Kr. 14. 38. Jahrg. � --------—— A-S5%A xs,( 10 Pfennig • WUM � J»-- sikrteijähri.t�oMl. monuii. i.öoffii"�USS WM ���WKr/wm! amimOf MW I Hy.A Der Anzeigenpreis ��H°�v�°�h!d°�nzcln° M./fsz M //>-Z&M M vH; rS''M'MM! r°i-Sgt f. die si°b-n«°sp°Iten-k-°lon-l. .ck�o»L N-UHTÄ Wl Li M lL W PI fe M M � Ms"«BÄMW�-eil- S° Pfg'„Kl.in- Am-igco". Deutschland MM U tß M � M M W> W Un M Ii M#• i�ö monatiict)5 ifetfanS in�sSb �.'. fW O M W W � W W W B � W W W» WgK: � ci dirc-tcr Sestelluna MLiiaU. I jw'w!!. �5--Ä W � MU> Z?�>X W? LM W ZÄ« Aolland�u?/m?i?n'I AN•■'si,.;%sl, M Worte übcr'lS Buchstaben zählen für m«l. polland. Luxemburg,«chweden L,. 1 Rx�.- x AT ,'/ DM»wei Worte TeuenmasMschlaa U> g. � MV imgP' w V MHX A W gS.Ä««»"Si" W: ioit-.ji.�uTigj. t.et�.i.ic. ic.:"fei � j»4-'.'* K�fy �___ V> V'■■ Efe5 politische u. gewsrkschastliche Bereino« Ericheint täglich.&$;■'■' r~&1'.'�* J& S' f �--»»."V. o. W/«jHBgj ,8»«*V«nxeiqe» 40«fa. die Zeil«.«njeUifti ---%'/ dz/ K V>0 35;-2f�-- 7 ,/ �TcWV" für dir nächst«! Nummer müffen v'Z te.egrauw!- Ndr«?ffe � �---- � � „Coäisibcmoftat©crlin",-rf" ♦■er�T tf gca-öcn werden. GcSffne! von S Uhr Sevlinev VolksblAtk. _ Zentralorgan der roztaldemokrat! fdben parte! Deutfchlande. Neöaktion: CW. öS. Lir.Ssnftrs�e 3. i tte« �-1 I Expeüitioa: SÄ). öS, LinSenstraßs Z. Fe?«,drecher: A«t MoriNvIat-, Rr. 1S1 gv— ISl»7. j| WtU.JtUiJ, UtH■*■•*♦ �W«WW4- M.&XC9, j, tdst MsritzVlatz, Nr. 151 90— 15197. \''■'"—— HB-——«— H— HP Krffengerüchtc. ■Tic Ankunft einiger vielgenanntcc Persönlichkeiten in Bertin unb die Tatsache, daß eine Konferenz abgehalten wurde, die man nicht ganz richtig als'„Kronrat" bezeichnet, hat das Aufschwirren zahlrcicker erregender Gerüchte � zur Folge gehabt. Man'erzählt sich, daß der Kurs der äußeren wie der inneren Politik eine ganz plöhliche S ch w e n- i u n g erfahren soll, daß K ü h l m a n n infolgedessen gehen und H c r t l i n g nicht mehr lange bleiben werde. Welcher Art die Richtung ist, der man den Sieg zuspricht, braucht kaum noch näher gesagt zu werden. Es handelt sich um die Aufstellung eines hüllen- und l ü ck e n l o s e n A u- u e x i o n S p r o g r a in m s in Ost und West und um die sich daraus von selbst ergebenden r n n c r politischen Konsc- quenzen. Es besteht in diesem Augenblick keine Möglichkeit, diese Gerüchte nachzuprüfen, sie sind ivahrscheinlich zum niindeslcn verfrüht. Taß sie aber auftauchen und geglaubt werden konnten, ist ein Zeichen der Zeit, au dem mau nicht achtlos vorübergehen kann. Denn es würde sich dabei um eine fundamentale Berändcruug unserer P o l i° I tischen Verhältnisse handeln, die auch auf die Ar- Heiterklasse mächtig zurückwirken und sie über kurz oder lang bor die Notwendigkeit neuer Entschlüsse stellen würde Fürs erste ist der Zustand der tiefgreifenden politischen U.n? i ch e r h e i t und Zerfahrenheit zu beklagen, der wieder einmal eingerissen ist. Man wird nicht wieder, wie bei der Michaelis-Krise, die Demokratie und besonders die Sozial- demokratie beschuldigen können, daß sie diesen Zustand herbei- geführt habe. Die Zusammenhänge liegen diesmal zu klar zutage. Mit der Bildung einer festen Reichsta>ismehrheit schien ein Zug der Festigkeit und Stabilität in unsere Verhältnisse zu kommen, der auf die allgemeine Volksstimmung stärkend wirkte. Wir wissen nicht, wieviel von diesem wertvollen Kapi- tal noch vorhanden, ist, aber wir wissen genau, wer— ohne Rücksicht auf die unabsehbaren Folgen— cS zu vertun und zu verwüsten mit allen Kräften bestrebt ist. Das sind die All- deutschen und die Vaterlandspartei. Hoffentlich läßt dch Aufklärung über die Vorgänge der letzten Tage nun nicht lange niehr auf sich-warten. Das Volk will doch w c n i g st e n s wissen, woran e s i st!__ Sseft'ÄtsNsk. Die Hleichberechtigung öer Ukrainer bei öen Zrieöensverhanölungen. Nichtamtlich. Ärcst-Litvwsk, 12. Januar. Zu Beginn der heutigen Plenarsitzung, welche um 11 Uhr 30 Minuten vormittags eröffnet wurde, � gab der Vorsitzende, G ras E z e r n i n, folgende E rklärung ab: In der Plenarsitzung am Id. d. MtS. hat der Herr StcralLsekrc-- tär der ukrainiscben Volksrepublik den Delegationen der vier der- kündeten Mächte dieNotedesGencralsekretariatsder ulrainischenVolkörepublik vom 11./2-1. Dezember 1917, Nummer 72C, übergeben. Diese Rote enthielt unter Punkt 7 die Erklärung, daß die durch fcaS Gcneralsekretariat vertretene ukrainische Volksrepublik in völkerrechtlichen Angelegenheiten selb- ständigauftritt und daß sie gleich den übrigen Mäch- ten an allen Friedensverhandlungen, Konferenzen und Kongressen teilzunehmen wünsche. In Erwiderung hierauf beehre ich mich im Namen der Dclega- tionen der vier verbündeten Mächte nachstehendes zu erklären: „Wir erkennen die ukrainische Delegation alö selbständige Delegation«nd als bevollmächtigte Vertretung der selbständigen ukrainischen Volksrepublik a n. Tic formelle Anerkennung der ukrainischen Volksrepublik als selb- ständiger Staat durch die vier verbündetcn Mächte bleibt dem Fric- dcnsvcrtrage vorbehalten." Herr T ro tz k i, welcher sich hierauf das Wort erbat, führte folgendes aus: „Im Zusammenhange mit der soeben in der Erklärung der Delegationen des Vierbundes behandelten Frage erachte ich es für notwendig, zum Zwecke der Information und behufs Beseitigung möglicher Mißverständniffe folgende Erklärung abzugeben: Diejenigen Konflikte, welche sich zwischen der rufst« scheu R eg i e r u n g und dem(Ä en e r als e k re t a r i a t er- geben haben und deren tatsächliche Seiten mehr oder weniger allen Nnwesenden bekannt sind,. halten und haben keinen Zusam» menhang mit der Frage der Selbstbestimmung des ukrainischen Volkes. Sie sind durch die Wildersprüche zwischen der Politik der Sowjets der LoWkommijsäve und des Gensralscrrctcwiats eich- standen, Widerspruche, die ihren Ausdruck erhalten sowohl auf dem Territorium der Ukraina wie auch außerhalb ihrer Grenzen, Was nun die faktisch vor sich gehende Selbstbestimmung der Ukraina in Gestalt einer Volksrepublik anbetrifft, so kann dieser Lorgang keinen Raum für Konflikte z w i s ch e n den beiden B r u d c tz r e p u b l i! c rr geben. In Anbetracht dessen, daß es in der Ukraina keine OkkupationStrirppen gibt, daß das politische Leben dort frei verlauft, daß es dort weder mittelalterliche Standcsorgane gibt,. die das Land repräsentieren wollen, noch von oben auf Grund der Machtstellung ernannte Schein- mimsterien, die innerhalb der Grenzen handeln, die ihnen von oben eingeräumt werden, in Betracht ziehend, daß auf dem Territorium der Ukraina überall freigewähltc Sowjets der Arbeiter-, Soldaten« und Bauerndeputrerten existieren, und. daß bei der Wahl aller Organe der Selbstverwaltung das Prinzip des allgeviemen. gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts angewandt wird, gibt es und kann cS keinen Zweifel gehen, daß der Prozeß der Selbst- bestimm un g der Ukraina in den geographischen Grenzen und in den staarlichen Formen, die dein Willen des ukrainischen Staates entsprechen, seine Vollendung finden wird. In Anbetracht des Vorstehen- der: und in Uebereinstimmurg mit der in der Sitzung vom 19. Ja- .mrar abgegebenen, ErUchrung sieht die russische Delegation keinerlei .Hindernisse für eine selbständige Teilnahme der Delegation deS GencralfekretariatS an den Friedensverhandlungen." Der ukrainische Staatssekretär Ho lubwytsch erklärte hierauf, die Deklaration der vier verbiinoetcn Mächte zur Kenntnis zu nehmen. Auf Grund derselben werde seine Delc- gation an den Friedensverhandlungen teilnehmen. General H o f f m an n, welcher hierauf das Wort er- griff, bemerkte, er habe aus der Antwort des Vorsitzenden der Petersburger Delegation auf seinen Protest ersehen, daß Herr Trotzki nicht verstanden habe, warum die von ihm heaustandctcn Funksprüche und Veröffentlichungen gegen den Geist des Waffen st ill st andes bcr- stoßen. Am Kopf des Waffensinllstandssvertrages standen die Worte„Zur Herbeiführung eines dauerhaften Frie- dens". Die r u s s i s ch c P r o p a g a n d a v e r st o ß c hier- g e g e n, weil sie nicht einen dauerhaften Frieden anstrebe, sondern RevolutionundBürgerk riegin unsere Länder tragen möchftc. In seiner Antwort verwies der Vorsitzende der russischen Delegation daraus, daß die gesamte deutsche Presse in Rußland zugelassen sei, und zwar auch jene, welche den Ansichten der russischen reaktionären Kreise entspreche und die dem Standpunkte der Regierung der Volkskommissäre zuwiderlaufe. Es herrsche also vollkommene Parität in dieser Sache, die mit dem Waffenstillstandsver- trage nichts zu tun habe. General Hoffmaun replizierte hierauf, daß sein Pro- trest sich nicht gegen die russische Presse gerichtet l)abe, son- deru gegen offizielle Regierungskundgebun- gen und offizielle Propagandatätigkeit, die mit der Unterschrift des Oberkommandierenden K r y- lcnko versehen sei.- Der Oberbefehlshaber Ost und der Staatssekretär des Aenßcrn betrieben keine analoge Pro- paganda. Herr Trotzki erwiderte hierauf, daß die Bcdin- gungen des Waf fen st i l l st a n d s v e r t r a g e s keine Beschränkung für die Aeußerung der M e i n u n g d e r B ü r g e r der russischen Republik oder ihrer regierenden oder leitendenKreise enthielten oder enthalten könnten. Staatssekretär v o n K ü h l m a n n stellte zu den Bemer- kungen des Vorsitzenden der russischen Delegation fest, daß die Nichteinmischung in die russischen V e r- hältnifse ein fe st st eh ender Grundsatz der deutschen Regierung sei, der aber natürlich volle G e g e n s e i t i g k e i t c r h e i s ch e. Herr Trotzki entgegnete, die Parteien, die der russi- schen Regierung angehören, würden es als einen Schritt vorwärts anerkennen, wenn die deutsche Regierung sich frei und offenherzig über ihre Ansichten bezüglich der inneren Verhältnisse ausspräche� niste fern sie dies für notwendig dachten würde. Hierauf wurde die Sitzung geschlosseit. Caillaux unö Semenceau. Geus, 13. Jauuar. Die„Human it 6" prote» stiert energisch gegen die bevorstchcudc Verhaftung Caillaux', dessen Anwesenheit in der Kammer Herrn Clcmcuceau mir nvangenehm sei. Die Reichstageersatzvohl in Nieöerbaruim. Tie sozialdemokratische Wahlvcreinsversammlung für Niedcrbarnim hat am gestrigen Sonntag als die einzig zm ständige Körperschaft einstimmig den Genosicn Rudois Wisseil zum Kandidaten der sozialdemokratischen Partei für die bevorstehende Reichstagsersatzwahl in.Niederbarnim gewählt. Nun gilt es, alle Kräfte dafür einzusetzen, daß der Kandidat der Partei auch Abgeordneter des'Kreises wird. Bei der letzten Wahl im Januar 1912 wurden� für den Kandidaten-der sozialdemokratischen Partei, den verstorbenen Vertreter des Kreises, Artur. Stadthagen, 92 559 Stimm en üb gegeben. Die Reichspartei erzielte 20 078 Stimmen, der Fortschritt 13 501, das Zentrum 239-1 Stimmen. Der Sozialdemokrat grnc! also in diesem Berlin nördlich vorgelagerten Riesenwahlkreis mit ungeheurer Mehrheit durchs Ziel. Somit läge auch für die Ersatzwahl, an der sich die hör- gerlichen Parteien angesichts der Aussichtslosigkeit ihrer B:- mühuugen kaum beteiligen werden, die Sache vollkommen klar, wenn nicht inzwischen die unselige Z e r r e i ß u n g d e r Arbeiterbewegung eingetreten wäre._ Ein Teil der Mitglieder der ReichStagssraktion glaubte Gründe zu haben, mit der Haltung der Gesamtpartei während des Krieges un- zufrieden zu sein: statt aber i n der Partei iveiter zu wirken, brach er in der Erregung, die durch die Kriegswirren vor- ursacht wurde,, die Disziplin und ging mit gesonderten Abstimmungen und Erklärungen vor. So entstand die von allen aufrichtiges Freunden der Arbeiterbewegung tief beklaglc Spaitung.. Die Unabhängigen betrachten Berlin als ihre Domäne. und sie werden nach ihren Ankündigungen nicht davor zurückschrecken, dem Kandidaten der sozialdeniokratischen Partei einen Gegenkandidaten entgegenzustellen. Diese Zersplitterungskandidatur muß im Interesse der Einheit der Arbciteröewegimg auf das entschiedenste bekämpft werden. Mancher mag sich im ersten Augenblick siagen: Da in Niederbarnjm ohnehin doch nur ein Sozialist gewählt werden kann, ist es verhältnismäßig gleichgültig, ob imn Genosse Wissell oder sein unabhängiger Gegenkandidat gewählt wird. Und da der Unabhängige gemeinhin als Vertreter der„schär- seken Tonart" gilt, mag mancher, der über die grauenhaften Zustände des Krieges im tiefsten Herzen erbittert ist, geneigt fein, diesem seine Stimme zu geben. Das wäre aber doch ein höchst kurzsichtiges Verhalten. Denn was dem so Denkenden in Niederbarnim als ein verhältnismäßig ungefährliches Experiment erscheint, das ist anderwärts, eine große Gefahr. Wenn es dazu käme, daß bat den nächsten allgemeinen Wahlen an vielen Orten den sozial- demokratischen Bewerbern unabhängige Gegenkandidaten ent- gegcngestcllt würden, und wenn diese eine beträchtliche Stini- menzahl erhielten, so wären zuletzt weder die Sozialdemo- kraten noch die Unabhängigen, sondern die bürgerlichen G e g n e r der Ar iterklasse, die Feinde des Sozialismus, der gewinnende Teil. Darum wäre es ein Schlag gegen die Ar- beiterbeweguug jclost. wenn die Arbeiteruisihler'von Nieder- barnim durch ihr Verhalten den ArbeiterAersplitterern Mut machen würden. Jede Stimme, die für Wissell abgegeben wird, wird eine Stimme für die Wiederherstellung der Einheit sein! Wir verkennen nicht, und Wir bedauern es, daß unsere Gegner in Niederbornim in mancher Beziehung Wind und Sonne gegen sich haben. Vor allem, ihnen fehlt ein täglich erscheinendes Organ. Aber es muß daran erinnert werden, daß die sozialdemokratische Partei selb st bc- reit war, den Unabhängigen ein solches Organ zu schaffen, und daß es die Unabhängigen waren, die in unbegreiflicher Verblendung diesen Plan hinter- trieben. Im Herbst 1916 schlug der Partcivorstand den schon iiki Auseinandergehen begriffenen Parteien vor, den„Bor- wärts" unter sich zu teilen. An stelle des„Vorwärts" sollten zwei Tageszeitungen erscheinen, von denen eine das Organ der Gcsamtpartei, die andere das Organ der mit der Haltung der Gesaintpartei unzufriedenen Berliner sein sollte. Wären diese damals auf den Vorschlag eingegangen, so hätten sie heute die auch uns erwünschte Gelegenheit, ihre von der unseren abweichende Meinung in einem täglichen Blatt der- fechten zu können. Unverständlicherweise haben sie es nicht getan. Möge es nun wenigstens gelingen, den unvermeidlich gewordenen Kamps ohne persönliche Gehässigkeit sachlich zu führen. Leider müssen wir nach dem bisher Erlebten unsere .Hoffnungen in dieser Beziehung etwas niedrig spannen, doch soll eS uns freuen, wenn wir angenehm enttäuscht werden. Der soziMemokra'tisihe Kandidat, Genosse Wisse?, ivar sein Leben lang ein entschiedener Vertreter der Arbeite pinter- essen, und als solcher steht er mit seiner Ueberzeugnng auf dem Standpunkt, daß sich die Interessen der Arbeiterklasse von denen des Gesamtvolkes in einem Weltkrieg nicht trennen lassen, sondern daß auch die Arbeiterklasse an der Verteidigung des Landes mitintercssiert ist. Für den raschen Abschluß des Massenmordens und gegen seine Verlängerung durch AnnexionSpläne tritt er mit uns mit der gleichen Entschieden- heit ein. Wenn die Wähler von Niederbarnim unserem Genoffen Wissest ihre Stimme geben werden, so werden sie damit dieses Programm unterschreiben und kein� anderes. Es ist ein Programm, das im Sinne unseres Würzburger Partei- tags den Klassenkampf des Proletariats nicht ausgibt und auf die hohen Ziele des Sozialismus nicht nur nicht verzichtet, sondern vielmehr in tatkräftigem Kampfe ihnen entgegen- strebt. Wir sind fest davon überzeugt, daß wir damit auf dem richtigen Wege sind und daß die anderen sich auf dem falschen befinden. Abet wichtiger noch als dieser Meimmgsstreit ist die G e> schlössen heit der Bewegung. Sie aufrechtzu- erhalten, wo sie gestört ist, sie wiederherzustellen, das ist die wichtigste Aufgabe. Rudolf Wissest ist der Kandidat der sozialdemokratischen Gesamtpartei und kein anderer. In diesem Sinn treten wir in den beginnenden Wahlkampf ein, der unerfreulich sein, aber doch dem Wohl der Arbeiterbewe- gung dienen wird, wenn der erstrebte Erfolg erreicht wird. Rudolf Wiffell. Der Kandidat der sozialdemokratischen Partei im ReichZtagZ- Wahlkreise Niederbarnim, Arbeitersekretär Rudolf Wissel!, ist am 8. Dlärz 1863 in Göttingen geboren. Er wurde Di e t a l l- arbeiter und blieb als solcher tätig, bis ihm seine GewerkschaftS- kamcraden in das Arbeitersekretariat in Lübeck beriefen, das er bis 1338 innehatte. Km Jahre 1305 wurde Genosse Wissell in die Lübecker Bürgerschaft gewählt, er hatte also im Rahmen dieses frei- staatlichen Gesetzgebungskörpers auch schon Gelegenheit,„parlamen. tarische Erfahrungen" zu sammeln. Seit 1333 ist Genosse Wissell Arbeitersekretär im Zentralarbeitersekretariat in Berlin. AIS Redner in Partei- und Gewerkschaftsversammlungen ist er seit- dem vielen Berliner Genossen bekannt geworden. Viel genannt wurde dann sein Name, als er auf dem Würz- burger Parteitag als Referent über die Sozialpolitik nach dem Kriege hervortrat. Sein schriftlich ausgearbeitetes und münd- Uch von ihm vertretenes Referat fand allgemeine Anerkennung. Eine frühere schriftstellerische Arbeit Wissels ist.Die Unfallver» sicherung in der ReichsversicherungSordnung'(1312). Auch dem RedaktionSstab des„V o r w ä r t s" gehört Genosse Wissell an, Er bearbeitet hier soziale und Arbeitcrrechts fragen. pfchon und Sie Sozialisten. wiljone Programm irnS öie französischen RegierungsvorschlZge. Die Rede Pichons hat, wie aus Genf gemekdet wird, in sozialistischen Kreisen äußerst verstimmt, da trotz aller Ver- sicherungen Pichons doch ein tiefer Zwiespalt zwi- schen dem Programm Wilsons und den fran- zösischen Regierungserklärungen bestehe und weder in der russifchen Frage noch in dem Problem der künf- tigen Völkergemeinschaft eine Uebereinstinmiung festzustellen sei. Renaudel erklärte nach dervH»manit6" in der Kammer, daß die Regierungspolirik dem Programm Wilsons voll- ständig widerspreche. Die Minorität von 118 Stimmen, worunter sich viele radikale Stimmen befinden, ruft in Re- gierunssf reisen ernste Besorgnisse hervor, da nach mancherlei sicheren Anzeichen nur wenige Radikale für Clenienceau stimmen werden. Dadurch würde, wie der„Temps" be- fürchtet, die Opposition weiter sehr wesentlich gestärkt. Aus der Rede Pichons und mis der Debatte über die diplomatische �Kriegführung wird noch folgendes, mitgeteilt: Bleiben wir somit fest bei den mit unseren Verbündeten getroffenen Verhandlungen. Wir haben solche mit Italien, Ser- bien, Rumänien und mit mehreren anderen unserer Alliierten, Und um nichts in der Welt werden wir sie brechen. Wir müssen schließlich fest bleiben in den Linien, die wir uns'gezogen haben in unserem gemeinsamen Willen, unS gegenseitig zu unterstützen. Man spricht von einer gemeinsamen Note. Denken Sie doch daran, daß es gegenwärtig nicht weniger als DasKlingler-chZartsK in der Volksbühne. Beethoven-Kongert. Ein Konzert aus Beethovens Kammerstücken l Wir sind gewohnt, den Menschen, respektive die Beweggründe seiner Handlungen in der Umwelt seines Lebenswachstums und Reifens zu suchen. Ist dieser Mensch nach hierzu eine Künstlernatur, so wird, da ihm ein Gott gab, zu sagen, was ihn freue und was er leide, jenes Umwelt- erleben mehr oder weniger erkennbar, mehr oder minier intensiv bei der Gestaltung neuer Werkschöpfungen beteiligt sein. Den Schlüssel für die Streichquartette Opus 18 Nr..4 und Opus 74 bilden also gewissermaßen die Zeit, aber auch die besonderen Begleit- umstände, darinnen sie entstanden sind. Das elftere Werk imnitten der sechs Quartette, in denen Beethoven zufolge seiner Absicht einem Verein von Freunden seiner Kunst tvahre Gesänge der Seele wie Bilder des sprudelndsten Lebens bot, wurde jedenfalls noch vor 1831 entworfen, nicht lange also nach jener verhängnisvollen Erkältung, die ihm völlige Taubheit> den ach so schmerzvoll geklagten, gleichwohl, wie wir in späteren gigantischen Werken gewahren, heldisch er« tragenen„Dämon in seinen Ohren" bringen sollte. Etwa zehn Jahre danach oder etwas mehr schrieb Beethoven das Streichquartett OpuS 74. ES ist als Ausdruck einer durch die Flut glücklichen Erlebens und seelischer Größe gekennzeichneten Periode zu bewerten. Obgleich daS Schicksal hart an die Pforte klopft— Beeichoben, der gefestigte Mann und zu gewaltigen Sonnenflügen sich aufftreckende Künstler, hat sich in sich selbst zu» rückgefunden und vermag nun, wenn's sein muß, allen finsteren Mächten zu trotzen. Die strahlende Ls�Tur-�onart, in der dies .Harfenquartett" gehalten ist, kündigt den Umschwung an. Der Vortrag beider Werke durch das Klingler-Ouartett, einfach des höchsten Lobes würdig, gestattete der Hörerschaft ein künstlerisches und seelisches Miterleben aller jener geheimnisvollen Kräfte, die Beethoven einst in Musiksprache verwanielt hat. Der Beifall, so gern man geneigt wäre, ihn als Ausdruck spon- tauen Ergötzens gelten zu lassen, sollte aber künftig, statt schon Mischen die kurzen Gedankenpausen der einzelnen Sätze geworfen zu werden, besser doch für den Schluß des jeweiligen Werkes auf» ArtillerietStigkett und Tettdorfiöhe an der französischen Front— ZahlreicheLuftkämpfe Amtlich. GrißeS Hauptquartier, 13. Januar 1918.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rnpprecht. Oestlich and nördlich von Armentieres sowie in der Gegend von Lens war die englisch« ArtiAerietätigkrit ta«S- über rege; auch in den anderen Abschnitten lebte sie vor- übergehend auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. An vielen Stellen der Front Artillcriekampf. Stärkere französisch« Abteilungen, die nördlich von ReimS, in der Champagne und nördlich von A v o c o« r t zur Erkün- dnng vorstießen, wurden im Nahkampf zurückgeworfen. Süd- westlich von O r n e s brachte ein eigenes Unternehmen Gq- fangene ein. Heeresgruppe Herzog Aldreiht. Auf den östlichen Maashöhe» und in den mittleren Bogesrn zeitweilich erhöhte Feuertätigkeit. In zahlreichen Lustkämpfon wurden gestern sechs feindliche Flugzeuge und drei Fesselballone abgeschossen. Oestlicher Kriegsschanplatz. KichtS NeueS. An der Mazedonische«, und Italienischen Front ist die Lage unverändert. Der Erste Grneralquartiermeister. Lndendorff. Albendbericht. v e r l i n, 13. Januar 1918, abends. Amtlich. Tön den Kriegsschauplätzen nichts NcueS. Der österreichische Bericht. Wien, 13.-Jan»a>r. Amtlich wird verlautbart: Beiderseits der B r e n t a nahm das Artillerieseurr vorübergehend an Stärke z«. Der Chef des Generalstabe». 17 Mächte gidt, die sich im Kriege gegen Deutschland befinden. Ist eS notwendig, sie alle einzuladen, ihre Kriegsziele für die Befreiung der Menschheit aufs neue zu formulieren, oder soll eine Auswahl unter ihnen getroffen werden, oder soll man sie schließlich vor der Stunde, in der dies notwendig fein wird, noch vereinigen zu einer Art von Vor-Friedenskonferenz? Glanben Sie mir, daß«s sich hier um etwas anderes als um Wortklauberei handelt und daß eS im Augenblick nur darauf an- kommt, daß wir alle im Grunde einig sind, wie selbst Albert Thomas anerkannt hat in seinem Artikel in der.Humanite", der aus London vom B. Januar datiert ist. Atbert Thomas rief dazwischen: Ich habe meinen Artikel unter dem Einfluß der Erklärungen Lloyds Georges geschrieben, bevor die Note des Präsidenten Wilson erschienen war. Heute stehen wir den Erklärungen Lloyds Georges und den 14 Artikeln des Präsidenton Wilson gegenüber. Der Augenblick erscheint also gekommen zu sein, zu erwägen, ob man gemeinsame Erklärungen abgeben kann. Clemenceau: Das ist gerade, tr-as wir vorgeschlagen haben. Aristide Brian d:„Ich wurde in einem Augenblick de? Krieges, wo die Ilmstände schwierig waren, berufen, um im Namen der Alliierten Wilson zu antworten. Es war davon im Laufe dieser Debatte die Rede. Diese Antwort war schwierig abzufassen. Wir dachten, daß man zu dem Präsidenten der großen Republik der Vereinigten Staaten Vertrauen haben müsse. Wir red!» gierten unsere Kriegsziele im Einklang mit den damaligen Umständen und den Bedürfnissen des Augen- blicks. Man kann heute sagen:„Gewisse Vereinbarnnoen wären besser nickt getroffen worden," aber bedenken Sie. daß, wenn gewisse Vereinbarungen unter dem Druck der Stunde nicht getroffen worden wären, heute vielleicht die Frage nach den« Erfolg Frankreichs sich nicht mehr würde haben stellen lassen, weil es dann auf den Sck,Iachtseldern isoliert geblieben wäre gegenüber seinem Angreifer. Die Hauptsache war, alle befreun- deten Kräfte gegen den gemeinsamen Feind zu- sammenzufassen. Das Vertrauen, das wir dem Präsiden- gespart Bleisien. Hier ist er am Platz; anders wirkt er nur störend. DieS wieder zu sagen, erschien uns berechtigt und notwendig. ek. die Agrarfrage in Nußlanö. Die Frage der Agrakrefonn, die Erbsckaft de? Zarismus, die der Regelung am dringendsten bedarf, hat sich durch die Revolution zu einer Agrarrevolution ausgewachsen. Zugleich ist sie mit der Friedensfrage so eng verwach'en, daß sie einen wichtigen Teil der- ielben ausmacht. Man veraesie nicht, daß Rußland vorwiegend ein Agrarstaat und demenlsprechend die Zusammensetzung des Heeres vorwiegend bäuerlich ist. Und dieses bäuerliche Element will den Frieden, Iveil es die schleunige Ordnung deS AgrarproblemS will, das nur durch eine baldige Demobilisierung möglich ist. Wie die Masse der Bauern sich zur endgiUligcn Lösung der Agrarirage stellen wird, ist heute noch nicht ersichilich, sie bilden aber indirekt durch die Räte eine starke Stütze der Maximalisten, weswegen ihr Einfluß auf das Agrarprogramm derselben wohl entscheidend gewesen sein dürste. Bekanntlich lautete das Programm auf Enteignung und Versiaattichung des gesamten Grundbesitzes und zwar ohne Eni« schädigung an die bisherigen Besitzer. „Jsvcstia", daS Organ der Arbeiter- und Soldatenräte, enthielt nun vor kurzem das von Lenin erlassen« Dekret über die Verteilung deS Grund und Bodens in Rußland. DaS Dekret bestimmt,> daß die Ländereien des Großgrundbesitzes, der Krön- guter, Liege irschaften der K löste/r und Kirchen, n e b st dem gesamten lebenden und toten In- ventar, Gebäuden usw. vorläufig zur Verfügung der Land- kommissionen und Distriktsbauernräle gestellt werden, bis die Volksverrretung in der Agrarfrage eine definitive Entscheidung ge- fällt bat. Obschon das Dekret also lediglich eine vorläufige Regelung e»t- hält, fügt Lenin demselben hinzu, worin seines ErachtenS die gerechteste Lösung der Agrarfrage zu bestehen hat: Dahin gehöre in erster Linie die gänzliche Abichaffung deS privaten Grundbesitzes für alle Zeit. Alles Land müsse ohne Vergütung enteignet und als gemeinschaftlicher Besitz deS Volkes betrachtet werden. Jene, die durch die Enteignung Schaden erlitten hätten, erhielten nur daS Recht auf Unterstützung für eine Zeitdauer, die nötig ist, um sich nach einer nenen Existenzmöglichkeit umzusehen. Die in der Erde verborgenen Mineralien, Erdöle, Steinkohlen, Salze, die Wälder und Wasserläufe müssen in Staatseigentum übergehen. ken Wikfon schenkten, erkanbte ibm, sich mit den Dokumenten in der Hand wi der an die Mittelmächte zu wenden, die vom Frieden gesprochen halten, ohne irgend etwas Genaues zu forntulieren, und ihnen zu sagen: Hierhabe-ich das, was Frankreich und seine Alliierten mir als eure Akten über- mittelt haben. Die Zentralmächte haben nicht geantwortet. Und die Vereinigten Staaten wußten nun, aus welcher Seite guter Glaube war.(Beifall.) Ich behaupte, daß die unter diesen Bedin- gungen abgefaßte Note den Interessen Frankreich» diente.(Beifall auf zahlreichen Bänken.) P i ch o n nahm hierauf wieder daS Wort: Mein Freund Briand wird mir bezeugen, daß ich keine Kritik an der Note des Präsidenten Wilson geübt habe. Albert Thomas macht uns einen weiteren Vorwurf.• Wir hätten, sagt er, nicht wie die Engländer eine Gegenoffensive als Antwort aufdie Verhau d- langen in Brest-Litowsk unternommen. Es ist den- noch eine solche, wenn wir von dem Augenblick an, in dem wir von den Vorschlägen Deutschlands an Rußland erfuhren, gesagt haben, daß sie uns keinen einzigen Augenblick auf- halten würden. Seitdem ist es klar geworden, daß Deutschland, während es der Form halber den Grundsatz eines Friedens ohne Annexionen proklamierte, es verstand, die von ihm eroberten Ge- biete zu behalten. Es würde also, um zu beginnen, Polen, Li- tauen, Kurland, Estland und L i v l a n d behalten, deren Bevölkerung sich, wie es behauptet, bereits ausgesprochen hat. Der große Zorn der Max'ima listen gegen die deutschen Bevollmächtigten hat sich beruhigt. Es scheint-gegen- toärtig, daß Anzüglichkeiten zwischen Kühlmann und Czernin einerseits und den maximalistischen Delegierten andererseits ausgetauscht werden. Wird der Friede geschlossen werden? Ob nun Deutsch- land ihn schließt, oder ob es beim Waffenstillstand bleibt— es wird sich um die Lösung der Frage gegen uns bemühen können, die der russische Abfall seiner Entschechnng anheimgegeben hat. Es wäre unklug, sich von der Festigkeit maximalistischen Geistes und von den Drohungen mit- einem revolutionären Krieg bestechen zu ! lassen. Es ist besser, dem Schlimmsten zuvorzukommen. Folgen- dermaßen stellt sich also' die Lage dar: Einerseits haben ine alliierten Länder durch ihre Re» gierungen bekanntgegeben, daß die Grundsätze eines dauerhaften und gerechten Friedens, den sie erstreben, Gleichberechtigung.-Frei. heit, Unabhängigkeit, daS Recht aus Wiedergutmachung der erlitte- Iren Schäden und die Schaffung bestimmter Einrichtungen zur Verhinderung einer Wierholung des Krieges sind. Sie haben sich in aller Form bereit erklärt, nntereinanber die Vorschläge zn prüfen, die ihnen von ihren Gegnern etwa gemacht wer-- den würden. Renaudel bestand auf der Frage betreffend eine gemein- sinne Erklärung der Alliierten und betonte die Notwendigkeit, vor allem di« Gerechtigkeit der Sache Frankreichs zu verkünden. Er schloß mit der Forderung auf Zusammentritt einer Konferenz der Alliierten zur Abfassung einer gemeinsamen Erklärung. Die Kcmmier nahm daraus, wie bereits gemeldet, mit 377 gegen 113 Stimmen die Priorität zugunsten einer Tagesordnung Augagneur an, die von der Re- gierung angenommen war, in der es heißt: Die Kammer billigt die Erklärungen der Regierung, der». traut darauf, daß sie durch energische Fortsetzung des Krieges die vollständige Wiedergutmachung des Mißbrauchs der Ge- walt, Herstellung einer Herrschaft der Gerechtigkeit in den internationalen Beziehungen und den Triumph der Demo- kratie weiter. erstreben wird, und geht zur Tagesordnung ' über. Diese Tagesordnung wurde durch Handaufheben an- genommen und darauf die Sitzung geschlossen. Italien und öie Kriegsziel-Kunögebungen öer Entente. Turnti, der Führer der offiziellen Sozialisten, erklärte einem Mitarbeiter der„Cpoca", an den Ausführungen Lloyd Georges sei das Bedeutsamste, daß sie ein Ausdruck der seit kurzem in England eingetretenen Strömung sei, die die Notwendig- keit eines baldigen Bernunftfriedens einsehe. Tu- rati hofft, die italienische Regierung werde sich bald zu ähnlchcn Erklärungen bereit finden. Laut„Avanti" gedenkt die offizielle sozialistische Kam- mergruppe anläßlich der Reden Lloyd Georges und Wilsons bei der Regierung einen früheren Zusammentritt des Parlaments zu beant ragen. In der letzten Session war die neue l�gung für den 7. Februar angesetzt worden. Jeder Bürger, ohne Unterschied des Geschlechts, erhält das Recht, sich mit dem Landbau zu beschäftigen, sei es unter Mit- Wirkung von Verwandten oder in Gemeinschaft mit anderen, jedoch nur so lange, als er(oder sie) imstande ist, das Land zu bearbeiten. Sobald das nicht mehr der Fall ist. verfällt daS Recht, der Betreffende erhält dann in der Form einer S t a a t s p e n s i o n seinen weiteren Lebensunterhalt. Die Form der Bearbeitung des Landes muß nach ort- lichen Verhältnissen geregelt werden. Davon wird eS ab- hängen, ob man eS in Einzel- B n u e t n h ö f e n oder einer(Gemeinschaft solcher oder überhaupt in g e m e i n s a m e r A r- beit tun will. Die Gemeinden sollen über die Arbeitsform selb- ständig beschließen können. Vor der Benutzung desLandes muß. an den Staat eine durch Gesetz zu bestimmende Vergütung bezahlt werden. Der gesamte Grundbesitz deS Staates wird in einem Land« f o n d s vereinigt. Die Verteilung unter dieBearbeiter des Bodens erfolgt durch die zentralen und örtlichen, autonomen Behörden. Diese Verteilung muß periodisch revidiert werden in dem Maße, wie die Gebauung intensiver wird und die Bevölkerung zunimmt. Die Ländereien von Bauern und Kosaken, die jetzt bereits im gemeinsamen Besitz bebaut werden, sollen von der Enteignung freibleiben. Notizen. — Theater. Da Georg Kaisers Schauspiel»Die Koralle" nunmehr zur Ausführung freigegeben word/n ist, findet die Erstaufführung am Donnerstag in den Kammerspielen statt. — Eine„freie Aussprache über Theaterkultur- fragen" veranstaltet der Ortsverband Groß-Berlin des Verbandes zur Förderung deutscher Theaterkultur am 18. Januar abends 7)4 Uhr im Weißen Saal« der Philharmonie, Eingang Köthener Straße 32. Der Eintritt ist frei. -�Die Kunst gehl nach Kohle. Die Stuttgarter Theater und Konzertsäle mußten wegen Kohlemnangel die Heizung einstellen und haben zum Teil— das Hofthecuer voran— geschlossen. — Die Weltkriegsbücherei, eine Sammlung von Kriegsdruckschriften und Kriegsdentwürdigletten au? den verschiedenen kriegführenden und neutralen Ländern, veranstaltet vom 18.-23. Januar eine Ausstellung im Zentral-Jnstitut für Erziehung und Unter« richt, Potsdamer Str. 120. De? Zweck öes Kornilowputsthes. Ei» Geheimtelegramm des früheren rufischen Gesandten Nobokosf. Amstcrdgm, 13. Januar.„Jswestija" veröffentlicht das folgende Gcheimtelegramm, das Nobolof, der russische Gesandte in London, während der Regierung KerenSkis versandt hat. Wörtlicht In der lehten Zeit hatte ich davon abgesehen, politische Telegramme an Sie zu senden, weil ich es für besser fand, zuerst die Kornilow-Krise vorübergehen zu lassen. Die Kornilow�Sache war meines Er- achtens nach nur sensntinoelle Episode, welche keinen tiefen Eindruck in England zurücklassen wird.. Dieses Reich hat viele Sympathien für unsere neue Staaksform und sieht ihre Schwierigkeiten ein. Das gemeinschaftliche Interesse dct Entente hat jedoch das Uebergewicht, und man versteht auch, dag die russische Armee monatelang nichts für die Entente tun kann, aber man ist zugleich der Uebcrzeugung. daß die Macht Amerikas dies cn Verlust reichlich aus- wiegt. Ich erachte es für notwendig, in Rußland politische oder militärische Konferenzen bis auf weiteres hinauszuschieben, weil die Rodner, welche dort auftreten, absolut keinen Eindruck im Aus- lande machen werden. Weiter teile ich Ihnen mit, daß man auch in England und Frankreich des Krieges müde ist. Deshalb muß noch ein neuer Schritt unternommen werden. Das Telegramm Nobokofs dürfte Wichtigkeit haben als Stütze der Bebauptnng, daß Äecenski mit Kornilow im Einverständnis war, als dieser seinen Zug gegen Petersburg unternahm. Die Don-Repub!ik. Amsterdam, 13. Januar. Einem Bericht der Peters- burger Telegraphen-Agentnr zufolge' ist binnen kurze m die Bildung einer Republik der Dongegend zu erwarten. General K a l e d i n wird hier vermutlich an der Spitze der Regierung treten.__ Meine Miegsnachrichten. Das Ergebnis der siebenten ungarischen Kriegsanleihe über- steigt nach den endgültigen Feststellungen d re i ta u s en d s e chs- hundert Millionen Kronen. Die dirrch die bisherigen ungarischen Kriegsanleihen aufgebrachte Summe beträgt damit über fünfzehn Milliarden. Die Unbegrenzten. Fast scheint es, als wäre es dem deutschen Volke beschie- deü, sich in zwei neue Parteien spalten zu müssen: die Be- grenzten und die Unbegrenzten. Seitdem nämlich der„Vorwärts" geschrieben, das Vertrauen des deutschen Volkes zu Hiudenburg� und Ludendorff sei niclst unbegrenzt, sonderen begrenzt, nämlich begrenzt auf ihre Eigenschaften als Heer- führer, betont auf der anderen Seite ein säst hysterisch an- lautender Eifer des Widerspruchs:„Nein, das Vertrauen zu .Hindenburg und Ludendorff ist nicht begrenzt, sondern u n» begrenz t." So erklärt auch der Wochenrundschauer der „Kreuzztg." mit feierlichem Ernst: „Der„Vorwärts" findet freilich, daß jeder vcruürrs.tige Mensch nur begrenztes Vertrauen zu den Heerführern haben könne, näm- lich nur soweit es sich um die Führung der Schlachten handelt. Selten oder' nie hat er in grötzerem Maße das wahre Wesen der deutschen Volksseele verkannt. Das Vertrauen zu Hindenburg und Ludendorff ist unbegrenzt." Die.„Kreuzztg." vertritt damit eine Auffassung, die— toaS kein Wunder ist— nicht demokratisch, aber auch nicht monarchistisch ist. Der Demokrat kennt kein unbegrenztes Vertrauen, der Monarchist aber kann unbegrenztes Ver- trauen eben nur zum Monarchen haben. Das ist soeben auH dem Landesverein der Deutschen Vatcrlandspartei für die Rheinprovinz in � eigenartiger Weise zu Bewußtsein ge- kommen. Kürzlich schickten die Kölner Ortsgruppe der Vaterlands- Partei, der Unabhängige Ausschuß für. einen deutschen Frie- den und der Alldeutsche Verband ein Telegramm an den Kaiser, den Kronprinzen, den Reichskanzler sowie an Hindenburg und Ludendorfs/ worin es heißt, daß die hehren Siegfriedsge st alten von Hindenburg und Ludendorff nicht dunklen Mächten erliegen dünsten! „Eure Majestät beschworen wir angesichts der baldigen glück- lichen Entscheidung dieses furchtbaren Ringens, das Sie- geswerk dieser Männer nicht in letzter 05 bu n d e v e r n i ch t e n z u lassen und nur einen Frie- den zu schließen, der die. Zustimmung Eurer Majestät mtli- tärischer Rotgeber findet. Mit Gotteshcld Hinden- bürg für Kaiser und Reich!" Jetzt erklärt nun der Landesverew der Deutschen Vater- landspartei für die Rheinvrovinz, daß er diesem Telegramm an den Kaiser durchaus fernstehe. Ter Grund ist leicht zu erkennen. Me Vaterlondsparteiler sagten sich ganz richtig, daß die Unbegrenztheit ihrer Heldcnvcrgötterung gerade an der Stelle Anstoß erregen mußte, auf die sie wirken wollen. Damit hat die Tragikomödie der„Unbegrenzten" begon- nen. Sie könnte eines Tages eine jähe Wendung zur Posse nehmen, wenn Hindenburg oder Ludcndorff etwas sagten oder täten, was nicht in den konservativen Partei kram paßt. Denn die„Unbegrenztheit" des Vertrauens ist für gerissene Macher doch weiter nichts als Mittel zum eigenen Zweckl Die Stichtvah! in Smchen. Ein Dresdener Telegramm der„Frankfurter Zeitung" meldet: „Bei der Stichwahl:n Baichen-Kamenz wird die Fortschrittliche Volkspartei die Wahlparole für die Sozialdemokratie ausgeben." Dagegen werden die nationalliberalen Splitter, die vielleicht in der Wählerschaft der Fortschrittler wieder noch ent- halten sein könnten, laut Parole für den Konservativen stimmen. Tie„Nationallib. Korr." schreib!::„Es ist, zumal ange- fichts der Verhandlungen in Brest-Litowsk, jedenfalls nicht der ge- ringste Zweifel daran/ daß die nationalliberalen Wählet laut der Parole de? nationalliberalen Landesvereins für das Königreich Sachsen für den kvnservativen Kandidaten ein- treten werden." Verbot einer Kriegsbeschäüigtenversammlung. Stummer Protest der Kriegsbeschädigten. In etner gewaltigen Mitgliederversammlung wollte der Bund der Kriegsbeschädigten und ehemaligen Kriegsteilnehmer ain Sonn- tag gegen, die rohe Mißhandlung der KriegSbeschä- d i g t e n durch die Vaterlandspartei und gegen die V e r s ch l e p- pung der Wahlreform protestieren. Ueber 2000 Kriegsbeschädigte waren zu diesem Zweck nach dem LehrerbereinshauS am Alexanderplatz geströmt, der große Saal erwies sich angesichts dieser Menge als viel zu klein, aber die' Versammlung konnte nicht statt- finden,— sie war vom Polizeipräsidium als angeblich ö f f e n t- l i ch e Versammlung verboten worden. Die Denunziation des freikonservativen Abg. Lüdecke in der Wahlrechtskommission des Abgeordnetenhauses hat Früchte ge- tragen. Die Kommission kann also nicht nur leeres Stroh dreschen, sie hat ihren ersten„positiven Erfolg" erzielt. Herr Lüdecke hatte unwahrerweist angegeben, daß dem Bund der K. u. K. ösfcnt- l i ch e Versammlungen gestattet würden, der NaterlandSpartei dagegen nicht, um so ein Verbot der Bundesvetsammlung zu erzielen. Dabei handelte es sich hier um eine wirkliche Mitgliederver- sammlung. wahrend auf der jüngsten„Mitgliederversammlung" der Baterland spartet nach dem öffentlichen Geständnis des VaterlandSparteilerS Martens— er hat das zur Entschuldigung der damaligen Ausschreitungen angeführt— sich unter mehr als 1000 Anwesenden mir 50 Mitglieder der„Baterlandspartei" be- funden haben. So sieht die«Benachteiligung der Vatcrlandspartei" in der Praxis aus. Nach Auflösung der Versammlung suchte ein Teil der Er- schicnenen eine streng geschlossene Mitgliederversammlung in den „Sophiensälen" abzuhalten. Zu dieser erschienen noch über tausend Kriegsbeschädigte, aber auch diese zweite Versammlung wurde ver- boten. Da ertönte aus der Versammlung eine unerwartete An- regung:„Kameraden, wir sind jeder Möglichkeit beraubt, mit Worten gegen die Mißhandlung unserer Kameraden durch die„Vatcrlandspartei" zu protestieren. Ich schlage deshalb vor, daß wir die Bänder unserer Kriegsauszeichnung zum Zeichen des Protestes ablegen und gesammelt an Herrn Großadmiral von Tirpiy als dauerndes Mal der schmachvollen Tat seiner Anhänger einsenden." Brausender Beifall folgte den Worten, der Rufer nahm' sein Ordensband herunter, andere folgten dem Beispiel, bald war ein herumgereichter Hut mit abgelegten Bändern bis an den Rand gefüllt. 325 schwarz-weißc Bänder ergaben sich bei der Auszählung, und zahlreiche Kriegsbeschädigte, die ihre Auszeichnung nicht an- gelegt hatten, versprachen, noch später zum Zeichen des Protestes ihr Band an die Geschäftsstelle des' Bundes. Lindenstr. 114, einzusenden. Die Kriegsbeschädigten haben durch Ablegung des Bandes nicht auf ihre Auszeichäung verzichtet— das lag ihnen fern—, sie haben aber sagen wollen, daß an der Auszeichnung nichts gelegen sein kann, wenn ihr kriegsverletzter' Träger nicht einmal vor rohen Miß- Handlungen durch die„Vaterlandspartei" sicher ist. Für die„Väterlandspartei" eine herbe, aber wohlverdiente Lehre! Die SeSeilkgung öerSsMKemskLatischen pattei cm öer Reichstagswahl im treffe Nieöeelmrmm._ Gestern nachmittag versammelten sich die Delegierten des Wahlkreises N i e d e r b a r n i m, um zu der durch den Tod des Abg. Stadthagen notwendig gewordenen Reichstags- ersatzwahl Stellung zu nehmen. Genosse Hermann Müller eröffnete die Sitzung und gab nach einigen ein- leitenden Sätzen das Wort dem Genossen Wissel!, der etwa folgendes ausführte: Die drängenden Forderungen der Zeit lassen sich in die Worte„Frieden, Recht und Freiheit" zusammenfassen. Aus dem Osten, von ur» sich 1014 die Sturmflut der zarischen Heeresmassen gegen uns heranwälzte, strahlt heute das Licht des Friedens. Leider ist es noch kein allgemeiner Frieden, wie ihn die deutsche und die vnssische Sozialdemokratie immer und immer wieder unter der Formel„ohne Annexionen und Kon» tributionen" von ihren Regierungen fordern. Jener Frie- den, der einzig allein dem Kriege ein Ende machen kann. Das Friedensangebot der verbündeten Mächte stellte sich auf den Boden eines Friedens, der die Ehre aller Kriegführenden unangetastet läßt. Dieser Vorschlag wurde von den Gegnern als unehrlich abgewiesen, teils wurde das Angebot auch als Zeichen des baldigen Zusammenbruchs der Mittelmächte angesehen. Wenige Zeit später bewiesen di4 Geheimdokumente, die von der neuen russischen Regierung veröffentlicht tWrden, welch eigentliche Absichten sich hinter den tönenden Phrasen verbargen. Denn inzwischen hatte in Rußland der Zarismus sein ver- diente? Schicksal gesunden. Damit war die F r i e d en s fr a ge entscheidend in Fluß gekommen. Das Programm eines künftigen Friedens, das die Delegation der deutschen Sozialdemokratie mit nach der von den Russen angeregten Stockholmer Konserenz nahm, ist bekannt und hat einen echten guten Klang. Mag hier in Deutschland und auch anderswo unter dem Spottnamen„Ver- zichs"- pnd„Schäidemann frieden" dagegen gekämpst werden, um diese Ziele sammeln sich doch alle, die ehrlich einen baldigen und dauernden Frieden wünschen. Durch die Sabotage der französischen Sozialisten scheiterte dieser Versuch einer Verständigung. Auch die Note des P a p st e s fand kein Verständnis bei den Verbands- mächten, und der nicht mehr«neutrale" Wilson erkannte die deutsche Regierung nicht als den WillcnsauZdruck deS deutschen Volkes an.— Erst die Eroberung der russischen Regierungsge- walt durch die Bolschewiki brachte den Frieden in greifbare Nähe. Aber auch die kaum begonnenen Friedensverhandlungen standen bald unter düsteren Zeichen, indem di« deutschen Unter- Händler versteckt?-Annexionen vertraten. Unter Hellem In- bel der Kriegshetzer innen und außen. Die deutsche Regierung unterstützt damit zu ihrem und des Volkes Schaden ebenso die Alldeutschen wie einen Lloyd George, Clemencccm und Wilson, insofern sie ihnen Gründe zur Fortsetzung und Propa- gierung an die Hand liefert. ' ES ist kein Zufall, daß dieselben Leute, die den Verhandlungs- tisch mit der Faust belastet sehen wollen, auch die hartnäckigsten Verweigerer der politischen Volksrechte sind. Die preußische Wahl- rechtSfrage werden sie aber, wenn nicht der s ch w e r st e K o n f l i k t eintreten soll, nicht inehr von der Tagesordnung setzen können. Die Volksgemeinschaft kann sich nur auf der Grundlage des gleichen Rechtes dauernd erhalten. Wahr soll es sein, was wir und unsere Soldaten so oft gesungen: „Einigkeit und Recht und Freiheft sind des Glückes Unterpfand!" Lebhafter Beifall lohnte dem Redner. Nach ihm sprach Genosse Müller:„Wir stehen vor der Ersatzwahl im Kreise Niederbarnim. Es handelt sich um ein Mandat der s o z i a l- demokratischen Partei. Eine Verständigung mit den Unabhängigen ist gescheitert. Die Aussichten für eine neue Gewinnung des Mandates find günstig. Wir müssen uns aber mit aller Kraft dafür einsetzen." Die Beteiligung an der.Reichstags- wähl und die Aufstellung des Genossen Wissel! wurde e i n st i'm m i g angenommen. G e- n o s s e W i s s e l l n a hm d i e' W a h l a n. Als Wahllokal ist das B e z i r k s s e kr et a r ia t bestimmt. Alle Zuschriften find da hin. zu richten, der Papiermsngel unö öie Suchörucker. .Die mangelhafte Versorgung mit Papier hat sich für das Buch- druckgewerbe zu einem Ztoistand ausgewachsen, der die Arbeitnehmer des Gewerbes veranlaßt hat, eine Kundgebung in allen größeren Druckorten Deutschlands zu veranstalten. Der Verein der Berliner Buchdrucker uno Schriftgießer hielt am gestrigen Sonntag eine stark besuchte Versammlung in den Germaniasälen in der Chcmffeestraße ab. Ter Resereni, Gau- vorsitzenöe.r M a s s i n i, verwies darauf, daß den Äuchdruckerei- Besitzern aus ihre Vorstellungen bei den Behörden Versprechungen wegen ausreichender Versorgung mit Papier gemacht, aber nicht gehalten ioorden seien. Schars protestierte der Redner dagegen, daß eine den Paprermangel betreffende Eingabe, die das Tarisamt der Buchdrucker an den Reichskanzler richtete, nicht einmal einer Antwort gewürdigt worden ist. Ferner beleuchtete der Referent die Folgen, welche die den Papierverbrauch in den Zeitüngs- und Werkdruckereien regelnde Verordnung vom 1. Januar 1018 für das Berliner Druckgewerbe Baden muß. Der Verbrauch ist auf die Hälfte herabgesetzt, aber selbst dieser Teil ist oft sehr schwer und nicht rechtzeitig zu bekommen. Dadurch ist eine Unsicherheit Jm ganzen Buchdruckgewerbe entstanden, welche auch die Interessen der Arbeitnehmer erheblich schädigt. Das regelmäßige und Punkt- liche Erscheinen der Zeitungen ist in Frage gestellt, wodurch also auch die Interessen dm Allgemeinheit ungünstig beeinflußt werden. Der Papiermangel hat bereits einen Schleich- und Kettenhandel mit Druckpapier Zu Wucherpreisen ins Leben gerufen. Wenn diesen Mißständen nicht bald abgeholfen wird, dann isteine Katastrophe mit unabsehbaren Folgen zu befürchten. Die zuständigen Behörden müßten deshalb für schleunigste. Besserung in der Papierversorgung bedacht sein. In der Diskussion wurde unter anderem ausgesührt, daß es mit der Druckpapierbelieferung besser stehen könnte, wenn nicht Papierrohstoff sowie fertiges Papier zu anderen Zwecken mehr als notwendig verbraucht würde. Die Behörden sollten im Papier- verbrauch sparsamer sein und die Presse sollte, erforderlichenfalls durch Nichtveröffentlichung der vielen offiziellen Nachrichten und Artikel, den Protest gegen die Papiernot nnterstützen. Einstimmig wurde die folgende Resolution angenommen: „Die am Sonntag, den 13. Januar 1013, in den Germania- sälen, Chausseestr. 110, tagende Versammlung des Vereins der Ber- liner Buchdrucker und Schriftgießer, die sich mit der Papiernot in den Zeitungs- und Werkbetrieben beschäftigte, richtet die dringende Bitte an die verantwortlichen Stellen der Papierlieferung, der drohenden Gefahr eines schließ- lichen gänzlichen Stillstandes der Berliner Zeitungen und Werk- betriebe dadurch zu begegnen, daß auf schnellstem Wege diesem außerordentlichen Notstande abgeholfen wird. Die An forderungen, welche die jetzige Zeit zur Aufbringung der Kosten für das tägliche Leben an jeden einzelnen Gehilfen stellt, gestatten auch nicht den kleinsten LohnauSsall. Durch die außerordcnt- liche Einschränkung der Papierversorgung wird aber täglich die Gefahr drohender,, daß das Arbeitsgebiet der Gehilfenschaft verringert.und dadurch Zustände herbeigeführt werden, für die die Gehilfenschaft jede Verantwortung g b l e h n e n muß. Die Versammlung wendet.sich daher an die mit der Papier- lieserrmg beauftragten Rkichsstellen mit dem dringenden Ersuchen, in dieser schwierigen Zeit für eine dauernde nnd bessere Belieferung mit Papier zu sorgen, damit dem gesamten Buchdrnckgewerbe schwere Zeiten erspart bleiben." Die Stadtüerordnetenwahl im 11. Kommunalwahlbezirk. Bei der gestrigen Stadtverordneienersatzwah! im 11. Kommu- nalwahlbezirk erhielt dar Kandidat der sozialdemokratischen� Partei, Rath mann, 1013 Stimmen, der Kandidat der Unabhängigen, Barenthin, 1302' Stimmen. Letzterer ist somit gewählt.� Ist es an sich bedauerlich, daß die Wahl zugunsten jener Fraktion ausgefallen ist, die leichtfertigerweise die Arbeiterzer- splftterung auf ihre Fahne geschrieben hat, so ist andererseits� die hohe Stimmenzahl, die Genosse Rathmann auf sich vereinigen konnte, sehr erfreulich. Der Wahlbeziftl liegt im Osten Berlins, den die Unabhängigen zu ihren Hochburgen rechnen, und doch er- zielte ihr Kandidat'dori einen sehr knappen Sieg. DaS zeigt beut- lich. daß m der Arbeiterwählerschaft Groß-Berlins ein Prozeß der Selbstbesinnung im Gange ist, der schließlich unserem Ziel, der Einheit der Arbeiterbewegung, zugute kommen muß. Je weiter dieser Prozeß fortschreitet, desto sicherer wird die not- wendige Einheit der AtiionSlinie wieder erreicht- werden. Die alte sozialdemokratische Partei, deren Geschlossenheit im Reich durch die Unabhängigenbewegung nur stellenweise gestört ist, hat gestern gezeigt, daß sie auch in Berlin eine Macht geblieben ist. Unier Kämpfen, die an sich unerfreulich aber unvermeidlich geworden sind, wird sich auch hier die notwendige Entwicklung voll- ziehen: zur Einordnung in das große Ganze! Ein Ilubilänm im Arbeiter-Turnerbund. Fünfundzwanzig Jahre besteht setzt die Kreis- organisation. Brandenburg vom Arbeiterturnervund. Am gestrigen Sonntag veranstaltete sie in Berlin eine Gedenkfeier, an der die Axbefterturnvereme Groß-Berlins und Abordmmgcn von Arbeiterturnvcreinen der Provinz Brandenburg teilnahmen. erstreben wir, die Sozialdemokraten! Wer sich darin mit uns einig weiß, der unterstütze die Partei in ihrem Kampf um die schleunige Beendigung des Völkermordens und werde Mitglied der Organisation! Zu diesem Zwecke sende man nachstehenden Schein ausge- füllt an Th. Fischer, Berlin SW. 63, Lindenstraße 3. Ich erkläre hiermit meinen Beitritt zur„Sozialdemo- kratischm Partei Deutschlands". Genaue Lidresse:.........................................................................____ ter onS StonettiüftW tvar:n fetii?! so- zay-ceiiH ien-n, daß der große Wftsaa!� it: Srauurcf Wtzow kaum sur Zchcrr der Gäste auSre-Me. Taft in der Frstverfammluna das dliche Gescklecht weitaus die hatte, ist in dieser Kriegs- : begreiflich Tie Zahl der.�rle-ste-lnelimer i" ja in den Ar- rterturnvereinen besonder.- groß. Der ia-Nereu Verluste. d:e ocr '.leg den Arbeiterturnvercinen gebracht hat. gedachte in seiner zstrede der Kreisvertreter Süi.nberg. LZie viele �der Trcucften then drmlßen in fremder Erde! In bitterernst blicken di: aheimgebliebenen Alten auf das Werk, das sie vor einem Vierte!- ahrhnn-deri für die Arbeiterturner schufen. Schönbcrg erinnerte waren. Die Arberteriurner haben es sieb durch keine Erschwerun- gen verleiden lassen, in der Arbeiterbevölksrnng die Turnerei zü Pflegen und.hiermit zur körperlichen Ertüchtigung der Arbeiter- klasie beizutragen. Die Geb. nkseier wurde verschönt durch wrne- rische Aufführungen,-n denen sich betet. ig im vom Berli-n« Wer- ein„Fichte" die 12. MäMter-bteilung. die 2. Frauonahteilung. dre ß. L ehrlin gsabteilung. die 1. Schüler- und Schülerinnenabtellung. .— M' M M Öteirlun- In kor;>Z der Freien ilurnerschasl Neukölln-Brih mit. Von de« Fernleitungen nach» auster.salb sind noch vrele ge- stört, die Fehler verteilen sich auf alle Richtungen. SJilmersdvrf. NeuauZgsbe von Lebcn.Smittc!karten für Kranke. Die Ausgabe der auf Grund ärztlichen Zeugnisses bewilligten Zu- satz-Fleifch-, Speifafett- usw.-Karten auf die Zeit vom 21. Januar Ins 17. Februar an Kranke und Gencsendc erfolgt nach besonderer Ausgabeordnung durch das Städtische Lebensmittel rmt, Abteilung für K ranken rrnährung. y'äbrend der Tage vom IS. bis 19, Januar, werktäglich zwischen 9 und 2 Uhr. Fricdrichsfclde. Bekanntmachung über Holzver- kauf. Zufolge de� regen t'lachfrage ist imr noch ein kleiner Posten Swbvenboh» vorhanden. Wer daher gewillt ist, von diesem Holz zu kaufen, möge alsbald seinen Bedarf decken, da sonst der Borrai zu Ende geht. VrG-Se?lmee partemachricht v«»* Berliu-Mariendorf. Mittwoch, den 19. Januar 1918, abends 8 r.hr. im Restaurant des Herrn R. Hoch, Chausseestr. 44. Mit- Bedereersammlune, wozu auch„Borwärrs"-Lcscr Zutritt haben. Welt. TaÄ GrubcnmtgZück iu Halmerand. London, 12. Januar. Räch den letzten Berichten über das Erubenunglück in Halmerrand wurden 199 Mann lebend und einige tot an die Oberffach» gebracht. 149 M'atw sind in deck Schächten cingrschlosfcn, cS besteht wenig Hoffnung, sie zu r e t t e m Zwillingc, die nicht im selben Jahre geboren si�d. In i'-r schwedischen«ladr Eefle kam eine Arbeiterfrau in den letzten Minuten des Jahres 1917 mit einem Knaben nieder, kurze Zeit darauf, als' schon das neue Jahr angebrochen war. bcsci enkte sie ihren Mann noch mit einem zweiten Kinde, einem Mädchen. O- wohl nur etwa zehn Minuten zwischen der Geburt der beiden Kinder liegen, sind diese doch auf Grund des dazwischen erfolgten Jahreswechsels im Kircheubuche unter den verschiedenen Taten des 31. Dezembers 1917 und des 1. Januars 1918 eingetragen. Ta? eingeschneite Chitago. Ehikago ist von jeder E i e n- bahnverbindung abgeschnitten durch einen der schlimm- sten je erlebten Schneestürme. Das Geschästslcben ist he- hemmt, es kommt keine Milch in der Stadt an. Die Kohlenzüge kömieii nicht befördert werden. Wcttcraucsichtcn für das mittlere Norddeutschlaud bis TisnStxtg mittag. Zeitweise aufklärend, jedoch vorwiegend bewölkt mit wlcderhol.cn Niederschlägen; an der Küste etwas milder. �cra.rtwortlich tür Bolitil:(-.ich ziuctiier, Vsrlili: lür den übrigen Teil des i-ioiteo Alfred AeuwUni tür Jirscrnc TI>. Glocke, sterlin. Druck u. Verlag. Vorwärts Luchdruckeoöi u. Zertagsanstav Vau! Singer je Co.. Lerlin Sic. yarptrsf 'JU Will Hoflieferant Sr. Maj. d. Deutschen Kaisers, Königs v. Freussen, �roepg- RHEINBERG(Rhld.)- Gegründet 1846. Ka mm erli ef erant Sr. Kaj. d. Kaisers v. Oesterreiche Königs v- Ungarn. r:'■■■<&? pn~r A.'iJ'a-.''-' kSiiijto>- rvXl.-k-��. :�u-ii bniTi'inwrfnn Ailiairaispalasi 7S/, Uhr:'; Dentscfje Tiinne»Ts von SciinSiert. fn Abrakadabra. N x muaatmmmmm\ iiiniiiii i iihinii>> i> livkm Krems 1 YHitoria-Theater'h (frilhcr Sanssouci) p KoUbuscr Str. 6. Haclibaiin Koitimse!' Tor. p ToL Moritzplatz 143 lt. tj | Gut geheizt, Kaudi.»est. tj 11 fjpr, Ii Elefanten,? 10 Liwes, j Pfordt! uow u. ai'o Artisten. J Tägl. 7stzllbe. � Ivlittw., Sornjooeutl, Somi- tag 81/, iind V1;, Uhr. i Nachm. halbe Preise für Kinder und Soldaten. Ksa�BLeaaeiasBMr-.saiaste Spszlalarzl Dr. med. Daabs beb. schnell, grüridl., mögl. schliierjlos u. ebne BcrusZiwr. lissovieoiliellranllbei!, gsiiel.ne haut-. Hern-, frauenleidei! Sohwöolie. Erprobteste'.!>> ctg öden Ehrlish-Hata-Kuron, Harn- u. Blutuntersuchung.* Kösiipsr. UM. siSÄi. Spr.'0— In.—§. Setnst.it)— 1 i mm® W zum AuSicheihest aller Schärfet! aus i>e» Liften gibt es nichts iSestcres alsApottskcr Lou.it» stetus Lleneiia. cu- h-llest gan; bes. bei Aiisichtägcn Ke> sichrsbiüten, roter Haut. Fiechten. Bwiaudraitk und Berilopsung Dost: Äi. 4 ö» nur von ijUeitad der Lithogrsphen. Stcindruciicr and verriandten Rcufc «(Doutscii. Ssnefeidcr-Btrad). ITotEeniapsjölge. Unseren Mitglieder» gcb-m wir biordurch bctannt, daf der Kollege Steindruck«: Robert Eckert im Alter von 44 Jabrcii nach kurzem Krankenlager an Herzleiden verstorben ig. tun ehrendes Ancjeniien ist ihm gesichert. Dir Beerpiglnig findet an. g b Dienstag, den 15. Jana«,| S> nachm. 2 Uhr, vonderLeichen- 7 ff. balle des(Äethsemane-Kit ch- j| l.oses in Nordend aus slalt. B iS Eine rege Beleiligring«r- W wartet Sie Letsver«a!'.«nz. ij saviÄvnBws■�SBBtsxaaeaa.} | M fflf M W» mm C-äü is Sobleuschoncr. runde, pfcnniggroü, Ulvv Stück S Matt, vorkaust* 18292 'ftiß Münz- ■tUS, slrahe i7. Or. med. tüaschö, Fräedrishstr.M �1«. 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