Ar. 20. SS.ZatzrU. Bezugspreis» MertsliShrt. tM Ml. monotl. t JS09U. ■""*(.Cinjel Deiulchland unb Deftmeii»• Ungarn Sr- Ml. für das übrige UuSland CK) Ml monatlich« erfand in« Feld b«i direkter Scitelluna monail>MMl Poitbeftellungsn nehmen an Düne- Marl. Holland. Luremburg, Schwede» und die Schwei» Singelragen in die ibolt-ZeitunftS-LreiüIijt«. Erichetni täglich. Telegramm- Kdreffe: .Toztaldrmokra» Verlt»�, (iv Pfennig) Der Anzeigenpreis detrügt t. die stebengespalteneKolonÄ- »eile 60 Pfg.„lilcine Anzeigen", das sctlgedrncktc Wort 20 Pfg.(/w lässig 2 fetigedruikte Corlf), iedeS weitere Rori lll Pfg. Stellengesuche und Schlafsiellcnanzcigen das erste Wort lv Psg.. isdes weitere WortZ'Psg. irorte über lb Kuchilade» zählen für »wei Aorte. Teuerungszuschlag 20% Familten- Anzeigen Sit Pfg., dolitilche Knjemcn Verlinev Volksblskk. Uhr nachmitl. im Sauvtgelchüfl VerUn SW.t>8. Lwdenltraste il, ab» gegeben werden. Geöffnet don S Uhr früh bis 7 Uhr abends. �cntralorgan der fozialdcmokrati rchcn parte» Deutfcblanda. Reüaktion: EW.»S» Linüenstraße Z. gernivrecher: Ami lvioriuvlau. Str.»Kl SV— 151 97. Sontetag. bett 20. Januar 1918* I Cxpcdttfen: Sw» 6S, linüenstrahe Z. Hernfpr-ch«, Av» VtoriAvlatz. Str. 1SX 90~.tft| 9T» Die 6röffnung der Konftituante. Oesterreich-Ungarn. ES darf wohl gesagt werden, daß in Oesterreich-Ungarn augenblicklich sehr starke politische Spannungen bestehen, die nicht allein auf die Ernährungsschwierigkriten und auf die Kürzung der Mehlration zurückzuführen sind. Nebenher läuft der scharfe Angriff des Wiener„Fremdcnblatts" auf eine destimmte politische Richtung in Deutschland, als deren Exponenten man mit Recht oder Unrecht den Fürsten Bülow betrachtet. Die ungeheure Aufregung der alldeutschen Presse über diesen Angriff zeigt, daff hier wieder einmal etwas wie eine„Krise" im Gange ist und daß wieder„wichtige Entscheidungen" erwartet werden. Die Stimmung Oesterreichs, auch Deutsch-Oesterreichs, wendet sich gegen die offen oder versteckt annexionistische Richtung in der deutschen Politik, und wenn sie neuerdings so überaus sinnfällig in Erscheinung getreten ist. so rührt das zum guten Teil auch von der Sorge her. daß durch einen Sieg jener Richtung der Krieg verlängert werden könnte. Graf Czernin, der infolge der Ereignisse »räch Wien zurückgekehrt i st, hat eine unten wieder- gegebene, höchst bemerkenswerte Aeußerung getan, die offen. bar dazu bestimmt ist, die sehr hochgehenden Wogen der Er- regung zu beruhigen. Wenn man auch in der Beurteilung diplomatischer Kundgebungen durch Erfahrung zur größten Vorsicht gemahnt wird, so scheinen Czernins Worte doch darauf hinzuweisen, daß sich Oesterreich- Ungarn von dem Plan der sogenannten„austropolnischen Lösung" zurückzieht. Wenn nun Oesterreich-Ungarn dem Frieden zuliebe tatsächlich auf jeden Gedanken der„Macht- erweiterung" verzichten sollte, so würde es unmöglich wollen können, daß die Friedensverhandlungen von anderer Seite durch solche Gedanken gestört würden. Die Wiener„Arbeiterzeitung" schrieb am Freitag in einem Artikel: Wir müssen mit der Möglichkeit rechnen, baß die Bei» Handlungen scheitern und der Krieg weilergeht, so lange, bt» enlweder auch in Ruhland wieder die Aristokratie oder auch in Deutschland und Oesterreicb-Ungarn die De- mokratie die Friedensbedingungen bestimmt. Di« Verhandlungen in Brest-LitowSk bringen uns dann nur den einen Gewinn, daß wir wenigstens wissen, wofür der Krieg sorlgesetzl werden muß. Ein Wiener Telegramm der„Frankfurter Zeitung' gibt dazu folgenden nach unseren Informationen zutreffenden Kommentar: ES wird immer klarer, daß mit halbem EinverständuiS der Regierung die Böller Oesterreichs, auch die Deutschen den Krieg nicht länger führen wollen, als biS auch die Entente zu einem Berstöndigvngsfrieden bereit ist, ja, daß sie die Ber- ständigung an sich und die Befreiung aller Böller von ihren Imperialisten als eincS der Kriegöziele selbst betrachten. Die Entwicklung geht hier mehr und mehr von einem exllusiven Ratio- naliSmus zum demokratischen Internationa liSmuS Man muß diese Entwicklung im Auge behalten, um nicht Gefahr zu lausen, schließlich isoliert für einen Macht- und Siegfrieden, der zugleich die Verewigung des Militarismus bedeuten würde, einzutreten. Keine Agitation und keine Umichmeichelung der Entente hat auf das Verhältnis zwischen Oesterreich und Deutschland so nachteilig eingewirkt, wie da» Gebaren der deutschen Valerlandspartei. Das ist eine deutliche Mahnung an ynsere inner- und äußerpolitischen Scharsmacher, den Bogen nicht zu überspannen. Ueberreiztes Machtbewußtsein verblendet. Verblendung aber führt die Völker ins Verderben. Unver- stand von oben hat kein Recht, sich über Unverstand von unten zu beklagen. Am Dienstag wird voraussichtlich endlich der Reichs- k a n z l e r im Hauptausschuß des noch immer vertagten Reichstags, dessen Einberufung von der Sozialdemokratie vergeblich gefordert worden ist, seine langerwartete Rede halten. Wird er sprechen wie Czernin? Wird er der wachsenden Friedensneigung in Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Italien. Frankreich, England, Amerika— für die trotzalledem die W i l s o n- B o t s ch a f t ein deutliches Zeugnis ist— Gerechtigkeit ividerfahren lassen? Es hängt sehr viel von dieser Rede ab l „Wir wollen nichts von Rußland/ Graf Czernin haftet und bürgt öafür. Brest-Litowsk, 18. Januar. Der Vertreter des Wiener K. K. Telegraphen-Korrespondenz-Bureaus hatte am 17. 1. eine Unterredung mit dem Grafen Czernin über den Stand der FtMlttMjetHandsiingen. Traf Tzernln Sicherte sich hierbei folgenvrrmnßen: R-gi vollem Sfe«Yerhavdlvnge« mit den Vertreter» der cn bim Petersburg und Kiew sind i» onge. langwierig«»d schwiert Ich hafte wrd bürg« Deren verlaus ist allerdings ' chwlers jedoch dafür, daß der Friede unsererseits Vicht an GroberungSabsich« te« scheitern wird. Ich nehm« tel« Wort von dem ,»rKck. was ich alS das FsriedotlSprogr»«« der Monarchie aufgestellt nnd vertreten habe. Wir wollen nichts von Rnhlnnd, weder Ge» bietsabtretnuge»,«och Krieg SevtschSdle gangen. Wir wolle« vvr ei« freundvachbarlbches, auf sicheren«rnudlage» beruhevdeA Pewl hältnis, das vo» Dauer ist und aus 6*0$»« sestigem Vertrauen ruht. � Wie», 18. Januar.(®. D©3 Im weiteren verlauf« der Sitzung de« BudgetauSschussr« de««bgeordutte-Nwaüsr» bezweifelte der Deutschnationale Kraft Mfe AweckmäßiMit der Veröffentlichungen der Verbandtungen in Brest-LieowSt uckd beklagte die Absperrung Ungarn« gegenüber Oesterreich. Der Tscheche Kadieal erkanme dt« htrvorragockden Eigen- ichasten de« Grafen Czernin an nnd wünscht«, daß Graf Czernin dir preußische Methode nicht annehme. Der Demsch-Radikale Wolf protestierte gegen die Borgäuge, die geeignet seien, den Frieden zu verzögern und den Krieg zu verlängern. Er beantragte, die heutige Sitzung de« Ausschuffe« aufzubeben und die für den 22. Januar einberufene Vollsitzung der Abgeordneten abzusagen. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Wolf sagte weiter, die deutsche Bauernschaft habe keine Ursache. Mißtrauen gegen die Brester Verhandlungen ,u hegen. Der Minister de««eußern möge den Trumpf, den er durch die W a f f e n e r f o l g e der verbündeten Mächte befitze, nicht au« den Händen geben und der unentwegten Hilfe eingedenk bleiben, die Oesterreich vom Deutschen Reich in der KriegSnot gebracht worden sei. Der Christlich-Soziale Rikla« erNärte, der Hauptgrund ber Schwierigkeiten der Brester Verhandlungen liege in dem Versuche der Bolschewisten, ihre Ideen nach Oesterreich zu tragen. Sankrotterklärung Rußlands. Petersburg, 18. Januar.(Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.) Der Rat der Volksbeanftragten hat am 14. Januar den Entwurf eines Erlasses über die N i ch- tigerklärung aller äußeren und inneren russischen Staatsanleihen vom 14. Dezericher an angenommen: der Dezemberkupon der genannten Anleihen wird nicht bezahlt werden. Ebenso werden die Staatsgarantien für Unternehmungen und Einrichtungen aller Art, die von der alten Regierung gewährt worden sind, für nichtig erklärt. Verbindlichkeiten mit kurzer Umlaufszeit und Schatz- scheine bleiben in Kraft, jedoch wird die Zinsvcrpflichtung für diese Werte aufgehoben und die Papiere können wie Bank- noten umlaufen. Inhaber innerer Anleihen in kleineren Be- trägen, d. h. von weniger als 10 000 Rubel, werden eine lebenslängliche Rente in der Höhe der bisher bezogenen Zinsen erhalten. Die Sparkassen werden von dem Erlaß nicht be- rührt. Der Erlaß wird dem Geschäftsführenden Ausschuß zur Genehmigung vorgelegt. (Wir verweisen auf die Ausführungen unter„Industrie und Handel".) der Hintermann öerEinmischungRumämens Haparand», t8. Januar.„Jöwestija" meldet bei Besprechung der veröffentlichten Geheimdokumente: Während die russische Diplomatie sich zu der Frage über die Einmischung Rumäniens ziemlich gleichgültig verbielt, und der Angriff Rumäniens aui Oesterreich nicht bloß für unnötig, sondern sogar für zwecklos hielt, war Frankreich unter allen Umständen dafür. Der sraniösiiche Botschafter in Petersburg sprach hierbei von der „unwillkürlichen Ermüdung, die im französischen Volke anfange sich bemerkbar zu machen". Der Botschafter erklärte dies auS den ge- waltigen Verlusten der letzten Zeit; die Verteidigung VerdunS bis zum Juni ISIS habe Frankreich 3ti) 000 Mann gekoster. Für die französische Armee sei diese Lektion angesichts der verhältnismäßig geringen BevöUerungSziffer in Frankreich um so fühlbarer. Cd» großer Tag für RußlaoS. Vau«. W rigarfanz. Pater»»»««, J8. Im»«.(Mekinmq der PtzteeD. twmt TAenrnphen-Agenun� U» 4 tlhr«ochnriiteS» W fe «mtsche» Patch die«erfass»ag«-»«nde0ersn»M. l»» g van der» Vorsitzenden de» Pnchckaassihnfst» dar Arlieiter», Totdirtes»»»ch vanrrnräte Evern»» arbffnet worden, der eine Erklärnng de» QanpvwSsihnffe»«et»». Die v«�«fsi,»szedr>che»rrslumulnus hat Lsch ernz mit 244 8*8*" lSI Etstnmrn, Wie auf Fron fiele», gm«»rtln ftge« 8«t|l»enkea Am 18. Jtwnmt«t bke Liagung der russischen endlich eröffnet motdeu. Es bxtu�rste sieS Drücke« von tttten aller die Palltck der gv Machthaber bekämpfenden PmMen und der aust -"'chcht. vm de«»Rat dar MiksbmrmfffVp. - m- mwp., den Teneratfi.�.»... der Sonstttutmie zu prakürniorci?. Lage de�" ErnähruugswlffrmS, ohne Ausiveg und AllSblick. vi�lkei.cht auch der Gang der FriedeitSvorhand- lungon. all viele Sturuyerchen bewogen endlich den„Rat der B olkskommiffare', die Konstituante, auf ruffrsch„die begrün- dende Versammlung', tagen zu laffen. Ob sie aber auch tagen wird, sttcht sehr dahin und wird sich erst in der Folge klären. Die Konstituante ist der Traum von Generationen russischer Revolutionäre, aber in den kühnsten Träumen er- schien sie kaum in solch unbeschränktem und ab- solutem Vollbesih der Macht, wie sie jetzt er- scheinen könnte, wenn nicht die Politik der gegenwärtigen Machthaber existierte. Aber noch vor nicht so langer Zeit, als die Bolschewiki sich zu ihrem Aufstand vorbereiteten und um die Gunst der Soldaten warben, verbreiteten sie an allen Ecken die Anklage gegen die anderen Parteien und die damalige Regierung, man wolle den Zusammen- tritt der Konstituante verhindern, das sei der geheime Plan der Gegenrevolutionäre. Unter der Parole:„Für die Kon- stituante und den Frieden!" haben dann die Bolschewiki am 6. und 7. November ihren Aufstand gemacht, 18 Tage vor dem seit Monaten anberaumten Termin der Konstituante- Wahlen. Die russische Konstituante, obwohl noch nicht bestehend, hat bereits eine vielsagende Leidensgeschichte hinter sich. Als in den unvergeßlichen Märztagen von 1917 das Gebäude des Zarismus zusammenstürzte und die bürgerlichen Parteien ratlos wurden, erzwang das Petersburger Proletariat ge- meinsam mit der Garnison die Zustimmung zur Einberufung einer souveränen konstituierenden Versammlung, die eine voll- kommen neue Organisation dem Staate zu geben und über die Rcgierungsform zu beschließen hätte. Es war leichter, die Einberufung zu proklamieren, als nur andeutungsweise zu sagen, wie sie erfolgen sollte. Die Revo- lution übernahm einen Staat, der gründlich desorganisiert war. Eine Selbstverwaltung gab es nur in Ansängen, das weite, weite Land mit wenig dichter Bevölkerung, die tief aufgerüttelt, aber noch sehr rückstäuoig ist, war in keiner Weise zu den wichtigen Staatshandlungen vorbereitet. Die erste und letzte Volkszählung war im Januar 1897. Gerade seitdem sind gewaltige Verschiebungen in der Bevölkerung eingetreten, die nicht genau ermittelt sind. Gewerbezählungen gab eS überhaupt nie. Und dann die Kricgswirlungen— die vielen Millionen Soldaten an der Front, die Millionen von Flüchtlingen allenthalben. Der Krieg nahm alle Kräfte, alle Tätigkeit für sich in Anspruch. Unter solchen Verhältnissen mußten erst die Grundlagen für die Konstituantemahlen geschaffen werden. In mehreren Kommissionen, unter der Beteiligung der Vertreter aller sozialistischen Parteien, Gewerkschaften und des Arbeiterrates, mußten erst Gesetze über die Gouvernements-, Kreis-, Amtsbezirks- und städtische Selbstverwaltung aus- gearbeitet werden. Dies geschah in der Art, daß das dcmo- kratischste Wahlrecht zur Geltung gebracht wurde. Dessen Hauptkennzeichen bestehen in folgendem: Wahlberechtigung vom 20. Altersjahre an, ohne Unterschied des Geschlechts, ohne irgendwelche anderen Beschränkungen, Proporzsystem nach Listenwahlen und selbstverständlich die viergliedrige Wahl- formet: das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahl- recht. Dabei unbeschränkte Rede-, Versammlungs», Vereins- und Preßfreiheit. Während diese Gesetze durchgeführt wurden. was erklärlicherweise Monate beanspruchte, da erst Wählerlisten ausgestellt und kontrolliert werden mußten, tagte in Petersburg eine große Kommission zur Ausarbeitung des Wahlgesetzes für We Konstituante. Die besten Autoritäten der Rechtslehre nahmen an ihr teil neben zahlreichen Vertretern der Demo- kratie. Nach allgemeiner Anerkennung ist das von biefa Kommission mrsgearbeittMesetz nicht nur das fortgeschrittenste. sondern auch das volle'rrdetste der Wess!. Von keiner Seite wird es beanstandet. Alle nur hcntbaren Garantien der Freiheit und der Demokratie wurden in dem Gesetz vor. gesehen. Um diese Garantien voll wirken ,u lassen, mutzten bestimmte Fristen innegehalten werden, mch so verzögerten sich die Wahlon noch mehr. Mittlerweile dauerte der Krieg weiser, ynp die revolutio nären Parteien konnten keinen Ausweg aus seinen Jrrgängen finden. Der Wirrwarr im Lande steigerte sich, die Leiden des Valkes wurden imiqer unerträglicher. Es entstand das Ge> fW, die Bourgeoisie arbeite gegen die Konstituante. Es kam öer I u l i- A u f st a n d, als Wetterleuchten der Bolschewsks. Aktion. Die Reglerung Kerenskis entschlotz sich auf Drängen des Arbeiterrates, alle Vorbereitungen für die Wahlen in de. schleumgtem Tempo durchzuführen, und setzte die Wahlen uwd die Ernberujung der Konstituante für September Oktober fest. Als spater der Wahltermin ans den 2S. No- vsmber und der Zusammentritt der Versammlung«ms den Ii. Dezember verschoben wurde, hietz es wieder, die provi- scwvsche Megwrung und die Kadetten seien daran schuld Ohpe deren Absichten und Handlungen beschömgen oder verteidigen zu wollen, mutz gerechterweise darauf hinge wiesen werden, daß die Verschiebung auf ausdrücklichen Beschlutz und Verlangen des ZentralauSschussrs der Ar- berter- und Soldatenräte erfolgt war. Nachdem die Bolschewik: am 7. November ans Ruder go. kommen waren, erschien in den Blätter» Ende desselben Monats eine vom der provisorischen Regierung unterzeichnet« Verordnung, in der befohlen wurde, die konstituierende Ver- saomüung am1t.D«�emberzu eröffnen. Untier olle» möglichen Vorwände» suchte ab« die Bolschewiki-Regierung dienKonstttuante nicht tage» zu lassen. ' t« keinen Termin für den Beginn ihr« Tagung fest. sie knüpfte daran die Bedingung der Anwesenheit von geordneten, was, natürlich durch eigen« Parteigenossen verhindert w«den kann. Es wurde von den Abgeord- mite» die formelle Anerkennung des Rates der Volks- kommisfar« und Anmeldung bei ihm verlangt, und was sonst für Mittel erdacht wordenfnnd. Diese Opfer denkt der ÄM der Volkskommissare der Sache barbringen zu müssen, ber�r vor allem dienen will: dem Nriedenswcrkl Ob diese rru ihrer Tragweite flir das Land. die Demokratie, die Ehre undvden Ruf des Sozialismus uuab» föjbaren. in ihm Wirkung- entsetzlichen Opfer notwendig Waren, darüber kam, jedennannlaus Grund de? seitherigen Er. eigmsse sich ei» Urteil selbst bilden. Die Äonstituante kbrmte gar nicht anders, als sich für den Irteden aussprechen. Ist es aber den war. dag dann«in Clane» ooau. ein Lloyd©eangc,«n Garson oder stmstwer s besessen gewesen wär� einem Volks» Parlament wie der rv �,chen Konstituante die'Worte: Bande dpn Räubern— entgegenzuschlettdernl? Wenn eS früher hietz. nur de? Friede könne Ruhland retten, so haben sich die Bedingungen seitdem verschoben: nicht �einmal der Friede, nur die Konstituante, nur die Uebvrnahm« der Gewalt durch baS Volk selM kann Hoffnuug auf Ueberwinduwg des ThafoS einPlötzen, ♦ Die Abstimmung bei der Wahl deStPrästdenten der Konsti« tuante ist außerordentlich charakteristisch. ES kandidierten anscheinend nur zwei Abgeordnete, und zwar beide Angehörige einer und derselben Partei, der„Partei der Gogialisten-Revo. lutionäre". Viktor Tschernow, einer der Begründer dieser Partei, war im Koalitionsministerium KereneSkis Land- wirtschastsminister. K e i n e r der sozialistischen. Minister zog schärferen Hätz und Feindschaft der Bourgeoisie und der Ka- detten auf sich, als er. Anlatz dazu war seine auf die v ö l l i g e Enteignung gerichtete konsequente Agrarpolitik. Tscher- now ist Führer des Zentrums und des rechten Flügels der Par- tei, und er wurde allem Anschein nach von dem gesamten a n t i bolschewistischen Teil der Konstituante bei der Wahl Miterstützr. Tie Bolschewiki und ihr Anhängsel verfügen mithin biS- lang nur etwas übereinDrittelder Stimmen. Daraus kann auf die Möglichkeit von scharfen Konflikten geschlossen werden. Petersburg, l8. Januar. Rcuter-Meldung. Tie Gescbgcbende Versammlung wurde um 4 Uhr nachmittags durch den Präfidenten des Zentralkomitee« aller Sowjets er- öffnet. Vier Stunden vorher griff eine m a x i m a l i st i s ch e Truppe ein« Prozession des Bunde« zur Verteidigung der Gesetzgebende» Versammlung an und? i tz die Fahne herunter. Dem ersten Befehl zum Feuern wurde durch Maschinengewehrseuer Folge geleistet. Mehrere Personen wurde» getötet, unter ihnen das Mitglied des Ausführenden Ausschusses der Bauerndeputiertc» B o g a n o w. Viele Personen, darunter pcrschiedenc Frauen, wurden verwundet. Die Verhaftung öes Königs von Rumänien. Nach einer B e r i ch t i g-u n g der Schweizerischen De- peschen-Agentur soll die Londoner Meldung über die Ver- Haftung des rumänischen Königs wie folgt lauten: Die Voltskommissare haben am Sonnabendabend laut den Abend- blättern die Verhaftung des König« von Rumänien verfügt, der nach Petersburg gebracht werden soll. örest-Litowsk. Besprechung über politijche unü territoriale Iragen. Vrest-Litowsk, 18. Januar. Die wegen eines leichten Un- Wohlseins des Ministers Graf Czernin auf zwei Tage unter- brochenen Besprechungen der Kommission zur Regelung der politischen und territorialen Fragen wurden heute vormittags und nachmittags fortgesetzt. In der bei der letzten Sitzung angescbniUeneu Frage, betreffend dl« Rückkehr der aus den besetzten Gebieten tväh- rend des Krieges Ausgewanderten, wiederholte Gtaatssekreiär von Kühlmann, daß die Mitteluiächt» im Prinzip mit dem Gedanken der Rlickwanvernug einverstanden seien, und daß die praktische Durchführung dieser Repatriierung am besten der Kommission zu übertragen wäre, die sich mit dem Austausch der Zivilgesangenen veschäirigt. Auf eine Anfrage Herrn von Kllhlmann», ob es der russischen Negierung möglich sein werde, den in Betracht kom- Lebhafte Artilleriekämpfc im Westen. Amtlich. Grefe« H a»p t, o art i» r,!v. Januar m». t«. T. v.) Westlicher Kriegsschauplatz. Leihest» ArtiklerickSmps» t« Stellungsbogen nordöstlich von Ipern, ans de« Südufer der Searpe und in der Gegen» »eu M,»»«»««. Auch an»lelrn Stellen der übrigen Front, «anlentlich zu beiden Seite« der Maas, war die Feuertätigkeit g« steigert. Nördlich von Bezonvaux holten Stoßtrupps Ge- sangene aus den französischen Linien. Oestlicher Kriegsschauplatz. Nicht» NeucS. Mazedonische Fvont. I« Serna-Vege» lag unsere Höhensteklung nordöstlich von P a r a l o«» tagsüber unter Artillerie- und Minenfeurr. ytalianisch« Front. Die Lage ist unverändert. Dar Erste Senttalanarstxrmeistrr. _ Lndendorst. Abendbericht. Amtlich. Berlin, 13. Ja«»«, abeub«. Lebhafte Aritll eri eiättgkvtt im Up erb? Bdgen. Von de» anderen Fronte» nichts Rene«. Der österreichische Bericht. Vis», de» V. J-unar lstlR Amt sich stmGart: Keine E-rlgnlff«. Der Abel de» baß sie vor haben, er- Menden»Migranten der»Swandeamg in den widert« Herr Trotzll, daß di«e derzeit in RnVand t» Smd�nmaüchafan edkauiuwumhnht seien. deren geatrakorgane zwebfillo» vi« SRfigßchchit vefsttze«, diesen Nach«' weis g» liefe»». Da dieser Punkt hiermit hefriedsgead«bebigt war, ging die auf die vesswrchnng der Ftogc wer, in«otlcher walle di» «bsibanum» wer die staakllche Zuknnst dejrtzten Sediete exfolgxn toilia, den«, Sinßlaa» das Selhft�estim man g»r echt einräumt. Domicherseit« Nnwdechawms hingnniejen. daß da» von der russischen Delegation hierfür beantragte Res er? nd um dem Sutwicklungszustande der Be- vätttrang dieser Gellet« nicht entspoech» and daß e» richtiger wäre, dl« in den stagdiche» Torvitoriea bestehenden vcrtre«ungSlörper durch Wahlen ans breiter Grundlage derart zu ergänzen und zu cmaHan, daß sie tatsächlich als Vertretung der gesamten Be- völternng augesehe»»verde» könnten. Demgegenüber bemerirr Herr Trotzki, daß die russische De- legattoa an ihrem«lltrag» srfthalbe. daß »nr ei» Referendum Üb« die staatlich« gokunft dieser Länder entscheide« solle. Ja einer Erwiderung hierauf wie» der Ttaatssekretär erneut auf das Bestre«» der Mittelmächte hin, den breiten Schichten der Bevölkerung dieser Gebiet« einen immer zu- nehmenden Einslatz auf die Politik einzuräumen. Da», wa» unbedingt gewahrt werden müsse, sei die»ufrechterhaltung der Ordnung innerhalb der llebergangSzeit. Das, was ver- hindert werden müsse, sei die Ausbreitung der Revolution auf diese schon vom Kriege genug heim- gesuchten Gegenden. Die weitere Erörterung dreier Frage wurde darauf vertag« und zu Besprechung de» Umfange» der unter «rtilel ll de» deutsch-österrrich-ungartschen Entwurfs fallenden Gebiete übergegangen. Auf Einladung de» Vorsitzenden legte hierauf General Hofsmann eine Karte vor, welche die betreffenden Sin- zeichnungen für da» Gebiet zwischen der Ostsee und Brest-LitowLl enthielt. Auf die Bemerkung, daß ___ die südlich von Brest-Litowsk liegende« Territorien in dieser Karte nicht berückfichtigt feien, da hierüber Verhandlungen mit der ukrainischen Delegation schwebten, sah fich Herr Trotzki zu folgender Gegenerklärung veranlaßt: „Wie ich schon zweimal bemerkte, und zwar bei Gelegenheit der Anerkennung der ukrainischen Delegation, ist der Prozeß der Selbstbestimmung»er Ukrainer«och nicht soweit gediehe», doß die Frage der Abgrrnznag zmischen uuS und der neuen Republil bereits als durchgeführt an- gesehe» werden tönate. Ich habe schon damals brmertt, daß die» keine Schwierigkeiten in den Verhandlungen ergebe» wird, da»ach unseren Grundsätzen die Grenze» bestimmt werden durch den Willen der breiten Massen der Bevölkerungen, die daran interessiert find. I» jede« Einzelfalle würde e« einer Einigung zwischen uns und der ukrainischen Delegation bedürse«. Dies bezieht sich natürlich auch im»ollen Umfange auf die Gebiete südlich von Brest LitowSk." Im Zusammenhange hiermit brachte der Vorsitzende der österreich-ungarischen Delegation da» Thema der durch die österreich-ungarischen Truppen besetzten Gebiete zur Sprache und ersuchte den Vorsitzenden der ruisiichen Delegation um eine Auftlärung darüber, ob die hierauf bezüglichen Verhandlungen mit der Petersburger Regierung oder, wie dies die ukrainische Dele- gation wünsche, nur mit dieser allein zu führen seien. Auch hierauf erwiderte Herr Trotzki, daß der ukrainischen Delegation eine einseitige und selbständige Behandlung dieser Frage nicht zugestanden werden löime, worauf Graf Czernin fich die vettere Besprechung dieser Frage bis nach der binnen kurzer Zeit zu erwartenden Klärung der Kompetenzfrage zwischen der rusfischeu und ukrainischen Delegation vorbehielt. Im Laufe der Besprechung vom vormittag ersuchte Staats- sekretär von Kühl mann um eine Autllärung über das Verhältnis des Kaukasus zur PcterSbmger Regierung. Hieraus gab Herr Trtzki nachstehende Luslunst:„Die KaukaiuS-Arme« steht in vollem Umfange unter dem Befehl von Borgesetzten, die dem Rate der Volkskommissare un- bedingt ergeben sind. DaS wurde vor etwa zwei Wochen Bestätigt auf dem allgemeinen Kongreß der Delegierten der laukasi- ichen Front." Ein« weitere Frag« des Staatssekretär» hatte di« Aalandsinseln zum Gegenstande. Herr v. Kühlmann führt» dabei au», die «alaadsirage sei für Deutschland als einen der Mitunterzeichner deS alten vertrage« bedeutsam. Zunächst sei die Vorfrage zu löien. ob das Äalandsproblem nach wie vor von der Petersburger Regie- rung behandelt werde, oder ob die jetzt von mehreren Mächten an- 'erkannte finnische Republik international als zur Vertretung der die Aalandsinseln betreffenden Fragen berechtigt zu betrachten fei. Nachdem Herr Trotzki erklärt hatte, daß die Proktamierung der staatlichen Unabhängigkeit Finnlands bisher keinerlei Veränderung in der F>age der SalandSinieln hervorgerufen habe, wie? StaatSsekrelär von K ü h l m a n n daraus Hrn. daß au« dem AalandSvertrage, dessen Unterschristen aus einer rein histo- rischen Konstellalion, nämlich der deS KrimkriegeS, zu«rkläreii seien, für Deutschland individuelle Rechte erwüchien. deren Lner- k e n n u n g i« Friedensverträge eine deutsche Forderung darstellen würde. Rußland würde durch eine solche Anerkennung nichts aufgeben, waS eS vor dem Krieg besessen hätte, wenn man nicht etwa behaupten wolle, daß die vertragswidrige Befestigung der Inseln während des Krieges und der durch die heutige Regierung aufgedeckte Versuch deS zaristischen Regimes, die vertragswidrig« Befestigung zu einem dauern- den Reckt zu erheben, irgendein neues Recht in Meier Frage geschaffen hätte. Im übrigen sei es im Interesse der Aufrecht- erhallung der Harmonie unter den der Ostsee anwohnenden Völkern ein deutscher W u n i ch. daß bei Erneuerung der betreffenden Vertragsbestimmungen die Anwohner der Ostsee, insbesondere das durch seine geographische Lag« an der Socke in hervorragendem Matze interessierte Schweden, zur Mitberatung und Mit- Unterzeichnung herangezogen werden. Schweden sei zwar bei den gegenwärtigen Beratungen nicht vertreten, er habe aber Grund zu der Annahme, daß die Wünsche des schwedischen Volkes fich in dreier Richtung bewegten. Herr Trotzki behielt fich eme Antwort auf diese Anregungen für später vor. Am Schlüsse der Nachmittagssitzuug erklärte Herr Trotz ki. daß er aus mnerpolttischen Gründen gezwungen sei. sich für die Dauer von etwa einer Woche nach Petersburg zu begeben. Da übrigens die Kommisnonsverhandlungen zur vollen Durchberatung des Verhandlungsgegenstandes in seinen Details geführt hätten, schlage er vor, die Berattrage» der politischen Kommission bis zum 2S. d. Mts. zu vertagen. Mit seiner Abreise gehe die Führung der russischen Telegatior. aus Henrn Joffe über. Seitens der Mittelmächte nahm man diese Erklärung zur Kenntnis und gab der Hoffnung Ausdruck, daß nach Rucke hr Herrn Trotzkis eine volle Einigung zu erzielen sein werde.. Die wirtschaftliche Kommission, die heute unverbindliche vertrauliche Beratungen abhielt, hat ihre erste offizielle Sitzung auf morgen vormittag 11 Uhr anberaumt Lette Nachrichten. Eine neue Reüe Llopö Georges. London, 19. Januar.(Reuter.) In der gestrigen B c- ratung derDelegierten der Trade-Unions, die abgehalten wurde, um die Vorschläge der Negierung in der Frage der Truppenbestände zu prüfen, hielt LloydGeorge eine Rede an die Kongreßteilnehmer. Der Premierminister führte mit Bezug auf die Kriegsziele folgen- des aus: Die Alternative, vor der wir stehen, ist folgende: Um die nötigen Mannschaften zu erhalten, gibt eS kein anderes Mittel, als die Grenze de? militärpflichtige» Alters anf SS Jahre zu er. höhen, wie dies bereits in Oesterreich geschehen ist, oder die Ver- wundeten immer wieber in die Feuerünie zu schicken. Wenn wir nicht imstande find, die deutsche Armee zu besiegen, wird eS nicht möglich sein, die durchaus vernünftigen und gemäßigten Friedens- Bedingungen durchzusetzen, die kürzlich von den Trade-UmonZ verkündigt wurden. Niemals werden die deutschen Macht- haber geneigt sein, auch die mindesten Friedens- Bedingungen anzunehmen, die irgendein pazi- fistischer Redner unsere? Landes aufstellte, wenn wir sie nicht dazu zwingen können. Der Redner erinnerte an die Formulierung der Krieg?- ziele, wie sie von ihm namens der Regierung und kurz darauf auch von Wilson dargelegt wurden, und erläuterte ferner, in welcher Weise diese beiden Kundgebungen in Deutschland aus- genommen wurden. Dann fuhr er fort: Wenn die Entente aber nicht imstande ist, den heutigen Macm. habern in Deutschland die Spitze zu bieten, so werden diese morgen die ganze Welt beherrschen. Die englische und französische, überhaupt die europäische Demokratie wird der Gnade einer grausamen Militärautokratie ausgeliefert sein, wie sie die Welt nur je ge- sehen hat. Die Deutschen werden Belgien niemals räumen, wenn sie nicht dazu gezwungen werden. Zum Schluß erklärte der Premierminister: Wenn jemand an meiner Stelle ein ehrenhaftes und annehmbares Mittel zu finden imstande ist. um ohne Kampf aus diesem Konflikt her- auszukoinmen, so beschwöre ich ihn im Namen Gottes, mir dieses Mittel zu nennen. Meiner Ansicht nach gibt es nur eine Alternative, entweder setzen wir den Kampf kort oder wir unterliegen. In der Beratung der Trade Union? wurden nach Beendigunz der Rede Lloyd Georges Fragen gestellt und von ihm beantworte:. In Beantwortung einer Frage sagte Lloyd George: Die Den:- sehen waren immer bereit, zu dem von ihnen festgesetzten Preis Frieden zu schließen, aber das ist nicht der Preis, den wir ihnen zu zahlen bereit sind. Ja dem Augenblick, wo die Deutschen Neigung zu Friedensverhandluugen unter billigen Bedingungen zeigen— die Bedingungen wurden mitgeteilt, eS sind Bedingungen, welche die Arbeiterpartei seihst im wesentlichen angenommen hat— wird niemand widerstreben, in Friedensverhandlungen einzutreten. Ein Delegierter fragte, ob nicht der beste Weg, die Meinung de» deutschen Volkes zu erfahren, wäre zu gestatten, daß Ver- treter Deutschlands mit Vertretern anderer Mächte in Stockholm oder anderswo zusammenkommen. Lloyd George antwortete, die Vertreter des deutschen Volkes würden natürlich von der deutschen Regierung bestimmt werden. Man kann nur mit einer Regierung Frieden schließen. In Beantwortung einer Frage betr. eine internationale Ar> beitcrkonferenz, sagte Lloyd George: Nach langer, sorgfälüger und reiflicher Ueberlegung sind die verschiedenen Länder einstimmig zu dem Schlüsse gekommen, daß alle Verhandlungen, di« geführi wür- den, zwischen den Vertretern der Regierung jedes Landes geführt werden müßten. In Hinsicht auf die Frage, welche Bedingungen die notwendige Vorbedingung zu einer Friedenskonferenz seien, antwortete Lloyd George: Mein« eigene persönliche Ansicht ist. daß eS nicht wünschenswert wäre,:n Friedensverhandlungen einzu- treten, bis man sieht, daß man sie mit befriedi- gendem Ergebnis beenden kann. Ich bin fest über- zeugt, nach der Haltung, die die Führer der deutschen Regierung einnehmen, daß cS zu keinem Er g e b n i s führen würde, das irgendwie einer gerechten Verständigung ähnlich wäre, wenn man mit Friedensverhandlungen begänne. Man würde in diesem Falle dieLage verschlimmern, statt sie zu verbesfern. der tzauptausschuß gegen den SelagerungsznstanS. Am Som-.abenö setzte der Hauptaus schntz de? Reichs- tags die Anssprache über den Belagerungszustand fort. Abg. Trimborn(Z.) erkannte an, daß die Zensur eine schwierige Aufgabe zu erfüllen habe. Aber nach jahrelangen Erfahrungen mutz auch seine Partei zu dem Gesamturteil kommen, dah eS sich nicht um vereinzelte Mißgriffe handelt, sondern daß sowohl auf dem Gebiete der Zensur als auch auf dem dcS Vereins« und Ver» fammlungswesens übelwollend und ungerecht gegen die Anhänger der Reichstags- Mehrheit vorgegangen wird. Gegen sie lassen die Militärbehörden sogar die schändlichsten Beschimpfungen zu. Wenn sich dann die Angegriffe- neu verteidigen wollen, verhindern die Militärbehörden das unter dem Borwande, der Burgfriede müsse gewahrt werden.(Zuruf eines Vertreters de- Kriegsministeriums:..Was sollen wir da- gegen tun?* Abg. Ebert:„In anderen Fällen wissen Sie daS nur zu gut.") Der KriegSminister hat sich gestern auf ein Gut- achten berufen, nach dem die Vaterlandspartei keine Partei fein sollte. Was mutz das für ein Gutachter sein, der ein so unmög- liches Gutachten abgegeben hat. Der Belagerungszustand soll dazu dienen, die Disziplin im Heere aufrecht zu erkalten, die Gefähr- dung der militärischen Matznahmen zu verhindern und die öffenl- lichc Sicherheit zu wahren. Darüber hinaus aber darf die politische Freiheit der Soldaten und Bürger nicht einge- schränkt werden. Und was sehen wir jetzt? Datz militärische Behörden den Belagerungszustand ausnutzen, um die Politik der Reichstagsmehrheit und der Reichsleitung zu be- kämpfen. Der letzte Erlatz des Kriegsministers scheint zweckmätzia: Richtlinien zu ziehen. Weshalb ist der Erlatz nicht v e r ö f f e n t- licht worden? Und warum hat er so wenig genützt? Weil die Autorität des Kriegsministers nicht genügt gegen die Uebergriffe der Generalkommandos. Das lätzt den Kriegsmmister m einem wenig erfreulichen, wenig günstigen Lichte er- scheinen. So kann es nicht weitergehen. Unsere Geduld ist jetzt nahezu am Ende. Wenn es nicht besser w'.rd, müssen wir er- wägen, ob nicht das Gesetz über du» Belagerungszustand ge» ändert werden müsse. Kriegsminister v. Stein: Jene Schmähungen sind in solchen Blättern vorgekommen, die nicht der Vorzensur unterstchen. In diesen Fällen konnte von der Zensur erst nachträglich eingeschritten werden; und das ist auch geschehen. Kein Generalkommando hat bisher sich einen Widerstand gegen ein« Entscheidung des Kriegsministeriums eKaubt. Einen solchen Widerstand würde er auch niemals dulden. Abg. Heine(Soz.): Die Antwort, die gestern Oberst v. WriS- berg in bezug auf das Versammlungsrecht gegeben worden ist. ist ganz ungenügend. So sind im 6. Armeekorps(Schlesien) alle öffentlichen politischen Versammlungen verboten und die ge- schlossenen Mitgliederversammlungen müssen erst besonder? ge- nehmigt werden, wenn in ihnen politische Angelegenheiten erörtert werden sollen. Das lätzt sich in der gegenwärtigen, politisch er- regten Zeit gar nicht durchführen. Daher ist es ganz unvermeid- sich, datz die politisch meistens wenig erfahrenen militärischen Be» bürden bei der Zulassung politischer Erörterungen p a r t e i i s lh verfahren. Als er vor S Wochen von dem neuen Erlatz über die Zensur gehört habe, habe er den Kriegsminister um den Wortlaut des Erlasses ersucht. Das ist abgelehnt worden, weil der Ec- latz nur für den inneren Dien st gebrauch bestimmt sei. Tie Antwort entspricht in ihrem Inhalt und Ton weder oer Be- deutung der Sache noch der Achtung, die der Reichstag und seine Mitglieder beanspruchen müssen. Jetzt stellt es sich heraus, datz die Leitsätze des Erlasses ungenügend sind. Weshalb sind nicht die früheren Verbote aufgehoben worden? Die„Zukunft* ist jetzt freigegeben, obgleich es früher hietz: Horden sei unver- b e s s e r l i ch und werde stets das Vaterland gefährden. Jetzt ist das Vaterland nicht in Gefahr, obgleich Horden seine Aufsätze wieder veröffentlichen kann Die Zeitschrift„Das Forum* ist noch verboten, weil sie für die Grundsätze eingetreten ist, die jetzt von der ReichStagSmehrheit und oer Reichsleitung als mahgebend anerkannt werden.— Wie einseitig zugunsten der Vaterlandspartei gehandelt werde, zeigt auch der Vorgang in Heidelberg. Dort haben Studenten den bekannten Protest gegen die Vaterlandspartei herausgegeben. Oesterreichec, die den Protest unterschrieben haben, sind ausgewiesen worden. Dieses Verhalten der Militärbehörden ist begreiflich, da der KriegSminister ganz in den Anschauungen der BaterlandSpartei lebt. Hier ist jetzt nicht mehr mit Resolutionen auszukommen, sondern das Gesetz mutz geändert werden. Er schlage haher vor: Ar'.ikel I. An Stell« des§ 1 de» Preußischen Gesetzes vom 9. Juni 18St tritt folgende Bestimmung: Die Verhängung des Kriegs rustaude« ist zulässig für Gebiete, die teilweise vom Feinde besetzt sind oder in dre ein feindlicher Emmarick unmittelbar zu befürchten ist. Für Gebiete, auf die dies nicht zutrifft, ist der Kriegszustand aufgehoben. Artikel II. Wo auf Grund des§ 1 oder§ 2 Abs. 1 des Preutziiihen Gesetzes vom 9. Juni 18öl der Kriegszustand erklärt ist. ist kür die auf Grund deSielben zu treffenden Matzregeln, so- weil sie sich gegen die Rechte von Zivilpersonen auf persönliche Freiheit. Unverletzlichleit der Wohnung, de« Eigentums, der Frei- Keit in Wort und Schrift sich zu äußern und sich in gesetzlicher Weiie zu versammeln, richten, die obere Verwaltungsbehörde zu- ständig. Arlikel III. Gegen die von der oberen Verwaltungsbehörde erlassenen Anordnungen kann jede davon betroffene Person Be- schtüerde erbeben. Artikel IV. Zuständig zur Entscheidung über die Beschwerde ist der ReichSausschutz für die Prüfung der Matzregeln des Kriegs- zustande«. Artikel V. Der ReichSausschutz besteht aus einem Vorsitzenden und 14 Beisitzern. Vorsitzender ist der Stellvertreter des Reichs- kaniler. T'.e Beisitzer werden zur Hälite vom Bundesrat, zur Hälfte vom Reichstag ernannt. Unter den vom Bundesrat zu ernennenden Mitgliedern muffen vier Mitglieder des Reichsgerichts fein. Diese Aenderungen gehen ihm, dem Redner, zwar nicht weit genug, aber für sie sei auf«ine große Mehrheit zu rechnen. Abg. Jung(Ratl.) beantragt, datz der letzte Erlatz deS Kriegs- Ministers gedrucki und dem Ausschutz zugestelll weide. Der KriegSminister sagte daS zu. Er wundere sich, datz seine Aeutzerungen, die in der.Kreuz-Zeiung" abgedruckt sind, vom Abg. Heine so abfällig beurteilt werden konnten. Ist eS denn nicht begreiflich, datz auch die Miliiärbehöide aus Büchern solche Bedenken herauslesen, die die Verfasser der Bücher nicht als bercch« ligl aiierlennen? Ob er gerne oder ungern« Krieg S« minister i e i, iei seine Sache Unter allen Umständen aber habe er seine Pflicht zu tun, und werde sie tun. Bei uns ist die Zeniur viel milder als in allen anderen Staalen. Der Minister verliest einen Erlatz aus dieiem Monat, nach dem pazifistische c veröffentlicht werden können, wenn sie streng wissen- ! ch a t i l j ch sind und nicht zur Propaganda benutzt werden. .."bg- Haas«(ll. S.)- Die Verbältnisse find unter dem BelagerungS- zustande immer schlimmer geworden. Die Militärbehörden gehen mit einer Schärfe, Maßlosigkeit. Ungerechtigkeit vor. wie es niemals für möglich gehalten worden ist. Der neue Erlatz tvare ein Fortschritt, wenn er gewissenhast durchgeführt würde. Aber viele Bebörden richten sichKgar nicht danach; sie pfeifen aus derartige Erlasse. Bor fünf Monaten habe er dem Reichskanzler in einer Eiugabe eine Reihe Bejchwerden vorgetragen. Die Ant- worr ist noch immer nicht eingetroffen. Inzwischen z Etatberatung im /lbgeorönetenhaus. gehen die Bersolgungen und Unterdrückungen weiter, sind zahlreicher und gehässiger geworden. Au der Front wird ein unzulässiger Druck zum Beitritt zur Vaterlands- Partei ausgeübt. In weiten Beziike» werden alle Veriammlungen der unabhängigen Sozialdemokratie verboten. Er selbst könne nicht einmal in seinem Wahlkreti e seinen Wählern Bericht erstatten über die Tätigkeit des Reichstags. In Berlin werden iogar die Zahlabende volizeilich über» wacht und zum Teil unierdrückt. Den Metallarbeitern in Berlin ist noch immer die satzungsgcmätze Vorsiandswahl verboten. Ein Aufruf des Parteivorstandes, daß die Parleigenossen Friedens- Versammlungen als Kundgebnng iür den Frieden ohne Annexionen und Kriegsentschädigungen veranstalten sollen, durste nicht nach- gedruckt lverden und die Versammlungen ivurden verboten. Kautsly darf keine Zeitschrist herausgeben. Die Petersburger Telegraphen- Agentur bat am lS. dieieS MonaiS gemeldet Wolff-Melduugcn über Friedensverhandlungen entstellen deren wahren Sinn. Küdlmaun erklärte: Deutsche Regierung behalte sich Streichung jeder Mitteilung vor, die die Bocksmassen in Deutschland ausregen könnie. Am letzten Mittwoch haben der Parteivorstand und dir Fraktion der östrrrrichischen Sozialdemokratischen Partei einca Aufruf erlassen für den sofortigen Frieden ohne Annexionen und Kriegsenischädi- guagen. Der Austuf konnte in OcsterrctÄ gedruckt werden, bei uns ist der Abdruck verboten. Auch der Antrag Heine ist un- genügend. Der Belagerungszustand mutz ohne werteres aufgehoben werden. Abg. Sryda(Poless chlotz sich den Ausführungen der Abgg. Heine uud Haaie an. Der Antrag Heine ist eine Grundlage zu ernem tat- krästigen Eingreifen de? Reichstages. Abg. Erzderger(Z.> schlägt vor. datz ein Unterausschuß von 10 Mitgliedern den Antrag Heine zu einem gemetusamen Antrag des Aus- schuffcS umarbeite. Das ist unbedingt noiwendig. Auch mutz fest- gestellt werden, ob der Belagerungszustand, wie Abg. Heine be- tont hatte, nur im Widerspruch mit dem Gesetz auf da« ganze Reich ausgedehnt werden tonnte We.m da« richtig ist, mutz der Reichstag daraus die nölige Folge ziehen. Die Zeniur wird planmäßig mißbraucht, um die Agitation der Vater- landspariei zuzulassen, eine Gegenogitalton aber zu verhindern. Da es jetzt fcststebl, datz die Vaterlandsvartei eine Partei- organii'ation ist, müsse» auch dir beiden Borsiiienden, der Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg und Herr v. Tirpitz aus der Vaterlandspartci austreten, da sie zu den Militärperjonen gehöre«. Wie steht eS damit, datz den Soldaten der V e r l e h r mit Reichstagsabgeordneten verboten worden ist? General v. Wrisbrrg: Bis jetzt ist noch kein solches Verbot festgestellt worden. Freiherr v. Gamp beschwerte sich darüber, datz sich der Kriegs- minister noch lange nicht genügend wohlwollend gegenüber der Vaterlandspariel verhielt. Den unabhängigen Sozialdemokraten mutz beim Militär noch viel schärser entgegengetreten werden. Ebenso dürfen Versammlungen der Kriegsbeschädigten nicht zugelassen weiden. Dann wurde der Unterausschuß für den Antrag Heine beschlossen, von der sozialdemokratischen Fraktion wurden darin die Abg. Ebert und Heine entsendet. Ferner wurde ein Unter- ausschutz eingesetzt, der die Papierlieferungen an die verschiedenen Zeitungen prüfen soll. Ihm gehört von der soz. Fraltion Abg. Fischer(Berlin) an. Nächste Sitzung Dienstag nachmittag 3 Uhr. Mbgeorönetenhaus. Entgegen der ursprünglichen Absicht der Führer der Mehrheitsparteien, sich bei den diesmaligen Etatsberatungen auf die Erörterung finonztechnischer Fragen zu beschränken, gestaltete sich die Generaldebatte, die am Sonnabend begann, doch zu einer hochpolitischen Debatte. Die Redner derselben Fraktionen, die im Vcrfassilngsausschuß Obstruktion treiben, um dem Volke das gleiclie Wahlrecht vorzuenthalten, machen im Plenum Propaganda für ihre annexionistischen kriegsver- langcrnden Pläne. Wie schon so oft, so wird auch jetzt wieder die Tribüne des preußischen-Dreiklassenparlaments miß- braucht, um die Politik des deutschen Reichstags herunter zu machen. Von größerem Interesse war bei allem nur die parlamen- tarische Jungfernrede Mehrings. Mehring ließ seine Be- lesenheit in der preußischen Geschichte blitzen und zog historische Parallelen von oft treffender Schärfe zwischen Vorgängen der Jahre 1813/15 und 1914/18. Seine.Kritik an dem Verhalten unserer Unterhändler in Brest-Litowsk erregte den Zorn der Rechten und veranlaßte den Finanzminister zu einer Er- widerung, die sich aber nur in allgemeinen Redearten bewegt. Nach einer scharfen Verurteilung des Verhaltens der Mehr» heit der Wahlrechtskommission durch den Abg. Cassel (Fortschr. Vp.) wurde die Debatte auf Montag vertagt. ** .« III. Sitzung, Sonnabend, 19. Januar, 11 Uhr vormittags. Am Ministertisch: Dr. Friedberg, Drews, Hergt, Shdow, Spahn, Eisenhardt-Rothe, v. Breitenbach. Tie erste Lesung des Etats. Eisenbahnminister v. Brcitenbach begründet in auf der Tri- büne meist unhörbaren Ausführungen die kommende Erhöhung der Tarife für den Personen- und Güterverkehr. Es sei beabsichtigt gewesen, diese Erhöhung erst nach Frieden?- schlutz durchzuführen aber die Steigerung aller Ausgaben machte einen Aufschub unmöglich. Abg. Winckler(f.) bedauert den Rücktritt des Ministers Dr. Lentzs und seiner beiden Ministerkollegen. Er begrüßt den neuen Finanzminister. Der Redner wendet sich gegen Pläne einer Per- mögenskonfiskation.die den Einzelsiaaten und Gemeinden die Mittel zu ihrer Existenz entziehen würde. Abg. Dr. Schmedding(Z.j beschränkt sich auf eine Betrachtung der Staatsfinanzen. Abg. Dr. Röchling(natl.): Ein Verzicht auf KriegSentfchSdi- gong würde zur BermögenSkonfiSkatio« führe». (Aha! bei den Sozialdemokraien.) Wenn die Feinde militärisch so ständen wie wir. so würden sie aus Kriegsentschädigung nimmer verzichten. Die zentralisierte Kriegswirtschaft mutz abgebaut werden. Unsere wirtschaftliche Ueberlegenheit verdanken wir unserer bewährten Zollpolitik und nicht zuletzt auch unserer vater- ländisch gesinnten Arbeiterschaft, die sich niemals in da? Schlepptau de» Auslandes begeben darf. Der Siegeswille mutz in allen Volks- schichten erhalten bleiben._(Beifall.) Abg. Dr. Mehring(Unabh. Soz.): Wenn der Finanzminister vorgestern die Vereinigten Staaten mit der Aeutzerung verspottet hat:..Die große Armee über dem Wasser kann weder schwimmen, noch fliegen, sie wird nicht kom- men", so hätte er uns auch sagen sollen, worauf sich seine bestimmte Prophezeiung eigeiulich stützt.(Sehr wahr! b. d. Unabh. Soz.) Geringschätzende Worte haben sich noch immer schwer gerächt. Bon den Sonderfriedensverhandlungcn sagte der Minister, sie seien von weltgeschichtlicher Bedeutung, der Friede sei auf dem Marsch und werde auf dem Marsch bleiben. Niemand wäre mehr erfreut ils wir, wenn diese Prophezeiung sich erfüllte. Aber das sieht doch zweifelhaft auS. In Brest-Litowsk haben bisher nur die russischen Revolutionäre ehrliche Offenheit und einen großen Sinn bekundet.(Lachen rechts, Zustimmung b. d. Unabh. Soz.) Das Auftreten der Unterhändler des Vierver- bandes aber konnte nicht einmal auf den Reiz der Neuheit An- spruch machen, geschweige denn auf weltgeschichtliche Bedeutung. Wenn diese Unterhändler als Selbstbestimmungsrccht der Völker erst die Entscheidung irgendeine! unberufenen Notablenversamm- lung und dann eine Volksabstimmung, eine Parlamentswahl unter dem Druck fremder Waffen erläutern, so ist das nur nach dem Muster Bonapartes gearbeitet, des Mannes von Sedan, dem in den över Jahren, des Mannes deS mexikanischen Kaiserreiches tragikomischen Anblicks. In Deutschland hat man damals diese Methode bonaparlistischer Völkerbefreiung sehr scharf getenn- zeichnet; sie ist ihrem Urheber bekanntlich außerordentlich übel be- kommen.— Mlt Besorgnis äutzerle sich der Minister über die Schädigung der Volksmoral durch den langen Krieg, die aber nach ihm nicht viel besag« gegen- über den glänzenden Siegestaten unseres Heeres und unserer Flotte in dem Weltkrieg.(Sehr richtigl rechts.) Ganze große Siaatsinsirtut« wi« die Post sind zu großen Dirbeshöhleu geworden, ganze Volksktassen wurden in den bodenlosen Abgrund geschleudert, und wie die unersättliche Gier nach Gewinn alle Ge- böte der Sittlichkeit mit Füßen stampft, so auch die Paragraphen des Strafgesetzbuchs. Ueber die�sittliche Empörung lachen die Schufte, die den hungernden Massen noch das letzte Mark durch ihren Wucher an» den Knochen fressen, um ihre Taschen zu füllen. Aber es ist doch tief zu beklagen, daß der Minister von einem so entsetzlichen Unheil sagt. eS fiele gegenüber den Ruhmestaten des Heeres und der Flotte nicht besonders ins Gewicht. Clausewitz würde vielleicht den Finanzminister ebenso nye seinerzeit einen alten General als konzentrierte Säure des alt- preußischen militärischen Geistes bezeichnet haben. ' Den Belagerungszustand mit der Zensur und der Schutzhast und allen seinen sonstigen lieblichen Begleiierschemungen hat der Finanzminister gänzlich vergessen. Auf geistigem Gebiet verwüstet die Zeusur ebenso wie die zügellose Geldgier auf Wirt- schaftlichem Gebiet. Die systematische Irreführung deS öffentlichen Geistes durch die Zensur wird sich einmal an der geistigen Entwicklung der Nation auf das grausamste rächen. Nur dadurch wird die Zensur nicht ganz unerträglich, daß sie aus sich selbst heraus die natürliche Reaktion der unterirdischen Literatur schafft und so der historischen Wahrheit ein kleines Luftlöchlein in Deutsch- land eröffnet. Ich denke da an die Denkschrift des Fürsten Lich- nowski, des früheren deutschen Botschafters in. London, �er mit einleuchtender Klarheit nachweist, wo die schuldigen Urheber dieses Weltkrieges sitzen.(Unruhe rechts.) Von der vom Reichs- kanzler versprochenen Milderung der Zensur ist bisher mcht viel zu spüren. Als 1813 die Erhebung gegen die französische Fremd- Herrschaft den widerstrebenden König halb mit Gewalt mit sich riß, da bemühte sich der geniale Scharnhorst nicht weniger um die Aufhebung der Zeitungszensur, als um die Aus- rüstung der Landwehr. Der Krieg von 79 war zwar kein Volkskrieg, aber Bismarck hütete sich damals, die staatsbürgerlichen Rechte an- zutasten. Er hat weder Versammlungen verboten noch Vereine aufgelöst noch Zeitungen unterdrückt Der Belagerungszustand be- stand nur iür die Küstcniande. wo man eine Landung der fran- zösischen Flotte erwartete. Als Vogel von Falckenstein seine militärische Befugnis mißbrauchte, um Johann Jakobi und den sozialdemokr«tischen Parteiausschuß in Braun. schweig m„Schutzhaft* nehmen zu lassen, da brauste ein Sturm der Entrüstung durch ganz Deutschland und Bis- marck beeilte sich, die militärische Tölpelei gutzumachen. Und der Zentrumsführer Windthorst sagte damals hier, man solle statt Elsaß-Lothringen CaycnneS und dir Teufelsinsel für die preußischen Reaktionäre erwerben.(Hört! hört! bei den Unabh. Soz.) Ein Zentrumsantrag wollte u. a. in der Verfassung bestimmen, daß die Z e n s u r niemals wieder eingeführt werden dürfe. Ter Nationalliberale T r e i t s ch k e verhöhnte dieses Vorgehen und meinte, ebenso gut wie die Wiedereinführung der Zensur könnte man auch die Wie- dereinführung der Folter verbieten wollen. Heute haben wir beides, wenn sich auch die Folter einstweilen noch unter �dem verstimmten Namen der Schutzhaft zu verbergen sucht,(sehr gut! bei den Unabh. So,.) So steht os mit dem Lichtbild aus, daS der Minister von der gegenwärtigen Lage deS preußischen Staates entworfen hat. Unsere Wähler sind der ewigen Schönfärberei müde, der GeduldS- faden beginnt zu reißen, und wenn eS nicht anders geht, s o wollen sie klar zum Gefechte machen.(Sehr rrchlig! bei den Unabh. So,. Hört! hört! rechts. Zurufe und Widerspruch.) In Ihrem eigenen Interesse warne ich Sie. den Uebermut der herrschenden Klassen ,u überspannen.(Beifall bei den Unabh. Soz. Unrube rechts.)......... Abg. Frhr. v. Zedlitz(fl.): Wir halten eS ftir eine patriotische Pflicht, angesichts der Verhandlungen in Brest-Litowsk in der Er- örterung der KriegSziele Zurückhaltung zu üben. Nur soviel se, gesagt, daß wir uns im vollen Einvernehmen mit Reichs- und Heeresleitung jetzt völlig frei fühlen von allen Bindungen der ReichstagSentschließuug vom 19. Juli und der Antwort auf die Papstnote.. Finanzminister Hergt wendet sich gegen die Ausführungen deS Abg. Dr. Mehring. Der gesunde Menschenverstand muß jedem sagen, daß die Schilde- rung dcS Abg. Mehring von unseren Zustänven nicht richtig sein kann. Vielmehr ist alles geschehen, um unserem Volke über die Schwierigkeiten hinwegzuhelfen. Abg. Mehring hat gefragt, woher ich wußte, daß die große Armee von jenseits des Ozeans nicht herüberkommen würde. Weiß er denn nichts von unserem U-Boot-Krieg, weiß er nicht, daß die Schiffe von Tag zu Tag mehr fehlen, und daß zum Transport einer großen Armee Hunderte von Schiffen notwendig sind?! Abg. Mehring sprach auch von dem Sinken des moralischen Gefühls und brauchte die Worte: „Wir wollen klarmachen zum Gefecht." Sollten diese Worte im anderen Sinne gemeint sein, so müßte ich scharf dagegen protestieren. Sonst aber sage ich: Wir alle sollen klar zum Gefecht machen gegen diese sinkende Moral im Volke.(Bravo l) Abg. Cassel(Vp.): Wir verlangen eine wirkliche Reform des Ein- kommen st euergesetzeS unter progressiver Besteuerung der größeren Einkommen und unter Sicherung �der gleichmaß-gen Ein- schätzung in Stadt und Land. Ter Beschluß der Wahlrechts- kvmmisjwn, d'e Hrrrenhausvorlage zuerst zu behandeln, ist cniS sachlichen Gründen nicht zu� erklären, denn die Mitglieder der Kommission, die für diesen Beschluß gestimmt haben, werden durch keinerlei Gestaltung der Herrenhäusvorlage von ihrer Gegnerschaft gegen das gleiche Wahlrecht abzubringen sein. Man muß daher die Absicht der Verschleppung annehmen. (Sehr wahr! links.) Die Weiterberatung wird auf Montag, 11 Uhr. vertagt. Schluß: V Uhr. GewerkschastsbewEung Ein Arbeitgeber, der für die Besserung der Lage der Arbeiter eintritt. Es gehört zum Asien der fajntoliftifdhen Produktionsweise, daß dem Arbeiter, der dock eigentlicki den Mehrwert schafft, der gerechte Lohn streitig gemacht wird. Und er wird ihm streitig gemacht von eben jener Klaffe, die ihr Dasei», ihr Leben, ihren Reichtum der Arbeit verdankt. Heute müssen die kapitalistischen Herren dem Drängen der Ar- beiterorganisationen nachgeben, wenn diese für die Arbeiter einen annähernden Ausgleich zwischen der fabelhaften Preissteigerung aller Bedarfsartikel und dem Lohn fordern. Der Knüppel liegt beim Hund. Ein Ueberangebot von Arbeitskräften, wie eS der Arbeit- geber nur zu oft in Friedenszeiten bemerkt, ist gegenwärtig nicht vorhanden. Daß das Bestreben der Arbeitgeberkrcise aber heute bereits darauf gerichtet ist, nach Friedensschluß die Löhne zu senken— auch wenn die Teuerungsverbättniffe noch längere Zeit anhalten haben wir an Hand von Beispielen bereits gezeigt. Um so anerkennenswerter ist es. wenn im Gegensatz zu solchen Bestrebungen einzelne Arbeitgeber einer gemeinsamen Verständigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitern daS Wort reden. Der „Korrespondent* für die Arbeiter und Arbeiterinnen der Hut« und Filzwaren-Jndustri« zitiert die Auslastungen eines Herrn H. Marial aus„Der deutsche Huthändler*. Herr M. äußert sich zur Ueber- gangSwirtschaft der Hutindustrie nach dem Kriege und ferner zu einigen allgemeinen sozialwirtschaftlichen Fragen. Er redet einer Verständigung aller jener Kreise das Wort, die an dem Gedeihen der Hutindustrie ein wirtschaftliches Jntereffe haben. Hierzu zählt Herr Marsal auch besouderS die Arbeiter. Man glaubt sich beinahe in die Zeit jener großen Utopisten versetzt, wenn Herr Marsal be- tont:„Wie bauen wir auf den Ruinen der alten Zeit für unseren Beruf eine neue Zeit auf. in der sich alle Mirglieder unserer Ber- einigung, unseres BeruieS, nach dem Kriege für die fernere Zukunft Wohlbefinden 1.... DaS Fundament ist die Arbeit. Soll nun etwas Ganzes geschehen, so müssen wir von unten an in unserem Berufe mit der Besserung der Lage der Arbeiter anfangen... Für fast alle, die in unserem Berufe arbeiten, könnten, mit Ausnahme von wenigen, erträg- li che Lebensbedingungen geschaffen werden. Nur fehlt der Zusammenschluß, eine Bereinigung der Fabrikanten mit den Grossisten, den Detaillisten und den Arbeitern, wo einer den anderen gegenUebertretung schützt.* Wir befürchten, Herrn Marsal wird eS mit seinen gut ge- meinten Ratschlägen nicht gut ergehen. Sobald er eine ernstliche Berbesterung der Lage der Arbeiter anstrebt, wird er verachtet und verstoßen werden von seinen Klaffengenoffen. Insoweit der Bor- schlag des Herrn Marsal eine Verständigung der angeführten Kreise über di? spätereu notwendigen Lebensbedingungen zwischen Arbeit- gebern und Arbeitern bezweckr, liegt ihm sicher ein erreichbares Ziel zugrunde. Und mit Recht betont das Gewerkschaftsorgan„Korre- spondent* des Verbandes der Hut« und Filzwarenarbeiter und -Arbeiterinnen Deutschlands: Nicht die Macht soll entscheiden, welche Ar- beitSbedingungen zu gelten haben, sondern die soziale Einsicht, die wirtschaftlichen Notwendig- leiten und unser aller na t ur n o t w en d i g es S tr e- ben ngch Verbesserung der Lebensbedingungen und Aufwärtsentwicklung unserer Kultur. In dieser Richtung hat die Arbeiterschaft stets gestrebt und fördert jeden Vorschlag, von welcher Seite er auch kommen mag. Daher ist sie bereit. Bausteine mit herbeizutragen zu dem„wohnlichen Neubau* den Herr Marsal auS den Ruinen einer alten Zeit für die Berufs- ungehörigen der Hutindustrie möchte erstehen sehen. Starke Mitgliederznnahme im Metallarbeiterverbaud. Obwohl die Zahl der Einberufungen zum Heer die Zahl der Entlastungen im Jahre 1L17 noch um 62l)S Mitglieder des Metall- arbeiterverbondeS überstieg, kann die„Metallarbeiter-Zeitung* im genannten Zeitraum von einer Zunahme von 140845 Mitgliedern berichten. Eine so starke Mitgliedersteigerung hat der Metallarbeiter- verband seit seinem Bestehen noch niemals verzeichnen können. Selbst die Mehreinberufungen zum Heer außer Betracht gelassen, ergibt sich eine Zunahme von 57,15 Proz. der Mitgliederzahl. Eine solche Erstaikung der Organisation bietet den Mitgliedern die Möglich- keit, den kommenden Zeiten mit Ruhe und Vertrauen entgegen gehen zu lönnen._ Teuerungszulage» der BerufsgeuossenschaftS- angestellte«. Die Unfallberufsgenoffenschasten können im allgemeinen ihren Angestellten gegenüber nicht als vorbildliche Arbeitgeber angesehen werden. Die Gehälter sind mit wenigen Ausnahmen sehr niedrig. während die leitenden Beamten zum Teil ziemlich hoch bezahlt werden. Auch bei der Gewährung von Teuerungszulagen sind die BerussgenoffenschastsvorstSiide bisher außerordentlich zurückhaltend gewesen. DaS hat auch die Angestellten, die sich früher immer etwas Besonderes auf ihre Stellung zu gute taten, zum Nach- denken gebracht und bat sie in immer größerer Zahl ihrer gewertschaillichen Organisation, dem Verband der Bureau- angestellten, zugeiührt, der seine Mitgliederzabl aus dieser Branche während des Krieges verdreifachen konnte. Unterm 11. September 1917 wandte sich nun der Verband der Bureau. angestellten an den Verband der Berufsgenossenschasten mit dem Er- suchen, durch gemeinsame Verhandlungen und Vereinbarungen ein? weiemliche Erhöhung und eine einheitliche Regelung der Teuerungs- zulagen bei den Beruisgenostenschaften herbei, uiühren. Während früher ein großer Teil der Berufsgenossenschastsvorstände überhaupt jedes Verhandeln mit der Angestelllenorganisation grundsätzlich ab- lehnte, bat sich inzwiicden, nachdem auf Veranlassung des Verbandes auch das Reichsversicherungsamt eingegriffen hatte, dieier Standpunkt etwas geändert. Der Verband der Berufsgenoffenschaften erklärte zwar, eine Regelung der Teuerungszulagen nicht treffen ,u können, da er keine Arbeitgeher-Organiiation iei. stellte aber ein Herantreten an hie einzelnen Berufsgenoffenschaften onbeim. Das ist dann auch zum Teil durch die Angestelltenverband, zum Teil durch die Angestellten selbst geschehen. Bei einer ganzen Reihe von Berufs- genoffenichaften sind auch erhebliche Fortschritte erzielt worden. Bemerkenswert ist dabei, daß in einzelnen Fällen direkt anerkannt wurde, daß die Erhöhung der Teuerungszulagen im Hinblick auf das Vorgeben des Verbandes der Bureauangestelllen erfolgte. So erhöhte z. B. die Fuhrwerks-Berufsgenoffenschaft die Teuerungs- zulage von 20 auf 40 Proz. des Gehalts. Die Norddeutsche Holz- Berufsgenoffenschaft erhöhte die Teuerungszulage der Ledigen von 15 auf 40 M., der Verheirateten von 00 auf 80 M., der Kinder von 5 aui 20 M. Bei der Berussgenossenschaft der Feinmechanik und Elektrotechnik erhalten jetzt die verheirateten Angestellten 50 Proz. des GebaltS, Ledige 86 Proz., Abteilungsvorsteher 80 Proz., für jedes Kind außerdem 200 M. jährlich. Den Hilfsarbeitern wird gezahlt: Verheiratete 70 M. und für jedes Kind 10 M., Ledige 40 M. Bei der Lagerei-Beruis- genoflenschoft erhielten bisher die Angestellten mit einem Einkommen bis 8000 M. 45 M. und über 3000 M. 85 M. Es wer- den jetzt gezahlt: bis 2200— 40 Proz. von 2200, bis 8000— 30 Proz. von 3000, bis 8500--- 25 Proz. von 8500, bis 5000---- 20 Proz. von 6000 M., über 5000«= 16 Proz. Die Hilfsarbeiter erbielten Gebaltszulagen von 10—20 Mark. Bei der Sreinbruchs-BerufS- genosienichaft wurde eine Verdoppelung der bisherigen iebr niedrigen Teuerungszulage vorgenommen: eS erhalten jetzt die Ledigen 30 M., die Verheirateten je nach der Kinderzahl 45 M. und mehr. Die Detailhandels-Berufsgenosienschaft zahlte den Verheirateten eine einmalige Teuerungszulage in Höhe eine« Monatsgehaltes, einschließlich Wobnungsgeld und laufender Teuerungszulage und für jedes Kind 50 M., den Ledigen*lt des Gehalts. Die jetzt gezahlten Sätze bleiben zum erheblichen Teil immer noch zurück hinter dem, was mit Rücksicht aus die Teuerung be- recktigterweise verlangt werden kann. Trotzdem sind wesentliche Fortschrine in einer besseren und zeitgemäßeren Bezahlung der An- gestellten und Hilfsarbeiter gemacht worden, die dieie lediglich der Tätigkeit ihrer Organisation verdanken Hoffentlich sehen nun auch die noch nicht organisierten Angestellten ein, daß sie in ihrem eigenen Interesse sich ebenfalls dem Verbände der Bureau- ange st eilten anichließen müffen, damit mit um so größerem Erfolgs die berechtigten Wünsche der Angestellten vertreten werden können. parteinachrickten. Eine Richtigstellung. Die„L« i p z. V o l k s z t g." hebt, den Spuren der„Solvnger Arbeiterstimme* folgend, im Leitartikel ihrer Donnerstagnummer gleich zweimal besonders hervor, daß ich in einer Dortmunder Ver- saminlung in einem Gebäude des Stahlwerks Hoesch einen„amlexionistischen" Bortrag gehalten hätte. Wie wenig der Vortrag„annexionistisch" war, kann das Blatt aus dem ausführ- lichen Bericht des Dortmunder Parteiblattes sehen, der ihr hoffent- lich nicht ebenso unglaubwürdig erscheint, wie kürzlich der Bericht des Kölner Parteiblattes über eine ähnliche Versammlung. Samt- liche nenn in der letzten Zeit von mir im Westen abgehaltenen Wahlrechtsversammlungen waren selbstverständlich von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands ver- an staltet und von niemandem sonst. Was insbesondere die beiden Dortmunder Versammlungen angeht, so fanden auch sie in öffentlichen Lokalen statt, die der Arbeiterschaft seit Jahren und Jahrzehnten zur Verfügung stehen. Es ist mir völlig unbekannt, daß diese Lokale oder eines von ihnen zu dem Stahlwerk Hoesch auch nur die leisesten Beziehungen hat. Die dunklen Andeutungen der„unabhängigen" Presse find also völlig gegenstandslos.. Konrad Haenisch. Erfolgreiche Werbetätigkeit der österreichische« Jugend- orgauisatiou. Wie der„Jugendliche Arbeiter*, das Organ der österreichischen Juaendorganisalion berichler, hat diese in den letzlen Monaien eine erfolgreiche Werbearbeit durchgeführt. Es wurden bis« her 3129 neue Mitglieder gewonnen— unrer den jetzigen Verhält- nrssen ein ganz ansebnliches Ergebnis. Die Jugendarbeit wurde m vielen Orten, in denen sie iniolge der Kriegswirkungen brach lag, wieder neu aufgenommen. In vielen Kreisen wird die We> betätig- keit noch fortgesetzt. Insgesamt hat die österreichische Jugend- organisalion seit Beginn des Krieges 15 511 neue Mitglieder ge- Wonnen. Znöustrie und Handel. Der ruMche Staatsbankerott. Wie Havas aus Petersburg meldet, genehmigte der Rat der Volkskommissare das Dekret über die NichtigkeitserNSrung aller russischen ausländischen und inneren Staatsanleihen vom 14. De- zember ab. Die Dezemberzinsscheine der Anleihen werden nicht eingelöst, ebenso werden die von den früheren Regierungen au Finanzinstitute verliehenen Garantien annulliert. Die Titel habe« das gleiche Umlaufsrecht wie die Banknoten. Die kleinen Inhaber von annullierten Titeln innerer Anleihen haben Anftwuch auf»ine Rente in der Höhe der bisher bezogenen Zinsen, wenn die Titel unter 10 000 Rubel bleiben. Die Sparkassen werde» davon nicht berührt. Das Dekret wird dem Zentralausschuß zur Genehmigung unterbreitet werden. Die Meldung ist noch sehr unklar. Auf der einen Seite wird die Ungültigkeit der russischen Anleihen erklärt, auf der anderen Seite werden sie den Banknoten gleichgestellt, wird ihnen also die Funktion beigelegt, als Umlaufsmittel zu dienen, so daß eigentlich nur von einer EinstellungdesZinsendiensteS gesvrvchen werden kann. Auch diese erstreckt sich nur auf die großen Staats- gläubiger, die andern, die kleinen Rentner sollen weiter Zinsen. wenigstens bis zu einem gewissen Ausmaß, beziehen. Nun wird natürlich jeder Besitzer von mehr als 10 000 Rubeln russischer An- leihe Strohmänner suchen, denen er zum Betrug des Fiskus Obli- gationen aushändigt. Eine Kontrolle wird sehr schwer, in den jetzigen wrbulenten Zeiten vielleicht unmöglich sein. Darin liegt eine der großen Schwächen des Dekrets. Die deutschen Be- sitzer russischer Fonds werden zweifellos in den Friedensunter- Händlern energische Anwälte ihrer gutgläubig erworbenen Rechte finden. Schlechter sind die viel zahlreicheren russischen Staatsgläubiger im neutralen und feindlichen Ausland daran, die vorläufig keine Mittel zur Durchsetzung ihrer Ansprüche haben. Di« Entente- regierungen haben bekanntlich schon seit längerer Zeit Rußland den Schuldendienst abgenommen; aber auf die Dauer ist das ein sehr kvstspieligss Vergnügen. Nach einer Meldung auS Moskau vom 27. Dezember, die in der„Dselo Naroda" vom 28. Dezember wiedergegeben wird, sind gleick-zeitig mit der Reichs bank in Moskau auch die Privaibankeu geschlossen. Die Banken sind vom Publikum belagert. Viele Handels- und Jndustrie-Unternebmungen befinden sich in ver- zweifelter Lage. Die Delegierten-Versammlung der Angestellten der Kredifinsfitute beschloß, der Verfügung des Rates der Volkskom- missare über die Kontrolle der lausenden Rechnungen nicht Fo�ge zu leisten. In der Versammlung wurde festgestellt, daß die Be- völkerung in kurzer Zeit über 300 Millionen Rubel abgehoben habe, während die Einbringung von Einlagen gänzlich aufgehört hat. Der deutsch-russische Fronthandel während des Waffe«- stillstandes. Hierüber wird dem Handelsvcrtragsverein von seinem Ver- trauensmann für die besetzten Gebiete in Rußland geschrieben: In den Kreisen der deutschen Geschäftswelt herrscht vielfach die irrtümliche Auffassung, daß mit Beginn des Waffenstillstandes sich nunmehr jeder Kaufmann, der sich nahe der Front befindet, unter guten Auspizien am Handel mit Rußland beteiligen könne. Es muß daher immer wieder betont werden, daß der Zivilist, also der private Geschäftsmann, in den wenigsten Fällen überhaupt direkt hervor- treten kann. Nur vereinzelte Firmen haben sich bisher an dem sog. Frontgeschäst beteiligen können. Meistens fließen die im Tausch- verkehr beschafften Waren den in Betracht kommenden Stellen der Militärverwaltung zu. In der Hauptsache werden aber die vor- kommenden Warenaustauschgeschäfte von den Soldaten ver- wirklicht. Nur indirekt zieht auch das Hinterland Nutzen davon, sosern die Soldaten hier nun auch wieder geeignete Tauschobjekte einkaufen. Nur sind leider die meisten Artikel, die in Betracht kommen würden, nicht für den Verkehr freigegeben. In Warschau hat man sofort eine Preissteigerung in einer ganzen Reihe von Artikeln verspüren können, so in Uhren, Messeavaren snamentlich Rasierapparaten), Galanterie- waren(namentlich Täschnerwaren). Porzellangeschirr, Gläsern, warmer Wäsche, Handschuhen usw. Alle diese Artikel wurden na- mentlich von Urlaubern aufgekauft. Dem Vernehmen nach haben die Russen dafür namentlich Mehl, Fett, Butter, Tee und Hülsen- fruchte gegeben; mit Geld ward nur wenig bezahlt. Im Verkehr zwischen Rußland und Oesterreich soll namentlich in K o w e l der Handel schon äußerst lebhaft gewesen sein und hier auch durch be- deutendere Ausdehnung durch private Initiative gewonnen haben. Mit der Zeit dürfte da? F r o n t g e s ch ä f t in der ganzen Aus- dehnung von Riga bis zum Schwarzen Meere immer lethaster gedeihen und wohl auch durch behördliche Matznahmen noch ge- fördert weiden. Bemerkenswert ist, daß auch eine Anzahl von Per- Ionen, die seinerzeit be! dem Einmarsch in das jetzt von uns besetzte Gebiet nach dem Innern Rußlands flohen, jetzt bcm den Russen wieder in die Heimat zurückgelassen werden. Die Ncsselfasererzcugung. Für das Jahr 191? ist für ganz Deuiildcand eine Nesselbaufläche von etwa 23 000 Hektar in Aussicht genommen, die den Ertrag von 175 000 Doppelzenrner Nesselfaser schafft. Das bayerficke KiiepSministerium bat angeregt, eine bayerische Nesselstelle zu ichasten und neben dieser eine bayrische Nestelgesellichail m. b. H. mit einem Kapital von 1000000 M. zu gründen. Diese Gesellschait wird Sitz und Stimme im AuistchiSrat der Neffelonbanaeiell'chaft Berlin erbalien. Seramwortlic» für«ßolitif; tkriq guttun: Berlin: für den übrigen Teil des Blattes Alfred Scholz, Neulölln für tznferute Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: BornärtS Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Berlin SW. Hierzu 2 BcUageu. ssr Ct.Wertßeim GLASWAREN Pressglasgarnitur„Hansa" Butterdosen••••• VSw. ICäse�lockeQ•••«• 1.70 Konfektschalen... l.S5 Komo.»SchüLselnZ5l-�l.ö5 Blumenschalen S()?u..l.95 Kompottellcr. 25w„38w Blumenvasen 60pt w« i.95 Zuckerschalen öOpt.SOpf. Wasserkrüge 1.35 bu2.95t Tabletts. 35Pf. Likörgläser.»••• 15 ph.»»»»»« 85 pt Teller fun 35 Pf bi» 3.60, or«!....»ea 70 Pf. w« 2.05 Blumenvasen Tuipcfoim 1.90 bu 5.40, 6eokie 95 Pf. w« 3.95 PuSSglaSer eeschhlrea..... 1.10 Weingläser................. 65 Pf., 75 Pt, 95 Pt Kristall r.el>«>>-, 42 Pf, 55 Pf.. 65 Pf«rerbeehcr...... 45 Pt PORZELLAN Weiss Kaffeekannen. 1.25, 1.55 Milchtopfe. 28pf.i>i, 80?,. Teekannen..85 A. 1.35 Zuckerdosen.... 40?,. lassen........ 33 p,. Kuchenteller.... 18?,. Bratenschüss. 45?, dl, 1.65 Tunkeschalen.... 95 p,. Brotteller...... 30 pt. Kompottellcr.... 25p,. Bant bemalt Tafelgeschirre nir6Pei*23ielUf 72.00, für 12 P.r».77lemf 245.00 Kaffeegeschirre»c-mr............ 12.50, 19.50 Obstsatz 7t*iiig.... 5.75 Obstteller...... 90?,. Praktischer Zlmmerschmack: EleHtrischer Rauchverzehrer und Verdunster rar Pufa-U. u,.d dr. afl- ertnde Flü.suUeii».. z» 00 bi. 174(10 aft- Leia-'tor Mf.ii«, l> r.g.n-L. ref IQ.UU Königstraße Rosenthaler Str, 7�doritzi>1ats STEINGUT Tafelgeschirr, bunt bedruckt Speiseteller»e, s»c>>. 40 pt Kompottschüss. 1.70, 2.35 Brotteller...... 30 p,. Suppenschüss. 5.40,5.95 Kompottellcr.... 27 Pt Tunseschalen.... 2.40 Oemuseschuss. 1.50, 1.90 Kartoffelnäpfe 3.60,4.00 Bratenschüsseln............... von 80 pf. ti« 2.95 Teegeschirr, schwarz glasiert Teekannen..... 95 p,. Milchtöpfe..... 60 pt Teetassen...... 60 p,. Teller........ 45 pt Kuchenreller.... 1.20 Schokol. Krug. 1.75,2.00 Teegeschirr, bunt bemalt, Holland Tassen........ 60 p, Teller..... 35, 38 Pt Krüge..... SO, 60 pi Kannen....... 90 pt Nähr- und Kräftigungsmittel für Erwachsene und Kinder: Malzextrakt Dose 3.60,2.00 Haematopan... Fl. 2.40 Leeitbin-PerdynaminFl.S.OO Lebertraa Fasnlaton Fi. 3.90 Pepsin wein Fl. 2 20 b. 15.00"Riba..... DüS4 5.00 Regenerio.... FL 4.80 Malz-Perdynamin. FL 4.50» mwr LHpelgtr StraBe PvmacU-E.xtra.Kte u. LiRöre, alKoholfrei. auch ia Feidpostpackuagea Fischpudding.... Vi Dose 8.45 Milfix Kunstfleiscb. Dose 2.40 Fischkiöße...... Vi Dose 5.30 Gänsekeule In eig. Saft Oese 8.20 Mittagsfisch in br. Tunke Vi D. 5.50 Ausl. Puddingpulver Pack. 45 Pf. Nr. 20 ♦ ZS. Jahrgang Seilage öes vorwärts GroßSerlln Die Wiederaufnahme des Strahenbahnverkehrs. In den Räumen des Verbandes Grotz-Berlin fand Freitay abend am Einladung des Verbandsdireklors eine Bespreckung mit den Vertretern der Groß-Berliner Gemeinden und der Groh-Berliner Ctrahenbabn über die vorübergebende Einschränkung im Stratzen« babnverkehr und die nächsten Mahnabmen zur weiteren Wieder- Herstellung des vollen Betriebes statt. Als Ergebnis der Besprechung sei folgendes mitgeteilt: Es wurde vereinbart, mehrere Linien, sür die ein besonders grobes Bedürfnis besteht, so rasch wie möglich wieder in Betrieb zu setzen und zwar in der nachstehenden Reihen- folge: Linie 44(Neutempelhof) am nächsten Montag, Linie 58 voraussichtlich am Montag, Linie 57 wahrscheinlich Montag, spätestens einige Tage darauf, Linie NO und 16 zu Beginn der nächsten Woche, daraus die Linien 52. 67 und 87. Dazu teilt uns die Direktion der Groben Berliner mit. daß von Montag ab die Linien 44 Tempelhof, Hobenzollernkorio— Schön- hauser Allee, 58 Britz. Rathaus— Zeniralviehbof und NO Hohen- schönbausen, Oronkestrahe— Alexanderplotz, Kurze Strohe wieder in ihrem fahrplanmähigen Umfange beirieben werden und die Linie 57, jetzt Nordend— Emser Platz, wieder bis Roieneck durchaeiüblt wird. In der vorhergehenden Besprechung teilte der Vertreter der Grohen Berliner Strahenbabn folgendes mit: Der„Grohen Ber« liner* stehen gegenwärtig für die Ausbesserung der Schäden nur' 306 Arbeiter zur Verfügung. Es besteht Mangel an Kessel- und Schmiedekoble i ferner fehlen Bandeisen, Flacheisen, Schrauben und Glos. In Groh-Berlin seien zurzeit 73 Wagen mit Perronbrüchen vorhanden. Von 2266 Slrahenbabnwagen seien 986 schadhaft. Gegenwärtig iei also ein Bestand von 1226 Wagen vorbanden. Für die Durchführung des Betriebes, wie er vor dem Schneefall vorbanden gewesen iei, seien 1276 Wagen erforderlich; für die Ein« schränkungen, wie sie für die nächsten 14 Tage in Aussicht ge- nommen sind, wären 1266 Wagen nötig, so datz noch eine Reserve von 26 Wagen verbliebe, um etwaige weiiere Schäden zu decken. Voraussetzung für die Inbetriebsetzung iveilerer Linien sei, dah keine weiteren Schneefälle ein- treten; denn die Gesellschaft habe jetzt kein Salz mehr! Tie Zange der Gräften Berliner. Durch den Deutschen Transporlarbeiler-Verbaud sind den hiesigen Ströhen« und Grohbahn- Verwaltungen Wünsche um Neu- regelung der Löhne übermittelt worden. Während die Hochbabn- Gesellschaft bisher noch nicht geantwortet, haben die Städtische und Elektriiche eine Nachprüfung zugeiagt. Die Grohe Berliner hat indessen unter dem 11. Januar er. einen ab- lehnenden Bescheid gegeben, in welchem es u. a. beiht:. S o lange uns daher von dem Verbände Groh-Berlin eine angemessene Tariferhöhung verweigert wird, müssen wir im Einverständnis mit unserem AufsichtSrat die vorgeschlagene Lohnerhöhung zu unserem Bedauern ablehnen.' Die Verirauensleute nahmen in einer Sitzung am 15. Januar cr. dazu Stellung und beschlossen einstimmig in einer Entschließung, gegen diesen Bescheid zu protestieren. In dieser Entschließung heißt es u. a.: .Sie weisen darauf hin, dah diese Haltung der Betriebsleitung insofern grohen Unwillrn beim Personal hervorrufen wird, ccks festgestellt werden mutz, dah 1. trotz wiederholter Ausbesserung der Bezüge, die derzeitigen Löhne zur Bestreitung der Kosten der Lebenshaltung nickt ausreichend sind, 2. der bisherige tatsächliche Verdienst nur durch Leistung erheblicher Ueberarbeit erzielt werden konnte, 3. eine derartige dauernde Arbeitsleistung die Kräfte des Personais weit übersteigt und dadurch 4. die Gesundheit des- selben sowie die Sicherbeit des Veikehrs stark gefährdet werden.— Die Vertrauensleute stellen weiter fest, dah durch das Verhalten des Personals während der ganzen Dauer des Krieges der Beweis erbracht worden tst, dah dasselbe stets bereit war, die aus der Ausrechterhaltung deS Betriebes sich ergebenden Pflichten willig aus sich zu nehmen, und unter Hintansetzung der eigenen Interessen gewiflenbafl zu erfüllen. Diese Tatsachen mühten auch von der Direktion um so mehr gewürdigt werden, als eine Ab- lehnung der berechtigten Wünsche der Angestellten sicher nicht zur Förderung der Arbeitslust und-freudigkeit beitragen dürfte.— Wenn die Direktion die Wünsche des Personals mit dem Hinweis auf die zukünftige unsichere wirtschaftliche Lage deS Unternehmens ablehnt, so muh daS Befremden erregen, weil auch ihr bekannt ist, dah die Angestellten sür die Ursachen dieses ZustandeS nicht ver- antwortlich gemocht werden können. Die Vertrauensleute bedauern selbst aus da» lebhafteste, dah durch nicht rechtzeitige Regelung der Tarisftage eine derartig« Berquickung dieser mit der Lohnforderung i7] Töchter öer Hetuba. Ein Roman aus unserer Zeit von Clara Viebig. Die stillen Zimmer des HauseS grausten Frau Bertholdi an; wenn sie mittags und abends in dem weiten leeren Speisezimmer allein am Tisch saß, konnte sie nichts essen. Die Einsamkeit würgte ihr die Kehle zu. Die Herbstabcnde waren endlos. Ach, und diese Nächte! Furcht vor Ein- brechern, Mördern und Dieben kannte sie jetzt nicht mehr, sie sah nicht mehr hinter die Schränke. Aber eine andere Furcht lebte in ihr, und die war viel schlimmer: die ungeheure Angst: wie wird es enden?! Nun ging man schon in den zweiten Kriegswinter hinein. Wie lange noch?! Konnte Deutschland noch immer widerstehen? Hatte es immer noch genug Männer zum Kämpfen, zum Siegen? Sie glaubte jeden Tag mehr Trauernde zu sehen. Gingen denn alle Leute in Schwarz? Wurden der Anzeigen von Heldentod nicht immer mehr und mehr? Lange Spalten der Zeitungen füllten sie an. ganze Seiten. Und kein Lachen mehr rings- um. Wenn sie doch einen wüßte, der. noch so recht herzlich lachen könnte! Ein harmlos-heiteres Lachen aus freier Brust. Ob das junge Mädchen so lachen konnte? Jetzt freilich lachte selbst die Jugend nicht mehr. Drüben im Garten der Krüger iah sie die junge Frau Rossi wandeln, einer Nonne gleich, zwischen den buchsbaumgcfaßten Beeten. Auf dem blonden Haar lag ein dunkler Schleier. Es wäre natürlich ge- weseri, daß Hedwig über den Zaun ein paar Worte an sie gerichtet hätte, sie waren doch nun Nachbarinnen, aber das melancholische Gesicht der anderen schreckte sie ab. Da war auch keine Erheiterung zu holen. Und vor der Krüger hatte sie fast eine Scheu. Die schaffte in ihrem Garten mit einem so ruhigen Gesicht, datz ihr das unnatürlich erschien. Wer konnte so ruhig sein? Tie doch am allerwenigsten. Aber sie erntete ihre Obstbäume ab, so ganz bei der Sache. als sei der tiefste Friede, und sie habe weiter nichts zu be- denken. alS ihre Ernte. Oben auf der Leiter stand die Krüger und angelte mit dem Obstpflücker nach dem letzten Apfel mit einer Hart- näckigkeit. als hinge da oben in der schwanken Spitze das größte Glück, Mit peinlicher Sorgfalt bettete sie die er- lesensten Früchte in einem mit Heu gepolsterten Korde; sie faßte sie sogar mit Handschuhen an. berbeigefübrt worden ist. Sie lehnen die sich daraus ergebenden Konsequenzen mit aller Enischiedenheit ab.' Des ferneren wurde beicklosien, zunächst in einer allgemeinen Versammlung sämtlicher Verkebrsbcdiensteten noch einmal Stellung zu der Sachlage zu nehmen. Diese Versammlung fand am 18. Januar statt und war stark überfüllt. Nach dem Referat des Genassen Rathmann setzte eine lebhafte Diskussion ein. Vor allem besprach man das ständige Hindernis, dre Tarisfrage. Man war der Meinung, dah die Fahrpreisfrage längst erledigt sei, wenn die Bahn im Besitze des Zweck- Verbandes wäre. Die jetzt vorgeschlagene Regelung des ll-Pf.» Tarifs sei, abgesehen von den grohen technischen Schwierigkeiten, nicht geeignet, die materielle Lage der Personals zu heben. Aus jeden Fall wäre es dringend erwünscht, dah auch jetzt während des Krieges eine anderweitige Regelung deS Tarifes vorgenommen wird. Wolle man der Gesellichast den Mehrverdienst nicht geben, so könnten Bestimmungen getroffen werden, wonach dieser Ge« 3ugend und Schönheit find Schmuck genug! vu brauchst felne perlen, keine Edelsteine- Bringe sie zur Goldankaufsstelte ?Sr Gold der volle Soldwert, fSrZswelen der Auslandspreis winn, nachdem die Lohnsragen ihre Erledigung gefunden, an die Kommunen fliehen. DaS Personal könne sich nicht denken, dah Publikum, Kommune und Gesellschaft eS daraus abge« sehen haben, den Slrahenbahnbediensteten die ganze Not, die der Krieg der arbeitenden Klaffe gebracht, bis ans den kleinsten Rest durchkosten solle. Noch sei Ruhe und Frieden im Belriebe, aber daS Elend habe einen solchen Grad erreicht, dah seden Tag ernste Diffe- renzen entstehen könnten. Schlietzlich wurde eine Entschließung an« genommen, nach welcher das KriegSamt um ein« Vermittlung zwischen Direktion und Personal sowie den VerbandSvcrtretern an- gegangen werden soll._ Tie Wahl des Verbandsdirektors. Die gestrige erste Sitzung der Kommission der Verbands- Versammlung für die Wahl eines Verbandsdirektors war dazu be- stimmi, die eingegangenen Bewerbungen ersimalig zu sichten. Die in dieser Beziehung von den Referenten Oberbürgermeister Dominicus und Landrat von Achenbach geleistete Vorarbeit wurde in der Kommission vorgeuagen, und diese beschloh, über eine gröhere Reihe der Bewerber persönliche Erkundigungen einzuziehen. Berliner Lebensmittel. Die Kartoffelration von 7 Pfund wird in der folgen« den Woche in der gleichen Weise zur Verteilung kommen, wie in der vergangenen, indem nämlich 6 Pfund Kartoffeln aus die Kar- toffelkorte beim Klernhändler entnommen werden können und 1 Pfund aus der eisernen Raiion zu verbrauchen ist. Alle die« jenigen, die bei ihrem Kleinhändler infolge der Transporlschwierig- keilen aus die Abschnitte 3 der Kartoffelkarte Kartoffeln noch nicht erhalten konnten, können diese noch in der folgenden Woche einlösen. Vom Montag, den 21. bis Sonntag, den 27. Januar wird in den im Norden Berlin« beiderseits der Christianiastrahe gelegenen Bezirken der 168, 169., 170., 190. und 226. Brotkommisfion je 125 Gramm Käse verteilt. Der Käse ist erhältlich in den durch besondere Aushängeschilder gekennzeichneten Geschäften gegen Bor- zeignng der Miiielstücke der gülligen Speisefellkarten. Da« Nähere ergibt sich ans der an den Anschlagsäulen veröffentlichten Bekannt- machung. Neuer KohlrübenpreiS. Durch Bekanntmachung der PreisprüsnngSstelle ist für gelbe Kohlrüben ein Kleinhandelshöchstpreis von 9 Pf. für das Pfund festgesetzt._ Zulage» für Rentenempfänger. Vom 1. Februar bis zum Ende dieses Jahres erhalten Personen, tvelche auS der Arbeiterversicherung eine Invalidenrente oder eine Krankenrente bezieben, die ihnen von der Post gegen«ine Renten- Hedwig konnte sich heute doch nicht enthalten,, sie an- zurufen. Der Mittag war schön, die Oktoberfonne nahm ihre letzte Kraft zusammen, sie durchstach die schon trocken werdenden Blättchen des halbwilden alten Birnbaums mit ihren Strahlen, daß. rührte ihn ein Windchen, es von ihm niedertroff wie rotes Blut. Die Krüger sammelte die herab- geschütteten kleinen Birnchen; sie schwitzte, auf ihren tief- gebückten Rücken prallte die Sonne. Als sie sich aufrichtete, sah sie gerade in Frau Bertholdis?lugen. die über den Zaun weg auf sie blickten.»Haben Sie mir gerufen?' „Ja', sagte Hedwig.„Ich bin so allein. Sagen Sie mir. Frau Krüger, warum lesen Sie die alle auf? Mit denen ist doch nicht viel anzufangen.' Sie wies auf die wie geschüttet liegenden verhutzelten Birnchen. „Die?" Die Krüger hielt ein paar der geringen Frücht- chen auf der ausgestreckten Hand.„Da koche ich Mu8 von. Und wenn sie auch nicht zu essen wären, ich mach' mir zu tun. Frau Bertholdi. Zehnmal bücken nimmt zehn Gedanken weg. hundertmal bücken hundert. Wenn man sich so viel gebückt hat. daß man gar nicht mehr denken kann, dann schläft man nachts. Ich schlafe.' „Ich nicht!" Hedwig seufzte. Die Krüger sah sie mißbilligend an.„Schaffen Sie Ihre Mädchen ab, machen Sie Ihre Arbeit allein. Ich möchte kein Mädchen jetzt haben. Alles alleine, alles alletne: reinemachen, kochen, graben, waschen, die Hühner füttern, den Stall aus- misten von den Karnickels und von der Ziege. Sie glauben nicht, wie gut das einem tut." „Ich kann das nicht." Frau Bertholdi ließ die Arme sinken.„Ich bin die Arbeit ja nicht gewohnt. Ich halte gar nichts aus.' Die Krüger lachte kurz auf.„Von wegen aushalten! Der Mensch hält noch ganz was anderes aus,' Sie trat dicht an den Zaun; mit der gebräunten Hand sich den Schweiß von der Stirn wischend, in die ihr ein paar gelöste Strähnchen des ergrauten Haares flarterren. sagte sie sinster: „Ich habe im Blatt gelesen, was die draußen aushalten: die liegen im Graben in lauter Schlamm, die Granaten fliegen nur so um sie nun— und da'ns Hand, da'n Fuß—'n halber Kopf,'s pure Gehirn— das war mal'n Kamerad und jetzt: bloß'n Stückchen noch. Und Sie müssen denken: gleich bin ich nu dran. Nee. Frau Bertholdi, von uns hier drin darf lern einziger sagen: ich halte was«ich auS. Und was Sonntag, 2H. Januar 1915 - qurttung mir dem Büchstaben J.(hellgrünes Papier) ober K.(hellgelbe« Papier) gezahlt wird, eine Zulage von monatlich 8 M.; serner Perionen, welche eine Wiiwenrenie oder Wiiwenkrankenreiite oder Wilwerrente beziehen, die ihnen von der Post gegen eme Renlenquiltung mit dem Buchstaben V.(dunkelgelbes Papier) oder W. K.(grünes Papier) gezahlt wird, eine Zulage von monatlich 4M.— Personen, welche Altersrente oder Waisenrente beziehen, erhalten keine Zulage. Die Zulage ist mit der lautenden Rem« zusammen, zum ersten Male am 1. Februar d. I. von der Post zu erheben. In Berlin können die Rentenempfänger die Vordrucke für die Quittungen über die Zulagen in den Polizeirevierbureaus. in deren Bezirk sie wobnea v o in 2 8. die»es Monats ab in Empfang nebmen. Als Ausweis muh ein Quittungsvordruck über die laufende Rente oder auch der Rentenfestslellungsbeicheid vorgc- legt werden. Nach Empfang der Vordrucke empfiehlt eS sich, zu Anfang eines jeden Monats eine Ouinung über die Zusatzrente zu- sammen mir der Quittung über die lausende Rente zur Beglaubi« gung vorzulegen. Rentenempfänger, die auf den Polizeirevier« bureaus die Vordrucke nicht erkalten, können sie auch im Bureau des Versicherungsamts der Stadt Balm. Klosterstr. 65/67, Hos, Aufgang 0, 2 Treppen. Zimmer 29 in den D>enststunden von 9 bis 3 Ukr in Empfang nehmen. Mitzubringen sind ebenfalls die oben- genannten Ausweise._ Die Schueefallstörungen. Amtlich wird mitgeteilt: Die Schnee- fallstörungen an den Telegraphenlinien haben infolge der un- günstigen Witterung noch nicht beseitigt werden können. Wichtige Verbindungen im Inland sowie die Verbindung mit Holland, Dänemark und der Schweiz fehlen auch heute noch. Erheblich« Telegrammverzögerungen sind auch ferner unvermeidlich. Bortrag über Geschlechtskrankheiten. Die Zeiltralkommilston der Krankenkassen Berlins und der Vororte veranstaltet in dieiem Jabre nur drei hygienische Vorträge. Der erste findet am Montag, den 21. Januar, abends 8 Uhr, im Bürgcrsaal de« Berliner Rathauses statt. Es spricht Herr Dr. B. Chajcs über die„Geschlechtskrank« Herten, ihre Gefahren, Verhütung und Bekämpfung.' Preiswucher mit Karbid. Da« Kriegswucheramt teilt mit: Wie festgestellt worden ist, werden von Kleinhändlern, die mit der Ver« teilung von Karbid in Mengen unter 16 Kilogramm beauftragt sind, den Verbrauchern Preise abgenommen, die die erlaubten wesentlich übersteigen. Die Kleinhändler sind nur berechtigt, den Ver« brauchern für 1 Kilogramm Karbid 1,26 M ohne Verpackung in einer Büchse, und 1,76 M. einschließlich der Büchse zu berechnen. Steglift steht zu Neukölln. In einer der jetzt üblichen Ernäbrungsdebatten in der Ge- meindevertretersitzung am Freilag sprach Genosse L e i m b a ch sein Bedauern aus, dah außer Groh-Lichterfelde keine Groß» Berliner Gemeinde dem Neuköllner Magistrat in seinem Kampfe gegen da« heutige Erliährungssystein beigesprungen sei; auch der Groh-Berliner Bürgerausschuh habe hier eine günstige Gelegen« heit zum wirkungsvollen Eingreife» veriäumt. Es sei doch kein Geheimnis, dah alle Groh-Berliner Gemeinden, und sicher auch die Gemeinde Sieglitz, in der gleichen Zwangslage wie Neu- kölln gewesen seien und deshalb ebenso gehandelt hätten. Schöffe Jachem entgegnete darauf unter dem Beifall der Versammlung, dah er nicht anstehe, in aller Oeffentlichkeit zu erklären, dah auch Steglitz so wie Neukölln verfahren sei, sonst hätten wir überhaupt keine Lebensmittel er'- halten. Wenn er und der LcbeitSniittelaussckNh vor der Frage standen, entweder die erlasienen Verordnungen zu befolgen oder zur Abwendung der größten Not von der Bürgerschaft dagegen zu handeln, habe man sich stet« sür das letztere entschieden. Auch an Eingaben an die betreffenden Reichs st ellen Hab« eS der LebenSmittelauSschuh nicht fehlen lassen, um eine Benderung deS System« zu er- st r e b e n. Der Antrag des GemeindcvorstandcS auf eine einmalige Teuerungszulage für die Beamten der Gemeinde iir Höhe von 266 M. sowie 16 Proz. für jedes Kind der Verheiraieleli und 156 M. sür die Ledigen, serner von 166 M. und 5 Proz. für die im Heeresdienst stehenden Verheirateten wurde in dieser Fassung vom Genossen Leimbach bekämpft. Er wandte sich dagegen, dah die Hilfskräfte und Arbeiter abermals leer ausgeben, und bezeichnete die Zulage für die im Heeresdienste Stehenden als ungerecht. Der Redner forderte Aenderung der Vorlage und beantrag!« Zurückver- Weisung an den Gemeindevorstand. Dieser Antrag wurde jedoch gegen zwei sozialdemokratische Stimmen abgelehnt und daraus der Antrag de« GemeindevorstandeS einstimmig angenommen. glauben Sie wohl, was mein Gustav aushält l So weit in Gefangenschaft auf der wüsten Insel. Und denn ntch mal schreiben dürfen I Uird lvas halten unsere Verwundeten aus! All meine Birnen sollen die aber auch kriegen und all meine Aepfel. Die feinen Bärblang un denn die Kalwill— die waren immer so was für Gustaven. Nu, das nächste Jahr! Es is ja zu weit, schicken kann ich se ihm jetzt nich. Die kämen nich an." Ach, die kämen Wohl niemals an! Die Stirn zusammen- ziehend, sah Hedwig Bertholdi der Krüger nach, die den schweren Korb mit der Last der Birnen ins Haus trug. Das Land, wo Gustav weilte, das war fern der Erde, so fern, daß noch keiner von dort je wiedergekehrt. Hedwig schüttelte sich in einem geheimen Grausen: und die Mutter glaubte so fest an sein Gefangensein auf Korsika. Er dürfe nicht schreiben, so nahm sie an— arme Mutter 1 Es fror Hedwig Bertholdi plötzlich in dem von der Sonne vergoldeten Garten— Oktobersonnc. die wärmt doch nicht mehr. Sie eilte ins HauS zurück, an den Schreibtisch, sie nahm die Feder und schrieb in Hast: zu ihr sollte Annemarie von Voßberg kommen. Und zwar bald— so rasch wie möglich. Sie war allein, daS HauS ge- räumig, Berlin so nahe, sie würde dem jungen Mädchen gern alleS zeigen, sich freuen, ihm Freude bereiten zu könneir. Nur kommen, rasch kommen sollte sie. Und das Lebensfrohe mitbringen, von dem ihre Mutter schrieb. Hedwig fühlte sich erleichtert, als der Brief zur Post war. Sie rechnete nach: morgen traf der Brief in Koblenz ein, übermorgen schon konnte sie Antwort haben. »* Wenn Annemarie von Voßberg morgens in ihrem mull- verhängten Bett unter der blauseidenen Steppdecke aufwachte. konnte sie sich noch immer nicht zurechtfinden: wo war sie? Wie war daS hier so schön und so bequem! Zu Hause hatte sie auf einem Sofa geschlafen bei der Mutter im Zimmer. Im Bett des Vaters durfte sie nicht liegen, Frau von Loß- berg konnte es noch nicht ertragen, daß es benutzt wurde. Darin hatte ihr Mann gelegen zu guter und zu böser Zeit; daraus hatte er am Abend, ehe er ins Feld rückte, ihr die starke Soldatenhand entgegengestreckt:.Sei tapfer, meine geliebte Frau!' Und als er den letzten großen Abschied nahm, hatte er ihr daraus wieder die Hand, ach eure jetzt so schwache Hand, hmgesireckr: sei tapfer(Forts. jolgtJ Wetter wurde der Beitritt der Gemeinde zur Berliner BororlSgemeiniÄaft beschlossen und ein Antrag v. Hagen und Genossen angenommen, unter Aufhebung eines in der vorigen Sitzung gefaßten Beschlusses die im März fälligen Er« satz« und Ergänzungswahlen zurGemeindever- tretung vorzunehmen. Gewählt wird auf Grund jicr Wählerlisten vom Jahre 1913! Schöneicrg. Lebensmittel. Bis Dienstag findet Voranmel« d u n g statt für; 150 Granu» Weizengrief; auf Abschnitt 1 der neuen Groß-Berliner Lebensmittelkarte und 100 Gramm Teigwaren auf Abschnitt 1 der neuen Groß» Berliner Lebensmittelkarte für Jugendliche. Ausgegeben werden in der nächsten Woche: SOO Gramm Suppen auf Abschnitt 88, 600 Gramm getrocknete Mohrrüben oder getrockneter Weißkohl auf Abschnitt 80 der Schöneberger Nährmittel- karte und 1jt Pfund Buchweizengrütze auf Abschnitt 83 der Nähr- mittelkarte für Jugendliche. Die Schöneberger Nährmittelkarte bleibt weiterhin güllig und ist sorgfältig aufzubewahren. Wilmersdorf. Abgabe von Stirfelfohlen. Dem Magistrat sind vom Staate wiederum eine größere Anzahl Erfatzsohlcn in Leder und aus gepreßtem Leder überwiesen worden. Schriftliche An- träge aus Zuweisung solcher Sohlen sind zu richten an: Die kam- munale Verteilungsstelle für Sohlenleder und Ersatzsohlen, Sig- maringer Straße 1, Zimmer 10. Es mag hierbei bemerkt sein, daß für die Gewährung dieser überwiesenen Sohlen eine gewisse Prüfung der Einkommensvcrhältnisse des Antragstellers erforderlich ist. Die genannte Stelle befaßt sich natürlich nur mit der Abgabe der Sohlen. nicht auch mit ihrer Befestigung auf den Stieseln. Hierfür kommt die Städtische Schuhreparatur- und Besohlanstalt in Betracht, die sich Holsteinische Straße 5 befindet. Die Besohlaiistalt ihrerseits verfügt über Sohlen(aus Ersatzstoffen), wie sie im freien Handel zu haben sind. Reinickendorf. LekenZmiitck. Die Ausgabe der Grouven an die Händler am 19. d. M. mußte zurückgezogen werden, weil Unregel- mäßigkeilen bei Abgabe der Marken vorgekommen sind. Die Ber- teilung wird aui Abschnitt 187 erfolgen. Die Ablieferung des Teiles A des Abschnitts 137 muß bis 22. d. M. bei einem Kleinhändler er- folgen. Berkauf durch die Händler am 27. d. M. ZifriedrichSfelde. NruauSgabe der Kohlenkarte». Die Ausgabe der Kohlenkarten für die 2. Winiei Hälfte hat durch die Hauseigcu- tümer stattgesunden. Um etwaige Ausstellungen zu begleichen und die zuständigen Sonderkarten zu verteilen, bat die Gemeindeverwak- tung besondere Sprechstunden in der Kohlenverteilungsstelle angesetzt, und zwar für Friedrtchsfelde Montag, den 21. Januar, von 5— 8 nachmittags. für die Buchstaben A— K, Dienstag, den 22. Januar, von 5—8 Ubr, für die Buchstaben L~Z; für Karls- h o rst Mittwoch, den 23. Januar, von S— 8 Uhr. für die Buch- staben A— K. DonnerZlag, deu 24. Januar, von 5—8 Uhr, für die Buchstaben h—Z. Grsß-SerZiner parSeinachrichten. Bezirk Treptow-Baumfchulcnveg. Am DienSlag. abends 8% Ubr, findet bei Eberl in Treptow, Graetzstr. 1, eine Mitgliederversamm- lung statt, in der Genosie A. Scholz über: Die zukünftige Gc- staltung G-oß'BerlinS spricht..VorwärtS'-Leser haben Zutritt. Tempelhof. Die Flugblattverbreitung findet heute nicht statt. Bezirk WaidmannSlust. Heute 4 Uhr findet in Hohen-Neuen- dorf bei Stöhr, Ruhwaldstr. 45, eine Besprechung der Wahlvereins- Mitglieder statt betreffend Agitation zur ReichStagSwahl..Vorwärts"« Leser haben Zutritt. FrederSdorf-PeterStjagen. Mittwoch, den 23. Januar: Bezirksabend bei Heuer in Petershagen. Tagesordnung: Fortsetzung der Aussprache über den Vortrag.Uebergangswirtichafl". Besprechung über die Reichstagsersatzwahl usw..VorwSrts"-Leser und Partei- freunde sind eingeladen._ Sriefkasten der Redaktion. G. T. 28 Feld. Besten Dank, wird zweckentsprechend verwandt. Sie müssen natüilich den B-sehl respektieren.— Dragoner 33. Mit den Sparkarten weiß die Parteikasse nichts anzufangen.— A. K. 51». 1. Ja, aber daZ würde doch»icht zu Ihrem Künsten uusfallen und Sie könnten doch damit nichts ansangen. 2. Klage beim Kcwerbegcricht.— A. R.». Die Gemeinden iönnen leider aus Grund des BundesratsbeschlusseS nickt zur Erhödung der Unterstützung um 5 M. gezwungen werden.— H. gt. KaulSdorf-Tüd. Garnisvnverwendungssählg in der Heimat; neroen- leidend.—<5. G. 33. 1. und 2, Da kein voller Jahresarbettsverdienst vom Borjahre vorliegt, erfolgt die Veranlagung zu dem gegenwärligen Ber, dienst. 8. Miete natürlich nicht, nur die HUsslrankenkaste. 4. Die Ein- schätzung galt nur sür das Vorjadr, jetzt crjolgt die Einschätzung wie unter 1 angegeben.— F. B. 8. Sie haben überhaupt keinen Anspruch aus AuswandScntschädigung, sondern nur die Eltern hätten ihn. Es beftebt aber kein Anspruch.— H. K. S7. 1. Es genügt in diesem Falle die ein- sache Zustellung. 2. Ja, das liegt aber schließlich im Ermessen de« Gerichts. — I. L. 100. Die von Ihnen geschilderten Verhältnisse werden in jeder Familie ebenso oder ähnlich liegen; Sie können trotzdem zum Schnee. schippen verpflichtet werden.— F. I. 48. Da Sie selbst keine Marken geklebt haben, haben Sie keinen Anspruch aus Witwengeld.— O. I. Bis zum 16. Jahr, nach Ihrem Einkommen etwa 50 M. monatlich.— — Proust 24. Auch die staatliche Unternutzung kann verweigert werden, wenn Bedürsligleit nicht als vorliegend erachtet wird. Da« wird bei Ihnen der Fall sein. Ebenso kann die Gemeindeunterstützung verweigert werden. «SenerauSstcdten kür das mittlere RiirddeuttcNia»» dt» Montag mittag. Etwas kälter, zeitweise aufllarend, jedoch vorwiegend trübe mit geringen Niederschlägen. befinden Sie sich' sobald es fich ow dl» Beschaffung von Damentteidung handett, in allerbesten Händen, und wenn Sie die augenblicklichen Zustände berückflchiigen, werden Sie jedesmal voller Freude und Zu» kriedenheii miiLhrem Kauf von dannen gehen. Könkgstr. 55 Shausseeflr. HS tUoi Batebof llNttsnöttpta» Beim Ctcttincr Bshtchs« Sonntags geschlossen» Verbot wieder aufgehoben! durch ein neues Stsatösystem von F. E. Bilz. Inhalt: Der Weltkrieg.— Fürsorge sür die heimkehrenden Krieger. Friedensvorschlag und Friedens bedwaungen.— Grund- zöge einer neuen Staatseinrichtung.— Armut. NahrungS- und GeschästSiorgen kommen im neuen Staate nicht mehr vor.— Der Staat zahlt jedem Menschen ein ausreichendes Gehalt aus Lebenszeit.— Nur täglich dreistündige Arbeitszeit für alle.— Das Welwarlament.— Mehr Lebensfreude für jung und alt.— Die sozialistische Partei. Verstaatlichung von Grund und Boden, sowie säinll'cher Betriebe.— Das Nalurgc'etz verlangt eine inter- uationattonale Welleinrtchtung.— Der Mensch ist das Produkt seiner Verhältnisse.— Die schlimmen heutigen Verhältnisse schufen wir uns selber.— Ehe oder freie Liebe und Naturehc.— DaS Heirate« der Mädcken wird immer schwieriger.— Mit Einführung der sreien Liebe und Aaturche wird eS bester.— Irrtümer der Religion führen zum Atheismus. Vorschläge sür Strenggläubige.— Welche'Religion ist die richtige?— Natur- gemäß« Kindererziehung.— Vermeidung von Krankheit und Siechtum aller Art und vieles andere mehr.— Jeder Mann und jede Frau sollte dieses Buch lese:, und verbreiten Helsen, uvi sich und der ganzen Menschheit eine glücklichere Zutunst vorzubereiten, wonach sich heute alle Völker sehnen.— Herr Fabrikant S. in E. bestellte erst ein Eremplar. Nachdem er es geleseu, bestellte er sogleich noch 100 Exemvlare nach und schrieb: „Der Inhalt deS Buches ist ein edler Same aus das Feld der iNenschenerziehung. Auch ich will die zum Wohle der Menschheit iäen-ndc Schrift verbreiten Helsen. Preis 3 M. Porto 20 Ps. Zu bez. d. alle Buchhandl. Bilz' Sanatorüun, Drcsden-Radebeul. u. Bilz' Verlag Leipzig. 20112 .._. S-eben«eichteni Ni« erste ml»attackenmolertal brruljenö»,«U jatTreTchttt stkv, btivuugra im» Tabelle, verirdene Brvlchüre übee U»«aotktt«st und Frachtraum. Wann fommtöep �vipKpnd Boa®. Trletlch fflerfader»an.Deaiicklond- TaNacken und Zikkeru'(Disheela» Auklagc 100 ono» stlrei« eine Warf Sa werbreiwngtziveikea Don 100 Siüch an i« So Dp . SOO... 70. .«000.., 60. 3» Bau gleichen Preisen ist zu baden»in nach den, tzaupNNSaN der Vratchüre gearbeitetes vieriardtged«Sanddild 06x90 Etm. da« stch zum AuSdang in Werkitätien. 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Januar 1918 sind solgende Wahlen vollzogen worden: Krurow, ff., Lagerverwaller, Borsitzender, Holz, H., Kaufmann, stell« vertr. Vorsitzender, Senst, F., Buchdruckeret- besitzcr, Schristsührer, Koeriin, P.. Monteur, stell« vertr. Schtiftfahrer.(299/1« Ter Borstand. F. Krutow, Fritz Eentz, Vorfitzender. Schriftführer. Ortskrankenkaste der Steindrucker und Lithographen zu KerUn. Am Dienstag, den LS. Ja» nuar 1V18, abend» 8 Uhr, tm GewerkschaftshauS, Saal 8, Engewser lS, außerordentliche Ausschutzsitzung. Tagesordnung, 1. Satzungsänderung der 68 17, 18. 20, 80 und 45. 2. Wahl de» Ziechmmg»«An»« schusse» für die Prüfung der Siechnung de» lausenden Jahres. 1380b Der vorstand. M. Stuhlmann, Vorfitzender. Freier ZnnA" eiffllSllfZ- lllllt s'sllljillltiv- geff088gN8l!kgftfseISslZg8t' RNi! Zctisniwlsto Berlins und ümgogend. (Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftung.) Mittwoch, 6. Februar 1918, nachmittags 5 Nhr, Betet Genossenschaftler Jallna Sachse, Berlin, Ltudower Strafte»S: 1. verlesen de» Prowtoll« der letzten Generalversammlung. 2. Bericht de» Vorstandes. 3. Bericht deS Auffichlsrate». 4. Beschlußsastung über die Bilanz und Gewinnverteilung. 6. Antrag de» Vorstandes und AufstchtSrateS: Abänderung der §§ 1 und 5 deS Statuts. 6. ErgänzungSwahlen zum Aufsichtsrat. 107/10 Der Vorstand: loa. Franko._ Paul Oblglo. Speziatarzt Ur. med. WockentoB. Fried riehst 125(OromenbT.), fQrSyphllis.Harn-u. Frauenleiden Ehrlioh-Hata-Kur(Dauer 10T.), Blutuniersuch. Schnelle, sichere schmerz). Heilung ohne Berufs- stSrung. Teilzahlung. 252/12* Spreohatund.: 11—1 u. 8—8. Wandkalender -1* 9» 1» 8 auf kräftigem Karton mitRaum fürNotizen ISpsenn!« daSEtülk Bestellungen nehmen die Bor« wärtsaustrSgerinnett entgegen. Dt. Ersatzsohl» mit der Schutzmarke kann genäht, mtt Holz u. Eisenstlflen genagelt werden. Kein Holz Kein Papier «eschmeidtg wie Leder, garantiert wafferfep. L» haben tn nachstehenden Geschäften: A.«. B. Kuttner. Berlin, Lothringer Str. 81. Georg Verl, Wilmersdorf, WilhelmSaste 26. H. Krause, Berlin, Mehnert« straße 21. Otto Schäffler, Charloltenburg, Wallstraße 61. H. Nergel, Berlin, Neue Königstr 59 Erich Gröhn, Char« lottenburg. Windscheldstr. Sl. Gebr. Brasch, Berlin, Elsasser Straße 47/48. Robert Ebert, Charlollcnburg, Schillcrstr. 1' Fabrikant FernIp.WiIH.4722 Eharlottenburg, Wtndscheidstr. M\m ßnifersal-Soileß-GesBllselialt V1 18. 2005Ü m.echtem Kautschuk KünstlZäHne Goldkronen, Brücken. Plomben, Zähne ohne Platte, Zahnziehen mit Betäubung, Umarbeitung, Reparaturen sofort, bllt.Preisea.Tellz. MM-sltihne von M.JS.OO an. Zabo-Praxis M. Löser Brunnenstr. t8i nahe InTalldenttr. FersOnl. zu sprechen 10-7, Sonnt. 10-12. Tal. 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Auch die neuen Mitglieder erhalten sofort einen halben Zentner MvißkoM solange die Vorräte noch reichen. Aus mehrere Anteile entsprechend mehr. Nähere» in den �tttkilllnßsstrllell: Kopenhagener Strafte 4 (beim Ringbahnhos Schönhauser Allee) und Petersburger Strafte 4a. und tm ver- waltungSburea«» Burg- strafte 27 1U, Zimmer 76 (gegenüber Zirtu» Busch). Kriegsanleihe wird zum vollen Nennwert in Zahlung genommen. Der Gewinnüber- schuB wird al» Dividende an die Mitglieder verteilt. Kopenhagener Str. 4 ist geöffnet Dienstags, Don- nerötagS, Sonnabends von 10—4, außerdem SonntagS früh 8-1«. Petersburger Str. 4» ist geöffnet Montags, Mitt. wochs, Freitags U— IS und 4—7, außerdem Sonntag« ii-i. e/:i' iidenmus in ansxsseiolmeter Qualität Uekert für Wiederverkäufer Bugge, Zionskireh-Straße 2. 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S.: Karl Klingler. ßoow'SeoefleosAsl Sellio ooi Wegeob. Donnerstag, den 5M. Januar, abends 8 Uhr, im Lehrer».Vereinshans, Alexanderstraße 41: MMW Sll SMllllvllsSMlW. Tagesordnung: fOYtUtzvm% der DishuHion Ober den Jahresbericht des Vorftandes und des Huf richtsrats. Konsum-Geuoflen schuft Kerli« und Umgegend ewgetragene Genoslenschalt mit belchrinkter HastpflichL 107/3 v«? �.iit«lol»t»r»t. I. A.: 5. Gfittler. Der Toratund. R. Junger. 0. Schultze. W. Lamm. A. Mini*. P. MDIIer SKT" Der Eintritt kann nur de» eingetragene» Mitglieder« gegen Borzeig««g raune« SegttimationSkarte gestattet werden.-MU der SmiliiWWe sllr SWMlrmke. Die Sprechswnden der städtiichen Beratungsstelle sür Ge. DouverSeogö von S— S Uhr abends und Mittwochs und czotinodönds von 13— 1 Uhr mittags statt BeratungS« bedürftige werden hier nnentgelttich untersucht und beraten: eine Behandlung findet nicht statt. 1SS4L T abak-Grobschniti :cm Eippentabak) Pfd. 13.— M. per üaclmahme osir. Xb. falkenbaoh« Dort man d, SünurttaS«. 7.* Haussaibe «emsmiler beseitigt sSSSL'\ San.-Rat Dr. Strahls jed.HaulauSschiagZlechten. Hauljucken. bei. Bein- i ihn den, Ärampfaderu der Krauen u. dergl. I Zuiendg. ersalgi per Dach- 1 nahm« in Dosen a SM 3Lö. SM. Elefanten-Apothoke, Berlin, Leipziger®tr% 71 (am Dönhossplasz). Aus unserer Pelz-Abteilung Ast rachan� Mantel ßl?0® mlf RJnglall' Kragen......... hl Pers.-Klauen- Mantel§35� Seal electrlc- Paletot m!l WIckelKragen.......... JÄ<»I Seal electrlc- Mantel 1�5®® lose Form............... JUl J Bisam-Mantel JiySOD geschwelte Glockenlorm.. mm mV) Alaska- Füchse.... c 65Ö0 Fehrücken-Kragen.... 52°° Fehrücken-MuFe...... 62� Patag. Kanin- Kragen.. 33°° Patag. Kanin- Muffe.... 32°° Oranlen- R* Str. 165 M Maassen Q.m. Leipziger b. H. Str. 42 NWkl NMOMeilN'SMM. VerwaltnngSftelle Berlin. X 34, Lintenstrahe 83—85. GelchSstSzeit von 9— t Uhr und von 4—7 Uhr. Telephon: Amt Norden 1LS, 123g, 1987, 0714. Dienstag, de« SS. Januar 1318, abends 8 Uhr: Branchenverfammlung der Maschinenarbeiter und-Arbeiterinnen in den ToPhieusäle«, Sophieustr. 17/18(gr. Saay. Tagesordnung: 1. Bortrag:»Das Xahlorftistem in besonderer Berück- sichtizung unserer Branche." 2. DiSfuifion. 8. Branchen- angelegenheften. 4. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung find alle Hobler, Bohrer, Stofter, Fräser, Stanzer, Schnittarbeiter. alle«rhxiterinne» vor- ft-hender Berufsgruppe«, sowie die Einrichter tn MaschinenardeiterabteUungen eingeladen. Mitgliedsbuch legitimiert. 231/2 Dl« DrlaTCMW»!!«!»». KfinstLZähne'V"* in rnodernsr, Jeder gewünschten Ausführung, rn. u. ohne Platte. mit echt. Friedenskautschuk, Goldkronen, Brücken, Plomben. Umarbeitungen, Reparaturen sofort. Billige Preise, a. Tellz. Zahnziehen in Srtl. EetSub, spez.(.ängstliche nerv. Patienten. Zabn-PraiisBcH�oser aar RöseDihalerstrü, aato Plitz. Ft'täalio n tgratlm 17 Soait. II-II, Tel>10. 10*11. 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K amm erspiele. 7'/, Uhr: Die Koralle. Nachm. 2'/» Uhr:(halbe Pr.): Gespensto-. Montag: Kinder der Frende. Volksbühne. Theater am BQIcwplatz. üntergrundb. Sohönh. Tor. 71/, Uhr: Was ihr wollt. Nachm. S'/j Uhr.(ermä3. Pr): Eine glückljche Ehe. Montag: Xorn. tferliaiiil der FrJolÄneü Sonntag, ben 20. Januar 1913, nachmittags 2V, Uhr: Deutsches Opernh.: Rigsletto. Volisbühue: Eiue glückliche The. Nach mit t a.g S S Uhr: Sch!ller>TH. Tharlvttenburg: Nooella dhihtdrea. Schiller-Th O: Hinter Mauern. Lessing-Th.: Das Kind. Künstler-Th.: Der Herr Senator. kose-fkester. 3 Uhr: Der HetratSkandidat. �.uhr-ggrNMzMt. 1'keLtcr für Sonntag, 20. Januar. Central-Tbcater Rommandantenstraße 51. 7«/,: Die Csardasfttrstln 3l). Uhr: Der Hüttenbesitzer. Deotsches Opernhaus '"hr: Carmen. Frledrich-Wilhelmst. Theater 3 Uhr: Violetta(La Traviala). 71/, Uhr; Das Dreimäderlhaus. Kleines Theater 7'/. uhr: Geldzauber. 31/, Uhr:.4m Teetisch. Komische Oper 31/, Uhr: Die Kinokbnigln. 7�2 u.: Seöwarzwalfaiiel Metropol-Theater uhr: Die Rose yon MM. 3 Uhr: Die Kaiserin. Neues Operettenhaus 3 Uhr: Der Obersteiger. 7'/.uhr:D8rSoldamerMarie. Cnstsplelhans 7'/. Uhr; Die blonden Mädels v. Lindenhof. S1/. Uhr: Ein toller Einlall. Uesldens-Theater vi, uhr: Lili Grün. 3 Uhr: Dyckerpotts Erben. htctaliler-Theater Ö 3 Uhr: Hinter Hanem 71/, Uhr: Mehlller-Th. Chart. 3 Uhr: Novella d'Andrea. vj,xjbi: Dje selige Emllenz. Thalia-Theater 3 Uhr: Eine lustige Doppelehe. Theater am Nollendortplatz 3'/. Uhr: Immer feste druff! 7 Uhr: Theater des Westens 7v.uhr:Der?erRelitelerzßg mit Guido Thtelsoher 3';, Uhr: Ein Walzertraum. 2 Torstcllnnffcn L mit Anita Berber Trade Hesterberg Kurt Fuss Jan Paul sowie der vollständig neue Januar-Spielplan Nur noch kurze Zeit. ,« große 3- Vorsteliiingeii 7-> Nehm. Kinder halbe Preise. In beiden Vorstellungen der iratier mit sein. 10 dr. Kamelen. I Am. Preisler, genannt j „Das lebende Echo-, i Sylveros, d. 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Jan.: Wohltätigkeüs-Ooppelkonzert der aus. dem Felde beurlaubten verstärkten Musikkapelle des Res.-Inf.-Regta. Nr. 93. Musikleiter: Angermuhde und K apellmeister Freidank. Berliner Konzerthaus-Orchester. Leiter: Komponist Franz von Elon. NiTION&L-THEATER. CBpenicker Str. 68, fr. Deutsch-Ämerik.-Th. Untergrund: Inselbrüoke. 83,27,28,19,11,1,2,8,4,5, 22, 29, 36, 45, 49: Jannowitzbrücke. 711 ntir Ein Erfolg, wie er seit„Ueber'n 711 II Lp 2 ÜUI großen Teich" in dem Theator'|2 Ulli nicht dagewesen ist. Die ist richtig!.... Große Posse m. Gesang u. Tanz in 8 Akt ▼. Dr. Artur Lippsohütz. GcsangstiW. Steinberg. Mus.: W. Bromme. Ausstattung; Hugo Baruch& Co. Tänze: Hofballettmeistor Blankvaleth. Preise d. PI: t,50— 8 M. Vorverk.: 10 Uhr ab ununterbr. U.T KurtürNendaim» U.T Kottenbottpiap: Zrank Soyers Siener In der Hauptrolle: Carl tZoctz U.T jhrl-dr>chftr-he U.7««er den«nden: licht und Finsternis U.T tSeinbevgew«« U.T MernndervUch, De« Kaisers Weflmadilsreise Amtlich militärischer Film. Psllander: Paul Heidemann: Der Tote am Und»tat» kam'was Steuer dazwischen I U.T Dtoriepian: Sas kennende Sand I» der HaupttvUe: Lt!ty Jacobsscit U.T Hafendetde U.T Schöneberg OsslOsswafdaundEmstLubitsch: PRINZ SAMI U.T keiBittenbotttriitab« Erna Morcna: Oer Ring der Guidiiia Fosoari. a:a. ,X A A. jK. MMM, 2 Heute f* Vorstellungen � E 01 1 Nachmittag» " j2| 1 Kind frei! Weit. Kind, halbe Preise. In beiden Vorstellungen: Mondfaliit und da* große Glanz-Pcograinm. Zirkus Krone Viktorla-Thestcr Tel Moritzplatz 14814. Koitbuser Str. 6. TägL 71/, Uhr. MIttw., Sonnabend, Sonntag S>/, und 71/, Uhr: 11 Tiger, 10 ElefaDtüD, Littwen, Pferde und der Sport-Spielplan. Vorvk. Zirk. u. Wertheim. Germania- fMrachtsäle Chausseestr.UO. C.Richter. Joden Sonntag Paul JK? IM«NMantheys lustige M Sänger »M U.Konzert I Anf.d. Konz. 5'/,. d.Vorat. 6V. Militär Eintritt 35 Pf.— Jeden Sonnt. P.Manlheys Lust. Sänger URANIA Sonntag und Montag 8 Uhr: Der Sieyeszug nach leaetiea. Montag 8 Uhr: Professor Dr. A. 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Herz-, Leber- und Nierenleiden wiederholt gedesiert.-- 4. Herr St. Ensle, Restaur., Charlottenburg, Hutten» iiraste 12. Chronischer Mittelohrkatarrh geheilt.— 5. Frau Grünberg. Weistensec, Linden-Allee 3. Von schwerem Asthma befreit.— 8. Frau M. Zafke, Berlin, Nollendorsstr. 49 I. MhcnmatiSmns und steife Tchulter geheilt.— 7. Herr E. Ehrhardt, Gr.-Lichter- felde, Rinzftr. 52a. Chrouilches Hüftgeleutleide« wiederholt erfolgreich behandelt.— 8. Fron E. Ho- vorff, Berlin, Colbexgerstc. Äj/29. Nerven- u. Knoche»- hantentznodung— vollftändig gelähmt— geheilt.— 9. Herr F. Rayda, Berlin, Prinzcn-Allee 72)73. Von Kopf» und Kreuzschmerze», trockener Brustfell- entzündung nach Influenza geheilt.— 19. Frau E. Herzmnn», Schönederg, Feurigstr. 81. Eiternde Fistel nach Blinddarmopcratton geheilt.— 11. Herr E. Ritter, Frieden aü, Sponhalzstr. 58. Von Knie- gelenkleiden geheilt.— iL. Frau A. Rohrmosrr, Berlin, BrcSIaucrftr 1. Altes fünfzehnjähriges Herz- leiden geheilt.— 13. Herr M. Anstner. Reiutcken- dorf-B-cst. Antonienfir. 3. Kiefervcretterung geheilt.— U. Frau H. Hagel, Sachfvnhause» b. Oranienburg L M. Ilnterl.-Blutungen und Nerveuleiden geheilt.— 15. Frau Ww. Fritschlcr, Berlin, Marienburgcrstr. 48. Dormgeschwulst geheilt.— 17. Herr Erich Bock, Berlin, Hllaelbergerstratze 15. Von Nieren- und Blasenleiden, Wassersucht, allgemeiner grostcr Schwäche geheilt.— 18. Frau Restaur. Hering» Berlin. l Schönhauser Allee 87. Von Basedowscher Krankheit geheilt.— 19. Herr A. Brase, Bln.-Trmpelhof, Fricdrich-Kilbelmstr. 14, Schweres Rückenmarkleiden ! mit Lähmung der Beine vollständig geheilt.— 29 Frau [ E. Popp, Bln..Sichtenderg, Eärwerstr. 19. Von chro- nifchcr Herzschwäche nnd Berstopfung geheilt. >— 21. Herr W. Sehlabih, Berlw, Caprivistr. 24. Von :(hesichtchlupus geheilt:' vorher mit Radium ersalgloZ dehandest.— 22. Herr Ä. Hellwig. Bln..Bors!gwalde. \ cmftftr. 25. Von Mageugeschwulst, Berstopfung und Nervenschwäche geheilt.— 23. HerrMilchböndler Ecker,, l Berlin, Greisenhagenerstr. 28. Von gichtisch-rheumatischeu \ Schmerzen in Sein und Fnstgelen' geheilt.— 24. Herr «»oftioict C. Michaeli», Charlottenburg, Wallstr. 87. Von chronischem Leberleiden nnd Geldfucht geheilt. !—'25. Frau M. Knorr. Bln.-Lichtenbery. Scharn- 1 weberstr. 82. Von Herzschwäche, Leberanfchwellung , und Magenkrebs gebeilt.— 28. Sohn Paul de» j SetSenstellcrä Herrn Wilhelm Hastner, Bln.-Westend, I i BeamlenhauS. Von schwerem Beinleide« geheilt. Beln sollfe abgenommen werden. 249/18'! DB-zr- Briefliche Original-AnerkohnotigeB von uns geheilter Patienten stehen Im Wartezimmer der Anstalt auf Wunsch zur Einsieht ♦ Getrennte Behandlungsräume fllr| Damen und Herren! ♦ Sprech- und Behandluagezeit:[ 9—1, 4— 7Vj. w- Sonntag und Feiertag: 9—1. Heilanstaltsbcsther Professor P» Üästeisky approbiert im AnSland Berlin SO. 16, Brückenstr. 10b lern B&hnSiof JannowitEbrficbe. 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