Ar. TS. SS. Jahrg. Bezugspreis: SMetteliaStL 4JjO sei. moiwfl. lÄ>«t Nummern I0Psg. Dop�ezuo: MMat- Iich 1W SM Unter Kreuzband für Deutlchland und Oesterreich. Ungarn S,— Sei. für bttä übrig« LuSland 4,50 Ml. monatlich. Versand in» Feld bei direkter Bestellung monatl. lZ0 MI. Voslbestellungen nehmen an Däne- mark, Holland, Luxemburg, Schweden und dl« Schweis Eingetragen in die Post-Zeitmigs-DreiSIiste. Erschein» stäglich. ' letegrannn- vdresie »Eozialdemokat Berit»", ?«UM (10 Pfennig) Der Anzeigenpreis lässig S fettgedruckte Worte), jedes tveitcre Wort lv Pfg. StelleugesuiNe und Echlafslellenanzeigen das erste Wort tv Pfg. jedes wettere Wort ö Po,. Wort« über IK Buchstaben höhten für % wei Worte. Teucrungszuschtag familien- Anzeige» St» Psg., politische u. gewcrlschaftltchc Tcreioa ktnzeioen<0 Psg. die Zeile. Anzeigen die nächste Nummer mttsfcii bis für die nächs K Uhr nach Vevlinvv Vollisblctlk. Berlin SW.W, Lindenstrastc», ob, gegeben werden. Gcdsfnet von S Ubc srüh bib 7 Uhr abends. ZcnlraUmyaii da* rozialdcmokrati fchen Partei Deutfchlanda. Neüaktion: EW. SS, tiuüenstraße Z. Fernsdrecher: Amt Moritzplatz, 9tt. 151 30— 151 97. Sonnabend, den 26. Jannar 1918. eapeüitton: SW. SS» Änöenstraße 2. Fernsprecher: Amt Morit-Ptad. Str. 151 SV— 151 V7. l>ie Einladung an Mlton. Denn Si« ein« Regierung hätten, die einen anderen Friede» will, als den des entrückenden Teiles der ganzen Bevölkerung, wen» Sie eine Regierung hätten, die a«S (kroberungsabsichten de» Krieg verlängert, dann wäre ein Kampf des HiaterlandeS gegen dir Regierung von dessen Standpunkt aus verständlich. To die Regierung genau dasselbe will, wie die Majorität der Monarchie, d. h. die baldigste Erreichung des ehrenvollen Friedens ohne annexionistisch« Ziele, so ist e» ein Wahnsinn. ihr in den Rücken zu fallen, sie zu hemmen und sie zu stören. Graf Czernin am 24. Januar 1V13. In der deutschen Presse ist eine höchst spannungsvolle Debatte darüber entstanden, ob die F r i e d e n s e i n l a° düng CzerninS an Wilson einen Abfall Oesterreich- Ungarns vom Bündnis bedeutet oder nicht. Die alldeutsch- konservativen Blätter nehmen das erstere an und behnndeiu Oesterreich-Ungarn schon in ähnlicher Weise, wie..Matin" und „Times" im ersten Zorn über die bolschewistische Wendung in Rußland sprachen. In der Rede aber, die Herr v. Kühlmann gestern im Hauptausschuß gehalten hat, findet sich der schwerwiegende Satz:„Wir stehen mit dem Grafen Czernin im Einverständnis." Dieser Satz bestätigt, entgegen allen alldeutschen Vermutungen, daß„Graf Ezernins Bruderkuß für Wilson"— wir finden diese geschmackvolle Ueberschrift in der„Post"— im voraus den Segen der deutschen Regierung Tfn» To ClTJ C, S» ri( � rc � �«v___ r*<...' I. haster Werbung vorgeht," isKdem Grafen Hertling die Rolle der spröden Schönen zugcfallest. die sich verschämt im Hinter erhalten hat. Während also Gras Czernin, der sich, weit vom Schuß, über die Alldeutschen sogar lustig machen darf, mit lebhafter Werb—'-----*JL P~—----- der spröden gründe hält. Czernin hat zwischen dem amerikanischen und dem öster- rachischen Friedensprogramm eine weitgehende Ueberein- stimmung festgestellt und gemeint, über die Differenzen werde sich reden lassen._ Umgekehrt hat Hertling nur eine sehr mäßige Uebereinstimmung gefunden und über mangelndes Entgegenkommen an den deutschen Friedensstandpunkt ge- klagt, was im Zusammenhang mit der Czerninrede offenbar den Sinn einer Aufforderung hat, doch gefälligst etwas näher- zutreten. Wir stehen also vor einem neuen Versuch Deutsch. I a n d s und Oesterreich-Ungarns, die Verhandlungen über den allgemeinen Frieden in Gang zu bringen, und es braucht nicht erst lang auseinandergefetzt werden, daß das Ziel dieses Versuchs auch das Ziel der Sozialdemokratie ist. Etwas anders aber verhält es sich, soweit es auf die gewählte Methode und das angestrebte Endergebnis des Friedens an» kommt. Hier bestehen scharfe, wenn auch noch nicht vollstän- dig geklärte Meinungsverschiedenheiten. „Wenn Sie eine Regierung hätten, die aus Erobenmgs- absichten den Krieg verlängert, dann wäre der Kampf des Hinterlandes� gegen die Regierung von dessen Standpunkt aus verständlich." Nun, wir in Deutschland sind in der fatalen Lage, nicht genau zu wissen, ob unsere Regierung den Krieg aus Eroberungsabsichten verlängert oder nicht. Hertlings Formeln sind dunkel und vieldeutig. . In einem Artikel des„Tag" zur Verteidigung der Ober- sten Heeresleitung, dessen Ton und Inhalt auf militärische Urheberschaft schließen läßt, findet sich folgende Stelle: Bei den Besprechungen über die zu e r st r e b e n d e n K r i e g Sziele, die zwischen der Obersten Heeresleitung und den Reichskanzlern während des Krieges stattgefunden haben, rst dsr leitenden militärischen Zentral« wiederholt das allge- meine Programm der Regierung mitgeteilt worden. Danach mußten sich naturgemäß die militärischen Maßnahmen der Obersten Heeresleitung richten. Man kann z. B. einen voll- ständigen Berzichtfrieden mit erheblich geringeren militärischen Änstrcngungcu und mit unvergleichlich geringeren Blutopfrrn er- langen alS einen Sicherungssrirden. „Vollständiger Verzichtsrieden" ist gleichbedentend mit annexionslosenl Frieden,'„Sicherungsfrieden" mit annexio- nistischem Frieden. Hier wird also ausgesprochen, was ja an sich schon sehr einleuchtend ist, daß ein Frieden ohne An- nerionen eher und mit geringeren Blutopfcrn zu erreichen ist als ein Frieden mit Annerionen. Die Masse der Bevölkerung verlangt d e n Frieden, dem seine Gegner den Ekelnamen eines„vollständigen Verzichtfriedens" gegeben haben, und sie fragt mit jedem Tage lauter die Regierung, ob sie diesen„Ver- zichtfrieden" schließen will oder ob sie die Verantwortung für die unabsehbaren Blutopfer auf sich nehmen lvill, die für den sogenannten„Sicherungssrieden", ohne bestimmte Aussicht auf Erfolg, noch riskiert werden müßten. Wir erfahren, daß es ein„allgenieines Programm der Regierung" gibt, nach dem die Oberste Heeresleitung ihre Kriegführung einrichtet..Hätte das deutsche Volk, nicht das Recht, dieses allgemeine Programm etwas näher kennen zu lernen? Auch Herr v. Kühlmann hat gestern im Hauptaus- sifmß erklärt, daß die Politik, die er in Brcst-Liwwök treibe. „zwangsläufig" fei, da schon vor feinem Amtsantritt im Juli v. I. die Politik nach Osten, h. die polnisch-baltische Politik „als zwischen allen maßgebenden Faktoren schon b e- stehend angenounnen worden sei". Dazu ist zweierlei zu bemerken: erstens, daß die deutsche Volksvertretung zu den „maßgebenden Faktoren" nicht gehört hat, und zweitens, daß Reichskanzler Graf Hertling noch am 29. November dieser Volksvertretung erklärt hat:„Uebrigens sind die Dinge hier (im Osten) noch völlig in der Schwebe. Nachrichten, welche vor einiger Zeit durch die Presse gingen, als ob in einem Punkte eine feste Abmachung geschlossen worden sei, sind den Tatsachen vorangeeilt." Man darf nun wohl fragen: Steht ettvas fest oder steht nichts fest? Besteht für den Osten und vielleicht auch f ü r d e n Westen ein allgemeines Regierungsprogramm, nach dem die Oberste Heeresleitung ihre Kriegführung einrichtet, das aber dem Reichstag nicht, sondern nur den„maßgebenden Faktoren" bekannt ist? Soll der neue Friedensschritt des Grafen Czernin Erfolg haben, so muß erst über diese Frage volle Klarheit geschaffen werden. Möge Herr v. Kühlmann doch sagen, ob ihn die Fest- legung durch die maßgebenden Faktoren etwa hindert, folgende Forderungen anzunehmen: 1. Ehrliches Selbstbestimmungsrecht der Ostvölker ein- schließlich des Rechts, sich Rußland wieder anzuschließen. 2. Volle Wiederherstellung der Selbständigkeit Belgiens (nicht der„Wallonen und Vlamen"). 3. Zurückgabe der besetzten französischen Gehietc unter der einzigen Bedin- gung. daß Frankreich darauf verzichtet, deutsches Gebiet zu beanspruchen. Das ist das Programm des ehrlich annexionsloscn Fric- dens, daS Programm, das nach dem ernsten Zeugnis des „Tag" die geringsten Blutopfer kostet, das Programm, hinter dem die Sozialdemokratie und mit ihr sicherlich die ungeheure Masse des arbeitenden Volkes steht, daS ist schließlich auch das Programm, auf dessen Grundlage eine Einigung mit den Gegnern in absehbarer Zeit wenn auch noch nicht sicher, so doch möglich ist. Auf der Grundlage einer anders gerichteten„zwangsläufigen" Politik wäre aber die Einigung ohne weitere Blutopfer unmöglich! Möge also Herr v. Kühl mann doch sagen, ob ihn irgend- eine Festlegung durch„maßgebende Faktoren" an der An- erkennung dieses Programms hindert, für das zweifellos eine starke Mehrheit im Reichstag zu haben ist! Man wird daraus zugleich entnehmen, ob die Mission des Grafen Czernin j e tz t s ch o n aussichtsreich ist oder ob erst ein W a n» delder deutschen Regierungspolitik notwendig ist, um sie aussichtsreicher zu gestalten. Ohne ein klares Bc- kenntnis der deutschen Regierung hätten wir von dem neuesten Friedensschritt der Mittelmächte doch nichts anderes zu er- warten als eine Enttäuschung mehr! Sie Zrieöensöebatte in Wien. Tie Einladung an Wilson abgegangen. In der Debatte erklärten sich Waldner(deutschbürgerlich) und DaSzynSki(poln. Soz.) für Czernin. Auch der deutsche So- ziakdemokrat Ellenbogen sprach das Lcrttauen der Sozialdcmo- traten in die Friedenspolitik des Ministers ans und stellte mit Bc- sriedigung fest, daß die heutige Mitteilung de» Minister» de» Aeu» ßern bezüglich der Wilsonnote dem allgemeinen Frieden'näher- bringend zu betrachten sei. Es wäre wünschenStoert, wenn der Mi- nister seine Absicht durch eine neutrale Macht Amerika übermittele. Der Tscheche Stransky begründete den Dcrtraucnsniangel gegen Czernin mit dessen Haltung in der Tschecheufrage. In, ähnlicher Weise äußerte sich auch der Südsiawe K o r o s e c. Nächste Sitzung Morgen. Czernins Schlußwort. Wien, 25 Januar. Graf Czernin sagte zum Fall Hoffmann: DaS Verhältnis des von mir ungemein hochgeschätzten und«13 General ganz zweifellos hervorragenden Herrn zu mir läßt sich ungefähr so präzisieren, daß weder ich ihm, noch er mir vorschreiben kann, was wir sprechen. Gegen seine Rede zu polemisieren, hätte ich völlig unrichtig gefunden, denn die ganze Rede entfesselte einen Sturm im Wasserglase. In Brest hat sich kein Mensch da- rüber aufgeregt, auch nicht Trotzki, der darauf antwortete, wenn Hoffmann sage, daß Rußland von den Deutschen besetzt sei, so gebe et ihm darauf die Antwort, daß der Kaukasus und dt: Türkei von den Russen besetzt seien. Das eine sei de» anderen wert. Was die internen Angelegenheiten Deutschlands anbelangt, so lehne ich eine Diskussion über disseü Thema ab. Ich mache nur auf einen großen Unterschied in der Kriegszielfrage aufmerksam, den ich bereits wiederholt hervorgehoben habe, und den die Herren immer wieder vergessen. Deutichland besteht nicht nur aus dem Deutschen Reiche auf dem Äontineut. sondern dazu gehören noch seine großen Kolonien, die zurückzuibekomwen es das Recht hat. Sie gehören zu seinem Besitzstand und es ift selbstverständlich, daß es die Pfänder nicht ans der Hand geben kann, brvor rK nicht die Garantien erhält, daß rS seine« Besitzstand wieder bekommt. Darin ist Deutschland in einer anderen Lage als wir. Wir brauchen die Faustpfänder in dieser Hinsicht weniger dringend. Hinsichtlich seiner Antwort an Wilson erklärte der Minister, er habe diese Rede nicht nur gehalten, damil sie der Ausschuß höre, sondern auch Wilson. Wilson hatte hiervon bereits zur selben Swnde KennwiS, wo der Minister im AuSschnft sprach.(Beifall.)- Wenn Stransky Trotzki das Bedauern darüber aussprach, das, er dem Minister angeblich gleichen soll, so bemerkte der Minister: In einem Punkt besteht zwischrn mir und Trotzki jedenfalls ein Nnttrschied. Wir sind beide in unsere respektiven Heimaten gefahren, um ein Vertrauensvotum der respektiven Körperschaften zu«rlmigeu. Trotzki ist daS mißlungen, und er hat als Antwort Maschinengc> wehre auffahren lassen und die Konstituante auseinandergetrieben. Wenn Sie mir dasselbe machen, lasse ich keine Matrosen kommen. sondern demissioniere.(Heiterkeit.) WciS demokratischer und freiheitlicher ist, überlasse ich Ihrer Beurteilung.(Lebhafter Beifall.) AuS dieser neuen Rede CzerninS geht die wichtige Tat- fache hervor, daß die Einladung der Mittelmächte an Wilson, in Friedensverhandlungen einzutreten, dem Präst- deuten schon vor der öffentlichen Mitteilung des Ministers zugegangen ist. (Siehe auch Beilage, erste Seit«!.) Sautzen-Kamenz unser! Die Mehrheit für verftänüigungsfrieöen! B a u ü e n, 25. Januar.(Eigener Drahtbcricht des„Vor wärts".) Bei der heutigen Stichwahl im Wahlkreis Bautzen Kamenz erhielten __ Parteisekretär U hli g(Soz.)%K1 Stimme«, Jnstizrat Hermann(kons.) 8763 Stimmen. Uhlig ist somit gewählt! Eine Probe auf die Stimmung des deutschen Volkes sollte diese Nachivahl sein. So hatte die.Kreuzzeitung" verkündet,«IS das Mandat des Antisemiten Gracfe frei ivurde. Die Probe ist gemachr worden— und sie hat mit einer schweren Niederlage der alldeutschen Eroberungspolitiker geendet. Der Wal,! kreis, der sich feit 1877 dauernd in den Händen der Rechten befand, der einzige sächsische Wahlkreis, den die Sozialdemokratie bislang noch niemals zu erobern vermochte. er schickt jetzt einen Sozialdemokraten, einen zuvecläfsigcn Anhänger des Friedens ohne Annexionen und Kontributionen, in den Wallotbau. Uhligs Sieg ist ein Sieg des BerständigungSfriedenS. Er ist gleichzeitig ein Sieg der sozialdemokratischen Mehrhritspolitik. Ihr gelang, was die Unalchängigen vor etwa Jahresfrist in Oschatz Würzen unter viel günstigeren Vorbedingungen vergeblich versucht haben: der Reaktion, dem Alldeutschtum', einen für uneinnehmbar gehaltenen Wahlkreis zu ent- reißen.— Sachsen ist wieder daS rot« Königreich! Von den drei sächsischen Sitzen, welche die Rechte 1V12 retten konnte, besitzt sie nur noch«inen! Em Menete kel für die VatcrlandSpart ei und die alldeutschen Annexionisten! Ztveiseln die Herren mm noch, wie eine allgemeine Wahl aus fallen würde?! Voufccn Kamenz ist nur der Auftakt zu dem, was sich bei den nSchstc« RrichstazSwahlrn ereignen wird! * Bei der Haupttvabl waren abgegeben worden für llhlig(So-,.) 6416, Hermann lkonf.) 69d7,'Pudor(Fortschr. Vp. 3o2ö Stimmen. Die Wahlbeteiligung an der SHchroahi übertrifft also um etwa 1400 Stimmen die der Hauptwahl. Der weitaus größte Teil der Fortschrittler hat offenbar' gemäß der von der Partei leitung ausgegebenen Parole in der Stichlvcchl für den Sozialdemokraten gestimmt. /lrbeiterkdngrdß zu Nottingham. Die englische Arbeiterpartei über St-ieg und frieden. Hcnderson als Nenordner von Gesellschaft und Arbeiter- bewegung. Loudon, 23. Januar.(Reuter.) Die offizielle Eröffnung der Jahreskonferenz der Arbeiterpartei fand heute statt. Der Vorsitzend« P u r d y sagte in seiner Eröffnuiigsausprochc, daß ent�Hgen ihren Hoffnungen der Krieg noch immer mil unver- mindener Kraft wüte und die indusirielleu Klassen durch Genera- tionen seine katastrophalen Wirkungen füblen würden. E s tu»;; von der Nationalen Arbeiterpartei alles getan werde,», um ihre russischen Freunde zu verhindern, eineit Sot-der- friede« mit de» Mittelmächten zu schließen. Nichts könnte für die Demokratie vernichtender sein. Es sei für Deutschland und seine Bundesgenoffen nichtlänger möglich, zusagen, daß 'ie eine« BerieidigitngSkrieg kämpfen. WäSrend Gro�« Britannien und seine Verbündeten bekannt gemacht KäUcn. dax sie nicht beabsichtigen, die derNichc Nation M vernichren, sab man lein Zeichen, das? Deutschland und seine Verbündeten Willen S icien, tue von Lloyd George. Wilson und der Ur b e i t e r- vartei ausgesprochenen Prinzipien anzunehmen. Will Deutschland Belgien, Nordfrankreich und die anderen besetzten Gebiete räumen? Wenn das deutsche Volk und die deutsche Regierung aufrichtig einen /frieden, der aus de« Grundsähen der Rechtlichkeit aufgebaut ist, wünschen, so ist ihnen der Weg dazu geöffnet worden. Wenn sie die von Wilson aufgestellten Grundsätze annehmen, ist der Weg zu einer Schlichtung auf der ganzen Welt frei, die es uns ermöglichen wird, einen Frieden herzustellen, der keine Keime zu künftigen Kriegen in sich trägt. Während Deutschland jene Gebiete noch besetzt hält, würde ein durch V e r st ä n d i- g u n g erzielter Friede seinerseits' als Sieg ausgelegt werden und den Militarismus noch stärker im deutschen Volk festigen. Wenn Deutschland und seine Ter- biindcten nicht willens sind, ihrerseits die Annahme der von unserer Regierung undaWilson werossentlichien Prinzipien zu erklären, müssen wir meiier tnmpseu bis zu einem Abschluß, der es den Völkern der Well ermöglicht, in Sicherheit zu leben, müsscu wir den Krieg fort- fetzen, bis der Sieg gefichert ist. Pnrdys Rede machte einen tiefen Eindruck. Es sprach aus ihr ein hoher, mit den den demokratischen Grundsätzen vereinbarlicher Patriotismus. Nach der Rede des Vorsitzenden ging die Versammlung mr Verhandlmtg über die Frage der Ergänzung der Parteistatuten über. Der ausführende Ausschich beantragte, das; die?l r b e i t e r p a r t c i a u Z allen Organisationen sowie einzelnen Männern und Frauen, die sich zu dem Statut und den? Programm der Arbeiterpartei bekennen, bestehen sollte. Hendcrson sagte, indem er eine Resolution beantragte, daß sie tn inlernatioualer Beziehung in Erwartung eines •ä ölkFrlriedens seien. In nationaler Beziehung verlangten lie die Neuordnung der G e s c I l s ch a s l, aus der b r e l t e u Grundlage des Bürgertums Tie Iveiße Sklaverei iömie nur durch eine Reuorduung der Gesellschaft de- witigt werden. Die Arbeiterbewegung müste von oben vis unten organisiert werden. Nur durch solche Mittel könnten sie sich die Zügel der Regierung im Krude sichern. Diese Qrgani- • alten müsse auch auf jo breiter Grund lag e ruhen. datzeZ möglich sein würde, Männer, wie A d m i r n l Lord Beressord und alle hervorragenden Ge- w er ks ch a f: S b e ant te wie John Seddsn aufzunehmen. Zum Schluß rief Henderjon zur Neuerganisation der Partei rui. sodaß zur gegebenen Zeit die!6 JlX? Wäbler bei den nächsten allgemeinen Wahlen eine Partei für silb haben würden. Ter Antrag der Borgarbeiterveremigmig, die Frage des P a r ti: ist a t Utes um ciucn Monat zu vertagen, wurde mit kleiner Mehrheit angenommen. Hcnderson verlas sodann eine Entschließung, worin die Regierungen der Alliierten aufgefordert lverden, eine Kriegszielerklärnug abzugeben, sich mit den Anordnungen für eine Konferenz in London am 20. Februar einverstanden zu erklären und der Teilnahme a n c i n e m internationalen Kongreß in irgend einem neutralen Lande, vorzugsweise der Schweiz', die e g e zu ebnen. Noch lärmenden Austritten wurde die Entschließung gegen einige Unzufriedene angenommen. Die Konferenz wurde auf morgen vertagt. Amsterdam, L-i. Januar.„Algemcen Handelsblad" meldet ans London, daß. auf dem Arbeiterkongreß in Rotking- dam mit 1331000 gegen 1318 000 Stimmen beschlossen wurde, d en Plan zum Ausbau dcp Arbeiterpartei auf einer breitcren Grundlage v o r l ä n s i g z ü v e r t a g e n. London, Lt. Januar. Ein Antrag, daß die Mit- g l i e d c r des ausführenden Ausschusses, die auch R c g i e r u n g s m i t g l i e d c r seien, sich aus dieser -u rückziehen sollten, wird mit 1561 000 gegen 000 Stimmen abgelehnt. » Huysmans, Bnndcrvelde, Äenaudel in Nottingham. Haag, 23. Januar.(„Franks. Ztg.") Einem Äeutertelegmmm ms London ist zu entnehlnen. daß aus der Arbeiterkonferenz in Nottingham die Belgier H u y Z m ans, Vandervelde, de Brouckäre, der Franzose Re naudel und der> Russe Li t- w i n o w zugegen waren. HuYSrnans sprach über die russische Neoolutjo», wobei er erklärte, daß die Russen ein« friedliche Entwicklung wollten, und diese müsse auch das Ziel der sozialistischen Arbeiterparteien, der ganzen Welt sein. Er behauptete zu wissen, daß die Reden Lloyd Georges und Wilsons mehr Eindruck in Deutschland gemacht hchien, als aus der Presse zu erkennen getvesen wäre. Der russische Vertreter Litwinow nahm die Bolschewiti gegen den Vorwurf in Schutz, das; sie eine Bande von Räubern seien. Vande r velde meinte, die DemotrcNie werde den Militarismus besiegen. Er machte bezüglich dos Kriegszielpvograntms der eng- tischen Arveiterparlei Borbehalte für die südafrikanischen Kolonie«. Bei dein gegenwärtigen Stand bedeute die Jnter- Nationalisierung der Kolonien Afrikas eine Enteignung, die. Belgien und Portugal olme Leistung einer Gegenvergntung. träfen. Die Demokraten der Ententeftaaten müßton, nachdem sie untercininidec eins geworden seien, an die Zentralmächte die Ausiorderung richten, zwischen Demokratie und Autokratie zn wäblen. Wie aber auch die Antwort ausfalle, die E n te n de m o kr a te n soien entschlossen, bis zum Ende für die Rechte der Völker zu kämpfen. Renaudel forderte, wie Vanderveldc, die Demokraten der Zentralmächte ans. den Militarismus abzuschütteln. Deutschlchond müsse die Konslittsfragen dem Urteil der Welt, unterbreiten, so vor allen Dingen die Frage Clsaß-Lvthringens. Hierbei handle es sich nicht um eine territoriale Angelegsnheit. sondern um eine An- gelegenheit des Rechtes, ohne die die russische Fciedensformcl jeden Wert verliere. Bevor die Volksabstimmung in Elsäß-Lothringen stattfinde, müßten diese beiden Provinzen desannektiert werden. Ramsay Macdonald führte aus, ein Friede ohne die Un- .idhängigkei! Belgiens sei nur ein Scheinsriede und habe neue Kriege zur Folge., * • Amstetdam, 25, Januar. Nach einer Reutermcldung sagte in der heutigen Sitzung der Arbeiierkonferenz in Nottingham R c- n a u d e l, daß die Kriegszieldenkschrift der englischen Arbeiterbewegung dem Nalionalrat der französischen s o z i a l i st:- s che n P a r t e i e u am 17. Februar vorgelegt werden würde. Zllles werde versucht werden, die Zustimmung der Arbeiterpartei in den Bereinigten Staaten und den anderen alliierten Ländern zu sichern. Er glaube, daß auf diese Weise die gesamten Arbeltecorganisäkionen der?llliiertcn baldigst zu einer Mbercin- stimmung hinsichtlich ihrer Kriegsziele gelangen würde». Dann werde man sich an die Arbeiterorgamsatione» der andere« Krieg- kühreudr««enden, in eine gemeinsame Aktion zur Erzielnng eines »auer haften Friedens einzutreten, der die Niedcrle-ge des Jmpe- Ealikmns m der ganzen Welt besegeln würde. Gefechte an der englische» Westfront. Amtlich. Großes Hauptquartier, LS. Januar H918.(JB. T. 25.) Westlicher Kriegsschauplatz. Zwischen Poelkapelle und der L y s, bei L e n s und beiderseits der S c a r p c lebte die Gefechtstätigkeit am Nach- mittage auf. Ä» verschiedenen Stellen der Front ErfuudungSgrfechte. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Ttt Erste Generalquartiermcistcr. Ludcndorff. Abeudbericht. ? e r l i v, 25. Januar 1918, abends. Amtlich. Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Ter österreichische Bericht. Wien, den LS. Januar 1918. Amtlich wird«er- lautbart: Keine besonderen Ereignisse. Der Chrf des Generalstabes. Basel, 23. Januar. Nach einer HavaSineldung aus Paris er- suchte die russische RevolutionSliga Vanderv-elde, der gegen- Ivärlig in Nottingham weilt, telegraphiirb, er ntöge dem Kongreß eine Protestkundgebung gegen die Auflösung der Konstituante und gegen die Verhaftung der besten Vertreter Rußlands sowie gegen die unwürdige Führung der russischen Revolution unterbreiten. Der Selgierkö'mg an üen Papst. König Albert hat, Mio jetzt igemoldot wird, am 21. De- zomber die päpstliche Botschaft mit einem Schreiben beant- wartet, in dem er seine lebhafte Sympathie für den Friedens- gedankon ausspricht. In dem Schreiben heißt es: Vor dem denlschen Ultimatum an Belgien hatte Belgien nur den Wunsch, mit ollen seinen Nachbarn in guten Beziehungen zu leben. Es übte gegen einen jeden von ihnen mit gewissenhafter Loyalität die Pflichten aus. welche ihm die Neutralität auserlegte. Wie wurde es durch Deutschland für dcS Vertrauen, welches e§ ihm bewies, gelohnt? Wenn es ein Land gibt, welches berechtigt ist zu sagen, daß es die Waffen für die Verteidigung seines Daseins ergriffen hat, so ist das sicherlich Belgien. Es wünscht leidenschaftlich, daß dem unerhörten Leiden der Bevölkerung ein Ende gemacht werde und eS vermöchte nur einen Frieden anzimehmcn, welcher ihm in gleicher Weise sicherte: Billige Genugtuungen und Sicherheit und Garan- tien für die Zntnuft, Unversehrtheit � des nnitterstaatlichen und kolonialen belgischen Gebietes und seines politischen, wirtschaftlichen und militärischen Einftnsies ohne Bedingungen und Beschränkungen, Genugtuungen für die erlittenen Schäden und Garantien gegen eine Wiederholung des Angriffs von 1911. Der Reichstag hat die sogenannte Friedensentschließung an- genommen, der Kanzler und die Minister der Auswärtigen An- gelegenheiten sind in Deutschland einander gefolgt und erst unlängst hoben die Mittelmächte Noten veröffentlicht und eine Antwort aus die Boffchaft des Papstes. Abcr ist jemals ein Wort gesprochen worden oder semals eine Zeile geschrieben worden, welche die un- verjätzrbaren Rechte glatt anerkannt hätte, welche Belgien immer von ncnrm verkündet hat? Hierzu ist zu bemerken, daß namens der Sozialdemokratie erst gestern wieder Genosse Scheidemann das Recht Belgiens auf Wiederherstellung der staatlichen Selbständigkeit anerkannt hat. Deutsch-rustlsches Gefangenenabkommen. Berlin, 23. Januar. Uöl'er den bisherigen Gang der Verhandlungen der in Petersburg auf Grund der Zusatzbestimmung zum Breiter Wassenstillstandsvcrtrag tagenden Kommission wird Nach- stehendes berichtet: Die Gefangenclikommission hat sich mit der HeimbeförderungderZivilpersonen und der i it v a- l i d e n Kriegsgefangenen sowie mit der Behandlung der zurückbleibenden Kriegsgefangenen beschäftigt. In der Frage des Jnvalidenwustausches ist auf der Grundlage der früheren Vereinbarungen uno des nicht zur Ratifi- kation gelangten Kopenhagener Protokolls im wesentlichen E i n- vernehmen erzielt worden. Dagegen ist es hinsichtlich des Austausches der Zivilpersonen bisher zu einer Verständigung über den Kreis der Auszutauschenden noch nicht gekommen. Immerhin ist schon im besrchänkten Umfange mit der Heimbeförde- runz begonnen worden. Die polenüelegation für Dreft. Telegramm Kähfatumt#. Warschau, 24. Januar. Wie die Blätter berichten, hat Staats- sekretär v. Kühlmann an bei: polnischen Ministerpräsidenten v. Kucharzewski folgendes Telegramm gerichtet: Der Herr Reichskanzler hat das Telegramm Eurer Exzellenz vom 17. cm mich weiter geleitet. Eurer Exzellenz beehre ich mich hierauf zugleich im Namen des Herrn Reichskanzlers folgendes zu erwidern: Der Wunsch, daß Vertreter der polnischen Regierung zu den in Brest-Litowsk geführten Berhandlun- gen zugelassen werden möchten, begegnet mei- n e m v o l l st e n Verständnis. Wie Eure Exzellenz den Vor- handlungsberichten entnommen haben, werden, haben denn auch die Vertreter Deutschlands und Oesterreich-Ungcrnrs der russischen De- legation den Vorschlag gemacht, zwecks Vertretung der Wünsche des selbständigen polnischen Staates Bevollmächtigte seiner� nationalen obersten Staats ginvalt zu den Friedensverhandlungen hinzuzuziehen. Zu trnsetem lebhaften Bedauern Hai einte Einigung über diesen'Vorschlag nicht erzielt werden können, da die russische Delegation weder die Selbständigkeit des polnischen Staates «och die Rcchtmäßigeit einer gegenwärtigen Regierung ancrtennen wollte. Zurzeit ist infolge der Abreise des ersten russischen Bevoll- mächiiglen Herrn Trotzki eine Pause in den politischen Beratungen eingetreten. Ich werde nicht verfehlen, nach Wiedererösftrung der politischen Verhandlungen bei der russischen Delegation auf den Wunsch der polnischen Regierung zurückzukommen. De? Bürgerkrieg in üer Ukraine. Aufruf zur Erhebung gegen die Zentralrada. Petersburg, 22. Januar. sMeldung der Petersburger Tclegraphenagentur.) Aufruf des GeneralsekretariatS des Volkes «xd der Republik der Ukraine an alle Ukrainer. DaS Generalsekreianat der Zentralrada unterstützt Kaledin und alle Gegenrevolutionäre tu■ihrem Kampfe gegen die Re- Volution der Arbeiter und Bauern, sät nationale Zwietracht zwischen das ukrainische und russische Volk und stärkt, das bürgerliche Regime in der Ukraine. Wir erklären im Namen des Volkes und der Republik der Ukraine, daß das Sekretariat derZentralrada ein Fein d des freien ukrainischen Volkes ist, und fordern das gesamte Heer sowie die Arbeiter und Bauern der Republik auf, g e g e n d a 5 bürgerliche Gene ralsekretariat der Zentral- r a d a und g e g e n K a l e d i n zu kämpfen. Das Heer und die Regierung der Arbeiter und Bauern der geeinten Bundesrepublik wird mit uns gemeinsame, Sache machen. Alle Bauern und Arbeiter, alle Bürger der Ukraine sollen daS revolutionäre, das Volkssekretariat und das des Volks- beauftragten tätig unterstützen. Tic Volksbeaustragten: Georg Kotzubinski, Nikolaus Skripmk. Waldemar Luxemburg, Georg Lepschinski. Eugen Boche, Sergo Bakinski, Manuel Lupanowski und Waldemar Äußern. Der Nlmiftermorü. Verhaftungen.• Petersburg, 2t. Januar.(Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.) Ter verhaftete'Soldat B a s s o w hatte die beiden ehemaligen Minister auf ihrem Transport von der Festung zum Hospital begleitet. Bassow führte die an dem Verbrechen beteiligten Matrosen in das-Hospital. Ter Führer einer Handgranatenwerserabteilung, K u l i k o w, der dem ersten Gemeindebezirk zugeteilt ist, hat nicht direkt an dem Mord teilgenommen, stelst jedoch in engen-' Beziehungen zu den Mördern. Kulrkow wurde auf ernskimm-ig' erlassenen Befehl des Ausschusses zur Bekämpfung der Gegenrevolution und der Pogrome v erb astet. Tic verantwortlichen Kommissare sind Mitglieder der Parteien der Aolichewiki und der. Sozialrevolutionäre der Linken, die in den Gemeinde- und Bezirks- ausscbüssen arbeiten. Ter 1 Inter j uchungsau s-ichuß kennt die N a m e n.d e r Matrosen, d i c d ie e>, e mo l i g e n M i n i st e r e r m o r d e t h a b e n. In der Angelegenheit des Mordes wurden weitere drei Personen verhaftet, deren' Mit- schuld sich demnächst herausstellen wird. Tie tvscr der lebte« Petersburger Unrutzeu. Reuter meldet aus Petersburg: Ackü-Tpfer der Stroßenkämpfe om-ErössnUn.tzS- t a g e der K o n st i t u ä n t e- wurden am Dienstag auf dem Preo- vretschenSktz-Friedbof, 1ö Meilen von Petersburg entfernt, beigesetzt. Tausende von Menschen schloffen.sich trotz des starken Schneesturms dem Trauerzuge an. vor allen Dingen Vertreter der bessergestellten Arbeiterklassen. Zu Zwischenfällen Ist eS nicht gekommen. Die Lebensmittelrationierung in Englanö. London, 21. Januar. Reuter. Der Nahrungsmittel-' koulmissar Lord Rhondda erklärte in einer Rede in London. die Zwangsrationierung müsse kommen. Es sei dringend notwendig, daß außer Butt.er und Marga- r i n e auch das Fleisch rationiert werde. Der Krieg auf öen Meeren. Berlin, üi. Januar. Sechs Damp f«r Mi> ein fahrzeug wurden letzthin von üiiscren llnserseeboaten verseUkt. Bier Dampfer wurden dicht unter der englische« öft- k ü st e, wo die Bewachung besonders stark ist, abgeschossen, emer von ihnen auS einem durch viele Zerstörer und Fifchdampfer geschützten großen Geleitzug. Der Chef des Admiralstabes der Marine. *'... London, 23. Januar. Unterbaus. Mac Namara erklärte, daß mit einem Dampfer, der vom Feinde im Mittelmeer per- senkt wurde, ungefähr 484 und mit einem ändern 224 Per- fönen zugrunde gegangen sind. Die Arbeit öes Reichstages. Der Aeltcstenrat des Reichstags trat am Freitag nach- mittag zur Besprechung der Geschäftslage zusammen. Es er» folgte eine Einigrnig dahin, daß der Hauptausschuß morgen,. Sonnabend, die Beratungen über die politischen Fragen zu. Ende führen, die Vollversammlung auf den 19. Februar ein- berufen werde und in der Zwischenzeit der Hanptousschuß nach Bedarf zusammentreten soll.__ Eine auffällige militärische Einziehung. Wieder rückgängig gemacht. Der»Berliner Lokal-Anzeiger* meldet: Der bisherige Vorsitzend« des BundeS der Kriegsbeschädigten, der„Vorwärts"'-Redakteur Erich Kuttner, hat gestern von der Militärbehörde einen Gestellungsbefehl für den 25. d. M. erhalten. Kuttner war nach seiner schweren Verwundimg zunächst„d. u."' geschrieben worden.. im Mai 1916 aber für arbeitsverwendungsfähig. in der Heimat erklärt worden. Er bezieht noch jetzt ein« LOprozentige Rente. Als.Vorwärts''-Redakteur war er bis zum S1. März d. I. reklamiert. Die Mitteilung des„Berliner Lokal-Anzeiger' ist richtig. Die Wiedereinziehimg unseres Kollegen, dessen rechter Ann zerschossen und gelähmt ist, hat in Kreisen der Berliner Presse großes Aufsehen erregt, zumal sie ganz allgemein in bestimmter Weise gedeutet wurde. Mittlerweile ist die Maßregel aber wieder rückgängig ge- macht worden,_ verbot üer �Kreuzzeitung". Durch daS Oberkommando in den Marken ist die„Kreuz- zeitnng' ain Freitag früh vorläufig drei Tage verboten worden, konnte jedoch am Nachmittag wieder erscheinen. In der Presse wird das Verbot zurückgeführt aus jenen Artikel in der„Kreuz- zeitung', in dem gefordert wurde, Scheidemann und Ebert auf den Sandhaufen zu stellen. Wenn einige olldeutsche Blätter dabei durch- blicken lassen, als sei das Verbot von unserer Seite gewünscht oder angeregt worden, so müssen wir dem mit der allergrößten Entschiedenheit und Entrüstung widersprechen. Wir sind prinzipielle Gegner der Zensur, gegen wen sie auch immer geübt werden mag, und fühlen uns durchaus Manns genug, mit derartigen Angriffen, wie sie die .Kreuz-Ztg.' brachte, selber fertig zu werden. Wir stehen— das betonen wir gerade hier— nicht ans dem Standpunkt der„Kreuz- Ztg.'. die vor kurzem anläßlich eines Verbots des„Vorwärts" schrieb:„Der„Vorwärts" mußte Hervoten werden." Die politische Debatte vor öem Haushaltausschuß. Die Tebatts fand am Freitag ibrc Fortsetzung. Reichskanzler Graf v. Hertliag war in der LormirtagSsitzung nicht an* mescnb, dagegen waren die Abgeordneten aller Parteien Wiederkehr .vchlreich erschienen. Sofort nach Eröffnung der Sitzung ergriff das Wort Staatssekretär v. Kühlmaun: Bevor ich in die Einzelheiten der Bcrbandlungen eingebe. wöckte ich in ganz wenigen Strichen Ihn«: die Geschichte der in Brest-Litowsk neriretcnen Politik und die Grundzüge dieser Politik selbst auseinandersetzen. In der sehr oroegten und Verwirrenden Zeitungspolemik, auf welche verschiedene der Herren Vorredner in der TÄatte gchtern hingewiesen haben, wurde fast regelmäßig von der Fiktion ausgegangen, als seierr die Unterhändler nach Brest-LitoinSk losgefahren und hätten dort an£xt und Stelle nach den Bedürfnissen der Lage und nach der „englischen Mördergrube die sie im tiefsten Herzen haben, eine Politik zurechtgsbraut. Dicie teilweise sehr.geiftreichon" Ausführungen entbehren aber deshalb feder Grundlage, weil, wie gestern hier schon dargelegt worden ist, der Ursprung der von uns vertretenen Politik weit zurückliegt. Diese hangt organisch zusainmen mit der Schaffung eines selb ständigen Polens. Ich kann nicht mir voller Sicherheit dokunrcn- larisch sagen., zu welcher Zeit die Politik, die für uns ein S p e z i a l- Interesse an den westlichen Raubst ästen des ehemaligen russischen Kaiserreichs, Kurland, Litauen und Polen fest' setzte, bei uns endgiittty niedergelegt worden ist. Es haben mir jedenfalls Akte aus dem Frühjabr 1917 vorgelegen, wo noch unter der Kwrzlerschoft des Herrn v. Bethman» Holl weg die Politik indem Umfange, wie sie jetzt vertreten worden ist, maß- gebend niedergelegt worden ilt. Auch der notwendig innere Zusammenhang zwischen unserer Politik in Kur- land und Litauen und der polnischen Politik, welche ein Faktum darstellt, an dem man nicht mehr vorübergehen kann, ist geücrn schon erschöpfend dargelegt worden. Als ich im Juli vorigen Jahres das Amt übernabin, das ich jetzl zu bekleiden die Ehre habe, war hei den einleitenden Beratungen unter der Kanzlerschaft Michaelis gleichfalls die Politik nach Osten— die Politik, welche die drei mehrfach genannten Randstoaten betraf— als zwischen allen maß- gebenden Faktoren schon feststehend angenommen wer- den. In seiner großen Mivrmmma tischen Reichstagsrede im Plenum hat der Herr Reichskanzler Graf Hertftng seinerseits erklärt, einmal seine grundsätzlichs Bereitwilligkeit, auf der Grundlage welche der rassische Funkspruch an Alle gegeben hatte, in Verband Inngen ittft Rußland einzutreten, und zweitens erklärt, daß er die Politik des SelbftbeftimmnngSrcchts der Völker in bezug auf die genannten drei Randstaaten zu vertreten gedenke. ES ergibt sich also, wie so häusig im Staatsleben, daß man die personliche �ni- tiativ« und den freien Spielraum des ausführenden Staatsmannes und UnterthändlerS bei weitem überschätz t, die Kontinuität der Politik bis zu einem gewissen Grade, ihre Zwangsläufigkeit und Bedh'jjt�eit durch das, was vorher goschaffen und getan worden«st. unterschätzt. Die Tätigkeit in Brest-LitowSk selbst mußte in zwei klar ge- trennte Abschnitte zerfallen. Rußland hatte uns in feinem an Alle gerichteten Funkspruch nur einen allgemeinen. Frieden vorgeschlagen. Tic Verhandlungen mit Rußland mußien daher zunächst über das Thema deS allgemeine« Friedens gehen. Rußland halte, wenn auch unter einer früheren Regierung, so doch in verbindlicher Weise das Londoner Traktat un» tcr schrieben, wodurch es sich feierlich verbunder hatte, keinen Sonderfrieden zu schließen. un-> Rußland stand auck beim Beginn«nseper Brester.Berhandlungen auf dem Standpunkt, es könne zu. eurem Sonderfrieden mit uns. nur dann schreiten, wenn die Vcrbiur5«t«n. der Entente d n r ch zweifelsohne f r i e- d c n S fe i»dl i che s Verhalten ihm die Möglichkeit an die Hand gegeben härten, ihnen gegenüber sich mit Fug und Recht von der Bindung des Londoner Traktats loszusagen. Den Vcrhand- lungen über den allgemeinen Frieden entsprach die vielbesprochene Diskussion hauptsächlich der in den beiden Formulierungen nieder- gelegten gegenseitigen Simidpunkl. Tie Atmosphäre der beiden Halsten der bisher geführten Verhandlungen war eine total verschiedene. Wahrend wir im ersten Teil auf rufst- scher Seite den Eindruck hatten, daß eine dem deutschen Wesen freundliche Grundstimmung herrschte, während die sämtlichen Herren der russischen Delegation auch außerhalb der Sitzungen aufs freundschaftlichste mit uns verkehrten, an den gemeinsamen Mahlzeiten im Kasino teilnahmen und zlveiselloS gelegentlich durch diesen zwanglosen Meinungsaustausch auch die gcschäftli- che» Beziehungen in tvesentlickcr Weise forde vier, war noch der Ankunft des Herrn Trotzki als Führer der russischen Tele- gation eine totale Schwenkung in der Haltung der russischen Delegation Rare vom 25. Dezember, in welcher die Verbündeten nach eingehen- der Bratung und Erwägung nun ihrerseits«Stellung nahmen zu den formulierten ruffischen Vorschlägen für den allgemeinen Frie- den. Es ist im Laufe einer sehr heftigen öffentlichen Polemik bei unS mehrfach gefragt worden: warum hat man dem geschlagenen Rußland erlaubt, seinerseits Vorschläge z u machen? Der Sieger hätte die Bedingungen diktieren sollen! Das beruht auf einer vollkommen falschen Auffassung der historischen Sachlage. Rußland Hatoe in einem allgemein gehaltenen Funkspruch an alle göroisse G r u n d li n i e n für einen allgemeinen Frieden niedergelegt. Es war seinerseits nun verpflichtet, nachdem wir diese Grundlinien für diskutabel erklärt hatten, sie soweit auszuführen, daß uns eine de- taillierte Antwort auf dieselben möglich war. Die Antwort ergab sich auS den VerSälnissen und entsprach den Grundsätzen, an welchen die Kaiserliche Regierung, seitdem ich die Ehra habe, das Amt zu führen, stetig festgehalten hat. Rußland ecilärle sich mit unserer Antwort einverstanden, das heißt, es erklärte diese Antwort als eine geeignete Grundlage für die Entente, um auf ihr Frieden zu schließen. Schloß die Entente nicht innerhalb der auf zehn Tage bemessenen Frist den Friedou auf dieser Grundlage ab, io war nach russischer Anficht ihr übler Wille klar erwiesen, und Rußland fühlte sich frei, in eine ScparattKrhandlung mit uns einzutreten. Um nicht die ganze während der l0 Tage laufende Frist ungc- mitzt verstreichen zu lasichi. um schon vorbereitende Arbeit für die Sehartfriedeasverhandlunden zu tun, wurde am Üb. in verbereitender und unperbindl'cher Weise schon in eine Vorbesprechung zu einem eventuellen Separatfrieden eingetreten. Bei den Besorgungen über den Separatfrieden nun kam im Laufe der teilweise inoffiziell� geführten Diskussion die R ä u- m u n g der Gebiete zur Sprache, und aus speziellen Wunsch der russischen Delegation wurde die Räumungsfrage und die Frage dar westlichen Randstaateu in den Vordergrund gestellt. Es wurden von beiden Seiten die Formulierungen als Grundlagen iür die Beratung niedergelegt, welche den Herren auS den Publi- kationeu bekannt sind. Die vielbesprochene Formulierung vom 27. Dezember war in diesem Sinne kri» offizielles Aktenstück, sondern eine während der gegenseitige« Debatte« entstandene Niederschrift, in welcher der Standpunkt beider Parteien näher umrissen wurde. E5 ist vielfach versucht worden, zwischen dem Dokument vom 25. und dem vom 27. einen in«errn Unterschied, eine Diskrepanz zu kou- struiergn. Meine Herren, das ist nirbt richtig, es sind Legenden entstanden, als hätten zwischen dem 25. und 27, äussere Einfliiffe eingewirkt, als bättc der Stendpnnit der Delegation sich ver- schoben. Das, meine Herren, sind alle? Legenden, überhauvt wird von denjenigen, weiche berichten, daß der schwachgcwordenen Tele- gation von hier aus der Rücken gestärkt worden wäre, und was der- gleichen Erzählungen mehr sind, doch die Stetigkeit und Zielsicher- heit unseres politischen'Bestrebens ganz ccheblich unterschätzt. In der eben zitierten programmatischen Rede des Grafen Herrting war einmal feine Bereitschaft zur Diskussion des russi- schon Angebotes ausgesprochen, das andere Mal der Grundsatz der Anwendung des SelbstbestimmungSretzi» o-t die westliche-, Rand- stooten. Aus diesem einen Tatument, �Ivas einem einheitlichen Geiste entsprungen ist. sind die beiden Schriftstücke vom 25, und 27. Dezember mit absoluter Logik und mit absoluter N o t- w e n d i g k�e i t ihrerseits entsprungen. Es sind, wenn ich so mied ausdrucken darf, zwei S t ü ck e ei n e s R i n g es, die voll-,_______________, r_____.___ kommen und rück-nloS auseinanderpassen. � I der.Gedanke, daß Randstaate« Mandbevölkernnge« selbst über ihre Dt« zlveitc Phase der Verhandlungen nach der Pause galt der t Zukunft entscheide» soMe», ausgeführt ist. Wie gesagt, daß unser festzustellen. ES war wie Tag und Nacht. Die russischen Herren hielten sich in.ihren Häusern hermetisch abgc- schlössen, erschienen niemals m unserem Kreise, es sei denn zu osnziellen Verhandlungen mit Steiwgraphen und allem dazu gehörigen Material. Nicht einmal private Aussprachen der einzelnen Herren waren im Ganze» mehr zugelassen, sie wur- den immer nur zu zivcü oder dritt entsandt. Auch die ganze Verhand!ungs noch ganz außerordentlich verschieden, und wir haben innerhalb dieses großen blühenden Reickies auch heute noch eine bimtr Musteriartc der verschiedensten Wahlrechte. Wo steht ge- schrieben, was nun für diese, durch die Schuld und Verfehlung des zaristischen Regimes politisch noch vollständig unentwickelten Rand- staaten das einzig wahre Rezept sein soll? Ich glaube, ich kann mich dem, was gestern hier in so vortcefflicher und staatsmännischer Weise ausgeführt worden ist, nur anschließen, das Vorhandene auszubauen. optima ticke auszubauen, nicht um irgendeine« besonderen Zweck zu erreiche», sondern um durch langsames Wachstum des historisch Gcgcbenrn. dahin zu lowwe», daß man klaren Gewissens sagen kann, daS ist tum wirklich der Ausdruck der überwiegenden Mehrheit des betreffenden Voltes. Im einzelnen ist ja vielfach.dargelegt worden, auS dem, was ich gesagt habe, ergibt sich auch ohne weiteres, daß wir für'bestehende Loten und Meinungsäußerungen eine mindestens präsumptive Geltung verlangen müssen. Es ist ausgeführt worden, und jeder Kenner der Geschichte weiß, daß der nationale Wille besonders im Anfang, wenn die nationale Entwicklung Müsagew noch in ihrer Kindheit ist, von einer kleinen Anzahl geisttig koch stehend e r, patriotisch begeisterter Führer gebildet und zum Ausdruck gebrocht wird. Die große Masse des Volkes tomint dann langsam nach, und ich glaube, die scharfen Angriffe, welche gegen diese Brrtrrtungstörver gerichtet worden sind, entbehren doch in dieser Schärfe der Begründung. Daß getvisse Elc- mevte durch Grundbesitz, durch Bildung, durch Tradition in diesen Landc-'teilen überwiegenden Einfluß haben und- bisher auch für legitimiert erachtest wurden, im Namen dieser Landcsteile zu sprechen, ist eine ganz unzivrifelhafte Taffache. Wie ich aber schon Herrn Trotzki gegenüber in der Debatte betont babe, die ganze Frage ist von keiner ausschlaggebenden Wi ch t i g k e i t. Denn wenn wir uns mit Herrn Trotzki über die Modalitäten der E u d a b st i m m u n g einigen könnten, könnten tvir die Frage nach dein präsumptiven Charakter der bis- herigen Abstimmimg offen lassen. Im Endergebnis würde nichts geändert werden. Ich möckste mich auch dem, was gestern hier ausgeführt worden ist, darin anschließen, daß auch ich ,, eine beschtiessende Bersnmmlung auf brefter Bast? für eine unendlich viel zweckmäßigere Form halte,- als-, das Referendum. Auch da>var am Anfang auf russischer «eile Geueigthett, auf unsere» Standpunkt einzugehen. Sie--hat sich aber bei den Berbandlnngen— wenn ich den Ausdruck ge- brauchen darf— zurück gebildet. Aber ich glaube unbedingt nicht, daß au dieser Frage die Verhandlungen scheitern würden, Tie Schwierigkeiten der Unterhandlungen sind von dem Grasen Czernin betont worden. Sie sind auch hier in umfassender Weise detont worden. ES ist noch niemals, solange die Welt steht, der Versuch geviacht worden, eine Verhandlung nicht nur in ihren wesentlichen Teilen nach Vereinbarung auszuuehmen und zu fir.ierest, sondern jede einzelne vertrauliche Borbesprechung stenographisch»icdcrzulcge» und, ohne daß der betreffende Redner auch mir Gelegenheil gehabt hätte, das Stenogramm durchzusehen, sie urbi et orbi mitzuteilen. Wir legen aber so großen Wen darauf, der ganzen Welt zu beweisen, daß unsere Politik eine voll- kommen klare und ehrliche ist, daß tvir, obwohl wir der ungeheueren Erschwerung uns bewußt waren, doch aus den russischen Vorschlag eingegangen sind. Eine weitere Erschwerung, die auch gestern hier mit ernsten und treffenden Worten gekennzeichnet worden ist, war die aufgeregte und krisenhafte Stimmung, welche sich in einem Teil der großstädtischen, besonder? der Berliner Presse Luft machte. Es ist mir freundlich geraten worden, ich möchte diesen Punkt nicht berühren, es würde mir nur neue Presseaugriffe eintragen. Das kann für mich nicht be- stimmend sein. Die Presse ist in unseren Tagen eine ungeheuere Macht gewordeii, und ein Tagesichriffftellcr, der durch sein Blatt täglich zu Tausenden spricht, trägt eine Verantwortung, die der deö Parlamentariers und' Staatsmannes meines Erachten? uf i n- d e st e n S gleichsteht. Denn er spricht täglich. Der Staats- mann spricht nur von Zeit zu Zeit, der Parlamentarier auck). Ich hoffe, daß die Presse sich dieser ungeheueren Verant- Wartung' bewußt sein wird und sich auch klar machen wird, daß wir da nicht für eine Partei, nicht für eine Meinung sieben, sondern ftir das ganze Deutsche Reich Wir tragen da? Banner des Deutschen Reiches, und wer uns in den Rücken fällt, der gefährdet nationale Interessen. Im Moment, wo wir mit Miseren bisherigen Feinden in einem schweren diplomatischenKampf stehen, gebietet eS die patriotische Pflicht. Einzelmeinungeli, Einzellieb- habereicn zurückzustellen. Kommen wir nach Hause, stehen wir der Kritik zur Verfüguiig. Fällt die Kritik gegen uuS aus, so weiß die Regierung, loas sie zu tun hat. Ein Wort möchte ich widmen der technischen Frag«, die gestern auch hier verschiedentlich gestreift worden ist, nämlich der Vertretung der Obersten Heeresleitung bei der Fricdensdelegation. Auch hier bietet dieser Friede, der erstS Versuch eines Separatfriedens, in diesem ungehuren Koalition?- kriege, erhebliche Schwierigkeiten, welche man bei früheren Frie- denSschlüssen nicht gekannt hat. 1866 ivnd 1876/71 war der Frie- densschluß kurz und nur mit einem Gegner zu treffen. Jetzt hat sich die Notwendigkeit ergeben, während noch i m Westen ei.n Kampf auf Leben und Tod tobt,. der die ganze Kraft, d ie ganze Kpannung der große» Männer unserer Oberste,l Heeres- leitung in Anspruch nimmt, in einer Festung fern im entlegensten Rußland, den Friedeu zu verhandeln. Es würde ganz unmöglich sein, diese Verhandlungen zu führen, ohne daß die Oberste Heeresleitung bei denselben durch einen Bevoll- m ächtigte n vertreten ist. Wie gestern richtig hervorge- hoben worden ist, verknüpfen sich militärische nnd politische Fragen in solcher Weise, daß, wenn ich erst jedesmal durch Fernschreiber oder Telephon die Verbindung mit der Obersten Heeresleitung ausrecht erhalten müßte, bei den Fragen der Räu- mung, Grenzziehungen, den unzählige» Fragen, die das militärische Gebiet streif««, würden die Verhandlungen eine Unmöglichkeit werden. Die Oberste Heeresleitung ist nun einmal ein großer Faktor unseres heutigen Lebens. ES wäre nicht folg.' zu versuchen, daran vorbeizugehen. Dch Aufgaben, die ihr gestellt Berfvrt, fhtS mtQ&kwer. mtK Sur 5er Losung dieser Aufgaben bangt noch immer 5a« Schicksal des Deutschen Reiche« ab. Deshalb ist eine stündliche und enge Fühlungnahme mit einem absoluten Ber- trauensmanne der Obersten Heeresleitung notwendig, und e« ist auch notwendig, daß dieser Vertrauensmann an den Verhandlungen teilnimmt, damit er überhaupt genügend im Bilde ist. General Hoffmann, über dessen Persönlichkeit gestern ja bjer in außerordentlich sympathischer Weise geurteilt war- den ist, ein Urteil, dem ich mich nur völlig anschließen kann, hat uns während der Verhandlungen durch seine gründliche Kenntnis von Land und Leuten, durch die bei den WaffcnstillstandSverhwidlungcn gemachten praktischen Erfahrungen unendlich viele und wertvolle Dienste geleistet. Ich möchte unbedingt warm dafür eintreten, daß auch die Herren dieses hohen Hauses sich in dieser Richtung aussprechen, dost an den Bestehenden Anordnungen nichts gelindert werden soll. Dadurch, daß ja der Vcr- treter der Obersten Heeresleitung nur im Einvernehmen mit dem politischen Leiter in die Debatte eingreifen kann, ist meiner Ansicht nach die Verantwortlichkeit der paliiisckeii Leitung voll gedeckt. Wenn ich zum Schlüsse meiner Ausführungen einen kurzen Ausblick in die Zukunft tun möchte, so ergibt sich, wie ich schau aus- zufuhren die Ehre hatte, daß wir mit dem hochluliivicrten, in politischer Beziehung für unS unendlich wichtigen F i n n l.a u d— unser Handelsverkehr mit Finnland stand dem mit der Türkei vor dem Kriege nicht nach, eine Tatsache, loelche violleicht manche über- raschen wind—, die Dinge soweit gefördert haben, dgg bei der gegenseitigen freundlichen Gesinnung ein Abschluß, soweit Voraus- sagen möglich find, in absehbarer Zeit mst Sicherheit ,?u erwarten steht. Auch mit der Ukraine mochte ich, urte Graf Czernin dieS in Auöficht gestellt hat, einen baldige» FriedenSschlus» für wahr- schcinlich halten. Die grossen Schwierigkeiten, mit den Petersburger Bolschewiki zum Abschluß zu kommen, sind den Herren bekannt. Es wird zum großen Teile von dem Ernste des Friedend- willenSder Trotzki-Leninschen Rcgietmng abhängen, ob wir zum Abschlüsse kommen. An dem Ernste unseres Friedens- willen? brauchen Sie nicht zu zweifeln. Sie können überzeugt sein, daß der Herr Reichskanzler und ich keinen andern Wunsch und kein anderes Bestreben haben, als dem deutschen Volke den Frieden im Osten so bald als möglich zu bringen. Der Friedensschluß mit der' Ukraine würbe auch das r u m ä- nifche Problem aufwerfen. Ich möchte auf dasselbe heute nicht näher eingehen, nur meiner Anschauung Ausdruck geben, daß nach dem Friedensschlüsse der Ukraine und der Zurückziehung der ukrainischen Truppen eS meiner Ansicht mich nicht möglich ist, daß Rumänien sich länger gegen den'Friedenswillen der Zentral- mächte sperrt. Zum Schlüsse möchte ich noch ein Wort sagen zu utrsecm BerhMnis zu Oesterreich-Nngarn, was gestern auch hier gestreift worden ist, und ich kann nur aufs wärmste und eindringlichste dem zustimmen, waö hier gesagt worden ist. Unser Verhältnis zu Oesterreich-Ungarn ist, wie ich mir erlaubt habe in den ersten Worten, die ich an dieses hohe Haus richten durfte, zu sagen, der Grundstein und Eckpfeiler unserer ganzen Diplomatie und für diese langwierigen Verbandlungcn ist cS doch ein Vorteil, daß«S mir möglich gewesen ist, mit den leitenden Staatsmännern aller Verbündeten und besonders dem Grafen Czsrnin, täglich und stündlich im engsten Gedanken- auStansch zu stehen. Oesterreich-Ungarn hat in dem diplomatischen Kampfe und in den Verhandlungen in vollkommen loyaler Weise auf unserer Seite gestanden und wird weiter vollkommen loyal auf unserer Seile stehen. Das mag denjenigcii Herren, welche versucht haben, unsere Forderungen als z u weit- gehend hinzustellen, ein Beweis dafür sein, daß diese For- erungen mit dem ernste st en und eindringlichsten Friede n««rillen, der in Oesterreich- Ungarn herrscht, zu vereinbaren sind. Ich werde, solange ich die Ehre habe, an dieser Stelle zn stehen, niemals die Hand dazu bieten, daß wir eine Politik machen, welche die enge, unverbrüchliche Waffenbrüderschaft, Kulturgemeinfchaft und herzliche Freundschaft, die unS mit der Lsterreichtsch-ungarischen Monarchie verbindet, im geringsten gelockert wirb. Ich habe vorhin bei der Vresse schon ausgeführt, waS wir brauchen und worin wir Sie bitten müssen, dahin zu wirken, daß man im Auslände den Eindruck erhält, daß die Majorttilt unserer Volksvertreter geschlossen hinter der Politik steht, die der.Herr Reichskanzler kon- sequent in Fortsetzung der ihm von seinen Vorgängern überkomme- neu Politik macht, und wenn eö nicht unbescherden ist, so kann ich sagen, der Anfang der gestrigen Debatte wird nicht verfehlen, tm Auslände einen großen Eindruck zu machn und viel von dem zu korrigieren und zu bessern, was die vorhin gestreiften unerfreulichen Pressevorgänge geschadet und verdorben haben könnten. Abg. Graf Westarp: Auch in dieser Stunde ist Kritik nötig. Wir müssen Einfluß auf die Gestaltung der Staaten haben, die künftig unsere Nachbarn sein werden. Der Schutz Ostpreußens und Schlesiens soll unsere vornehmste Aufgabe sein. Vollständig unabhängige Staaten an unserer Ostgcenze bieten keine Sicherheil. Zuzugeben sei, haß die Politik im Osten präjudiziert ist durch die Erlasse der beiden Kaiser. Dadurch hat die Entwicklung einen Lauf genommen, der uns nicht befriedigt. Die austro-Pvlnische Lösung muß zur Quxllo erheblicher Differenzen iverden. Der Weg über daS Selbst- besiimmungS recht der Völker ist nicht der richtige. Die p o l i t i- schalt und militärische tt Interessen Deutschlands müssen dabei in das Hintertreffen kommen. Trotzki ist es mit dem Streben nach Frieden nie ernst ge- Wesen, er strebte nur die Entfach ung einer Revolution in Deutschland und in Oesterreich an. Es war Aufgabe der deutschen Presse, auf diese Gefahren aufmerksam zu machen. Diese Kritik konnte die Stellung unserer Vertreter nur stärken, wenn auch die persönliche u Angriffe auf den Staats- sekretär nicht zu billigen sind. Redner wendet sich scharf gegen die sozialdemokratische Fraktion und die sozialdemokratische Presse, die die Stellung unserer Unterhändler erheblich erschwert haben. Die Sozialdemokratie hat Trotzki gestärkt. Die Angriffe auf General Hoffmann müßten zurückgewiesen werden. Die„Internationale Korrespon- denz" habe mitgeteilt, daß die„Unabhängigen" auf die Bolschewiki eingewirkt hatten, keinen Sonderfrieden zu schließe.� Er bitte um Auskunft, wie e? isü-it stehe, denn dieses Verhalten wäre Landesverrat. Tic revolutionäre Propaganda Trotzkis dürfe nicht auf Deutschland übergreifen. Weiteres Nachg.eben seitens unserer Unterhändler sollte unterbleiben; von der soförtigeit Räumung der besetzten Gebiete könne keine Rede sein. Wir wollen einen Frieden, auch mit den Bolschewiki, aber nicht einen Frieden unter allen Umständen. Daß die konservative Presse auf eine Lockerung unseres Bündnisses mit Oesterreich hinarbeite, sei nicht zutreffend, wenngleich nicht bestritten werden könne, das? von Oesterreich ans mitunter reckt unerfreuliche Stim- men hcrüberschallcn. Seine Partei sei auch der Meinung, daß unser Bündnis mit der Donaumonarchie nicht erschüttert iverden dürfe, nur müsse dieser Wunsch a uf E ege n s e i t i g k eri t be- ruhen. In den Kundgebungen Wilsons und Lloyd Georges sei kein ehrlicher Friedenswille zu erblicken. Redner geht dann auf die gestrigen Ausführungen des Reichskanzlers ein, mit denen er sich im allgemeinen einverstanden erklärt. Solang« Eng- land an seineu Stützpunkten festhalte, könne von der Freiheit der Meere keine Rede sein. Wertvoll sei die Erklärung des Kauz- lers gewesen, daß man dem Westen gogetnüber freie Hand habe, aber der Kanzler hätte sckon jetzt aussprechen müssen. welche Forderungen wir im Westen stellen. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß unser Interesse nicht getvahri wird, wenn tvir keine« Einfluß auf die künftige GeftaUuug Belgiens haben. ES kann nach dem Kriege.. kein unabhängige« Belgien geben, deshalb muß der Schutz der Vlamen»ut eme unserer Aufgaben sein. In der Frage der besetzten Gebiete Frank- r e i ch s dürfe man nicht davor zurückschrecken, die für uns nötigen Folgerungen zu ziehen. Durch politische Mittel kommen wir nicht eher zum Frieden, als bis das Ausland weiß, daß die deutsche Regierung nicht unter dem Einfluß der Sozialdemo- k r a t i e stehe. Unsere Vertreter in Brest find nur Vertreter des Kaisers, nickt des Parlaments. Wilson aber will eben offenbar nur einen Frieden, wenn es gelingt. Deutschland zu demokrali- sicren. Die Acusscrung der„Äreuzzeitung", Schcidemann und Eberl gehörten auf den Sandhaufen» fei nicht zu billigen, aber man solle sich nickll täuschen über hie Stimmung im Volke gegen- über dem Diktatorton Sckeide manns. Die Sozial. demokraiie versuche eö, mit den schwersten Drohn nge.n ihre Ziele zu erreichen mit Drohungen, die vom Lande als eine Un- er t r ä g l i ch k e i t empfunden werden. Die Bersaminlungen der Vaterlandspartei werde» gesprengt. Wer dieses Treiben fortsetzt und begünstigt, der macht sich des Landesverrats schuldig und ist gerichtet für alle Zeiten. Die Mehrheit des Volkes steht diesem Treiben völlig ablehnend gegenüber, deshalb möge man diese Drohungen unierlassen. Wir weichen davor nicht zurück, die Regierung hoffentlich auch nicht. Gerade weil uns noch schwerere Kämpfe bevorstehen, wünschen wir eine Politik, die ent- schlössen ist, die militärischen Erfolge für Deutschland nutzbringend zu machen. Abg. Freiherr v. Gamp schließt sich diesen Ausführungen im wesentlichen an. Der Staatssekretär solle darüber Auskunft geben, ob die o b e r st e Heeresleitung vor dem Eintritt in die VerHand- lungen in Brest-Litowsk ihre Bedingungen niederlegen konnte. Wir müssen im Osten ivciigehende Sicherungen haben, inS- besondere dürfen die Litauer nicht gegenüber den Polen verkürzt iverden. Wenn wic alles preisgeben wollen, dann können wir den Frieden haben Damit dürfte das deutsche Volk aber kaum ein- verslanden sein. Abg. Lcdcbvur kllnabh. Soz.): 25er mit der Hoffnung in die VerbandlunASt eingetreten ist, Klarheit zu bekommen, mußte bitter enttäuscht f-ni. Die Stellungnahme des Kanzlers zum Frieden, bietet nicht viele Hoffnung, denn ganz offenbar hat sich die Regie- rung den Wünschen der M'i I i t ä r p a r t c i angepaßt. Tie schlimmste Verurteilung der Regierung war in der Auer. kennung zu finden, die ihr Graf Westarp spendete. Unbegreiflich, daß der Kanzler sich darüber freuen konnte, nunmehr freie Hand nach dem Westen zu haben; die freie Hand soll vermutlich zur gepanzerten Faust werden. Abg. Schctdemann werde ein- lehen müssen, daß seine Politik nicht richtig war, denn cS hat sich ein neuer Block von Fischbcck bis Westarp gebildet. Was C z e r n i n in Wien gesagt hat, steht zum Teil in direktem Gegensatz zu den Ansichten des Kanzlers, denn Czerntn erblickt in den Vorschlägen Wilsons den Ausgang«- punkt für eine Aussprache. Es ist sehr zu bedauern, daß StaalSsekretär v. Kühl mann nicht den gleichen Stand- Punkt eingenommen hat. Hoffentlich fuhrt ein MeinniigßauS- tausch zwischen Oesterreich und Amerika bald zu einem Resultat. Das Hauplvcrdienst daran gebührt aber den Arbeitern Ocsterreicks und Ungarns, die durch die Tat bewiesen haben, daß sie dem Ge- metzel nicht mehr ruhig zusehen wollen. Davon kann keine Rede sein, daß die Parlamente schweigen sollen, solange die Friedensverhandlungen laufen. Die Art, wie von den Staats- Männern das SelbstbestimmunejSrecht der Völker ausgelegt wird, entspricht nicht unserer Auffassung. Die Bolschewiki haben vom ersten Moment an eine konsequente Politik verfolgt. Sie sind ein- getreten für den allgemeinen Frieden und als die Entente ablehnte, haben sie ganz folgerichtig mit Teuffchlaird verhandelt. Die Angaben der Internationalen Korrespondenz waren eine haltlose Denunziation. Trotzki hat aber meine volle Zustimmung zu sei n e r'Auffassung vom Selbstbestimmungsrecht der Völker. Wenn die deuffche Regierung auf diesen Boden tritt, dann können die Bolschewiki auf einen Separatfrieden mit Deutschland eingehen. Der Standpunkt TrotzkiS ist richtig, daß dt- Kurländer, Livländer nstv. in einem Volksreferendum über ihr'Schicksal entscheiden sollen. Die in Riga zustande gekommene Kundgebung zur Errichtung eines baltischen Staates stand völlig unter dem Einfluß des Oberbefehlshabers, der der Versaininlung vorschrieb, welchen Wortlaut sie für ihre Eingabe zu wählen habe. Das nennt man dann eine p r o v i s o- riiche Willenserklärung des Volkes! Die kurlänffifche Volksvertretung steht auf dem Niveau de? mecklenburgischen Landtage s. daraus kann man auf den Wert der Enischließungen einer solchen Körperschaft Schlüsse ziehen. ES war ein schwerer Fehler, daß die beiden Kaiser die Wiederherstellung des König- r e i ch s Polen dekretierte», man hätte es dem polnischcnVolk überlassen sollen, seine künftige Staat? form zu bestimmen. Man setzt jetzt die ganze Hoffnung auf die Offensive im Westen, die un- geheure Opfer an Menschen erfordern würde. Diese Opfer würden alles überwiegen, was an Vorteilen erzielt werden könnte. Aufgabe des Proletariats wird eS sein, dem Gemetzel ein Ende zu machen und den Frieden herbeizuführen� Abg. Seydn: Die Ausführungen des Vorredners über daS Spiel mit den Volkskundaebungen in Kurland und Litauen find zu- treffend. Die Zuteilung der Stadt Wilna zu Litauen ist unberechtigt, da der größte Teil der Einwohner Polen sind. WeS- halb werden nicht auch Vertreter der Polen zu den Verhandlungen in Brest zugelassen? Einspruch muß ferner dagegen erhoben wer- den, daß polnisches Gebiet an die Ukraine abgetreten werden soll. Abg. Erzberger wendet sich gegen die Behaupiung Ledebours, daß ein Block von Fischbcck bis We st a r p sich gebildet habe. Der Kanzler stütze sich auf die Mehrheitsparte ien, daran bat sichnichtS geändert und wird sich vermutlich nicht» ändern, denn Graf W e st a r p steht in wesentlichen Punkten im Gegensatz zum Kanzler. Ter Zwischenfall in Breft-LitowSk ist in seiner Be- deutung überschätzt worden. Bismarck hat schon von den „Halbxöttern im Genrralstab" gesprochen, der Reichstag wird darauf ftben müssen, daß die Mili- tärS in' dem ihnen zugewiesenen Rahmen bleiben. In Brest-lHspwSl ist nicht dagegen gefehlt worden. Der Kaiser hat das Recht. Frieden zu schließen, die Verträge aber bedürfen der Genehmigung dek Reichstags. Deshalb hat der Reichstag die Pflicht, den Verhandlungen genau zu folgen. Das Recht der Mitbe- st i m m u n g kann man dem Reichstag nicht bestreiten. Seit dem Juli 1917 hat sich die Lage gewiß verändert, indem eine mili- kärische Verschiebung zu unseren Gunsten eingetreten ist. Aber Italien ist nicht zusammengebrochen, im Gegenteil, die Regierung ficht stärker alö jc. Auf den U- B o o k k r i e g übergehend bemerkt der Redner, das? die Auffassung des Admiralstabes sich der des NeichStages genähert habe. Der Friede kann nur ein Friede der Bcrständigunz sein. Eigentlich war es nur Graf Westarp, der Annexionen im Osten daS Wort geredet hat. Bismarck hat es bereits 1899 für verderblich erklärt, wenn Deutschland über Memel hi n- ausgehen wollte. Mottle hat denselben Standpunkt vec rieten. Annexiollkn im Osten würden uns ins Unglück stürzen. Es bleibt nur die Bekennung zum S e l b st o e st i m m u n g S r o. ch i der Völ- kor. DaS polnische Problem könne niemals restlos gelöst werden. An Rußland kann aber Polen nickt wieder zurückfallen, sonst haben wir wieder die lange deutsch-russische Grenze. Tritt die austto- polnische Lösung ein, dann müssen w ir uns vor den Fol- gen schützen, am besten durch Gleichberechtigung der Polen in Preußen. Mit Ostmarkenpolitik erwirbt man frei- lich keine Sympathien. Wenn das richtig ist, was Abg. Ledebour übrer Riga gesagt hat, dann soll man sich nicht weiter auf solche Beschlüsse stützen. Die jetzt vorhandenen Körperschaften aber ga r nicht ane-rlennen, gehe auch nicht an, sonst dürfte man auch mit Lenin und Trotzki nicht verhandeln, weil sie von der Kon- stftuante keine Vollmachten haben. In Litauen haben Wahlen stattgefunden, aus densn 260 Vertrauensmänner hervorgingen, die dann«inen Landes rat einsetzten, der auch von den Emigranten an- erkannt worden ist. Er ist also eine legale Vertretung, genau so wie der polnische Regentschaftsrat. Wenn der Reichstag diese Körperschaften als Vertretungen anerkennt, dann stützt man damit unsere Ilnierbändler in Brest-LffowSk. Durch Wilsons Botschaft sind dm Fnedenserör erungen wieder in Fluß gekommen, eine Annäherung kann sich vollziehen, die Verjländt- gung kann aber nur das Resultat der Verhandlungen sein. Die neutrale Presse beurteilt die Note WBsonS.alS ernsthaften Schritt zum Frieden. Die Friedensbestrebtingen könnten gefördert werden, wenn Deutschland positiv erklären wurde, die llnirbbängigkeit Bcl- gtens wieder herzustellen. An den Tatsachen komme man aber nicht vorbei, daß das Verhallen der alldeutschen Presse nicht gerade zur Festigung uitsereZ Bündnisses mit Oesterreich beitragen kann. Die Wsiterberatung wurde auf Sonnabend, vormiftagi' 19 lthr. vertagt. Erster Redner ist Abg. Dr. David. Lohnbewegung der Tapezierer. Mitte Dezember hatten die Tapezierer Verlins beschlossen, für die Erneuerung deS von ihnen geiündigien Tarifs folgende Forderungen zu stellen: Wöchentliche Arbeitszeit 48 Stunden. Durch- ichnittsstundenlohit für Gehilfen 1,76 M., für Näberinnc» 0,80 M., Auf olle vor dem 16. Dezember gezablten Stundenlöhne ein Zu« schlag von 20 Pf. für Gehilfen, 10 Pf. für Räherinneu. Alle inner dem Durchschnitt stehenden Löhne sind innerbalb dreier Mo- naie mindestens auf den Durchschnittslohn zu erböhen. Alle vor dem 15. Dezember aezahltsii Akkordsätze erhalten eine min« destenS den Durchichniittlöbnon entsprechende Erhöhung, die bvheren Sätze werden entsprechend höher aufgebessert. Für die Kleber sollen dieselben Bedingungen gelten. Alle im bisherigen Tarif festgesetzten Spesen werden verdoppelt. Die OrganisaiioiiSlettimg hat über diese Forderungen mit dem Arbeitgeberschutzverband und der Innung verhandelt. Heber das Ergebnis der Verhandlimgen berichtete Zitzewitz am Donnerstag in der Generalversammlung der Tapezierer: Während der Verlauf der ersten Verhandlung hosten ließ, daß es zu einer Verständigung mit den Arbeitgebern kommen würde, ist diese Hoffnung m der zweiten Verhandlung mit den Vertretern der Arbeitgeber vereitelt worden. Sie lehnen die 43s!ündige Arbeitszeit ab, wollen allo die 49stÜ!idige bestehen lassen. Abgelehnt wird auch der Durchschnittslohn von l.76 M. sowie die Zulage von 20 bezw. 10 Pf. zu den Stunden- löhnen. AlleS, was die Arbeitgeber zugestehen wollen, ist folgendes: Ein TeuertiiigSzuschlag von 100 Proz. auf den Tariflohn vom id. April 1911 und die Spesensätze. Erhöhung der tariflichen Akkordsätze um 80 Proz. Da der taritliche Stundenlohn 73 Pf. bcirägi, so würde er sich durch daS Angebot der Arbeitgeber aus 1.60 M. erhöhen. DaS würde aber in Wirklichkeit gar keine Lohnerhöhung bedeuten, denn der Tariflohn ist inzwischen durch öftere Zulagen, die allerdings nicht im Tarif festgelegt worden sind, lowetl gestiegen, daß ein DurchschnitiSlobn von 1,60 M. jetzt int allgemeinen die Regel bildet. Dasselbe gilt für die Akkordsätze. DaS Angebot der Arbeitgeber würde also die Lage der Arbciinchmer tu keiner Weise verbessern, DeSbalb empfiehlt die Ottsverwaltung daS Angebot abzulehnen. In der Dtskusston kam zunächst die Meinung zum Ausdruck, man solle auf jede weitere Verhandlung verzichten und ohne Tartf arbeiten. Nachdem dann einige Redner für Fortsetzung der Wer- Handlungen gesprochen hatten, lehnte die Versammlung daS Angebot der Arbeitgeber eim'tinimig ab und beschloß, eine Fortsetzung der Verhandlung auf Grund der Forderungen zu versuchen. In der Generalversammkung der Filiale Groß-Berlin deS V e r- baitdes der Gemeinde- und StaatSarbeiter er-. stattete zunächst der Kassierer Hoffmann den Kassenbericht über das IV. Quartal 1017.' Die Einnahmen der Hauptkaiie betrugen 37 428 M., die der Lokolkasie 19 200 M. An Unterstützungen sind -u Lasten der Hanvikasse 2670 M. für Sterbeuntelstiitzung, 0291.60 M. für Krankenuuterstüyung und 66,60 M. für ArbettStoseiiumetstützung gezahlt worden. AuS der Lokalkasse sind für Unterstützungen ins- gesamt 2760,36 M. verausgabt worden. Die Gesamtausgaben der Lokalkasie betragen 18 435,06 M. Der Kassenbestand' betrug am Schluß des Quartals 61496,82 M. Den Geschäftsbericht erstattete der Bevollmächtigte Müniner. Als abgeschlossen ist die Bewegung um Erhöhung der Kriegslohn- Zulagen in den städtischen Gaswerken zu betrachten. Die mit der Direktion der Gaswerke getroffene Vereinbarung habe beim Auf- sichtsrat Zustimmung gefunden, was die bestimmte Schlußfolgerung zulasse, daß auch der Magistrat dem beitreten werde. Ab 1. Januar d. I. sollen den Arbeiten- 10 Pf. und ab 1. März weitere 6 Pf. pro Stunde als Zulage gewährt werden.,. In den Wasserwerken, der Kanalisation und den Krankenanstalten sind die Bewegungen gleich- falls zum Abschluß gebracht. In der Straßenbahn, den städtischen Elektrizitätswerken, der Parkverwaltung und den Markthallen find weitere Forderungen um Erhöhung der KriegSlohnzulagen gestellt. Dasselbe gilt von den Vororten. In Cborlottenburg' ist die Be- wcgung durch das Zugeständnis des Magistrats, wonach ab 1. Ja- nuar d. I. eine Erhöhung um 16 Pf. pro Stunde stattgefunden, ab- geschlossen. Schöneberg. Neukölln stehen in der Bewegung. Trotz der öffenllichen Erklärung des Magistrats, welche die Organisation der Arbeiter als deren Vertretung anetkenm. fällt es der Direktion der städtischen Elektrizitätswerke schwer, sich danach zu richten. Bei den zuständigen MagistratSsiellen ist gegen die Auffassung der Direktion Einspruch erhoben und eS steht zu erwarten, daß auch diese städtische Betriebsleitung z» einer anderen Stellungnahme gegen unsere Organisation sich bequemen wird. Mit dem 1. April beginnt der nenerrichtete Arbeitsnachweis für städtische Arbeiter seine Wirksamkeit. Der überwachende Ausschuß setzt sich au» 7 Vertretern des Magistrats und 7 Vertretern der städtischen Arbeiter zusammen, die Organisationen erhallen darin zwei Vertreter, einen für die freien Gewerlichafteit und einen der Hirsch-Dunckerschen Richtung. Mümner erläuterte dann noch die Aus- legung der Gesetzesbestimmungen über die Versteuerung der Teurungs- bezw. KriegSlohnzulagen. Nach verschiedenen ttileilen sind die Teurungs- und Kriegslohnzulagen bei städtischen Arbeitern steuerfrei. In einigen städtischen Betrieben sei bei der Veranlagung zur Steuer bereits danach verfahren worden. Die Neuwahl der OrtSverwaliung fand durch Wiederwahl der alten Funktionäre ihre Erledigung. An der Urabstimmung über die Beitragserhöhung beteiligten sich von 6718 Mitgliedern 4396--- 76,7 Proz. Für die Beitragserhöhung stimmten 3570 Mitglieder— 83,4 Proz.. dagegen nur 764 oder 17,6 Proz. Da? Resultat der Abstimmung ist ein überaus erfreuliches; die Mu- glieder haben damit ihren Willen, die Organisalwn finanziell zu stärken, um für die kommenden Wirtschaftskämpfe gerüstet zu sein, in wirkungsvollster Weise bekundet. Zur Frage der Erhöhung der lausenden KriegStcuernngSjulagen soll in einer am 29. Januar abends LV» Uhr in den Germania- Prachl'älen statlfindenden Mitglicderversänimlung der Interessen- gemcinschasl deutscher Bcamtonberbände Stellling genommen Iverden. Referent ist der Voisitzende der JnleresiengemeiiischastGenetalsekteiär Remmets-Berlin.„ JuKenüveranstattungen. Arbeiter-Jugendheim Berlin, Linden str. 3. Morgen Sonntag Wanderung nach Sandhauien bei Tegel. Treispunkt 6.20 Uhr morgens S lettiner Lororwahnhoj. Fahrgeld 50 Pf- Abends 8 Uhr: V o r t r a z des Genossen D i l t m e r: Gegenseitige Hilsc m Nadir und Menschen- weit,— Am D t e N S t a g: Spiel- und Rcigenabend.— Am Ft eitag: DIskuticrabend. Schöneberg. Arbeiter-Jugend. Morgen Sonntag- Geselliges Beisaaimeniein. Anfang 6 Uhr.— Mittwoch: Lvi.'chend. Anfang 8 Uhi.—Donnerstag: Tanzabend, Ansaua 8 Uhr,— Tie nnftalluiigen finden regeimötzig bei Lehmann, �edanzd. 53. flau. Eor: willkommen, Vermmrortlich lür Polittf: ErUd Snttacr,»er Im; fiit den Lbregen Stell des Blattes:«lfred Scholz. Neukdlln: für Juferaic: Th. Gixte. Borna. Druck u. Berwg: BorwärtS Buchdmckerei u. Berlagsanstall Paul Suigec&<£"•. Berlin SW. tictjjt 1 Beilage. Nr.SS ♦ 35. Jahrgang Seilage ües Vorwärts Sormabenö, 26. Januar i Hl s Sie Zrieöensreöe Czernins. In seiner Delegationsrede führte Graf Czernin aus, zu Pessimismus läge in Brest-Litowst kein Anlaß vor, obwohl man mit zwei sehr großen Schwierigkeiten zu tun habe. Die beiden Ukraine«. Die erste sei das Neuerstehe» verschiedener russischer Reiche, deren Land, und KompeteiMrenzen noch nicht festgelegt seien: Rußland, Ukraine, Finnland und Kaukasus. Di« Ukraine halte sich 3« selbständigen Verhandlungen berechtigt, was jedoch die russische Delegation beitreite.»WiedieSacheheute sieht, weiß ich nicht." Der Reimer verliest aJvei lange Trlegraunne aus Brest» LitowSt. Sie enthalten ein Schreiben Joffes, worin dieser die Skr- treter der Arbeiter- und Baucrnregierung der ukrainischen Repu- blik, Schachrai und Medwjedef, als bevollmächtigte Unterhändler der Ukraine legitimiert. Diesem Schreiben ist eine Erklärung des bolschewistischen Vvlkskommissärs für militärische Angelegenheiten der Ukraine beigegebsn, in der die unkrainische Zentral rada als Vertreterin von.SSourgeoiSgriuppen" Angestellt wird, die dem !!techt habe, im Namen des Volkes zu reten. Die ukrainische Ar» beiter- und Bauernregierung sähe dagegen de» Rat der Volks- to mmi ssäre als berechtigt an, i» Namen der ganze» russische» Föderation aufzutreten. Die Telegativn der ukrainischen Arbeiter» und Bauernregterung werde zusaurmen mit der allrussischen Delegation und m voller Uebereinstinrmung mit dieser auftreten,— Ein weiteres Schreiben d«S BolkSfekretariatS in Charkow bevollmächtigt Medwsedei, Schachrai und Sadorrski als ukrainische Unterhändler mit der Maßgabe, daß ihre Handlungen mit den Hand- lungen der Regierung der russischen föderativen Republik in Uebereinstimmung zu bringen seien. Graf Czernin fährt fort, das sei eine neue Schwierigkeit, „denn wir wollen uns in die inneren Angelcgenhetteu Rußlands nicht einmischen."» Pole«. � Was Polen betrifft, dessen Grenzen übrigens noch nicht genau fixiert sind, so wollen wir gar nichts von diesem neuen Staate. Frei und unbeeinflußt fall Polens Bevölkerung ihr eigenes Schicksal wählen. Ich lege dabei meinerseits gar keinen besirndeven Wert auf die Form des diesbezüglichen Volksvotuurs. Je sicherer es den allgemeinen Volkswillen widerspiegelt, desto lieber ist es mir, denn ich will nur den freiwilligen Anschluß PolenS; nur in dem diesbezüglichen Wunsche Polens sehe ich die Gewähr einer dauernden Harmonie. Ich halte un- widerruflich an dem Standpunkte fest, daß die polnische Frage den Friedenschlutz nicht um einen Tag verlängern darf. Wird eS nach Friedensschluß eine Anlehnung an uns suchen, so weiden wir es gerne aufnehmen, den Frieden darf und wird die polnische Frage nicht gefährden. Ich hätte cS so gerne gesehen, lvenn die volnische Regierung an den Verhandlungen hätte teilnehmen können, denn meiner Auffassung nach ist Polen ein selbständiger Staat; die Petersburger Regierung aber steht auf dem Standpunkte, die beutig« polnische Regierung sei nickt berechtigt, Im Namen ihres Landes zu sprechen. Die zweite Schwierigkeit sei das Selbstbcstimmungsrecht der Völker. Da stehe Deutschland auf dem berechtigten Standpunkt, daß die Willensäußerungen der bestehenden Korporationen als, provisorisch« Basis zu gelten hätten, die nachher durch ein Volks Votum auf breiter Basis, zu überprüfen sei. Rußland aber wolle diese Kor- porationen nicht anerkennen. Ferner verlange Rußland, daß das Volksvotum nach der militärischen Räumung stattfinde, die plötzliche Zurückziehung des ganzen Apparates der lveseyung würde aber einen praktisch nicht haltbaren Zustand schaffen. Es handle sich darum, eine« Mittelweg zu finden; die Differenzen seien nicht groß genug, um das Scheiter» zn rechtfertigen. Graf Czernin ging dann auf die Frage deS allgemeinen Frieden? über und sagte, daß es nur ein« Frage des Durchhalten? sei, ob wir einen allgemeinen ehrenvollen Frieden erhalten. In dieser Ueberzeugung sei er durch Wilson? Friedensangebot bestärkt worden. Oesterrcich-Ungarn fei zur Verteidigung auch der Bundesgenossen bis zum äußersten entschlossen..Den„v»r- kriegcrischcn Besitzstand unserer Bundesgenossen werden wir ver- seidigen wie den eigenen." Czernin setzte sich dann weiter, ähnlich wie Hertling, mit den 14 Punkten der Wilson-Botfchast im einzelnen auseinander. Er sprach dabei den Wunsch auS, Wilson möge Italien und die feind- lichen Balkanstaaten zur Bekanntgabe ihrer Kriegsziele veranlassen. Was Polen betreffe, so ist es«in offenes Geheimnis, daß wir Anhänger de? Gedankens sind, es möge ein unauhängiger polni- scher Staat, der die zweifellos von polnischer Bevölkerung bewohn- te» Gebiete einschließen mühte, errichtet tvcrden. Czernin stellte dann, wie schon gestern gemeldet, eine weit- gehende Uebereinstimmung mit Amerika fest und regte eine ver- söhnliche Aussprache zwischen ihm und Oester reich- II aga rn an. Der Minister kam dann nochmals aus B r e st- L i t o w s k zurück, wobei er den Frieden mit der Ukraine für den weitaus wichtigsten erklärte, da dieses Lebensmittel zu exportieren habe, während Nordrußland nichts anderes ausführeu könnte als Revolution und Anarchie. Dann kam der Minister aus die österreichischen Streiks zu sprechen und bezeichnete diejenigen, die behaupteten, die Re- gierung stehe dem Streik nicht ferner als Verleumder oder Narren. Der Minister stellte dann an die österreichische Delegation die Ver- trauensfrage: Entweder Sie haben das Vertrauen zu mir, die Friedensverhandlungen weiter zu führen, dann müsse» Sie mir helfen, oder sie haben es nicht, dann müssen Sie mich stürzen. Ein Drittes gebe es nicht!" Die Rede wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Sie /lussthußberatung öer yerrsnhausvorlage. Tie Wahlrechtsreform eilt nicht. Di« Berfossungdkommission des Abgeordnetenhauses läßt sich Zeit. Rachdem sie am Freitag nach achttägiger Pause ihre Arbeiten wieder aufgenommen Hot, wird sie sich bereits am Sonnabend wieder von ihren Anstrengungen ausruhen und in Zukunft höchstens an vier Tagen in der Woche arbeiten, vorausgesetzt, daß nicht auch dann noch die eine oder andere Sitzung ausfällt. Der Entwurf über die Zusammensetzung des Herren- Hauses ist so recht geeignet, alle möglichen Abände- rungsanträge zu stellen und zahllose Fragen aufzu- werfen, über die man sich in langen theoretischen staatsrecht- lichen Betrachtungen ergehen kann. Ob das königliche Recht der Berufung, falls wir einmal eine parlamentarische Regie- rung haben, noch unbedenklich beibehalten werden kann, ob der jeweilige Thronfolger eo iplo dem Herrenhause angehören soll oder ob er dazu.der Berufusig durch den König be- darf, ob der Fürst von Hohcnzollern-Sigmaringcn, der durchaus nicht preußischr Gesetzgeber sein will. mitGewalt zur Einnahme eines Sitzes im Herrenhause gezwungen werden soll, ob man dies sonderbare Gebilde besser Herrenhaus oder Erste Kammer oder Ständekammer nennt. Das alles sind Fragen von weltcrschüfternder Bedeutung, zu deren Klärung es vieler Stunden und Tage bedarf, inzwischen soll das Volk sich in Geduld fassen und über das Schicksal des ihm am Herzen liegenden Wahlrechts zum Abgeordneten- hause nach wie vor i in dun kein bleiben. Wird sich die arbeitende Klasse dies Spiel auf die Dauer gefallen lassen? Die Herren von der hohen Kommission spielen ein gewagtes Spiel. Mögen sie zur Einsicht kommen, bevor es zu spät ist! * Zu der am Freitag begonnenen Beratung der HerrenhauSvor» läge durch den VersassungöauSschnß des Abgeordnetenhauses lagen bereits zahlreiche Anträge vor. Unter anderem hat dos sozial- demokratische Ausschußmitglied beantragt, daß dem Herren- hause aus Grund von Präsentation auf 12 Jähre angehören sollen III Arbeiter. Die Präsentationskammern sollen die A r b e i t s k a m m e r n sein. Bis zum Erlaß eines ArbeitSkammeracsetzes sollen die Vertreter der Versicherten bei den Oberver- sicherungSämterrf«ineS jeden der 36 Regierungsbezirke sowie der Stadt Berlin je 3 Mitglieder präsentieren. Die Fort- schrittler beantragen eine Entschließung, die die Regierung ersucht, beim Bundesrat auf die schleunige Vorlegung eines Reich»- arbeitskammergcsetzes hinzuwirken. Die aus Grund eines solchen Gesetzes in Preußen errichteten Arbeitskammern sollen das Recht erhalten, eine der Bedeutung der Arbeiterschaft entsprechende Anzahl von Vertretern in daö Herrenhaus zu berufen. Ein konservativer Antrag will da? Herren- haus Erste Kommer nennen und ein weiterer konservativer An- trag dem jeweiligen Thronfolger von Preußen nach erreich- tcr Volljährigkeit die Mitgliedschaft im Herrenhause auch dann geben, wenn der König ihn nicht besonders beruft. Minister deS Innern Dr. Drews führte aus, man könnt nicht allen Berufen u-td Jnteressentengruppen. die im Wirt- schastslebcn eine Rolle spielen, ein gesetzliches Recht auf Vertretung im Hcrrcnhause geben; für gerechte Vertretung der Interessenten- aruppen werde die königliche Berufung zu sorgen hoben, Rechtsansprüche der früheren reichSständtschen Fürsten und der anderen heute erblichen Mitglieder aus Sitz im Herren- hause erkennt die Regierung nicht an. Erbliche Mitglieder ent- sprechen nicht dem Zug der Zeit; wenn auch ihre Bedeutung aner- Gesetzes halten. Den Kronprinzen kann der König schon jetzt be- rufen, er hat eS aber nie getan. Der Kronprinz soll mit dem politischen Leben Fühlung erlangen, einen besseren Ort dazu als das Herrenhaus gibt e? nicht, und der König wolle in Zukunft möglich st viele königliche Prinzen berufen. Ein konservativer Abgeordneter meint, die politische Notwendig- keit des Herrenhauses werde von keiner Seite bestritten. Wenn da» Herrenhaus ein Hemmschuh sei, so habe solch ein Hemm» schuh immer etwas Gute». Zwar haben die erblichen Mit- glieder keinen Anspruch, aber es ist doch außerordentlich schmerz- lichfürsie, zum alten Else» geworfen> zu werden, und noch schmerzlicher für die um Krone und, Staat verdienstvollen Familien, nun aus die Zufälligkeiten einer Wahl verwiesen zu werden. Den Konservativen fällt es nicht leicht, dem zuzustimmen. Der Redner beantragt für sich allein, daß die In- Haber der vier großen Lande sämter in Preußen weiter Mitglieder des Herrenhauses bleiben sollen. Solange wir keine parlamentarische Regierung haben, braucht man dem Krön- Prinzen keine Sonderstellung einräumen, wir müssen uns aber auf das schlimmste gesaßt machen, und eS könnte vorkommen, daß ein bei der Regierung nicht beliebter Thronfolger nicht ins Herrenhaus berufen wird. Der Antrag bedeutet kein Mißtrauen gegen die Krone. Aber zu einer Staatsregierung, deren Zusam- mensetzung wir gar nicht kennen, haben wir dieses Vertrauen nicht. Ein Fortschrittler erklärt die Annahme des Vorredners, daß der Ausschuß einmütig die Notwendigkeit einer ersten Kammer be- sähe, für willkürlich. Wenn das Herrenhaus auf berufSstäu- bischer Grundlage errichtet werden soll, dann� muß dies auch konse- auent geschehen und die Zusammensetzung müsse der modernen Gliederung deS Staates entsprechen, dürfe aber nicht Vorrechte beibehalten, die ihren Grund lediglich in der Vergangen- heit und in überwundenen Verhältnissen haben. DaS sozialdemokratische Ausschußmitglied wendet sich gleich- falls gegen da? Zweikammersystem. Ebenso gut wie man im Reiche mit einer Kammer auskommen müsse, wird das auch in Preußen möglich sein. Dem Antrag, dem Kronprinzen ein Recht auf einen Sitz im Herrenhausc einzuräumen, widerspricht er. Ganz besonders wendet er sich gegen die vom Antragsteller gegebene Begründung, denn im Herrenhause könne der Kronprinz die Stimme deS Volkes niemals kennen lernen, weil das Herren- haus auch in der neuen Zusammensetzung das Gegenteil von den Stömungen im Volke darstellen werde. Ein Zentrumsredner meint, man könnte das Herrenhaus als Ständelammer bezeichnen. Am Bestehen und an der Ausgestaltung deS Herrenhauses hält das Zentrum fest. All« Stände und Erwcrbsgruppcn müssen entsprechend vertreten sein. Zu der Frage, ab der Kronprinz der ersten Kammer angehören muß, werden wir noch Stellung nehmen. Ein Freikonservativer setzt sich für das Zweikammer. s h sie m ein. Der Ausschuß beschließt, an den ersten vier Tage» jeder Woche zu beraten, jedoch auf wichtige Sitzungen de? Staatshaus- Haltsausschusses Rücksicht zu nehmen, insbesondere, wenn dort die- selben Regierungsvertretcr wir im Verfassungsausschuß anwesend sein müssen. Ein Rationallibcraler verlangte Einschränkung der Be. rufung auS königlichem Vertrauen, mn Platz zu machen für die zahlreichen anderen Beruf? stände, die aus Be- rufung ihrer Vertreter Anspruch erheben/ Er befürchtet, daß unter einem parlamentarischen Ministerium in einer Konfliktszeit gegen die Mebrheit der zweiten Kam- mcr nicht regiert werden könnte, daß dann die Berufung ins Herren- haus nach politischen Gesichtspunkten erfolgen und die Borschläge der Präsentationskörper nicht beachtet werden wüe- Töchter öer Hekuba. Ein Roman auS unserer Zeit von Clara Viebig. Mit ihrer Mutter konnte Lili nicht s o über den Toten sprechen, wie sie an ihn dachte. Ihr war. alS erschiene dann ein Zug auf der Mutter Gesicht, ein Zug. den sie sich deutete: Abwehr. Und sie hatte recht gesehen. So sehr Frau don Voigt mit ihrer Tochter trauerte, so konnte sie doch nicht anders, als sich sagen: dies war eine Lösung. Der italienische Traum war ausgeträumt. Lili war noch jung, wollte Gott, daß sie noch einmal ein neues Leben beginnen könnte l Und die Tochter fühlte; wäre der Gefallene ein deutscher Offizier gewesen, der Schmerz der Mutter wäre doch noch anders. Und Lili zog sich ganz in sich zurück. Stundenlang saß sie am Fenster, die Hände im Schoß und sah träumend hinunter auf den Hof. Wer doch alles fo gelassen hinnehmen könnte wie die Frau da unten' Die ging inimer zur selben Stunde ihre Hühner füttern, die Kaninchen und die Ziege. Die 2iero kannten sie. Wenn die Hühner, die jetzt solange der Frost nicht einsetzte, im winterlich-kahlen Garten scharren durften, den ersten Tritt der derben Leder- Pantoffeln auf dem Pflaster des Hofes klappen hörten, stürzten sie eilig herbei. Dann kam etwas wie ein Lächeln auf das verfaltete Gesicht der Krüger. Und das Lächeln blieb, wenn sie der meckernden Ziege das Heu in die Raufe steckte, !md eS wurde noch stärker, wenn sie zum Kaninchrnstall trat. Lili sah die Weißen und schwarzweiß-gefleckien Tierchen hinter ihren Drahttüren hopsen. Die Krüger hielt sich immer lange bei ihnen auf. Daß die nicht fror! Der erste Schnee war gefallen. Aber sie stand wohl eine halbe Stunde in ihren Pantoffeln in gebückter Stellung bei dem niedrigen Ställchen, streckte ihre Hand hinei« und streichelte die Tiere. Wie arm muß man geworden sein, um sich so mit dummen Kaninchen zu befassen! Ein mitleidiger Ausdruck glitt über Lilis Gesicht. Als die Krüger sich eines TageS mühte, Stroh- matten um den Stall zu nageln und nicht gut allein damit fertig tvurde, ging Lili hinab, um ihr zu Helsen. Sie waren ja alle beide arm. »Das ist �Schneeweißchen'." sagte die Krüger,„ttud das .Rosenrot.' Sie hatte das Türchcn geöffnet. Zwei schnec- weiße Kaninchen, herrliche Tiere mit langen seidigen Haaren, kamen gleich heran, drückten den Kopf mit den zartrosa Ohren zu Boden und wollten geliebkost sein. Wer hätte ge. dacht, daß die rauhe Hand so sanft streicheln könnte! „Die wollen immer gekrault sein, da lassen sie Kar. toffeln und Grünes for stehen." sagte die Krüger; es war wie Zärtlichkeit in ihrer Stimme.„Mein Gustav hat immer Kaninchen gehabt, als er noch'n Junge toar. Die hat er so gerne!" Schweewcißchen und Rosenrot! Die junge Frau nickte: die kannte sie. noch aus dem Märchen her. Als sie ein Kind ivar. Wie wunderschön war das gewesen, wenn sie an solch kaltem Abend wie heute im warmen Kinderzimmer saß auf dem kleinen Stubl und die Mutter ihr vorlas! Schweewcißchen und Rosenrot, das alte deutsche Märchen. Sie lächelte, eL zog ihr hold durch den Sinn. Unwillkürlich lockte eS sie. auch sie mußte die Hand ausstrecken und die Tiere streicheln. Wohltuend warm strömte es von dem seidigen Fell in ihre kalten Finger. Schweeweitzchen und Rosenrot hielten ganz still, ihre roten Augen blinzelten nicht. Verzauberte Tiere— was die wohl dachten? Lili neigte den Kopf und legte ihre Wange auf das weiche Fell. Schncelveißchen und Rosenrot— nun war sie wieder im Kinderland, da gab es kein Leid, das über Sonnen- Untergang währt, keinen unauslöschlichen Kummer. VII. Das hätte Hedwig Bertholdi nicht zu hoffen gewagt, daß beide Söhne zusammen auf Urlaub kommen würden. Es war fast zuviel deS Glücks nach langem Entbehren, sie war ganz überwältigt. Als Heinz ihr von Frankfurt am Main telegraphierte:.Bin auf dem Weg zu Dir!' jubelte sie laut; aber als nun auch von Rudolf ein Brief eintraf:.Nach den letzten schlveren Kämpfen bekommen wir Erholungsurlaub, vielleicht daß ich zu gleicher Zeit mit diesem Briefe da bin/ fing sie an zu weinen. Mit der ungeduldigen Sehnsucht einer Braut rüstete sie für die Söhne. Ihre alten Zimmer sollten sie wiederhaben; eZ tat ihr leid, duß sie nicht von Gruud auf alles darin neu und schöner herrichten lassen konnte, aber dazu war jetzt nicht die Zeit. Sic mußte sich begnügen, alles bürsten und waschen. die Wände abfegen, die Bücher ausstauben zu laffen. ES kam ihr so manches Erinnern dabei; sie hatte sich vordem nie entschließen können, in diesen Zimmern zu räumen. Sie hatte sie verschlossen gehalten wie ein Heilig- tum. Nun lagen da die Schulbücher, die Aufsatz- hefte, die ersten Liebesbriefe an irgend einen Back- fisch. So mitten heraus waren die Söhne fortgc- gangen, die Schubfächer waren nicht zugeschlossen, die Sachen nicht geordnet. Da noch die Reitbandschuhe von Heinz, auf seinem Schreibttsch allerhand Photographien— er liebte es, sich Bilder schöner Frauen aufzustellen. Da die Schülermappe von Rudolf— noch steckten die Klassiker darin und die letzte schriftliche Arbeit. WaS sie vordem nicht gewagt hatte anzurühren— wie die Hinterlaffenschaft teuerer Verstorbener war es ihr vor- gekommen— das ordnete sie nun mit Lächeln. Ihre Söhne kamen ja zurück, hell und gesund, wenige Stunden vielleicht nur noch, und sie waren wieder hier in ihren alten Zimmern, die beiden Jungen, die das Haus mit Gepolter erfüllten, mit soviel fröhlichem Leben. Rasch, nur rasch! Was war denn mit dem Mädchen, der Emilie? Die kam ja gar nicht von der Stelle und machte alles verkehrt. Emilie wischte sich heimliche Tränen ab. Die sonst so blanken Augen waren trüb. Fron Bertholdi wußte, da!» Mädchen hatte einen Liebsten draußen: war dem etwas zu- gestoßen? Die junge hübsche Person konnte vor Tränen kaum sprechen, bei der Frage der Herrin strömten sie ihr unauf- haltsam übers Gesicht:„Nein, er ist gesund— aber da ist eine— eine in Belgien hinten— da, wo er so lange im Quartier gelegen hat— und die, die— ach, gnädige Frau!" «sie hielt sich das Staubtuch vorS Gesicht und schluchzte kramps- hast. Es schüttelte ihren ganzen Körper. Es bedurfte längeren Zuredens, uni etwas aus ihr heraus- zubekommen. Sie wollte sich gern aussprechen, und doch ivar da wiederum etwas, was ihr den Ateni verschlug. Endlich gestand sie: ihr Bräutigam hatte sich mit der Belgierin ein- gelassen, nun erwartete die ein Kind von ihm; heute morgen hatte or's seiner Braut nach Hause geschrieben.„Er weiß ja nun auch nicht, was er machen soll, er is doch'n ehrlicher Mensch. Und ich— ich—?!' Emilie rang die Hände. „Was soll ich nun machen?" Frau Bertholdi war bestürzt: Emilie war doch nicht etwa—?! Werts. k-laU Seit.- Eine geringe Me�cheit?önnie aksdarm eine große Minder- hcit einfach untrcbrüdtcn. Minister des Innern Dr. DrewS füstrie die BciSestaltung der königlichen Berufung anstatt der Einführung der Wahl durch Prä- fentationKkörper auf historische Gründe, auf die Stellung und auf Wünsche. des Herrenhauses zurück. Einen Regierungsakt, unter dem der Name des Königs steht, wird sich jeder Minister doppelt überlegen und hierbei doppelt vorsichtig und zurückhaltend verfahren. Das gilt besonders für parlamentarische Mi- n ist er. So wenig wie bisher, so wenig wird dann die Wahl der Präsentationskörpcr unbestätigt bleiben. Ein Bolksparteiler bestreitet, daß das Herrenhaus der geeignete Boden sei, um den Kronprinzen in die Politik einzuführen. Ein Konservativer bespricht den Fall Kapp und meint, es könnte in Zukunft noch öfter vorkommen, daß jemand aus politischen Gründen nicht berufen werde. Vizeministerpcäsident Dr. Fricdberg: Eine Nickibestäti- gung ist etwas ganz anderes als eine N i ch t b c r u f u n g. Die Aüschassung�d-S Berufungsrechts wtobc das Zustandekommen der Vorlage gefährden. Ein dcnrokratisches Wahlrecht muß nicht un- bedingt zur parlamentarischen Regierung führen. Aber auch keine parlamentarische Regierung würde, ohne sich selber zu schaden, dem König empfehlen können, einen Präsentierten nicht zu berufen. Das sozialdemokratische Ausschußmitglied wendet sich abermals gegen den Kronprinzen-Autrag. Will der Kronprinz am parla- nmntarischen Leben teilnehmen, so legt ihm ja das Gesetz nichts in den Weg, sich zur Wahl zu stellen. lHeiterkeit.) Ein Nationalliberaler erwidert dem Sozialdemokraten, daß das neue Herrenhaus alle Bevölkerungskreise vertreten werde. Auf konservativen Wunsch wird die"Abstimmung über§ 1 und die dazugehörigen Anträge ausgesetzt. § 2 zählt die lebenslänglichen Mitglieder deS Herrenhauses ans. Ein fortschrittlicher Antrag will ihre Mitgliedschaft ans 12 Fahre begrenzen. Ein Zentrumsani rag will außer den vom König be- mlsenen Prinzen auch den Fürsten von H o h c n z o l l e r n- Sigmaringen und die Häupter der zur Standschaft berechtigten vormaligen ReichSländifchen Häuser zu lebenslänglichen Mitgliedern machen. Wci terbcraknng: Montag nachmittag. Industrie und Handel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Zwei Gesellschaften, mit deren kräftigem Ausdehnungsbestreben wir uns in der letzten Zeit öfters zu befassen hatten, die Hirsch- Kupfer-Werke und die Deutsche Erdvl-Aktiengesellichaft, treten mit neuen Projekten vor die Oeffentlichkeil. Die Deutsche Erdöl-Aktic»- gcsellschaft, die bereits an den Rositzer Braunkohlenwerken und den Regiser Kohlcnwerken beteiligt ist, will vom bayerischen Staate Kohlenfslder am Bauersberg in der Rhön kaufen, wo zum Vergasen brauchbare Braunkohlen vorhanden sein sollen. Außerdem ist der Erwerb der R a m s d o r f e r Braunkohlenwerke von der Firma I. Petschck in Aussicht geplant. Zur Vergasung eignen sich anch minderwertige Braunkohlen, die für die Brikettierung nicht mehr in Frage kommen. Die Hirsch-Knpfer-Wcrke gründen gemeinsam mit der Bayeri- schen Hhpothclen- und Mechselbank in München und der Aktien- gesellschaft Grafik-Werke Kropfmühl eine neue Aktiengesellschaft in München nuter der Firma Donau-Tiegelwerke Aktien- gesellschaft. Die Ferdinand Beudix Söhne A.-G. für Holzbearbeitung beab- sichtige» eine Neuorganisation ihres Berliner Werkes. Die Deutsche Bicrbranerci-A.-G. in Berlin zahlt 8 Proz, Divi- dende. Der Abschluß einer Interessengemeinschaft mit dem ü n ch e n c r Brauhaus ist noch in der Schwebe. Die Bereinigte Kammmch, Britcr u. Schncevogclsche Werke A.-G.» die im laufenden Geschäftsjahr sehr gut gearbeitet hat, glaubt die Neberführung der noch in Wittenau arbeitenden Betriebe in die neue in flottem Gang befindliche Fabrik in Brack- w e d e bei Bielefeld bis zum März durchführen zu können, so daß ine Flexilis-Aktiengesellschaft als Pächterin die Wittenauer Fabrikanlagen voll in Benutzung nehmen kann. Ricsenkriegsgewiunc. Im ersten Semester des laufenden Geschäftsjahres erzielte nach der„National-Ztg." die Bismarckhütte A.-G. einen Betriebs- Überschuß tu Höhe vou lüMill. Mark einschließlich des 8 Mill. Mark betragende» veberschusses der Westfälischen Stahlwerke. Die G e- w i n n a u s s i ch t c n für das zweite Halbjahr stzld zum mindesten nicht weniger günstig. Das Aktienkapital beträgt 22 Mill. Markt Prcuftischcr Städtetag und Wöhnuugsuot. Der Vorstand beS Preußischen S t üb t e t a g e Mhat mit umfangreicher Begründung eine Eingabe über die WohnungS- b e s ch a s s u n g nach dem Kriege an den Minister des Innern gcrickner, deren Wortlaut dcmnäckst im„Preußischen Verioaltungs- blatt� veröffentlicht wird. Die Eingabe behandelt zwei hauptsäch- liche Gesichtspunkte, nämlich erstens die Bereitstellung von Geld und Land zum Bauen und zweitens die Beschaffung von Arbeitskräften und Baust offen. Nach der'letzteren Richtung wird darauf hingewiesen, daß ohne ein organisatorisches Eingreifen des Reiches genau die gleichen Zustände enlsteben würden, wie im Anfang des Krieges bei der Lebensmiitelbeschaffung. Nicht nur die Baustoffs, die in der Heimat neu hergestellt werden, kommen für eine Regelung in Betracht, sondertz» ebenso das reiche Material der Heeresverwaltung. Auch ans Ueberlasiung von Baracken der Heeresverwaltung wird grotzes Gewichtsgelegl, obwohl andererseits betont wird, daß eine Unterbringung in Baracken natürlich. nur bei ernster Not und nur ganz vorübergehend ins Auge gefaßt werden könne. Was die Bereitstellung von Land und Geld anbetrifft, so weist der Slädtetag daraus hin, daß alle Bereitwilligkeit der Städte und auch Industrieller, genossenschasllrcher oder gcmeinnützlicher Unlerneh- oungen zur Herbeischaffung der nötigen Geldmittel nicht aus- reichen, sondern daß hier Reich oder Staat helfen m ü s s e n. Diese Hilfe müsie durch Hergabe von Baugeld und Hypotheken zu einem Zinsfuß erfolgen, der erheblich unter dem privalwirtschaftlichen Zinsfuß liegt. Denn ohne dem würden in den Häusern der Uebergangszeit die Mieten übermäßig hoch angeietzt werden; das würde ein Nachfolgen der Miete»'in den allen Häuiern über da» etwa begründete Maß aiiiauS und ein Steigen der Geläudewene bedeuten, damit aber eine nennenswerte dauernde Lerteuxrung des Wohnens. .'öauptversammluug der Brandenburgifchsn Landwirt- fchaftskammer. Die Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg trat gestern mittag im Sitzungssaal des Landcshauses unter sehr großer Beteiligung zu ihrer 25. Hauptversammlung zusammen. Als Per- trcter der Staatsregierung wohnte ihr Oberpräsident v. Loebell bei. Der Vorsitzende, Gras v. d. Schulenburg wies in seiner einleitenden Ansprache daraus hin, haß gerade jetzt Gstadt und Land sich in einem größeren Verständnis begegnen sollten. Der Landwirt müßte feben, welche Not noch in den Städten herrsche; aus der andern seite mußten die Städter jetzt auch begreifen, wie schwer die Arbeit der Landwirtschaft sei; denn noch niemals habe dt? Landwirtschaft vor einer so schweren Ausgabe gestanden wie jetzt. Die Vorwürfe, daß alle Verordnungen der Behörden nur vom grünen Tisch und ohne Verständnis für die Lage der Landwme erlassen würden, seien ungerechtfertigt: denn auch die Behörden hätten noch nie die Aus- gäbe zu erfüllen gehabt, während einer so langen Kriegszeit wie jetzt ein ganzes Bolt mit wenig ausreichenden Mitteln zu ernähren. Aber auch dieses Ziel des Durchhaltcns werde erreicht werden. wenn jeder, auch jeder Lmidivirt sich in den großen Dienst des Vaterlmides stelle.— Oberpräsident v. Loebell gab das Versprechen ab, ebenso wie sein Amtsvorgänger für die Förderung der märki- schen Landwirtschaft einzutreten. Im Kriege habe die Landwirtschaft ihre Aufgabe glänzend gelöst; wir könnten durchbalten, weil die Landwirtschaft ihre volle Schuldigkeit getan habe. Es sei daher ein schweres Unrecht, Einzelfehler, die auch hier nicht ausgeblieben seien, zu verallgemeinern. Auch für die deutsche Landwirtschaft ständen noch schwere Monate bevor; es gelte fest durchzuhalten und auch das letzte, was noch übrig sei, für die Allgemeinheit herzu- geben.(Lebhafter Beifall.) Zu dem gedruckt vorliegenden Geschästsbevicht für 191.7 er- statteten der tzauptgeschäftsftthrer Dr. Seedors, die Fach-Geschäfts- führer und mehrere Mitglieder der Kammer Einzelberichte ab. Im Rahmen dieser Berichte sprach Rittergutsbesitzer Reichs- tagsabgeordnet-r Dr. Rösicke über neue Möglichkeiten zur Erfassung der landwirtschaftlichen Erzeu- g u n g durch Zusammenfassung der Erzeuger in den einzelnen Ge- mcinden. Die Gemeindebehörden, die diese Aufgaben gegenwärtig zu erfüllen haben, müßten von den ihnen fremden wirtschaftlichen Geschäften befreit und d'e Erzeuger selbst dazu organisiert werden. Der Auft.au dieser Neuordnung müßte dann weiter über die Kreise und das Lind hin errichtet werden. Ter Landwirt würde unstreitig bereiter sciü zu liefern, wenn er sich freiwillig angeschlossen und zusamemngeschlossen habe, als wenn er gezwungen werde. Die Frage sei aber noch nicht reis, über sie werde van de» maßgebenden Stellen verhandelt. Jedenfalls sei dieser Gedanke durchaus cmp- sehlenswert und auch die märkische Landwirtschaft würde alle» einsetzen, um ihn zu verioirklichen.(Beifall.) Roch Erstattung einer Reihe weiterer Einzelberichte über die Tätigkeit der Landwirtscyastskammern tourdc der Bericht der Rech- nungsprüfungskommission für 1916 entgegengenommen und der Hanshalworanscblag für 1918 mit der erforderlichen Umlage fest- gestellt. Den Schluß der Sitzung bildeten Vorträge über Möglich- leiten zur Förderung der landwirtschaftlichen Erzeugung im Jahre 1918 und andere Fachsrageu._ Verbraucher als Mitarbeiter i« den Z?eststcrlungs- ansschüfsen. Der Staatssekretär des Kriegsernährungsamts hat in einem Rundschreiben an die Bundesregierungen diese ersucht, zur Teil- nähme an den Arbeiten der Feststellungsausschüsse, die noch Ablauf der Druschtermine die bei den tandwirtschattlichen Betrieben noch vorhandenen Getreidevorräte feststellen sollen, auch Vertreter der Vcrbraticherkreise heranzuziehen. Bei der Auswahl dieser Ver- .treter sinb tunlichst alle Kreise der Verbraucher zu berücksichtigen, also Industriearbeiter, Handwerker, Angestellte des Handels und der Kleingewerbe, Beamte, Angehörige der freien Berufe usw. Erforderlich ist insbesondere, den Vcrbraucherkreisen in den Jndu- ftriezentren hinreichend Gelegenheit zu geben, sich von der ordnungs- mäßigen Durchführung der angeordneten Maßnahmen zu über- zeugen. In der Mitwirkung von Vertretern der Berbraucherkreise bei der Tätigteit der Feftstellungsauoschüsse sieht der Staatssekretär des Kricgsernährungsamts ein geeignetes Mittel, um das Ver- ständuis zwischen Stadt und Land für die Schwierigkeit der Lage zu fördern und zugleich die Tätigkeit der Feststellungsausschüsse zu unterstützen. In dem gleichen Rundschreiben werden die Bundes- regicrungen ersucht, aus Verlangen der stellvertretenden General- kommcmdos den Festellungsausschüsscn in geeigneten Fällen Pro- viantamis- oder Jruendanturbeamte als Mitglieder zuzuteilen, Der ungleichmätzige Gemüsemarkt. Wäbrcnd in den süd- und westdeutschen Städten im allgemeinen nach den vorliegenden Marklberichten ein verhältnismäßig gutes Angebot von Obst und Gemüse herrscht, sind die Verhältnisse in Ost« und Norddeutschland, teilweise auch in Mitteldeutschland schlecht bestellt. Auf dem letzten Berliner Großmarkt wurden von städtischer Seite nur Kohlrüben angeboten, die obendrein durch den Frost stark gelitten hatten. Mohrrüben und Kohlsorten waren über- Haupt nicht angeboten. Dogegen wurden einige Eisenbahnwagen Rot-, Weiß- und Wirsingkohl(Auslandsware) den städtischen Ver- kaufsstellen ziigetviejen._ Zur Gemüfeversorgung. Nach einer Verordnung des Staatssekretärs des Krrcgs- ernäbrungSamleS kann die'VerwaltungSablettung der Reichsstelle für Gemüse und-Obst Bestimmungen über die gewerbsmäßige Verarbeitung sowie über die Erzeugnisse von Gemüse und Obst erlassen. Di- Erzeugnisse dürfen nur mit Zustimmung und zu den von ihr festgesetzten Preisen abgesetzt werden. Auch der Er- w e rb von Gemüse'und Obst zur Herstellung solcher Erzeugnisse ist von der Reichsskelle abhängig. Auf Haushaliungen finden diese Besttinmungcn leine Anwendung. Wo die Kartoffeln bleibe». Aus Rehfclde(Ostbahn) schreibt man uns:„In Genschmar (Oderbruch) lagern jetzt im Freien zirka 12— 15 Tausend Zentner Kartoffeln, die der dortigen Kartoffel- tlockenfabrik gehören. Sie sind dem Wmlerweiter schutzlos ausgesetzt und dem Verderben anheimgefallen." Da die vorjährige Kartoffelernte nach den amtlich bestätigten Angaben der deutschen Landwirtschaft nur so mittelmäßig ausgefallen ist, daß eine Erhöhung der Rationen für die städliichs Be- vötkerung nicht.durchführbar erscheint, wäre eö dringend erforderlich, die vorhandenen beschränkten Vorräte mit der allerglößten Sorgsall zn behandeln. Dies schein: indessen, falls die obig!; Mitteilung zu- trifft, nicht überall beberzigl zu Werder. Vielleict* nehmen die verantwortlichen Stellen Veranlassung, sich um den Betrieb der Gensch- marer Karloffelflockenfabril etwas eingehender zu küminern. Im Zirkus Busch entfaltet der Clown Rappo als.Lustiger Landwehrmann"> jedesmal nicht endenwollende Beifallsstürme. Cliff Curran, als Matrose aus schwindelnd hoher, schwankender Mast- spitze, nennt sich den.Mann ohne Nerven". Das Publikum, da- die halsbrecherische Arbeit mit atemloser Spannung verfolgt, muß aber sehr gute Nerven haben, um nicht die Augen wegwenden zw müssen, wenn Eurran auf der pendelnden Mastjpitze Kopf steht. Feuer in einem Spandau« Personenzuge. Die Charlottenburger Feuerwehr wurde am Donnerstag abend nach dem Bahnhos Jungsern- Heide alarmiert, wo ein Personenzug aus Spandau, der voll besetzt war, brannte. Drei Personen: die Arbeiterinnen Karoline Götzsch und Franziska Bach sowie der Schnned Otto Jungnickel halten Biandwuiiden erlitten und wurden von der Feuerwehr nach dem Krankenhaus Westend übergeführt. Das Feuer soll in einem Abteil 3. Klasse entstanden sein, angeblich durch Explosion eines Benzin- behällers, der durch Fortwerfen eines gUmmeilden Streichholzes in Biand geraten sein toll. Bei dem großen Wnrwar, der aus dem Bahnhof während des Brande» herrschte, konnten nähere Feststellungen tttchl gemacht werden. Gasvergiftung einer Familie. Eine folgenschwere GaSver- giftung hat sich iir dem Haute Roßbach st r. 9 in Schöneberg zugetragen. Dort wohin das Maurer Hermann Grosse sche Ehepaar. Vorgestern erschien nun die Frau Martha Freydank aus der Allderienstr. 2 mit ihren Enkelkindern Heinz und Elly Kaserih bei Crosse zu Besuch. Da der Ehemann G. krank zu Beil lag, begaben sich die übrigen Personen in die Küche, wo sie sich unlerhielien. Als gegen 7 abends die Tochter der Frau Freydank erschien, um ihre Kinder abzuholen, fand sie zu ihrem Schreckcu sämtliche fünf Personen bewußtlos auf. Küche und Stube waren bollständig mit Gas gefüllt. Hinzugerufene Aerzte stellten sofort bei allen fünf Personen Wiederbelebungsversuche an, die schließlich bei Frau Grosse. Frau Martha Frcydank und den beiden Kindern von Erfolg begleitet waren. Der Ehemann Grosse dagegen war auf dem Krankenlager der Einwirkung deS Gases erlegen. Wie die Untersuchung ergab, bandelt es sich um einen Ungtücksfall. Der Schlauch des Gaskochers hatte eine große Oeffnung, die nicht be- merkt worden war, und aus der das Gas ausgeströmt war, sodaß alle Personen betäubt worden waren. Randüberfall in Nordends Einem schweren Verbrechen i>t man gestern früh in Nordend aus die Spur gekommen. In der Alan- kcnfelder Straße 20 in Nordend iB erlin-Rofen- thal) befindet sich die Gasttvirtschaft von Thomsen. Die Steh- bierhalle dieses Rcsta.uran.-ts war seit cftii-ger Zeit an eine Krieger- sran Hoffmann verpachtet, die dort auch wohnte. Gestern früh wurde die Stehbierhalle nicht geöffnet. Das erregte sofort Aufsehen und man benachrichtigte die Polizei, die das Lokal öffnen ließ. Am Schenktische lag Frau tzoffmcrun besinnungslos mit einer klaffenden Kopfwunde in einer großen Blutlache. Ein Arzt legte der Schwerverletzten einen Notverband an und ließ sie nach dem Krankenhause brissgen. Dort kam Frau H. für kurze Zeit zum Bewußtsein und konnte angeben, daß sie am Abend vorher, nachdem sie oben das Lokal geschloffen battc, von dem letzten Gast, einem ihr unbekannten Manne, überfallen worden sei, als sie ihm aus seine Zahlung Geld herausgab. Der Unberannle habe plötzlich mit einem schweren Geganitand aus sie eingeschlagen, so daß sie bald besinnungslos zusammengebrochen sei. Wie festgestellt wurde, ist die Ladenkasse beraubt worden. Von dem Täter feblt sede Spur; die Nachforschungen werden dadurch erschwert, daß die Uebersallene noch keine näheren Angaben über den Räuber machen kann, da ihr Zustand noch sehr bedenklich ist. Neukölln. UngültigkeitSerkläruiiz einer Stadtverordnetcnwahl. In der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag wurde die Wahl des als Hausbesitzer gewäbltcn Gen. Mücke zum Stadtverordneten für ungültig erklärt. Obgleich aus den Gewählleu alle abgegebenen gültigen Stimmen entfielen und Einspruch gegen die Wahl nicht erhoben wurde, mußte die Stadtverordneten- Versammlung nachprüfen, ob der Gewäblte die Oualifikaiion eines Angesessenen besitzt. Mücke ist Geschäftsführer der Baugenoffen- schaft.Ideal". Persönlich befitzt er kein Haus und ist auch nicht unbeschränkter NießbrauSer eines solchen. Die Tätigkeit als Geschäfts« sührer reicht ober nicht aus, um den Bestimmungen der Städte- ordnung entsprechend als Hausbesitzer gelte» zu tonnen. Die Wahl wurde deswegen sssL ungültig erklärt. Die Ordnung für die Er- Hebung einer B i e r st e u e r wurde dahin erweitert, daß sie auch auf die bierähnlichen Getränke ausgedehnt wurde. Diebe- antragte B e r st ä r k u n g einiger Etatpositionen der Voranschläge für die städtischen Werke für das Jahr 1917 gab Gc- nossen Conrad Veranlassung, die Methode der Etataufstellung zu bemängeln. Bei der Aufstellung de» Etats wird immer versucht, die Ausgaben möglichst niedrig zu halten, uin den Etat balanzieren zu können. Der hinkende Bote stelle sich dann später ein, indem die einzelnen Etatvositionen verstärkt werden müßten. Diese Bemängelung hält Oberbürgermeister Kais er für im- gerechtfertigt, wie er im einzelnen nachzuweisen versucht. Für den Bettieö der städtischen Hypotheken an st alt für 1. Hypotheken wurde beschlossen, eine neue Anleihe im Betrage von 19 Millionen Mark auszunehmen, um nach Kriegsbcendigung die notwendigen Mittel für die verstärkte Tätigkeit auf den: Baumarkte zur Verfügung zu haben. Es ist damit zu rechnen, daß dann in Neukölln die Bautätigkeit einen de- sonders großen Umfang annehmen wird. Eharlottenburg. 190 Millionen Mark Spareinlagen. Der Spareiulagenbestand bei der städtischen Sparkasse hat den Betrag von 199 Millionen überschritten. Er hat sich seit sieben Jahren ver- doppelt. Seit Beginn de» Kriege» ist er nach Abzug aller den Sparern zur Verfügung gestellten Kriegsanleihebeträge um 32 Mtllioncn gestiegen. Die Gesamtsumme der Sparer beträgt 184 999: sie hat sich seit Krregsbegiim um 50 OOlJ erhöht. — Rentenzulagen. Wer eine Invaliden- oder Krankenrente be- zieht, erhält bekanntlich vom 1. Februar bis Ende dieses Jahres eine monatliche Zulage von 8 M. Personen, die eine Witwen- oder Witwer- oder Witwenkrankenrcnte beziehen, 4 M. monatlich. Die für die Rentenberechtigten erforderlichen OuittungSfonnulare sind für Charlottenburg im donigen Bersicherungsamt. Rathaus, Berliner sttaße 72/73. Zimmer 212s, von 8—3 Uhr erhältlich. — Nicht abgeholte Kohlenlarten. Der Magistrat Charlottenburg macht darauf aufmerksam, daß die nicht rechtzeitig abveriangteu Kohlenkarten auch später zwischen 9—2 Uhr im Ralhause, Berltlier Straße 72/73, Zimmer 43l, abgeholt werden können. Anträge auf Mehrbeivilligung können jederzeit nachgeholt werden. Wegen de» großen Andranges empfiehlt sich schriftliche Erledigung. FriedrichShagcn. Lebensmittel. Auf Abschnitt 66 gelangen je Vi Pfund Graupen zum Preise von 18 Pf. zur Verteilung. — Pctroleumausgabc.'Vom Montag, den 28. Januar, ab beginnt die Ausgabe. Da der Verkauf jetzt eine Regelung erfahren hat, sind die einzelnen Geschäftsleute angehalten, nur gegen Karten zu verabfolgen. In folgenden Geschäften wird Petroleum ausgegeben: BroSzuleit. Ed. Conrad, Aib. Conrad, Dreher, Eichel, Engel, Hanne», Heinrich, Heller, Lange, Mikoleit, Mörickc, Pisthel, Rossoll, Schön, born/C. O. Schultz und Thurau. Kleines Theater: ,Nante�. Bilder aus dem alten Berliwnach Adolf Glasbrenner. Von dem Glaöbrenner, der mit einigen seiner politischen Spottgedichte auch heute noch in der Erinnerung der sozialistischen Arbeiter lebt und manchen näher aus Franz Diederichs im Vor- wärts-Verlag veröffentlichten bilderreichen Sammelband:.Unlerm Brennglas: Berliner polittsche Satire, Revolutionsgelft und mensch- liche Komödie" bekannt ist, ist in dieser Posse, die seinen Namen zitiert, kaum irgend etwas zu spüren. Der ungenaume Bearbener bat aus den im Vormärz erschienenen zahllosen Blättern und Heften Glas- brenners, in denen dieser seine berühmt gewordenen Berliner Lokaltypen. den Eckensteher Name und den räsonnierenden Rentier Buffey, in allerhand annekdotischen Schnurren vorführt, sich Anregungen geholt, das Material nach eigener Erfindung zu Possenbildern aus« Wenn Ihr Ireunö, der bisher noch nicht Abonnent unseres Blattes war, den „Vorwärts" ab l. Februar erhalten will, so muß er noch heute oder morgen den folgenden Zettel ausgefüllt an die Expedition des„Vorwärts", Berlin SW., Lindenstraße 3, absenden: Ich abonniere ab 1. Februar 1918 den„Vorwärts". Abonnement monatlich 1,59 M. Name.-——-—_—, Wohnort.—.——----.—— Straße.--- Nr.--- geschlachtet und alle politischen Spitzen fortgelassen. Was an Alt- berliner Lokallolorit dem so zurecki gemachten Ulk noch anhafiete, verlor sich dabei bald in einer Häufung zeit- und raumloser Un- Möglichkeiten, die. was man heul in dieser Art gewohnt ist, um ein Erkleckliches noch übertraf. Das war doppelt schade, da Herr Abel, dessen Künstlerschaft sich an so vielen ernsten Aufgaben erprobt, in der vermutlich von vornherein für ihn geschriebenen Rolle des Ecken- stehers auch einen volkstümlich urwüchsigen Liederjahnshumor er- freute, der. wenn der Text nicht schon nach einigen Ansätzen so arg versandet wäre, dem Abend einen wirklichen und grotzen Heiterkeils- erfolg gesichert hätte. Der Vorhang hebt sich über kleine altberliner Häuschen, vor denen der Leiermann zu Klängen feines Instruments das schöne Lied:»Was man.aus Liebe tut, geht gleich nochmal so gut" er- ränen lägt. Die so angeschlagene Stimmung wird in der witzigen Unterhaltung Nantes mit seiner Karline, dem geliebten Fläschchen, das ihm allzeit treu begleitet— man merkt's den farbigen Worten an, datz sie Glasbrennerschem Original entstammen— glücklich fortgeführt. Hier war Abel, der unterm Zwang des Textes später seinen feuchten Helden einen ziemlich starken Beisatz rüdiger Unverschämtheit geben mutzte, die verlumpte Liebenswürdigkeir selbst. Im zweiten Akt hat sich der Mann im Kavaliersrock bei einer bürgerlichen Hochzeit im Haute des Renner Buffey zu repräsentieren. Ein Dandy, der der ältesten, für geistige Aristokratie schwärmenden Tochter den Hos macht, lädt ihnr»»e!l» 231/8 Die©rtisvcrwultnng. An Kaisers Geburtstag spendet für die Deutschen Soldatenheime an der Front 4tl Große Frankfurter Straße 141 S�obei auf TeSSzagiiiiang sn billigen Preisen. Große Anawahl. Kriegsbeschädigte erhalten Rabatt. Inserat mitbringen. WertSlIark. Für» ZigapresiliändS@r! I Deutltbcr Banarbeiter-Derbant Zwelgverain Berlin. Bezirk Südost Am 22. Januar starb unser Mitglied, der Putzer U AUA. Die Beerdigung findet i am Montag, nachmittags! 21/, Uhr, auf dem Gemeinde- Friedhof in Ahrensjeide statt f Bezirk Südwesten. Am 23. Jamzar starb der> j Hilfsarbeiter Mllll SM«. Die Beerdigung findet am i Sonntag, nachmitlagS 3 Uhr, I auf dem Friedhol Marien- höhe statt Dnrcll Einkauf von bin ich in der Lage, diese seit langem für kurze nnd lange Pfeifen gut eingeführte Mischung günstig abzugeben. Preis: pro 5 Pfund 10.50 Hark. „„ IScmner 376,—„ BSax Ziegonhais, Zigarren-, Raycli-, Kau- und Schnupftabak- Fabrikate. 10/16 Berlin, Neue Königslraße 70. Ganz besonders preiswert! Pelzmäntel Ii Seal Electric»nf Blamenscide, Glockenfonn, ilemllch long 1500, 1200, 875,— Persi&ner-EJane, riemlich long........ 748;— Enw« SeolpUmUI! BeidcnplOschBiaiitel, riemlich lang... 825,— Buldcn Astrachan, Glockenlona.... 300,— Mohäi-Pltlschmantel 250,—. Ilahür-Astrachan 110,— Mohar-Astrachan aul Saidecfgtter.,. 200,— PraKtissfeeUlsfer! Wanösrnlle lOSÜMSl (teils trOhjahrs-Neuhslten) Bains Wolle«50.-. 800.—, 246.— F&atasie-Kustöme 260.—, 150.—, 68.— Seidsn-Koatüme 400.—, 278.— ISO— ans dicken, moliiirwi Stollen mit Pelzkragen, auch lose älückeulorm 250—, 200, IVO,—, eiHzelse Muster, Imprägnierte Scideamäntel, Seiiengimmmintel weite Glocken form 200.—. 150.— GamjnlmÄntel, kariert, Hotte Form 55.— 75.,*-, 00,— Eöcke in Wolle und Sejde. mann A. Geschält! Sterlla W. MohreastraSe 37a Ii. Geschäft- Berlin KO, Gr, Fraükiurler Str. 115. (Sezitf Korben..) Am gleichen Tage starb j der Hilfsarbeiter MM Ml. _ Die Beerdigung findet am |j Montag, nachm. 31;, Uhr, > auf dem Gelhjcmanc.Fricd. I Hof, Nordend statt 147/11 ihrem Andenken! Der Vorstuvd. Ehre , Nach langem, schwerem! I Leiden starb am 22. Januar J mein lieber Mann, unser l S guter Vater, Schwieger- und z Großvater, der Putzer krnst Elsner im 60. Lebensjahre. Dies zeigen schmerzerfüllt an Anznstc Elsner geborene Schulz, nebst stmdcrn, Georg als Sohn, zur Zeil im Felde, Frida. Gertrud und Mar- garere als Töchter, Heinrich Rudzewitz als Schwiegersohn, zur Zeck un Felde. Martha u.Emma Elsner ms Schwiegertöchter, nebst chelel und Enkelin. Beerdigung findet am Mon. lag, den 28. Januar, nach- miltags 3 Uhr. ans dem Tador-Kirchhos W Ahrens- felde ftalt. ,44� | Jeder fingt das Lied: WeWelse I Preis M 1,80(Porto, Nachn | exlra). Kirst Verlag, Versand. | abl.2, Berlin, Brunnenstr.sö. Speziaiarzl ihr. med. Coleruesim f.Ceschlechtskrankh., Haut-, Harn-, Fraaenleiden, nervös. Schwäche, Beinkranke.• Ehrlich- Eljita• Kuren {JDauer i2Tage). BehandL schnell, sicher u.schinorz- los ohne Berufsstörung m Dr. Homcyer& Co. konz.Labor. f.Biutuntora, Fäden im Harn usw. fraWsf.lIiÄ pniislria«�' I Spr.13-1 u. 5-8, Sonnt. 10-1. g honorar mäSig, a. Xeilzahl h Separaics Oamenzimmer. Spezialant Ihr. med. L.aabs beb. schnell, gründt, mögt schmerzlos u. ohne Berussstör. llesolileohtskrankfieit.. geheime Haut-, Harn-, brauenlenlen, Schwäche. Erprobteste Methoden Lhrlieh-Hata-Kuren. Harn- u. Blatuntersuchung.* Kooiisir. W. mWe°'pl. Spr. 10— lu,5— S. Sonnt. 10— 1 lySarEceo lieferr seif 13*70 Speziai-irzt Dr. med. lluschö, Friedriclistr. 90 sSSo. Behandt von Syphilis» Haut» Harn., Frauenteiden, spez.: chron. Fälle. Ehrlich-Hala-Ku- ren, schmerzlose, türzeste Be- Handlung ohne Berufsstörung. Bluluntersuchung. Maß. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden 10 bis 1 und 5— 8, Somit. 11— 1. Sountcg geSffnct Iri—~ Chr. «Jean Holze M A.!W i3«J«ü. I ■RsrJfRO alt, eingespielt, 20 M., OlUUill», ff. Laute(Prachtstück) 62 M., ital. Konzert- Mandel ine, spottbillig,»erkauft A. Guddat, Konzertmeister, unterrichtet einz. Klavier, Violine, Mandoline, Gi- larre. Klavierüben stet Heu- Kölln. Boddinstr. 53 I. Lelnuaren?r'im �Erstehen � o. Wurst a. Kaninchen- u. Roi Grones Lager in Alaska- tuchsen v. 60.— an. Pelzhüte zu sehr billigen Preisen. Kinder- garnituren. IjulcL, Neukölln. Mainzer Trraste 1. I. � a. Wurst a. Kaninchen- u. RoS- fleisch tagt frisch. Pfd. 3,50 M. Nachn. Kilp.-Vers. Versand v. 5 Pfd. ab. lioßsohlächterei und Wurstfabriic Arihm- Schindler, Zwickau i. S. t+ Bezussqueiisn-UerzeicEfnis _ Bepiin-Mopiiein oeziissgüoiien-vsrzsicisßis Beriin-Oglen fptL Droeen, rarben ITiaisoh- u. Wurstw. "1 «kl»t. R ■sr Butter, Eier, RSa« n öp.ii.WMUöMM nrituno xam nigsborgor« ■t.Sa iS.ii H llldiNMkS.kt fsi Hlehtrt- 119 KolonlaEtuardti SäSiebartl S"'| ILMftfa J, ffi liebiekeaderfrst. 97 t »leöL Ü lü. Tischlermeister l � JeiSss*"WU iseiü WNI'ÄllMML!'! W Anleitung hierzu geg. 70 Pf. I Nach». Behördl. emps. 45 000 W Stück � abges. Köiings, 9ebr., zahlt bis 600 M., Lehlalzimmer, gebr., bis vOOM., Speisezimmer, gebr.. bis 1000 M., Möbel jed. Art tauft Ego. Neukölln. Berliner Str.LZck Nlehihanrilung Joil P'iSiSdl Stra'" Photosraph. Atuilera», Tl!.WBD!8lgfr�a VfapcnhSuaep_ lilirgertV'ua-jiitiuMuFleirauigM UAlt-7tr»l»a II ,furw.-L«.«rkP/o-H Möbel jeder Art sowie ganze Nachlässe taust HöchitzaHlend Prosch, Neukölln, Steinmetzsw. 4.* cigäppeniBPflSepftüsißifii f._rr«t Efltm.Beilln,*Är trinke b Ahrahasii liarl.htcasina-u.KdiEcrtrank-Kol!, C.:6 ktjieltlt. ts, Ftrngp. Kcat.lJfdi b>«. P R. Benke, ötralauer Str. b!!. E. Kraus, IsiuauduitLiir. b». A. E. Lauge, Brunnoastr. 15« �-IgSdipr. c. ncnditycleS� Otto Wollt, rreptow, KröIJht. 1« i�chau, Gr.-Lic�tori:-»CkM*3Mit.l5* llarbracoreL» 15] OeÄugs�tsellera-VerüseieSirxis Erschciir 2 mal wöchentlich. üntenstchHnde Geschäfte empfehlen sich bei Biakäafcn. ■«•«'«■Ii«■■ im 1 1 im■ HUiMiai*, na.11 M' iHKetirs 25 eigene Flüalen. w IIIPPS Sis.'til Ü empüehlü WIMMS> Ix ersten RSngei 4Kurr-.Woi.ü'p--■' Harruuii i.Loy er, b 48 eigMi» betaHgcschäfU Schröter, .73« 43 DerkaufsettHen 43 VT- fernoitz < ii s t£(Ten d t?h!lZ!-W AntoÄSS�. Blön2-Baflfffi.ttBVd„. Passage- Bad Kefena-Bad, Wiener Str. fifi. Münsiiener ursüliaus Berlin und Oranienbursr TrinHl MuMWi' üior! Weissbier, C. BriEä�ü PuUudonitr. 97 TeI.K|i!.ZUl,108> 4- d TiMBer-Eesig 1 ■herpH■rhMtnchl J Golinowßtr. 26 Nähmaschinen i: ßellaauD, L Singeif Näbmaschmea MdeslaallemSta dtt erien. viot« juüii» btromBtr. 3X7 RöklmaEn,»2M»neiet:4Qb,E.8ft68t Pelzwarcu � �ethfee, Georg, 3traE, u. Seulölla, Hbojlr. 33, Kaiser- Friedr. Str.»4, Wwerslr. 189, Friedelati. 33 Trep'.ow. Sriltrckhtut»»4. Ciaege.Otto f.«. S'-huoeri. Cjuariuiien- borg« WrangelBtr. 76 Ecke Cnvrystr. öert, Cari,.Ü? | Ndlerei IC. teile! »ivii.ahss'"1 lltestei und grösster BSllchwirtschafillohet = äressbetfioh== 1-1 rinaien m...QU lc3.550Verkaiißslell.ßr;-Berl. Grtskrankenkajse der Schlosser und venvandteu Gewerbe zu Berlin. Am Montag, den 4.{tze- brnar d. I., abends 8 Uhr. findet im SZosenthaler Hof, Berlin 0, Nosent haier Str. 11/12, eine Aufi erordentliche Attsschnßsitzung mit solgender Tagesordnung statt: 1. Beratung und BeschlutzsassNng über die Abänderung der tzss 17, 18, 30. 31. 33, 34, 4«, 50 und 55 der Kassensatzung. (Anderweitige Festsetzung der Grundlöhne, des Kranken- und Sterbegeldes, der Bei- träge usw.) 2. Verschiedenes. 299/17 Die Atisschutzmltglleder wer- den ersucht, zahlreich zu er- scheuuit. Die zugesandte Legitimation ist am Eingang vorzuzeigen. Der Borstand. J.N.: A. Polzin, Vorsitzender. Möbel, llachläste, PK MttlH-istm kaust Ii 41 h m c, Neukölln, _ Anzengruberstr. 2. Zur Erweiterung ihrer Gemüsepstanzungen im nach- sten Frühjahr nimmt die Nord- deutsche Gemüieban« Ge- nossenichaft jetzt weitere Mitglieder mit Anteilen zn hundert Mark als stille Teil- «ehmer auf. Sluch die neuen Mitglieder erhalten sofort einen halben Zentner Weißkohl solange die Vorräte noch reichen. Aus mehrere Anteile entsprechend mehr. Näheres in den DtrteüungsMkll: Kopenhagener Strafte 4 (beim Ringbahnhof Schönhauser Allee) und Petersburger Strafte 4s, und im Ber- waltungsbureau: Burg- strafte 27 III. Zimmer 76 (gegenüber Zirkus Busch). Kriegsanleihe loird zum vollen Nennwert in Zahlung genommen. Der Gewinniiher- schuS wird als Dividende au die Mitglieder verteiit Kopenhagener Str. 4 ist geöffnet Dienstags, Don- nerStags, Sonnabends von 10—4, außerdem Sonntags früh 8— 10. Petersburger Str. 4a ist geöffnet.Montags, Mitt- wachs, Freitags 9—13 und 4—7. außerdem Sonntags 11-1. 11/5* Mastputen s<-wi- HasMImer Kaninchen Äfett ferner solange Vorrat reicht fette Spickgans Psd. t2.50M. ger. Gänseieulen Pfd. 9 M. empstehlt dejonders preiswert SÄiä! msw Tasche Planufer 21, am Hallesciten Tor. Kührer durchdaspreußisKe Einlommensieuergefttz Mll« Jurmulorcn für ßinooten uub llttfluinotloncn, futeie einem uuC« ftihrlilbon eachrcgifUr Preis iOD?. Zu haben In allen Ssrvärts- Ausgadestellsn und in der Vuchhandtur.g Lorwätts, Berlin SAt. SS, tli.deustrche S Der Pollzeiiueister. Em ruf- fifcher Poltzeiroutau von G. Zapolöka. Preis b Mark. Buchhandlung Vorwärts, Lio- denslraße 3, Laben,* ßirsktion Max Sembu dt. Deutaehe« Theater. ' Uhr: Der lebende Leichnam. Kammeraplele. VI, Uhr: Die Koralte. Volhabtihne. Theater am BDIewplati. Cntergnmdb. Schönh. Tor. Uhr: Happelkopt. Theater i; Könifigrätzerstr. VliU.: Der Katzenateg. Komödienhaus 7 Uhr zum ersten Haie: Der Unbeateeiillche. Berliner Theater 7';,ü.: Die tolle KomteB. Theater für Sonnabend, 26, Januar. Kleines Theater 7'/. mir: Manie. Central-Tbeater Kommandantenstraße 57, 7'/,; Die Ceardasftlrstln Morg. 31/,: Oer Hiittenbeaitzer. Denteehea Opernhaaa rühr- Carmen. Frledrich-Wilhclmst. Theater 7'/, Uhr; Komische Oper 71s o.- SehwafzwattoEiiei. Mg. S'/t Uhr: Die KinekSnlgln. linstaplelhans T/, Uhr: Die blenden Mldelt e. Uindenhof. Morg. 3'/,; Ein toller Einfall. Anita Berber Trude Hesterberg Kurt Fuss Jan Paul eowie der vollständig neue Januar-Spielplan Metropol-Theater tnk Die Rose m StaiaL Horg. ZU.: Die Kolserln. Neues OpersKfutoiJs SchiSbd. ta. Kussent. Xd. 281 7'r.Uhr-RkI'MlKfM. Residenz-Theater vi, uhr: Lili Grün. behlller Theater O 7'/2 Uhr: Rlg Schilier-Th. Chart. 2,;/.8 Ohr Lebensschüier. Komödie von Ludwig Fulda. Ida Wüst. Erich Kaiser-Titz, v. Möllendorff, Hart. Kottner. Stg. 3'/. kl. Pr.; Hedda Gabler. idmiralspalast 7'!, Uhr: Dcntsche Tänze von Schubert. Abrakadabra. HATIONAL-1 Cdpenicker Str. 68,* 5 Min. JannawIDbrllcIce| 83, 87, 88. 1, 2.3, 4, 6, 22 11, 37, 36, 45, 49, 19, 31, 46. Untergrundbahn: Inselbrücke. Ein Schlager, w»« seit üeöer'o pSeo W j in dem Theater nicht dagewesen ist Die ist pichtifsl s s. Große Posse v. Dr. Ärtur Lippschütz. Gesangstexte| von Steinberg. Musik: Waller Brommo. Ausstattungen: Atelier Hugo Baruch& Co. Tänze: Hofballettmeister Blankvaleth. Preise d. PL: 1,56— 8 M. Vorvcrk.: v. 10 Uhr ununterbr.| Sonntag 3'), Uhr: Studenlonlieb�hen�Musz W. Bromme- Reiciishalien-Theater. Aliabendlich 7'/, und Sonntag nachmittag 3 Uhr Stettiner Sänger. „Wein Wclh- nachttttranm Naobmlltags ormUiglo Preise! Kabarett Tivoli ------- Bunte Vorträge----------- Spielfolge vom 16.— 31. Januar: Otto Pritsche, Gusti Nora.ErichCharton, Krämer-Wolff, Dolly diTheo.MiaFried, Alois Krämer, Vettori. Täglich zwei Kapellen. Anfang woohent 71)4, Sonntag nachm. 4 Uhr. Kottbuser Damm 95--Fern�!- V v'.JS.•... Sonnabend, 26. Januar Frl. Martha Mohnko, Schuir., außerdem Der lustige LaniiwelmnD Clown Rappe GelBehter ohne gleichen! Elb über Ulk I s Der Mann m « ohne Nerven I § CTift Cnrran g- B i. schwindelnd. Höhe 3 auf schwankender« Mastspitze— sowie das Gbr. Jan.-Progr. Zum Schluß: Mondfahrt in 4 Akten v. Paula Busch. Besondert hervorzuheben: Oer Flug vom Mond zur Erde. Das groSe Stern-Ballett. Ein Blick in den Himmel. Sonntag 3'/, Uhr ungekürzt: Wondfahrt. BszagsQualien-verzeiciiais Beplln-SOSen Sonntag Z'/, u. 7'j, Uhr. I Nachm. Kinder halbe Preise. Casino-Theater 2cthrmger 3fr. 37. Tägl.'/.S ll. Tor neue aktuelle Schlager Hamsterfritze.' veruner Posse In 3 Auszügen.' Porher da» neue Januar-Progr. Flllot, Barnow, Prinz. Z Ewas. Sonnt. 4 IL: Die Frieaeaslaube. Berliner Konzertliaus Hauerslraße 82. Zimmerstraßo 90/91. Hente; Großes Konzert des Berliner Konzerthaus-Orchesters. Leiter: Komponist Franz von Blon. Anfang 71/, Uhr. Eintritt 30 PL Anfang 7-/, Uhr. Morgen, den 27. Januar: Grolle« Fest-Konzert zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät. Voigt-Theater. Sadstr. 68. Badtir. 68. Täglich 71/, Übt: Mann ii. WM Sonntag, 27.1., nachm. 3 Uhr: WohUaier her Menschheit. AbcndS 7 Uhr: Der Pfarrer ven Kirchfeld. Rose-Theater. S'/t Uhr: Ter falsche Prinz. 7'/. Wr- DerHelratskaailat Walhalla-Theater. 7'.', Uhr: M Wem Sani. TägL7-/„ Sonnt. 31/, u. 7l/j W. Harlstein in seiner Posse; „Er oder Er" und das Übrige, vollständig neue Januar-Progrannn. Friedriohstr. 165. Ecke Bebrons traßa. Cisire Waldoff Mllda Breiten Werner Goidmann n. das hervorragende Januar-Programm. neUota-ii.Wni>«twap. j IM Müller, Priese8ä{r.22.g > läehibdlD.,Xoionfaiw. D.NMMi!i!aMZ pac Uhren, Moldwaron xg M Pecakc, Kottbav.Domni Mt HBtrang rs.'.l,«n«rk«nnt blll j k' tJeiäk&itn| C. Dittmann B«rUnerstr. iS WUd- Oeflügal- Fische. 1)1 nv kleine 20' Morgen(Land alle» beim Hause), massive/Gebäude, mit lebendem und totem Inventar und voller Ernte, mit oder ohne Mühle zu verlausen. Anzahlung 12—15 000 Marl. 206511 Levy, Balz bei V letz a. Ostb. Hiliige Bücher Torzügl. ünterhalt.-Loktüro. Verl.Sie sof. Prosp. grat. u. fr. E.Hoi sohigVerl. Dresden- A. 16/3 1 ?Spreclimascl)ln8D, "��cCaUplStei��� JSSST" großes Lager, stets dfe iMM" neuesten Aufnahmen. W. Backer, MoWnrg, üliltnersdorlcr Str. 127, f. 9 SchiUerstraße. kfilö LällEÖ. Moritzpt. 14553 '».'4' t." 5 Eezugsgüaiien-uerzeiciiDis _ Berlin-tafeaten__ am fielegenhettakBuf«. M.kiZ!M. i!I!-M.M u Howamoa i K. Kicpcr Frladriohstr. SS Damen-, KlBder-KontelrHen juejLx Spandau aajLXje Chartaflenöupa n,.« MohJJxdL, Kolonw. S=kUii«nt Ett.tMt. msi» uüd _»aioni«!«. Braitaatr. 67, Bahenwaldar- »tr. H'U. Plahaladortamtr. IS. Haue- and KUckcngarata Hermann Fmck Eiaanwar., Bebgawaldarat.gT. 4. Markgraf, Brüderst.lt Eck. J ä eer»t.L»a?.,GU.,F«n»IL,lt«l»|- --■a' 1- A' 1 J-1.—' J- 1'' � tu Trpnnii Goldschmiedemst. ftO. I yniflW MarttlO.gegr.mi J. F. Raoeb lnvalidenstr.164, Frledrlehstr.tl la Jamaika-Rum-Verschn. FL 87 la Cognac-Verschnitt.. FL 27 Feinster Obstschaumwein, wundervoll. Quollt. FL 5.56 Lukretia Damen-LikSr'/«FLA-TI Milder Cherry-Brandy'AFI. 6.95 Vorzüglicher Bordeaux-Rotwein Vorzüglicher Burgunder-Rotwein KrSft Montagne-Rotwein FL 7.50 Spszialarzt Dr. med. WockenfaB, Friedrichs! 125(Oranienb T.), fürSyphllia, Harn-u.Frauenleiden Ehrlloh-Hala- Kur(Dauer 10T.), Blutuntersuch, Sehnelle, sichere schmsrzl. Heilung ohne Berufs- Störung. Teilzahlung. 252/12* Spreohatund.: 11— 1 u. 6—8. Verkäufe Pelzwareu. Wollen SU Pchwaren noch.billig laus:en, yiüsien Sie in den Blauen Bazar laufen. Kaiser-Wilhelm» Straße 16, beint Alezander- plah. 25A* ,,,______ ,ha«», Hermann. blaß 6. MassenauZwahl! Pelz. sachenl Skunkskragen, Slunls- müssen,. Alasfasüchse, Rotsüchse, neue Herrenpaletol», Herren- anzüge, Herrenhosen, Teppich- verkaus, Uhrenverfonf. Pas- sende Ieslgeschenfe! 101 K* Pelzgarnituren aller Art, jetzt zu herabgesetzten Preisen! Nene Herrenanjuge. Ubrett- verlaus, Gilbertaschen, Ein- segnunaSgeschenIe! Leihhaus, Warsimiuerstraß« 7 HolzrSder 50-, 45-, 40-, 35-, Z0er Leiterwagen(eigene» ya- brikat), Klappsportwagen, Sie- seimagen. Alle Reparaturen an Korb- nnd Kinderwagen. Korbmacher Weidlich, Brunnen- straß« 06.(Firma achten!) ISD.ft* Jf. Trotzkh: Rußland in der Revolution. Jetzt sehr aktuell. Preis 7,50 Marf. Hanp!- erpedition de».BorwSrtZ, Berlin, Lindenstr.3(Laden). Leiterhand wagen. Holzräder. Auswahl. Kowalski, Schmid- Itraße 43. S/14* Sahnenzieg«. Löbach, Marien- dorserstraz« 3._ 14C3b* Zwei braune Pferde, kräftig, zugsest, verkaust sosort ganz billig, 3500,—, sowie Geschirre nnd Plattenwagen. Menze, WilmerSdorserstr. 162. 10114* Leihhaus Raieulhaler Zar, Linienstraße 203/4, Ell« Rasen» thalerstraße, nur 1 Treppe, kaufen Sie Pelzkragen. Müssen, Skunk», Nerz, Alaska, Blau-, Kreuzfuchle, Iltisse und oll« anderen Pelzarten. Wanduhren. Taschenuhren. Schmucksachen, Brillanten, Silbertaschen, nette Herrengarderobe. Sonntags»?- ösnaet._ 181«* Kaslüm«, Ulster, Mantel- f'ciber, Astraryanpaletot», Pliischminiel, elegante Glocken- rocke, direkt an» Arbeitsstuben. Meyer, Blücherstraße 13, l. Kein Lade«. Sonntag» ge- Sssnei. 1S1K* Barnehmr Herrenanzüge, Ulster, Paletot» sowie Hosen aus haltbarst«, Stoffen. Emp- fehle meine Reparatur- und Reinigungswerkstatt für kämt- liche Garderobe bei billigster Berechnmig. Versandhaus Ger- mania. Unter den Linden 21. 190K» lfrag« nnd Arbeiter« lasse von Heinrich Cunow n. a. lÄrste bald im Vordergrund er politischen Erörterungen rhen. Preis gebunden 5.—, rosck. 4,— M. VarwärtS- kortimeiits-Bnchhandlung, Sin- «nstraße 3, Lade».* Reisemnster! Ein Posten schicker Frühjahrs- Modellhüte äußerst billig. Vorkaus 2— 8. Nennian», Maaßenstraße 12, Hochparterre. 1408b Opossum- imd Fuchskragcn billig verkäuflich, 0—8. Pretzer, Hallesches User 9, Gartenhaus parterre. � 11 IIb vildhauerbank, Werkzeug, Hobel, Schraubzwing«! ver- taust Stalten, Echöncberg, iDtiut�CBfJltraße 6. 11/3 Möbel Möbellredit an jedermann. Kleinste Anzahlung, bequemste Abzahlung, größte Stücksich,. Landwehr, Müllerslraße 7. eine Treppe. Blaue Schilder beachten. Sonntags 12—2 ge- öffnet. Kf'"* Möbel in großer Auswahl, komplette Wohnungs-Einrich- tungeu, sowie einzeltie Möbel stücke zu billigen Preisen eventuell Zahlungsirleichte rungen. Rath, Elsasserstroße 44, am Oranienburger Tor. slLSK* Schlafzimmer, seltene Ge- legenheit, mahagoni mit schwerer Schniyerel, ganz entzückend aus- geführt, preiswert. Berliner Möbelhaus M. Hirschowitz, SO., Skalitzerstr. 25. Hoch- bahn� Kottbuser Tor.____ 130ft� SHlas, immer! elegante dnn- kelmahagoni, birnbaum, birken, iirschbaum, eichen. infolge Riesen'ager billigste_ Preis«. Besichtigung lohnt. MöbelchauS Osten, nur SO, Andreasstr. 30. lllfl* «eipndes Herrenzimmer. neit ausgeführt, 1500 Mark. M. Hirschowitz, SO., Skalitzer- straße 25. Hochbahn Kottbuser Tor._ 130ft* Rödel- Einrichtungen, Ein- nnd Zwei, immer, Küchen. Größte Auswahl, konkurrenz- los preiswert. Langjährige schriftliche Garantie. Auch Ratentilgung. Tischlermeister Rejewke, Badstqaße 66.__ 10/20 Bettslellen, Mahagoni, verkauft Reimann, Dortmunder- straße S.+176 isirumen*, Pianino», billigste Gelegenheiten, 700,— aufwärts. Duvjen- pianoS, Schwechtenpianos, Biese- pianos, IbachpianvS, Quandt- Pianos, Blüthnerflügel, Dithsen- slügel. Krüger, Reue König- straße 31(Alexanderplatz). Pianos, ersiklassige Gelegen- heilen, Friedeniware. Klavier- mach« Diitmar, Große Frank- Slußbanmpiano»,«reuzsaiiig. lehr gut erhalten, 1000,— per- laust Becker, Andreasstraße 47. S0K» Hazmouin« mit«ingebautem Spielapparat, auch ohne Roten. kennwiss« spielbar, gebrauchte» 385,—, SHlon Harmonium billig, eventuell Ratenzahlung. Ernst, Orenienslxaße 166, IU. 158«* Mandolinen-, Lautenspiel, Gitarrenspiel, Dreimonatstiirsc zur pcrsclten Ausbildung, 6,— Monatshonorar.(Zehnstündige Schnellkursc) Lehrinftrumentc hllligst. Klavier-, Biotin- Schnellkurse. Ernst, Oranien- straß- 166, III. 158 K* Laut«, Gitarre, Raodoline, Wandermandoline 45,—, erst- klasüoe Italienische 75,—..Un- terricht 6,— Monatshonorar feventuell zehnstündige Schnell- kurse). eingespielte Konzert- geige mit Etui 45,—, Künstlervioline 85,—. Ernst, Oranint- straße 166, III�___ 115«» Kilnstlervioli»«, uralte, 85.—. verkaust Zritzwanker.Eisenacher- straße 120.______ 115«* Rußbaumpiano. wie neu (Friedensware,, 1275,—, eleganter schwarzer Stutzflügel, Tafelllavier 285,—. Ernst, Lra- nieitstraße 166, III. 115«» Riesen- Phonoggaph für Re- staurant, 120 Walzen, billig zu verlaufen. Huck, Berlin, Sa- mariterstraß« 36._____ 14006 Trichterlos« Prachtgramm o- phoue verkaust billigst Drews. Schliemannstraße 13. 11/12 Elektro-Jnstallations-Materi- alten aller Art kaust preis- wert Puscher, Prinzessinnen- straße 4. Moritzplatz 12 912. 7/6» Elektrisch« Leitungsdrä?hte kauft höchstzahlend Bartclt, Moabit, Levetzowstr. 21a,«ar- terre. 80K» Scktkorken, Weinkorken, be- schlagnahmesrei, sowie alle andere utib neue Film- und Zelluloid- abfülle, Schallplatl«!, Walzen, auch zerbrochene, kaiist Mal- thäus. Alte Leipzigerstraße 21. 128«» Piano verkauft Milchgeschäft, Johanniter straße 10. 11/1 Platinobsöll« per Gramm bis 7,80 Mari, Ketten, Ringe, Bestecke, Uhren, Tafrlansiatze, Tressen, Film- mid Zelluloid- abfälle, vhowgraphische Rück- stände, Papiere, Glühstruvips- asch«, alte Zahngcbisie, sal- petersanres Silber, deren Rück- stände und Gekrätz« usw. kaust Platin- und SÜverlchmelzerei Breh, Berlin, Cöpentckerstr. 23. Telephon Moriyplatz 3476. Eigene Schmelz«, direkte Ber- wertmrg.___ 171* Elektrische J,>stallotions-Ma- terialien aller Art kauft Reu- nrnnn, Berlin. Prwzenstr. 64, Fernsprecher: Moritzplatz 3363. 2. Eiukoussbureau: Wilhelm- straße 5V, vorn parterre links. Fernsprecher: Zentrum 1119. 1-3 geschlossen.___ 142Ä» Spiralbohrer! kauft jedes Quantum, jede Dimension Metalleinkauf, vensselstraße S. 117K» vriefmarken, alle, einzelne, auch Sammlung kauft Fischer, Schillstvaße 15. s4A» Leinötsirni», Standöl bis 27,50, all« Oellacke, für ganz belle Ware bis 16,00, kaufen Gebrüder Borowski, Gneisen au- straße 5. Rollendors N7g. »Ml» . Piano, privat, bi» 860,—. kauft Schwanke. Neukölln, Her- mannstraß« WS. 57K» Spiralbohrer. Werkzeuge, Filmabsillc, Bestecke, Uhren, Ringe, Ketten usw. kauft Mclalleinkauss-Zenlrcile. Kott- buserdamni 66(Hermann- Platz), 129«» Platinabsäll«: Gramm bis 7,70! Zahngcbisse! Kelten! Ringe! Mititartressl Kaufe Kleiderschrank, Vertiko, Trumcan oder Spiegel- spind, Tisch, Küche au« Privat- Hand höchstzahlend. MickelciliS, Königsbergerstraßs 13, Garten- Haus. 3011"* Tanzschule Friedrich, Michael- kirchstraße 33. Täglich An- sängerkurse. Donnerstag mo- derne� Tänze.___ 7241» Englischen Unterricht für Anfänger und Fortgeschrittene, sowie deutsche und sranzösische Stunden erteilt E. Swienty, Chailottenburg, Stuttgarter- platz 3, Gartenhaus iv.» Eiulaussdureau, Weberstr. 3l. Telephon Alexander 4243. 261» � Zahngebisse! Platinabsäll«. 7,80, Ketten, Ringe, Bruch- abfälle, elektrische Materialien, FilmabsäUe, Zelluloid haust Sllberschmelzc Christionat, Cö- Penickerstraße 29a(gegenüber Alant-uss-lstraße)._ 117/8» Elektr Litze« ktrische Leitungsdräbte, , Kabel kauft höchst- zahlend Schumann, Veteranen- straße 25, holh!