Ur 33. Ilchrgl. Bezugspreis: VierteNiShrU 4,50 Ml, monofl. 1,50 Ml. frei ins HauS. dorauszahIbar-Einzeln? Nummern>0 Pia, Postbezug: Monat, Uch 1,50 Ml, unter Kreuzband sür Demschtand und Oeslerreuh- Ungarn S.-- Ml, sür dos Übrige Ausland 4.50 Ml, monatlich, Versand ins Feld dei direlter Bestellung monail, 1,50 Ml, Poltbeitellungen nehmen an Däne- marl, Holland, Luxemburg. Schweden und die Schweiz, Eingetragen in die , Post-sieitungs-Preislist«. Erschein» täglich. Telegramm-Adresse! «Sozialdemokrat Berlm" Verlrnrv VolltSblstk. ( IS Pfennig) Der Anzeigenpreis beträgt f. die stedcngesdalteiieKolonel- »eile SO Psg,„Kleine Anzeigen", das fettgedruclle'Wort 20 Psg.(zu- lässig 2 settgedrucklc Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 10 Pfg.,>edes weitere WorlSPsg, Worte über>5 Buchstaben zählen für zwei Worte, Teuerungszuschlug 2W«. Familie«> Anzeigen öit» P/g-, volitische u. gcwcrkschastliche Vereins- Anzeigen 40 Psg die Zeile. Anzeigen für die nächiie Nummer müfsen bis ki Uhr nachmiti, im öauvtgeschäst, Berlin SW.SS, Lindenstratze 3, ab, gegeben wcrdeir Geöffnel von S Uhr früh bis 7 Uhr adendS. Zentralorgan der rozialdcmokrati fchen Partei Deutfchlands. Neüaktion: EW. öS, Linüenstraße 3. Fernivrccher:»«« Morttzvla«, Sir. ISl»0— ISl S?. Sonntag, den 3. Januar 1318. Expedition: SW. 6$, �inüenstraße 3. Feraivrecher: Slwt Moritzvlan, Str. 151 90—151 97. Crotzhi geht nach Brest-Litowsfe. Die Stellung der deutfehen Sozialdemokratie. Aus der Erklärung, die der Unterstaatssekretär d. d. BuSiche am Sonnabend im Hauptaüsschust namens des Reichskanzlers abgegeben hat, geht sachlich zunächst hervor, daß sich der russische Volkskommissar für auswärtige Auge- legenheiten Trotzki mit der russischen Deputation auf dem Wege nach Brcst-Litowsk befindet. Die Vertreter der Mittel- mächte werden also nicht vergebens gewartet haben. Aller- dings kündigt das Telegramm, das der russischen Abordnung vorauseilt, an, dast diese nur über den Wechsel des Ver- Handlungsortes verhandeln wolle und auf ihrem dicSbezüg- lichen Vorschlag bestehe. Die Frage des VcrhandlungSortes kann zu Störungen und Schwierigkeiten Anlaß geben, daß aber an ihr der Frieden scheitern könnte, ist eine geradezu lächerliche Vor- slellung. Diese Frage wäre gar nicht entstanden ohne den Zwischenfall, der durch die Erklärung der Mittelmächte vom Ät. Dezember entstanden ist, und sie wird verschwinden, wenn über das Selbstbestimmungsrecht der Völker eine sachliche Einigung erzielt wird. Nach einer Meldung des Petersburger Telegraphen- bureaus hat sich der Zentralsowjet am letzten Mittivoch mit der Friedensfrage beschäftigt. Tie ganzen Verhandlungen drehten sich um die P o r g ä n g c o o m tlbi. Dezeme er und nur in dem letzten Satz wird von der geplanten Ver- legung der Verhandlungen in einen neutralen Staat ge- sprochcu. Zuvor aber heißt es:„Tie russische Revolution bleibt ihrer internationalen Politik treu. Wir verteidigen PolenS, Litauens und Kurlands Reckt, in wirklich freier Weise über ihr Schicksal zu verfügen. Niemals werden wir anerkennen, daß eL gerecht ist, irgend einer anderen Nation einen fremden Willen aufzuzwingen." Mit Entschiedenheit muß der Auffassung entgegengetreten werden, daß die Störung der Friedensverhandlnngen auf eine „englische Intrige" zurnckzusühren sei. Das einzig Richtige daran ist, daß diese Störung im englischen Interesse liegt, aber die Engländer haben sich dazu gar nicht erst anzustrengen brauchen; was dazu noiwcndig war, ist in Brest-Litowsk selbst besorgt worden. Nicht„englische Intrige", sondern der ausfallende Unterschied zwischen den Erklärungen vom 25. Dezember und jenen vom 28. Dezember hat den „Zwischenfall" herbeigeführt. Nach der Versicherung, die Herr v. d. BnSsche gestern ab- gegeben hat, bleibt der Standpunkt des Reichskanzlers zu dem Selbstbestimmungsrecht der Völker unverändert. Aber diesem aufrechten Gedanken folgt sofort wieder der hinkende Nachsatz:„Dieser Standpunkt darf keine Deutung finden, die lediglich vom Interesse der Entente eingegeben ist." Dieser Nachsatz erinnert schon wieder ein wenig an das berühmte „Wie ich es auffasse" des weilaud Reichskanzlers Dr. Michaelis. Die Frage ist ganz präzis gestellt und fordert eine ganz klare Antwort. Entweder man erkennt das Selbstbcstimmungsrecht der Polen, Letten und Litauer an, und dann müssen diese Völker in völlig freier Abstimmung über ihre zukünftige staatliche Zugehörigkeit oder Selbständig- keit entscheiden können, oder man will unter allen Umständen Personalunionen, Zollunionen, Militärkonventioncn erzielen. und dann kann man nicht behaupten, daß man das Selbst- bestimmungsrecht jener Völker anerkenne. Sonst liefe das nur sogenannte Selbstbestimmungsrecht der Völker auf das Spruchlein hinaus: Selbstbestimmung? Absolut, Wenn sie uns den Willen lut! In der Schule ist uns gelehrt worden: Deutsch sein heißt wahr sein! Wir alle haben ein wirklich nationales Jnter- esse daran, daß man deutsche Erklärungen als unbedingt wahr und aufrichtig annimmt, keine Hinterhältigkeiten und Ver- stecktheiten hinter ihnen suchen kann. Den Völkern ihr Selbst- bestimmungsrecht gcwöhktn, das heißt, sie vollkommen frei über ihr zukünftiges Schicksal entscheiden lassen, Darum ist es bitter bedauerlich, daß weder Graf Hertling vorgestern noch Herr v. d. Bussche gestern ein abwehrendes Wort gegen die Rede des Grafen Westarp gefunden hat. Graf Westarp ist ein aufrichtiger Annexionist, und er ver. abscheut, von seinem Standpunkt aus mit Recht, die Erklärung vom 25. Dezember. Die Parole der hinter ihm stehenden Gruppe lautet:„LosvondicserErklärungl" Würde Graf Westarp heute zum Reichskanzler ernannt werden, so wäre sein erstes— das setzen wir von seiner Ehrlichkeit vor- aus— die Erklärung vom 25. Dezember zu widerrufen. Graf Hertling widerruft diese Erklärung nicht, also muß sie auch in vollkommener Aufrichtigkeit ausgeführt werden. Was wir jetzt erleben, ist im Grunde ja nicht neu. Seit KriegSbeginn haben wir es erlebt— urch wie oft ist hier da» voo die Rede gewesen!— daß die Regierung durch den Kampf zweier einander widerstreitender Strömungen ins Schwanken geraten ist. Ein solches Schwanken ist nur dann zu ver- meiden, wenn die politische E i g e n b e w e g u n g der Regierung stark genug ist, um entgegenwirkende Kräfte zu überwinden', dies war aber in den letzten Tagen wieder einmal offensichtlich nicht der Fall. Es fragt sich, ob die Dinge wieder ins Lot gebracht werden können. Das wird sich wahrscheinlich aus den Verhandlungen ergeben, die jetzt in Brest-Litowsk mit dem russischen Volks- kommrssar und seiner Delegation geführt werden. Man wird über die Wahl des Verhandlungsorts reden, aber' an das Selbstbestimmungsrecht der Völker denken, und es ist nur wünschenswert, daß es auch hierüber zu einem Gedankcnaus- tausch kommt, in dem dann auch die Schwierigkeiten des Ver- hairdluugsorts beseitigt werden. Die sozialdemokratische Reichstagsfrak- t io n tritt heute zu einer Sitzung zusammen, von der gestern schon gesagt wurde, daß sie vielleicht die wichtigste seit dem 4. August 1914 ist. Inzwischen ist der Standpunkt unserer Partei am Donnerstag vom Genossen David, am Sonnabend vom Genossen Scheidemann n einer Weise vertreten worden. die ucher nicht nur von um'Fraktion, sondern auch von der breitesten Masse des deutschen Volkes gebilligt werden wird. Wir unterstreichen den Satz Davids:„Wir verlangen vor allen D i-'irg e n E h r I i ch k e i t!" unv die Erklärung Scheidemanns gegen die Erobernngsvolitik, für das Selbstbe- stimmlingsrecht der Völker. In den Verhandlungen mit Nuß- lgnd ist die EI, r e des deutschen Volkes engagiert, und es ist eine inerkwürdigc Verkchrung all�r Empfindungen, wenn gerade die sich übernational Geberdenden für diesen nationalen Ehrenstondpunkt kein Verständnis aufbringen. Die sozialdemokratische Partei wird ihre Stellung zur deutschen Regierung davon abhängig machen, ob sie den Weg zu ihrer Erklärung vom 25, Dezember zurückfindet. Dos Miß- trauen, das auf der andern Seite geweckt worden ist, kann aber nur dadurch getilgt werden, daß eine große deutsche Par- tei mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln für eine vollkommen loyale Durchführung jener Erklärung eintritt. Tiefe Partei ist die Partei des deutschen Proletariats, die deutsche Sozialdemokratie! Jetzt warten wir, ob das, worauf die blutende Menschheit ihre Hoffnungen gesetzt hat, wirklich zu Ende sein soll, aber wir sagen: Es darf nicht zu Ende sein! < In der gestrigen Sitzung des Hauptausschusses ist es über die Frage, ob die �politische Aussprache fortgesetzt werden solle. wieder zu einer Spaltung der Mehrheit gekommen. da die Sozialdemokraten mit den Unabhängigen für ihre Fortsetzung, die bürgerlichen Parteien ober mit den Konser- vativen gegen sie stimmten. Es zeigt sich hier abermals, daß � die Sozialdemokratie, obwohl sie den Wunsch hat, eine starke j Mehrheit für den Frieden zusammenzuhalten, sich von dem Weg, den sie ihrer Ueberzeugung nach gehen muß, nickt ab- bringen läßt. Eine weitere Meinungsverschiedenheit zwischen Sozialdemokratie und bürgerlichen Parteien besteht Hinsicht- lich der Einberufung des Reichstags. Tie Sozial- demokraten sind mehr denn je davon überzeugt, daß ihr An- trag auf schleunige Einberufung des Reichs- tags richtig war und meinen, daß der Aeltestenrat seinen übervorsichtig ablehnenden Beschluß nun erst recht ändern sollte. Von der Rechten werden die allergrößten Anstrengun- gen gemacht, um den Riß zu erweitern und einen a n t i- sozialdemokratischen Block im Reichstag zustande zu bringen. Diese Bestrebungen von sozialdemokratischer Seite zu unterstützen, liegt natürlich kein Anlaß vor, und alle Stimmungsnotizen, die ein Teil der bürgerlichen Presse auf- schwirren läßt, sind zum mindesten verfrüht. Neue Regierungserklärung zum frieden. Rede Scheidemanns. In der Tonnabendfiyung des HauplauSichusicS gab der Untcrftaatssekretär Freiherr von dem Bussche folgende Erklärung ab: Ter Herr Reichskanzler hat gestern die Insinuation der russischen Presse zurückgewiesen, daß wir unS in illadaler Weise unserer Z u- sage betreffend daS Selbstbestimmungsrecht der Lölker entziehen wollten. Im Anschluß an diese Erklärung stelle ich i« ausdrücklich«» Austrage des Herr» Reichskauzlcrs das Folgende fest: „Der Standpunkt des Herrn Reichskauzlers zu dem Selbst- hestimmungsrecht der Böller bleibt unvcränd crt, aber dieser StauÄpuntt darf leine Deutung sinden, die lediglich von de» Interesse» der Entente eingegeben ist. Die in der neutralen Presse veröffentlichte Darstellung, olS ob die russische» Delegierten den deutschen Borschlag vom 28. Dczembrr als»iidiskunerbar abgelehnt hätten, ist tatsächlich unrichtig. Die russischen Dclegicrtcu haben zwar Bedenken gegen die von nns vorgeschlagene Formulierung erhoben, sich indeS ausdrücklich damit einverstanden erklärt, daß über diese Formulierung in einer Kommission weiter berate» werden sollte, um eine Ber- stäudigung herbeizuführen. Zwischen unsere» und den russischen Delegierten war vereinbart, daß die Fortsetzung der Bcrhandluiigcu auch über die strittig verbliebenen Punkte am 5. Januar in Brest- Litowsk erfolgen sollte. Unsere Verbündeten haben unter diesen Um- ständen mit uns einmütig den Borschlag der Ruffcn nach Veränderung des Bcrhandlungsortes abgelehnt. Inzwischen ist unS von Brest-Litowsk folgcudeö Telegramm zu- gegangen: „Am 4. Januar, 10 Uhr abends, ist hier das in Ucber- setzuug folgende Hughes-Telegramm ans Petersburg ciugc- Nossen: „Au die Herren Vorsitzenden der vier verbündete» Mächte. Die Verlegung der Verhandlungen auf neutrales Gebiet entspricht dem erreichten Stand der Verhandlungen. In Anbetracht der Ankunft Ihrer Tele- Nationen am früheren Crte der Verhandlungen wird unsere Delegation zusammen mit dem Bolkökommissar für answärtige Angelegenheiten Trotzki morgen nach Brcst-Litowsk fahren» in der Neberzeugung, daß eine Verständigung über die Verlegung der Verhandlungen auf neutralen Boden keine Schwierigkeiten»lachen wird. Die russische Delegation." Inzwischen ist mit den in Brest-Litowsk mit Bollmacht ver- sehenen Vertretern der Ukraine in befriedigeilder Weise verhandelt worden. Weitere taisächliche Mitteilungen können von feiten der Regierung heute nicht gemacht werde». Borsitzcnder Abg. Fchrcnbach schlägt vor, die politische Debatte abzubrechen und die Frage der Kriegsgefangenen zu behandeln. Abg. Schcidemau»(Soz.): Ich kann leider dem Vorschlag des Herrn'Vorsitzenden nicht zustimmen» widerspreche ihm vielmehr ausdrücklich. Der Zwischenfall in Brest hat ein ungeheures Aufsehen gemacht. Im Jnlandc könne» wir das selbst beobachten, und daß im Ausland der Zwischenfall weidlich ausgenützt werden wird, kann einem Zweifel nicht uilicrlicgci'.. Zu beachten ist, daß wir gestern nach der Erklärunz des Herrn Reichskanzlers unsere Berhaudlungen abgebrochen haben, so zu sagen mitte» in einer Rede des Grasen Westarp, in der er sich für weitgehende Eroberungen ausgesprochen hat. De« soll heute in der entschiedensten Weise entgegen- g e't r e t r n werden. Es darf und soll kein Zweifel darüber auf- kommen, daß die RcichstagSmehrhcit auch heute noch zu ihrer Er- klürung vom 19. Juli 1917 sieht. Zu der Erklärung, in der cS hieß» daß wir eine» Frieden der Bcrständignng und Versöhnung wollen» der gewoltsame Gebietserwerbungen, sowie politische und wirtschaftliche Vergewaltigungen ausschlieft. ES steht doch fest, daß, wie wir Sozialdemokraten, weite Kreise deS Bolkcs einen Widerspruch sehen werden zwischen de» Erklärungen, die die deutschen Unterhändler in Brest am 25. und am 28. Dezember abgegeben heben.(Redner liest dir betreffenden Stellen aus den Erklärungen von den beiden genannten Tage« vor.) Soeben hat nun der Herr Reichskanzler durch den Mund des Unter- staatSsekretärs Bussche erkläre» lasse», daß er seinen Standpunkt zum Selbstbestimmungsrecht der Lölker u n v e r« ändert beibehält, daß er also selbst nicht will, daß ein Wider- spruch konstruiert wird. Die Stellung des Herrn Reichskanzlers wäre auch unhaltbar, wenn er von seinem Standpunkt» abgehen wollte. Ich erinnere au folgende Daten: Der Reichetag hat sich, wie erwähnt, am 19. Jnli klar und deutlich über die Kriegsziele ausgesprochen, klar und deut- lich einen Friede» der Bcrstündiguiig ohne irgend' welche Ber- gewaliignngeu betont. In der Antwort aus die Papstnotc hat die Re- gicruag den gleiche» Standpunkt eingenommen. Am 29. No- i vcmber 1917 hat der Herr Reichskanzler in seiner Reichs- tagSreds sich erneut zum SelbstkestimuwngSrecht der Vötter bekannt. Dt« Erklärung der deutschen Unterhäudler in Brest von, 25. Dezember deckt sich mit alledem. Unverständlich aber war«#, daß dann am 28. Dezember von den russischen Unterhändlern verlangt worden ist, sie sollten die Kund- gcbungen der Körperschaften i» Kurland, Litauen usw. als Ausdruck de« BolkSwillc» akzeptieren. Wohl gemerkt: es soll sich dabei nur»m eine» B o r s ch l a g der deutschen Unterhändler ge« handelt haben. Die Russen lehnten den Borschlag ab, erklärten sich »Vt ausdrücklich einverstanden mit derEinsehung einer K u»..! M i s s i o n, in der dir Gegensätze ausgeglichen, also eine B r r- st ä n d i g u u q gesucht werden sollte. Weiter wurde verein» bart, dil>)>» Brest am 5. Januar ISIS die Verhandlungen fortgesetzt wer- den sollten. Bon dieser Vereinbarung sind die Russe» indessen abgewichen, indem sie Jucht zu dem vereinbarten Termin in Brest erschienen. Ueier , alle diese DU'.ge muß vollkommene Klarheit geschaffen werden. Jedest Wißverständnis muß im Interesse des Friedens, den wir wünschen, beseitigt werden und deshalb halte ich die Bcrhand- lungcn am heutigen Tage für notwendig. Zwar ist heute die Erklärung des Herrn Reichskanzlers verlesen worden. Das aber scheint mir nicht z« genüge», und ich halte es vielmehr für notwendig, daß auch die Haushalts- -kommissiou selbst heute schon Stellung nimmt. Besonders gegen- über der Rede des cssrafrn Westarp von gestern, die von allen Feinden eines BcrstänliigungsfricdciiS im Auslande ausgeschlachtet werden wird. Ich weiß nicht, wie Sie entscheiden werden, ob Sic dem Borschlag des Herrn Präsidenten folgen oder nicht. Gleichviel— ich will wenigstens über die Haltung der sozialdemokratische« Fraktion anch nicht eine Minute lang irgend welche Unklarheit aufkommen lassen. Unsere Politik war von Be- ginn des Krieges an bis zum heutigen Tage eine vollkommen geradlinige: Wir stehen zur Ver» teidigung unseres Landes und lehnen jede Eroberungsabsicht ab. Wir bekenne» uns zum n nein geschrankten Selb st b e st i m- mungsrecht der Völker. So entschieden wir uns gegen die Eroberungspolitiker der Entente wehren, so entschiede» bekämpfen wir auch die Eroberungspolitiker im eigenen Lande. Das will ich heute wiederum vor aller Welt klar und deutlich ansfprechen. Bon unserem Standpunkte aus ist es unerläßlich, daß dir Kommission anch heute schon klar Stellung nimmt, d. h. erneut bekräftigt, was dir ReichStagsmehrheit beschlossen hat. Ich tau» den Borschlag deS Herrn Präfidenten verstehen, kann ihn aber nicht billige«. Es sollen«eitere Nachrichten über den Gang der Dinge iibgewartet werden, nachdem wir soeben erfahren haben, daß die russischen Unterhändler mit Herr« Trotzki doch nach Brest komme«. Das scheint mir kein genügender Grund z» sein, heute von einer ErSrternng der Angelegenheit Abstand zu nehmen. Ich befürchte, daß ein Beschluß, wie ihn der Präsident Fehrenbach vorschlägt, zu MißdeutJinge« Anlaß geben tsvnte. In jeder Mißdeutung aber sehe ich eine Gefahr für die weitc.en Friedensverhandlungen. Wir Jiwnschen nichts sehnlicher, als daß der sUgemeineFriedc» ' auf der Grundlage der Rrichstagsresolution baldigst geschlossen werden kann. Da das im Angenblick leider noch nicht möglich ist, müssen wir unS zunächst mit einem Sonderfriede» begnügen. Den aber wünsche» wir in keiner Weise zu gefährden. Unsere Absicht» heute die Perhaudlungen fortzusetzen, ist lediglich diktiert von dem Wunsche, dem Frieden z» dienen. Abg. Haase(Nnabh. Soz.): Die Vertagung würde dahin führen, dah nicht einmal jetzt im Ausschluß das gesagt werden kann, waö weite Kreise de» deutschen Volkes berührt. Eigentlich wäre es richtig, sofort das Plenum des Reichstags ein- zuberufen. Die Rede deS Grafen Westarp, dieses Bekenntnis zu den ausschweifenidsten AnnexionSplänen, darf nicht länger unwidersprochen bleiben. Die Russen halten fest an der � Forderung nach einem Referendum, daS nach der Räumung der in Frage kommenden Gebiete vorzunehmen ist. Der deutschen Ocfsentlichkeit sind eine Reihe Berichte über die Verhandlungen in Brest-Litowot unbekannt geblieben. Der Reichstag mutz un- zweideutig erklären, wie das deutsche Volt den Grundsatz des SelbstbcstimimingSrechtcS der Völker auffaßt, sonst kommen wir nicht zu einem baldigen Frieden. Die Interpretation vom 23. De- zember war nichts anderes, als das etwas verschleierte Verlangen nach Annexionen. Jedenfalls mutz kon- statiert werden, daß uns die Russen weiter entgegen- gekommen sind, als wie das im allgemeinen er- wartet werden konnte. Im Interesse einer Förderung deS Friedens ist es nötig, hier im Ausschutz sofort weiter zu ver- handeln. Bei der Abstimmung wird der Borschlag des Borsitzenden, die Erörterung der politischen Fragen auszusetzen, gegen Vir Stimme» der Sozialdemokraten angenommen. Der Ausschutz wandte sich nunmehr zu der Gcfangenenfrage. Abg. Erzberger sZ.) fordert Auskunft über die Abmachungen. die bereits mit Rußland getroffen sind. Der erste Schritt müsse sein, sofort einen Austausch der Zipilgefangenen her. beizuführcn. Wie groß sei die Zahl der beiderseitigen Kriegs- gefangenen? Man solle versuchen, deutsch-russische Kam- mrsjiynen in die russischen Gefangenenlager zu cntienden. die mit Mitteln und Vorräten ausgerüstet sind, um sofort helfend ein- greifen zu können. Die a m e r ik a n i sch c n HilfSkommisstonen baden geradezu schamlos an den deutschen und österreichisch- ungarischen Kriegsgefangenen gehandelt. Abg. Prinz Schönaich-Earolath snatl.) wünscht Auskunft über die Sterblich kcitszisfer unter den deutschen Gefangenen. Abg. Kreth(k.): Die Landwirtschaft könne die r u s s i- i ch e n Arbeitskräste nicht entlassen,«He nicht Ersatz durch die Austauschgefar-genen geschaffen ist. General Friedrich berichtet über eine Konferenz in Kopenhagen, die sich mit dein Austausch der Zivilgefangenen befaßte. Mau mutzte Gewicht daraus legen, die Ostpreußen zurück- zubekommen. Mit Deutschland wollten die Russen darüber erst nicht verhandeln wegen der Z a h l e n U n t e r s ch i e d e, die eins zu dreizehn stehen. Die Russen wollten 1000 deutsche Offiziere gegen 5000 Russen austauschen. Es kam ein Kompromiß zustande, daß gegen 4000 russische Offiziere 1000 deutsche Offiziere und 11 000 Ostpreußen ausgetauscht werden. Die deutsche Kommission in Petersburg wird alles tun, uni sämtliche Zivilgesangenen herauszübekoinmen. Solche Berhandlungen schweben auch mit Fraukreichund England, das die Kolomaldeutschen ausliefern soll. Daß in Rußland da und dort in den Gesänge« ncnlage rn Not herrschte, ist richtig, aber man dürfe Einzel« fälle nicht verallgemeinern. Für die Verpflegung der Ausgetauschten ist bereits Sorga getragen. Zunächst solle» die Kranken ausgetauscht werben. Nach den Kranken sollen dann die Dienstuntauglichen an die Reihe kommen, dann die Gesunden, wobei Familienväter besonders berücksichtigt wenden müssen. Jetzt endlich ist erreicht worden, daß schwedische Delegierte Zutritt in die Lager an der Murmanbahn er- Zeitweilig lebhafte Feuerkämpfe im Westeu — DeutscherErkundungsvorstotz bei Bulle- conrt. Amtlich. Großes Hauptquartier, 5. Januar 1018.(W. T. B.i HLestlicher Kriegsschauplatz. An der flandrischen Front östlich von A P e r n, in einzelnen Abschnitten zwischen S c a r p e und S o m m e sowie in der Gegend von Avocourt und St. Mihiel entwickelte» fich zeitweilig ledhafte Ftvrrkämpfo. An der übrigen Front blieb die Artillerie- tätigk-it auf Störungsfeuer beschränkt. Ocstiich von Bullecourt hatte»ine gewaltsame Erkundung vollen Erfolg und brachte eine größere Anzahl grfongener Engländer ein. Oestlicher Kriegsschauplatz ZiichtS Neues. Mazedonische Front. Keine besonderen Ereignisse. Italienische Front. Zwischen der B r e« t a»nd dem M o« t e l l» lebt« das Artillerloseuer vorübergehend aus. Der Erste Generalquartiermeister. Ludrndorff. Abendbericht. S e r l i n, 5, Januar 1918, abends. Amtlich. Lau de« Kriegsschauplätze« nichts Neue». Der österreichische Bericht. Nichtamtlich. Wie«, den 5. Januar 1918. Amtlich wird»erlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Waffenstillstand. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Gefechtstäsigkeit blieb auf zeitweilige» Artilleriefeuer beschränkt. Der Ehef de? GrneralstabeS. halten haben. Wir hoffen, daß die Behandlung, die di« Russen bei uns erfahren haben, ihre guten Früchte tragen wird. Abg. Noske: Bitter« Klagen kommen auS Frankreich, wo die Behandln, cg der Gefangenen offenbar viel zu wünschen übrig läßt. Die Schwierigkeiten beim Austausch sind nicht zu ver- kennen, es muß aber Wert darauf gelegt wenden, daß die Er- nährer einer Familie bevorzugt werden. Dank könne man von den Gefangenen nicht erwarien. wer drei Jahre in Ge- fangenschaft wqr, wird immer mit einem Gefühl der Bitter» keit in seine Heimat zurückkehren. Aber die Anlässe zu Unzv- friedenheit sollte man beseitigen, statt dessen halten wir noch immer eine Menge von Polen fest. Die Jnternierung rumänischer Staatsangehöriger ist völlig zwecklos, Rumänien kümmert sich darum überhaupt nicht. Abg. v. Trarnpzynski(Pole) bespricht die Verhältnisse der bei Ausbruch deS Krieges in Deutschland zurückgehaltenen polnischen Arbeitskräfte, denen man auch jetzt noch die Rückkehr in die Heimat verweigert. Abg. Gothein'Vp.) bespricht die wirtschaftliche Seite des Gefangenenaustausches. Abg. Dr. Cohn sUnadh. Soz.) fordert, daß der Austausch nicht länger als unbedingt erforderlich hinausgezogen wird. General Friedrich: Der Austausch der Gefangenen wird mit alker Beschleunigung erfolgen. Die Auslieferung der in England Internierten ist jetzt im Gange. Um 2 Uhr wurden die Beratungen abgebrochen, sie wenden Montag nachmittag 3 Uhr fortgesetzt, und zwar sollen Wirt- schaftliche Fragen besprochen werden. Bertling uns Tirpitz. Zusicherungeu an die Vatcrlandöpartei k Infolge zahlreicher Einspruchskundgebungen von Vater- landsparteilern gegen die Haltung der deutschen Unterhändler in Brest-Litowsk hat der Vorsitzende des Landesvereins der deutschen Vaterlondspartci für die Rheinprovinz Freiherr v. Loe. zur Beruhigung ein geheimes Rund schrei- b e n an die Ortsvereine versandt. In diesem Geheim- schreiben wird folgendes Telegramm des Herrn van Tirpitz an die„Baterlandspartci, Köln", abgedruckt: .Der deutschen VaterlandZ-Partei gehen täglich von den Landesvereinen tiefbesorgte Kundgebungen zu, di« zum Aus- drucke bringen, daß mit aller Kraft gegen de» gefährlichen Weg Verwahrung eingelegt werden müsse, d« in Brest-Litowsk bs. treten worden ist. Die Hauptleitung der deutschen Vaterlands- Partei teilt diese Sorgen durchaus. Sie erkennt in dem«in- geschlagenen Verfahren ein« schwer« Gefahr und ist fest ent- schloffen, soviel an ihr liegt, alles zu versuche«, um sie noch in letzter Stunde zu beschwören. In diesem Sinn« hat bereit» eine Unterredung des ersten Vorsitzenden mit dem Reichskanzler am Sl. Dezember stattgeftutden. Bei der Hauptleitung bq. steht der Eindruck, daß im Falle eine» deutsch. russischen Sonderfrieden» die deutschen Not» wendigkeiten im Osten nicht gefährdet sind. Die Hauptleitung rechnet im übrigen in diesem ernstesten Augenblicke ganz besonders auf die geschlossene Mitwirkung aller SandsSverein« und Ortsgruppen. Die Hauptleitung wird mit dem Auftufe an sie. der Auffassung der deutschen Vaterlands- Partei mächtigen Ausdruck zu verleihen, nicht länger zügern, als es die Rücksicht auf die überaus schwierige Lage erfordert. Der Augenblick ist nahe. Bis dahin bittet sie, alle Borbereitungen für eine gemeinsame Kundgebung zu treffen, Einzelkund- gedungen aber jetzt noch zu unterlassen. v. Tirpitz." Durch welche Mitteilungen ist bei Herrn von Tirpitz der Eindruck erweckt worden, daß„die deutschen Notwendigkeiten". wie sie die BaterlandZpartci und insbesondere Herr von Tirpitz versteht,„im Osten nicht gefährdet sind." Anfklärung darüber ist nötig. * Aus Anlaß der Krise in den Friedensverhandlungen hat Tirpitz an Hertling«in Sympathietelegramm gerichtet, in dem es heißt: »Die Deutsche Baverlandspartei degrüßt warm die feste Stellungnahm« Eurer Exzellenz gegenüber den russisch«« Forde- rungen.... Jetzt gibt sich die Deutsche Baterlandspartei der Hoffnung hin, daß im Gegensatz zu dem bisherigen Verfahre» der deutschen Unterhändler nunmehr im Geiste der von Eurer Exzellenz abgegebenen Erklärung der Weg zu einer ktoe«, zielbMußt« Politik bsschritten werden wird. Euer Exzellenz werden bei solcher Politik, die ja auch die wirklichen Interessen unserer Bundesgenossen am besten wahrnimmt, die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes hinter sich haben und selbswerständlich die tatkräftige Unterstützung der Deutsche» Baterlandspartei. v. Tirpitz." Daß der Reichskanzler die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes und die Vaterlandspartei hinter sich haben könnte, ist ein Nonsens, da eins dos andere ausschließt. So- bald er die Vaterlondspartei für sich bat, kann ihm dies viel- mehr ein sicheres Zeichen sein, daß die große Mehrheit des deutschen Volkes gegen seine Politik steht. Die Verlegung des verhanölungsorts. Ter russische Borschlag. Petersburg, 3. Januar. sMeldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.) Der Vorsitzende der Friedensdelegatiön, Genosse Joffe, hat gestern an die Vorsitzenden der Vertretungen von Deutschland, Oeslerreich-Ungarn, Bulgarien und der Türkei folgendes Telegramm gesandt: Die Regierung der russische« Republik sieht es als dringlich an, die weitere« Friedensverhand- luugen auf«eutralem G e b i e t e z u f ü h r e n und schlägt ihre Berleguug nach Stockholm vor. Die russische Delegation erwartet Antwort hierauf in Petersburg. Was den Borschlag der deutsch en und öfter- reichischen Delegation vom 25. Dezember, wenigstens in der Fassung der ersten beiden Punkte anbelangt, so sieht die Regierung der russische» Republik als geschäfts- führender Hanptausschuß der Sowjets iu voller Uebereiu- stimmung mit der von unserer FriedeuSdelegation ausgedrückten Meinung diesen Vorschlag als dem Grundsatz der freien Selbstbestimmung der Völker wider- sprechend an, selbst in der eingeschränkten Form der Antwortserklärung des Vierbundes. Der Borfitzende der Delegation. Joffe. Wie der Kopenhagener Korrespondent der„Frankfurter Zeitung" erfährt, wandten sich auf die Mitteilung der Petersburger Telegraphenagentur, daß Trotzki es als wünschenswert bezeichnete, die Friedensverhandlungen an einen neutralen Ort fortzuführen, Vertreter deS skandinavisch- sozialistischen Preßkomitces an W o r o w s k y, den Stock- holmer Bevollmächtiaten der russischen Regierung. Dieser äußerte, nach seiner Meinung käme als Ort der Vex- Handlungen vor allem Kopenhagen in Betracht. * Rotterdam, 4. Januar. Nach„Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet der Petersburger Korrespondent des„Daily Telegraph": ES ist eine Tatsache, daß die B o l s ch e w i k i jetzt zugeben, daß die Unterhandlungen von Brest-Litowsk mißglückt sind, und daß die deutschen Vorschläge keine Grundlage bilden, auf der Ruß- land Frieden schließen tonnte. Als aber K a m e n e w im Sowjet mitteilte, daß die Bedingungen unannehmbar seien, standen die Vertreter der verschiedenen Armeen auf und er- klärten, daß die Soldaten nicht kämpfen würden und es auch nicht tun könnten. Die Antwort öer Entente. Genf, S. Januar- Der„TempS" weist in seinem heutigen Leitartikel darauf hin. daß am gestrigen Freitag die zehn- tägige Frist für die Teilnahme der Entente an den rusiischen Friedensverhandlungen ablief. DaS Blatt versichert, daß den Regie ru»i gen der Entente bisher keinerlei Einladung der Maxiinalisten zugegangen sei und daß sie daher auch keinen Anlaß gehabt haben, zu einer der- artigen Einladung Stellung zu nehmen. Daß sie bisher keine Einladung erhielten, kam ihnen sicherlich gelegen. So kommen sie für jetzt bequem um die schlimmen Wirkungen herum, die«ine Ablehnung in den Massen ihrer Voller zum Aufflammen gebrocht haben würde. Denn nichts andere« wäre die Antwort gewesen: die Regierung Clcmenceau ist auf die Ab- lehnung jeder Friedensaktion eingeschworen. Sät tVieüerherstellung ües Zuftanües vor üem Kriege. Di«„Daily News" schreibe« in einem Leitartikel vom 1. Ja- nuar: Die deutschen Friedensbedingungen an Rußland bieten eine greifbare Grundlage für Verhandlungen und wir entnehmen den nichtamtlichen Berichten über die Antwort des Premlermrnistsrs an die Arbeiterabordnung mit Befriedigung, daß sie zum Gegenstand einer formellen und wohlerwogenen Erklärung der Alliierten gemacht werden sollen. Tatsächlich läßt sie sich nicht länger auffchiebe«. War« sie vor Jahresfrist erfolgt. so böte vermutlich die Geschichte de» Jahres ISl?. besonder» was Rußland betrifft,«in ganz anderes Bild. Jetzt aber kann sie nicht aufgeschoben werden, weil die Demokratie dieses Landes durch em mächtiges Organ bestimmt hat, daß st« abgegeben werde. Wieder- Herstellung und Entschädigung müssen der Berechtig- keft entsprechend erfolgen. Tic stehen aber an Bedeutung zurück gegen ein« Neuordnung der Welt auf einer Grundlage, welche Sicherheit gegen eine Wiederkehr der Katastrophe bietet. Wenn unser Hauptziel aber die Sicherhe't ist. so wird dadurch, daß dieser Punkt völlig klargestellt und der Plan eines Völkerbundes au den Kopf des Programmes, für da- wir kämpfe«, gesetzt wird, nichts verloren und alles gewonnen. Die Sorge um seine Sicherheit hält da» deutsche Volk in Banden. Man beseitige sie. Wie man auch Über einen Völkerbund denken mag, jedenfalls darf die formolle Erklärung, daß eine Verständigung auf der Ante- bellum. Basis das höchste Ziel der Alliierten ist, nicht länger aufgeschoben werden. Da» ist die Neujahrsbotschaft, die wir von der StaatSkunst Europas ettvarten. Wann sie mit unzweideutiger Stimme abgegeben wird, dann werden dia Territorialfragen in der neuen Atmosphäre von Hoffnung und Versöhnung, di« sich um diese verbitterte Welt verbreiten wird, an Schwierigkeit verlieren. Die Einberufung üer Konstituante. Die gestern veröffentlichte Mitteilung, daß die bolsche- »mstische Regierung die Konstituierende Versammlung ein- berufen habe, wird durch die amtliche Telegraphen-Agentur bestätigt. Allerdings ist die Eröffnung noch an eine Vorbedingung geknüpft: nur wenn eine Besetzung des Hause? sicher ist, die als genügend erachtet wird, soll die Tagung be- ginnen. Die Petersburger Telegraphen-Agentur meldet: Petersburg, 3. Januar. Da die für die Bcrfaffunggebcndc Versammlung notwendige Anzahl von Abgeordneten noch nicht erreicht ist, da viele Abgeordnete ihr« Mandat»- uqchmeise in der geforderte» Form«och nicht überreicht habe» uni da viele Mitglieder der Versammlung, die bereits in Petersburg eingetraffen wäre», wegen der Unsicherheit über de» Tag der Eröffnung wieder abgereist sind, da aber anderer- seits der Berlauf der Wahlen mit mehr oder minder Sicher- beit den Zeitpunkt berechnen liißt, wo nach den russischen Weihnachten die natwendige Anzahl von Abgeordneten r r r e i ch t sei«« i r d, hat der Mat der Volksbeanstragtr» dir Ervffvvng der Bersammluuz auf de» ö./18. Januar, vorausgesetzt, daß dann 400 Adgearduetr an» «rsend sind, anberaumt, Nilolajewsk, g. Januar. Meldung der PeterShurgex Lelegr.» Agentur.) Ter dritte vauernisngreß begrüht die dem» nächst zusammentretende Bersassunggebende Beriamm« l u n g. die den Hoffnungeu der Srbeiiekmalsen entgogenlömmt. s o r' dert ihr« alsbaldige Erösfuung und den Ausschluß der Kadetten und ähnlicher Elemente. der Zwist mit üer Ukraine. Ter PoltSbeauftragtenrat drängt zu Verhandlungen. Petersburg, 8. Januar, Ta die o f f i z i e l l y n V e x> treter der ukraintsKen Rada sich bereit er- klärten. Verhandlungen mit de vi Rat der Volts- k o m m i s s a r e, der die Unabhängigkeit der ukrainischen Republik anerkennt, zu eröffnen, und damit die Rada ihrer- seitk den gegenrevolutionären Charakter der Tätigkeit ihrer Anhänger anerkennt, wäre die Eröffuvug vo» Besprechungen mit ihr absolut wünschenswert. Es wird dabei berücksichtigt. daß der Rat der Volkskommissare dos Recht aller Rationen. einschließlich der ukrainischen, auf staatliche Unabhängigkeit unbedingt anerkennt. Jeder Versuch, einen Krieg mit der Rada zu vermeiden, muß gemacht werden, wenn die Rada den gegenrevolutionären Charalter der Tätigkeit Kaledins anerkennt und den Krieg gegen ihn nicht verhindert. Der Rat der Volkskommissare spricht dw Ueberzeugung auS, daß die ukrainische Rada Bedingungen schaffe ll wird, die jeden Zusammenstoß zwischen den Brüdervälkern unmöglich machen werden. Der Rat der Volkskommissare hält es für angebracht, reget. rechte Beziehungen mit der Roda zu eröffnen, um alle Verwicklungen zu vermeiden, die durch die Politik der Roda mit Bezug auf die allgemeine Front und die gegenrevolutionäre Erhebung Aalgdin« hervorgerufen wurden. Der Rat der Volkskommissare schlägt der Roda Be« sprechungen vor über ein Abkommen gemäß den angegebenen Grundsätzen und bezeichnet als günstigsten Ort. um die Verhandlungen zu slihren, die Städte Sm oltzNtzk oder W i t e b s k. * v o- T s ch e r k a« l befinden, wo die Abteilung der Mililärschuien von Petersburg, Moskau und anderen Provinzplätzen konzentriert sind. Gegenwärtig werden in Nowo-Ticherlaik Spszml- korps gebildet, die dam bestimmt sind. Kaledin im Dan-Gehiet zu unterstützen, K o r n i l o w foB zum vbsrbefehlKhab« aller Truppen im Don-Gebiet ernannt werden. « D«„Nicuw« Aouerdamsche Üouxam' erfährt«öS London wun 1 Januar: Di« Aokschewikt halten Shsrkow de« latzt. ab« di« Truppen de» V«w»ls Tscherd-ztsch«« schli«ßen W« Stadt allmählich ein. Starke Trupp«» der Boksche- wiki werden bei Woronesch zusammenaezogrn und bereiten «men Angriff auf Kaledin twr. Jtalfcheaiti, die mit der Eisenbahn uon der koikusischen Front kamen, wurden b«! Rostow durch Kaledins Truppen«utwaffuet. Das Ueberschreiten üer rujststhea Grenzen. Nene Vedingnnge». Petersburg, 3. Januar.(Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.) Der Uebertritt auf russisches Gebiet kann unter folgenden Bedingungen erfolgen: l. Die Grenzen sind für alle fremden Bürger srel zu überschreiten, wen» sie diplomatisch« Passe von alliierten und neutraiin Mächten mit dem Visum deS Kommissariats für Auswärtige» beim Rat der Volkskommissare besitzen. L. Russische Bürger, welche diplomatische Pässe vom Kom- misiuriat beim Rat per Kommissare besitzen, überschreiten die Grenze ffet. 3. Politische verbonnt«, welche persönliche Pässe be. sitzen, dl« in jedem einzelnen Fall» durch die besonders bevollmäch- rigien betreffenden««»schlisse der verbonnle» auSaesolgt werden und»in Visum von dem Bectreier des Rates der«omnüffare im Ausland««ragen. 4. Bürger, sowohl russisch, einschließlich sinnisch« als fremde, welch« diplomatische Päsi«»esitzen. über'chreiten di» russisch« Grenze frei, falls sie eine vorläusige besondere AufenlballS- orlaubni» von dem Vertreter des Ralet der Kommiffare im LlaS- lande besitzen, und S. russische Bürger, ausgenommen Diplomaten, welch, da» russisch« Gebiet perlass»». werden einer LeibeS- untersuchung unlerworien. Die Fassung des Punkte» 5 läßt nicht erkennen, ob der Besitz eines Ausianhtzpassgg zum Bsrlasfen Rußlands zur Bedingung gemacht tvicd. Bekanntlich war das Ausreisen in den Zeiten dqS Zarismus durch die Bestimmungen dev Paßbesck)asfung besonders erschwert. Was die bolschewistischen Bedingungen für das Betroten Rußlands anbetrifft, w ist ihr charaktenstischer Zug dos Verlangen eine» Bisum» der bolschewistischen Behörden im Auslands. Bekanntlich leisten die meisten Parteien in Rußland der« Bolschewikis Wiederstand und lehnen ab. ihre Gewalt anzuerkennen. Daher sträuben sie sich mit den Organen der Bolschewikis in Berührung zu kommen. Die Forderung des Visums stellt gewissermaßen einen Zwang der bolschewistischen Machthaber zur Anerkennung ihrer Macht dar. Hoffen wir. daß der Tag nicht mehr allzu fern ist, wo die jetzt noch aufrechterhaltenen Beschränkungen dieser Freiheit vollends fallen!e Notwendigkeit, eine sozialistische Gesandtschaft nach Peters- bürg zu senden, bleibe bestehen. Die Verweigerung der Pässe noch Petersburg nennt Albert Thomas«in« sehr ernste und gefährliche Entscheidung. Thomas hatte der Abordnung der Bereinigten Sszialfften der Kommer angehört, die vor einige» Tagen bei Slemenceau mit dem Ersuchen um Pässe für Petersburg vorstellig wurde: sie hatte daS Ziel, gtA-n den Abschluß oineS Sonderfrieden» oder wenigsten» für dessen möglichste Unschädlichmachung zu wirke». Auch Rouger, Renaudel. tlachin und Longuet inaren für die Petersburger Reis« bestimmt. Clemenceau lehnte da» Ersuchen di«s«r Abordnung ab. D>e sozialistisch« und linkKrobikale Presse verurteilt in schärf- st« Weise die Haltung Clemenceau« gegenüber der sozialistischen Delegation und betont, die Verweigerung der Pässe für Stockholm kei et» neuer schwerer dtplomattsch« Fehler, ganz abgesehen von der Mißachtung, die für die sozialistische Partei darin enthalten sei. Tschitscherin als Sote henüerfons. Amsterdam, 4. Januar. Nach..Ullgomeen HandelSblod" berichtet„Daily Chroniele", daß Tschitscherin. bevor er das Gefängnis in Brixton verlieh, eine lange Unterredung mit Arthur Hendcrson statte. Hendcrson teilte ihm die A n s i ch. tenderenglifchcnArbeiterparteiüberKricg und Frieden sowie seine Stellung gegenüber Rußland mit. Tschitscherin wird diese Mitteilungen der Bolschewiki-Rsgierung übermitteln. der Krieg auf den Meeren. Berlin, i Aauua». Amtlich, y« östliche» Ler««!. kauel find mm unsere» U-Levten lorzUch 21 000 S.-A.-T. vernichtet«erden. SSmtltchc Schiffe wäre» schwer dcladr» und i«. waffnet und fuhren bis auf«in» unter ftarler Sicherung. Ein tief), beladen, r bewafsneter großer Tantva«pt«r, der kturS auf Cherbourg hatte, wurde au« eine« starten, durch viele Fischdampfe» und schnell« U-B»ot»-Z«rpör»r gesicherten G e l e i t z n g hergvSßeschessen. An de« tzrfelg, der unter erschweeeudeu«erhält- n i s s c»«rrunge« und darum»« so«nert», menswerter ist, war in erster Linie ei» kleines U-Boot beteiligt, da» unter der schneidige» Führung seine» Kommandanten, Oberleutnant ,u» See Lteindarff, im Dezember varigen Jahre« durch schnelles Arbeiten in zwei Nittel nehwungrn insgesamt 22 500 V.-R.-T. vernichtet hat. Der Chef de» AdwiratstadeS drr Marine. « �er Verlust diese« TonkdampferS trifft die Enlente um so schwerer, al« der deutsche Seiich«>iit Mstw vergangenen Monat« bereit» vier ähnlich» Versenkungsfäll, melden konnte. Di» U-Bsytt-Lbwebr. zu der besonders Motorschiff« herangezogen werden müssen. Hot durch Cfrweilerimg de» Sperrgebiete» und da- durch vermehrten Oelverbrauch den englischen Import vor neue Schwierigkeiten gestellt. Ein« der neueslen Wirkungen äußert sich in dem Verbot des Autofahrens für Private in England, B er litt. ö. Januar. Sühne« Draufgebe« unserer U-Paet» bei stärkster feindlicher Gegenwehr hat unseren Feinden«iedermli den Serlust von 22000 Br.-R.-T. eingetragen. Z grast« Dampfer fiele» de» Toeveda» im Aermeltanal zum Opfer. Sind der Schiffe war ein tiefbeladener, ostwärts steuernder«»oster Tankdampfer; er fank binnen 40 Sekunden. So» den übrigen Schiffen konnte ein» al» der bewaffnete englische Dampfe» Poloarth ,31 ist To.) festgestellt werden» das Schiff war mit wertvoller Eisenerz- und PstoS. phorlodung nach England bestimmt. Der Chef dea Sdmiralstab,» der Marine. Kleine Kriegsnachrlchten. Sarratl« Rückkehr. Nach Meldungen der Pariser Press« ist General Sarrall in Montaubi?» eingetroffen. Pariser Journa- listen, die Sarrail befragen wollten, aittlnortet» der General nur, er habe leine Zutun jtSpläne und ueeweigerc jegliche Er- klärung über seine Absetzung. Ruhe ist üie erste Dürgerpsticht. I» welchem Hahr« leben wir? lOI«? Rem 1S06! Denn im Anschluß an die gestrigen Verhandlungen da» Hauptausschusses dekretiert der.Lokal-Snzeiger*: Zweifellos sprechen ichwerwiegende Gründe für dies» vor- sichtig« Zuiückhallung. Auch di« Presse ist nach unserer Uebep« zeugung verpflichtet, ihr» Worte angefichis der ungeheuren G«. ipannlheü der stoge auf da§ peinlichst, abzuwägen, und sie ton» im Augenblick sicherlich nicht» Besseres tun. als sich dem löb- lichen Beispiele der heutigen RetchStagSmehr- heit anzuschließen. Der HauplauSichuß hat die Debatte gegen den Widerspruch der Sozialdemolratie abgebrochen. Di« Brest« täte offenbar gut. auf 1t Tage ihr Erscheinen einzustellen., vertrauet Eurem Magistrat..." Die innere Politik üer Vaterlanüspartei. Die krampfhaften AbtcugnurizSversucke du BoterlandSpartei, daß ihr Ziel nicht nur die Belämpfung des äußere«, sondern auch des„inner« Feinde»" sei lwte«S im ersten Auftuf hieß), er- fahren ein« treffende Beleuchtung durch einen Vortrag, den Dr. Leo Wegen er-Pose« kürzlich gehalten Hot und der von der.Post" jetzt abgedruckt wird. Der Vortrag führt den Titel„Wozu die Vateclandspartet?" und in ihm heißt ct U- o.: vexfieht denn Wilson unter Demokratie l Herrschaft der Messen! Durch die Wahlsiimme jede» einzelnen soll der Wille de» Volte» kundgetan werden. Man fetzt also«n Stelle der Lluali- tat die Quantität. Aber Wahlen kosten fürchterliche Gelder, i» demokratischen Ländern am meisten. Also entscheidet doch eigen t- lich nicht der Wille des einzelnen, bei Votieo, sondern der Wille der reichen Leute, die die Gelder dafür hergeben, und den einzelne» Mann bearheit-'n lassen. E» werden als, mit anderen Worten in einer Demokratie die Lrrtreter der Reichen gewühlt, ouS denen das Staatsoberhaupt sich dann ollet» seine Minister wählen muß. Das heißt, es darf die Auswahl nur zwischen 1G-L0 Männer treffen. Aach diesen Ausführungen, denen sich ähnliche anschließen, löst sich die Frage:„Wozu di« BaierlandspaStci?" für jede« Denkende« sehr einfach: Zur Belömpsung der Demokratie, des Parlamentarismus, des gleichen Wahlrecht», kurz» um jcöes innerpolitischen Fortschritts. Zulagen für Rentenempfänger üer Invaliüenverstcherung. Der Bundesrat erläßt in der gestrigen Rümmer de«.gleich»- Anzeiger" eine Perordnung, wonach Empfängern einer Invaliden- re»te, wenn sich dieselben im Inland aufhalten, für die Zeit bis ,um St. Dezember 191S eine Zulage zu ihrer Rente gewährt wird. Die Zulage beträgt für Empfänger einer Invalidenrente monat- lich 8 Mark, für Empfänger einer Witwen» oder Witwerrente monatlich vier Mark und wird im voran» bezahlt. Auch au Empfänger, die nur einen Bruchteil der Rente erhalten, wird die Zulage im volle» Betrage entrichtet. Sie wird dem Berechtigten ohne besondere Anweisung de« Versicherungsträgers vorschußweise durch diejenige Zahlstelle der Post, welche dem Empfänger bezeichnet ist, gegen Lluittung ausgezahlt. Nicht abgehobene Zulagen werden nur bis zum SO. Juni 1919 nachgezahlt. Den Tonderanstalten, die ihre Zahlunsen ohne Vermittlung der Pojtanstalien selbst leisten, überweist daS Reich ollmonatlich eine» Vorschuß, der dem Betrag entspricht, den die Sonderanstolt boraussichtlich an Zulagen zu zahlen hol. Letztere sowohl wie die obersten Postbehörden hoben der RechnungSstell« de» ReichSverstche- rungSanttS biimen acht Wochen nach dem Sl. Dezember k9l« mitzuteilen, welchen Gesamtbetrag an Zulagen sie ausgezahlt haben. Die bis zum äl. Dezember nicht abgehobetien bis zum A). Juni 19!S gezahlten Zulagen sind bei der Mitteilung der im Jahre ISIS auf Anweisung der Versicherungsträger gezahlten Beträge anzu« geben. Di« VerstcherungStrSgrr erstatten ihren Anteil an de» Zahlungen mit je einem Zehntel in den to auf das Jahr ISIS folgenden Jahren zugleich mit den Zahlungen aus BersscherungS» leistnugen. Die Verordnung tritt leider erst vom 1. Februar diese» JahreS in Kraft. Mir Rücksicht auf die gegenwärtige» TeuerungSverhält- Nisse wäre eine entsprechende Rückwirkung nur recht und billig ge- wesen. Sonserpative Rüstungen. Die Konservatide« scheinen«in ge- Wesses HofM dafür zu haben, daß es ihnen bei den nächsten politischen Kämpfen an den Kragen geben soll, devn sie machen verzweifelte Anstrengungen, ihre Mittel zu vermehren. Einen interessanten Beleg dafür Jsioiet das uns vorliegende Zirkular; gezeichnet v. Zitzewitz-Muttrin. das der Vorstand des Konservativen vereint S t p l p- Stadt an feine Mitglieder versendet. Nach einigen Ergötzlichkeiten, wie z. L., daß die Führer-von 200000(!) Sozmldemotraten und deren Helfershelfer willkürlich und fast un- beschränkt im Reicht und wohl bald auch in Preußen schalteten, Wird ein finanzielles Programm entworfen, dessen tvesentlicher Punkt in der Bcrfiinffachung der Beiträge besteht, die die Ort»- vereine an den Pravinzialverein entrichten. Zu djesem Zweck müssen die Mitgliederbeiträge erhöht werden und außerdem soll für das Jahr 1017«in außerordentlicher Beitrag in Höhe von SO Pro», der Einkommensteuer erhoben werden.— Mau muß den Konservatipen lassen, daß sie auch Ol Vereinssachen Ion- fequente Steuerpolittker sind. Denn wenn der Ertrahejtrag i» Prozenten der Einkommensteuer erhoben wird, so werden ja di« Großgrundbesitzer so gut wie nichts zu zahlen haben, da deren Güter bekanntlich(man denke on Herrn v. Wangenhetml) trotz der hohen Lebensmittelpreise fo gut wie keinen fteuerpslichtigen Betrag abwerfen. Ilm so mehr werden getroffen werden die Handwerker und Gewerbetreibenden, die sich von den.Konservativen in« Schlepptau nehmen lassen.— Immer. hin sollten dies« konservativen Rüstungen aber auch der Arbeiter. schaft zu denken geben. Das kommunale Wahlrecht der KrüsgKteilnebmer. Das ko«- munak« Wahlrecht der Kriegsteilnehmer ist durch Gesetz vom l Marz 1017 istr da» Jabr 191" sichergestellt worden. Etz ist damtt zu rechnen, daß di« Geltungsdauer dieser gesetzlichen Bestim» mungen in allernächsler Zeit auf das Jahr 1S18 erstreckt wird. Lette Nachrichten. Sranting tritt zurück. S t o ck h a k m, 5. Januar.(Meldung des Lventzka Tele. gramwbhran.) Nachdem der Minist» und Chef de» Fmavq- departcmentS Hjalmar Branting infolge beglaubigter Krank- heit um die Entlassung aus feinem Amte ersucht hat» hat der König den Minister Brantiu« seine« Amtes enthoben und de» Bevollmächtigten der Reichsbank, den s o z i a I i st i s ch e n Abgeordneten Thorsso u zum M i n i st e r und Chef de» FinanzdePartementS ernannt. Tie siebeute österreichische Kriegsnulahe. Wie», 5. Januar. Das cudgültiae Ergebnis der siebenten österreichischen Ämgöonlcibe betragt 6(>44182 800 fronen. Hierin sind die noch nicht abgeschlossenen Ktld« zcichnmigen nur teilweise enthalte». Briketts nach Gewicht. Berlin, 5. Januar. Nach den letzten Bemmmungcn des ldohlenv»rdcmidei> Groß-Berlin gilt 1 Zentner Briketts s. III Ganz- steine. Zur Beseitigung von Zweifeln ift darauf hinzuwerfen, baß der Kohlenhändler auf Verlangen peS Käufer» noch Gewickt zu v-r- laufen hat. sofern er im Besitzeincr Wag«>st. In allen anderen Kalle n ist«r verpflichtet, für«inen gentner 114 Briken» zv tzerastfolgen. iagSred- sich erneut zu« GelbstkestimmungSrecht der Bötter bekannt. Die Erklärung der deutschen Unterhäudler in Brest vom 25. Dezember deckt sich mit alledem. Unverständlich ober war es, daß dann am 28. Dezember von den russischen Unterhändlern verlangt worden ist, sie sollten die Kund- gebungen der Körperschaften in Kurland, Litauen usw. als Aufdruck des BoltSwillen akzeptieren. Wohl gemerkt: eS soll sich dabei nur nm eine» B o r s ch l a g der deutsche» Unterhändler ge- z� mdelt haben. Die Russen lehnten den Borschlag ab, erklärte» sich iiV*«uvdrucklich einverstanden mit derEinsehung einer K o\ i Mission, in der die Gegensätze ausgeglichen, also eine B e r- stän�igung gesucht werden sollte. Weiter wurde verein« bart, d>r,) in Brest am 5. Januar 1918 die Verhandlungen fortgesetzt wer- den sollten. Von dieser Vereinbarung sind die Russen indessen abgewichen, indem sie micht zu dem vereinbarten Termin in Brest erschienen. Ucber , alle diese Düsße muß vollkommene Klarheit geschaffen werden. Jedesi Mißverständnis muß im Interesse des Friedens, den wir wünschen, beseitigt werden und deshalb halte ich die Bcrhand- lungen am heutigen Tage für notwendig. Zwar ist heute die Erklärung des Herrn Reichskanzlers verlesen worden. Das aber scheint mir nicht z» genügen, u»d ich halte eS vieliaehr für notwendig, daß auch die HauShaltS- -lommission selbst h ewte schon Stelluag nimmt. Besonders gegen- über der Rede des tsirafen Westarp von gestern, die von allen Feinden eines BcrstLn5igungsfriedenS im Auslände ausgeschlachtet werden wird. Ich weiß nicht, wie Sie entscheiden werden, ob Sie dem Borschlag des Herrn Präsidenten folgen oder nicht. Gleichviel— ich will wenigstens über die .Haltung der sozialdemokratischen Fraktion auch nicht eine Minute lang irgend welche Unklarheit aufkommen lassen. Unsere Politik war von Be- ginn des Krieges an bis zum heutigen Tage eine vollkommen geradlinige: Wir stehen zur Vor« teidignng unseres Landes»ud lehnen jede Eroberungsabsicht ab. Wir bekennen uns zum uneingeschränkten Selbstbeftim- mungsrecht der Völker. So entschieden wir uns gegen die Eroberungspolitiker der Entente wehreu, so entschiede» bekämpfe» wir auch die Erobcrungspolitiker im eigenen Lande. Das will ich heute wiederum vor aller Welt klar und deutlich aussprechen. Bon unserem Standpunkte aus ist ei unerläßlich, daß die Kommission auch heute schon klar Stellung nimmt, d. h.»rnrnt bekräftigt, was die ReichStagSmehrheit beschlossen hat. Ich kann de» Borschlaz des Herr» Präsidenten verstehe», tan» ihn aber nicht billige». ES sollen«eitere Nachrichten über de» Gang der Dinge abgewartet werden, nachdem mir soeben erfahren haben, daß die russtschen Unterhändler«it Herr» Trotzki doch nach Brest kommen. Das scheint mir kein genügender Grund zu sein, heute von einer ErSrternng der Angelegenheit Abstand zu nehwe». Ich befürchte, daß ein Beschluß, wie ihn der Präsident Fehrenbach vorschlägt, zu Mißdentunge« Anlaß geben könnte. I» jeder Mißdeutung aber sehe ich eine Gefahr für die weiteren Friedensverhandlungen. Wir wünschen nichts sehnlicher, als daß drr s l l g r m e i n c F r i e d c u / auf der Grundlage der Reichstagsresolution baldigst geschlossen werden kann. Da das im Angenblick leider noch nicht möglich ist, müssen wir unS zunächst mit einem Sonderfrieden begnügen. Den aber wünschen wir in keiner Weise zu gefährden. Unsere Absicht, heute die Berhandlungen fortzusetzen, ist lediglich diktiert von dem Wunsche, dem Frieden zu dienen. Abg. Haase(Unabh. Soz.): Tie Vertagung würde dahin führen, dah nicht einmal jetzt im AuSschnst das gesagt wevdcn kann, vxrs weite Kreise de» deutschen Volkes berührt. Eigentlich wäre es richtig, sofort daS Plenum des Reichstags ein- zuberufen. Die Rede des Grafen W e st a r p, dieses Bekenntnis zu den ausschweifendsten AnncxionSplänen. darf nicht länger unwidersprochen bleiben. Die Russen halten fest an der Forderung nach einem Referendum, das nach der Räumung der in Frage kommenden Gebiete vorzunehmen ist. Der deutschen Lefsentlichkeit sind eine Reihe Berichte über die Berhandlungen in Brest-Litowsk unbekannt geblieben. Der Reichstag mutz un- zweideutig erklären, wie das deutsche Volk den Grundsatz des SelbstbcstimmungSrechtes der Völker auffatzt, sonst kommen wir nicht zu einem baldigen Frieden. Die Interpretation vom 23. De- zember war nichts anderes, als das etwas verschleierte Verlangen nach Annexionen. Jedenfalls mutz kern- stati crt werden, daß unS die Russen weiter entgegen- gekommen sind, als wie das im allgemeinen er- wartet werden konnte. Im Interesse einer Förderung des Friedens ist es nötig, hier im AuSschutz sofort weiter zu der- handeln. Bei der Abstimmung wird der Vorschlag des Vorsitzenden, die Erörterung der politischen Fragen auszusetzen, gegen die Stimme» der Sozialdemokraten angenommen. Der Ausschutz wandte sich nunmehr zu der Gcfangenenfrage. Mg. Erzberger lZ.) fordert Auskunft über die Abmachungen. die bereits mit Rutzland getroffen sind. Der erste Schritt müsse ietn, stnort einen Austausch der Zivilgefangenen her. beizuführen. Wie grotz sei die Zahl der beiderseitigen Kriegs- gefangenen? Man solle versuchen, deutsch-russische Kam- Missionen in die russischen Gefangenenlager zu entsenden, die mit Mitteln und Vorräten ausgerüstet sind, um sofort helfend ein- greifen zu könndn. Die amerikanischen HilfSkommisfionen baben geradezu schamlos an den deutschen und österreichisch» ungarischen Kriegsgefangenen gchandielt. Abg. Prinz Schönaich-Earolath snatl.) wünscht Auskunft über die Sterblichkeitsziffer unter den deutschen Gefangenen- Abg. Kreth(f.): Die Landwirtschaft könne die russi- i ch e n Arbeitskräfte nicht entlassen,«ihe nicht Ersatz durch die Austauschgefangenen geschaffen ist. General Friedrich bcrichlet über eine Konferenz in Kopenhagen, die sich mit dem Austausch der Zivtlgefangenen befatztc. Man mutzte Gewicht daraus legen, die Ostpreuhen zurück- zubekommen. Mit Deutschland wollten die Russen darüber erst nicht verhandeln wegen der Z a h l e» u» t e r s ch i e d e, die einS zu dreizehn stehen. Die Russen wollten 1000 deutsche Offiziere gegen 5000 Russen austauschen. Es kam ein Kornpromitz zustande, daß gegen 4000 russische Offiziere 1000 deutsche Offiziere und 1t 000 Ostpreutzen our-geiauscht werden. Die deutsche Kommission in Petersburg wird alles tun, uni sämÄiche Zivilgefangenen l>ecauözubekommcn. Solche Verhandlungen schweben auch mit F r a u k r e i chu n d England, das die Äoloinaldeutschen aus- liefern soll. Daß in Nutzland da und dort in den Gefange- nenlagcrn Not herrschte, ist richtig, aber man dürfe Einzel« fälle nicht verallgemeinern. Für die Verpflegung der Ausgetauschten ist bereits Sorge getragen. Zunächst sollen die Kranken ausgetauscht werden. Nach den Kranken sollen dann die Dienstuntauglichen an die Reihe kommen, dann die Gesunden, wobei Familienväter besonders berücksichtigt werden müssen. Jetzt endlich ist erreicht worden, daß schwedische Delegierte Zutritt in die Lager an der Murmanbahn er. Zeitweilig lebhafte Feuerkämpfe im Westen — Deutscher Erkundungsvorstotz bei Bulle- eourt. Amtlich. Großes Hauptquartier, 5. Januar 1918.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. An der fiandrischcu Front östlich von D p e r n. in einzelnen Abschnitte» Mische« S c a r p c und S o m m e sowie in der Gegend von Avocourt und St. M i h i e l entwickelte» sich zeitweilig lethafte Fenerkämpfo. An der übrigen Front blieb dl« Artillerie. tätigkeit auf Stöxungsfever beschränkt. Oeftlich von Bullecourt hatte»Ine gewaltsame Erkundung vollen Erfolg und brachte eine größer« Anzahl gefangener Eng- ländrr ein. Oestlicher Kriegsschauplatz Nichts Neues. Mazedonische Front. Keine besonderen Ereignisse. Italienische Front. Zwischen der B r e n t a und dem M»« t r l l» lebte das Artillerioscurr vorübergehend auf. Der Erste Goneralquartiermeister. Ludendorff. Abendbericht. Berlin, 3. Januar 1918, abends. Amtlich. La« den KriegsschauplStzen nichts Neue». Der österreichische Bericht. Nichtamtlich. Wien, den ä. Januar 1818. Amtlich wird»erlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Waffenstillstand. Italienischer Kriegsschauplatz. D« Gesechtstäfigkeit tlieb auf zeitweilige» Artilleriefener beschränkt. Der Chef des Generalftabe». halten haben. Wir hoffen, daß die Behandlung, die die Russen bei uns erfahren haben, ihre guten Früchte tragen wird. Abg. RoSke: Bitter« Klagen kommen auS Frankreich, wo die Behandlung der Gefangenen offenbar viel zu wünschen übrig läßt. Die Schwierigkeiten beim Austausch sind nicht zu vcr- kennen, es mutz aber Wert darauf gelegt werben, datz die Er- nährer einer Familie bevorzugt werden. Dank könne man von den Gefangenen nicht erwarten, wer drei Jahre in Gc- fangcnschaft war, wird immer mit einem Gefühlder Bitter- keit in seine Heimat zurückkehren. Aber die Anlässe zu Unzu- friodenheit sollte man beseitigen, statt dessen halten wir noch immer eine Menge von Polen fest. Die Jnternierung rumänischer Staatsangehöriger ist völlig zwecklos, Rumänien kümmert sich darum überhaupt nicht. Abg. v. Trampzynski(Pole) bespricht die Verhältnisse der bei Ausbruch des Krieges in Deutschland zurückgehaltenen polnischen Arbeitskräfte, denen man auch jetzt noch die Rückkehr in die Heimst verweigert. Abg. Gothein(33p.) bespricht die wirtschaftliche Seite de» Ge- fangenenausiauschcs. Abg. Dr. Cohn(Unabh. Sog.) fordert, datz der Austausch nicht langer als unbedingt erforderlich hinausgezogen wird. General Friedrich: Der Austausch der Gefangenen wird mit aller Beschleunigung erfolgen. Die Auslieferung der in England Internierten ist jetzt im Gange. Um 2 Uhr wurden die Beratungen abgebrochen, sie werden Montag nachmittag 2 Uhr fortgesetzt, und zwar sollen wirt- schaftliche Fragen besprochen werden. Bertling unö Tirpitz. Zuficherungeu an die Vaterlandspartei? Infolge zahlreicher Einspruchskundgebungen von Vater« landSparteilern gegen die Haltung der deutschen Unterhändler in Brest-LitowSk hat der Vorsitzende des LandesvcreinS der deutschen Vaterlondspartei für die Rheinprovinz Freiherr v. Loe, z«r Beruhigung ein geheimes Rundschrei- den an die Ortsvercine versandt. In diesem Geheim» schreiben wird folgendes Telegramm des Herrn von Tirpitz an die„Vaterlandspartei, Köln", abgedruckt: .Der deutschen Laterlands-Partei gehen täglich von den Landesvereinen tiefbesorgte Kundgebungen zu, die zum Aus« drucke bringen, datz mit aller Kratt gegen den gefährlichen Weg Verwahrung eingelegt werden müsse, der in Brest-Litowsk bo« treten worden ist. Die Hauptleitung der deutsch«» Vaterland». Partei teilt diese Sorgen durchaus. Sie erkennt in dem«in. geschlagenen Verfahren eine schwere Gefahr und ist fest ent- schloffen, soviel an ihr liegt, alles zu versuchen, um sie noch in letzter Stunde zu beschwören. In diesem Sinn« hat bereits eine Unterredung des ersten Vorsitzenden mit dem Reichskanzlee am 31. Dezember stattgefmiden. Beider Houvtleitung b«. steht der Eindruck, datz im Falle«ine« deutsch. russischen Sonderfriedens die deutschen Rot. wendigkeiten im Osten nicht gefährdet find. Tie Hauptleitung rechnet im übrigen in diesem ernstesten Augenblicke ganz besonders auf die geschlossene Mitwirkung aller Landsöveveine und Ortsgruppen. Die Hauptleitung wird mit dem Aufrufe an sie, der Auffassung der deutschen Vaterlands- Partei mächtigen Ausdruck zu verleihen, nicht länger zögern, als es die Rücksicht auf die überaus schwierige Lage erfordert. Der Augenblick ist nahe. Bis dahin bittet sie, alle Vorbereitungen für eine gemeinsame Kundgebung zu treffen, Einzelkund- gebungen aber jetzt noch zu unterlassen. v. Tirpitz." Durch welche Mitteilungen ist bei Herrn von Tirpitz der Eindruck erweckt worden, datz„die deutschen Notwendigkeiten", wie sie die VaterlandSpartei und insbesondere Herr von Tirpitz versteht,„im Osten nicht gefährdet sind." Aufklärung darüber ist nötig. <- Aus Anlaß der Krise in den Friedensverhandlungen hat Tirpitz an Hertling ein Sympathietelegramm gerichtet, in dem es heißt: .Die Deutsche VaterlandSpartei begrüßt warm die feste Stellungnahm« Eurer Exzellenz gegenüber den russischen Forde- rungen.... Jetzt gibt sich die Deutsche Baterlandspartei der Hoffnung hin, datz im Gegensatz zu dem bisherigen Verfahren der deutschen Unterhändler numnehr im Geiste der von Eurer Exzellenz abgegebenen Erklärung der Weg zu einer klauen, ziekbewußt« Politik bsschritten werden wird. Euer Exzellenz werden hei solcher Politik, die ja auch die wirklichen Interessen unserer Bundesgenossen am besten wahrnimmt, die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes hinter sich hahen und selbstverständlich die tatkräftige Unterstützung der Deutsche» VaterlandSpartei. v. Tirpitz." Datz der Reichskanzler die überwältigende Mehrheit deS deutschen Volkes und die VaterlandSpartei hinter sich haben könnte, ist ein Nonsens, da eins dos andere ausschließt. So- bald er die Vaterlandspartei für sich hat, kann ihm dies viel- mehr ein sicheres Zeichen sein, datz die große Mehrheit des deutschen Volkes gegen seine Politik steht. Die Verlegung öes verhanölungsorts. Ter russische Borschlag. Petersburg, 3. Januar. sMeldung der Petersburger Tolegraphen-Agentur.) Der Vorsitzende der Friedensdelegatiön, Genosse Joffe, hat gestern an die Borsitzenden der Vertretungen von Deutschland, Oesterreich-Ungarn. Bulgarien und der Türkei folgendes Telegramm gesandt: Die Regierung der russischen Republik sieht es als dringlich an, dm weiteren FriedenSverhand- lungen auf neutralem Gebiete zu führen und schlägt ihre Verlegung nach Stockholm vor. Die russische Delegation erwartet Antwort hierauf in Petersburg. Was den Vorschlag der deutsch en und öfter« reichischen Delegation vom 25. Dezember, wenigstens in der Fassung der erste» beide» Punkte anbelangt, so fleht die Regierung der russischen Republik als geschäfts- führender Hanptausschuß der Sowjets in voller Ueberein- stimmung mit der von unserer Friedensdelegatiön ausgedrückten Meinung diesen Borschlag als dem Grundsatz der freien Selbstbestimmung der Völker widersprechend an, selbst in der eingeschränkten Form der Antwortserklärung des Vierbundes. Der Vorfitzende der Delegation. ' Sofft. Wie der Kopenhagener Korrespondent der„Frankfurter Zeitung" erfährt, wandten sich aus die Mitteilung der Petersburger Telegraphenagcntur. datz Trotzki es als wünschenswert bezeichnete, die Friedensverhandlungen an einen neutralen Ort fortzuführen. Vertreter des skandinavisch- sozialistischen Preßkomitees an W o r o w S k y, den Stock« holmer Bevollmächtiaten der russischen Regierung. Dieser äußerte, nach seiner Meinung käme als Ort der Vep« Handlungen vor allem Kopenhagen in Betracht. * Rotterdam, 4. Januar. Räch„Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet der Petersburger Korrespondent des„Daily Telegraph': ES ist eine Tatsache, daß die B o l s ch e w i k i jetzt zugeben, daß die Unterhandlungen von Brest-Litowsk mißglückt sind, und daß die deutschen Vorschläge keine Grundlag« bilden, auf der Ruß« land Frieden schließen tonnte. Als aber K a m e n« w im Sowjet mitteilte, daß die Bedingungen unannehmbar seien, standen die Vertreter der verschiedenen Armeen auf und er« klärten, daß die Soldaten nicht kämpfen würden und es auch nicht tun lönnten. Die Antwort öer Entente. Genf, S. Januar- Der„TemPS" weist in seinem heutigen Leitartikel darauf hin. datz am gestrigen Freitag die zehn. tägtge Frist für die Teilnahme der Entente an den russischen FriedonSverhandlungen ablief. DaS Blatt versichert, datz den Regierungen der Entente bisher keinerlei Einladung der Maximalisten zugegangen fei und daß sie daher auch keinen Anlaß gehabt haben, zu einer der- artigen Einladung Stellung zu nehmen. Daß sie bisher keine Einladung erhielten, lam ihnen sicherlich gelegen. So kommen sie für jetzt bequem um die schlimmen Wirlungen herum, die eine Ablehnung in den Massen ihrer Völler i Aufflammen gebracht haben würde. Denn nichts anderes wäre Antwort gewesen: die Regierung Clemenceau ist auf die Ab- lehnung jeder FriedenSaktion eingeschworen. Zur tvieüerherftellung ües Zustanües vor üem Kriege. Die„Daily New«" schreiben in einem Leitartikel vom 1 Januar: Di« deutschen FriedenSbedingunyen an Rußland bücken eine greifbare Grundlage für Verhandlungen und wir entnehmen den nichtamtlichen Berichten über die Antwort des Premierministers an die Arbaiterabordnung mit Befriedigung, daß sie zum Gegenstand einer formellen und wohlerwogenen Erklärung der Alliierten gemacht werden sollen. Tatsächlich läßt sie sich nicht länger ausschieben. War« sie vor Jahresfrist erfolgt. so böte vermutlich die Geschichte des Jahres IlZl?. besonder» was Rußland betrifft,«in ganz andere» Bild. Jetzt aber kann sie nicht ausgeschoben werden, weil die Demokratie dieses Landes durch em mächtiges Organ bestimmt hat. daß st« abgegeben verde. Wieder« Herstellung und Entschädigung müssen der Gerechtig- keit entsprechend erfolgen. Tic stehen aber an Bedeutung zurück gegen ein« Reuordnung der Welt auf einer Grundlage, welche Sicherheit gegen eine Wiederkehr der Katastrophe bietet. Wenn unser Hauptziel aber hie Sicherheit rst. so wird dadurch, daß dieser Punkt völlig klargestellt und der Plan eines Völkerbunds qn den Kopf des ProgrammeS, für das wir lämpfe». gefetzt wird, nichts verloren und alles gewonnen. Die Sorge um seine Sicherheit hält da» deutsche Volk in Banden. Ran beseitige sie. Wie man auch über einen Völkerbund denken mag. jedenfalls darf die formelle Erklärung, daß eine Verständigung auf der Ante- bellum«Basis das höchste Ziel der Alliierten ist. nicht länger aufgeschoben werden. DaS ist die Neujahrshotschaft, die wir von der Staatskunst Europas erwarten. Wen» sie mit unzweideutiger Stimme abgegeben wird, dann werden die Terriwrialsragen in der neuen Atmosphäre von Hoffnung und Versöhnung, die sich um diese verbitterte Welt verbreiten wird, an Schwierigkeit verlieren. Die Einberufung üer Konstituante. Die gestern veröffentlichte Mitteilung, datz die bolsche« Unstische Regierung die Konstituierende Versammlung ein- berufen habe, wird durch die amtliche Telegraphen-Agentur bestätigt. Allerdings ist die Eröffnung noch an eine Vorbedingung geknüpft: nur wenn eine Besetzung des Hauses sicher ist, die als genügend erachtet wird, soll die Tagung be- ginnen. Die Petersburger Telegraphen-Agentur meldet: Petersburg, 3. Januar. Da die für die Berfaffunggebenbr Versammlung notwendige Anzahl von Abgeordneten nvch nicht erreicht ist, da viele«bgevrdnete ihre Mandat». nachweise in der geforderte» Form»och nicht Nr. 6 ❖ 55. Jahrgang 7. Seilage öes vorwärts Sonntag, 5. Januar 1 Hl 5 Parteinachrichten. Tüchtige Wahlrechtskämpfer sind die Kölner Unabdangigen. Obwohl sie bei der jüngsten Reichs- tzzser�'aywahl in Köln und ebenso bei den Stadtverordnetenwahlen flow; kläglich abgeschnitten fiotten. wurden sie doch von der Kölner Sozialdemolratie aufgefordert, an einer Demonstration für das gleiche Wahlrecht in Preußen teilzunehmen und einen Redner dafstr zu stellen. Sie lehnten das einstimmig ab. Mit der Soziademo- lratie gebe es kein gemeinsames Handeln, da gelte es nur enr- schlosienen Kampf. Und hinzugefügt wurde die Erklärung, welche die ganze miabhängtge Presse abdruckt: .Wir würden längst das gleiche Wahlrecht und noch ganz andere Rechte haben, wenn die alte Partei nicht so kläglich unsere Grundsätze und unsere Taktik über' Bord geworfen hätte.'" Schau an! Da wachn die Unabhängigen über 4» Jahre lang mit uns in einer Partei, und wir haben zusammen das gleiche Wahl- recht in Preußen nicht erreichen können. Seit einem Jahre haben sie sich von uns getrennt, und schon behaupten sie. wir hätten längst die Republik, wenn whr nur ihrer famosen Taktik gefolgt wären. So läßt sich mit Worten streiten, während man in Wahrheit ablehnt. etwas für das Wahlrecht zu tun. Parteilicher Ucbereifer. Unser Parteigenosse Karl Bröger. Redakteur an der.Frän- kischcn Tagespost" und gleichzeitig Verfasser zahlreicher bekannter Gedichte, hatte einem Nürnberger bürgerlichen Blatt auf besonderen Wunsch den Abdruck eines Gedichtes aus seinem neu erschienenen Versband.Soldaten der Erde" gestattet. Deswegen erlassen die übrigen vier Redakteure der„Fränkischen Tagespost" gegen Bröger eine öffentliche Erklärung, in der sie ihr Bedauern über den Schritt ihres Kollegen aussprechen.— Wir finden das Ver- halten Brögers nach keiner Richtung hin anfechtbar. Es handelt sich hier njcht um eine politische Mitarbeit an einem gegnerischen Blatt, sondern um das völlig neutrale Gebiet der Kunst. Ms sozialdemokratischer Künstler hat Bröger ebenso sehr das Recht zu entscheiden, an welcher Stelle er seine Kunst- erzeugnisse veröffentlichen will, wie ein sozialdemok cgiischer Setzer entscheiden kann, an welchem Blatte er setzt. Ebensogut könnte man ja auch Vorwürfe gegen unseren Dresdner Kollegen Grötzsch er- heben, weil sein Theaterstück an einem Hosthcater ausgeführt worden ist.— Auch vom rein journalistischen Standpunkt hat Bröger nicht gefehlt, denn er hat keineswegs seine Arbeitskraft einem Konkurrenz- unternehmen zur Verfügung gestellt, sondern lediglich den Abdruck aus einer bereits erschienenen, der ganzen Ocffentlichkeit zugäng- lichen Sammlung gestattet. Prcstcrfolge. Zu unserer Notiz unter dieser Ueberschrift wird uns aus B res- lau mitgeteilt, daß das Wachstum der„Volkswacht" seit den an- gegebenen Zahlen weiter angehalten hat und die tägliche Auflage beim Jahreswechsel 5a Ml» betrug, darunter nicht nur MM, sondern 12 Ml) Fcldpostabonncntrn. Groß'-Berlm Die VerteuerungsNiiinsche der Strahcnbahngesellschaft. Mir dem Plan, die Straßenbahnfahipreise zu erhöben, geht die Große Berliner Straßenbahngescllschaft sogleich„aufs Ganze." Sie denkt sich einen lviindestvreis von 15 Pfennig, ivas eine Vericuerung von mindestens 50 Prozent bedeuten würde. Durch die Verkebrssteuer läßt sich der Auff'cblag um 5 Pf. nickit begründen, denn durch sie würde jede Fahrt nur um rund V« Pf. verteuert. Beim Berliner Magistrat ist, wie wir erfahren.' ent- schiedener Widerstand gegen die Absicht'der Erhöhung auf 15 Pf. zu erwarten. Zu entscheiden hat der Zweckvcrband, zunächst durch den Verbandsausschuß und dann durch die befchlußfassende VerbandSver- lämmlung. Im November 10)6 erklärte die Verbandsversammlung, daß Fabrprelscrhöhungen in der KriegSzeil grundsätzlich abzuweisen seien. Durch die Treuer ist nach Meinung des Berliner Magistrats in- zwischen die Sachlage geändert worden, aber die PreiSerböhung dürfe nicht über den Steuerbetrag hinausgeberr. Bei starker Abrundung nach oben könne höchstens e i n e S t e r- gerung um iPs. aus 11 Pf. zugebilligt werden. Bei einer Verteuerung aus den runden Betrag von lo Pf. würde allein für die Linien der„Großen" sich aus den zuviel erhobenen 4 Pf. eine Mebreinnahme von 24 Millionen Mark im Jahr ergeben, die ihr als Zugabe in den Schoß fielen. Gegenüber der ganz außer- ordentlichen Mehrung der Fahrgäste und der' Einnahmen selbst beim 10- Pfennig- Tarif sind die Ausgaben für Personal und Material keineswegs so gestiegen, daß die Mehreinnabme weit gemacht würde. Hiermn läßt die geplante Fahrpreiserhöhung um 50 Prozent sich also ebensowenig begründen. Auch das Schiedsgericht, das die„Große" gegen einen ihr nicht zu- sagenden Beschluß der Verbandsveisammlung anrufen könnte, würde— wie in einer Besprechung mit Vertretern der Presse der Oberbürgeimeisier Wermulh hervorhob— nicht den durch die Steuer begründeren Zuschlag überschreiten dürfen. Ein Versuch, die Frage einer Fahrpreiserhöhung vor das Schiedsgericht zu bringen, uin anders als in dieüm Sinne enlscheiden zu lassen, müßte scheitern. Das ist die Ueberzeugung und Zuversicht des Magistrats. Wer wünscht nicht, daß uns 1918 den Frieden bringen möge! Trage auch Ou dazu � Opfere Deine perlen Auf und Edelsteine auf k cuit x JzF ankaufsstelle, öem Altar des jär sie zahlt die hohen Vaterlandes! Auslandspreise! „Kleine Mittel" zur Kohlenersparnis. Von den neuesten Maßregeln, die bei den Straßenbahnen eine Minderung des Elekirizitätsveibrauches und hiermit eine Kohlenersparnis bewirken»ollen, wird viel Aufhebens gemacht. Wir teilten schon mit. daß Linienänderungen und Linienkürzungen sowie eine nochmalige Haltestellenminderung geplant sind. Nach Ansicht des Direktors Passavant, des Leiters der Elcktriziiätswerke der Stadt Berlin, sind die an diese Maßregeln gekuüvfien Erwartungen »cbr übertrieben. Von dem Elekirizitätsverbrauch Groß-Beriins entfällt jetzt der Westaus größte Teil auf die Jndiistrie, im be- »ondercn auf dieRüstungsbetriebe, einnur»ehr mäßigeraufdie Straßen- bahnen. Groß-Berlin halle im Jahre 19!6/17 einen Elektrizitäts- verbrauch von rund 550 Millionen Kstowaltstunden, wovon die Straßenbahnen rund 75 Millionen Kilowattstunden erforderten. Was bei den Straßenbahnen etwa noch getpart werden könnte, würde die Verkehrsnot weiter steigern. Gegenüber den 550 Millionen Kilowattstunden würde der daraus erzielte „Gewinn" an Elektrizität sehr wenig bedeuten, und vollends wäre die Kohlenersparnis gegenüber dem gesamten Kohlenvcrbrauch Groß-Berlins lächerlich gering. Es ist daher durchaus unberechstgl und ganz sinnlos, mit der Kohlennot die Llnienkürzungen usw. begründen zu wollen. Diese Maßregeln werden den Bewohnern Groß-Berlins keine Mehrzufuhr an Kohlen bringen. Extraprofit beim Kohlenverkaus. Die den Kleinhändlern durch Verordnung zugebilligte Abkrage» gebühr von 50 Pf. für den Zentner Kohlen ist begrüiider üntcr der Voraussetzung, daß der Händler entweder selbst oder durch von ihm bezahlte ArbeitSlräste die Kohlen aus seinem Geschäftslokal in die Wohnungen seiner Kunden befördert. Doch daS war einmal. Tie Kohlen, ivelche heule noch den Kunden in die Wohnung geliefert werden, gehen ihnen in der Regel direkt von der Bahn. ollerdstigS durch Vermittlung des Kleinhändlers zu. der durch die Erhebung der Abtragegebühr unter den gegenwärtigen Verhältnissen einen hübschen Extraprofit machen kann, ohne selbst etwas dafür zu leisten. Ein Fall, der vor der Kammer 7 des Berliner G e lv e r b e g e r i ch t s verhandelt wurde, beweist das. Die Kohlenhändlerin Bornitz lieferte eine Ladung von 28 000 Stück Preßkohlen an verschiedene Kunden, und zwar so: Ein Fuhr- mann besorgte für Frau Bornitz das Abfahren der Kohlen von der Bahn. Die Wagen fuhren bei den einzelnen Kunden vor. Zwei Kutscher und ein Arbeiter, die im Dienste deS Fuhrmanns stehen und von ihm entlohnt werden, trugen dieÄohlen zu denKunden. anstatt, wie sie es andernsalles hätten tun müssen, in das Geschäftsloial der Händ- lerin. Dem Fuhrmann ist es nauirlich einerlei, wo»eine Arbeiter die Kohlen avladen. Aber für die Arbeiter ist es eine Mehrleistung, wenn sie die Kohlen in die Behau'ung der Kunden tragen. Für diese Mehrleistung beanspruchten die Arbeiter eine besondere� Ver- gistmig von Frau Barnitz, die ihnen auch 1 M. für je 1000 Stück Preßkohlen zubilligte. Die beiden Kutscher waren an- scheinend damit zufrieden. Aber der Arbeiter glaubte mehr be- ansprucken zu können und klagte deshalb gegen Frau Barnitz, die sich darauf berief, daß sie uie mehr als 1 M. für 1000 Kohlen gezahlt habe, daß ja der Kläger vom Fuhrmann seinen Lohn erhalre und es ihm nichts angehe, daß sie selbst von ihren Kunden eine Abtragegebühr von 60 Pf. für den Zentner er« hielt.— Das Gericht wies den Kläger ab. Eine Begründung des Urteils wurde nicht verkündet. Daß die Händlerin bei dieser Kohkenabtragung ein recht gutes Geschäft gemacht hat, ergibt sich aus folgender Berechnung: Nach der durch Verordnung festgesetzten Formel: ein Zentner gleich 114 Stück, haben 28 000 Preßkohlen ein Gewicht von rund 245 Zentner. Frau Bornitz hat für das Ab- tragen 50 Pf. pro Zentner, also 121 M. für die gante Ladung erhalten. Davon kamen auf die drei Arbeiter, welche die Kohlen abtrugen, zusammen 28 M. Frau Barnitz hat ihnen großmütig etwas mebr gegeben, nämlich 30 M. Sie selbst hat also für die Arbeit des Abtragens, die in e i u e m T a g e erledigt wurde, den hübschen Profit von 91 Mark eingesteckt. Dafür hat die Händlerin nichts weiter geleistet, als daß sie den Arbeitern die Adressen der Kunden angab,, die zu beliefern waren. ES soll übrigens vorkommen, daß sich Kohlenhändler nichtmit der festgesetzten Ablragegebühr von 50 Pf. begnügen, sondern von Kunden, die unter den heutigen Verhältnissen froh sein müssen, Kohlen ins Haus geliefert zu bekommen, bis l M. für den Zentner fordern und erhalten. So werden bei den fabelhaft hohen Kohlen« preisen noch ansehnliche Extraprofite erzielt. Tie Möbelbeschaffung nach dem Kriege, die besonders für die vielen kriegsgetraulen Ehepaare eine wicbiige Frage ist, wird von der Berliner Stodtverwaliung schon jctzl v o r- bereitet. Mitteilungen hierüber macht« uns Stadlbai» at Hoff« mann in einer Besprechung mit den Vertretern der Presse. Für Familien, die sich mit gebrauchten Möbein begnügen.wollen, werden aus den Nachlaßmasien des städtischen Siechenhauses und der Stiftungsanstalicn die noch verwendbaren Stücke au-geiucht und unter Leitung der städtischen Tischlerschule aufgearbeilet. Dabei bietet sich Gelegenheit, ntanchem Kriegsbeschädigten eine erwünschte Beschäftigung zu geben. Gedacht wird auch an die beträchtliche Menge der jetzt von all den Äriegsgetcll- »chaklen benutzten Möbel, die nach Friedensschluß in absehbarer Zeit frei werden und umgearbeitet werden könnten. Außerdem ist geplant, bei Friedensschluß die wohlhabende Bevölkerung um Hergabe gc- branchter Möbel zu bitten. Zur Anfertigung neuer Möbel läßt die Bauverwaltune der Stadt nach ibren Entwürfen einige Probe- stücke machen, die in etwa 14 Tagen fertig sein sollen und dann zur Besichtigung ausgestellt werden. Man wünscht, möglichst den Geschmack der Kreise zu treffen, auf die diese Möbel berechnet sind. Nur einfache Zinimer- und Küchcneinrichtungen für kleine Leute, die Wohnungen mit einem oder zwei Zimmern nehmen, werden an« gefertigt. Von den Eigebnissen der Probenausstellung soll es ab- fcängen, was den großen Tischlereien, mit denen bereus verhandelt worden ist. in Au'trag gegeben wild. Der Magistrat hat den ForstfiskuS erlucht, die erforderlichen Hölzer zu Pieiie» abzugeben, die billiger sind, als die unerichwinglichen dieser Teuernngszen. Er hofft, daß der Staat sich zu einem solchen Etil- gegenkomrnen bereit finden lassen wird. Weiter hat der Magistrat das Kriegsministerium eriuckt, für rasche Lieferung von Hölzer» aus den gut ausgetrockneten Vorräten der Heeresverwaltung zu sorgen, damit die Möbeltischleiei nicht auf Verwendung frisch geschlagenen Holzes ailgewieseu bleibt. Auch hat er angeregt, daß bei den ersten Entlastungen der Kriegsteilnebmer möglichst sogleich Möbeltischler bei ücksichtigt werden. Für die Abnehmer der Wohnungseinrichtungen ist natürlich auch die Kostensrage sehr wichtig. ES soll Vor- sorge getroffen werden, daß Zahlung unter günstigen Bediiigungen erfolgen kann. Die Beratungen hierüber sind noch nicht abge- schloffen. �_ Kartoffclversorgung. Die Kartoffelration von 7 Pfund soll in der kommenden Woche ebenso auigebrachl werden wie in der vergangenen, nämlich, daß 0 Pfund ani Kartoffelkarte zu entnehmen sind. daS siebente Pfund Töchter öer Hekuba. Ein Roman aus unserer Zeit von Clara Viebig. „Die zahle ich," sagte Fnm Krüger rasch. Das Ivar doch mindeste, was sie tun konnte: sie hätte gern mehr, viel mehr getan. Sie wußte nur nicht, wie sie'S anfangen sollte, sie traute sich nicht. Die Hicselhahn war ihr nicht recht ver sländlich. War die nun böse auf Gustav, so böse noch auf ihn, daß sie nichts mehr von ihm wissen wollte? Oder war es nur der Groll gegen sie, seine Mutter? Oder hatte die den Gustav schon vergessen und verschmerzt? Die>uar so gleichgültig, seltsam teilnahmlos. Äber gleichviel, es ivar ihre, der Mutter, Pflicht, Gustav zu Gefallen freundlich zu sein. Und sie legte das Kind rasch hin, deckte es zu und streckte der anderen die Hand hin:„Na, denn will ich jetzt mal gehen, Fräulein. Aber nicht wahr, Sie besuchen mich bald? Es wird mir sehr freuen!" Sie wartete auf eine Antwort. Die kam nicht. Sie mußte schon direkt fragen: „Sie kommen doch?" „Nein." Das klang wieder eisig; so wie zu Anfang. „Wir beide haben nichts miteinander zu tun. Wenn der Gustav was will, kann er ja kommen. Oder er soll schreiben an mich. Aber er kommt nicht wieder. Er kann auch nicht mehr schreiben. Ich weiß es." Sie legte wie vordem die Hand über die Augen, als schwindle es ihr.-- WaS hatte die Hieselhahn eigentlich damit sagen wollen? Die Mutter grübelte darüber nach, als sie durch die Sommer- Hitze nach Hause schlich. Sie fühlte ihre Füße wie Blei- gewichte, und es wurmte sie. daß die Person sie hatte so abfallen lassen. Und was sollte das heißen: er kommt nicht wieder, er kann auch nicht schreiben mehr—?! Glaubte die vielleicht nicht, daß er noch am Leben war? Oder»vollte sie nur damit sagen: er koinmt nicht zu mir? Ja, so»var's, das nur meinte sie. Denn der Gustav war ja am Leben, Gott sei Dank! Und es konnte nicht mehr lange dauern, ein Jahr war schon Krieg, bald kam der Friede und brachte allen Gefangenen die Freiheit. Und den Gustav nach Haus!— Gertrud Hicselhahn hatie den Besuch nicht hinaus- begleitet, ihre Füße waren wie angewurzelt. Sie stand, wo sie stand, gleichsam festgewachsen an die nackte Diele. Ihre Augen blickten wie geistesabwesend in die leere Luft. War die Frau, seine Mutter, verrückt, daß sie glaubte, er wäre das? Der Mann auf dem Bild, der Gefangene, der so zur Erde blickte? Das konnte auch nur eine denken», �die den Gustav nicht so liebte, wie sie ihn geliebt hätte. Sie, die sein Gesicht— jeden Zug— seine Stirn, seine Nase, seinen Mund, seine Augen noch so genau in der Erinnerung hatte, als hätte sie ihn gestern zuletzt gesehen. Sie mutzte ganz genau: das war er nicht. Ein anderer war es, von Statur und Haltung ihm vielleicht ein tvenig ähnlich, aber ein ganz, ganz fremdes Gesicht. Denn wenn er auch schlecht gegen sie gehandelt hatte, wenn sie auch hundertmal an ihn gedacht hatte in tiefem Groll, sie würde ihn doch erkennen, allüberall. Seine Mutter, die täuschte sich; sie aber würde ihn noch er- kennen nach vielen, vielen Jahren, erkennen am Ende ihres Lebens, wenn sie schon alt war. eisgrau. Gertrud Hieselhahn»veinte. bittere enttäuschte Tränen. Einen Augenblick hatte sie doch geglaubt, er sei noch am Leben, es hatte sie durchzuckt mit einem freudigen Schrecken. der sie schwach machte. Nun war's doppelt schwer. Npn fühlte sie erst, datz sie ihn noch immer lieb hatte— trotz allem. Sie nahm das Kind aus dem Wagen und küßte es heftig, ihre Tränen machten das kleine Köpfchen ganz naß. Sic sank mit ihm auf den nächsten Stuhl. So fand Frau Dombrowski sie, die niit ihren zwei Kindern, die sich hinter dem Rücken der Mutter heimlich knufften, von ihrem Stück Land kam. Sie war heiß und müde. Seit ihr Mann im Krieg war. mutzte sie sich allein um den Acker kümmern; es war zwar nur ein kleines Stück, ivas sie besaßen, aber es machte doch Arbeit» zumal sie noch Wasch- und Reinemachstellen hatte. „Na Fräulein, is's Essen fertig? Noch nich? Aber nu I" Sic war ungehalten, das Fräulein hatte heute doch mal da- für sorgen wollen. Nun waren die Kartoffeln ivohl geschält, aber sie standen noch nicht auf dem Feuer.„Ich sage schon", fuhr sie los.„alles wird auch von unfereinem verlangt, und Sie sitzen da und—". Sie verstummte, als sie die Tränen der anderen sah. Es iqar etwas in der Haltung des Mäd- chens, das so ganz zusammengesunken dasaß, daS Kind an sich pressend, was sie mitleidig stimmte.„Na, was is Ihnen denn?" Gutmütig fing sie an zu trösten:„Gottchen. nu weinen Sc doch nich. Noch immer wegen Ihren Liebsten? �räuleinchen. sind Sie aber dumm! Sie kriegen noch zehne für einen. Da sagen se immer, die Männer wären jetzt rar ach ivas! Wenn se jetzt auff Urlaub kämmen, sind se rein doll. Ich sage Ihnen, Fräulein, ich könnt' Ihnen erzählen. Wenn ich so wollte!" Sie lachte und reckte mit einem gewissen Wohlbehagen ihre üppige Gestalt. Es war ein leises Befremden in dem Blick, mit dem Gertrud jetzt die Frau ansah: oh/ die Dombrowski! Aber recht hatte sie, es hatte keinen Sinn, es war dumm, dem einen, dein einzigen nachzuweinen. Entschlossen richtete sie sich auf und wischte ihr Gesicht und das naßgeweinte Köpfchen des Kindes ab. Es ivar an ihrer Brust still geworden und eingeschlafen. Behutsam legte sie es in den Wagen und wehrte dann den Kindern, die wieder hinausgelaufen waren und jetzt draußen vorm Fenster mit der eisernen Schippc und dem Besen, wie mit Waffen aufeinander losschlugen.„Wollt ihr daS wohl lassen! Um Gottes willen, ihr haut euch ja noch tot!" Die Dombrowski lachte:„Aber lassen Sc se doch, Fräu- leinchen. Das schadet ja uischte." Sic nahm die Ungezogenheit ihrer Sprößlinge sehr ruhig. Früher ivar der Vater dazwischengefahren, da ivar der Junge ganz ordentlich und das Mädchen auch lange nicht so unartig. Aber nun war der Vater im Krieg. Selbst die Lehrerin wurde des Knaben nicht mehr Meister, wenn sie ihn auch mindestens viermal die Woche nachsitzen ließ. Das Fräulein hatte»ich schon ein paar Mal die Mutter kommen lassen:„Ich bitte Sie, Frau Dombrowski. halten Sie doch darauf, daß Ihr Erich seine Aufgaben niacht. Er tut rein nichts zu Hanse. Und freche Antivorieu gibt er!" Es zuckte nervös im Gesicht der blassen» angestr::'.gten Lehrerin.„Keiner ist so un- gezogen wie Ihr Junge, er steckt die ganze Klasse an. Gott, ich sage, es ist wirklich nicht auszuhaltcn mit dem Beugel!" „Aber Fräuleinchen l" Die DombrotvSki blieb gelassen. „Regen Se sich man nich auf. Das is nu nich anders. Davor is Krieg. Was soll ich denn machen,»vcnn der Erich uu nich gut tun will? Ich gehe auf Arbeit, ich muß auf Arbeit gehen, von den paar lumpigen Kröten Kriegs- Unterstützung kann man doch nich existieren. Schlimm genug is es, daß man noch nich mal sagen darf, daß man was zu- verdient— was die sich eigentlich denken! Das's doch'ne Ungerechtigkeit: Frauen, die arbeiten gehen, müssen sich fürchten, daß se de Unterstützung entzogen kriegen, andere sind stinkfaul und die— na, aber ich bin nu mal so, ich ar- beite ganz gerne. Das is man nu mal so geivöhnt von Jugend an: Wochentags Arbeit und Sonntags— na Sonn- tags—!" Sic lachte; aber dann seufzte sie:„Ja, Sonntags, da hat inan nu auch gar nischte." Ihre Augen, die wie schwarze Beeren in dem tiefgebräunten Gesicht funkelten, trübten sich. (Forts, folgt) efctt«US der im voraus aeliefsrtex«ssrxen Ration zu ver- brauchen ist.__ Erhöhung der Arzthonorarc für Kriegcrfamilien. Nachdem die Berliner Standcsärzllichen Vereine bereilS im vorigen Jahre mit der Sladt Berlin eine Erhöhung des Honorars ■für die Behandlung der bedürftigen Kriegcrfamilien vereinbart haben, soll diese Mabnahm« auch in de:? Vororten durchgeführt werden. Die Groß-Berliner Vertragskommission der Aerzleschafl hat sich in ihrer letzten Sitzung unter Beteiligung von Vertreter» der� ärztlichen Vorortvereine mit dieser Erhöhung der Sätze für Besuche und Beratungen bei Behandlung der Kriegerfamilien in den Vororten beschäftigt. Nach eingehender Aussprache wurde beschlossen, die betreffenden ärztlichen Vereinigungen anzuregen, mit dahin» gehenden Wünschen an die versck)icdencn Gemeindeverwaltungen heranzutreten. Keine neuen Lehrgänge für Hauswirtschaftslehrerinnen. Die Minister für Handel und UnterrichtSongelegenheiten erklären in einem jetzt den RegierungSpläsideuteii, dem Berliner Polizeipräsidenten und den Provinzialichulkollegien zugegangenen gemeinsamen Erlaß, daß sie init Nücksicht auf' die gegenwärtige» ungünstigen Verhältnisse für die Beschaffung von Lernmitteln zum HauShaltungSunierrichr nicht in der Lage sind, sich damit einver- standen zu erklären, daß neue Lehrgänge zur Ausbildung von Lehre- rinnen der Hauswirtschaftskunde und der weiblichen Handarbeiten zu Ostern oder zum Herbst 1St8 eröffnet werden. Prüfungen für diese Lehrerinnen sollen daher bis auf weiteres nur noch im Früh- jähr und Herbst 1öl8 abgehalten werden. Die Seminare, die in durchlaufenden Lehrgängen von 2 bis lZ Jahren Lehrerinnen gleich- zeilig in Hauswirtichaftökunde und Handarbeiten ausbilden, dürfen die begonnenen Lehrgänge bis zur Abschlußprüfung führen. Die EiSsischerci hat schon begonnen, aber Fische gibt ti trotzdem keine. Wir fragen immer wieder: Wo bleiben die vielen Fische. die täglich nach Berlin verladen werden? Wollen die.maß- gebenden Stellen" sich nicht endlich zu einer Erklärung aufschwingen? Unentgeltlicher Unterricht in SSualiilgSpflege mit praktischen Uebungen findet wöchentlich einmal im Kinderhaus statt. Mel- düngen schriftlich oder mündlich von 2—6 Uhr im Bureau des KinderhauseS, Blumenstr. 97. Zur Vermeidung von Gasvergiftungen und Gasexplosionen er- lasten die Städtischen Gaswerke eine Warnung im Anzeigenteil unserer heutigen Nummer. Wir machen unsere Leser auf dieses Inserat aufmerksam. Wintergarten. Das Januarprogramm bietet wieder eine Fülle reizender Unterhaltungsnummern. Im Vordergründen standen die neuesten Tanzszenen von Trude Hesterberg und Kurt Fuß, ferner Anita Berber, die besonders mit ihrer polnischen Ma- zurka starken Beifall fand. Auf akrobatischem Gebiet leisteten Her- vorragendes die U u m a z« t t i- T r u p p e, das lebende Spielzeug, die drei Denver in ihrem Drahtseilalt und Julius T ü g s ch als Handstandkünstler. Den komischen Teil be- stritten Jan Paul, der Handschattenkünstler G a r c i a und Max Walten. Zum Schluß gab es noch eine der in den letzten Jahren immer mehr verschwundenen akrobatischen Pantomimen, in der die Makrei-Truppe„Alles in Trümmer" schlug. ZirkuS Schumann. Heute Sonntag finden zwei Vorstellungen statt. In jeder derselben gelangt die AuSstattungspaniomime „Mexiko" ungekürzt zur Aufführung. ZirkuS Krone. Der von'seinen Gastspielen in Wien und Ham- bürg bekannte Zirkus veranstaltet gegenwärtig im Viktoria- theater, Koltbuser Str. 6, Vorstellungen zirzensischen und artistischen Charakters.___ Kharlottcuburg. Erweiterung des städtische» GchulsrühstückS. Der Magistrot hat beschlossen� mit Nücksicht auf die allgemeine LebenZmitlelteuerung und die Schwierigkeiten in der Ernährung die Verabreichung von warmem Frühstück an bedürftige Schulkinder zu erweitern. Die Fahl der Kinder, die warmes Frühsthck erhalten, ist von KOO— 909 auf 1100 erhöht worden: ferner mußte die Zahl der Lieferungitage wegen des dringenden Bedarfes vermehrt werden. Neukölln. Lebensmittelversorgung. Ende der nächsten Woche ge- langen auf die Lebensmittelkart« je Kopf IVO Gramm Marmelade und % Pfund Kunsthonig in den Kolonialwarenaeschäflen zur Ausgabe. In den städtischen Verkaufsstellen wird vdn Mille nächster Woche ab 1 Büchse kondensierter Milch auf die HauShallkarte gegen gleich- zeilige Vorlegung der Fleischkarten für Erwachsene an diejenigen HaiiShaltuilgen abgegeben, die bisher noch nicht beliefert worden sind. Der Abschnitt 3ü der Eierkarte, auf dem ein Ei entnommen werden kann, behält bis auf weiteres seine Gültigkeit. Diejenigen Einwohner, die sich mit Winterkarioffeln vorversorgt haben, aber an der Massenspeisung wilnebmen wollen, haben dem Verwalter der betreffenden Volksküche die Borratskartoffeln in Mengen von je 10 Piund abzuliefern. Die Kartoffeln werden mit dem geltenden Marktpreise vergütet. Schönederg. Die Naturalverpslegung auf dem Riesclgut. Der HauShaliSauSschuß der Stadlverordnetenveriammlung beschästigle sich in seiner letzten Sitzung mit den MiileUungen, die in der Stadtverordnetenversammlung über die Höhe der Naluralverpflegung der ftädlii'chen Angestellten aus dem Rieselgut gemacht worden waren. Der Vertreter deS Magistrats wies darauf hin. daß die Deputate von der Stadtverordnetenversammlung bei der Beratung de« Haushaltsplanes für 1917 bewilligt worden sind und daß sie sich im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen halten, teilweise sogar darunter bleiben. J» der Erörterung hierüber wurde festgestellt, daß den Deputanten nicht, wie in der letzten Sitzung irrtümlich behauptet, 496000 Kilogramm, sondern nur 9000 Kilogramm Kartossein geliefert worden sind, daß die Deputanten nicht jährlich 32 600 Kilogramm, sondern nur 600 Kilogramm Roggen erhalten, daß dem Schweine- meister. deffeu Familie aus 14 Köpfen besteht, in Schöneberg 8Vj Liter Milch täglich zustehen würde, während er auf dem Riesel- gut nur 3 Liter erhält. — Einmalig« KriegSteuerungSzulage. Der Magistrat hat be- schloffen, dem Vorgehen veS Reiches und Staates zu folge» und den Empfängern von städtischer KriegSteuerungSzulags eine einmalige außerordentliche KriegstcuerungSzulage zu bewilligen. ES solle» erhalten: Verheiratete, Verwitwete, Geschiedene oder Ledige mit einem eigenen Haushalt 200 M.: Ledige, Verwitwete oder Ge« jchiedene ohne eigene» Haushalt ISO M., jedes Kind 20 M., Kriegs- teilnehmer 50 Proz. dieser Sätze. Als Stichtag ist der 1. Januar 1918 festgesetzt. — Gricfi für Kinder. Von Montag ab gelangt für Kinder bis zum vierten Lebensjahre als Ersatz für die gekürzten Milchportionen Weizen- und Hafergrieß zur Verteilung, und zwar erhält jedes Kind von dem einen oder dem anderen Nährmittel ein Quantum von 2 Pfund. Der Grieß ist in den städtischen Verkaufshallen und den Filialen der Konsum-Genossenschaft zum Preise von 82 Pf. für Weizengrieß und 44 Pr. für Hafergrieß pro Pfund gegen Bor» zeigung der Bollmilchkarten erhältlich. Wilmersdorf. Annahmestelle für getragene Kleidung. Montag eröffnet im Hause Kursürstendamm 123, Ecke Humboldtstraße, der WirtschaftSbezirk Groß-Berlin eine amtliche Annahmestelle für ge- tragen« Kleidung, Wäiche und Schuhe. Die Stelle ist biö auf weiteres werltäglich von morgenö 9 Uhr bis nachmittags 2 Uhr geöffnet._ Tegel. Lebensmittel. In der Gemeindeverkaussstelle kann jetzt auf Abschnitt 26 der Lebensmittelkarte V« Pfund Marmelade entnommen werden. Auf Abschnitt 77 der LebenSmittelkane werden in den Kleinhandelsgeschäften verteilt: 50 Gramm Graupen zu 4 Bs., 60 Gramm-Suppenmehl zu 9 Pf. oder einen Maggiwürfcl für 10 Pf. Groß-öerliner parteinachrichten. Groß'öerlio. Tie regelmäßigen Mitgliederversammlungen und Parteiveranstaltungen dieses Monats finden Mittwoch, den v. Januar, statt. Unsere Genossen und Genossinnen möge» die Bekanntmachungen am Dienstag und Mittwoch beachte». Rcinickeiidorf-West. Am Mittwoch, abends 8 Uhr: Mitglieder« Versammlung beim Genossen Schiller, Antonienstraße 10. Partei« genossen, die auf dem Boden der Parteieinheit stehen, sowie alle .Vorwärts"-Leser sind eingeladen. Bohnsdorf. Am Mittwoch, abends 8'/z Uhr, Mitgliederversammlung bei Grabow. Lnhterfelde. Die Mitgliederversammlung des BezirksvereinZ findet Dienstag, den 8. Januar, abends 8 Uhr, bei Drägert, Hindcnburgdamm 45, statt. Tagesordnung: Kriegs- und frieden?- politische Tagesfragen; Bereinsangelegenheiten. Die„Vorwärts". Lcfcr find eingeladen._ Industrie und Kandel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Anläßlich der Einführung der jungen Daimler-Aktien an der Börse gibt die Verwaltung einen gedrängten Ucberblick über Eni- Wicklung und Tätigkeit des Unternehmens:„Die Daimler-Mvtorrn- Gesellschaft wurde im Jahre 1890 als Aktiengesellschaft errichtet. Der Sitz der Gesellschaft, ursprünglich Cannstatt, ist seit 1904 Stuttgart-Untertürkheim. Die Zentrale Untertürkheim befaßt sich mit der Herstellung und dem Vertrieb von Personen- kraftsahrzeugen, Luftschiffmowrcn, Flugmotoren(Marke Mercedes), Nutztvagen, leichten Omnibussen, Krankenwagen, SpezialWagen usw. Sie besitzt als vorbereitende Werkstätten: Modellschreinerei, Alu- minium- und Gelbgießerci, Gescnkmächerei, Schmiede, Rahmen- prefferei, Werkzeugmocherei; als bearbeitende Werkstätten: Dreherei, Automatenabtcilung, Fräserei, Flaschnerei und Kupfer- schmiede, Motoren- und Wagenschlosserei, Wagenmontierung, außerdem Reparaturwerkstätten und ein Dampfsägewerl. Die Fabrikgebäude sind neu und massiv einige während des Krieges errichtete Neubauten sind provisorischer Art. In Sindel- fingen O.- A. Böblingen ist ein« neue Fabrik im Bau. Ein Teil des Werkes ist schon in Benutzung, ein anderer Teil wird in Bälde fertiggestellt; einzelne Anlagen sind nur behelfsmäßig auS- geführt. Die Zweigniederlassung Berlin-Marien- felde befaßt sich mit der Herstellung und dem Vertrieb von Last- wagen, Omnibussen, SpezialWagen, Feuerwehrfahrzeugcn, Schiffs- motoreil, stationären Motoren, Lokomobilen, Motorschienensahr- zeugen, Rohölmotoren und Motorpflügen. Sie besitzt eine Gesenk- macherei. Schmiede, Dreherei, Automatenabteilung, Fräserei, Flaschnerei, Kupferschmiede, Tischlerei, Motoren- und Wagen- schlosseret, drei Montagehallen, drei Motorenprobierstationen und außerdem eine Reparaturwerkstättc. Grundstücke besitzt die Gesell- schast in Camistatt, Uniertürkheim, Sindelfingen, Stuttgart, Marienfelde, Berlin, DrcSdgn, Hainburg, Cöln. Durch eigene Straßcnbeamte geleitete Verkaufsstellen bestehen in Berlin, BreS- lau, Cassel, CLln, Danzig, Dortmund, Dresden. Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt a. M.. Hamburg. Leipzig, Magdeburg, Mann- heim, Posen, Stratzburg, Stuttgart. Konstantinopel, Moskau, Odessa und Zürich. Den meisten Verkaufsstellen find Reparaturwerkstätten und Garagen angegliedert. Die Gesellschaft ist be» teiligt an: Mercedes Societe Francais e d'Auto- mobil«*, Paris, Milnes-Daimler Mercedes Ltd., London, Sociedad Espanola de loS Automoviles Mercedes, M a d r i g, MercedcS-Auto-Palast G. m. b. H., W ien. Sämtliche vier vorgenannten Beteiligungen sind auf 1 M. abgeschrieben, was auch infolge des Krieges notwendig war. Ihren Besitz an Aktien der O e st e r r e i ch i s ch c n Daimler- Diotoren-Aktiengesellschaft in Wiener-Neustadt hat die Gesellschaft im Jahre 1913 verkauft. Da» Grundkapital der Daimler-Motoren- Gesellschaft betrug ursprünglich 000 000 M., wurde mehrmals er- höht, zuletzt im Frühjahr 1911 auf nom. 8 000 000 M. Durch Beschluß der außerordentlichen Generalversammlung vom 15. Oktober 1917 wurde das Grundkapital um weitere 24 000 000 M. erhöht." Die Kapitalserhöhung wird durch die außerordentlichen finanziellen Ansprüche, die durch die im Krieg wesentlich vergrößerten Anlagen und Umsätze sowie daZ im Spätsommer 1917 übernommene neue Bauprogramm an die Gesellschaft herantraten, erklärt. In Wahrheit wußte die Gesellschaft aber nicht mehr, wohin mft den Gewinnen. Einmal nützte sie wie alle Automobilfabriken ds« ihnen so günstige Krieg»koniunktur bis auf die Neige aus, dann aber war infolg« der dauernd sehr vorsichtigen Dividenden. pelittk das werbende Kapital unendlich größer als das nominelle Aktienkapital geworden. Wir sind sicher vor dem Verdacht, zu einer leichtsinnigen'Dividenden politck zu roten; ihre Beständigkeit liegt nicht nur im Interesse der Aktionäre, sondern auch der Arbeiter, die geschädigt werden, wenn der Betrieb nicht finanziell gut fundiert ist und in den Stürmen des Wirtschaftslebens zusammen- bricht. Aber die Gewährung«ineS so außerordentlichen BezugS- rechtes als plötzliche Ausschüttung jahrelang gehäufter Gewinne schädigt natürlich alle Aktionäre, die nickt mtt den eigentlichen Machern Verbindung haben und bezügkicki der Verwendung des Besitzes im Dunkeln tappen. War« eS dex Gesellschaft wirklich um die Beschaffung neuer Kapitalien gewesen, so härte dieses Ziel sehr leicht durch Ausgab« eine» geringeren Be:rage« neuer Aktien mit hohem Ausgeld erreicht werden können. Aber eS handelte sich oben in erster Linie nicht um Kapitalbeschafsung. sondern um K a p i t a l v e r w ä s s e r u n g, um die Dividende»iefit anschwellen zu lassen und die Begehrlichkeit von Arbeitern und FiSku« zu tvecken. AuS der Bilanz fit crwäbntt daß das Bankguttraben 21,5 Millionen Mark beträgt und daß an Effekten 3.7 Millionen Mark vorbanden sind, wobei man annehmen muß, daß die Ge- sellschaft ihren sehr großen Besitz an Kriegsanleihe entweder der- kauft bat, was unwahrscheinlich ist, oder sehr stark abgeschrieben hat. Diese Vermutung dürfte auch zutreffen, selbst wenn die Kricgsstcuer mit Kriegsanleihe bezahlt wurde. Das Wichtigste aber ist, daß sämtliche Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Einrichtungen und Patente auf eine Mark heruntergeichrieben sind. Die Akt.Gcs. H. F. Eckert in Berlin, die für 1916/17 wieder 10 Proz. Dividende ausschüttet,»eilt im Geschäftsbericht mit, daß es neben Lieferung in Hceresmaterial in der Hauptsache wieder landwirtschaftliche Maschinen waren, die die Gesellschaft in um- sangreschem Maße beschäftigten. Die Abschreibungen betragen 263 639 gegen 237123 M.'in Vorjahr«, wozu auf Maschinen noch eine besondere Abschreibung von 200 000 M. nötig wurde. In der Bilanz erscheinen u. a. Effekten mit 1 146 695 R. (987130), Warenbestände mit 2101 527 M.(1574 879), Magazin. bestände mit 1 228 546 M.(861 534), Bankguthaben mit 722 382 Mark(503 125), ausstehende Forderungen mtt 2 283 679 M. (2 961560], andererseits Anzahlungen und sonstige Guthaben mit 171 672 M.(171943) und Kreditoren mit 686 083 M.(610 652). Bravere' Königstadt A kr- Ges. in 8firlt» hat i« Geschäftsjahr 1916/17 für Bier und Nebenprodukte 532126 M.(1915/16: 830 730] eingenommen. Die Pacht von C. Habels Brauerei G m. b. H. brachte 150 000 M. Die Handlungskosten erforderten 107 368 M.(III 157), die Ausgaben für'Fouragc 131 399 M. i 123 424). Aus dein Ucberschuß. der sich nach Abschreibungen von 180 586 M.(224 425) auf 406 066 M.(422 206) beläuft, soll eine Dividende von wieder 4 Proz. ausgeschüttet werden; auf neue Rechnung werden 98 524 M.(05 423) vorgetragen. Liebes Publikum, last dich schröpfen! Vom ReicbSverbaud deutscher Tcxtil-Tetail-Vecbände geht de« W. T. B. nachstehende drollige Mitteilung mit der Bitte um Ber- öffentlichung zu: Die Friedensverhandlungen mit Rußland haben für eine Abwärtsbewegung der Preise im Pelzhand el Stim- nmng gemacht. Besonders unter den Verbrauchern hat sick dadurch die Meinung gebildet, daß die Pelzwarcn nun sofort um die Hälfte oder noch mehr hilliger werden niüßten. Demgegenüber sei zu be- tonen, daß ein derartiger Preissturz durchgängig unter den gegen- wärtigen Bedingungen nicht eintreten könne. Insbesondere ver- möge er für den Verbrauch nicht fühlbar zu werden. Ersten? böten die Friedensverhandlungen init Rußland; die ja inzwischen eine vorläufige Unterbrechung erfahren hätten, noch keine Grundlage füc Einfuhr und stärkeres Angebot, und zweitens sei es unmöglich, daß die Pelzdetaillisten, welche die Ware zu sehr hohen Preisen ein- kaufen müßten, diese mit großen Verlusten abgeben könnten. Billige c- weise könne dies dem Pclzbetailharcdel auch gar nicht zugemutet werden. DaS ist Hunchug. Tie Detaillistcn mußten beim Einkauf mit dem Kriegsrisiko rechnen und müssen es nun tragen. Nur wer dumm genug ist. sein Geld fortzuwerfen, wird sich jetzt a I t c L a d c n- hütet zu Märchcnprciscn aufhängen lassen. Der Kapitalmarkt 1917. Der Kapitalmartt war im Jabr 1917 durch die rasche Geld- icköpfung der Notenpresse und die teilweise Lussangung der so ent- staiidenen Umlaussmittel und Guthaben durcki die KnegSanleiben gekennzeichnet. Im Gegensatz zum Frieden treten dagegen Neu- gründungen und Kapiialserhöhungen an allgemeiner Bedeutung zurück, wenn auch die absoluten Zahlen die der besten Friedensjabre fast erreickien. Nach einer Zusammenstellung der Finanzzcitichrift „Die Bank" sind im verflossene» Jahre Neugründungen zur Eintragung gekommen(in Millionen Mark; in Klammern die giffern von 1916): Akt.-Ges. Ges. m. b. H. Zusammen I. Vierteljahr.. 50.6 66.3 116.8 l4ö.a> II.„.. 36.6 60.7 87.2(63.8) IH.„f.;.. 63.3 38.7 102.6<00.0> IV.. 126,9 1366 263,5(127,91 Ganze? Jahr... 277,7 292,3 570,0)3 17.33) Eine starke Steigerung gegenüber dem Jahre 1916 weist auch de Gesamizifier der Kapitalerhöhungen aus. Es sind in das Handelsregister eingetragen worden(in Millionen Mark; in Klammern die Ziffern von 1916): Akt.-Ges. Ges. m. b. H. Zusammen I. Vierteljahr.. 107,0 17,8 124 8(31,2) N.... 107.9 39.3 147.2>74.2) III... 86.6 22.4 160,2(65,6) VL,.. 270.8 45,8 316,4 kl 08,6) Ganzes Jahr... 571.8 124.6 776.4(299.0] ES darf gewiß nicht übersehen werden, daß sich unter den Neu- gründungen eine stattlickie Zahl von Kr i e g S g esellfchaften befinden; autö nicht, daß für das Anschwellen der Kävitols- erhöhungen im letzten Vierteljahre einige Einzelfälle beionderer Art verantwortlich sind. So die große Kapitalserhöhung des konzerns oder die der Dresdner Bank anläßlich drr Aufsaugung der Rheinisch-Weftfälitcker Diskontogesellschaft, wobei keine cigentlicke Inanspruchnahme des Kapitalmaikies, sondern nur ein Aklientcukch stattfand. Trotzdem bleib» da? Bild einer großen Bewegtheit, die sich zum kleinsten Teil auS wirklichem Kap'.ialbedürfKiS, zum gtößten aus dem Bestreben der Verwaltungen erklärt, das Kapital zu verwässern, um FiSkuS nnd öffentliche Meinung nicht durch allzu hohe Dividenden zu reizen, und gleichzeitig den Aktionären ein Sondergekchenk in Form von Gratisaktien und billigen Bezugs- rechten zu machen. Darum war die Einjührung der zu anderen geilen verpönten Konzesfionspslichten für GeiellichastSgründungen und Kopitalserböhungen, ioweit die aufzubringende Summ« 800000 M. übersteigt, durchaus nötig. Jugenöveranftaltungen. Eh arlottenbiirg. Arbeiter-Iugendlieim.Rofinenslraste s. TienSIafl, vorwog deS Herrn H« i l m a n n. Jugendliche und Freunde willkommen. Sriefkasten üer Redaktion. I. T. K. 13. 18. t Ihre Frau muß die gerichtliche ErbauSeinaiider« ietzung beim zuständigen Nachlargericht beantragen. 2. Ad». 8. Ja— E. D. 103. Antrag Ist bei der zuständigen Etcuerkasse einzureichen.— Zt. R. 23. 1. Sie sind verpflichtkt. dem Hauswirt mitzuteilen, ob sie auf seine Forderung eingeben wollen oder nicht.— Lditm. L. L. 1. Ja. 2. Nein.— fi?. P 100. Zu Ihrem wenig menichensteundlicheii Borhaben können wir Ihnen nicht noch hilsreich« Hand bieten. Im übrigen ist der Bett essende berechtigt, noch gewinnbringender Beschäftigung nachzugehcn. auch wenn er Rente bezieht.'— 40. D. 1. Ja. 2 Nein.— W. Ja. R. R. Die Tochter lönntc von der Gemeindeverwaltung Unterstützung verlangen, wenn die Behörde, bei der der Man» angestellt war, die Bezüge so stark kürzt.— M.®. 1000. Das geschieht nur aus Anwag hin, der an da« Generallommondo zu richten ist.—(f.. SO. 1000. Nein. — Grabowsee. 1. und 2. Nein, nur innerhalb iechs Wochen nach AuS- icheiden aus der verstcheruitgSpflichtigcn Beschä'tigung. 9. Prinz-Frledrick- Kart-User 5.— 51. Z. 43. DaS eigenmächtige Fortbleiben der Tochter vom(tzeichäst wegen ihrer Reise ist«in Grund zur iosottigen Entloirnng, sie Hot keinen Ansvruch aus Gehalt.— A. BS. 20. 1. Ob Sie auf Grund der nur tagewcilen Beschäftigung verstcherungSpstichtig waren, ist zwessel- hast, eS hätte eventuell da« Versicherungsamc zur Entscheidung darüber angerufen werden können. Nachzahlung kann nicht verlangt werden- 2. Der BcanUe war dazu berechtigt.— L. K. 40. Wie soeben bekannt wird, soll der Bundesrat einer Rentenerhöbung zugestimmt haben. In den nächsten Tagen werden Sie allo Näheres darübe-«rsahren.— K. D. 70. Solange Wie in versicherungspslichtiger Beichästigunq sieben.—....... 28 Pf Bierseidel........... 28Pst Taffen.......... 45, 55, 95Pst Zum Einmachen für Blumengeschäfte und zur Dekoration. 95 Pst b'� 7� Wirischasts.Ariikel | Kohlenkasten Holz........ 15Ü ä Kohlenkasten Eisenblech..... 2C5 U Kohleneimer......... 326 425 p Herd-Ringstönder...... 38 Pst > Kohlenschütter........... 675 | Kllchenwörmer.Mollie".... 4S0 1 Ofenvorsetzer..... 378 425 1050 1 Gasheizer........... 425 500 | Gasöfen...... 3750 5090 7750 I Gaskocher{ l Anstellen!!} 1500 i Gasanzünder für den Herd.. 65 Pst Emaille-Kasserollen. 1°° 228 2°' Cmaille-Kochtöpfe..... I45 l75 Emaille-Timer...... 95 Pst. I35 Emaille-Kinderbecher.... 45 Pst Emaille-Trinkbecher.... 10 Pst Staubsauger............ 450 Masch-Apparate Stueo... 750 Kochkisten...... 15°° 22°° 35°° Wringmaschinen......... 15*° Wascherolle«............ 65°° Waschkessel--»zink««.« 450--- Z 5b0 Wäschetrockner.......... 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Ida Wüst, Erich Kaiser-Titz, v. Möllendorff, Mart. Kettner. Stg. 3'/, kl. Pr.: Hedda Gabler. I Apollo I 1 Frledrlchslr. 218.?•/. I IlSiltraktionen Sennug S'i, Uhr Jeder' lErwaehsenel Kind frei| | Theaterkasse ab 10 ü. [ onnnterbr. geöffnet. i Berliner Konzertliaus Hauerstraße 82. Zimmerstraße 90/91. Beate; Großes Konzert des Berliner Konsertbaas-OrcheBters, Leiter: Komponist Franz von Glon. Anfang 4 Uhr. 31 o r u e n, den 7. Janaar: €troß©s Konzert S •lau Xafanterle- Regtiaeat«."MG Relelisliallen-Tliester Haute nachm. 8 Uhr s. abends 7�/, Uhr: Sip. „Mein VeihnaehtstnoE'' Nachm. ermUlg. Pr. I Leg. 1 M.. Balkon 75 Pf, Eintritt 39 Pf. Voigt-Theater. Heute nachmittag 3 Uhr: (bei(leinen Preisen) Die Prinzessin vom Stil. AbenbS 7 Uhr: Ledige Mütter. Ab Montag 7. 4: Pieper nnd Sperling._ Stlmrzcr Kater Priedriohstr. 163. Ecke Behrenstraße. Mitda Breiten Ingo Brand u. das hervorragende Januar-Programm. Walhalla-Theater. 3 Uhr: Zig»uu»r. 71. uhr- la goldenen Ion. n.r ßtttfütftfn*' ILT«ouenooimiop, U.T ürncorutncaka U.TUntti Den Ernten; Psilander: DerTotenniStßDßr PaulHeidemann: Und stets kam 'was dazwischen U.T Orintew'ttta, U.T ailu,z: »doli titriner Knochenmühlen, Haushaitmühien, Kaffeemühlen. gebe Gröfte. Losort lleserbar. Berfa«! Q. S Sinei,, ßoriin N Vutbultt»4». A.n. Stockwerk Eröffnung: des lesidenz-Casinos Blumenstr. 10, neben dem Resident-Theater, Sonnabend, den 5. Januar, abds. 8 Ohr. Direktion H. Baatz.— Artistische Leitung Mapenaky. Erstklassiges Kabarett mit TarEngilehen Kräften.— Jeden Sonntag Vorstellungen 4 nnd 8 Uhr. Kasseneröffnung täglich 11—1 Uhr u. 6 Uhr abends. Ab 16. Januar Operetten-Gastspiel.— FürSpsleen#. v Strünke wird bestens gesorgt. 15781/' Preise der Plütze: Terasse M. 2.50, I. PaiVett II. 1.98. II. Parkett M. 1,—, Entre« 75 Pf. URANIA 4 Uhr(halbe Preise): Das Oberengadtn nnd der Mplüsen. 8 Uhr: Dir. Eranz Ooerke: Jerusalem« Montag 8 Uhr: Tier und Henseh In der Wildnis._ tljcater der Rgl. Hochschule für ülUSlk, Fasanensfr. 1. Sonntag, 6. Januar, 7*1, Uhr: zMr CharleysTante. Sonntag, 13.n.20. Jann 7'/, U. Hasemanns Töchter.: Kart Werth, n. Theat-Kastellan. Casino-Theater Lothringer Sk. 37. IJgL'/.S U. Der neue akwelle Schlager Hamsterfritze. Bermier Posse w 3 Autiügen. Vorder daS neue Yanuar-Progr. Elliol, Barno«, Prinz, 2 Ewas. Sonnt. 4 II: Die Friedenstaube. e ermattia- ?rachtsäle Chaussee str. 1 10. S. Richter. Jeden Sonntag Paul Manfheys lustige Singer u.Konzeri Anf.d. Konz B1� 4. Vorst,«f, Milttür Eintritt 38 PL- Jeden Sonnt. P.Wanthaya Laal.88ngor Admiralspalast. 2 Vorstell., 4 u. Vi, Uhr. Deutsche Tänze von Schubert Abrakadabra. Zahle Qeld zurück! f. PTaehtvolle Büst« erhalten(Ke in kurzer Zeit nur durch mein bekanntes n. bewährtes � Beeinträchtigt weder TeäUe noch Hüften. Leichte 8u8er- liche Anwendung. 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Jtas mehrere Tinteile enisprechend mehr. 117/5» NSsiere» in den genannter verleiimtgs stellen und durch den Sorstan» der Norddeutschen «müseban» Genofsrnfchasri ».«.m.b.H.. verlin 4) Ä, Burgstr. S7 III. Zimmer 78. ggf Kriogsanlelhs wird zum OoD» Nennwert in Zahlung »esritigt[9S62» OrStrahto Uillfölnillf j .»HautauSschlag�lochten, AautiHd««. bof. Bein- fchfiben. Zraampfader» der Krmien u. dergl. Jusendg. erfolgt per Nach» nähme in Soseu a 2,20.1 3,83, 6,6«. Eiefanlen-Apotheke,8»rlin, I Leipziger Str. 74 (am Dönhoffhlatz). SeMelMMMlMM OrtsTcrwaUnng; Berlin. Dem Andenken nnserer im Felde gefallenen und verstorbeneu Kollegen gewidmet. Lansck, Msx, Mechaniker, geb. 10. 11. SS zu Berlin. k'rZebe, Paul, Schl-sser, geb. 17, 2. 93 zu Mtlvasser. FröHch, Georg, Dreher, geb. 16. 10. 98 zu Dautzsche». John, Hermann, Schloffer. geb. 22. 11. 80 zu NummelSburg. Kusserow, Gustav, Schleifer, geb. 15. 11. 81. zu Bieraden. Lange, Paul, Arbeiter. geb. 26. 6. 85 zu Verlin. Mazurek, Johann, Schleifer, geb. 24. 6. 81 zu Kobylin. Ehre ihrem Andenke»! 221/12 rnzmm Die Ortsverwaltung. smm ÄKsxsrlmlieüel-WSglli!. Bezirk Grotz-Berli«. Folgende Kollege» fiud im Felde gefallen: öüüüöÄ Industriearbeiter. AkS ZkWv. GeschSftSdiener. Vfitö! GtsHk, Drofchkenchauffeur. Müi ösWaser. P°ck». MM MSZegeZvt. Industriearbeiter. Aöö! Speditiouöarbeiter. MM, Gefchästsdiener. W MM. P°ck-r. MbI Uler. SerNMvSjretzsWer. Jndnstrie-rbeiter. ÄWril tmm, lilflPO öTKM. Fensterputzer. A!dLlk ültjöj. Arbeits kutscher. Ehre ihrem Andenke«! 11/18 Die De»lrIr»IeU»nx. Am Donnerstag, den Z. Januar, verstarb infolge Herzschlags mein lieber Mann, unser treusorgendei Bater und Schwiegervater, der Bohrer iSOa| Richard Sorrer im?lllcr von 59 Jahren. 11m stilles Beileid bitten die Die trauernden Hinterbliebene«. Die Beerdigung findet am 7. Jmmar, nachmittag. um°/,4 Uhr. von der Leichenhalle des neuen städtischen Nenlöllner Friedhofes am Mariendorser Weg aus statt. gentlcher llletslliirbettek- Verband. Verwaltuniastells Berlin. Den Mitgliedern zur Nach- richt, dag unser Kollege, der Gürtler Hup Robert Grimmstr. 2 am 1. Januar gestorben ist Die Beerdigung findet am Sonntag, den 6 Januar, nachmittags L'/, Uhr, von der Leichenhalle des Fran- zösischen Kirchhofes in Pan- tow.Wollankstraße, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. 3>achrnfc. Dn,Mtglicdern serner zur Nachricht, dag uuier Kollege, der Maschilienarbeiter Max Graefe Waldemarstr. 75 am 28. Dezbr. gestorben ist. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schlosser Otto Kautsch Tratchner Str. 3 am 20. Dezbr. gestorben ist. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, dag unser Kollege, der Maschinen- arbeiler Aupst Schon Sickingenstr. 1 am 30. Dezbr. �starben ist. Ehre ihrem Audeuke« l 221/13 Die Ortevarwaltung. MEPWW kauft Kall, Mimzonbdlcr.. Berlla, WiDjolmstr. 46/47.'* Verband der Sattler und PerteTeuiller. Ortsperwallung Berlin. Als Opfer des Weltkrieges fiel unser Mitglied unm mm 22 Jahre alt. Ehre seinem Andenken: 161/4 Die Orteverwaltong. Deutttber Banarbciter« Verband. Zwolgeerein Berlin. Bezirk Osten II. Am 1. Januar starb Plötz- lich unser Mitglied, der Nabitzspanner Allsl Bogt. Die Beerdigung findet morgen Montag, de«7.d. M., nachmittags 2 Uhr, auf dem Kirchhof drr Aujerstehungs- Gemeinde in Weitzcnsee, Lichtenberger Straße, statt. Bezirk Moabit. Ferner starb am S. Januar unser Mitglied WWOS komm' HtlssarbeUer. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 9. Januar. nachmittags l'j. Uhr, aus dem Gemeindc-Frtedhos in StahriSdors statt. Ehre ihrem Andenke«: Um regeBeteUigung ersucht t4«/2 Ter vorstund. Verband der Oemeinde- nod Staatearbeiter. Filiale GroB-Berlln. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode des Kollegen kuäolk Zibail von be£ Gasanstalt Gtt- ichiner Straße. Ehre seinem Andenken i Beerdigung am Montag den 7. Januar, nachmittags >/,4 Uhr, von der Salle dcS neuen Jakobi-KirchboseS in der Hermannstraße aus. Um rege Beteiligung bei der Bestattung deS Kollegen ersucht 189/7 Die Qrtsverwaltung. Am 2. Januar verstarb nach kurzem Krankenlager mein wntgstgeltebter Gatte, unser guter Vater, der Bier- apparalereiniger ISLA Julke im 65. Lebensjahre. In stetstem Schmerz Martha Julke geb. Adel nebst Söhnen» II 65. Schutstr. 51 I. Die AbschtebSseier findet am DienSlag, den 8. Jan. abends 6 Uhr, im Krema- torium, Gerichlstraße, statt Kranzspenden dantend verbeten. Ceutfcfter Cransportarbeiterverband. BeztrkSverwalt. Groß-Lerltn Den Mitgliedern zur Nach- richt, daß unser Kollege, der Rollkutscher Christoph Pettkos von der Firma Fischer. Prenzlauer Straße, am 1. v. M. im Atter von 61 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 7. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Barths- lomäus-Kirch hofeS, Weißen- see, Faltenberger Straße, aus statt. Um reg« BetessiglMZ wird ersucht Nachrufe. Ferner starb unser Kollege, der GeschästSlulscher Goltliob Gerber von der Firmv Gebr. Stein- lein, Thaerftraße 29. am 28. Dezember im Alter von 62 Jahren. Ferner starb unser Kollege, der Industriearbeiter Pou! Knappe am 2?. Dezember im Alter von 55 Jahren. Ferner starb unser Kollege, der Industriearbeiter »vge Schreip von der Firma A. E.-D., Ackerstraße, am 1. d. N. im Atter von 45 Jahren. Ferner starb nnserKollege, der Droschlensührer Wilhelm SimmickB am 1. d. M. im Alter von 55 Jahren. Ferner starb nnserKollege, der Droschlensührer Geinrieh Sfeingk am 26. Dezember im Mer von 70 Jahren. Ferner starbunser Kolleg«, der Hausdiener Giie Trane am 80. Dezember im Aster von 60 Jahren. Ferner starb nnserKollege der Arbeitslutscher Christoph Westphal von der Firma W ernicke. HabSburger-User, am 1. d. M. im Alter von 55 Jahren. Ferner starb unser Kollege, der Industriearbeiter Otto Wolf am 1. d. M. Im Aller von 19 Jahren. 11/17 Ehre ihrem Andenken: Die Bezlrksverwattung. Danksagung. Für die vielen Beweise herz. licher Teilnahme bei der Be- erdiguna unseres einzigen, geliebten Töchterchens Etoo heilte! sagen wir allen Bcteiliglcn sowie den Kollegen der Deutschen Telephonwerl«. Abt. Stümpste. herzltwen Dank. 160A Ott» Henkel und Kran, zurzeit im Felde. s Zur Vermeidung von Gasvergiftungen und GaSerplosionen machen wir daraus ausmerlsam, daß die Häbne an den Be- leuchtilngsgegenständin und Kochern nach deren Benutzung gut zu schlieizen�sind. Insbesondere ersuchen wir die GaSabnehmer. die Gas durch GaSautomatcn beziehen und einzelne Räume mit AaSbenutzung abvermietet haben, ihren Untermietern zur Pflicht zu machen, diese Maßnahme achtsam zu treffen. Bei den Automatanlagen liegt die Gesahr vor, daß die GaS- benirtzung unterbrochen wird, sobald das durch die einge- worfcncn Geldstücke bezahlte GaS verbraucht ist. Hier- durch erlöschen dann auch die Flammen bei den offenstehenden Hähnen. Wird nun daS Automatwerk von dritter Hand durch Ein- wurs von Geldstücken wieder betätigt, so kann GaS aus den offen gebliebenen Hähnen unverbrannt entweichen und schwere Gefährdungen herbeisühren. Berlin, am 23. Dezember 1917. Direktion der städtischen Gaswerke Schimming. Lenze. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und durch den Verlag Moritz Perlcs, h. n. k. Bncbhandtang, Wien. Stefan Buszczynski: FR El HOTS HORT Deutung der Gescblcbte Polens. Preis: M. O.—. Stimmen der Presse: „Gegenüber den mancherlei ahfSUigen Urteilen. die teils zur Erklärung, teile zur Rechtfertigung der Teilungen über Polen in Umlauf gesetzt wurden. wollte Buszczynski zeigen, daß Polen nicht ein Produkt und Opfer von Anarchie und Adelsübermut war, das sich mühsam einige Jahrhunderte bis zu seinem unvermeidlichem Untergang hinschleppte, daß vielmehr die Geschichte des polnischen Volkes von großen und hohen Ideen geleitet war, daß Polen durch seine Achtung der Menschenwürde, durch seine Behandlung der Volksmassen, durch seine Rechtspflege, durch seine Duldsamkeit, durch seine Pthigkeit zu friedlijhen Reformen, durch seine Gabe der Versöhnung fremdartiger Elemente und durch seine Entfaltung politischer Freiheiten nicht nur den Beweis für seine Existenzberechtigung erbracht, sondern auch vor den meisten anderen Völkern einen Vorrang hatte."(„Kölnische Volks- zeitung", 16. Aug. 1917.) „Die Veröffentlichung dieser Arbeit des bekannten polnischen Gelehrten in deutscher Sprache ist angesichts der staatlichen Wiederherstellung Polens sehr zu begrüßen, da sie ihre Bestimmung einer willkommenen Aufklärung zu erfüllen vermag, und zwar nicht so sehr durch das Eingreifen in das trockene Tatsachenmaterial, als vielmehr durch die tiefere Einsicht in den geistigen Lauf der Geschichte."(„Bohemia", 23. Juni 1917.) „Der gleichsam divimatorisohe Sinn der Ausführungen Buszcj rrekie, die gewissermaßen höchst aktuelle Zuspitzung seiner Argumentation, bewirken, daß uns dieses Buch vom Horte der Freiheit so ungemein nahe berührt und befruchtend anregt."(„Krakauer Zeitung", 6. Sept. 1917.) Anton Choloniewski: Geist der Geschichte Polens. Preis: M, 8.—. Stimmen der Presse; „Dem interessanten Buche(„Froiheitshort") hat einer der hervorragendsten Publizisten unserer Zeit, Herr Anton Choloniewski, ein tiefgefaßtes Vorwort vorausgeschickt.(„Krakauer Zeitung", 6. Sept. 1917.) „Choloniewski kommt in seinem Buche zu dorn Schlüsse;„Die Grundsätze, deren tiefe Weisheit die Völker Europas erst unter den fürohterliohen Leiden des Weltkrieges begriffen, haben wir Polen schon durch Jahrhunderte in den Grenzen angewandt, die dem Begriff der Gesellschaft die Entwicklung der Epoche vorgezeiohnet hatte. Die Ideen, denen die Zukunft der Welt gehört, sind unsere."(„Deutsche Warschauer Zeitung", 8. Sept 1917.) 1198b* Franringo Diilfoieif.CTold. �oo 14Kar. ß ola.585g eslemp. Nur solangeVorraf reicht 8 Kar. Gold von H.Dt�Etn. Säni. Prelis. Kinssentotterie t Ziehung der I. Kl.: 8. o. 9. Januar. Achtel-Lose 5 M.— Viertel-Lose 10 M. Kalbe Lose 20 M.— Ganze Lose 40 M. Bei Vorauszahlung för alle 5 Klassen i Vs Vi'/« Vi Lose 55~»5 ISO 209 M. Kröger, Lottert Schmer LerUn Friedrichstr. 193 a, EcHe Leipziger Str. Cirfjtftf n 1| ndlima� h Aenti. geleitete, modern eingenchtetr �Seiilllistatt f. amdulator. 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Richter, Berlin-Moablt. Walditr. 23. Lungen- leiden. Blutarmut, Nervenschwäche geheilt.— 2. Herr Georg Heinrich, Baumschulenweg, Baum- schul enstr, 29 II. Lungenleiden geheilt.— 3. Fran E. Blödorn, Cöpenilt. Aug.-Viktoriastr. 24. Herz-. Leber- und Nierenleiden wiederbolt gebessert.— 4. Herr K. Enste. Reftaur,, Charlottcnburg, Hutten- strape 12. Chronischer Mittelohrkatarrh geheilt.— 6. Frau Gründerg, Wetffenfee, Linden-Allee 3. Von schwerem Asthma befreit.— 6. Frau M. Zafke. Berlin, Nollendorsstr. 40 l. Rheumatismus und steife Schulter geheil».— 7. Herr E. Ehrhardt. Gr.-LIchter- ielde, Ringstr. 52a. Chronisches Hüftgelenkleide« wiederholt erfolgreich behandelt.— 8. Frau E. Ho- dorff. Berlin, Coldergerstr. 28/19. Nerven- u. Knochen- Hautentzündung— vollständig gelähmt— geheilt.— 9. Herr Ff. Nayda. Berlin. Prinzen-Allee 72/73. Von Kopf- nnd Kreuzschmerzen, trockener Brustfell- rtofzündung nach Influenza geheilt.— 10. Frau E. Herzmann. Schöiicbcrg. Feurigltr. 61. Eiternde Fistel nach Blinddarmoperation geheilt.— 11. Herr E. Ritter. Friedenau, Sponholzttr. 56. Von Knie- gelenkleiden gebellt.— t2. Frau R. Rohrmoser, Berlin. Breslaucrslr. 1. Altes fünfzehnsährigeS Herz- leiden geheilt.— 13. Herr M. Sluffner. Reintcken- dorf-Weft, Antonienstr. 3 Kiefervereitcrnng gebeilt.— U. Frau H. Hagel. Sachsenhanscn b. Oranienburg L M. tlnterl.-BIutungen nnd Nervenleiden geheilt.— 15. Frau Ww. Fritschler, Berlm, Maricnburgcrstr. 48. Darmgeschwulft geheilt.— 17. Herr Erich Bock, Berlin, Havelbergerstraße 15. Von Nieren- und Blasenleiden, Wasfersuck.t, allgemeiner groster Schwäche geheilt.— 18. Frau Rcstaur. Hering, Berlin. Schönhauser Allee 87. Von Basedowscher Krankheit geheilt.— 19. Herr A. Brase. Bln.-Tempelhof. Fricdrich-Withetmstr. 14. Schweres Rückenmarkleiden mit Lähmung drr Beine vollständig geheilt.— 20 Frau E. Popp, Bl».-Lichtenberg, Gärtnerin. 10. Bon chro- nischer Herzschwäche und Bcrstopfnng geheilt. — 21. Herr R. Schladitz, Berlin, Caprioistr. 24. Von GesichtsluPuS geheilt; vorher mit Radium erfolglos behandell.— 22. Herr A. Hellwig. Bln.-Borsigwalde. Ernsfltr. 25. Von'Magrngeschwnlft, Bcrstopfung und Nervenschwäche geheilt.— 23. Herr Milchhändler Ecker,, Berlin, Grcisenhagenerstr. 26. Von gichtisch-rheumatischen Schmerze» In Bein und Fußgelenk geheilt.— 24. Herr Gastwirt C. Michaelis. Charlottcubura, DallsN. 87. Von chronischem Leberleiden und Gelbsucht gebeilt. — 25. Frau M. Knorr, Bln.-Lichtenberg. Schorn- weberstr. 62. Von Herzschwäche, Lcberanschwellung und Magenkrebs geheilt.— 28. Sobn Paul des Weichenstellers Herrn Wilhelm Haffner, Bin.-Weftend. BcamlenbauS. Bon schwerem Beinleiden geheilt. Bein sollte abgenommen werden. 249/16" ttSST Briefliche Original-Anerkennungen von uns geheilter Patienten stehen im Wartezimmer der Anstalt auf Wunsch zur Einsicht. ♦ Getrennte Behandlungsräume für Damen und Herren I H Sprech- und Behandlungszeit: 9—1, 4—7'/,.— Sonntag und Feiertag; 8—1. 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Ter Poltsbeauftrergtenrat drängt zu Pephandlunge«. Petersburg, 3. Januar. Da die offiziellen Vex- treter der ukrainifKen Rada sich bereit er- klärten. Verhandlungen mit dem Rat der Volks- k o m m i s s a r e, der die Unabhängigkeit der ukrainischen Republik anerkennt, zu eröffnen, und damit die Rada ihrer- seitK den gegcnrevolutionären Charakter der Tätigkeit ihrer Anhänger anerkennt, wäre die Eröffuvug vou Besprechunge» mit ihr absolut wünschenswert. Es wird dabei berücksichtigt. daß der Rat der Volkskommissare dos Recht aller Rationen. einschließlich der ukrainischen, auf staatliche Unabhängigkeit unbedingt anerkennt. Jeder Versuch, einen Krieg mit der Rada zu vermeiden, muß gemacht werden, wenn die Rada den gegenrevolutionären Charakter der Tätigkeit Kaledins anerkennt und den Krieg gegen ihn nicht verhindert. Der Rat der Volkskommissare spricht die Ueberzeugung auS. daß die ukrainische Rada Bedingungen schaffen wird, die jeden Zusammenstoß zwischen den Brüdervölkern unmöglich machen werden. Der Rat der Volkskommissare hält es für angebracht, regelrechte Beziehungen mit der Roda zu eröffnen, um alle Ver- Wicklungen zu vermeiden, die durch die Politik der Rada mit Bezug auf die allgemeine Front und die gegenrevolutionäre Erhebung Kaledins hervorgerufen wurden. Der Rat der Volkskommissare schlägt der Roda Be. sprechungen vor über ein Abkommen gemäß den angegebenen Grundsätzen und bezeichnet als günstigsten Ort. um die Verhandlungen zu führen, die Städte S m o l e n s k oder W i t e b s k. » Basel, s. Januar. s.Kraukf. Ztg.*) Nach einer Petersburger Havas-Meldvng wird den Blättern berichte», daß der stübere Kriegs« minister S a w i n k o w und der frühere Generalissimus« l e x e j» w sich in N o w o»? s ch e r t a s i befinden, wo die Abteiiung her Miliiärschulen von Petersburg, Moskau und anderen Provinzpläyen konzenlrier» find. Gegenwärtig werden in Nowo-TscherlaSl Spezial- korps gebildet, die dazu bestimmt sind. Raledin im Don-Gobiet zu unterstütze,,. K o« n i l o w toll zum vbsrbefehlSbab« aller Truppen im Don-Gebiet ernannt warben. « D«..Nieuw» Aorterda-usche Souraru"««fährt«u» London vom 4. Januar'. Di« Bolschewikt hoiten Charkow he- setzt,«bar J>ie Trupp«, beS ftenewH SCfcher&ijt fcha» schließen W« Stadt allmählich ein. Starke Truppen der' Boksche- wiki werden he) Woronesch zusammengezogen und bereiten «men Angriff auf Kaiepin vor. Lolschewiki. die mit der Eisenbahn von der koilusifchen Front kamen, wurden bei Aosto» durch Kaledins Truppen«ntwaffuet. Das Uebersthreiten üer rujststheu Grenzen« Neue Bedingungen. Petersburg, 3. Januar.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agrntur.) Der Uebertrttt auf russisches Gebiet kann unter folgenden Bedingungen erfolgen: 1. Die Grenze» find für alle fremden Bürger frei zu überschreiten, wenn sie diplomatische Pässe von alliierten und neu, raten Mächten mit dem Visum des Kommissariats für Answärliges beim Rat der vollskommlssare besttzen. 2. Russische Bürger, welche diplomatische Pässe vom Koni- misiuriat beim Rat per Kommissare besitzen, überschreiten die Grenze frei. Z. Politische Verbannt«, welche persönliche Pässe be- fitzen, die in jedem einzelnen Fall« durch die besonders bevollmäch« »iglen betreffenden«liSschüffc der Servannie» ausgefolgt werdcn und«in Visum von dem Bectreier des Rates der«omnriflare im Ausland««ragen. 4. Bürger, sowohl russische«wschlietzli» finnisch» al» fremde, welch» diplomatische Päsi« besitzen, überschreiten die russisch« Grenze frei, fall» sie eine vorläusige besondere AufenlballS« arlaubnis von dem Vertreter des Rate« der Kommissare im Au-- lande besitzen, und ö. russische Bürger. auSaenovmen Diplomaten, welche da« russische Gebiet verlassao. Verden einer LeibeS- untersuchung unterworlen. Die Fassung beS Punktes 3 läßt nicht erkennen, ob der Besitz eines Aus landspasses zum Bsrlassen Rußlands zur Bedingung gemacht wird. Bekanntlich rncr da» Ausreisen m den Zeiten dgS ZariSnurS durch di« Bestimmungen der Paßböl'chosfung besonders erschwert. Aas die bolschewistischen Bedingungen für das Betreten Rußland« anbetrifft, sä ist ihr charakteristischer Zug dos Verlangen eines Visums der bolschewistischen BeHorden im Auslände. Bekanntlich leksten die meisten Parteien in Rußland den BolschewikiS Wroderstond und lehnen ob, ihre Gewalt anzuerkennen. Daher sträuben sie sich niit den Organen der Bolschcwikis in Berührung zu kommen. Die Forderung des Visums stellt gewissermaßen einen Zivang der bolschewistischen Machthaber zur Aner- kennung ihrer Macht dar. Hoffen wir. daß der Dag nicht mehr allzu fern ist, wo die jetzt noch aufrechtcrdaltenen Beschränkungen dieser Freiheit vollends fallen! ES wäre der Tag des lTriegsendes. sofern die Revolution sich dauernd siegreich durchsetzt. Dänemark, Schweden und Finnland. Der dänische Konig hat der finnländischen Abordnung. deren Sprecher der Staatsrat Gripenberg war. auf ihr Er- suchen. Finnland als freien und unabhängigen Staat anzu- erkennen, erklärt. Dänemark würde mit größter Sompatbie Finnland in den Kreis der nordischen Länder eintreten sehen: crnchme an. daß«SsürFinnland möglich sein werde, ein Einvernehmen mit Rußland zu ex- langen. Aus Stockholm wird berichiet: Schwedens Air-' Erkennung der Unabhängigkeit Finnlands wurde von den Freitag'Mendblöttern einstimmig mit Begeisterung be- grüßt.„Nna Dagligta Allemanda* sagt:.Schwedens Hand war die erste, die sich dem neuen Finnland entgegenstreckte. Es Wird sich sicher zeigen, daß dies auch eine Tat der StaatSklugheit war. Finnlands best« und stolzeste Ueberlieferungen weisen dieseö Land kulturell und Politisch «ach Westen hin. wenn auch natürlich seine HqndelSiuteressen und sein Oelbslerhaltungötneb zugleich verlangen, daß es in guter Nachbarschaft mit der russischen Republik lebt." ..Socialdcmokraten" versichert: Mit selten einheitlicher und geschlossener Zufriedenheit wird unser ganz«» Volk den Beschluß der Regiorimg, Finnland als selbständigen und um abhöngisen Staat anzuerkennen, willkommen heißen. Zrankreich erkennt Zinnlanüs Unabhängigkeit an. Paris, v. Januar.„Teinps" meldet: Di« französische Regierung hat die Unabhängigkeit der sinnischen Republik rechtlich>oie tatsächlich anerkannt. Ulbert Thomas unü üle Delegation nach Stockholm-petersburg. Schweizer Grenze, si. Januar.(„Köln. Ztg.*) Albert Thomas teilt in der„Humonits" mit, die französische Regierung habe die Absicht gehabt, ihn allein in amtlichem Austrage nach Stockholm und Petersburg zu schicken: er habe das Ängebotobgelehnt. aber die Notwendigkeit, eine sozialistische Gesandtschaft nach Petert- bürg zu senden, bleibe bestehen. Die Berweigerung der Pässe nach Petersburg nennt Albert Thomas«in« sehr ernste und gefährliche Entscheidung. Thomas hati« der Äbvrdwkng der Bereinigten Gezialisten der Kammer angehört, die vor einige» Togen bei Slemenceau mit dem Ersuchen um Päfle für Petersburg vorstellig wurde; sie hatte das Ziel, ge#n den VbMutz eines Sonderfriedens oder wenigstens für besten möglichste Unschadlichmochun« zu wirken. Auch Rovger, Renaudel, isachin und Longuet waren für die Petersburger Reis« bestimmt. Clemenceau lehnte das Ersuchen dieser Abordnung ab. Die sozialistisch« und linksradikale Presse verurteilt in schärf- st« Weise die Haltung Clemenceaus gegenüber der sozialistischen Delegation und betont, die Berweigerung der Pässe für Stockholm sei ei» neuer schwerer diplomatischer Fehler, ganz abgesehen von der Mißachlung. die für die sozialistische Partei darin enthalten sei. Tschitscherin als Sote Henüerfons. Amsterdam, 4. Januar. Nach..Allgemeen HandelSblod" beruhtet„Daily Chroniels", daß Tschitscherin, bevor er das Gefängnis in Brixton verließ, eine lange Unterredung mit Arthur Henderson hatte. Henderson tciuc ihm die A nsi ch- tenderenalischenArbeiterparteiüberKricg und Frieden sowie seine Stellung gegenüber Rußland mit. Tschitscherin wird diese Mitteilungen der Dolschewrti-Regierui� überMitteln. Der Krieg auf öen Meeren. Verl»»,».Januar. Lmtlrch. I« östliche» Sermal. k a»« l sind«im uuscrcu U-Leoten lörzlich 21 000 S.�.-T. vernichtet Werben. Sämtliche Schiffe waren schwer beladen und be- «affnet und fuhren bis auf eiitS unter startet Sicherung. Pin tief). belebe ne r»ewafsvet»» großer Tantbawpser, be» Surs aus Kherbourg hatte,«urb« au« eine« starke», durch viel» Fischbampfer und schnelle U BootS-Zerstörer gesicharten G« l« t t z u g hrravSß, schössen. An dem Erfelg, der unter arschwrreubrn«erhält- n i s s c» errungen und darum«« so»uerke, menSwerter ist,»a» in erster Linie»in kleines U-«»»t beteiligt, da« unter der schneidigen Führung sein»« SoWwnndanten, Oderlrutnaiit zu» Are Steinderff, i« Dezember verigen JahreS durch schnelle« Arbeiten in zwei Nnteinehwungen insgesamt 82 SOO B.-R.°T. vernichtet hat. Der Chef de» AdmirakftaSes der Marine. * tyn Perlust diese« Tonkdqmpfer« trifft die Snlente um so schwerer, als der deullche Bericht leit Müi« persongsnan Monat» bereits vior ähnlich« Berte ukungsfäli, melden konnte. Die il-BootS-Lbwebr. zu der besonder« Motorschiffe herangezoge» werden müssen. Hot durch Seweiterung de» Sperrgebiete» und da- durch vermährten Lelverbrauch den englischen Import vor neue Schwtertskelten gestellt. Ein, der neuesten lvirlungen äußert sich in dem verbot de» Autofahron» für Private in Stiglond, � Berlin. 5. Januar. Kühnes Drauf«»l>en unserer U-Ppate bei stärkster feindlicher Gageuwehr bat unseren Fimda» wiederum den Berlust von 22 000 Br.-R.-T. eingetrogen. 3 graste Tompser fielen den Torpedo« i««tunuUnnal zu« Opfer,«in» de» Schiffe war ein tiefbeladener, ostwärts steuernder grosser Tankdamvfer! er sank binnen»0 Sekunden. Bon den übrigen Schiffen konnte ein» alg der bewaffnet« englische Dampfer Volvorth>31 ist To.) festge« stellt«erden» das Schiff wo, mit wertvoller Eisenerz- und PssoS- phorlodung nach England bestimmt. Der Ebef de» Sdwiralstobe» der Plortne. Kleine Kriegsnachrtchten. Sarrail« Rückkehr. Nach Meldungen der Poriser Presse ist General Eorrall in Montaubgn eingetroffen. Pariser Journa- listen, die Sarrail befragen wallten, ausivortete der General nur, er habe keine ZufuustSpläne und uerweigerc jegliche Er- llärung über feine Absetzung. Ruhe ist üie erste Sürgerpsticht. In welchem Jahre leben wir? laist? Rein lSflö I Denn im «»schlutz o» die gestrigen Verhau diuugen da« HauptauSschusseS dekretiert der»Lokal- Anzeiger'': Zweifellos sprechen schwerwiegende Gründe für diese vor- sichtige Zuiückhallung. Such die Presse ist nach uoierer lieber- zeugung perpflichlet, ihre Worte angesichr« der ungeheuren Ge- Ipannlheil der Lage auf das peinlichste abzuwägen, und sie lonn im Augenblick sicherlich nicht« Besseres tun. als sich dem löb- IrchenB eis viele der heutigen RetchStagsmehr- heil anzuschließen. Der Hovpiausichuß hat die Debatte gegen den Widerspruch der Sozialdemokrane abgebrochen. Die Press« täte offenbar gut. auf 1t Tage ihr Erscheinen einzustellen, �vertraue» Eurem Magistrat.. Die innere Politik üer vaterlanüspartek. Die krampfhssten Ahlkugnunssversuche der BaterlandSPartei, haß ihr Ziel nicht nur die Bekämpf, mg d-S äußeren, sondern auch de«„innerii Fe in de»" sei iwie e« im ersten Ausruf hieß), er- sichren eine treffende Beleuchtung durch einen Vortrag, den Dr. Leo Wegen er-Posen kürzlich gehalten hat und der von der.Post" jetzt abgedruckt wird. Der Vortrag führt den Titel„Wozu die PsteesondSpartei?" und in ihm heißt c» u. S.: Was versteht denn Wilson unter Demokratie k Herrschaft der Massen! Durch dtt Wahlstimme se.deS einzelnen soll per Wille de« Volle» kundgetan werden. Man setzt also an Stelle der Onaki» »et die Duantitöt. Aber Wahlen kosten fürchterliche Gelder, in demokratischen Ländern am meisten. Also entscheidet doch eigent» lich nicht der Wille de« einzelnen, de«)RolU». sondern der Wille der reichen Leute, die die Gelder dafür hergeben, und den einzelnen Mann bearbeiten lassen. E« werden als» mit anderen Worten in einer Demokratie die Vertreter der Reichen gewählt, ouS denen dos Vtaateoberhaupt sich dann ollem sein« Minister wählen muß. Das heißt, es darf die Auswahl nur zwischen 1llr-20 Männer treffen. Nach diesen Ausführungen, denen sich ähnliche anschließen, löst sich die Frage:„Wozu pi« BnterlaichspaAci?" für jede« Denkende« sehr einfach: Zur Bekämpfung der Demokratie, de» Parlamentarismus, des gleichen Wahlrecht», kurz- um jedes innerpolitischen Fortschritt«. Zulagen für Rentenempfänger üer?nvattüenverstcherung. Der Bundesrat erläßt in der gestrigen Nummer de«.SUich«. Anzeiger' eine Verordnung, wonach Empfängern einer Invaliden- renke, wenn sich dieselben im Inland aufhalten, für die geil bi» ,um 31. Dezember 1916 eine Zulage zu ihrer Rente gewährt wird. Die Zulage beträgt für Empfänger einer Invalidenrente monat- lich 8 Mark, für Empfänger einer Witwen- oder Aitwerrente monatlich vier Mark und wird im vorausbezahlt. Auch au Empfänger, die nur einen Bruchteil der Rente erhalten, wird die Zulage im volle» Betrage entrichtet. Sie wird dem Berechtigten ohne besondere Anweisung de« Versicherungsträgers vorichußweiie durch diejenige Zahlstelle der Post, welche dem Empiänger bezeichnet ist, gegen Quittung ausgezahlt. Nicht abgehobene Zulagen werde« nur bi« zum 80. Juni ISIS nachgezahlt. Den Sonderanstalten. die ihre Zahlungen ohne Vermittlung der Postanstallen selbst leisten, überweist das Reich allmonatlich einen Vorschuß, der dem Betrag eniiprichl, den die SondergnstoU voraussichtlich an Zulagen zu zahlen hat. Letztere sowohl wie die obersten Postbehörden hoben der RechnungSstell« de» ReirbSverfiche- rungSanttS binnen acht Wochen«ach dem 61. Dezember 1vt6 mitzuteilen, welchen Gesamtbetrag an Zulage» sie ausgezahlt haben. Die bis zum 3l. Dezember nicht obgehobeuen bis zum SV. Juni ISIS gezahlten Zulagen sind bei der Mitteilung der im Jahre ISIS auf Anweisung de« Versicherungsträger gezahlten Beträge anzu- geben. Die Versicherungsträger erstatten ihren Anteil an den Zahlungen mit je einem Zehntel in den 10 ans da? Jahr 1918 folgenden Jahren zugleich mit den Zahlungen auS Derstcherung»- leistungeii. Die Verordnung tritt leider erst vom 1. Februar diese» JahreS in Kraft. Mir Rücksicht auf die gegenwärtigen TeuerungSverhält- Nisse wäre eine entsprechende Rückwirkung nur recht und billig ge- wesen. Sonservatioe Rüstungen. Die Konservatwen scheine««in ge- wrsie» Gefühl dafür zu haben, daß c? ihnen hei den»rächste» politische}, Kämpfen an den Kragen gehen soll, dryn sie mach« verzweifelte Anstrengungen, ihre Mittel zu vermehren. Einen interessanten Beleg dafür histet das uns vorliegende Zirkular: ge- zeichnet v. Zitzewitz-Muttrin, das der Vorstand des Konservativen Vereint S, p l p- Stadt an feine Mitglieder versendet. Nach einigen Ergötzlichkeiten, wie z. B., daß die Führer. von 200000(!) Sozmldemotralen und deren Helferohelfer willkürlsch und fast un- beschränkt rm Reich: und wohl bald auch in Preußen schalteten, wird ein finanzielles Programm entworfen, dessen tvesentlicher Punkt in der Bcrfllnffachung der Beiträge besteht, die die Ctl»/ vereine an den Provinzialverein entrichten. Zu diesem Zweck müssen die Mitgliedorbeiträge erhöht werden und außerdem soll für das Jahr 1917«in außerordentlicher Beitrag in Höhe von 20 Pro», der Einkommensteuer erhoben werden.— Man musi den Konservativen lassen, daß sie auch Vereinssachen konsequente Steuervolitiker sind. Den» wenn der Ertraöejtrag in Prozenten der Einkommensteuer erhoben wird, so werden ja di« Großgrundbesitzer so gut wie nichts zu zahle« haben, da deren Güter bekanntlich(man denke an Herrn v. Wangenheim?) trotz der hohen Lebensmittelpreise so gut wrc keinen steuerpflichtigen Betrag astwerfen. Um so mehr wenden getroffen werden die Handwerker und Gewevbetreibenden, hie sich von den.Konservativen in« Schlepptau nehmen lassen.■— Jmni«. hin sollten dies« konservative» Rüstungen aber auch der Arbeiter- schaft zu denken gellen. Ta« kommunale Wahlrecht der KrüsgSteilnedmer. Dg» kam- »unola Wahlrecht der Kriegsteilnehmer ist durch Gesetz vom i. Mär, 1917 tür da» Jahr 1917 sichergestellt worden. E» ist dawtt zu rechnen, daß dt« Geltungsdauer dieser gesetzlichen Basti«« mungen in allernächster Zrff auf das Jahr 1918 erstreckt wird. Lette Nachrichten. Sranting tritt zurück. Stockhalv.ö. Januar.(Meldung des Svenska Tele. grammbtzran.) Nachdem der Minister und Chef de» Finanz- departcments Hjalmar Branting infolge beglaubigter Krank- hcit um die Entlassung aus seinem Amte ersucht hat, hat der König den Minister Branting seine« Amte« enthoben und de« bevollmächtigten de, Reichsbank, den sozialistischen Abgeordneten Thorsso n zum M i n i st e r und Chef de« Finanzdepartemcnts ernannt. Die siebente österreichische ÄriegSoulaibe. Wie». 5. Januar. Da« endgültige Ergebnis der siebenten österreichischen Kriegsonlcibc betrögt 6 014 182 800 Krone». Hierin sind die noch nicht abgeschlossenen Feld. zeichnungen nur tkilwrjse enthalten. Briketts nach» Gewicht. Berlin, 5. Januar. Nach den letzten Bejummungen de« Kohlcnvsrhanjdes Groß-Berlin gilt 1 Zentner Brikett«=. 114 öotu- steine. Zur Beseitigung von Zweifeln ist darauf hinzuweisen, daß der Kohlenhändler auf Verlangen de« Käufers noch Gewicht zu v-r- Sausen hat. sosern er im Besitz«iner Wag« ist. In allen anderen Fällen ist er verpflichtet, für einen Zentner 114 Briken» zv tzeradsalgen- GewerffchüMMEung Forderungen der Gewerkschaften und Angestellten- Verbände für die Uebcrgangszeit an die Gemeinden. Die Zeit nach dem sfriedcnsübluß wird gleiK der KriegS�ei: nocki für die wirtslbcifllick! Sck>wachen eine äutzerst harte sein. Durcki die Nmlvandlung der KrieIShstriebe in Betriehe, die der Friedens- wirtickaft dienen, wird zweifellos ein großer Teil der Arbeiter und Arbeiterinnen sowie Anqesielllen arbeitslos werden. Hinzu kommen die Zehntauiende aus deni Heeresdienst Entlanener. Aufgabe des Reiches mich es daber sein, beizeiten Borkehrungen zu treffen, um die notwendigen Rohstoffe herbeizuschaffen, eine gerechte Verteilung an die einzelnen Industrien vorzunehmen. Aber auch der Staat und die Gemeinden haben alles zu tun, um vor allen Dingen Arbeits- gelezcnheit z» schaffen. Der Arbeiter und der Angestellte wird vor allen Dingen darauf sehen, baldmöglichst wieder in Arbeit, zu kommen. Ist trotz aller Bemühungen die Beschaffung von Arbeits- gelegenbeit nicht möglich, io baden das Reich, der Staat und die Gemeinden iür ausreichende Unterstützung zu sorgen. Tie vor- bandenen Arbeitsnachweise müssen ausgebaut und für bestiminte Bezirke durch eine Zentralstelle zuiammengeschlosien werden. Nur dadurch wird es möglich sein, überschüssige Arbeirskräsle von einem Ort nach dem anderen, wo freie Stellen vgzhandea, zu vermitteln. Durch die Zerrissenheil Groß-Berlins leiden auch die Arbeiter. Den Arbeitern und Angestellten muff aber daran liegen, daff die seitens der Gemeinden zu treffenden Maffnahmen einheitlich getroffen werden. Es kann nicht angehen, daff die Arbeitslosen- Unterstützung wie bei Kriegsausbruch so überaus verschieden in den Gemeinden Groff-Berlins bemessen wird oder aber, daß einzelne Gemeinden sich zur Einführung einer derartigen Unterstützung über- Haupt nicht entschlieffen konnten. Die Eingabe, die wir nachstehend folgen lassen, steht daher auch vor, daff die Gemeinden Groff-Berlins auf dem Gebiete der Ar- beitsbeichaffung, der Arbeitsvermittlung und des Arbeitsnachweis- weseuS sowie in bezug auf Arbeitslosenunterstützung einheitliche Grundsätze zur Durchiühnmg bringen mögen. Da die Forderungen sich auf den Boden der realen Tatsachen stellen, so ist zu hoffen, doh dieselben bei den Gemeindevertretungen ein ge° ncigtes Obr finden. An der Arbeiterschair und an den Angestellten liegt es aber, durch Stärkung ihrer Organisarionen noch mehr Sorge dafür zu tragen, daff dieselben als Vertretung der ge- samten Arbeiter- und Angestellienichaft angeseheu werden müssen. 1. Arbeitsbeschaffung.> Die Arbeitsbeschaffung nach dem Kriege ist eine der dringendsten Aufgaben nicht nur deS Reiches, des Staates, sondern auch der Gemeinden. Davon ausgehend, erkennen die Gemeinden auch ihrer- ieitS die Verpflichtung an, alles zu tun, um den»uS dem Felde Heinikebrenden Arbeitern und Angestellten Arbeilsaelegenheiten zu verschaffen. Alle Unternehmungen, bei denen Arbeiter und An- gestellte beschäftigt werden können, werden soweit vorbereitet, daff die Arbeit unverzüglich aufgenommen werden kann. Um alle Bauten ' sofort nach Beendigung des Krieges in Angriff nehmen zu tonnen. werden jetzt bereits alle Pläne und Entwürfe vorbereitet und fertig- gestellt, insbesondere ist für rechtzeitige Beschaffung von Roh- niatcrialien Sorge zu tragen. Bei unbedingt notwendig werdenden Entlassungen während der Kriegszeit eingestellter Arbeiter und Angestellten ist deren Wirtschast- liche und soziale Lage zu berücksichtigen. 2. Arbeitsvermittlung und Arbeitsnachweis. Soweit nach Einstellung ihrer früheren ArbeilSkräfte in den Gerneinden noch Arbeitskräfte benötigt werden, haben die Gemeinden die zuständigen nichtgewerblichen Ärffeitsnachweise und Stellen- Vermittlungen in Anspruch zu irebmen. Die Gemeinden haben durch Aufrufe, Anschläge usw. darauf hinzuwirken, daff die Arbeitgeber usw. alle freien Stellen dem Nach- weis melden, andererseits die Arbeitnehmer zwecks Beschaffung von Arbeit sich nur an den Nachweis zu wenden haben. Für die Arbeits- und Stellennachweise Grotz-BerlirrS wird eine Zentralstelle geschaffen. Dieser find alle innerhalb kürzester Frist nicht zu besetzenden Steven seitens der Nachweise zu melden. Die Zentralstelle hat die Verpflichtung, den zunächst geeigneten Nach- weisen die freie Stelle zur Besetzung zu überweisen. Tie Nicht- bcsetzung von Stellen, bei denen Facharbeiter oder Angestellte in Betracht kommen, ist den zuständigen Facharbeitsnachweisen mit- zuteilen. 3. ArbeitSlosrnunterstütmng. Den durch den Krieg und dessen Folgen arbeitslos gewordenen männlichen und weiblichen Angestellten und Arbeitern wird eine Arbeüslosennnierstützung gezahlt. Diese beträgt u) bei verheirateten männlichen Personen und solchen weiblichen Perionen, die einen selbständigen Haus- hal: haben, pro Woche.......... 15,— M. b) bei Ledigen pro Woche.......... 10,—„ oufferdem c) für jedes Kind unier 14 Jahren pro Woche... 3.—. Die Unterstützung ist an den Nachweis gebunden, daff der(die) Arbeitslose eine Woche arbeitslos und vor der Ärbeilslofigkeu mindestens ein Vierteljabr lang in einer der Gemeinden Groff-Berlins seinen