgegen. 219L* National- Theater. M. Stuhlmann, Vorsitzender. Parodie Theater. Spezialitäten Vorstellung. Große Frankfurterstraße 132. Novität. Novität. Italien in Berlin. Große Ausstattungs- Posse mit Gefang und Tanz in 4 Atten von Carl Peters. Musik von A. Wiedecke. Dekorationen aus dem Atelier von Müller und Echäfer. Maschinerien vom Theatermeister Otto Weiße. Elektrische Lichteffekte von Lakowsky. Rostüme vom Obergarderobier Paul Hildebrandt. Regie: Mar Sam ft. Raffenöffnung 51/2 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Im Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne Aufführung von Lustspielen, Poffen sowie SpezialitätenVorstellung erfien Ranges. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Victoria- Brauerei, Lüßowstraße 111-112. Garten refp. Saal. Täglich( außer Sonnabends); Stettiner Sänger Herren: Meysel, Häckel, Pietro, Britton, Eberius, Steidl, Bliemchen und Blank. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Billets im Vorverkauf à 40 Pf. und Familien- Billets( à 1 M.) für 3 Personen giltig.( Siehe Platate.) Jeden Abend wechselndes hochamüsantes Programm! Jeden Donnerstag nach der Soiree: Tanzkränzchen. Passage- Panopticum. Ein DahomeyDorf Deffentliche Versammlung des Sozialdemokrat.Vereins für Stralan- Rummelsburg u. Umg. am Sonnabend, 23. Juni, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Müller, Rummelsburg, Neue Prinz ulberiftr. 70. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Ritter über kommunale Angelegenheiten. 2. Diskussion. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 111/11 Der Vorstand. Central- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler 1. s. w. Oertliche Verwaltung Berlin F. Versammlung am Sonntag, den 24. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, bei Nagel, Schwedterstraße 23. Tagesordnung: In RohTabaken and Utensilien für Cigarren- Fabrikanten !! billigster Einkauf!! W. Hermann Müller Berlin Neue Friedrich- Strasse 9. Streng reelle Bedienung. 11. Der Streit der Fürstenheim'schen Schuhfabrit. 2. Diskussion. 3. Ber 13156 schiedenes. Der Einberufer: C. Bolt, Roppenftr. 87. Verein zur Wahrung der Jnteressen der Gast- u. Shankwirthe Berlins und Umgegend. Mitglieder- Versammlung am Freitag, den 22. Juni 1894, Nachm. Punkt 5 Uhr, im Lokale des Kollegen Kelle, Schönhauser Allee 28. Zages Ordnung: # 1. Der jetzige Stand des Bierbontotts. Bericht der Zwölfers Kommission, und wie haben wir uns zu organisiren? 2. Die Ausschänke von Kinz& Comp., die sogenannten Sechser- Kneipen, vom sozial- politischen Standpunkt, und wie stellen sich die Gastwirthe dazu? 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Jeder Gastwirth hat als Gast Zutritt durch Legitimation. Es ist Pflicht 164/20 eines jeden Kollegen, pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. J. A.: W. Lorenz, Roppenftr. 47. Achtung! Achtung! Droschkenkutscher. Große öffentliche dubloms Creditgewährung Versammlung sämmtlicher Droschken kutscher nach Uebereinkunft! Ein Jeder mache den Versuch. heute, Donnerstag, den 21. d. M., Abends 9 Uhr, im großen Saal der Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Tages- Ordnung: 1. Die Sozialdemokratie und die wirthschaftliche Lage im Allgemeinen. Referent: P. Jahn. 2. Die Wahlen zum Gewerbe- Schiedsgericht und Nominirung 1. Feſtſtellung der Vergütigung für Bestes Puzmittel der Welt! eines Kandidaten. 8. Besprechung der aktuellen Tagesfragen. die Verwaltungsmitglieder und Beitrag fammler. 2. Wahl der gesammten Ortsverwaltung, Beitragsammler, sowie des Vertrauensarztes. 3. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Die Ortsverwaltung. Erklärung. Um vielseitigen Irrthümern entgegenautreten, erklärt unterzeichneter Verein, mit der: Genossenschaft der Berliner Shneidermeister für Damen- Konfektion, bier, Jerusalemerstraße, nicht identisch 3582 zu sein. Der Vorstand des Vereins Berliner Schneidermeister für Damen- Konfektion. J. A.: Tettschlag. Evora- Bräu NIVERSAL- METALL PUTZ P Schutzmarke POMADE ADALBERT VOGT& CO BERLIN FRIEDRICHSBERG. oldene Diese Universal Metall Puh Pomade ist von uns zuerst im Jahre 1876 eingeführt und das FabrikDer Wichtigkeit wegen ist es dringend nothwendig, daß die Kollegen sämmtlich und pünktlich erscheinen. Keiner darf fehlen. Agitations- Komitee der Droschkenkutscher Berlins und Umgegend. J. A.: H. Schule. NB. Jm Saale wird weder boykottirtes noch Ringbier verschänkt. 143/14 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Sonnabend, den 21. Juli cr.: Große Dampfer- Partie mit Musik, nach dem größten Lokal der Oberspree Schloßpart Wilhelminenhof". Abfahrt der Dampfer von der Jannowigbrücke Abends 7-9 Uhr viertel stündlich. Der Preis für Hin- und Rückfahrt inkl. Zanz 60 Pf. 4517 Billets sind auf allen Zahlstellen und bei den Vorstandsmitgliedern zu zeichen ,, Helm durch gesetzliche Eintragung zur Schuhmarke gekenn zeichnet worden. Alle ähnlich auslehenden Erzeugnisse sind deshalb Nachahmungen unseres unüber- haben. 308L* troffenen Buzmittels. Ein grosser Posten Steppdecken echt Wollatlas( reine Wolle) in vorzügl. Qualität empfiehlt in Ge Grösse 150x200, Stück 7,50 M. binden v. 20-100 Ltr. 30 F1.3 M. circa 1000 Stück schwere buntfarbige Achtung! Gastwirthe. Achtung! Theile allen Kollegen des Often, Nordosten und Zentrum mit, daß ich die Zusendung von Bier: Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde mit Bewilligung der Zwölfer- Kommission übernommen habe und halte dauernd Bier auf Lager. Bestellungen ersuche an meine Adresse zu senden. 178/1 G. Spiekermann, Weberstr. 66. mit 51 wilden Otto Linke, Lagerhof 3. Normal- Schlafdecken Achtung! Weibern. Tägl. 8 Vorführungen. Um 11, 12, 4, 5, 6, 7, 8, 9 hr. Castan's Panoptikum. Der 13 jährige Riese. Die 20 jährige Puppenfee. Ohne Extra- Entrée! Reichshallen Dinhotte DönhoffsPlatz. Im prachtvollen Garten, bei ungünstiger Witterung im Saal. Telephon Weißbier! mit kleinen Maschinenflecken, in reizenden Jacquard Mustern, Grösse 150 x 200 cm. fonftiger ver Stück 4,50 M. Preis 9 M. Für Fabriken und Werkstätten Meine illustrirte Preisliste über hoch sowie für Wiederverkäufer liefere feine Stepp- und Schlafdeden gratis ich mein Versand- Weißbier in und franko. unübertrefflicher Güte zum Preise von Steppdecken- Emil Lefèvre, 3 Mt. für 40 halbe oder 45 4/10 oder 25 8/10 oder 20 ganze Flaschen, frei in's Haus, in Flaschen mit Patent verfchluß, ohne Pfandberechnung. Fernsprecher Amt Schöneberg No. 92. A. Seidler, Schöneberg, 214L* Sedanßraße Nr. 73-75 and 82. Berliner Weissbier- Brauerei. Schmöckwik. abend, den 30. d., und Sonntag, den 1. Juli, frei, bitte zu berücksichtigen. 13176 Karl Kurras. Gasthaus zar Balme ist noch SonnTäglich Humoristische Zu beachten! Soirée der Hierdurch die geft. Mittheilung, daß ich gern bereit bin, bei Bergnügungen deutschen um seften der Brauerei- Ausgesperrten unentgeltlich mitzuwirken. 1325b Sänger. NordZum Schluß: Italien in Berlin. Ensemble fzene. Anf. Wochentags 8 Uhr. Entree 30 Pf., engeti eleganc theatralife Aufführungen mit guten Kräften. Gefl. Buschriften und Anfragen werden schleunigt erbeten. Richard Heise, refervirt 50 Pf. Sonntags Auf. 7 Uhr. Boltshumorist, Berlin N., Zionsfirch Fabrik Berlin S., Oranienstraße 158. Roh- Tabak Achtung! Das Sommer- Vergnügen des Fachvereins der Holz- und Bretterträger Berlins und Umgegend, welches am 30. Juni bei Kliem's ftattfinden sollte, findet deshalb nicht statt, weil Herr Kliem sich mit dem Brauereiring solidarisch erklärt. Die Billets find daher zurückzugeben. © 186/6 Das Komitee. 000000-0-0000000 bridiz A. Goldschmidt, Schweizer Garten. 4435L* am biesigen Plaze wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr. 2. Empfehle den Genoffen meine ver größerte Lokalität für Vereine und Verfammlungen bis 80 Personen faffend. Ernst Schmidt, Wörtherstr. 19. Stolpe bei Wannsee. Restaurant ,, Lindenhof". Empfehle den Vereinen und Gesell. ſchaften bei Ausflügen u. Vergnügungen mein Lokal mit gr. Garten, Saal 2c. Bairisch Bier von Gebr. Hoffmann, Am Friedrichshain. Am Königsthor. Täglich: Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung. 25 Volksbelustigungen aller Art. Im neu} parquettirten Saale: Täglich: Gr. Ball. Bon 5-7 Uhr: Freier Damentanz. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Entree 30 Pf., Billets vorher 25 Pf. 0000000-0-000000 Mittheilung für die Herren Gastwirthe! Berliner Brauereien ausgeldjieden bin, und offerire mein golbfarbenes und dunkles( Münchner Farbe) Carlsberger Bräu mit 21 Mark pro Tonne inkl. Spundgeld. 248L Friedrich Reichenkron, Brauerei- Carlsberg, Entree burchweg 50 Pf., nach 9 Uhr 30 Pf. ftraße 11( Gingang vom Plas), v. 3 Tr. Potsdam. A. Mattausch, Gastwirth. Charlottenburg, Spreestraße 3( Telephon Nr. 83). Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 141. Boykottirt find: Donnerstag, den 21. Juni 1894. Der Magiftrat veröffentlicht in seiner Bekanntmachung, betr. 1. Schultheiß- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin das Gewerbegericht der Stadt Berlin, darüber folgendes: ( und Tivoli). 2. Brauerei F. Happoldt. : 3. Böhmisches Brauhaus, Rommandit Gesellschaft auf Attien, A. Knoblauch. 4. Brauerei Karl Gregory, Berlin( Adler- Brauerei). 5. Vereins- Brauerei Rixdorf. 6. Spandauer Berg- Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei Charlottenburg. 7. Aktien- Gesellschaft Schloß Brauerei Schöne berg. Aus dem Brauerring während des Boykotts sind ausgetreten und die Arbeiter- Forderungen haben anerkannt: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Cha r Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin Iottenburg. * Dem Brauerring gehörten nicht an und die Arbeiterforderungen find durchgeführt bei: Münchener Brauhaus, Attien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Rink u. Ko., Berlin. nicht vor von * * F. W. Hoffmann, Werber a. H. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichs hagen. Kaiser- Brauerei, Dummier und Kahl, = 11. Jahrg. $ Bezüglich der Fernsprechverbindung Berlin Wien haben in den letzten Tagen wieder Verhandlungen zwischen der Die der Zuständigkeit des Gewerbegerichts unterstellten deutschen Reichspost und dem österreichischen Handelsministerium Hausgewerbetreibenden sind, sofern sie gemäß§ 14 der stattgefunden. Der Ort der Unterhandlungen war Prag. Es Gewerbe- Ordnung den selbständigen Gewerbebetrieb wurden befriedigende Abschlüsse erzielt; die Arbeiten sollen so angemeldet haben, als Arbeitgeber, andernfalls als Arbeiter fort in Angriff genommen werden, und die Gröffnung der wahlberechtigt. neuen Fernsprechlinie ist noch im Laufe dieses Jahres zu er Als ein selbständiger Gewerbetreibender( Sausgewerbe) ist warten. nun nach§ 14 derjenige anzusehen, welche für eigene Rechnung und auf eigene Berantwortlichkeit ein Gewerbe betreibt und In Sachen der Uraniasäulen hat der betreffende Ausschuß diesen Gewerbebetrieb der Behörde angemeldet hat. Auch find der Stadtverordneten- Versammlung beschlossen, die Vorlage des arbeiten, sondern für einen oder mehrere Fabrikanten, sofern sie rungen zur Annahme zu empfehlen und zugleich den Magistrat diejenigen Hausgewerbetreibenden, welche nicht auf eigene Rechnung Magistrats der Versammlung mit nur unwesentlichen Nendes ihren Gewerbebetrieb angemeldet haben, als Arbeitgeber wahl zu ersuchen, durch erneute Verhandlungen mit der Urania, Uhrenberechtigt. und Säulengesellschaft, dahin zu wirken, ob es sich nicht ermög Hat also der Hausgewerbetreibende sein Gewerbe nicht an- lichen lasse, vom nächsten Etatsjahre ab die Wetterkarten an den gemeldet, so ist er nur als Arbeiter wahlberechtigt. Die Frage, Säulen zur Einführung gelangen zu laffen. pflichtiger oder steuerfreier ift, fommt hierbei nicht in Betracht, ob er Gewerbesteuer zahlt, ob also sein Gewerbebetrieb ein steuersondern nur die, ob er seinen Gewerbebetrieb als solchen angemeldet hat. land gewiesene) gekommen, welche sich infolge falscher Informationen In arge Bedrängniß sind mehrere Personen( Ausveranlaßt gesehen hatten, wieder nach ihrer Heimath" Berlin zurückzukehren. Anfang April veröffentlichten mehrere Zeitungen Biergärten am legten Sonntag speziell in der Hafenhaide bringen, licht heute das Uebereinkommen zwiſchen Deutschland und RußDas Bulletin, welches die Ringblätter über den Besuch der ein Telegramm des Inhalts:" Der Reichs- Anzeiger" veröffent bedarf denn doch der Korrektur. Im Ausstellungspark schienen Gebiete des anderen Theils betreffend die Wiederaufnahme der auf dem sich selbst die Soldaten, die das Stammpublikum bildeten, nicht lebenden früheren Staatswohl zu fühlen; die Physiognomie der Besucher stach gegen feiner Beröffentlichung in Kraft." Es tehrten angehörigen. Das Abkommen tritt am zwanzigsten Tage früher wesentlich ab. Auf unbefangene Beurtheiler machte es dieser falschen Depesche eine Anzahl Ausgewiesener nach hierher tehrten infolge Dem Brauerring gehören nicht an, Aeußerungen anderen Lokalen, viele Paradegäfte" placirt waren. den Eindruck, als wenn dort, ebenso ebenso wie in den zurück, die jetzt zu ihrem Schrecken erfahren mußten, daß die über die Durchführung der Arbeiterforderungen liegen aber relativ schwache Besuch tritt noch auffälliger hervor, wenn man fcheidung über ihr ferneres Schicksal abgewartet werden müsse. Der Ausweisungsbefehle keineswegs aufgehoben seien und eine Entbedenkt, daß am Nachmittag die Feier des fünfzigjährigen Be- Bemerkt muß werden, daß die armen Opfer dieser Mysti ziemliche Anzahl Menschen angelockt hatte. Wie wäre es, geboren und erzogen wurden und gegen die stehens des Turnplages in der Nähe stattfand, die immerhin eine Bemerkt muß werden, daß die armen Opfer dieser Mysti fitation zumeist verheirathete Leute find, in Preußen wenn man an einem schönen Sonntage zum Trofte der armen ihnen politische Agitation nicht nachweisen kann da man Char- selbstredend Freibier in ungemessenen Quantitäten- vielleicht die Mütter sind meist Preußinnen, es verabsäumt haben, sich weiter mal ein allgemeines Wettsaufen veranstaltete nichts vorliegt, als daß ihre Eltern resp. Väter, denn naturalisiren zu lassen. Die bedauernswerthen Heimathlosen, die Daß infolge des Bierboykotts in Berlin das inzwischen fast völlig verarmt sind, ließen sich deshalb so leicht Rathenower Bier" einen gesteigerten Absatz findet, freut zwar zur Rückkehr nach ihrem früheren Wohnort Berlin bewegen, nicht, wacker gegen den Boykott und natürlich auch gegen die unmöglich war, jenseits der Grenze Beschäftigung zu finden. die Rathenower Zeitung", indeffen hindert sie diese Freude weil es ihnen, da sie weder russisch noch polnisch sprechen, fast Sozialdemokratie zu eifern. Wenn wir uns heute mit diesem Man hat sich, wie verlautet, an einige einflußreiche Personen Blättchen befassen, so geschieht es nur zu dem Zwecke, einen gewendet, die versprochen haben, sich für die Sache zu interessiren. Irrthum, in welchem es sich befindet, zu widerlegen und einer Inzwischen ist einem der Betroffenen, wie wir nachträglich erweiteren Verbreitung desselben vorzubeugen. Die„ Rathenower fahren, dem Zimmermann St., einem fünfzigjährigen Manne, die Beitung" fagt unter anderem:„ Unläugbar hat jeder Arbeiter Ausweisungsordre schon wieder zugegangen, laut welcher er das gute Recht, sich das Bier zu wählen, was ihm am besten binnen 12 Tagen Berlin zu verlassen hat. Wann werden trinken will. Dies Recht hat der Einzelne, hat auch eine Ver- im Gefolge hatten, aufhören? schmeckt oder was er aus irgend einem Grunde am liebsten eigentlich diese Maßregeln, die schon so oft grenzenloses Elend einigung. Wer hat je bestritten, sich für ihre einer Gesellschaft das Recht lottenburg. Brauerei Phönig, Lichterfelde. Nordstern- Brauerei, Berlin. * * * Durch Vermittelung der Bierkommission oder auf deren Anregung führen nachstehend verzeichnete Brauereien von auswärts Bier nach hier ein: Brauerei in Wusterhausen. Exportbrauerei Nathenow. Bürgerliches Brauhaus, Dresden. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Frankfurt a. D. Müller), Bürgerliches Brauhaus( in Firma Quintern), Luckenwalde. Brauerei Maß, Rottbus. Kommunales. friegt man dann die Gärten wirklich voll. " Zusammenkunft ein Bier zu Einen Mordversuch hat der Almosenempfänger Ludwig wählen, welches der Mehrheit am besten schmeckt und dann Biehl, ein ebenso dem Trunk ergebener, als gewaltthätiger Mensch, den Wirth zu veranlassen, das Bier zu führen? Bei dem jetzt der schon wegen Diebstahls und Körperverlegung bestraft ist, an herrschenden Boykott geben aber die Forderungen der sozialdemo- seiner Ehefrau verübt. Er besuchte Dienstag seine verheirathete fratischen Partei weit über dies berechtigte Maß hinaus. Das- Tochter, eine Arbeiterfrau S. in der Waldemarstraße und traf selbe Recht wollen sie anderen schmälern dadurch, daß sie den dort auch seine Ehefrau an, von der er getrennt lebt. Er hatte Wirthen zwingen wollen, bestimmte Biere nicht zu führen, ob- sie schon mehrfach bedroht und gemißhandelt. Es gelang ihm, Die gemischte Deputation für Nenordnung der Gemeinde das fraffeste Unrecht zu Tage. Berlangt der Arbeiter das Recht, wo er sich in den Besitz eines seiner Tochter gehörenden Küchengleich ein Theil seiner Kundschaft das Bier verlangt. Hier liegt unauffällig in die an das Zimmer stoßende Küche zu gelangen, fteuern hat gestern Abend die zweite Berathung der Kommunal- fich sein Bier zu wählen, so muß er dies Recht auch jedem messers schte, es scharf machte und später seiner Ghefrau, an die Steuer Reform noch nicht zu Ende geführt. In fünf- andern einräumen. Besuchen beide dasselbe Wirthschaftslokal, so er sich herangeschlichen hatte, in den Hals stieß. Er hatte vorftündiger Diskussion wurden die Gemeinde Grundsteuer, hat der Wirth die Pflicht, beiden Wünschen zu entsprechen. Wie her mit der Frau, die arglos beim Abendessen saß, kein Wort Bauplatzsteuer und Kanalisationsabgabe nochmals fehr verträgt sich nun aber mit dieser Pflicht das Verlangen der gewechselt. Die Verlegung ist lebensgefährlich. Nur dem Daeingehend erörtert. Bei der Abstimmung wurde durchweg Sozialdemokraten, der Wirth folle nur das ihnen gewischentreten der Tochter ist es zuzuschreiben, daß der Wütherich an den Beschlüssen der ersten Berathung festgehalten. Hiernach nehme Bier schänken?" Hier befindet sich die„ Rathenower nicht noch weiter auf seine Frau einstach. Das Verhalten Biehl's empfiehlt die gemischte Deputation den Gemeindebehörden, an Beitung" und alle diejenigen, die gleicher Meinung find, in läßt feine andere Auslegung zu, als daß er die Frau um das ftelle der staatlichen Gebäude- und städtischen Haussteuer vom einem gewaltigen Irrthum. Die Sozialdemokraten verlangen feines Leben hat bringen wollen. Er ist daher wegen versuchten Mordes 1. April n. J. an eine neue Gemeinde- Grundsteuer wegs, daß die Wirthe nur ihnen, den Sozialdemokraten, genehmer verhaftet worden. einzuführen, welche nach den Grundsätzen der jetzt be- Bier verzapfen sollen. Sie überlassen getrost einem jeden Gaststehenden Haussteuer mit sechs Prozent vom Miethsertrage von wirth, Bier zu verschänken, welches er will und überlassen einem zum Theil mit der Gesundheit der Menschen umspringt, wirft Auf die Art und Weise, wie man in Bade Anstalten den Hausbefizern gezahlt werden soll. Vorbehalten ist hierbei jeden, Bier zu trinken, welches er will. Die Sozialdemokraten ein Borfall ein bezeichnendes Licht, der sich in einer Bade- Anstalt die alljährliche Festsetzung des Prozentsatzes und dadurch nehmen nur für sich ihr unbestreitbares und unbestrittenes Recht im Südosten Berlins zugetragen hat. Der Kaufmann und Haus die Möglichkeit, das dem Gesetz entsprechende Verhältniß zur in Anspruch, Bier zu trinken, welches ihnen schmeckt und das eigenthümer W. aus der Mustauerstraße nahm vor etwa acht Einkommensteuer zu schaffen. Danach wird die Gemeindegrund- Bier nicht zu trinken, welches ihnen nicht schmeckt. Naturgemäß steuer je nach dem nothwendigen Etatsbedarf um den Normalfaz werden sie auch nur Wirthschaftslokale besuchen, in denen sie Bier Tagen ein russisches Bad und wurde schließlich von dem Badevon 6 pet. heraus erhoben werden. bekommen, welches ihnen schmeckt, und Wirthschaftslokale nicht lettere war nun kurz vorher bei einem anderen Badegast benutzt wärter mit einem Rohrwisch gereinigt bezw. abgerieben. Der Ferner tommt eine Liegenschaftssteuer( Bauplätze) besuchen, in denen sie nur Bier bekommen, welches ihnen nicht worden, der an Flechten litt. W. hat den Badewärter darauf von 0,50 vom Hundert des vollen Werthes der unbebauten tonvenirt. Wenn sich nun Gastwirthe letterer Art, um sich die aufmerksam gemacht, wurde aber von ihm beruhigt. Jeht hat Grundstücke zur Erhebung. sozialdemokratische Rundschaft zu erhalten, Bier anschaffen, welches Außerdem soll die Kanalisations abgabe, welche diesen schmeckt, sei es nun Rathenower Bier, Weißbier oder ich auch bei W. eine Flechte gezeigt, so daß er in ärztliche Bea jetzt mit 1 pet. von den Hausbesitzern gezahlt wird, während sonst ein Bier, die Stadt einen Betrag von jährlich etwa 31/2 Millionen Mart betreffenden Gastwirthe, nicht aber so ist dies lediglich Geschäftspolitik der handlung hat treten müssen. W. will die Bade Anstalt regreßpflichtig machen. ein Brang der zu den Kosten der Kanalisation leistete, im vollen Betrage von Sozialdemokraten. Mögen diese Gastwirthe immerhin anderen Gegen den flüchtigen Agenten Guido Löwy sind jetzt den Besizern der angeschlossenen Grundstücke erhoben werden. Leuten solches Bier verkaufen, welches den Sozialdemokraten noch neue Strafanzeigen zu Tage getreten, die ihn als einen gea nicht, wohl aber jenen schmeckt. Das ist Sache jedes einzelnen fährlichen Schwindler fennzeichnen. So hat Löwy Wechsel in Gastwirths. Der muß seine Kundschaft kennen, muß wissen, ob bohen Beträgen gefälscht und in Umlauf gefeßt. Allein auf den er derartiges Bier los wird, ob sich das Halten von derartigem Namen des Rentners R. in Charlottenburg sollen Falschwechfel Bier rentirt oder nicht. Die Sozialdemokraten zwingen niemand in Höhe von 60 000 M. im Verkehr sein. Davon besitzt ein ein bestimmtes Bier zu trinken oder nicht zu trinken, sie über- Handwerksmeister W. in der Kaiser Wilhelmstraße ein laffen getroft einem jeden die Wahl des Bieres, welches er gefälschtes Papier über 2500 M., das er decken muß. Löwy trinken will oder nicht trinken will. Daß die Sozialdemokraten hat im übrigen nicht blos für sich gesorgt. Er ließ so einig darin sind, kein boykottirtes Bier zu trinken, beruht auch einer Nichte, die ihm ihm besonders nahestand, in nicht auf Zwang, sondern auf der den Sozialdemokraten inne- Schöneberg eine Wohnung einrichten, deren Kosten er wohnenden Solidarität. Hiernach werden alle Folgerungen hin- gleichfalls mit einem falschen Wechsel beglich. Viel Schuld fällig, die an die in Vorstehendem richtig gestellte falsche Voraus- an dem übergroßen Aufwand trägt aber auch Frau fegung geknüpft werden. Und wenn dann weiter das Recht der Löwy, die, um nur einen einzigen Fall heraus zu greifen, einen Bierkontrolle durch Boykottkommissionen bestritten wird, so ist auch Belzmantel für 1800 M. einen Winter hindurch benutzte, um ihn 5. in der Turnhalle der 23. Gemeindeschule, Straußberger- dies ein Jrrthum. Die Arbeiter sind jedenfalls berechtigt, sich dann bei Seite zu legen. Der Haushalt hat nach Löwy's eigener straße 9; nach Möglichkeit vor Unreellitäten seitens der Gastwirthe zu Angabe 36 000 m. jährlich verschlungen. Löwy besaß unter 6. in der Turnhalle der 8./68. Gemeindeschule, Gips- schüßen und darüber zu wachen, daß diese ihnen nicht unter anderem 33 Paar Beinkleider. Obgleich er hier schon straße 23A; falscher Flagge Bier verkaufen, welches sie nicht mögen. Jeder eine Gefängnißitrafe wegen Betruges erlitten hatte, verstand er 7. in der Zurnhalle der 15. Gemeindeschule, Raftanien- ehrliche Gastwirth wird eine solche Kontrolle gern gestatten; nur es, sich den Händen der Strafbehörde immer wieder zu ent Allee 82; solche, die Gründe haben, eine solche Kontrolle nicht zu gestatten, winden. Uebertroffen wurde er noch von seinem Bruder, der werden dieselbe verweigern. nach verbüßter sechsjähriger Zuchthausstrafe Deutschland den Rücken tehrte und sich in London niederließ. Bei ihm soll sich Guido Löwy jetzt aufhalten. Frau Löwy, die einen Gläubiger durch die Aeußerung zu beruhigen suchte, daß ihr Mann nach Berlin zurückkehren und alles in Ordnung bringen werde, dürfte infofern Recht behalten, als schon die Strafbehörde dafür sorgen wird, daß er sein Konto hier begleicht. Tokales. Parteigenoffen! Versäumt nicht, Euch in die Wähler. liften zur Gewerbegerichts- Wahl eintragen zu lassen! Die Anmeldungen werden entgegengenommen: 1. im Wahlbureau, Postftr. 16, 2 Tr.; 2. in der Turnhalle der 181./169. Gemeindeschule, Tempel hofer- Ufer 2; 3. in der Turnhalle der 62. Gemeindeschule, Schmidstr. 88; 4. in der Turnhalle der 115./170. Gemeindeschule, Staliger: straße 55/56; 8. in der Zurnhalle der 118. Gemeindeschule, Pantstr. 7-8; 9. in der Turnhalle der 118./128. Gemeindeschule, Thurm ftraße 86. Als Ausweis genügen für den Arbeitgeber. die Bescheinigung über die erfolgte Anmeldung des Gewerbebetriebes oder bie legte Quittung über Zahlung der Gewerbe Steuer, für den Arbeitnehmer ein Zeugniß seines Arbeitgebers oder der Polizeibehörde, sowie Steuerquittungen zc., daß er seit mindestens einem Jahre innerhalb des Gemeindebezirks wohnt oder in Arbeit steht. Formulare zu den schriftlichen Anmeldungen fönnen in Empfang genommen werden. Vor einem Auchgemaßregelten sei bie Arbeiterschaft gewarnt. Ein angeblicher Brauerei- Hilfsarbeiter, der sich Gott wald nennt und auf der Brauerei Königstadt, Gr. Hamburgerstraße wohnhaft, sein will, hat sich in dem in derselben Straße belegenen Bigarrengeschäft von Schimmelmann als Gemaß regelter besonderer Art vorgestellt. Der Mann behauptet nämlich, daß er von der Kommission keine Unterstützung bekommen Abgestürzt ist aus einem Fenster des dritten Stocks gestern könne und deshalb die Hilfe anderer in Anspruch nehmen müsse. Morgen um 81/2 Uhr eine 18 Jahre alte Tochter des IfflandDie in dieser Angelegenheit um Auskunft ersuchte Kommission straße 3 wohnenden Kaufmanns Patuscher. Das junge Mädchen der Brauer und Brauerei- Hilfsarbeiter theilt nun mit, daß sich wollte das Fenster eines Zimmers öffnen und war mit einem ein Mann dieses Namens überhaupt nicht zur Einzeichnung in Fuß auf das Gesims getreten. Dabei fiel es rücklings heraus. ihre Listen gemeldet hat. Schwer verletzt wurde es nach einem Krankenhause gebracht. 1. im Wahlbureau Poststr. 16, 2 Treppen, während der Dienststunden von Vormittags 8. bis Nachmittags 3 Uhr, und Ihre Lokale haben ferner die Saalbefizer Nagel, Eine unangenehme Ueberraschung wurde am Montag 2. in den oben genannten Anmeldestellen während der vor- Schwedterstr. 23 und Haberecht, Gr. Frankfurterstr. 30, der Morgen dem Schuhmacher Voigt, Hermannplay 4, zu theil. geschriebenen Anmeldefrist. Arbeiterschaft durch Namensunterschrift zu Bersammlungen zur Derselbe hatte über Nacht das Fenster seines parterre gelegenen Es wird darauf ganz besonders aufmerksam gemacht, daß Berfügung gestellt. Schlafzimmers offen gelassen und diese Gelegenheit hatte ein bei unterlassener rechtzeitiger Anmeldung das Stimmrecht ruht. fommission gegenüber durch Unterschrift bereit erklärt, ihre zustatten. Hierbei hatte der Dieb eine werthvolle Remontoiruhr, In Rixdorf haben sich folgende Saalbefizer der Lokal- Spizbube benußt, um Herrn Voigt einen heimlichen Besuch abs Wer ist als Handelsgewerbetreibender berechtigt, an den Räumlichkeiten zu Arbeiterversammlungen herzugeben: Wirein Portemonnaie mit 39 Mark Geld und ein ZigarrenArbeitgeberwahlen zum Gewerbegericht als Arbeitgeber theil- fing, nesebeckstraße, Appold, Knesebeckstraße, Kummer, etuis mitgehen heißen. Von dem Diebe fehlt bisher leider zunehmen? Berlinerstraße. jede Spur. Selbstmord> Gestern Nnchmittag hat sich die im Bureau des Rechtsanwalts und Notars Dr. Zeidler in der Münzstraße angestellte Buchhalterin Frl. M. Walburg im Sprechzimmer des Bureaus erschossen. Schmerz über eine zurückgegangene Ver- lobung soll das LS Jahre alte Mädchen in den Tod getrieben haben. Ein herrlicher Tod. In der Broncewaaren-Fabrik des Herr» Falbe, Manteuffelstr. 72, ist, wie der„Lokal-Anzeiger" meldet, am Dienstag Nachmittag der siebzig Jahre alte Gürtler Traugott Ritter plötzlich bei der Arbeit tobt umgefallen Der Verstorbene hatte erst unlängst sein Svjähriges Gesell jubiläum gefeiert. Siebzig Jahre alt und noch das Glück habe», bei der Arbeit umzufallen: Ist das nicht die Apotheose der besten der Welten? Einen DoPpel-NngliickSfall veranlaßte ein Radfahrer am Dienstag Nachmillag in der Barnimstraße. Als der Kaufmann K.. um einem ihm entgegenkommenden Gefährt auszuweichen, sein Zweirad nach der rechten Seite des Straßendammes hinüber steuerte, übersuhr er ein etwa 14 jähriges Mädchen. wobei auch die Maschine umfiel. Das Kind erlitt eine Quetschung des rechten Oberschenkels, sowie eine Verletzung am Kopf, der Rad fahrer, der unter sein Gefährt zu liege» kam. trug'/neu Bruch des rechten Unterarmes davon. Wie Herr Schippanowsky arbeitet. Der Expedition unseres Blattes ging am Mittwoch eine Postkarte folgenden Inhalts zu: Berlin, den 20. Juni 1894. Es muß Ihnen doch wohl bekannt sei», daß unsere Ausstellung über TausendJhrer Parteigenossen lohnende» Verdienst bringt und ist es uns unerklärlich, daß Sie uns durch Abdruck des unwahren Artikels auS dem„Kleinen Journal" zu schädigen versuchen. Sie werden es»ach diesem Vorgang begreiflich finden, daß wir hierdurch unsere Annoncen in Ihrem Blatt zurückziehen. Hochachtend Ausstellung„Italien in Berlin" Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht. Herr Schippanowslch zeigt sich denn doch etwas zu einseitig als Geschäftsmann, wenn er glaubt, daß im„Vorwärts" die Annonce» irgend einen Einfluß auf die Anschauungen der Re- daktion ausüben können. Der Herr möge sich ferner gesagt sein lasse», daß selbst, wenn die Ausschneiderei, seine Auestetluiig gebe Tausend unserer Parteigenossen lohnenden Verdienst, wahr wäre, der„Vorwärts" sich durchaus nicht in seiner Pflicht, die Jnter- essen der Ausgebeuteten wahrzunehmen, beirren lassen würde. Damit sind wir vorläufig mit diesem Ehrenmann fertig. Polizeibericht. Am 19. d. M. Morgens wurden ein Hausdiener in seiner in der Solmsstraße belegenen Wohnung und Nachmittags ei» Arbeiter in seiner Wohnung in der Frieden- straße erhängt vorgefunden.— Nachmittags überfiel ein Almosenempfänger in der Wohnung seines Schwiegersohnes, in der Waldemarstraße, seine von ihm getrennt lebende, dort zum Besuche weilende Ehefrau und brachte ihr durch«inen Messer- stich eine schwere Verletzung am Halse bei. Die Frau ivurde nach dem 5tra»kenhause Bethanien gebracht, der Tbäter ist ver- haftet.— In einem Bureau in der Münzstraße erschoß sich ein dort beschästigtes Mädchen.— In der Nacht zum 20. d. M. fiel an der Ecke der Friedrichstraße und der Straße Unter den Linden ein Kaufmann in der Trunkenheit bin und verletzte sich sckwcr am Hinterkopfe.— Im Lause des Tages fanden zwei kleine Brände statt. Witterungöiiberstcht vom TV. Juni. Stationen. Ewinemünde Haniburg. Berlin.. Wiesbaden. München. Wien.. Haparanda Petersburg. Cork... Aberdeen. Paris., Witterung in Deutschland am SC. Juni. 8 Uhr Morgens. In ganz Deutschland hat seit gestern früh eine erhebliche Zunahme des Luftdrucks stattgefunden. Nachdem am Nachmittag noch in Neufahrwasier und Wiesbaden Gewitter hernieder- gegangen sind, hat sich der Himmel großentheils ausgeklärt. Im Westen ist jedoch von Neuem Bewölkung eingetreten und an der Nordsee fällt etwas Regen. Die Winde wehen in der östlichen Hälfte Deutschlands ziemlich lebhaft aus Nordwest, in der westlichen aus südwestlicher Richtung. Die gestern früh erfolgte Abkühlung hat im Laufe des Tages und über Nacht in Mitteldeutschland noch zugenommen, so daß heute Morgen die Temperaturen in den meisten Gegenden nur 12 bis 14 Grad Celsius betragen. Wetter-Prognose für Dounerstag, den 21. Juui 1894, Vorherrschend wolkiges Wetter mit leichten Regenfällen, mäßigen westlichen Winden, etwas wärmerer Nacht und wenig veränderter Tagestemperatur. Berliner Wetterbureau. GeviiJiks-BsWuniJ. I» der Strafsache gegen Genosseu Arthur Stadthaaen wurde gestern um 9 Uhr Vormittags das Urtheil verkündet. Die Gründe lauten etwa folgendermaßen. Der Einwand, daß die Landgerichte zu Stendal und Torgau, die zunächst mit einigen der Anklagen befaßt waren, ist nicht durchschlagend, weil das Oberlandesgericht zu Naumburg befugt war, die Anklage diesen Gerichten zu überweisen, da alle Magdeburger Richter beleidigt sein sollten und weil ferner auf Antrag des Angeklagten hin schließlich das Reichsgericht alle 7 Anklagen dem erkennenden Gericht überwiesen hat: es kommt deshalb selbst auf etwaige ehler im Vorverfahren nicht an. Von den S Schriftsätzen aus der trafsache wider Peus ist zunächst ein Schriftsatz vom II. Januar 1891 unter Anklage gestellt. Angeklagter soll in dem Schriftsatz der Staatsanwaltschaft zu Magde- bürg den Vorwurf der Verschleppung ,n beleidigender Form gemacht haben. Der Inhalt des Schriftsatzes, der auch in der Form sich durchaus in den Grenzen des Rechts des Ver- theidiaers hält, widerlegt diesen Vorwurf. Ueberdies steht hier wie überhaupt als Vertheidiger bezüglich aller Schriftsätze dem Angeklagten§ 193 Str.-G.-B. schützend zur Seite. Von dieser Anklage war Angeklagter daher freizusprechen. Anders steht es mit den drei sSchristsätzen vom 29. Januar und L. Februar. Alle drei sind inhaltlich übereinstimmend, nur an verschiedene Instanzen gerichtet, und sind daher als eine Handlung aufzu- fassen. Angeklagter erhebt der Staatsanwaltschaft, dem Land- gerichts-Präsidenten und der Strafkammer gegenüber den Vor- wurf. daß Peus eine Behandlung, die einer geistigen Tortur nahestehe, erdulde. Zur Begründung dieser Behauptung wird eine Reihe zutreffender Thatsachen angeführt und dann dargelegt, ein schwerer Amtsmißbrauch liege vor u. s. w. Hätte Angeklagter nur gesagt, Peus empfinde dies als geistige Tortur u. s. w., so wäre er wohl in den Grenzen seines Rechts geblieben. Aber er hat der Ansicht Raum gegeben, daß die Beamten geflissentlich, u m geistig zu foltern, die betreffenden Handlungen und Unter- lassungen vorgenommen haben. Das ist eine strafbare Ueber- schreitung der von ihm wahrgenommenen Interessen. Ebenso steht es mit dem Ablehnnngsgesuch vom v. Februar 1891. Tie Bemerkungen in demselben über das Amt eines Zensors, der Ausdruck, der Richter habe aus„politischem Haß" gehandelt u. s. w. ist beleidigender Natur. Auch in diesem Falle war Angeklagter zu bestrasen. Der Schriftsatz in Sachen Fritsche ferner ist zmeifel» loS in Wahrnehmung des Rechts und der Pflicht als Vertheidiger geschrieben. Die Form ist nicht beleidigend; der Passus über die Motive der Verurtheilten, die auf Revision verzichtet hatten, ist nach Lage der Beweisaufnahme nicht als strafbar zn erachten. Hingegen ist der Passus als beleidigend erachtet, der sich aus die Staatsanwalt- scbaft bezieht. Wenn dort unter Berufung auf das Zeugnis des ersten Staatsanwalts zu Magdeburg behauptet ist, die Staats- anwaltschaft habe Neßler beeidigl, um eventuell gegen ihn Anklage wegen Meineids zu erheben, so ist der Staatsanwalt- schaft ein verwerfliches Motiv unterstellt. Wenn auch die Form keine beleidigende sein mag, so erhellt die Beleidigungsabsicht hier aus den begleitenden Umständen: die Sache Neßler stand v o r der Sache wider Feilsche an, das Gericht nimmt an, es hat kein Zu- sammcnhang zwischen der Sache Fritsche und jener angeblichen Beeidigung bestanden. Ueberdies klingt es aber wie ein Hohn als Zeugen für das verwerfliche Motiv den zu benennen dem dies Motiv zur Last fallen soll. Aus diesen Umständen folgt, daß dieser Passus nur bei Gelegenheit der Wahrnehmung berechtigter Interessen, nicht aber zwecks Wahrnehmung solcher Interessen, sondern zwecks Beleidigung vom Angeklagten in den Schriftsatz hineingebracht ist. Wa- endlich den Brief in Sachen Matlhies anlangt, so wimmelt der Brief ja von schweren, zweifellos beleidigenden Aeußerungen. Angeklagter bestreitet das ja auch nicht, bat dies vielmehr aus drücklich anerkannt. Er lehnt aber eine Verantwortung für den Bries ab, weil ohne sein Wissen und Wollen derselbe zur Kennt niß Anderer, für die er nicht bestimmt war, gelangt ist und weil der Brief wider die ausdrücklichen Vorschriften der Strafprozeß- Ordnung eröffnet sei. Diesen Ein- Wendungen kann der Erfolg nicht versagt werden. Die Be- leidignng ist nicht vollendet. Der Brief war ein Brief des Ver tbcjdigers an einen Klienten. Nach den Motiven zu Z 148 Str.-Pr.-O. und nach dem Kommentar dcS berufensten Kommen tators zn derselben, Loewe, kann es keinem Zweifel unterliegen, daß die durch den Untersuchungsrichter, Land- gerichtsrath Mein Hardt, bekundete Praxis des Magdeburger Gerichts, solche Briefe ohne ausdrückliche Genebmigung zu öffnen, mit dem Gesetz nicht in Einklang steht. Es ist also die Kenntnihuahme von dem Brief durch die That einer Behörde erfolgt, für die der Ansieklagle nicht verantwortlich gemacht werden kann, wiewohl die Behörde in, beste» Glaube» wider das Gesetz gehandelt hat. Selbst wenn man aber annehmen wollte, die Einsichtnahme in den Bries hätte der Behörde zu- gestanden, so halte sie denselben nicht weiter geben dürfen: wenigstens könnte hierfür nicht der Angeklagte verantwortlich ge macht werden. Der Angeklagte war serner auch deshalb in diesem Falle freizusprechen, weil solcher Brief, der wider das Gesetz behandelt ist, nicht zur Grundlage eines Strafversahrens gemacht werden darf. In ähnlicher Weise hat das Reichsgericht sich bezüglich eines von einem Land- rath' den Eltern eines Angeklagten ohne Recht fort- genommenen Brieses im 20. Band der Entscheidungen aus- gelassen. Bezüglich des Falls Malthies liegt also nur ein söge- nannter Versuch einer Beleidigung vor, kür den Angeklagter nicht einzustehen hat.— Was die Strafhöhe anlangt, so hat der Gerichts Hof wegen der Schwere der Beleidigungen selbst Geldstrafe 'ür ausgeschlossen erachtet. Wenn, sei es auch in einer gewissen Erregung die schwersten Vorwürfe von einem Ver theidiger erhoben werden, wenn dem Gegner unterstellt wird, daß er aus politischem Haß handle, während er als Richter strenger Objektivität sich befleißigt, so muß auf Gefängnis erkannt werde». Für jeden der drei Fälle ist auf je zwei Monate, als G e- sa mm ist rase auf vier Monate Gefängniß erkannt. Wegen der übrigen Fälle ist auf Freisprechung erkannt und sind die diesbezüglichen Kosten der Staatskasse, die übrigen dem An- geklagten zur Last gelegt. Ueber den Anarchistenprozest in London meldet ei» Wolff'sches Telegramm: In der heute fortgesetzten Gerichts- Verhandlung gegen den Anarchisten Ärall sagte der Regierungs- chemikcr aus. die bei dem Angeklagten beschlagnahmten Flaschen enthielten verschiedene Säuren, ferner Quecksilber-Fulminat, zu dessen Herstellung die besondere Erlaubnis des Ministers des Innern erforderlich sei. Unter den bei Brall vorgefundenen Rezepten befinde sich eines mit der Ueberschrift„Vaillaut-Spreng stoff", welches genau mit dem bei dem Anarchisten Polti vor- aefundenen Rezept übereinstimme. Andere Rezepte betreffen die Anfertigung von Quecksilber-Fulminat, Schießbaumwolle, Nitro- alycerin und Dynamit. Die weitere Verhandlung wurde auf Freitag vertagt. Soziale Ileberstthl. An die Arbeiter Berlins! Wohl keine Arbeiterkategorie hat unter so ungünstigen Arbeitsbedingungen zu leiden als die Echlächtergesellen. Diejenigen, die in Arbeit stehen, müssen Tag und Nacht thätig sein, während auf der anderen Seite junge Leute Monate lang arbeitslos in Berlin und auf der Landstraße umherirren. Eine kleine Zahl aufgeklärter Kollegen sucht das LooS ihrer Kollegen zu verbessern, indem sie eine Organisation zu schaffen suchen, die dem Ausbeutungssystem der Meister und Stellenvermittler einen Damm entgegensetzt. Sehr oft treten uns nun die Meister mit dem Einwand entgegen, wir wirken nur im Austrage der Sozialdemokratie in unseren Kollegenkreisen und deshalb müßten sie die Anerkennung deS Arbeitsnachweises ablehnen, da sie mit Leuten, die diese Bestrebungen unterstützen, nichts zu thun haben wollen. Nicht so feinfühlend sind allerdings die Herren in der Auswahl ihres Kundenkreises; da ist es ihnen sehr angenehm, die Arbeitergroschen vo» Sozialdemokraten einzustecken. Es wäre gewiß nicht unangebracht, wenn unsere Genossen ähn- lich dem Standpunkt der Herren Schlächtermeister sagen: Nein, mit Leuten, die auch die bescheidensten Ansprüche ihrer Arbeiter zurückweisen und einer ihrer gerechtesten Forderungen, die Ein- führung eines kostenlosen Arbeitsnachweises jede Anerkennung versagen, mit diesen Leuten wollen wir nichts zu thun haben.— Wir bitten unsere Parteigenossen über alle Mißstände in den Schlächtereibetrieben, sowie über das Vorhandensein schlechter Schlafränme, dem Unterzeichneten Mittheilung ,u machen. Fritz G a ß m a n n, Neue Königstr. 17. Liedergemeinschaft der Arbeiter-Sängervereinkgungen Deutschlands. Bezugnehmend auf den im Monat August dieses Jahres in Berlin stattfindenden zweiten Delegirtentag der Lieder- gemeinschaft der Arbeiter- Sängervereinigungen Deutschlands richtet unterzeichneter Ausschuß an alle Arbeiter« Sängerbünde resp. Vereine, welche sich der Liedergemeinschast noch nicht an- geschlossen haben, folgenden Aufruf: Sangesbrüderi Genossen! Als am 2Z. Dezember 1392 die Delegirten von den verschiedenen Arbeiter-Sängervereinigungen Deutschlands zusammentraten, waren diese von dem großen Ge- danken beseelt, eine Notengemeinschaft herbeizuführen, die das freie Lied des Arbeiters auf jene Stufe in der Dichtung wie in der Mufik hebt, die ihm gebührt. Und in der That. durch Be- gründung der Liedergemeinschaft ist auf diesem Gebiet erkenntlich Wandel geschaffen, da die eingesandten Lieder im Text wie muflkalifch einer eingehenden genauen Prüfung unterzogen werden. sirma Dr. Hein- Zerlin, Linden straße, die Die Massenauflage der angenommenen Lieder, die im Selbst- Verlage der Vereinigung erscheinen, ermöglichten es, diese an die Mitglieder der Vereinigung zu dem denkbar niedrigsten Preise zu verabsolgen.— Die Liedergemeinschaft ee. verfolgt nicht den Zweck, irgend welche Bestimmungen auf Bünde resp. Bereine, welche der Gemeinschaft nicht angehören, auszuüben oder zu erlassen. Die wahrhaft guten Arbeiterlieder, die ein Spiegelbild für die Leiden und Freuden des Volke? sein sollen, sie sollen das geistige Band sein, welches der Lieder- gemeinschaft als Grundlage dient. Ueberall wo die deutsche Zunge klingt, sollen die deutschen Arbeiterlieder Gemeingut des freien Sängers sein, nicht nur des Sängers, auch des ganzen Volkes. Darum appelliren wir an Euch, Sangesbrüder und Genossen, und rufen Euch zu, wollt Ihr, daß nur gute Arbeiterlieder in allen Arbeiter- Gesangvereinen Deutschlands ibre Verbreitung finden, wollt Ihr, daß die freiheitlichen Gesänge eine scharfe Waffe gegen die Knechtung des freien Geistes werden, so tretet der Liedergenieinschafl der Arbeiter-Sängervereinigungen bei!— Laut protokollarischer Bestimmung ist es auch einzelnen Vereinen und gemischten Chören gestattet, der Liedergemeinschaft jc. beizutreten.— Beitrittserklärungen resp. Anfragen richte man au unterzeichnete Adresse. Die eventuelle Beschickung des Delegirten- tages durch einen Delegirten, sowie die Anträge, bitten wir bis spätestens 15. Juli anzumelden. Der geschäftsführende Ausschuß der Liedergemeinschaft der Arbeiter-Sänger« vereingungen Deutschlands. I. A.: Fr. Schräder, Berlin dl., Ackerstr. 69, Hof I. Arbeiterblätter werden freundlichst um Abdruck dieses gebeten. Zlchtung, Glaser! Die Kollegen der r i ch O i d t m a n n, Glasmalerei, Filiale haben, veranlaßt durch das Benehmen des Werkführers, Arbeit niedergelegt und ersuchen den Zuzug fern zu hallen. Die Bertrauens männer der Berliner Glaser. I. A.: H. S ch u l z, Calvinstr. 30. Achtung, Rohrer! Die Lobndifferenzcn bei der Firma Ferdinand Juliusberg, Möckernstr. 137, sind insoweit geregelt, als derselbe sich bereit erklärt hat, sämmtliche gemäß- regelte Kollegen zu dem alten Lohn von IS Pfg. pro Quadrat- nieler ohne Abzug wieder einzustellen. Dies soll jedoch erst Ende dieser Woche geschehen, weil augenblicklich nicht für alle genügend Arbeit vorhanden ist. Die Streikbrecher setzen ihre Arbeit ohne Unterbrechung fort. Wir ersuchen daher die Kollegen, sämmtliche Beschlüsse der letzten Bersaminlung streng inne zu halten. Die Kommission. Ans Hamburg wird telegraphirt: Die heutige Bersamm- lung der streikenden Schauerleule beschloß mit 47 gegen 39 Stimmen, statt der geforderten S0 Pfennige pro Tonne Kornladung das Angebot von 45 Pfennigen anzunehmen. Risiko der Arbeit. AnZ Trencstn(Nordwestungarn) wird telegraphirt: Bei Tynainitsprengnngen in einem Steinbruch wurden zwei Arbeiter getödtet ku»d ein Gutspächter schwer ver- wuudet. Zur Karwiner Grubenkatastrophe wird aus Troppau telegraphirt: Von den. bei der Grubenkataflrophe in Karivin Verwundeten sind zwei gestorben. Die Gesammtzahl der Tobten beträgt nunmehr 235; hiervon befinden sich 214 noch in den Gruben. Die Analyse ergab, daß gegenivärtig die Grubengas« nur noch 3 pCt. Sauerstoff enthalten, woraus geschloffen wird, daß der Brand im Erlöschen sei. Eines natürlichen TodeS.sterben bekanntlich die meisten Menschen. Es fragt sich nur, was man unter„natürlichem" Tod versteht. Man lese einmal die Sterbetafel des I. Quartals 1894, die die Z ent r al kass e der Maurer, G y p s er(Tünch er) und Stuckateure Deutschlands,„Ärundstein zur Einigkeil", in Altona veröffentlicht! Da werden 71 Tobte auf- gezählt, und von diesen 71 sind nicht weniger als 39 an irgend einem Lungenleiden(meist Lungenschwindsucht) gestorben. Das heißt mit anderen Worten: 55 pCt., also mehr als die Hälfte aller Bauhandwerker sterben an der Lungenschwindsucht. Aber. wie gesagt, sie sterben eines„natürlichen" Todes! Der Berns ist nicht Schuld daran! Ter Werth der Vorkehrungen zum Stanbsammeln, wie sie in manchen Fabriken zum Schutze der Arbeiter getroffen sind, geht recht überzeugend aus folgenden, aus der„Deutschen Mühlen-Jndiistrie" vorgeführten, in einzelnen Fabriken gemachten Wahrnehmungen hervor, welche die ausnahmslose Anordnung dieser Vorkehrungen als dringende Pflicht gegen die Arbeiter er- scheine» lassen. In einer Miniumfabrik, in welcher man in sinn- reicher Weise für Ableitung des Slaubes Sorge getragen hatte, fanden sich nach Verlauf emes Jahres 17 000 Kilo Staub in den Staubkammern angesammelt. Ein nicht unbeträchtlicher Theil dieses giftigen Standes würde also von den Arbeitern ein- aeathmet worden sein und sich auf die Lungen derselben gelegt haben, hätte man obige Maßregeln zu treffen unterlassen. In einem anderen Falle, in welchem es sich um die Verpackung kalzinirler Soda handelte und ebenfalls Vorkehrungen zur Slaubableitung getroffen waren, sammelten sich in 14 Tagen 100 Kilo Staub an. Bei Anwendung eines Verfahrens, welches speziell für die allgemein mit Schmirgel betriebenen Schleifereien zum Sammeln deZ fortgeschleuderten Staube? aufgekommen ist. bildete sich im Verlauf« von 31 Stunden ein Kegel von 33 Dekagramm. Im letzleren Falle handelte es sich um einen Staub, welcher 90 pCt. Eisen- oxyd und Eisenoxydul, also scharfe, spitze Theilchen enthält, deren überaus nachtheiliger Einfluß auf die Schleimhäute der Alhmuugs- organe einleuchtet. Wenn man nun berücksichtigt, daß die meisten derartigen Fabriken noch ganz ohne Schutzvorrichtungen im Be- triebe sind, daß z. B. bei Portlandzemenl-Fabrikation die Menge des entwickelten Staubes 0,4 pCt. beträgt, so kann man sich eine ungefähre Vorstellung von der Staubmenge machen, welche die Athmungso'rgane der Arbeiter nothwendig schädigen muß. Eine Statistik deS Grundeigenthum» in Sachsen hat Ober-Regierungsrath Steglich herausgegeben. Nach derselben haben Zwangsversteigerungen stattgefunden in den Jahren 1885: 538. 1890:79«, 1692:1491, die Zahl der zwangsweise versteigerten Grundstücke betrug 1335: 724, 1390: 1041, 1892: 1790 und die Zahl der betroffenen Besitzer 1835: 562. 1890: 762, 1892: 1419. Diese Ziffern bedürfen der Nachprüfung. Steglich schließt aus den Ziffern u. a., daß diese unbehaglichen Erscheinungen in dem Sturmschritt der modernen Technik und des internationalen Verkehrswesens liegen, welcher eine raschere Kapitalbildung be» günstigt, die Kapital- und Bodenbesitzrente, sowie den Gewinn der selbständigen Unternehmer, Handwerker und Landwirthe ge- 'chmälert und die Preise der Güter und Maaren gedrückt hat.— Nach dem Verfasser wurden von der zwangsweisen Enteignung landwirlhschastliche Besitzungen so gut wie nicht betroffen; es war vielmehr die städtische und industrietreibende Bevölkerung, welche unter dem Drucke wirthschafllicher Roth in ungewöhnlich zahlreichen Fällen ihres Besitzthums zwangsweise enteignet wurde.— Die Ueberschuldung des Grundbesitzes in Sachsen ist eine statistisch längst feststehende Thatsache; die Zwangsver- teigernngen sind dre Folgen der Ueberschuldung in erster Linie. Die Hypothekengläubiger sind zumeist die eigentlichen Besitzer.— Auch die Besitzwechsel hat St. zum Gegenstände seiner Unter- uchung gemacht und konstatirt, derselbe eine beträchtliche Zu» nähme innerhalb von 7 Jahren. Das GewerkschaftSkartell in Arnstadt i. Th. hat im letzten Jahre fein Augenmerk darauf gerichtet, die der Organi- fation fernstehenden Arbeiter zu organistren. Es gelang, die Schneider zu organisiren und eine Zahlstelle des Schneider-Ver» bandes zu errichten. Die Bemühungen, die Bauhandwerker zu organisiren, sind bis jetzt erfolglos gewesen. Einige Bauhand- werker hatten fich bereit erklärt, Ben refp. Organisationen beizu- daß der Polizei- Reviervorstand in einzelnen Fällen die Abftempe- auszuflagen, dann würden sie abgewiesen, fowie einer der be treten. Nachträglich machten sie ihren Beitritt davon abhängig, lung der Arbeitsbescheinigung verweigert habe, wurde anheim- rühmten Reverse" oder eine der schönen Dienstordnungen" daß die in Arnstadt arbeitenden, auf dem Lande wohnenden gegeben, sich sofort mit einer Beschwerde an das Polizeipräsidium auftauche," welche die juristisch unanfechtbare fragliche Klausel Bauhandwerker sich gleichfalls der Organisation anschließen. Es zu wenden. muß jeht darauf hingearbeitet werden, diese Leute von der Nothenthalte. Es gehe da leider nach dem todten Buchstaben, nach wendigkeit der Vereinigung zu überzeugen. Die Agitation unter Die Versammlung des Wahlvereins für den juristischen Erwägungen"; vom Rechtsbewußtsein des Boltes sei den Arbeitern der Nahrungsmittel- Industrie hat gleichfalls einen fechsten Kreis, die im Swinemünder Gesellschaftshaus ab- teine Rede, dasselbe werde durch manche Urtheile direkt gemißhandelt. positiven Erfolg nicht gehabt. gehalten wurde, erfreute sich eines sehr zahlreichen Besuches. Die Den Arbeitern, vornehmlich denen des Speditionsgewerbes, müsse Vorsitzender und Arbeitgeber- Beisitzer harmonirten fast immer. Die für diesen Industriezweig einberufene Versammlung war Besprechung über die zu unternehmenden Schritte gegen die barum der Rath gegeben werden, Verträge möglichst nicht einzus fehr gut besucht. Da aber mit Sicherheit anzunehmen, daß die Saalverweigerer leitete der Genoffe Riesel ein, indem er an geben, die sie juristisch der Willkür des Unternehmers ausliefern meisten der Nahrungsmittelindustrie Arbeiter noch nie in die mannigfachen Kämpfe in der Saalfrage in früherer Zeit erwürden, und alle ihnen vorgelegten Verträge sich anzusehen. einer Versammlung gewesen sind, so ist es erklärlich, daß innerte, die regelmäßig mit dem Siege der Arbeiter endeten. Bu tadeln sei die allzu große Neigung einiger Vorfizenden zu Berdurch diese erste Versammlung die Gründung einer Organisation Der Boykott scheine noch nicht wirksam genug durchgeführt zu 3u tadeln sei die allzu große Neigung einiger Vorsitzenden zu Verdes Gewerkschaftskartells sein, den einmal gelockerten, für die kommen. Jest sei nothwendig, alle mit uns sympathieſirenden allergrößte Mühe gab, einen Vergleich zu erzielen. Nienoch nicht herbeigeführt worden ist. Es wird heiligste Pflicht fein, sonst könnten die Gegner schwerlich zu solcher Maßregel gleichen. So sei es thatsächlich vorgekommen, daß der Vorsitzende bei fertigem Urtheil sich vor dessen Verkündung noch die Organisation nicht ungünstigen Boden weiter zu bearbeiten. Die Gefangvereine, Klubs u. f. w. zu veranlassen, sich mit den ge- mand, der bestimmt im Recht zu sein vermeine, dürfte sich dadurch Versammlung der Arbeiter der Nahrungsmittel- Industrie hat aber werkschaftlichen und politischen Organisationen solidarisch zu er beirren laffen. Als Uebelstand anzusehen sei, daß die Vorden Anstoß dazu gegeben, daß die Arbeiter der Gummifabrik sich flären und streng darauf zu sehen, daß keine Bergnügungen igenden von den Parteien, hauptsächlich den dem Arbeiterstande organisiren und dem Verband der Fabrikarbeiter( Hannover) irgend welcher Art in den gesperrten Lokalen besucht anschließen wollen. Bei dem gegenwärtigen Stande der Drga werden.( Lebhafter Beifall.) Genoise Helbig gab seine Er wünschen, einen Kostenvorschuß von 3 M. pro Zeugen verlangen. angehörenden, welche die Vernehming bestimmter Zeugen nisationen in Arnstadt wird auch bis auf weiteres die Thätigkeit fabrungen bei der Lokalfuche" zum Besten; ein großer Theil der In einem solchen Falle sei von den Arbeitnehmer- Beisigern festdes Gewerkschaftskartells sich hauptsächlich auf die Agitation Saalbefizer hat nicht einmal den Muth zu einem offenen„ Mein" In einem solchen Falle sei von den Arbeitnehmer- Beisitzern festgestellt worden, daß ein Arbeiter, der 9 Wochen bereits arbeitsRartell fefter organisirt und folgendes Reglement für seine 3u Guttmann geißelte die elende Kampfesmethode der Gegner lofen die Beweisführung erschwert, die ihnen doch durch erstrecken. Um diese wirksamer betreiben zu können, hat sich das gefunden, sondern sich hinter allerlei Ausreden verschanzt. geflellt worden, daß ein Arbeiter, der 9 Wochen bereits arbeitslos war, die 3 M. zahlen sollte. Hierdurch wurde den Mittelfammensetzung und für seine Arbeiten gegeben: und zog eine Parallele zwischen dem bürgerlichen und sozia die Gewerbegerichte erleichtert werden sollte. Man 1. Zweck der Gewerkschafts- Kommission ist, für die Aus- listischen Boykott. Außerdem sprachen noch die Genossen entschuldige sich damit, daß jene Gepflogenheit auf Anbreitung und Kräftigung der gewerkschaftlichen Organisation zu rzyzanowsky, Gnadt, Meier und Wilsdorf- ordnung des Fistus geübt werde, um diesen vor zu großen Auswirken. Sie hat durch rege Agitation dafür zu sorgen, daß die Ausführungen der Vorredner unterstützend. Gine Resolution, gaben zu bewahren. Wer einen von ihm geforderten Borschuß möglichst alle Arbeiter der verschiedenen Berufe fich einer Orga- gleichbedeutend mit der im Belforter Salon angenommenen, ge- nicht zahlen könne, dem sei zu empfehlen, die in Frage stehenden nisation anschließen. Dies soll erreicht werden: langte zur einstimmigen Annahme. Anträge, die dauernde Sperre Beugen einfach zum Termin mit zu bringen; sie würden dann, der Säle auf dem Gesundbrunnen betreffend, wurden zurückBei vielen Klägern gezogen. Genoffe Spede berichtet namens der dazu gewälten stelle sich vor Gericht eine grobe Unwissenheit bezüglich ihrer wenn nöthig, auf Antrag vernommen. c) durch Regelung der freiwilligen Sammlungen bei Aus- Kommission, daß die über den Genossen Gleinert in Umlauf Rechte und Pflichten aus dem Arbeitsverhältniß heraus; gesetzten Gerüchte, er habe einen anderen Wirth ausgemiethet", die Folge sei vielfach die Abweisung ihrer Klagen, obs unwahr sind. Durch Uebergang zur Tagesordnung wurde ein gleich fie sich im vollsten Rechte wähnten. Besser, wie Antrag Pfeiffer erledigt, wonach über Aeußerungen eines biese fast ausschließlich unorganisirten verständen die organis Mitgliedes, den Gid betreffend, Untersuchungen angestellt werden irten Arbeiter sich ihre Rechte zu wahren und sie zu vers sollen. treten. Ein Redner bedauerte, daß der Ausschuß des Gewerbea) durch mündliche und schriftliche Agitation; b) durch Regelung des Versammlungswesens; ständen; d) durch Regelung des Herbergswesens; e) durch Aufnahme von Statistiken, Organisation, Lohn und Arbeitszeit betreffend. 2. Die Gewerkschafts- Kommission besteht aus den in ordentlichen Mitgliederversammlungen der am Orte bestehenden Dr ganisationen gewählten Vertretern und den jeweiligen Vorsitzenden der Organisationen. 3. Jede Organisation hat nur einen Vertreter, und zwar auf ein Jahr, zu wählen. 4. Die Kommission wählt aus ihrer Mitte einen Vorsitzenden, welcher die gefaßten Beschlüsse zur Ausführung zu bringen hat. 5. Die Kommission deckt ihre Ausgaben aus den ihr von den Gewerkschaften, nach Maßgabe der Mitglieder derfelben, zu gewiesenen Mitteln. 6. Die Kommission versammelt sich monatlich zu einer Sigung. Im Bedarfsfalle kann der Vorsitzende auch eine außerordentliche Sigung einberufen. 7. Die Kommiffion ist befchlußfähig, wenn mindestens Zweibrittel ihrer Mitglieder anwesend sind. 8. Erscheint ein Mitglied ohne genügende Entschuldigung zweimal hintereinander nicht in den Sigungen, Sigungen, so ist bies seiner Organisation eine Erfahwahl zu beantragen. Die Vorfißenden können sich am Drt mitzutheilen und event. durch ihren Stellvertreter oder ein anderes Vorstandsmitglied im Verhinderungsfalle in den Sizungen vertreten lassen. 9. Die Bertreter sind verpflichtet, in ordentlichen Versamm lungen ihrer Gewerkschaften über die Beschlüsse der Kommission " Der Fachverein der Musikinstrumentenarbeiter hielt gerichts für Gutachten 2c. tein Bestimmungsrecht besitze, daß man am 16. Juni eine Generalversammlung ab. Bum ersten Punkt ihm nicht gestatte, betreffs der Rechtsprechung ein Wort mitzuder Tagesordnung war die Erfahwahl des Borstandes und der reden. Als einer gefunden Rechtsprechung des GewerbeKommissionen angefeßt. G3 wurden gewählt: 1. Vorsitzender gerichts schädlich bezeichnete der Redner den in mancher Ulbricht, 1. Schriftführer Seibt. 2. Kassirer Neusel, Bibliothekar Kammer, so der VII., häufigen Wechsel der Vorsitzenden. Diese Drabnit, Beisiger Mattutat, Revisor Orth. Die Wahlen der Kammer habe bereits den fünften ,, Unparteiischen". Reiner könne Kommissionen wurden von der Tagesordnung abgesetzt, um diese sich richtig in die zu begutachtende Materie hineinleben. Daran in nächster Versammlung vorzunehmen. Es wurde sodann ein bindere außerdem, daß sie sich nur nebenbei" dem Gewerbes Antrag der Arbeitsvermittelungskommission diskutirt, welcher be- gericht widmen tönnten; ihre Hauptarbeit begänne erst nach zweckt, den§ 11 des Statuts dahin abzuändern, daß die Kom- Schluß der Sigung. Die Beisiger seien bereits von Vors miffionen nicht mehr unter Kontrolle des Vorstandes stehen sollen. figenden beneidet worden, weil sie dann schon nach Nach längerer Debatte wurde dieser Antrag bis zur nächsten Hause konnten. Vor allem aber störe die Juristerei. Nachdem Generalversammlung vertagt. Desgleichen wurde ein Antrag, man noch Beispiele für die besprochene Rechtsprechung angeführt den Arbeitsnachweis zu verlegen, vertagt. Nachdem noch eine hatte, wurde der zweite Punkt der Tagesordnung: Unfere Versammlung. Unterstüßungsangelegenheit geregelt war, erfolgte der Schluß der Sonntagsruhe und wie überwachen wir deren Durchführung"? verhandelt. Dazu führte Schumann nach einer historischen Nicht einmal die geringe Befferung, Ju einer öffentlichen Bäckerversammlung, welche am Einleitung aus: sprach der Vorsitzende Pfeiffer das neueste Unternehmen der und Dienstag Nachmittag im großen Gaal der Kontorbia tagte, be- welche die Gewerbe Ordnungs- Novelle den Handelsangestellten damit den Hausdienern gebracht hat: das bischen hiesigen Innung Germania, das Sommerfest, welches am Frei- Sonntagsruhe werde denselben gegönnt. Bemühe man tag im Schloß Weißensee stattfindet. Man will bort nicht allein sich des Sonntags zwischen 10 und 12 Uhr Vormittags nur bie Harmonie der Interessen zwischen Meister und Gesellen ad in verkehrsreiche Straßen und auf belebte Pläge, und man wird oculos bemonstriren, sondern auch des weiteren den Behörden sehen, wie die Hausdiener, ihre Packen auf dem Rücken oder den 10. Die Stommission hat jedes Jahr in einer öffentlichen zeigen, daß eine Beschränkung der Arbeitszeit u. f. w. unnöthig Handwagen vor sich her schiebend, ihres Weges ziehen, d. h. ist. 13 Detoration hat man die christlichen Jünglingsvereinler arbeiten arbeiten in der Zeit, wo es ihren Chefs verboten Bersammlung über ihre Thätigkeit zu berichten. Nach dieser und den Gesangverein Harmonie eingeladen. Der Rebner er ist, Leute zu beschäftigen. Kein Hahn kräht danach. Die betroffene Bersammlung haben die Neuwahlen zur Kommission stattzu- sucht, ebenso wie der Kollege Most, die denkenden Kollegen, Arbeiterschaft müsse deshalb selbst Hand ans Werk legen und diefem Innungsfest, sowie den Vergnügungen des Gefangvereins wie die Kaufleute es zum Theil machen- die Unternehmerschaft überHarmonie fern zu bleiben. Hierauf hielt der Genoffe off wachen. Jeder bei einem Verstoß gegen die sogenannte Dem durch reichen Beifall ausgezeichneten Vortrage folgte feine Rollegenschaft hätte dies zu veranlaffen. Der Antrag, eine mann den zweiten Theil seines Vortrages über die zehn Gebote. Sonntagsruhe betroffene Unternehmer müsse dafür büßen, und die Diskussion. Von mehreren Seiten wurde auf die im Herbst statt: zwölfgliedrige Kommission zur Ueberwachung der Sonntagsruhe findenden Gewerbegerichtswahlen hingewiesen. Bericht zu erstatten. finden. 11. Die Auflösung der Kommission kann nur auf Beschluß einer öffentlichen Gewerkschaftsversammlung stattfinden. 12. Aenderungen dieses Reglements fönnen nur mit zu stimmung der gesammten, dem Kartell angehörenden Gewert: schafts- Organisatienen erfolgen. Versammlungen. Als zu wählen, wurde angenommen. Gewählt wurden A. Herrs mann, Kamp, Hoffmann, D. Wappler, Donn. Streitner, Freude, Jago, Dommte, Banisch, Arnd und 3ern. Folgende Resolution wurde gefaßt: Die Ver fammlung unterstüßt die Forderungen der Handlungsgehilfen Berlins Der Zentralverband deutscher Brauer hielt am 19. d. M. seine Monatsversammlung in den Konkordia- Festfälen ab. Die Anwesenden ehrten zunächst das Andenken der verstorbenen Der Wahlverein des 4. Reichstags- Wahlkreises tagte Kollegen Ludwig( Berlin) und Möllmer( Hannover) in üblicher bezüglich der Sonntagsruhe und ersucht die Berliner Stadtverordneten am 19. Juni im„ Elysium". Den Vortrag hielt Genosse Karl Weise. Zur Berathung stand sodann die verbesserte Arbeits- Bersammlung, die Arbeitszeit in Detailgeschäften auf drei Stunden Hoffmann. Ein Antrag: in nächster Zeit eine Bersammlung ordnung, wie sie den Brauereien vorgelegt werden soll. Das Er des Sonntags zu beschränken und die Arbeit in Engrosgeschäften einzuberufen mit der Tagesordnung: Was hat man unter gebniß der hierüber gepflogenen Verhandlungen war die Ueber- gänglich zu untersagen." Zum Schluß diskutirte man noch eifrig „ Staatsbankrott" zu verstehen?" wurde bem Vorstande zur Be- weifung der Arbeitsordnung an eine gewählte Kommiffion zwecks barüber, wie der Gleichgiltigkeit vieler Hausdiener gegenüber rücksichtigung überwiesen; ferner übertrug die Bersammlung dem nochmaliger Durcharbeitung und späterer Vorlage zur Beschluß dem Bierboykott gesteuert werden solle. Auch wurde zu reger Borstande die Untersuchung über die Beschuldigungen gegen die faffung. Des weiteren wurden die provisorisch ausgearbeiteten Agitation für die Gewerbegerichtswahlen aufgefordert. Mitglieder( Gastwirthe) Feldhahn, Frankfurter Allee 78, Sagungen für den Arbeitsnachweis der Brauer und verwandte Der Zonentarif", Berein für Eisenbahnreform. Donnerstag, den eine Vereinsversammlung ftatt, in der Herr Dr. Eduard Engel über: Die und Herren) haben freien 8utritt. Barbieve, Friseure! Donnerstag, den 21. Juni, Abends 10 Uhr, Roms beitszeit). im Laufe des Semesters, entreten. Bei allen Unterrichtsfächern fönnen Schüler und Schülerinnen auch fest Lefe- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dieggen, Abends 8% Uhr, Gteshoit. bet Schröder, Wiefenftr. 39. Neue Beit, Abends 8 Uhr, Boyenstr. 40, bet Süd- Ost, bet Toltsdorf, Sorauer- und Görligerstraßen Ecke. bei Gnabt, Swinemünderstraße 120. klubber Freunde Safene lever, Abends 8% Uhr, Restaurant Bischof, Baumschulenweg Treptow. Gostalift ifcher Befe und Distutirklub Abends 8 Uhr, Reichenbergerstr. 157, Sigung. onnerstag nach dem 1. und 16. bes Monats bet Zempel, Sangent. ss, Abenos und Schüler, Memelerstr. 28. Bei Besprechung des Bier- Berufsgenossen zur Diskussion geftellt. Auch diese Sagungen An die Barbier und Friseurgehilfen richtet sich ein boykotts wurde wiederholt getadelt, daß die Veröffentlichung der wurden der vorgewählten Rommission überwiesen. Zum Schluß Flugblatt der Agitationsfommission, das in kurzer treffender do noch immer das Bier boykottirter Brauereien führenden Geschäfts. wurden interne Angelegenheiten verhandelt. Darstellung die Schäden des Berufes bespricht und die Berufs leute so lange auf sich warten lasse. Wengels erläuterte bie Von den Militär- und Lieferungsschneidern war zum genoffen zum eifrigen Besuch der Versammlung auffordert, die Ursachen der Berzögerung. Zum Schluß wurde ermahnt, bei 19. Juni eine öffentliche Versammlung nach den Arminhallen von der Kommission am Donnerstag, den 21. Juni, Abends Ausflügen die Lokalliste mit sich zu führen und nur Wirthe zu einberufen, um gegen die Vorkommnisse in der Betriebs- Kranken- 10 Uhr, nach der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57, einbesuchen, welche ihren Saal zu Versammlungen hergeben. taffe der Firma Robrecht, Jägerstr. 18, Stellung zu nehmen. Bu berufen ist. Die Tagesordnung lautet: 1. Wie stellen Der fozialdemokratische Wahlverein für den 6. Ber. dieser Versammlung war der Borstand der Kaffe und die mit ich die Berliner Kollegen zu einer Lohns liner Reichstags- Wahlkreis hielt am 19. Juni zwei Berglieber besonders eingeladen. Dieser Einladung hatte der Bor bewegung? Referent: Bobohs. 2. Diskussion. 3. Gr fammlungen ab, in welchen das Thema erörtert wurde: Welche weise Folge geleistet. Einleitend referirte Herr Feder über ftand garnicht und die Mitglieder bedauerlicherweise nur theil- gänzungswahl der Agitationsfommission. Maßnahmen haben wir denjenigen Saalinhabern gegenüber zu die Schäden und Mängel der Betriebs Krankenkassen. Nach einer 21. Sunt, Abends 8% Uhr, findet im Restaurant Th. Bolk, Alte Satobftr. 75 treffen, welche der Arbeiterschaft ihre Säle zu Versammlungen ausführlichen Besprechung über die Nachtheile der Betriebs- Frage der Sarmonikazüge" und Herr Johannes Kindermann über:" Die Ans verweigern?" Für die Schönhauser Vorstadt tagte die Ver. Krankenkassen giebt Redner eine Schilderung der Zustände, schauung des Herrn Geb. Regierungsraths ulrich über die Erfolge bes fammlung in Schneider's Salon in der Belforterstraße. Gin wie fie in der Robrecht'schen Betriebs Krankenkasse ungarischen Bonentarifs" fprechen werden. Auch Nichtmitglieder( Damen Referent war dort nicht bestellt; der Vorsitzende, Genosse Frei- herrschen. So ist Den Mitgliedern in ben Legten thaler, nahm daher zuerst das Wort, um kurz auf die neueste, 3 Jahren kein Verwaltungsbericht zu Gesicht gekommen; ebenso mandantenstr. 67, öffentliche Bersammlung. Tagesordnung wie ſtellen ſich der Arbeiterschaft gebotene Herausforderung, die Saalsperre, hin hat während dieses Zeitraums teine Generalversammlung statt- bie Berliner Kollegen zu einer event. 8ohnberegung( Berkürzung der Arauweisen. Folgende Resolution unterbreitete er den Anwesenden: " Die Versammlung erblickt in dem Vorgehen der Gastwirthe fonen find garnicht mehr vorhanden. Gegen solche Uebelſtände Schule, Müllerstr. 179a; Geſchichte( neue). Güb( 1-5 dute, neu get's gefunden und die zur Vertretung der Kasse nothwendigen Per Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag, Abends 3X- 10% Uhr: Nord= gegenüber der Arbeiterschaft eine Frivolität; sie ist der Meinung, ist es Pflicht der Mitglieder, eine energische Beschwerde an die Straße 14: Beschichte( alte). Bet allen Unterrichtsfächern werden neue Theils daß die Genossen des Wahlvereins jedem Vergnügen fern bleiben, Aufsichtsbehörde zu richten. In einer Resolution bekundete die nehmer, Damen und Gerren, jeder Beit aufgenommen. um hierdurch diesen Herren zu zeigen, daß sie fast ausschließlich Bersammlung ihr Einverständniß mit dem Referenten und ervon der Arbeiterschaft abhängig find." Noch 11 Genoffen nahmen, zum Theil wiederholt, das Wort, um sowohl ihrem Un- fucht die Mitglieder der Kaffe, bei der Aufsichtsbehörde Be schwerde zu führen. Zum Schluß wurde zu reger Betheiligung muth über diese Chikane, als auch der Gewißheit Ausdruck zu geben, daß der Schaden, den man der Arbeiterschaft hat zufügen an dem am 8. Juli nach dem Schüßenhaus in Schmargendorf wollen, allein die Saalverweigerer selbst treffen wirb. geplanten Ausflug aufgefordert. Lehmann führte sehr richtig aus: Diese von dem Ringe veran In einer Versammlung aller im Handelsgewerbe be laßte Saalsperre ift der letzte Gang, den die August Getb Abends 9 Uhr im Restaurant Bubeil. machen können. Aber es wird ihnen nichts nügen, ereibefizer schäftigten Silfsarbeiter, die am 19. Juni stattfand, berichteten werden wir sechs dieser Arbeiterkategorie angehörende Gewerbegerichts- Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im mit den Brauereibefizern fertig, so werden wir es auch mit den Beisiger über ihre Thätigkeit. Aus den gemachten Aus- Bereinstalender find zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Saalverweigerern. Maas empfahl den Letteren, einmal abzu führungen, welche sämmtlich die Kammer VII. des Gerichts be- St. Urban, Annenstr. 9, bei Prog.- Kornblume, Gr. Frankfurterstr. 133 Donnerstag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. warten, wie die von dem Ring zugefagte Unterstützung ausfallen trafen, entnehmen wir folgendes, wobei wir im übrigen auf b. Gold.- Frühlingsluft, Bülowftr. 59, bet Werner. Brezelfchluß, wird; ob sie ihnen ersehen wird, was ihnen entgeht, wenn Ar- unsere ständige Berichterstattung über die Verhandlungen Annenstraße 16, bet Ehrenberg. Weiße Rose, Reinickendorf, Holländerbeiter das erste halbe Jahr bei ihnen kein Vergnügen abhalten. des Gewerbegerichts verweisen: und Residenzstraßen Ecke bei Malchow. Morgenroth 1, Rummelsa Ueberfluthet werde die burg, Türrschmidtstraße Nr. 33 bet Schröder. Dorfglödlein, Meßmann betonte: Wenn die Herren sich in den Dienst der Kammer VII mit Brozessen gegen die großen Speditions- Wilmersdorf, Berliner- und Auguftftraßen Ecke bei Schulz.- Einigs Brauereien stellen, so müssen sie auch die Folgen davon tragen. firmen, die in der Einbehaltung der Kautionen meistens ihren teit( Sutmacher), Bappel Allee 3/4, bet. Meinhardt.- armonie, Auch wenn der Bontott vorbei ist, folle man zu diesen Beuten Grund haben. In den betreffenden Verhandlungen spielten Ar- Gesangverein, Neue Königftr. 73, bet Hahn.-del weiß 2, Potsdam Tempelhof, Dorfstr. 10, bei Gerth.- Dft- und Westpreußischer Männers nicht gleich wieder hinlaufen und Vergnügungen festmachen. beitsverträge sogenannte Dienstordnungen und Reverse Brandenburger Kommunikation 16 bet Glaser. Borar, ReichenbergerFreithaler erklärte dann bezüglich der Resolution, daß das darin eine große Rolle, deren stillschweigende, meistens aber schriftliche Straße 134 bet Schult. Frete Sänger, Krautftraße 6, bei Rudolf. Butunft 3, Belten, bei W. Grunow. in betracht kommenden Kutscher monte, Hafenhaide 52-53, Kurth's Salon. verlangte Fernbleiben von jedem Vergnügen fich nur auf die Anerkennung durch die Kreuzberger Sar Morgengrau en,( Bäcker), Zeit bis zur Veröffentlichung der Lokalliste bestehen foll; nur eine Wirkung der wirthschaftlichen Uebermacht des-5 Uhr Nachm, Röntgstr. 73 bei Hahn. Steinfeger Gängerchor sei die Letztere erschienen, so werbe ja jeber Genoffe Unternehmerthums fein tönne. Die Verträge seien Ruftanien Allee Mr. 28 bet Maiwald. Liedes Echo, Reichenbergerftraße Nr. 24 bet Tauschte. wissen, was er Borwärts 9, Charlottenburg, Bismarck= zu thun und was er zu laffen habe. manchmal geradezu Menschlichkeit hohnsprechend. traße so. Abendroth in Deutsch- Wilmersdorf bei Mölter. GesangDie Bersammlung nahm darauf die Resolution einstimmig an. Stets fei darin die Verpflichtung enthalten, daß der Kutscher verein ber Studa teure Berlins und Umg., Seydelftr. 30 bet Preußer. Unter Vereinsangelegenheiten wurde auf eine Anfrage mit ihm abhanden oder auf der Tour zu Schaden gekommene Waaren Vorwärts 2 Schönhauser Allee 28 bei Kuhlmey. 2yra 2, Chargetheilt, wie die Eintragung in die Gewerbegerichts- Wählerlisten au ersehen habe. Trete so ein Fall ein, dann komme man dem lottenburg, Wallfir. 54. Gefangverein der für schner, Landsbergerstr. 31 bet Seehaufen. Sängerrunde, Kottbuserstr. 6 bei Braun. zu bewirken ist. Für die Schönhauser Vorstadt find Formulare Betreffenden mit einem Revers, ihn ersuchend, doch zu unter finn 2, Friebrichsberg- Lichtenberg, Warthenbergstr. 67 bet gange. Bruderschaft Stallschreiberstr. 29" beim Genoffen Mönch, Weißenburgerstr. 8, zu haben. Genosse schreiben, daß er den Schaden verursacht und bereit sei, ihn zu und geft, Lebuferstr. 5 b. Nemiz. Thue Thomsen forderte namentlich die kleinen Gewerbetreibenden auf, tragen. es nicht, er dann Bum etchenen Stab".- Eintracht 2, Neu- Glienicke, Rudowerstr. b. Hasdorf. blühe ihm die Arbeiter- Gesango. Oranienburger Vorstadt, Hochstr. 32a b. Wilte. Hungerns. ihre Eintragung zu veranlaffen. Vor zwei Jahren ist unsere Freiheit des Rämen nun folche arme giberté 1, Wrangelfir. 91 b. Kind. Flöter fcher Gefangper ein Arbeitgeberliste nur in zwei Bezirken durchgebracht worden; das Zeufel, denen vielleicht, weil sie den Rollwagen nicht Roppenftr. 43 c b. Lorenz.- Eintracht 3, Eberswalde, Eisenbahnstr. 77 bet ift bei der Bahl unserer Genossen unter den kleinen Gewerbe- unter genügender Aufsicht laffen konnten, ein Rolli gestohlen Düball. Morgenroth 4 in Köpenia, Grünftraße, Hotel Kaiserhof.- Alpentreibenden viel zu wenig. Mehreren Genoffen, welche mittheilten, wurde, nach dem Gewerbeaericht, sich die einbehaltene Raution sunge ethe, Reinickendorf, Gefenfchaftsstraße 11 bet 2. Sartmann. aller 8% = Froh= Treu rose, Forsterfir. 22. Arion 2, shortnerstraße 27 bet Sailand. Schirmer, Abends 9-10. bet Nowat, Manteuffelstr. 9. = Rauchklub # = " 1 S Heffe, Döbeln. Nicht verwendbar. Warum geben Sie die Mittheilung nicht an das dortige Parteiblatt? Hildesheim, P. Ihr Eingesandt eignet sich nicht für den Vorwärts". 200. Wenden Sie sich an den Arbeiter Bildungsverein Schöneberg, p. Adr. E. Freidant, Tempelhofer Weg, Haus Götsch. A. B. 100. Wenden Sie sich an den Rektor der betreffen den Schule. A. H. 269. Nein, sobald der Entwurf Geseh wird, theilen wir es mit. A. 2. 60, 2. A. 77, Ostpreußen 100. Sprechen Sie gelegentlich zwischen 12 und 1 Uhr vor. A. 2. Beantragen Sie beim Amts gericht Zahlungsbefehl. E. M. 30. Die Ehefrau haftet in der Mart nicht für Schulden ihres Mannes. M. Gr. Bom Physikus die Gesundheitsgefährlichkeit attestiren lassen, ausziehen und auf Entschädigung flagen fann der Miether, dessen Wirth den gesundheitsgefährlichen Schwamm nicht beseitigt. C. S. Sie gebrauchen das Taufzeugniß, dessen Ertheilung etwa 3 m. toftet. Das standesamtliche Geburtszeugniß, dessen Ihre Braut bedarf, toftet 50 Pf. Freundschaft 1, Brunnenstr. 143 bet Dswald Berliner. mat: Die Bleistift Fabrikation. Vor der Zeichenfektion des G. B. 100. Begeben Sie sich auf das Amtsgericht( Neue glödchen 2, Reichenbergerstr. 16 bei Hoffmann. 3aget night, Steg- Lehrervereins sprach fürzlich der Mitinhaber der Nürnberger Friedrichstr. 13.) Tig, Schüßenftr. 40 bet Rentsch. Bruderbund, Lübbener- und Görliger ftraßen- Ecke bei Wesenburg. Alpenröslein, Bergstraße Nr. 60 bet Bleistiftfabrit von H. C. Kurz, Herr Albert Kurz, über die moderne A. H. 24. Die Kaffe ist im Recht. Ch. Silgenfeld.- Edelweiß 3, Wollinerstr. 62 bet Dambect. Bleistift Fabrikation. Der Bleistift oder, wie er richtiger Hofmann. Daß Sie Ihr Vereinslokal verlegt haben, können Sund der geselligen Arbeitervereine Serlins und Umgegend. heißen sollte, der Graphitstift, besteht aus dem Graphit und feiner wir doch nicht redaktionell mittheilen. Denn machten alle Alle Zuschriften den Bund betreffend find zu richten an: P Gent, Adalbertstraße 95. Donnerstag: Bergnügungsverein Bruderbund, Holzfassung. Die für die Bleistift Fabrikation hauptsächlich in Vereine davon Gebrauch, so tämen wir in arge Verlegenheit Andreasftr. 3 bei Noll. Rauchtlub Graue Wolfe, Krautftr. 48. Betracht kommenden Graphitsorten sind der fibirische und der mit dem Raum. Berein Grüne Giche( vor dem halle'schen Thor), Solmsitr. i bei Razorte. Wergnügungsverein Jugendlust, Dhmgaffe 2 bei Krebs. böhmische, der letztere ist der beliebtere, von 100 Bleistiften find Dezimalwaage, Krautftr. 36 bei Infinger.- Rauchtlub Erholung, vielleicht 95 aus böhmischem Graphit hergestellt. Der rohe Wienerftr. 13 bei Drieschner. Rauchflub Elvira, Abends 9 Uhr bei Graphit wird zunächst geschlemmt, dann wird die noch flüssige Bringborn, Madaiſtr. 12.- Sumuristischer Klub Univerfum, Beteranen- schwarze Masse unter gleichzeitigem Herausdrücken des Wassers ftraße 18, bei Schulz.- Brüderlich fett, Bücklerstr. 49 bet Stabernad. Gefelliger Klub der alten Moabiter, Embeners u. Wadenferstr.- Ecke bei in die Filterpressen gepumpt und nimmt hier die Form von flachen Kuchen an, welche in besonderen Wärmeräumen völlig Gesang-, Turn- und gefellige Vereine. Donnerstag. MännerGefangverein Alt- Dessau, Abends 9 Uhr, bei Kind, Wrangelstr. 91. getrocknet werden. Der Graphit wird dann mit Thon gemischt. Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins für Der Thon dient einmal als Bindemittel, dann auch zur HärteWeißenfee und umgegend. Donnerstags und Sonnabends bei Müller( Pfeifenmüller), Königs: Chauffee. Abend; grad Abstufung, je härter der Bleistift sein soll, desto größer Männer- Gesangverein muß der Thonzusatz sein; daher erklärt es sich auch, daß 2yrolienne, Abends 9 Uhr bei Faustmann, Reichenbergeritr. 73a. Mufit- Dilettantenverein 2ohengrin, Abends 8% Uhr, bet Erischmann, weiche, start graphithaltige Bleistifte sich schneller abJüdenstr. 55. schreiben, als harte, start thonhaltige. Die Mischung Theaterverein Freundeskreis 9 Uhr im Restaurant Bräuer, Soms: wird nun wieder aufgeweicht und hierauf gemahlen, gestraße 47.- Theaterverein Grescendo bei Maißner, Gartenstr. 162. Theaterverein Matglödchen, Englischer Hof, Neue Roßitr. 3. Theater: wöhnliches Blei passirt 24, ganz feines bis zu 100mal die Gesellschaft Harmonie, Donnerstag Abends 9% Uhr, Chorinerftr. 55. Mühle. Hieraus resultiren die verschiedenen Preise für ordinäre, Brivattheater- Gesellschaft Philharmonie, Sigung mit Damen Donnerstag, mittelfeine und feine Bleistiftsorten. Die Filterpressen treten Geselliger Klub Blau- Beilchen, Abends 9 Uhr, bet Schönwälder wieder in Aftion, die Masse wird getrocknet, pulverisirt und Oranienftr. 135. Berein ehem. 22. Gemeindeschüler, puntt schwach angefeuchtet, als plastische Masse in besonders geformte 9 Uhr bei Echröder, Etegligerfir. 18. Bergnügungs- Verein Renata 9 Uhr, Abends im Restaurant Göz, Dranienftr. 153.- Gefangverein Broletariat 3ylinder gefüllt und bei einem Druck von 10 Atmosphären zu ( gem. Chor) Abd. 9 Uhr, Uebungsstunde b. Möwes, Vöchftr. 8. einer Bleischnur geformt, die nach dem Trocknen in Stücken von Geselliger Verein universum, Sigung mit Damen Abends 9 Uhr Bleistiftlänge, gewöhnlich 17%, Zentimeter geschnitten. Durch bet Hagemann, Lothringerstraße 81. Vorträge, Fidelitas. Geselliger Verein universum, Sigung Abends 9 Uhr, im Restaurant Neumann, Weißgluthhiye wird endlich noch dem Blei die poröse EigenLinienstr. 19: Vorträge, Fidelitas. Berein Gemüthlich feit und lub schaft benommen und es erfolgt nun die Fassung. Das hierzu Humor, Abends 9% Uhr, Lothringerfir. 105: Geselliges Beiſammensein mit erforderliche Cedernholz mird meist schon in Amerika zu den für Damen, Fidelitas und Tanz. Männergefangverein Sangesfreunde, die Bleistift- Fabrikation benöthigten Brettchen verarbeitet. Das Aben ds 9-11 Uhr, Pazenhofer Ausschant, Landsbergerstraße Nr. 82. Gefelliger Berein" ertha", Donnerstag, Sigung bei Roll, Adalbertftr. 21, hierbei gewonnene Sägemehl dient zur Bereitung ätherischen Abends 9 Uhr. Berein Wanderflub( Norden), Sigung jeden Deles. Das Polieren der fertigen Stifte geschieht meist in Donnerstag von 9 Uhr Abends im Restaurant G. Baatsch, Hennigsdorferfir. 24.Waldesgrün, Abends 9 Uhr Sigung bei Nebelin, Langeftraße 108. Hausindustrien und bildet eine Beschäftigung der Frauen und Bithertlub Gleich beit, 9 Uhr Abends, bei H. Reimann, Alte Schön- fabrikarbeiter. hauserstr. 42. Geselliger Club der Alten Moabiter: Jeden Donnerstag Abend von 9-10 und jeden Donnerstag nach dem 15. Sigung mit Damen in und Markenfälschung geklagt. Auch in diefer Induftrie wird vielfach über Schundkonkurrenz der Emdenerftr. 47 bet Schirmer. Geselliger Arbeiterverein Hoffnung bet Gittler, Mariannenstraße 48. Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, bei Hermann Rohr, Naunyn straße 78. Rauchflub Waldesgrün, Abents 8 Uhr, bet Krüger, Forfterstraße 19. Rauchklub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, bei Jakob, Boechstr. 21. Rauchtlub ernipige, Abends 8% Uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. Rauchflub Arabi pafcha, Abends 9 Uhr, bei Restaurateur Schröder, Stephanftr. 45. Klub hneftreit, Abends 9 Uhr Springstubbe's Restaurant, Manteuffelstr. 67. Rauchklub Süd- West, Abends 9 Uhr, Simeonstr. 23 bei Flick. Rauchklub Brüder: lich feit, von 9 bis 11 Uhr bei Stabernad, Bücklerstraße 49. Rauch lub Nordstern, jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat bei E. Heinicke, Friedrich Karlstraße 11, Friedrichsberg. Rauchklub Fidelio, Abends 8% Uhr im Restaurant Seine, Eisenbahnstr. 23. Rauchtlub Pfeifendeckel, Gigung Abends 8 Uhr, bei Jeratsch, Lange: Vorwärts, Donnerstag bet Salomo, Oppelnerstr. 29. Abguß 1, Abends 9 Uhr, bei F. Nawrodt, Martusstr. 25. Grüne ich e, Abends 8 Uhr bei G. Herrath, Planufer 92a. Etattlub Tournee, Abends 8% Uhr, bei Ulrich, Wrangelstr. 84. flub Rückwärts, Abends 8 1hr bei Arndt Pallisadenstr. 47. tlub Gordischer Knoten Abends 9 Uhr, bei Schilling. ftraße 24. 1 " Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffree( Zwei Buchstaben oder eine Baht) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. F. N. Die in Ihrem Schreiben angezogene Anrempelung der Druckerei des„ Vorwärts" in dem hiesigen Organ der Gummischlauchmänner ist natürlich von A bis 3 erlogen. Weder ist irgend Jemand vom Personal gemaßregelt, noch kann von einer Ausnußung" der paar Lehrlinge auch nur im entferntesten die Rede sein. Die von Ihnen erwähnten Verhältnisse bezüglich der Arbeitszeit bestehen seit faft 3 Jahren und was die Entlohnung Rauchklub anlangt, fo fann Ihnen eine Einsichtnahme in die Bücher leicht Stat zeigen, daß dieselbe zu den besten am hiesigen Plage zu rechnen Statist. Zur Einführung dieser Verhältnisse bedurfte es unseres Fach verein der Klempner Berlins und umgegend. Arbeits- Druckes nicht erst. Unseres Wiffens haben die hiesigen bürgerausgabe Abends 8-10 Uhr. Sonntag 10-12 Uhr bei Stramm, Ritter- lichen Blätter von der Anrempelei feine Notiz genommen, denn wäre dies geschehen, so würde jedenfalls ein gepfeffertes Dementi seitens der Druckereileitung erfolgt sein; aber sich lediglich mit dem literarischen Louisthum zu befassen und deren Verlogenheit zu dementiren, ist doch eine gar zu undankbare Arbeit. Wer Schmuz anfaßt, besudelt sich. ftraße 123. Schießtlub Zell, Abends 8 Uhr bei Nagel, Schwedterstr. 23. Tambour Berein Ginigtett bei Haupt, Etaligerstr. 102. Um 9 Uhr Uebungsstunde, nach derselben Sigung. Aufnahme neuer Mitglieder. Ruderverein Vorwärts, Abends 9 Uhr im Restaurant Bur neuen Post", Beuthstr. 21. Vermischtes: Aus dem Ueberschwemmungsgebiet. Im Gebiete des Waagfluffes find, wie aus Pest berichtet wird, neuerdings zahlreiche Ortschaften überschwemmt. Die Stadt Komorn ist ge fährdet. In Galgocz drang das Wasser in die Häuser, die Saatfelder in der Umgegend sind vernichtet. Beregszeg ist voll ständig überschwemmt, die Bewohner konnten sich faum retten. In den am Flußufer gelegenen Gemeinden von Pistyan bis Szered sind viele Häuser eingestürzt. In Bergszeg ist eine Frau mit zwei Kindern ertrunken; der Ort Pistyan ist vollständig überschwemmt. Auch aus den Ortschaften südlich von Galgocz treffen Nachrichten über Hochwasserschäden ein. Das Komitat Lipto ist fast ganz überschwemmt. Die Stadt Lipto- Szent- Mitlos ift gänzlich abgesperrt, die Landstraßen find zerstört. Der Bahnverkehr ist sehr beschränkt. Die Häuser und Brücken find be schädigt. Troppau, 19. Juni. Infolge neuer Regengüsse ist das Waffer des Olsa- Fluffes gestiegen und hat großen Schaden angerichtet. Auf dem linken Ufer ist der Damm zerrissen, die Felder sind verschottert, die Ernte ist vernichtet. Kr. 4. Der Antrag auf Rückgabe der Papiere ist an die Polizeibehörde, die die Papiere abgefordert hat, zu richten, eventuell Beschwerde beim Landrath zu führen. G. G. Ja, wenn der Rektor sie nicht dispensirt. N. 100. Ja. Das Testament muß dem Gericht eingereicht werden oder dort zu Protokoll erklärt werden. E. P. 46. 1. und 2. Ja. 3. Wartezeit existirt für einen Wittwer nicht, er tann alsbald nach dem Tode eine zweite The eingehen. 6. S. 25. 1. Desterreichische Gesandtschaft. 2. Alljährlich. 3. Ja. H. M. Die Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen, sprechen Sie eventuell zwischen 12 und 1 Uhr vor. Löderburg. 1. Der Vater hat für die Kosten nicht zu haften. 2. Ein Grund zur Ehescheidung liegt nach der Darftellung nicht vor. N. S. 1876 gab es kein Gewerbegericht; sprechen Sie eventuell in der Sprechstunde vor. Alter Abonnent 444. Es würde nach Ihrer Darstellung Verstoß gegen§ 289 Str.-G.-B.( Rücken) vorliegen; fprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr in der Redaktion vor. C. H. 999. Wenn ein Restaurationshund den Hut eines Gaftes zerbricht, so haftet der Wirth für den Schaden, falls dem Gast teine Fahrlässigkeit zur Laft fällt. Erbschaft. Anfragen über Erbschaftsstreitigkeiten lassen sich beffer durch mündliche Rücksprache erledigen. Ihrer Anfrage fehlt insbesondere die Angabe, wo der Todesfall sich ereignet hat, welche Verwandten vorhanden und wie der Erbregreß wörtlich lautet. Markusfeld. Der Käufer eines Hauses tritt durch Gesetz in die Rechte seines Vorgängers den Miethern gegenüber ein. Bruno. 1. Das Vormundschaftsgericht hat zu entscheiden. 2. Die Mutter ist im Rechte. O. 2. 16. Ihre Geburtsurkunde und die Sterbe- Urkunden Ihrer Eltern genügen zur Heirath. H. Sch. Beim Amtsgericht zunächst Rückkehrbefehl beans tragen, dann eventuell Sühnetermin. G. S. 40. 1. In vier Jahren, vom 31. Dezember des Jahres ab gerechnet, in dem die Miethsforderung entstanden ist, verjährt eine Miethsforderung. A. T. 47. Da er nicht dispenfirt ist, muß er sich hier W. B. Wollen Sie die Anfrage wiederholen. Hier liegt feine vor. P. 11. Haben Sie von einem Ihnen unbekannten Gast ein Pfand wegen Zechschulden angenommeu, so liegt Ihnen die Pflicht ob, das Pfand zu verwahren. stellen. = C. K. 1. Das läßt sich ohne nähere Angaben nicht mits theilen. 2. Die Miethsgesetz Novelle ist noch nicht als Gesetz publizirt. Es haften also noch alle eingebrachten Sachen für die Miethe. B. H. W. 301. Ja, nach wie vor bei der Poft. F. G. K. 99. In Erbschaftsfragen ist ohne genaue Renntniß des Sachverhalts Auskunft nicht zu ertheilen. Ihrer Anfrage fehlt insbesondere die Angabe, wo der Betreffende seinen letzten Wohnsitz gehabt und wo er verstorben ist. Es giebt in Deutschland etwa 100 verschiedenartige Erbrechte. Briefkaffen der Expedition. 2. P. S. 20. Die Adresse ist uns nicht bekannt. Ihre eingesandte Offerte ist von dem Einsender des Inferats ab geholt. Depelchen: ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Krakau, 20. Juni. Das Hochwasser fällt seit gestern langfam aber ftetig. Der Wasserstand ist 2,6 Meter über Null. Doch erscheint eine neuerliche Ueberschwemmung in anbetracht der Niederschläge der letzten Nacht nicht ausgeschloffen. A. K., Spandan. Nur die bezüglichen mündlichen VerDie Claque des Dresdener Hoftheaters verhaftet. einbarungen find giltig, wenn Sie eine andere Wohnung Bern, 20. Juni. Der hiesige Raffationshof hat das Urtheil Amtlich wird aus Dresden gemeldet: Vor einigen Tagen ging bezogen und einen anderen Miethspreis vereinbart haben des Schwurgerichts vom 7. Mai d. J. gegen den Sekretär der durch die Deutsche Preffe die Mittheilung, daß der zur Zeit am außer wenn aus den Verhandlungen hervorgeht, daß die übrigen bernischen Arbeiterunion Wassilieff wegen Anstiftung zum Kra Dresdener Hoftheater gastirende Tenorift Ritterhaus durch den Bestimmungen des alten Vertrages für Sie weiter gelten sollten. wall im Juni 1893 aufgehoben. Chef einer angeblichen Theater- Claque in aufdringlicher Weise Welche Kündigungsfrist dann für Sie besteht, läßt sich ohne Pest, 20. Juni. Auf der Strede Galgocz- Lipotvar- Szered veranlaßt worden sei, 75 M. für Glaque- Dienste zu zahlen. Der Kenntnißnahme Ihrer Vereinbarungen, insbesondere der Höhe ist der Gesammtverkehr wieder aufgenommen. Auf der Linie Dresdener Kriminalpolizei ifi es nun gelungen, die Veranstalter des Miethszinses, nicht sagen. Trencsin- Töplit- Blarapaß wird der Personenverkehr mittels Um diefes Betrugsmanövers zu ermitteln und verhaften zu lassen. W. S. C. 124. 1. Steht in einem Vertrage, die Kündigungs- steigens aufrecht erhalten. Zwischen Waag- Neustadt und Zsolna Der eine der Gauner ist ein 22jähriger, in seinen Verhältnissen frist sei 3 Monate und 3 Tage, so ist diese Frist die späteste: ruht der gesammte Berkehr. herabgekommener Opernfänger K. aus Köln a. R., der andere es kann durchaus giltig vor den 3 Monaten 3 Tagen gekündigt, Glasgow, 20. Juni. In einer heute Nachmittag stattgehabten ein beschäftigungsloser Handlungs- Kommis. Die beiden Patrone muß aber spätestens so gekündigt werden, daß das Ründigungs- Versammlung der schottischen Grubenbefizer wurde mit großer find völlig mittellos, haben eine sogenannte Claque an der Hand schreiben spätestens in Ihrem Falle am 27. Juni in den Mehrheit beschlossen, sich auf teine Vorschläge zu einer Einigung und haben den Vorstellungen im föniglichen Hoftheater niemals Händen des Wirths ist. 2. Der Inhalt genügt. Möglichst einzulassen, sondern sich auf den Streit vorzubereiten, welcher beigewohnt. baldige Kündigung ist zweckmäßig. am Dienstag beginnen soll. schmerzlos Fachver. d. Firmenschilder- Branche. Sünſtl. Zähne Lömerals einefest, feſſißend. Reparaturen fofort. Weniger Vereinszim.( grobes) Simeonftr. 28. Das für Sonnabend, den 23. d. M., anberaumte Stiftungsfest in Noack's Festfälen, Brunnenstraße, findet wegen der eingetretenen GaalSperre nicht statt. Der Vorstand. Geschäfts- Eröffnung zwischen Adalbertstraße Oranienstr. 173 zwischen Adalbertstraße und Oranienplay. und Oranienplay. Confectionshaus Solidarität“ " Grosse Betriebs- Werkstätten Errichtet nach den Grundfäßen der betheiligten Arbeiterschaft. Herren- und Knaben- Garderobe. Anfertigung nach Maass. Geschäfts- Grundsay:" Grosser Umsatz- Kleiner Nutzen Reelle Bedienung Feste Preise. Die Leitung ist in den Händen bewährter Fachleute und den Wünschen der Arbeiterschaft vollauf Rechnung getragen. Die in eigener Fabrik Oranienstr. 173 her gestellten Waaren erhalten die gesetzlich geschützte Kontrollmarke. Altenberg's Färberei, Wäscherei, Garderob.- Reinig.- Aust., No.57/ 58, Alte Schönhauserstr. 2, empi. 1. 3. Gärb. u. Reinig. v. Barberob. jed: Bemittelte Ermäßigung. Spittelmarkt Oranienbad, Oranienstraße 44 zwischen Morit- und Oranienplay. Dampfkasten- Bad. Ginpadung in seid. Laken. Massage. Mitglieder sämmtlicher Vereine zahlen nur pro Bad mit Packung und Massage 175 Pfennige. Außerdem Schwefel-, Sool- Sit- und Wannenbäder. 3 Wannenbäder mit Seife und Handtücher 1 Mark. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Kein Ringbier! Flick. Empfehle Genoffen Moabits mein Weiß- u. Bairisch- Bierlokal( tein Ringbier). Bereinsa. f. 80 Perf. 3. verg. C. Verschke, Havelbergerstr. 37. Achtung! Sargmagazin sofort au verkaufen, Polizei im Hause. 350L* Reinickendorferstr. 53. Neue Säule, Wagen, Bettstelle und mehrere Sachen z. vk. Schönleinstr. 7 11. Materialw.- Geschäft nebst Rolle bill. zu verk. Antonftr. 25. Berlin, 2. Geh: Andreasstr. 23,§. pt., gegenüb. Andreaspl Schlafft. sep. Regel, Eiſenbahnſtr. 33. 2. Gesch.: Brunnenstr. 95, gegenüb. Humboldtshain Schlafft. f. 2 H. Prinzenftr. 100. Günsel. Kinderwagen, her gratis. Theilzahlung geMustergrößtes Lager Berlins. stattet. 500 Mark zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß ch nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. Arzt Dr. Hösch, LinienArbeitsmarkt. Eine Frau zum Reinemachen bei ! Roh- Tabak! Somöopath. straße 149, 8-10, 5 bis S. Schmidt, Dalldorferstr. 5, v. 8 Tr. Sämmtl. in- und ausländischen Sorten, 7, Sonntags 8-10 Uhr. 74L* Ein Brotfahrer, der Kundschaft Klagen, Eingaben, hat, wird verlangt bei Funk, Blankens gute Qualität, tadelloser Brand, Unfallsachen, Bulger, Stegligerit.63. burg an der Stettiner Bahn. in billigster Preislage, empfiehlt Rohtabak1309b Heinr. Franck, Bang Theilzahlung monatlich 10 m. tief. Schloffer.Lehrling verl. Stalizerſtr. 7. Bandung, einste Anzüge nach Brunnenstrasse 185. Kinderwagen, götager, billigste W. Holze, Preise, v. 10 M. an zahlung. Bildhauer zum Ausschnigen von Maaß. Jomporowski, Jüdenstr. 37 I. Rehlleisten finden dauernde Beschäfti gung bei A. Werkmeister, Schmidt1323b straße 8a. Züchtige Versilberinnen finden dauernde Beschäftigung bei 3. Werkmeister, Schmidtstr. 8a. Musikwerke Karlstr.24 friedrichst verlein von 1Mark an an der NeueJakobstr.17, Brunnenstr. 162, Andreasstr. 54, Fruchtstr. 36, Potsdamerstr. Art, Spizen, Gard., Möbelft. gef. 1 Mt. p. Pfd., Bettdeck. gef. 1,25 Mt. p. auch TheilHerren- Anzug gereinigt, gebügelt von 2,50 Mk. an. Reparaturen billigst. Neu! Glanzentfernung von blankgetragenen Kammgarn- Garderoben. 128L Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Berlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Oranienstraße 3.1 1324b