Nr. 22-23. 35. Jahrg. Bezugspreis: Bierteljährt 4.50 921, monatl. 1,50 L frei ins Haus, vorauszahlbar.Einzelne Nummern 10 Bfg. Boftbezug: Monats lich 1,50. Unter Streuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 3, für das übrige Ausland 4,50 ML monatlich. Bersand ins Feld bei diretter Bestellung monatl. 1,50 r. Bostbestellungen nehmen an Däne mart, Holland. Luremburg, Sweden und die Schweiz. Eingetragen in die Bost- Zeitungs- Breisliste. Erscheint täglich. Telegramm brefe Sozialdemokrat Berlin. Vorwürts Berliner Volksblaff. 10 Pfennig Der Anzeigenpreis beträgt f. die fiebengespaltene Solonel geile 60 Bfg. Kleine Anzeigen", Sas fettgedruckte Mort 20 Pfg.( au lässig 2 settgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengefuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Bfg. Morte über 15 Buchstaben zählen für awei Worte. Zeuerungszuschlag 20% Familien Anzeigen 50 fg., politische u. gewertschaftliche VereinsAnzeigen 40 Bfg die Zeile, Anzeigen für die nächste Summer müssen bis 5 Uhr nachmitt. im Hauptgeschäft. Berlin SW. 68, Lindenstraße 8, ab* gegeben werden. Geöffnet von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernibrecher: Amt Morisplas, Nr. 151 90-151 97. Mittwoch, den 23. Januar 1918. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernfbrecher: Amt Morieplag, Nr. 151 90-151 97. Die Ereigniffe in Oefterreich. Die Streikbewegung. Wien, 22 Januar.( E. U.) Die Streitbewegung ber "\ Einigung in Ungarn. Wekerle für Frieden und Wahlrecht. Budapest, 21. Januar.( Meldung des Ungarischen TelegraphenJenseits. Trotz alledem bleibt die Frage bestehen, wo das Ende ist. Arbeiterschaft ist zu Ende; das Straßenbild in den Arbeiterbezirken Korrespondenz- Bureaus.) Ministerpräsident Dr. Weferie empfing Solange nicht politische Kunst oder militärische Straft unter und in ganz Wien hat wieder sein normales Gepräge erreicht. eine Arbeiterabordnung, die eine Dentschrift mit den Beschlüssen dieses blutigste Kapitel der Weltgeschichte den Schlußstrich Auch die gesamten Wiener organisierten Zeitungsseger traten am der Arbeiterversammlungen überreichte. Der Denkschrift zufolge sept, werden Millionen menschlicher Gehirne nicht aufhören, Freitag auf Sonnabend in den Streit und so erschien die Wiener drückten die Arbeiter den Wunsch aus, daß die auswärtige Ber- sich an jener Frage zu zermartern, werden sich um sie ParPresse bis Montagabend nicht. Nur die Arbeiterzeitung" tretung der Monarchie einen annegionslosen, auf dem Selbstbe- teiungen bilden und spalten, werden Leidenschaften aneingab in Form von„ Mitteilungen an die Arbeiter alle stimmungsrecht der Völker beruhenden Frieden ehebaldigft ab- anderprallen und Ereignisse entstehen, die kein Prophet vorden Streit und Frieden betreffenden Mitteilungen der Oeffentlich schließe, daß der dem Abgeordnetenhause unterbreitete Wahlrechts- aussieht. Und nicht eher wird es Ruhe geben, als bis die feit bekannt. Bum lebten Male erschienen diese Mitteilungen" entwurf ohne Verzug verhandelt werde, und daß, falls die Tisza- Macht der Tatsachen dem Wirrwarr draußen und am Sonntag, den 20., und sie enthielten einen Aufruf an die Ar- partei die Erledigung verhindern sollte, das Haus aufgelöst drinnen ein Ende macht. beiter und Arbeiterinnen, worin es heißt: werde. Sodann wünschen die Arbeiter eine gerechte und billige Auf vielen Gebieten der Weltpolitik stehen wir seit ein „ Die Verhandlungen mit der Regierung wurden heute be- Berteilung der Lebensmittel und Bedarfsartikel an die Arbeiter. paar Tagen vor neuen Ereignissen, die wir erst geistig verDer Ministerpräsident verwies bezüglich des Friedensschlusses auf arbeiten müssen, während das Denken der meisten noch in geendet. Die Regierung hat ihre Antwort auf die Forderungen Die befannte Erklärung des Grafen Czernin und wohnten Bahnen einherläuft. Die Striegsheber Lloyd George der Arbeiterschaft den freigewählten Bertrauens- fügte hinzu, daß die ungarische Regierung die Friedenspolitik mit und Wilson" halten auffallend friedensfreundliche Reden. Die männern der Arbeiter und Arbeiterinnen mit voller Kraft unterstüße. Der Ministerpräsident bemerkte jedoch, bis zum äußersten nationalistischen Arbeiter Englands treten geteilt. Wir erblicken den Wert der Darstellungen der Re- daß Ereignisse wie der Streit die Friedensverhandingen ernst gegen das neue Militärgefet in den Streif, in einer Berliner gierung vor allem darin, daß diese sich nicht damit begnügt hat, I ich gefährden. Falls die Arbeiter ein Zustandekommen des Beitung fonnte man gestern sogar vom Generalstreit in allgemeinen Redewendungen ihre friedlichen Absichten zu be- Friedens wünschten, müßten die entstandenen Betriebsstörungen lesen, der in Manchester ausgebrochen sei. Die Arbeiter Bezüglich des Wahlrechts Schottlands wollen folgen. Carson, der Mann, der es ohne zeichnen, sondern über die konkreten Fragen, die den Gegen- fofort eingestellt werden. stand der Friedensverhandlungen bilden, vor allem über die wiederholte der Ministerpräsident die Versicherung, daß die Regie- das linfe Rheinufer nicht machen wollte und seitdem für alle polnische Frage, Auskunft gegeben hat. Sandelt die Re- rung mit dem Wahlrecht stehe und falle. Sie werde allez tun, um Friedensfreunde Englands die Zielscheibe der schärfsten Andas Zustandekommen des Gefeßes zu beschleunigriffe war, ist aus dem Kriegsfabinett ausgetreten. gierung nach ihrer heutigen Erklärung, fo fann und wird gen. Falls für das Wahlgejek teine Mehrheit im jebigen Eine andere Berliner Beitung veröffentlicht eine sehr Abgeordnetenhans erlangt werden fönne, werde die Regierung an interessante Statistik über die täglichen Auflagen der Londoner die Wähler appellieren. Was die Lebensmittelfrage be Beitungen, aus der hervorgeht, daß die( einem Ver ständi. und daarit ist die größte Gefahr, die dem Friedensschluß mit Ruß- trifft, sagte er, so ist die Regierung zu energischen Maß- gungsfrieden geneigten) Daily News" täglich eine land entgegenstand, beseitigt. Was die Ernährungs- nahmen entschlossen, um der durch den Krieg bewirkten schwieri- million Exemplare abseßen, eine Siffer, die der fragen anbelangt, hat die Regierung unsere Forderungen gen Verhältnisse Herr zu werden und eine genügende Bersorgung gleichen fachlichen Zielen zustrebende Vorwärts" erst später die Abschaffung des Privilegs der Selbstversorger und die Ein- mit Lebensmitteln durchzuführen. Die Regierung, so schloß der einmal zu erreichen hofft. Ministerpräsident, gibt die Erklärung unter feinerlei Drud schränkung der Lohnmüllerei angenommen. angenommen. Ferner hat sich Inzwischen läuft die weitere Nachricht ein, daß die Mudie Regierung verpflichtet, die Demokratisierung des on außen ab, sondern um Mißverständnisse zu zer- nitionsarbeiter bon Woolwich, der altberühmten streuen, welche mannigfach zu Betriebseinstellungen geführt Waffenschmiede Englands, für einen Frieden ohne Annexionen Gemeindewahlrechts zu fördern und ihren bisherigen haben. Die Regierung erwartet, daß die Arbeiter nunmehr aur und Entschädigungen auf Grund des Selbstbestimmungsrechts Standpunkt. die Gejeze, die das allgemeine und gleiche Wahl- Arbeit zurückkehren. Der Führer der Arbeiterabordnung nahm die der Völker eintreten, woraus man versteht, warum der gute recht für Männer und Frauen einführen, nicht zur kaiserlichen Antwort des Ministerpräsidenten zur Senntnis, dankte und drückte Profeffor Hearnshaw( es gibt auch in England Professoren) Sanktion vorlegen zu können, endlich aufgegeben. Schließlich die Hoffnung aus, daß die Arbeit num in sämtlichen Betrieben auf- im„ Daily Telegraph" als dritte der drei großen Gefahren hat die Regierung der Aufhebung der Militarisierung der Be- genommen werden würde. Am Montag früh wurde in jenen die beiden ersten sind die deutsche Offensive und die Hungers. triebe und der Aufhebung des Kriegsleistungsgesetzes grund- Werfstätten, wo der Betrieb unterbrochen gewesen war, die Arbeit not die englischen Bolsche wifi nennt. fäßlich zugestimmt und sich verpflichtet, dem Reichsrat einen wieder aufgenommen. Gesezentwurf vorzulegen, der das Arbeitsverhältnis im Kriege auf zivilrechtliche Grundlage stellt und die Arbeiter von der Bedrohung durch die Militärstrafgerichte befreit. Dafür, daß diese gewiß wertvollen Versprechungen nicht leere Versprechungen bleiben, bürgt uns die Macht der Arbeiterklasse selbst." der Friede an diesen Fragen nicht scheitern Aus diesen Gründen hat der Wiener Arbeiterrat einmütig befchloffen, die streifende Arbeiterschaft Wiens zur sofortigen Wiederaufnahme der Arbeit aufzufordern. Der Parteivorstand hat sich diesem Beschluß angeschloffen und fordert die Arbeiterschaft ganz Desterreichs auf, die Arbeit wieder aufzunehmen. Carson zurückgetreten. London, 22. Januar.( Reuter.) Amtlich wird mit geteilt, daß Carson als Mitglied des Kriegska binetts zurückgetreten ist. Darauf Dies ist jedoch ein Irrtum, wie er Professoren, die sich auf das Gebiet der Politik begeben, so oft passiert. Es gibt in England keine Bolschewifi, so wenig wie es solche in Deutschland gibt. nationale Form des Internationalismus und auch in RußDer Bolschewismus ist sozusagen die russischland nur eine Zeil form von ihm. Wenn englische Arbeiter Der Rücktritt dieses Hauptkriegstreibers, dieses obersten streifen oder sich zum Streik rüsten, um eine friedens freundVertrauensmannes der britischen Imperialisten, ist natürlich lichere Haltung ihrer Regierung zu bewirken, so sind sie desfür England ein politisches Ereignis von Gewicht. Daß es wegen noch keine Bolschewifi, und hüben wie drüben sollte man auf die Kriegsstimmung drücken könnte, wird offenbar in den von der Meinung lassen, daß der innere Zusammenbruch die Kreisen der Regierung angenommen, und so ist alsbald ein Arbeit des Schwertes vollenden wird. In Deutschland gibt es amtlicher Kommentar des Rücktritts ausgegeben worden, der sehr viele, die mit der Politik der Regierung in der legten Zeit besagt, der Rücktritt fei keineswegs eine Folge von Un- sehr unzufrieden waren, aber doch keinen, der die Niederlage stimmigkeiten mit dem Kriegsfabinett über die Kriegführung. und den„ Schmachfrieden" will. Und ähnlich wie in Deutsch Die Erklärungen der Regierung wurden in einer Konferens Das Rücktrittsgesuch war in äußerst freundschaftlicher Form land wird es wohl auch in England sein. einer Abordnung der Vertrauensmänner mit der Regierung am abgefaßt. Carson wünschte lediglich der Regierung freiere Sonnabendabend abgegeben. Hierauf trat eine große Ber- Hand bei der Behandlung der irischen Angelegen- defto aufmerksamer müssen wir die Vorgänge im Westen verJe tiefer die Dinge in Rußland ins Chaos zurückfinken, trauensmännerversammlung im Wiener Eisenbahner heiten zu geben". heim zusammen, der diese Erklärungen befanntgegeben wurden. In In einem Brief an Lloyd George fagt Carson folgen, die für einen Stimmungsumschwung zugunsten des diefer Bersammlung ergriff auch der Vorstand der deutschen sozial dann, daß er selbst bollfommen ungebunden" zu sein allgemeinen Friedens sprechen. Schon ist in der deutschen demokratischen Partei Cesterreichs, der Abgeordnete Dr. Bittor wünsche, wenn das Ergebnis des irischen Konvents eine neue Presse die Frage aufgeworfen worden, ob es überhaupt einen Adler, das Wort und fagte u. a.: Lage schaffe, und er spielt auf die Verpflichtungen an, die er 3med habe, mit Eintagsregierungen weiter zu verhandeln, gegenüber seinen Freunden in Ulster eingegangen sei. Er mögen sie nun fleinrussisch oder großrussisch sein. Es ist in den drei Tagen durchaus nicht alles erreicht worden. befont, er habe sich mit Lloyd George und den anderen ist zu antworten: es hat einen Zweck, wenn der Frieden, der Wenn wir auch nicht als Sieger heimfehren, so können wir doch mit Mitgliedern des Kriegsfabinetts niemals in Wider- mit unbeständigen Regierungen geschlossen wird, so beschaffen gutem Gewissen sagen, daß die Arbeiterschaft und ihre Vertreter spruch befunden, weder bezüglich der Kriegführung noch ist, daß er beständig sein kann. Gar teinen Zwed aber hätte aus der Lage herausgeriffen haben, was herauszureißen war. der Prinzipien und Ziele, für die wir kämpfen". Lloyd das diplomatische Erlisten eines Sonderfriedens unter BeWas den Frieden betrifft, so sind auch die Minister ebenso George bedauert Carsons Rüdtritt und bestätigt ihm, daß dingungen, die von der Mehrheit des russischen Volkes als ungeduldig wie wir alle, aber wir haben ein Dokument, das nicht der von ihm gewählte Weg ein Gebot der Klugheit sei. Aus der freimütigen unerträglich empfunden würden. nut uns mitgeteilt wurde, sondern das vor der Oeffentlich= Erklärung des Grafen Czernin vom 18. Januar entnehmen stehen, und nun wird alles darauf ankommen, daß aus dieser Erklärung auch alle praktischen Konsequenzen gezogen werden, Am 20. Januar stießen türkische Streit die sich aus ihr ehrlicher- und verständigerweise ergeben. fräfte und zwar der Panzerfreuzer Sultan Javus Selim Es ist im Interesse beider Zeile sehr zu beklagen, dak ( früher Gŏ be n), der fleine Streuzer Midilli( früher Breslau) und Torpedoboote auf den Dardanellen gegen feindliche Streit die Tagung der russischen Konstituante ein so tragisch raiches sein soll. Ferner ist nochmals festgelegt, daß Graf Czernin nach fräfte vor, die durch Fliegerauitlärung bei der Insel Imbros Ende genommen hat. Denn wir sind begierig, die Stimme des wie vor an den Grundsäßen der Abrüstung, und Schieds- eftgestellt waren. großer und ein kleinerer ganzen russischen Volkes zu vernehmen, mit dem wir gerichte festhält. Nun haben Sie zu entscheiden. Ich bin nicht n gliser Monitor wurden vernichtet, ein Trans. nicht nur mit dessen augenblicklichen Machthabern berufen, Ihnen Ratschläge zu geben, aber meine Meinung ist, eine portdampfer von 2000 Tonnen berientt, mehrere Frieden kommen wollen. Aus dem wenigen, was wir von Situation ist auszunüßen bis zum äußersten. Wenn das aber ults schwer beschädigt und die englische Signal- der Konstituantetagung wissen, erkennen wir den lebhaften geschehen ist, soll man nicht weiteres riskieren, sondern soll bis ſtation an der Stephalo- Bucht zerstört. Beim Rückmarich nach den Wunsch, statt eines Sonderfriedens einen allgemeinen zur nächsten Gelegenheit warten. Das Eis ist einmal Dardanellen ist der kleine Streuzer Midilli durch mehrere Unterwaffertreffer von Minen oder Unteriecbooten gefunken. Sultan Frieden abzuschließen. Ja, die ganze Welt rings um Deutschgebrochen. Sollten sich noch weitere Hindernisse finden wir sind Jabus Selim fam beim Einlaufen innerhalb der Dardanellen land ist von dem Gedanken an einen allgemeinen Frieden voll. da und auch später wird es an Entschloffenheit nicht fehlen. Was an der Enge bei Nagara leicht feft; er ist nicht, wie in der eng Daß aber auch aus dem Westen jebt versöhnlichere Stimwir durchgesezt haben, ist lange nicht glles, aber die Arbeiter fish lifchen aratlichen Melbung behauptet wird, burch schwere Beschädi men herüberdringen, wird hier zu Lande vielfach so gedeutet, und auf der Welt!"( Stürmische Zustimmung) gung auf Strand gelegt daß jene Staaten eben unmittelbar vor dem Niederbruch feit der ganzen Welt ein bindendes Versprechen Türkisch- englisches Geetreffen bei Imbros. wir, daß solche Absichten auf seiten der Mittelmächte nicht be i ft. Denn es ist festgelegt worden, daß der Kaiser und der Minister des Aeußeren nach wie vor in den allgemeinen Frieden uftimmen und daß der russische Friede nur die Einleitnug zum allgemeinen Frieden e Midilli- Breslau gesunken. Berlin, 22. Januar. Ein und. zum Stünden. Somit wäre der Zeitpunkt erreicht, in dem es nur noch auf die berühmten letzten fünf Minuten" ankommt, die Den Ausharrenden mit dem legten Zorbeer frönen. Jedoch fünf Kriegsminuten sind fleine Ewigkeiten, und in fünf Kriegsminuten können mehr Menschen elend zugrunde gehen als in fünf Friedensjahren geboren werden. Allen, denen Wachs in die Ohren gestopft wird, damit sie die Sirenenflänge des allgemeinen Weltfriedens nicht hören follen, möchten wir die Frage ins Ohr schreien, ob das, was in den Ietten fünf Kriegsminuten geschehen kann, für sie nichts ist, und ob es nicht die Aufgabe der Politik ist, wie vermeidlide Kriege auch vermeidliche Fortjerngen des Krieges zu vermeiden, wenn sich ein ehrenvoller Weg dazu bietet. Schönfärberei wäre es, zu sagen, daß dieser Weg schon offen liegt. Aber schon zeigen sich im blutigen Sand Spuren, die zu ihm zu führen scheinen, und es muß im Lande Leute geben, die es fich zur Pflicht machen, ihnen mit Eifer und Beharrlichkeit nachzugehen. Es ist der Hunger, der England auf den Weg zum Frieden bringt? Run, dann wollen wir warten, nicht bis England ver hungert, sondern bis es fried. liebend geworden ist. Und so wollen wir handeln, nicht ons Menschlichkeit gegen die Feinde, die ja, wie viele uns sagen, nur Sumanitätsduselei" ist, sondern aus Menschlichfeit gegen uns selbst. Wie erstaunlich wenig der Mensch braucht, um nicht zu verhungern, ist neuerdings an Millionen Exemplaren dieser Gattung erperimentell nachgewiesen, so daß die Fortsetzung des Versuchs nicht mehr reizen kann. Die Arbeiter wollen den allgemeinen Frieden so bald als möglich, und sie sollen ihren Regierungen sagen, daß sie ihn wollen. Und dies eine noch: Wenn die Arbeiter Drüben beginnen, international zu denken und zu handeln, so werden sie bald bemerken, daß die deutschen Arbeiter nicht weniger international sind als sie selbst. Die Ereignisse in Rußland. Die Auflösung der Konstituante. Rebhaftes Artilleriefener östlich von Ypern. Französischer Vorftok in den Argonnen abgewiesen. Amtlich. Großes Hauptquartier, 22. Januar 1918.( W. Z. B.). Westlicher Kriegsschauplah. Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht. Destlich von pern war die Rampftätigkeit der Artillerien am Lage und zu einzelnen Nachtstunden lebhaft. Mit fleinen Abteilungen versuchte der Engländer vergeblich, an mehreren Etellen in Flandern in unsere Kampfsone einzubringen. An der übrigen Front blieb die Gefechtstätigkeit mäßig. Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und Herzog Albrecht. In den Argonnen nördlich von Le Four de Paris fließen französische Kompagnien nach tagsüber anhaltender Artilleriewirtung am Abend gegen unsere Stellungen vor. Sie wurden durch Feuer und im Nahkampf abgewiesen. Auf dem östlichen Maasufer und in der Gegend von Flirey lebte das Artilleriefeuer zeitweilig auf. Deftlicher Kriegsschauplas. und Nichts Neues. An der Mazedonischen Italienischen Front ift die Lage unverändert. Der Erfte Generalquartiermeifter. Ludendorff. Abendbericht. Berlin, 22. Jannar 1918, abends. Amtlich. Von den Kriegsschauplägen nichts Nenes. Der öfterreichische Bericht. Wien, den 22. Jannar 1918. Amtlich wird verReine besonderen Ereignisse. Der Verlauf der denkwürdigen Tagung der Konstituierenden Versammlung ist noch nicht in allen seinen Einzelheiten belamit. Wie aus den Ergebnissen der Präsidenten- lautbart: wahl hervorgeht, nahmen an ihr rund 400 Abgeordnete teil, mithin ist nur die Hälfte aller Abgeordneten anwesend gewesen. Im Namen des Zentralausschusses der Sowjets wurde eine Erklärung verlesen, deren Inhalt in folgenden vier Artikeln zusammengefaßt wird, und deren Annahme durch das Parlement vom Zentralausschuß verlangt wurde: 1. Die Stonftituierende Bersammlung beschließt, daß Rußland zur Republif ber Sowjets der Arbeiter, Sol. daten und Bauern erklärt wird. Die Zentralregierung und die Provinzialregierungen liegen in den Händen dieser Sowjets. Die Republit der Sowjets gründet sich auf ein freies Bänd. nis der freien Nationen, die den Bund der nationalen Mepublit ber Sowjets barstellen. Der Chef bes Generalstabes. Die Partei der Mehrheit der Berfaffunggebenden Bersammlung, die rechten Sozialrevolutionäre und Minimalisten, führen einen offenen Kampf gegen die Sowjetsmacht, indem sie in ihren Organen zu deren Stürzung aufrufen und, ob jektiv betrachtet, hierdurch den Widerstand der Ausbeuter gegen den Uebergang des Landes und der Fabriken in die Hände der Arbeiten. den unterstüßen. Es ist klar, daß der übriggebliebene Teil der Ver fassunggebenden Versammlung auf Grund dessen nur eine Rolle des Berdedens des Kampfes der bourgeoisist i ichen Gegen revolution zur Stürzung der Maa: bes Sowjets spielen kann. Deshalb verfügt das Zentralaus führungskomitee, die Verfassunggebende Bersammlung aufzulösen. Straßenkämpfe in Petersburg. Von der Petersburger Telegraphenagentur wird folgender Aufruf verbreitet: Aufruf an die Bevölkerung Petersburgs. Die Feinde des Volkes verbreiten das Gerücht, dai revolutionäre Arbeiter und Soldaten am 18. Januar auf die Teil nehmer einer friedlichen Kundgebung der Arbeiter Schüsse.abgr geben hätten. Dies geschieht, um Unruhe und Unordnung in di Reihen der arbeitenden Massen zu tragen und um die revoluti nären Führer anzugreifen. Ga ist schon festgestellt worden, dok Spigel auf die Matrosen, Soldaten und Arbeiter geschoss haben, die die Crinung in der Stadt sichern. Der Hauptvollzug ausschuß hat eine energische Untersuchung eingeleitet. Di Schuldigen werden von den revolutionären Gerichten abgeurteil: merben. Genaue Feststellungen werden sobald als möglich ver öffentlicht werden. Der Hauptbollzugsausschuß fordert die Be völkerung auf, den Gerüchten feinen Glauben zu schenken und ruhip zu bleiben. Die revolutionäre Ordnung wird von Matrosen, Arbeitern und Soldaten gesichert. Der Hauptbollzugsausschus. Corriere della Scra Der Petersburger Berichterstatter des drahtet, daß underte von Berhaftungen borgenommen wurden. In verschiebenen Stadtteilen haben Straßenlämpic mit Gewehr- und Maschinengewehrfeuer begonnen. An mehreren Stellen wurden bereits Barrikaden errichtet. Ginin von Kronstadt eingetroffene Kriegsfchiffe griffen in den Kampf ein. Neuter meldet aus Petersburg vom 19. Januar: Auf dem Liteiny- Prospekt dam es am Nachmittage, als cin Zug von Mitgliedern der Verfassunggebenden Versammlung von der Menge, hauptsächlich von Matrosen, angegriffen wurde, gu einer Schießerei. Mehrere Personen wurden getötet und verStunde barrte. Indeffen, es galt eine historische Tat zu doll- wundet. Banner der Zugsteilnehmer wurden von Roten Gardisten bringen, an welche die gegen den boljchemistischen Terror heruntergerissen und verbrannt. Ein Soldat, ber eine Fahne trug, blieb mitten auf der Straße stehen und rief ans: fämpfenden Parteien später wieder anknüpfen können. Um 4 Uhr morgens drangen bewaffnete Matro.ch bin drei Jahre an der Front gewesen. Nun tötet mich, wenn fen in den Sigungssa al des Taurischen Palais und Ihr wollt! Ein roter Gardist schoß ihn nieder. Unter den Bugsteilnehmern befanden sich viele Frauen, Mädchen, dienstur trieben die Abgeordneten auseinander. taugliche Soldaten und gegenwärtig im Ausstand befindliche An Das Auflösungsdekret des Zentralsowjets. Berlin, 21. Januar. Das amtliche Defret, mit dem die Artifel 2 erklärt, daß das Recht auf Brivateigentum Verfassunggebende Versammlung in Petersburg aufgelöst über und unter der Erde aufgehoben wird. Das Privat worden ist, hat folgenden Wortlaut: eigentum wird zum Staatseigentum erklärt, wie auch alle Grindstücke, Wälder usw. Die allemeine Arbeit ist obligatoriich. Der Artifel verkündet ferner die Bewaffnung der dnot better! lasse und die Entwaffnung ber bürger Lichen Selaife, feruer die Bildung einer roten sozialistischen Armee der Arbeiter und Bauern. Die russische Revolution hat von ihrem Anfang an die Sowjets der Arbeiter, Soldaten- und Bauern- Abgeordneten als die Massenorganisation aller arbeitenden, ausgebeuteben laffen, welche einzig fähig ist, den Kampf dieser Slaffen für ihre bolle politische und wirtschaftliche Befreiung zu führen, an die erste Stelle gestellt. Im Laufe der ganzen ersten Periode Attifel 3 billigt die Politit der Sowjets, die ber ruffischen Revolution haben sich die Sowjets vermehrt, find geauf einen demokratischen Frieden auf den bereits bewachsen und erstarkt, indem sie aus eigener Erfahrung bie 3! IuTannten Grundlagen abzielt. Er billigt auch die Richtig- fionen des Einverständnisses mit der Bourgeoi Teitsertlärung der russischen Anleihen. Artikel 4 erflärt, die Stegierungsgewalt folle aus. flicklich in ben händen der Sowjets und ibrer Beitreter liegen. gestellte der Regierung, der Stadtverwaltung und der Bankgeschäfte Die Hauptrolle bei der Auflösung der Konstituante und der Niederwerfung der Bewegung zugunsten der Konstituante ist alio den Matrosen zugefallen. Die Petersburger Agentur melde: in Uebereinstimmung damit, daß sich in der Stadt ein Marinercvolutionsausschnuß gebildet hat. Es sei daran erinnert, daß zur Durchführung des November-( nach russischem Kalender: Oktober Umfturzes ein Soldatenrevolutionärer Ausschuß" ins Leben ge rufen wurde, der sich dann nach sechs Wochen auflöfte. Bestätige die Borgänge die- Behauptung ber antibolichemistischen Preise, das bie Soldaten der Petersburger Garnison in ihrer Haltung gegen über den Bolschewiti immer unsicherer werden? Zwei Kadettenminister ermordet. Rotoschkins, geboren im Jahre 1871, war Professor des sie, die Falschheit der Formen des bourgeoisti- New York, 21. Januar. Die Affociated Pres", melde: fchen demokratischen Parlamentarismus erlebten aus Petersburg vom 20. Januar:" Die früheren Mitglieder und praktisch zu dem Schlusse kamen, daß die Befreiung der unter Des Rabinetts Sterensti, Shingarew und Stofojdfin. brüdten Klassen ohne Bruch mit diesen Formen und jedem Ein- wurden letzte Nacht im Marine hospital, wohin sie aus verständnis unmöglich ist; als solch ein Bruch erschien die Otto der Peter- Paul- Festung tranfheitshalber verbracht worden Der als Bräsident gewählte Viktor Tichernom berrebolution, die Webergabe der gangen Macht in die Hände waren, in ihren Betten ermordet. Ein Dußend bewaff hielt darauf eine längere Ansprache, eine Programmirede. Sie der Sowjets. neter Männer drangen in das Hospital ein, fragten wo wurde, wie ein Privattelegramm der Frankfurter Zeitung" Die Verfassunggebende Versammlung, welche nach den vor die Minister lägen und feuerten sechs Schüsse auf Schingarew meldet, in ihrem ersten Teil, der von den internationalen ber Oftoberevolution aufgestellten isten ge- und zwei auf Rokoschkin ab. Beide wurden getötet. Fragen handelt, aufmerksam angehört. Bei der Besprechung der Lage Rußlands bezeichnete Tschernow to ählt wurde, war der Ausdruck des Verhältnisses der alten poli- Die Mörder verließen dann das Hospital. Weiter wurde die gegenwärtige Stellung des Landes als sehr schwierig. Un- tischen Kräfte, als die Einigungspartei und die Stadetten gestern ein Mordversuch gegen den bolichewifischen Wahlkomglüdlicherweise hätten die friedlichen Neigungen Rußlands bei den die Gewalt innehatten. Das Bolt konnte damals, als es für die miffar Uristy unternommen, die Stugel streifte ihm das Chr. anderen Kriegführenden, die, wie namentlich die Zentralmächte, noch Kandidaten der sozialrevolutionären Bactei stimmte, nicht zwischen Shingarew, im Jahre 1867 geboren, tvar Arzt von Bc= von imperialistischen Ideen erfüllt sind, tein startes Echo gefunden. den rechten Sozialrevolutionären, den Parteigängern der Bour- ruf und typischer Vertreter der aus den Semstwos hervorgegangenen Die Deutschen haben während der Friedensverhandlungen mit Ruß geofie, und der linken, den Parteigängern des Sozialismus liberalen Bewegung. Er war Abgeordneter der 2., 3. und land gezeigt, daß sie von den durch die russische Revolution prokla- wählen; auf diese Weise mußte die Berfaffunggebende Ber- 4. Reichsduma als Vertreter des Gouvernements Woronesch, wo er mierten Prinzipien noch weit entfernt sind, und daß fie nur den Frieden für ihr Steich abzuschließen suchen. Die Lage Rußlands fammlung, welche als die Krone ber bourgeoisen par- an der Spike der Sanitätsabteilung des Gouvernement- Semjavo fich sehr bemerkbar gemacht hatte. In der Duma spielte er bei den ist deshalb schwierig und gefährlich geworden. Ich hoffe jedoch, lamentarischen Republik erschien, Kadetten eine führende Rolle als Sprecher in Finanz- und volkswir: fuhr Tschernow fort, daß Rußland sein Heil finden kann in den, ber Oktoberrevolution und der Sowjetsmacht in die Quere Sympathien der sozialistischen Arbeitermassen Europas, die alle fchaftlichen Fragen. Schingarem war einer der ausgesprochenjten vom Striege erschöpft sind. Die konstituierenbe er tommen, nachdem die Oktoberrevolution den Sowjets und durch Befürworter des Krieges bis ans Ende an der Seite sammlung müsse die Initiative ergreifen zum Abschluß die Sowjets den arbeitenden und ausgebeuteten Massen die Macht der Miterten. Nach der Märzrevolution wurde er 2 andwirteines demokratischen Friedens. Der Maximalist Buchin antwortete Tschernow in einer gab, rief fie den Widerstand der Ausbeuter hervor und zeigte sich schafts- und später Finanzminister. Die Bolschewili haben längeren Rede, in der er die vom Präsidenten dargelegten bei der unterdrüdung des Widerstandes als der An- ihn gleich nach ihrem Sieg verhaftet. Prinzipien fritiferie, denen er ihren rein theoretischen Cha- fang ber fosialistischen Revolution. Die arbeitenden Klassen mußten ratter vorwarf. Ein weiterer Redner, Wyschiat, erklärte, die sich durch Erfahrung davon überzeugen, daß der alte bour- Rechts in Mostau; er studierte seinerzeit in Heidelberg. Im lesten Methode Tschernow würde in zwei Jahrhunderten epifistische Parlamentarismus sich überlebt hat, Stoalitionsministerium Serenstis war er Mitglied der Regierung: zum Cozialismus führen und für jetzt nur eine bürgerliche bab er gar nicht vereinbar ist mit der Aufgabe der Ver- nach dem Siege der Bolicheviti wurde er verhaftet. Auch er war Republik ähnlich wie in Frankreich und den Vereinigten Wicklichung des Sozialismus, daß nicht die allgemein ausgesprochener Kadett und Anhänger des Krieges an der Seite bez nationalen, sondern nur die Klasseneinrichtungen( wie die Sowjets) Entente. Staaten schaffen. Mit 273 gegen 140 Stimmen beschloß die konstituierende fähig find, den Widerstand der befizenden Klassen zu besiegen und Versammlung, die Beratung der Erklärung der den Grund zur sozialistischen Gesellschaft zu legen. Jede Absage Boliche wifi zu vertagen. Dieser Beschluß war für vor der Baris, 21. Januar.( Savas.) Die Anklage, gegen die sich fie feine Ueberraschung. Busammen mit der Linken, der der frühere Minister des Innern Malvy vor dem Senat als Aus Bartei der Sozialisten- Revolutionäre, verließen sie den Saal, vor der durch das Volk eroberten Sowjetrepublik zugunsten des bouc- nahmegerichtshof zu verantworten hat, geht dahin, Malvy habe auf der von bewaffneten Leuten und Matrosen überfüllt war. geoisistischen Parlamentarismus der Verfassunggebenden Versamm dem Gebiet der französischen Republik bei der Ausübung feines Auch in den Wandelgängen wimmelte es bon mit Gewehren lung würde jetzt ein Schritt zurüď und der Bankerott der Amtes als Minister des Innern 1. de m Feinde über militärische und diplomatische Pläne Frankreichs, besonders über die Ope. und Bajonetten ausgerüsteten Soldaten, Matrosen und Rot- ganzen Oftobecrevolution der Arbeiter und Bauern sein. rationen am Chemin des Dames, Auskunft gegeben, gardisten, die sich Uebergriffe an einzelnen Abgeordneten erDie am 18. Januar eröffnete Verfassunggebende. Ber- 2. den Feind durch Berursechung von Militärmeute. Da die Versammlung nicht bereit war, die von den Bol- ammlung ergab, auf Grund der allen bekannten Umstände, die reien begünstigt. Da die Versammlung nicht bereit war, die von den Bol- Mehrheit der Partei der rechten Sozialrevolu= schewiki proklamierten Grundsäge sofort anzuerkennen und Reichstagserfatwahl für Bayer. Aus Reutlingen wird unter sich vor der Gewalt der Sowjets zu beugen, stempelt die Gr. tionäre, der Partei des Kerenski, Awfsentiem und Tschernow; dem 21. Januar gemeldet: Bei der heutigen Reichstagserjabwabl klärung also die Opponierenden zu Feinden des Volkes und es ist klar, daß sich, diese Partei weigerte, den vollkommen ge- für den bisherigen Abgeordneten von Baher haben von 16 878 Wabinauen, flaren, feine falsche Auslegung zulassenden Vorschlag berechtigten 4408 Wähler ihre Stimmen für den Boltsparteifan81 Gegenrevolutionären. Die„ Gegenrevolutionäre", die im Saale verblieben, es hösten Organs der Sowjetmacht, des Zentralaus- didaten Landtagsabgeordneten Scheef abgegeben. Ein Gegen gingen rasch ans Werk. In der ununterbrochen dauernden führungskomitees der Sowjets zur Besprechung anzufandidat war nicht aufgestellt. Zersplittert und ungültig waren Sigung wurde der Beschluß über die Enteignung nehmen und das Programm der Sowjetmacht, die Deklaration der 142 Stimmen. des Grund und Bodens und die Uebergabe des LanRechte des arbeitenden und ausgebeuteten Volfes, die Ottoberrebo des an die Bauern gefaßt. Ferner beschloß die Ver- lution und die Sowjetsmacht anzuerkennen. Dadurch hat die Berjammlung, sofort auf die Bundesgenossen einer faffunggebende Bersammlung jebe Berbindung zwischen sich und der icharfen Drud zur Serbeiführung des Welt. Sowjetrepublik abgebrochen. Der Beggang der Fraktionen friedens anszuüben, zu welchem Zweck Abordnungen ge- der Bolschewitt und linfen Sozialrevolutionäre. welche zurzeit die größte Mehrheit im Sowjet darstellen fchidt werden sollen. Der Versammlung war von vornherein flar, daß ihre Be- und das Bertrauen der Arbeiter und der Mehrheit der Bauern geschlüsse nur eine prinzipielle Bedeutung haben werden. Sie nießen, von der Verfassunggebenden Versammlung war unauswegten sich 3. T. auf dem Gebiet der Zentrumspolitik, 3. T. waren handelten in vollem Bewußtsein deffen, was ihrer in nächster bleiblich. laubten. Bollständigkeit der Macht der Sowjets, Die Anklage gegen Malvy. Julius Bachem gestorben. Nach einer Drahtmeldung der Kriegszeitung" ist der belannie Zentrumspolitifer, Jutigrat Bachem, am Dienstag im Alter von 72 Jahren gestorben. Bachem war seit 45 Jahren in der Redaktion der Stöln. Bolfsztg." als Mitarbeiter tätig, innerhalb der Zentrumspartei war er Vorfämpfer der sogenannten Kölner Richtung. Lange Zeit hat er dem preuß fchen Abgeordnetenhaus als Abgeordneter für Krefeld angehört. is Publizist mar Bachem überaus fruchtbar, seine Schriften bejie juristischen Inhalts. Das„ Vorwärts"-Verbot vor dem Hauptausschuß. " Der Hauptausschuß sollte nach einer getroffenen Vereinbarung| Die Entente habe diese Vorgänge mit Jubel begrüßt. Der Zensurſtelle am Dienstag seine Sigung ausfallen lassen, damit der Unter ausschuß Zeit hat, den Antrag Heine zu beraten. Abg. Ebert bes merite aber, daß die Sozialdemokraten Wert darauf legen müßten, fofort das Verbot des Vorwärts" zur Sprache zu bringen. Das Verbot fei in der rigorofesten Weise erfolgt. Man verbietet der Presse, die Deffentlichkeit über die hoch wichtigen Vorfommniffe in Desterreich zu informieren. Der Ausschuß erkannte die Dringlichkeit biefer Erörterungen an. Abg. Ebert: Das Berbot des Vorwärts" setzt den Beschwerden, die hier über die Zensur vorgebracht worden sind, die Krone auf. Während wir hier beraten, spielten sich in Desterreich und in Ungarn Dinge von tief einschneidender Bedeutung ab. Wegen Kürzung der Mehlration kam es in Wien zu Differenzen mit der Arbeiterschaft. Diese Bewegung dehnte sich aus über ganz Desterreich und über Ungarn. Am Freitag stand in diesen Ländern das Wirtschaftsleben still. Die Bewegung hatte einen politischen Charakter angenommen, fie fpigte fich zu zu einem war am Sonntagabend bekannt, daß zwei Blätter, darunter der Vorwärts", Artikel vorbereitet hatten. Die Redaktionen wurden gebeten, die Artifel zurückzustellen. Der„ Borivärts" hat das nicht getan, sondern auch noch einen anderen Artikel gebracht, der die Solidarität mit dem österreichischen Proletariat betonte. Diese Andeutungen des Vorwärts" find auch von den Berliner Breffevertretern nicht gebilligt worden. Gegen weitere Blätter soll nicht mehr eingeschritten werden. Abg. Haase: Die Gründe, auf die sich die Zenfur stüßt, feien geradezu ungeheuerlich. Ist denn der Zensurftelle gar nicht bekannt, daß die österreichische Presse eingehend über die dortigen Vorkommnisse berichtet hat? England konnte sich aus diesen Blättern informieren. Deshalb hatten die Verbote in Deutschland gar keinen 3wed. Das deutsche Volk sollte nicht objektiv informiert werden, weil die Militärpartei das nicht will. Das Verbot des„ Vorwärts" fällt ausgerechnet in die Zeit, in der hier eine Milderung der Zensur versprochen wurde. Das Verbot des„ Borwärts" ist unsinnig und schikanös; in dem Artikel ist vermieden worden, vom Streit zu sprechen, aber man hat einfach den Vorwärts" vergewaltigen wollen. Das muß unter der Arbeiterschaft ungeheure Empörung auslösen. P Abg. Gothein: In diesem Falle ist die Zenfur wieder einmal mit traditioneller Ungeschicklichkeit Proteft gegen das Verhalten unserer Unterhäubler in Brest- Litowst, besonders gegen die Rede des Generals Hoffmann. Diefe ben erlaubt. Das treibt die Sinnlosigkeit auf die Spize. Die borgegangen. Was in Berlin berboten würde, war in MünBorgänge wurden in der ganzen Welt bekannt, in Deutschland Wolff- Telegramme hat man zurüdgehalten, so daß nicht einmal erfuhr man nichts baton. Wir waren von Desterreich der Hauptausschuß sich informieren fonnte. Das Herausgreifen Ungarn völlig abgeschnitten. Dennoch waren die dortigen eines einzelnen Organs einer besonderen Nichtung war rigoVorgänge bereits am Sonnabend in Berlin Stadtgespräch. tos und kann nur bedauert werden. # 29. Major Grau wendet sich gegen Scheidemann. Echwerwiegende, Interessen sind gefährdet, wenn die Zensur ihre Schuldigkeit nicht tut. Die 8enfur muß die Mittel haben, ihren Maßnahmen Geltung 3, verschaffen. Die Zensur treibe keine Schnüffelei, man habe von der Absicht des Vorwärts", den Artikel zu bringen, a ufganz loyale Weise Kenntnis erlangt. Der Vorwärts" werde vermutlich Weittwoch früh wieder erscheinen. 17 Abg. Dove beklagt ebenfalls den Mangel an Nachrichten über die Vorgänge in Oesterreich. Man muß verlangen, daß jeden Tag genaue Berichte veröffentlicht werden, aber nicht etwa nach dem Grundfas: Gegen Demokraten helfen nur Soldaten. Abg. Dr. David: Die Ankündigung der Aufhebung des VerBots der Vorwärts" bietet einen gewissen Erfolg der Debatte. In der Türkei ist jetzt der Belagerungszustand aufgehoben worden. Diesem Beispiele sollte endlich auch Deutschland folgen. " weiter und sollen am gleichen. Tage zu Gnde geführt werden. Am Die Beratungen geben am Mittwoch, vermittags 11 1hr, Donnerstag beginnt dann die Weiterführung der politischen Debatte. Ein Zenfurantrag. Der Unterausschuß des Haushaltungsausschusses hat zur Benfucdebatte folgenden Antrag auf Abänderung des Gesezes über den Kriegszustand vom 4. Dezember 1916 eingebracht: Artikel 1. Bis zum Erlaß des in Artikel 68 der Reichsverfas Vor der Entscheidung muß einem Bertreter des Obermilitärbefehlshabers Gelegenheit zur Wahrung der militärischen Intereſſen gegeben werden. Artikel 8. Die näheren Anordnungen ergehen durch Kaifer liche Vecordnung. Artikel 4. Vorstehende Bestimmungen finden auf das Königreich Bayern feine Anwendung. Außerdem wurde folgender Antrag vorgelegt: den Herrn Reichsfanzler zu ersuchen, dahin zu wirfen, Angeblich sollte es in Prag und Budapest zu Straßenlämpfen Abg. v. Gräfe findet das Berbot der Besprechung der Vorgänge fung angekündigten Gefeßes über den Kriegszustand wird gegengekommen und in Brag die Republit ausgerufen worden sein. Im in Oesterreich als peinlich. Man muß verlangen, daß das über den Anordnungen der Militärbefehlshaber eine militärische Berliner Auswärtigen Amt wußte man am Sonnabend- nights! beutsche Bolt objektiv unterrichtet wird. Die Rüdsicht Bentralinstana, als Aufsichtsstelle und eine besondere BeEine Bitte der Vertreter der Parteien um Informationen fonnte wärtige Amt hätte der Bresse die Tatsachen mitteilen müssen, aber auf England war feineswegs angebracht. Das Aus- fchwerbestelle errichtet. Artikel 2. Beschwerdeftelle ist ein Senat des Reichsnicht erfüllt werden. Der Presse wurde am Sonntag das Auswärtige Amt ist offenbar selber nicht informiert militärgerichis, bestehend aus 4 richterlichen und 3 miliernent verboten, über diese Borgänge etwas zu bringen. gevejen. Wenn aber das verhängnisvolle Benjurberbot einmal tärischen Mitgliedern. erlassen war, bann kam man auch um das Verbot des„ Borwärts" Die Beschwerdestelle fann eine mündliche Verhandlung anordAher die Erklärung des Grafen Czernin bürfte ber nicht herum, denn Verbote müssen schließlich beachtet werden. Ob nen und muß dies tun, wenn es vom Beschwerdeführer beantragt öffentlicht werden und daraus konnte man auf die Vorgänge andere Blätter auch so deutlich waren wie der Borwärts", fei ihm wird. Sie kann den Beschwerdeführer durch einen beauftragtin schließen. Der Vorwärts", das einzige Arbeiterblatt Berlins, war nicht bekannt. Das Verbot war aber die Konsequenz der Benfur- oder ersuchten Nichter bernehmen laffen. in einer schlimmen Lage. Bon allen Seiten wurde er bestürmt. verfügung. Bedenklich sei es, daß Ebert und Scheidemann fich Aufklärung zu geben. Er brachte bann am Montag einen mit den Desterreichern solidarisch erklärt haben. Das Bericht über die Verhandlungen des Budget war eine Drohung in aller Form an den Kanzler, damit er ben Wünschen der Sozialdemokraten in feiner Rede Rechnung trage. ausschusses des österreichischen Abgeordnetenhauses, ins besondere die Rede Adlers und einiger bürgerlichen Abgeordneten. Hoffentlich lasse sich der Kanzler dadurch nicht beirren. Abg. Trimborn( 3.): Man könne verstehen, daß ein militä Das haben andere Blätter, auch in der Provinz, ebenfalls risches Intereffe vorhanden war, ein Uebergreifen der Streifbewegetan. Die Deutsche Zeitung" bat am Montagmorgen den gung auf Deutschland zu verhüten. Der Abschluß von allen NachStreit fofort im Sinne der Allbeutschen unter richten nüßt aber nichts, bietet im Gegenteil den tollsten Heftigen Angriffen auf die Sozialdemokratie Gerüchten Raum. Man hat in Deutschland bald bemerkt, daß ausgeschlachtet. Am Montagmittag brachte die B. 3." man hermetisch abgeschlossen war, und das hat erst recht Beunruhi 1. daß die Kaiserliche Verordnung vom 4. Dezember 1916 Nachrichten über den Streit, die die Zenfur passiert hatten. gung geschaffen. Der Artikel des„ Vorwärts" enthielt zwischen den( Reichs- Gesebbl. S. 1832) in Gemäßheit des vorstehenden GesetzDer Vorwärts" aber ist verboten worden. Dieses Verbot ist unter Beilen unbestreitbar eine Drohung. Als Staatsanwalt würde ich entwurfs einer entsprechenden Menderung unterzogen wird; sagen, der Vorwärts" hat mit dem Feuer gespielt. Immerhin diesen Umständen ein einseitig parteiifes Borgehen, wäre dringend zu empfehlen, das Verbot sofort aufaubeben. Dungen der Militärbefehlshaber folgende Richtlinien aufgestellt 2. daß in derselben Kaiserlichen Verordnung für die Entschei eine Herausforderung der Sozialdemokratischen Partei Mog. Stresemann: Der Auffaz des Boun& rts" hat den Ein- werden: und der gesamten deutschen Arbeiterschaft. Dieie brud gemacht, als ob viel schwerere Dinge in Desterreich Rankine ist um so unerhörter, als alle Welt von den Borfie beachtet werden, schon damit nicht eine Zeitung vor der anderen sich ereignet haben. Wenn Zenjurverbote vorliegen, dann müssen gängen wußte, nur in Deutschland durfte man nichts erfahren. bevorzugt wird. Deshalb hätten alle Zeitungen, die das Verbot Wie soll unter diesen Umständen das Ausland Vertrauen baben übertreten haben, gefaßt werden müssen. Eine scharfe Ber zu der deutschen Presse? Die Militärbehörde zwingt die Bresse, alle warnung hätte aber genügt. Wenn man die pffenen Kanäle diese Nachrichten zu unterschlagen. Und das in einer geit, in der verstopft, bann entstehen die wilde ften Gerüchte. Die Art, Die Ildeutschen ungehindert gegen Desterreich heßen. Zur wie das Auswärtige Amt informiert wind, bedeutet geradezu einen selben Zeit, in der wir hier uns über die Handhabung des Be- politischen Rieberbruch. Tagerung zustandes beschweren, holt die Zenfur aus zu einem Salag gegen ben Reichstag. Der Reichstag ist es seiner würde schuldig, dagegen den schärfften Protest zu erheben; der Reichstag muß die Presse in Schuh nehmen. Es ist charakteristisch, daß das Verhalten unserer Unterhändler in Brest Litost diefe ungeheure Aufregung in Defterreich hervorrief. Ich habe Wir begrüßen dies Vorgehen des Proletariats in Defterreich und Ungarn und drücken ihm unsere volle Sympathie and. Sie dürfen versichert sein, wenn es sein muß, wird die deutsche Arbeiterklasse ihre ganze Kraft daransehen, um zu verhüten, daß die Bestrebungen zur Herbeiführung eines baldigen Friedens der Berständigung und des Rechts durchtrenzt werden. Abg. v. Gamp steht auf dem Standpunkt Gräfes. Wenn der das ruhig der Oeffentlich ett fagen sollen. Die Informationen des Streit in Defterreich nur ein Hungerstreif war, bann hätte man Auswärtigen Amtes beweisen, daß man mit diesem Personal nich austomme. General Hoffmann habe für sein Auftreten in Brest- Litomst des Redners volle Zustimmung. a) Die Anordnungen der Militärbefehlshaber haben ohne Verzug zu erfolgen. b) Verbietende oder ablehnende Bescheide der Militärbefehlshaber find mit Gründen zu versehen; bei Zensurmaßregeln find die beanstandeten Stellen der Druckschrift genau an bezeichnen. e) Die den Militärbehörden auf Grund des Belagerungsan ftandsgefehes auftehenden Befugnisse beschränken fich ber Bresse einschließlich des Buchverlags gegenüber auf die Inter effen der kriegführung. Die Erörterung der Kriegs- und Friebensziele, von Verfaffungsfragen und Angelegenheiten der inneren Politit unterliegt nicht der Zenfus. d) Berbote von Zeitungen und Zeitschriften dürfen nur aus Gründen der Gefährdung der Kriegführung, nur durch die mit der vollziehenden Gewalt ausgestatteten Militärbefehlshaber und in der Stegel nur nach Anhörung des Herausgebers über die Gründe des beabsichtigten Verbotes erfolgen. e) Das Verbot darf sich bei einer täglich erscheinenden Zeitung nicht auf mehr als brei Erscheinungstage, bei einer in langeren Beiträumen erscheinenden Druckschrift nicht auf mehr als brei Ausgaben erftreden. Dies gilt auch für bereits ergangene, Verbote. Abg Scheidemann: Wir haben nicht gedroht, sondern nur Feststellungen gemacht. Was steht denn in dem Artifel? Die Soligegen das Auftreten des Generals Hoffmann darität mit dem österreichischen Proletariat ist doch selbst vzr Hier bereits am Mittwoch Protest erhoben und keinen Zweifel baran ständlich. Der Artikel fonnte nur misverstanden werden, weil gelaffen, daß die Methode des Generals Hoffmann den Frieden ges man von den Vorgängen in Oesterreich nichts wußte. Abgefährden müsse. Die Rede Adlers mußte beröffentlicht werden, ordneter Stresemann scheint nicht zu wissen, daß man der alldcutnachdem die politische Aussprache hier im Ausschuß als vertrauschen Bresse alles gestattet hat, der anderen Bresse aber selbst die lich erklärt und verzögert wurde. Abwehr verbot. Bober hat die 8enfur gewußt, daß solche Artifel erscheinen sollen? Bon der Redaktion des Vorwärts" hat niemand ein Wort davon gesagt, daß ein solcher Artikel in Vorbereitung sei. Der Redaktion ist mit einem Mort gesagt worden, daß das Zensurverbot am Montag aufgehoben werde. Major Grau hat ja auch ganz offen zugegeben, daß man Major Grau: Aus Desterreich find Die wider. mit voller Absicht nur den„ Borwärts" verboten. sprechendsten Nachrichten gekommen, deren Veröffentlichung habe. Das kennzeichne dieses Berbot als eine Schikane. Wo find eine Trübung unserer Berhältnise zu unserem Berin dem Artikel militärische Intereffen gefährdet? bündeten befürchten ließ. Deshalb bas Berbot der Besprechung man läßt auch jezt noch keine Nachrichten durch, stellt sie vielmehr der dortigen Vorgänge. Dieses Verbot ift Montag mittag auf erneut unter Zenfur. Unter diesen Umständen hat die Aufhebung gehoben worden. Der Vorwärts" ist verboten worden, weil des Zenfurverbotes gar teinen Sinn. Sorgen Sie dafür, daß Das Oberkommando in den Marken hat et, entgegen seinem Versprechen, ein Zensurverbot durch das Berbot des„ Vorwärts" sofort aufgehoben wird, damit das Erscheinen des Berliner Tageblatt" andere Mittel angewendet werden müssen, che man dem Recht zu die deutsche Arbeiterschaft nicht auf den Gedanken kommt, daß erst verboten. seiner Geltung verhelfen kann. brochen hat. unterbreche u. W Amt gegen die erhobenen Angriffe in Schutz. Es sei nichts verUnterstaatssetretär v. Bussche nimmt das Auswärtige säumt worden, um Informationen zu erhalten. 22 " f) Versammlungen, und zwar auch solche, die sich mit der Erörterung öffentlicher Angelegenheiten befassen sollen, dürfen nur verboten oder aufgelöst werden, wenn Tatsachen vorliegen, bie befürchten lassen, daß die Abhaltung der betreffenden Bersammlung unmittelbar zu einer Störung der öf fentlichen Ordnung führen oder die Sicherheit des Reiches gefährden würde. Zeitungsverbot. Letzte Nachrichten. Seidler gegen die Tschechen. Vom Zentrum wird beantragt, die Beratungen bis 16 Uhr zu Abg. Scheidemann stelt fest, daß der Vorwärts" fein Zensurberbot durch brochen hat. Er hat lediglich die Rede Adlers gebracht, für diese aber bestand fein Berbot. Die Rede enthielt nicht viel über den Ausstand, sondern behandelte die Abg. Dr. Cohn: Das Verbot des Borwärts" ist nicht haltbar, Wien, 22. Januar. Jnt Abgeordnetenhaus beantVorgänge in Brest 2itowst. Damit hat der Vorwärts" ganz abgesehen davon, daß eine handgreifliche Ungere chwortete Ministerpräsident Seibler zunächst die Interpellation dem deutschen Volfe einen Dienst erwiesen. tigkeit vorliegt. Bis jetzt hat man noch immer nicht gefagt, der deutschen und tschechischen Abgeordneten betreffend die Brager Vergessen Sie nicht, daß die Zustände bei uns denen in Defterreich ve I che Motive eigentlich für das Verbot des Vorwärts" Entschließung. Er führte aus, daß sie mit den dynastischen und vor Ausbruch des Ausstandes gleichen. maßgebend gewesen sind. Daß das Auswärtige Amt nicht genügend patriotischen Grundbegriffen der Oesterreicher nicht im Ginklang Spielen Sie nicht mit dem Feuer. Der Redaktion ist zwei Material erhalten habe, sei unglaubhaft. Soeben habe die Zenfuru bringen sei, und das Selbstbestimmungsrecht unter Auflösung Stunden vor dem Verbot durch einen Offizier telephonisch die auch den Leitartikel bes Berl. Tageblattes" des bisherigen Staatsverbandes anstrebe. Eine solche Auffassung bom Dienstag vormittag verboten. Frage vorgelegt worden, ob sie wiffe, daß sie ein Zenfur verbot müffe Stellung nehmen gegen das Oberkommando in den Marten. von jeder österreichischen Regierung mit allen Mitteln bekämpft Der Ausschuß werde von jedem efterreicher mit Entrüstung zurüägewiesen und verlegt habe; sie antwortete: Nein, wir haben die Vor- müsse Abg. Seine: Das Auswärtige Amt hat hier böllig ber- werden minen.( 2ckhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir eridriften der 3enfur ftet& beachtet." Dann erfolgte das Berbot. Die Besprechung der österreichischen Vorgänge steht für die agt; was hier mitgeteilt wurde, ist offenbar nicht die Wahr- ftreben, fuhr der Ministerpräsident fort, etzen ezenvollen Berbot. Die Besprechung der österreichischen Borgänge steht für die heit. Wir mußten Aufschluß bekommen über Entwicklung und Frieden, der uns und unseren Verbündeten für alle Zeit den ganze Berliner Presse noch immer unter Borzenfur. sicheren Bestand erbürgt, wir erst eien thn, im Geiste der Gerechtigkeit und Versöhnlichkeit, aber auch mit fener Einigkeit und Festigkeit, die den Gegnern die Aussichtslosigkeit ihrer Vergemaltigungsabsichten vor Augen führen wird. Die Ausstandsbewegung habe zwar keinen ausschreitenden Charakter an sich gehabt, aber doch bedenkliche Formen annehmen können. Die Regierung habe fein Bedenten getragen, besonders auf dem Gebiete des Gemeindemahlrechts, die seit langem erwogenen Reformen zuzusagen. Die Durchführung werde so geschehen, daß der nationale Besitzstand gewahrt werde.( Lärm und Zwischenrufe bei den Tschechen.) Das Baterlond jei in Gefahr. Die Regierung vermöge ihre schwierigen Aufgaben nur zu erfüllen, wenn sie in einer starken Volksvertretung starken Rückhalt finde.( Lebhafter Beifall und HändeHabschen.) Ein Bertreter des Auswärtigen Amtes erklärte auf eine Anfrage, daß man in furzer Zeit fein Referat über die Borgänge in Desterreich erstatten könne. Abg. Haase( U. S.) weist auf den Fehler hin, den man mit der Hinausschiebung der politischen Debatte gemacht habe. Man müsse auch feststellen, ob die Zensur das Recht hatte, diese Nach richten zu unterdrücken. Verlauf der Bewegung in Desterreich. Geht denn nicht jeden Tagein Kurier nach Wien und umgekehrt nach Berlin? Man barf den Reichstag nicht mit ein paar nichtssagenden Telegrammen abspeisen. Die Zenfur legt es darauf an, das beutsche Bolt zu betrügen und das ist ein Mißbrauch der Zensur. Was hat der Streik in Oesterreich mit den Interessen der Krieg führung zu tun? Abg. Trimborn hätte feine Ausführungen nicht machen fönnen, menn er das Zensurverbot gelesen Darauf trat die Bause ein. hätte. In dem ganzen Artikel des Vorwärts" ist auch keine einzige Unterstaatssekretär v. d. Bussche teilt vertrauliche Depeschen mit, Nachricht über den Streit enthalten. Der Artikel hätte bei der Zendie über die Vorgänge in Defterreich- Ungarn beim Auswärtigen fur feinen Anito erregt, wenn sie nicht auf irgendeine Weise Major Grau teilt noch mit, daß der Chef des Kriegs- auf ihn aufmerksam gemacht worden wäre. Der innere Presseamtes die Vertreter der Presse eingehend über das Ver- Grund zu dem Verbot ist, den Willen der Mehrheit des Reichstags bot der Grörterung der Vorgänge in Desterreich informiert habe. I zu durchkreuzen. fmt eingeaangen sind. Gewerkschaftsbewegung Jabufirie labmlegen. Die bentfe Industrie wirde im Brieben Befund in Cinabrungsbetrat wtät einverstanden erfaren. Dasfelbe so hoben Kohlenpreisen nicht exportfähig sein. Unsere Exportfähigkeit ist der Fall in bezug auf ihre Stellungnahme zum Stoalitionsrecht vor dem Kriege beruhte doch auf den niedrigen Kohlen- und Eisen- der Arbeiter. Die Konferenz ist der Meinung, daß die Generalpreisen. Wenn aber die Kohle teuer ist, lann natürlich Eisen nicht tommission in den genannten Fragen nicht fonfequent und energisch genug die Rechte und Interessen der organisierten Arbeiterschaft verbillig ein." treten hat. Die Konferenz erwartet, daß die Generalfommission der Regierung gegenüber ihren ganzen Einfluß zugunsten der Arbeiterschaft zur Geltung zu bringen sucht unter verstärkter Bes tonung der unberechenbaren Dienste und Opfer, die der Gesellschaft von der ganzen Arbeiterklasse geleistet werden. Die Dresdener Gewerkschaften für die Haltung der Generalkommiffiou und gegen jede Zersplitterung. Herr Wolff- Beitelmann vertritt die sehr vernünftige Ansicht, daß Zu einer entschiedenen Stellungnahme für die Haltung der auch in Friedenszeiten, wenn erst wieder die eingearbeiteten Berg deutschen Gewerkschaftsbewegung während bes Krieges und arbeiter auf ihren Posten sind, die Arbeitslöhne ru big so hoch gegen die, die Einheit der Gewerkschaften Deutschlands ges bleiben tönnen wie heute, also nicht abgebaut zu werden fährdende Wühlarbeit gewiffer Streife geftaltete fich eine brauchen. Wir teilen auch die Ansicht Wolff- Zietelmannn, daß die Konferenz der Dresdener Gewerkschaftsfunktionäre, die am Freitag Beschäftigung von Kriegsgefangenen, Frauen und Halbwüchsigen die im vollbesetzten Voltshaussaale abgehalten wurde. Reichstags. Leistung in der Striegszeit herunterdrückt, dabei sind freilich die Geabgeordneter Genosse Bauer, der zweite Borsigende der General winne, wie der Herr Generaldirektor klarlegte, sehr groß. Die Unterredung des Herrn Generaldirektors Wolff- Bietelmann Kommission, legte in einem anderthalbstündigen, mit leb- mögen fich die Bergarbeiter gut merken, um sie gegen jene Kapihaftem Beifall aufgenommenen Vortrage das Wirken talistenblätter zu verwenden, die nicht genug gegen hohe Bergund die durch die Verhältnisse bedingte Taktik der Gewerkschaften arbeiterlöhne zetern fönnen und immer wieder Lohnabbau verwährend des Krieges dar. In der regen Diskussion famen auch die langen. Kritiker an der Haltung der Generalfommission ausgiebig zum Wort. Nach einem alle Einwände sachlich widerlegenden Schlußwort des Bortragenden wurde folgende Entschließung fast einstimmig( gegen nur zwei Stimmen!) angenommen: Tarifforderungen der Rohrleger. und Selfer stellte Forderungen für die Abänderung des Tarifs auf, Eine am Sonntag abgebaltene Veriammlung der Rohrleger der bis zum 31. März d. J. läuft. Die Vertrauensmänner haben Die am 18. Januar 1918 im Voltshause versammelten Funk- fich bereits mit der Angelegenheit beschäftigt und machen der Vertionäre der Dresdner Gewerkschaften betonen nachdrücklichst, daß die fammlung folgende Vorschläge: Der gegenwärtige Mindestlohn, freien Gewerkschaften auch während des Krieges ihre im Kampf der einschließlich der bis jetzt bewilligten Teurungszulagen für Rohrgegen Unternehmertum und Staatsgewalt erprobten Grundsäge leger 1,42 M., für Helfer 1,231, M. beträgt, fann nicht mehr als hochgehalten haben und weiterhin vertreten werden. Dagegen ausreichend gelten. Er soll deshalb um 25 Pf. pro Stunde muß anerkannt werden, daß die durch den Krieg veränderten erhöht werden, mit der Maßgabe, daß jeder diese Bulage erhält, wirtschaftlichen und politischen Voraussetzungen des gewerkschaftlichen also auch diejenigen, deren Verdienst den Mindestlohn übersteigt. Stampfes Aenderung der gewerkichaftlichen Tattil bebingt haben. Der Arbeitsnachweis, der jetzt eine Einrichtung des Arbeitgeber verbandes ist und einer gewissen Aufsicht durch die tarifliche Schlich Die gewerkschaftlichen Zentralverbände und ihre Spize, die General- tungstommiffion untersteht, soll in einen paritätischen Arbeitsnach fommission, haben in anerkennenswerter Weise durch diese An- weis umgewandelt werden, weil sich unter dem gegenwärtigen Verfpornungen die Tatsachen alles zu erreichen verfucht und erreicht, was hältnis unleidliche Zustände betreffs der Vermittlung von Arbeitsnach der Machtentwicklung der organisierten Arbeiterschaft möglich war, fräften an tariftreue, aber der Arbeitgeber organisation nicht angeinsbesondere bei Verbesserung der Arbeitsbedingungen, des Arbeiter hörende Firmen herausgestellt haben. Hinsichtlich des Fabrgeldes, fchuzes, der Lebensmittelversorgung und der Lage der Opfer des das nach dem Tarif nur bei Arbeiten außerhalb der Postgrenze von Krieges. Bei Beurteilung der Haltung der Gewerkschaften und 1909 vergütet wird, soll die Zahlung des tatsächlich aufgewandten ihrer Leitungen kann allein ihre Haltung im wirtschaftlichen Stampfe Fahrgeldes in allen Fällen gefordert werden. Ferner wird die Vermaßgebend sein. Das Hineintragen parteipolitischer Streitigkeiten legung der Lohnzahlung auf den Freitag gewünscht. Die Versammlung stimmte diesen Vorschlägen zu. in die einheitliche Gewerkschaftsbewegung muß entschieden abgelehnt werden. Dieser Streit fann und will nur dazu dienen, die Dr ganisationen der Arbeiterschaft zu zersplittern, fie damit zur Ohnmacht zu verdammen und damit die gesamte Arbeiterbewegung in unverzeihlicher Weise zu schädigen.- Pflicht aller Gewerkschafts- bie genoffen ist es, das foftbare Gut ihrer Organisation, die Einigkeit, aus dem Weltbrande unversehrt in die Friedenszeit hinüberzutragen. Nur dann besteht die Gewähr, daß die Kampfkraft der Gewerkschaften den gewaltigen wirtschaftlichen Auseinandersetzungen der Zukunft gewachsen sein wird." Kein Abban der Löhne? Die Pregorgane der Börsenjobber, die Arbeitgeberzeitungen und Sonstige zum Schuße des Profits herausgegebenen Schriften wiesen während der Kriegszeit fortwährend darauf hin, daß die hohen Löbne der Bergarbeiter an den Kohlenpreiserhöhungen schuld seien. Den Bergarbeitern wurde immer wieder Abbau der Löhne nach Friedensschluß angedroht. Von einer Beitragserhöhung oder einer Urabstimmung darüber wurde mit Rücksicht auf die schwierige Lage der Berufsangehörigen abgesehen, doch soll mit allem Nachdruck auf die Mitglieder ein gewirkt werden, den Beitrag entsprechend dem Statut nach der virklichen Lobnhöhe zu entrichten. Die Unterstützungen sollen vom 1. April 1918 an in boller Höhe gezahlt werden. Gegen die drobende Gefahr weiterer Betriebs. einstellungen soll die Verbandsleitung beim Reichswirtschaftsamt und Kohlenkommissar vorstellig werden." Industrie und Handel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. In der Generalversammlung der Allgemeinen Berliner Omnibus A. G. wurde die Zukunft des Unternehmens recht günstig geschildert. Der Autobusverkehr stelle in Zukunft ein besseres Erträgnis in Aussicht. Die am 1. Januar eingetretene Tariferhöhung hat sich bewährt und läßt für normale Zeiten Gutes erwarten. Diese Wirkung des Tarifs fei für die Gesellschaft eine ebensfrage. Es sind Maßnahmen getroffen, durch die der Ver luft des neuen Geschäftsjahres erheblich geringer als der des Berichtsjahres werden wird, wobei wohl an die Aufnahme des Speditionsverkehrs gedacht wird. Eine außerordentliche Generalversammlung der Generator Aktiengesellschaft in Berlin beschäftigte sich mit der Beschaffung von Betriebsmitteln. In der Versammlung waren nur 3 Aktionäre anwesend, die das gesamte Kapital von 1 Mill. m. vertraten, und awar für die Deutsche Erdöl- A.- G. und die Rütgerswerke A.-G. je 463 000 m. und die Montania G. m. 6. H. 74 900 M. Das gesamte Aktienkapital ist je zur Hälfte in den Besitz der Deutschen ErdölKonferenz des Glasarbeiterverbandes. A.-G. und der Rütgerswerke A.-G. übergegangen, die die zur For! Am 13. und 14. Januar bielt der Glasarbeiterverband eine führung des Betriebes notwendigen Mittel zur Verfügung stellen. Konferenz ab. Der Verbandsvorsißende Girbig berichtete, daß Organisation fich während des Strieges gut gehalten habe. Am Die bisherigen Mitglieder des Aufsichtsrats, die Herren Konsul Schluß des 3. Duartals fei ein Mitgliederbestand von 6878 vor- S. Segall, Generaldirektor der Rütgerswerke, Robert Friedländer, handen geweien, der zurzeit auf über 7000 Mitglieder angewachsen Dr. von Koch und Dr. jur. Richard Blum haben ihre Mandate E3 wurden neugewählt die Herven Direktor fei. Auch der Staffenbestand habe sich trop der ganz gewaltigen niedergelegt. Ausgaben für die Arbeitslosen und der Unterstützung der Familien Nathanael Zwingauer und Leopold Kahl von den Rütgerswerken der Kriegsteilnehmer gebessert und betrage zurzeit 290 000 m. jowie Direktor Wilhelm Hirsch und Oberingenieur Fris Seidenschnur von der Deutschen Erdöl- A.- G. Die Organisation hat auf dem Gebiete der Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen sehr gute Fortschritte gemacht, und besonders die Flaschenindustriellen haben Entgegenkommen gezeigt. In ständigen Reibungen habe sich jedoch die Organisation mit dem Schutzverband Deuticher Glasfabriken befunden, und hier mußte jede Verbesserung schrittweise erkämpft werden. Die Deutsche Erdölgesellschaft bat bekanntlich auch im Braun fohlenbergbau festen Fuß gefaßt und sich besonders auf die Braunfohlendestillation geworfen. Eine Tochtergesellschaft, die Roiizer Delmerte, planen zur Besseren Ausbeutung der in Rosiz verRecht störend wirkt der Kohlenmangel auf die Industrie und arbeiteten Kohle, die dabei entfallenden großen Mengen Gas zur damit auch auf das Organisationsverhältnis der Arbeiter ein. Die Gasfeuerung für die Rofizer Zuckerraffinerie und die Gormaer Mitglieder des Schußverbandes weigern sich sehr oft, den durch Brifettfabrik zu verwenden. Ferner ist beabsichtigt, eine Reihe von Ein fatholischer Geistlicher, Prälat und Professor Schüs gab Stoblenmangel verursachten Arbeitsausfall zu entschädigen; dagegen Ortschaften, u. a. Rofiz, Gorma, Fichtenhainichen, Scheldig usw. fogar eine Broschüre heraus, die folgenden arbeiterfreundlichen müffe die Organisation entschieden Stellung nehmen. Auch wenn unterirdisch mit dem Delwert zu verbinden, um in den Häusern die Titel trägt:„ Das fortgefeßte Hinaufschrauben der Löhne, die Höchst die Arbeiter fündigungslos entlassen werden, soll in jedem Falle Gasfeuerung einzuführen. In den genannten Ortschaften verspricht löhne und Höchstpreise sind ein gemeingefährlicher Bucher." Noch die Klage wegen der vierzehntägigen Entschädigung eingereicht am 5. August 1917 brachte die Berliner Börsenzeitung in ihrer werden, denn die Industriellen erhalten vom Reichstohlenkommissar man fich davon eine wesentliche Verbilligung gegenüber den bisMorgenausgabe einen Artikel Preisbildung und Kriegstoften", rechtzeitig Mitteilung, daß der Betrieb geschlossen werden soll. herigen Feuerungsfoften, ganz abgesehen von der Tatsache, daß, worin folgende Behauptungen aufgestellt wurden: Eine große Beunruhigung ist unter den Kriegsteilnehmern in durch das Gasfeuerungsunternehmen beträchtliche Mengen an Koble der Wohnungsfrage vorbanden. Die Industriellen gewäären den erspart werden. An der Ausführung des Projettes wird bereits Familien der Kriegsteilnehmer angeblich freie Wohnung, baben je gearbeitet. doch vereinzelt versucht, nach der Rückkehr aus dem Felde die rückständige Wohnungsmiete zu erhalten. Die Organisation hat in folchen Fällen vermittelnd eingegriffen und durchgefeßt, das Anfinnen auf Zahlung der rückständigen Wohnungsmiete rüdgängig zu. machen. 2 Rieniand fann bestreiten, daß die Selbstkosten der Koblen und Eiſenindustrie im Verlaufe des Krieges enorm gestiegen find. In der Hauptsache ist dies eine Folge der um mehrere hundert Prozent erhöhten Arbeiterlöhne und der unrationellen Betvirtfchaftung infolge mangelhafter Arbeitsfräfte geweien Man follte deshalb zu allererst allen nicht unbedingt gerechtfertigt er scheinenden Forderungen auf weitere Lohnerhöhungen seitens der Arbeiter mit Nachdruck und eventuell unter Anwendung staatlicher Zwangsmaßnahmen entgegentreten... Je näher wir dem Frieden und der Wiederherstellung der Weltmarktsbeziehungen für Deutschland tommen, müssen wir doch auch unbedingt auf einen Abbau der jezigen anormalen Arbeitslöhne hinarbeiten, wenn wir in bezug auf die Preiswürdigkeit unferer Fabrikate mit dem Ausland tonturrena fäbig fein wollen. Bei der jezigen Höhe der Arbeiterlöhne und ihrem Anteil an den Gestehungskosten unserer Industrie erscheint es fraglich, ob unsere Produktion so billig wird bergestellt werden fönnen, wie es notwendig ist, um den Weltmatft wieder zu er obern." Die Berufs! leibung der Glasarbeiter bildet einen wunden Bunft im ganzen Arbeitsverhältnis. Wenn auch die Arbeiter fich im Winter noch mit der alten Kleidung beholfen haben, so wird doch bas tommende Frühjahr recht traurige Verhältnisse bringen, denn es fehlt an der erforderlichen Berufskleidung und neue wird nur zu unerschwinglichen Preisen angeboten. Es wurde beschlossen, die Angelegenheit durch die Vertreter im Parlament zur Sprache zu bringen, damit die Regierung eingreift und die Mittel zur Beschaffung der Berufskleidung bereit stellt. Die E. A. Schwerdtfeger u. Go. A.-G.( Luruspapierfabrik und Kunstanstalt) in Berlin kann ihre Unterbilanz um 53 337 M. auf 197 743 m. vermindern. Der Geschäftsbericht beflagt es, daß int gewünschten Umfang eine Erhöhung der Verkaufspreise nicht durchgesezt wurde. Im neuen Jahre ist die Beschäftigung flott, die Besserung der Verkaufspreise komme mit ihrer vollen Wirkung aber nur den allerlegten Monaten zugute. Die Norddeutschen Eiswerke Aft.- Gef. in Berlin berzeichnen nach 322 296 M. Abschreibungen( i. V. 210 043 M.) einen ReinDer Aufsichtsrat beschloß, gewinn von 276 021( 140 824) M. 6 Proz. Dividende( i. V. 4 Proz.) vorzuschlagen und 76 729( 34 977) Mart auf neue Rechnung vorzutragen. Die Wiedereinführung der Aktien an der Berliner Börse soll demnächst beantragt werden. Am 2. Verhandlungstage beschäftigte sich die Konferenz mit der Stellung zur Generalfommission. Es wurde die Tätigkeit der Generalfommission in verschiedenen Fragen bemängelt und größere Leidliches Auslangen der Zelluloseversorgung. Die angekündigte Sparfamkeit empfohlen. Den Beschlüssen der Vorständefonferenz Kontingentierung in der Realstoffindustrie ist bereits in der Durch wegen Gewährung weiterer Extrabeiträge fönne nicht entsprochen führung begriffen. Die Verhandlungen haben ergeben, daß für den werden, da die Organifotionen fich ebenfalls der größten Spariamfeit beutichen Bellstoffbedarf aur Genüge geforgt ist, wenn nicht be befleißigen müssen. Genosse Robert Schmidt von der General: fondere Schwierigkeiten auftauchen. Die erfolgte Beschlagnahme hat fommission fuchte die Einwendungen zu entfräften und wies dabei danach zunächst feine einschneidende Bedeutung. Die Notwendigkeit auf die ganz umfangreiche Tätigkeit der G. K. auf fozialpolitischem der Bevorzugung des Heeresbedarfs liegt natürlich vor. Sollten Gebiet hin. Kriegsfragen hätten eigentlich mit den Gewerkschafts- fich mit Rüdsicht auf sie gewisse Einschränkungen der Bellstoffabgabe fragen weniger zu tun, aber dennoch sei die G. K. mit den Be- für Privatzwede ergeben, so ist jetzt der Schlüssel gefunden. schlüffen der Fraktion in der Frage der Landesverteidigung ein Man hat, wie erwähnt, die Erzeugung der Monate Juli und verstanden. Nach längerer Distusfion fand nachstehende Resolution August 1917 für die einzelnen Fabriken zugrunde gelegt. Die am 18. und 14. Januar 1918 tagende Konferenz des Berantwortlic Erich Kuttner, Berlin; für ben übrigen Vorstandes, des Ausschusses und der Gauleiter des Glasarbeiter Teil bes Blattes: Alfred Scholz, Neukölln für Inferate: Th. Glode, Berlin. verbandes fann sich mit der Haltung der Generalfommission der Drud u. Berlag: Vorwärts Buchbruceret u. Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Gewertichaften Deutschlands in den Fragen des Hilfsdienstgefeßes Rach solchen Ergüssen ist es wirklich erfreulich, daß fich endlich ein Fachmann findet, der als Sachverständiger auf dem Kohlenmartte erklärt, daß nach Friedensschluß die jegigen Stohlenpreiie nicht weiter besteben tönnen, daß aber die Arbeitslöhne in der Stohlenindustrie ruhig so hoch bleiben tönnen, wie sie heute sind. Herr Generaldirektor Wolff- Bietelmann erklärte dem Vertreter des Wiener Blattes auf die Frage nach den Aussichten der deutschen Kohlenindustrie laut Deutsche Bergwertszeitung" unter anderem folgendes: Ich bin der Ansicht, daß die Preise, wie wir sie jest haben und die ja in der Hauptsache zu den fehr großen Gewinnen der Braun. und Steinfohlen Annahme: industriegesellschaften beitragen, fie überhaupt erst ergeben, ich glaube, daß diese Preise nach dem Striege nicht weiter bestehen bleiben fönnen. Die hohen Kriegskohlenpreise würden im Frieden unsere ganze C& A für Bolitik: Perlin SW. Sterzu 1 Bellage und Unterhaltungsblatt. Im Beichen von Schnee& Schaufel Unter unferen außerordentlich reichen Borräten an Damenkleidung werden Gie sicherlich etwas finden, was ihrem Geschmad zufagt und auch allen praftischen Forderungen Genüge tut. Rönigftr. 33 Chauffeefir. 113 Am Bohnbef Blaganderplat Sonntags gefchloffen! Beim Glettiner Badabot લક્ષ્મ Nr. 22-2335. Jahrgang Brest- Litowsk. Beilage des Vorwärts gegen die Verschleppungsmanöver der Wahlrechtsfeinde im preußischen Abgeordnetenhause gestalteten sich die Volksversammlungen in Harburg, Wilhelmsburg und Staßfurt, in denen Genosse Otto Braun Berlin vorige Woche über: Frieden, Wirtschaftliche Ausschußberatungen Das Ergebnis Freiheit und gleiches Recht sprach. Ueberall gaben die der Verhandlungen mit der Ukraine Eine zweite überaus zahlreich erschienenen Männer und Frauen durch stürmischen ukrainische Delegation. Beifall ihr Einverständnis mit dem Redner fund, der das Treiben Brest- Litowsk, 21. Januar. Die deutsche Kom- jener reaktionären Kreise scharf geißelte, die durch die Vaterlandsmission für wirtschaftliche Angelegenheiten partei gegen den Verständigungsfrieden wüten, das Volk der Aushat ihre gestern begonnenen Besprechungen mit den beutnng durch die Lebensmittelwucherer preisgeben und ihm das russischen Vertretern heute fortgesezt. Die Vorarbeiten gleiche Wahlrecht berfagen. für die weiteren wirtschaftlichen Kommissionsberatungen wurden Obwohl freie Aussprache zugesichert war, traten nirgends Gegner einer Subtommission überwiesen, die bereits auf. Der Mut der Heimtrieger erschöpft sich eben nur in der heute nachmittag ihre Arbeiten aufgenommen hat. Gestern Verprügelung wehrloser Kriegsinvaliden. und heute haben auch die ersten offiziellen Beratungen der deutsch- russischen Rechtskommission stattgefunden. Es wurden im einzelnen behandelt und formuliert: Die Beendigung des Kriegszustandes sowie die Wiederherstellung der diplomatischen und konsularischen Beziehungen, die Entschädigungsfrage und die Wiederherstellung der Staatsverträge. Gegenwärtig wird über die Wiederherstellung der Privatrechte verhandelt. * Wien, 21. Januar. Das K. und K. Telegraphen- Korrespondenz bureau meldet unterm 20. Januar aus Brest- Litowst. Die Deles gationen Desterreich- Ungarns, Deutschlands und der Ukraine haben heute beschlossen, mit Abschluß der geführten Verhandlungen folgende Verlautbarung auszugeben: begründete Hoffnung besteht, über die Grundlagen eines abzuschließenden Friedensvertrages Einigung zu erzielen. Alle Delegationen sind darüber einig, daß die hierdurch notwendig werdende Aussehung der Verhandlungen so furz als möglich bemessen sein soll. Sie haben sich daher zugesagt, sofort nach Abschluß ihrer Besprechung in der Heimat, wieber in Brest- Litowet ausammen zu treten. Die Vertreter der Ukraine begeben sich heute Nacht nach Kieto, um ihrer Regierung Bericht zu erstatten. Der deutsche Staatssekretär v. Kühlmann reist aus demfelben Grunde heute nach Berlin. Db der Minister des Aeußern Graf Czernin in Anbetracht seines leidenden Zustandes in der Lage sein wird, nach Wien zu reisen, ist noch unbestimmt. Inzwischen ist bereits die Meldung eingetroffen, daß Graf Czernin in Wien eingetroffen ist. Förderung des Lehrlingswesens durch Versicherung. Man schreibt ums: Mittwoch, 23. Januar 1918 Groß- Berlin Wahlrechtskommission. Der Weisheit letzter Schluß, mein Sohn, heißt hierzulande Kommission". Darin wird peinlich durchgefletichert, was irgendwo als Meinung plätschert. Die Kommission ist voll und ganz zu Fleisch gewordne Toleranz; das heißt: sie sucht die Antithefen zu Kuddelmuddel aufzulösen. Jhr guter Zwed ist letzten Ends die Illusion der Konsequenz. Auf Deutsch geiagt: die Trostgebärden für jene, die nicht alle werden! Baulchen. Die„ Mitgliederversammlung" 〃 der Vaterlandspartei. " W " Die durch den Strieg bewirkte starte Berminderung der Zahl der Lehrlinge hat bei den Gewerbetreibenden ernste Bedenken wach Ein Feldgrauer, der die Tirpitversammlung der Vatergerufen. Diefe Bedenken sind nicht unbegründet. Wenn auch in landspartei besucht hat, schreibt uns: Eine Stunde vor Bemanchen Berufen eine recht ungesunde Lehrlingszüchtung betrieben ginn der Mitgliederversammlung" stand ich inmitten des läßt, so läßt doch das rapide Sinten der Zahl der Lehrlinge be- Muze, mit den Mitwartenden zu plaudern. Mich interessierte wurde, die eine Eindämmung des Zuflusses wünschenswert erscheinen Andranges vor der Philharmonie und hatte nun Zeit und fürchten, daß darunter die Qualität unseres Gewerbestandes schwer die Frage, woher wohl die vielen, bielen jungen Mädchen, Die bisherigen Verhandlungen, die zwischen den Delegationen leiden tönnte. Bei dem Aufbau unserer Volkswirtschaft und der die zahlreichen Bennäler, Jungburschen, Pfad. der Mittelmächte einerseits und der ukrainischen Volksrepublik Wiedereroberung der verloren gegangenen Absazmärkte wird andererseits geführt worden sind, haben das Ergebnis ge- die Qualität der Arbeit eine große Rolle spielen. Unter diesem finder usw. die Einlaßkarten zu dieser Mitgliederzeitigt, daß Gesichtspunkt betrachtet, ist das Lehrlingsproblem eine Angelegen bersammlung" haben mochten. Da erhielt ich nun auf meine heit, die ernste Aufmerksamkeit erfordert. In manchen Gewerbe- Fragen rechts und links folgende Auskünfte: Ein junger zweigen, so zum Beispiel im Malergewerbe, in der Holzindustrie, Mann bon 17 Jahren Jahren antwortet:" Ich habe zwei im Hutmachergewerbe usw. haben sich bereits die Organi starten geschenkt bekommen"; ein paar Krankenschwestern: sationen der Unternehmer und der Arbeiter in Uns hat der Oberst absarzt N. N.( fie nannten mir auch Mit Feststellung der wesentlichen Grundzüge des Friedensvertrages sind auch bereits Richtlinien für eine gemeinsame orde den Namen) Karten geschenkt"; ein paar Knaben im Alter find die Verhandlungen an einem Puntte angelangt, der es den rung des Lehrlingswefens aufgestellt worden. In anderen von etwa 15-17 Jahren lachen und erzählen, daß ihr Vatrr Delegationen zur Pflicht macht, mit den heimischen verantwortlichen Berufen, so zum Beispiel im Baugewerbe haben die Unternehmer Mitglied sei und deshalb" 6 Karten gekriegt hätte; ein Stellen in Fühlung zu treten. Ein Teil der bevollmächtigten Ver- das Angebot der Arbeiterorganisation, das Problem gemeinsam zu älterer Herr sagt mir, daß er gur Schellingstraße gegangen treter sieht sich veranlaßt, diesen Stellen persönlich über den Gang erörtern, abgelehnt, weil sie das Lehrlingswesen als eine Angelegen sei und dort gesagt habe, er wolle in der Versammlung Mitder Verhandlungen Bericht zu erstatten und deren Zustimmung zu beit betrachten, in welcher fie allein und ohne Mitwirkung der glied werden, daraufhin habe er 2 Starten bekommen. Ein dem Vereinbarten einzuholen. Arbeiter zu entscheiden haben. Darüber ist aber das legte Wort Dienstmädchen erzähst mir allerlei von ihrer Herrschaft, unter noch nicht gesprochen. anderem: Gestern hätte die Gnädige zu ihr gesagt: Berta, die Anziehungskraft, welche die Löhne in der Striegsindustrie auf als sie ja gesagt, habe ihr die Gnädige" 2 Starten geschenkt; Ein wichtiger Grund für den Nüdgang des Lehrlingswesens ist wollen Sie mit Ihrem Soldaten morgen in den Zirkus gehen?" ben schulentlassenen Nachwuchs und auf die Eltern ausübt. Bei der Schwierigkeit der Lebensverhältnisse ist es begreiflich, daß etwa die sie habe geglaubt, es sei Vorstellung. Zwei blut Kriegerfrau mit Sehnsucht des Augenblic's harrt, wo der Sohn aus junge Bürschchen, die echt Berliner Wise riffen, antworten Der Schule entlassen wird, um ihn in die Fabrit zu schicken, damit mir, daß sie die Karten jeschenkt jefriecht hätten.„ Von er zum Erwerb beitrage. Für die Erwägung, daß es für die Zu wem"? ,, Det sa' t nich!". Nach einer Viertelstunde Wartefunft des Jungen nüglicher wäre, wenn er ein Handwerk erlernen zeit stehe ich neben einem Jäger. Er sagt ungeniert: Mein würde, bleibt da kein Raum. Vielfach wurde auch davon abgefehen, Oller, bei dem ick Bursche bin, hat mir zwei Billden Sohn in eine Lehrstelle zu bringen, wenn der Vater zu Hause dem so leicht nicht zu widerstehen war. In neuerer Zeit scheint in de Philharmonie filten“ war. Der Lohn in der Rüstungsindustrie war eben ein Locmittel, jetter vorn Zirkus Busch jejeben un jesagt, daß sie ooch vor Eine Künstlerin sagt mir: ch dieser Hinsicht eine Besserung eingetreten zu fein; der Andrang zu habe einige Karten von meinem Dienstmädchen beden Lehrstellen steigt wieder. Im Bezirk der Berliner Hand- tommen, die wußte nichis damit anzufangen. Wo die sie her wertstammer find feit März vorigen Jahres 2249 Lehrlinge hat, weiß ich nicht." Ein Schülersim blauen angemeldet und 422 abgemeldet worden. Gegenwärtig sind etwa Matrosenanzug mit einem roten Winkel auf dem linken Arm 10.000 Lehrlinge vorhanden, in der Friedenszeit sind es aber 41 000 fagt mir harmlos:„ Ich habe gestern für meinen Bater 1 M. geweien. Es Es find verschiedene Mittel angewendet worden, um die in der Schellingstraße( Bureau der Vaterlandspartei?) bebolichemistischem Standpunkt steht, bestreitet nämlich, der den Lehrlingen gewährten Entschädigung ist das nächſtliegende, Das ist eine interessante Illustration zu der Beschwerde wie der„ Boff. 3tg." gemeldet wird, der Kiewer Zentralrada das es ist aber leicht begreiflich, daß damit keine großen Erfolge zu er des freitonservativen Abg. Lüdice, daß der„ Vaterland spartei Recht, im Ramen des ukrainischen Volkes zu sprechen und Friedens zielen sind. Einen eigenartigen Weg hat der Landesverband der teine öffentlichen Versammlungen gestattet würden." verhandlungen zu führen, da fie nur die bourgeoisen Elemente der badischen Gewerbe- und Handwertstammer BerUtraine repräsentiere. In Verfolg dieser Haltung hat die einigungen eingefchlagen. Er hat eine Lehrling8Charkower Rada beschlossen, zwei Delegierte zu den Berhandlungen versicherung eingeführt, die am 1. Januar 1918 in Brest Litowst zu entfenden, und zwar ist diese Aktion Kraft getreten ist. Dieser Einrichtung schwebt der Gedanke vor, in Uebereinstimmung mit der Petersburger Re- daß die Aussicht, später selbständig zu werden, einen Anreiz aur folgende Notiz enthalten: Erlernung des Gewerbes ausüben soll. Durch die Versicherung foll gierung erfolgt. Von der russischen Delegation in Brest- Litowst bemt versicherten Lehrling ein Kapital von 500, 1000, 1500 ober ist die Ankunft der ukrainischen Delegierten, die sich der russischen 2000 m. sichergestellt werden. Die Versicherungsdauer beträgt we Vertretung anschließen, den Vertretern der Vierbundmächte angezeigt nigstens 10 und höchstens 15 Jahre. Die Jahresprämie beträgt zur Erlangung eines Stapitals von 500 m. nach 10 Jahren 42,35 M., nach 15 Jahren 26,15 M. Im 2000 M. nach 10 Jahren zu ers langen, muß 169,40 m. jährlich gezahlt werden; das gleiche Kapital fann man sich nach 15 Jahren durch eine Jahresprämie von 104,50 braucht man hier nicht näher einzugehen. Das wesentlichste dabei Mark sichern. Auf die Versicherungsbedingungen im einzelnen ist, daß der Zehrmeister die Verpflichtung übernimmt, die Prämien während der Lehrzeit zu zahlen; damit foll die Gegenleistung für die Arbeit des Lehrlings ganz oder teilweise abgegolten sein. * Daß der endgültige Abschluß der Verhandlungen mit den * Ufrainern noch nicht über alle Schwierigkeiten hinaus ist, ergibt sich aus der Meldung, daß neben der jenigen ukrainischen Delegation noch eine zweite Anspruch auf Mitberatung und Mitentscheidung in Brest- Bitowst geltend macht. Die Raba in Charlow, die auf Neigung, ein Lehrverhältnis einzugehen, zu fördern. Die Erhöbuna 8ahlt, da befam ich mit der Quittung 3 Karten."" worden. Die Informationsreise der jegigen ukrainischen Delegation aus Brest- Litowst nach Nieto hat also unter diesen Umständen ihre befonders große Bedeutung. Außerdem aber geraten die Vierbundmächte nunmehr vor die wichtige Frage, ob sie auch diese zweite ukrainische Delegation, die von der Petersburger Regierung gebilligt ift, anerkennen sollen. Parteinachrichten. Unabhängige Räpelhelden. in Arbeiter und Ernährungsfragen. Jm Berliner Tageblatt" voni Sonntag, den 20. Januar, ist " Die Arbeiter im Kriegernährungsamt. Gestern nachmittag fand im Kriegsernährungsamt die bereits angekündigte Besprechung der Arbeiter und Gewerkichaften mit den Vertretern des Amtes über Ernährungsfragen statt. Wie wir hören, haben sich die Arbeiter mit den Vereinbarungen, die kurz vorher mit den Vertretern der Großindustrie im KriegsDer ernährungsamt getroffen wurden, einverstanden erklärt. Schleichhandel soll energisch bekämpft und die Preistreibereien der Großindustrie und einzelner Kommunen nach Möglichkeit eingedämmt werden. Vom Kriegsernährungsamt wurde versprochen, daß die Arbeiter auf legalem Wege die Mengen Lebensmittel erhalten sollen, die sie zur Erhaltung ihrer Leistungsfähigkeit gebrauchen." Hierzu wird uns von Beteiligter Seite geschrieben, daß diese Veröffentlichung durchaus nicht den Tatsachen entspricht. Es hat var eine Besprechung mit Vertretern der Arbeiter im Kriegsernährungsamt am Sonnabend stattgefunden, die etwa 4 Stunden währte, aber eine Verständigung ist noch nicht erfolgt. Bon der Lebensmittelpolitik der Kommunen war überhaupt nicht die Rede. Ob die Einrichtung wirklich den erwarteten Erfolg zeitigen wird, muß abgewartet werden. Vermutlich werden viele Versiche rungen verfallen, weil die Weiterzahlung der Prämien nach Beendi. In einer von den Unabhängigen veranstalteten Versammlung gung der Lehrzeit früher oder später eingestellt werden wird. Aber in Nürnberg sprach dieser Tage Abg. Ledebour über den Wölfer auch, wo dieser Fall nicht eintreten wird, wird das erfparte Kapital nur in Ausnahmefällen zur Errichtung eines selbständigen Unter frieden. Seine Rede war in der Hauptsache eine Beschimpfung der nehmens Verwendung finden. Wenn den Gründern als Hinter Sozialdemokratischen Partei. Ueber die Wirkung berichtet die gedanke der Plan vorgeschwebt haben sollte, auf diesem Wege das * Fränkische Tagespost": Kleinhandwerk zu heben, dann werden sie die Erfahrung machen Der Magistrat und seine Bureauhilfsarbeiter. Einigen Erfolg hatte Ledebour! Einer feiner tapfersten An- müssen, daß einer zum Aussterben verurteilten Produktionsform Uns wird geschrieben: Von der kürzlich den Beamten und hänger ging gegen den Genossen Treu vor, nicht mehr mit dem auch durch solche Mittel fein neues Leben eingehaucht werden lann. dauernd Angestellten der Stadt Berlin bewilligten einmaligen Wort, sondern mit der Tat, nachdem der Versuch der tapferen Un- Damit soll gegen die Versicherungseinrichtung an sich nichts ge- Teuerungszulage find bekanntlich die Hilfsarbeiter und Hilfeabhängigen, die Meinungsfreiheit in der Volksversammlung zu sagt sein. Auch der Arbeiter, der den Jugendtraum von dem Selb- arbeiterinnen ausgeschlossen. Der Verband der Bureau meucheln, indem sie Treu niederzubrüllen suchten, mißlungen war. ständigtverden ausgeträumt hat, wird gegebenenfalls ein fleines angestellten hat daher an den Magistrat den Antrag gerichtet, Wenn die Unabhängigen einen Redner nicht niederschreien fönnen, Stapital ganz gut brauchen können. Um die Handwerkslehre zu auch den Hilfsarbeitern die einmalige Teuerungszulage oder eine scheint es wohl die beste Methode zu sein, ihn hinterrüds am Kragen fördern. müssen aber andere Mittel angewendet werden. Nicht durch entsprechende Erhöhung ihrer Tagegelder zu bewilligen. Die ein zu paden und so niederzureißen, daß sein blutiger Hals eine Er- das Trugbild einer späteren Selbständigkeit foll man die jungen malige Teuerungszulage der Verheirateten von 200 m. würde auf innerung an die von der Unabhängigen fozialdemokratischen Partei Leute zu loden versuchen. Man muß fie möglichst bald mit dem ein Jahr berechnet eine Erhöhung der Tagegelder um 55 Pf. rechtexemplifizierten Redefreiheit bleibt. Gedanken vertraut machen, daß der Lehrling es in der Regel nicht fertigen. Die Besoldung gerade der Bureauhilfsarbeiter ist außer Ledebour sprach nach berühmtem Dittmannschen Muster bis weiter bringt, als zum tüchtigen Arbeiter in seinem Beruf. Etwas ordentlich niedrig. Auf diese Eingabe hat nun der Magistrat folgende furz vor Beginn der Polizeistunde. Er hatte seine Zeit vor allem Tüchtiges zu lernen, um später als Arbeiter in seinem Beruf ein Antwort erteilt: ausgenügt, um der Partei, der er selbst seit seinem Austritt aus gutes Fortkommen zu finden, das muß die Aufgabe des Lehrlings „ Magistrat. den bürgerlichen Parteien durch 25 Jahre angehörte, zu be- sein. In den Berufen, in welchen dem Arbeiter günstige Arbeitsschimpfen und zu bejubeln. Als diese Partei aber verteidigt wurde, bedingungen geboten werden und vor allem dort, wo die dem ließen Ledebours Anhänger die Straft ihrer Rehlen und Fäuste Lehrling gewährte Vergütung eine entsprechende ist, ist gewöhnlich auch der stärkste Lehrlinsandrang, Bei der Förderung des Lehrlingswirlen." Daraus er Zu diesem Bericht der Fränt. Tagespost" glaubt der unab- wesens muß diesem Moment die größte Bedeutung beigemeffen hängige" Abgeordnete J. Simon feststellen zu sollen, daß der Roh- werden. Eine angemessene Entlohnung des Lehrlings, die Geling, der sich an dem Genoffen Treu tätlich vergriffen hat, fein staltung der Arbeitsbedingungen und der Ausbau der Tarif Mitglied der„ Unabhängigen" ist. Mit Recht bemerkt dazu das berträge zwischen Unternehmer- und Arbeiterorganisatianen ist Nürnberger Parteiblatt, daß dies gar nicht behauptet, sondern ledig- das beste Mittel, dem Gewerbe ausreichenden Nachwuchs zu sichern, lich von einem der tapfersten Anhänger Ledebours gesprochen auf der anderen Seite aber auch der Ueberfüllung vorzubeugen; worden sei. Die Unabhängige sozialdemokratische Partei Nürn ein Moment, das jedoch gegenwärtig nicht aktuell ift. bergs stehe vor der Wahl, die Verantwortung für die Ungehörig gibt sich, daß sich die Gewerbe auf dem richtigen Wege befinden, teiten in ihren Bersammlungen entweder zu übernehmen oder abzu- die die Regelung des Lehrlingswesens in den Kreis der gemeinsam lehnen. Tut fie das lettere, so ftellt sie damit die eigene Schwäche zu lösenden Aufgaben einbezogen haben. Das Lehrlingswesen ist selbst fest. feine Aufgabe, welche die Unternehmer allein angeht; die Ge wertschaften haben dabei ein gewichtiges Wort mitzufprechen und fie müssen dieser Aufgabe die nötige Aufmerksamkeit zuwenden. Für Frieden und Freiheit. Zu eindrudsvollen Rundgebungen gegen das friegsberlängernde Treiben ber Baterlaubspartei gegen den Lebensmittelwucher und Berlin C 2, den 14. Januar 1918. Auf die Eingabe vom 28. Dezember. Die vorübergehend beschäftigten Hilfskräfte haben erst vor wenigen Monaten eine Aufbesserung ihrer Bezüge mit rückwirken der Kraft vom 1. Januar 1917 ab erhalten. Schon jetzt wieder eine dauernde Erhöhung vorzunehmen, erschien nicht geboten. Diese dauernde Erhöhung des Einkommens ist zurzeit auch bei feiner der anderen Angestelltengruppen( Beamte, dauernd Angestellte) gefchehen. Die Gewäbrung einer einmaligen Zeuerungszulage für die vorübergebend beschäftigten Hilfskräfte ist aber von beiden Gemeindebehörden abgelehnt worden. Diefe Hilfskräfte haben nur eine beschräntte Stundenzahl zu arbeiten und sind in der Lage, über die dann ver bleibende geit frei zu verfügen, während Beamte und Angestellte dauernd ihre volle Arbeitskraft der Stadt zur Verfügung zu stellen haben und deshalb unter anderem auch regelmäßig von jebem Nebenerwerb ausgeschlossen find. gez. Hirfeforn." Ungenügende Fleischzufuhr. Höchstpreisüberschreitung bei der Wumba. Zu der Berichtigung der Wumba wird uns von unserem Gewährsmann geschrieben: Es ist wohl möglich, daß die leitenden Dienststellen bem LebensWieder mehr Heiratsluft? A Man muß sich wundern, wie hier einfach die Dinge auf den frankheiten auch überstandene- verbängnisvoll, weil unter ihrem folgen. Es wird noch darauf hingewiefen, daß das Mittelstüd opf gestellt werden. Die Angaben in dem Schreiben des Magistrats Einfluß viele Ehen unfruchtbar bleiben oder franken Nachwuchs der alten Neuköllner Lebensmittelfarte aufwidersprechen vollkommen den Tatsachen, die auch dem Magistrat liefern. Der Vortragende erwähnte die für Geschlechtskranke bisher gubewahren ist, da voraussichtlich auf dieses noch Lebenmittel bekannt sein müssen. Die Hilfsarbeiter haben nicht nur eine be- nur in Großstädten eingerichteten Fürsorgestellen, die man zur Berteilung gelangen werden. Die für die zweite Winterhälfte neu chränkte Stundenzahl zu arbeiten, sondern genau dieselbe Arbeits- durch Vermehrung zu einem das ganze Land überziebenden Netz ausgegebenen Kohlenfarten berechtigen von jetzt ab zur Entnahme zeit wie die Beamten und Angestellten( 7-8 Stunden pro Tag). In verdichten will. Sie geben die Möglichkeit, die bei Geschlechts von Kohlen. Zur Linderung der Brennstoffnot hat der Magistra: vielen Fällen müssen die Hilfskräfte ja die Stellen der eingezogenen frankheiten auch nach erreichter Heilung noch wünschenswerte Beob- auf dem städtischen Holzplatz am Oberhafen, Zugang von der LahnBeamten versehen. Jedenfalls müssen Sie genau wie die Beamten achtung der Gebeilten durchzuführen und die Aufklärungsarbeit straße, einen Brennholzverlauf eingerichtet. Das Holz wird sowob und Angestellten ihre volle Arbeitsfraft der Stadt zur Verfügung wirksam zu unterstügen. in Rollen und Kloben als auch geschnitten abgegeben. Zahlung stellen. Sie haben auch nicht die Freiheit, nach Belieben des Kaufpreises erfolgt an Ort und Stelle. Eine vorberige Be Nebenbeschäftigung anzunehmen, da ihre Annahmebedingungen ausstellung im Rathause ist daher nicht notwendig. Zum Kauf des drücklich vorschreiben, daß sie Nebenbeschäftigung nur mit Zustimmung. In Berlin wurden während des eben abgelaufenen Jahres Holzes sind auch die Einwohner der Gemeinde Berlin- Briz berechtigt des Magistrats annehmen können. Man müßte doch eigentlich an- 1917 im ganzen 14 343 Gben geschloffen. Auf die einzelnen Monate in den städtischen Verlaufsstellen wird der Verkauf von Kerzen nehmen, daß dem Magistrat die Bedingungen, unter denen er feine verteilen fie fich fo: Januar 925, Februar 716, März 1244, April auf die Neuköllner Haushaltungskarte( eine Kerze je Haushalt) fort Bureauhilfskräfte beschäftigt, bekannt sind. Wie kann er dann aber 1926, Mai 1296, Juni 1076, Juli 1113, Auguſt 1061, September gefeßt. das vorstehende Schreiben hinausgehen lassen? Die Aufbefferung, 1865, Ottober 1546, November 1116, Dezember 1659. Ungewöhnlich die den Hilfsarbeitern vor einigen Monaten gewährt wurde, betrug ist, daß diesmal unter allen Monaten des Jahres der Dezember Wilmersdorf. Zusah- Nährmittel für Kinder. Auf die für Kind 15-24 M. pro Monat, während die gleichzeitig bewilligte laufende die meisten Eheschließungen hatte. Gegenüber dem Jahre 1916, in im 1.- 4. Lebensjahre ausgegebenen Januar- Bezugicheine über Teuerungszulage der Beamten und Angestellten 35 m. pro Monat dem nur 18 967 Chen geschlossen wurden, hat das Jahr 1917 eine Zusatz- Nährmittel fommen zur Ausgabe: Für Kinder im 1. Lebensbei den Unverheirateten und mindestens 50 M. bei den Verheirateten fleine Mehrung der Heiraten gebracht. Das Ergebnis von 1917 jabre( bellblaue Bezugscheine) je 1 Bfund Knorriches Hafermehl zum ausmacht. Die Hilfsarbeiter müssen einmütigen Protest gegen die bleibt hinter den Jahresergebnissen der Zeit vor dem Kriege noch Preise von 64 Pf.; für Kinder im 2.- 4. Lebensjahre( gelblich- braune so„ begründete" ablehnende Haltung des Magistrats einlegen. Sache beträchtlich zurück. Beachtenswert ist aber die zum ersten Male Bezugscheine) je 1 Bfund Haferflocken zum Preise von 56 Bf. und der Stadtverordnetenversammlung wird es sein, diesen schlecht be- wieder eingetretene Zunahme. je 1 Pfund Zwieback zum Preise von 1,60 M. Die Entnahme der zahlten Hilfskräften Hilfe zu gewähren. Waren hat bis zum 30. Januar zu erfolgen. Auf die für Kinder im Preiserhöhung der Friseure. Eine Versammlung der selbständigen 2.- 4. Lebensjahre ausgegebenen blauen bezw. gelben DezemberFriseure Groß- Berlins beschloß einstimmig, einen Mindestpreis Bezugscheine über je 2 Pfund Zufaz- Nährmittel, auf die bisher nur Der Berliner Magistrat schreibt: Die durch die an- bon 30 Pfennig für Rasieren und 70 Pfennig für je 1 Bfund Grieß ausgegeben worden ist, wird nunmehr noch haltenden Schneefälle bekanntlich im ganzen Reiche hervorgerufenen aarschneiden festzusetzen und die Preise für die übrigen Ar- 1 Bfund Zwiebad abgegeben. Die Entnahme hat bis zum 26. JaBerkehrsstörungen haben naturgemäß auch die Zufuhr des Schlacht beiten im Friseurgewerbe in gleicher Weise zu erhöhen. Diefe nuar zu erfolgen, viches für Groß- Berlin verzögert. Hierbei ist zu bedenten, daß für Säße sollen nicht als Kriegspreise gelten, fon-- Die Sparkasse fann auf einen außerordentlich günstigen den Biehtransport nicht nur die Haupteisenbahnlinien, auf denen der dern dauernd, also auch nach dem Kriege erhalten bleiben. Abschluß zurüdbliden. Der Zuwachs an Spareinlagen beträgt Berkehr immer noch einigermaßen regelmäßig aufrecht erhalten wird, Es handelt sich, wie ausdrücklich betont wurde, um Mindest im Jahre 1917 fast 6 millionen, über dreimal soviel sondern auch viele Neben und Kleinbahnlinien, auf denen das Vieh preise, die für das Gebiet Groß- Berlin gelten, aber je nach Art als die feit Bestehen der Kasse überhaupt eingetretene größte den Sammelplätzen zugeführt wird, in Frage kommen. Außerdem und Lage des Geschäfts höher bemessen werden können. Als Bunahme an Einlagen. Der Einlagenbestand erhöhte sich demmüssen die Tiere, um vom Stall zur nächsten Eisenbahnstation wünschenswert und berechtigt wurde es bezeichnet, daß jede be- gemäß von 12 141 025 M. auf 18 873 858 M. Auch die Kontenzu gelangen, in vielen Fällen bis zu 5 egstunden und mehr über fondere Leistung, welche der Kunde verlangt, auch besonders bezahlt anzahl überstieg alles Erwarten. Nicht weniger denn 6474 neue Band getrieben werden, was bei den verschneiten und vereisten merden muß. Die Vorstände der Organisationen follen die zur Konten wurden errichtet. Außerdem flossen Außerdem flossen der Girvabteilung Straßen fast unmöglich geworden ist. Unter diefen Umständen Durchführung der Preiserhöhung erforderlichen Maßnahmen treffen. 974 806 M. Depofitengelder zu. dürfte in den ersten Tagen diefer Woche nur wenig Fleisch auf den Zur Begründung der Breisfeftfegung wurde ausgeführt, daß fie Markt fommen, während sich die Fleischausgabe in der Hauptsache mit Rücksicht auf die jetzigen Teuerungsverhältnisse notwendig sei, Steglit. Bom Landaufenthalt. Wie einem jezt erschienenen voraussichtlich auf den Wochenschluß zusammendrängen wird. Es um den Angehörigen des Friseurgewerbes eine angemessene Be- ausführlichen Bericht des Gemeindevorstands über die Veranstaltung ist jedoch zu erwarten, daß es gelingen wird, die ganze zur Deckung zahlung ihrer Arbeitsleistung und die wirtschaftliche Gleichstellung des vorigen Sommers zu entnehmen ist, wurden 1744 Kinder in des Wochenbedarfs erforderliche Menge heranzuschaffen. mit anderen Handwerkern au gewähren. Der Preis von 30 Bf. für 46 Gruppen unter Führung je eines Lehrers oder einer Lehrerin Rasieren und 70 Bf. für Haarschneiden, der in vielen Geschäften auf dem Lande untergebracht. Dabon waren 29 Gruppen mit 1164 schon jetzt gefordert und gezahlt werde, würde dem Friseur bei Kindern im Kreise Randow, 12 mit 420 im Kreise Pyrit und 5 mit sauberer Arbeit immer noch einen geringeren Verdienst bringen, als 169( fatholischen) Kindern im Kreise Konig verteilt. Der größte die in Fabriken beschäftigten Schlosser und Dreher haben. Dazu Teil der Kinder war in Einzelpflegestellen untergebracht, bei den tomme, daß ja der Friseur erhebliche Geschäftsunkosten habe, die Ortspfarrern, Lehrern, Bauern, Tagelöhnern und Infstleuten, und dem Arbeiter nicht entstehen. mittelverteiler H. W. zu verstehen gegeben haben, daß er die Anmanches Kind hat wie der Bericht sagt bei den armen gelegenheit auf feine Kappe nehmen müsse. Er sagte aber des Bergiftungen. Drei Gasvergiftungen werden vom Montag agelöhnern und Instleuten eine gar liebeöfteren: Ich muß noch mal den Dezernenten sprechen, wann die wieder gemeldet, ein Unglüidsfall und zwei Selbstmorde. In der volle Aufnahme und treffliche Verpflegung ge Ware ankommt. Tatsache ist aber, daß seine nächsten Borgesetzten Blankenfeldestraße 6 wurde die 32 Jahre alte Frau Berta Elsner, funden. Ueber die Verpflegung im allgemeinen wird davon nicht nur wußten, sondern ihn mit Arbeit entlasteten und deren Mann im Felde steht, in ihrer im dritten Stod des Seiten- gefagt, daß fie bisweilen zwar einfach, aber allenthalben eine Aufbewahrungsfammer zur Die Beschäftigung der Kinder wird Verfügung flügels gelegenen Wohnung tot aufgefunden. Die Untersuchung er gut und stellten. gab, daß aus einer undicht gewordenen Leitung Gas ausgeströmt wie folgt geschildert: Die Mädchen halfen im Garten gießen Als dann am 9. Januar der Artikel Waldow mit dem Staats- war. Aus unbekannten Gründen vergifteten sich mit Gas der und Obst abnehmen, Tisch decken, Geschirr abtrocknen, Viehantvalt" erschienen war, tam der Ing. B. mit der aufregenden 52 Jahre alte Schloffer Stanislaus Jarantowett aus der Breslauer futter schneiden, Kartoffeln für den täglichen Bedarf ausnehmen, Nachricht gleich früh zu W. und in der ganzen Abteilung ging die Straße 24 und ein 62 Jahre alter Karl Mielenz aus der Weber- Gänse hüten, Hühner und Hunde füttern, Kühe hüten und Essen Nachricht sofort wie ein Lauffeuer um. Seitdem wird uns kein An- straße 50. Jm Hotel vergiftet hat sich in der Invalidenstraße aufs Feld tragen. Die Knaben wurden vielfach als Hütejungen gebot mehr gemacht, sondern es wird nur mit einigen besonders eine weibliche Person, die unter dem Namen Anni Göre aus Dranien- verwendet, leisteten wertvolle Dienste beim Wenden, Binden und bertrauenswürdigen" Herren getuschelt. Auch Ware burg eingekehrt war, deren Persönlichkeit aber noch nicht festgestellt Laden des Getreides oder begleiteten den Hausherrn bei seinen wird wohl heimlich besorgt, jedenfalls merkt man's nicht genau. ist. Nach einem hinterlassenen Briefe hat die Fremde gyantali ge- Ausfahrten. Einige fuhren selbständig Dünger, eggten und pflügten." Das in meinem vorigen Briefe Geschriebenenommen. 17 Unfälle verliefen bis auf drei harmlos. Ein Knabe verlegte sich halte ich aber in allen Punkten aufrecht. Die Abdie Hand in einer Dreschmaschine, die er heimlich in Bewegung teilung beißt: R. III3a, Elektrische Abteilung, Spichernstraße 23, Schöneberg. Um die städtische Druckerei. In der Stadt- gefegt hatte, ein anderer Knabe und ein Mädchen ertranten leider 4 Treppen. verordnetenfizung am Montag beschwerte sich Friederichs( Fr. beim verbotswidrigen Baden. Ueber die unterrichtliche Versorgung Frlt.), daß der Magiftrat für die städtische Druderei eine Maschine der Kinder wird berichtet, daß in leerstehenden Klassenräumen oder angeschafft hat, ohne die Bewilligung der Stadtverordneten einzu- an den Nachmittagen, in denen die Dorfschulklaffen nicht unterrichtet Der Verbandsausschuß des gweckverbandes Groß- Berlin trat holen. Es sei aber Pflicht der städtischen Verwaltung, den Druderei wurden, die Steglißer Kinder Unterricht in Religion, Deutsch, Rechmen, Montag zur Beratung von Berkehrsangelegenheiten usw. zusammen. befizern am Drt meht Entgegenkommen zu zeigen. Redner be Geschichte und Gesang durch ihre eigenen Lehrer bezw. Lehrerinnen Der Oberpräsident wohnte den Verhandlungen bei. Ein Inter- antragt daber, durch Verkauf der Maschinen die Druderei erheblich erhielten. Nur in einigen Ortschaften wurden die Steglizer in die ausichutz berichtete über die Tariffragen der Großen Berliner Straßen einzuschränken.- Salomon( Lib. Frkt.) bedauerte, daß der Dorfschule eingereiht. Der Bericht schließt mit den Worten:„ Jedenbahn, als Referenten fungierten der Bürgermeister Dr. Neide und Magistrat das Bewilligungsrecht nicht gewahrt, erkannte jedoch die falls ist es nicht zweifelhaft, daß die Veranstaltung sich bewährt hat. Verbandsdirektor Dr. Steiniger. Der Unteransschuß hatte bekannt- Notlage an und sprach gegen den Antrag der Freien Fraktion. Die Hinaussendung der Kinder aufs Land im Jahre 1917 war zwar lich beschlossen, auf Antrag der Großen Berliner Straßenbahn zum Stadtrat Gifenführ erklärt die Anschaffung der Maschine für erst der erste große Versuch, da indeffen der Wurf gelungen ist, wird Ausgleich für die von der Straßenbahn zu zahlenden Berkehrs- notwendig, da einige Schnellpreffen derartig reparaturbedürftig ge- die Gemeinde fich wohl nicht scheuen, den betretenen eg im und Kohlensteuern eine Erhöhung bon einem Pfennig für worden find, daß unmöglich damit gearbeitet werden fonnte. Die kommenden Jahre weiterzugehen." die Fahrt zu gewähren, obgleich diese Steuern Stadtrat nur einen Mittel bazu waren auch bereits im Etat bewilligt. halben Pfennig betragen, so daß die Gesellschaft also auch Schüler wies nach, daß die Druckerei ausgezeichnet arbeitet und bei der Erhöhung um einen Pfennig noch einen erheblichen Gewinn sehr erhebliche Ueberschüsse abwirft. Die Aufträge, die an die Privaterzielen würde, womit indessen die Straßenbahn nicht zufrieden ist. druckereien abgegeben wurden, sind selbst nach fiebenmonatiger Frist Es fehlte entweder an Papier oder Die Borschläge, die von verschiedenen Seiten nun in dieser Frage nicht ausgeführt worden. gemacht wurden, sind so verschieden, daß die Einzelberatungen noch sonstigem Material. In weiser Voraussicht hatte der verstorbene fehr viel Zeit in Anspruch nehmen dürften. Unter anderem wird der Stadtrat Rosenberg alles dieses reichlich und rechtzeitig beschafft, Erwerb der Großen Berliner Straßenbahn durch den Zweckverband so daß es nun der Stadt zugute kommt. Das Bewilligungsrecht vorgeschlagen, ferner die Ausgabe von sogenannten Bündelfabrscheinen der Stadtverordneten ist gewahrt, da für diesen Titel 16 000 M. au 12 f. für die Einzelfahrt, ferner die Beibehaltung des 10 Pf.- bewilligt worden sind und nur 9000 m. ausgegeben wurden. Tarifs für fleine Strecken und die Einführung von Staffeltarifen. Genosse iter erklärte, daß der einzelne sich dem Allgemeinwohl Zu einer Entschließung ist der Ausschuß in seiner geftrigen Sigung unterzuordnen habe und daß daher auf einzelne Drudereibefizer noch nicht gelangt. feine Rücksicht genommen werden fönne. Es sei recht erfreulich, daß Jm bergangenen Jahre hat die Große Berliner Straßenbahn die städtische Druckerei so gut arbeite. Es sei Pflicht des Magieine Betriebseinnahme von 80 Millionen Mark erzielt. Eine Tarif- strats, die Druckerei weit mehr auszubauen und sämtliche Arbeiten erhöhung um 1 Pf. würde einer Mehreinnahme von rund der städtischen Verwaltung dort selbst ausführen. 8 Millionen Mark entsprechen und eine Herauffegung auf 15 f. für jebe Fabrt eine Erhöhung der Einnahmen um 40 Millionen Mark bedeuten. M Um die Tariferhöhung. Bor maren. reichlich war. " Tegel. Lebensmittel. Auf Abschnitt 1 der neuen Lebensmittelfarte fommen jegt 150 Gramm Graupengrüße( 11 Pf.) und auf Abschnitt 2 150 Gramm Teigwaren( 27 Bf.) entnommen werden. Brit. Lebensmittel. In dieser Woche gelangen in der Vertaufsstelle der Gemeinde zur Abgabe auf Abschnitt 14 Graupen ( 100 Gramm je Perfon), Abschn. 15 Dörrgemüse( 100 Gr. je Berf.), Abichn. 16 Tee( 2 Pakete je Haushalt), bich. 17 Magermilch( eine Dose für Haushalt bis 2 Pers.), Halbmilchpulver( 50 Gr. für Hausbalt über 2 Perf.), Abschn. 18 Salz( ½ Pfund je Perf. nur bei den Sleinhändlern), Abschn. 19 Marmelade( ½ Pinnd je Person ab Donnerstag bei den Kleinhändlern), Abschn. 20 Sonderzuteilung, Abichn. 21 verschiedene Waren( Brotaufstrich, Fleischertraft, Scholle in Aspit, Muschelfleisch, Fischlöße, Klippfische) und auf Abschn. o und gegen Vorlage der Fleischkarte Leberwurst(/ 2 Pfund für Haush. bis zu 4 Perf., 1 Pfund für Haush. über 4 Pers.). Nowawes. Lebensmittel. Heute und morgen findet auf Abschnitt 62 der Lebensmittelfarte die Ausgabe von Hülsenfruchtmehl statt. Auf den Kartenabschnitt entfallen 125 Gramm zum Preise von 25 Pf. Der Abschnitt 31 der 8uderkarte und der Buderguiastarte müffen noch heute dem Kleinhändler zur Anmeldung vorgelegt werden. Groß- Berliner Parteinachrichten. Charlottenburg. Lebensmittel. Bis einschließlich Sonntag, den 27. Januar, wird auf die Groß- Berliner Nährmittelzufagfarte für Jugendliche ausgegeben: auf Abschnitt 1 100 Gramm Teig Die Unhöflichkeit der Straßenbahnschaffnerinnen. Die Direktion der Straßenbahn schreibt uns: Die Entnahme fann in dem Kolonialwarengeschäft erfolgen, in Kurzem erschien in den Tageszeitungen ein Bericht über eine Ge- dem der Haushalt der Jugendlichen in die Kundenliste für Stolonial richtssigung, wonach der vorsitzende Richter erklärt hat, daß waren eingetragen ist. Straßenbahnschaffnerinnen zwar mitunter einen schweren Stand Vom Donnerstag, den 24. Januar bis Sonnabend, den 2. Fehätten, daß aber zumeist die Schuld auf ihrer Seite liege, wenn bruar findet eine allgemeine Verteilung von Zeig ein schlechter Zon und ein Drunter und Drüber im Straßenbahn- waren und eine Sonderzuteilung von Marmelade, verkehr eingeriffen sei. Auf Grund dieser Erwägung ver lettere auf die ab 26. Dezember noch rückständige allgemeine VerNeukölln. Heute, abends 82 Uhr, in der Vereinsbrauerei, urteilte das Gericht eine Dame, toelche die diensttuende teilung statt. Es werden berabfolgt: 150 Gramm Teigwaren auf Schaffnerin geohrfeigt hatte, zu der niedrigsten zuläifigen Abschnitt 2 der Groß- Berliner Lebensmittelkarte und Pfund Süd- Hermannstraße: Versammlung der weiblichen MitStrafe von 5 Mart. Wir halten uns verpflichtet, gegen fruchtmarmelade zum Piundpreise von 90 Pf. oder an deren Stelle glieder. Vortrag des Stadtv. A. Scholz über: aldo wo die Auffassung dieses Gerichtsvorfizenden Verwahrung einzulegen. ioweit der Vorrat reicht, ausländisches Apfeltompott zum Pfund- im Kampfe gegen Neukölln.„ Borwärts"-Leserinnen haben Zweifellos tommen hier und da Fälle vor, in denen unsere Schaff preise von 1,20 M. auf Abschnitt 174 der Charlottenburger toten Zutritt. nerinnen sich nicht richtig benehmen. Im allgemeinen aber muß Nahrungsmittellarte. In derselben Zeit wird kondensierte festgestellt werden, daß diefe Frauen ihren sehr schwierigen Milch auf die Haushaltungs- Bezugsfarten, Serie IV, ausgegeben, Wilmersdorf. Heute, abends 8 Uhr, im Stadtpark", Dienst mit großer Pflichttreue erfüllen und trog der und zwar werden berabfolgt: 2 Büchsen fondensierte Magermilch Saiferallee 51/52, Vortrag: Die Friedensfeinde." Ref.: Reichstagsgroßen Bublifums ein berständiges Be zum Preise a 1 M. auf Abschnitt Q der Haushaltungsbezugsfarten, abgeordneter Georg Davidsohn. nehmen an den Tag legen. Es ist durchaus zu mißbilligen, Serie IVb große Haushaltungen bezt. 1 Büchse fondensierte Spandau. tvenn der Gerichtsvorsitzende Einzelfälle zum Anlaß nimmt, Magermilch auf Abschnitt Q Serie IVa fleine Haushaltungen eine ganze unter schwierigsten Verhältnissen arbeitende Frauentlasse oder 2 bezw. 1 Büchse Bollmilch zu den bekanntgegebenen Preisen in ihrem Ansehen berabzusetzen. Wir haben gegen den Richter beim je nach Borrat. Kammergerichtspräsidenten Beschwerde eingelegt. Nervosität bes 3 Aufklärungsarbeit für die Volksgesundheit. 11 Am Donnerstag, abends 8 Uhr, findet im Lokale von Steinmez. Bismarckstr. 8, eine wichtige Mitglieder versammlung statt. Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht des Borstandes. 2. Die politische Lage. Referent: Genofie Emil Stahl. 3. Bericht von den Verhandlungen mit dem Magistrat über die Lebensmittelversorgung. Referent: Genosse willi Jahnfe. 4. Agitationsfragen. Borwärts" Leser willkommen. Gerichtszeitung. Neukölln. Ungültige Stadtverordnetenwahl. Der Wahlausschuß wird der morgen tagenden Stadtverordnetenversammlung empfehlen, Die Zentralfommission der Krantenfassen die am 28. September v. 3. im 12. Bezirk der III. Abteilung er Berlins und der Vororte setzt ihre Bemühungen fort, die folgte Wahl des Genossenschaftsbeamten Milde zum StadtBollsgesundheit durch belehrende und aufklärende Vorträge zu verordneten für ungültig zu erklären. fördern. Aufklärung ist besonders nötig im Kampf gegen die Ge- Der Beschluß stützt sich darauf, daß bei der Wahl ein Eigenfchlechtsfrantbeiten, den prüde Heimlichiuerei lange genug tümer zu wählen war, der Wahlausichuß nach der Rechtsprechung erschwert hat. Dr. B. Chajes, der an dem ersten von der des Oberverwaltungsgerichts aber Müde diese Eigenschaft nicht zuZentralfommiffion veranstalteten Vortragsabend dieses Winters über billigen wollte. Die Geschlechtsfrankheiten sprach, betonte die Gefahren der Unkenntnis Lebensmittel- und Brennstoffversorgung. Auf einen Abschnitt junger Leute. Heilbar find alle Geichlechtsfrankheiten, auch die schlim- der Lebensmitteefarte gelangt demnächst ein Pfund Mar. Das Kammergericht hatte in einem interesanten Strafmeren und sogar Syphilis, wenn rechtzeitig ein Arzt hinzugezogen melade in den Kolonialwarengeschäften zur Ausgabe. Bis prozeß gegen den Geschäftsleiter Fuchs des bekannten Cafés wird und er die Behandlung ausreichend lange fortfegen fann. auf weiteres wird jezt für jeden Haushalt ohne Rücksicht auf die Bauer in Berlin das lezte Wort zu sprechen. Der Geschäftsleiter Der Stampf gegen diese Krankheiten wäre leichter und die durch sie Mitgliederzahl auf Abschnitt U der Haushaltungstarte ein Brief hatte die Anordnung getroffen, daß die Kellner im Café Bauer verursachte Echädigung der Bollegesundheit tönnte gemildert werden, chen Süßstoff abgegeben. Bis einschließlich Donnerstag hat Torte nur dann verabfolgen sollen, wenn auch Getränke von den wenn nicht unwissenheit und Vernachlässigung ihnen gegen Abgabe des Bestellabschnitts der Kaffee- Erfaglarte Nr. 8 die Gästen bestellt werden. Als vor einiger Zeit im Café ein Kaufben Boden bereiteten. Für die Bevölkerungsmehrung sind Geschlechts- Anmeldung zum Bezuge von Kaffee- Erias zu erlmann mit seiner Gattin erschien und ein Stüd Torte bestellte, etHöchstpreisüberschreitung. die Briefkasten der Redaktion. triebener Echleifstein viel Staub verbreitet. Durch das Einatmen des Staubes und durch die in der Werkstatt herrschende Kälte will 7. B. Die Zeitschrift des Stenographen- Verbandes Etolze- Schrch, fich der Kläger ein Halsleiden zugezogen haben. Das Gericht Der deutsche Stenograph", erscheint im Verlage Wilhelm Reb, Berlin, Selene Zander. Wenn es sich um fleine Kinder handelt, wies die Klage ab mit der Begründung: Die Lösung des Lebr Breitestr. 21, vertrages sei durch vom Kläger angeführten Gründe die Sie nicht unbeaufsichtigt laffen können, dann sind Sie in diefent Falle vom Schneeschippen befreit. Damit erledigt sich and die zweite nicht gerechtfertigt. Jedoch habe er Anspruch, durch geeignete, Frage von selbst. Richtenberg S. 2. So lange Ihre Frau der ers vom Lehrherrn au beschaffende, Vorrichtungen vor der Belästigung wähnten Tätigkeit nachgebt, it fie vom Chippen tefteit. Dies gilt aber durch Schleifstaub geschüßt zu werden. Auch eine gebeizte Werkstatt nicht für die übrige Beit. wg. 214. Sie fönnen das tun, 3bre Mitfönne der Lehrling beanspruchen. Er dürfe. folange die gliedschaft rubt dann bis zu Ihrer Entlassung. Werkstatt nicht gebeizt werde, von der Arbeit b. Filcher, Berlin SW 68, Lindenftr. 3, 2. of I. III. wegbleiben, ohne daß ihm deswegen ein Abzug 1. Grabbisches Vereinshaus, Alerondrinenftr. 44. 2. Löffler, Beteranenitr. 8. Erfindung 92 1. Das fommt ganz auf die Ait der Erfindung an. vom kostgeld gemacht werden dürfe. Die aus diefem Berfuchen Sie, die Erfindung solchen Unternehmungen anzubieten, die sie Grunde versäumte Zeit durch Nachlernen einzuholen, sei der Lehr- verwerten fönnen. 2. Werden Sie sich an die Technische Hochschule. Charherr nicht berechtigt. Er habe vielmehr dafür zu sorgen, daß die lottenburg, Berliner Str. 171. Private Lebrinstitute finden Sie im Berliner ordnungsmäßige Ausbildung des Lehrlings trop der versäumten Zeit Abreßbuch, Teil IV, Seite 231. K. D. 22. Nein, wenn ein Prinzipa! mit dem Ablauf der vertragsmäßigen Lehrzeit beendet sei. flärte ihm der Kellner, daß ohne die Entnahme von Getränken[ geheizt wird und weil ein dicht hinter seinem Arbeitsplatz befeine Torte verabfolgt werde; der Berdienst beim Verkauf von Torte allein sei zu gering. Der Kaufmann bestellte darauf noch eine Tasse Katao und zahlte dafür 1,35 M. und erhielt dann auch das bestellte Stück Torte. Nachdem der Kaufmann gegen den Geschäftsleiter Anzeige erstattet hatte, wurde gegen Fuchs Anklage er hoben, die Höchstpreise überschritten zu haben. Die Straffammer erachtete auch den Angeklagten für schuldig und verurteilte ihn zu 1000 M. Geldstrafe, weil er als Geschäftsleiter angeordnet habe. daß Torte nur an Gäste verabfolgt werden dürfe, wenn diese auch Getränke entnehmen; auch in einer solchen Verkoppelung sei eine Höchstpreisüberschreitung zu erblicken; die Konditoreien feien verpflichtet, auch Lorte ohne Getränke zu verabfolgen, und dürfen nicht die festgesetzten Höchstpreise überschreiten, auch wenn der Verdienst für den Konditor recht mäßig sein möge. Diese Entscheidung focht der Angeklagte durch Revision beim Kammergericht an und beantragte seine Freisprechung, da er nicht verantwortlich sei, auch fönne von einer Ueberschreitung der Höchstpreise nicht die Rede sein. Das Kammergericht wies aber die Revision des Angeklagten als unbegründet zurück und führte u. a. aus, ohne Rechtsirrtum habe die Strafkammer aus§ 151 der Gewerbeordnung gefolgert, daß Fuchs als Geschäftsleiter die Verantwortung trage; unbedenklich habe ferner die Strafkammer eine Höchstpreisüberschreitung für borliegend angenommen, weil auf die Anordnung des Angeklagten die Kellner Torte nur dann an Gäste berabfolgen durften, wenn diese auch gleichzeitig Getränke bestellten. Ums franke Kind. Benden Sie sich an 9. 9. 14. einem Schulfnaben eine derartige verantwo: iliche Stellung überträgt, tutt er das auf seine eigene Verantwortung. 8. B. 72 423. Sie unter Die üblen Gerüche der Keksfabrik. Daß der Betrieb einer stehen dem Generalfommando, dem Ihr Truppenteil untersteht. Uns ist„ Das Grund. Setsfabrik in der Kriegszeit Gerüche erzeugen kann, die den Aufent-. 1907. Es gibt mehrere derartige Organe. halt in einer Mietwohnung desselben Hauses unerträglich machen, eigentum", Beitschrift für Hausbefizer, bekannt. Verlag: Friedrichstr. 239. Alter Abonnent 100. 1. Bon der 27. Boche an wird Ihnen die geht aus einer Mietflage hervor, die das Kammergericht in Invaliden-( Kranken-) Mente gewährt werden. 2. Den Antrag fönnen Sie legter Instanz entschieden hat. Der Mieter einer Wohnung von unter Einreichung der Aufrechnungsbescheinigung, der letzten Quittungsfarte 8 gimmern batte das Vertragsverhältnis ohne Einhaltung der und einer Bescheinigung des Lazarettarztes beim dortigen Versicherungs Kündigungsfrist gelöst, weil durch den Betrieb einer im Hause be- amt einreichen. Regen des Namens geben Sie dort die nötige Auffindlichen Ketsfabrik unerträgliche üble Gerüche entstanden, durch die flärung. nach dem Gutachten eines Sachverständigen nicht weniger als 5 8immer in febr nachteiliger Weise betroffen wurden. Das Kammergericht hat die Kündigung für berechtigt erkannt und zwar auf Grund des§ 542 des B.G.B., wonach der Mieter das Vertrags verhältnis ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist fündigen fann, wenn ihm der vertragsmäßige Gebrauch der Wohnung ganz oder zum Teil nicht rechtzeitig gewährt oder doch wieder entzogen wird. Zu solchen Umständen gehören, wie es in der von den Blättern für Rechtspflege" veröffentlichten Entscheidung des Kammergerichts beißt, unbedenklich auch merkliche Störungen im rubigen Genuß der Wohnung durch das Anftreten unange- einfommen. meffener Gerüche. Aus aller Welt. O. 2. 75. 1. Das wird Verband. Die UnterFeldgrauer in Nuh. AnG. WenR. S. 38. Ja. Kanin. An den Lazarettinspektor oder an den Oberarzt. 2. R. 2. 3. Nicht monatlich, sondern jährlich 240 m. werden gezahlt, aber nur, wenn einer der Söhne noch aktiv dient und für die anderen Söhne sechs Jahre attive Dienstzeit nachweisbar Die Leidensgeschichte einer Kriegerfrau lernte man gestern vor ist. A. M. 64. Ja.. D. M. Einen bestimmten Betrag tönnen Sie der 3. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts fennen. baraufhin bom Einkommen nicht in Abzug bringen, Sie können nur unter Die noch sehr jugendliche Klägerin Hedwig J. hatte sich friegstrauen Hinweis darauf um Herabsehung antragen. lassen, der junge Ehemann zog bald nach der Trauung ins Feld. auf dem Formular mit quittiert. 2. Nein. Die junge Kriegerfrau blieb im Hause der Mutter und als ein stügung wird in dem Falle weiter gezahlt. Mädchen zur Welt fam und es mit den Einnahmen durchaus nicht ipruch auf Urlaub haben Sie zwar nicht, wenn Sie aber glauben, daß er Ihnen grundlos verweigert wird, so erbeben Sie doch Beschwerde. reichen wollte, entschloß sich die junge Frau, eine Stellung als VerB. 74. Es empfiehlt sich doch, die Klage erst nach Ihrer Entlassung aus fäuferin anzunehmen. Als sie anfangs Januar zwei Tage ihrer dem Heere einzuleiten. 23. G. 18. Bis zu 2000 M. Jahres21. Tätigkeit im beklagten Konfettionshaus von Spider 2. Tr. Sie tönnen am 1. Februar ausziehen. fernblieb, erhielt sie die fofortige Entlaffung. Der Grund G. 142. 1. Sa. 2. Das wissen wir nicht genau, wahrscheinlich aber nicht. C. Rein. ihres Fernbleibens war aber der gewesen, daß δαξ 3. Nein. 4. Ja. 5. Durch Verordnung der Strombolizei. A.. 100. Nein. 23. 1. 1. Nur 18 Monat. 2. FamilienunterKindchen der Klägerin erkrankt tvar und im Fieher Iag. stübung muß doch bei Bedürftigkeit gezahlt werden. 3. Die Nachzahlung Die als Zeugin vernommene Großmutter schilderte dem Gerichtshof der Rente für November nnd Dezember ist zu fordern, warten Sie erft in ergreifender Schlichtheit die Vorgänge, die sich an dem fraglichen 8. 7. 28. Lage im Hause abgespielt hatten. Früh morgens faben sie mit Ein Holländer in Frankreich wegen Spionage zum Tode ver- noch ab, ob nicht in nächster Zeit Zahlung erfolgt, 1. Steigerung fann uatürlich nur zum Ablaufstermin des Vertrages er Schrecken, daß das Kind fieberte. Die Tochter schrieb fofort eine urteilt. W. T. V. meldet: Mit welch unerhörten und eines folgen. 2. Nein. 3. Eine Kürzung der Nation ist nicht eingetreten, es ihr Fernbleiben entschuldigende Rohrpostkarte an die Firma, dann zivilisierten Bolles unwürdigen Mitteln die Franzosen selbst wird wohl nur wegen der schwierigen Zufuhr vorübergehend etwas weniger neutraler Angehörige Staaten geben. P. S. 4. Drei Bände zusammen 8,50 M. lief fie von einem Arzt zum andern, es war aber tro auf neutralem Boden gegen C. Sect. 1. und 2. Ja. M. N. 16. besonders langen Suchens nicht möglich, einen Doktor aufzutreiben. borgehen, tvenn es sich um Fälle angeblicher den Sie fich an das Reichsmarineamt. handelt, ergibt fich aufs neue Sie versuchten es dann mit Hausmitteln, das Fieber legte sich auch, Spionage aus einer 2. 7. 28. 1. Kündigung während der Krankheit fann natürlich er aus des Schweizer Breffetelegraphen Genf das Kind ist aber heute noch nicht ganz wiederhergestellt. Wie Meldung vom folgen. Wahrscheinlich gelten Sie doch nicht als Handelsangestellte und G. B. 46. Wenden Sie sich die Großmutter weiter befundete. hatte die Tochter die Erkrankung 10. Januar: Das Kriegsgericht von Lyon verurteilte den deutschen baben deshalb weder Anspruch auf 6 Bochen Gehalt, noch auf längere ibres über alles geliebten Kindes so aufgeregt, daß sie Staatsangehörigen Otten, der seinerzeit unter merkwürdigen Um- stündigungszeit als 14 tägige. 2. Ja. nochmals an das Direktorium für Angestellten Versicherung, Berlinam nächsten Tage felber zufammenbrach und völlig arbeitsunfähig ständen der französischen Grenzpolizei in die Hände geraten war, Bilmersdorf, Hohenzollerndamm. E. 3. Mw. Sie müssen die Kosten Dazu wird folgender Tatbestand tragen. Die Desinfektion muß im Interesse der Allgemeinheit auch entwar. Als sie sich am dritten Tage erholt hatte und ihre Tätigkeit wegen Spionage zum Tode. wieder aufnehmen wollte, erhielt sie zu ihrer Bestürzung die sofortige festgestellt: Otten ist am 3. 3. 1880 in Holland als holländischer gegen Ihrem Willen erfolgen. 2. St. 29. Ja, wenn er ein steuer102. S. 2. Ihnen steht keine AuswandsEntlassung. Auf die an die Großmutter gerichtete Frage des Vor- Staatsangehöriger geboren. Er ist Kaufmann in Hamburg und pflichtiges Alter hat. entschädigung zu. Rgt. 74. Der Anspruch verjährt innerhalb eines fizenden, Magistratsrat Dr. Neumann, ob sie denn nicht hätte beim reifte oft nach der Schweiz. Seine holländische Staatsangehörigkeit Sabres, Gte fommen allo leiber viel zu spät damit. 5. 31. Unter Kinde bleiben tönnen, erwiderte diese, sie mußte an dem Lage stunden hat er nicht verloren. Er war nie deutscher Staatsangehöriger diesen Umständen wäre vielleicht eine Befreiung des Bruders, der g. v. ist, au lang nach Kohlen stehen, das fiebernde Kind hätte unmöglich allein Die Verhaftung des Otten durch die französischen Behörden erwirken. G. W., Mariendorf. Wenn das Jahreseinkommen nachweislich Am 1. 8. 17 verschwand Otten über 1500 m. betrug, fönnen Sie Antrag auf eine einmalige Zuwendung bleiben können. Die Anklagte ließ durch ihre Vertreterin ihr Vorgehen spielte fich auf folgende Weise ab. Sehr bald ftellte sich durch Nachforschungen stellen. bamit berteidigen, daß fie der Klägerin bei den Anstellungsverhandlungen Spurlos aus Genf. Gir. Gl. Regt. 38. Lungenleidend. M. T. 249. Der W. 2. 100. Benn auf diesen gleich erklärt hätten, daß fie riegerfrauen nicht gerne feiner Frau heraus, daß Otten auf einem Motorboot unter Beihilfe Wirt fann davon jederzeit zurücktreten. Erst auf die feste Versicherung von Frau J., ihr französischer Polizisten mit Chloroform betäubt und willenlos den 4 Starten mindestens 200 Marten gellebt find, tönnten Sie event. Anspruch Kind sei in guter Dobut, fie. brauche fich nicht weiter barum au franzöfifchen Gendarmen in Hermance in die Hände gespielt wurde. geltend machen. Der Antrag ist beim Versicherungsamt, Klosterstraße 69, einzureichen. 6. 2. 1918. 1. Die Strafe wird wohl nur auf Ge-. fümmern, hätten sie sie eingestellt. Das Kaufmannsgericht sprach Er wurde zunächst in das Gefängnis zu Thonon, später nach Lyon fängnis gelautet haben. 2. und 3. Es tönnte Anzeige wegen Betrug gegen der Klägerin die geforderten 32 M. zu. Der Vorfall fönne vielleicht verschleppt." ihn erstattet werden. C. R. 11. Anspruch auf Invaliden-( Kranken-) A. T. 99. Die Sache ist ver: Anlaß zur Kündigung oder zur Verwarnung bieten, aber en all ente tönnte geltend gemacht werden, und Fall hinaussegen tönne man deswegen nicht eine um nicht. Die Ware ist doch tatsächlich angekommen, nur beschlagnahmt ist sie R. 2., Neukölln. Eine Vorspiegelung falscher Tatsachen ist das die Gesundheit ihres Kindes besorgte Ange worden. Sie tönnten das Geld zurückverlangen, eventuell durch stellte. Selage. Jahr 26. Beförderung ist in dem Fall ausgeschlossen. einstellten. Rohlenmangel und Lehrverhältnis. Ein in der Zeit der Kohlennot sehr beachtenswertes Urteil fällte die Stammer 5 des Berliner Gewerbegerichte aus Anlag der Klage eines Mechaniferlehrlings, der die Lösung des Lehr vertrages forderte, weil die Werkstatt wegen Koblenmangels nicht Allen Freunden und Befannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Schwägerin, die Gastwirtin Anna Breschke am 17. Januar verstorben ist. Dies zeigt ttesbetrübt im Namen der Hinterbliebenen an 138sb Eduard Lange, Wiclefftr. 45. Beerdigung Mittwoch, den 23. Januar, nachm. 22 Uhr, von der Leichenhalle der Reformations G Gemeinde, Stahnsdorf. Sozialdemokrat. Verein Beriin 6( S. P. D.). Unser Mitglied Anna Breschke wohnhaft Wiclefftr. 45, ift am 17. Januar 1918 verstorben. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung erfolgt am Mittwoch, den 23. Jas nuar, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle ber Reformations- Gemeinde in tahnsdorf aus. Bablreiche Beteiligung er Der Vorstand. martet 23012 Verband der Gast- und Schankwirte Deutichlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nach richt, daß Frau Anna Bresehke Biclefstr. 45, Bezirk 1 am 17. Januar vestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 23. Januar, nachmittags 2, Uhr, der Leichenhalle ber Reformations- Gemeinde in Stahnsdorf aus statt. Don Um rege Beteiligung er 151/8 jucht Die Ortsverwaltung. Blumen- und Kranzbinderei bon Robert Meyer. Inb.: P. Golletz Mariannenstr. 3. Tel. Mpl. 10 303. Verband der Lithographen, Steindrucker und verwandten Berufe ( Deutsch. Senefelder- Bund). Den Mitgliedern geben tvir hierdurch bekannt, daß unser langjähriger Kollege, der Kupferbruder Josef Wünnerlein am 20. Januar im Alter von 44 Jahren an Lungentuberkulofe nach furzem Strantenlager verstorben ist. Wir werden ihm ein bauerndes ehrendes An denken bewahren! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 23. Januar, nachm. 3 Uhr, von derLeichen. balle des Neuköllner Friedhofes am Mariendorfer Weg aus ftatt. Eine recht zahlreiche Be teiligung erwartet 156/17 Die Ortsverwaltung. Deutscher Bauarbeiter- Verband. Zweigverein Berlin. Bezirk Neukölln. Am 20. Januar starb unser Mitglied, der Buzer Wilhelm Bange Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 25. Januar, nachmittags 4 Uhr, auf dem Luisen Friedhof in der Hermannstraße statt.[ 148/6 Um rege Beteiligung ersucht Die örtl. Verwaltung. Curnverein ,, Fichte" 7. Männer Abteilg. Mitgl. d. A.-T.-B. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser lieber Zurn genoffe Gustay Pudor Reichenberger Str. 141, am Freitag, den 18. Januar, verstorben ist. 186/18 Der Vorstand. Eine Kleine Cöpenickiade hat sich in Altona abgespielt. Dort wurde vom Kriegsgericht ein finnischer Jäger Thomas Wolf wegen Totschlage zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilt. Während er noch im Gerichtsgefängnis saß, fann ein unbekannter Freund auf seine Befreiung. In der Uniform eines Unteroffiziers und ausgerüstet mit entsprechenden gefälschten Bapieren erschien der Mann im Gerichtsgefängnis und erklärte, daß er den Auftrag habe, den Berurteilten bem Kriegsgericht vorzuführen. Man händigte den Gefangenen dem vermeintlichen Unteroffizier aus, und beide verschwanden auf Rimmer wiedersehen. Sozialdemokrat. Verein für Berlin II. ( S. V. D.) Nachruf. Am 17. Januar verstarb unser Mitglied, der Mafchinist Theodor Müller Friesenstr. 11. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung hat beretts stattgefunden. 208/7 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schloffer Karl Kauschke Swinemünder Str. 55, am 18. b. M. geftorben ist. Ehre seinem Audenken! 231/4 Die Ortsverwaltung. Unser Sollege, der Klempner Otto Schmidt iit im Lazarett an Gehirnschlag am 18. Januar ge ftorben. 13915 Andenken Ein ehrendes bewahren ihm die Kollegen der Firma Maximall- Apparate- Fabrik P. Willmann, Blücherstr. 12. Allen Freunden und Be tannten zur Nachricht, dap am Sonnabend früh meine liebe Frau 1390b geb. Helene Guckenburg Arzt angerzschwäche verstorben ist. In tiefer Trauer Paul Guckenburg und Tochter, Neukölln, Reuterstr. 18. Die Beerdigung hat an auf Oskar Wollbury Trauer- Magazin gegründet 1896 Brunnenstr. 56/57. Große Auswahl in. schwarzer Konfektion. Auf Wunsch Maßanferti ging in 8 Stunden. Aenderungen sofort und gratis. Auswahlsendgn. bereitwilligst. Fernsp. Amt Norden 8540. H. Pfau, Bandagist Berlin Dircksenstr.20 C., awish. Bahnb. Alexanderplat u. Bolizeipräsid.- Amt Kst. 3208. Für Damen Frauen- Bedienung. Lieferant für alle Krankentaji. Unreines Blut Zur Ausscheidung aller scharfen und kranken Stoffe aus Blut und Säften, gegen Blutverdickung. Blutandrang, rotes Gesicht, Hautunreinigkeiten ist mein Blatreinigungspulver Saltarin seit über 25 Jahren wirksam erprobt Schachtel M, 1.50, übl. 3 Sch. 4.25. Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnst.4 5000 Carbidlampen f. 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Ter?alor, den iS hier auf dem Korn habe, trieb sich in Wilna hauptsächlich in der Gegend der unteren Popowschysna umher. Später aber, als seine Unternehmungslust stieg, machte er die Saschetschestro�e und— wenn'S hoch kam und es frische Maz�n gab.— am Schabbes auch die FKrbergasie unsicher. Ueber diesen engen Beirrt hinaus ist er aber meines Wisiens nie gekommen. Dieser hierher ver'prengte Vollasiate war ein höchst merkwürdig gewandeteS Bündel Mensch. In Deutschland hätte man ihn in seinem Aufzug nicht frei umherlaufen lassen: Hagenbeck hätte ihn sicherlich in seine Tier- und Lölkerichau mitgeschleppt. Hier aber in Wilna lieh man ihn ruhig gewähren— zur Bereicherung des Stadtbildes und zur Belustigung der Gassenzungen. Bon hinten merkte man an ihm weiter nichts Ausfälliges. Er wies da den breiten, dem Soldaten gewohnten Anblick des pelzbedeckten, harmlosen Panje-BuckelS auf. Damit aber der Tatar zum Vorschein kam, brauchte er nicht gekratzt, sondern nur um- gedreht zu werden. Da sah denn das erstaunt sich weitende Auge ein Gesicht, wie man eS wohl in schlechten Bilderbüchern dem Hunnenkönig Attila aufgemalt findet: gelb wie getrocknete Zitrone, backenknochig, schlitzäugig, niederstrrnig; kurzum der Abklatsch Chinas. Es wurde vorhin von einem Buckel gesprochen, der pelzbedeckt war. Das stimmt nicht ganz; denn es war kem Pelz, in dem der Tatar eingemummt ging, sondern nur eine Sammlung von Teilen von Kleidungsstücken, die ursprünglich einmal zu einer Art Wimsr- pelz gehört haben mochten. Was aber nicht ausschloß, daß der Ta- tor diese Ueberreste von Kaninchen-, Katzen-, Hund- und Schafsfellen auch im heißesten Sommer trug. Freilich, um diese Kleidung er- träglich zu machen, war ein Lustloch vonnöten, das sich in Gestalt eines länglichen Schlitzes Vorsand, der sich über die zotiige Brusiwand hinzog. Aber die Bezeichnung dieser Einrichtung mit Luft- oder Lüfiungsloch stimmt auch nicht. Es müßte Fangloch heißen; denn diesem nützlichen Zwecke diente es. Nie, wenn die vom Schmutz schwarzgebeizie Hand hineinfuhr, sah man sie ohne reiche Beute zurückkehren. Schuhe und Hemden trug der Tatar keine; dafür schwang er aber einen Filzhut ohne Krempe, der aus- sah, als od allmittäglich Kartoffeln drin gesotten würden. Doch so wild, rinaldinimäßig und herzbeklemmend er auch auZ- sah, sein Herz war zahm und mild, tierhaft schüchtern beinahe. Zornig habe ich ihn nur dreimal getroffen. DaS erstemal wollte er von einem Feldwebel, der ihn abge- knipst halte, einen Rubel Trinkgeld haben. Da wurde er ausgelacht. Zornig schnappte er Gestell und Strahlenialle und sauste damit, von einer großen Schar Menschen verfolgi, bis zum alten Judenftiedhof hm und warf das Ganze in eine Kalkgrube. Hernach kletterte er gewandt wie eine Eichkatze auf einen Baum hinauf, meckerte wie eine Ziege, streckte allen Leuten die rote Zunge heraus und war durch keine Machi der Erde zu bewegen, herunter zu lommen. DaS andere Mal hatte er irgendwo eine Brotkruste aufgegabelt und saß nun damit auf einem Straßenbord und aß und aß. Da kam nun eine alte Bettlerin gelaufen, stellte sich vor ihn hin. redete mir Mund, Hand und Krückstock und wollte etwas von dem Brot abhaben. Die Alte kam vom Reden ins Schreien. Der Tatar Hörle mtt Kauen auf und fing zu knurren an, wie ein Hund, den man beim Fressen stört. Ei» böses Funkeln kam in seine Augen. Fauchend sprang er auf. steckte den Rest der Kruste in den bekannten Schlitz und entlief schimpfend in einen Hof. Die Alte, zeternd, keifend, hinterdrein. Da» drttie Mal stam er, von einer Kinderichar aufgeschreckt, unter einer Treppe hervorgekrochen, wo er geschlafen hatte. Die Kinder ärgerten den plumpen Gesellen, riefen ihn mit Schimpf- namen. Nicht genug damit, fingen sie an. Steine aufzulesen und nach ihm zu Wersen. Als der erste, klatsch, den Kopf traf, faßte den Tataren unbändiger Zorn. Bon einem Zaun brach er eine Latte los und sprang, das Holz wie ein Nichischwert schwin- gend. in sturmner Wut den Kindern nach. Das sah aus wie der Teufel aus der Jagd nach armen Seelen. Die Kinder retteten sich auikreischend in den nächsten HauSgang. Da stand der Taiar ohne Macht, weinend vor Zorn, krampfhaft die Fäuste schüttelnd. Als zuviel Leute kamen, warf er den Lattenprügel in die Gosie, spuckte aus und zottelte davon. Er lebte das natürliche Leben eines Tieres. Was kümmerten ihn die Satzungen wohlanständiger Menschen! Wenn Regen, wenn Nacht war, kroch er irgendwo unter. Schien die Sonne, so war er da schlafend zu treffen, wo fie am heißesten hinschien. Hatte er Durst, so legte er sich lang über den Brunnen bin und soff aus d-m Troge. Und die MuitergotteS im Brunnenstock hielt auch über ihn segnend die Hand auf. Hatte er Hunger, so wußte er schon, wo's Abfälle gab. So erschöpfte sich sein Leben in wohlgerundetem Kreis. Und seine Tage würden vollkommen gewesen sein und ohne jede Bs- schwernis, wenn nicht im Hintergrmid der Miliziant mit dem Holz- knüppel, das drohende Gespenst der Einziehung zum Arbeiter- bataillon gestanden hätte; denn vor der Arbeit hatte er eine beilige Scheu. Ein einziges Mal nur habe ich tyn einen Wassertrug schleppen sehen. Seit dem ersten Schneefall ist der Tatar von der Straße verschwunden. Wie von der Erde verschlungen. Gestorben? Von der Kopfsteuer vertrieben? Aufgegriffen und im Lukiichki? Oder doch von Hagenbeck für seinen Zirkus gewonnen? Ich weiß nicht. Ich weiß nur. daß seine an hellem Sommer- tag von jenem Feldwebel photographierre klobige Gestalt, in das Viereck einer Postkarte gezwängt, beinahe schon in jedem Papier- laden zu kaufen ist. Und da fie bloß zehn Pfennig kostet, ist der gute Tatar auf dem besten Weg. eine Wilnaer Berühmtheit zu werden. Eine für experimentelle Siologie. An der Universität Jena wird aus Mitteln der Karl-Zeiß- Stiftung zur Pflege der Entwicklungs-Phystologie eme Anstatt für experimentelle Biologie errichiet, die erste in Deu'.schland. Ueber dieses wichtige Institut, das unter der Leitung des Zoologen Julius Schaxel stehen soll, bat die»Frankfurter Zeitung' Näheres erfahren. Der experimentellen Arbeilsweise die technischen Hilfsmittel zu bieten, die sie zu der Lösung von Problemen der allgemeinen Lebenskunde bedari, ist der Zweck der Anstalt für experimentelle Biologie. Vorläufig werden die Ein- richtungen für zwei Gebiete erstellt: für die Physiologie der Enl- Wicklung und Formbildung und die Erforschung des tierischen Ver« hattens. Die EntwicklungS- Physiologie und E n t w i ck- lungs- Mechanik steht zu den Grundfragen der allgemeinen Biologie in engster Beziehung. In den dreißig Jahren seu ihrer Begründung durcki Wilhelm Roux hat sie nicht nur höchste theoretische, sondern auch praktische Bedeutung für Chirurgie und Orthopädie ge- wonnen. In der neuen Anstalt werden für ihren Betrieb Anlagen zur Haltung und Zucht kleiner Tiere in Aguarien, Terrarien und Jnseklarien, ein Laboratorium für die Ausführung von Operationen am lebenden Objekl und Einrichtungen für Gewebekulluren vor- banden sein. Dazu kommt ein mit besonderer Sorgfalt ausge- stattetes mikrolechnisches Laboratorium, da die Verbindung des Ex- perimenis mit biologischen und cyiologischen Untersuchungen einen sich immer mehr vertiefenden Einblick in das organische Gestaliungs- geschehen verspricht. Die Erforschung des tierischen Verhalten« hat bisher in Deutschland fast gar keine Förderung erfahren. Sie ist aber der erste imbedingt notwendige Schritt zu der Befaffung mit dem lebendigen Objekt, die bisher in der Zoologie einigermaßen vernachlässigt wurde. ES gilt, das Tier in seiner natürlichen Be- iäiigung und in der Abhängigleit von seinen Lebensbedingungen kennen zu lernen. Mit Hilf- des Versuchs unter künstlichen Bedingungen wird dazu das Zustandekommen der einzelnen Leistungen in ihren besonderen Beziehungen zur Umwelt ermittelt. Physiologie und Psychologie haben davon Nutzen, und die Lehre vom Haushalt in der Namr. die sogenannte Oekologie, wird schärfer, als es gemein- hin geschieht, ersaßt. Auf diesem Wege werden zugleich die Vor- ausietzungen und Grundlagen gewonnen, die für die angewandten Wissenschaften zur erfolgreichen Pflege nützlicher und Bekämpfung schädliäier Tiere nötig find. Der technischen Bewältigung dieser Aufgaben dienen die bereits vorhin genannten Einrichtungen zur Tierhaltung, die für gewisse Kulturzwecke einen besonderen Ausbau erfahren. Die Apparatur für Beobachtung und Experiment muß für dieses Gebiet zum großen Teil erst geschaffen werden. Dafür dürften die äußeren Umstände an keinem Ort so günstig liegen wie in Jena, wo dem neuen Institut die Zusammenarbeit mit den Firmen Karl Zeitz und Schott u. Genoffen möglich ist. die Jagö nach dem verlorenen Radium. Im Rochus-Spital in Budapest wurde ein Krebskranker mit Radium behandelt. Durch einen Verbandstreisen wurden zwei Röhlchen des kostboren Stoffes befestigt. Bei Abnehmen des Ver- bandes ereignete sich aber ein unangenehmes Versehen. Es wurde nur ein Röbrchen entfernt, das andere mit dem Verbandstoff be- seitigt, so daß damit 20 bis 23 000 Kronen verloren gegangen wären. Glücklicherweise ist man nun im Kriege mit Verbandstoffen sparsam geworden und beseitigt sie nicht ohne weiteres, sondern sührt sie nach gründlicher Reinigung geeigneter Wiederverwendung zu. Der Verlust des Röhrchens mit Radium aber war erst nach einigen Tagen bemerkt worden, und alles Suchen in dem abgelegten Verbandzeug führte zu keinem Ergebnis. Man glaubte schon an einen Diebstahl. Da wandte sich der Direktor des Spital«»n den Budapester Radiologen Dr. Wesielszky, uno diesem gelang eS, wie die»Zeitung des Allgemeinen Oesierreichischen Apolhekervereins' mitteilt, mit Hilfe eines Exnericken Elektroskopes das Radium zu entdecken. Im Keller des"Spitals befanden sich die gebrauchten Verbandstoffs und bei ihnen zeigte der Ausschlag des Elektroskopes die Anwesenheit des kostbaren Ausreißers an. Walter hasenelevers„Mtigsne�. Am Sonnabend las in der Gesellschaft für ethische Kultur im Rathaussaal Direktor Moest von der Reicherschen Hochschule für dramalische Kunst Walter HassncleverS„Amigone'-Drama. Es ist der Kampf um den Sieg sittlicher Ideen, den der junge Dichter in dem antiken Stoffe, den er neu ergreift, zu verkörpern versucht. Gegen da? Recht der Gewalt stellt er das Gesetz der Liebe, das die Macht vernichtet und die Welt aus Haß und Zwang in die Freiheit allgemeiner Menschlichkeit führt. Antigone wird zur Verkünderin einer neuen Sittlichkeit und zum Opfer für ihren Sieg. Dig Tochter des OedipuS. die den Bruder wider den Befehl Kreons begräbt, sagt von der Schuld ihres Vaters:»Nicht daS war seine Schuld, daß unerkannt der Sohn den Vater schlug— nein. daß der Mensch im Haß den Menschen tötet, der ihm Feind'.»Ich kenne ein Gesetz, noch ungeschrieben, von keinem Herold in die Weil posaunt, so alt wie Du und ich: es heißt die Liebe.'„Ja, Oedipus war arm und blmd, doch seine Augen brannten in das Gute. Das Blut von ieinen Augen tropfte nieder auf eine Erde mörderischer Lust von Krieg und Lüge, Haß und Eitelkeit. Dieser Bettler, den die Bosheit, Rache der unsichtbaren Menge hungern ließ, ist das nicht unier König?' Aus den Ideengehalt kommt eS an. wesentlicher als auf die Ge- ftaltung. AnligoneS Tod wird zur»Tai des lebendigen Herzens', die »umstürzt Mauern der Feindschaft'. Kreons Rache erliegend, darf sie zu Kreon die Worte sprechen:»Aus der Tiefe deS Felsens habe ich dein Volk gehauen. Jetzt ist es mein Volk!' Zum Schlüsse ipricht ein Mann aus dem Volke:»Paläste wanken. Die Macht ist zu Ende. Wer groß war, stürzt in den Abgrund. Die Tore donnern zu. Folgt mir! Ich will Euch führen, der Wind steigt aus den Trümmern. Die neue Welt bricht an.' Das Starke cm dieser Dichtung ist die Leidenschaft des sittlichen Willens, die im fortreißenden Pathos der Rede glüht. Die Worte sind Kraft und Flammen, heiliger Zorn und reiner Glaube. Die Gestalt der Antigone ist von seelenhafter Schönheit; die übrigen Figuren aber bleiben im Skizzenhaften. Herr Moest wurde leider der gewiß nicht leicht zu lesendeu Dichtung nicht ganz gerecht. Notizen. — Volksbühne. In Kleists.Hermannschlacht', deren Erstaufführung am Freiiag stattfindet, wirken in den Haupl- rollen Decarli, Pünkösdy, Dregelmann, Wintcrstein, Krautz und Deutsch. — K l e i n e S T h e a t e r. In der am Donnerstag stattfindeu- den Uraufführung von„ N a n t e' werden die beiden volksiüm- lichsn Figuren aus dem alten Berlin, der Eckensteher Nante und der Rentier Buffey, von Alfred Abel und Lupu Pick ge- spielt. — Verband zur Förderung deutscher Theater- kultur. In Dorrmund wurde die Bildung eines ProvinzialauZ« ichusies für Westfalen beschlossen, der während des Krieges in Ver- bindung mit dem stellvertreienden Oberkommando des 7. Armeekorps Münster ein westfälisches H e i m at fr o n t t h e a t e r ins Leben rufen wird. Dieies Theater soll am 8. Februar im Hildes« heimer Stadttheater eröffnet werden. — Unterrichtskurse in Dänisch. Norwegisch und Schwedisch hälr an der Humboldt-Akademie Freie Hochschule Dozent I. H. Andresen in der Georgenstr. 80/31 und Niederwall« 12 an den Dienstag-, Donnerstag- und Freiiag-Abenden. — Neue große arktische Inseln nordwestlich von Banklsand hat Stesansson nach einem Telegram au« Fair- bauks in Alaska im Frühjahr 1913 entdeckt. Er macht aus sie An> spruch für den kanadischen Staat. 18] Töchter öer Hetuba. Ein Roman aus unserer Zeit von Clara Biebig. Annemarie war achtzehn. Immer kann man doch nicht traurig sein. Und der Krieg mußte doch auch einmal ein Ende nehmen, und dann würde alles wieder gut. Daran. daß ihr Bater dann nicht mehr da sein würde, dachte sie nicht. Wenn die schlauke, gesunde Junge vorm Spiegel stand, lächelte ihr ein roiiges Gesicht mit strahlenden Augen ent- gegen; das Blaß, daß der Kummer um den Bater und die knappe Zeit bei der Mutter darauf gelegt, war hier bald ganz verschwunden. Mit Schwärmerei sah sie zu Frau Bertholdi auf. Die war ihr das Ideal der großen Dame. Die trug so schöne Kleider, wie sie kaum welche gesehen— die Bekannten in Koblenz trugen sich viel einfacher.— Es kam ihr unendlich vornehm vor, so lange im Bett zu liegen und sich vom Mädchen frisieren zu lassen. Oft ruhte ihr Blick be- wundernd auf Frau Bertholdis wohlgepflcgten weißen Händen mit den spitzgeschniltrnen blanken Nägeln und den vielen Ziingen. Die Hände ihrer Mutter waren nicht so geschont gewesen und außer dem Trauring war kein Schmuck daran. Die arme Mutter hatte sich immer sehr plagen müssen— schrecklich, wenn es nach was aussehen soll und ist doch nichts dahinter l Jetzt überlief Annemarie oftmals ein leiser Schauder, wenn sie an manches zurückdachte. Nun, da sie das Behagen des Wohlstandes kennen gelernt hatte, kam ihr manches, was ihr früher begehrenswert erschienen>uar, ja einzig-erstrebens- wert: eine solche Heirat, wie ibre Mutter getan, furchtbar vor. Sie dachte an Heiraten, sie mußte daran denken, sie wußte: ich habe nichts gelernt, und Geld habe ich auch nicht, ich habe nur mein hübsches Gesicht, meine schöne Gestalt und vieine achtzehn Jahre.— Hedwig verzog sie. Alles, was sie an Zärtlichkeit wäh- rend ihres Alleinseins aufgespeichert hatte, schüttete sie über das Mädchen aus. Was für erbärmlich geschmacklose Fähnchen hatte Annemarie mitgebracht! Und sie fuhr mit ihr nach Berlin und stattete sie aus, und alles mußte Anne- matte sehen, und sie weidete sich an ihrem Entzücken. Nun war es fast, als ob kein Krieg wäre, und fast so, als ob sie wieder mit jung würde. Dieses Lachen des Mädchens, dieses tonende, sorglos-rheinische klangerfüllte Lachen! Kein Brief ging ins Feld an die Söhne, in dem nicht von der„Pflegetochter" ausführlich die Rede war. WaS Annemarie dachte, was sie sagte, was sie tat, wie sie aussah, wie sie andern gefiel, alles war wichttg. ,Ein reizendes Mädel/ schrieb Bertholdi, als seine Frau ihm eine Photo- graphie einschickte. Auch an Heinz ging eine—.Sieht famos aus,' schtteb er. Und an Rudolf. Der erwähnte aber nichts weiter davon. Und das kränkte die Mutter. Ach, ihr Jüng- ster hatte sich doch sehr verändert— überhaupt beide Söhne. Sie fragten kaum mehr: wie steht es zu Hause? Sie waren dem.Einst' völlig entrückt. Als ob es nichts anderes auf der Welt mehr gäbe als.Unterstand, Schützengraben, Minen, Volltreffer, Handgranaten. Gasangriffe'. Und mit einer Kaltblütigkeit, die sie wie Roheit berührte, beschrieb Rudolf, er, der keinem Tier etwas zu leide hatte tun können, der die Vögel im Winter gefüttert, der jeden Hund ge- streichelt, das schreckliche Ende des Feindes, der in seinen Graben eingedrungen war. Die Mutter sorgte: zu lange schon waren sie aus der geordneten Häuslichkeit fort, es wurde Zeit, daß der Krieg aufhörte, damit die Söhne wieder zurückkehrten ins bürgerliche Leben, zu ihren Studien, zu ihren früheren Interessen. Es war ihr manchmal, als seien das ihre Söhne nicht mehr, an die sie schrieb, als seien es frenrde Männer. Längst erwachsene, hatte Männer, ihrem Einfluß, dem Einfluß alles Weicheren entzogen. Das waren die Jungen nicht mehr, denen der Abschied so schwer ge- fallen war. Noch sah sie ihres Rudolf junges Gesicht vor sich mit den Lippen, die so blaß geworden waren. Es hatte seltsam gezuckt in seinen Zügen— wollte er weinen?„Meine liebe Mutter,"— er hatte die Arme nach ihr ausgestreckt. der Zug fuhr ab. Würde sie es denn noch einmal hören, ebenso weich und innig:„Meine liebe Mutter?" Aber Annemarie, der sie die Briefe der Söhne vorlaS, fand es ganz selbstverständlich.„Die müssen doch anders werden, sonst schaffen sie's nicht. Ich finde eS herrlich so. Ich wünschte, ich könnte auch dabei sein!" Und sie fing ein Lied an zu trällern, das sie oft gehört, wenn die Soldaten an ihrem Haus in Koblenz vorbei marschierten, wer weiß wohin, in den Krieg: »Musketier seins lust ge Brüder, Haben guten Mut, Singen lauter lust'ge Lieder Seins den Mädeln gut. Fidera, fidera, fiderallalla!' Rasend tobte die Champagneschlacht. Es kamen viele Züge durch mit Verwnudeten, lange Lazarettzüge mit dem groß aufgemalten, weithin sichtbaren Roten Kreuz. Manche Nacht fuhr Hedwig Bertholdi jäh erschreckt aus dem Schlaf auf— ihre beiden Söhne standen im Westen— durch die tiefe Stille der Vorortnacht tutete die Dampfsirene vom Turm des Feuerwehrgebäudes ihr klagendes, schauerlich-hohles Signal. Es brannte nicht, es wurden Verwundete auch hier auS- geladen. Die größeren Schüler waren zur Hilfeleistung aufge- boten; die Schülermütze schief auf den Knabenköpfen, am Arm die Samariterbinde, stürmten sie mit ihren Tragbahren zum Bahnhof. Manche Mutter sah ihnen angstvoll nach: Wenn der Krieg noch lange dauerte, kam auch ihr Junge noch daran. Zitternde Gebete sttegen auf zum nächtlichen Himmel. Der stand wunderbar friedsam und herbstlich hoch über der Erde. Er ließ seine Sterne geruhsam glänzen, wie klare Augen, die alles sehen und die nichts kann er» schrecken. Aber den Menschen gab das stille Leuchten da oben von seiner Ruhe nichts ab. Glaubte man nicht Gebrüll zu ver- nehmen, Gebrüll von Kanonen, Gebrüll von Menschen? Wimmern von Granaten, die in Stücke springen, und Wimmern von Menschen, die durch sie zerrissen werden? War die sonst hier so reine, ländliche Luft nicht voll von Pulverdampf, von erstickenden Gasen und Blutgeruch? Nein, bis hierher drang nicht das Toben der Schlacht und ihre schauttgen Dünste, und doch war man mit dabei, mitten in ihr wie in den Schützengräben, und mitten zwischen den stürmenden Kolonnen. Mit all ihren Schrecken war die Oktoberschlacht bis hierher gekonimen. Man wagte nicht frei mehr zu atmen: kamen die Feinde durch? Es waren ihrer so viele: Franzosen, Engländer und all das schwarze Gesindel. Würde es ihnen gelingen, die Unseren z» übe?» rennen? Eine bohrende Angst kroch in die Herzen hinein wie ein Wurm und höhlte sie aus. Die, die nichts mehr zu ver- liereu hatten, startten wehmütig auf die anderen hin; sie kannten es: wer von jenen würde zuerst vergeblich auf Ant- wort harren? Wer bekam dann den Bttef zurück:.Auf dem Felde der Ehre gefallen'? Beneidenswert die Mutter, die dann noch Näheres hötte, die erfuhr, wo ihr Kind gebettet war. Nicht allen ward eS so gut. Worts, folgt.) J. F. Rauch Invalidenstr.164, Friedrichstr.11 Fl. 27 la Jamaika- Rum- Vorschn. FL 27 la Cognac- Verschnitt. Feinster Obstschaumwein, wundervoll. Qualit. FL. 5.50 Lukretia Damen- Likör Fl. 6.75 Milder Cherry- Brandy Fl. 6.95 Vorzüglicher Bordeaux- Rotwein Cigarren 1. großer Auswahl F. Ernst Borch, Berlin, Elsasser Etr. 21. Alkohoffr. Getränke Franz Abraham Hamb. Messina- u. Römortrank- Koll. C.25 Bartelstr. 8a, Fernsp. Kgst.13708 Bandagen, Gummiw. R. Bauke, Stralauer Str. 56. Vorzüglicher Burgunder- Rotwein A. E. Lange, Brunnenstr. 186 E. Kraus, Kommandantenstr. 55. Kräft. 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