[10Pf®fimg j macl, Holland Lurciuburg, Schweden VI'.» Sie Kchweiz. Em�elrnflen in die toft.�cüanp.J.'CmSIifte. Erichen«« täqltch. Telegrnmm> Adresse: «Eozialdeuivkrat Berit»". Wo«« Sder ll»»uchlwpcn zäiiieii Mr Verlinev Volksblalt. �en�rslorgan äer fo�isläemokratifcben Partei l)eutf�7lanäs. Aiijei�en S» Pili die Zelle. Anleinen iiit die i«öch!«» AiiiNttwr inüiieu die t» Uhr nnchluitl. ini Hsudlzsfchüii. Berlin SiS.W. Lindenlirnxe-i, ed- qrgeden werden. Geil stur« d»» e Uhr irhh iis t Uhr ndriidS. Äeüaktisn: EA). vS, Linüenstraße 2. �-ruivre-cher: Slint Morttivt»». Kt. 151 SO— 151 S7. expeSilron: EW. öS, Ltnöenstraße 2. Zheruipreede»: Amt Ntorihpl«». Nr. 151»D— 151»7. Beginn � Ashirechtsberstung>. üuslchuss Tril Wahlttchtökvmmlsiwn dss preußischen Abgeordneteil- bsuses. die gestern ihre Beratung begonnen bat. steht die Masse bes preußischen Volkes init großem Mißtrauen gegenüber. Man betrachtet diesen gesiebten Ausschuß des Drei- klassenhauseS ohne weiteres als eine Vcrschleppungs- und Verschlechterltugskoinmission. die nach der Parole arbeitet: „�io wenig wie möglich, das wenige so spät wie möglich, und am liebsten überhaupt nichts." Die Beratung des ersten Tages war nicht geeignet, diese schlechte Meinung, die mau vom preußischen Wahlrechtsausschuß hat, zu verbessern, sie hat vielmehr nur da;« beigetragen, sie zu bestätigen. Stach dem üblichen Bericht linternahmen die Konserdüttven sofort einen Vorstoß, dessen Zweck lvar, die Beratung zu ver- zetteln und sich dagegen zu sichern, daß eilvaiae Verbesserungen der preußischen Verfassung ohne gleichzeitige Verschlechterungen durchgeführt werden. Die beantragten die Verbindung der vorUcgeudcu drei Eurwürse durch ein Mantelgescß. Unter einem Mautclgcseh versteht man ein Gesetz, das ver- schiede ne Gesetze zu cincin einzigen zusainlncnfaßt, so daß keines von ihnen ohne die anderen, in Wirksamkeit treten kann. Das heißt also, die Wahlreform, gleichgültig, wie sie ausfalle, soll nicht Gesetz werden, ohne daß die Rechte des Abgeordnetenhauses gegenüber dem zu reformierenden Herrenhaus eingeengt werden. Diese Verbindung der Gesetzentwürfe miteinander hat für die Konservativen den weiteren Vorzug, daß sie Gelegea- beit gibt, soviel Zeit zu vertrödeln, wie nur irgend beliebt. Denn zur Reform einer so phantastWen Schopfmig, wie das Herrenhaus nun einmal eine ist, lassen sich natürlich beliebig viel Vorschläge machen. Inwieweit das Königshaus, der Groß- und Kleingrundbesitz, der Handel, die Industrie, die Städte, die Universitäten, die verschiedensten Vcrtrctungs- korper bei der Umbildung der Ersten Kammer mitzuberück- sichtigen sind, darüber läßt sich bei einigem guten Willen jabpelang debattieren. Solange aber dies alles nicht ent- schieden ist. soll die Wahl reform nicht Gesetz tu e r d c n könne n. Wer nun erwartet, daß sich die Regierung diesem Spiel, das sie doch durchschauen muß. entschieden widersetzen werde, der wird sich schwer enttäuscht fühlen. Statt des starren Systems, das hier durchaus am Platze iväre, verlegte sich der Vizepräsident des StaatSministcriums, Dr. F r i e d b e r g, auf das elastische System. Er kam den Konservativen mit dem sehr weiten Zugeständnis entgegen, man könne ja, ohne ein eigentliches Mantelgesetz zu beschließen, die Bestimmung 'treffen, daß keinGosetzohne das andcreln Kraft treten könne. Damit hat sich die Regierung, wie wir fürchten, tu der gefährlichsten Weise gebunden: sie Hot sich selbst der Möglichkeit beraubt, das Kernstück ihrer Vorlagen, die Wahlrcform, aus allem Beiwerk heraus gllölen und seine Gefetzwcrdung mit allen Kräften zu betretbeit. Die Wohlreform muß ihren Weg wcitertrollcn mit dem Mühlstein der Hecrenhansreform um den Hals. Daß es die Redner der Rechten mit der Beratung der Vorlagen durchaus nicht eilig haben, zeigten auch schon die Abschweifungen, die sie sich gleich am ersten Tage gestatteten. So unterhielt man sich in aller Gemächlichkeit über das Gc- m e i n d e w a h l r e ch t, obwohl dieses— leider!— noch gar nicht ans der Tagesordnung steht, und znnt Schluß schien man sich für nichts anderes mehr zu interessieren, als für die an- aetündigte Mitglieder Versammlung des„Bundes der Kriegsbeschädigten und ehemaligen Kriegsteilnehmer", die man dem Oberkommando fälschlich als öffentliche Ver- fammlnng und somir als verbotsrrif denunzierte. Wir- sehen in diesem Znsammenhang von der sittlichen Bedeutung einer solchen Denunziation ganz ab. Aufs schärfste protestiert werden muß aber gegen den Skandal, daß in der Wahlrrchtskonn'nissivn, bloß um Zeit totzuschlagen, über Tinge geschwatzt wird, die diese Kommission nicht das allcrmindeste angehen. Hätte sich die Kommission mit der bevorstehenden .Kriegsbeschädigtenversauimlung in dem Sinne befaßt, daß sie sicv noch Gebühr für das Wahlrecht der Kriegsteil- nchmer interessiert hätte, so wäre nicht das mindeste dagegen einzuwenden. Gerade diese Frage ist ja von hoher Wichtig- keit, und die Linke wiep schon dafür sorgen, daß die Kvm- Mission um sie nicht herumkommt. Mit der Frage aber, ob irgendein Bund öfsentlickte oder Mitgliederversammlungen ab- ltält, und ob das Oberkommando diese Versammlungen gc- statten oder verbieten soll, hat die Wahlrechtskommission nicht das allergeringste zu tun, und die breite Debatte, die man darüber führte, War grober Unfug und weiter nichts. Tie Wahlrechlskommission ist dazu eingesetzt, zu Q r- be i t e n. und nicht dazu sich über den Inhalt der letzten Morgenblätter zu unterhalten. Würde nackt der Methode des gestrigen Tages fortgefahren werden, so würden die Zeitungen jedes Tages neuen..Brratungsstoff" bieten. Man wird sich mit ollen Dingen der Welt und noch einigen anderen be- schäftigen und das Volk, das auf sein Recht wartet, zum Narren halten. die verhanölimgen von Sreft- Litowsk. Pole» und Ukrainer. Den Verhandlungen, die in Brest-Litowsk am IS. Ja- nnar geführt worden sind kdie Leser finden den aiissuhdrchen Bericht auf der dritten Seite), gibt ein Umstand besondere Bedeutung, das ist die Anerkennung der Ukraine a l ö s e l h st ä n d i g e Ver h a n d l u n g s m a ch t. Man Muß sich an die Vamellniig gewöhnen, daß von jebi ad die Vertreter der vier Mächte nicht gegen die Vertreter einer Macht, sondern geizen die Vertreter von zwei Mächten stehen ! verde«, und das Ergebnis der Verhandlungen kann dadurch sehr wesentlich becinsliißt werden. Die Ukrainer sind nicht nur zum Spaß nach Brest-Litowsk gegangen und nicht nur zu dem Zwecke, der Welt ihr Dasein als besonderes Volk zu demonstrieren, sondern sie verfolgen dabei— im Gegensatz zu den bolschewistischen Russen— Nationale Ziele und lvolleu tatkräftig ihre nationalen Interessen vertreten, wodurch die Lösung des Polenproblems eine starke Aändming erfahren könnte. Ein Helles Licht ans ihre Absichten wirst ein Privattelegramm, das uns ans Lemberg zugeht und folgen- d?S besagt: Eine» o g r a p h i s» c» Gr- bietcS suzustimmrn. Tos von d e» Zeutrielmvchje» besetzte u k r a i U i s ch c E h i- l m, P i fe i a s c und Wolfe» fällt an die Ukraine. Sollte G a l i z i c»«ntS dem Sstcr- rcichischen Staatsperbnitde oubgesck'itdcn ivcrdr», so vLrsr» nur die G'.otzhtrzogtümrr Auschwitz und Zator an Polen sailc», daS krön ig reich Galizicn und L o d o«, e t i r» mühte daun der Ukraine einverleibt werden. Man versteht setzt bester denn zuvor, warmn der pol» n i s ch e R e g e n t s ch a s t s r a t auf feine selbständige Veteili- gnng an den Friedensverhandlungen, zu denen seine Per- treter nur als Gutachter im besonderen Fall zugezogen werden sollen, so entstheidendrS Gewicht legt. ES geht nm die Grenzen des„neuen Königreichs ohne.König und ohne Gmizen" und man sieht, wie sich die ukrainische Hand schon recht breit auf ein Gebiet legt, das nach polnischer Hoffnung natürlich nicht anders als polnisch werden kann. Wie im Süden die Ukrainer, so sind es im Norden die Litauer, die mit den Polen um die ethnographischen Grenzen im Streit liegen, wie dort um Galizien, so geht es hier nm Wilna. Es läßt sich ohne weiteres voraussehen, daß mlch dos beste Selbst- hestiMMlingsrecht der Völker nicht imstande sein wird, die nationalen Ansprüche, die sich liier in engem Raum reiben und stoßen, gleichmäßig restlos zu befriedigen. Und daraus ergibt sich weiter, daß die schwebenden Fragen überhaupt nicht gelöst werden können ohne ein festes dauerndes Ein ver- n e h m e n zwischen Deutschland n n d N u ß l a n d. Anderenfalls besieht die Gefahr, daß sich der russisch« Westen zu einem Gegenstück des Balkans entwickelt, wo jeder Kleine im Kampf gegen andere Kleine die Hilfe der Großen sucht, und für europäische Koiiflagrationen wäre ein neuer Brandherd geschaffen. * Die Vertreter der Fraktionen versammelten sich gestern bei dem stellvertretenden Leiter des Auswärtigen Amtes. Fahr. v. d. Bnösihe. wo sie über die Verhandlungen in Brest- Litolvvk informiert wurden. Solche Informationen sollen jetzt täglich erfolgen. Tic geistigen Väter der beginnenden Wahl- r e ch t s o b sl r n k t i o n täuschen sich aber, wenn sie glauben, daß das Volk ihrem Treiben ohnmächtig zuschaiieit müßte. Wir können ihnen vor sichern, daß ihnen nichts geschenkt bleiben lvird, und daß die Obstruktion für alle, die sie treiben oder begünstigen, die unangenehmsten politischen Folgen haben wird. Von den entschlossenen Anhängern des gleichen Wahl- rechts, die ja leider in der Kommission recht dünn gesät sind, hassen wir, daß sie zusammenhalten werden, um jedes Abweichen vom Weg positiver Arbeit nach Kräften zu vor- hindern und jeden Obstruktionsversuch der Oeffenlichkeit zu denunzieren. Pur wenn die Anhänger des gleichen Wahlrechts alle Energie in dieser Richtimg anfbieten und dabei die kräftigste Unterstützung der Oefsentlickikeit finden, darf man noch die bescheidene Hoffnung hegen, daß aus den Beschlüssen dieser Kommission etwas Positives herauskommen wird, daß es lvenigstens zu Entscheidungen kommen wird, die uns dos nächste Wegstück klarer überblicken lassen. Airderensolls wird die Rechte weiter leeres Stroh dreschen und damit, ohne sonst etwas zustande zu bringen, die Stimmung der Bevölkerung reizen und erbittern. Darin liegt eine ernste Gefahr, die rechtzeitig erkannt, der entschlossen begegnet werde» muß! ** ♦ Die erste SitzunK. Die Vcrtnssungökomlnisswn K am Barlagen über WWWDI mi Haukes lrat a« Freitag vormitlag zusammen uns bcWotz. die drei c du? WahlreMl, da».Herrenhaus und das Etats- rrchi der beiden Äammcv» in zwei L c s u n g c n zu l-ctckn und zunächst eine allgemeine Besprechung durchzusilhien. Aachsem der Krrichlrrswlter einen lsi ftori sch-tr! i ische» lleberblick über den Werdegang de» preußischen Wahlrecht» gegeben_ holte. tichttit ein Konservativer an die SttiatSregirrung Hc An- frage, warum sie ericht die drei Vorlagen in einem organischen Z n s a m m c n hang gebracht habe- Dt* soliie durch ein AiiMtelgesltz geschehen. Die Konservativen könnirn erst nach genauer Prüf n n g der Wirkung der Wahlreform auf das.sterrenkmnz und diis gesamte Siaa-iÄebeu zu einem bestimmten Entschluß kommen. Der Bizeprästdrut des- E-watSministeriuinS, De- Fr! cd borg. «nvidert, dtztz auch die S-taatSvegierung die drei Borlafsen als ri» ornanischeS Ganze detkachtze! sie würde kaum dem einen Gesetz zuzustinimen geneigt sein, wenn nicht vnch iitzet dir«»deren eine v'inl-umg crzirtt sei. Preusten brauche das st>v e i k a m m« r- sfe st km. Einer mecriri Vervindnua der drei Pars ästen durch den Äusschuh würde die Regierung nicht cittgestenstehen. das mniie aber nicht durch ein Akmwlgefrtz ftefchfehen, sondern iiinnr auch durch die Bestimmung cra»ickt werben,-daß Las eine Gesetz ohne die anderen nicht in Kraft treien tflniif. Ein Z c n i r u M Sredner«rkemtt den organischen Z u sammentzang der drei Vorlagen an. Da-» Zettfnm, wird erst cndstüldig Stellung»whnicn, wenn alle drei Vorlagen durch he raten sind. Ein fo rtschri t tl'ich, er Redner sieht nach den ausgiebigen Gistrternngrn im Plenum keine» A» I a tz z n c i n e r g r ü st e- rtn Generaldebatte. Ter stnsaiiNnenhang zwischen den drei Vorlagen ist nickt so eng, das; sie als ein orstawsch lpi- trennbares Ganze? bebnndell werden wüßten. Das Ziveikammcr- ffesttM ist an sich diskutabel f wenn die zweite Kanüner unter einem parlamentarischen Epstein die Regierung an? ihrer Msttzc bilde, dann mag ein? erste Kummer nm Platze fei». In Prcuiwu aber, im) die Krsiee bisher noch nicht bei der AuSlvM ihrer Mi- nister an tzsS Votum der Kammer stedmiden sei, genüge eine ein- zigc Kammer. Ein s r c i. k o» sr r v a t i v c r Abgeordneter frag! nach der Stellung der Ragieriing z» einer Reform deö Stadtverord u ete u w a h I r r ck t 3 und bri-ugt zur Sprache, daß c4 dem V II n d ehemaliger Kriegsteilnehmer und d e r K rieftSbeschäd igten penattet sei, in öffentlichen Bcrsmniu- lungen zur Waylrechtkkrage Stellung zu nehmen, während stn deren Parteien Bffmtliche Versanimlnngcn verboten Ivärcu. Minister dov Innern Dr. Trcivs: Tie M-seitigung deZ Drei- klasseinvahlshstems im Staate würde naturgemäß eine Riiilwiikung auf das Trciklassrnwahlrccht in der ÜJtmrinfet haben, alve c3 läßt sich noch nichts Bestimmtes darüber sagen, wie diele sswirderuiig ausfallen wird. Tie Einführung d-.s gleichen Wahlrechts im Staat mnst nicht unter allen Umständen auch das gleiche Wahlrecht in der Gemeinde zur Folge haben, die viel mehr auf Leistung mtd Gegenleistung ansgchaut sei al> der Staat. Tie NnSgestaliuüg des Gemeindewahlrechts für den Fall der Einführung des OeKlM Wahlrecht? int Staate kann erst er folgen, wenn die zukünftige Gestaltung des staatlichen Wahlrechts zu übersehen ist lind wenn man(dw Ansichten des Stüdietags nkw. gehört hat; dost eine Gemeindewahlreform kommen wird, ist aber Zweifollo?.— Was die Bersammtung des NündsS der KriegSifei!- nchuwr G'rrffi, so handelt es fich um ein: I n lt ü» d i st keit d e s Oberko m m gndv v. diese? g-flattet xmndsädlich keine ost'en!- lichen, sonder» nur Mitglied e-r v e r s a m m! ü n g c n. Sollte -daS Crwi-fonuiiatifM) eine Sffenlkiche BerßMmiüng des genannten Bundes gestattet hoben, dann sedenfnsts in der Voraussetzung, das; e-S sich nicht um einen lwlitifchon Verein handelte, sondern Um einen Veoein, der das Interesse seiner Mitglieder wahren wollte. Würde sich nachträglich herausstellen, das; nn-cr dem Teckin antel einer Versammlung, die der Wshtfabr! der Mtgliodcr dieuen föll, eine EitUvirkbltg auf öffentliche politische Alte, angestrebt sei. so zweifelt er nicht, daß da» Tbcrkominando oinarSkfen werde. Giach itnserer Information bandelt es sich lediglich nm eine P? i t» g l i e d a r v e r s n m m! n» g, wie auch aus nnsrrm gestrigen Nfst» wer» klar hervorgeht. Red. d..,V-*) TaS sozialdemokratische Ausschußmitglied beschränkt sich, um das Zustandekommen der Neionn nicht zu urrgögern, zu nächst aus die Beinerluiig. dast seine Partei gruufesiitzlich gegen fe«v Zweikammerinsiem sei. Die Reform des Gemeinde>v a ii l rechts sei eine dringende Rv t wcrndigkei i, habe aber mit der jetzigen Reform nichlS zu tun. Tie Soziakbemokro-'-ie hat von jeher da» allgemeine, gletche, dir-efie und geheime Wahlrecht dilch für die G e m ei ii de tvah le.ii angestrebt und hält an dieser Forderung fest. Der Redner bedauert die Arußeriingen des F r e i! v n sc r v a t! v e n» die d>>ch darauf binauslieien. den Kriegsteilnehmern die Scsckiistigung mit der Wahlrechts- frage in ihren Organisationen zu vcrbiclen, während die Kriegsteilnehmer dazu cm vollen Maße berechtigt seien. Ehfensogut wie sie sich mit einer Petition an das Abge- ordnetenhmi« gewandt hätten, müsse man ihnen, namentsich angr- sichtS des Widerstandes weiter Kneife des Abgeordnekeiibauseb gegen cht flkid>c5 WaUrecht, öaZ Recht zugeitchen, gegen die beabsichtigte säsmälerung ihrer Rechte entschieden Verwahrung ein- Mlegen. Der Redner bedauert auch, daß der Minister des Innern eine solche Erklärung abgegeben hat, anstatt zu erklären, daß er rür unringeschräntte Gewährung des Vercinö- und Bcrfammlungs- rcchtd gegenüber allen Parteien eintreten werde. Em N a t i o n äkliberaler regt an, die H e r r e n h a u s- uorlagc zuerst zu erledigen, denn eine ganze Reihe seiner .dreimde hätten ausdrücklich betont, daß sie dein gleiche» Wahlrecht nur zustimmen könnten, wenn ein mit starker Macht ausgestattetes chcrrrnhauS zustande käme. Em ondc-ar F r c i k o n s« r b a t i b e r wundert sich, daß die ütegierung noch keine bestimmten Vorschläge über das zukünftige. Ginneindewahlrecht machen könne, denn sie müsse sich doch ein Bild darüber gemacht haben, wohin die Reise gehe. Sein 'Parteifreund habe nicht ein Verbot der Versammlungen der »riegHbeschädigten, sondern nur Gleichberechtigung aller sZ arteten verlangt. Ein konservativer Abgeordneter hält eine entgehende �'eneraldebatte für nötig, da ein großer Teil ernster Bedenken im Plenum teils ungenügend, teils gar nicht vorgebracht worden s Tie konservative Partei sei fest entschlossen, in dieser schwerwiegen- den Frage etwas Positives zustande zu bringen. Tie Aus- führüngen des Ministers über das Gerne! ndewahlvecht seien nicht ■uttcffeitb; wolle man Lwmogenität zwischen Reich und Einzel- staaten schassen, dann müsse man sie auch schaffen zwischen Einzel- >! aasen und Gemeinden. Seine Freunde fürchten von dein gleichen Wahlrecht E n t f e f s t u n g und A n s n ü t? u n q des rück > i ch t s l o s e st e n Klassenkampfes, und ein e Massen- berrschaft wie iin alten Athen. Wie steht die Regierung zur Einführung der Wahlpflicht l Vizeini nistcr-Prändent Tr. Friedbcrg: Bei den Kriegsbe- schädigten kann es sich nur um eine M i tg l i e d e r v e r � lommlung gxhandelt haben, denn öffentliche polihislche Ver 'gmmlungen werden vom Oberkoimnaudo nicht zugelassen.— Dein Vorredner erwidert Tr. Friedberg, daß die Lehren des klassischen Altertums sich dach' in ganz anderer Weis:' deuten� lassen. Wie tönne mau die Bevölkerung von Athen, die zur Hälfte aus Sflaven bestanden hat, mit unseren modernen Arbeitern ver- gkcichen? Die Vortage ist ausgebaut ans dem Vertrauen zu unserer Arveiterschaft. Minister des Innern Tr. Dretvs: Auf Grund der lebten Wahlziffern würden unter dem gleichen Wablrecht gewählt -".erden: Konservative 81(17,80 Proz.s. Freikonservative 84 7.47 Proz.). Nationalliberale-it->10.11 Proz.i. Fo-stschrittser 10 10,77 Proz.), Zentrum OL(20,22 Proz.), Bolen 41('9 Proz.i. Tozillldemvkratc» 101(22,20 Proz.i, verschiedene Parteien 11 2,41' Proz.i'. Mit der Wahlpflicht hat sich die Regierung auch beschäftigt; in den Ländern, wo sie eingeführt ist, wird über :;c außerordentlichen Schwierigkeiten geklagt, zu cntsckeiden. ob das Nichtwählen entschuldigt sei. Ein anderer F o r t sch r i t t l e r: Gegen ein Verbot ösfeut- icher Wahlrcchi'sversammlüngen müßte man schärfstens pro- testieren.' Es ist erfreulich, daß die Kriegsteilnehmer deutlich gezeigt haben, wie sehr ihnen das gleiche Wahlrecht am Herzen liegt. Welchen Eindr-lck würde es machen, wenn unr zunächst die Herrenbausvorlage berieten? Das Gemeinde- Wahlrecht ist rrformvedürftig, wir bekämpfen das Klassenlvahlrecht -uch dort, sowie die ösfentlichc Stimmenabgabe, aber auch die Kreisordnungen müssen re formiert werden. Minister D r e w s erklärt, das Oberkommando Hab? nur ganz I l g e ni e i ii angeordnet, daß össentliche politische Versammlun-' oen grund süßlich nicht gestaltet»vcrden; besondere Anordnungen über Wahlrechbsversammlungen sind nicht ergangen. Ein Z e n t r u m s a b g e.o r>d n e t c r: Taö Eenieindewahl- iccht sieht mit dein La-ndtagswabl recht in keinem inneren i u fa m in c n h a n g. Tie. Einführung der. Wahlpflicht würde auf große SchivierifKerten stoßen. Efn A c be i te rv s r trete r aus der Zentrums- v a r t i i' feßte sich«uMedon f ü r' d as g le ich e- W ah l r ech t' cm. Wenn' dieses jeßt nicht gegeben l verde, so werde die Wahl- i e ch t s b e w« g u n q n i cü t st i l l st e h e n. Ein voln i scher Abgeordneter verlangt, daß die polni- sche Bevölkerung ihrer Zahl entsprechend im Landtage vertreten sei. Ein Konservativer erklärt gegenüber der Wahl- ecb tsforderu nq der Kriegsbeschädigten und »rieasteilnehmer, daß. an der Front kein Mensch an das gleiche Wpblrecht denke. Viezcvräsident d"s Staatsmi n i steriums Dr. Fricdberg äußert sich über die Wirkung der Reform auf das Gemeinde- wahlreckt. ES.bestehe zwischen dem Staat und den Gemein- >m ein großer»nterschied. Die Gemeinden haben zumeist Wirt- ickaftliche Aufgabelt zu erfüllm, der Staat politische: den Gemein- t-en sind die Gesetze vom Staat vorgeschrieben, der Staat ist selbst Gesetzgeber. TaS bisherige Gemeindewshlrccht lasse sich nicht aufrechterhalten, denn'die Wirkung der letzten Reform fei längst verpufft, und beut« mahlen in'den Großstädten 88 Proz. der Wähler in der dritten Klasse und nur 12 Proz. in den beiden ersten. Aus prakttschen Gründen lasse sich das Geineindeivahlrecht dem politischen Wahl- recht zum Landtage nicht anpassen, aber das Gemciiidewahl- rccht müsse geändert, und zivar a b g« st u f t werden. ' Ein r o r t s ch r i t t l i ch e s Ausschnßmftglied spricht sich yrnnd- iätzlich fiir Reform des Gemeindewafilrechts aus und will die Kon- iervatävcn, die'sich jetzt so sehr für das Gemeindewahlrecht ins Zeug legen, zu gegebener Zeit daran erinnern. Tie Weiterbcratung wurde auf Sonnabend 11 Uhr vertagt. doch ein rusilscher Staatsbankrott? schwere Besorgnis i« England. Lando», 1». Januar. Reuter. Der Petersburger Karre- ipiiubeut des„Manchester Guardian" meldet vom 8., daß die Valls- kammissare beabsichtigen, in de» nächsten Tagen ein Tekret zu er- lassen, durch das die russische National schuld anul- > i e r t wird. Ter Korrespvndeut erfährt, das? das Dekret folgende Vcrfiiguilgcn enthalten wird: 1. Alle Anleihen und Schatzscheine, die im Besitz von Ans- ländern im Auslände»der in Rußland sind, sind ungültig. 2. Tic Anleihe» und Schatzschcine im Besitze russischer Unter- taue», die mehr als 10 000 Rubel Kapital besitzen, sind ungültig. i!. Anleihen und Schatzschcine im Besitze russischer Untertanen, lie ihr Kapital in russischen Anleihen angelegt habe», die 1000 Rubel nicht überschreiten, werden mit fünf Prozent vom Nominalwert verzinst. Denen, die 10 000 Rubel besitzen, werde» drei Prozent ausgezahlt werden. 4. Arbeiter und Bauern, die russische Anleihe oder Schatzschcine im Werte von IVO Rubel besitzen, können sie dem Staat für 7Z Prozent des Nominalwertes verkaufen, die, welche 000 Rubel bc- sitzen, zu 70 Prozent. Petersburg, 10. Januar.(Meldung der Petersburger Telegr.-Agcnt.) Ein Erlaß des Rates der Volkskommissare ordnet die Einstellung der Bezahlung von Kupons und Dividenden an. Die Bezahlung von Kupons ist bis zum Erlaß einer neuen Brr- iügung verboten. Ter Handel mit Aktien und Obligationen ist bei Strafe der Eii'.ziehung der Immobilien verboten. Die Maximalisten-Regierung behauptet sich. Petersburg, 9. Januar.(Meldung der Petersburger Telegraphen-Agcntur.) Die kräftigen Bemühungen, die Macht der Sowjets zu stürzen, haben keinen Erfolg. Ein Ueberraschungs- Angriff bei Apern abgeschlagen.— Neue Kämpfe bei Cam- brai und St. Q.ueutin. Amtlich. Großes H a o p t q u a r t i c r, 11. Januar 1918.(W. T. B.) Westlicher Kricgsschauplah. Heeresgruppen Kronprinz Nupvrccht und Dent scher Kronprinz. Versuche des FeiüdcS, überraschend und nach Fcuervorbcrcitung am Morgen des 10. Januar südöstlich von Jpern in unser« Stellungen einzudringen, scheiterten. Tagsüber entwickelte sich an der flandrischen Front nnd süd- westlich von Cambrai lebhafter Artillerickampf. Zwischen Mocuvres uud Marcoing steigerte sich das englische Feuer am Abend nnd bei Tagrsaudruch vorübergehend zu größter Heftigkeit. Auch die französische Artillerie war beiderseits von St, Qtteutin und in einzelnen Abschnitten zwischen Oifc und AiSne rege. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Westlich von Blamont erhöhte GefechtStätigkeit. Oestlichcr Kriegsschauplatz Nichts NcucS. An der Mazedonischen und Italienischen �front keine besonderen Ereignisse. Der Erste Gencralauarticrmcistcr. Lndendorff. slbendbericht. Berlin, tl. Januar 1918, abends. Amtlich. Von den Kriegsschauplätzen nichts NcueS. D u t o>v wurde geschlagen und ergnff die Flucht. Er wird von Abteilungen revolutionärer Soldaten und der Roten Garde verfolgt. Die Truppen K a l e d i n s zogen sich nach mehrere ii"Niederlagen zurück. Der Arbeiter- und Soldatenrat in R o st o w ist in Freiheit. Die Front- kosaken sind gegen K a l e d i n eingenommen. Kaledin versucht, den Rückzug anzutreten. Seine in der Richtuug auf den Don abgeschickten Truppen kehren um. Die Enthüllung der verbrecherischen Beziehungen zwischen der R a d a, Kaledin und Franzosen und A m e r i- k a n e r n öffnete deni Polke die Augen über den verruchten Handel, der mit dem Blute der ukrainischen Ar- beiter, Soldaten und Bauern getrieben wurde. Die Macht der Sowjets, die sich auf dem Kongreß in Charkow gebildet haben, gewinnt an Einfluß. Der ukrainische Kriegsminister Petbura reichte sein Rücktritts- gcsuch ein. Petersburg, 10. Januar. lMeldung der Petersburger Telegr.-Agcnt.) Abteilungen der Bolfchewiki nahmen die Stationen Debalzewo, Snowska und Semcnowka. Aus Kiew wird gemeldet, daß der Widerstand gegen die Roda wächst. Unter den Truppen der Hauptrada herrscht große Erregung. Die Republik Kaleöins. Petersburg, 11. Januar.(Meldung der Petersburger Telegr.-Agcnt.) Aus Rostow wird gemeldet, daß in diesen Tagen die Verkündigung einer Nn abhängigen Republik der Dongegcnd erfolgen wird. Bei der Kabinettsbildung wird Kaledin vermutlich den Borsitz und das Kmgöministerimn, Seler das Justiz-, Agekeff das Unterrichts-, Paramonoff das Handelsministerium überuehmen und Bogajcwski Staatskontrollcur werde». ßrauenftimmrecht— in Englanö. London, 11. Januar.(Reuter.) Das Oberhaus nahm mit 134 gegen 69 Stimmen den Teil der WahlrechtSvorlage an, die den Frauen' das Stimmrecht verleiht. Klagen öer französischen Kammer. Ganz wie bei uns. Bern, 11. Jänner. Lyoner Blätter melden aus. Paris: In der Kammer interpellierte der sozialistische Tepukicrtc Jobert die Regierung über die„Untaten der Zensur" in der Provinz.. Cle- menceau ertviderie, er habe Jobert im allgemeinen Genugtuung ge- geben und sei mit seinen Kritiken einverstanden. Einige Tcputiertc, darunter Poncet, beschwerten sich über die Propaganda gegen das Parlament in der Armee und im Laude, die schwere Verstimmung gegen das Parlament hervorgerufen habe. Jean Bon führte ans, durch die Eanipagnc gegen das Parlament sei ein unglaublicher Zustand geschaffen worden. Höhere und subalternen Offiziere verbreiteten in der Armee die un glaublich st en Gerüchts über das Parlament. Tic Rechte der Kammer protestierte gegen die Ausführungen Jean Bons. R e n a u d c l fragte, warum Zeitungen» wie die„Humanitä" an der Front verboten worden seien. Das große Hauptquartier lasse eine Untersuchung vornehmen über die Zei- tu n gen, die von den Soldaten gelesen werden dürften. Ferner prokstierte Renandel gegen die Perle um- düngen der sozial! st ischen Parteien nnd gegen die Untersuchungen, die binsichtlich der vorjährigen Frühjahrsmeute- reien vorgenommen würden. Clemcnccau eranderic, er stimme mit den Ausführungen der verschiedenen Redner überein, wünsche aber, daß man ihm Tatsachen, nicht Allgemeinheiten vorbringe, damit er handeln könne. Tie Kammer veriagte sicki sodann auf heute zur Besprechung der Interpellationen über Rußland und die änßvre Politik des Kabinetts. Genf, 11. Januar. Spaltung in d�er l i st i s ch e n Partei bevor. Ter Senator Wie die„Times" radikalen und miikilt, steht eine radikal- sozia- Mascuraud bemüht sicki, alle diejenigen Elemente zu sammeln, die das Eintreten der Partei für Caillaur mißbilligen. Der Krieg auf den Meeren. Zwei Geleitzüge aufgerieben! Berlin, 10. Januar. Neue N-Vools-Erfolge im Mittclmccr: 12 Dampfer mit ZH000 Dr.-Reg.-To. Tie Schiffe hatten meist wertvolle Ladungen für Italien nnd die englische Kriegswirtschaft im Oricut. In besonders geschickt und j hartnäckig durchgejührten Angriffen gelang es, zwei Gileitzüge aufzureiben und dabei sechs Dampfer zu ver- Nichten. Unter diesen konnten festgestellt werden die beladenen bc- wnffucten englischen Dampfer Fiskus M170 Br.-Ncg-To.!, Turn- biidgc(2874 Br.-Reg.-To.), Cliftondalc 05811 Br.-Reg.-To.) und Wevcrley<38Z3 Br.-Rcg.-T».), letztere beide mik je 5000 Tonnen Kohlen nach Malta bezw. Port Said nuterwegs. Aon de« englischen Dampfer Cliflondale, der mit zwei 15-Zcntimcter-Mörscrn und einer 7,6-Zcntinicter-Schnclladckauoiie bewaffnet war, wurde de? Kapitän gefangen genommen. Ferner wurde der bewaffnete italienische Dampfer Pirtr»(3860 Br.-Ncg-To.) in überraschendem Augriff durch Geschütz- feuer niedergekämpft, wahrend der durch Bcwachcr gesicherte bewaffnete englische Dampfer Pcrsicr(3874 Ar.- Reg.-To.), der beladen auf dem Wege nach Otrauto war, einem Torpedo zum Opfer siel. An vorstehrudr» Erfolgen war in hervorragender Weise Kapitän- lcutnant v. Arnauld de la Pcrisrc beteiligt. Ter Ehef des Bdmiralstabcs der Marine. Hertllngs Rntwort an Wilson. Der Hauptausschuß des Reichstags wird am nächsten Mitiwock eine Sitzung abhalten, in der die allgemeine politische Erörterung wieder aufgenommen wird- In dieser Sitzung, die um 2 Uhr nachmittags beginnt, wird als erster der Reichskanzler das Wort ergreifen, wie man an- nimmt, zunächst um sich mit der neuen Botschaft Wilsons auseinanderzusetzen. MisiZlückte Rechtfertigung öer Daterianösverteiöiger-Verprügeler. Der Londesverein Groß-Berlin der Deutschen Vnterlandspartei sendet uns unter Bezugnahme auf die Erklärung des„Bundes der Kriegsbeschädigten und ehemaligen Kriegsteilnehmer" eine Vc- richtigung, die wir andrucken, nachdem wir zunächst feststellen, daß die vorerwähnte Erklärung deS Bundes von keinem ein- zigen Organ der Baterlandspartei, deni sie zugestellt worden ist, veröffentlicht wurde. Die Berichtigung lautet: Es ist unrichtig, daß vom Leiter der Presseabteilung der Deutschen VaterlandSpartei. Axel Ripke. Mitglieder des Bundes der Kri egSbcsck'äd igten zu der am Montag, den 7. Januar 1918, stattgehabten Bersammlung der Deutschen Baterlandspartei unter ausdrücklicher Zusicherung der Redefreiheit eingeladen worden sind. Richtig ist dagegen, daß lediglich Dr. Bresin eingeladen war. Richtig ist serner. daß nachträglich durch pvlizetltcbe Bersügurg jede Aussprache verboten worden ist. Es ist unrichtig, daß der Abgeordnete Fuhrmann die au- lvescnden Kriegsbeschädigten als Deserteure verdächtigt hat.„die Hindenburgs und LndendorffS Falnicn verlassen hätten, um ihren kämpfenden Kameraden in der Front in den Rücken, zu fallen". Richtig dagegen ist, daß der Abgeordnete Fuhrmann unter 'Hinweis auf den Beschluß der sozialdemokra'ischen Reichstags- fraktion vom 6. Januar 1918 gesagt bat:„Wer den traurigen Mut hat, sein Baterland in der schwersten Stunde des Krieges nn Stiche zu lassen, der verläßt Hindenburgs und Ludcndorffs Fahnen, um den kämpfenden Kameraden int Schützengraben in den Rücken zu fallen." � Es ist unrichtig, daß die Unruhe in der Versantmlung durch die Worte des Abgeordneten Fuhrmann entstanden ist. Richtig dagegen ist, daß die Unruhe erst entstand, als Dr. Bresin durch laute Zurufe die anwesenden Kriegsbeschädigten zu Protesten aufrief....... Et ist uttrichtig, daß KricgSbeschädßite in rober Weife mit Stöcken geschlagen und gestoßen wurden, weil sie durchaus parla- montartsche Zwischenrufe' teicti.' Richtig dagegen ist, daß vom Publikum versucht wurde. Ruhr- störer wegen aiidnirernden Lärmews und unparlameniarischer Zwischenrufe aus dem Saale zu entfernen, wobei infolge des gegenleitrgen Widerstandes nicht nur Kriegsbeschädigte, sondern auch Mitglieder der Baterlandspartei gestoßen wurden. Weitere Unruhe entstand erst, als der aus dem Saale entfernte Dr. Bresin nach einiger Zeit rn bestörend'in Saale wieder erschien und darauf von der Polizei tviedcr biwanspe führt wurde. Hochachtunasvoll Landcsverei« Groß-Berlin der Deutschen Baterlandspartei, i. A.: Kün-el. Die Berprügelunq der Kriegsbeschädigten wird also in dieser „Berichtigung" nicht nur nicht geleugnet, sondern ausdrücklich be- stätigt. Bei diesem Sachverhalt hätten die Baterlandsverteidiger- Bcrprüg-l-r richtiger gehandelt, sich vor der Oesfenilichkeit zu ent- schuldigen, nnstatt den Tatbestand durch allerhand Unsinnig-- leiten zu verdunkeln, die ihnen lein Mensch glauiben wird, der seine fünf Sinne, beisammen hat. Tie Kriegsbeschädigten seien nicht eingeladen gewesen! Wie sind, sie denn in die Versammlung hineingekommen, da der Eintritt nur gegen Karten gestattet war?! Außerdem existieren Hunderte, welche gehört haben, wie Herr Axel Ripke in der Versammlung des Bundes in Wilmersdorf alle Anwesenden aufforderte, die Baterlandspartei zu besuchen. Gleichzeitig teilte ein Herr Eintrittskarten aus.?lls Herr Arcl Rivke aus der Versammlung auinterffam gemacht wurde, daß die Eintrittskarten für Gäste den Perm eck trügen:.Eingeführt durch ... erklärte er. die Kriegsbeschädigten sollten sich am Eingang nur ans ihn bcrnfcn. Was die„unparlamentarischen" Zwischenrufe anbetrifft, dafür gibt uns ein Ohrenzeuge folgendes Beispiel. Herr Gildemeistex fragte während seines sonst eintönig abgelesenen Referats vlotzlich mit erhobener Stimme:„Glauben Sie, daß wir den Krieg verlängern wollen?" Ein Kriegsbeschädigter erwiderte mit fester Stimme:„Ja!" Ans diesen„unparlamentarisckien" Zwischen- ruf siel sofort die ganze Umgebung mit Stöcken und Schirnren über den.Kriegsbeschädigten her, während Herr Gildemeister ihm ein bc» leidigcndes Wort zurief. * Mit welchen Mitteln zur Verdeckimg der Wahrheit gearbeitet wird, das konnte man im Wahlrechtsaus schütz des Ab- geordne tenhauseS ersehen. Dort beschwerte sich ein fretkonserv ttiver Redner, daß man dem Bunde der Kriegs- beschädigten nnd ehemaligen Kriegsteilnehmer siir die Besprechung der Wahlrechtsfragen eine öffentliche Versammlung gestattet habe und verlangte deren Verbot. In Wirklichkeit Handell cS sich, wie uns mitgeteilt wird, um eine Mitgliederversammlung, die am Sonntag vormittag im„Lehrer-Vereinshaus" stattfindet. Tie freikonservative Denunziation dürste aber einen besonderen Zweck haben. In der Versammlung soll nämlich auch die M i ß h a n d-- lung der Kriegsbeschädigten durch die Vaterlands- Partei zur Sprache gebracht werden und zwar unter Anwesen-- heit der Augen- und Ohrenzeugen jener Vorgänge. Das ist den Herren unbequem und deswegen diese erbärmliche Denunziation. Rückwärtsorientierung in Sapern. Aus München wird unter dem 11. d. Mts. gemeldet: In der heutigen soipung der Abgeordnetenkammer wurde ein Zentrums- »ni tag betreffs Schließung der Lrichenverbrenunngsanstalteit gegen die Stimmen der Liberalen und Sosialdemokraten angenommen. Unter dem Vorwand der Koblenuot hat das Zentrum die ihm verhaßte Feuerbestattung abgeschafft und zu seine«„Toleranzanträgen" gegeben. so eine neue Illustration Ki'.lS ❖ ZS. Jahrgang Seilage öss VsNWaxts SonnabenS, 12. Januar 1H1S IWK1.MWWWH! Denkt an öie Sammlung zur MSerunZ öss Kampfes für verMn- öigungssrieüe» unS gleiches Wahlrecht! Zuwendungen nimmt entgegen die Expedition des„Vor. wärtö". Geldsendungen durch die Post sind an O. Braun, Berlin dTW 68, Lindcnstr. 8, zu richten, oder können auf Post- scheckkonio Fr. Bartels, F. Eberl, O. Braun Nr. 7918 beim Postscheckamt Berlin eingezahlt werden. Aamcldlüigeu zur Mitgliedschaft sind an T h. Fischer, Berlin L>V 68, Lindenstr. 8, zu richten. -trab«, SWlto TtadSbezirk IO»B. 3faW«Kftdi:flL-. 12-34, KörUhcr Str. 45—58. Oppelner Ätr. Lt! und St. Sorauer Kir.>7. Wabl lokal: Gvrlihsr Str. ii't pc» Nnrkard. Stadtbezirk ISS. Görlitzer Str. 62—75, Lübbener Strafte 47—52, Wraiigelstr. 3?. Wahllok.il: Stalitzer Ttr. t»»«: bei Mix. Die Wahl ist eine öffentliche und erfolgt unter Namens des Kandidaten. Kandidat der Sozialdsmolratischcn allein der Nedakisur Nennung des Partei ist Rechtsfragen vor ösm tzauptausMG. Der Hauptausschuß befaßte sich in seiner Sitzung am Freitag mit den Ncchtsfagen, die zwischen Teutschland und Rußland erledigt werden müssen. Geheimrat Simons vom Auswärtigen Amt l-spricht ausführlich die RechtSverhältnissc in den besetzten' Gebieten des Ostens, wo man in dieser Hinsicht v»r einem Trümmerfeld stehe. In dieses Chaos Ordnung zu bringen, bedinge eine ungeheuerliche Arbeit. Bor allen Tingen müsse die U n a n- t a st b a r! e i t des P r i v n t e i g e n t u in S gewahrt bleiben. Die Verhandlungen in Brest-Liiowök auf diesem Gebiete tonnten bisher noch nicht>o e s c n t l i ch gefördert werden. Die rufst sche Delegation konnte sich noch nicht binden, denn ihr fehlen die nötigen international vorgebildeten Juristen, Die größten Schwierigkeiten bildet die Regelung der p r i v a t r e ch t! i ch c n Verhältnisse, des Wcchselrcclst, der Fordmuigsverhältnisic usw. Tic privaten Rechte sollen wieder hergestellt und die Gc- schädigten schadlos gehalren werden. Unsere Auslandsdeut- s ch c sind durch nichts härter getroffen worden, als durch die v'. iq u i d i c r u n a ihres Besitzes und es ist zu begrüßen, daß d-es« Besitzverhältnisse wieder Bergest eilt werben sollen. Der gegenseitige Verzicht auf Kriegsentschädigung ist bekannt. Wegen des Ersatzes der Kriegsschäden haben die Russen vorge- schlagen, eine gemeinsame Kasse zu bilden, um daraus die Schäden zu decken. Dieser Weg erwies sich als nicht gangbar, Ucbrigvlcibcnde Streitpunkte sollen internationalen Kommissionen zur Entscheidung unterbreitet werden, Abg. T o v e erklärt sich mit diesen Darlegungen im allgemeinen einverstanden. Abg. I UN ck(natl.) wünscht insbesondere baldige Bcreinbarnng mit Rußland über das Urheberrecht und über das Patentrecht. Abg. Wald stein lFortslbr.) empfiehlt die Hinzuziehung von 'eeachverftändigen ans Handel und Industrie und bespricht dann die Frage der Entschädigung für R e gut s i t i o n e n. Ter Aus- bau der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit ist mit Freuden zu begrüßen, damit künftig das Prinzip des Rechts über dem Prinzip der Getvalt steht. Abg. E r z b e r g e r: Daß ow Requisitionen bezahlt werden müssen, ist selbstverständlich, es fragt sich nur, wer für die Gebiete bezahlen müsse, die sich von Rußland loslösen. Gehcinirat S i in o n gibt auf die gestellten Fragen Auskunft. Grundsatz des Völkerrechts ist, daß in allen Fällen, in denen ein Staat privates Eigentum fremder Staats- airgehöriger einzieht, Schadenersatz geleistet Iverden muß. Für eine Bezahlung der Requisitienen muß unbedingt gesorgt werden; erst mutz aber feststehen, was aus den besetzten Gebieten wird. Im Gebiete von Ober-Ost wird jetzt Bezahlung erfolgen. Abg. von Dramszinski(Pole) bespricht U e b e r g r i f f e bei Vornahme von Requisitionen und führt lebhafte Kritik an dem Versahren der ReichSentschädigungSkommission. Abg. Ebert sSoz.) findet die vorgeschlagenen Richilinicii annehmbar. Der Grundsatz� daß jeder der streitenden Deile seine Kosten selber trage, sei durchaus berechtigt. Eine Verständigung würde erschwert, wenn man dazu übergehen wolle, sich gegenseitig die Schäden vorzurcch- nne. Tie Requisitionen, bei denen zweifellos oft recht rigoros verfahren wurde, müssen soliald als möglich bezahlt werden. Tic Russen dürften ohne Zweifel Interesse haben für Fragen des internationalen ArbeitcrrechtS. Diese Kragen sind von hoher Bedeutung für Handel und Industrie. Eine Verständigung auf diesem Gebiete festigt nicht nur den Fnc- den, sondern macht auch einen großen moralischen Ei r. d r u ck. Es kommt hier in Frag« daZ Koalitionsrecht, die Aus« und Einwanderung und dann vor allen Dingen die A r b e i t c r v e r s i ch e r u n g. Die bei uns bestehenden Grundsätze aus letzterem Gebiete müssen verpflanzt und zur Eni- Wicklung gebracht werden. Der Ausbau deS internationalen Schiedsger'.chtwesens sei durchaus mit Freuden zu begrüßen. Abg. Dr. Cohn sU.©.) geht eingehend auf die von der Regierung ge- machten vertraulichen Mitteilungen ein. Bei den Requisitionen habe man sich keineswegs immer streng an den Heeresbedars gehal- ten. Redner übt scharf Kritik an den bekannten Vorgängen in Litauen und Polen. Er empfiehlt bei den Verhandlungen in Brest auch das internationale Eherecht mit in den Kreiö der Beratungen zu ziehen. Geheimrat Simon proiestiert gegen die Ausfübrun- gen des VorveduerI. Von Anfang an bestand die Absicht, die Re quifitionen zu bezahlen. Die umfangreichen Requisitionen waren nötig infolge unserer Absperrung vom Weltmärkte- Die Arbeiterfragen iind ohne Zweifel sehr wichtig, ob sie aber bei den Friedeneverhandlnngen erledigt werden können, sei sehr frag- lich. Abg. Ebert hält daran fest, daß diese Fragen behandelt werden müßten. Geheimrat Simon erklärte noch, daß die Inte- reffen der Arbeiter jedenfalls gewahrt werden sollen. Damit schließt die Aussprache. Tie nächste Sitzung des HaupiauZschusses findet Dienstag GroßGerün Hermann Nathmanu» Adalbertsir. 28. Parteigenossen! Nutzt den heutigen letzten Tag vor der Wahl now zu einer eifrigen Propaganda für die Wahlarbeiien cinä- Klärt die Lässigen und Säumigen auf. Sorgt dafür, daß olle unsere Freunde und Parteigenossen von ihrem Siaatsbürgerrechle Gebrauch mawen. Laß« Euch von keiner Serie irre machen, nur R a t h m a u n und kein anderer ist Kandidat der Partei. Also auf zur Wahl! Tos Sozialdemokratische Wahlkomitce. I. A.: H. M e i s» e r. Tie Errichtung einer Brenntorfgewirmungsanlage VvrZäusig abgelehnt. Ilm die Kalamität der Brennstoffversorgung der Bevölkerung etwas zu beheben, balte die Kohlendepuration beschlossen, auf dem Nieselgut Blankenfelde eine Brenmorsgewinnungsanlage zu errichten. ES wurde mit eine: Produktion von WKX) Zentnern pro Jahr ge- rechnet, ein Ouantum. das nach dem Gutachten der Sachverständigen auf etwa das Dreifache gesteigert werden konnte. Ist in Anbetracht der Bevölkerungszahl von Berlin dieses Ouantum auch nicht groß, so muß doch in der heutigen Zeit jedes Mittel angewendet werden, heranzuichaffen, was möglich ist. Der Siadtverordnetenvcriamnilung lag in der Sitzung vor Weihnachten diese Borlage, welche einen Äostonouswand von zirka 220 000 21. vorsieht, zur Genehmigung vor. Aus der Versammlung wurden verschiedene Bedenken gellend gemacht, die dazu führten, de» Antrag einem Ausschuß zu über- weisen. Dieser Ausschuß hat vorgestern getagt und wider Er- warten die Vorlage mit neun gegen sünf Stimmen abgelehnt. Die Gegner der Borlage begründeten ihren ablehnenden Stand- Punkt damit, daß in technischer Beziehung Tors zu Hausbrand» zwecken sich schlecht eigne. Ais ihnen dies an der Hand der Ans- sühningen deS Gutachtens deS Sachverständigen toiderlegt war, mußte die Rentabilität des Unternehmens, die zweifelhaft wäre, als LblehnungSzrnnd herhalten. Alle Bemühungen des Dezernenten der Kohlenversorgung und der sozialdemokratischen und eines bürgerliche» Redners, die Mehr» heit zu überzeugen, daß der Eesichlspunkt der Versorgung der Bevölkerung mit Breiminalerial als der oberste gegenüber den Bedenken vom finanziellen Standplmlt a»? zurückzutreten habe, waren erfolglos Bon den Gegnern wurde noch ins Feld geführt, daß für den nächsten Winter die Situation auf dein Gebiete der Hausbrand- Versorgung sich gebessert haben wird.?rtle Hinweise, daß auch diese Annahme«in Trugschluß sei, waren vergebens, die bürge:» lich-n Herren ließen sich von ihrer vorgefaßten Meinung gegen die Borlage nicht abbringen. Nunmehr wird sich in der kommenden Sitzung die Stadt- verordnetenversammlung erneut mit der Sacke zu beschäftigen haben. Es bleibt nur zu wünschen, daß sich das Plenum auf einen andere» Standpunkt stellt, als dies seitens. der bürgerlichen Mehrheit im Ausschuß unbegmslichertvcise geschehen ist. Ausgabe der Lebcusmittclkarts Groft-Berlin. Wie bereits angekündigt worden ist, erfolgt demnächst ent» sprechend den Beschlüssen des Lebensmitielverbandes Groß-Berlin die Ausgabe einer gemeinichartlicken Lebensmittelkarte iowie einer LebeuSmittetkarto für Jugendliche im Älter Von 8 bis 17 Jahren. Di« g« m e i u s ch a i t l i ch« Lebsnenriitslkarte wird in Berlin zusammen mit der neuen Kohlenkarts am IS. und IS. d. M. durch die Brotkommissio» verteilt iverdeu. Die Karten für Jugendliche sind von den Brotkommisfionen am 18. und 10. d. M. abzuholen. Bezugsberechtigt sind im ge- samten Gebiet des LebenSmiltclverbaudeS Groß-Berün die Jugend- lichen, die in der Zeit vom 1. Januar 1901 bis 31. Dezember 1010 geboien find. Kinder, die erst noch dem 3l. De- zember 1910 geboten find, erhalten ebenfalls eine Lebensmittelkarte iür Jugendliche, sobald sie das 7. Lebensjahr vollendet haben, und der Nachweis hiervon durch Vorlegung der Geburtsurkunde, eines Taufzeugiiisses u. d. erbracht wird. nuf zur StKöwsrsrönetettwah!! Merzen von 10-S Uhr findet die Stadtverordneten- Ersatzwahl im 11. Kv in munalw ahlbezirk statt. Wahlberechtigt und verpflichtet ist jeder Preuße, der im 11. Kommunalwahlbezirk wohnt und da? 24. Lebensjahr lifierfrfirto+üm fini überschritten hat. Gewählt wird in folgenden Lokalen: Stadtbezirk 100. Falckensteinftr, 1— 11 imd 35—19, Gröbenufer 1 bis 4, Hochbahnboi am Schlesischen Tor. Oberdaumltr. 1— S und 8—12, Ovvc.'ner Str. 1—9 und 38— 49, Schleiche Sir. 1—9 und 39— W, Stall der Strafte 50—73, Sorauer Str. 1 und 81, Wrang elstr. 40—54 und 81—%. ittlahllokal: Schlrstsche Str. 9 bei Pobt. Ätadtbezirk lOI'A. Cuviyftr. 17—41, Gärliter Str. 31— 44. Tabor. strafte 7—16 und 27— 31, Heckmannuser 10, Platz H(Abt. I), Kranget- straße 65—80. «nfiliofnl: Cuviystr. 37 bei Heue. Stadtbezirk J0V5S. Cuvrhftr. 1—16 und 42—62, Ciwryuscr. Gör- Ltzcr User i— 3, Taborstr. 1—6 und 33—38. Heckmammser 1—9. Loh- uiühlenstr. 1— e, Schlejiiche Str. 10—38, Bor dem Schlefil cheu Tor, Hcht-usenusrr. BSavUokal:«chlestsche Str. 28 bei Baitz. Stadtbezirk 108-4. Görlitzer Str. öS— Sl, Oppelner Str. 10—22 und 26—37, Sorauer Str, 2—16 und 18—30. Berliner Lebensmittel. Auf da? blaue M i t t e l st n ck der letzten Lebens- mittel karte entfallen 160 Gramm Nährmittel,»nd zwar Teigwaren oder Gersten fabrilate, oder Sago oder Kartoffel- ftärkemehl. Ferner entfallen hierauf 4 Knoche nhrühwürscl. Das Miitelstück ist von h e u t e bis einschließlich Diens- tag. den IB. Januar, in den durch besondere BcrkauiK» ichilder gekeiinzeichneten Kleiiihaudelsgeichäflen abzugeben. Die Ware wird dann nach Ablauf der üblichen Frist zur Verfügung stehen. Vom 14. bis 17. Januar findet eine Neu ein tragung zur Kunden Ii st e für Kartoffeln stait. Die Eintragungsfrist wird keinesfalls verlängert, ein jeder muß also dafür sorgen, daß seine Neueintragung pünlllich erfolgt. Alle diejenigen jedoch, die mit Kartoffeln für den Wimor vorversorgl find, dürfen sich nicht zur Kundenliste anmelden. Die Neueintragung gilt auch für Hotels, Schankwiilschafieu, Kantinen, Ktrankenhänser und Berpflegungs- anstauen aller Art. soweit sie nicht für den Winter vorverforgt sind. Das Nähere ergeben die Anschläge an den Säulen. Die neuen Kohlen- und Sonderkarten deS Kohlenverbandes Groß-Berlin gelangen vom 15. Januar an durch Vermittlung der Hauskicsitzer zur Ausgabe. Die neuen Kohlenkarlen werden, in Ab- 1 ickninen zu Zentner eingeteilt, im allgemeinen über dt«! gleichen Mengen Kohls laute», wie die alten Kohlcnkarten. Nur werden die kleinste n H a u S h a l l u n g e n von nur einem Zimmer unter Fortfall der bisherigen Gruppe 1 eine Kohlenkarte der Gruppe 2 und soinit eine BezuaSmöglichkeit aus 10 Zentner gegen bisher 6 Zentner Kohlen erhalten. Neu ist auch die Berück- ficht igung der Untermieter, für deren jeden die Vermieter eine Sonderkohlcnkarte über 6 Zentner mit der Ber- pfllchtung erhalten, eine entsprechende Menge iür jeden Unter- niie'.cr zu verwenden. Endlich werden auch für Haushaltungen mit Ofenheizimg, aber ohne Gaskocheinrichtung zuni Kohlenbezug für Wasch» und Küchenzwecke Sonderkarten über 3—9 Zentner ans- gegeben werden. Vom 20. Januar ab dürfen Kohlen gegen Borlegung der neuen Kohlenkarte bezogen werden: Bei Gruppe 2 auf die Abschnitte 1— 8. Gruppe 8 auf 1— 13, Gruppe 4 auf 1—14 und bei Gruppe 6 ans 1— SO. Eine in Kürze erscheinende Verordnung wird eine weitgehende vorzugsweise Belieferung der alten, am IS. Februar verfallenen Kohlenkarte gegenüber der neuen Kohlenkarte und für die Folge eine vorzugsweise Belieferung der spätere» alten Abschnitte der neuen Kohleukalte vorsehen und Pestlinmimgen üb er die von den Kohlenhändler!! einzuhaltenden Verkaufszeltcu treffen. Zur Beschlagnahme von gebrauchten KleidungS- imd Wäscheslückm teilt unS der Verband der P s a n d l e i h« r mit, daß durch Verordnung der MeichsbekleidtmaSstelle, wonach die bet Althändlern, Ttödlein, MoiiatSgarderobcnbändlern und P-andleihern befindlichen gebrauchten KleidunaS« und Wäschestücke bcicklagnahmt werden. vielfach der irrtümliche Glaube entstanden ist, daß den Eigentümern verpfändeter Sachen, diese, infolge ber Beschlagnahme verloren sind. Solche Besorgnisse find jedoch nicht gecechisertigl: dem: von der Beschlagnahme werden»nr solche Sachen ergriffen, welche bei den bezeichneten Personen zum Verkauf stehen. Alle übrigen im Gewahrsam derselben siehende» Sacken unterliegeu der Beichlagnäymv nichi. Frei sind insbesondere die bei den Psandleihern verpfändeten jversktzlcn) gebrauchten Kleidungö» »nd Wäschestücke. Nur bei der Vetwectung verfallener Piänder tritt insoiern eine Neuerung ein, als die Pfänder nicht wie bisher öffentlich versteigert werden, sondern an» statt dessen an die kommunalen Altkletderannahmestellen abgeliefert werden müssen. Wer also Sachen verpfändet hat. muß lediglich darauf achten, daß er die c»n Verpfändungstage beginnende Frist von sieben Monaten zur EinlösniiZ der Psänder oder Erneuerung der Pfandscheine nicht versäumt. Das„schwarze Ferkel" geschlossen. Die altbekannte Weinwirt« stest„Zum ichwarzen Ferkel" m der Dorolheenstr. 31 ist ans An» ordmmg des Kriegswucheramtes geschlossen und dem Inhaber I e r k e und seiner Ehefrau ist der Handel»ulenaat worden wegen Bezuges von Lebensmitteln aus dem Schleichhandel, Abgäbe von Fleisch- speisen ohne Marken und anderer Uebertrsiungen der Verordnungen zur Sicherung unserer Ernährung. Eine verstümmelte Knahenleiche wurde Donnerstag auf den Gleisen des Nordrinas aufgesundeir. Die Ermittelungen ergäben, daß der Tote ein lö Jahre aller Max Korth auS der Sckanen'cke Straße 6 ist. Wie er verunglückt ist, ließ sich noch nicht fest« stellen. Ein Juwelenräuber wurde in der Friedrichstraße festgenommen. Dort erschien in einem Geschäft ei» junger Mann und ließ sich wertvolle Achniuck>ächeii im Werte van 10000 M. vorlegen. Während die Verkäuferin die Borbereiiungen zum Abschluß deS Geschäftes traf, riß der Kunde plötzlich einen Brillantring und ein Paar Ohr- ringe mit Brillanten, zusammen für 5000 M., an sich und ergriff die Flucht. Auf die Hilferufe der Verkäuferin gelang es, an der Ecke der Friedrich- und Leipziger Straße den Flüchtigen fcstzu- nehmen. Die Kriminalpolizei entlarvte den Verhallet«» als einen schweren Jungen, einen gewissen Walter Hoff, nanu, der früher gewerbsmäßig den Geldickranleiubrnch betrieb und eben eine längere Zuchthausstrafe verbüßt hat. Der Raiibmsrdvrrsuis!, über den tvic vor vierzehn Tagen anZ der Großsn Hamburg«« Straße berichteten, ist jetzt ganz aulgeklärt. Eut 74 Jahre aller Händler Gustav Cohn wurde damals von ztvei Männern, die mir einer Frau l» der Maske von Kunden bei ihm et schienen, hinterriicks übetfollen nnd niedergeschlagen. Die F: an wurde gleich ergriffen. Ans die beiden flüchtigen Räuber wurden auch die Provinzbehörden sofort aufmerksam gemacht. Der eine tvar bereits bekannt als ein Belgier Haumelaere, der aus dein Jntersiierten-Lager in Springe entwichen war. Beide tauchten jetzt m Tüsseidors mö und wurden festgenonimcn. Der ztoeite entpuppt« sich als ein Zuhälter Hans Patzmann aus Breslau, Die Berhnftctc» find geständig. Regierungsfurcht vor den Neuköllner Enthüttungen. Wie die Vcceffcrälichvng ikcr Dcukschrift verboten wurde. In der Nculöllner Stadtverordnetenversammlung am Donners- tag wurde zunächst die Wahl des Vorstandes vorgenommen. Es wurden wiedergewählt als Vorsteher Fabrikant Sander, als fein Stellvertreter Gen. Scholz, als Beisitzer Kechnungsrot Mehle und als Schriftführer Bureaudireklor Maerker. Uuler Geschäftlichem machle sodann Oberbürgermeister Kaiser von einem Schreiben deS Regierimgspräsideiiteu über dgS angeb- lich« Verbot der Neuköllner Ttenlschrift Mitteilung. Der Regicrultgs- Präsident erklärt darin: Ein Verbot zur Berbreituug der Denkschrift ist nach keiner Richtung und in keiner der beteiligten Stellen ausgesprochen worden; von einer MiUeilung der Denkschrift an die Stadivcrordneten ist nicht einmal abgeraten worden, noch viel weniger ist eine solche verboten worden: als Grund tiner Beanstandung der Denkschrift ist von keiner Seite angegeben worden, daß sie, wie es im„Berliner Tageblatt' hieß, eine Kritik der übergsordneten Behörden enthalte. Dieses Schreiben des Regierungspräsidenten veranlaßte Genossen Groger zu folgender Eiktärnng: »Rachoein sowohl von dem Herrn RcstierimgsprÄsidenten wie auch in der Pressekonferenz am Montag, den 17 Dezember 1017, vom Vertreter dös Ääi egscrnä ftruugSqn'.rs behauptet wvrden ist, daß dem Magistrat von Neukölln die Veröffentlichung nur ab- geraten worden sei, stelle ich folgenden Sachverhalt fest: In de!» Anschreiben an de« Präsidenten d«s Krieg scr näh- rnngsamtos, du» der Denkschrift beigefügt ist, lvirb die Absickst bekundet, diese Denkschrift auch den Mitgliedern des ErnährungS- deirats sowie den Vorständen der Fraktionen des Reichs- und Landtages zu übermitteln. Während die Vertreter Neuköllns ticii dem Staatssekretär in vlegenwart dtö Leiters der staatlichen BerteilungKstelle, Herrn Gcheimra! Hagedorn, dem Komwunal«fvr«chon des Mintfternmis des Jmiarn, Heer» v. Gimrn und deni Regievunflspräsidenten verhandelt«!» las Gr- heimrat Hagedorn die ominche Stelle des Anschreiben», auf die er Herrn v. Einern auftnerksam machte. He« v. Einsrn nahm sofort das Wort, zitierte diese Stell« und machte den Oberbürger- meistcr aus eine Berfügun« dos Ministers des Jnmera aufmcrk fam, wonach e» den mitargeordneten Behörden n i ck t g e st a t t c t sei, Maßnahmen der übergeordneten zu krmsiscen. Die Denkschrift enthalte aber eil« solche Kritik. Tie dürfe ou? keinkil Fall veröffentlicht werden. Hierauf ergriff dumi der Staats- sekrstär dos Wort und sagte: Ich höre eben, daß beabsichtigt ist, . isiese Denkschrift auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Das darf aus keinen Fall geschehen. DoS würde -inr einen grvhcri Skandal geben. lUns zu dem neben ihm fitzen- d.-n R�ftirituichpräsidentelt gewandt):„Herr RegierwugSpräsident, veranlassen Sie das Weitere." Tor Regierungsvräsident Hai offenbar dann auch das W-ft- lere veranlaßt. Der Herr Oberbürgermeister mußte als n n t erst e l I t er K o m m n v a l b e a v: t e r die kategorische Erklärung seitens des Etaatsserreiärk und des BerfteterS des Ministers deS Jonern:„Die Keröfsentlicherng darf aus keine» Fall erfolgen", als Verbot betrachten. Tie Veröffentlichung der Tenlschrift ist dann auch unterblieben. Ten an der Konferenz ti ilnehmenden Stadtverordneten hat der Herr Staatssekretär dringend geraten, von der Er- örterung deS Inhalts der Denkschrift Abstand zu nehmen. Er bemerkte, daß die Behandlung dieser Angelegenheit in öffent- Itcher Sitzung nur einen unnötigen Skandal geben würde. Die rntteefenic««iadtvcrordneicn antworteicn gleicb. daß ein Be- s lf> l ii ß der Stadtverordnetenversammlung bvrlieac, den sie nicht ausheben könnten, und außerdem seien sie es der Bevölkc- rung sckuldia, für die nokvelwiste Aufklärung zu sorgen, da die Neuköllner S l a d'i v c r o r d n c t e n nicht länger w i l I e n s seien, a I s P r ri g r! k n a b c n f ü r d i e f a I- scheu Maßnahm, en der R e i chS b eh ö r d en den Buckel h i n u h a l t e n. Ich iibcrlasie cd nunmehr der Lcffentlichkeit, gu beurteilen, ob ein Verbot der Veröfsentlichutig der Denkschrift erfolgt ist oder nicht, hinzufügen möchte ich noch, daß die von der Stadt delegierten Teilnehmer der Konferenz bei nochmaliger Erörte- rung in doch Lebensinittelkmnin'.ssion dort die gleiche Auffassung irne ich verlrcten haben, drß die Beröffenilichung verboten sei." Nach dieser Erklärung wird es der Regierung schwer fallen, ihren Standpunkt aufrechtzuerhalten, daß sie die Veröffentlichung der Neuköllner Denkschrift nicht verboten habe. Neukölln. Kartoffelvcrsorgnng. Wie unS der Magistrat mitteilt. ist die Wintei Versorgung inii Kartoffeln nunniebr durchgeführt und abgeschlossen. Irgendwelche Beschwerden wegen d�r Güte und Menge der gelicierten Kartoffeln können auf leinen Fall mehr an- genommen werden. Diejenigen Einwohner, welche Vorratskarloffeln bestellt, aber durch irgendwelche Ilmstände bisher weder die Kar- toffeln noch Kartoffelkarten erhalten haben, werden nachträglich Kartoffelkarten ausgebändigt erhalten. Die bisher angebrachten Beschwerden wegen der Kartoffelbersorgung werden zurzeit vom Magistrat untersucht. Schöncberg. Lcbeiismittrl. Für jeden Einwohner werden 600 Gramm Dörrgemüsc, hin Lagerrauin zu sparen, als eiserner Bestand iiir die FrühjahrSmonate jetzt auf Abschnitt 80 der Nährmittelkarte verteilt. Die Anmeldnng sindet vom l2. bis 13. Januar statt. Gleichzeitig sind 260 Gramm Suppen auf Abschnitt 88 der Nähr« miitclkartc und Pfund Buchweizengrütze aus Abschnitt 33 der Nähimiitelkarte für Jugendliche anzumelden. Ausgegeben werden in der nächsten Woche l. Pfund Mar- melade auf Abschnitt 87 und 1li Pfund Sago auf Abschnitt 32 für Jugendliche. Vom l6. bis 19. Januar sindet eine allgem eine Karten- nuLgaba statr: hierbei erhalten die Kinder im 2. Lebensjahr noch eine zweite Bezugskarte iür Haicrnährmitiin. Kranke, ichn-angerc Frauen und stillende Mütter, denen ZuiotzlebenSinittcl für den Monat Februar bereuZ bewilligt sind, haben die Karten vom 21. bis 23. Januar abzuholen. � Weifiensce. Holzverkauf durch die Gemeinde. Auf dein Lager- platz am Jndustrieüabnhof wird von jetzt ab Holz in geschnittenem und ungeschnittenem Zustande in Vj, V? und ganzen Raummetern abgegeben. Der Preis stellt sich auf 50 M. für den Raummeter. Für das Schneiden des Holzes tritt pro«chniit und Staumiuetcr ein Zuschlag von 2 M. hinzu. Anträge auf Berücksichtigung bei der Verteilung sind beim LebcnSmittelamt, Berliner Allee 91, anzubringen._ Treptow. Lehcusttiittel. Außer den üblichen Rationen werden vericiit: 1I4 Pfd. Graupen oder Nudeln auf Abschnitt 107 der Lebens- miltclbezugskarte. 2 Pakete Leibnizteks iiir Kinder bis zu 2 Jahren ans Abschnitt A der Vollmilchkarte für Januar, 4 Viund Karotten ans Abschnitt 103 der Lebensmiltekbezugskarte, 1 Piund Rosenkohl ani Abschnitt 109 der Lebensmittelbezugskarte, 2 Pfund Kohlrüben auf Abschnitt 110 der Lebensmittelbezugskarre. J�ohonniLlhol. Grzcn die Herabsetzung der Bauklassen. Die Gemeindevcrtrcluug bcichäftigte sich in ihrer letzwn Sitzung mit dem Bestreben der Regierung, die Bauklaffen in den Vororten zugunsten einer weiträumigen Bebauung herabzufetzen, der sogenannten Herab- zon'ung. Dia Gcmeindeverireiung sprach sich dahin aus, daß dieses Bestreben im gegenwärtigen Zeitpunkt durchaus ringeeignet sei, der Kleinwohiiungsnot zu begegnen, weit dadurch die Herstellung kleiner Wohnungen verteuert und ein größerer Aufwand von Baustoffen erforderlich werden würde, der jetzi nicht zu beschaffen iei. Den Bestrebungen aus Herabzonung, durch die auch umsangreiche Gebiete in Johannisthal betroffen werden sollen, soll mit allem Nachdruck cntgegengewirll werden. Es wurde eine Entschließung in diesen! Sinne angenommen, die der Regiernnq übermittelt werden wird. Die Gemeiiideverlretung sprach sich ini Laute der Verhandlung auch gegen die Auffassung aus, als ob das Wohnen in mehrstöckigen Mictsbäuiern geinndheiisichädlich sei. Nicht die Mietshäuser an sich müßten nnler ollen Umständen beseitigt werden, sondern die engen Höie. Ferner beschloß die Gemeindeverlretnng den Ankaut eines günstig gelegenen Grundstücks zur Anlage eines BabnbosS für die von der Gemeinde geplante Straßenbahnlinie vom Bahnhof Johannisthal durch den Groß-Berliner Damm und die Flugplatz- straße. Diese Linie soll später zu einer Ringbahn um den Flugplatz Johannisthal ausgebaut werden. Grs8-Ss?Ziner partemachrichten. Wahlkreis Riedcrbarnim. Auf die am 13. d. MM, nachmittags 2 Uhr, im.VorwärtS'-Gebände, Eingang III 3. Etage stattfindende Generalversammlung wird mit dem Hinweis aufmerksam gemacht, daß die Versammlung, da abends um 6 Uhr der Saal geräumt sein muß, pünktlich eröffnet wird. Sieuköll». Zahlmorgen für Nachtarbeiter am Sonntag, den 13. Januar, vormittags 11 Uhr, bei Schittler, Weichselstr. 5. Ecke Donaustraße. Beiträge werden entgegengenommen. Genossen, die in der Woche verhindert waren, den ordentlichen Zahlabend zu besuchen, mögen von dieser Einrichtung Gebrauch machen. Sammellisten für den Verständigungsfrieden können die Bezirksführer jetzt ivieder beim Kassierer erhalten. JitSustne und tzanöel. Uubedingtc Meiftbegünstigiing. Der Hansabund versendet ein Rundschreiben, in dem er sich mit scharfer Pointe gegen den besonders von den Agrariern vertretenen Wunsch nach unbedingter Meistbegünstigung wendet: Tie Lebensbedürfnisse der deutschen Industrie und des deutschen Handels erfordern das Festhalten an dem Grundsatz der unbedingten, allgemeinen M e i st b e g n n st i- g u n g. Was verlangen denn Industrie und" Handel von unseren Handelsverträgen in bezog auf die fremden Staaten? Einmal gewiß eine möglichst günstige Stellung gegen- über jedem einzelnen der fremden Staaten, zweitens und vor allem aber auch die Gleichberechtigung mit alle« in dem fremden Staate Handel treibenden Angehörigen dritter Staaten. Das ist doch auch der Inhalt unseres Kampfes gegen den uns angedachtcn Wirtschaftskrieg, daß wir verlangen und im Frieden durchsetzen müssen, daß der deutsche Kanstnann in England, in Frankreich usw- nicht schlechter behandelt wird als der Kaufmann aus den Ländern der gegen uns verbündeten Staaten; geben wir den Grundsatz der allgemeinen, unbedingten Meistbegünstigung selb st Preis, dann drücken toir unseren Feinden die von ihnen gegen uns ersehnte Waste selbst in die Hand; behandeln wir die Angehörigen verschiedener Staaken verschieden, so können wir uns natürlich nicht darüber beklagen, wenn auch wir anders wie Fu-.u- zosen, Engländer usw. in den Ländern unserer heutigen Gegner be- handelt werden. Aber auch ganz abgesehen von der angenblicklichen Sachlage, nur die unbedingte, a l l g e>n c i n c M e i st b e g ü n st i« g u n g gibt dem deutschen Kaufmann die Möglichkeit, in seinen Beziehungen zu den mit uns durch Handeisverlräge verbundenen Staaten langfristig zu drSponirlen: denn nur sie a e w ä b i t i h in die Sicherbeit, während der ganzen Acr- t i a g s z e i: mit seinen Mitbewerbern aus d r 1 1- t e ii Staaten in g l e i ch c r Reihe zu stehen: der deutschen Gesamtwirtschast aber gibt die unbedingte all- gemeine Meistbegünstigung die Gewähr, daß während der VertragSzeir, weiche weiteren Handelsverträge mit dritten Staaten der andere.Staat auch abichltcßen möge, die deutschen Beziehungen zu dem anderen Staate dadurch gegenüber dem Zu- stände bei Beginn der Vertragszeit niemals verschlechtert, sondern nur für uns günstiger gestaltet werden können. Selbstverständlich gilt das alles nur, wenn auch die andere Vertragspartei die nu- bedingte allgeinsinc Meistbegünstigung bewilligt. Mus oiler Welt. Sturmschäden. Serlin, 11. Januar. Durch heftigen Sturm sind heute wieder umfangreiche Störungen in den F e r n le i t u n g sn der- ursacht worden. Besonders in Mitleidenschaft gezogen ist der Ver- kehr nach Hamburg, Königreich Sachsen und Südwesi-Deutschland. London, 11. Januar. Reuter meldet, daß sich in Rosehearty an der Küste van Aberdeenshirc ein ernstes Unglück ereignete. Während eines heftigen Sturmes wurde eine M i n c gegen den Hasendamm geworren, welche explodierte. Fünf Personen wurden sofort getötet, zwei erlagen später ihren Wunden. Zehn wurden nach Aberdeen gebracht.__ Pest in China. London, 10. Januar.(ReutermeldUng.) Zwischen Peking und Feügchcng, dem vorläufigen Endpunkte der Peking— Sniyäng- Eisenbahn, ist der ganze Post- und Güterverkehr eingestellt, da unter den Reisenden von Tatnngfu nach Feugcheng ein Veit- kranker entdeckt wurde. In einem Umkreise von wenigen Meilen von Feugcheng wurden zahlreiche P e st f ä l! e festgestellt. In Fenzchcng befinden sich viele pesiverdächtige Personen. Freireligiös Gemeinde. Morgen Sonntag, 13. Januar, vormittags S Ubr, Pappel-Allee 15/17; Neukölln, Ideal-Kasino, Weickselslr. 8; Ober» Schöneweide. Wikhelminenhofftr. 43, bei Olto Pamp.»Freireligiöse Vor- lesung". 10ßz Uhr, Kleine Frankfurter Str. 6, Vortrag von Herrn Dr. C.Schmidt: Voltaire. Gäste ivillkommcn.— Mittwoch, den 16. Januar, abends L Uhr, bei TMlte, Sebastlanstr. 39: Mitgliederversammlung. Mitgliedskarte ist vorzuzeigen. Ardeiter- Tamaritcrbund. Kolonne Grotz-Aerlin. Montag, de» 14. Januar, abends 8'/, Uhr, in Schulz' Vereinshaus. Königsgraben 2: Bor tra g. Nach dem Bortrag praktische Verbandübuugen. Gäste haben cminaligcn freien Zutritt. Allgemeine Familiensterbekaise. Morgen Sonntag, den t3. Januar: Zahl- und Ausnahmetag von 3— 0 Uhr im Restaurant Gcrichistraße 12s 13. JKetteranSiictite« kür das niittlcr? Norvdenticiiland d!S Tonntag mittag. Vielfach heiter, aber sehr veränderlich, mit wiederholten, meist geringen Niederschlägen; Temperaturen um den Gesrierpunlt schwaniend. - fferbänck Sc? Lemeinäe- und StstZtt-zrdeitel'. Fiiiala GroB-Earlia. Ten Mitgliedern geben � I wir hiermit Nachricht vom \ Tode dcS Kollegen MM MW ! von der Berliner Parlvcr» f waltung. Beerdigung am Sonn-! labend, den 12. Januar,! ! nachmittags 2 Uhr, von der! Leichenhalle des Kalholiicheti i Friedhofes, Reinickendorf,> s Humboldt-Str. 71, aus. Ehre seinem Andenken! Um rege Beteiligung bei\ | der Bestattung des Kollegen s s ersuch! 189/10 j Die Orlsverwaltung. inänner-Getangverdn Copbeerßranz 1879. Dcu Mitgliedern die trau« i jriac Nachricht, daß unser j lieber Sangesbruder {UermaoQ Stephan 1 am 9. Januar verstorben ist. Die Beerdigung sindet am 1 Sonnabend, den 12. Januar, k j nachmittags 4 Uhr, ani dem I ! Bartholomäus- Kirchhof in> z Weißensee. Fallenbergcr! s Chaussee, statt. 13l6b Stumm schläft der Sänger. Um rege Beteiligung bittet � Der Vorstand. I f! Bencker, 1. Vorsitzender. 2:cii(ra!«Kranälen- und SteröckasSe der titdjler hamduea. Ortsverwaltung Berlin S. Am Millwoch, den 9. Ja- jnuar 1918, verstarb unser 1 Kassierer, der Einseber Äütisim mi I Ehre seinem Andenke» k Die Beerdigung sindet I h c n t e Sonnabend. den 1:2. Januar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle I des SegenS-Kirckhoics in fWeitzeniee, Gustav-Adoli- Straße, aus statt. 184/3 l Mo llrtsvervcattung Berlin S. Großes Lager in Alaska- lüchsen v. 60.— an. Pclzhüte zu sehr billigen Prericn. Kinder- garniturcn.«stsulr-U. Neukölln. Mainzer Straße 1, I,* !(OrlöliraukrnhaiTf | der Kuchbiuder«. oer- wandter Gkiverbe;g Sellin. E i u l a d» u g zu der am Donnerstag, den Ä4. Januar ISItj. abds.B UHr. im Gewrrkschaftshaiis.Eugel« ujer 1ö, Saal 3, stattfindenden ASeMMtliNea Mi-Silii Tagesordnung: 1. Satzungsänderung laut Be- schliiß des Bundesrais vom 22. November 1917(KA 18, 20..30 und 47). 2. Verschiedenes. 299/12 PünktltcheS Erscheinen erwartet Ter Vorstand. K. Gottcsmanu, Vorsitzender. Fr. tteese, Schrislsührer. �ZllZZWiZiiLst-NLj'IöÜNlNlS _ Ksr-ün-SSopdon Fnrb&n DCÜtAiiUUÜitnai.a�ll'eSiljri.t 3 (J* flsäsoh- ii. llfursti». � [GelscliiaBiisgeBtr.lSW Kolonlvlwni'sn S| SaegeMii Streützac Str. 57 1 IVidäelmac�ztno � Beinlckittd(»rfrst.97( • Tischiermoister| Bezoosqyeiienusrzsi&hRis tSepHn-Csten 5-jr. Ruttep, Eier, KSso 3» PJJfeM.HFiiialsiil •ncTz Hlehilianiiluna a iJoüJM _ Photagranh. Ateilsi-s gawt8tti!;?"ri'.i,"s i ojct: Sfaronhäuoep__ WtnBhaUiüäz FieiBi&iojM |i|Ait-Stralag U«Vorw-Le». erh. 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Das gähnende Ricsenmaul der Bahnhofshalle ist längst nicdergellappt und hat die flatternden Tücher,. die mir letzte Wünsche zugriifzten, verschlungen. Langsam bröckelt die Heimat von mir ab. Mit 70 Kilometer Stundengeschwindigkeit rase ich durch immer fremder iverdendes Land zu ineinen Kanonen. Unbekannter klingen die Ortsnamen, die das gleichgültige Auge von grofzen b«nallen Brettern abliest und die Zunge leise nachspricht.— Erstes Dunkeln mummt sich nun über da? Leben. Die letzten Zivilisten verlassen ineinen Wagen. Wir passieren bald die Grenze. Die Schleier, die sich über die Erde werken, werden schwärzer iind schwärzer. Wir fahren nun in den Abend hinein.— Da werde ich wieder im Dunkel hocken und nicht lesen und nichts mehr sehen können und nur sinnen und denken dürfen z denn ivir befinden uns schon im Operationsgebiet. Dort müssen die Lichter verlöscht sein. Es ist nun ganz spät am Abend. Bon draufien klirrt ein fran- zöfiicker Ortsname an die Wagenscheibe. Ich erkenne ihn schon am Rhythmus als mein Stichwort Umsteigen!— Drei volle, langweilige einsame Stunden hier warten müssen I Ich bolpere durch die finstere Bahusperre. Taste nach der Klinke einer Worteraumtür. Drücke sie meder. Ein Lichiblitz springt in die Düsternis. Wird schmaler und ist nun wieder verschwunden.— Ich stehe in einem wenig erhellten Raum. Muh nun in dem drei Stunden vertrödeln. Schnalle meinen Mantel und meine Zeltplane vom Tor- iiister. falte beide zu eincin Kisten und schmeiße mich dann längs- liligs auf eine Harle Holzbank. Ein Bahnbeainier guckt einmal rein zu mir. Ein alter ifranzose bietet Zigaretten feil. Eine Handvoll Urlauber reißt plötzlich die Tür aus, poltert lachend herein. Einer haut die Faust schwer auf den großen Mitteltisch:.Kinder! Kinder! Hat das tvicder mal ge- klappt! Vierzehn Tage hat der Alle rmisgernckl! Werben die aber zu Haus gucke»!" Mir scheinen sie alle so srcmd. Der Bahnbeamte und der Franzose und die Urlauber.— So ganz, ganz, ganz fremd. So ganz, ganz ollein fühle ich mich plötzlich. Bald tausend Kilometer Schienenstrang dehnt sich zwischen denen zu Haus und tnir. Und hier, hier: Gleichgültigkeit oder Lachen und Freude. Ich aber trage noch die irischen Erinnerungen ein paar seliger Urlaubstage und werde nun in drei Stunden langsam und schwer vor das Antlitz des Todes gestampft, in eine endlose Folge stumpfsinniger, gräßlicher Tage hinein. So ganz enlietzlich verlassen und vereinsamt fühle ich mich in diesem unheimlichen Raum mit seiner matten Funsel und seinen fremden Fratzen und der Finsternis da draußen und der Ungewißheit meiner Zukunft. Da kommt ein blitzsauberes, blutsunges Franzosenmädel in daS Warlezimmer. Hält einen Aufwischlumpeu in der Hand und llarscht den Siaub von den Bänken. Ihr Auge guckr ganz traurig drein— als sei ihr ein großes Leid geschehen. Ich schau sie lange an. blicke ihr ins Gesicht, sehe, wie sie gepreßt und geschnürt ist und weiß dann: sie trägt ein Kind unterm Herzen, ihr erstes Kind. Eben begegnen sich unsere Blicke. Eine Sekunde lang blickt Auge in Auge. Dann wendet sie die Augen ab. Nicht verkchämt, aber so ganz gcängstct und unruhvoll flattern sie durch den Raum. Die Ahnung eines großen Wehs, das sie zu leiden haben wird, schläft in ihr. Da iüble ich mich ihr so verwandt. Und weiß doch gar nichts von ihr. Irgendeine ist sie. Irgend— irgendeine. Draußen winselt eine Lokoniolive einen Pfiff an den verhängten Himmel. Die Urlauber hncken die Tornister wieder auf und stapfen in die Rächt.— Wir sind mm ganz allein. Monoton paliwl ihr Lappen auf die schmucklosen Bänke. Keiner spricht ein Wort. Keiner würde vom andern auch nur em Wort verstehen. Und doch fließt ein keimlicher Snom von ihr zu mir. Wir ge- hören jetzt zusammen. Später— später— wird keiner vom andern. mehr wissen, wissen wollen. Aber eben stchl uns beiden ein größtes Erdenlcid bevor: Leben gebären— und Leben vernichten! Und die Schmerzrcichen sieben sich so nahe! Und das Leid preßt enger aneinander die Gemeinschaft des Blutes oder des Baterlandes oder des Geistes! So ganz, ganz nahe stehen wir uns eben, liebes Mädel! Nicht wahr? So ganz, ganz nahe! Draußen flutet das Leben der Fremden dahin. Das Leben zwischen den Polen: Geburt und Tod. Mir ist. a!S wären alle Erdeinnenschen diesem kleinen Räume mit der düsteren Funsel und den abgeblendeten Fenstern entquollen und als münde. alles Leben wieder in ihn cm, aiS sei er aller Vaterhaus und ewige Heimo:. Das Geheimnis öer Gstermsd. Als im Fahre 1722 Roggevcen im östlichen Teile des Stillen Ozeans die einsame Osterinsel eindeckte, da saud er auf dem dreieckigen, kaum tt7 Ouadratkilomeier großen Eilande eine große An- zahl geheimnisvoller Steinlolosse, deren Sockel auf Terrassen längs des Mecrcssirandes ausgerichtet waren. Der Vulkan an der Nord- spitze der Insel, der Itiö Meter hohe Rabo Rarakn oder Berg der Siatuen. bildete offenbar den Steinbruch für die 3 bis li Meter hoben mcgalithische» Denkmäler, denn in seiner Nähe sand der Ent- dccker etwa 150 dieser Statuen in allen Graden der Bearbeitung und Vollendung. Jetzt steht keiner dieser Zeugen grauer Vorzeit mehr; die letzte Statue scheint gegen 1833 van ihrem Sockel gestürzt worden zu sein. Die Osterinsel liegt noch genau so ahseits vom Verkehr, wie zur Zeit ihrer Entdeckung. Keine Dampferlinie berührt sie, nur einmal im Fahre kommt von Ebile, das 1888 die Insel in Besitz nabm, ein Schoner zu ihr hinüber. Von den wiffenschafllicheii Expeditionen. die sich da? geheimnisvolle Eiland als Forschungsgebiet ersehen batten, war die neuests die von Scoresby Routledge und seiner Gattin, deren Reise sich bis 1910 ausdehnte. Wie die «AnnaleS de Geographie" mitteilten, bielt sich dieses Forscherpaar nicht weniger als 10 Monate auf der Insel aus, um dort an den noch verbliebenen 230 Einwohnern ethnographische. Stndisn zu machen. Während seines Aufcnlhallcs legten, lvic auch sonst wohl, manchmal Kriegsschiffe dort an, so auch' da? Geschwader des Ad- »uralS v. Spee und später der Kreuzer Eitel-Fiiedrich. Außer dem Rano Raraku, dem Berge der Stnlucn, besitzt die Insel noch zwei Vulkane an ihren anderen beiden Ecken: im Süd- Westen den 318 Meter hohen R-mo Kao. den heiligen Berg der Eingeborenen, und nn Norden die höchste Erhebung mit 300 Metern. Fm übrigen bildet die Jnicl eine Ebene von 15 bis 30 Metern Höbe, die durchweg mir Kräutern bestanden ist. Die spärlichen Sträucher. die früher vorhanden waren, sind dem Vieh zum Op'cr gefallen, das eine chilenische Gesellschaft ans der Insel weiden läßt. Den Biehhiricu ist nichts heilig; gedankenlos vernichten sie Kolosse und zyklopische Terrassen, wenn sie Material zur Einfriedigung ihrer Weideplätze brauchen. Der vielfach von Gelehrten ausgesprochenen Ansicht, die Be- arbeiinng jedes der Kolosse habe bei den primitiven Obsidianwerk- zeugen lange Zeit in Anspruch nehmen müssen, tritt Mrs. Routledge entgegen. Da das Gestein ein weicher, leicht zu bearbeitender Tuff war irnd nach den unvollendeten unvollständigen Stücken stets mehrere Arbeiter zugleich am Werk waren, schätz: sie die HersiellungS- zeit auf kaum mehr als 11 Tage. Man kann sich nicht leicht vor- stellen, aus tvelche Weise die Kolosse von dem Steinbruch au ihren Standort befördert worden sind. ES ist aber jetzt gelungen, fest- zustellen, daß für die Beförderung eigene Straßen angelegt waren, von denen man noch eiiiige, wenn auch fast verwischte Spuren ge- funden hat. Ebenso interessant wie die steinernen Denkmäler der Vorzeit er- wiesen sich die Uebcrl>«ser«ngen. die aus einen alten, fast in Ver- gessenheit gefallenen Kultus schließen lassen. GegenTand der göU- licken Verebrnng war ein Vogel, der alljähilich im F'.iikjahr sich die Insel zum Brulplatz anSersah. Wer da? eiste Ei sand. erwarb dadurch eine Art Heiligkeit für seine Perion. verschiedene Vorrechte und Tabus. Es ivird sogar vermutet, daß die Siatuen solche Vogel- beiligen darstellten. Auf diesen Vogelkultus weisen ferner riesige, aus Fels gravierte BUdeL von Menschen mit Vogcliöpsen bui, von denen man auf der Insel III Stück fand. Wahrscheinlich beruhte die gö'.tliche Verehrung jeneS Vogels auf einer gewissen Dankbarkeit dafür, daß er der Insel durch seine Eier zu Nahrung verhals. Man fand auch noch Holzstatuen, die einer etwas neueren Zeil angehören. In einer Diskussion der Royal Geogr. See. vertrat ForbeS die Zlnsicht, die Kultur der Oslerinscl stehe im Zusammenhang mit der Urz vililation von Peru, vor der Zeit der JnkaS, weil auch dort zyklopische Terrassen, und zwar in großer Zahl vorhanden sind, niiiiels deren die Ureinwohner den schluchtartigen Bcrgabhängen ihre bängenden Gärten und Felder abgewannen. Nach Ansicht der anderen Gelehrten, wie Thomson und Holvorth, weist aber die Kultur der Osterinsel nach Westen. Denn ans Tabiti und den SaloinonSinseln hat man Holzstatiien von ähnlichem Typ, auch Vogelfigiircn, gefunden. ebenso bei den Batlas in Jnnersumalra. Man nimmt da- her an, daß die Urbevölkerung bei den großen Malaicnwandc- rungen auf die Insel gelangt sei, oder daß fuiber dort ein größeres Festland bestanden habe, das durch vullaniiche Ereignisse zerstört tvorden sei. Aber alle an der Diskussion teilnehmenden Gc-■ lehrten waren sich darüber einig, daß die gegenwärtigen Em- geborenen, ein Mischvolk aus dunkleren und helleren Elementen, mit der Urbevölkerung nichts mehr zu schaffen hat. O—r. Lessing-Thsater:!. CeU. T er Neueinstudierung des ersten Teils- der S t r i n d b e r c scheu Damaskus-Dichtung, der vor ein paar Fahren mit Kahßler tu der Hauplrolle bei Barnowsky zum erstenmal auf einer deui scheu Bühne erschien, soll noch in diesem Spieljahr die Aufführung der beiden anderen Teile des eigenartigen Werke? folgen. Der Dichter schuf eS am Ende der neriuziger Fayre. nach sencr Periode, als»nier den Nachwirkungen einer unglücklichen Ehe sein Brrfslgungswohn hervorbrach und die Freunde fürchteten, er werde«:? der Welt verworrener Einbildungen nie mehr die Rückkehr zum produktiven Schaffen finden. Die Kühnheit: die zerrissenen, in ciuein unbestimmten Mittelreich von Traum und Wirklichkeit vorüber- lmschendeit Szenen, denen die Phantasie des Lesers kaum zu folgen vermag, im Spiegel der Bühne. den Sinnen leibhast vorzuführen, war von Erfolg gekrönt. Eine in. die Stimmung dc-Z Ganzen sich tief einfühlende Regie- und Schauspielkunst brachte die Wirkrrngsmöglichke.iten, die da? Siück enthielt, zum Klingen. Schlössen sich auch die Szenen bei der sprin- genden Willkür der Erfindung nicht zu einem vollen Grundakkord zusammen, so tauchten im dunkel flutenden Strome doch eine Reihe scharf umrisiencr. Zuschauer und Hörer in einen Bann des inneren MiterlebenS hineinziehender Bilder auf. Das Werk hat so aus viele Tauseudo gewirkt. Mit dem hohen rmd weiien Phantasieflug, den Slriudbergs Pessimismus in ieinern bald daraus enistaudenen .Traumspiel", diesem Weltgemälde menschlichen Leidens, nahm, kann sich„Nach Damaskus", dieser dramaiisicrie Monolog der Selbstanklage und der Reue, der, abgewandt vom Typt- scheu, wesentlich pathologischen Rrtcharakter trügt, freilich nicht vergleichen. Dort wird die Dichtung zu einem Do- kimrent der allgemeinen Tragik menschlicher Natur; hier gibt sie wesentlich nur Zeugnis von ihres Schöpfers eigener Zerrissenheit. Die Sinnesänderung, die dem Verzweifellen ans seinem wunder- lichen Wege kommen soll, hat wenig menschlich Ueberzengendes, und wird gelegentlich ditrcki die Verqu'ckung mit Trivialstem, ein Zug. der ähnlich sich bei Slrindberg öfter wiederholt— arg enlsiellt. Von seiner Leidensioanderung zurückgekehrt an den Pariser Platz, wo wir den„Unbekannten" in der ersten Szene sahen, findet er den erscbnten Geldbrief des Verlegers, dessen Ausbleiben ibu tu so gewaltig blasphemischen Zorn versetzte, ans dem Postami. Der liebe Gott scheint dadurch rehabilitiert, und der Veeiöhnte und Besckämle läßt sich von seiner Freundin nach einigem Widerstreben m die Kirche ziehen. Theodor L o o S, der jetzt an Stelle Kayßlers den Helden gibt, löste die Aufgabe in dem durch seine persönliche Eigenart gezogenen Rahmen vortrefflich. Besitzt er nicht die knorrige, eiementare. zurück- gedrängre Kraft, die in dem Spiele KayßlerS doch hinter allen De- pleiffonen hervorleuchtete, so stimmte seine zitternd nervöse Empiäng- lichkeit für jedes Schmerzgefühl, die dmrkelweiche Leidensfäibung des Organs, die schlanl vergeistigte Gestalt, ein Bild des ruhelos Umhergetriebenen, inil sich und aller Welt Zersallenen darum nicht weniger gut. Dieser mehr küniilerisch feminine Tstpus der Figur bat in dem Stücke ebenso sein Recht wie KayßlerS düstere Männlichkeit. Die.Mutter" der Jlla G r ü n i n g und die sympathiiche Gesähriin des Fräulein Lina Lossen sind au? der Erstauffülirung noch ni Ecinucrung. Unter der Neubesetzung der kleinen öiollcn interessierte vor allem Kurt Götz aiS Bettler und Dvppel-Fch de? !„Unbekannten". Es gelang ihm, bei markantester CSaratteristi? uigleich den Ton des Traumhaften überraschend glücklich scstzuhallen,. _<31. Notizen. •— Konzertchronik. Fm B l ü t h n er- S a a l findet Sonntag, abends 8>/z Uhr, ein Kammermufikabend des Llüihircr- orchesters statt. — B o r l e s n n g e n. Dr. M. H. Baege beginn i am Montag. den 14. Januar, in der Huinboldtakademie lGcorgenstr. 30/31) je eine Vortragsreihe: 1. Das Seelenleben des Kindes. 2. Liebe, Ehe und Familie im Wandel der Zeile». — Die Arbeitcr-Hochschitle veranstaltet im Januar bis März wieder eine Reihe von Vorlesungen: Führungen in Volks- lilid Unterhaltungkabenden. Hörelversammlung Sonnabend 8 Uhr C, Niederwallstr. 12. Dr. Nocber spricht über:„Der Wert der Bildung", Gustav Müller über:„Ziele und Ausgaben deS Vereins". Vorlesungsverzeichnisse und Karren Neue Friedrichstr. 53/56 II, Zimmer 88. 10] Töchter öer tzekuba. Ein Roman aus unserer Zeit von Clara Viebig. Sie warf einen scheuen Blick um sich. Das Zimmer war groß, in seiner Tiefe hinter den breiten aeschnitzten Schränken lauerten Schatten. Jeden Abend leuchtete sie die Winkel ab: da konnte sich gut jemand verstecken. Und wenn einer in die große Linde im Vorgarten kletterte und auf dem breiten Ast. der sich bis zum Balkon streckte, weiter rutschte, war es ein Leichtes, sich ins Zimmer zu schwingen. Früher war ihr nie ein Gedanke der Furcht gekommen, da schlief ihr Mann neben ihr, jetzt fuhr sie zusammen bei einem Knacken in den Möbeln und wagte es nicht niehr, wie sie gewohnt war, nachts ein Fenster offen zu lassen. Die Läden mußten fest geschlossen werden. Und dann lag sie doch noch stundenlang mit weiten Augen, die Arme hinterm Äopf verschränkt, und wachte. Gab es hier noch viele Frauen, denen es so ging wie ihr? Hedwig Bertholdi hatte sick bis dahin nicht um andere gekümmert, sie war ganz ausgefüllt gewesen, nun mußte sie an die Krüger denken und an deren Sohn: wie mochte es wohl mit dem geworden sein? Ihr Mann hatte, ehe er fortging, deswegen noch an das Genfer Rote Kreuz ge- schrieben. Ob die Krüger nun endlich etwas erfahren hatte? Sie ließ sich gar nicht sehen. Ihr ländlicher Garten lag still, man sah jetzt nur zuweilen eine Dame darin wandeln in den Abendstunden. Das war die Tochter von Exzellenz von Voigt, die.Jtaljänerin', wie ihr Mädchen sagte. Sie ging eigentlich nicht durch den Garten, sie schlich nur. Es war sehr still drüben. Das Krügerschc Haus war kein moderner und auch weiter kein geschmackvoller Bau; noch ein Haus aus alter dörflicher Zeit. Vor fünfzig Jahren mochte es wohl als etwas Besseres gegolten haben. Es war niedrig, langgestreckt, und durch den dichten Efeu, der es umrahmte, ein wenig düster. Aber die kleinen blankgeputzten Fenster, die mit hcllgestrichenen Läden ans dem fast schwarzen Eseit heraussahen, gaben ihm etwas Sauberes. Der pausbäckige Junge, der früher, als der alte Krüger noch lebte, im Buschwerk des Vorgärtchens Sonntags einen Wasserstrahl geblasen hatte, saß jetzt aus dem Trockenen, aber er erinnerte an bessere Zeiten. Daß Lili den Einfall haben konnte, sich diese Wohnung zu mieten! Frau von Voigt war verletzt, daß die Tochter nicht auf die Dauer bei den Eltern wohnen bleiben wollte. Es war so viel Platz in der Villa, und wenn ihr Mann wieder im Felde war, war sie ganz allein; es tvar nnnatür- lieh, daß jede von ihnen eine eigene Wohnung hatte. Die Tochter hätte sich nicht zu fürchten brauchen, sie ivürdc sie in keiner Weise bevorniunden. Doch sie hütete sich, einen Ein- wund lairt werden zu lassen. Es war vielleicht auch klüger, Lili sich einmal ganz selber zu über- lassen. Die Liebe der Mutter fühlte den Zwiespalt in der Seele der Tochter. War die nicht schlimmer daran als all die Frauen hier, die den Mann draußen hatten? War nicht sogar das arme Weib, die Reinemachfran, besser daran? Beiin Fensterplitzen von Frau Rossis neuer Wohnung hörte man die Dombrowski lustig singen. Sie trällerte den neuesten Gassenhauer so laut, daß die Leute, die vorbei- gingen, Anstoß daran nahmen und die Krüger unten aus ihrem Fenster den Kopf steckte:„Sci'n Sie doch stille!" Frau von Voigt hatte eigentlich schon die Absicht gehabt. die Dombroivski nicht mehr zu nehmen— die ließ in der letzten Zeit nach in der Arbeit— aber sie konnte es rinn doch nicht übers Herz bringen. War es nicht gut, daß diese arme Frau, die sich mit ihren Kindern kümmerlich genug durchdringen mußte, der der Mann jeden Tag totgeschossen werden oder als Krüppel heimkommen konnte, sich die Heiterkeit der Seele bewahrt hatte? Und war es ein Wunder, daß das Weib der täglichen Arbeit nicht auch einmal überdrüssig wurde— Ivnrde man denn nicht selber auch müde? Oh- ja! Nun ging der Sommer schier zu Ende, der Herbst be- gann; wie reif schon die Aepfel wurden unten ini Garten der Witwe Krüger! Bald fing der zweite Kriegswinter an. Und noch immer kein Ende. Würde der Krieg denn ewig dauern?! Frau von Voigt fand nicht den Mut, ihren Mann auszufragen. Ihre Bekannten drängten immer:„Was sagt Ihr Mann? Der weiß doch gewiß Näheres. Erzählen Sie doch. waS sagt der General?" Der sagte gar nichts. Er zuckte nur die Achseln und machte eine Gebärde wie: wer iveiß. „Wenn Du etwas Abgelegtes hast, gib es doch der Dom- browski," sagte Frau von Voigt zu ihrer Tochter.„Sic hat ein kleines Mädchen, für das kann sie etwas daraus nähen." Und Lili, die bei der Uebersicdlung in die neue Wohnung in ihren Koffern kramte, gab. Sie hatte eine völlige Gleich- gültigkcit gegen ihre Sachen, sie wußte es»licht mehr, daß sie früher viel Wert darauf gelegt hatte, sich schön zu kleiden. Ein zartes weißes Kleid, in dem sie ihr Mann besonders gern gesehen hatte, zerrte sie ans dem Koffer. Sie schleuderte cS von sich, als verbrenne das duslige Gewebe ihr die Finger. Ein wütender Schmerz durchzuckte sie: nie mehr, nie mehr würden seine Arme sich um dieses Kleid legen. Hier— hier hatte seine Hand oft geruht, war zärtlich die Falten auf und ab geglitten. Ach. in diesem Kleid, in diesem Kleid! Nie war er entzückter über ihre Schönheit gewesen. Sie schloß wie träumend die Augen. All die glücklichen Stunden, die sie in diesem Kleide verlebt hatte, pochten bei ihr an. Felsensicher hatte sie ihr Glück gewähnt, dauernd bis zum Tode— sie zuckte zusammen. Mit starren Augen sah sie in eine Ecke, ihre Lippen erblaßten: oh, warum mußte sie jetzt so oft an den Tod denken, an seinen Tod? Er mar dem Tod nahe, täglich, stündlich, jede Minute. Der Tod lauerte ihm ans hinter den FelsenriPPcn der Berge, und wenn er lein Geschoß auf ihn abschnellte, so stürzte er ihn vielleicht hinunter in furchtbare Schründe. „Mein Gott, mein Gott!" Sie stöhnte auf. Es war auf einmal nichts mehr von dem da, waS sich trennend zwischen ihm und ihr aufgetürmt hatte. Was galt ihr noch Deutschland. Vaterland, Vaterhaus? Er mar ihr Mann, der U»nn, den sie liebte, und er war in Gefahr. In der Ängst um lein Leben vergaß sie den Zwiespalt, in dem sich ihre Seele quälte. Die junge Frau verschenkte das weiße Kleid, sie mochte eS nicht mehr unter ihren Sachen wissen; anziehen würde sie es ja doch nie mehr, dachte sie in ihrer Plötzlichen Hoffnungs- losigkeit. Aber die Dombrowski dachte gar nicht daran, ihrer Kleinen ein Kleidchen daraus zu nähen.„Viel zu schade for daS Mädel." Sie ersuchte Fräulein Hieselhahn, es für sie weiter zu machen.„Aber uich. zu Pille, ja nich zu villc!" Sic wollte gern schlank sein. Gertrud war förmlich erschrocken; was fiel denn der Dombroivski ein? In dem Kleid konnte sie doch nicht ans- gehen, selbst Sonntags nicht. „I warum denn nich?" Die Frau war beleidigt.„Sie denken wohl auch, wenn eine nich ,vow is, darf se nich hübsch sein? Na, das wer' ich Ihnen aber mal beweisen." llird sie zog den Leib ein und preßte mit beiden Händen ihre starken Hüften herunter.„Los! Probieren Sc mal an, probieren Sc mal an. Ich sag Ihnen, wie svr mir gemacht I" Eortj. folgt.) Nedsls Zseliiia�eii: •■ WftfVSli�ltC LsiVUÄiU�ll f�choii 16i Januar und 16. Februar Rsts-Kföiiz-Loüsria' Lö{?£i1e föf d8u!sof!8 m SülÄkindsf Q ewinnplnn wie bei d. Kreuz-Lotterie und WIM IWD-�-ZTW HrSmer'o Original Siibviaseh S£T «o alkoholSrcä Liier M. 2 .iO Bekanntmachung. Noch den mit dm Magistraten von Berlin, Bcrlin-Zchöne- i 5erg»nd Reukölln, sowie mit den Gcmeindeuorständcn von \ Äcrlin-Nicdcrichönhan' Berlin-Tempeidof, Bnaolo, Groß- \ Ziethen, Kiein-Maihi— w, Achtenrade, Nikolassee, Rofcntba!, ! Lindow, Selchow, Stahnsdorf und Waginannsdors geirosienen ! Abkommen deträgt in diesen Orten der Preis des Maies von . dem Tage ab, an dem im Monat Dezember 1917 die Gasmesser- stände von unseren Beamten ausgenommen worden sind, ein- schitchtich Koblensteuer 29 Ps, sür das Kubikmeter; nach den mit der Königlichen Kommission zur Austeilung der Domäne Dablem lind der Königlichen Regierung in Potsdam getroffenen Äb- «ovi-lelnlos« iirlt SO IPpoa. Kahlbar. 1 Jlote-Kreuz-Lose 3.50 M.| Soldatenlose.. 8.30 M. Porto u. List« 45 Pf. mehr\ Porto u. Liste 45 Pf. jnelir. 1 Teil Punschextrakt, 2 Teile siedendes Wasser ergeben einen köstlichen nüScii l?i»iiBCh. Kein Zucker erforderlich. Die Extrakte sind untfr Verwendung von Wein hergestellt. Das beste Gotrlink in jedem Haushalt Ein Glas Punsch stellt. aich auf ca. 5 Pf.— Ks wird hiiiL geboten, mögl. Pias eben oder Gefäße zum Füllen mitzubringen. Magenbitter-> LiisSr Ffeff ers«is?z-» Lik6r a I tc o tr o! a i- m iOO II»V X'iitÖüiiO Ott. I4 XJiVOi— m., llilS iliS8§£$* 1 1 Berlin H. 24, llsgMLübUgKs Stf. 6i Sellin, den 2. Januar 1918. iBipsml Cantinenlil Gas ÄssQelaüon _ Stadtrat Max Cassirar. Ligoitiator. I¥ 1 sa t© Warm rcküm:Jumi,f fortigen Sie sich aus alten Lappen und flicken selbst an. üenaue Anleitung mit Schnittmuster, für Frauen und Kinder in II verschiedenen Größen sowie Mäunersocken, in allen durch Piakate kenntlichen -- Oeschätten zu haben...■----- Anfr. v. Wiederv. an Stadtvertreter Kurzer, Kiseaoohfcr Straße 84. 180/2* i' stpllmpf© ' Mg Berlin 2i, Bredowstraße y. Auch in unseren Lsdongeschäfien; KCnlgstraße 5? WallBtraße I Keko Spandauer Straße Kosemthalcp(Str. 71 am Rosenthaler Tor am ßpittelmarkt Sit am Wedding. 2. Verkaufsstelle: SSelnicliendorfcr Straße lOO. 3, Verkaufsstelle: Atulireanrttraiie 78, 4. Verkaufsstelle: Keukülin, llerlluer Straße 76. Versand nach anßerhaib in Korbflaschen von 3, 10 und 25 Liter FW 1 Es ist der Konlcurrenz gelungen, meine Inserate genau nachzuahmen, Xabarett Tivoli J. F. Rauch (nvaiidenstMC4, rriBrinchstr.il la iamaika Rum-Verschn. Fl. 27 la Cognac-Vorschnitt.. Fl. 2T Feinster Obstschaumwein, wundervoll. Qunlit. Fl. 5.E0 Lukretia Damen-Likör VzFl. 6 75 tiilder Cherry-Branriy»/»Fl. 6.95 Vorztglicher aordoaur-'Rotweh Varziiglichar Burgunder-Rotwein Kräit Monlagna-Rotwein Fl. 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Laf.ffet Ürunnpnatp. lOtt MtÄ! tT r""nT& o"od iTo r&! c o � ' 1 Otto WaliTT�repTow, krüHatT 16 i Zechau,. Berlin und Oranienburg__ iriniii WWW VN effTMacä» leüK 0. BreUisaupt,> Palisadonstr.Ö? Te2.Xs«t.209t,f�3 j krihiKiatt:t.K,Mtlllersr.*Ob,H.Sftoit 4 tichg s?e fah'�T�rTrii I � MUtAZ N_ ersten Range?. H V/ ei""!työr'-X''* «rJSiiiiTViiöiüix SlI t. Schröter, lt.! yr-" 41 D«riiaiifsei [gltm-Sa! An�lSS.». Koppenotr. 9S SdiMZi-P'LLU Äomliicho Butler. i Pas sage- üad g:Ä I Keform-Bad, Wiecsr Btr. SS. • ojapla*,'»- Skaroiw.> Otto KongöTi Alt«.Jorobrcr.JlS. chttiarreA-Tü �w�ßennarinik UIT V" W____ l.'t f�ir V i i' e» ir M | Tiissgr'Eääig KB ilgphitßioh! 4 ÄÄ n'Tr�ViVL'rrFri BdJSiSailß, k'ahmzschinln Sliä�eE"' Nütmascliinen Lüd'it in»N?» Stadtteilen.: Ca#»»«?'•"~koUl>tt»er-, ■■ 2 B"« Damm tz/ip. l'j.e t rina n a i»n sc n � !3ethke, Georg, IKcik�ilu, libeatr. 81, Kaiser- Frietir. j-Ste. 64, Wesfttstr. 16tt, Fric-ielstr. 35 ü frpptoir.■ Irate•Strab« Cf. Gaegfe, Otto F.WJÄ�nÄJ. ,PorwSrts-Ans- aabcstelle Alt-Boxhogen 56. Laden.* ZeitungSträgeriu verlangt Spedition, Prinzenstr. Zt.* Zeitungsausträgerinneu wer- den fosori eingestellt„Bor- wärt!"- Spedition, Markus- straße 39.* Botenfrauen verlangt sofort Ausgabestelle Berlin-Westen, Blnmenlhalstraste 3, Hof, par- terre bei Slolpmann.* Tüchtige Werkzeugmacher, Wertze u g d r e h e r stellt sofort ein R. Frister Akt.= Ges., 16462 Berlin-Oberschönewelde. Wir suchen zum baldigen Antritt erlataen Drehsrnielster (gelernter Werkzeugmacher bevorzugt). LeimjciünLk? L Co., Fabrik für Gas und Wasierleitmigs-Artlkel, t6S0L Berlin L 42, Prinzenstraste 95. Einige tüchtige, ältere Zärtcrei-Hilfsarheiter sucht sofort ISVSb* Stoe� ZkotorpUeis �.-<4., Eöpenicker Str. 43— 49. die Ersatzwahl in Bautzen* Bautzen, 11. Januar.(<5ig. Drahtber. d.„Lorwarts".) Bei der heutigen Neichstagöcrsatzwahl im hiesigen Kreise erhicstrn . 6116 Stimme» . 3525 . 6P37„ Uhlig(Toz.).. P u d n r(Fortschr.) Hermann(kons.) Qii fijtbct also Stichwahl zwischen Uhlig und Hctmamt statt. Tic Anhänger eines BerständigungssriedenS haben rund zehn- tausend Stimmen aufgebracht, die eines AnnexionsfricdenS nur rund üeöentauscnd. Wenn bei der Stichwahl die zurzeit im Reiche herrschende Pvrteikoustcllation zur Geltung kommt, darf die Wahl U h l i a S als gesichert betrachtet werden. Bei der letzten Wahl entfielen auf den verstorbenen Gräfe i'Ref.-Partci) in der Hauptwabl 13351, auf den Sozialdemokraten l1 112, auf den Fortschrittler 7889, auf das Zentrum 799 Siiuunen. In der Stichwahl wurde dann Gräfe mit 17 319 Stimmen gewählt, während Genosse Buck 15 092 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Ter Schrei nach Helfferich. Im„Hannoverschen Tageblatt" richtet der Hannoveraner Stadtdiretror Tramm, bekannt als altdeutsche Größe, eine offene Anfrage an die deutsche Reichs- leitung:„Wer führt die wirtschaftlichen Verhandlungen in Brest- Litowsk für Teutschland? Ist tüchzetlenz Helfserich mit der Leitung dieser großen Aufgabe betraut? Und wenn nickt, aus welchem Grunde bleibt dies« st a r k e P e r s ö n l i ck k e i t in dieser ernsten Stunde des Vaterlandes ausgeschaltet, weshalb weilt er nickt in Lrcst-Lirowsk?" Herr Tramm ma>t ganz berubigt sein. ltzewiegte Kenner haben es für eine der schwersten Aufgaben des Jahrhunderts erklärt, Herrn Helfferich auszuschalten oder seine Einschaltung zu verhindern, wo er sich selbst für nncnt- b e h r l i ch hält. Eine schreckliche Trvbung Hai dieser Tage im rheinischen Stödi- cken Mörs der vaterlairdsparteiliche Stadtverordnete Fabrikbesitzer Vieler ausgestoßen. Bei der Wahl eines Festausschusses zur Vorbereitung der Kaisers-Gedurrstagsfeicr bemerkte er:„Mit der Kaisers Geburtstagsfeier werde es in diesem Jahre nicht viel wer- den. Für diese Feier werde keine Stimmung vorhanden sein, wenn wir einen annexionslosen Frieden schließen".— Run weiß die Regierung, was ihrer wartet. Schließt sie einen annexiomSlofen Frieden, so droht der M a k s e n st r c i k der Kaisers-GcburtstagSfeiercr. Dies Risiko ist in der Tat zu gtofe.___ Balfour über die Krieasziele. London, 10. Januar. Ter Minister des Acußeren B a I f o u r bielt in E d i n b u r g ein« Rede über die Kricgszicle. Er begann mit einem Hinweis auf das völlige sympathische Einverständnis, welches jetzt die beiden großen Acste der cnglischsprechenden Welt zu gemeinsamer Anstrengung für die große gemeinsame Sache verbuche, zollte Wilson Hobes Lob und führte dann aus: Obwohl einige Tüpfelchen geändert worden sind, wird doch niemand, welcher die letzten großen Erktärungen Llovd Georges und Wilsons ansiebt, behaupten, der Geist, welcher Großbritannien und feine Miierten in diesen langen Jahren mühevollen Krieges besccit hat, habe irgendeine wesentliche Aendernng erfahren. lÄei- fall.) Wir gingen niemals in den Krieg für selbst- süchtige Zwecke und wir werden den Krieg auch nickt um selbstsüchtiger Zwecke willen zu Ende kämpfen.(Beifall.) Wenn keine wesentliche Acndcrung in den Kriegszielen der Alliierten irattgefundeu hat. so kann ich wenig Besserung in der gegensätzlichen Haltung Deutschlands uird seiner Trabanten sehen. Rur in einer Hinsicht kann ich eine leichte Aenderung erblicken. Tie Mittelmächte, die zuerst durch Wilson, als die Vcr- einigten Staaten noch neutral waren, dann durch de» Papst und später durch die Staatsmänner der Ententemächte Europas auf- gefordert wurden, ihre Kricgszicle zu erklären, haben sich suste- matisch geweigert, die Einladung anzunehmen. Am nächsten sind sie ihr mit dem Zugeständnis gekommen, daß es für die Menschheit eine Wohltat sein würde, wenn nach dem Kriege Vereinbarungen getroffen werden könnten, durch welche zukiitlftige Kriege vermieden werden könnten. Bevor sie gelernt hatten, was ein Krieg wirklich für sie bedeuten kann, und sie haben viel g e- lernt tvährend der letzten paar Jahre und werden möglickerweise in den kommenden Monaten noch mebr lernen (Beifall), war es fast ein Gemeinplatz für die deutschen politischen Theoretiker zu sagen, daß der Krieg Teil einer gottgewollte» irdi- ich«» Einrichtung, das große Werkzeug des Fortschrittes sei, daß der Triuwvh des Starken ub?r die Schwachen die einzige Methode, durch die Fortschritt erzielt werden könne, sei und daß der Erfolg Gi Kamps der wahre Maßstab für das Verdienst fei. Rur die Tatsache, daß sich deutsche Politiker nunmebr, wenn vielleicht auch nur mit Worten, in den Dienst der Jrtedetissache, der Sache inter- nationaler Schiedsgericktsbarkeit, internationaler Vereinbarungen zur Verhütung künftiger Kriege stellen, ist es, was nnS eine leichte Besserung ihrer Geistesfassung anzeigt. Ich hoffe, sie leitet auch eine Besserimg in dem großen Gebiet ein, wo eine solche noch nicht hervorgetreien ist, nämlich eine Besserung in bezug auf die anderen Streitfragen. Bisher kann ich nicht wahrnehmen, daß sie selbst den Abscheu zu versieben angefangen haben, mit dem ihr Vorgehen auch den beharrlichsten Schüler deutscher Methoden und deutscher Ziele erfüllt hat. Brest'Litowsk. Anerkennung öer Ukraine.— Trotzkis Verzicht auf Stockholm Letzte Nachrichten. Brest-Litowsk. (sstuseijung der speztalkommission. Brest-LitowSI, 11. Januar. Im Sinne des in der gestrige» Plenarsitzung gefaßten Beschlusses traten gestern nachmit- tag Alwidnunnen der Delegationen Teutschlands, Oesterreich-Un- ge.rns und Rußlands zu einer Besprechung zusammen. Es wurde vereinbart, daß die von der russischen Delegation am 27. Dezember 1917 vorgeschlazene Kommission zur Beratung der po- litis che» und territarialen Frage« gebildet werden solle und daß parallel mit den Beratungen dieser Kommission Bor- besprechungen der Fachreferruten der einzelnen Delegationen über die Regelung der wirtsckwftlickieu und rechtliche« Fragen stattzu- finden hätten. Es wurde des weitere» vereinbart, daß die ersterwähnte Kommission am U. Januar, vormittags 10 Uhr, ihre Br- ratungen beginnen sollte. Bon deutscher und iistermchisch-ungarischrr Seite wurden in die Kommission�ntsaudt: Dir Borsitzenden der beiden Telegotiollen, je ein diplomatischer und initnärischer Beigeordneter und je zwei Sekretäre. Tie rus- suche Delegation behielt sich die Beschußfassung über die Zahl der in die Kommission zu enlsendeuden Mitglieder vor. Diese Kommission hat sich heute vormittag 19 Uhr konstituiert und ihre Beratungen be- gönnen, die um 1 Uhr nachmittags unterbrochen und um>�6 Uhr fortgesetzt wurden. Erhebllche Verkrhrssturung. Münchr«, ll. Januar. Die Korrespondenz Hoffmann meldet amtlich: Der gesamte Durchgangsverkehr nach dem Norden ist in- folg« weiter Schneeverwehungen unterbrochen. Zur Beseitigung ist militärische Hilfe herange�o»eii. Brest-Litowsk, 10. Januar. Die gestern unterbrockene Plenarsitzung wurde voruiittags 11 Uhr unter dem Vorsitze des Staatssekretärs von.stühlinann fortgesetzt. Als erster Redner führte der ukrainische Staatssekretär für Handel und Industrie Holubowtztsch folgendes aus: Verrehrte Herren und Damen! Die durch den Krieg er- schöpften und gequälten Völker sehnen sich nach Frieden. In dieser Sehnsucht nach Frieden haben die Vertreter der Demokratie Groß- rußlauds, ohne Rücksicht. zu nehmen auf die Angriffe seitens eines Teiles der russischen Gesellschaft und der Presse, kühn die Schützen- graben der kriegführenden Mächte zu dem Zwecke überschritten, um nickt auf dem Schlachtfelde durch Blut und durch Eisen, sondern auf dem Wege freundschaftlichen Uebercinkommens zwischen den Völkern den für die ganze Welt erwünschten allgemeinen Frieden zu erreichen. Nachdem mit deu Friedensverhaudluu- gen begonnen worden ist, und die Prinzipien des Friedens bekannt- gegeben worden sind, haben Sie, verehrte Herren, mit Recht eine Pause von zehn Tagen eintreten lassen, um dadurch den Staaten, die bisher an den Friedensverhandlungen nicht teilnahmen, die Möglichkeit zu geben, diesen beizutreten. Unser Staat, die ukra- mische Bolksrepublik, deren Volk stets zum Frieden geneigt war, hat als erster auf Jbrcn Ruf geantwortet. Nachdem durch das 3. Universal der ukrainischen Zentralrada vom 7./S0. November die staatliche Stellung bestimmt war, nimmt die ukrainische Volks- republik im gcgenwäritgeu Augenblick ihre internationale Existenz wieder auf, die sie vor mehr als 250 Jahren verloren bat und tritt jetzt in vollem Umfange der ibr aus diesem Gebiete zukam- meuden Rechte tu internationale Beziehungen ein. Auf Grund der obigen Darstellung hält es das Generalsckretariat der Regie- rung der ukrainische» Bolksrepublik für richtig, auf den jetzige» Friedensverhandlungen eine selbständige Stellung einzunehmen uiid bat die Ehre, den Regierungen der hier vertretenen Mächte folgende Rote zu überreichen. Die Regierung der»krainiscke. n Volksrepu- blik— das Generalsckretariat— bringt hiermit allen kriegführenden und neutralen Staaten folgendes zur Kenntnis: Mittels des Universal? Nr. III der ukrainischen Zcntralrada vom 7./20. November 1917 wurde die ukrainische Volksrepublik proklamiert und wurde durch diesen Staatsakt die völkerrechtliche Stellung der letzteren bestimmt. Tie Schaffung eines föderative» Bundes aller im gegebenen Momente auf dem Territorium des ehemaligen russischen Kaiser- reiches entstandenen Republiken anstrebend, knüpft die ukrainische Volksrepublik durch das Gcneralfekretariat, bis zum Zeitpunkte der Bildung einer gemeinsamen Bundesregierung in Rußland sowie der Regelung der völkerrechtlichen Vertretungs- frage zwischen der ukrainischen Volksrepublik cinerseits und der Bundesregierung de? künftigen Staatenbundes aiidererscit?, selb- ständige völkerrechtliche Beziehungen an. Das Generalsekretariat erachtet es somit für unumgänglich, alle Staaten und Völker der Welt über das Verhalten der ukrainischen Volksrepublik gegenüber den Friedensverhandlungen, die dieser Tage m Brest-Litowsk zwischen den Vertretern des Rats der Volkskommissare einerseits und den Regierungen der gegen Ruhla nd Krieg führenden Mächte andererseits beginnen, in Kenntnis zu setzen. Unerschütterlich daran festhaltend, daß der gegenwärtige Krieg für alle Staaten und insbesondere für die arbeitenden Klassen eines jeden Staates das schwerste Ucbe! bedeutet, daß alle krieg- führenden Staaten etwaigen Erobcrnngsal'sickttcn entsagen und die Friedensverhandlungen unverzüglich einleiten sollten, hat die ukrainische Zentrairada, daS Parlament der ukrainischen Republik, es für unumgänglich befunden, gleich nach der Verkündigung der »krainischeu Republik eine aktive Politik in der Frie- denSfrage einzuleiten. Die ukrainische Zentrairada hat also, nachdem sie in ihrem dritten Universal die Notwendigkeit eines unverzüglichen Friedensschlusses verkündigt hat, es für unumgänglich erachtet, die Schließung eines Waffenstillstandes zu er- streben; zu diesem Zwecke wurden Vertreter des Gcneralsekre- tariats an die Südwestiront sowie an die rumänische Front, die gegenwärtig zu etiler einzigen ukrainischen Front unter der Lei- tung der Regierung der ukrainischen Volksrepublik vereinigt siird, geschickt. Gleichzeitig bat die ukrainische Zentralrada das Gene- ralfelretariat beauftragt, die verbündeten Mächte von diesen Vcr- Handlungen in Kenntnis zu setzen, was seinerzeit seitens des Gene- ralsekretariats auch vollzogen worden ist. In der Folge, als der Rat der Volkskommissare im Einverständnis mit den Regierungen der gegen Rußland Krieg führenden Staaten die Waffenstillstands- angelegenheit an allen Fronten Rußlands in die Hand genommen bat, hat das Generalsekretariat seine Vertreter nach Brest-LitowSk behufs Kontrolle und Jnforma- t i o n geschickt. Hierbei erachtet das Generalsekretariat es für notwendig hervorzuheben, daß die Vertreter des Rats der Volkskommissare, ungeachtet dessen, daß sie über die An- kunft der Delegierten der Regierung der Ukraine zwecks Teil- nähme an den Verhandlungen in Kenntnis gefetzt worden waren, einen allgemeinen Waffenstillstand selbständig ohne jedwedes Einverständnis mit der ukrainischen Volksrepublik gefertigt haben. Gegenwärtig, da der Rat der Volkskommissare, gemäß dem letzten Punkts der Bedingungen des allgemeinen Waffenstill- stand es, die Friedensverhandlungen mit den Regierungen Deutsch- lands, Oesterreich-Ungarns, der Türkei und Bulgariens in Brest- Litowsk beginnt, erklärt das Generalsekretariat im Namen der ukrainischen Volksrepublik folgendes: 1. Die gesamie Demokratie deS ukrainischen Staates strebt die Beendigung des Krieges in der ganzen Welt, einen Frieden zwischen allen gegenwärtig kriegführenden Staaten, einen allgc- meinen Frieden an. 2. Der zwischen allen Mächten zu schließende Friede muß demokratisch sein und einem jeden, auch dem kleinsten Volke, iu jedem Staate das volle, durch nichts beschrankte nationale Selbst- besiimmungsrecht sichern. 3. Für die Ermöglichung des wirklichen WillenSauSdrucks der Völker müssen c» t fp r'c ch c nd e Garantien geschaffen werden. 4. Es ist demnach jedwede Annexion, d. h. jedwede gewaltsam« Angliedmrng oder Ucbcrgabe irgend eines LandtcileS» ohne Einverständnis ferner Bevölkerung unzulässig. 5. Ebenso unzulässig sind vom Standpunkte der Interessen der arbeitenden Klaffen jedwede Kriegsentschädigung, welche Form auch immer ihnen be:gcgeben würde. ki. Kleinen Völkern und Staate», dte infolge des Krieges beträchtlichen Schade» oder Verwüstungen erlitten habe», muß gemäß den Regeln, die auf den Friedenskongressen ausgearbeitet �werden müssen, materielle Hilfe erwiesen werden. 7. Die ukrainische Volksrepublik, die gegenwärtig auf ihrem Territorium die u k r a t» i s ch e Front besetzt bält und in Völker- rechtlicken Angelegenheiten vertreten durch ihre Regierung, welcher der Schutz der ukrainischen Votksinteresscn obliegt, selbständig auf- tritt, muß gleich deu übrigen Mächten' an allen FriedenSverhand- luugen, Konferenzen und Kongressen teilnehmen können. 8. Tie Macht des Rotes der Bvlkskommissare erstreckt sich nickt auf ganz Rußland, demnach auch nicht auf die ulrosnischc Volks- rcpublik. Es kann daher der aus deu Verhandlungen mit den gegen Rußland Krieg führenden Mäckten eventuell resultierende Frieden für die Ukraine nur dann verpflichtend werden, wenn die Bedingungen dieses Friedens durch die Regierung der, utraini scheu Volksrepublik angenommen und unter- zeichnet würden. 9. Im Namen des gesamten Rußland? kann nur diejenige Negierung(und zwar ausschließlich eine Bundesregierung) Frieden schließen, die von allen Republiken und staatlich organisierten Gebieten Rußlands anerkannt sein würde. Wenn aber eine solcke Regierung in der nächsten Zeit nicht gebildet werden könnte, so kann diesen Frieden nur die gceinigte Vertretung jener Republiken und Gebiete schließen. Au dem Prinzip« eines demokratischen Friedens unerschütteet festhaltend, stoobt das Generalsekretariat gleichzeitig die möglichst rasch« Herbeiführung dieses allgemeinen Friedens an und legt großes Gewicht allen Versuchen, die seine Verwirklichung näher bringen können, bei. DaS Generalsekretariat hält ck. daher für unumgänglich, seine Vertretung auf der Konferenz in Brcit-Li- towsk zu besitzen, indem es gleichzeitig hofft, daß die endgültige Lösung der FriedeuSangelpgenhcit auf einem internationalen Kongresse erfolgen wird, zu dessen Beschickung die Regierung der ukrainischen Volksrepublik alle Änegführeuden auffordert. Der Präsident des Generalsekretariats: Wtnuitschcnko. Der Staatssekretär für internationale Angelegenheilen: S ch u l g i n. In Erwiderung auf die Ansfiihnmgen des ukra mischen Staatssekretärs Holnbowytsch erklärte der Vorsitzende, Staatssekretär von K n h I m a n n: Meine Herren! Wir haben von den Ausführungen de? Herrn Vorsitzenden der ukrainischen Delegation»nd von dem Inhalte der uns gemachten Mitteilungen mit lebhaftem Interesse Kenntnis genommen. Ich schlage vor, daß die ukrainische Rvtc als wichtiges historisches Dokument den Akte» deS Kongresses einverleibt werde. Die Vertreter der verbündeten Mächte begrüßen im Sinne ihres Telegramms vom 20. Dezember 1917 die in Brest-LitowSk erschienenen ukrainischen Vertreter. Dte Vertreter der verbündeten Mächte behalten sich ehre Stellungnahme zu den Einzelheiten der Ausführungen der ukrainischen Delegierten vor. Anschließend hieran sprach der Vorsitzende den Wunsch aus, einige Fragen zu stellen, um die llnterlaqcn für die Beschlußfassung der verbündeten Mächte zu schaffen. Bisber sei mit den Vertreter» der Petersburger Regierung über sämtliche, daS russische Gebiet betreffende Angelegenheiten verhandelt worden. Es müsse daher an den Vorsitzenden der Delegation der Petersburger Regierung die Frage gerichtet werden, ob er und seine Delegation ouck ferner die Angelegenheiten des gesamten Rußlands hier diplomatisch zu vertreien bcab- sichtigen. .Herr Trotz ki gab hierauf folgende Erklärung ab: In Kenntnis der durch die ukrainische Delegation veröffentlichten Note des Generalsckrrtariats der ukrainischen VoklSrepublik erklärt die russische Delegation ihrerseits, daß sie im vollen Ein- vernehmen mit der grnndsählichcn Anerkennung des Selbstbestim- mnngsrechts jeder Notion bis zur vollen Lostrenoung kein Hin- dcruis für die Teilnahme der ukrainischen Delegation an de» Frie- dcnsvrrbandlungcn finde, lieber die Bedeutung dieser Erllärung entspann sich eine bin« gerc Diskussion, die schließlich tu die Frage zusammengefaßt wurde, ob die ukrainische Delegation eine Unter abteilung der russischen Delegation darstelle oder ob sie in diplomatischer Beziehung als Vertretung eines selbstäudtgcn Staates zu behandeln fei. Diese Frage wurde von Herrn Trotzki dabin beantwortet, daß er sie als erledigt betrachte, da die ukrainische Delegation als eine selbständige Vertretung hier aufgetreten, da diese Vertretung von seiner Delegation anerkannt wurde und da von keiner Seite ein anderer Vorschlag gemacht worden sei. Der Vorsitzende der ukrainischen Delegation dankte hieraus dem russischen Vertreter für diese Stellungnahme und für die Art, in der diese aufgenommen worden sei. Er nehme an, daß dadurch die selbständige Stellung, die seine Abordnung bei den Friodensverbairdlungen einzunehmen habe, bestimmt sei, daß nam- lich die ukrainische und die russische Abordnung zwei getrenule selbständige Delegationen derselben Parte! bildeten. Nachdem Staatssekretär von K ü h l m a n n mit Zustimmung der Versammlung erklärt hatte, daß diese Präliminarfragc vorerst zwischen den Delegationen der Verbündeten beraten werden würde und ihre weitere Erörterung im Plenum vorbehalten bleibe, er- griff der erste Delegierte der russischen Delegation, Herr Trotzt:, das Wort und erklärte einleitend, er halte es für notwendig, vor- erst ein Mißverständnis zu beseitigen, das sich in die Verhandlungen eingeschlichen habe. Tic russische Telegatisu stelle fest, daß das ofsiziclle in deutschen Zeitungen vcr- vfsentlichtc Protokoll der Sitzung vom 27. Dezember 1917 in dem Teil, in welchem die Rede des Vorsitzenden de« ruffischen Tele- gation wiedergegeben worden sei, dem entspreche, was sich in dieser Sitzung ereignet habe. Was das der russischen Delegation ganz- lich unbekannte, wirkliche oder fiktive Telegramm der Pc- tcr.Sburgcr Telcgraphcnagcntnr anbelange, auf welches sich die deutsche Presse und der Staatssekretär von Kühl- manu berufen hätten so müsse die russische Delegation hierüber zunächst Erkundigungen einziehen, Herr Trotzki gab dann seinem Bedauern Ausdruck, daß diese» Mißverständnis, da? iu keinem Zusammenhange mit den Arbeiie» der Delegation stehe, eingetreten sei. Was den von den militari- scheu Vertretern der drei anderen Delegationeu unterstützten Protest des Generals Hoffmann gegen Artikel in der Presse, Funksprüche, Aufrufe usw. betresse, so müsse er erklären, daß weder die Bedin- gungcn des Waffenstillstands noch der Charakter der Feieden sver- Handlungen die Frelheit der Presse und des Wortes begrenzten. Nach diesen Vorbemerkungen ging Herr Trotzki auf deu Inhalt der von, den Vorsitzenden der deutschen und öfter- reichisch-ungarijchcn Delegation abgegebenen Erklärungen ein und führte aus: „Fürs erste bestätigen wir, daß wir im vollen Einvernehmen mit dem vorher gefaßten Beschluß die FriebenSverhandlqnge« weifer führcii wollen, ganz abgesehen dabon, ob sich die Mächte der Lin» lente anschließen oder nicht. Wir nehmen die Erklä- rang der Delegationen des Bierbundes zur Kenntnit. daß die (Grundlagen des allgemeinen Friedens, die in ihrer Deklaration vom ilö. Dezember formuliert waren, seht hinfällig werden, da die lländer de: Entente während der zehntägigen Frist sich den Frie- denSverhandtunyen nicht angeschlossen haben. Wir unsererseits '»alte» an den von uns proklamierten Grundsätzen des demokrati- i.r n Friedens fest. Was den ruffischen Vorschlag auf Verlegung der weiteren Verhandlungen auf neutrales Gebiet an:«lange, so se! dieser auf den Wunsch zurückzuführen, für beide Seiten gleich günstige Verhältnisse herzustellen. Die öffentliche Meinung RitsslandS nehme übrigens daran Anstoß, daß die russische Delegation Verhandlungen in einer von deutschen Truppen d e s e h t e n Fe st u n g führ«, zumat e» sich hier um das Schicksal lcbmdiger Völker handele. Die technischen Ech«vierigkeiten, welche das Verlegen der Vcr- Handlungen auf neutrales Gebiet init sich bringe, könne die russische D elegntion ebensowenig gelten lassen, wie die Furcht bor Wache lisch asten der Entente, gegen die sich � Rußland selbst zu schützen wisse. Unter Hinweis aus die von der maxima- Ii-tischen Regierung bisher konsequent befolgte Friedenspolitik und die von ihr bewiesene Unabhängigkeit, bemerkte Herr Trotzki wei- '.er, er Habs absolut keine Gründe anzunehmen, daß die Diplv- n'.atic der Entente auf neutralem Boden gegen den Frieden mit größerem Erfolge operieren könnte, als in Petersburg. Gegen üUer der vom Vorsitzenden der vsterreichisch-uiigarlschen Delegation aus- gesprochenen Befürchtung, die Regierungen Englands und Frankreichs könnten vor wie hinter den Kulissen versuchen, das Zustandekommen dcS Friedens zu verhindern, twlte er es für nötig zu e:k!ären, dost die maximalistische Politik ahne Ku- listen auskomme, da diese Waffe der alten Diplomatie durch daS russische Volk zustunmeil'mU vielen andren Dingen im siegreichen Äufstande deS Lö. Ortober a-bgeschaffr worden sei. Wenn also»ach Ansicht der russischen Delegation technische und politische Umstände das Schicksal des Friedens nicbt unbedingt au Brest-Litotvsk als VerhandlungSort knüpften, so vermöge die russische Delegation nicht an einem anderen, vom Reichskanzler erwühntetr Argument vorüberzugehen. Gemeint sei jener Teil der Rede des Grafen Hertling, in der dieser außer auf das gute Recht und das lokale Gewissen auch auf die Machtstellung Deutsch- landZ hinMv iescn habe. Die russische Delegation habe weder die Möglichkeit noch die Absicht zu bestreiten, daß ihr Land durch die Politik der bis vor kurzem herrschenden Klassen geschwächt sei; aber die Weltstelliiitiz ein?« Landes werde nicht nur durch den M öse GsMerkfthaftsn! Ter Goeche-Bund Berlin. Ausschuß für Volksunter- Haltungen, veranstaltet in der Zeit vom 10. Januar ab zirka 100 Unterbaltnng'abende in den verschiedensten Stadtteilen Berlin?. Er hat in bereitwilligster Weise der Berliner Ke- merkschaftökommission Billetts zu Vorzugspreisen zur Verfügung gestellt. Die Einlaßkarte für die einzelne Person kostet im V o r v e r k a u f Lö Pf., die Faniilienkarte— für fünf Personen gültig— ßO Pf. Die Preise verstehen sich einschliesslich Garderobe. Die Einlasskarten sind vom Montag, den 14. Januar, ad in den Bureaus der Gewerkschaften zu haben. Der Ausschuß der Berliner GewerkschastSkommission. cuwiiblickliawn Stand seincS technischen Apparates bestimmt, sondern auch durch die ihm inneWohNonden Möglichkeiten, wie ja auch die wirtschaftliche Kraft Deutschlands nicht nur nach «dem heutigen Stande seiner Berpfi-egungSmittel beurteilt werden dürfe. Ebenso wir die große Reformation des 16. und die große Revolution des 18. Jahrhunderts die schaffenden Kräfte des dcut- schon und des französischen Volkes zum Leben geweckt habe, so seien durch die große Revolution in Rußland die schaffend?» Kräfte Spaltung in sächsischen GewerkschaftSkartekle». Die Einigung im Leipziger Gewerkschastskartell, die sckwil ge- sichert schien, ist wiede» in die Brücke gegangen. Am LS. Ao° vember 1617 wurde bekanntlich eine Vereinbarung über den Wiedereintritt der crnS dem Kartell ansgekchiedencn Gewerkschaften geschlosien. Am 13. Dezember faßten diese jedoch eine Resolution, in der sie als Voraussetzung ihres Wiedereintritts der Bruch mit der Politik der Gcneralkommission und die Fühlungnahme mit allen Faktoren der Arbeiterbewegung, daS heißt also der Reichstags- srakrion der Unabbängigen verlangten. Daria sah die General- komwkslion einen Bruck der geschlossenen Ilebcreinknnst und eine Nuebrlichleit; die Verhandlungen über Wiederaushebung dieser Rriolntioil führten jedoch zu keinem Ergebnis, nur einige Vertreter der ausgeschiedenen Gewerkschaften eiklärtcn, daß sie gewäß der Vereinbarung vom 26. November handeln würden. Auch im GewerkschaftSkariell Mügeln ist eine Spaltung aus- gebrochen. Ein Teil des Kartells beschloß den Anschluß an da? Pirnaer Geweikschastskariell, die Metallarbeiter, Bauarbeiter, TrcrnS- vortarbeiter, Zimmerer, Vrauereiarbeiter und Hutarbeiter schlössen sich jedoch aus zwingenden wirtickcsstbchen Gründen dem Gewcrk- ichasiskartell Dresden an. Selbstverständlich liegt letzten EndrS auch dieser Spaltung der Parteistreit zugrunde. « Hierzu wird noch folgendes berichtet: Die Presse der llnab- hängigen beschäftigt sich fortgesetzt mit Vorgängen, die mit der Aus- lösung des Getverkschaftskartells Mügeln(Bezirk Dresden) bzw. mit | seinem Anschluß an das Pirnacc Kartell zusammenhängen. Bei- i schieden? Gewerkschaften haben nämlich nach der Auflösung des i Mügeln er Kartells den lleberiritt zum Pirnaer Kartell nicht voll- ! zogen, sondern für ihre Mitglieder im Gebiet des bisherigen Mü- � gelner.Kartells Anschluß an daS Dresdener Gewerkschasiskartcll gr- i sucht. Für diese Haltung soll nun nach der Presse der Unab- l hängigen die Person des vom Dresdener Gewcrkschaftskartells cnt- ! lassenen früheren Dresdener ArbeiicrsekretärS Weiß, den sich die j Unabhängigen im Pirnaer Bezirk zu ihrem Führer erkoren haben, des russischen Volkes geweckt und entfaltet worden. Aber ine! nwBgebend«elccfcit sein, und es wird v-hauptet. daß damit i�r Po- russische Negierung habe an die Spide ihres Programms das Wort �ircii in die(bcnjcifiajorkn getragen werde, tatsächlich ..F rieben" geschrieben, und die hoben Sympathien, welche da?. hat die Haltung der betreffenden Gewerkschaften weder mit der Per. russische Volk den Völkern der Verbündeten entgegenbringe, bv- stärken es in dem Wunsche, den schleunigsten Frieden, der auf der Verständigung der Völker begründe! sein werde, zu erreichen. ITnt den Mächten des Vtcrbnndcs den Verwand eincZ Abbruches der Friedens verhandln'wen aus technischen Grün- den zu entziehen, nehme die russische Delegation die Forde- rnna an, in B r e st- L et o lo s k zu l, l e i b e n. Die bleibe in Brest-LitowSk, um keine Möalichkcit in dem Äamtzfe um deu Frieden unausaenutzt' zu lassen. Inden- die russische Delegation auf ihren Vorschlag wegen Verlegung der Verhandlungen auf neutralen Boden verzichte- beantrage sie zur Fortsetzung der Verhandlungen überzugehen. Auf Vorschlag des Vorsitzenden wurde dann beschlossen, am Nach- mittage zwischen den Delegationen Deutschlands und Oesterreich- Ungarns einerseits und Rußlands crftdererscilZ eine interne Beratung abzuhalten. Ilirebtioo ülvec Reinhardt. ?>fiie«chcs Thooepr. 7 Uhr: Der wdvnvs Leichnam. 7'/, Uhr; Kinder der Frcado. Votksbiitm«". Thoiitor am BBIowpiatj. tlntprjrrunclb. Sohfenh. Tot, 71', tliir: f?. apz»<■' R" p t. ÖhssC. MeinhardUU R llernauer. Tbeatar'i XöniggrSIzsrslr, 7" Ulir: Strindbcrg-Abnml. Komödienhaus Utt; Oia kotden Seshumt». berliner TbeÄter. "'/.ün äJie*olleK«md»8. 3'/", Uhr: Uisls Märckenroiso. son des Weiß noch mit dem Parteistreit irgendcttvas zu tun, wie eine kurze Darlegung des Sachverhalts zeigen wird. Der Anschluß an das Gswerksckaftskartell Pirna wurde im Mü- gelner Kartell Ende vorigen Jahres mit 111 gegen 11 Stimmen bc- schlössen, wobei festzustellen in, daß sich unter den 19 Befürwortern des Anschlusses auch die Stimmen der(unabhängigen) Parteiver- treter im Gewerrfchaftskartell befanden, obwohl diese nach dem Kar- tcllstatur im Kaftell zwar Sitz, aber kein Stimmrecht haben sollen. Reben den 11 Kartollvertr etern, die gegen den Anschluß stimmten, enthielt sich noch eine Reihe von Delegierten der Abstimmung, unter ihnen geschlossen die ganze Delegation d«S MotallarbeitcrverbandeS. Hinter der Mehrheit von Delegierten, die sich für den Anschluß er- klärte, steht also nicht die Mehrheit, sondern höchstens knapp ein Drittel der Gewerkschaftsmitglieder im Gebiete des bisherigen Mü- gelner Gowerkschaftskartells. Tatsächlich haben nun verschiedene Gewerkschaften, und zwar KS jetzt die der Metallarbeiter sauf Beschluß einer Vertrauens- mänuersitzung), der Bauarbeiter, der Zimmerer, der Hutarbeiter, der Transportarbeiter und der Brauerei- und Mühlcnarbeiter, die sämtlich ihren Mitgliedschaffsfitz in Dresden haben, dem in der gc- schilderten Weise zustande gAoMm'enen.Beschluß" nicht Rechnung getragen, sondern vielmehr nackt der Auflösung des Mügelner Kor- teils Anschluß au daS Eewerk'cönstZkartell Dresden gesucht, au das sich auch das ganze Mügelner Kartell bis in die jüngste Zeit eng angvlehni hat. So nahmen z. B. an den Vorstands'i tzungcn und Versammlungen deS Dresdener Kartells auch regelmäßig Vertreter des Mnoelner teil Dieses enge Zusammenwirken ergab sich aauz von sellbst aus dem Umstände, daß beide Kartelle im fckrcken Wirtschaftsgebiet wirkten und daß daS Groß-Drrsdener Wirtsck a-tsgebiet auch das gon-e Verbrestung?- und BetätigungSaebirt dcS bisherigen GewerkfchaftSkartevS Mügeln in sich schließt. Gerade diese T.nsacke und der weitere Ilmstand, daß sich das Pirnaer Kartell über ein vom Niedersedlitz Müpeln-Heidenauer grundverschiedenes MrikchafiS- gebiet erstreckt, bestimmte auch die Haltung der bekannien Gciverk- schuften. Dansben war für diele Haltung noch maßgebend, daß die b> treffenden Verbände in dem bisherigen Miiarlner Kartellgebiet nicht eigene Mitgliedschaften haben, sondern daß die in diesem Gebiete wohnenden oder arbeitenden Mitglieder zu den Dresdener Bertval» tungsstellen dieser Verbände geboren, deren Ansdehnunas- und Be- tätiglmgSgeb'.et sich also aus das ganze Groß-Dresdener WirtschattS- gebiet erstreckt. Es ging aus Gründe» der Einheitlichkeit der Vcr- waltung und des gewerkschaftlichen Wirkens dieser Mitgliedschaften nicht an, die Mitglieder im bisherigen Mügeln er Karte llaebiet dem gänzlich außerhalb dieses Groß-DreSdener ZahlstellengebieteS liegen- den und wirkenden GewerkschaltSkaricll Pirna zuruweisc«'.. Daß sich ein? Reihe von Eewerkschaston für den Anschluß der Mitglieder im bisberigen Mügelnrr Kacicllgediet an das Dresdener Kartell entschied, lag also ganz in der Ratur der Sacke. Die Eni- scheidimg entsprach den VerMtuissen d« betreffenden Grwerkschaftö- Mitgliedschaften, den wirtschaftlichen Verhältnissen und damit de? Zweckmäßigkeit._____________ parteiaackrickten. Für Freiheit im eiqci'tn Land! In einer von 1900 Personen besuchten Vo! ksvel fammlun g in Mors(Niederrbeinl sprack der Genosse Landtagsabgeordnetcr H i, e aus E s> e n über; Die preußische Wahlrechtsreform und ihre Be- deutung für das werktätige Volk. Genosse Hue ke»uw!ch»ele in scharfen Worten da; reaktionäre Treiben des vrrußi'chen Landtages. seine heutige Zusammensetzung, die Pläne der Reat von. dem Bocke da« gleiche Wablreckt vorzuenthalten, und die Hetze der loiiiervata en und sibwenndustriellen Reaktion gegen den Berständiaun�Strirdea. Sein» Ausführungen ianden bei den versammelten Massen. stürmiiche Zustimmung. Ci'te Entschließung im Sinne der Rede fand ein- sr i m m i g e Annahme. Eine WnhlreKtsversmnmlung fand am Dieu-lag in Bremen statt. Genosse R b e i n iprack über die preußistbe WahlrecktSvorlago und über das Wahlrecht zur breiniicheii Düraerichaft»nd Äenossin In ckacz über die Forderung des Frauenwahlrechts. Die Aus- sühriingen fanden ihren Niederschlag irr einer einslimmig ange- nominellen Resolution. In der Disku'sson wart der„llnabhängigc" K l a w i t t e r den „Regierunnssozia! stell" vor. daß sie nicht energisch genng JämiSfen. Die Genossen Niendorf und Rhein wiesen diese An griffe ial- kräftig zurück. �ugenöveeanstaltungen. Arbeiter Jugeltdbe m Perlin, Lindcnitr. 3. Aoro-n Sonntag n ivfe das Heim uttiilärhrhc 6cv cift um 6 Uhr cberbs gkössncl. ri! eni- Ilbr: Barl rag des Genossen Diltmer: Werden und Btrgekc» der Welten.— Am D tenS t a g: Helmbospmchunz.— Am Freitag: DiSkntierabttid. � � Ardriter-�ugeud Schöueber«. Morgen Sonntag, abend, ü iltzr, bc: Lehmann,«edanür. bo: Geselliges Beisammeusein. ............■........ HU p III...... IT»1X..1.IUIIL-U».......................... elcranlwor»»» filr Äolitit: Erich 5t»nner Berlin: Teil des'Plaue»' Altrcd i-chol». Zletltoan->>:r Ilnse�Ue Track u. AerlllL: LorwürtS Baaidruckerel».?irlaasan''liiu Berlin mr Hicr.m l lprilagc u»l> NttttrlialwügSIUa«. >ür den ü'.'rie.en To. ollockk, Verliir. 'Paul Stüter s: Ee., W Anita Berber Trude Hesterberg Kurt Fuss Jan Paul sovrio der vollständig neue Jaüüsr-Spislplan Theater für Sonnabend,«2. Janesar. Central-l'JtoHfcr Kommen ckantr'nsti'ate 67. 3ff, Uhr: Der Hü'.lenhcsitrtr. 7'/,: IHe Ceardaetfit-l-Hn Oentsche« Opcrnhans 7 Uhr: Osr Zlceansfliaran. Frieckrich-Wilbclmst. Tliaater �UUr: M LfMiiÄtlW. Kleines Theater 1% TThr: LSlßMhL?. 1% o. Sdiwmjliiilife!. Morg. ck'sttr,: Die Kinokänigin. I,CKt«pleiUnns 7*/, Uhr: OielilßüiisiiÄlsv.lifiiSEiijiQl Morg. 3'/, U.: Ein toller Eintat;. Metropol-Theater cQ 01b Esse m Siasiliiil. dlorg. 3 U.: f»le Ksti.orin. Keues Cj.'6r£lt8!5lt2iJS Schlfibd. 4a. ICasseni. Xd. 281 u/.TOrjerSpatjeriÄam ISsiKidejiiaDhoatllP v!, uhr: Uli Griln. Schlllt r-TJi<«»top O t'f* Uhr: Paullfie. h. C1i«ri. y/4U.: D-KBlhchen v. Heilhronn. �uhr: sie selipMm. irt'skliat.-T(i«ud>>r & Em ühi! seine Fwa UFSAIÜA 4 Uhr(hivlbo Preise): x)a»:{dbcrcneciKlin|uuORd(ahi't| Badstr 6G. erstich Badstr. 38 7't, Utir: Sonntag Sst, u. Vorverkauf: y/, Uhr; fetullcntenliebchoji. l&'/j und ah 6 Uhr abends. iarliiier konzeiliiaus Mauerstraße 32. ZinunerstraBe 90/91. Sleato: O�oiles Konzert 3�" des Berline r SäeneiertSsanw-Örchctsters,-?®® Leiter: Komponist Franz van Elon. Anfang 71/. Uta'. Kin tritt SO Bf. Anfang 71/, Uhr. jUonfag� den 14. er.: Bunter Abend zum Besten der Kinterblieb. der Gefallenen d. 4. Garda-Reg, z. F. Pieper uriö Sperling. Sonntag, bei: 13. 1. 18: Nachm. Z Uhr: Ledige Mütter. Abends 7cki.: plexer u. Sperllng LÄSwo-T�ester Lothringer Str. 37. Tag!.';,3 11. D-r neue attuelle Schlaget Hamsterfritze. Berliner' Posse in 3 AuEligen. Boiher das neue Anintar-Prugr. Elliot, ßzrnow. Prinz,? Ewo«. Sonnt. 4 lt.: Uio r-rlerienslaulia. WU il-it hw) iiutVj ihicirichstr. X6ö. Eoko Bohronstraus. ßtaire Waidoff Miida Breiisn Warner Goidmann u. das horvorraifonda jEntlar-frogTamm. HpcSio i Fnoiriöhatr. 213.' llÄUrakließeiil I Auflerd. d. StintmunssS. j Seemanaslcbcn. | Thofttorknssc nb 10U. ununterbr. p-eSrtnot Tr ianon aTheater Georijenstr., Sbf. Frietirichslr. Xol.: Zentrum 4927 und 2391. 'I.ii Uhr Oci- hjM Uhr Lebensschüler. Komödio von ladvTlg Fulda. Ida Wüst, Brich Kmser-Tita, v. MÖllondorff, Hart. Kettner. Stg. 3'!s id. Pr.; Kedda Gabler. Rose»Theater.* 31), Uhr: Anx'Iienbrüdcl. «uhr- Beffcirat�adfe'ilst Walhalla-Theater. VI, Ufr: M PKW Horn. "lirkis Kvom Vlktovia-Ttiffttcr (früher Sanssouci) KoHbuser Sir. 0. Koshliahn Kottbussr Tor. Tel. Aloritzplata 148! 4. Gut jroheizt, Kauch.»est. 11 W, 18 EMaatii 10 LM j Pferde usw«■ alle Arielen, XSgLTst-Ubr. i Mitlw.. SonnftvenA Sonn- 1 1 Uta: 3'/. und 7sts Uhr. iKt cliin. halbe Iboiso fürj Kinder lin.! 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