Ur. 9. 35. Jahrg. Bezugspreis: Bietteljä&tl. 4jj02KI. monatl, 1,50 Mk. ftei ins Haus.»orauszablbar.Einzklne Nunimcrn 10 via. Poslbe.mg: Monat» lich IM Ml. Untet Kreuzband iüt Deutschland and Oesterreich-Ungarn 8,— Ml. rör das übrige Ausland «.50 Ml. monatlich jteriand ins Feld bei direkter Seitelluna monail. l,50Ml. Postbestellungen nehmen an TSnr> mgrl. Holland Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Host-.-iestung«. Preisliste. Erlcheini täglich. Telegramm. Adresse »Sozialdemokrat Berlin". Verllnev Volksblskk. ( 10 Pfennig) Der Anzeigenpreis beträgt I. die stebengelpalirne Kolon el» eeile«0 Pfg.»kleine lllnzeig-n", da« ietlgedruckle Wort 20 Pig. lzit» lässig 2 settgedruSte Worte), ledeS weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche Mid SchlafsteUenanzeigen das erste Wort l0 Psg., sedes weitere Wort 5 Psa Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag'20% Familie«» Anzeigen Sit Psg., dolilische u. gewerlschastliche Ber> ins» Anzeigen«0 Psg die geile. Anzeige» iür die nächste Aumnier müssen vi» v Uhr nachmstl. im Hauvtgeschäsh «erlin SW.W. Lindenstratze 8, abgegeben werden. Geöffnet von 8 Uhr stich dt» 7 Uhr abend». ZentraXorgan der fozialdcmokrati fcbcn parte» Deutfchtands. Reöaktion: Ew. 68, Linüenstraße 3. Fernivreeiier: Ami Moriopla«. Str. l8i Sv— l»I S7. Expeüttion: Ew. 68. ilinSenstraße 3. Fernsprecher: Ami Morigviap, Str. IM 90—151 97. Der Kampf um Kubtmann. Seit drei Tagen alarmiert die alldeutsche Presse Ausland und Inland mit Nachrichten von einem drohenden Streit der hohen Generalität und von einer fortdauernden Regierungskrise. Obgleich amtlich mitgeteilt wurde. daß das Abschiedsgesuch des Generals Ludendorff nicht vor- liege, schreibt am Dienstagabend die„Deutsche Zeitung": Die Gefahr de» Verluste» der beiden Männer, auf die allein da» gesamte deutsche Volk mit unbegrenztem Vertrauen blickt, ist noch nicht beseitigt. In politischen Kreiien glaubt man dagegen, daß auch der Reichskanzler Graf Hertling sein Weiiervei bleiben im Amle von der W e i t e i f ü h r u» g de» Heeres durch Hindenburg und Ludendorff ab- bängig gemacht babe. Damit wäre die Frage KLhlmanu lediglich riae Prrsoncufrage geworden. Mit anderen Worten. eS wird die Entlassung Kühl- manns gefordert, und für den Fall, daß der Kaiser sich weigert, sie zu vollziehen, wird— obgleich amtlich mitgeteilt wurde, daß das Ab chiedsgesnch des Generals Ludendorff nicht vorliege— der Rücktritt Hindenbnrgs und Ludendoiffs in sichere Aussicht gestellt. Mit einer Mabiumg an die beiden Männer, als Soldaten gegenüber dem Vaterlande und dem obersten Kriegsherrn ihre Pflicht zu tun. wird diese Antündi- gung durchaus nicht verbunden. Im Gegenteil tritt aus ihr ganz deutlich die Absicht hervor, es bis zum Kladderadatsch zu treiben. Das Volk wird aufgefordert, sich hinter die beiden Heerführer zu stellen, falls sie ihre angebliche Absicht wahr machen sollten— und auf diese Weise soll der Kaiser mit seiner Regierung isoliert oder aus Furcht vor der Isolierung zum Nachgeben gezwungen werden. Der Grund, weshalb das Haupt des Herrn v. Kühlmann gefordert wird, stellen die alldeutschen„Leipziger Neuesten Nachrichten* folgendermaßen dar: Wer ist t>och dieser Herr von Küblmann. der— zum anderen Akale— eine Krise voa unübersehbare» Folgen heraufbeschworen hol? Als er das Erbe Zimmerimunis mitral, wurde ihm wenig EifreulicheS nachgesagt. Er war pflichleisriger Milarberler und Menior Lichnowsky» bei den Beihmonnschen VerständigungS- belirebungen in London und halte vom Haag� au» gegen den uneingeichränkten U-Boot-Krieg gearbeitet und in Äonstanlinopel nach Kräften dazu beigetragen, da» Vertrauen in die deuische BundeSlreue zu erichütlern. Also belastet ging er in der W'lkelmsnaße an die Arbeit, der Welt den Frieden zu schaffen. Tecdniiche Fähigkeilen brachie er mit. Er verstand r» glänzriid, die Dcmokrote» de» Reichstag» eiazuscisen, und hotte auch»n seinen Reden ein aiiiiehmbai es Kaliber, aber ein staike» Mißtrauen gegen einen Mann von lolwer Vergangenheit blieb doch bestehen, und man fühlte, obwohl er sich schwer in die Karlen sehen ließ, nur zu bald, daß er die Folgen der engliichen Krankheit immer noch nicht überwunden Holle. Vorsichtig dauie er»eine Steine auf. Er übernahm, al» er sein Amt anlrat. die bindende Verpflichluug, dir von der Oberste« Heeresleitung im Osteu für unbedingt ootwcndig gehaltenen Greuz- fichcrungr» den Russen abzuhandeln. Später mußte er sich sreillch ziemlich dringend daran erinnern lassen. Auf seinen Wunich wurde darauf unser Muidestprogramm noch etwa» eiiigeschränli, aber das wollle er dann auch ganz bestimm« durchsetzen. Mit dieser Image grng er nach Brest als deutscher Vertreter in der stärlste» Stellung; die sich e»i Uiuerbändler nur wünschen kann. Durch ihre Siege halte die dculiche Heetesleilung ihm die Wege geebnet. Er ivußle, daß die Nusien mili'äriich bi» zur Bernichiung geichlage» sind, er wußl«, daß sie überbaupt nichr mehr imstande sind, Widerstand zu leisten, daß ihre Tiuppen ihnen einfach davon- zulauien droblen, während wir noch Truppen genug haben, um jederzeit die Offensive wieder aufnehmen zu köiinen- Mit leeren Händen ist Herr von Kühlmann nach Berlin gekommen. Selbst die geringen nnlitärilche» Sicherungen, die von der Ode, ste» Heeresieiluiig für unerläßlich gehalie» wurden, hat er nicht derausichlagen lönnen. Aber im Rate der Krön« ist er Sieger geblieben.... Die Wendung, Herr v, Kühlmann verstehe es glänzend. die Demokraten im Reichstag einzuseifen, würde uns. wenn dies noch notwendig wäre, zur Vorsicht ihm gegenüber mahnen. Aber es liegt uns ohnehin nichts ferner, als uns etwa ge- schlössen hinter die Poliüf des Herrn v. Kühlmänn zu stellen, wie sie in den Vorschlägen vom 28. Dezember zutage getreten ist. Hier jedoch handelt es sich um etwa» anderes. ES ist unseres Wissens nicht richtig, daß Herr o. Kühlniann mit gebundenen Händen nach Brest gegangen wäre, um dort gewisse offen annexionistisckfe Forderungen der Militärs durch- zusetzen. Richtig ist aber, daß zwischen der Kriegspolitik des Herrn v, Kühlmann»nd den militärischen Auffassungen ein scharfer Gegensatz besteht, der sich zu einem Ring- kämpf Ludendorff- Kühlmann verdichtet hat. Der Gegensatz zwischen den politischen und den militäri- scheu Ratgebern der Krone besteht nicht erst seit gestern, son- dern mindestens schon seit dem Iuni-Fuli t914— daher der Haß gegen Bethmann, noch mehr gegen LichnowSkyl—. er War übrigen» auch schon zuvor m der einst so berühmten 1 Zabernaffäre m Erscheinung getreten. Die ganze Kanzlerzeit Bethnianns während des Krieges ist von diesem Gegensatz ausgefüllt, und schon damals ging das Gerücht, daß an die Krone das Ultimatum:„Er oder wir!" gestellt worden wäre. Nicht umsonst hat der„Vorwärts" in zahlreichen Artikeln die Funktionen der politischen und der militärischen Gewalt im Kriege behandelt und eine schärfereAbgrenzung der Kompetenzen gefordert. Wie berechtigt und wie not- wendig diese Forderung war, beweist der neue schwelende Brand im Reichsgebälk: er wäre verhindert worden, wenn man durch genaue Absteckung der beiderseitigen Machtgrenzen gefährliche Reibungen vermieden hätte. Zur Sache haben wir uns imnier wieder dahin geäußert, daß im Rat der Krone nur die Stimmen jener entscheidend sein dürfen, die der Volksvertretung verantwortlich sind. Wir haben den Versuch bekämpft, den Abschluß eines Waffenstill» standes als eine rein militärische Angelegenheit zu behandeln, und müssen uns noch entschiedener gegen den Versuch wenden, die Friedensverhandlungen selbst zu militari- sieren. Es ist selbstverständlich, daß die Generalität, die ja dazu da ist, Kriege zu führen, beim Abschluß eines Friedens sofort wieder die Möglichkeiten und Aussichten eines nächsten Krieges ins Auge faßt. Die Aufgabe der Diplomatie aber ist es, den Frieden zu einem dauernden zu machen und unter alten Feinden neue Freunde zu gewinnen. W ür d e s i ch d i e Regierung H e r t l i n g-K ü h l m a n n bei den Friedensverhandlungen von solchen Ge- sichtspunkten leiten lassen, so hätte sie die ungeheure Mehrheit des Volkes hinter sich. Leider aber hat sie am 28. Dezember einen Weg betreten, der nicht zum Ziele führt und auf dem sie auch die Unterstützung breiter Volksmassen nicht finden kann. Aber heute handelt es sich nicht darum, wie wir zur Politik Hertling-Kühlmann stehen und wie sich unser Per- hältniS zu ihr weiter entwickeln wird. Heute handelt es sich um die Frage, ob die politische Reichsleitung nach eigener Verantwortung und eigenem Gewissen Politik treiben oder ob sie sich im entscheidenden Augenblick dem Druck einer unverantwortlichen eigentlich nur auf die Rolle des Gutachters an- geiviesenen Stelle beugen soll. Die Antwort auf diese Frage ergibt sich von selbst. Wir erleben lfcute einen Konflikt, wie er sich ähnlich im Fahre 1868 abgespielt hat, mit dem einzigen Unterschied, daß die Autorität der Monarchie damals viel stärker war als sie heute ist. Wir stellen nicht ohne Vergnügen fest, daß die ganze Kampfeswcise der Alldeutschen auf rein re) ublikanisdje Verhältnisse eingestellt zu sein scheint. In Republiken, der römischen wie der französisck>en, war es üblich, daß der siegreiche Feldherr als Diktator. Caesar, Imperator nach Hause zurückkehrte, während in festbegründeten Man- archien der Glanz der Kriegs- und Staatsmänner auf die Krone zurückfiel. In solchen Monarchien, die ja unser Ideal nicht sind, war es nicht erlaubt, zu einem anderen Mann mit unbegrenztem Vertrauen emporzublicken, als zu dem. der das Zepter führte, während wir jetzt au« der all- deutschen Presse erfahren, daß Hindenburg und Ludendorff die Männer seien, auf die a l l e i n daS gesamte deutsche Volk mit unbegrenztem Vertrauen blicke. In Wirklichkeit jedoch wird jeder vernünftige Mensch rn Deutschland zu Hindenburg und Lndendorff nur begrenzte? Vertrauen haben, nämlich Vertrauen zu ihren glänzenden Leistungen als Heerführer. Es ist eines auf- rechten Volkes nicht würdig, tüchtigen Männern, die aus ihrer Mitte emporgewachsen sind, liebedienerisch jede Tugend und jedes Können nachzusagen. Solche Personenanbetung war von jeher ein Zeichen des Verfalls. Wir Sozialdemokraten begeistern uns weder für die alte Monarchie noch für da? neue Konsulat, dem uns die alldeutschen Demagogen entgegenführen wollen. Wir ver- treten die O r d n u n g d e r D e m o k r a t i e, in der sich das Parlament auf dem Vertrauen des Volkes, die Regierung auf dem Vertrauen des Parlaments ausbaut und dann, solange sie dieses besitzt, allein die Entscheidung übt. Da wirkt dann jeder an seiner Stelle, auch der Feldherr an der seinen; wer aber in fremde Rechte eingreift, der verdient nachdrückliche Zurückweisung, er sei, wer er sei. Die fortdauernde Regierungskrise, von der die alldeutsche Presse spricht, kann auch die sozialdemokratische Partei und die hinter ihr stehenden Massen plötzlich vor neue Aufgaben stellen. Vielleicht steht ein entscheidender Kampf gegen reaktionäre Pläne bevor, vielleicht bietet sich die Gelegenheit zu neuem raschen Vordringen— niemand kann es wissen, denn die Dinge sind noch im Fluß. Aber es gilt, die Augen offen zu halten und bereit zu seml «« * Berlin, 8. Januar.(SB. T. B.) Die„Norddeutsche All- gemeine Zeitung" bringt folgende Richtig st ellung: In verjchledeneu Morgenblätter»«ud eine Nachricht verzeichnet, wonach der Reichskanzler Graf Hertling am Montag di« Par» teiführer zu einer Besprechung streng vertraulichen Charakter» zusammengerufen haben soll. Wie wir erfahren, hat eine solche Besprechung beim Reichskanzler nicht stattgefunden. In einer Zuschrift de»„Berliner LokalanzeigerS" aus parla» mentarischen Kreisen wiod über die Verhandlungen in B r e st- L i- t o w S k, die auch anderwärts aufgetauchte Behauptung wieder- gegeben,„daß die deutschen Bevollmächtigten von der ihnen mitgegebenen Marschroute abgewichen" seien. Diese Behauptung trifft nicht zu. Weder für den bisherigen noch für den künftigen Gang der Verhandlungen kann die Neide davon sein, daß die dentschen Bevollmächtigten etwas anderes erstrebe« und vertreten als daS, was sie nach ihren Instruktionen zu vertreten haben._ Warum wollen Sie Oolsthewiki nach Stockholm! Hoffnung auf den allgemeine« frieden. Nach einer Meldung der„Rat.-Ztg." hat Trotzki im Zcntralsowjet erklärt, er habe von den sozialistischen Parteien Englands, Frankreichs und Italiens die Mitteilung erhalten, es beslünde Aussicht, daß die Ententeregierungen zu einer Teilnahme an den Frtedensverhand- lungen zu bewegen wären, wenn diese an einem neutralen Orte fortgesetzt würden. Die soziatistilchcn Gruppen der Entente arbeiten mit Hoch- druck, um die letzten Widerstände gegen die Teilnahme ihrer Regierungen an den Verhandlungen zu beseitigen. Sobald sich die Ententercgierungcn zur Teilnahme an den Fiiedensverhandlungen bereit erklären, ist ihre Verlegung an einen neutralen Ort eine Selbstverständlichkeit. Bis jetzt liegen jedoch ernste Anzeichen, daß eure solche Be» teiligung beabsichtigt sei, nicht vor. Stockholm unö öer Sonöerfrleöen. Stockholm, 8. Januar.,(Eigener Drahibericht de»„Vorwärts".) Gestern trat daS Komitee der Stockholmer Konferenz zusammen. Die Holländer fehlten. Schweben vertrat Branting, Soederberg, Moeller: Dänemark Vorgbjerg und Nina Bang: Norwegen VibneS, An der Beratung nahmen der von der früheren Eowjet-lRehrheit nominierte Goldenberg und als Delegierter der Menschewiki A x e l r o d teil. HuySmanS, der von„Astonbladet" iniervietvt wurde, sieht in Lloyd Georges Rede eine Wirkung der stärkeren Zusammen- fassung der Arbeiterpartei. Jetzt sei m der europäischen Politik ein« solche Umkehrung möglich, daß England morgerz friedensfreundlich würde, während in Deutschland die eni» gegengesetzde Tendenz zunehme. HuySmanS sagt«, er werde nach England reisen, um die englischen Sozialisten um ein« entschiedene klare und maßvoll« FriedenSproklamation sammeln zu helfen. Komm« eine solche zustande, so werde die französisch« Regierung schwerlich ihren Anschluß weigern können, und da diese Politik Deutschlands Integrität aufrecht erhalt«, wevde sie auch die Friedensarbeit der deutschen Sozialisten nnierftützen. DaS Konferenzkomitee sehe im allgemeinen Frieden das ein- zlge Mittel gegen den Sonderfrieden. Vorläufig scheine bei den Bolfchcwiki ein mißtrauische» Abwarten gegenüber den Stockholmer Bemühungen anzudauern. Man zweifle, ob die Nachgiebigkeit der Regierungen in der Paßfrage(?) ein Zeichen der Bereitwilligkeit sei, ein« proletarische Mafienaktion für den Frieden zuzulassen oder ob sich dahinter die Absicht verberge, Stock- Holm zu einem Manöver gegen di« bolschewistische Friedenspolitik auszunutzen. Interpellation über öie üiplomatisthe Krieg- führung in öer französischen Kammer. Paris, 8. Fanusr.(Agence HavaS,) Die sozialistische Kamniergruppe hat die Abgeordneten Cachin, Albert Thomas und R e n a u d e l beauftragt, die Regierung über die diplomatisch« Kriegführung zu interpellieren. Reglerungswechsel in stasiralien. HugheS' Rücktritt. Melbonrne, 3. Dezember. Das Kabinett HugheS dankte infolge der Niederlage bei der Volksabstimmung über die Dien st Pflicht ab. Der Arbeiterführer T u d or wurde mit der Bildung des Ministeriums beauftragt. Die Sowjet-Zentrale unö jinnlanös Unabhängigkeit. Stockholm, 7. Januar. Nach einem Telegramm aus Helsingfors hat auch der Grschäftsführendr Hauptausschuß de» Sowjet» in Petersburg die Selbständigkeit Fiunlauds»«-- der Zweck der Reöe Äopö Georges. Di« KriegSprclse der alliierten Länder stimmt c'.nmütiv der Rede Lloyd Georges zu und, wie zu erwarten»ar, kann Reuter! melden, in London fei die Nachricht einzetroffen, daß der Pr仫 ftdent der Vereinigten Staaten die Rede„l c b h a f t i Billige". Als Absage an die deutschen Friedensbemühungen ist ste— darüber kann ihr Eingehen auf die Friedenderörterungen nicht täuschen— zugleich ein deutlicher Porklang zu den morde ch- schen Donnern, die da? vierte Kriegöjähr mit amerikanischer Hilss. »ollenden sollen. Die hochimperialistische„Daily Mail" sagt: � „Wir müssen biS zum Ende gehen. Wir haben keine Wahl. Alle?, was wir heute sagen können, rst, daß wir niemals bessere Be- dingungcn anbieten Linnen." Nach diesem Grundtext redet die Kriegspresse aller Ententeländer. Der Londoner Korrespondent des„Handelsblad" berichtet über den Eindruck der Rede in England, dast sie zweifellos überall als wichtig und von historischer Bedeutung betrachtet werde. Tie machte in allen Kreisen einen ausgezeichneten Eindruck. Jeder sei befriedigt, dost nun endlich die Kriegsziele Englands deutlich auseinandergesetzt wurden. Die Tatsache, daß Sl» q u t t h und s G r e y zu Rare gezogen wurden, sei der beste Beweis dafür, daß die Rede der Ausdruck der Meinungen der auf verschiedenen � Grundlagen stehenden politischen Parteien sei. Die liberale„Wesiminstpr Gazette" sagt: Der grosse Wert der klaren und gemästigten Darstellung der Kriegsziele bat sich auf einmal in dem Zusammenschluss aller Parteien gezeigt. Wir hoffen, dass nun aNe Parteien der logischen Schluss» solgerung zustimmen werden, daß wir, nachdem wir lir NnSführungen angenommen haben, bereit sein müssen, zu jeder Anstrengung und jedem Opfer, um sie zu vor. wirklichen. Der Schlüssel zu der FriedenZvereinbarung� liegt in einer internationalen Organisation, die in der Rede besonders herdorgehobeu ist. Die Pariser Presse betrachtet Lloyd Georges Ausführungen im allgemeinen als da? Ergebnis«inrS Kompromisses m.� der englischen Opposition Eine.gewisse Kritik übt man«n den Sätzen, die über die Bundesgenossen Deutschlands spreeben. Der„TcmpZ" bemerkt, dass de: PassuS über Oesterreich nur Gel» tung haben könne, ivenn keine österreichischen Truppen an der Testsmit kämpfen. DaS„ Journal des DedatL" führt die Sätze über Oesterreich«und die Türkei auf GreyS Einfluß zurück Das„Journal" äussert, niemals sei die Auffassung der Entente über Krieg und Frieden so präzis und knapp dargelegt worden. Für Lloyd George Hab« es sich vor allem darum gehandelt, das englische Proletariat von der Notwendigkeit der neuen Opfer zu überzeugen. Lloyd George habe es verstanden, von den wesentlichen Forderungen der Entente nichts zu opfern, den Verdacht des JmverialiZinuS zurückzuweisen, sowie die Besorgnisse der englischen Friedensfreund« zu beschwichtigen. Er behalte sich die Anwendung wirtschaftliche? Waffen gegen Deutschland vor. Man verlasse endlich da»(Müci der Tlrorie. Alle» fei berechnet, um sogar die Bedenken der russischen Demo. kraten zu beruhigen und die deutschen Liberalen und Alldeutschen in Gegeickatz zu einander zu bringen. Die Besprechungen w der sozialistischen Presse beschränken sich zunckchst auf einen Brief VZN Thomas an die„Humanite", in dem bedauert wird, dass die Entente nicht gemein'fam so gesprochen h a b e wie Llotzd George. In italienischen Blättern findet man hingegen die Aeusserung, man dürfe annehmen, dass Lloyd George als Wortführer der Absichten und de» Willen« der ganzen Entente gesprochen habe. Dt« römische„Tribuna" äussert: Die Rede vervollständige die ErklSrun» gen PichonS und Orlandos.„Diese Kundgebungen der alliierten Nationen, die unabhängig und spontan erfolgten, haben eine grössere Bedeutung als eine gemeinsame Kundgebung der Entente." In stark zensierten Ausführungen betont der„Avanti", die Erklärungen Lloyd George» unterschieden sich wesentlich von den früheren. Ganz unversöhnliche Stellen fehlten. Man könne die Möglichkeit von Verhandlungen heranSlsfen. falls rechtzeitig eine Brücke zwischen den Kriegführenden geschlagen wevde. In diesem Zusammenhange sei e» bemerkenswert, dass die Russen auf einen allgemeinen, nicht auf einen Sonderfrieden ver» handeln wollten. Sehr wohlmeinend urteilt der vatkkanische„Osservatove Nomono". Da» Blatt sagt: Von nun au weiss man in amtlicher und feierlicher Form, wa» England und dt« Entente wünschen, um den Frieden zu unterzeichnen. England hat viel Ballast ausgegeben(und «z hat gut daran getan) und hat die Kriegsziele der Entente auf einige Punkie beschränkt, die vom Gegner erörtert werden können. Ausserdem nähert sich da« Programm de» englischen Pre- miermlnisters dermassen den Vorschlägen Czernin», dass der 1 Augenblick wirklich gekommen zu sein schein, die Punkte, über die(.6 noch Meinungsverschiedenheiten gibt, genau festzustellen und zu vervollständigen. Jetzt ist e» an Deutschland und an Oesterreich- Ungarn, zu sprechen und ihr- Ansicht über diese Punkte darzulegen. Man mnss hoffen, dass sie cö entwoder öffentlich durch Reden oder noch besser in geheimen Besprechungen mit Vertretern der Entente tun werden. Weiin bei diesen Nntervedungen auf beiden Seiten «in versöhnlicher Geist herrscht, köniite der aus London unfr aus Brest-Litow«! gekommene Lichtstrahl die Morgenröte de» Friedens sein. Dles� optimistische Auffassung teilt das Amsterdamer„A!- gemeen HsndelsiUad" nicht. Es ist über die Rede sehr enttäuscht und sagt:„Sie enthält kein Wort von Annäherung, kein Wort, daS darauf schließen ließe, dass die FriedenSaussichten sich gebesserr haben. Die Erfüllung der Forderungen des englischen Premier- Ministers macht oie Fortsetzung des Kampfes auf un- bestimmte Zeit notwendig. Wenn es den Alliierten nicht gelingt. Deutschland und seine Berbündeien zu besiegen und ihnen ihren Willen mit Waffengewalt aufzuzwingen, besteht keine Aus- ficht auf Frieden". Ebenso schreibt das.Nieuw« Rotterdamsche Courant": Die Rede läuft darauf hinaus, dass England jetzt nicht in Friedensunterhandlungen treten will. Dass Lloyd George diesmal weniger heftig gesprochen hat als früher, rst nur eint Folge der Taktik. Es genügt, Forderungen aufzustellen, von denen man sicher ist, dass sie für die Gegenpartei unannohm- bar sind. Denselben Eindruck haben auch norwegische Blätter, von denen .LerdenSgang" sagt:„ES ist klar, dass diese Krtegsziele oder wenn man will Frtedensziele, die Entscheidung de» Kriege» in eine unbestimmte Zukunft hinausschieben. Sie könnten nur durch eine endgültige militärische Niederlage Deutschland« erreicht werden, sind also formuliert ohne Rücksichtnahme auf die gegenwärtige günstige militärische Lage der Mittelmächte. Der Friede, dessen Linien Lloyd George jetzt aufgezeichnet hat, würde die Mittelmächte aus dem Kriege amputiert an Land und der Möglichkeit, ihre Kräfte in friedlicher Arbeit auszunützen, beraubt, hervorgehen lassen. Selbst wenn ein solcher Friede theoretisch all« künftigen Kriege verhindert, tut er es tatsächlich nicht, Gefechte in Flandern, bei Flirey«nd Ammersweiler— Artillerietampfe in Flandern, bei Cambrai und im Sundga« — Gefecht bei Bulleconrt— Fcnerüber- fälle der Italiener gegen den Asolone und die Vidorfront. Amtlich. Großes H»»p t,» a r t i« r. 8. Januar ms.(88. T. 8.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Aapprecht. Einzelne Abschnitte in Flandern»nd südwestlich von a« b r a i lagen zeitweilig unter heftige» Feuer. In der AbenddSnnnernng griffe» englische Kompagnien östlich»on 8» l l«- eonrt an, sie wnrde« adgewicseu. Heeresgruppe Herzog Aldrecht. Im D»» d g» u entwickelte sich am Abend kebhajtrr Artillerie- kämpf, der»nch ruhiger Rächt heute früh»Uder anfleht». Oestlichrr Kriegsschauplatz RichtL NeueS. Mazedonische �front. Zwischen dem Ohrida-«nd Prespa-Tee, im Cerua-Boge« sowie zwischen Bardo rund Dojrau- &tt war die Ariillcrictötigkcit rege. Deutsche Jäger brachten von einem Erkuadungsvorftoh iu die feiadlichea bisher von Russen verteidigte» Grüben westlich vom PreSpa-Ser eine Anzahl Iran- zose» ei*. Ftalienische Z�ront. Gegen den Monte Asolone und den Pia»»-Ad- schnitt nördlich von B i d« r richtete der Feind tagsüber heftige Feuerliterfällr; auch während der Räch»»lieb da« Feuer lebhaft. Der Erste Generalqiiart'.ermeister. Ludendorff. Älbendbericht. Berlin, 8. Jannar!vi8. abend». A» tisch. Au der Bah« Boesinghe— Stade» ist et« englischer Borstoß gescheitert. Zu der Gegend vo« Flirep(zwischen Maa» n«d Mosel) sind örtliche Angriffe der Franzosen im Gange. Im S« n d g a n flaute die GefechtStStigkeit nach Ab- wehr eines französische» Vorstoßes bei Ammcrzweiler ab. Von de» anderen Kriegsschauplätzen nichts Neue». Der österreichische Bericht. Wie«, de« 8. Ja»»« 1818. Amtlich Richtamtlich. wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Wassenstillstand. Italienischer Kriegsschauplatz. Zwischen B r v» t a»nd P iavr«er die Artillerie tätig keil zeUweise lebhaft. Der Chef des Generalstate». weil er einem Naturgesetz nicht gerecht wird, nämlich dem de» Wachstum», das ein Volk durchmacht." Das Kristiania« Blatt schließt:„Ein einseitiger Fried« kann nur neue Kriege schaffen, während«in auf gegenseitigem Eni- gegenkommen ausgebauter Friede, ein V e r st ä n d i g u n g«- friede, den Keim zur Verständigung zur Dauer in sich trägt." •• * Schweöisches über Ztoyd George. Stockholm, 8. Januar.(Kig. Drahtbericht de»„Vorwärts".) „Socialdemokraten" begrüßt Lloyd Georges Rede all grossen Fortschritt. Weder gegen die darin proklamierten Haupt- Prinzipien noch gegen die vorgeschlagenen konkreten Anwendungen sei vom demokratischen Standpunkte aus etwas einzuwenden, nur bedürften sie der Erweiterung. Die Rede fördere eine fr»cht- bare FriedenSdiSkusZion und eröffne die Hoffnung auf eine baldige Revision der Ententeziele. Unterdes müsse die Int«- national« die Sozialisten aller Länder zum Druck auf die Regte- rungen zugunsten eines Friedens gemäss ihrer Grundsätze sammeln. die Kriegshaltung öer englischen sfcdeiteeschast. Am Vorabend der Verhandlungen der englischen Regierung mit Vertretern der Arbeiterschaft betreffend weiter« Heranziehung der bisher vom Kriegsdienst befreiten Berufe zum Heeresdienst hat Arbeits mini st er Robert» einen Aufruf an die eng- lisch« Arbeiterschaft erlassen, in dem e» heißt: Wir alle einschließlich der viel angegriffenen öiegierung, verlangen sehnlichst nach baldigem Frieden, aber um einen be- frtedigende», dauerhaften Frieden zu erlangen, ist es notwendig, dt« kriegsgerüftete Nation in ihrer höchsten Lei- stungsfähtgkett z u erhalten. Unsere Fähigkeit, den Krieg fortzusetzen, mutz den Mut des Feindes stark beeinflussen. Wenn wir Schwäche bekundeten, wenn unser Volk, wa» undenkbar erscheint, nicht willen» wäre, den Mannschaftsersatz und die Geldmittel» die nötig find, herzugeben, dann würde der Feind ermutig: und ein fauler Friede die Folge sein. In einem Flugblatt mit der Ueberschrist:„Arbeiterschaft und Wirtschaftspolitik nach dem Kriege" verlangt Henderson beim Friedensschlüsse Vorkehrungen gegen eine Wiederholung eine» solchen Unglücks für die Welt, wie dieses Krieges, durch Ausrottung des angriffslustigen Militarismus überall und durch Beseitigung der alten und Vermeidung neuer po- litischer und wirtschaftlicher Reizungen zum Kriege. Wenn der vor- geschlagene Völkerbund richtig arbeiten solle, müsse nach dem Kriege die Spaltung Europas in zwei wirtschaftliche Lager verhindert werden, denn sie würde für alle Hoffnungen auf dauerhaften Frieden verhängnisvoll sein. Argwohn. Eifersucht, Habsucht der Völker untereinander würden verewigt werden und in wenigen Jahren zu neuem, bitteren, verwüstenden Kampfe führen. Der Plan, Deutschlands Geldkraft zu verkrüppeln und seinen Handel durch rücksichtslosen Handelskrieg ohnmächtig zu machen, werde auf den entschlossenen Widerstand der Arbeiterschaft und de: Sozialisten in England stoßen; sie würden kräftig gegen die Pariser Beschlüsse auf eine Handelsunterbindung nach dem Kriege auftrete». Eine Politik wirtschaftlicher Unterdrückung könnte also der Stein werden, an dem die Einigkeit her Nation zerschelle. f Zu der Feststellung in der Denkschrift deS parlamentarischen Ausschusses des Gewerkschaftskongresses übe: die Kriegsziele, in der vorgeschlagen wu£, die eroberten Gebiete im tropischen Afrika einer Bölkerbunds-Liga von Rationen zu: Lerwal- tung al» einziger, unabhängiger Staat zu übergeben, sagt„Svening Standaod": Bei der Umerrsdung des Premierministers mit den Arbeiterführern am Sonnabend erklärten diese, dass sie sich auf keine solche Lösung festlegen möchten; jede gerechte Lösung würde sie zusrisdenstdllen. die Auflösung der Corte« nichtig erklärt- Umtriebe im spanischen Heere. Die Agence Havas läßt sich aus Madrid melden: G a r c i a P r i e t o erklärte, die Regierung betrachte den vom König am 3. Januar vorgelegte» Erlaß über die Auflösung der Kammer als nicht unterzeichnet. Das Kabinetk beabfichlige, dem Herrscher»inen neuen Erlaß zur Genehmigung zu unterbreiten, um ihm dadurch zu ermöglichen, die Frage aufmerkiam bi» zum Schlüsse zu prüsen. Am Sonnabend erklärte der Kriepsminifler. unter den Unter- o f s i z i e r e n sei eine Bewegung im Gange, um L e r t e i d i- gungSfunien zu gründen. Er höbe versucht, die« zu verhindern, doch hallen die Unierossizier« Versammlungen veranstaltet, ausserdem berkehrten sie zwischen den einzelnen Garnisonen ver- mittels chiffrierter Schriften. Der Kriegsminister hat den Minister- rat von den ergriffenen Massnahmen verständigt. Der Führer der Unter ofsizrersjunten ist verschwunden. Die Lag« in den Kai'ernen in der Provinz ist normal. Tie verkossnngs- müßigen Bürgichaslen werden einstweilen nicht ausgehoben werden. Der Unlerstaarssekretär d«S Innern gab bekannt, dass die erabfchiedung mehrerer Sergeanten sich ohne Zwischenfall vollzogen habe. Die entdeckten Papiere seien einem Kriegsgericht übergeben worden. Umsturzfpannung in Portugal. Di- Stimmung in Portugal steht unter dem Zeichen der Be- ürchtung, daß jeden Augenblick die Bürgerkriegs flrnten von neuem losgehen können. Vor einigen Tagen kamen Telegramme, die von monarchistischen Abfichien und im Zusammenhang damit von Demo- krotenflucht nach Madrid redeten. Französische Blätier wollten Um- triebe der Mittelmächte wittern. Daß man in Liffabon au! Aufrubl- bewegungen gefasst ist, gebt aus folgendem Voikommni« berdor. Hova« berichtet: Eine halbamtlich- Nor« beiagi: Infolge schlechten Weiter S ließ ein auf dem Tajo ankernde« portugiesische« Krieg»- schiff seine Nachtsirene ertönen, wa« in Verbindung mit den von Ruhestörern verbreilrteu Gerüchten über Unruhen Alarm hervorrief. Es verursachte einige Gewehrschüsse, die jedoch keine Folgen hatten. Einige Telegramme, die dem Borsall B«. deutung beimaßen, den einige Leute ol« demokratische egenrevolution hinstellren, wurden von der Zensur an- gehalten._ ßrieüensstromung in Amerika. Di«„Morning Post" berichtet auS Washington, in Amerika habe überall eine starke Strömung zugunsten d«S FriedenSschluffet eingesetzt. die von.Pazifisten, Sozialisten, deutschen Agenten und Verrätern" gefüldei: werde. Sie argumentieren, dass Deuischland auftichtige FriedenSber-itschait bewiesen habe und daß. wenn R«ß« land imstande sei, mit Deutschland Frieden zu schliessen, es auch den Alliierren unter Führung Wilson» möglich sein sollt», mit Deutschland zu einer iilr olle Teile gerechten Veiftändigung zu kommen. Der Berichrerstatter fügt Hinz«, der„Ernst der durch dio ruifisch-deutichen Friedensverbandlungen berbeigeführren Lage" werde in Washington voll gewürdigt. Zweifellos würden die Älluerten gegen die„hinterlistige Intrige" Gegenmessregeln ergreifen. S« würde sich um Massregeln brutaler Gewalt handeln. Wilson wird vorgeforgt haben._ der krleg auf öen Meeren. Berlin, 7. Januar. Nene ll-Bools-Srfolze i« Sperrgebiet um England: 20000 Sr�Reg.-To. 8»« de» Schiffe» wurde der größte Teil an der West- tü ste Frankreich«, der Rest im Sperrgebiet n» England»er- senkt. Zwei groß, schwerdelndear Dampfer wnrde« iu geschicktem Angriff au« demselben Grleitzug heraosgcschoffr». Unter den übrigen Schiffe« tonnte der englische Dampfer Ryanza (6605 To) fepgeft llt werde», der»ellbelndeu nach Eng- land bestimmt mar. Der Chef des Ad«kalp«»es der Marine. Erweiterte öeutstbe Sperrgebietserklärung. Eine Ergänzung der SperrgebietSerkläraag vom 31. Ja- »aar 1817 setzt ei» aene« Sperrgebiet fest, da» die feindlichen Stützpunkte auf den C a p Berdescheu Insel»»nd den Stützpunkt Dakar mit dem anschließenden Küstengebiet«m- fteazt«nd vom 11. Januar 1818 ad in Kraft tmt. Mit »cm gleichen Datum wird das Sperrgebiet»m die Azoren »ach Osten bis über die nnsereu Gegner» als Stützpunkt »ienevbe Insel Madeira ausgedehnt. „Neutrale Schiffe, die zur Zeit der Beröffent- lichuug dieser Erklärung i« Hase» innerhalb des oben an- geführten Sperrgebiets lrrgr», könne» dieses Gebiet noch ver- lassen, ohne daß da« für da« Sperrgebiet angeordnete milltä- rische Verfahren Anwendung findet, weun sie bis 18. Januar 1918 auslaufen und den kürzesten Weg in freies Gebiet nehmen. Für neutrale Schiffe, die in da« neu erklärte Sperr- gebiet geraten, ohne daß sie vo» seiner Erklärung Leuotnis haben oder habe» erhalte» könne», find ansreichende Schonfrist«» festgesetzt. E« wird dringend gerate«, die»e»tral« Schiffahrt z» warnen und umzuleiten." Der Hasen Funchal aus Madeira ist als Kohlenstativn für den süd« und miltelamerikannchen Bertehr wichtig. Ebenso haben die Cop Bei dii'chen Jnieln mir St. Vincent als Kohlen- und Aus- rüstungspiatz für die Südamerika» und Südafritasohrt Bedeutung. In Dakar erkalten die von Süden kommenden Dampfer ihre Ar» tillerieausrüftung. Im Januar beginnt die AuSfubr der argeniini- sehen Getreideernte nach Westeuropa. Weftairika ist für die Ver« orgung der europäischen Westmächl« mit pflanzlichen Orlen und Ketten von grosser Bedeutung. Ein englischer Zerstörer vernichtet. London, 7. Januar. Di« Admiralität meldet: Ein britischer Zerstörer ist im Mittelmeer torpediert worden und ge- funken. 10 Mann find umgekommen. Nr.H ♦ ZS. Jahrgang Seilage öes vorwärts Mittwoch, H. Januar Vom sozialpolitischen Arbeitsprogramm öer Gewerksthasten. Daß unsere innere Politik einer Neuorientierung bedarf, darüber find alle vorwärtsstrebenden Schiebten im Deutschen Reiche einig. Auch die Regierung hat mehrfach darauf hingewiesen, dag sie der gleichen Ansicht ist. Vor dem Kriege war e5 die Regel, datz die Wünsche und Forderungen der Arbeiter unbeachtet blieben und dafz soiort mit zweierlei Riab gemessen wurde, wenn es sich irgendwo um Arbeilerkorderungen handelte. Die. die diese Politik getrieben haben, sind veraniwortlich für die ungeheure Erbitterung, die sich in den Arbeiterkreifen angesammelt hat und für das Mißtrauen, mit dem diese allen Regierungsmagnahmen gegenüberstehen. Waren dorb immer selbst dann, wenn von Regierungsseite Reformvorschläge irgendwelcher Art gemacht wurden, politische Gründe ausschlaggebend, Gründe, die darauf hinausliefen, der Arbeiterbewegung Fallstricke zu legen oder gar die Asbeiier zu entrechten. Das soll in-Zukunft anders werden. Der graste Lehrmeister Krieg hat das Eis ge» brocken. Wenigstens angekündigt hat seinerzeit der Reichskanzler. dost in dem Kampfe der Parteien, der dem Kriege folgen werde, auch dafür gekämpft werden müfie, dast es in diesem Kampfe nur mehr Deutsche gebe. Gewist ist eS im allgemeinen bisher bei der Ankündigung geblieben. Die Aenderungen, die Platz gegriffen haben, waren nur Flickwerk, daS austerdem bedingt gewesen ist durch die besonderen Berhältniffe, die der Krieg mit sich brachte. Sie entbehren allzusehr des großen Zuges, genau wie unsere Sozial- Politik vor dem Kriege. Die Hemmungen find anscheinend noch immer stärker als der gute Wille zu helfen. Der Einfluß der Kreise, die daran interessiert sind, die Arbeiterbewegung niederzuhalten, ist ungeichwäckt am wirken. Deshalb die immer wiederkehrenden Vertröstungen von oben auf die Zeit nach dem Kriege. Die Ai beiler find aber nicht gesonnen, sich damit zufrieden zugeben. Mit immer größerem Nachdruck machen sie die Forderung geltend, dast sofort mir dem Reformwerk zu beginnen ist, und sie haben auch in ein« wandsreier Form dargetan, wie sie sich dieses Werk denken. Die große Bedeutung des Würzburger Parteitags beruht im wesentlichen dorm, dast er sich entschieden auf den Boden der praktischen Arbeit stellte und die ihm vorgelegten Leitsätze gut hieß, die der Partei- vorstand zur Ausarbeitung eines Arbeitsprogramms zu benutzen hat. Auch die Gewerlickasten find hinter der Partei nicht zurück ieblieben. Sie baben vietmehr ein solches Arbeitsprogramm auSgeaibeitet, in« dem sie die schon immer von ihnen vertretenen Forderungen zusammen- faßten, die sie in einer auSsüdrlich begründeten Denkschrift den geietz« gebendenKörperichaften des Reicks und der Bundesstaaten überreichten, wie wir fckon in der Nr. 6 des.Vorwärts' vom ö. Januar d. I. mttteillcn. Wir baben dort auch den allgemeinen Inhalt der Denk- schritt sckon kurz skizziert, wollen ihrer großen Bedeutung wegen aber noch etwas ausführlicher darauf eingehen, wobei wir uns leider versagen müssen, daS inhalireicke Programm in seinem Wort- laut wiederzugeben, was sich auch dadurch erübrigt, dast die Bor- ftändekonterenz beschlossen hat, die Eingabe als Agitationsschrift herauszugeben. ES ist dies ein guter Gedanke, da die Schrift die Werbetäligkeit für die Gewerkschaften nachdrücklich zu unterstützen ge eignet rst. Voran stehen die Forderungen organisatorischer Art. Ein Reichs� minmerium der Arbeit soll alle Gebiete des Wirtschaftslebens und alle Arbeiierangelegenbeiten zuiommensassen und die zentrale Verl waltung für alle die Birt'chasts- und zentrale Arbeiterpolilik be- rührende Ausgaben bilden. Ihm soll ein Reichsarbeitsamt onge. gliedert werden, das als Verordnungs-, BerwaltungS- und Ent- fckeidungsbehörde gedacht ist und in dem neben Vertretern des Reicks und der Bundesstaaten Unternehmer lind Arbeiter als Bei- siyer mitwirken sollen. Landes- und lokale Arbeitsämter sollen die Organisation ergänzen. Gefordert wird die Heranziehung befähigter Arbeiter zum Dienst in der sozialpolitischen Verwaltung. Dann w>ra dt« Schaffung einer gesetzlich geordneten Arbeiterver tretung Verlangt, indem die Forderung von ArbestSkammern unter Dar- legung ihrer Aufgaben ausgestellt wird. Die Forderung hat ihren Nieder'chlag auch bereits in einem Gesetzentwurf gesunden, den die vereinigten Arbeiter- und Angestellienver bände dem Reichstage unieibreitet haben. Dielen Foiderungen reiht sich die nach einem wirklich streien Organisationsrech» unter Beseitigung aller Ausnahme- votickriften an. Eingehend wird dann begründet, worum die gesetzliche Regelung des TorifvertiagSrechtS notwendig ist. Heute hat der Tarifvertrag, die vollkommenste Form des Arbeitsvertrags, keine RechtSstälte gefunden. Er wird in der Rechtsprechung nur geduldel. wo seine Gültigkeit nickt bestritten wird. Sbdingung und Entziehung aber immer für zulmfig eritärt. Zugleich wird sich in der Begründung der Forderung gegen die Scheiiitarlfe gewendet, die zwischen Unter- nebmern und ihren Trabanten, den gelben Vereinen, abgeschlossen werden und somit auch eme Piäzisierung deS BegtissS Tarisvertrag verlangt. Tie alte Forderung des ReichseinigungSamt«. zu dessen Entlastung besondere LandeSeinigungSömler vorgesehen sein«'ollen, wird von neuem erhoben, wobei mit Nachdruck darauf hingewiesen wird, dast es nick» angängig ist, den gefällten Schiedssprüchen Zwang»« witkung zuzuerkennen. D>e Zerrissenheit unseres ArbeiterrechlS führt von selbst dazu. hier sür Einheitlichkeit»i»zul,«ten, einer Forderung, der sich speziali- sierie Borschläge über den Ausbau deS SrbeiterickutzeS angliedern. Auch für die Arbeiter- und Sngestclltenversicherung wird die Ber- einheitlickuiig getordert. ebenso die AuSdebnung am den gleichen Perionenkreis. Neuregelung der BeltiagSirage und Ausbau der veificheiiingSzweige. denen sich die ArbeitSlosenverficherung an- zupasten hat. wird mit Reckt für notwendig erklärt. Nachdem die Ausdehnung der Laienrechtsprechung auf dem ge- samien Gebiete des ArbeiierrecktS gekorden und begiündet worden ist. wird aus die Arbeitsvermiitlung eingegangen, deren reichSgeietzliche Regelung unter Veibol jedli privotgewe, blichen Stellenveimilllung verlangt wird, zugleich wird dargetan, wie die Organisation gedacht ist, indem die Zusammenfassung der öffentlichen, gemeinnützigen und korpmativen Arbeitsnachweise zuAibeitSnachwelSverbänoen. Echaffling von LibeiiSnochweisömlern, LondeSorbeits«iachweieän>lern und einer Arbeitsnachweis, entrale für da» Reich in Vorschlag geblockt wird. DaS GenosiciiichaiiSwesen. das beruken ist, nach dem Kriege kn wirliamer Weite am Aufbau der VolkSwirtichaft teilzunehmen, leider beule noch unter allerlei Erschwerungen ourck Gesetzgebung und veböiden. Drei« Erschwerungen fiud ebenso zu beseitigen wie die steuerliche Sonderbehandlung und die Vtnichränlmrgen der Teil- nähme a» gemeinnützigen Unternehmungen. Aus die gewalligen Forderungen cm den Finanzbedarf des Reiches verweisend wird sodann aus die Staats- und Monopol- betriebe eingegangen, wobei an dieser Stelle natürlich aus die orbeiler- rechtliche» Forderung«» da» Schwetgewicht gelegt»leb. Dan» reihen sich die wirtschaflsp-litischen Forderungen an, bei denen der Abbau der Zölle aus Industrie- und Agrarprodulte, Beseitigung der indirekten Steuern, der Einfuhrerschwerungen und der Ausfuhr- Prämien an erster Stelle stehe». Zu den sonstigen näher speziaii- fierten Forderungen gehört auch die Beteiligung der Arbeiter und Angestellten neben den Unternehmern an der Wirtschasispolitik durch gewählte Vertreter der unabhängigen Berussverbände. Für Gold der volle Goldwert! FürZuwelen der hohe Auslandspreis!_ Wer dem Reiche und sich selS7«ützen will, bringt seinen Schmuck zur Goldankaufsstelle. Internationale sozialistische Forderunge« gehen denen über die Boltsernährung und die WohnungSfüriorge voraus. Auch bei den Vorschlägen über die VolksernSbrung stehen die auf Herabsetzung und allmähliche Aufhebung der LebenSmittelzölle voran. Bei der Wohnungsfürsorge wird der Erlaß eine« ReichSwohnungsgesetzes, u. a. auch eine Reform deS MietSrechtS gewünscht. AuSsührliche Forderungen, die Volksbygiene und VolkSerziebung betreffend, fchliestt das Programm, das seinen Eindruck nicht verfehlen wird. Erinnert es doch die heirschenden Kreise an so vieles, das zu tun sie bis jetzt versäumten oder dem Willen deS Volkes entgegengesetzt regelten. Dast oll die Forderungen nicht mit einem Male verwirklicht werden sollen oder können, wird in der Denkschrift wiederholt betont, aber darauf, dast eS nicht angebt, sie in GepenwariS- und Zukunftsiorderungen zu verlegen, wird nachdrücklichst hinge- wiesen. Die schortige Inangriffnahme wird für dringend erforder- lich erklärt. Mit Recht. Schon viel zu lange hat die Regierung mit der Einlö'ung ihres Wortes über die innere Neuorientierung gezögert. DaS. was die Arbeiter fordern, ist doch kein Geschenk, auf daS sie wegen WodlverhaltenS Anspruch erbeben, sondern es ist ihr gute« Recht. Daß dabei ihr Programm so umfangreich geworden ist, liegt nicht an ihnen. ES liegt an der Regierung, die bisher allzubereit gewesen, den Arbeitertrutz anstatt die Sozialpolitik zu fördern._ Berichtignng. In ber kleinen Abhandlung unter Soziales:.DaS Reich hat zu zahlen' ist durch einen Druckiehler der Betrog der durch die Zu« lagen iür die Jnva l i de» renlenempsänger erwachsenen Kosten an einer Stell« au» 1100 Mrll'onen Marl angegeben worden. Wie an anderer Stelle der gleichen Abhandlung richtig angegeben, muß es 100 Millionen Mark heißen. GroßSerün Achtung! Stadtvcrordnetenwahl! Am Sonntag findet die Stadlverordneten- Ersatzwahl im 11. Wahlbezirk statt. Kandidat der Sozialdemokratie ist der Redakteur Hermann Rathmaan. Gewählt wird in folgenden Siadtbezirlen: Stadtbezirk tOK. Falckensteinstr. 1—11 n. 88—49, KrSbenuser 6 bis 0, Hochbahnhos am Schiefischen Tor, Oberbaumstr, 1— 6 u 8— 12, Oppelner Str. 1—9 u. 38— 49, Ichlesilche Sir. 1—9 iL 89—46, Skalitzer Dtiaste 63- 72, Sorauer Str. 1 u. 81, Wrongelstr 40—64«L 81—96. Wahllokal: Schlefiiche Str. 9 bei Pohl. Stadtbezirk 107.4. Cnvrhstr. 17—41. Girlitzer Str. 81—44, Vir. litzer User 1—3, Hectmannufei 10, Platz H(Abt. I), Taborslr. 7—17, Wrongelstr. 65—80. Wahllokal: Ciivrqstr. 37 bei Keue. Stadtbezirk 10714. Cuorystr. 1—16 und 42—52, Twnchuser. Heck, mannuser 1—9, Lodmühlenftr. 1—6. Schlestsche Str. 10—83, Bor dem Schlcsischen Tor, Schtcuseiiuser, Taboistr. 1— 6 und 18—24. Wahllokal: Schleniche Sir 28 bei B a> tz Stadtbezirk 1084. GSriitzer Slr 59-61, Oppelner Str. 10-22 und 25—37, Sorauer Itr. 2— 16 und 18— 30. 108 II. Folckensteinlir. 12—34, Görlitzer Str. 45—58, Oppelner Str. 23 und 24, Sorauer Str. 17. W o h 1 l o ka>: Görlitzer Str. 52 bei B u r k o r t. Stadtbezirk 100. Görlitzer Str. 62—75, Lübbener E trotz«, Skalitzer Strotze 47— 62, Wrongelstr. 89. Wahllokal: Skalitzer Str. 50o bei Rix. Die Wahlzeit ist van 10— 8 Uhr. Jeder Genosie erfüll« seine Pflicht und übe frühzeitig sein Wadlrechr au». Die Genossen, die bei der Dahl helfe» können, treffen fich am Sonntag früh S Uhr bei Schley Drongetstr. 81. Die Regierung und der Landaufenthalt der Stadtkinder. Ein Appell de« Berein».Siaditinder auf« Land' an die Re gierung. ongesichls der noch andauernden ErnädrungSschwierigkeiten in den Siädten und Jndustriebezirken auch im neuen Jahre die Be- strebungen de« Verein« zu unterstützen, wurde von den Ministerien de« Innern, de« Kultu« und der Landwirtschast zusagend be- antwortet. Diesem LntwortSerlafi« waren Richtlinie» bei- gegeben, deren eine wir nicht unwidersprochen lassen könne». Sie lautet: .Im Hinblick auf die unverkennbare Notlage de« Mittelstandes wird der Unierbringmig von Kinoern au« Mittel» und höheren Sckulen besondere Beachtung geschenkt.' Die« ist nichts weniger ol« em plumper und aufreizender Ber- such, ein« künstliche Stubenreinheit herbeizuführen, die Sommer- frisch« wieder ol« Priv leg.besserer' Volksschichten gelten zu lassen — zuungunsten des Arbeiterkindes, da« mehr denn je sich selbst über lassen ist, mehr denn je unter den Mißständen der Lebensmittel- Versorgung zu leiden bat. Die Notlage des Mittelstandes bleibt im Rahmen der allgemeinen Notlage der breiten Volksschichten. Einer gulverdienenden Minorität de« Arbeiterstandes steht ein« gleiche de« »ogenannten Mittelstandes gegenüber. Diese.Richtlinie' trifft, da ja st»er wieder nur ein Teil der bedürftigen Kinder nach auswärt« gebracht werden kann, mrt voller Wucht die Kinder der im Felde stehenden Arbeiter, deren Frauen nach Ansicht der Regierung durch ihre Fobritarbeit oder mit ihrer Unteistützung über die»Rot de« SKiUclfUui&td* frfrflfojn finfc. Dieser Versuch entspricht dem allgemeinen Zuge der inneren Politik, sich der Sentimentalität in sozialen Fragen allmählich zu entäußern. Eine Tendenz, die die Geduld der Arbeiter auf eine sehr gewagte Probe stellt._ Einheitliche Nährmittelverteilung in Groh-Berlin« In der Sitzung de» Lebensmittelverbandes Grost-Berlin ist be- schloffen worden, in dem Zeitraum vom 16. Januar bis 16. Fe- bruar insgesamt 600 Gramm Nährmitiel auf den Kopf der All- gemeinbevölkerung aus die noch auszugebende gemeinschaftliche Lebensmittelkarte sowie austerdem 350 Gramm Nährmittel an Jugendliche vom 8.— 17. Lebensjahre auf die künftige gemeinsame Karle für Jugendliche zu verteilen. Die Abschnitte der beiden bezeichneten Lebensmittelkarten werden von den einzelnen Gemeinden besonders aufgerufen werden. Frau Nosenstengel, die seit langen Jahren im Schneiderverband angestellt ist, seierl heule in voller Rüstigkeit ihren 70 Geburtstag. Ueberoll, wo es galr, in der Partei und GewerlschaftSbemegung im Interesse der Arbeitetschasr zu wirken, hat Frau Rosenstengel ihre Pflicht erfüllt. Wir wünschen ihr an ihrem beutigen Geburtslage, dast fie noch viele Jahre ihr segensreiches Wirken in der Arbeiter- bewegung fortzusetzen vermag. Durchführung der Linie ff nach Spandau. Bon Donnerstag, den 10. ab wird die Linie Sk der Berlin-Chariottenburger Straßenbahn an Wochen- wie an Sonntagen zu den Hauptverkehrszeiten vor- und nachmittags bis Spandau durchgeführt. Die Wagen ver« kehren: wochentags ab Kupfergraben bis Spandau von abends 5.3 bis abends 6.33 Uhr in lO-Minuten-Absiänden. von 3.8 bis 4.8 Uhr alle 20 Minuten; ab Spandau von 6.28 bis 7. 13 Uhr in lo-Minuten-Abständen, von 4 36 bis 6.36 Uhr alle 20 Mi- nuten: Sonntags ab Kupfergraben bis Spandau von 10.38 bis abends 10.13 Übt in 20-Minuten-Abständen, ab Spandau von 11.56 bis abends 10.56 Uhr gteichtalls alle 20 Minuten', außerdem von Spandau bis Strastenbahnhoj Charlottenburg abends 11.16 und 11.36 Uhr. Akademische Unterrichtskurse für Arbeiter. Am Sonnabend, den 12., abends 8 Uhr, findet ein Lichtbitdervorirog»Die deutsche Ost- seeküsie' im Museum sür Meereskunde. Georgenstr. 34/36, statt. Eintritt 20 Pf. Gäste willkommen. Rätselhafter Selbstmord zweier Schwester». Ans bisher völlig nnaufgeklätlen Gründen sind zwei junge Mädchen, die 17 und 18 Jahre allen Töchter Wally und Lucie de« Ziseleurs Eck. aus der Fuldastraste in Neukölln in den Tod gegangen. Als gestern früh der Baier ausstand, fand er die Küche verschloffen. Er liest die Tür öffnen und fand die beiden Töchter lebtos in der vollständig mit Gas gefüllten Küche liegend. Die Hähne des Gasherdes waren ge- öffnel. Ein Arzt und Samariter der Feuerwehr stellten Wieder« belebungsversuche an, die jedoch erfolglos blieben. Es liegt un- zweifelhaft Selbstmord vor. Die beiden Schwestern waren am Monlagabend zusammen ausgegangen und kehrten erst spät nach Hause zurück. Sie schloffen sich in der Kitzche ein. und offneren die Gashähne. Der Grund zu der Tat ist völlig in Dunkel gehüllt. Die Angehörigen stehen vor einem Rätsel. Schöneberg. Stadtverordnetenversammlung. In der Sitzung am Montag wurde zunächst die Einführung der Wieder- bezw. Neu- gewählten vorgenommen. Danach erfolgten die Wahlen sür daS Bureau der Versammlung. Es wurden gewählt: zum Stadiver» ordneienvorsteher Grai v. M a t u s ch k a, zum Stellvertreter Pro- sessor T e u f e r. zum ersten Beisitzer Genosse R o t t t ä n d e r. Als Sitzungsrag wurde wiederum der Monlag festgesetzt.— Anlästiich der NackfordernNg für. Erhöhung der Koblenpreise wurde monistr, dast die vor einigen Jahren im Krankenbause eiirgebaltte Unierichubseucrung sich wenig bewährt hat. Erwähnt wurde der Mangel an lüchiigen technischen Kräften und verlangt, eine ein- gebende Feststellung über Heizungseriparnisse vorzulegen. Sodann wurde zur Kenntnis genommen, dast dw in der letzten Sitzung gegen die Depulantcn des Riesels, ui» vorgebrachten Beschwerden irrtümlich waren.— Bei der Vorlage des MagrstratS, anstatt der bereits be- schloffene« großen Automobile nebst Anhängern mehrere kleine Kraftwagen zu beschaffen, entwickelt sich eine leb- hafte Debatte über die M ü l l i a l a m l r ä t. Der Referent Schiller lLiberale Fraktion) betonte, dast die kletneren Automobile schneller erbaut werden und sür kleinere Fuhren besser zu verwenden wäien. Für Schöneberg besteht eine Müllkalamität nickt, denn an ihn habe sich noch niemand wegen Abfuhr des Mülls gcwender.— Müller(Fr. Frakt.) wünschte die Wiederberstellung der trüberen Vorlage, da van» in allen Fällen, wo die WirtickaslS- yenossentchast vertagt, die Stadt den Hauskehrickt absobren kann.— Genosse Kü i er erklär te. daß eS gleichgültig ist. ob große oder kleine Auto beschafft würden; es komme darauf an, dast die vom Referenten bestritteite und doch so reichlich vor- handene MüllkalamuSi endlich beseiligi werde. Der Wirtschafls- genossenichasl. die alle Lasten abwälzt. die bestehenden Verlräge durchbricht, wohl das Geld kassieren läßt, da» Hausmüll aber ruhig auf den Höien welier liegen läßt, mutz gezeiar werden. dast fie selbst die Veriräge ,i» hallen bat. Es sei Pflicht der städtischen Körperschaften, die Müllabsuhr in eigene Regie zu be- treiben und die Abtuhrgenossenichaft der Berliner Hau«, und Grund- besitzet zu verdrängen.— Stadtrat Maikenbuhr wies nach, daß man sich mit dem bescheiden müsse, was man bekomme« könne, sonst müßte die ganze Angeleqenbeit auf lange Zeit hinausgeschoben werden.— Bernsteinnnien werden. FriedrichSfekde. Pctrolcumversorgung. Da von setzt ab die Ber- ieilung des überwiesenen Petroleums nach andere» Grundiätzeii er» folgt, werden die bereits ausgegebenen und noch nicht zur Ein» lösung gekommenen Petroleunimorken sür ungültig erklärt. Neu» Marken können im Einwobnermeideomt, Dönhoffftr. St. entgegen» genommen werden, berechtigt zum Bezüge von Petroleum sind« erfler Linie HauS?aNungen, Me weder einen HitfdSIiifj an®fl« noch Eleltnzttäl haben. Die Landwine sollen wie bisher berücksichligl werden. Haushaltungen, die die Entnahme von Pelrokrum bean- spruchen, weil sie weder GaS noch elektrisches Licht haben, müssen sich dies vom Hauseigentümer bescheinigen lassen. GroA-SerlinZr Parteinachrichten. Groß-Seciin. . Heute abend, 8 Uhr, Mitgliederversammlungen der So. ztaldemokratischen Bereine. I« allen Versammlungen werden Beiträge entgegen- genommen und Neuaufnahmen vollzogen. Das Erscheine» aller Mitglieder ist dringend erwünscht. Berlin L bei Glane, Kommandantenstratze 88. Berlin II. 1. und 2. Wt. Westen bei Rickert, Steinmetzstr. 36a. 3. und 4. Abt. Arsedrichstadt und Südwesten. Lindenstr 3, II. Hof 3 Tr.— 5. Abt. Südwesten bei Keusner, Hagelbevger Str. 20a.— 6, Abt. Südwesten bei Schuster, Chamissoplatz 4.— 7. und 8. Abt. bei Reim, Urbanstr. 29. Berlin IH. im Gewerkschaftshaus, Engelufer IS, Saal V. Berlin IV. Petersburger Bicrtel: bei Kühne, Schreinerstr. SS. Lands- berger Piertcl: ini Elysium. Landsberger Allee 40.— Frankfurter Viertel: bei Waechter, Kl. Gewerkschaftshaus. Elisabethstr. it.— Stralaqer Viertel: bei E. Nah, Warschauer Str. 57. Eiivenicker Viertel: bei Fröhlich, Muskauer Str. 1.— Görlitzer Viertelt bei DavS, Lausitzer Str. 46. Berlin V. Wt. 4b bei Schwauherz, Nauaarder Str. 3.— Abt. 4 a. 4a bei Rähner, Jmmanuelkirchstr. 25.— Abt. L und 3: Sicmuiid« Festfäle, Linienstr. 3.- m. 4, S und S: bei Pickcrt,«wienstr. 4gZ.— Abf. 7: bei Walter, Schiffbauerdamm 22. Berlin VI. 4. und 2. Abt. bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 14.— 3. und 4. Abt. bei Burg, Prenzlauer Allee 489.— 5. und 7. Aht. hei Korn, Gleimstr. 10, Ecke Falkplatz.— 6. Abt. bei Golbfchmibt, Stolpifchestr. 86.— 8. Abt. bei Hoffmann, Sw'.nemünder Str. 47.— 9. Abt. bei Obligo, Stralsundsr Str. 44. 10. und 11. Abt. bei tlarus, Boltastr. 37. � 42. und 4b. Abt. bei Renter, Birkenstr. 2gA. — 43. und 14. Abt. bei Röther. Walöstr. 81.- 16., 17. und 20. Abt. bei Sachse, Lindower Str. 26.— 18. und 10. Abt, im»Schwedcn- zelt". Schweden- und Exerzierstratzen Ecke.— 21. und 23. Abt. bat Lewandowski, Seestr, 104. Neukölln. In folgenden Lokalen: 1. bis 4. Bezirk bei Schulz, Reuterstr. 47, Ecke Lenaustr.: b. Bezirk bei Schittler, Weichselstr. 5, Ecke Donaustr.; 6. Bezirk bei Noack, Weserstr. 41, Ecke Fubdastr.; 7. und 8. Bezirk bei Iben, Bodsinstr. 58, Ecke Jsarstr.; 9. Bezirk bei Nitzschc, Berthelsdorfer Str. 8, Ecke Neue Donaustr.; 10. bis 12. Bezirk im Turnerheim, Böhmische Str. 13; 13. bis 17. Bezirk bei Kcnkel, Hermannstr. 178, Ecke Thomasstr.Z 13. bis 20. Bezirk bei E. Richnow, Prinz-Handjery-Str. 69; 21. bis 24. Bezirk bei Hent- schcl, Herrfurthstr. 27. Treptow-Baumschulenwig: bei Wilhelm Erbe, Baumschulen- straße 14. Für Ortsteil Treptow fällt der Zahlabend aus. Adlershof: bei Feyerstein, Bismarckstr. 82. Bohnsdorf: Mitgliederversammlung bei Grabow. Lichtenberg: bei Hamann, Krojsener Str. 35, Ecke TrhpthruSstr. Obcrfchönewcide: bei Ladewig, Luufenerstr. 5. Steglitz und Friedenau: Gemeinschaftliche Versammlung bei Clement, Steglitz, Düppelstr. 7. Tempclhof: bei Müller, Berliner Str. 97. Wilmersdorf: bei Schäfer, Brandenburgifche Str. 69. Reinickenborf-West: bei Schiller, Antonienftr. 9. Weihcufrr: bei Staerke, Charlottenburger Str. 3. rvotierausüwten tut da- mittlere Rorddeutlcvland vis Donnerstag mittag. Ziemlich beiter, aber noch veränderlich, ohne er- hebliche Niederschläge: weitere Abkühlung. "ewwna«»sns der lt. Pre«ßksch- ZiLddenffche» (237. Königlich preußische») Kiasseulotteri« I. 5'Iasie 1. Ziehungstag 8 Januar ISIS Au» jede««„gene Aumm», flnd««et aletch hi-o««etvlnne oessUen. »od zwar je einer auf die l'ofe„Icicher Stamwer iu dc» bctvrn Abieiluligen> und ll (Ohne Gewähr A St.-A. f. Z.) tSiachdntck verboten) In der Vormittag?- Ziehung wurden Gewinne über SO Ml. gezogen: 2 Gewinne zu 3000 Mk. 94337 2 Gewinne zu 600 Mt. 133110 6 Gewiline zu 400 Mk. 121432 126063 172336 12 Gewinne zu 300 Mk. 13319 23733 176660 133231 132601 204430 24 Gewinne zu 200 Mk. 212S1 24420 43666 73403 31733 34081 113361 144766 147573 148486 164980 170802 78 Gewinne zu 100 Mk. 2593 8022 9267 13553 15446 24119 27341 29239 33365 41502 42380 46557 58511 62394 88134 84374 100814 101570 102003 102098 105267 116614 l 18211 125311 126971 130578 140126 140779 146109 162422 183368 165653 168654 176304 178531 185490 192018 202358 204372 In der Nachmittags-Ziehung wurden Gewinne über 50 MI. gezogen: 6 Gewinne zu 1000 Mk. 9119 29681 177283 2 Gewinne zu 500 Mk. 121292 8 Gewinne zu 400 Mk. 20050 60921 168551 174430 16 Gewinne zu 300 Mt. 9371 17438 38500 115416 145040 158211 191580 210810 26 Gewinne zu 200 Mk. 585 849 6427 23173 25021 72650 74647 119058 127532 153068 197988 199457 205395 82 Gewinne zu 100 Mt 9340 14666 15428 17434 30004 36879 42533 45792 46414 57475 57480 58167 64278 71461 76602 83375 84977 08239 105392 107741 108263 11312X 125710 130056 131516 133178 133931 136009 149707 164676 170676 171209 178991 188570 182270 195619 196424 200354 204951 206261 212007 Diraktion Max Reinhardt. Uentache» Theater. 7 Uhr: Don Carlo«. Donnerstag;: Don Carlo». Kaiuniempieie. T'/, Uhr: Kindor der Freude Donnerst.: 0. elngebild. Kranke Volksbühne. Theater am Biilor/platz. tJhtorgrmndb. Bohönh. Tor. ?>/, Uhr: Nora. Donnerstag 7 ü.: Faust I. Dir. C. Meinhard— R. Bernauer. Theater!/, KöniggrSIzerstr, 71J; gtrlndbcrg-Abend. Komödienhaus "(,8 Uhr: Die beiden Seehunde. Berliner Theater 7'),ü.:Ple tolles Komteß. Bas MS Propin Anita Berber in ihren Tänzen Plcrrol Caprlce Poln Mazurka yuntazeui- Truppe Ahrobsten 3 Denvers Drahte eiiakt Trude Hesterberg I u. Kurt Fuß in ihrer neuen Tanzozenef Qarci« Schattenspiele Keseelyt Marionett-Tbeat. Jan Paul mit neuen Vorträgen Das lebende Spielzeug Maciweytrnppe Pantominu täten J. Färsl Hsndatsn dekünsRer Max Walten Esaentrik Central-Thcnter KommandantenstraOe 57. T1/,: Die Csardusf ürstin Theater lür Mittwoch« den 9. Januar, r.astspielhnn» 7*/4 Uhr; D!e bMo KäilslSf.UniiEnlio! tteHldenz-Theater TV, Uhr: Ulli Grün. Schiilep-Theater O 7'/. uhr: Professor Bersharäi. Deutsche» Opernhaas 7ühr:DerFreischü!z. Fricdrich-Wilhelmst. Theater 7'/, Uhr: Bgs BrgiÄPte. Kleines Theater vi, uhr: Celdzaübep. Kouiisehe Oper TU v: UvsrmIWel. Metropol-Theater Die Kose 700 Mul. 7'/, Uhr: Neues ßperettentiaus SohiUbd. 4a. Kassent.Nd. SSI w.uhr�erSolilalilßrMarie. Kchiller-l h. Chart. vi, uhr: Pauline. Thaila-Theater ?/. Uhr . Egon ond seine Frauen. Theater am Nollendorfplatz 8'/. Uhr: Hans Huckebein. 7 Uhr; Theater des Westen» 4 Uhr: Hänsel und Grete). 7»/.ühr: fer verliebte Berzog mit Guido Thielscher Htaig». Bahnhai FriedrlchetraBo| Anfang 71/, Uhr. Letijto Saison in Berlin. I Dos einzig dastehende 1 Janaarprojrranim. I io sä»® q. d. übr. Spezialitäten. I NATIONAL-THEATERl 5 Minuten Jannowüzbröcke. CUpenicker Str. 68.| Täglich Großer Ertolg! Täglich»/jS! Stttd@ntßiiUei3ehQn.&t.�™:! Sonntag S'/j u. V1/, Uhr: fettudentenllebcbcn. Vorverkauf: 10h j und ab 6 Uhr abends. 5�' San ta-Lucia-Wein ZIRKUS Krone-«« 4� Bühne d.Viktorla-Tiicater» (früher Banssouoi) gut geheizt, Jtauch. gest. Kottbuser Str. 6. Hochbahnstation Kotth. Ter. Tel. Moritzplatz 14814. TägL7lliUhr. Mittw., Sonnabend, Sonntag 8'/, und 7'/« Uhr. y Elefanten 7 »Tiger, Löwen,» u. der prr. Sportopielplan. Vorverk. Zirkus u. Werth. URANIA 8 Uhr: Tier und Mensch in der Wildnis. Rose-Theater. VI, Mr: Set WMWMsl. Walhalla-Theater. S'l, Uhr: I�raa Dolle. 7-/, Uhr: lexlko. brig-suastatt.. Pantomime i Sannt. VI, n.»b- 71/, U. Nehm. Kinder halbe Preise I.bd Vr«t. Mexiko, IQTiger j Kasino-Theater jlhrinstr Str. 3T. �ägl."1,8 U. Der neue nftttenc Schlages Hamsterfritze. ermier Posse w 3 Auizäzei:. ot der das neue Ja,iuar-P> ogr. Üot, öarnv«. Prinz. 2 Btsae. CNIÜ. iVL.; Die Frleoenstaubc. »wiater' Friedriuhatr. 165. Koke Behren» traBe. M l> Stg. 8-/, u. T'/j U, Clilf Curran d. schwankende PhSnom. ä Stontaldos. eanilibrist. Dressur-Akt 3 Teras bester Drahtseil-Akt Karl Heinseh auf„Ozardasfürst"' Rankel-Bappos kom, Intermezzo usw.ubw. Zum Schlnü: nondfahrt, Admireispalast 7'U Uhr; Deutsch« Tttnae von Sehnbert. Abrakadabra. Tägl.?',„Sonnt.3>,,u.7»/, W. Hartstein in seiuer Posse: „Er oder Er" und da* übrige, vollständig h« n e JanudriProgramm. Keichshallen-Ttiealer. Allabendlich 7'/, und Sonntag naohmitlng 8 Uhr Stettiner Sänger. „Nein Weih- nachtatrannj". Nachmittags ermattete Preise! Pphlrrnnpn rClAEl oU tu, Damenulster, mollig, Pelzs.,«leg. pslzgeenltar 70.—. Warim-Luther-�tr. tilll. Taustnger. 4/9 Söilinöi tilZnigMaus lUaerstraße 88. ZiromcrstraBe 90/91. Hente: Großes IConzert>■■imi SSSpdes Dcrltner Fvonzcrtiians-Drehestoea.-QNi Letter: Komponist Franz von Blon. Anfang 7h, Uhr. Eintritt SO Pf. Anfang 71/, Uhr. de»""", kr. fest«Konzert tun AnliB das 75jährisen Debartstases des König!. aavUSdlrelitors WlIbclmHaodweri;. Trlanon»Theater Georgenetr, Bhf. Friedrlehstr. Tel.: Zentrum 4927 und 2391. '/.8 Uhr Der l/s8 Uhr Lebensschfiler. Komödie von Ludwig Fulda. Ida Wüst, Brich KaiserrTitz, v. Möllendorfi, Mart. Kettner. Stg. 8'/, kl. Pr.: Hedd« Gabler. Pelzwaren Z Kranen«Muffen:®® 1382L* aus'96) Astrachan st. ssm. ,ym% Kanin„ 43, Seefuchs. 75,"my Alaskafucbs. uo, Silberfuchs. 145, Preisw Lager in"UWll Mardar-�lltis-Qarn. 15? BerPEepBlzB.Spßrtpelze� Peizvaren-Haus� Hockesehor Marke TBtS Rosenthaler St.40/41 SMiHlsimMll. Materinlwaren-Geschäst, Reltau» rotten u. Aoslwirtschast in Inetee. bürg ist von sosori unter sehr flünttigen Bedingungen zu vor, kaufen ober zu verpachten durch Gustav Straub, Plllkollen. Onpr. f VGfßi linis Niederbarnim. Sonntag, den 13. Januar 1918, mittags 2 Uhr, im Saal des»BorwärtS-.Gcdiludes(Eingang III, 8 Tr.): KensN'sP-�se'TKmmiuffHg. Tagesordnung: 4. Vorhag: Tie gegenwärtige politische Lage. Reserent Arbeiterseh etär Ru d o l s W i s s e lt 2. Ttellunguahme zur Retchstagswahl. 3. SlnssieUung eines Kaudidaten. 4. Die(.»rhöhung des Beitrages. 5. Verschiedenes. SetelUxan« alle« Senlrke vvled erwartet. 246/19 D-r Borstanb. J. A.: H e r m. Müller, Spezialarzl Dr. med. Caab» beh. schnell, grünbl., mögt schmerzlos it ohne BerusSslär. Gesehlechtakrankhalt, geheime Haut., Harn-, Frauenleiden. ScHwIche. Erprobteste Methoben Ehrlich-Heta-Kuren. Harn- u. Blutuntsrsuehung.* Ronigstr. Mi Spr. 10— tu. ö—8. sonnt. 10— 1 ist ein Met beseitigt(9562' ur'Ä Saussalbe! jed.Hautauischlag.FIechten.| Hanijucken. bes. Bein- i schädeu. Krampfaver» 8.85, 6.60. llletsnten-Anetbeke.Serlln, Leipziger Str. 74 (am Dönbosfplatz). m Kosseinhaltigen. rübcnjrcien Kaßee-Ersatz liefere das Pfund mit P!. 3,50 in Postpat. tz 9 Psund, so lange Vorrat reimt.* Gustav 7eIvh,Kolberg(Ostsee) Wir taufen ll. 815 der velamitm v. 25. IX. gebr. Sektkorke zu 12 Weinkorke zu 2 � ».all.and.Srt. neue u. gebr.Korlr serner:» Zelluloid-,Mlm- Hartgummi- Wachswalzen- Schallplatteu.»bfälle Qrdower G.«. b. H.. veorgentirchstr. SV (b. Älexandetplatz), Friedrichstrahe 45 Ecke gimmerftrahe. 9-12-/� 2H.-L-/,. NnIversel-BriessteBer 8,50 flart, Buchhandlung Vorwärts. iudenstraße S(Ladens. Pelzmänteln ganz besonders vorteilhaft Persianer Klaue mit breiten Verbrämungen auf Brokat 740.�- Seal Eleotrio auf la Futter, Glockenform...,. 850.- Fobten, kurz, auf reinseidenem Futter...... 300,- PlüscMtel! Ol« Seal-Plüsch auf reinseid. Futter 375.- dicke mollige Stoffe, Seidenplüsch la Qualität.. 250.- Kostüme, reine Wolle, Astrachan auf Seide m. Pelzkr. 200.- 300.- 250.- 225.- Aetrachan, glatt auf Seidenfutter 150.- PtfantasieKOStäme 180.- 140.- 106.- Rdoke, Binsen, Kleider in grosser Auswahl. Wastmann, l. öesefcHIt: Berlin W, II.«osciiSUt BerUo XO, fflobreostraOe 37a Gr, Frankiurter Str. 115. Benatag geöffnet 18—2 Chr.' Känliloh In Apotheken. Dpojj.- u. Delikafeß- Geschälten.* Oerband der Galt- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nach- richi. dag un-er Kollege älderl ffgiiran Wagmannslr. S, Bezirk 8. am 6. Januar verstoi Pen ist. Ehre seinem Andenke« I Die Beeidigung findet am Donnerstag, den 10. Ja» nuar, nachmittags 3h, Uhr, auf dem Zenlrat-Friedhos in Friedrichsjelde statt. Um rege Beteiligung er. sucht Die Ortstzerwaltnng Nachruf. Am 7. Januar d. I, morgens 4 Uhr, verschied nach schwerem Leiden der srüaere langjährige l. Bor- sitzende unserer Kasse, Herr Älbert George. Der Dahingeschiedene bat erst vor einigen'Monaten insolge seines Leidens die Bürde seines Amtes ab. gegeben. Seine' Pstiwttreue und selbfttos« Hingabe sib R die Interessen unievei Kasse sichern ihm siir alle Zeit ein ehrendes Andenken. Der Vorstand der Allg OrtskranKenkase« für Berlln-Tempelhof. Robert Tudlln, 1. Bors. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den l0. Januar. nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Tempetbofer Friedhofes m der Germania- ttrasie aus statt. 298/1' ?KNik5SgUtfg. Für die Beweise berz.icher Teilnahme antäsilich der Beerdigung unseres teuren Entschlasenen. des Drehers Georg Borchers sagen wir allen Freunden. Kollegen und Kolleginnen unser» tiefgejüoltesten Dank. fsmills fitzke. i6ia Juckkrätze vereohwindot in wenigen Tagen durch ReichelsKräize- balsam, der auch in den hartnäckigsten Fällen voll-- kommen einher wirkt. Fl. 4.50, Otto Deichet, Berlin 43, EisenbabnstraSs 4* H. Pfau, ®ec""Direksenslr. 20 zwtsch. Badnd. Aleranberplax u. Bolizewräsid.— Ami Kar. 8208. Für Damen Frauen-Bedienung. tiieieranitürallezrrankenkass Solange forratroÄi0»51 Gummi-Sohlen Prsbeplatten tür 3 Paar normale Herrensohlon M. 9.— u. M.»1,— S.StraBSS, 5000 Karbid lampeu für Stube u. Fete, noch alter Preis S.80 M. Händt Rabatt. Sowie Vrennöl, Adresse nusbewahreo!• Schräder, Weverstr, 42. Nr.H— 1�18 Unterhaltungsblatt öes vorwärts .......................................................................................... Mittwoch, H.?anu« Motten im Pfeffer. Bon Th. Thomas-Frankfurt a. R. Jakob Paulmann war einer von denen, die nicht aus falschen Rivpen gemacht werden. Aer ihn für dumm verkaufen wollte, der mützie schon sehr früh aufstehen. Nur einmal bat ihm seine Schlau- Heu einen dummen Stretch gespielt, aber auch da war.eigentlich meine Frau schuld�. Paulmann war nämlich Besitzer eines Havelocks, der, wenn man genau biniab, noch Spurxn eineS ehemaligen Pelmussatzes zeigte. Dieien paar Haaren zuliebe muhte die Paulmännrn jedes Frühjahr das wertvolle Stück tüchtig mit Pfeffer einstreuen, damit der.Pelz� nicht von den Motten gefresien würde. Die letzte» Jahre war das nun eine iade Sache. Pfeffer ist ein rarer Artikel. Aber Paulmann halte süc den Pelz und für seinen Hals vorgesorgt. Mit richtigem Blick erramschtc er noch schnell zwei Pfund Pfeffer, das Psund für 54 Wart.»Garantiert echte Ware�. Er war zwar schon gemahlen, das ist immer ein schlechtes Zeichen, well der Verdacht besteht, es tönnlen andere schwarz angestrichene Ersatzmittel in der Tüte sein. Echter Pfeffer steigt in die Nase, wenn man dran schnuppert. Diese Probe konnte Paulmann nicht machen, da er stark schnupfte, srine Naie war so schon immer wie ein ausgepichtes Pfefferiähchen. Zu Haule erzählt« er natürlich den Handel ganz anders. Es ist eine schwache Seile vieler Ehemänner, dah sie Muttern gegen- über ihr Talent zum Einlaufen immer ins hellste Licht rücken wollen. Manche Frau wundert sich über da« fabelhafte Glück ihres Mannes. Kein Wunder; er legt heimlich sein Geld zn. um der Frau zu ztlgen, was für ein heller Kopf er ist. »Da bab' ich wieder einmal einen guten Kauf gemacht.41 Mit diesen Worten übergab Paulmann abends seiner Frau die Tüte. »Soll da« Kaffeeeriay sein, oder Zigorettentabak Z4' »Ja, riechst D» denn das nicht f4 Sie blähte die Rüstern auf, wie ein Kaninchen, machte.nfnfnfnfn', fand aber keme Aehnlichkett mit dem Gewächs, das auS Indien stammt. »Es kommt mir vor. wie pulverisiertes Trockengemüse/ meinte sie enolich. »Du Kamel, da« ist doch Pfeffer.., echter Pfeffer.� „Pfeffer? Den muß ich mir genau ansehen, riechen tut das kein Mensch." Nun lag der Inhalt offen vor ihr. Sie nahm einen tiefen Zug von dem Aroma, dann entschied sie:»Pfeffer ist das mein Leben nicht, das hat höchsten« einmal neben ihm gelegen. Was kost denn der Dreck?* »Fünf Mark vierzig das Pfund," log Paulmann. Er hatte Angst vor dem Lärm, den sie machen könnte, wenn er die Wahr« heu sagte. r .DaderfÜr kann man da» Zeug schon verwenden, aber mit Deinem guten Kauf da ist es wieder einmal nischt, laß Dir man de Augen auswischen." Die Frau verwandte gleich einen Teil des kostbaren schwarzen Material«, um den Pelz einzustreuen. Dafür würde eS schon noch gut genug sein, hoffte sie. Wochen vergingen. Paulmann dachte gar nicht mehr au seinen Reinsall, da fiel ihn eines Abends sein Pelz ein. .Anna", rief er seiner Tochter zu,.ist denn mein Wintermantel tüchiig eingepseffert worden?" »Ich meine, Mutter hätte ihn fertig gemacht, bestimmt weiß ich es nicht." »Sieh doch mal nach, es wäre schade, wenn fetzt bei die Zeiten ein Faden verloren ging, denn heutzutage ist sowas»ich mehr zu haben." Sie tat es. aber in dem Kleidungsstück war keine Spur von Pfeffer zu finden, trotzdem Mutter eine schöne Handvoll hineingerieben halle. Dagegen waren schon Löcher drinn. die nicht von schlechten Motten waren. Diese hatten bei dem Mangel an Wolle nicht nur den Pfeffer gefressen, sondern auch schon den Mantel stark verfrüh» stückt. Pautmann war außer ficht »Nun habe ich exira das viele Geld für den Pfeffer au«- gegeben, jetzt gehl mir der teure Pelz auch noch kapult. Anna, bal- famier mir den Havelol gut ein. Dem Viehzeug wollen wir schon die Puste austreiben." Die schonte nun die Pfeffertüte in keiner Weis». Wer wird sich darüber wundern, niemand im Hause hatte ja«ine Ahnung, welch' Kapital in der schwarzen Masse steckte. Die nächsten Tage gab es unter den Motten der Umgegend ein schönes Schlemmerleben. Jakob PaulmannS Wintermantel wurde ihnen ein Moilenkempinski. Wo sich immer zwei der silbernen Insekten trafen, da wisperten sie fich zn: Bei Paulmann fließt Milch und Honig. Bald entwickelte sich in ihm ein kleines Mollen- Paradies, mit Kinderstuben. HeiratSbureauS und allen Süßigkeiten eines Mottenlevens. Der Pfeffer war nämlich ein Surrogat auS pflanzlichen Sämereien aller Art, mit einem Zusatz von Essenzen. Die kleinen Feinschmecker liehen fich freilich absolut nicht dadurch stöien. Als Nachspeise verzehrten sie ja immer ein Stück vom Wintermantel mit Pelzkragen, fanden auch sonst manches, da» ihnen schmeckte. Mitte August sah Frau Paulmann wieder nach. Sie bekam keinen schlechten Schreck. alS sie das Kleidungsstück in die Hände nahm. Sie halte gerade nicht viel Zeit. Um ihr Gewissen zu be- ruhigen, schmiß sie noch einmal von dein Pieffer hinein und be« arbeitete da« Ganze so tüchtig, daß der schäbige Rest des alten Mantels vor Angst die Haare ließ. Dann hing sie ihn wieder an seinen Play. Die Motten waren in den traurige» Ruinen nun wieder geborgen, für die nächste wollefreffende Generation war gesorgt. Es wurde kalt nnd kälter, eine« Tages mußt« der Pelz hervor- gelucht werden. Aber es war von ihm nicht« mehr zu sehen, wie Löcher, er war buchstäblich in einen Schweizerkäse verwandelt. Die Motten hatten Pfeffer, Wolle. Pelz und Futter so gründlich ver- zehrt, daß eigentlich nur die Knöpfe noch gut waren, an ein weiteres Tragen war überhaupt nicht zu denken. Als unser Freund das Sleb sah, machte er einen fürchterlichen Krach. »Daran ist Dein Pfeffer schuld, Dein schöner Pfeffer." »Was ist schuld?' »Ja. ja. frag' noch lang, Dein Pfeffer. Da« war Motten- futier!' Paulmonn wollte etwas erwidern, aber seine Frau ließ sich nicht aus dem Gleise bringen.»Pfeffer? Hahahahal Du kennst weiter lein Gemüse als Schnupftabak, da brtngste son Zeug hemt."/ »Da ist auch nicht eil/ Gramm Pfeffer rein gekommen," schrie Paulinann, dessen Nase Pente zufällig noch Jungfrau war,»nicht ein Gramm, da riech mal.""" »Kein Gramm? Alle zwei Pfnnd sind verstreut worden wegen dem Feyen. Nu lannste ja selber sehen, was d« damals für ein Kraul gebracht hast." »Alle zwei Pfund, in den Mantel? Ogoltegottegott." »Was ist, den» los, Jakob?" Er stierte nämlich immer an die Decke, ols-wtnn da die Pfefferrechnung angeschrieben stände. »Jaköbche. ist... Du vecfäbst Dich ja.. »Es is' schon wieder gut. Schaff mir den auS den Augen "Nnd bring mir einen kleinen Pfefferminz. Wie heißt eS im Sprichwort? Pfeffer bringt den Mann aufs Pferd Und die Frau unter die Erb.. D�.SmaI ist es beinahe anders gekommen. Dann aber besorgte er fich einen Bezugschein und kaufte für 268 M. einen neuen Manlel, der nicht viel bester war, wie der. den die Moften zerfressen hatten. Aber ein Gutes hat der neue an sich: An ihn gehen die ileinen Insekten nicht heran, weil«r ebensowenig Wolle ist, wie der Pfeffer Pfeffer war. Schneefiocken. Aus dem Felde wird uns geichrieben:, Grau und düster ist der Himmel. Äeffe, ganz leise fallen die Schneeflocken zur Erde, legen sich aus Baam und Strauch. Haus und Hof, fallen aus die holprige Landstraß« und. hüllen alles in ein blendende« Weiß. Die Strohdächer scheinen unter der Last der weißen Masie zusammenbrechen zu wollen; schief, winzig und blind schielen die llernen Fenster der Panjehütten hinein in die schneeige Landschaft. Ich stehe am Fenster unserer armseligen Bude und schaue dem neckischen Spiel der Schneeflocken zu. Meine Gedanken weilen in der Heimat— weit, weit fort von hier. AlS ich noch ein Knabe war. stand\rb allein auch am Fenster im Elternhaus und iah dem Treiben der Flöckchen zu. griff mit dem Händchen danach und tat«inen Jauchzer, wenn ich eine erhascht hatte, und Baler und Mutter er« freuten sich am Spiel ihres Buben. Und wenn ich dann abends im Beilchen lag und Bali und Mutti den Gute-Racht-Kuß gegeben halte, dann ichloß ern glücklieber Knabe die Aeuglein und träumte von den Engelein im weißen Kleidchen, die die Schneeflöckchen zur Erde schütteten, woran fich die Kinder erfreuten.— O glücktiche Kinderzeit l Jahre sind seit dem verflossen, die eilende Zeit hat auch mich zum Mann reifen laflen. Und wieder tanzen die Schneeflocken"wie vor vielen Jahren und wieder siehe ich am Fenster und sehe�rm lustigen Trelben zu. Aber es ist ein anderes Fenster, klein und winzig gegen daS im Elternhaus— weit, weit lern von der Hei» mat l Mit Schellenklang gleitet ein Schlitten vorüber; luftig blinken die Augen der Pferde, frisch stampfen sie hinein in da» Schneegestöber, als wollten sie nach den Flöckchen haschen.— In der Ferne erklingt das Schellengeläute des Schlittens und die Schneeflocken küssen leii« dl« Erde.— Immer mehr werden eS— im wirbelnden Tanze jagt sie der Wind bald hierhin, bald dorthin, bis ein jegliches sein Plätzchen gefunden hat. Ganz dicht drängen sie sich zu mir an da» Fenster, als wollten sie sagen: »Komm doch heraus und spiele mit uns!" »Nein, früher einmal, vor vielen Jahren, da spielte ich mit Euch, aber heute ist eine andere Zettl Doch wenn ich erst wieder daheim bin und im Elternhaus am Fenster stehe, dann werde ich sagen:»Seht, Schneeflöckchen, hier bin ich, kommt her, damit ich Euch baschen kann, heule lst eine bessere Zeit I Und leise, ganz leise werden dann die Schneeflocken zur Erde fallen, wie einst im fremden Lande!——— Gerauchter Tee. Zu unseren Susführungen über Tabakersatz in Nr. L wird unS geschrieben: Wie alles auf dieser kugelrunden Welt schon dagewesen ist, so auch gerauchter Tee. Der Ruhm, damit vorangegangen zu sein, muß man der Engländerin' lassen. Beim englischen Fumuhr-Tre kamen im Jahre 189S aus grünem Teekraut gefertigte Zigaretten auf. die ihren Weg auch nach Pari» gefunden haben. In Kenfinglon wurde ein Damenklub gegründet, dessen ausübende Mtt« gltcder nur Tee-Zigaretten verpafften. Drei bekannte Schau- spielerinnen- gaben zweimal wöchentlich einen„Doo smokirr�4'. Ein« ebenso bekannte Schriftstellerin lieble Tee«Zlgaretten so leiden- schastlich, daß sie täglich 20 vi» 80 Slück rauchte, obwohl der Arzt' dagegen Einwendungen erhob. Der Assistent am pharmakologischen� Institut der Jrnisbrucker Universität kam in einer eigens an-� gestellten Untersuchung zu dem Schlüsse, daß daS Teerauchen, waS die physiologitche Wirkung betrifft, da« schwerer ausführbare Tee- trinken auf Märschen oder bei Hochtouren ersetzen kann. Weniger Erbauliches hörte man im Jahre 1M4 aus London. Hatte die Teezigaretten rauchende Frau Mischung aus Suchong und Hyson zu würdigen begonnen, so gab sie dieses Rauchen nicht eher aus, als bis sie sich notwendig an den Arzt wenden mußte. Der Geichmack der Mischung wurde als nicht unangenehm bezeichnet, aber die Nachwirkungen dieser Art Tee zu rauchen, waren nach den eigenen Worten eine« dieser Opfer höchst traurig. Der Kopf schwindelte einem, man wollte sich nur festhalten, damit man nicht umfalle, und ein Zustand der Betäubung und Starrheit sslgte, dann traten Phantasien von einer himmlischen Vision und die Ver- zückungcn des OpiumesserS ein. Das tiefe Einziehen verursachte Brechreiz und man vermochte leine Nahrung zu sich zu nehmen, nur Tee, so stark er hergestellt werden- konnte. Auch Seeleute, so erzählte man, nahmen aus langen Seereisen in Ermangelung von Tabak getrocknete Teeblätter zum Stopfen ihrer Pfeifen. _ Dr. E. M. Krönfeld. Notizen. — Zu dem Konzert des Klinglerquartett», da» Sonntag mittag 12 Uhr in der Volksbühne vom Verband der freien Vollsbühnen veranstaltet wird, find noch Karten auch sür Nichtmit» glieder in den Zahlstellen und an der Theaterkasse zu haben. -7 Julius Wellhausen, der hervorragendste Bibelkcitiker und Foricher aus dem Gebiete der altjüdischen Geschichte, ist im 74. Lebensjahre in Götiingcn gestorben. Wellhausen hat die Grund« sätze htslorischer Krttik auf das Alte Testament mit solchem Erfolge angewandt, daß das Bild der altjüdiichen Geschichte ein völlig andere? geworden ist. Besonder» die Zerlegung der sog. Bücher Mose« in ihre einzelnen, Jahrhunderte auseinanderliegende» Be« standtetle ist sein Werl. Die Geietzgebung Moses' ist danach bat Wert der nachexilischen Priesterschaft, die überhaupt dem ganzen späteren Judentum das Gepräge gibt. Der in der ganzen Welt an» erkannte Gelehrte mußte in der philosophischen Fakultät unter« gebracht werden, da die Theologen ihn in die ihre nicht mehr hin» einließen. WellhausenS knappe„Israelitische und jüdische Geschichte" ist besonders auch unseren jüdischen Mitbürgern, die zum Teil noch ganz falsche Lorstellungen von ihrer eigenen Geschichte haben, zu empfehlen. 7] Töchter üer yetuba. Ein Roman auS unserer Zeit von Tiara V i e b i g. „Ja. das Warten ist schrecklich," sagte irgend jemand. »Das Allerschrecklichste." Ach ja! Sie seufzten alle. Auch Gertrud kannte das Warten und seine Oual. Auch sie hatte gewartet, erst mit heimlicher Ungeduld, daß er noch« mals aus Urlaub kommen sollte, ehe er ausrückte, sie zu seiner Frau machen, ehe er ins Feld zog. Ihr hoffendes Warten war vergeblich gewesen, er hatte nicht auf ihre Bitte gehört. Und dann hatte sie trotzdem wieder gewartet! auf eine Karte, einen Brief, ein Lebenszeichen von ihm— auch das Warten war vergeblich gewesen. Er kam nicht mehr wieder, was auch seine Mutter sagte! Ein tiefer Seufzer. der wie ein Stöhnen klang, entrang sich ihr; alles blickte auf sie. „Sie können wohl nicht mehr stehen?" Ein junges Mäd. chen, das bis dahin anscheinend teilnahmlos in seiner Ecke ge- sessen hatte, stand auf und gab ihr seinen Platz. Sie setzte sich. Dankbar lächelte sie das Mädchen an, das nun vor ihr stand. Wie mager die war! Unter der leichten weißen Bluse zeichneten sich die Arme dünn ab, und der Hals, der sich aus dem Ausschnitt reckte, war gleichfalls sehr dünn. Und die Augen übergroß und weit. Die wartete sicherlich, der sah man es an. Unwillkürlich fragte Gertrud: »Sie haben wohl auch jemand draußen?" Die andere nickte hasllg, ein tiefes Rot flammte über das bleichsüchtige Weiß ihrer Haut.»Meinen Bräutigam!" Nun wendeten sich ihr alle Blicke zu: schwer für ein Mädchen, den Bräutigam draußen!„Wo steht er denn?" Sie lächelte.„Ach. immer da. wo es am tollsten zugeht. Erst an der Weichsel, und dann tief in Rußland—- und dann in Frankreich— und jetzt— jetzt— na, jetzt ist er mit vor Przemysl." „Na. sowas!' Das allgemein? Interesse war erregt. Erst in Rußland, dann in Frankreich und nun wieder In Galizienl Der wurde ja ordentlich herumgeworfen. Selbst die Dame in Trauer erkundigte sich näher:»Bei Welchem Truppenteil steht Ihr Herr Bräutigam denn Die Braut schien die Frage zu überhören. Mit einer Lebhaftigkeit, die seltsam von ihrer vorherigen Teilnahm« losigkeit abstach, erzählte sie jetzt:„Oh. mein Bräutigam ist sehr tüchtig. Der hat Mut. Er hat aber auch schon lange daS Kreuz. Nnd nun ist er eingegeben fürs Kreuz Erster." Voller Bewundern blickten alle. „Mein Mann hat auch's Kreuz,44 sagte die junge Frau, die das Kind auf dem Schoß hielt, leise,„aber nur s Kreuz Zweiter." ..Ist Ihr Herr Bräutigam denn Offizier?" fragte die Dame in Trauer. „Nein, das nicht." Eine gewisse Unsicherheit kam w den Blick des Mädchens.„Gefreiter." Dann war das doppelt anzuerkennen: gemeiner Soldat und das Kreuz Ersterl Die Bewunderung stieg noch. Und wie getragen von dieser allgemeinen Bewunderung flammte die Braut immer höher auf, ihre unscheinbare Ge- stalt schien zu wachsen, ihr mageres Gesicht wurde ordentlich hübsch. Sie war so stolz auf ihn. so überaus glücklich trotz aller Schwere der Zeit.»Und was er für Briese schreibt 1 Hochinteressant. Wenn ich vom Amt komme— ich bin Telephonisiin— warte ich's kaum ab, bis ich sie lesen kann!" „Schreibt er denn so oft?" „Ja. sehr oft!" „Dann sind Sie aber glücklich dran." seufzte die junge Frau, die nach einer Nachricht ihres Mannes von Fpern bangte. „Ich schreibe ihm aber auch täglich!" Die Glückliche, daß die das konnte! Es stieg wie Neid in Gertruds auf. Sie las in den Augen des unscheinbaren Mädchens lchltev.g�nugtuung, lauter Befriedigung. Die war vielleicht die einzige im Wagen, diejenige von all den Wartenden hier, dieytlcht mürbe darüber geworden war, nicht niedergeschlagen und verbittert. Als sie ausstiegen, gab Gertrud ihr die'Hand. Nun das Mädchen nicht mehr von dem Bräutigam sprach, war es wieder blaß, still und unscheinbar wie vordem.„Fräulein. ich wünsche Ihnen alles Gute. Sie haben viel Glück. Unser- einer ist nicht so gut dran." Es stieg feucht in Gertruds Augen, sie kam sich gegenüber dieser glücklichen Braut noch verlassener als sonst vor. und trotzdem zog es sie zu jener so hin, als sei die auch eine Leidensgefährtin. Sie nannte ihren Namen und ihre Wohnung.„Wenn's Ihnen nichts aus- macht, Fräulein, besuchen Sie mich doch mal. Ich bin abends meist von achte an zu Hause und Sonntags den ganzen Tag." Die andere errötete schüchtern, lächelte und flüsterte, jetzt so bescheiden:„Gerne!"— Die Dombrowski, die Gertrud abholte, bannte das Mädchen von Ansehen.„Ach diel Das ist die Tochter von Dietrichs auS'm Zigarrenladen; da wohnt Je bei ihrer Mutter. Der Vater war an der Post; der tS vor zwei Jahren ge- storben." „Die ist verlobt?" „DaS weiß ich nich," sagte die DombrowSki.„Kann sein. Ich würd' mir ja nich mit die verloben, wenn ich'n Mann wäre. Schön is anders l" Sie lachte, ihre dunklen Beerenaugen funkelten.„Fräuleinchen, heut war's schön, Wenn wir noch'n kleinen Bummel machen könnten, waL?"' „Ich bin müde." Gertrud gähnte abgespannt. Sie be« merkte es nicht, wie die Augen der anderen suchend herum« spazierten; sie dachte nur an das Kmd und wie sie es heut finden würde. Ss hatte gestern abend so geschrien, sie hatte es auf der Straße, ein gutes Ende noch vom Hause weg, schon gehört. Und sie war gelaufen, gestürzt. Sw wollte jetzt wieder eilen, aber die Dombrowski hielt sie am Aermel zurück:„Noch'n Augenblick. Da steht die Exzellenz, die Frau General von Voigt, bei die wasch ich." Sie war ordentlich stolz auf ihre Beziehungen.„Die muß ich sprechen. Morgen soll ich bei die ihre Tochter kommen. Bei die Jtaljänerin. Da�pntz ich Fenster."� Die einzige Tochter deS Generals von Voigt hatte vor vier Jahren den italienischen Leutnant Rossi geheiratet. Sie hatte ihn kennen gelernt, als si« mit ihren Eltern in Italien reiste. Herr von Voigt, damals noch Oberst, hatte kein Arg dabei gehabt, daß sie den jungen Offizier immer wieder trafen: in Venedig, in Mailand, sogar in Florenz. Da der Italiener kein Deutsch sprach und der Deutsche kein Italienisch, mußte Lili Dolmetscher spielen, oder die Unterhaltung wurde französisch geführt. Der junge Mann-war sehr liebenswürdig. trotz seiner etwas nachlässigen Haltung sehr schneidig; es machte dem deutschen Offizier Spaß, wie genau der klein? italienische Leutnant über die österreichischen Grenzbefestigungen Bescheid wußte. Er sprach mit einer gewissen Nichtachtung von Oesterreichs Kraft und Wehrmacht, von Deutschland da- gegen mit großem Respekt. Der Oberst fand Gefallen an ihm— ein intelligenter netter Mensch--- bis plötzlich der Nebel zerriß, den der Wirbel der Reisceindrücke und das Enttücktsein aus dem gewohnten Alltag ihm vor die Augen gelegt hatten. Was, seine Tochter, die Tochter eine?' Preußischen Offiziers wollte einen Italiener heiraten? Lili war verrückt! Sie reisten schleunigst mit der Tochter nach Hause. tLorts. foIaU Ferein„ARBEITER-HOCHSCHULE" LV, >• Berlin C 2. Nene Frledriehetr. 83—56 II. '» Zentrum 4860— 0 84, Gubener StraSe 31. Beginn dw Vorlesungen: 2'{Jä'�FDann�r�.lfi'Febniar. > 9. FfllibtfortfelUunseschul«, N FrledriebstraBe 126. twUlSUlvS,(Nähe OraueoboTKnr Tor.) jK* tra cwiaap• Dr- Raeber(T olkivertrstan�nn and Wahl- Ji II cy CBJ». jjrgteme).— G. JErucKt(Richard Wagners (.eben nnd SehaRan.— King des Kibelnngen).— Dr. (Stanographie) FHhranfr«« durah dan Koalaflaeheu Garten und da» Aquarium.— JSlnsEulvartrdfe.— Tolks- knnat- und Untertaaltunfaabande EröniimmBnlmj......... Werderschen Oberrealsobula, C 19. Nlederwallstr. 12(zwisohen RansratgteiplatK oad Spitteim artet). forlräjeilerlüsatataitiliete: Gnatav Müller: Ziele und Aufgaben dea Vereins „Arfcelter-Hochsehuie". Aufnahme neuer Mitglieder.— SehloAwort des zweiten T erhitzenden P. Eiehbern. 1603L BW Rreier las tritt fdr jedermaom."MM Mindest- llitglledsbeitieg enm Teresa jtthriieh 1 SO H. Hargebdhr Ihr ein. QJQ �"rMigU, � Srxenaar Nr ei: Vortragerei no Anmeldanfen cur Hltflladnahaft und an den Vorlest» Ufa» In den GeactaAftaatellen und In der LahratHtte von den Vorleaunjjcn. WlntarstrOmpfe tarn"""ST"" billig fertipon Sie sieh aas nltea Lappen and fliehen selbst an. Genaue Anleitung mit Scbnlttmntter, f3r Franen und Kinder in 11 verschiedene» GröBen sowie Männersocken, In allen dnreb Plakate kenntliche» y.,1..»ng Geschäften zu haben.■ Au fr. t. Wiodwv. an Stadtrertretex Ratzer, Eisen acher Btraße 84. 180/2» RiieuKnatlsisius, GSeht, Mexanschuß, Ischias SOLLTEN SIE! tei es deoerod oder Oer von Zelt in Zeit leiden, so lade ich Sie hiermit ein, diese Cetepenheit zu ergreifen und mir>a schreiben. Ich bin bereit, Ihnen haitenlos ond portofrei etwas zn landen, d« Ihnen eine Ireudige Ucbei roichnng bereiten wid. Äe heben viel leicht schon viel Oald für rer- schiedena Mittel irasgegebeu und nur eine vorabergehende Besserung er sielt Ich bevftee ein Mittel, des vielleicht geeignet ist, die Ursache von Rheumahsmus,(Zieht(Podagra, Chiragra) usw. aus Ihrem Körper zu bekämplcn. Es wird euch gegen Leiden, die durch das Vorhandensein von Harnsäure im Körper verursacht werden, wie HenafTeklionen, Lähmungen, Schwellongen, Magenschwäche usw., wie sahireiche ärztliche Outachten mir dies bestätigten, angewendet Es kostet Sie nur eine Postkarte. Ich sende Ihnen sum Versuch mein Buch und mein Mittel vollständig kostenlos. Wenn Sie niahi sofort sehreiben B W«r, c-S fl können, so bcsmlbea Sie sich die 5 Bkvu'ÄiiijizioSj 5 Aanoöce t<-»"-rrrr— Gkfefoslnk- KonSsr, EancB# Tlkforia-Apotheke, n a üi. FrledHchalrnÜe 19. Hamle8cigil"Baliaiid»ugig I mit KiiekUal-tiatceter ÜSANABO?: '' entw Jnfl. tsttöig: >■ Bertis W, BWowstr. 1 2, rt :.Tot Usw.««4, Koltät 533. I h PraspsM H In trraar�n.lTCiSnrti, �»zirotten ond kKoikm na tiebraueh— Schnailsto Mrfole« taeh hei Iwrtn&oliigeii Füllss. Ohne ffe r u f s s 1 6 r u n g Ipraebat.; 13—1 s—?; benniaHl— J Bprechst t finnien 12—1, 6— a. SanitÄUral Dr. Paul Wollt, grfindHche Behandlung von Herven-, Nieren-, Lungenleiden, Tuberkulose, Magen- und Darmleiden, Epilepsie, Schlaflosigkeit, SohwächezuständeD, Ischias, Rheumatismus, Gicht, Fischten usw. lIlP HoFIIISinnc fülaaaaer St r. 43 1. direkt a. d. Frledrichstr. Uli. DCi uiuUUu, Sprechet lägt 10—1 u. 5—8'/� Sonnt 10— t Öhr. IKpetoe Ortakeiita Berliß-Wümersdorf. Bekanntmachung. Fn her Vorslandssitztrng am. T. Famiar b. F. wurde» einstimmig gewählt �um 1. Vorsltxondec Herr StadtoerorOncier HVlIIsvtm N«In?lvls. Berlin- DUmersdorj, Aachener Straxe S. 2ISZ.I 2. Vorsitzenden Herr GewertlchaftSsetretär NIotssrR EisgelKai-dt. Berlin-Dilmersdorj. Ksü erPlatz Z t. Schritttfihrer Herr Maler Alexander Wieser, Setiin N., Svrengelftr. 21, 2. SehriittOhrer Herr Staufmann Richard Afdrlng. Berlw-Diimersdarf(Halenfee), Kurjürstendamm 117. Wir bitten van dieser Mit- lellung Rotiz zu nehmen. NV" Die Iprechstunde deä engeren BorftandeS zur Eiledi- gung»an Anträgen und Be- fchwerden ift wie bisher, jeden Donnerstag van 6—7 Uhr im Staffenlotal(Sitzungszimmer). I»cr Vorstand. Wilhelm Heinrich, 1. Vorsitzender. Spezialarzt Dr. med. Wockenfizß, Friedrichst 125(Oranienb T.), fürSyphiiis.Harn-u. Frauenleiden Ehrlich-Hata Kor(Dauer 10T.), Blutuntersuch Schnelle. sichere schmerz). Heilung ohne Berufs- stärung. Teilzahlung. 262,'12* Spxechstnnd.: 11—1 u. 6—8. »erden Abschlüffe «ertaust, vrinie seidige Alatla- ftchse mit öl Morl, Blau- fuchs, Marder, Wetz, Oj)»(T«m, Cfunfsfamn usw. von 15 Mi 175 Start. PinwS Belz-Ber- trieb, Cbatlottenburg, Leibniz- preße»9. Gegründet lSlo. Etegengeschäft. Sonntags g«- »ffnet!__* Kederbriteu, Tifchdecke, P«. trolennthängetrone, Atten- schrant, Rellfchretbpnlt Bre- de», Thristinenftraße 8. 809* iabot,«aturiemi Pfund 106, Rigema kistenweise. ÖchUtz, Ilmnenstraße 6. Mit* Möbel Reöelkredit an jedermann. Kleinste Anzahlung, bequemste Abzahlung, größte Rüdstcht Landwehr, Mullerstraze 7, ein« Treppe. Blaue Schilder beachten. Senntags 12—2 ge- «ssnet 669» eh biBi straße 93f94. 78Ä* Möbel in großer Auswahl, komplett« WohmingS-Einrich- Mngen, sowie einzelne Möbel- ftütke zu billigen Preisen, «venttiell Anblungserleichte- rungeit Rath, Tlfofsersttaste 44, am Oranienburger Tor. flglK» Speisezimmer, schwereichen, «»berne siorm, Büfett mit günstiger Kelegenheifstaus. Möbelbous Osten, mir 89, An- dreasstrahe N>._ 110Ä* Möbel» Einrichtungen, Tin- und Aweizimmer, Küchen. Srißte Auswahl, konkurreuz- los preiswert. Langjährige schriftliche Garantie. Auch Ratenzoblnng. Tischlermeister Rejewke, Badstt. 66._ 8/3 Schlafzimmer und KerM möbel verkauft Rackwitz, Cur- havenerstrahe 14. 80A» Sasa 75,—, S Polsterstühle 55,—, Tisch 85,—. Cöprnicker- ftraße 77, vorn IN rechts. f172 Wohnungseinrichtung, besiere, verkaust Rößchen, Ftnowftr. 80, O�artenhauö.-j«8 Kfichenschrauk. gut erhalten, zu verkaufen. Hussttenstr. 48, vom I geradezu. 5 Uhr abends. chlöS I»hI'�I!IIi�i�Iiis-,,ffW Pianiuos, günstigste Gelegen- heilen, 700,— auswärts� DuhjenpianoS, Schwechten- pianos, BteiepianvS, Ibach- Pianos, Blüthiterslügel, Duysen- flügeL Krüger, Reue König- strotze 31 lAlexanderplatzt 210/5» PianoS, erstklasstge Gelegen- heilen, Friedensware. Klavier- macher Dittmar, Große Frank- furterstsatze 44. 115116» Aast neues Nußbaum-Piano »erkauft Cöpenickerstrahe 77, lll rechts._____ tl72 Piano»erkauft Kleine, Jo- hannitarstrahe 16, MUchgeschaft. S/M Ksufgesucke Leinölfirnis, Slandöl bis 24,66, alle Oellocke, für ganz helle Ware bis 16,66, kaufen Gebrüder Borowskt, Gneifenau- straß« 5. Nollendors 2379. 246/4 Sektkorken, Weinkorken, be- fchlagnobnicsret, sowie alle aiidere und neue Film- und Zelluloid- absälle, SchaUplatien, Walzen, auch zerbrochene, lauft Mal- chäus. Alte Leipzigerslroße Sl. 12SK» Vlatinabiälle! Gramm MS 7,76! Zahngebisfe! Ketten! Ringe! Militäriresfen! Glich- strump!oIche!Filmabsälle! höchst- sablcnd, Tchnielzerei, Metall- Kintaussbureou. Wcberstr. 31. Telephon Alezander 4243. 261» Spiralbohrer! kauft jedes Ouannim, jede Dimension Metalleinkaus, Beusfelslrahe 3. lt7K» Slektro-Jnstallations-Materi- aNcn aller Art kauft preis- wert Pnschcr, Prinzesstnncn- ftratze 4. Moritzplatz 12 912. lW/lS» Elektrisch« Jnstallations-Ma. ttrialien aller Art kauft Neu- momt, Berlin, Prinzenstr. 64, Fernfprecher: Moritzplatz 3363. 2. EinteufSbureau: Wilhelm- ' ratze 56. vorn parterre links. ernsprecher-. Zentrum 3164. — 8 geschlvffem_ 142Ä» Piana. privat, MS 866,—, kauft Schwanke, Reukölln, Her- mannftratze 229._ 57K» Schellack, btfchlegnobmefreien" laufen jeden Posten R. Bofe u. Co., Frankfurter Allee 819. 4/6 Plaiinabföll« per Gramm bis Treffen, Film- und Zelluloid- absälle, photographiiche Rück- stönde, Papiere, Gluhstruinpi- »fche, alte Zahngebtsse, sal- Veterfaures Silber, deren Rück- stände und Gekrätze usw. kauft Platin- und Stlberschmelzerei Broh, Berlin, CSpemckerstr. 29. Telephon Moritzplatz 8476. Eigene Schmelze, direkte Ber« Wertung.__ 171* Splralbohrer, Werkzeuge, , Bestecke, Uhren, Merk. Frlmabfälle, Bestecke, Uhr. Ringe, Ketten usw. kauft MetolleinkansS-Zentral«, Kott- buferdam« 66 (Hermann- lSSK» Srammophonplakten, alte oder zerbrochene, werden gegen neue eingetauscht, zum seftgesetzten Höchstpreise angekauft. Phono- graphen- Kotz, Alerandcrplatz und Filialen. Telephon König- stadt 49. 267117» Kaufe höchstzahlend Materi- alien für Elektrisch, Gas und Wasicr, Werkzeuge und der- Bleichen. Clektromechanik Tab- tcwkz. Kurzestratze 18(Alex- anderplatz).___ 4/5» Schallplatten, zerbrochene, gut erhaltene, kauft, lauscht Ro- goni Berlin, Oronienftr. 181. 753S* Unterricht Polnisch, Russsch, Englifch, Französisch, Buchführung, Sie- nographie, Schreibmaschine, Deutsch, Privatkurse. Kowalski, Eöpeiiickcrstrotze 143, am Schle- fischen Bahnhof._ 61Jf» Tanzschule Friedrich, Michael- kirchstratze 89. Täglich An- sängerturse. Donnerstag mo- Verne Tänze.__ 72K» Tanzschule Regehr, Luisen- theoter. Rcidtenbergerstratze 34. Anmeldungen Sonntags 3— 6, wochentags 8—16 abends. außer Montags. 79K» Vermietungen Mietqesuchc Kleines, sauberes möbliertes Zimmer, Nähe Moritzplatz, mit Kochgelegenheit. Offerten„Bor- wärt»", Prinzenstr. 8L kl72 Ardeitsmarkt Stellenangebote Maschinisten, auch Kriegs- invaliden. sofort gesucht. Mel- düngen im Maschtnenhaus A. Iandors u. Co., Große Frantsurterstratze 118. I67K» Fremdsprachen. Psennigswnde. Näheres Reinhards Selbstlehr- turse, Nieder-Schönhaufen, Lin. denstraß« 24, I. f2i Verschiedenes Darlehn. 6 Prozent Zeilrück- zahlung. aus Hvpoihetenbriofe 5 Prozent gibt Bontverein, Charlottenburg, Wilmers- dorser Straße 162. 46K» Schlosser aus Militäraideil verlangt Cd. PulZ, Tempelhos. �_ 278.«» HilsSIchlofier, auch Kriegs- beichädigte, sofort gesucht. Meldungen Im MaschinenhauS Kaufhaus des Westens G. m. b. H., Tauentzienstraße 21/24. __ 145.«* -äob« zum 1. April 1918 für mein HauS, Luifenufer 13, die Hausreinigung zu oergeben. (Die fetzigen haben diese 12 Eahre gehabt.) Eduard Ehlert, ezirksvorstcher, Luifenufer 18. _ 81« Schreibarbeit(Heimarbeit), auch SNindenlagerarbeiten»er- gibt Nähe Iannowitzbrücke- Waisenbrücke Hahn, An der Stralauerbrücke 8._ 8lÄ Kutscher, älterer, für Ein- fpinner sucht Holzgefchöst, Frrintsurtcr Allee 112. 80K» Einschaler und Bauarbeiter für Neubau S. H. Cohn, Ren- tölln, Köllnische Allee 44/48, sucht Akliengesellschaft für Bau- auöführung. Melden beim Polier Kövke._+161* Pianist, auch Dame, für Tanzstunde, Dienstags, Sonn- tags. Otto Kohl, Neukölln, Cchöneweiderstr. 26, III links. +156 Geübte Näherin, weiße Kin- derschürzen, verlangt Buchholz. Bergmannstraße 169�__ 1266 b Zuarbeitcrm für Damen- schnciderei. Köntggrätzerstratze 79, Hos I links. 1277b 56 tüchtige Arbeiterinnen auf besiere Kostümjacketls im und außen« Hause. Blödarn,.«ort- buser Damm 24._+160» Schneiderinnen auf Taillen und Röcke verlangt Modesalon Ernst, Seydelstraße 14. SliE* Geübt« Karlonnagen-Arbeite- rinnen verlangt sozort Hering u. Co., Cöpenickcrstraße lllSn. 80.« Votenfrauen verlangt sofort Ausgabestelle Berlin-Westen, Blumenthalstraße 8, Hol, tar- terre bei Stolpman».» Frauen»um Zeitungsaus- tragen such«„Vorwärt--Aus? gabcstelle All-B»rbagen 56, Laden.» Zeitungsträgeri» verlangt Spedition, Prinzenstr. 81.» ZcitungSouStrögerinne« wer- den sosort eingestellt„Vor- wärts- SpeMtion, Markus- straße 36.__» Zeitungsfrau verlangt �Vorwärts"- Svcdinon Neukölln, Siegsriedstratze 28/29._• ZeitungSträgerin sosort verlangt Spedition Lichtenberg. Warteiibergstraße l. Laden.» Zeltungsousträgerin verlangt Bernsee, Steglitz. Mommscn- ftr. 50._____» ZeitungSauStrögeriu verlangt „Vorwirts"-Svcdttion Schöne» berg, Meiningerstratze 9.» ZeitnngSauSträgerinnen kön- neu sich melden„Vorwärts"- Ausgabestelle, LausttzcrplatzI4/l5. Botenfrau für den Bezirk EraSmuSslrahe verlangt„Vor- wärts', Sesenheimerstr. L* Lausburschru»erlangt Wilhelm Guttsmann, Dresdener- straße 75.___+39 ZeitungSauStrögerin wfort etnzustellen. Borwärtslpedinon Moabit, Wilbelmsbavenerltraß« 48. von n—lt und 414—7 Uhr.» Portlerflell« zum l. Februar an ruhige Leute zu vergeben Hornstraße 7._ 1281 b Junge Mädchen gesucht. Nährmittelfobrik„Lebomax" A. E. Weber u. Co.. Char- loitenbnrg. Werner- Siemens- Stuaße 26/21. 74Ä» ZeitungSauStrögerin verlangt „Vorwärts'- Ausgabestelle Treptow, Kiesholzstraße 412, I rechts._____» Botenfrauen sosort verlangt Ausgabestelle Greisenhagcncr- straße� 22.___* Boteusraueo stellt sofort ein Berliner Tageblatt, Blockier. straße 69. l2S0b» L wirtschastsfragen vor dem �auptausfchuß. Boisitzender Fehrenbach stellt bei Beginn d« Sitzung am DienSlug mit Zufriedenheit fest, datz Deulschland die Selbständigkeit Jinnlznds anerkannt hat und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die Beziehungen zwischen Teutschland und Finnland sich recht segenS« reich gesialien mögen.(Allseitige Zustimmung.) Der AuSichust setzte dann die Be'prechung der wirtschaitlichen Fragen fort. Nachdem am Tage vorher Abg. R o s k s den Standpunkt der Sozialdemokratie prä'ifiert hatte, wracken am DienSmz die Abgeordneten Frhr. v. Reckenbcrg(Z.), Hirsch(natl.), W o t h e i u(Forlschr.), Wurm (Unabh� Soz.), S a i> d a(Pole). Damit waren die Beratungen über diesen Gegenstand abgeichlossen. Zu den wirtschaftlichen Beziehungen mit Oesterreich-Nngarn sprachen in der Rackmitlagdfitzung sehr eingehend die Abgg. Mayer- Kaufbeuren, Frhr. v. Rechenberg und der Abg. Naumann. Auch diese Verhandlungen waren streng vertraulich. De? Unfug mit öen Telegrammen. Man schreibt uns: Seit Monaten geht der Unfug mit den Telegrammen. Jeder alldeutsche Stammtisch und Mlat« verein, jede Zusammenkunft beutelllsterner Oberlehrer und Wotan« anbetender Heimkrieger hält sich filr berechtigt und verpflichtet, Hindenburg und Ludendorff über die weltpolitischen Lösungen der Krieg-fragen zu unterrichten. Neuerdings richtet sich das Trommel- feuer der alldeutschen Depeschen, wie man hört, auch auf den Kaiser. In vielem llnsinn liegt Methode. Di« schwerindustriellen Drahtzieher der alldeutschen Annexchnöbswegung sind nicht ge» wähn:, Geld zu verschleudern, sondern wollen für ihre baren Zahlungen auch Erfolge sehen. Wenn sie so bereitwillig die z«m- sich hohen Spesen des Telegramm seldzugeS zu tragen geneigt sind, so wissen sie wohl, warum sie es tun. Auch auf den kühlsten und ruhigsten Staatsmann und Parteipolitiker wirkt di« ununter- b r o ch e n e Bearbeitung durch telegraphische Zuschriften. Steter Tropfen höhlt den Stein. Die einzeln« Depesche des alldeutschen Stammtisches aus Schöppenstedt oder Buxtehude wirkt nur lächer- sich; hundert erzwingen sich schon ein« gewisse Beachtung; tausend, zehntausend, in unübersehbarer Fülle hereinströmend, sind ein er- hebsicheS Mittel der Stimmungsmacha. Ueber die Papierwogen dieser Telegrammflut kann nur ein geschärftes Auge binüberblicken und feststellen, dast an der Ursprungsstelle doch bloß ein kleines Häufchen geübler Schreier und Schreiber steht? Am schlimmsten wirkt die Mache, wenn sie nach der Fang- b a l l m e t h o d e geübt wird: wenn die mit AnnexionStolegramm«: Beglückten den Empfang dankend und ermutigend bestätigen und für Veröffentlichung in der Press« sorgen. Die annexion»feindlichen BolkÄretse und Parteien haben sich derartige? Mittel bisher au» Gründen des Geschmacks, der politischen Sauberkeit und der gebotene« Sparsamkeit ent- halten. Geht der Unfug der Alldeutschen aber weiter, dann kann die Sache ja auch einmal andere gemacht werden. Man kann die Bedenken der erwähnten Art zeitlveilig zurückstellen und die von den Alldeutschen heftig angefeindeten Staatsmänner ebenso mit Telegrammen bedenken, wie eS die Tirpitzgarde mit ihven„Pala- dinen" macht. Dann wird man ja sehen, das; die Friedensfreunde doch mehr leisten können und wenn sie sich die Groschen für die Gebühren am Munde absparen mühten?— als die Annexionisten. Allerdings würde das den sicheren Niederbruch der Tele» graphenverwaltung bedeuten! Nachschrift der Redaktion: Uns fchsini ein Telegramm an Th. Fischer, Berlin, Lindenstraste L, mit der Bei- trittserklärung zur sozialdemokratischen Par- tei da? EmpsehlenZwerteste zu sein. TZ genügt aber auch ein« Postkarte. Die Schandtat der Vaterlandspartei. Protest der mißhandelten Kriegsbeschädigte«. Das Uugeheuerlick« ist Tatsacke geworden? Rüstige reklamiert« Heimknegcr haben ickwerverletzle Kr i e g s b e s ck ä d i g t e, die mit ibren ,e> ickossenen Gliedmohen— so tapfere Krieger sie ernst waren— sich nickl mehr wehren konnten, zu Boden geworfen, mißhandelt, mit Stöcken geschlagen und mit Füßen getreten! Und die dieies Bubenstück an unseren Helden iertig brachten, nennen sich— „Deutsche Valerlandsparteil" Man hatte die Krie?»« beschädigten unter dem beuchleriicken Borgeben freier Aussprach« eingeladen, ihnen dann das Wort verweigert und als si«— jeder anderen Möglichkeit beraubt— durch Zwischenruke ibren Protest gegen die Kriegstreiber zum AuSbruck brachten, da fiel der Referent. ein reklamierter Abaeordneter de» DreiklailenhauseS, mit Schimpsworlen und die Versammlung der Heimkrteger mit Stöcken und Schirmen über sie her. Tie Szenen, die rm» von Augenzeugen der Versammlung im Lehrervereinebaus geschildert worden sind, müssen jedermann da« Blut der Empörung in die Wangen treiben? Daß daheimgebliebene Männer und Frauen e» wagen konnten. sich an den Kriegsbeschädigten zu vergreisen! Daß man stch nicht sckeul?, die körperliche Wehrlosigkeit dieser Unglücklichen, die jedem Menschen ehrwürdig sei» sollte, zu brutalen Attacken aus, u- nutzen. Di« schmachvollen Bilder, die uns von Augenzeugen be- rickiet worden sind, spolieu jeder Beschreibung. Einige Proben. wie der Palriotismus der Hcimkrieger gegen die entzwei- geschossenen Helden der Front wütete: Ein Invalide hat seinen schwerverletzten Arm aus den benack- barlen Stuhl einer Dome gelegt, die anfangs lehr besorgt um ihn rat. Als er jedoch im G-ipräch bekannte, Gegner der Vater- landsparte» zu fein, drt stieß di«„vaterländische� Dorne den verletzten Arm brüsk von ibrer Stubl» lehne hinunter? Dem»B.£.* berichtet ein Lugenzeuge solgende«: El» ehemaliger Soldat mit einem Holzbrin wurde von mehreren kühnen Heini'riegern zu Boden gestoßen. Aus einen andern, der nur noch eine» Arm belaß, schlug emcr»it zwei ge- suiiden Fäusten ein. Auch Frauen beteiligten sich an diesen un- erbörren Exzessen, indem sie von ihren Schirmen wie von ihren Zungen ledhaslen Gebrauch machten. Lns dem Bericht der.Voss. Ztg.' zitieren wir: Die Polizei»übne einzelne der Kriegsteilnehmer herau«. Au« der Beriammlung ruit man ihnen zu:„Reißt ihnen doch das Eiserne Kreuz ans dem Knopfloch!"— Der. der es r,es. dem seblie es. Tie Kiiegsbeschädiglen verlassen den Saal. Sie trotten langsam die Treppe herunier�. Einer stützt sich aus den andern. So viele sind das.... Keiner ohne fehlendes Glied, ohne schwor- vernarbte Wunde.... Wie brennen die allen Wunden, so haben sie nie gebrannt. Und die Presse der.Vaterlandspartei'' 1 Schämt sie sich?— Sie schämt si ch nicht. Ohne jede Scheu gesteht sie den Schandstreick. Mit ausführlichem Behagen schildert z. B. die .Deutsche Zeitung" die Mißhandlung eine» ehemaligen Kriegsfreiwilligen und jetzigen KriegSbeschä« d I g l e n. sie weidet sich an seiner.klägliche« Niederlage" und be- merkt in ichadensrohem Ton: .Sie haben ihm nicht geschadet", glücklicherweise nicht, die Prügel nämlich, die er gestern von deutschen Fäusten ob seiner durch nichts zu überbietenden Anmaßung und Liisdringlichkeii bezog, denn eben hatte das Trommelfeuer derselbe« Fäuste ihn aus beur Saal gewirbelt, als er auch schon wieder vorn am Lorftande- ttjqe stand, um drejetbe» Auftritte zu wiederhole«. Sokcht Eeftändnisse werden sestgedalten. Denn eZ erscheint gar nicht unwahrscheinlich, daß die alldeussche Press« später versuchen wird, diele Mißhandlungen abzuleugnen, wenn sie erst einmal ge- sehen hat, welche» Eindruck sie aus die Oeffentlickteit machen. Einen Umstand freilich bemönleln diese Blülier ihren Lesern nach Mög- lickkeii: daß es nämlich Kriegsbeschädigte waren, denen in dieier Weise— um den Bericht der.Deutschen TageSreitung",.Tägl. Rundschau" uiw. zu zitieren—.etwas unsanft nach- geholfen wur�e". Denn da' würde wohl selbst die gediildiasten Leser jener Blaiter in Harnisch bringen, wenn sie enübren. daß Kriegsbeschädigten in der von der.Deutschen Zeitung" hämisch berichteien Weise mitgespielt winde. DeS- wegen erfahrt aus der.Deuiichen Tageszeitung" und aeistes- verwandten Blaiiern nur allerhand Unklares, wie daß.Sozial- demokroten" die Versammlung biiite» stören wollen usf. Es ist ja nun wohl möglich, daß unter den Kriegsbeschädigten auch Sozial- demokraien waren, sicher waren aber auch diese nicht als solche, sondern als Kriegsbeschädigte ans der Versammlung, und sicher ge» börte auch«in Teil der Kriegsbeschädigten nickt der Sosiaidemo- krati« an, wie zum Beispiel der von der alldeu'scken Presse be- ionderS hestig angegrifiene Dr. B r e f i n. der uniereS Wissens ein- geschriebene« Mssglied der Forisckritilichen Volksparrei ist. Derartige Ablenkungsmanöver loerden der Oeffentlichkeit den klaren. Tatbestand nickt verschleiern. Sie werden ebensowenig iruckten, wie etwa, daß ein Teil der alldeutschen Hcimkrieger die Fionikämpier als„Knechte Englands",„von Lloyd Georg« be- stochen" und in ähnlicher Weis« beickimvil«. Es bleib! festzustellen: eine elende Schandtat ist begangen worden, wie sie in den Annalen de« deutschen Volkes unerhört dasteht. Die Partei, die sich mit Bor- liebe auf die Meinung der Frontkämv'rr beruft, hat die an, schwersten getroffenen Fronttämpscr roh verprügelt, als sich zeigte, daß sie anderer Ansicht waren. Aber in dieser Mißhandlung der Kriegs- beschädigten dokumentiert sich gleichzeitig der moralische Bankrott der Bairrlandsvartei. Den Makel der Versammlung vom 7. Januar wird sie nicht«ehr los Z •• « Der Bund der Kriegsbeschädigten und ehe- maliger Kriegsteilnehmer übersendet uns folgende Erklärung: Durch den Generaliekreiär der.Deutschen Vaterlandspartei", Herrn Bx el Ripk», waren Mttalieder des parteipoliliick neu- traten Bundes der Kriegsbeschädigten und ehe- maligen Kriegsteilnehmer zu der am Montag statt- gehabien Veiiammlung der VateilandSpartet im LehrervereinS- Haus eingeladen worden und zwar unter ausdrücklicher Zusicherung der Redefreiheit. Den Er schienenen da- gegen ist da» Wort unter Berufung aus polizeiliche Bestimmungen verweigert worden. Die Unruhe aus der Versammlung entstand, als der erste Re- ferent der Vaterlandsparlei. Abg. Fuhrmann, die anwesenden Kriegsbeschädigten als Deserteure verdäckiigte,.die H!»den- burgs und Ludendorsfs Fabnen verlassen hätten, um ihren kämpfenden Kameraden an der Front in den Rücken zu fallen". Als ein Vertreter unseres Bundes gegen diese»nie- heuerliche Herabsetzung protestierte, winde er unter körperliche» Mißhaildlunge» aus dem Saale entfernt. Weitere Unruhen ietzie» ei», als KriegSbesckädiate, die durchaus parlamentarische Zwischenrufe taie», in roher Weise und ohne Rücksicht auf ihre im Dienst des Skierlandes erlittenen Verletzungen mit Stöcken geschlagen und gestoßen wurden. Diese Miß- acklung der verwundeten ehemaligen Krieger führte dazu, daß nicht nur die Mitglieder unsere« Bundes, sondern auch zahl- «icke oudere, unierem Bunde nicht angehörige Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigte den Saal verließen. Uns haben selbst der BoterlandSpariei angehörig« Kriegsbeschädigte ihre Empörung über die Mißhandlung ihrer zu Gaste geladenen Kriegs- und Leidenskameraden ausgesprochen.— Wir protestieren vor der Oeffeoilichlcit gegen die rohe Mißhandlung Kriegsbeschädigter durch Anhänger einer Partei, die sich„BaterlundSpartri" aenat. Herr Fuhrmann, der die Kriegsbeichädigten als Ausreißer von der Front verdäckiigt, hat alles Reckt, in dieser Tonart zu eben: er sellbst ist nämlich dauernd reklamiert. lValdow mit dem Staatsanwalt. GrmittluugSverfahre» gegen drei Nentölluer Magistrats- Mitglieder. Wie wir hören hat der Staatsanwalt gegen Oberbürgermeister Kaiser und Stadttat M l e r ein Ermittlungsverfahren wegen Höchstpreisüberschreitung, gegen Stadtrat Adam wegen Saatgut- b>nlerz>ehung eingeleitet. Auch scheint die Absichi zu bestehen, den Magisttat für Ucberschreitungen veraniwortlich zu machen, die gar nicht zur Tal wurden. So batle kürzlich die Smdt eine stattliche Reihe von Waggons mit Weißkohl unter Ueberickreilung de» Höchst- Preises für ll M. per Zentner gekauft. Die Neutöllner sind aber nie in den Besitz dieses Weißkohl» gelangt, da die Firma Krupp 17 M. per Zentner zahlt« und damit diese Wagenburg an sich zog. Von einem Bertahre» gegen Krupp deshalb ist noch nichis bekannt geworden. Vielleicht will e» die Ironie der Weligeschichie. daß der Neuköllner Magistrat deshalb bestraft und Krupp v. Bohlen für die Fürsorge, die er seinen Arbeitern angedeihen ließ, eine Auszeichnung erhält. Auch bat Kriegsministerium hat sich an dieser allgemeinen lleberschreitung der Höchstpreise beteiligt. Au» einer Zuschrift er- fahren wir, daß im KriegSamt Wumba noch in diesen Tagen Schinken und prachtvolle Zervelatwurst für 14 M. pro Psund angeboten und auch reißend Slbiatz fand. Wenn die SlaalSanwolischast gegen alle diese Behörden und Großbetriebe, die sich der Ueberschreilung der Höchstpreise schuldig gemacht haben. daS Sirafveriahren einteilen will, io wird unbedingt ei» großer Teil der Justizbeamleu Ihm Heeresdienst best eil werden müssen, um diese Fülle von Arbeit erledigen zu können. Oder sollen etwa nur die Neuköllner für ihr mutiges Austreten als Sünder in die Wüste geschickl werden? Sollen nur di« Bewucherte» bestraft werde«? Was geschieht de» Wucherern?? Untersagter Verkehr mit Reichstags- Mgeoröneten. Reichstagsabgeordneter Genosse Stückten hat folgende Anfrage im Reichstag eingebracht: Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß bei der Heere«- gruppe Mackensen ein vom 8. 13. 17 datier ler Beseht erlassen wurde, in dem gesagt wird: daß die Mannschaften zu belehren seien, daß ihnen jeglicher Berkehr mit dm Reichstags- und Land- tagsabgrordnrte» verboten sei. Wa« gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, um diese Be- vormundung der Mannschaften zu beseitigen. Hier erscheint eure ltare Antwort in der Tat sehr notwendig. Kein Ersatz für verlorene Zeldpoftpakete. Auf«in« Anfrage de« ReichStagScbg. Genossen Schulz erllärt die Regierung, daß«ine Ermtzlernunz für verlorengegangene Privatpakete nach und von dem Feldheer weder von der Militär- Verwaltung, noch von der Post übernommen wird, gleichviel wo der Verlust eingetreten ist. Eine Aenderung dieser Vorschriften könne mit Rücksicht auf die Eigenart der in Betracht kommenden Betriebs- verhällnrsse nicht in Aussicht genommen weide».— Durch diese Antwort werben die zahlreichen Absender verlorengegangener Feld- posrpalete sicherlich nicht besriedigt sein. Au der Quelle saß der KnaSe... Di«.Deutsche Zeitung" hatte bei ibrer Sensationemetdung vom Mckiritt Ludendorff» die .Rheinisch.Westsöliich? Zettung" als Ouell? angegeben. Jetzi erklärt dir.Rbeinisch-Wesiiäliscke Zeitung", daß sie die von der.Deutschen Zeiiung" weitergegeben« Nockri»: gar nick! gebrackc habe. Ein uileresianter Beitrag dalür, wie alldeulsche Meldungen entstehen. Wallraf preußischer Staatsminister. Der SlaalSsekrelär deS- Innern. Exzelle», Wallraf. ist unter dem 7. Januar zum Siaats- mimster und Mitglied des Sraatsministertums einauut worden. Lekte Nachrichten. Der Plan der Cntente. Ter Rat der Volkskommissare zur Rede Lloyd Georges L e r l i«, S. Januar. Ein Fuukcntelegramm aus Petersburg vom(5. Januar 1918, 9 Uhr 40 Min. vormittags,„An All t" besagt: Lloyd George äußerte sich in dem Sinne, daß Rußland erst feine Grenzen mit Deutschland und Oestemich-llngarn sestsetzcu müsse, ehe von Berhandlungen über eisten allgemeinen Frieden die Rede sein kann. Die Publizisten der Enwntcländer weisen mit größerer oder geringerer Aufrichtigkeit darauf hin, daß eS für die Alliierten vorteilhafter sein wird, Friedensverhandlungen ohn« Rußland zu führen, da Rußland sich jetzt a» dem allgemeinem: Unternehmen nurmehr mit negativem Kapital beteilige. Wenn in diesen Aeußerungea ein Umschwung z« verzeichne» ist, so nur nach der Seite größerer Aufrichtigkeit. Dir Alliierte« halten eS für vorteilhafter, den Deutschen die Ab- rech n un g mit Rußland vorläufig allein zu über- lassen. Deutschland sohle sich auf der Linie des geringsten Wider- stände» auf Kosten Ruß'andS entschädige«. Je größer diese Entschädigung im Osten auSfällt, um so leichter wird es dann de» alliierten Rrgirrutege« sei», sich mit den Deut- scheu im Weste« zu einigen. Selbstverständlich köunten die Alliierten die gleichen Resultat« auch aus dem Wege eine» allgemeinen Friede«« erzielen. I« diesem Falle wäre es aber alle« klar, daß dir Alliierten Polen, Litauen, Kurland und Rumänien bewußt verraten und diese Länder als Münze zur Begleichung ihrer Rechnung mit Deutschland benutzt haben. Für dl« Alliierten gibt rS aber einen viel bequemeren Weg, Rußland zu einem Sonder- frieden zu veranlasse«. Sie werde« den Deutschen erlaube u, dir Letten, Litauer und Pole« zu vergewaltigen, um nachher nicht nur diese Vergewaltigung auszunutzen, sondern auch dir Verantwortung dafür vor ihren eigenen Völkern abzulehnen. Dir« ist der P l a n d e r E n t e n t e. Einberufung des österreichischen Abgeordnetenhauses. Wien, 8. Januar. DaS Abgeordnetenhaus ist zum 22. Januar einberufen worden. Anerkennung der Republik Ukraine durch Frankreich. Grus. 8. Januar. Räch einer Mitteilung de» französischen Ministeriums des Beußern hat Frankreich«ich» nur die Aner- kennung der Republik Finnland vollzogen, sondern auch die Auer- kennung der ukrainischen Republik beschlossen. Diese Anerkennun- gen werden sofort vollzogen, sobald die Installation eine» hohen Kommissar» aus der Enteute iu Kiew ge- schehen sei» wird. Die Entente, s» heißt es in der Rote, habe keineswegs die Absicht, Rußland zu verstümmeln. Si« halte r» im Gegenteil für ihre Pflicht» der allgemeine.« Anarchie entgegen- zuarbeiten._ Neuordnung der russischen Lerwaltungskörper. Basel, 8. Januar.'„Frks. Ztg.") Nach einer Petersburger Havasmellmng schlagen die Kammissäre des Aeuherpn und des Inneren der Sowjetregierung vor, die Verwaltungsbezirk« j e n a ch der wirtschaftlichen Bedeutung der in Frag« kommen- iwn Gegenden und unter Berücksichtigung der Wechsel- seitigen Beziehungen zu organisieren und einzuteilen. Die lokalen Sowjets wurden eingeladen, engere Fühlung zu suchen und mit der Sowjetregierung engere Beziehungen zu unterhalten. Nur «in geovdnete» und einheitliches Funktionieren der Verwaltungsorgane der Sowjet« könne der Sowjeircgicrung einen dauernden Bestand sichern. „Tromp" ohne Furcht. Amsterdam» 8. Januar.„Dslftsche Courant" meldet: Bei der Heimreise des neulich in Holland angekommenen Kriegsschiffes .Tromp" ereignete sich auf dem Atlantische» Ozean folgender Zwischenfall: Der Kommandant eines englischen Kriegsschiffes gab dem.Tromp" dem Befehl, sofort zu stoppen.»Tromp fuhr weiter. Darauf löste der Engländer einen Warnungssch: ß und wiederholte sein Signal..Tromp" setzte dessenungeachtet die F a h r t f o r t und signausiert« zurück, ob der Engländer denn nicht wisse, daß er es mit einem holländischen Kriegsschiff zu tun Hab?. Der Engländer antwortete, er wisse das wohl, aber„Tromp" müsse trotzdem stoppen, da er Paffagiere an Bord habe. Darauf gab „Tromp" ein« Antwort, die dem alten Admiral Tromp Ehre ge- macht haben würde, er signalisierte kurz und bündig:„Klar zum Gefecht!" Starr vor Erstaunen über dies« unerwartete Kühnheit, wußte der Engländer offenbar nicht, was er antworten sollte. Der Zwischenfall wurde in einer geheimen Sitzung der Zweiten Kam- tner, die bald nach Ankunft des.Trymp" abgehalten wurde, zur Sprache gebracht._ Der Wirtschastskamps nach dem Kriege. Bern, 8. Januar. In seinem Aufruf sagt Roberts Wer den WirtschaftSkampf nach dem Krtege: Selbst wenn ein Ergebnis dieses Konflikts die Beseitigung militärischer Kriege sein sollte, ist es sicher, daß wirtschaftlich« Kämpfe zwischen den Nationen fortdauern werden und wiewohl nie- mand die wirtschaftliche Vernichtung selbst eines feindlichen Volkes wünscht, wird unser Hauptbestreben sein, die w t r t s ch a f i- liche Genesung unserer eigenen u»td verbünde- t e n Nationen zu betreiben. Dm Nachfrage nach Rohmate- rmlien wird so groß sein, daß wir uns werden bemühen müssen. sie so sehr als möglich zu kontrollieren und diese zu unseren Küsten und zu den Ländern der Alliierten zn leiten. Ist eS. wenn dadurch dir Leiden der feindliche« Länder verlängert werden, nicht die g e- recht« Straf« für die Sünden, die sie begangen haben? Ein deutsther Urlauberzug verunglückt. Iii Tote, 87 Schwerverletzte, Landau, 8. Januar. Amtlich. Vergangene Rächt 11'/, Uhr ist zwischen Kaiserslautern und Homburg vor Station Bruchmühlbach bei starkem Schneegestöber ein Urlauberzug auf einen Güterzug aufgefahren. Von den Insassen deS UrlauberzugeS sind nach den bisherigen Feststellungen IL getötet und 87 teilweise schwer verletzt worden. HUfSzüge gingen sofort von Homburg und Kaiserslautern ab. Die Verletzten wurden in Bruchmühlbach Miesau und im Reservelazarett Homburg untergebracht. Die Name» der Tote« wetden baldmöglichst veröffentlicht werden SewerkschaflsbewWag Tie Sorgen des Herrn Dr. Z�elix Kuh. Woher und wobin? Diese Frage wurde kürzlich in zwei Auf- sttzen der„Deul'chen Arbeitgeber-Zeiiung� bebandelt. Herr Felix Kuh. der erste Schristleiter des ZentralblaiteS der Arbeit- geber-Verbände untersuchte im ersten Aufiatz die Quellen, au« denen heraus Deutschland die Kraft geschöpft habe, den feindlichen Mächten so glänzend zu widerstehen. .Die deutsche Arbeit, die freie, selbständige, zielbewuhte Arbeit, die deutsche Ordnung. Zucht und Sitte, die Pflichttreue und Unter- nehmungslust, die sich der Sache um der Sache willen widmet, das find die Quellen. ouS denen fich jener reiche Strom unserer Erfolge ergoflen babe." Soviel über das Woher. Dem ersten Schristleiter der.Arbeit geber-Zeitung' scheint dieser Aus'atz einiges Kopszerbrechen gemacht zu haben, denn in einer die Ui fachen der deutschen Widerstands- sähigleit würdigenden Betrachtung konnte er schlecht vorbeigehen an jenem Teil des Volksganzen, von deflen Tüchtigkeit, Opfermut und Energie der Ausgang eines so ungeheuren Kampfes abhängt. Wo aber will Herr Dr. Felix Kuh hin, oder wie behandelt er die Frage des Wohin? Von dem geistigen Licht der.Arbeitgeber-Zeitung� hätte man nach einer solchen Würdigung der Quellen von Deutschlands ftrast eigentlich erwarten sollen, dah eS daS Wohin in harmonische Verbindung gebracht hätte mit diesem wundei baren Woher! Statt deflen erweist sich Herr Kuh gle'ch am Eingang, seiner zweiten Ab- Handlung als ein Mann, der so ganz und gar da? Zeug eines im Dienste des Scharfmachertums arbeitenden gewaltsamen Kon- strukteurS besitzt. .Die ganze Welt ist wieder einmal aus den Fugen, und die seltsamsten Mächte, gutgläubige und böswillige durcheinander, find am Werke, um auS dem entstandenen ChaoS allerhand neue Formen herzustellen.... Die deutsche Arbeitgeberichaft wird im neuen Jabre vor recht ernsthafte und- schwerwiegende Fragen gestellt werden.* So trompetet es Herr Dr. Kuh in die Welt hinaus. Und nun beginnt er auszuzählen, weflen sich die deutsche Arbeitgeber- schast seitens der Gewerkschaften werde zu erfreuen haben. Dost der Gesetzentwurs über die ArbeilSkammern bereits angekündigt fei, daß das Vereinsrecht eine Umgestaltung erfahren soll, daß man sich mit dem Plan trägt, den Z ISS de» Gewerbeordnung zu streichen oder umzuändern, dah die Tarifverträge, diese sogenannten.Friedens- instrumente* eine weitere Ausdehnung erfahren, ja sogar die selb« ständigen Arbeitsnachweise der Arbeitgeber solchen auf paritätischer Grundlage anzustrebenden weichen sollen. daS alles erfüllt den Herrn mit gröstter Sorge..DaS find Wolten am Horizont der Zukunst, die sicherlich zu ernsten Besorgniflen Anlast geben!* Dock mit diesen beiden Abhandlungen hat es noch nicht sein Bewenden. Ein dritter Aufsatz ist nötig geworden, in dem sich Herr Dr. Kuh die Aufgabe gestellt zu haben scheint, die etwa vor- handenen.Unternehmer der Schwachheit* scharf zumachen. In seiner Phantasie vermutet er Arbeitgeber, die einerseits gegen die staatSsozialistische CharybdiS und andererseits gegen die demo- kratische Szylla eine allzu weise Nachgiebigkeit an den Tag zu legen bereit seien. Wir befürchten, dast Herr Dr. Kuh, der einmal be- tont, die Unternehmer seien die letzten, die sich der Notwendigkeit eines beständigen Fortschrittes verfchliesten, und ein andermal wieder von der Schwachheit der Unternehmer gegenüber den be- scherdensten Forderungen der Arbeiterschaft spricht, von gewrflen Uuleinebnier kreisen selbst nicht mehr verstanden wird. Für die deutsche Arbeilerbewegung.sind solche scharfmacherischen Leistungen gegenüber sozial fortgeschrittenen Arbeitgebern nichts Neues. Sie weist, dost jeder kulturelle Forischiitl in einiger Front mit zäher Ausdauer errungen werde» must, wenn sich ihm jener rülkschiiiiliche Geist, wie er sich' in Herrn Dr. Kuh verkörpert, ent- gcgeiistellt.__ Plenarversammlung der(Sewerkschaftskommisston. einen Bericht über die Verhantflungen deS Arbeiterern ährnngS' auSfchufles, der jeden Sonnabend unter Vorsitz des Herrn Ober bürgermeisters Mermuth seine Beratungen abhält. Der Redner schilderte im einzelnen die Versorgung der Grost-Berliner Bcvölke rung mit den Lebensmitteln verschiedenster Art und betonte, daß es der Arbeiterernährungsausschuß seinerseits an Anregungen über die Versorgung und an Protesten bei Klagen der arbeitenden Br völkerung nicht habe fehlen lassen. Letder sei diesen Wünschen eine bestimmte Grenze gezogen. weil die Kommunalverbände durch das System der Rationierung von den ReichsverteilungSstellen abhängig sind. Auch über die un genügende Versorgung der Bevölkerung mit Kohlen ist im Arbeiter ernährungsausschust wiederholt verhandelt worden. Der Ausschuß steht einstimmig auf dem Standpunkt, daß durch die Einführung der Kundenliste für Kohlen den vielen Klagen der Bevölkerung über die unnütze Zeitverfchwendung und den mit dem Anstehen ver bundenen gesundheitlichen Gefahren Abhilfe geschaffen werden könnte. In der darauf erfolgenden Aussprache wurden von verschiede nen Rednern Mängel über die Versorgung mit Lebensmitteln und Kohlen vorgebracht und der Ernährungsausschuß ersucht, möglichst für Abhilfe zu sorgen. Dies wurde seitens des Referenten zuge sagt. Bemerkenswert war die Mitteilung eine? Vertreters des Buchbinderverbandes, daß nach seiner eigenen Erfahrung ein Kohlenhändler Kohlen nach Gewicht verkaufte und anstatt des be- zahlten einen Hektoliters nur etwa 60 Liter verabfolgte, wie eine zu Haus sofort vorgenommene neue Wägung ergeben hat. Ferner wurde darauf aufmerksam gemacht, daß in Fällen, in denen Kohlen- Händler das Publikum schikanieren oder einzelnen Personen, die den Tag über auf Arbeit sind, keine Kohlen liefern wollen, sofort der Kohlenstelle der Stadt Berlin. Spandauer Str. lO. Mitteilung zu machen. Als weitere Punkte standen der Bericht über den Ar- beitSnachweis der Stadt Berlin sowie der Antrag des Ausschusses der Gewerkschaftskommission betreffend Maßnahmen für die Heber- gangswirtschaft aus der Tagesordnung. Heber den Arbeitsnachweis referierte der Genosse Ritter. Nach seinen Darlegungen ist der Etat des Nachweises gegenüber dem Vorjahre um zirka 49 Prozent, von NN 629 M. auf 527 685 M. gestiegen, wobei den Hauptanteil die Löhne der Beamten und Angestellten mit 247 398 M. und die ihnen zu gewährende»» Teuerungszulagen mit rund 79 999 M. bilden. Die Einnahmen aus Beiträgen der Arbeitnehmer- und Avbeitgeberorganisationen und sonstige Beiträge ergeben zusammen den verhältnismäßig geringen Betrag von 56 799 M., so daß zirka neun Zehntel der Kosten für den Arbeitsnachweis von der Stadt Berlin selbst getragen werden müssen. Redner berichtet des Ferneren über einige wichtige Punkte der letzten DeputationSsitzungen. Im Laufe des Jahres ist die frühere kleine Deputation für Arbeitsnachweis, die der Gewerbedeputation angegliedert war, aufgelöst worden und die„Deputation für den Arbeitsnachweis der Stadt Berlin* an ihre Stelle getreten. Die Deputation setzt sich zusammen au? fünf Mitgliedern des Magi- strats, von denen einer, Stadtrat Fischbeck, den Vorsitz führt, zehn Stadtverordneten und je sechs Bürgerdeputierten aus den Kreisen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Wahl von je zwei Bcr- tretern auS den letzteren Kreisen steht zurzeit noch aus. Neu hin- zugekommen sind im Laufe des Jahres die Arbeitsnachweise für oas Handels- und Transpordgewerbe. der Schuhwaren- und der Textilindustrie. Der bisher ein Scheindasein führende Arbeits- Nachweis für die städtischen Arbeiter soll reorganisiert und die ein- zelnen Verwaltungen der Stadt Berlin verpflichtet werden, in Zu- kunft nur. diesen Arbeitsnachweis zu benutzen, was bisher aus rück- ständigen Auffassungen heraus über den Wert einer organisierten Arbeitsvermittlung leider nicht geschehen ist. Dieser Arbeitsnach- weis erhielt wie die gewerblichen FacharbeitSnachweif� ein Kuratorium. dem als Organisationsvertreter auch ein Verwaltungsmit- glied des Gemeindearbeiterverbandes angehören soll. Für die allgemeine Abteilung lGruppe der ungelernten Ar- beiter) soll ebenfalls ein Kuratorium mit gleicher Besetzung aus den Arbeiter- und Arbeitgeberkreisen gebildet werden. Heber die zu treffenden Maßnahmen betreffend HebergangS- Wirtschaft nach Friednsschlutz, als da sind Arbeitsbeschaffung. Ar- bcitsvermittlung und Arbeitsnachweis und Arbeirslofenunter- stützung, referierte der Genosse Brückner. Die Leitsätze zu diesen geplanten Maßnohmen sind bereits in der Sonntagnummer des Vorwärts" veröffentlicht worden. Die Forderungen sollen den zirka 49 in Betracht kommenden Groß-Berlincr Gemeinden über- mittelt und das Ersuchen an sie gerichtet werden, diese Angelegen- heit für die Hebergangswirtschaft gemeinsam zu regeln. Es wurde Am Montag, den 7. d. M., hielten die Vertreter zur Gewerk- � seitens des Redners der Wunsch und die Hoffnung ausgesprochen, schaftskommission Berlin und Hmgegend eine Versammlung ab. daß der Oberbürgermeister von Berlin zu diesem Werke die Jni- Das Mitglied des Ausschusses, Genosse Müntner, gab zunächst! trarrve ergreifen möge. Jedenfalls sei es ein unerwünschter, nicht s im Interesse der wichtigen Sache liegender Zustand, wenn die ein- ' zelnen Gemeinden glauben, für sich diese Fragen lösen zu wollen. Die Erfahrungen zu Anfang des Krieges bei der Einführung der Arbeitslosenunterstützung reizten nicht dazu, die damals vielfach unfruchtvar geleistete Arbeit zu wiederholen. Die Versammlung erteilte den aufgestellten Grundsätzen einmütig ihre Zustim- mung. Von einzelnen Diskussionsrednern wurde gewünscht, unter allen Umständen dahin zu wirken, daß die von den Gewerkschaften gezahlte Arbeitslosenunterstützung auf die kommunale Hnter- stützung nicht in Anrechnung gebracht werden möge. Parteinachrichten. Haftentlassung in Köln. Von den vier Vorstandsmitgliedern der Unabhängigen in Köln, die vor einigen Wochen verhaftet worden waren, sind nun drei aus der Haft entlassen und außer Verfolgung gesetzt worden. Tie vierte Verhaftete ist als angeblich schwer be- lastet nach Berlin geschafft worden, um vor das ReichskriegS- gericht gestellt zu werden. In die Sache sind Personen aus verschiedenen Orten des Rheinlandes verwickelt. Mit der Politik der U. S. hat die Untersuchung nichts zu tun. Es kann daher von einer..Verfolgung* der U. S. auch nicht die Rede sein. Die angeblich schiveren Bergehen sind militärischer Natur. In Niederbarnim Rudolf Breitscheid zum Gruß. machen sich Widerstände gegen die Kandidatur Dr. Breitscheids, der von der Unabhängigen Parteileitung zum Nachfolger Stadthagens auserschen ist, geltend. Zu ihrem Sprachrohr macht sich der Stuttgarter Sozialdemokrat*. Er beruft sich darauf, daß die„uirab- hängigen" Wähler dieses Kreises sehr weit links stehen, und daß es darum unbillig ist. ihnen einen Kandidaten aufzuhalsen, der so schnell Farbe wechselt wie Dr. Breitscheid: Derselbe Breiticheid, der noch bei den Reichstagswahlen von 1812 in einigen Kreisen als bärgerlich-dematratischer Kandidat um die Stimmen der Wähler warb. Breitscheid fiel damals kläglich durch, un» dieser Durchfall war für ihn Grund genug, in der Sozialdemokratie sein Glück zu versuchen. Die Erkenntnis, daß eine bürgerlich- demokratische Reichstagstandidatur jetzt und in Zu- tunst aussichtslos ist, trieb ihn zur Sozialdemokratie— ein Ge» sinnung-wechscl war für ihn damit nicht verbunden.— Wenn er jetzt nicht in den Reihen der Schcrdemänner steht, sa nur aus dem Grunde nicht, aus dem auch die bürgerlichen Pazifisten gegen die Scheidcmänncr kämpien. Vergibt die Unabhängige Sozialdemokratie daS Reichstag?- Mandat wirklich an Herrn Breitscheid, so wird sie nicht nur in ihren eigenen Reihen Unwillen erregen, sondern auch den wohl« verdienten Spott der Schridroiänner ernten. Eine Partei, die ernst genommen werden will, sollte es bei der Vergebung eines solchen Postens nicht an der erforderlichen Borsicht fehlen lassen. DaS ist gewiß nicht ein Muster sachlicher Kampfes- weise. Im übrigen ist der Versuch, Breiticheids Entwickliing aus bloßer Streberei zu erklären, ungerecht, der Psychologie dieses ewig unruhvollen Wanderers nicht entsprechend. Wir nchnien uns vor. Breitscheid. wenn seine Kandidatur ernst wird, sehr entschieden, doch nicht mit den Mitteln zu bekämpfen, die die Unabhängigen im Kampfe gegen die Sozialdemokratie und, wie man sieht, sogar im Brndcrkainpfe gegen einander anwenden! Jugenüveranstaltungen. slrbeitersugrnd Gesundbrunnen. Heute Mittwoch, abends 8 Uhr. Zulamineillmist in unserem neuen Lokal bei Gillwald, Pult- buscr Slr L4. Arbeiter-Jugeud heim Berlin, Lindenstr. S. Am Freitag: D is- kntiär abend. jieranlworlUw für Polirit: Srich Sattncr Berlin: lllr Seo adrigen leU des Blattes Agre» SUrnU. NeuloUn für Znjcrale Td«lacke. Berlin. Druck n. Verlag LorwSrr» Buckidruckerei u. LerlagsanstaU Vau! Singer& de., Berlin SW Hier»» t Vellage an» Unierdalmugsdlan. Augen sind der Seele Spiegel darum.bewahr« man sie davor, daß sie trüb« l vi« UnUrsuehttttg ist fasten!«». werden, dast rot emzündete Lider sie venirzieren. Wenn Sie etwa vcreiiS über 49 Jabr« alt daß sie jrrolg« Uebcraiislrenguilg ma t. glanzlos sind und noch leine AugeiiglSjer haben, so sollle» kS- Sind» die Augen, Geh xu Rahnhel in die Welt schauen, beim gerrngsten rauhen Sii'teten tränen und daß sich schon im jugendlichen Aller in der Augengegend jene Fälschen bilden, die eine Fol e deS nnwilllüelichen Zuiammen- kneilenS der Augen bei ange'lrengtem Sebeii sind. Heber anstrengte Augen vermmefie'' Koni schmerz, vorieitige Ermüdung und Nervosität und geben dem Gesicht»inen matten, nervöicn Zug, machen e» vor;ei>ig alt. Komme» Sie zu unS. wenn Ihre Augen über- anstrengt sind, wenn Sie beispielsweise bei Ihrer gewöhnlichen Beleuchtung nicht mehr scharf sehen iönnen. Sie unS unbedingt besuche>. denn in direm Aller brauchen, mit gan, wenigen Ausnahmen, selbst sehr genllde Augen eine llnterstützung durch Auieugläser, wenn eS mit deren Leistungen nicht beigab gehen soll. Gule Augeng'äser. die man ja durchaus nicht dauernd zu tragen braucht, erhöhen die Leistung Jhier Ali en, steigern Ihre A>beitS.'rast unier llmstSuden bis suis Doppelte uns hallen Ihre Auren klar uud blank. Wir legen besonderen Wert ans gute« Aufpassen der Fanungen. also auf orihozentiisch richtiges und sich-reS Siyen. weil auch das beste Gla» nicht da» Beste leisten kann, wenn es lch echt sitzt.- Wir lie'ern punliuell abö ldende Punkiorie- Glä er jür 5 M. da» Paar. auS Sau oikop- Blas für 7 M. \ ©ptilcer C«m ill�auder-platz\Y/ eelvzkger Str. Näh •»>d«» Uschi»»«» W. Hit K«»cr-6tt. Htm frlttiicbßStr. 106 chcke Hlejel-Stt Uschi»»»»' W. Eck« vla-er-ktr. Splktelmackt. tee Ctal-5H.1.€VMtmai* CO Vranlen-Slr. 44, •Jv-e»««6« Vr«»!«»>Zl Sie« Irledrlch-Skr. 180. Ecke Sestcn-Stx NW. JS5!Ä!5?feu Tauentziev-Str. 15. \T Lhaussee-Str. 72, an» ffiartatgtr et» Zuvallden-Slr. 164. Zaochlmotholer Str. 2. eck»«»»»»«»-St»»«»»»»bei?«» Friedenau: Rhein-Str. 1$, cm Ott-sn. (»gtBlktt der tl»ll»r-e>ch« Wiltnersdorf, SetQner Str. 132-3. «.» UdI«»d.S«X SchLneberq: tzmpt. Steak« 21 tm Stite WUh-l-i Pt«» Sonntags von i2-2 geöffnet Spezial-Arzt Dr. med. Ifaschch, Frledrittslr.SO Sa vebanvi vonTuvbilis, Haut- tarn-. Frauenleiden, wez.: ron. Fälle. Edrlich-Hala-Ku- ren schmerzlose, lürzcile Be. Handlung obne BerusSstSrung. Bluiunleriuchung. Mäg. Prem. Teilzahlung. Sprechstunden 10 bis 1 und 5— 8. Somit 11— 1. Erfinder während des KneRe« groMNe Erfolge! Bat vor Verwertung von Erfindungen frosten los Norddeutscbes Paienibüro,. geltestes Bureau Barlins, Berlin, Friedrichstr. 9 9—6, Sonntags 11—1* cmaprenupocerßiiswaiii F.frnst Borcli.Bfrlii E«r5r 4 gflioholt!'. Betrgnfce» Franz Abraham F»ff b.Messint-n. Römertrank- Krll. C.26BarttlgtT.8a. Fernap.Kgat.UTW 4 ffarämaen, fliammlw.» R. Bank«, Stralauer Str. S6. E. hrnui, KoBBitadaiiaiiir. Ii. A. E. Lange« Brnnnenstr. 166 4 LSckor- o. KondiiorelenT� 0»to Wolif, Treptow, krülist. 16 Zachau, Gr.-Licbter(.,Ch«UB»ettiia �'BierbraMerei», Blerhiandlg.� Braaereilizoiv »pfiablt Qoallfsliiere aratan Rangat, dKan-.Wel.-.WellV.'Mlioi;«.» �— kuiMiniaanii Bezugsquellen- Vers ei c£i« i 55 Prrefictn 2 mal wöchen üch. 4 r(er, ifcse k I WilheUn GSbel 1 Untenstehende Geschalte empfehlen sich bei Einkän'cn. Müneneosr Braunaus Berlin und Oranienburg irinm a'antiingeTletT Weissbicr, C. Brcitnaupt, Pa lisa denstr. 97 Tal. Kfli*. 203 1, 2082 EaaTBfabr Schröter, R. » 43 Dertwulsslfllfn«3 f* P« 01 August Holtz 4 Bm e-Analm ton d [EClI2|-B8ä Dlana-üaäSs&iüd«. Passage- Bad M, Vtosw fix. a. Eberall•rhlltllch! -------- _ Hau-naeefiinen» Bellmann, Näbmascbinen UdaalaalUa Stadttellaa. 4 IFleTecfl"- ii. iwura'-w. ► Otto Kongci, Aue jaroosir. üS. 4Herren-u.KnabenB«r«n» JKaoi» 2b, Kck» ■ r prin,.p-AUe«. 4 EI»tn,St«hlw, Waffen, iVtrkz. d Carl Jung, Stromstr>1. Kiilitniami.P..MuHerst.»0b,E.See3t 4 lallte. Wlltaeii, Pclzwaren» VesiertE. Sly.? 4 Me-ixan.luncen d •bethKe, üeorg, J®»£j [ünkiilli, Bbttlr II, Kiior-Fritdr. i [str II, WMBntr. II«. KrieleliU II I I rr»n»w nriti-ilnt» Ii.| borg. Gaege,Otto FJ-Siditef 4 Ootüie r. MeoTTänl ier fr Sciuwar�Carl, MUUOärgtwaiS Meierei C. Ooliel Berlin Altester»ad grSsster Milch wtrtschaftllclier Qrassbetrleb s= genl M-aga jcJ©iiag| I Fflialßn in allen Rf;adt«fl«n. I IHepm. Rieyar&Go. ca.SSOVertaiifsslell. ßr;-Btrl 'ifaurntuaf Zar An�srbeiduna aller'eharfeu un kranken Stoff»'»us Itiui und ssfi teo, ffOKen ii'Utvrrdirkung. HluiandrauR, rotei*(iesiebt, Hautunremiirkeitea ial mein Blair«liil0ui>sspalver 8««arla teil abe» 35 Jahren wirksam erprobt. Scbaciitel M. 1.50. tibi. 3 Soh. 4.25. Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbthn8t.4 Zigarren und 12541/* Stumpen 50 Stück zu M 4.75, 9.—, 18.— und hoher. Zigarrenhaus va u da cd vorm. SchSnemann Neue Promenade 9—10 (ünterführ.), ßnhnh. BOrse