/ Hr. 5. 38. Iichrg. BezvftSvreiSt Liert.llShru<�0MI. monatl� IJSOm hei m« Haus. vorauSzadlbar.Einzelne Nummern lo Pja.«ollbe,ug: MonaL- lich IL0 Ml. Unler Kreuzband iür Deuttchland und Oesterreich- Ungarn 8,— Ml. istr das stbrige Ausland s.SV Ml. monaliich Perl and ms Feld bei direltrr Bestellung monatl. l/OMk. Postdestellungen nebmen an?Sne- marl. Holland Luremburg. Schweden und die Schwei». Singeiragen in die tosMestungs-Preislisle. Erschein» täglilh. Xelegranun- Adresse! .Sojialdemokrat©er litt*. Verlinev VolKsblLtkk. ( 10 Pfennig) Ter Anzeigenpreis e Kolones» «eigen-. Pfg- lzu. ISfstg 2 letlgedruckle Sorte). iedes weiter» Wort lll Pfg. Stellengesuche und Schlasstellenanzeigen das erste Wort>0 Psg.. iedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchitaben zählen für zwei Worte. Zeuerungszulchlag 20«/» Aamlllen< Anzeigen Si» Psg.. volitische u. gewerllchastliche Vereins- Anzeigen»0 Psg die Zeile. Anzeigen Ar die nächste Nummer mllssen bis K Uhr nachmitt. im Hauptgclchäsh Berlin SW.K8. Lindenstrage 3, abgegeben werden. Geöffnet von 8 Uhr stich bis 7 Uhr abend». Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redoftion: EW. SS. Linöenstraße Z. Zhernivrecher: Am, Morinvian, Nr. ISl SV— lkl»?. Sonnabend, den 8. Januar 1318. Expedition: SM. dS. Jindenflcofje Z. Zlsernivrechrr: Amt Mortsspla«. Nr. 151 90— IS1 97. Gefährdung des friedend. Unterbrechung der Verhandlungen in ßreft-KItowsh. Die Srflarimg des Reichskanzlers über die G e f ä h r- dung der Friedensverhandlungen mit Ruß- l a n d. die wir an anderer Stelle wiedergeben und die in Berlin seit gestern mittag bekannt ist. hat sich auf die Stim- mung unseres Volkes wie eine schwarze Wolke gesenkt. Vieles ist in den letzten Tagen geschehen, was man nur schwer versteht. Am sclMersten versteht inan aber dies: Noch bis zum gestrigen Tage atmeten alle offiziösen Erklärungen über die Aussichten von Brest-Litowsk rosigste Zuversicht. Ueber die Wirkung des Vorschlages, den die'Mittelmächte am 28. Dezember in Brest-Litowsk erstattet hatten, erfuhr man nichts. Gestern erklärte nun der Reichskanzler, man habe sich vorläufig auseinandergeeinigt, weil die Russen in Stockholm weitertagen, die Mittelmäckste aber in Brest-Litowsk bleiben wollten. Als weiteren Grund der Mißhelligkeiten gab der 'Reichskanzler an. daß die russische Presse den Mittel- mächten„insinuiert", d. h. unterstellt hätte, sie wollten sich in illoygler Weise ihrer Zusage betreffend das Selbstbestim- mungsrccht der Völker entzichen. Es tut uns leid, sagen zu müssen, daß entweder die Jnfor- mation, die der Reichskanzler dem Hauptausschuß des Reichs- tagcs gegeben hat. nickst vollständig ist, oder die Peters- hurger Telegraphenageutur etwas berichtet, was nicht richtig sein kann. Nach einem Telegramm der Petersburger Agen- tur, das in der dänischen Presse vom 3 Januar abgedruckt ist, soll die russische Delegation schon am 28. Dezember eine scharfe Erklärung abgegeben haben, in der gesagt wird, die Imperialisten aller Länder, auch die deutschen und österreichischen, erkennten das Selbstbestim- mungsrecht der Völker in Worten an. wollten aber in Wirk- lichkeit Annexionen vornehmen. Diese Erklärung, die, wie gesagt, auch sonst in sehr sck>arfen Formen abgefaßt ist. steht in Widerspruch zu dem deutschen Bericht über die Verhandlungen vom 28. Dezember, wonach der Vorsitzende der russischen Dele- gation I o f f e die Verhandlungen mit einer sehr freundschafb liehen und hoffnungsvollen Rede vertagt hat. Eine schleunige Aufklärung dieser Widersprüche ist drim gend notwendig. Jedenfalls liegt die Annahme nahe, daß die Differenz Stockholm. Brest-Litowsk nur eine vorgeschobene ist. Wäre man einander sachlich näher gekommen, so hätte man sich auch über die Frage, w o weiterverhandclt werden soll, leichter geeinigt. Da man aber am 28. Dezember fach- lich sehr weit auseinander kam, gewann die Frage des Ver- Handlungsorts eine Schärfe, die sie sonst nicht hätte annehmen können. In einer Meldung des Wolffschen Telegraphenbureaus, die zeitlich der Erklärung des Reichskanzlers folgt, wird übrl gens angegeben, daß die russische Regierung den Vorschlag ge� macht habe, die Verhandlungen im neutralen Aus> lande fortzusetzen und daß die Mittelmächte dies abgelehnt hätten. Daraus geht hervor, daß den Mittelmächten nicht nur Stockholm, sondern auch jeder andere Ort im neutralen Ausland unerwünscht ist und daß sie nirgends anderswo weiterverhandeln wollen als in Brest-Litowsk. Die Aussichten, zu einer Einigung über den Verhandlungsort zu kommen, werden dadurch, wie man sieht, nicht gerade verbessert. Indes, wie gesagt, in dieser formalen Frage würde sich ein Ausweg finden lassen, wenn die sachlichen Gegensätze ans geglichen werden könnten. Besteht dazu eine Möglichkeit oder besteht sie nicht? Um diese Frage beurteilen zu können, muß man zunächst wissen, ob die von der Petersburger Tele- graphenagentnr wiedergegebene russische Erklärung echt ist oder nicht. Haben die russischen Unterhändler die?luffassiing der Mittelmächte vom Selbstbestimmungsreckst der Völker wirklich als„lächerlich" bezeichnet und gesagt, die Mittelmächte strebten in Formen des Selbstbestimmungsrcchts Annexionen an, dann wird ein Weg zur Verständigung wahrlich nicht leicht zu finden sein. Auf der anderen»Seite weist Graf Hertling die Inst- nnation, die Mittelmächte wollten sich in illoyaler Weise ihrer Zusage entziehen, mit größter Entrüstung zurück. Da die Mittelmächte, nach der Erklärung des Reichskanzlers, an ihrer Zusage vom 25. Dezember festhalten, lo ist e§ wichtig, sich deren Inhalt ins Gedächtnis zurückzurufen. Sie sagt in der Haupt- fache folaendes:' Dir Delrgatsonen dr? PIrrbunbrS lind mit rinrm svfortissrn allssemrinen lsrirdrn»hne grwiiltsamr Gebictserwerliungen und »hnr KriegSrntschödigungrn rinverstanden. Wenn die russische Delegation die Fortsetzung des Krieges nur zu EroberungS- zwecken verurteilt, so schließen sich die Delegationen der Verbün- beten dieser Auffassung an. Die Staatsmänner der verbündeten Regierungen baben wieberholt in programmatise0 zember ist im feindlichen Ausland als Schwäche ausgelegt worden und mutzte unter diesen Umständen triegSverlängernd wirken. Dieser Schaden mutz zunächst wieder gulgemacht werden. Da» weite Entgegenkommr» an Vit valschewiti war nicht nötig. Die uneingeschränkt« Anerkennung des Grundsatzes vom Selbst» bestimmungSrecht der Völler erscheint ganz unmöglich. Wir müssen un» lossagen von dem Angebvt vom 25. Dezember und dürfen auf leinen Fall in eine Verlängerung der beute ab» lau'enden Fiist einwilligen. Dir haben nicht die unbedingte Ueber» zeugung. datz der Kanzler mir dem nötigen Druck in dieser R/chiung wnken wird. E« mutz jetzt direlt»rtiäri werden, datz wir im Westen keinerlei Rückficht mehr nehm»« nnd aus GebietSerwerbungen nicht verzichten. Dieses Auftreten ist das beste Miltel. den Krieg zu ver- kürzen. Fortgesetzte Nachgiebigkeit reizt uniere Feinde geradezu dazu auf, immer neue Forderungen zu stellen und die Hoffnung zu nähren, doch noch eine Abtretung Elsatz-LothringenS zu erreichen. Hier hilft nur scharfe» Snftreten. Wir wünsche« auch einen baldigen, dauernde» Krieden mit SUttzland, ob«um der jetzt ein» fieMBIapene V«g rfcfitiß ist, im STuSfiüiis über aste Tin�Ihesten?>u sprechen, erscheint zweifelhaft. Der Weg über daö sogenannte Selbst- bcstimmiingvrecht der Völker ist falsch... Vvlsipender Fehienbach(liiiterbrecheud): Der Nei4iSka>nler wünscht eine Viilleilung zu machen, die jür den Gang der Bei« Handlungen»o» Einfluß sein dürfte. Neichbkanzler Gras Hertiing: Ter Herr Lurredner hat die Güte gehabt, an da? zu er» ir.acrn, wad ich gester» am Schlusi meiner kurzen einleitenden Worte gesagt habe, das/ das, was gestern galt, vielleicht heuten i cht mehr gelten würde, nnd das/ wir immer mit der sh?özlichkrit vi-u Zwischenfällen zu rechnen Hütten. Ein solcher Zwischenfall scheint jetzt ei» getrete» zu sein. 'Schon früher hatte wiederholt während der Verhandlungen die rnssische Regierung de« Wunsch aussprechen lassen, das/ die Verhaudlunze» von Äre st-LitowSk verlegt and an einem neutralen£srte, etwa in Stockhol m fortgesetzt werden möchten. Jetzt ist dieser Vorschlag ausdrücklich gemacht worden. Die russische Regierung schlägt eine Verlegung der Vrrhaadlnngeu von Brest- Litowck nach Stockholm vor. sHört! Hort!) Ganz abgesehen davon, das/ wir nicht i» der Lage sind, uns von den Russen vor- schrcil-cu z» lassen, wo wir dicVerhaudlnugcn weiterführen wollen, darf ich darauf hinweisen, das/ eine Verlegung nach Stockholm zu außerordentlichen großen Schwierigkeiten führe» würde. Ich will nur die eine Schwierigkeit anführen, das/ die direkte Ver- bindilug, die die verhandelnden Delegierte» mit ihren Haupt- städten' Berlin, Wien, Sofia, Konstantinopcl und Petersburg haben müssen— die direkten Verbindungen, die in Brest- Litowsk angelegt find, funktionieren gut— in Stockholm auf die gröf/te« Schwierigkeiten ftof/eu würden. Schon dieser eine Pniitt führt dazu, daß wir nicht darauf eingehen tonnen, dazu kommt, das! die Machenschaften der Entente, um Mis/traneu zu säen zwischen der russischen Aegicrnng, ihre» Vertretern und uns, dort nene» Boden gewinnen würden. Ich habe daher den Herrn Staatssekretär von Kühl n« au» beauftragt, diesen Vorschlag a b zn l e h n e». sBravo!) Inzwischen find in Brest- Litowök Vertreter der Ukraine eiugeirosscu und zwar nicht nur als Sachverständige, sonduru mit Vollmachten ausgestattet. Wir werden ganz rnhig mit den Vertreter» der Ukraine weiter verhandeln. Ich füge uoch hinzu, dast von Petersburg mitgeteilt worden ist, die russische Regierung könne auf Punkt l und 2 unserer B o r s ch l ä g e u i ch t ei n- gehen. Diese beiden Punkte beziclicn sich auf die Modali- täten der Räumung der Gebiete uud die Bor- »ahme der Volksabstimmungen. I« der russische« Presse wird uns t'nsittuiert, daß in diesen Punkten 1 und 2 ansstcdriirkt sei, wie wir»ms in iU-yuier Weise luisere Zusage, betreffend das SeldstbestimmnngSrecht der Pölfer, entziehen wolle«. Ich Binjj diese Jnfinnatio« znrückweise». sBravo s) Punkt l and 2 siud lediglich durch praktische Erwägungen bestimmt. Wir können davon»icht abgehen. Ach glaubt, meine Herren, wir können getrost ab- warten, wie dieser Zwischenfall weiter verlaufen wird. Wir stützen unS auf unsere Äiachlstcliuuz, auf unsere loyale Gesinnung.:n» aus unser gutes Recht. (Lebhaftes Bravo!) Abg. Fischbcck(Forisch.) fordert Nittcrbrcchnng der Berhandkuagen, um in den Fraktionen die Möglichkeit zu geben, über die neu- gefchaffeiw Siluaiion zu beraten. Abg. Scheidcmanu(Sv!.) schließt sich diesem Vorschlag an, fordert aber, die Lerbandlungen am Nawniittao sörtizmctzen. Abg. Hanse lUnabtz. So,.) ertlärt sich gegen den Abbruch der veraiungen. Die Dinge sind so gekommen, wie sie lominen mußte». Ltbg Fryr. v. Gamp ist ebenfalls gegen eine Unterbrechung der verhaildinngeu. Abg. Erzberger beantragte, die Sitzung aus Sonnabend vor- mittag lv Ubr zu veriagen. Dieser Aair«, wurde mit großer Mehrheit angenommen und die Sitzung geschlossen. Das Organ �lequiths über die Vorschläge vom 25. Dezember. Bern, 4. Fanuar 1*18.(Privattelrgramm.) Die„W e st- min st er Gazette" vvm 2«. Dezember enthiilt einen von Reuter nicht verbreitete» Lettartikel über daS deutkche Friedensangebot. Sie schreibt, Deutschland biete der Form nach einen Frieden ohne An- ncxionc» und Kriegsentschädigungrn an. Sein Bersahren bezüglich Polen?, Kurland» und Litauens zeigt aber, daß AnnexionSzielc auch nutrr anderem Ramen erreichbar sind. Deshalb müssen wir ab- warten, was die genauen Absichten Deutschlands sind, irdenfassS müssen wir anerkennen, daß die Regirrungen der Zentral- möchte zum rrstcnmal die deutsche RcichötvgSrekolution öffentlich angenommen haben. Die» ist ein Gewinn. Wir müssen jetzt offen antworten. Laßt vn» offiziell eingestehen, daß Hit Rückgabe Armenien» und PalilstinaS au die Türkei für uns unannehmbar ist, und erklörtu, daß eine dauerhaft« Regelung in Europa unmöglich erscheint, solange nicht ei» ehrlicher Versuch gemacht wmden ist, dl« alte Wunde E l sa ß. L o t h r i n g e n» zn heilen. Laßt un» vor allem aber nachdrücklich die Haupt- kriegSzicle der Alliierten betonen, nämlich Löltcrbund, Abrüstung und Weltorganisation, die»S allen ermöglicht, zu leben und leben zn lassen. Terri- torialfragen fallen v»m Erfolg, den wir bei Festigung der Grundlagen des Völkerbundes erzielen, beherrscht werden. Tcrritorialsragcn sind un- lösbar, wenn die Welt»ach dem ptrirur dieselbe sein wird wie vor dem Kriege. Man dürfte sie durch Verständigung regeln, wen» Sicherheit besteht, daß Recht und Treue an Stelle von Machtpolitik herrschen werden. ED dürft« rinrn speziellen Grund haben, daß Czerni» zum Wortführer der Zentralen gewühlt worden ist, der Anfang Oktober leidenschaftlich rrklärtr, ! der Weg zum Dancrfricdrn sei Abrüstung nnd Annahm« der Schiedsgerichtsbarkeit. Laßt uns herausfinde», ob er noch imnrrr den Oktoberstandpunkt vertritt. Lebhafte Ttriilleriekämpfe an der West- front— Englische und deutsche Eiuzel- vorstöste. Amtlich. Große« Hauptguartier, 4. Januar 1918.(W. T. B.» Westlicher Kriegsschauplatz. Fast an der ganzen Front kam es zu lebhaften kämpfe« der beidcrsritigrn Artillerien. Klares Froftwetter begünstigte ihr« Tätigkeit. Bei englische» Barstößen, die östlich von Aperu und nörd- lich vom La Bassse-Kanal scheiterten, sowie bei eigenen erfolgreichen Untcruchmunge» südöstlich von Moeuores und in der Champagne wurden Gefangene und einig« Maschinen« gewehre riagebracht._ Seit dem 1. Januar verloren unsere Gegner im Lvstkampf und durch Aaschnß von der Erde 23 Flugzeuge und 2 Fesselballone. Oberleutnant Locrzer errang seinen 20. Luftprg. Oestlicher Kriegsschauplatz Nicht» Neue». An der Mazedouischeu und Italienischen Front keine besonderen Ereignisse. Der Erst» Genrralqnartiermeister. Ludendorff. Zlbendbericht. Berlin, 4. Januar 1918, adeud». Awtlich. Lau den Kriegsschauplätzen nichts Neue». Der österreichische Bericht. Nichtamtlich. Wie», den 4. Januar 1918. Amtlich wird orrlautdart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Waffenstillstand. Italienischer Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse von Belang. Der Chef de» Generalstabe». Bulgarien und Rußlanö. Sofia, 2. Januar.(Meldung der Bulgarischen Tele- graphen-Agentur.) Die mit der Regelung der Frage de? Austausches der Kriegsgefangenen und der Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Bulgarien und Rußland betraute Abordnung reist heute abend ab. Die Abordnung steht unter der Führung des bcvoll- mächtigten Ministers Tschapraschikow. tzupsmans von üer englischen /lrbelterpartei eiagelaüen. Stockholm, 3. Januar. Wie„Socialdeniokraten" mitteilt. hat der Sekretär des holländifch-fkandmavifchen Komitees. Camille HuysmsnS, der„Labour Party" eine Einladung erhalten, an deren Kongreß in Nottingham teilzunehmen. Das russisch- holländisch-skandinovische Ko- mitee beschloß in einer besonderen Sitzung, daß er der Einlad un g Folge leisten solle. Außerdem sollen Vertreter für Dänemark. Norwegen und womöglich auch für Holland am nächsten Montag die Lasse weiter überlegen.— Zu Huysmans Einladung erfährt„Tibningen" noch, daß auf dem Kongreß in Nottingham am 23. Januar vor allem die auswärtige politische Lage und die Stellung der englischen Arbeiterpartei zu derselben behandelt werden tollen. Vielleicht wird sogar eine direktere Aktion zur An- bahnung des allgemeinen Friedens beschlossen werden. Im Augenblick verschafft der Zwischenfall von Brest« L i t o w« k den Kriegshetzern der Entente wieder Oberwasser, und die Aussichten einer FriedenSaktion im Westen werden dadurch stark, herabgesetzt. E« bleibt nur zu hoffen übrig, daß die internationale Lag« bi« zum S3. Januar wieder eine Besserung im Sinne de» allgemeinen Fr,«den» erfahren wird. Litaulftber Kuüüelmuüüel. W.T. B. dementiert sich!—„Das neue Litauen" auch l DaS offiztSfe Wolffbureau meldet recht kleinlaut: verlin,-l. Januar. Zu der gestrigen un« au» Bern über- mitteilen Elklärung de» Litaiiiickien Nationalrates in Lauianne über die LoStrennnng Lilauen» von Rußand wird uns mitgelrilt, daß sick in der Erklärung insofern ein Irrtum be- findet, ol» die von allen Litauern onerlannte Stelle nickt der Naiionalrat in der Schweiz, sondern der Litauische L a n d e S r a t ist. Also unser osfiziöseS Telegraphenbureau weiß selbst nicht genau,»vclchc Stelle die„von allen Litauern anerkannte" ist. und muß sich in diesem Punkte von einem Tag zum anderen berichtigen. Wie kann man aber dann von der ganzen Welt verlangen, daß sie die Stimme des Litauischen Landratcs als die einzige wirkliche Stimme des litauischen Volkes anerkennt. wenn selbst W. T- B. darin nicht ganz sicher geht? Dies ist nun ein ganz kleiner„Zwischenfall"»eben einem sehr großen, doch fällt von diesem auf jenen ein recht be- zeichnendes Licht./ Die Tinte, mit der diese Worte geschrieben wurden, war noch nicht trocken. alS ein keuchender Lote unseres zuständigen Postamts mit einem Rohrpostbrief eintraf, der folgendes ent- hielt:/ Der Verlag.Da» neue Litauen" ist Drauftrogt mitzuteilen, daß die gkstrige Berickligung durcb den in der Mil/eilung in der Prrsic grbiauchlen Ausdluck.Staalörai" hervorgerufen wurde. Ein solcher Siaatsrat existiert nicht/ da nur dem Luauischen Lande» rare von dem lilawichen Volke die Beitreiung übertragen worden ist. Die Unabhängigkeirserllärung, die ol« vom Rational- r a t ausgehend zur Urnerrichiung des Auslände« verbreitet wird. llärt da» Mißvelständni» auf. Dreier R o t» o n a l rat in der Schweiz exi stiert mit Fug und Recht und ist von allen Lilauern, auch Vvm Litauiichen LandcSrat, ol« Vertretung für das Ausland annlaniil worden, lieber seine Erklärung hat der Naiionalrat infolg« der durch die gegen« wärtigen Po st verhSltnrsseentsiehendenverzöge- rungen den LandeSrat nicht rechtzeitig verstän« digen können. Staatsrat, Landesrat, Natronakrat, hat man schon ci-; schöneres Durcheinander beisammengesehen? W. T. B., wesentlich entlastet, da sich nun herausstellt, daß sich diu Litauer selbst in diesem Kuddelmuddel nicht mehr zu rock finden. Man erfährt bei dieser Gelegenheit aber doch m einiger Beslimmtbeit. daß der Litauische Landcsrat in Litauo Vom Litauischen Nationalrat in der Schweiz seine Dircktivoii erhält— soweit die Postuerbindung nicht versagt. E i n u n bedingt anzuerkennende? Organ des litau'. schen Volkswillens aber besteht zurzeit nock. nirgends! Schweben erkennt Zinnlanüs Unabhängi5' keit an. Stockholm, 4. Januar. Der König beschloß iin heutigen Ministerrat Finnland als unabhängigen Staat rn znerkenneu. Der schwebische Ministerpräsident hatte vor einigen Tage.' im Anschluß an den lebhaften Wunsch. Finnland als rinad hängtgen Staat begrüßen zu können, bemerkt, diese Frage nach dem Eintritt eines neues Staates in das europäisch Staatensysteni hänge noch von andere» llinständeir ab, wi der Möglichkeit einer Uebcreinkunst zwischen Finnland im Rußland und der Haltung anderer Mächte. Dieser Vorbehalt stimmte überein mit dem, was der deutsche Reichskanzler der finnischen Abordnung(die gegenwärtig in Kopenhagen weilt sagte. Er wies darauf hin. daß eine Anerkennung der Selbst ständigkeit Finnlands durch Deutschland von einer Verstand gung Finnlands mit der russischen Regierung abhänge,»ich fügte hinzu, daß Deutschland sich gegenwärtig mit Rußland in Friedensverhandlungen befinde. Der jetzt in Schweden ge faßte Beschluß schiebt also das Zögern, das noch vor einigen Tagen galt, beiseite._ öuchanans Abreise aus Petersburg. Rotterdam, 4. Jarnnr.„Nieuwe Rotterdamsche Couransi meldet aus London vom 3. Januar, daß der britische Bot schafter Buchonan krankheitshalber Petersburg verlassen hebe. Die britische Kriegs Mission sei ebenfalls ab gereist. Die inneren Kämpfe in Nugkanö. Linkssozialrcvolutionäre im Rat der VolkSbeanftragten. Die„Time»" veröffentlicht am 28. Dezember ein Telegramm au» Petersburg, i» dem e» heißt: Die„Regierung" bar d e m linken Flügel der Sozialrevolutionäre siebe» Plätze unter den Volkskommissaren eingeräumt. Dieser Schri: war die Folge des Umstände», daß die Sozialrevolutionäre sickre: die Mehrheit in der konstiruierenden Versammlung haben werden. Daö neue Element in der Regierung dürfte dafür sorgen, daß wo Bolschewiki weniger scharf gegen ihre Gegner auftreien als bisher. Wa» aber die Frievrnsfrage betrifft, besteht»ffenbar keine. Mri nungsverschicdrnheit. An» Gorki«.R o w a j a S h r s n j". dem Organ der„vereinigten Internationalisten"(die Linke der Sozialdemokratie Zimmer- walder Richtung), sei folgende beißende Kritik der bolschewistische» Maßnahmen, die sich gegen die Zusammensetzung der Konstituanlc richtet, wiedergegeben:„Die bokschewistische Obrigkeit wagt es»ich: die Konstituante offen und geradeheraus auScinanderzutreibe:. Sie weiß, daß weder aufgeklärte Arbeiter, noch aufgeklärte Sol- baten dazu rhre Hand bieten werden, sich mit der Schandrolle der Henker de» Bollsparlament» zu beflecken. Daher haben sie einer Plan au«gesonnen, die Konstituante abschnittweise zu sprengen für« erste wollen sie die kadettischen Abgeordneten al»„Feinde des Volke»" erklären und in die Gefängnisse schicken; dann, nach Maßgabe de» Badarfe», loerden ihnen die rechtsstehenden Sozialisten. weiter auch die gemäßigten Sozialisten folge«, bis die Konstituanw allein au» den Bolschewiki und ihren treuen SBassenirägern, dci Linken der Sozialrevolutionäre, gebildet bleiben wird. Ein schlauci Plan, ohne Zweifell Muten aber deren Väter der Naivität der Arbeiter und Soldaten nicht zu viel zn?" Diese Kritik ist einer Dezcmbcrnummer des Gorki-BIatteS entnommen. Nach einer Stockholmer Meldung berichtet„Nowajo Shifnj" neuevding», die Bolschewiki hätten ihre Stellung zur Berfossunggebenden Versammlung verändert. Diese sollte jetzt am 4. Januar zusammentreten unter der Bedingung, daß ihr>' nichtbolschcwiki schen Mitglieder die Bolscheioikiregicrnng zuerst anerkennen. Fsvrtschritte der Bolschewiki in der Ukraine. Amsterdam, 4. Januar.„Times" meldet aus Petersburg- Bericht: aus dem Süden bestätigen, daß Charkow jetzt ganz in den Händen der Maximalisten ist, die dort ansehnliche Streu kräfte zusammenziehen. Die Kosakenbezirke gaben K a l e d i n ftir die Verteidigung ihre» Gebiete» so gut wie diktatoriale Macht. ES kam zu Gefechten zwischen Kosaken, die grgenKaledin sind, und Anhängern Kaledin». Petersburg, S. Januar.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Die Regierung der Sowjet» in der Ukraine gewinnt dauernd an Ansehen. In Jekatrrinoslaw befindet sich die Macht vollständig in den Händen der Sowjet». Die Vorbereitungen zur Absendnng von Getreide nach dem Norden weroen beschleunigt. Der Einfluß der Bolschewiki dehnt sich täglich weiter aus. Bauernkongresse. Petersburg, 4. Januar.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Am 17. Dezember wurde in Samara der 3. Kongreß der Bauern eröffnet. Zum Präsidenten wurde der Bolschewist Ermolenko gewählt. Der Kongreß der Sowjets der Bauern und Arbeiter und die durch sie eingesetzte Behörde entboten ihre Grüße der Regierung der Volkskommissar«, der vier Fünftel der Sozialrevolutionär« der Linken angehören. Gestern wurde ,n Moskau«ine Sitzung de» Bauernkongresses des Gouvernements eröffnet; 70 stimmbercchngte Abgeordnete find hierzu eingetroffen. Die Mehrheit der Abgeordneten besteht aus Bolschewiki und linksstehenden Sozialrevolutionären. In das Präsidium wurden ausschließlich Bolschewiki und linksstehend Sozialrevolutionäre gewählt. Der Bauernkongreß des Gouvernement» Pskow beschloß, als Abgeordneten für die verfassunggebende Versammlung das Mit- glicd der sozialrevolutwnären Parte, PokrowSki vorzuschlagen. PokrowSki verzichtete auf seine durch den ZentralauSschuß vorge- sichlagen« Kandidatur, weil seine Richtlinien nicht mit denen der Bauern d«S Gouvernements Pskow übereinstimmen. Da» Gouvernement Mohilew wählte Akscnticw zum Mitglied der verfassunggebenden Versammlung. Die Volksversammlung der Beauftragten der Arbeiter von O r ch a Tovarnaja drückte ihr Mißtrauen gegenüber Aksentiew hinsichtlich seiner Berufung zur verfassunggebenden Versammlung au». Nr.S ♦ 35. Jahrgang Seilage öes vorwärts Sommbenö, 5. Januar 1 Hl 8 (Quittung. Zur Förderung des Kampfes für Frieden und Freiheit gingen im Monat Dezember 1917 nachstehende Beiträge ein: J.»Berlin 100 M.; M. H.'Schöneberg 50 M.; Kl-Charlottenburg 8 M.; Frau M.-Friedenau 1 M.; P-Berlin 10 M.: B�-Neu« kölln 20 M.; E-Berlin 10 M.; W.-Berlin 10 M.: Angestellte der Hauptexpediiion des.Vorwärts" 24�50 M.: G-Lübeck 6 M; St.- Berlin 20 M.: K.-Hertoid 2 M.; Dr. K.-Berlin 50 M.; N.-Char- lottenburg 300 M.; B.-Berlin 5 M.; H.-Berlin 50 M.: K.-Ham- bürg 50 M.: Flugzeugtabrtk Hennigsdoit. Abt. Werkzeugbau durch F. 30 M.; M..Zeblendors 20 M.; S-Bielefeld 50 M.; N.-Berlin 10 M.: A.-OhligS 20 M.; C. K.-Berlin 5 M.; H.-Cbarlottenburg 3 M.; Ungenannl-Forst l0 M.; B.-Berlin 6 M.; v. B.-Berlin 10 M.; I. W.-Berlin 5 M.; S.-Berlin 5 M.; Mitgl.-Bersamml. Pankow- Schönhauien 22.40 M.; Kapelle eines L.-J.-R. 21 M.; W.-Berlin 10 M.: W.-Berlin 9 M.: M.-Hohenialza>0 M.: N.-Berlin 15 M.; R.-Berlin 1,50 M.; H.-Wilmersdoif 30 M.: K.-Neustettin 7 M.; L. M.- Berlin 1 M.: Wehrmann E. 2 M.: T.- Westfront 7 M.; K.« Ostfront 3 M.; Sch.- Ebern 3 M.; G.- Berlin 5 M.; W.- Schildesche 5 M.; R.. im Felde gesammelt 20 M.; gesammelt von Frau W.- Berlin 14 M.; Br. Medbernich 20 M.: K.- WolfSried 2.40 M.: von einem Otfiz:er 100 M.; Slbm.- Eßlingen 2 M.: N.- Berlin 20 M.; P.-Borkum 5 M.; K.-Berlin 1 55 M.: H.-Borkum 3 M; B.-Berlin 5 M.; M.-Penzig 10 M.: Frau R.-Berlin 1 M.: Sch.-Berlin 3,05 M.; B.-Taraen 5 M.' Kr.-Mannheim 5 M.; F.-Berlin 60 Pf.; R. G. duich IV. Beil. Wahlkr. 5 M.; W. C.-Halberstadt 500 M.; W.- Mevpen 12 M.; B.-Liegnitz 3 M.; Dr. S.-Esfen 6 M.; N.-Efien 15,76 SR'.'; L.-Elberfeld 10 M.; F.-Reichenwalde 2 M; B-Kassel 5 M.; H.-Wyl auf Födr 5 M.: B.-Berlin-Lankwitz 50 M.: B.-Langendreer 15 M.: B.-Neustabelwitz 2 M.; gesammelt von Frau R.-Bayerisch» Zell 32 M; von Beamten d. Daimlerwerke 17 M.; B.-Berlin lOM.; Frau A.-Karlsruhe 10 M.: F.-Rürnberg 3.05 M.: W.-Berlin 10 M.; Arm.-Soldat W. 4M.; Sch.-Premnitz 10 M.; G.-Witistock 5 M.; mebr. Matr. Arir. in A. 3 M.; H. S. Heiligenhasen 5 M.; Frau R.-Neulölln 5 M.; Frau D.-Hersord 10 M; v. B.-Leipziq 10 M.; 8 Genossen i. Res.-Laz. O. durw Z. 4 M.; L. M K. durch S. 27 M.; R.-Düsteldorf 10 M.; M.-Neulölln 7,50 M.; Mannsch. ein Elapv- Plerde-Dep. 26 M.; Th.-Hamburg 20 M.; Getr. H. 8 M.; S.» Würzburg 10 M.; Dungelbeck 20 M.; Vizewachimeister H 8 M.; B.-Hambarg 58,55 M.; P.-Charlolienburg 5 M.; Gefr. M. 33 M.; T.-Köiiigsberg 5 M.; Kameraden eines Gren.-Regt. 3 M.; G- Hamburg 5 M.; A.-Durlach lO M.; AuS d. Felde durch P. 1 M.; Aus d. Felde durch W. 2 M.; C. 37-Berlin 10 M.; W.-Zpandau 5 M.; O. u. medr. Kamerad. 4M.; 6 schwäb. Pioniere 8 M; F.-Waldorf 5 M; Landsturmmann H. 5 M.; Gefreiie V. u. H. 20 M.;«izeteldwebel P. 7 M.; Pionier T. 5 M.'; Gefr. K. 20 M.; Kanon. H. 4 M.; Gefr. A. 1,50 M.; Obergefr. P. 3 M.; P.-Zarrenim 10 M.; Uistz. L. 6 M.; Gefr. L. 7 M.; Mannsch. e. baper. Fuß-Art.-Nea. 10 M.; Park-Äomp. d. Pion. S. 72 M.; 3 Kam. o. e. R. I. R NM.; Ulffz. H. 5 M.; Kam. e. bayer. Arm«Ball. 9 M.: Dieselben 3 M.; Uifsz. H. 5 M.; Wehrmann E. IM.; 4 Kam. einer W. K. 4 M.; K.-Berlin 0.50 M.; 4 Feld- graue d. Karl 4M.; M M-Berlin 5 M.; H.-Berlin 0,50 M.; 7 Landft.-Männ. durch K. 15 M.; Arb. u. Arbeitermncn d. Fa. Groos u. Graf-Hohenschönhaus. durch M. 70 M; K.-Berlin 10 M.; Tele- graust E 5 M.; einige Feldgr. durch K. l3 M.; Feldgrauer K K. 3 M.; M.-Berlin 4 30 M.; Gesammelt v. E. W.-Berlin 7.50 M.; Ldstmnionn K. 2.30 M.; Ldstmm. K. 5 M.; Scbütze B. 40 M.; Obermair. B. 10 M.; Gardefüs. B. R. 3 M.; Maip. K. 5 M.; 7 Ldst.-Mäiin. u. 3 Hus. durch F, 12 M.; Ldstmm O. 20 M.; Parleigen. bei ein. Marinekommando d. Ostens 26.60 M. Berlin, den 31. Dezeinber 1917. Der Parteivorstand. Weitere Geldsendungen sind zu richten an: Otto Braun. Berlin LW 63. Lindenstr. 3; auch kann auf Pouscheckkonio Nr. 7918 Fr. Bauels, F. Eberl, O. Braun beim Postscheckamt Berlin einge- zahlt werden._ GroMerün Deffentliche Kohlenbewirtschaftung und Einführung der Kundcnliste. Am 20. Dezember v. I. beschäftigte sich die Berliner Stadt- verordnetenversammlung mit einem Antrage der sozialdemokratischen Fraktion, durch den der Magistrat ersucht wurde, die Versorgung der Bevölkeiung mit Kohlen in öffentliche Bewirtschaftung zu nehmen und die Rundcnliste einzuführen. Die Bersammlung beschloß, den Antrag der Koblendepu- t a t i o n zur Erledigung zu überweisen, und die Deputation be- schöftigle sich in ihrer leyien Sitzung mit dieser Angelegenheit. In der Berbandlung erfuhr die bekannte Denkschrift des Leiters der Kohlenstelle Groß-Berlin Oberleutnants Körte zunächst eine knliscbe Beleuchtung. Körte, der sich in der Denkschrift als kein grundsätzlicher Gegner der Kundenliste zu erkennen gibt, kommt in« folge der vermeintlichen vielen Schwierigkeilen zur Ablehnung der« selben. Bon den sozialdemokratischen Verirelern wurde aus die mancherlei Widersprüche in der Denkschrift hingewiesen und auch der Magistralsverlreler betonte, wie e§ schon in der Stadt- verordnetenversammlung geschehen war. daß der Magistrat die in der Denkschrift vertretene Ausfassung sich nicht zu eigen mache. Auf Antrag der sozialdemokratischen Ber- treter wurde zur Sache folgendes einstimmig beschlossen: .Tie Kohlendcpuiation beschließt, den Magistrat zu ersuchen, die Versorgung der Bevölkerung mit Kohlen in öffentliche Bewirtschaftung zu übernehmen. Der Magistrat wird ferner ersucht, die Kundenliste sobald als möglich ein- zuführen und zur Durchführung dieser Maßnahmen in ent- sprechender Weise bei der Kohlenstelle Groß-Berlin hinzuwirken." In der Debatte sprach der Magistratsvertreter die Ansicht aus. die Einführung der Kundenliste werde sich für diesen Winter kaum ermöglichen lassen. DieS gab unseren Vertretern Veranlasiung, energisch darauf hinzuweisen, daß der Winter noch zirka drei Monate daure und es unter allen llinständen ermöglicht werden müsse, die Kundenliste einzuführen, um den vielen berechtigten Klagen, ins- besonder« der ärmeren Bevölkerung, abzuhelfen. An dem Magistrat wird nunmehr liegen, sich den ein- mütigen Wunsch der Kohlendeputation zu eigen zu machen und bei der Kohlenstelle Groß-Berlin auch seinerseits das Nötige zu tun, damit einem allgemeinen Wunsch der Berliner Bevölkerung schleunigst Rechnung ge tragen wird. Strahenbahnbetrieb und Kohlenersparnis. Eine�irre'pondenz verbreiiet folgende Nachricht:.Die Mit- teilungen über Maßnahmen zur weiteren Einschräiikung des Stiom- Verbrauchs für den Straßenbahnberieb, die auk Anregung des Reichskommifsars für Kohlenverteilung erwogen werden, können wir bestätigen. Es haben über diese Frage schon seil einiger Zeit ver- trauliche Berbandliingen geschwebt, über deren Beginn wir be- richteten und die jetzt zu einem gewissen Abschluß geführt haben. Es find eingehende Untersuchungen über die Art de? Groß-Berliner Stromverbrauchs angestellt werden; da« Ergebnis ist, daß sich weniger beim Lichtstrom als beim Kraflstrom noch einige Ersparnisse erzielen lasten. Tie vorgeschlagenen Maßnahmen, wie weitere Ber- ringerung der Haltestellen, mit denen die Große Berliner Siraßen- bahn schon vorgegangen ist, die Beseitigung von Umwegen auf Außen- strecken, die Beschränkung des SonntagsverkehrS können nicht als eigentliche Beschränkung deS Straßenbahn Verkehrs, namentlich des Arbeits- und Berufsverkehrs angesehen werden, da eS sich hierbei hauptsächlich um technische Betriebsmaßnahmen handelt, die für die Fahrgäste weniger drückend hervortreten. Gegen eine weitere irgendwie nennenswerte Einschiänkung deS Straßenbahn- Verkehrs selbst baben sich alle beteiliglen Stellen Groß-BerlinS mit Enisckiedenbeit ausgesprochen, da eine Verringerung des Platzangebot» an den Wei klagen, insbesondere in den VerkehrSstunden, völlig auSgeschlosten Ist Immerhin werden die erwähnten kleineren Maßnahmen noch zu einer gewisten, wenn auch nicht sehr erheblichen Strome, iparnis führen können, die infolge der Schwierigkeiten der Koblenbeschaffung für die Groß-Berliner Stromwerke nicht zu um- gehen ist." Wir werden zu der Frage Stellung nehmen, sobald genauere Nachrichten über die geplanten Maßnahmen vorliegen. Zur Ertüchtigung der Kriegsbeschädigten. Was Willensstärke bei richtiger Anleitung vermag, sah man gestern im wisienschafllichen Tbeater der.Urania' fTauben- stroße) an Bildern aus dem Orthopädischen Reserve- lazarett l zu Görden bei Brandenburg. Ueber die Ein- richiungen dieser Heilanstalt und über die Erfolge, die in ihr an Kriegsbeschädigten erreicht worden sind, sprachen die leitenden Aerzte Generaloberorzt Dr. Leu und Stabsarzt Dr. M a l l w i tz. In Görden ist das medikomechanische Heilverfahren ergänzt und größtenteils ersetzt worden durch ein anderes, das mit dem Mittel des TurnenS, des Spiels und des Sports die körper- liche und zugleich die seelische Erlüchligung der Kriegsbeschädigten anstrebt. Gerade die seetische Aufmunterung, die nicht von der Maschine, auch von der sinnreichsten nicht, gegeben werden kann, ist dem körperlich Zusammengebrochenen nötig. Der Schwer- verletzte, der eines Armes oder eines Beine» Beraubte, muß i'o bald als möglich und so weit als möglich zum freien Ge- brauch der ihm gebliebenen Glieder angeregt und eizogen werden, damit er im Gelingen da» Vertrauen zu sich selber wiedererlangt. Dr. Leu wandte sich gegen den Vor- wurk. daß eS Roheit sei, Krüppel mit Leibesübungen zu quälen. Ein Zwang zur Beteiligung werde, versicherte er. niemals aus- geübt, nur ein Zwang zur Anwesenheit auf dem Spiel- und UebungSplatz. und dabei stelle sich dann in dem Zuschauer sehr bald auch das Verlangen nach Beteiligung«in. Von den Schwervcrietzlen selber werde das ihnen bekundete Mitleid keineswegs als wohl- luend empfunden, sondern oft sehr schroff und derb abgelehnt. In den Lichlbildern und Kinofilms, die zur Erläuterung der Vorträge gezeigt wurden, machten die Verstümmelten allerdings keine traurigen Gesichter. Staunenerregend waren manche der Leistungen. die man sab, besonders die der Einbeinigen. Im Hochsprung obne Sprungbrett brachte eS ein Einbemrger auf IVj Meier Höhe. Einbeinige»nd Einarmige trieben den Rudersport mit Eiter und Erfolg. Beim Bogenschießen wurde die»ür Einbeinige beionderS tchwierige GleichgewichiSbaliung mit verblüffender Sicherheit zu« stand« gebracht. Auch Werkställen für Schwerverletzte gibt es in Görden. Sehr anschaulich wirkte ein Film, der Einarmige bei der Landarbeit zeigte. Ein 6(50 Morgen große« Gut, das zum Reserve- iazare» gehört, wird von 150 Verstümmelten bearbeitet. Sänger und Prophet. Die alten Germanen waren bekanntlich der Meinung, daß ihre Barden außer dem Dichterberuf auch die Gabe beiäßen, die Zukunft voihcrmiagen. Die modernen Germanen find von dieser Ansicht abgekommen, und die modernen deutschen Poeten, die neben ihrer Hauptbeschäftigung eines Nebenamtes bedürfen, ziehen e« vvr, einen praktischeren Beruf zu ergreifen und z. B. Bürgermeister von Berlin zu weiden. Herr Reick« hat bekanntlich diese Karriere ein- geschlagen,»nd da die Musen offenbar zufrieden damit sind, daß der Herr Büigermcister einen Teil ieiner Arbeitskraft außerhalb ihre» Dienstes verwendet, so baben auch wir keine Veran- lassunfl, deshalb Klage zu füh»en. Bedenklich wird die Sache aber. wenn Herr Reick« sich bemüßigt süblt, neben seinem Barden- und Bürgermeisteramt auch noch das eine« Propheten auszuüben. Diese« geichah bekanntlich in der Stadtverordnetensitzung vom 15. November v. I., wo über die Schnee schippverordnung des Oberlommaiibos verhandelt wurde und der Herr Bürger- meisier hcllieheriich verkündete, es könne sich bei der ganzen Geschichte»ur um eine Bagatelle handeln, denn mehr als vier oder sechs, höchstens acht Schneefälle würden sich bieten Winter nicht ereignen. Jetzt»st kaum ein Fünftel der Winterszeit verstrichen und wir haben bereits den zehnten großen Schneefall gebabt. Wa« sagt Herr Reicke zu dieser vom heiligen Petrus vollzogenen Desavouierung eines Prophetenberufs?_ Berliner Lebensmittel. Auf Abschnitt 131 der Lebeiismittelkarte entfällt 1 Pfund Marmelade. Anmeldelage sind der 6., 7. und 8. Januar. Die Abgabe der Abschnitte hat in den durch ein Aushängeschild:.Per- laus von Marmelade auf Lebensmittelkarten der Stadt Berlin" gekennzeichneten Geschäften zu erfolgen. So- bald die Ware dem Äleinbändler zuiollt, wird er den Verkaufs- beginn durch Anschlag in seinem Geschält anzeigen. Hierzu sei bemerkt, daß entgegen anders lautenden Behauptungen die Verieilungen sofort vorgenommen worden sind, nachdem die Ware angeliefert wurde. Es wurden Mitte November 1 Pfund und Mille Dezember wieder 1 Pfund Marmeladit verteilt. Daneben wuide in Berlin im Dezember noch Rübeniaft und Kunsthonig ver- teilt. Eine neue Verteilung steht auch hier bevor, sobald die seil langem erwartete Ware eintrifft. Auf Abichnill 28 der Süßstoffkarte H kann im Laufe diese? Monats ein Päckchen Süßstoff entnommen werden. Die Ab- schnitte 1—27 haben ihre Gültigkeit verloren und dürfen nicht mehr eingelöst werden. Vom Dienstag, den 8., bis Sonntag, den 13. Januar, wird in den im Norden Berlins oberhalb des Humboldthains gelegenen Bezirken der 162. bis 166.. 173., 185., 188., 189.. 233. und 236. Brotkommission je 125 Gramm Käse verteilt. Der Käse ist erhältlich in den durch besondere Aushängeschilder gekennzeichneten Geschälten gegen Vorzeigung und Abstempelung der Mlttelstücke der zurzen gültigen speisesellkarten. Das Nähere ergibt sich auS der an den Anschlagsäulen veröffentlichten Bekanntmachung. Stadtverordnetenwahl. Die Ersatzwahl im 11. Wahlbezirk für den verstorbenen Stadtv. Stadth.igen findet Sonntag, de» 13. Januar, von 10—6 Ubr statt. Kandidat der sozialdemokratischen Partei ist der Redakteur Hermann Rathmann. Das Wahllokal für den 106. Stadlbez befindet sich Schlesische Str. 9 bei Pohl, für den 107 A. Bezirk Cnvrystr. 87 bei Ke»e, 107 B. Bezirk Schlesische Str. 28 bei Baitz. für die Bezirke l08Ä. und B Görlitzer Str. 52 bei Burkart, und für den 109. Bezirk Stalitzer Str. 59o bei Mix. Die Abgrenzung der einzelnen Bezirke wird in der nächsten Woche bekanntgegeben._ „Die Kerle von Flandern". Mit diesem geschichtlichen Roman deS flämischen Dichters N. 9. beginnt der neu« Jahrgang der i llustrierten Wochenschrift„In Freien Stunden'. Der Roman führt den Leser zurück in die Vergangenheit jenes Gebietes, das die furchlbarsten Kämpfe im Kriege der Gegenwart steht. Die reichbewegie Handlung spielt an jetzt vielgenannten Orten; seine sreiheitliche Tendenz und historische Wahrheit sichern ihm ein starles Interesse. Die Bilder zeichnet Professor Josef Damberger, München.— Neben dem Hauptroman gelangt zunächst zum Abdruck: „Das Mädchen vom M o o r h o f'. Erzählung von Selma Lagerlöf, übersetzt von Marie Franzos. ES ist die Geschichte eines arnien, verachteten Mädchens, das zu ihrem eigenen Nachteil den Vater ihres Kindes vor einem Meineid rettet.— Außer den Haupt- erzählungen bringt jedes Heft in reicher Abwechselung illustrierte Aufsätze auS allen Wissensgebieten; daneben Scherze, Rätsel und für die Frauen: Aus Haus und Küche.—.In Freien Stunden" erscheint in wöchentlichen Hefien zu 15 Pf. Bestellungen nimmt jede Parteibuchhandlung oder der Verlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW 68, entgegen. Wir empfehlen unseren Lesern auf die Zeiischrifl zu abonnieren. Beschlagnahme von Sackpapier. Die Beschlagnahme aller Mengen von Papier zur Herstellung geklebter Papiersäcke ist an- geordnet. Die Beschlagnahme umfaßt Veräußerungs- und Ver- arbcitungSverbot. Vom 20. Januar ab darf die Veriwßerung und Lieferung von Sackpapier nur gegen einen Bezugschein der Reichs- sackstclle, Berlin, erfolgen. Die Verarbeitung von beschlagnahm» rem Sackpapier zur Herstellung geklebter Papiersäcke von mehr als 3000 Quadratzensimeter Sackflächeninhalt bleibt zulässig. Der genaue Wortlaut der Bekanntmachung ist bei den Landratsämtern, Bürgermeisterämtern und Polizeibehörden einzusohen. Im Kinderwagen verbrannt ist die 1% Jahr« alte Anneliese Willmann auS der Adolfstraße 5. Die Kleine lag in ihrem Wagen in der Küche neben der Äochmaschlne, als ihre Mutter zur Brot- kommission ging. Aus der Maschire stand die brennende Küchen- lampe. Diese ritz daS Kind herunter und das Bettzeug geriet in Brand. Als die Mutter zurückkehrte, war die Kleine verbrannt. Das Groß-Berliner BcrkrhrSelead. Ein bedauerlicher schwerer llnglücksiall, der aus die Unzulänglichkeiten im Straßenbahnverkehr zurückzuführen ist. hat fich am Spandauer Bock ereignet. Wie in Berlin und Vororlen haben auch in Spandau starte Einickränkungen des Verkehrs stattgefunden, so daß die dortigen Verkehrsverhältnisse dem Bedüisnis bei weitem nicht genügen. Ein Soldat, der e« wohl sehr eilig hatte, aber nicht mehr Platz auf dem Wagen finden lonnte, schwang sich kurz entschlosien aus den Hinteren Puffer des Bei- Wagens und machte so die Fahrt mit. Unterwegs mußte der Zug infolge eines Defekles plötzlich auf ostener Strecke hallen, so daß ein unmittelbar dahinter folgender Straßenbahnwagen auf den Bei- wagen ouffubr. Bei dem Zusammenstoß wurde der Soldat zwischen die beiden Wagen geklemmt und der rechte Fuß wurde ihm voll« ständig abgequetscht. Da lohnt es sich! Fette Beute in deS Wortes wahrster Bedeutung machten Einbiecher, die den Gutsbesitzer Hermann Heintze in Hohenbruch(Marl) heimgesucht baben. Die Diebe drangen nacht« in da« Wirtschaftsgebäude ein und räumten tüchtig in der Boiratslammer auf. Ihnen sielen u. a. acht Speck i eilen, vier prachtvolle Schinken, dreißig Pfund Schweineschmalz, achtzehn Pfund Gänse« sch ma l z, zwei Psund Butter, ein Schock Eier, da» ganze von zwei Schweinen heirührende eingepökelte Fleisch, eine Anzahl Büchsen Koniervenwurst und einundzwanzig Brole in die Hände. Obwohl das Gebäude bewacht wird, sind die Einbrecher unbemerlt entkommen. Charlottenburg. Einmalige Kriegsteuerungszulage«. Die von den Charloitenburger städtlichen Behörden bereits grundsätzlich be« schlossene einmalige KriegsteuerungSzulage soll nach einer den Stadtverordneten zugegangenen Vorlage de» Magistrats nach drei Kategorien verteilt werden, und zwar für die Beamten und sonst dauernd angestellten Personen einschließlich der im Heeresdienst befindlichen eine Zulage von 200 M. für Ver- heiraiete. dazu für jedes Kind 80 M.. für Unverheiratete 150 M. Für die st ä d t i s ch e n A r b e i t e r, die laufende KriegSleuerungS- zulagen bisher in Form cineS Kriegslohnzuschlages bezieben, wird an Stelle der einmaligen Zulage dieser Zuschlag vom l. Januar l9l8 ab um 15 Pi., da» beißt von 25 Pf. aus 40 Pf. für die Arbeiisstunde erhöht. Die nicht dauernd beschäftigten Personen, die besonders fest- gesetzte Kriegsbesoldungen bezw. Löhne beziehen, also die vorüber- gehend beschästigien Bureauhiltsarbeiler und sonstigen Angestellien erhallen eine einmalige KriegsteuerungSzulage mit Abstufungen je nach der Dauer ihrer bisherigen Beichäitigung von 150 M. für Verheiratete und geringere» Sägen sür Unverheiratete und für später als am 1. Juli 1917 Eingesiellte nebst Kriegszulagen. Di« vorgeschlagenen Einheitssätze sowie der Kreis der städtischen Emv'änger stimmen mit den staailichen überein. Die Kosten für die einmalige Teuerungszulage stellen sich überschläglich auf 800 000 Mark. Die dauernde» Kosten für die Erhöhung der Löhne der Ar- beiter auf monatlich 56 000 M. Neukölln. Eänglingsfürsorge. Der Bericht der städtischen SäligliiigSfüriorge, der die Zeit vom 1. Avril 1915 bis zum 3l. März 1917 umfaßt, kann eine erfreuliche Steigerung der Für- sorgeläligkeit melden. Während im letzten Friedensjahr 33,1 Proz. der lebendgeborenen Kinder in Fürsorge genommen wurden, waren es im Jahre l9l4/l5 schon 51.5 Proz.. 1915/16 63 Pro* und im letzten Berichtsjahr 1916; 17 sogar 66 Proz Trotzdem hat die Zahl der Besucher der Stellen einen ganz erheblichen Rückgang erfahren. Die Zahl der in Fürsorge Genommenen belrug 19l3/l4 2768, 1914/15 3393, 1015 16 3473 und im Jahre 1915/17 nur 2i»22. Dieser Rückgang in der Inanspruchnahme der Fürsorge ist lediglich auf den Geburtenrü ckgang zurückzuführen, der in Anbetracht des UmftandeS. daß Neuköllns Bevölkerung in derselben Zeit noch beträchtlich gestiegen ist und zum großen Teil aus Arbeitern in jungen und mittleren Jahren besteht, als lehr stark bezeichnet werden muß. So wurden im Jahre I9ll noch 6362 Kinder lebend geboren. l912 6148. lSl3 6771, 1914 5184, 1915 3895 und 1916 nur noch 2484 Kinder. In nur geringem Maße wird dieser Rück« gang durch eine verminderte Sterblichkeit der Säuglinge auSge- glichen. So starben im Jahre 1914 noch 16.2 Pioz. der Kinder»m ersten Lebensjahre, während die Zahl im Jahre 1916 auf 12,4 Proz. gesunken ist. Man wird sehr energische Mutterschutz« und SäuglingSfürsorg« treiben müssen, um diese Zustände zu ändern. Echöneberq. Lebensmittel. In den durch Anschlag kenntlich ge- machte» Geschäfte» findet vom Sonnabend, den 5. bis Dicusiag, den 8. Januar, Voranmeldung statt für 1 Pfund Marmelade zu 90 Pf. auf Abschnitt 87 der Nährmittetkarte. Für Jugendli che findet in derselben Zeit Vvrairmelduiig statt für ein Viertelpfund Sago zu 30 Ps. auf Abschnitt 32 der Nährmittelkarte für Jugend- liche. Der Verkauf der Waren beginnt am Donnerstag, den 17. Januar. Nach dem 27. Januar sind die Händler zur Em- lösung der OuitlungSabschnilte nicht mehr verpflichtet. Ausgegeben werden in der nächsten Woche 125 Gramm Teig» waren auf Abschnitt 36 der Näbrmiiielkarle und aus Abichnill 31 der Nährmittelkarte für Jugendliche statt einer zwei Büchten ton- densierle Milch. — Die städtische Sparkasse erreichte Ende Dezember l9l7 einen Einlagebestand vou 100 Millionen Mark, woran 153 460 Sparer beierlrgt sind. Die Sparkasse wurde ein Jahr nach der Stadl- werdung Schönebergs, und zwar am 12. April 1890. eröffnet, be- fleht also»och nicht 19 Jahre. Sie besitzt neben der Haupljtello Im alten Raibause Maiser-Wisbelm-PIatz 3) 5 Zwet�stellen, ferner 2 Girokassen für den seit 1913 eingesührien, sehr ausgedehnten SÄ eck- und Giroverkehr und 2 Stahlkammern mit vermietbaren Schrankfächern und zur Ausnahme offener Depots. Reinickendorf. Lchenömittel. Auf Abschnitt 134 der Lebensmittel- karte werden 499 Gramm Marmelade verteilt. Die Ablieferung des Teiles A des Abschnitts muh bis Dienstag bei einem Klein- hänMer erfolgen. Die Ausgabe an die Verbraucher findet am 12. für den östlichen Ortsteil und am 13. für den westlichen Ortsteil statt. Der Verkaufspreis für 1 Pfd. Marmelade beträgt 90 Pf. Groß-Serliner parteinachrichten. Reichstagstvahlkrcis Niedörbarniin. Sonntag, den 13. Januar, nachmittags 2 Uhr, findet im Vor- würtS-Gebäude eine Generalversammlung statt, die sich mit der bevorstehenden Wahl eines Reichsabgeordneten beichästigen wnd. Näheres wird den Bezirken durch Rundschreiben bekannt gemacht. Lichtenberg. Mittwoch, den 9. Januar, abend? 8 Uhr, Zahl- Versammlung bei Haman, Krossener Str. 85, Ecke GryphiuSstrahe. Vortrag de? Genossen Adolf Wnichick. Plinkiliches und zahlreiche? Etschernen erwünscht. ,Vorwärts"-Leser als Gäste sind eingeladen. Mus aller Welt. Zwei rnssische Milittirziige vernichtet. Wie„Dselo Naroda" erklärt, hat am 23. Dezember auf der Station Betschanovka cinc .Explosion stattgefunden, bei der zwei Militärzüge mit Kosaken, die nach dem Dondistrikt zurückkehren wollten, der- itichtct wurden 2000 Mann fanden den Tod. Zttgzufammenstoß in Warschau. WahrenL de? heftigen Schnee- sturmes stießen in der Nähe des Wiener Bahnhofs in Warschau ztr-ei Personenzüge zusammen, wobei nicht unerheblicher Material- schaden entstand. Der Zugführer eines Zuges wurde ge- tötet, zwei Reisende wurden schwer, aber nicht lebensgefahrlich, vier Reisende leicht verletzt. Größere Betriebsstörungen sind nicht eingetreten._ Iugenöveranftaltungen. Ni beitei'juaendhetm Berlin. Lindrnstr. 3. Morgen Sonntag: Hclmöfinnng. Abends 7 Ubr, Vortrag der Genossin Bohm-Schuch über: Erzi himg zum Lebenskampf. Tegel. Am Sonntag findet Im Jugendheim Tegel. Bahnbosstr. 16, ein Vortrag des Genossen A. Domnick:«Etwa? über die Kunlt der Rede'' statt.— Freitag, den 11. Januar: Abonnentenbesprechung. Jlreirellgtüle Gemeinde. Sonntag, den 6. tztanuar, vormittags 9 Uhr. Pappcl.Allee 15/17: Neukölln, Jdeal-Knsino, Wkichsclstr. 8: Ober- Schöncweide, Wilhelminenbosstr. 43, bei Otto Pamp,»Freireligiöse Vor« losui'N". Iv't« Uhr, Kleine Frankwrter Str. S, Vortrag von Herrn Dr. Bkuuv Wille: Einigung der Bekenntnisse(alte und neue Versuche.) Gäste willkommen. Arlieitcr-Zamariterbund. Kolonne Grosi-Berlin. Montag, de» 7. Januar, abends 8'/. Nbr, In Schulz' VereinSbnuS, Königsgrabcn L: Vortrag. Nach dem Vortrag praktische Verbandübungen. Gäste haben einmaligen freien Zutritt.— Diese Vorträge finden vom 7. Januar jeden Montag, abends ä'l, Uhr, statt. Sriefkasten üer Neüaktion. M. W. 1. Wenn Sie das Verschulden an der Auflösung deS Verlöbnisses trifft, sind Sie zur Rückerstaltung verpflichtet.— A. R. 37. Aus Grund eines ArmcnatteitcZ können Sic beim Prozesigericht die Bei- ordnung eines Anwalts beantragen, dann wird die Klage auch ibren Fort- gang nebmcn.— M.(9. IVO. Der Krieg gestattet keine Ausnahme. Kündigung und Steigmmg ist nicht zulässig, da der Vertrag erst zum Ol- tober ausgeklndigt werden kann.—*2. 100. Sie sind während Ihrer Dienstzeit zur Zabiung der Staatssteuer nicht verpflichtet, da Ihr Ein- kommen 3909 M. nicht übersteigt. Auch die Befitzstemr kann nach Ihren Angaben von Jdncn nicht erhoben werden.— Greif. 1. Ein solcher An- trag muß bei dem Standesamt, bei den: die Keburtsemtragung geschah, gestellt werden. 2. Wohl nur geringe Schreibgebüdren.— GoS. 10!. i. Nein, da Bedürftigkeit in diesem Falle als nicht mehr vorliegend er- achtet wird. 9. Ja. 3. Alle diele Bezüge gelten als Enilomtum.— K. L. Schadenersatz kann verlangt werden. Der Soldat hat aber nichts und kann dcsbaib nichts zabien.— S. ft. 4. Für das Tragen der Zioil- ilcider soll die Militärverwaltung angcmcslene Vergütung zahlen. Wenden Sie sich mit Ihren Ansprüchen an die Kompagnie.— Mg. Ts. Schadenersatz imisi geleistet werden. Die Rechnungen find doch von der Firma zu dem Zweck gewiß noch rinmal zu bcschaflen.— W. 7<». 1. und-2. New. — S. 77. D:e Bundesrats Verordnung ist w zn verstehen, wie wir sie in unserer Notiz ausgelegt haben.— E. W. 73 034. 1. Auch als Armterungs oldal babcu Sie Anspruch aus volle Rente. 2. Da- ist zu» lässig. Der Berge! oh» wird nach cm ein beslinimlc» Tarif gezahlt, der unterschiedlich ist, ob der einzelne Mann etwas birgt oder mehrere, oder ob eine 3uippe dazu kommandiert wird. Per Bergelohn kann bis aus ein Zchnicl des Wertes herabgesetzt und den Maniischguen ausgezahlt werden. 3. Es dandett sich in der Sache um den WohnunaSzuichuß fliv dtc Man::- ichaflen der Marine.— Vi. 3, 1. Den Kindern im znieitcn Lebens- jähre, alio auch Ihrem Kind, wurden bisher zirei Pfund Haser flocken ge», währt. 2. Die«laatspenston kommt bei dir Steil cttfcitfctzmui in Anrechnung.— Scheinwerfer 3. 1. Ein Ausweis darüber, dar Sjc Kriegs- teiwehmer find und die Geburtsurkunde des Kindes, event. die Ski!!- bcicheinigung. 2. Bei der Krankenkasse, der Sie vor Einberusüng als Mit- glied angehörten.— A. W. Li». Die Zulagen sind mit.steuerpflichtig.— rveteerauSsichten kür vaS nntttcre Nordveutsciil»»? vi? Tonntag mittag. Z-ilweisc heiter, aber sehr veränderlich tnu bficr wiederbolien, meist geringen, nur im östlichen Küstengebiete stärkeren Niederschlägen: ostlvärtS sortjchreilende Erwärmung, später neue Abkühlung. Geschäftliche Mitteiwngen. Am heutigen Tage eröffnet Direkior B a a tz ein Kabarett mit Variels-Programm Blumenstr. 19. Derselbe wird auch ab IS. Januar ein Operetten-Gastipicl eröffnen. Sozialdemohrat. Verein Berlin I(S. F. D.). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Muglied Hugo Wolderskl am 2 Januar verstorben ist. Ehre, seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 9. d. M, nachmittags 3 Uhr, im Kre- malortuni Gerichistraße statt. Um rege Beteiligung ersticht 294/11 Ter Borstand. mm- uro StecoeWe der im Mtnein. velkeh'StvM veslkjMs!. Mmm uro vertvRR0t.Vel»s§geRRUu Mim"(v. r. S.). Ordentliche Generalversammlung am Dienstag, den 5. Je- brnar 1018, abends 8 Ubr, im Nestgurapt Btirgerheim. Äftc Schönbauier Sir. 23)24. Tagesordnung: 1. G-schästs- und Kassenbericht vom Jahie 1917. 2. Wahlen des Vorstandes. Aus- sichtsrals und Schiedsgeischts. I. Innere Kassenangetegen. heilen. 297/4 Um recht pünktliches Erscheinen wird eriuchi. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Borstand. Karl Wandt, t. Vorsitz. üilpeiDe OrtsUeiasse f. d. Stadtbezirk Göpenick. Gemäß Antiag des Kaisen- Vorstandes vom 22. Dezember 19>7 hat daS VerstcherungSamt Cöoenick am tS. Dezember 1917 die Zustimmung erteilt, daß mit dem Tage der Genehmigung der beantragten Acnderung des ff 48 der Kgstensgtzung durch das Kbnigl Obervcrsichcrungs- aml Kroß-Bcrtin auch die im L 29 Ziffer 2 vorgcicbene Mehr- leiitung— Zahlung des Kranken- pclde« sür alle Sonn- und Feiertage— wieder eingeführt Ivird. Nachdem unter dem 31 Dezember tvll vom Königlichen ObetversichcrungsanN Groß-Berlin die beantragten Aenderunge» der Kafsensatzung — Belannimachung des Vor- standes vom 3. Januap 1918— genehmigt sind, tritt mit dem heutige» Tage die im ff 29 Ziffer 2 enlhgliene Mehrleistung wieder in Kraft. 299.9 Sämiilche satzungsgemäge Mehrleistungen sind wieder ein- geführt; Beichränkungen wie bisher auf die Dauer der Mit- glied chait uiw. sind aufgehoben, Eöpcnick, d n 8. Januar 1918. Der Borstaub.> Odo Nickel, Fr Hurcken, Vorsitzender. Schriilssidrer. Carl Horn, geb. 17. 9. 1889 in Friedrichs- 6 erg. wohnhaft bis 19. 10. 19!6 in wchlenberg, Gürielstraße 26, von dort»erzogen nach Berlin, Thaersträße 17, von dort ver- zogen am 2. lt. 1917 nach unbekannt. fljs JfllRf gesucht. Schriftliche Meldungen an QttU Rief, Dachdeckermstr., Eharlottonburg. Kantstr. 29. Tel. Steinplatz 11267. Unkosten werden reichlich ver- flütifll._ 2/19 Prima Wörslclien a, Wurst a. Kaninchen- u. Rotz- fleisch tägl. frisch. Pfd. 3,50 M. Nirohn. Eilp.-Vers. Versand 5 Pfd. ab. Roßsohlftchterei und Wnrstfabrik Arthur Solilndier, Zwick«« i. 8. 1+ LMktaaseaW WM. II. Nachtrag zur Kassensabung. ff 19. Zur Festsetzuna des Grundlohnes werden die Kassen- Mitglieder cingeieilt in solche, deren Arbeitsverdienst sür den Arbeitstag beträgt: A. Stufe Lehrlinge ohne Entgelt. I. Stufe bis 1,93 M. II.. 1,00—2,05. in.. 2.00-8,05. IV.. 8,00-4,05, V.. 4,06-5,93. VI.. 5,96—6,05, Vif.. 6.06—7,05. VJIt. 7,06-8,05. IX. r 8,00-9,03. X., mit mehr als 9,0«. Hiernach wird der Grundlohn bis aus weilereS sestacsetzt sür die l. Stuft.. 1 M. II g III.': 8, IV.... 4. V.... 5. VI.... 6. VII.... 7. VIII.... 8. IX.... 9. X...• 10. Im Abschnitt 6 des§ 19 letzter Satz:„Der Grundlohn darf 10 M. nicht übe, steigen." ff 33. Als Stcibegeid wird beim Tode eines Milgiiede« das Drcistigsache des Grundlohnes, NilndefleiiS aber ein Beirag von 50 M. gezahlt., Die Sätze be- tragen demnach: 50, 50, CO, 90, 120, 150, 180, 210, 210, 300 M. Die Kafseubeiträge w-rden aus vicrdrciviertel Hundertstel des im ff 19 ftstgcictzien Grund- iohiies jestgesetzt und für je eine ' e berechnet. Sie betragen: für Stufe A 0,18 M. .. I 0.27. .. II".57. . III 0,8 t. .. IV 1.14. .. V 1.41. .. n 1'71- .. VII 1.98. . VIII 2.23. . IX 2.52. „. X 2,82. ff 84. Als Entichädigung für den Zeitverlust erhallen a) und b) der Vorsitzende 3,— M. und der Schrisisudrer 1,50 M. sür jeden Tag ihrer Amtsdauer usw. Vorstehende Aenderungen treten mit dem Tage der Genehmigung durch daß König- iiche OkiervcrstchermrgSamt Groß-Bertin in Krajt. Köpenick, den 19, Dezember 1917. >»or Voratund. Otto Nickel. Ffr. Wkiircken. Vorsitzender. Schrislsührer. Genehmigt mit Zustimmung zu ff 19. Chariotienburg, den 31. Dezember 1917. KöntglichesObrrvcrsiiiftrungS- amt Groß-Berlin. von Gositowski. Veröffentticht mit dem Hin- weift, daß die Aenderungen mit dem heutigen Tag- tu Krast treten. Druckepempiare vorstehenden Nachtrags sind im Kasjeniokal erhältlich. Cövenick, 299/8 den 3 Jaimar 19tö. JDur Vorataud. Otto Nickel, Fr. Mnrckr», Vorsitzender. Schriftführer. SekannwachuRg. Allgemeine Grts!!ra!«ke»»i!nsse SMGilLMNkf. Ä. 9iachtrag zur Kafsenfavung der AN- gemeinen OrtSkrankeiikasse Bcrl'm-WilmerSdorf. Beschlossen in der ordentlichen Au�fchußsttzimg vom 16. No- vember 1917. Der ff 66, Abs. I und II, ist wie folgt zu ändern: ,1. Die Mitglieder des Vor- standes babeii bei Wahrnehmung von iür daS Jnieresse der Kasse erforderlichen Geschälten(Amis. reisen, Sitzungen, Kassenrevi- flonen usw.) Anspruch auf Eni- ichädigung sür die»on ihnen airsgewendete Zeit mid aus Er- stgstung der baren Auslagen, Sie erhalten als Entschädt- gung für ibrc Teilnahme an solchen Geschälten 3 M.. sosern diese an dem bclreffenden Tage einen Zeitairfwand' von weniger als 3 Stunden verursacht, 6 M bei einem Ze'Iauiwand von 3 bis 6 Stunden und 10 M. bei einem solchen von über 6 Stunden. Die Erstattung der baren AuS- lagen jetzt deren Nachweis vor- aus.-- Außerdem erhäl! der Vor- sitzende lür seine Tätigkeit einen Betrag von monatlich 30 M., der Schriitsährer einen solchen von 10 M. Für die Zeit, in der sie vertrelen ioerden, haben ihre Vertreter Anipruch auf diefe Entschädigung. II. Ohne den Nachwels der latsächlich verauslagten Kosten können dl« Borstandsinitglieder bei Geschäften, die in einer Eni- fcrnung von mehr als 3 Kilo- mctcr vom Berliner Ringbahn- und Vorortverkehr zu criedigcn waren, sür de» Tag vertan-e»: a) Zearungsloilen im Be, trage von 5 M., falls die Geschäfte nicht mehr als 5 Stunden und tO M.. falls sie längere Zeit er- sorderi haben; b) llebkruachlunnskosten im Betrage von 5 M. für jede noiwendige Ucbernach- tung.' Der ff 80, Abs. VI erhält folgende Fassung: .VI. Der Ausschuß ist be- schlusisähig, wenn die Vertreter vorschriftsmäßig berufen sind. Für die Teilnahme an dreien Sitzungen erhalten dieselben als En ischädigung sür Fahrgeld und Zeitauswand 3 M.' Berlin- Wtlmersdors, den 17. November 1917. 299/7 A. Krause, Voi sitzender I Pelzmiutel!! ganz besonders vorteilhaft. Echt Breltschwan« mit Zobeltucbs. 2300,— Sealplflsch. 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Verlags- gefellichaft 482,63 Kautions.• hinierteg.» Konto Ge- S'». gej- Alex. B.' iefer, sührer. Schrift- De- Zpeiisl-trzt I»r. med. Hasch«, Friedriclistr.gOÄÄ. Öcbnndl. von Duvlrilis, Haut. ?aru-. Frauenleiden, ipez. ron. Fälle. Ehrlich-Hata-Ku- ren, schmerzlose, lürzeste Be- Handlung ohne Berussstörung. Bluluntersuchung. Mäß. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden 10 bis 1 und S— S. Sonnt. 11—1. Genehmigt. Chariotienburg, den 29. zember 1917. Königliches Obcrveriiche- rungsamt Groß» Berlin. Stempel, gez.»on Gostkawski. Dieser Nachtrag tritt mit dem Tage seiner Vcrlündigung in Krast. Wir bitten unsere Mitglieder und Arbettgeber hiervon Kennt- Iiis zu nehmen. Zpemlml Dr. med. I-aabs beb. schnell, griindl., mögt. schmerzlos u. ohne BerusSitör Goscstlecsttskravkiteil., gekoimo Naat-, iiorn-, Fraueuleideii, Gohwäche. Erprobteste Methoden Ebrlich-Hata-Kuren. Harn- u. Blutunlersuchung.* Königstr. 31186, ÄÄ Spr. 10— tu. 5—8, Sonnt. 10— 1 Koii� MMt u. Sparvereiö Üleiorl uJeigepi Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Aktiva. Bilanz vom 30. Juni 1017. Panalva. nofftnschgftL Pseiötgute 200,— Grundbesitz...... Versicherungskonto. Versiigbore Werte: 5879.58 72420,60 28,08 Kossenlonto Banleinla- geiitonto Bankgirolt. Posiicheckkt. Wechsel- -lassenkoiil. 2559,4» 19351.78 2225.90 177,58 230,- 24544,65 166363.30 Eigene Betriebsmittel: Mitglieder. Mark guthaben« konto.... 15 775,41 Reserve- jondskonto 8412,40 Disposiltons- sondskonto 2406,— Banksovds- konto... 1500,— Notsonds- toiito.., 957,— 29044,81 Aufgenommene Betriebsmittel: Spareinlag.- Konto.. 39942,21 Hausantell- konto.. 9400,— Grundschnldenkonio Verbindlichkeiten: 49342,21 63,950,— 166363,30 Mitgliederbewegung. Ausgeichiede»........... 17 Eingetrelen...........■. 159 Bestand am 30. Juni 1917...... 1070 Die Geschästsguthaben vermehrten sich um. 2540,15 M. Die Haftsumme verntehrte sich um.... 4260,—, Die Gejamlhastsuntme betrug am 30. Juni 1917 31200,—. Der Varntand. Joh. Krekel er. G. Paarmann. A. Kntta. RLüizsltijöüöfl'vmvieiiiüZ tZkii-IIn-ltzorckcn Farben |a!:l:s�ßrf"'en4!k"r cah.S- k iltaidorfn "1 orfii. H fj* Flslsola- u. Wui*stw. pIsetemEBEtr.Äij liofoniainfspaa I . Sssgeliartii Strelitxet Str 57 k Mäbelntegazlne � ejeSCo.ÄÄS Bezussqueiien-Derzeicbnls Serl.n-Osto» 0 Butter, der, K: se x* .fiJdiefiBann. 8 Filialen g _ Mehlhamiluntl D.Müi �:rg'T a Photooraph. Ataliera» litt.O.Z4iehke.Ao4rMs-i slr 28>. 4>drei Herren- Gehpelze. Damen-Kostüme, Lombard gewesene Härder. Xerz, AlaNka, Itlnu- u. \\ eiUf'iicliac, i'elerfnen, 4«-2»« 71 k Fern. Pelzmttntel« Wagen-. Ilelsepelze.— Herren-Garderobe sowie in Uhren. Hinge, ilrillanteu. berno Taschen sehr billig. Leihhaus Horitzplatz 58 a. Zur>. rwriteruiig ihrer Weiniisepflanz ingeir i»> nach- sie« Frühjahr ni'vmt die Nord- driiliche Gemüsebau- Ge- »osseifichaft jenr iveitere Mitglirdee mit Anteilen tu hundert Mark als stille Teil- nehme» aus. Auch die neuen Mitglieder erbatten in den Beriiftinngo« stelle» Kopeiiliayener Str. 4 ibeim Ringbahn hoj Schönhauser Allee) und Peiersburger Strästel» einen hatten Zeiiiuer so'ange die Vorräte noch reichen- Am mehrere Anieite entsprechend mehr. 117/5' Näheres in den genannten Bert eilungr stellen und durch den Borstand der Norddentscheu Geniiisebau- Genoffensevo.it, e. G. m. b. H., Berlin G Ä, Bnrgste. 27 III Zimmer 76. zitzN" Krlcgsanieihs wird zum vollen Nennwert in Zahlung nenommen., Bsziigsquelisfl-Rcwsiiifinis •■i-Af't- a'r U» Qeteaenhoitsaänte t.« iBlMH. AMüK «rrx CharSottanbT'. g xr* """ MehlhdL, Kolonw, �tVllEiend-Slr ig 61. 'Rföwävic» t-'j F\, K�pcr Frie in Or. flom« VV«. A. tlo. i ko nz Labor, i HlUtunter:., Fäden im Harn usw. IMMstzilÄp llcharÄH.fgsSkr äpr.XO-l xx. 5-8, Sonnt. 10-1.' Honorar mäüig, a Xoiizahl.' B Separates Oamenziituner. Ne.S— 1H7S Unterhaltungsblatt öes Vorwärts Sonnabend, 5. Januar Die Großinquisitoren. Ein Kulturbild von Erika Sonntag. Wa§ der Menich braucht, muß er haben, in erster Linie aber einen Bezuaicbein. Ein fträulein tritt bor den Tisch der Bezugicheiiigeivolllgeri, umdrün.u von Per sie mit regem Interesse betrachienden bezug- scheinlüsternen Menge. — Ich bitte, mir ein Paar Strümpse �n bewilligen. Die Dame hinter dem Tisch rück: sich ihren Äneiser zurecht, steht sie streng an: — Wieviel Strümpfe haben Sie? Fräulein: Nur zwei Paar. Die Dame hinter dem Tisch:'Zwei Paar? Nun, damit kann man doch auelommen I Fräulein: Das eine Paar ist leider gänzlich zerrissen. Tie Dame hinter dem Tisch: Nun, und das andere? Fräulein enöiend: Da gucken auch schon die Zehen durch. Der Herr recht- neben ihr räuspert sich, der i'lrbeiler zu ihrer Linken iagl: Na, machen Se's man halbwcjc. Fräulein I; ein Junge hinter ihr prustet laut lachend los. Ja. mit die Dessous, sagt e>ne Summe aus dem Hintergrund, damit kann man heul keine Bilder rauSstecken. T ie nächste an der Reihe ist eine dicke Malrone von kugeligen Dimensionen, die an eine Pyramide von Tilsitcrn mit einem Edamer auf der Spitze erinnert. Die Dicke: Ich brauche ein Paar Hosen. Die Dame hinter dem Ti'ch: Hier sieht ja nicht, für wen! Tie Dicke: Na, für mir doch. Die Dame hinter dem Tisch: Wieviel Paar Beinkleider haben Sie? Die Dicke: Wieviel Hosen ick habe? Du lieber Gott, muß man das hier auch nuseinanderklawiitern? Die Dame hinter dem Tisch: Gewiß muß man das. Also? Die Dicke: Zwei Paar, aber solch« dünneken... So geben Sie ihr doch schon ein Paar dicke, sagt ein Herr. Damit wir weiterkommen. Tie Dame hinrer dem Tisch läßt sich nicht beirren: Sommer- oder Winieibeinkleider � — Winier. sagt die Frau, die an die Beinkleider denkt, die sie haben möchte. — Dann kann ich Ihnen keine bewilligen! erklärt die Gestrenge binter dem Tiich, und wie die Dicke iasiungslos gifisprühende Blicke schießt, kommandiert sie: Wenden Sie sich an den Herrn auf Zrmmer 4! Gebrochen wankt die Tiisiiersiyramide mit dem roten Evamergesicht zur Tür hinaus, dem Herrn auf Zimmer i ihre Hoiennot zu klagen. Ein Herr ist dran. Er rückt nervös an der Krawatte, nimmt sich ein Släubchen vom Bermel I Das Schreckliche, das nun kommen wird, macht ihn zillern. Die Dame hinter dem Tisch lesend: Ein Oberhemd? Wieviel Oberllemoen haben Sie? Der Herr so leise wie möglich: Keins! Die Dame Himer dem Tisch kommt zum erstenmal aus der Ruhe. Sie, Siel ichreil sie, wild mit dem Bezugschein um sich fuchielnd, wollen Sie sich lustig über u»S machen? Wollen Sie uns einreden, daß Sie kein Hemd am Leibe tragen, leins bei sich zu Hause haben?l... Der Herr zuckt zusammen. Er scheint einmal bester« Tage ge- sehen zu haben, denn da« Gespräch ist ihm offenbar peinlich, obwohl diesmal niemand lacht. — Nun? fragt die Dame hinter dem Tisch. — Es>st ein Nackihemd, haucht der Herr, selbst so bleich wie das Hemd, aui das sich in diesem Moment aller Blicke richten. Und als ihn die Dame ungläubig anstarrt, rafft rr sich zusammen und verstchert mit dem Brustton der Ehrlichkeit: Mit einem Chemisettchen drüber. Die Dame hinter dem Tckch läßt ihn noch einmal vor aller Welt beteuern, daß er wirklich lein Oberhemd habe, dann iülll sie den Schein aus. Der Mann ohne Oberhemd tritt mit schämig gesenkten Blicken aus der Reihe. Die Aufgaben öer Chemie. Im Märkischen Bezirlsvemn des Verein? Deutscher Chemiker sprach Prof S l o ck über die Aufgaben der Chemie. In icharsen, kurzen Abrissen iiihrle er durch die Jahrhunderte der geichichtlichen Eniwickelung. Emst war das Strebe» nach dem Stein der Weisen das Leitmotiv in der Cbemie. Viel hätte seine Entdeckung der Menschheit nach Ansicht Prof. Stocks wohl nicht genützt, denn er zitieric die Worte Mephistos.Wenn fie den Stein der Weisen hätten, der Weise mangelte dem Stein". 1483 wandle sich die englische Regierung an die gelehrte Geistlichkeil und forderte sie auf, zu Gott zu beten, damit doch der Sieiu der Weisen enidrckl würde und daß man so die englischen Siaaisschulden bezahlen könnte. Nicht ausgcschlosten, io meint Stock, daß auch andere Regierungen sich in diesem Punkte mit der enqliichen begegnen können. Ileberspringen wir die Entwicklung der Chemie in Jahrhunderten und folgen wir den Äussübrungen Stocks über die letzten Jahrzehnte. dann sehen wir, daß die Chemie als Wissenschaft wie als Technil in geradezu nnglaublich kurzer Zeit zu einem mächtigen Faktor geworden ist. Im Anfang der KOer Jahre erklärte eine amerikanische Fach- zeitschriit, daß dasjenige Land, das die besten Chemiker besitze, aui die Dauer das reichste sein werde. Nahrung, Waffen würden die Chemiker ihm liefern. Die beste Volksgesundheit und die beste Ausnutzung seiner Bodenschätze würde dieses Land den Chemikern danken. Deshalb bedeutet die Erziehung des Volkes in Chemie und Nalurwistenschaflen die denkbar besie Kapitalsanlage. Daß Deutschland dies fiühzestig erkannte, brachte ihm seine großen Eriolge. Die modernen Elfindungcn auf chemischem Gebiet ent- springen selten dem Kopf eines einzigen. Sie find das Ergebnis mühseliger Arbeit einer Vielheit, errungen im Schntzengrobenkrieg von einem Heer wistenschastiicher Chemiker. Ein solches Heer von Chemikern besitzt Deutschland, seit Liebig das erste wissenichaftliche Forschungslaboratorium gründete. Der Wellkrieg stellt alle Kräste der Völker auf eine erbaimungslose Probe und auch die deutschen Chemiker winden ihr unterworfen. Glänzend haben sie sie be- standen. lind hinter der Technik ist die Wissenschaft nicht zurück- geblieben. Die Gasmaske ist der modernste Panzer der chemischen Wissenschaft. Wen» auch der Krieg zweifellos befruchtend auf die Chemie ge- wirkt bat, er hat ihr sicherlich auch schwere Wunden geschlagen. Die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses stockt, während unsere Feinde omS eitrigste bemüht sind, das Versäumte nachzuholeu, die deuliche chemische Technik auszuschalten. Große Summen werden hierfür zur Verssigulig gestellt. Auch wir»nüsien in Zukunft unser Ehcinikerheer schlagfertiger ballen. Unterrichts» wie Finanz- Ministerium werden einsehen müsse», daß hier nicht mit dem Maß gemessen werden darf, wie vor dem Krieg. Die Kosten stellen einen Wehrbetrag dar, der ausgebracht werden muß. auch wenn sonst über- all die größte Sparsamkeit nonnöten ist. Auch in Mittel- und Volksschulen darf die Chemie hinter der Physik nicht zurück- bleiben. In Gymnasien muß sie eindringen. ES geht nicht an, daß, während sich die Chemie die Welt erobert, sie den Masten fremd bleibt.___ �__ Die Zkvilöienstx flicht öer Ameisen. Auch in bezug auf die vaterländische Hilisdiensipflicht gilt da? Wort des weisen Rabbi ben Akiba. In einem der vollkommensten Staaisivesen ist die Heranziehung aller Individuen schon längst ein- geiührt, nämlich im Ameiienstaat. Bei diesen geistig höchslstchenden Jnselien gilt die allgemeine Arbeitsleistung und der Arbeits iwang zum Nutzen des Staalsganzen als oberstes Gesetz. Nicht nur, daß bei den Arbeiten des Friedens. Anlegen von Kolonien, Nesterbmieii, NahrungSniitlelbeichaffung usw., alle Mitglieder der Kolonie mit Hand anlegen mästen, auch bei kriegerischen Unternehmungen, sei es zu Beutezügen,>ei es zur Abwehr feindlicher Angriffe, werden alle Kräfte zur Verteidigung herangezogen. Bei einigen Arten, so bei der Treibcrameise, unterscheiden sich die.Soldaten" von den .Arbeitern" dadurch, daß erstere einen um<3 bis 10 mal größeren Kops haben als letztere, wobei die Großköpffgen die Führung übernehmen und das Arbeitsheer in Schach hallen. ButeS, der Ersorscher de« Amazonenst-omes, 6e- obachtet« an den U'crwäldern dieses Flustes Ameisenheere von vielen Tauiendeu. die sich in breite» Kolonnen vorwärts bewegten. Wurden sie auf ihrem Vormarsch gestört, so ergriffen sie die Offen- sive, deren sich weder Mensch noch Tier kaum zu erwehren ver- mochte. Einmal beobachtete Bote- auch, wie die Ameisen am Hange eine« Hügels in die Erde Minen bis zu LS Zentimeter Tiefe gruben. Beim Anlegen der Minen herrschte Vollsie Arbeitsteilung. Ein Teil grub, der andere schaffte die ausgegrabenen Teile fort. Feiern durfte niemand..Nach 2 Stunden", so erzählte Bates,.waren die Nester auSgenomnten. und in einzelnen Zügen bewegten sich die Sieger den Hügel hinunter, um sich am Fuße des Hügels gleichmäßig zu for- inieien, um wie iin Triuinphe abzuziehen. Man ersteht daran«, daß das Leben der Ameise, das nach Plutarch.der Spiegel aller Tugenden, der Tapferkeit Klugheit und Gerechtigkeit" ist, die Zivildienstpflicht als uralte feststehende Slaatseinricktung kennt. Die heißeste Hitze. E« gibt eine untere Grenze der Temperatur; sie liegt bei dem sogenannten absoluten Nullpunkte lminu» 273 Grad) und ist nach heutigen Anschauungen nicht erreichbar. Eine obere Grenze der Temperatur gibt es dagegen nicht, und den Technikern wie den Physikern ist es gelungen, die Hitzegrade, die künstlich zu erzielen sind, iort und iort zu steigern Die Technik hat sich lange Zeit mit Oefen bebolfen, deren Temperatur noch nicht einmal 2000 Grad betrug; in neuerer Zeit hat man mit diel stärkeren Hitzegraden zu arbeiien gelernt: da? Knallgasgcbläse erreicht höhere Temperatur, und als vor 22 Jahren Hans Goldschmidt in Esten mit seinem sogenannten.Thermit" �Aluminium und Eisen- oxyd) hervortrat, war man bis aus Temperaturen von rund 3000 Grad gekommen, die technisch verwertbar iind. Wenn man ein Knallgasgcbläie anwende», in dem Azetylen mit Sauerstoff verbrennt, iönnen Temperaturen von 8500 Grad erzielt werde». Moistou hat bei seinen Versuchen, im elektrischen Ofen künstliche Diamanten Herl*' zustellen keine höheren Hitzegrade erreicht. Bis vor kurzem war die höchste Hitze wohl die, die zwei Eußländer, Sir Andrew Noble und Sir F. Abel, dadurch erzielten, daß sie einen Sprengstoff, Kordir, in einem Stablzylinder verbrannte», sie erreichten 6200 Grad, und amerikanische Blätter halten dies noch heute für die höchste er- reichte Hitze. Es ist aber kurz vor dem Kriegsausbruchs dem Bre-lauer Physiker Otto Summer gelungen, diesen Hitzegrad tveit zu übertreffen: bei seinen Versuchen über Schmelzung des Kohlen» sioffe« mit Hilfe einer neuen Fori» der Bogenlampe, die mit Ueber» druck arbeitel, konnte er die auf 6000 Celsiusgrade angenommene Soiinentemperatur übertreffe»; es gelang ihm/ die Temperatur bis auf 7800 Grad zu sieigerii._ Die Kirchen für weltliche Versammlungen aufl Im.Deulichen Willen"(Kunstwart) lesen wir: Immer ivieder sollte der Ruf aufstehen und immer weiter sollt' er sich verbreiten: öffnet die Kirchen für weltliche Versammlungen l Seit ich ihn das erstemal erhob, ist freilich auch aus unserem Kreise der Volkshaus- gedanke ausgegangen. Aber die beiden Wünsche widersprechen sich nicht. Volkshäuser sind eine treffliche Sache, borläufig jedoch haben wir erst sehr wenige davon, und auf lange hinaus werden wir ihrer nicht viele haben, wogegen eine Kirche in jedem Dorf stehl. Sechs Tage long steht sie in der Woche leer. Sie, oft der einzige würdige öffent- liche Raum, und noch viel öfter der einzige schöne, fie, die das Ge» fühl der Gemeinsamkeit für die Bewohner samt allen guten Geistern des nicht-bloß-GeschäftemachenS wie kein anderer Van anruft. Warum die Wahlversammlungen, wo'« um Gemeinde, Vaterland, Deutsches Reich geht, in den Kneipen und Tanziälen statt in den Kirchen? Warum Fest«, welche die Kunst besuchen soll, warum ehrlich gemeinte Ausiprech- und Sehrftunden, warum auch nur eine edlere Unterhaltung durch den Raum herabziehen statt hinausstimmen? In unseren hunderttausend Kirchen haben wir ein brachliegendes Knllitikapital, das ein werbendes werden könnte. Die Kirchen für wellliche Versaminlungen auf! Nstlzen. — Märchen Vorlesung. Am Sonntag liest Friedet. H'ntze in der Lesxballe der Deutichen Gcscllichail für e'.hische Kultur, Aungestr. 25, Märchen vor. Anfang 4 Uhr, Eintritt stei. — Ein Forschungsinstitut für Textilers atz» l'ioffe soll in Anlehnung an die bisher in Karlsruhe bestehende Forschungssielle für das Deutsche Reich errichtet werden. — Eine neue deutsch-russische Zeitung etscheint im revolutionären Rußland. Das Blatt,.Die Fackel" genannt, zeigt über dem TiwI den Wahlspruch:.Proletarier aller Lander Vereinigt euch!" und ist als.Organ der russischen revolutionären Arbeiter«, Soldaten- und Bauernregierung" bezeichnet. Es wird nnentgelilich.unter den deutschen Brüdern" verbreitet und dient der bolschewistischen Propaganda. — Ein Luftpost Verkehr zwischen Palermo und Neapel ist zur vcrbcsterung de« Postverkehrs eingerichtet worden. Die Fabrtdauer beträgt drei Stunden. Die guten Erfolge mit der Briefpost haben die italieniiche Postverwaltung ermunlert, auch kleinere Pakete auf diesem Weg« zu befördern. — Die ersten französischen Tabakkarten. Der Bürgermeister von Valenc« hat als erster die praktische Schluß- solgerung aus der französischen Tabaknot gezogen. Er ließ Tabak« karten dl ticken, die sofort in Kraft treien sollen. Personen unter IS Jahren sind zum Bezüge der Tabakkarlen nicht berechtigt. i] Töchter öer hekuba. Ein Roman auS unserer Zeit von Clara Viebig. Gertrud Hieselhahn setzte die Zähne fest aufeinander, ein Weinen wollte ihr kommen, aber sie zwang es nieder. WaS, auch noch weinen? Hatte sie nicht schon genug ge- weint, als er sie sitzen liest? Und genug heimlich geweint, als sie von anderen hörte. Gustav Krüger werde vermißt seit Dixmuiden, seine Mutter habe gar keine Nachricht von ihm. Nun, jetzt würde sie doch nicht etwa weinen vor Freude, dast er noch am Leben war? Was ging sie das an? Tot oder lebendig, ihr konnte es gleich sein' Das Mädchen machte ein steinernes Gesicht, es strebte sich loszumachen, aber die Hand der Krüger hielt fest. „Hören Sic denn nicht, verstehen Sie denn nicht? I Der Gustav I" Die Hand der Mutter schüttelte die nassen ver- waschenen Finger.„Der Gustav ist noch am Leben. Er ist nicht tot. Er ist nur gefangeti. Und ich kann ihm schreiben — ich schreib noch heute— soll ich ihn grüsten von Ihnen? Was— was sagen Sie nu?!" Gertrud hatte einen unwillkürlichen Ausruf getan in Freude und Schmerz. Nun sagte sie langsam, sich mit der freien Hand an die Stirn fassend und die Augen schliestend, als schwindle eS ihr:„Woher wissen Sie das?" „Woher? Hier, sehn Sie mal I" In triumphierender Freude zog die Mutter ans ihrer Tasche das Blatt. Und wie sie es vordem Frau Bertholdi getan halte, so hielt sie es jetzt der Hieselhahn dicht vors Gesicht:„Kennen Se ihn chiedcr, kennen Se ihn? Der da.».der so krumm dasteht! Er hat sich nie gerade gehalten. Und abgefallen is er auch mächtig. Gesangen— na, denn kann's einen ja auch nich verwundern. Aber sein altes liebes Gesicht is es doch noch. Der Gustav!" Jbr Finger, mit dem sie immer mieder auf die jugend- lich-schmächtige Gestalt eines Geiangenen. der, den Kopf ge- senkt, betrübt dastand) getupft hatte, ftthr jetzt, wie liebevoll streichelnd, übers Papier.„Der Gustav— das is er I Er- kennen Sie ihn?" „Den da kenn' ich nicht." Gertrud schüttelte ernst den Kopf.„Sjc irren sich wohl." „Ich, mich irren?" Nun lachte Frau Krüger förmlich hell auf. Und dann sah sie das Mädchen mißbilligend, verächtlich sast von der Seite an.„Wenn Sie ihn auch nich erkennen, ich erkenn' ihn." Sie fühlte sich plötzlich ernüchtert, in ihrem ehrlichen Entgegenkommen zurnckgcstosten. verletzt. Es bröckelte etwas von ihrer Freude ab. Ja, was so'n Mädchen Liebe nennt I Die erkannte ihn ja nicht einmal l Am liebsten hätte sie sich umgedreht und wäre fortgegangen— was wußte die denn, wie ihr zumute war— aber das Geschrei des Kindes hielt sie fest. Am Ende mußte sie sich das doch einmal an- sehen; wer weist, vielleicht hatte cS gar keinen Zug von ihm! Ein häßlicher Verdacht stieg wieder in ihr auf. Sie hatte damals nicht ohne Grund den Sohn gewarnt, die Hieselhahn sollte früher einmal etwas flott gewesen sein. Jetzt sah sie freilich nicht danach aus. Küinmertlch, recht blast. Der täte schon eine gute Pflege not. Es war nicht angenehm, daS dem Gustav zu schreiben.„Kann ich den Kleinen mal sehen?" fragte sie kleinlarit. Das Mädchen antwortele nicht. cS zuckte die Achseln. Aber dann machte es doch eine einladende Handbewcgung. Es liest die Frau vor sich eintreten. Die Stube war sehr bescheiden eingerichtet: ein Bett. ein Tisch, ein paar Stühle, ein Schrank, am Fenster die Näh- Maschine und neben dem Bett in einem alten Kinderwagen das Kleine. Es hatte aufgehört zu schreien, als ob es den Eintritt der Mutter schon wahrnehme. Die Augen in dem runden Köpfchen guckten groß und blau. Die Krüger bekam einen förmlichen Schreck: die Hieselhahn hatte braune Augen, das aber waren Gustavs Augen, auffallend große Sterne, von langen dunklen Wimpern umsäumt. Sie war früher oft auf Gustavs Augen angesprochen worden, als sie ihn noch auf dem Arme trug, lind dieses Kind hatte dieselben hübschen Augen, die er als Kind gehabt, und die er auch jetzt noch hatte. Sie beugte sich über das Bettchen; sie hatte den Wunsch, den Jungen einmal herauszunehmen, auf ihrem Arm zu halten. Aber das Mädchen kam ihr zuvor. Es stieß den Wagen mit dem Fuß in die Ecke und sagte unwirrsch:„Schrei- hals!" Dann kehrte es sein wieder rot gewordenes Gesicht der unwillkommenen Besucherin zu:„Was wünschen Sie eigentlich?" Die Krüger wurde ganz verlogen, der Ton der Hiesel- Hahn war so abweisend-barsch. Aber recht hatte die ja eigentlich: ivarum sollte sie besonders höflich und freund- lich sein?„Na, wegen Gustav— ich wollte— ich dachte doch. Sie würden sich auch freuen, daß er noch am Leben tS." „Wer sagt Ihnen denn so sicher, daß er noch am Leben ist? Das Bild da?" Mit einer grausamen Deutlichkeit sprach die Hieselhahn jedes Wort aus.„Ich glaube noch nicht dran. Glaube überhaupt nicht dran. Glaube überhaupt nichts in der Welt mehr. Wenn man einmal so geglaubt hat wie ich, und es war dann doch nichts, dann glaubt man nicht mehr." Ein verbitterter Zug grub sich um ihren Mund, sie kreuzte die Arme über der Brust und sah finster drein. Die arme Person! Gustavs Mutter fühlte plötzlich großes Mitleid. Alles, WaS sie damals nicht empfunden hatte, als sie den Sohn von dem Mädchen abzubringen suchte, das empfand sie jetzt. Sie streckte die Hand aus.„Fräulein Hieselhahn." sagte sie versöhnlich,„ich bin gekommen in meiner großen Freude. Seit Oktober voriges Jahr habe ich auf Nachricht von meinem Sohn gewartet, nu weiß ich end- iich, daß er noch am Leben is— und ich bin so froh, so dankbar, so— so— sie stockte einen Augenblick, überlegte; nicht zuviel versprechen. Aber dann stieß sie es förmlich vor- wärts, rasch schloß sie:„Ich will dem Gustav'ne Freude machen. Und das wird ihn freuen: kommen Sie zu nur, heute, morgen, wann Sie ivollen! Holen Sie sich was von Gustavs Ktnderwäsche— und auch sonst noch was. Und nu darf ich wohl mal den Kleinen aufnehmen?" Obne erst Antwort abzuwarten, trat sie rasch zum Wagen, nahm das strampelnde Kind heraus und hob es mit beiden Armen hoch. Der Kleine krähte.„Na sichste, da biste ja l Du bist aber schon'n Kerl. Ei. du, du!" So hatte die Krüger mit ihren Kindern, von denen nur der Gustav noch am Leben war,— die zwei anderen loaren klein gestorben— dereinst auch geschäkert. Es wurde alles wieder wach, wieder lebendig.„Wie alt iS er denn jetzt? So'n strammer Junge I" Sic war entzückt. „Erst vier Monat!" Nun lag doch ein gewisser Stolz im Ton der jungen Mutter, der klang nicht mehr so ab- weisend. Sie wurde gesprächiger.„Er war gleich von Sln- fang an so kräftig. Die Hebamme sagte:.Sicher acht Pfund/ Das macht die gute Lust hier draußen; viel anderes kann ich ihm ja auch nicht geben." „?!ähren Sie selber?" „Das kann ich nicht. Ich Hab meine Beschäftigung. Die Frau, bei der ich hier wohne, sieht nach dem Kind. Es ist 'n Zufall, daß ich heute zu Hause bin. Ich bekomme Milch für den. Jungen." (Voxts. folflü Direktion Max"Reirkarüt. Itentsches Theater. 7 Uhr: Don Carlos. Kainmerspiele. Vj, Uhr: Kinder der Freude. Volksbühne. Theater am Blilowplafr Untergrundb. Schönh. Tor. VI, Uhr: Nathan der Weise. (Ludwig Wüllner.) Theater für Sonnabend, S. Januar. I.nstsplelbnns VI, Uhr; Eüehlsnilen Mäiielsv.LinMol Dir. 0. Meinhard— R. Bernauer. Theater J,-. KöniggrStzerstr. 7 Uhr: Sfrindberg-Abend. Komödienhaus •1,8 Uhr: Die beiden Seehunde. BerlinerTheater 7V,U.; Die tolle Komteß. 31/, Uhr: Lisls Märchenreise. CSeattr der«gl. Bodilffiuie für YTIUSlh, Fasanenslf. 1. So�nta«;, 0. Januar, ühr; �S-CliarleysTante. Sonntag, 13. u.M. Jan., 71), U. liascinanns Töchter.: Kart. Werth, u. Theat.-Kastellan. Rose-Theater. 8ll, Uhr: Frn« Soll«. KeiLhehglien-Thegtes. Allabendl ioh V/, und Sonntag nachmittag 3 Uhr Stettiner Sänger. ..nein Weili- nachtstraam Nachmittags ermSSigte Preise 1 Walhaüa-Theater. Gastspiel der deulsch-illrkisch. Geseusch.D/�golöEDenBora. Centrai-Theater Kornmandantenstraße 57. TL: Die Ct«ardasfiirstin Mrg.3»/,U.: D Kind d. Exzellenz Dentsehen Öpernlrians 7 utr: Der Zigeunerbaron. Friedrich-Wilhelmst. Theater 7'/.uhx: Das DfeiMflitSlis. Kleines Theater vi, Uhr; Geldzauber. Komäsche Oper 3'/,: K lein Corchen u. d. Zinnsold. O-l*. i Tl U.: Morgen 3'/, ü.: Die Klnokünigin. Metropol-Theater vÄ- Die ßflse m StatnlniL Morgen 8 Uhr: Die Kaiserin. Neues Operettenhaus Schiffbd. 4». 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Er sagte: Mein ganzes Sinnen ist ersten und letzten Endes darauf gerichtet, den Krieg zu gewinnen. Alles andere ist nebensächlich.(Beifall.) Jedenfalls müssen alle anderen Jnter- essen, ob begründet oder nicht, in den Hintergrund treten, damit wir den Krieg gewinnen. Mangel an gewissen Nahrungsstoffen ist unvermeidlich. Kürzlich bestand zum Beispiel Mangel an Fetten, wie Butter und Margarine, doch ist nichts Beunruhigendes in unserer Lage. Unser Volk hat keinerlei Entbehrungen zu tragen, die denen Deutschlands gleichen, wo die wöchentliche Fleischration weniger als ein halbes Pfund beträgt. Lord Rhondda erörterte sodann die Frage der zwangS» weisen Rationierung und sagte: Wir wissen, daß jetzt i n Deutschland eine grosse Empörung über die Tatsache be- steht, dass die Reichen trotz Rationierung und Kartensystem erheblich mehr erhalten, als ihnen zu- steht, mit dem Ergebnis, dass die Armen nicht daZ erhalten, waS sie erhalten könnten. Die Rationirrung wenigstens einiger Nahrungsmittel ist unterwegs. Wir sind gegenwärtig damit be- schäftigt, den Entwurf für eine Zwangsrationierung zu voll- enden. Dieser wird dann dem Kabinett vorgelegt und, sobald dieses die Genehmigung erteilt hat, so schnell wie möglich zur Durchführung gebracht werden. wüjbn an Llopü George. London, S. Januar.(Meldung des Reuterschen BureauS.) Lloyd George empfing folgende Botschaft deS Präsidenten Wilson: ..Ich bin sicher, der Dolmetscher sowohl der Gefühle und Ab- sichten deS Volkes der Vereinigten Staaten, wie meiner eigenen zu sein, wenn ich Ihnen und durch Sie der Regierung und dem Volke Grossbritannieus eine BotschaftderZuneigung und des Entschlusses übersende, weiterhin jede Hand und jede Hilfsquelle in den Vereinigten Staaten vor die gebieterische Aufgabe und Pflicht zu setzen, für die Welt einen ehrenvollen und dauerhaften Frieden zu er- kämpfen, der sich auf Gerechtigkeit und Ehre auf» baut und den Völkern der Welt, den grossen wie den kleinen die gleiche Behandlung sichert. Ihre eigene Botschaft im Namen des britischen KriegZkabinetts wird hoch ein- geschätzt und findet bei uns freundlichen Widerhall. Kammerauflösung unü Neuwahlen in Spanien. Madrid, 3. Januar.(Havas.) Der König hat einen Erlaß unterzeichnet, durch den die Kammer aufgelöst wird. Die Neuwahlen werden auf den 17. Februar festgesetzt, der Zu- sammentritt der neuen Kanimer auf den 11. März. vsr Krieg auf den Meeren. Berlin, 3. Januar. Im S t. Georgs- und Bristol- Kanal wurden durch U-Boote 7 Dampfer und 1 Segler mit rund 24000 Sr.-Reg.-To. vernichtet. Unter den Schiffen befand sich der bewaffnete englische Dampfer Ciiarlcston mit Kohlenladung und vier schwer be- ladcne bewaffnete Dampfer, von denen zwei offenbar Munition als Ladung hatten, da sie nach auffallend schwerer Detonation sofort sanken. Vom englische» Damvfrr Charleston, der durch dir Artillerie des U-Bootes niedergekämpft wurde, ist ein Geschütz rrbeutrt worden. Zwei Leute der Geschützbedienung wurden gefangen genommen. Der Chef des AdmiralstadeS der Marine. Deutstbe Combrai-Geute. Berlin, 4. Januar. Vom 20. November 1Ö17 bis zum 2. Januar 1018 haben die Engländer allein auf dem Schlachtfelds westlich Cambrai 227 Offiziere, 0600 Mann an Gefangenen verloren. An Beute wurden ihnen während der Cambrai kämpfe 172 Geschütze. 724 Maschinengewehre und 10 Mi- nenwecfer abgenommen. Ausserdem eroberten die siegreichen deutschen Truppen, die den Anfangserfolg der Engländer in kurzer Zeit in eine aussergewöhnlich blutige Niederlage verwandelten, 32 deutsche Geschütze zurück, die bei dem ersten englischen Einbruch in d> Hand des Feindes gefallen waren. Von den über 300 eingesetzten Tanks verloren die Engländer l07. von denen 75 hinter den deutschen. Linien in unsere Hände sielen, während 32 zwischen den englischen und deutschen Gräben zer- trümmcrt und zerschossen liegen geblieben sind. Dieser Verlust be. trägt wehr als ein Viertel des englischen Gesamtbestandes an Kampf. Kraftwagen. Die öombe auf Goes englisch. Haag, 5. Januar.(Korrespondenz-Bureau.) Das Ministerium für' auswärtige Angelegenheiten teilt mit: Die Untersuchung der Scherben der am 22. Dezember auf Goes abgeworfenen Bomben. durch die ein Einwohner des Ortes getötet wurde, hat ergeben, dass die Bomben ganz anders konstruiert waren als die in früheren Fällen gefundenen. Auf einem StabiljsierungSflügel wurden aber noch Ueberbleibfel einer Etikette mit englischer Auf- s ch r i f t gefunden, woraus hervorgeht, dass die Bomben offenbar englisches Fabrikat waren. Infolgedessen wurde der nieder- ländisch c Gesandte in London beauftragt, die b r i» tische Regierung zu ersuchen, eine gründliche Untersuchung darüber �einzuleiten, ob die Verletzung der ntzaerländischen Neutralität ans einen britischen Flieger zurück- zuführen ist. flue öer sozlalöemokratischen Reichstags- fraktion. Nach Schluß der Sitzung des Hauptausschusses am Frei- tag traten die anwesenden Mitglieder der sozialdemokratischen Neichstagssraktion sofort zu einer Besprechung zusammen. Tie Aussprache über die Situation ergab eine völlige U e b c r e i n st i m m u n g. Da ein Teil der Fraktions- Mitglieder Berlin bereits verlassen hatte, wurde beschlossen. eine FraktiynSsitzung für Sonntagmittag 1 Uhr einzuberufen. Amtliche verschlelerungstaktik. Seit einiger Zeit werden über die Reden des Reichskanzlers und der SiaalSfekretäre im Hauptausschuh des Reichstags amtliche Berichte ausgegeben. In dem amtlichen Bericht über die kurze Rede, die der Reichskanzler am Donnerstag im Hauptausschuss ge- halten hat, fehlten die vom Grafen Hertling gesprochenen Worte, dass man bei den Friedensverhandlungen mit Zwischenfällen rechnen müsse. Der amtliche Bericht über die am Freitag ge- halten« Kanzlerrede enthält zedoch eine Bezugnahme auf diese An- kündigung. die der Kanzler am Donnerstag ausgesprochen hatte. Wenn die Mitteifurngen des Reicbskanzlers über den Zwischenfall in Brest-Litowsk die gross« Oeffentlichkeit nicht noch mehr überrascht haben, als es tatsäckilich der Fall war. so ist das nur darauf zurück» zuführen, dass die Presse sich mit dem amtlichen Bericht über die DonnerStagssitzung nicht begnügt had Die Gerlmer prefle zum Abbruch öer verhanölungen mit öer rufllschen Regierung. Die„Norddeutsche A l l g. Ztg." legt Kcwicht darauf, daß der Reichskanzler den Abbruch der VerHand- lungen von Brest-Litoivst als einen Zwischenfall be- zeichnet hat. und warnt die russische Negierung. sich mit den Ententemächten einzulassen, deren Ziel nicht die Verkürzung, sondern die Verlängerung des Krieges ist. Nur die„Vossische Zeitung" und in etwas abgeschwächter Form da?„Berliner Tageblatt" sind mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Zwar zweifelt die„ V o s s i s ch e Zeitung", ob die Friedens- versuche gescheitert sind, aber sie fährt fort: „Der Hauptausübuss. Per nunmehr sehr wohl in der Lage ist. die möglichen Konieqüenlen der jüngsten Negieilinvspoliiik zu übersehen, bat jetzt dw ern st e Pflicht, die Rückkehr auf jenen Weg zu fordern, der durch die deutschen Vor- schlüge vom 25. Dezember klar und eindeutig vor« gezeichnet, der aber okn 28. Dezember wieder verlassen worden ist. Der Ausichiiss hat die Pflicht, daiür zu iorgen. dass nicht durch eine Fortsetzung dieieS Abichweukens die polnische Führung aufs neue in die Hände der Enienie gleite, was nicht tinr eine Verzögerung, sonder» vor allem eine grundsätzliche Ber- ichlechterung des Frieden«, auch im Sinne seiner Dauerbaftigleit zur Folge haben müssie." DaS„Berliner Tageblatt" erklärt die Ablehnung Stockholms als NerhandlnngSort für gerechtfertigt, betont, daß die Mehrheitsparteien einen dauernden, für jede russische Regierung annehmbaren Frieden erstrebt haben, und glaubt, daß es sich in den nächsten vierundzwanzig Stunden zeigen wird, ob eS nur ein Zwischenfall ivar oder ob die Bolschc- wiki-Regierung einen Frieden, bei dem Polen, Litauen, Kurland und Teile von Livtand und Estland ans dem russischen Reiche ausscheiden und über ihr weiteres Schicksal selbst bestimmen, endgültig verwirft. Das Blatt behauptet, daß sich die Bolschewik! mit einer solchen Haltung in Gegensatz zu dem von ihnen selbst proklamierten Selbsibestinimungsrecht der Völker setzen. Ganz anders ist die alldeuische Presse gestimmt. Sic jubelt mit voller Lungenkraft, daß das Fricdensgcspenst vor- übergegangen ist und die so lebhaft gehegten und geäußerten Friedensbeiürchtungen mindestens im Augenblicke verscheucht sind. Sie veriäßt sich darauf. daß das größere FriedensbcdürfniS auf feiten Rußlands ist, und macht auS ihrer bisher verschwiegenen Verachtung der Bolsche- Wiki keinen Hehl. Die„Tägliche Rundschau"/ die zugleich die Gelegenheit für einige Angriffe auf Erzbcrger geeignet findet, triumphiert, daß die„Anmaßung des bolschewistischen Naturburschentums" zurückgewiesen ist. Die„Deutschs Zeitung" ruft entzückt:„Los vom 25. Dezember 1" fordert, daß sich die deutsche Regierung unter keinen Umständen mehr an die Phrase vom Selbstbestimmung»recht der Völker gebunden glaubt, und spricht schließlich das große Wort gelassen aus, daß jetzt endlich der Zeitpunkt ge- kommen sei.„wo wir die ganze Lüge des 19. Juli von uns werfen können und müssen". Da sich die Regierung zu der Friedensentschließung des 19. Juli bekannt hat, so heißt das nichts anderes, als daß die„Deutsche Zeitung" Regierung und Reichstag der Lügenhaftigkeit zeiht und so mit bedenkenloser Skupellosigkeit den Lloyd George«nd Clcmenceau in die Hände arbeitet, die die dcu Uche Regierung inimer als unzuveriäisig und verlogen, den Reickstag als ohnmächtig hingestellt haben. Die„Ber- liner Neuesten Nachrichten" beschuldigen den „Vorwärts", der russischen Regierung, die ihre Erklärungen mit der Unaufrichtigkeit der deutschen Vertreter be- gründete, Schwurzeugendienste geleistet zu haben. „Wie der Abgeondnete David und der.Vorwärts" unter- stellen auch die russischen Bolschewiki den deutschen Unterhändlern die Absicht, dass sie sich in illoyaler Weise ihrer Zusage betreffend das Selbstbcftimmungsrecht der Völker entziehen wollten. Gras Hertling weist diese Unterstellung scharf zurück." Graf Reventlow betätigt sich in der„Deutschen Tagesztg." als amüsanter Detektiv und wittert einen Zu- sammenhang zwischen dem Aufenthalt Scheidemanns in Stock- Holm und dem Wunsche der russischen Regierung, die VerHand- lungen dorthin zu verlegen. „Wir möchten nicht glauben, dass sie, insbesondere der lange Aufenthalt Herrn Scheidemanns in Stockholm an dem Zutrauen der Russen die Verlegung der Verhandlungen dem Deutschen Reiche aufzuzwingen unbeteiligt ser" Sonst verlangt dieser geistrei6>e Witzbold, daß die deutsche Regierung ihre Erklärung gegenüber der russischen Regierung zurückziel)« und„die Verhandlungen mit Rußland auf eine neue feste und national ersprießliche Grundlage stelle". Die Nationolliberalen als Nnnexionstreiber. Die„Nationalliberale Corrcspondenz" teilt mit:„Die naiiona!« liberale ReichStagSfrakiion trat am 3. Januar zu ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr zusammen Der Vorsitzende gab eine eingebende Darstellung der außenpolitische» Lage,:nSbcsondere der Friedens- Verhandlungen in Brest-LitowSk. Di« sehr angeregte und auSfühc- liche Aussprache ergab eine in allen grundlegenden Fragen über- einstimmende Auffassung. Insbesondere war die Fraktion darin einig, dass irgendeine Verlängerung deS den En- tenlemächten angebotenen Termins zur Teil- nähme' an den Friedensverhandlungen unter keinen Umständen eintreten dürfe, auch nicht, wenn sie von anderer Seite etwa oerlangt werden würde. Ebenso stellre sich die Fraktion einmütig auf den Standpunkt, dass in bezug auf die wichtige Frage der notwendigen strate- glschen Grenzsicherungen dem Urteil der Ober st en Heeresleitung massgebende Bedeutung zukomme." Die„Deutsche Tageszeitung" begrüßt diese Entschließung der nationall iberalen Fraktion mit ungeheuchelter Freude und benutzt die Gelegenheit, die Nationalliberalen vor den Verführungen zu warnen, denen sie nach dem mehr oder weniger bedingten Anschluß an die Mehrheitsparteien ausgesetzt gewesen wären. �Tirpitz Herems!* In der„Deutschen TageSzeiiunq' schwingt sich ein mannhafter Poet namens Franz Gras zu einer Ode an Tirpitz empor, deren eine Strophe wir unseren Leiern nicht vorenthalten wollen: „Und da stehn sie und tagen: Wir find der Wille des Volke?!—> Mit Nichten I Wo sah man je ein Volk von Siegern verzichten... verzichten! Brennt euch nicht die Scham, der Fluch der lünft'gen Geschlechter? Sie können dann betteln gehn auf der Welt!I-- Du einziger Wächter. Tirpitz heraus!" Herr Franz Graf wird es nns hoffentlich nicht übel nehmen, wenn wir uns auch ein wenig in seiner Kunst versuchen und ihm antworten: Ja, wir stehen und sagen: Wir find der Wille deS Volke? I— M't nichien feilschen wir Blut gegen Gold und Blut gegen Land!— Wir verzichten, Unersetzliche? zu opfern dem Kiiege, dem grausigen Schlächter! Deutschland soll Freund sein der WellI— Ihr Vaterlands» Pächter, laßt Tirpitz zu Haus! Selbsthilfe öer Arbeiter gegen den Wucher. Auf einem Dortmunder Werk sollten wieder einmal die Arbeiter mit Speck beglückt werden. DaS war an sich löblich. Aber dieser Speck war auf dem Wege deS Schleichhandels erworben und die Albeiter sollten für da« Pfund Speck 13,75 Mark bezahlen. Dieser wucherische» Ausbeutung durch den Schleich- Handel waren aber eine Anzahl Arbeiter überdrüssig geworden. Sie »abmcn zwar, wie alle anderen, auch ihr Quantum Speck, sogar bis zu 8 Pfund, erklärten aber, als es ans Bezahlen ging:„Der Höchstpreis beträgt 2.00 M., die Uebertreiung ist strafbar. Wir wollen unS aber nicht strafbar machen! Und sie legten in der Tat für jedes Pfund nur 2.60 Mark auf den Tiich deS Hauses nieder. Den Mehrbetrag kann die Werksverwaltung vom Lohne nickt in Abzug bringen, denn dann würde sie sich strafbar machen. Gegen das Verhalten der Arbeiter kann bestimmt nichts eingewendet werden. Sie haben sich die? eine Mal gegen den Wucher erfolgreich geschützt. So lobenswert die Selbsthilfe der Arbeiter auch ist, sehr weit werden sie damit nicht kommen, denn der Schleichhandel wird andere zablungSsähige Käufer suchen und finden, die den Wucherpreis zahlen. Nur durch gründliche vollständige Erfasiung aller Warenvorräte und durch Erdrosselung des Schleichhandels könnte der Allgemeinheit und damit auch den Arbeitern gehoifen werden. Ob wir da? freilich noch erleben werden? Ter Diener der sozialdemokratischen RcichStagSfraktion, Herr Bartsch, feiert an diesem Tage sein fünfund�luanzigjahrigeS Jubliäum als Diener der sozialdemokratischen Relchstagsfraktion. Sc hat sich in dieser Zeit Vertrauen und allgemeine Beliebtheit er- warben. Lette Nachrichten. Für Krise öer ßrieöensverhanölungen. Zur Krise der Friedensverhandlungen. Verhandlungen zwischen den Parteien und der Parteien mit dem Reichskanzler dauerte» gestern den ganzen Tag über bis in die späten Abendstunden an. Nach einer interfraktlouellen Besprechung der Mehrheitsparteien, d. h. des Zentrums, der fortschrittlichen Bolkspartei und der Sozial de mo- k r a t i e begaben sich Vertreter dieser Parteien zum Grafen Hertling. Die Nachricht bürgerlicher Blätter, das; die Mehr- hrit auSeinandcrgefallen fei, entspricht, wenigstens zurzeit, nicht den Tatsachen. Man erwartet, dass die heutigen Verhandlungen deS Hauptausschusses einen bedeutsamen Verlauf nehmen werden, von dem dann auch die weitere Entwicklung der Dinge im Innern abhängen wird. Zu unserem heutigen Leitartikel ist berichtigend zu bemerken, daß den Abgeordneten daS stenographische Protokoll der Friedensverhandlungen vom 28. Dezember zugänglich gemacht worden ist. Inwiefern dreseS mit den Meldungen der Petersburger Telcgraphcn-Agentur übereinstimmt, verdient genauere Feststellung. Gegen die Behauptung, die Russen hätten die Verhandlungen auf die Erklärungen der Mittelmächte hin abgebrochen, wird die Tatsache angeführt, baß sie sich mit der Einsetzung einer Spezialkom Mission zur Lösung der SclbstbcstimmungZ- frage einverstanden erklärten. Der Versuch der Sozialdemokratie, die vorhandenen Schwierigkeiten zu beseitigen, ist noch nicht aufgegeben und gilt im Angen- blick auch noch nicht alS hoffnungslos. Kriegsruf Clcmenceaus. Amsterdam, 4. Januar. In einer Botschaft an die„Daily Mail" sagt Clcmenceau: Wir werden niemals die Waffen niederlegen, da» sind wir unseren Toten schuldig. DaS Andenken an sie spornt unS an, uns über alle unterirdischen Machinationen und über alle? Zögern zu erheben. Unsere Sache steht besser als je; zum Beweise dafür brauche ich nur die bewunderungS- würdigen englischen Soldaten zu Zeugen anzurufen. Jnternlerung von Deutschen in Jtaiien. Bern, 4. Januar. Laut„Corviere della Sera"'beschäftigt« sich der gestrige Ministerrat in Rom auch mit der Frage der Jnter- nierung der feindlichen Staatsangehörizen, besonders mit der Frage, ob für die d.uifchen Staatsbürger die gleichen Massnahmen angewendet werden sollen wie 1015 nach der Kriegserklärung an Oesterreich-Ungarn gegen die öfterreich-ungarifchen Bürger. Die Deutschen sollen in südlichenGebietcn mitgcringerer Bevölkerungszahl interniert werde». Neben Cosenza, Benevento und Aquila wurden noch andere Gebiete zur Ilster- nierung bestimmt._ Schneefälle und Verkehrsstörungen. Berlin, 4. Januar. Die Störungen in den F e r n s p r e ch- leitungen nach Südwestdeutschland bestehen infolg« erneuten Schneefalls weiter. Auch die Fernleitungen nach O st- preussen, besonder» nach Königsberg(Pr.) sind in Mitleiden- schaft gezogen. Königsberg i. Pr., 4. Januar. Amtlich wird mitgeteilt: Infolge Schneeveruwhunaen stockt der Zugverkehr auf dem grüßten Teil der Eisen bahn st recken der Provinz. Die Ber- liner Post ist seit 2. Januar früh hier nicht mehr eingetroffen. Mit Eingang kann nicht gerechnet werden, bevor der Zilgverkehr auf der Strecke Berlin— Königsberg wieder aufgenommen wird, WaS in kurzer Zeit zu erwarten ist. SewerkschafisbewMng Das Wachstum üer Gewerkschaften. In einem Rückblick auf das Jahr 1917 teilt das„dorre- svondenzblatt" der Generalkommission mit, daß vom dritten Quartal 1916 bis zum dritten Quartal 1917 die Mitglieder- zahl der Gewerkschaften von 947 564 auf 1 261 776 gestiegen ist. Das entspricht einer Zunahme von 264 266 oder 26,8 Pro. zent. Die Zahl der weiblichen Mitglieder stieg dabei von 185 666 auf 366 000, eine Zunahme um fast%. Aber während die Gewerkschaften 118 895 weibliche Mitglieder neu ge- wannen, nahmen sie trotz der fortdauernden Entblößung der Kriegswirtschaft von männlichen Arbeitskräften noch um 105 311 männliche Mitglieder zu. Die Kräftigung der Ge- werkschaften eröffnet den Arbeitern und Angestellten gute Aussichten, auch nach dem Krieg ihre Interessen ausreichend wahren zu können. Auch von der sozialdemokratischen Partei sagt das„Corre- spondenzblatt", daß sie im Jahre 1917 innerlich stärker und nach außen hin nicht einflußärmer geworden ist. Sie sei seit dem Austritt der Unabhängigen in erfreulicher Wieder- gesundung. Die innerpolitische Entwicklung Deutschlands werde die Unabhängigen zweifellos dazu drängen, dem Einr gungsruf des Würzburger Parteitages zu folgen, unter Per zicht auf dogmatische Verstiegenheiten, für die in der Periode verantwortungsvoller Volkspolftik kein Raum sei. Ein sozialpolitisches Arbeiterprogramm der deutsche« Gewerkschaften. Die Generallommission der Gewerkschaften hat im Ginver- nehmen mit der Konferenz der Verbandsvorstände die Wünsche der Arbeiterschaft auf dem Gebiet sozialpolitischer Reformen program» matisch zusammengefaßt und in einer Denkschrift zusammengestellt den gesetzgebenden Körperschaften des Reiches und der Bundes staaten übermittelt. Die Denkschrift führt den Titel:„Sozial politische Arbeiterforberungen der deutschen Gewerkschaften'(Ein sozialpolitisches Arbeiterprogramm). Sie umfaßt 18 Gruppen von Forderungen, die sich erstrecken auf die sozialpolitische Organi- sation und Statistik, die Arbeitervertretung, das OrganisatronS- recht, das Tarifvertragsrecht, die Schiedsgerichte und EinigungS- ämter, das Arbeitsrecht, den Arbeiterschutz und die Inspektion, die Arbeiter- und Angestelltenversicherungen, die Rechtsprechung, vie Arbeitsvermittlung, das Genossenschaftswesen, die Staats- und Monopolbetriebe, die Wirtschaftspolitik, die internationale Sozial- Politik, die Volksernährung, die WohnungSfürsorge, die Volkshygiene und die Volkserziehung. Die Gewerkschaftsforderungen auf diesen Gebieten sollen helfen, das neue Deutschland der vollen Gleichberechtigung der Arbeiterklasse aufzubauen. Sie sollen eine Neuorientierung der Sozial- und Wirtschaftspolitik herbeiführen und die friedliche Neu- schöpfung des Reiches gestalten helfen. In der Begründung heben die Gewerkschaften ausdrücklich hervor, daß Steuerfragen, Wehr- Pflicht und vor allem das Wahlrecht die Arbeiter in noch höherem Maße interessieren als diese sozialpolitischen Fragen. Sie be- kennen sich zu dem Worte des Professor Anschütz:„Wohlfahrts- und Versorgungseinrichtungen sind gut, allgemeine Teilnahme des Volkes am Staat, politische Gleichberechtigung, Einheit von Volk und Staat, kurz Demokratien in diesem Sinne sind besser.' Aber sie betonen zugleich das besondere Interesse der Gewerkschaften am wirtschaftlichen Schutz der Schwachen und wollen die im sozial- politischen- Arbeiterprogramm aufgestellten Forderungen zum Gegenstand einer großzügigen Propaganda machen. Das Arbeiter- Programm soll daher zugleich als Agitationsschrift in Massen ver- breitet werden und durch zahlreiche Kundgebungen der Arbeiter. und Angestelltenschaft zu seinen Gunsten das nötige Gewicht er- halten._ Die �rage der Beitragserhöhung wird gegenwänig im Verbandsorgan der Glasarbeiter und »ar b e i t e r inii e n D e u t s ch l a n d s besprochen. In Anbetracht der durch den langen Kriegszustand vervorgerufenen Entwertung de« Geldes wwie der an den Verband herantretenden erhöhten Auk- gaben wird die Erhöhung des Verbandsbeiirages als eine nnum- gängliche Maßnahme angesehen. Im Verbände der Glasarbeiter bestehen Siaffelbeiträge. Im zweiten Quartal 1917 betrug die Mitgliederzabl in der ersten Beitragslasse mit 80 Pf. 3096, in der zweiten mit 60 Pf. 17bS, in der sO Pi-Klasse 1404 und in der Lö-Pß-Klasse 139. zusammen 6391 Mitglieder. Die 40» und 25»Pf.» Klasse kommt lediglich iür weibliche Mitglieder und Jugendliche in Betracht. Von den 1752 Mitgliedern, die sich jetzt noch der 60-Pf.« Klasse zurechnen, wird gesagl, daß sie ihrem Verdienst entsprechend in die 80.Ps.-Klasse gekiönen. Für das Jahr berechnet würden da- durch dem Verbände über 18 000 M. Mehreinnahmen erwachsen. wenn jedes Mitglied den VcrbandsScitrag zahlte, der seinem Ver« dienst entspricht. Das allein aber genügt noch nicht, um dem Ver» band eine Finanzkraft zu verlethen, mit der er seine kommenden Lujgaben erjüllen kann. Eine in nächster Zeit stattfindende Konferenz de« Hauptvorstandes mit den Gauleitern und dem VerbandSausichuß will sich mit der Frage be'chä'tigen, in welcher Höhe die Berbandsbeilräge belastet werden können. Das Ergebnis soll alsdann in der geplanten Urabstimmung den Mitgliedern zur Annahm« empfohlen werden. Es wird damit gerechnet, daß der Verbandsbeitrag um 10 Pf. pio Klasse erhöht werden kann, so daß dann eine SO-Pf.-. eine 70.Pf.- und eine OO-Ps.-BeitragSklasse bestände. Für das Jahr berechne', unter Zugrundelegung der angeiiihrte» Mugliederzahl. ergäbe dies eine Mebreinnabnie von 33 213 20 M. Ein weiterer Vorschlag gebt dahin, die 40-Pf.»Klasse um lO Pi.. die 60-Pf.-Klasse um 20 Pi. und die 80-Pr.-Klasse ebenfalls um 20 Pi. zu erhöben. Würde dieie Anregung Annahme finden, so ergäbe sich daraus pro Jahr eine Mehieinuahme von 57 720 M. Von den Mitgliedern wird erwartet, daß fie, dem Beispiel in anderen Organisationen folgend, ihrem Berbaud die erforderliche finanzielle Kräftigung angedeihen lassen, damit derselbe in Zulunfi ihre Interessen dem Unternehmertum gegenüber mit Erfolg ver- treten kann. Der MttgNederbeftaud des Zimmererderbaudes betrug am Schlüsse des dritten Quartals 19116 gegen 18059 im gleichen Quartal de« Vorjahres. Die Organisation Hot demnach trotz erneuter Einziehungen von Mitgliedern zum Militärdienst eine beachtenswerte Zunahme erfahren. Allerdings beträgt der gegen- wältige Mitgliederstand kaum ein Drittel desjenigen vom Jabre 1913. Damals zählte der Verband 62 925 Mitglieder. Ein Jahr später, dem Jabre des Kriegsausbruches, sank die Mitgliederzahl im dritten Quartal bereits auf 36 593 herab; 19l5 betrug fie mir noch 21 253 und 1916 gar 18 059. Die Zahl der VerbandSzabl- stellen ging seit dem Jahre 1913 von 813 auf 610 im Jahre 1917 herab. Fast alle Zahlstellen haben ihr« Tätigkeit einstellen müssen wegen Einberufung ihrer Mitglieder zum Kriegsdienst. Der Vermögensausweis des Verbandes weist rund 6113 459 M. gegen 5 065 033 M. im Vorjahre auf. Trotz der erbeblichen Ausgaben, die der Verband namentlich an Unterstützung für die Familien er Kriegsleilnehmer zu verzeuhnen hat, steht er finanziell ge- rüstet da._ parteinachrichten. Peruerstorfcr schwer erkrankt. In dem Befinden des Genossen Pernerstorfer, her seit mehreren Monaten krank ist und sich infolgedessen von der parlamentarischen und Parteiarbeit fernhalten mußte, ist in den letzten Tagen eine schwere Verschlimmerung eingetreten, die zu den ernstesten Be- sorgnissen Anlaß gibt. Mit allen Parteigenossen wünschen wir innigst, daß unser Genosse Pernerstorfer den bösen Ansturm über- winden und neue Kraft gewinnen möge. Soziales. Arbeitstherapie für die Invalide» der Arbeit. Das Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz bat sich, wie das Reichsversicherungsamt in einem Runderlaß an sämtliche Landesversicherungsanstaltrn und Sonderanstalien mitteilt. bereit erklärt, geeignete militäri'che Einrichtungen zu übernehmen, um sie nach Friedensschluß den Tiägern der Sozialverfichening zum Zweck der Arbeitstherapie zur Verfügung zu stellen. Ueber den Werl der Atövitstberapie herrscht ja nur eine Meinung. Wir haben im .Vorwärts' häufig auf die guten Erkahrungen hingewieien. die bei der Behandlung der KriegSbdchädigien gemacht worden find und haben auch Wiedel bolt angeregt, sie auch den Arbeitsinvaliden dienstbar zu machen. Dabei konnten wir auch schon mitteilen, daß sich das Reichsvetsicherungsami für die Angelegenheit interessiere. Dieses hat sich, wie ans dem Runderlaß zu erieden ist, bemüht, den Plan zu verwirklichen. Es hat zunächst das Rote Kreuz für die Sache interessiert, weil eS eine neutrale Stelle als Träger der ganzen Einrichtung für notwendig hielt, um bei den Verletzten oder Et krankten nicht den Eindruck autkommen zu lassen, als handele es sich um Maßnahmen zur Verminderung der Rente. ES würde in diesem Falle der Zweck des ganzen Unternehmens vereitelt werden, weil der Gesundungswille— ein sehr wirksamer Heilfaktor— ebenso unterbunden worden wäre, wie die bereitwillige Mitarbeit der Vetsichetten. DeSbalb die Heranziebung des Raten Kreuzes. Hoffentlich hält die Einsicht, die zu dessetz Mühilfe führte, an. Winde sich in der Folge die Einrichtung zlx Rentenquetlchen umbilden. wäre alles ei» Schlag ins Wasser. Ueber die zu ichaffenfe Organi'alion und über die Art d-r Be- teiligung der Versicherungsträger hat dann eine im Re'chSver- sicherungsamt tagende Konferenz Leitiäye aufgestellt. In dieser spiachen die VersicheruugSiräger qrund'ätzlich ihr Einverständnis damit auS, die Maßnahmen des Renen KieuzeS finanziell zu umer- stützen und später die geschaffenen Einrichtungen zu benutzen. Die Otgansialion ist' gedacht wie iolgt: Die Abteilung S des Roten Kreuz- S übeinimml geeignete Heil- und Anlernwertstätten in eigene Verwaltung, baut sie«rfmderlichenfalls aus oder beteiligt sich an andere derartige Einrichtungen. E'N Mitglied des ReichsversicherungS» amts wird alS Stellvertreter des Vorsitzenden der Abteilung 9. Unterabteilung.Arbeitstherapie' bestellt. Der Abteilung wird ein Beirat angegliedert, der aus Vertretern der Heeres- und Marine- Verwaltung, des ReichsversicherungsamtS. der ReichSveisicherungs- anstatt für Angestellte, der Berussgenossenschaften. Träger der Invalidenversicherung, Krankenlossen, des ReichsansichusseS der Kriegsbeschadiglenfürsorge, der Provinzial- und Siädleverbände, der Berufsorganiialionen, Arbeiisnachweisvei bände, der valer- ländiichen Frauenvereine sowie anderer korporativer Veleiiiignngen. Entgültiges liegt noch nickt vor. Im Interesse der Velsicherten wünschen wir, daß aus dem Plane etwas wird. Auch eine Arbeiterfrage. Abg. Körsten hat im Reichstage folgende Anfrage ein- gebracht: „Das Königliche Landgericht I Berlin hat in einer Klage auf Schadenersatz wegen verweigerten Abkehrscheins das Urteil der 5. Kammer des Gewerbegcrichts aufgehoben und die Klage abge- wiesen, weil das Gewerbegrricht für derartige Klagen sachlich un- zuständig sei. Die Gründe sind folgende: .Der Kläger fordert Schadenersatz wegen nicht rechtzeitiger Aushändigung des Abkehrscheins, beruft sich damit also auf eine Verpflichtung des Arbeitgebers zur Ausstellung des AbkehrscheinS. Nach§ 9 des Hilfsdienstgesetzes vom 5. Dezember 1916 ist der Ab- kehrschein nur dann auszustellen, wenn das Beschäftigungsverhält- nis eines HilfSdienstpflichiigen aufgelöst wird. Voraussetzung für die Ausstellung des Abkehrscheins ist also nicht bloß die Auflösung des Arbeitsverhältnisses, sondern vor allem die, daß ein Hilfsdienst- Pflichtiger aus dem Arbeitsverhältnis scheidet. Der Abkehrschein hat somit lediglich öffentlich-rechtliche Bedeutung und ist im Jnlcr- esse des Staates eingeführt, damit dieser stach Möglichkeit alle ver- Ägbaren Arbeitskräfte heranziehen und in kriegswichtigen Be- trieben beschäftigen kann, gleichzeitig auch eine Kontrolle dafür hat, daß Hilfsdienstpflichtige sich dem Hilfsdienst nicht entziehen. Ohne den Abkehrschein wäre überhaupt der vaterländische Hilfsdienst, wenigstens hinsichtlich der gewerblichen Arbeiter, prak- tisch nicht durchführbar gewesen. Die Ausstellung des AbkehrscheinS entspringt daher einer rein öffentlich-rechtlichen Verpflichtung des Arbeitgebers. Derselbe ist nichi aus Grund, stinber» leMgfich aus Anlaß eines ArfiettSber« hältnisses zu erteilen. Da die Verpflichtung zur Ausstellung des Abkehrscheins sonach nur in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis steht, fallen Streitigkeiten, denen eine Verletzung dieser Pflicht zugrunde liegt, nicht unter Nr. 2 des§ 4 des G.G.G. Der vorliegende Rechtsstreit gehört somit nicht zu den nach K 4 des G.G.G. für das Gewerbegericht zuständigen Streitigkeiten.' Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß damit einem großen Teil der Arbeiter der Neckitsboden entzogen ist, und was gedenkt er zu tun, um diesen Uebelstand zu beseitigen?' Industrie und Handel. Di�e Lage der Textilindustrie. In einem Bericht über die Entwicklung des Chemnitzer Web- stoffgewebes führt die.Kölnische Zeitung" aus, daß sich der Roh- stoftmangel schnell und in starkem Umfange bemerkbar macht.„Mehr und mehr mußten deshalb schon 19 6 die Betriebe auf Herstellung oder Verwendung von Papiergarnen umgestellt werden, und im Jahne 1917 waren fast alle Wecke auf Papiergarn eingerichtet und auch stark beschäftigt. Die Verdienstmöglichkeiten waren durchaus nicht gering, und manches Unternehmen erzielte recht beträchtliche Gewinne. Ganz unerwartet kam aber den meisten Firmen vor einiger Zeit die Kunde, daß auch hier Rohstoffmangel, d. h. Mangel an Spinnpapier, vor der Tür stohe. Bis setzt sind zwar die Wecke noch einigermaßen arbeitsfähig, aber die Zukunftsaussichten haben entschieden eine Abschwächung erfahren. und sie würden noch weniger günstig sein, wenn nicht eine ganze Reihe von Betrieben deS Webstoffgewerbes schon seit längerer Zeit auf die Verfertigung vor Kriegszeug anderec Art übergegangen wäre. Die Verwendung von Nesselfasern für die Webstoffindustrie, für die bekanntlich die Zschopauer Baumwollspinnerei vor kurzem ein neues Verfahren eingeführt hat. kann in wirklich ausgiebiger Weise erst dann ausgenutzt werden, wenn die nötigen großen Mengen von Nesselfaiern zur Verfügung stehen, was aber bei weitem noch nickt der Fall ist. Eine großzügige Arbeit auf dem Gebiete der Nesselpflanzungen, wie sie die Deutsche Nesselanbaugesellschaft plant, ist deshalb mit Freude zu begrüßen. Vorläufig jedoch spielt das Papier noch die Hauptrolle, und die Fachleute erwarten, daß auch in der Zeit der Uebergangswrrtsck'ast das Papier vorherrschen und daß auch später zunächst wieder die Baumwolle in ihre alten Rechte treten wird. Bis zu einer allgemeineren Verwertung der Nessel- fasern wird eS noch gute Weile haben. Daß jedoch die Brennessel für die Spinnzwecke eine große Zukunst haben kann, steht keines- Wegs außerhalb des Bereichs der Wahrscheinlichkeit. In der Tüll- Industrie ist die Beschäftigung nach wie vor gut. Die drei großen Gesellsckiaften dieses Geschäftszweiges, die der Chemnitzer Bezirk aufzuweisen bat, befassen sich hauptsächlich mit der Erzeugung von seinen und Seidentüllen, doch haben die Fabriken zunehmend unter der Seidcnknappheit zu leiden. Ein« Seidenbeschlagnahme würde für diese Firmen beträchtliche Folgen haben.' Die Zusammenlegung der Brauereien. Wie die.Tageszeiwng der Brauereien' mitteilt, hat die Re- gierung seit dem 1. Dezember die Zusammenlegung von Brauerei- betrieben nicht weiter betrieben und insbesondere die für die Durch- ffihrung der Verordnung notwendigen Zusammenlegungskommissare nicht ernannt. Die Regierung will offenbar ihre Stellung von dem Ergebnis der Kupferbeschlagnahme abhängig machen. AuS dem Verkiner Wirtschaftsleben. Die Automobil-Fuhrwesen- A.-G. Kandelhardt hat im Geschäftsjahr l9l6/l7 einen neuen Verlust von 98 990 M. zu verbuchen, der mit 42 990 M. aus dem jetzt zur Auflösung gelangenden Reservefonds gedeckt wird. Der restliche Verlust wird vorgetragen. Staatliche Kaufgemeinschast. Die Reichspost, die bayerische und württcm bergische VerkehrSvcrwaltung bildeten nach der„Voss. Ztg.' den Verband deutscher staatlicher Kraftwagenverwaltungen behufs engen Zusammenschlusses in allen Fällen des Kraftwagenbetriebes, besonders beim Einkauf der Fahrzeuge, der Betriebsstoffe und der Weckstättenswffe. Kauf der argentinischen Ernte durch die Entente. Nach einer Havas-Meldung bestehen gute Aussichten für den Kauf der ganzen argentinischen Ernte durch die Entente. Der Zweck dieser großen Transaktion ist offenbar nicht nur die Befriedigung des augcnblick- ticken Bedarfs, sondern auch die mittelbare Gewinnung Argentiniens und die monopolistische Kontrolle des letzten großen neutralen Pro- duktipnSlandes im Frieden. ''» Gerichtszeitung. Um einen Blumenstrauß! Mit welchen Lappalien unsere höchsten Gerichte noch immer behelligt werden, zeigte eine Verhandlung, die dieser Tag« vor dem Kammergericht stansaiid. Etiier Frau Zch. aus der Gegend von Bieslou war zur Last gelegt worden, entgegen einer Verordnung des Oberlommandos mit einem Kriegs- gefangenen in Verlebe geirrten zu fem. Der betreffende Kriegsgefangene hatte einen Blumenstrauß gewunden und als er ihn fort« weifen wollte, forderte ihn ein Soldat auf, er solle doch den Strauß verschenken. Der Kriegsge'angene leistete der Aufforderung Folge und schenkte den Strauß der Frau Sch. Von der erhobenen Anklage sprach die Slraskaminer Frau Sch. frei und betonte, es sei nicht widerlegt, daß Frau Sw. mit den Kriegsgefangenen nur über peickäitliche Dinge gesprochen habe; dazu sei sie beiugt gewesen. In der Uebergabe und Annahme des Straußes fei ein so harmloser Vorgang zu erblicken, daß eine Vev- »rteilung auf Grund der Anordnung des Oberkommandos nicht ge- lechtferiigt ericheme. Dieie Eniicheldunq focht die Siaaisanwalt- 'chaft durch Reoiston beim Kammergericht an. Da? Kammeraericht wies aber die Revision der Siaaisanwaltichaft. welche vom Ober« staaisanwall lebbait unieistußt wurde, als unbegründet zurück und rührte u. a. aus, die Vorentscheidung sei nicht rechrsirrig, wenn die Strafkammer m der Uebergabe und Annahme eines BimnenstraußeS> einen harmlosen Vorgang erblicke, welcher nicht gegen die Bernd« mmg de® Oberkommandos verstoße Verantwortlia Mr Volitit: tkricki ffntraei Berlin: für den übrigen Teil des Blattes: Alfred Kchol», StenfoUn für Jnferale: T».©Iiiifc, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buwdruckerei u. Vertagsanftall Vau! Singer& Co., Berlin SW Hierzu 1 Vellage und Unterhat tungsblatt. cisMi.sPoeerMHi f. km! BefiUnüD. 4 AfkOhOlfr. 6etr«nkB h Franz Abraham H»rb.Me8«iD»-o.Rßmertr*nk-KelL ttttüarielnr.s», Fernep.KgH, 18706 4 P»nrl«Ben. Hummlw. ► P. Hoaka, S'.ralauer Str. 56. Ii. i.tcits, KoiiiaaDJniKilr. 55. JL£. Lanee, Brunnenstr. 166 4 BSeker- u. Kondll orei«a~V Otto Wo'nf,'ireptöw. Kruliat. 16 Sachau, Gr.-Lichtert..CktuiMtUit 4 Blerbeaiieeel� Bier kaacdl«.» Bezu�SQuellen- Verzeichnis Freehein 2 mal wf chcnlich._ Unlcnatehfnde Oe»chä'te emnfthlen«Ich belElnkänien. j �fTelaoh- butter. t ler, Käse b Wilhemi 6obei 1 25 eigen« Fllla'on. r 4S»igeue Detail zw liifle iraoereiüzn empfiehlt W«M?S «ntan Range« Schröter, R. SM« verkaulaaleNen 45 FW Auflust Holtz > 9» •-llnatatBn «lcukölln Aniangrubsratr. 26. MiiZW viSüMSÄ«. Passage- Bad Z:ZaT Koiocm-Sai. WJom* B*a. tk MQnctienBr Brauhaus Berlin und Oranienburg irinHi mannirfSer Bien Welssltier, C. Hreitnaiipt, Palisadenstr.S? Tsl.Kg»!. 2081,2082 Üü�lBtnbr kf n C Timner-Essig fbepsll ephiltllchl Üanmaoomiaeil Bellmann, E. T Oollnowstr. 26 •9 Nähmaschinen Nähmaschinen Lid»» t»«Rem Stadtt#ll«ii. Otto Kongei, Alle Jaoobsir, VS. 4Hcrren-UeHit«b0nB«rd,� Jf* oam 2t>, fcckG •" r Prinz«n-iUldG6 4 Eisen, Stattlw, Waffen. Werkz. � Carl Juag, Ötromstr 31. K>'ililmann,P.aMQIler8t.40b.E.Seest 4 �Qte« Mützen« Pelzwaren ► VesterfE.J�r�- 4 M«»thnnöiunaon •BethKe,(korg, Ä KsakiUa. Elbeitr 31, Kslw-Friedr. 1 Str. 14, Wssentr. lS», PriedeUtr. I'reptow. Grätx-�traße i" [njfcaaer- f iraSe 44-1 r-Frisd?. 1 lelstr. IS 1 _-___ ü_ J Gaege.ütto F.W.Site Eck,necr�. 4 OotHeer. Mechlinlkup S Süutlaort, Varl, MkUa�iuciuaig Meierei C. Bolle I Ältester and grSeetet MUcbwlrtschaftUcher - C.'ossbetrleb- i 4 P o tos r. Apparate. »Ath BfM SO. kottbuser Str. 3 e Hill Ellli w-uchOeTpgenlieftgkf. 4 unren u, tiKlirli«>j Kapellen.' Anfang wochent. 7'lt, Sonntag nachm. 4 Uhr. Kott buser Damm 95 Kornzpl'uBss iviarken Irererl sei» 1 SVS «Jean Holze HAMBURG. X. Knochenmühlen, HaushaUmühlen,_ Kaffeemühlen. erbe Gröfte. Sofort lieferbar. erlauf(..Simon, Berlin N. Putbufcr Str. 4,11. Stockwerk