Mr. 144. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Bettungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Grpedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Sonntag, den 24. Juni 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Abonnements- Einladung. Wir ersuchen alle unsere Freunde und Genossen, nach Kräften für die Erweiterung unseres Abonnentenkreises zum 1. Juli thätig zu sein. Es ist das eine Partei pflicht. Die Hauptstärke einer Partei liegt in ihrer Presse je mehr Leser ein Blatt hat, desto größere Macht hat es, und je größer die Macht der Parteipresse, desto größer die Macht der Partei, wer dem Partei Organ neue Leser zuführt, stärkt sonach die Partei. Mit dem 1. Juli eröffnen wir ein neues Abonnement auf den Eine neue Kapitaliffen- Waffe. be= gezogen werden kann. Spricht man sie dereinst frei von der Anklage, das gemeine Verbrechen der Erpressung bes gangen zu haben, so werden sie von der Frau Justitia mit höflichem Achselzucken entlassen. Als Entschädigung giebt Der Bierboykott wächst an Umfang und Bedeutung für es für sie nur das erhebende Bewußtsein, das Opfer eines unsere ganze soziale Entwickelung. Es ist nicht mehr ein Beamtenirrthums gewesen zu sein, der in dem guten örtlicher Streit zwischen Kapitalisten und Arbeitern, in dem Glauben begangen wurde, es lasse sich Staat und Ge= die herausfordernde Aussperrung von 500 unschuldigen Ar- sellschaft auf diesem bisher noch nicht beitern mit der Weigerung ihrer gesammten Gesinnungs- tretenen Wege vor bösartigen Umsturzbestrebungen, genossen, das Bier jener übermüthigen Ausbeuter zu trinken, wie sie eine feinere Polizeinase in jeder Arbeitersache beantwortet wurde; die wirthschaftlichen Folgen des Zwiftes wittert, schützen und retten. Und das muß ihnen unter wirken weit über die Weichbildgrenzen von Berlin hinaus, allen Umständen ein Trost sein, daß jener Staatsanwalt, anderen Unternehmern erwächst Nutzen oder Schaden daraus. An mag seine juristische Entdeckung nun gerichtlich approbirt entfernteren Orten, wo ein ähnlich gespanntes Verhältniß werden oder nicht, unter allen Umständen wegen seines gleichfalls zum Ausbruch; der Boykott flammt auf, wie bei Db allerdings Frau Juftitia die drei Dresdener einem Waldbrande häufig das züngelnde Feuer weite Strecken überspringt und unerwartet dort, wo es günstige Nahrung findet, funkensprühend emporslackert. „ Vorwärts" Berliner Volksblatt wischen Unternehmern und Arbeitern bestand, kommt der Zwiſt geſellſchaftsretteriſchen Eifers Anerkennung verdient. mit der illustrirten Sonntags- Beilage ,, Die Neue Welt". Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus, wöchentlich 28 Pfennige. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 3,30 M. für die Monate Juli- August- September entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919.) In unserer Nummer 71 begannen wir die Veröffentlichung des geschichtlichen Romans Der Inde. Von Spindler. Neu eintretenden Abonnenten werden die bisher erschienenen Nummern auf Verlangen nachgeliefert. Nach diesem Roman werden wir einen anderen veröffentlichen, der in Berlin spielt und die März- Ereignisse des Jahres 1848 schildert. Die Redaktion und Expedition des In Braunschweig und in Dresden giebt es einen BierBoykott wie in Berlin, und in Dresden hat sich die Obrigkeit zu Gunsten der Kapitalisten in den Streit hineingemischt. Arbeitervertreter auch nur mit höflichem Achselzucken entlassen wird, ob sie dieselben nicht vielmehr grimmen Ernstes als gemeine Verbrecher in ihren eisernen Fingern behält, das steht noch dahin. Unmöglich ist die Verurtheilung unserer drei Genossen Findeisen, Eichhorn und Gradnaner nicht. Man soll nichts Derartiges für unmöglich halten im neuen Reich der Gottesfurcht und guten Sitte, am allers wenigsten im königlich sächsischen Polizeiparadies. Zwar wenn die einfachen Gesetze der Logit, wenn die Das ist auch obrigkeitliche Sozialpolitik, Fürsorge für den armen Mann, Schuß der Schwachen, oder wie die schönen Reklameschilder heißen mögen, die der Bureaukratie bei Fassung der Paragraphen unseres Strafgesetzbuches ge3ur Gifettirung ihrer Bevormundungsbestrebungen dienen. pflogenen Reichstags- Verhandlungen, wenn die ausdrückliche Und Sachsen mußte es natürlich sein, von lang her das Ablehnung aller Versuche, derartige Geltendmachungen des Probirfeld für polizeiliche Maschinerien zur Bekämpfung Koalitionsrechtes der Arbeiter, wie sie dem Meisterstück und Knebelung der Arbeitersache, wo diese neueste Kapitalisten- des Dresdener Staatsanwalts zu Grunde gelegt wurden, im waffe probirt wird, wo einige Arbeitervertreter, die im Arbeiterschutzgesetz mit Strafe zu bedrohen- wenn alle Boykottstreit verwickelt sind, wegen Erpressung angeklagt diese Voraussetzungen entscheidend wären in dieser Frage, dann könnte von einer Verurtheilung jener drei Arbeitervertreter nicht die Rede sein. wurden. Zwei der Verhafteten haben noch darunter zu leiden, daß unsere Gerichtsverfassung den Behörden die Möglichkeit gewährt, einen Verdächtigten, ohne daß er auch nur in absehbarer Zeit eine öffentliche Verhandlung erzwingen kann, im strengsten Verwahrsam zu halten. Einer ist entlassen, nach dem er zwei Wochen lang den Genuß gehabt hat, in staunender Bewunderung der staatsanwaltschaftlichen Findigkeit nachzugrübeln. Jene zwei immer grübeln noch hinter schwedischen Gardinen darüber nach, vielleicht bis Der§253 des Reichs- Strafgesetzbuchs sagt:„ Wer, um sich oder einem dritten einen rechtswidrigen Vermögensvortheil zu verschaffen, einen anderen durch Gewalt oder Drohung zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nöthigt, ist wegen Erpressung mit Gefängniß nicht unter einem Monat zu bes strafen. Versuch ist strafbar." Nach§ 256 tann neben der Gefängnißstrafe auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte ertannt werden. Die staatsanwaltschaftliche Logit folgert nun, daß der gewissen Umständen nicht mehr trinken zu wollen, eine „ Vorwärts" Berliner Volksblatt. zur öffentlichen Verhandlung, die bei dem schleppenden Ge- Boykott, die Erklärung, das Bier eines Brauers unter Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. Spindler. " 72 schäftsgang des deutschen Gerichtsverfahrens noch lange hinaus hat einen Theil der Mitgabe ausgemacht, und sich soeben mußte, welchen bisher zu sehen ihr nicht vergönnt gewesen. in dem Keller des verfluchten Juden gefunden." Das Zu seinen Füßen drängte sie sich durch, seine Hände drückte " " " ift nicht wahr!"- donnerte dem Erzähler Dagobert zu, sie mit Jubrunst ans Herz, die ihrigen streckte sie nach während die Umstehenden sich bekreuzten. Der Kerl gaffte Jochai aus, aber wilde Gewalt stieß sie von ihren Lieben ihn mit offenem Maule an. Nu, wenn Ihrs besser zurück. Vergebens jammerte, vergebens flehte sie, verwißt, Herr," antwortete er flämmisch, so hättet Ihr den gebens bot sie, was sie von Werth bei sich trug, für die wackern Leuten hier das Ding erzählen sollen." Dagobert Guade, ein paar Augenblicke lang sich mit dem Unglückwollte mit dem Roß auf den Lümmel einsprengen, aber chei n zu lezen... ihre Bitten prallten ab von den Vollbrecht war diesmal der Besonnenere, und riß den Panzern der Wächter, und da endlich diese letzteren es nicht Was giebts denn hier?" erkundigte sich Dagobert bei Herrn zurück. Bedenkt doch die Uebermacht!" flüsterte er ferner über sich gewinnen konnten, die rührende Schönheit einem Kerl, der, Langes und Breites erzählend, unter dem Heftigen zu, und lasset uns fürder ziehen." unbarmherzig mit ihren Waffen zurückzuweisen, so tam einem Haufen von Handwerksgenossen stand, deren roth- Nimmermehr!" erwiderte Dagobert: sehen muß ich, welch' eilfertig der Stöcker herbei, um zu thun, was dem Krieger gelbe Jacken die Zunft der Löher verriethen.- Des Juden ein Ende der verdammte Auftritt nimmt!" Die Fluth widerstrebte. Aber, so wie er die Arme ausstreckte, um Keller ist durchsucht worden," erläuterte der Geselle; ich des Volkes wälzte sich gerade mit aller Macht gegen Ben Esther zu ergreifen, fühlte er einen so heftigen Schlag im selbst war unten. Das getödtete Kind hat man zwar nicht Davids Thüre; denn die Gefangenen wurden eben heraus- Genicke, daß ihm die Lust verging, weiter vorzubringen.. gefunden die Buben haben's in den Main geworfen gebracht. Der Oberstrichter, erhitzt von Eifer und Zorn, Gott verdamine Dich, ungehobelter Gesell!" rief dem beaber viel anderes Zeug, das wohl bewährt, welch ein Hand- ging voraus; ihm folgten Knechte mit Körben und Bündeln, stürzt zurückschauenden Dagobert ins Ohr, welcher die werk die Schelmen von Juden im stillen getrieben haben." die das Gefundene fortschleppten; hierauf erschien Zodick Peitsche schwang, um nöthigenfalls seine kräftige Burecht" Was denn?" fragten die neugierigen Zuhörer. mit siegreicher Miene, und lange nach ihm die Gebundenen weisung zu wiederholen:" So Du noch einmal Dich unterKleidungsstücke mit Blut befleckt," fuhr der Erzähler fort: selbst, von Goldknechten umringt. Nachrichter und Gesellen fängst, die Dirne hier durch Deine schändliche Berührung " Lumpen sowohl als Staatsgewänder, einige Kostbarkeiten, folgten erst weit hinterbrein, denn der Oberstrichter hatte unehrlich machen zu wollen, so breche ich Dir den Hals! - lauter gestohlenes Gut, und endlich eine Kette mit dennoch für gut befunden, sie nur als schreckende, nicht- Der Nachrichter schrie nach Hilfe. Das Volk lachte den blutrothen Steinen, kenntlich für den Eigenthümer durch dienende Leute mitzuführen. Beim Erscheinen der Verhaßten aus, und höhnte ihn. Da kehrte der Oberstdie Steine selbst und die Arbeit des Silberschmids. Der sogenannten Verbrecher entfaltete das Volk wieder all' seine richter zurück. Was giebt's da?" herrschte er:„ Wer Schmuck hat auch schon seinen Eigenthümer gefunden. Das Rohheit, denn es schämte sich nicht, aus vollem Halse das nimmt Partei für die Jüdin?"-" Ich, Herr," entgegnete arme Weib, das dort ohnmächtig liegt und just gelabt Lied anzustimmen, das in der Rumpelwoche in den Kirchen ihm Dagobert trotzig: Jch Dagobert Frosch, des Schöffen wird, hat ihn erkannt."" Erkannt?" rief der Haufe. gesungen wurde, begleitet von einem tobenden Lärm un- und Altbürgers Sohn." Schande für Euch!" eiferte " Jeder von Euch," sprach der Löher weiter, hat ja wohl gezogener Handwerksgesellen und Straßenbuben: Ach, du der Oberstrichter:" Stöcker! schafft das freche Geschöpf weg!" einmal von dem schönen Evchen von Bergen gehört? armer Judas! Was hast du gethan? Weiß ich doch sonst Dem Schurken kostet's die Ohren!" versetzte Dagobert, Weit und breit war das wunderholde Kind berühmt. was, das geht dich auch an. Ach, du armer Judas! seinen Dolch ergreifend:" Er wage es nicht. Schande ist's Weit und breit wurde Hermann, der junge Metzger aus Was hast du gethan!" Unter diesem Geheul, dem der für Euch, edler Herr, solche Gesellen in Eurem Gefolge zu Friedberg beneidet, da er endlich das schmucke Mädel heim- blutdürftigen Wölfe zu vergleichen, fiel ein neuer Auftritt führen. Den Verdammten ergreife der Henker, führte. Nun, schaut hin auf das arme Weibsbild, ob vor, herzzerreißender als der, den das schöne Evchen ge- Unschuldigen nicht."" Die Jüdin gehört mein!" ließ man eine Spur der ehemaligen Schönheit auf ihrem Ge- geben hatte, und schmerzlich im höchsten Grade für Dagobert. fich der Stöcker vernehmen: Sie hat dem Gebot zuwider fichte erkennt; und doch ist sie's. Ihr Mann aber wurde Eine Dirne stürzte herbei, mit aufgelöſtem Haare, bleich gehandelt, und ist auf die Gasse gelaufen ohne Schleier erschlagen, da er mit der Ausstattung seiner jungen Frau wie der Tod, aber bildschön im höchsten Kummer selbst; und Judenzeichen. Das Halseisen gebührt ihr, und mein nach Friedberg fuhr, und die Halskette mit den Esther, die verzweifelnde Esther, die herzueilte, jetzt erst von gehören ihre Haarflechten, so sie dieselbe nicht mit Geld blutrothen Steinen, ein Erbtheil von Evchens Großmutter, dem schrecklichen Gange unterrichtet, den ihr Bater thun lösen mag."" Der Teufel auf Deinen eignen geschornen " " den werden könne. Drohung sei, etne Drohung, die bezwecke, gewissen Leuten, beitszeit, Kündigungsfristen und Lehrlingsverhältnisse im Handels- I tagen in Bäckereien um 8 Uhr Morgens die Arbeit beendet sein sei es eine Wiederanstellung, sei es eine Gehaltserhöhung gewerbe. muß, gaben zu längeren prinzipiellen Auseinandersetzungen Anlaß. zu verschaffen. Weder auf eine Wiederanstellung noch auf Nachdem ein Beschluß gefaßt war, durch welchen der§ 13 Es wurde bestritten, daß in Konditoreien die Dauer der ArbeitsGehaltserhöhung hätten jene Begünstigten ein Recht( wie der Geschäftsordnung abgeändert wird, trat die Kommission in seit eine so lange sei, daß von dem§ 120 e Gebrauch gemacht etwa ein Staatsanwalt ein Recht auf Pensionirung hat) in den Bäckereien und Konditoreien. Die Gegner des Maximal Bäcker geregelt werden müßte, so habe man doch nur das Recht, die Berathung über die Entwürfe zur Regelung der Arbeitszeit werden könne. Wenn man anerkenne, daß die Arbeitszeit der folglich seien alle Kriterien der Erpressung in der Handlungs- Arbeitstages hoben hervor: wolle man den Meistern so viel Zeit die Arbeitszeit subjektiv zu regeln. Die objektive Regelung weise jener Vermittler in der Dresdener Boykottangelegen lassen als erforderlich ist, um die tägliche Arbeit zu erledigen, der Sonntagsarbeit sei nach§ 105 e der Gewerbeheit vorhanden. So folgert der Staatsanwalt und doch sind dann müsse man einen so langen Tag bewilligen, der den Ordnung den höheren Verwaltungsbehörden zugewiesen. Der alle Glieder seiner Schlußfolgerung irrthümlich. Widerspruch breiter Volksschichten hervorrufe. Ein Arbeitstag Bundesrath habe nicht das Recht für alle Staaten vorzuschreiben Wir wollen hier nicht weiter darauf eingehen, daß die von 12 Stunden genüge aber nicht, denn in diefer wann am Sonntage die Arbeit beendet sein müsse. Sollen diese drei Vermittler die Verhandlungen in einem bereits be- Beit kann die tägliche Arbeit nicht erledigt werden. Paragraphen angenommen werden, dann kann die Frage nicht stehenden Konflikte führten, um einen Ausgleich dieses Kon- Wohl würden die großen Bäckereien sich einrichten fönnen, diese auf Grund§ 120e durch Verordnung des Bundesrathes, sondern tönnten durch Anwendung von Maschinen und intensiveren Ar nur darch Gesetz geregelt werden. Gesetzesvorschläge zu machen, flittes herbeizuführen, daß sie auf ausdrücklichen Wunsch beit ihr Quantum fertig stellen. Anders stände es mit den kleinen dazu sei die Kommission nicht kompetent. Der Reichskanzler habe der einen Partei diejenigen Verhandlungen führten, die von Betrieben. Diese leiden heute schon unter der Konkurrenz der in seinem Schreiben die Kommission aufgefordert zu untersuchen diefer nämlichen Partei als Erpressung demmzirt wurden großen, werden sie in der Arbeitszeit beschränkt, dann gehen sie ob die Verhältnisse im Bäckergewerbe solche seien, daß von dem und daß der den Arbeitern zu erwirkende Vortheil kein zu Grunde und das muß vermieden werden, vor allem kommt es§ 120e der Gewerbe- Ordnung Gebrauch gemacht werden müsse. ,, widerrechtlicher" war. Vor allen Dingen fehlt in der darauf an das Handwerk zu erhalten. Eine Einschränkung der Auf diese Frage Antwort zu geben, sei Pflicht der Kommission, inkriminirten Handlung das Element der Nöthigung. Was Arbeitszeit bedeute eine Prämiirung der großen Betriebe die um tomme fie mit Gesegesvorschlägen, dann überschreite sie ihre Bedie Vermittler den Unternehmern zur Kenntniß brachten, so schädlicher wirke je weiter man in der Beschränkung der fugniffe. Hierauf wurde erwidert, daß sowohl durch die statistischen Erhebungen als durch die mündlichen Vernehmungen war, daß der Zwist durch einen Austausch von Be- Arbeitszeit gehe. Auch läßt sich die Arbeitszeit nicht für ganz Deutschland festgestellt sei, daß im Konditorgewerbe Mißstände bestehen, die dingungen, die beiden Seiten Vortheile brachten, beendet und für das ganze Jahr gleichmäßig regeln, weil die Ansprüche eine Anwendung des§ 120e auf dieses Gewerbe rechtfertigen. in den verschiedenen Gegenden und zu verschiedenen Zeiten 3u den rein sanitären Gründen kommen auch solche, die auf Wenn diese Mittheilung eine Erpressung ist, dann völlig ungleich find. In einzelnen Orten erhöhen die Wochen wirthschaftlichem Gebiete liegen. Würde man nur den Bäckern kann kein Kaufmann mehr in Geschäftsverkehr mit einem märkte den Bedarf für eine Reihe von Tagen ganz enorm. Auch Beschränkungen auferlegen und Konditoren freigeben, bei unandern treten, ohne sich der Erpressung schuldig zu machen. wirken die Witterungsverhältnisse mit. An schönen Sommer beschränkter Arbeitszeit dieselben Waaren herzustellen, dann Man braucht die Einzelphasen der Dresdener Verhandlungen tagen ziehen Taufende aus den Städten aufs Land und ver- erzeuge man Mißstimmung. Ebenfalls tönne man die Arbeitsden Konsum nur auf ein anderes Gebiet zu übertragen, um darüber ringern an diesen Tagen, ein plögliches zeit bei den Bäckern nicht regeln, ohne auf die Sonntagsarbeit Klarheit zu erhalten. Man denke sich nur einmal den sehr umschlagen der Witterung hält die Leute zurück und nun überzugreifen. Könne die Sache aber nur durch Gesetz geregelt gewöhnlichen Fall, daß ein Kaufmann in Berlin die Ab müssen die Bäcker in den Städten ihre Produktion steigern, werden, dann habe dieser Weg auch mancherlei Vorzüge. Die welches sie nicht können, wenn es ihnen untersagt ist, länger als Bäckermeister sehen alle Hebel in Bewegung, um Stimmung gegen nahme einer ihm auf Bestellung von einem Hamburger eine bestimmte Anzahl von Stunden arbeiten zu lassen. Die die in Aussicht stehende Berordnung zu machen. Beschließt der Kaufmann zugesandten Waare verweigert wegen irgend Konsequenzen, die ein solches Vorgehen nach sich zieht, darf man Bundesrath allein, dann erfährt das Publikum nur den Wortwelcher Mängel, die er an der Waare entdeckt zu haben auch nicht unterschätzen. Das was man jetzt den Bäckern bewillige, laut der Beschlüsse, aber nicht die Gründe, die zu diesen Bebehau ptet. Jetzt bricht der Hamburger jeden Geschäfts- dürfe man später den Müllern, Kellnern, Handlungsgehilfen 2c. schlüssen geführt haben. Die Meisten haben es dann verhältnißverkehr mit ihm ab. Der Berliner läßt nunmehr dem nicht vorenthalten. Sei erst einmal ein Marimalarbeitstag für mäßig leicht sich als die Opfer bureaukratischer Maßnahmen zu Hamburger wissen, er wünsche mit ihm in Ver- die erwachsenen Arbeiter eines Gewerbes im Gesetz festgelegt, bezeichnen. handlungen zu treten, ob sich das frühere dann werden auch die Arbeiter anderer Gewerbe den Maximalarbeitstag verlangen. Einvernehmen nicht wieder Herstellen lasse. Der Hamburger beauftragt seine Agenten in Berlin, persönlich mit dem Berliner zu verhandeln. Der Agent erklärt dem Berliner, die Geschäftsverbindung zwischen meinem Auftraggeber und Ihnen kann sofort wieder hergestellt werden, wenn Sie die zurückgewiesene Waare abnehmen". Was für ein Gesicht würde wohl ein Staatsanwalt machen, dem jener Berliner Kaufmann den Agenten des Hamburger Hauses wegen Erpressung denunzirte? Wir glauben fast, der Denunziant könnte von Glück sagen, wenn er einer Auflage wegen wissentlich falscher Anschuldigung entginge. Wird aber im Reichstage die Frage besprochen, dann erfährt das Publikum, welche Mißstände bestehen und die auf fanitären und wirthschaftspolitischem Gebiet liegenden Gründe, die zum Erlaß des Gefeßes geführt haben. Dagegen wurde geltend gemacht, daß die lange Arbeitszeit nicht in den kleinen Betrieben, sondern in den Betrieben mit 6 bis 9 Personen am häufigsten vorkommen. Von den kleinen Gesetzesvorschläge zu machen, dazu sei Jeder berechtigt, Betrieben haben heute schon 72 pet. eine Arbeitszeit von zwölf warum sollte die Kommission dieses Recht nicht haben. Stunden und weniger. Der Gesetzgebung komme es in erster Sie ist sogar verpflichtet, diesen Weg zu betreten, wenn sie ein= Linie darauf an, Leben und Gesundheit der Arbeiter zu schützen. Wenn sieht, daß vorhandene Mißstände auf anderem Wege nicht beseitigt einige fleine Betriebe nur dadurch gehalten werden können, daß werden können. Dem Bundesrath fann es nur angenehm sein, wenn alljährlich hunderte Arbeiter förperlich und geistig zu Grunde in dem ersten Fall, wo die Arbeitszeit erwachsener Arbeiter geregelt gehen, dann verdienen sie nicht, daß sie existiren. Die Angst von wird, durch den Reichstag geschieht, er hat dann eine feſte dem Zugrundegehen sei aber eine unbegründete, denn die Leistungs- Unterlage und kann auf der vorhandenen Basis weiter arbeiten. fähigkeit der Arbeiter wird durch Abkürzung der Arbeitszeit ge- Der Weg zur gefeßlichen Regelung sei auch um deffentwillen steigert, auch müsse man bedenken, daß in vielen Betrieben die vorzuziehen, weil die Mehrheit aus dem vorhandenen Material lange Arbeitszeit durch einen alten eingewurzelten Schlendrian den Eindruck gewonnen habe, daß eine so lange Arbeitszeit Der Dresdner Rechtsfall trägt aber genau die näm- entstehe. Bei vernünftiger Eintheilung der Arbeit könne in vielen besteht, daß im Interesse der Gesundheit der Arbeiter eingeschritten lichen Züge, wie der fingirte, den wir hier geschildert haben. Betrieben dasselbe Quantum Waare mit derselben Anzahl von werden muß. Leider sind wir nicht in der Lage die GesundheitsUnd was die Sache um so häßlicher erscheinen läßt, ist, Arbeitern in einer viel türzeren Zeit hergestellt werden als es schädlichkeit durch Zahlen festzustellen, es ist daher nicht aus. daß die Unternehmer, auch Dresdner Brauer, wiederholt heute geschehe. Die vorgeschlagene Dauer der Arbeitszeit( täglich geschlossen, daß der Bundesrath nicht zu der Ansicht kommt, Arbeitern, mit denen sie in Bwist lagen, genau solche Be- 12 Stunden) fei nun so lange, daß in dieser Zeit die Kraft des welche die Mehrheit der Kommission vertritt. Arbeiters erschöpft werde. Ein längeres Arbeiten ruinire die Es wurden dann die§§ 8 und 5 angenommen. dingungen, aus denen ihnen persönlich Vortheile erwuchsen, Gesundheit der Arbeiter. Hat ein Bäcker so viel zu thun, daß er abverlangt haben, sofern sie sich nicht irgend welchen Un- die Waare mit seinen Arbeitern nicht in 12 Stunden herstellen annehmlichkeiten aussehen wollen. Nach der Logit der tann, dann muß er mehr Arbeiter einstellen. Wenn man Dresdner Staatsanwaltschaft wäre es" Erpressung", wenn Meister schützen wolle, dann habe man vor allem die anständigen Politische Lebersicht. ein Unternehmer den Arbeiter mit Entlassung bedroht, für Meister vor dem unlauteren Wettbewerb der schamlosen AusBerlin, den 23. Juni.. den Fall, daß er sich nicht einen Lohnabzug gefallen beuter zu schützen. Vor die Konsequenzen haben wir nicht Die Stichwahl in Pinneberg- Elmshorn hat heute zurückzuschrecken, denn es ist Pflicht des Staates, überall dort, Laffen will. Noch niemals haben wir aber gehört, daß die Dresdner wo die Gesundheit der Arbeiter durch übermäßig lange Arbeits, stattgefunden. Das Resultat derselben finden unsere Leser oder irgend eine andere deutsche Staatsanwaltschaft diese seit geschädigt wird, einzugreifen. Dieser Grundsaz ist auch in der heutigen Nummer unter Privat- Depeschen. schon durch den§ 120e der Gewerbe- Ordnung anerkannt. Nene Flickungen am preußischen Wahlgesek stellt Schlußfolgerung zum Nachtheil irgend eines Unternehmers Es wurde dann der§ 1, wodurch die Arbeitszeit auf zwölf eine offiziöse Notiz in Aussicht, weil erst die 1895 eintretenden angewandt hätte. Stunden festgesetzt und den Arbeitern eine ununterbrochene steuergesetzlichen Neuerungen abgewartet werden müßten, Ruhezeit von 8 Stunden bewilligt wird, angenommen. Dafür leben wir aber auch in einem Klassenstaat. Doch mag das, was man im Königreich Sachsen und im Deutschen Reich Gerechtigkeit nennt, ihren Lauf nehmen wie sie will, der Unwille der Arbeiter über diese Vorgänge wird ihren Muth stählen und die proletarische Bewegung wird stetig wachsen an Kraft durch ihre Siege wie durch ihre Opfer. Kommission Die • Bei§ 2, nach welchem für die Lehrlinge die Arbeitszeit im ehe sich die ganze Wirkung der Miquelkünfte auf die Wählerersten Lehrjahre zwei Stunden und im zweiten Lehrjahre eine liften überschauen lassen. Nügen werden natürlich auch daß es verboten werden solle, Lehrlinge im Alter unter 16 Jahren des Gesetzes und uns ist die ganze Flickerei gleichgiltig, denn Stunde fürzer fein muß als die der Gesellen, wurde beantragt, diese Flickungen weder der Schönheit noch der Haltbarkeit vor 4 Uhr Morgens zu beschäftigen. Bur Motivirung dieses wir füllen unseren jungen Wein doch nicht in diesen alten Antrages wurde angeführt, daß in Norwegen, England, Frankreich, Schlauch. Luxemburg, Schweden, Desterreich und anderen Staaten die Nachtarbeit jugendlicher Personen verboten sei und dort blühe und gedeihe Die neuen Steuerbescheerungen zur Deckung der das Bäckerhandwerk auch. Würde man den Bäckern verbieten, die Militärvorlage scheinen gestern Gegenstand der Verhand Lehrlinge in den Nachtstunden zu beschäftigen, dann seien fie gelungen des preußischen Staatsministeriums gewesen zu sein, zwungen, neben Lehrlingen auch Gesellen zu halten. Der heutige da an der Sitzung der Reichskanzler und der Reichsschatz23 für Arbeiterstatistik Bustand, daß beispielsweise von ben 28 000 Weiſtern des Germania Sekretär theilnahmen. Innungsverbandes neben 19 000 Gefellen 15 000 Lehrlinge be trat am Sonnabend unter dem Vorsitz des Unter- Staatssekretärs schäftigt werden, sei unhaltbar. Für Tausende der jungen Gesellen 65 326 Mann sind in diesem Jahre auf grund der Dr. v. Rottenburg im Reichsamt des Innern zu einer Sitzung fei gar keine Aussicht vorhanden, daß sie in ihrem Gewerbe Arbeit Militärvorlage mehr ausgehoben worden. Wie diese sich zusammen. Als Kommissare des Reichskanzlers wohnten die Ge- erhalten können, fie erlernen ein Handwerk und vermehren nur über die Abstimmung des Reichstages gefreut haben heimen Regierungsräthe Dr. Wilhelmi und Dr. Sell, der Re- die Armee der Arbeitslosen. Auch sei eine Sicherheit gegeben, müssen. gierungsrath Dr. Wuzdorf, sowie die Regierungs- Assessoren daß die Lehrlinge die bewilligte Ruhezeit erhalten, wenn man Lohmann und Koch, als Kommissare des Ministers für Handel diese in die Nacht verlege. und Gewerbe die Regierungs- Assessoren Dönhoff und v. Meyeren und als Kommissar des Senats der freien Stadt Hamburg der Gewerbe Inspettor Steinert den Verhandlungen bei. Die Militarisirung der Rechtspflege. Rechtsanwalt Die Gegner des Antrages glaubten, daß die Nachtarbeit der Hertwig wurde wegen seines Auftretens als Vertheidiger Lehrlinge zu ihrer Ausbildung erforderlich sei. Der Lehrlings- im Judenflintenprozesse aus seinem Militärverhältniß als züchterei müsse mit anderen Gesetzen entgegengetreten werden. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Eingänge und geschäft- Der Antrag wurde abgelehnt, beschlossen wurde, daß im Reserveoffizier entlassen. Man erfteht hieraus, wie tief liche Mittheilungen. 2. Abänderung des§13 der Geschäfts- Entwurf ausgesprochen werde, daß die Ruhezeit der Lehrlinge um unser militärisches System alle Gebiete des öffentlichen ordnung vom 7. Januar 1893. 3. Untersuchung über die Ar- zwei refp. eine Stunde länger sein müsse als die der Gesellen. Lebens beeinflußt. Der Kampf gegen den Militarismus beitszeit im Bäcker- und Konditorgewerbe. 4. Untersuchung über§ 3, welcher die Schutzbestimmungen auch auf Konditoreien wird durch solche Eingriffe in das bürgerliche Leben nur die Arbeitszeit in Getreidemühlen. 5. Untersuchung über Ar- ausdehnt, und§ 5, welcher bestimmt, daß an Conn- und Fest verschärft werden. " " -O W " " Schädel gehört Dir, Galgenrabe!" zürnte Dagobert dem zu halten vermochte. Bis an den Ausgang der Straße von seiner Seite, nach vielem Einreden seines Weibes." Burschen entgegen: Soll die Dirne deshalb büßen, daß wogte die Menschenmasse nach; da indessen einige wohl D Du bemitleidenswerthes Geschöpf!" sprach hier Dagofie in ihres Herzens Angst Euer Verbot vergessen?" angebrachte Peitschenhiebe ihres Zwecks nicht verfehlten, bert theilnehmend, und schmeichelnd ihre Hand fassend: Sie ist eine schlechte Jüdin!" rief der Oberstrichter. und die Unbändigsten des Pöbels in ihre Schranken wiesen ,,, Daß Du gezwungen wurdest, bei dem hoffärtigen Manue Ein Jude ist auch ein Mensch!" antwortete ihm Dagobert blieben die Uebrigen zurück, und bloß mehrere Steinwürfe, Brot und Wohnstätte zu begehren! Daß ich Dich schonungszorniger denn zuvor: Und kurz und gut, Ihr laßt sammt die nicht trafen, gaben das letzte Zeugniß von der ohn- los solchem Zufall überließ! Wie aber wurdest Du von Euern Helfershelfern das Mädel in Frieden, oder ich will mächtigen Wuth des Volts. Wohin soll ich Dich bringen?" ihm gehalten? Warum kehrst Du nicht zu ihm zurück?" Euch zeigen, wie man mit Hunden umgeht!" Der fragte Dagobert, um die verwunderten Gaffer an den Erlaubt mir, davon zu schweigen!" bat Esther mit Stöcker entwich bei der furchtbaren Bewegung, die der Hausthüren unbekümmert:" Esther, sprich! Wo hausest niedergeschlagenen Augen und geschämiger Wange. Nein, Jüngling gegen ihn machte. Aber zu gleicher Zeit rissen Du denn, Mädchen?"- Vor die Stadt bringt mich, edler Esther;" fuhr der heftige Jüngling fort: Wissen muß ich's, " Daß er mich gleich auf einen Wink des Richters die Knechte die Gefangenen Herr!" seufzte Esther:" Vor die Stadt nur geleitet mich." Du darfst mir's nicht verschweigen!" von dannen, welche indessen Muße gehabt hatten, einige So laß den garftigen Steigbügel fahren," erwiderte einer dienenden Magd behandelte," sagte Esther zögernd hätte ich ihm gern verziehen; die Worte mit Esther zu wechseln. Diese lettere aus den Dagobert, und ergreife die Quaste meiner Satteldecke." und oft innehaltend, aber, Klauen der Schergen und des Pöbels zu retten, der nur Dies geschah; ehe jedoch noch des Zwingers Graben er- Hilflosigkeit muß ja immer Sklavendienste leisten; des Richters Entfernung erwartete, um an der Mermiſten reicht war, ruhte Esthers Hand schon in der Rechten daß er eines schändlichen Handels Hoffnung auf meinen feine rohe Willkür zu üben, war Dagoberts Bestreben von Dagobert's. Vor dem Thore, zu welchem kurz zuvor der Kummer, auf meine Liebe zum Vater baute,... das kann nun an." Komm, Dirne, mit mir!" rief er dem Mädchen Jüngling herein geritten, saß er ab, und sprach zu Esther: ich ihm kaum vergeben, und nimmer kehre ich darum zurück zu: ich führe Dich ins Freie!"-Dankend näherte sich Nun sage an, mein Kind, wohin Du Deine Schritte zu zu dem abscheulichen Mann." ihm Esther, von Thränen überströmt. Der Oberstrichter lenken gedenkst? Warum entfliehst Du den Ringmauern Von welchem Handel sprichst Du?" fragte der Jüng.., rede, mein Kind, ich muß es erfahren; lachte höhnisch auf. Gin wack'res Reiterstücklein!" vers der Stadt? Hast Du kein sicheres Obdach in derselben?" ling bebend .. hörst Du?... ich muß." Werd's zu rühmen wissen und Euch deshalb-Wehmüthig schüttelte Esther das von Perlen der KindesDem Schultheiß wollte setzte er: 2 beloben!" Wie's Euch beliebt!" rief dem Scheidenden liebe geschmückte Haupt.-„ Ei, so sage doch, um Gott, er mich verkaufen," antwortete Esther, ihr Antlig mit den Diethers Sohn nach:" Wir sprechen uns wohl noch wo Du weiltest in den verflossenen Tagen?" fuhr Dagobert Händen verbergend: ich sollte für meines Vaters leichtere anderswo, Herr Oberstrichter!"- Der lettere warf ein kurzes: betroffen fort:" Ich wähnte Dich in Deines Großvaters Haft einen Preis zahlen, den... ach; erlaßt mir das Ich wider" Ich denk's!" zurück, und ging trotziglich davon. Faff' Haus und Armen. Sprich doch Du armes Mägdlein, übrige."- Schurte!" fnirschte Dagobert. Jochai liegt im Gefängniß, gleich meinem stand," sprach Esther weiter, ich zürnte dem Unholde; da meinen Steigbügel an!" sprach hierauf Dagobert zu der sprich." zitternden Esther, um die sich der Pöbel brausend drängte, Vater," antwortete Esther schluchzend:" An die Thüren entdeckte er mir schonungslos, was mein Vater verbrochen im Begriff, seinen Schmähungen Luft zu machen: Halte unserer Nachbarn und Glaubensfreunde wandte ich mich; haben soll, und daß er gerade jego zum Hause seiner Väter Dich fest; und Du, Vollbrecht, reite auf des Mägdleins aber von allen wies man die Tochter der als Verbrecher geschleppt worden sei. Halb gekleidet wie ich war, heulend anderer Seite. Ihr aber, Gesindel, bleibt zurück, oder wahrt gehaltenen Leute zurück. Als ob mich die Schule in Bann vor Schmerz und Angst, enteilte ich dem Hause Josephs, Eure Köpfe!" Nach dieser Warnung ging es so schnell gethan, flohen mich alle Bekannte, und nur bei dem Juden- fest entschlossen, nimmer dessen Schwelle wieder zu be ( Fortsegung folgt.) davon, als die zwischen den Pferden gehende Esther Schritt arzte Joseph fand ich eine Aufnahme. nach langem Bedenten treten." " " Tie Berhandlnngett der Agrar-Euquete wurden stenographisch aufgenommen und schon vor Schluß der Ver- Handlungen dem Drucke übergeben. Eigcnthttmlicher Weise kört man aber noch immer nichts von der Ver- öffcntlichung der Verhandlungen. Sollte man im preußischen Landwirthschafts-Ministcrium zu der Ueber- zengung gekommen sein, daß die Aufwärmung des ans dem Reichstage, Abgeordneten- und Herrenhause bekannten Agrarierkohls für Freund und Feind nutzlos war?— Zum Rückzüge blasen die Agrarier. Herr von Puttkamer-Plauth, einer ihrer Führer, der sowohl an der Spitze des landwirthschaftlichcn als des deutsch- konser- vativen Vereinswesens der Provinz Westprenßen steht, hat nun wiederholt Anlaß genommen, in öffent- licher Rede nachdrücklich auf die Schranken hinzu- weisen, welche der agrarischen Opposition vom Standpunkte des Gemeinsinns, wie der Zweckmäßigkeit gezogen sind. So hat er jüngst in der Versammlung des Bundes der Landwirthe zu Dirschau angesichts der Unmöglichkeit einer agrarischen Mehrheit im Reichstage aus die Roth- wendigkeit hingewiesen, die Regierung zum BundeSgenosseu zu haben und sie demgemäß durch freie Meinungsäußerung zu überzeugen, nicht aber sie zu beschimpfen. Werden wir wieder Freunde! Diese Aufforderung der Agrarier an die Reichsregierung haben wir schon lange er- wartet. Herr von Pnttkamer- Plauth wird bald Nach- folger finden. An einen dauernden Zwiespalt zwischen Neichsregierung und Junkern haben wir nie geglaubt.— Ei» Gesetzentwurf zur Erleichterung der Bildung von Familie n-Fideikommissen wurde, von wem wird nicht gesagt, dem preußischen Justiz- irnnister vorgelegt.— UnfallverficherungSgesetz-Novelle. Heute veröffentlicht der„Reichs- Anzeiger" den Entwurf eines Gesetzes, betr. Abänderung der Unfallversicherungsgesctze mit einer Gegenüberstellung des gegenwärtigen Wortlautes der ab- znändernden Vorschriften der Gesetze vom 6. Juli 1884, 28. Mai 1385, 5. Mai 1886, 11. Juli 1887 und 13. Juli 1887. Die Gegenüberstellung umfaßt 10�/» Seiten, die Begründung außerdem fünf Seiten. Wir konimen in den nächsten Nummern ausführlich aus diese Veröffentlichungen des„Reichs-Anzeigers" zurück.— Die Ffcage des Maximalarbeitstages im Bäcker- gewerbe, die jetzt von der Reichskommission verhandelt wird, beweist, wie ein Blick auf die freisinnige Presse zeigt, daß diese„Partei" ebensowenig eine einheitliche Partei ist, wie die nationalliberale. Richter faßt alle auch die von den Meistern in der Reichskommission für Arbeiterstatistik längst zurückgezogenen Einwände gegen den Normalarbeitstag für das Bäckergewerbe zusammen, um gegen dessen Einführung zu plädiren, das„Berliner Tage- blatt" empfiehlt mit Vorbehalten denselben, die„Volks- Zeitung" setzt sich für ihn ein. Und das nennt sich noch Partei! Nein, das ist ein auseinanderlaufender Hansen!— Voui Rückgange der deutschen Gewerkschaften seit dem Kölner Parteitage faselt heute die„National- Zeitung". Daß sie für ihre Behauptung keine andere Unterlage als den frommen Wunsch ihrer Brotgeber, der Schlotbarone, hat, verschweigt sie kluger Weise.— Ihre Machtlosigkeit gestchen die Hirsch-Duncker'schen ein, indem ihr Zentralrath von einer Bctheiligung an den Eewerbegerichts-Wahlen absieht.— Ueber den Pastor Göhre zieht sich das Verhängniß zusammen, das bisher noch jeden innerhalb der Bour- geoisie stehenden Mann ereilt hat, der den ehrlichen Ver- such gemacht hat, diese Kreise zu ernstgemeinter tiefgreisen- der Sozialreform zu überreden. Zunächst wird er ae- sellschaftlich geboykottet, dann wirlhschaftlich und politisch gemaßrcgclt. Göhre's Reden in Frankfurt a. M. haben das Maß vollgemacht. Seine Vorschläge betreffs Hebung des Bauernstandes halten wir allerdings für nutzlos zur Lösung der sozialen Frage, haben aber auch keinen Anlaß, uns jetzt damit zu beschäftigen. Uns intercssirt nur, daß die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" über den sozialresormerischen Pastor die kleine Rcichsacht verhängt. Er wird zunächst sammt Seinesgleichen der „krassen Unwissenheit und des leichtfertigen Dilettantismus" beschuldigt und schließlich wird die einsichtig konservative Politik aufgefordert,„jenem oberflächlichen Egalitaris- m u s entgegenzuwirken, welcher die Wurzel aller revolutionären Sünden ist". Nur weiter so geschimpft! Haben wir doch unsere Freude daran.— Unsere Kolonien. Nach dem soeben erschienenen Stalisti- scheu Jahrbuch für das Deutsche Reich umfaßt das Schutzgebiet Togo 60 000 Quadratkilometer, Kamerun 49S 000, Südwest» Afrika 835 100, Deutsch-Ostasrika 995 000, das Kaiser-Wilhelms» laud in Neu-Guinea 181 500, der Bismarck-Archipel 52 200, der nordöstliche Theil der Salomon-Jnselgruppe 22 200, das Schutz. gebiet der Marshall- Inseln 400 Quadratkilometer. In Togo haben sich niedergelassen 72 Europäer, darunter 63 Deutsche, in Kamerun 204 Europäer(127 Deutsche), in Südwest- Afrika 969 Europäer(614 Deutsche), in Deutsch-Ostasrika rund 750 Europäer(rund 500 Deutsche), im Schutzgebiet der Neu-Guinea- Kompagnie 178 Europäer(99 Deutsche) und auf der Marshall- Insel 67 Europäer(32 Deutsche).— Reklame für Caligula macht die Münchener Polizei, die den Vertrieb der Guidde'schen Broschüre im Umher- ziehen verboten hat.— Föderalistische Bestrebungen tauchen wieder in der Schweiz auf und zwar setzt die Agitation dort ein, wo sie am leichtesten sich Synipathien erwerben kann, im Steuerwesen. Ein Initiativantrag, wonach von den Zolleinnahmen des Bundes den Kantonen(Einzelstaaten) je 2 M. auf den Kopf der Bevölkerung aus der Bundeskasse ausgezahlt werden sollen, wird demnächst der Volksabstimmung. vorgelegt werden. Der Nationalrath hat beschlossen, dem Volke die Ablehnung des Antrages zu empfehlen. Unsere schweizer Genossen werden auch gegen die Ein- führnng dieser Ueberweisungen stinimen. Vielleicht werden sie aber doch angenommen werden.— Tie Eidfrage vor der französischen Kammer. Man schreibt uns aus Paris unterm 21. Juni: In der jüngsten Kamniersitzung gab es eine interessante Debatte über die Frage der Eidesleistung Auf der Tagesordnung stand nämlich ein vom Senat angenommener Gesetzesvorschlag, wonach für den- jenigen Geschworenen der vor Beginn der Gerichtsverhandlung ein schriftliches Verlangen an den Präsidenten des Gerichtshofes stellt, die gewöhnliche Eidesformel:„Sie schwören vor Gott und den Menschen" in„Sie schwören und versprechen' umgeändert würde. Damit wäre nun allerdings erreicht, daß die frei- denkerischen Geschworenen sich nicht mehr gezwungen sähen, ent- weder gegen ihr Gewissen zu schwören oder sich einer hohen Geldstrafe von 500 Franks bei der ersten Eides- Verweigerung, 1000 Franks bei der zweiten und 1500 Franks bei der dritten Eidesverweigerung— zu unterwerfen; aber man würde dadurch deistische und atheistische Ge- schworenen schaffen. Welche Gefahren dadurch entstünden, das haben namentlich die Abgeordneten Borard und Goujon ausgeführt. Man nehme an, führte erfterer aus, es stehe ein Angeklagter religiösen Charakters vor Geschworenen, deren Mehrheit verweigert hätte, vor Gott zu schwören; würde es da nicht im Falle einer Berurtheilung heißen, das Verdikt sei von der Irreligiosität, von der Verfolgungssucht eingegeben worden? Känie hingegen der Angeschuldigte vor Geschworenen, deren Mehrheit den Eid vor Gott geleistet hätte, würde es da im Falle eines FreispruchS nicht wieder von der anderen Seite heißen, sie hätten ihr Gewissen ihren religiösen Gefühlen geopfert? Und wie viele würden nicht, wenn sie gezwungen wären, ihr religiöses oder philosophisches Bekenntniß abzulegen, in ihrem Fortkommen gehindert werden. Beamte können heute Geschworene werden; soll man von ihnen fordern dürfe». daß sie ihren Vorgesetzten ihre Gedankenrichtung angeben? Was aber noch viel schlimmer, der Gesetzentwurf beobachte nicht einmal die Neutralität. Er fragt die Geschworenen nicht, ob sie sich zu Gott bekennen oder nicht. Er setzt das erstere voraus und läßt das letztere nur als Ausnahme gelten. Wer sich nicht zum Theismus bekennt, muß dies erst schriftlich erklären, damit ihm die neue Eidesformel vorgelegt werde. Der Theismus wird vorausgesetzt und protegirt, der Atheismus nur geduldet. Warum aber überhaupt eine religiöse Eidesformel? fragte Ab- geordneter Berard. Da der religiöse Eid sowohl in zivil- wie in strafgerichtlichen Sachen weder den Klägern, Zeugen, Experten noch einer sonstigen zur Rechtspflege beitragenden Person auferlegt werde, sei es eine Anomalie(Abweichung von der sonst geltenden Regel), ihn für die Geschworenen aufrecht halten zu wollen. Die Justiz sei eine soziale und keine religiöse Funktion und er verlangte darum, daß das„vor Gott und den Menschen" überhaupt aus der Eidesforniel gestrichen werde. Demgegenüber beantragte Abg. Goujon im Sinne der Gesetz- gebung der ersten Republik den gerichtlichen Eid ganz abzu- schaffen. Der Eid, sagte er, beruhe nicht auf dem Ausdruck „vor Gott und den Menschen", sondern bestehe vielmehr in dem Aufheben der Hand, wie zur Anrufung einer höheren Macht und in der aus des Präsidenten Frage gegebenen Ant- wert:„Ich schwöre eS." Darum solle, wie das vom Jahre 1795 bis 1808 der Fall gewesen— erst Napoleon I. hatteZ den Eid wieder eingeführt— der Gerichtspräsident sich blos darauf beschränken, zusagen:„Sie versprechen w.", während die Antwort zu lauten habe:„Ich verspreche es." In diesem Sinne dürfte sich die Kammer auch schließlich aussprechen. Vor- läufig ist dieser Antrag der Jnitiativkommission überwiesen morden, während der Berard'sche abgelehnt wurde. In keinem Falle dürfte aber der Senatsentwurf angenommen werden. Ginge es nach Monsignore d'Hulst, dann wäre es allerdings noch viel schlimmer bestellt; denn ihm zufolge wäre die Gewissens- freibeit vollkommen gewahrt, wenn man diejenigen,„die das Unglück haben, nicht an Gott zu glauben," von der Gesckwornen- bank— ausschlösse!— Die Polizei-Anarchisten wissen sehr gut, was der Zweck ihrer Thätigkeit(„Propaganda der That") ist. Ihr Londoner Zentralorgan, jetzt„Freedom"(früher „Commönweal" jc.) sagt in seiner letzten Nummer(83): „Es ist ein offenes Eehetmniß in Regierungskreisen, daß die französische Regierung, unterstützt von ihrem Verbündeten, dem russischen Zar auf die englische Regierung diplomatischen Druck ausübt, um einem Auslieferungsvertrag gegen die Anarchisten zuzustimmen. Natürlich sind die Anarchisten nur die Sündenböcke. Der russische Zar weiß sehr wohl, daß wenn e i n ni a l ein Auslieferungsvertrag gegen die Anarchisten besteht, es auch nicht schwer fallen wird, jeden beliebigen anderen russischen Unterthan aus England herauszufische n." Und nicht blos russischen, sondern auch deutschen, französischen und sonstigen„Unterthan" (subject). Man sieht, die Leute— d. h. die Eingeweihten und Zielbewußten, wissen sehr wohl, was die internationale Reaktion will. Und als die einzig wahren Revolutionäre thun sie natürlich nicht das was geeignet ist, den Zweck der Reaktion zu vereiteln, sondern genau das was die Reaktion will, das heißt, sie befürworten und verüben Handlungen, die das öffentliche Gefühl empören, die Sache der Revolution als den Kultus des gemeinen Verbrechens erscheinen lassen, und die Volksmassen geneigt machen, die Aufhebung des Asylrechts für derartige Verbrecher nicht nur zu billigen, sondern sogar zu fordern. Und ist man einmal so weit, dann kann— wie das anarchistische Zcntralorgan sich ebenso deutlich wie elegant ausdrückt, „jeder beliebige andere Unterthan— herausgefischt werden".— Die italienischen Finanzvorlagen, die den Haß gegen die in Italien herrschenden Klassen und deren Ver- treter, König, Crispi, sein Ministerium und das Parlament steigern werden und deshalb zu ein«n verhängnißvollen Pyrrhussieg für das heutige System wird, dürften Gesetz werden, wenigstens ist der das Volk am schwersten be- drückende Theil derselben angenommen worden. Die Er- höhung der die Aermsten wie die Reichsten in gleicher Weise treffenden, wie die drückendste Kopfsteuer wirkende Salz- st e u e r, wurde mit großer Majorität angenommen. Der König freilich läßt die Armen belasten, seine Zivilliste, die eine der größten in Europa ist und im schreiendsten Widerspruche zu dem Elend des Volkes steht, wird nicht gekürzt, der König verzichtet nicht auf einen Pfennig seiner Millionen, obgleich ihm dies von verschiedener Seite nahe- gelegt wurde.— Vom Panamino. Eine Reihe von Anträgen wurden in der italienischen Kammer zum Zwecke der Aufdeckung der Korruption gestellt. Die Drucklegung des gesammten Aktenmaterials wurde gefordert.— Konflikte in Ostasien stehen bevor und zwar zwischen China und Japan, weil Japan in Korea, dem Vasallen- staate China's, wegen der Unruhen Truppen ausgeschifft hat. Da englische und russische Interessen hier mitspielen, dürften diese Konflikte vielleicht auch europäische Interessen nicht unberührt lassen.— Warnung. In Berlin ist eine Person aufgetaucht, die auf den Namen Benno Schwarz lautende Ausweispapiere der Zu- geHörigkeit zur Sozialdemokratie Serbiens besitzt. Der Be- treffende will sogar eine Vertrauensstellung bekleidet haben.— Nach angestellten Ermittelungen sind die Papiere entweder ge- fälscht oder unrechtmäßig erworben. Das Erstere ist wohl das Wahrscheinlichere, da Herr Benno Schwarz in Belgrad nicht einmal Sozialdemokrat sein soll. Darum Vorsicht. » Der norwegische Sozialistentag in Bergen hat ein- stimmig einen langen Aufruf, dem wir folgendes entnehmen, an- genommen:„Arbeiter! Die norwegische Arbeiterpartei— die in Bergen zum Landestage versammelt ist— wendet sich hiermit an alle norwegischen Arbeiter in und außerhalb unserer Partei wegen der Stellung der Arbeiter bei der bevorstehenden Stortings- wähl. Auch wir treten für eine durchaus nationale Politik zum Schutz der Würde und des Stolzes unseres Landes ein. Der Unterschied zwischen der Linken und uns in dieser Frage (das Verlangen eigener Konsulatsvertretung und eines besonderen Ministers des Auswärtigen) � ist nur der, daß wir offen eine Lösung herbeiführen wollen, während die Linke nur wünscht, eine unfruchtbare nationale Agitation nur um der Agitation willen zu entfalten. Wir wollen uns dem widersetzen, daß diese Sache unnöthiaer Weise das Interesse der Arbeiter in zu ausgedehntem Masse in Anspruch nünmt. Der Eiser der Linken in der Stimmrechls-Frage ist nie groß gewesen. Sie ist von den Arbeitern gezwungen worden, nur den kleinsten Schritt in dieser Sache zu thun. Als die Linke die nationale Politik mit Kraft und in dem Umfange, wie es geschehen ist. ausnahm, geschah es ursprünglich vorzugsweise ans Furcht vor dem Stimmrecht, damit dieses nicht zu sehr in den Vorder- grund treten sollte. Und je mehr die Männer der Linken von ihrer nationalen Politik in Anspruch genommen wurden, desto mehr kühlte sich auch ihr Stimmrechtseifer ab. Die Bestrebungen unserer Partei haben sich in den letzten Jahren mehr in dem Bestreben konzenlrirt, die Stimmrechtssrage vorwärts zu bringen. Die Stimmrechtssrage nimmt nun wieder den Ehrenplatz auf dem Programm der Linken ein und das kommunale Stimmrecht ist klar und deutlich darin aufgenommen. Aber daß all' dies geschehen, wird ausschließlich der Agitation der Arbeiterpartei verdankt. Unsere Partei hat zur Förderung der Stimmrechts« fache bei der bevorstehenden Wahl mit der Linken zusammen- arbeiten wollen. Wir haben deshalb selbstverständlich auch ver- langen müssen, daß unsere Partei im Storthing(Parlament) vertreten werde. Die Forderungen der Arbeiter entbehren im Storthing jeder Vertretung und werden darum wie nichts Anderes vernachlässigt. Wir haben auch unfern Posten für die Stimm- rechtssache im Storthing selbst haben wollen, damit es nicht wieder damit wie bei dem jetzt tagenden Storthing geht, daß nichts aus dem Stimmrecht wird, obwohl die Linke das Stimmrecht versprochen hat und obgleich sie die Majorität ziir Durch- führung desselben, in jedem Fall des kommunalen Wahlrechts, besitzt. Und während wir bereit gewesen sind, die Linke in allen Wahlkreisen zu unterstützen, wo wir überhaupt Anhänger besitzen, haben wir eigene Vertreter nur dort gefordert, wo wir sie auf grund unserer Zahl zu fordern berechtigt waren. Aber die Linke hat unser Angebot der Zusammenarbeit abgelehnt. Die Linke möchte die selbständige Arbeiterpartei aus dem Storthing fernhalten. Die Linke will lieber das Stimm- recht, die ganze Wahl und damit auch unser nationales Selb- ständigkeitsstreben in Gefahr bringen, als den Arbeitern eine wirkliche Vertretung im Storthing einzuräumen. Für die Linke hat es sich vor allem darum gehandelt, die selbständige Arbeiter» bewegung zu demüthigen. Aber tine solche Linke, wenn sie bei den Wahlen auch die Majorität erhalten sollte, hilft den Ar- beitern nichts, eine solche Linke verschafft den Ar- beitern nicht das Stimmrecht, wenn es auch auf dem Programm steht. Eine solche Linke wird nur ein neuer Betrug gegen die Arbeiter. Der demokratische Eiser>einer Partei kann zu unserer Zeit genau nach ihrer Achtung vor den Arbeitern und deren Organisation beurtheilt werden. Die Arbeiter ringsum im Lande sind daher darauf angewiesen, eine vollständig selbständige Politik zu führen. Die Demüthigung, welche die Linke der Arbeiter- bewegung zugedacht hat, muß gegen die Linke selbst angewendet werden. Die Linke muß lernen, die Arbeiter zu respektiren. Die Arbeiter können nicht länger im Zweifel sein» daß sie auch in der Stimmrechtssache darauf angewiesen sind, sich nur auf sich selbst zu stützen. Die Arbeiter in anderen Ländern haben bereits be- wiesen, daß gegen ein kräftiges und gemeinsames Auftreten von Seiten der Arbeiter die Forderung auf allgemeines Stimmrecht auf die Dauer nicht zurückgewiesen werden kann, welche Partei dann auch die Mehrheit in der Nationalversammlung hat. Ein politisch selbständiges Auftreten ist eine Nothwendigkeit ge- worden.. Eintracht und Energie, das ist jetzt vor Allem nöthig. Eine solche selbständige Politik wird der einzig sichere Weg sein, uns die Achtung zu verschaffen, die uns balo sowohl das Stimmrecht, als die nothwendige Ver- tretung im Storthing und der Kommune erringen wird. Darum fordern wir die Arbeiter auf, bei den bevorstehenden Storthings- mahlen in allen Kreisen völlig s elbständig aufzutreten und sich keiner anderen politischen Partei anzuschließen. In den Kreisen, in denen sich die Arbeiter stark genug fühlen, müssen sie eigene Kandidaten bei den Wahlmännerwahlen aufstellen. In den Kreisen, wo sie sich weniger stark fühlen, müssen sie sich der Abstimmung enthalten. Dieser Ausruf soll in 25 000 Exemplaren im Lande verbreitet werden. »« Polizeiliches, Gerichtliches it. — Genosse Max Hünig in Dresden, von dessen in sonderbarster Form vorgenommenen Verhaftung wir gestern be- richteten, soll, soweit wir bis jetzt erfahren konnten, wegen Majestätsbeleidigung auf grund einer antisemitischen Denunziation verhaftet worden sein. — Wasin Sachsen alles strafbarist. zeigt ein in Leutersdorf in der Oberlausitz vorgekommener Fall, über den der„V. Z." wie folgt, berichtet wird:„Ein Einwohner von Leutersdorf erhielt vor einigen Tagen einen Strafbefehl über 10 M., weil er vor kurzem am Sarge eines Freundes einen Kranz mit einigen rothen und weißen Blumen und einer weißen Schleife niedergelegt halte. In der Begründung der Strafe heißt es. der Betreffende habe durch das Niederlegen eine„Kund- gebung" veranstaltet, welche nicht sowohl eine Kundgebung der persönlichen Liebe und Achtung für den Ver- storbenen, als vielmehr eine Demonstration einer der Kirche und der staatlichen Ordnung feindlichen Gesinnung sei und sich über- dies insoweit als ein der Handlung und dem Orte nicht ent- sprechendes Betragen darstelle. Die kirchen- und staatsfeindliche Gesinnung aber wurde durch den(nach den Worten des Straf- befehls)„aus großen Hellrothen Blumen gefertigten Kranz mit weißer Schleife dokumentirt auf welcher in Aufsehen erregender großer Schrift die Worte „Du hast gewirkt bis in den Tod, Und winkt der Freiheit Morgenroth. Gewidmet von der Genoffenschaft(? soll wohl heißen„von den Genossen") zu Leutersdorf" weithin lesbar waren." Das Strafmandat bezieht sich auf eine Verordnung des evangelischen Landeskonststoriums vom Jahre 1833, sowie eine Bekanntmachung der Amtshauptmannschast Zittau vom Jahre 1891. Thatsächlich befanden sich in dem Kranz neben zahlreichen weißen Blumen nur zwei bis drei rothe, welche nach der Ansicht der sächsischen Polizei die staatsfeindliche Gesinnung bekundeten. Hiernach ist es in Sachsen bereits ein staatsgefährlichens Be- ginnen, einem verstorbenen Angehörigen rothe Rosen aufs Grab zu stellen. — Zwickau. Der verantwortliche Redakteur des Sächsischen Volksblattes, Genosse H. Reiher, wurde vom Crimmitschauer Schöffengericht am vergangenen Mittwoch wegen Beleidigung zweier Crimmitschauer Stadlverordneten, Berger und KälNprad, zu 150 Mark oder 30 Tagen Gesängniß verurtheilt. Inferate über Puhlmann's Für den Inhalt der Inferate über nimmt die Redaktion dem Vublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, den 24. Juni. Freie Volksbühne( National: Theater). 4. Abtheilung. Beginn Nachmittags 21/2 Uhr: Das Fest auf der Bastille. Opernhaus. Karneval. Die verkaufte Braut. Montag: Der Freischüß. Schauspielhaus. Der Tugendwächter. Die Dienstboten. Montag: Wilhelm Tell. Deutsches Theater. Der Weg zum Herzen. Montag: Der Herr Senator. Berliner Theater. Othello. Montag: Narcts. Residenz Theater. Jugend.. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplatz- Theater. Heinrich Heine. Vorher: Dir wie mir, Sommer- Theater. Schönhauser Allee 148. KastanienAllee 97/99. Direktion: August Reiff. Steinbrucker mit ca. 500 m. als Theilhaber gesucht. Off. unter N. N. an die Exped. des„ Vorwärts". Achtung! Zum bevorstehenden Quartalswechsel empfiehlt sich unterzeichneter den werthen Gr. Extra- Konzert, Theater- lichen Lieferung des Vorwärts", sowie und Spezialitäten- Vorstellung. Baſiſpiel Bendix. Neu! Jägerlust. Neu! des urkom. Operette in 1 Aft von Ed. Linderer. Auftreten der Gymnaſtiker Allfiery, des Schattenfilhouettisten Alberty, des Liedersängers Walter Kröning und des gesammten neuengagirten Sänger- u. Schauspiel- Personals. Allgemeiner deutsch. Tapezierverein ( Filiale Berlin). Mitglieder- Versammlung Zages Ordnung: = Genossen des Wedding zur pünkt- am Montag, 25. Juni, Abends 812 Uhr, bei Freygang, Schüßenffr. 18/19. 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten( Das Resultat der Urabstimmung. 3592* Jedes Mitglied hat die Pflicht in dieser Versammlung unbedingt Die Ortsverwaltung. sämmtl. sozialdemokratischer Druckschriften. Otto Haschke, Berlin N., Neue Hochstraße Nr. 5. zu erscheinen. Verkaufsstelle am Wedding vor dem Hause Müllerstr. 4. Achtung! Kein Laden. Kontroll- Schuhmarke. Große öffentl. Versammlung 313/12 der Schneider u. Schneiderinnen der Herrenkonfektions- Branche am Montag, den 25. Juni, Abends 81/2 Uhr, Tages- Ordnung: Nur eigene Fabritation, 25 Bigarren im Lokale des Herrn Haberecht, Grosse Frankfurterstr. 30( oberer Saal). 1 Mart. Garantie rein amerikanische Tabate. Rippentabak 2 Pfd. 60 Pfg. 71L* S. E. Dinslage, Rottbuserstr. 4, Hof part. Eine alte deutsche Feuer- Bers.- GesellNeue Welt.ſchaft fucht für Berlin u. die Proving Hafenhaide. Sonntag: Grosses Konzert. Brillant- Feuerwerk. oder: Dem Herrn ein Glas affer. Neue Spezialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. National Theater. Italien in Berlin. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Parodie Theater. Vorstellung. SpezialitätenGrosser Ball. Entree 30 Pf. Kinder 5 Pf. Militär 10 Pf. Montag: Sommerfest des Freifinnigen Vereins der Halleschen Thorbezirfe. Bei dem National- Theater. olksfest Große Frankfurterstr. 132. Sensationelle Novität! Italien in Berlin. Große Ausstattungs- Posse mit Gesang und Tanz in 4 Atten von Carl Peters. Musik von A. Wiedecke. 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Sehenden Erzeugnisse sind deshalb Nachahmungen unseres unübertroffenen Pugmittels. 308L* loses Bahnziehen. Theilzahlung. Goldstein, Oranienstr. 123 Wilh. Groth's Danziger Volksgarten Danzigerstr. 50/51. Haltestelle der Pferdebahn Moltenmarkt- Weißenfee. Sonntag, den 24. Juni 1894: arrangirt von den Gr. Sommerfest derpächtern d. Kolonie Neu- Seeland. Kinderbeluftigungen aller Art. Bei eintret. Dunkelheit: Gr. Fackelzug. Raffeeküche 3 Uhr ab geöffnet. 3 neue Kegelbahnen. Weisse 20 Pf. 0000-0-000000 Schweizer Garten. Am Friedrichshain. Am Königsthor. Täglich: Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung. Im neu parquettirten Volksbelustigungen aller Art. Saale: Täglich: Gr. Ball. } Von 5-7/ 2 Uhr: Freier Damentanz. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Entree 30 Pf., Billets vorher 25 Pf. 00-0-000000 Gr. Berliner Kunstausstellung 797M] Ausstellungs- Palast, Lehrter Bahnhof 3. Mai bis 2. September. Geöffnet von 10 Uhr Vormittags bis 9 Uhr Abends. Eintritt 50 Pf., Montags I Mark. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin, Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW.. Beuthitraße 2. 1894 Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 144. Boykottirt find: Sonntag, den 24. Juni 1894. 11. Jahrg. 1. Schultheiß- Brauerei, Aktien Gesellschaft, Berlin listen zur Gewerbegerichts- Wahl eintragen zu lassen!-kostenfrei zustellen. Die Brauereien lassen sich für Geld ( und Tivoli). 2. Brauerei F. Happoldt. V 3. Böhmisches Brauhaus, Rommandit- Gesellschaft auf Aktien, A. Knoblauch. 4. Brauerei Karl Gregory, Berlin( Adler- Brauerei). 5. Vereins- Brauerei Nigdorf. 6. Spandauer Berg- Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei Charlottenburg. 7. Aktien- Gesellschaft Schloß- Brauerei Schöneberg. * * Aus dem Brauerring während des Boykotts sind ausgetreten und die Arbeiter- Forderungen haben anerkannt: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, CharIottenburg. * Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Dem Brauerring gehörten nicht an und die Arbeiterforderungen sind durchgeführt bei: Parteigenossen! Versäumt nicht, Euch in die Wähler der ganzen arbeitenden Bevölkerung Berlins sicher, präzis und Die Parteigenossen werden besonders darauf auf- mechanische Arbeit leisten, bei der Sozialdemokratie merksam gemacht, daß die Wählerlisten von der vorigen schafft die Begeisterung! Wahl verworfen sind und daß ein Jeder, der wählen will, sich unbedingt in die Liften eintragen laffen muß. Am 28. Juni ist der Termin für die Eintragung in die Wählerlisten beendet. Die Anmeldungen werden entgegengenommen: treue Dienste erhalten. Während der" Post" z. B. das Flugblatt Eugen Richter hat am Sonnabend Abend seinen Lohn für einfach beigelegt worden ist, waren die Bierbarone ihrem tapfersten Lehnsmann gegenüber einmal spendabel. Sie haben 1. im Wahlbureau, Poststr. 16, 2 Tr., Wochentags von gesehen und mit dem Text ihres Flugblattes eine ganze ihm angesichts seines treuen Eifers seine Tölpelhaftigkeit nach 8-3 Uhr; 2. in der Turnhalle der 131./169. Gemeindeschule, Tempel- Man sieht, wie Unrecht der Vorwärts" hat, wenn er behauptet, Seite seiner inseratenlosen Freisinnigen Zeitung" ausgefüllt. hofer- Ufer 2; daß Herr Rösicke für gewissenhafte Arbeit keinen guten ohn giebt. 3. in der Turnhalle der 62. Gemeindeschule, Schmidstr. 38; 4. in der Turnhalle der 115./170. Gemeindeschule, Staligerstraße 55/56; 5. in der Turnhalle der 23. Gemeindeschule, Straußbergerstraße 9; 6. in der Turnhalle ber 8./63. Gemeindeschule, Gipsstraße 23A; 7. in der Turnhalle der 15. Gemeindeschule, RastanienAllee 82; 8. in der Turnhalle der 118. Gemeindeschule, Pantstr. 7-8; 9. in der Turnhalle der 113./128. Gemeindeschule, Thurm straße 86. und zwar Wochentags von Nachmittags 5 bis 8 Uhr und Sonntags von 12 bis 3 Uhr. " Rache, fürchterliche Rache haben die Herren vom Brauereiringe denjenigen Saalbesitzern geschworen, die es gewagt haben, dem Machtgebote der Herren Rösicke und Happoldt nicht Folge zu leisten, und die sich erkühnt haben, den Bierkönigen den pflichtschuldigen Gehorsam und die gewünschte Heeresfolge zu verweigern. Ein derartiges Subordinationsvergehen vor ver fammeltem Kriegsvolte muß naturgemäß ganz exemplarisch be= straft werden, damit die bösen Beispiele die guten Sitten nicht verderben und damit anderen die Lust genommen werde, es zu brauereien sich etwas Schreckliches ersonnen, um die Widermachen wie jene. Und so haben denn die Bertreter der Ringspenstigen und Aufsässigen in die freventlich gebrochene Vasallen= schaft zurückzubringen. So ist denn beschlossen worden verhülle dein Haupt, Gambrinus, und weine! den. Münchener Brauhaus, Attien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl King u. Ko., Berlin. Dem Brauerring gehören nicht an, Aeußerungen Als Ausweis genügen über die Durchführung der Arbeiterforderungen liegen aber die Bescheinigung über die erfolgte Anmeldung des Gewerbe- jenigen Saalinhabern, welche sozialdemokratische Versammnicht vor von F. W. Hoffmann, Werder a. H. G. Bauer, Werder a. H. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichs hagen. Kaiser- Brauerei, Dummer und Kahl, lottenburg. Brauerei Phönig, Lichterfelde. Nordstern- Brauerei, Berlin. * * für den Arbeitgeber betriebes oder die letzte Quittung über Zahlung der Gewerbe- lungen in ihren Räumen dulden, Dom kommenden steuer, für den Arbeitnehmer ein Zeugniß seines Arbeitgebers oder der Polizeibehörde, sowie Steuerquittungen 2c., daß er seit mindestens einem Jahre innerCharhalb des Gemeindebezirks wohnt oder in Arbeit steht. Durch Vermittelung der Bierkommission oder auf deren Auregung führen nachstehend Brauereien von auswärts Bier nach hier ein: Brauerei in Wusterhausen. Exportbrauerei Nathenow. Bürgerliches Brauhaus, Dresden. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Frankfurt a. D. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Luckenwalde. Brauerei Maß, Rottbus. Lokales. verzeichnete Formulare zu den schriftlichen Anmeldungen fönnen in Empfang genommen werden. 1. im Wahlbureau Poststr. 16, 2 Treppen, während der Dienststunden von Vormittags 8 bis Nachmittags 3 Uhr, und 2. in den oben genannten Anmeldestellen während der vorgeschriebenen Anmeldefrist. Dienstag ab tein Ringbier mehr zu verabfolgen! Entsetzlich! vollen Fässer leeren, die mit festverschlossenem Spund ruh'n in Fürchterlich! Wer wird Happoldt, Rösicke zu Ehren nun die tiefsten Kellers Grund? Arme Saalbesizer, warum habt Ihr auch das gethan! Schwere Strafe habt Ihr verwirkt und fiat justitia! Durch das Machtgebot der Herren Rösicke und Genossen war Euch doch verboten, sozialdemokratische Versamm lungen bei Euch zu leiden, gleichwie Euch verboten ist, Glücksspiele in Euren Räumen zu dulden. War doch denen, die treu und gehorsam sich erweisen würden, reiche Belohnung versprochen worden, während die Ungehorsamen schwere Strafe zu erwarten hatten. Die Gerechtigkeit nehme ihren Lauf! Und wenngleich sich auch die artigen Kinder in ihren gehegten frohen Erwartungen und Hoffnungen bitter getäuscht fühlen, weil die lockenden Goldfüchse vor ihren Augen Anderthalb Millionen haben sich die Brauereien den verschwinden und wenn sie statt derer etwas ganz anderes, nämBoykott in den letzten Tagen fosten lassen! Den Saalver- lich den Klingelbeutel zur Verstärkung des Unterstützungsfonds" ein süßer Troft ist ihnen doch geblieben: Müller), weigerern von Röſicke's Gnaden, die ob dieser Bot- herumgehen sehen, schaft die Dhren jpigen, muß leider kundgegeben sie sind noch fernerhin gewürdigt und in der Lage, das edle werden, daß auch Millionen diese anderthalb Quintern), einen schwachen Augentrost bilden. nur Ringbier verzapfen und der lechzenden Ordnungsmenschheit Denn obgleich sie im fredenzen zu dürfen! Euch aber, Ihr Ausgestoßenen aus der Gegensatz zu der ersten Million, die ja auf dem Papier Gemeinschaft der Heiligen, soll nun auch dieser Trost genommen geprangt haben soll, wirklich in Papier vorhanden sind, werden. Wahrlich, es ist ein hartes Schicksal! Nun werden alle haben sie doch kaum einen besonders greifbaren Werth. jene Wirthe, die sozialdemokratische Versammlungen in ihren Die anderthalb Millionen bestehen nämlich in den vorgestern von Räumen dulden und ihrer sind nicht wenige Die Lokalliste liegt heute unserem Blatte bei. Wir brauchen die Genossen nicht darauf aufmerksam zu machen, daß es jetzt mehr denn je noth thut, den gesperrten Lokalen die geziemende Aufmerksamkeit zu schenken. Achtung! Parteigenossen Moabits! Laut Beschluß der legten Parteiversammlung machen wir die Genossen nochmals darauf aufmerksam, daß vom 1. Juli ab die Parteiblätter wie überhaupt alle sozialdemokratischen Schriften durch die Partei verbreitet werden. Wir ersuchen die Genossen, uns in diesem Unternehmen zu unterstützen, denn einzeln sind wir nichts, vereint find wir alles. Abonnements nehmen entgegen: Johann Pfarr, Wilsnackerstraße 49, S. 11. Georg Schmiz, Havelbergerstr. 37, III. Otto Hempel, Stephanſtr. 8. Die Vertrauenspersonen des 6. Wahl: freises. Grubenexplosionen. Der Vorwärts" enthält in seiner Nr. 140 ein Bitat der Wiener Arbeiter Zeitung" über das Grubenunglück in Rarwin, in dem flipp und klar der Graf Heinrich Larisch für die entfeßliche Katastrophe verantwortlich gemacht und seine strenge Bestrafung gefordert wird. Es wird darauf ganz besonders aufmerksam gemacht, daß bei unterlassener rechtzeitiger Anmeldung das Stimmrecht ruht. Versäume deshalb niemand die Eintragung rechtzeitig vorzunehmen. Ringbier ist, ganz abgesehen von dem jezigen Bierkriege, das hat die neuliche Rundgebung des Gastwirthevereins Wedding be wiesen, dessen Mitglieder erklärten, auf die Arbeiterschaft an= gewiesen zu sein und der allergrößten Mehrzahl nach schon seit uns mit einem entsprechenden Geleitswort versehenen Flug- sich mit Nicht- Ringbier begnügen müssen und sofern blättern, mit denen am Sonntag Berlin überschwemmt dies noch nicht geschehen sich solches anzuschaffen werden soll. Natürlich kann bei den Gegnern von einer genöthigt sehen. Doch es dürften wohl nur Vereinzelte sein, die ordnungsgeräßen Flugblatt- Verbreitung, wie sie von den Sozial- dem Ringbiere noch nicht Balet gesagt haben, und so dürfte sich demokraten mit und ohne Sozialistengeset pünktlich geübt auch dieser Beschluß des Brauereiringes als wirkungslos er demokraten mit wird, teine Rede sein; die Sorte hütet sich, selber weifen. Da aber ein derartiger Beschluß gefaßt ist, so muß mit den Beinen in den zweiten Hof, Quergebäude doch die Thatsache vorliegen, daß noch Saalinhaber bislang vier Treppen hinauf zu steigen. Um aber die andert Ringbier bezogen haben, obgleich sie sozialdemokratische Ver halb Millionen an den Mann zu bringen, sollen zunächst sammlungen in ihren Räumen dulden. Das beweist aber flar die bürgerlichen Zeitungen, denen das Flugblatt bei und deutlich, daß die Sozialdemokraten nicht, wie behauptet wird, gelegt wird, aushelsen. Dann soll das in den Biergärten die Wirthe zwingen, ihnen nicht genehmes Bier ab- und dafür der Ringbrauereien verkehrende Publikum statt mit dem sonst ihnen genehmes Bier anzuschaffen. Die vereinigten Brauereien üblichen Feuerwerk mit dem Flugblatt erleuchtet werden. Zum erweisen sich vielmehr nun als der zwingende Theil, indem sie Schluß haben dann die Bierfahrer Befehl erhalten, das Flug- durch ihren Boykott thatsächlich die Wirthe zwingen, sich anderes blatt der Kundschaft zur freundlichen Kenntnißnahme zu unter- Bier anzuschaffen. Die Wahrheit bohrt sich durch und unsere breiten. Auf so holperige und kostspielige Weise gelangt ein Feinde sorgen selber dafür, daß der Wahrheit eine Gasse gebahnt wird. gegnerisches Flugblatt unters Publifum. Wie muß den Daß die Berliner Arbeiterschaft durchaus nicht versessen auf Herren vom Brauerring doch ihre ganze traurige Haltlosigkeit im Volt vor Augen treten, wenn sie sehen, wie heute gleichfalls Tausende und Abertausende sozialdemokratische Arbeiter ihr Boykottflugblatt nicht allein dem„ honnetten Publikum", sondern schlossen. Strömt jedoch Grubengas in großen Mengen aus einer Kohlenstaub ist, so ist auch sofort die Direktive gegeben, wie angehauenen Spalte aus und ist in den Strecken des Bergwerkes derartige Explosionen zu verhüten find. Wenn die Abbaustrecken eine genügende Ventilation nicht vorhanden, so wird selbst genügend feucht gehalten und mit Wasser gesprengt werden, ist bei Anwendung von Sicherheitslampen jeder abgefeuerte fast jede Gefahr ausgeschlossen. Aber selbst vor den relativ Sprengschuß zur auslösenden Ursache der Explosion von geringfügigen Kosten des Wassersprengens scheuen die Bergwerks schlagenden Wettern ebenso natürlich jedes vorschriftswidrige besitzer zurück, Menschenleben sind eben noch weit billiger, als Deffnen der Sicherheitslampe oder jedes Entflammen eines Zünd- selbst eine einfache Gießtanne. Da in weiten Kreisen die Grubenexplosionen noch immer hölzchens. Freilich muß hierbei noch eins berücksichtigt werden. Im als durch höhere Gewalt"( force majeure) hervorgerufen Die neueren Anschauungen gehen aber dahin, daß die Er- allgemeinen herrscht in Kohlengruben, besonders in den sehr tiefen, angesehen werden, dürfte es nicht überflüssig sein, hier plosionen von schlagenden Wettern im allgemeinen nicht als die oder dort, wo brennende Kohlenlager vorhanden sind, eine sehr furz die Ursachen der schlagenden Wetter zu betrachten. Ursachen von so verheerenden Katastrophen anzusehen sind, wie hohe Temperatur, die bis 40 Grad Celsius und noch mehr beträgt. Bei den Ursachen haben wir ชิน unterscheiden die sie sich eben in Karwin ereigneten. Sie können es freilich in In trockener heißer Luft ist aber noch leichter zu arbeiten als Grundursachen und die auslösenden Ursachen. Die alten Bergwerfen werden, wo sich in alten, bereits abgebauten in feuchter, heißer Luft, würden also die Abbaustrecken dauernd auslösende Ursache der Grubenexplosionen ist entweder eine offene Strecken, die theilweise bereits zusammengebrocheu sind, Gruben- feucht gehalten werden, so wäre es selbst dem an Strapazen Flanime oder ein abgefeuerter Sprengschuß; über die Grundursachen gas in erheblichen Mengen ansammelt, wenn die Profitwuth der aller Art gewöhnten Bergmann unmöglich, in einer solchen dagegen sind die Aften noch nicht ganz abgeschlossen. So viel Grubenbefizer weder für eine genügende Ventilation dieser ab- Atmosphäre auszuhalten; die Bergwerksbesitzer müßten dann aber steht bereits heut mit Sicherheit fest, daß in keinem Falle gebauten Strecken, des sogenannten„ alten Mannes", sorgt, noch eben nothgedrungen für gute Wetterführung sorgen, die Durch= die Grubenkatastrophen der höheren Gewalt" in die Schuhe ge- fie mit Gestein genügend verbaut, was übrigens fchon im führung des billigen Wassersprengens würde also sofort die Anschoben werden dürfen, sondern daß sie immer auf das Konto Interesse der auf der Erdoberfläche befindlichen Gebäude geboten lage theurer Wetterführungen bedingen, und vor den kostspieligen der Profitwuth des Unternehmerthums zu sehen sind und zwar erscheint. Ventilationsanlagen, die, wie erwähnt, schon zur Beseitigung sowohl bezüglich der Grundursachen als auch bezüglich der aus- Wie man leicht erkennt, sind die Explosionen von schlagenden der Gefahr der schlagenden Wetter dringend nothwendig sind, lösenden Ursachen. Wettern unschwer zu vermeiden, wenn man nur für genügende scheuen die Unternehmer zurück. Wo die Arbeiterfreundlichkeit Früher führte man die Grubenexplosionen ausschließlich Wetterführung sorgt, wenn man alle abgebauten Strecken ord- der Unternehmer so weit geht, Rücksicht auf das Arbeiterleben auf die Entzündung der sogenannten schlagenden Wetter" nungsmäßig verseßt. Daran hapert es aber, denn sowohl Wetter zu nehmen, begnügen fich die Unternehmer deshalb vielfach dam zurück. Unter schlagendem Wetter versteht der Bergmann ein schächte als auch Ventilatoren, sowie das vollständige Verseßen alter einfach, Vorschriften über das Wassersprengen zu erlassen, ste explosives Gemisch von Grubengas( leichtes Kohlenwasserstoff- Strecken erfordert Kapitalaufwendungen, die für den Unter- wissen es ja, daß sie selbst die geringen Kosten dafür sparen, gas CH4) und atmosphärischer Luft. Das Grubengas findet sich nehmer nicht rentiren. weil die Arbeiter das Wassersprengen schon deshalb gegen die in fast allen Steinkohlenflößen in Spalten und Klüften unter Aber wie gesagt, in der Gegenwart mißt man den schlagen- Vorschrift" welche bequeme Hinterthür für die Unternehmer! einigen Atmosphären Druck eingeschlossen. Schlägt die Keilhaue den Wettern nur eine untergeordnete Bedeutung für die furchtbaren nicht durchführen können, weil sie sonst nicht arbeiten könnten; oder der Bohrer des Bergmannes eine solche Spalte an, so Grubenkatastrophen bei. Aus Experimenten, die bereits im so wird denn gewissenlos mit dem Arbeiterleben weiter geströmt das Grubengas mit einem pfeifenden Ton, den der er- Sommer 1884 im Saarbrückener Kohlenrevier( im Königsschacht spielt und wenn durch die Profitgier des Unternehmerthums fahrene Bergmann sehr gut kennt und fürchtet, in die atmo- bei Neunkirchen) unter Aufsicht der tgl. Wetter kommission vor- namenloses Unglück über Hunderte von Arbeiterfamilien herauf sphärische Luft. Die Gefahr einer Explosion ist aber erst dann genommen wurden, geht faft mit Sicherheit hervor, beschworen ist, berufen sich die Unternehmer auf die Vorschriften, vorhanden, wenn das Grubengas in solcher Menge ausströmt, daß die Explosionen von feinem, in der Luft die sie zum Schuße der Arbeiter erlassen haben, und die nur in daß das Gemisch von Grubengas und atmosphärischer Luft selbst schwebendem Kohlenstaub in erster Linie für gewiffenlosem Leichtsinn von den Arbeitern, allen Strafen zum entzündbar wird. Die Verhältnisse liegen hier ganz analog wie die Grubenkatastrophen verantwortlich zu machen sind. Troy, nicht beachtet worden sind. Daß sie in ekelhafter Heuchelei beim Ausströmen von Leuchtgas aus einem offenen Brenner. Feiner, in der Luft schwebender Kohlenstaub explodirt mit die Arbeiter in eine Zwickmühle hineingedrängt haben, aus der Bemerkt man das Ausströmen rechtzeitig und sorgt man sofort derselben furchtbaren Gewalt, wie in der Luft vertheiltes Mehl, diese nicht hinaus können, das wollen sie freilich nicht für reichliche Luftzufuhr durch ausreichende Ventilation, Wetter- bei dem diese Eigenschaft ja ziemlich allgemein bekannt ist. Wort haben; aber es bleibt nichtsdestoweniger wahr, führung" wie der Bergmann sagt, so ist jede Gefahr ausgeschlossen. Feiner Rohlenstaub findet sich aber natürlich in Kohlengruben in daß die Arbeiter, um ihr elendes Leben nur noth Ebenso ist natürlich jede Gefahr bei Abwesenheit einer offenen ungeheuren Wiengen, auf der Grundfläche, der Decke und den dürftig fristen zu können, dies täglich und Stündlich Flamme oder bei Anwendung einer Sicherheitslampe*) ausge. Seiten der Strecken; da nun jeder abgefeuerte Sprengschuß die auf ein Spiel sehen müssen, bei dem die Chancen des Staubmengen aufwirbelt, so ist das Vorhandensein von trockenem Gewinners die denkbar geringsten sind. Mit brutaler Deutlichkeit Im Gebrauch ist hauptsächlich die Davy'schen Sicherheits- Kohlenstaub eine, nur auf die geeignete auslösende Ursache geht dies aus den Vorschriften über das Deffnen der Sicherheitsheits- Lampe, bei der ein dichtes Drahtneh die Flamme umgiebt. bauende Gefahr für verheerende Gruben Explosionen. Sind lampen und das Entflammen von Zündhölzern vor Ort hervor. Gelangt explosives Gas in die Nähe der Flamme, so findet zwar schlagende Wetter außerdem noch vorhanden, so wird Die härtesten Strafen können den Arbeiter nicht abhalten, immer im Innern des Drahtnezes eine kleine Explosion statt, aber das natürlich die Wirkung einer Kohlenstaub Explosion noch und immer wieder dagegen zu sündigen, da er sonst häufig einen Drahtnet verhindert die Fortpflanzung der Explosion nach außen, erheblich verstärkt. Da die Vorbedingung für Explosionen halben Tagelohn und mehr einbüßen würde, wollte er beim jedesso lange das Drahtneß nicht selbst glühend geworden ist. von Kohlenstaub aber das Vorhandensein von trockenem maligen Berlöschen der Sicherheitslampe ausfahren oder sich nur = = Inhren tciu Ningbier zu führen. Die Arbeiterschaft hat sie� hierzu sicher nicht gezwungen, sie hat sich aber bisher ganz wohl dabei befunden. Sffieim daher als Argument gegen den Bier- boykotl angeführt wird, daß es dem Arbeiter schwer fällt, sein „gewohntes" Getränk zu missen, so ist das wohl nur ein Phantasiegebilde. Gerade der Arbeiter ist am wenigsten an ein bestimmtes Vier gewöhnt, daher fällt es ihm durchaus nicht schwer. boykoltirtes Bier zu meiden. Der Arbeiter hat am wenigsten Stamm- kneipen, er besucht bald dies, bald das Lokal und kann auch unter normalen Nmstäuden wenig nach einer bestimniten Sorte Bier fragen. Als ein weiterer Beweis dafür, daß die Sozialdemo- kraten durchaus keinen Bierzwang ausüben, die Wahl des ans- zuschänkenden Bieres vielmehr lediglich eigene Entschließung jedeS einzelnen Wirthes ist. niöge hier noch nebenbei die Thatsache an- geführt sein, daß in de» Straßen Berlins in bekannter Weise durch Handzettel Kneipe» mit Damenbedienung und nicht boykottirtem Bier sich dem Publikum enipfehlen. Und auf dieje haben die Sozialdemokraten doch sicher keinen Einfluß! Den Saalverlvcigerungörnmmel machen auch die Saal- besitzer in Köpenick mit. Säimntliche dortige Wirthe haben sich am Freitag durch Namensunterschrift verpflichtet, zu sozial- demokratischen Versammlungen ihre Lokale nicht mehr herzugeben. Die Berliner Parteigenossen werden bei Ausflügen dafür sorgen, daß die Ruhe der Köpenicker Wirthe in keiner Weise gestört werde. Skn dU Gasttvlrthe SchönebergS! Die unterzeichnete Kommission macht darauf aufmerksam, daß alle Aeudrrungen in der Bicrbestellung seitens der Herren Wirthe bis Montag, den 25., Abends, bei Carl F r e i d a n k, Tempelhofer Weg, Haus Götsch, zu melden sind, da Anfang kommender Woche eine Ver- öffentlichung der Wirthe Schönebergs mit der Mittheilung, welches Bier dieselbe» ausschänke», vorgenommen werden soll. Die Lokalkommission Schönebergs. Zur Saalsperre schreibt man uns aus Pankow: Auch hier versuchte Herr Ringel(Bellevue), Breitestraße, für den Bier- könig Rösicke eine Lanze zu brechen. Die Saalinhaber wurden von diesem Herrn am 20. d. M. in das Lokal von Krause (Spandauer- und Wollankstraßen- Ecke) zu einer Besprechung eingeladen. Tagesordnung: Bierboykott und Saal- sperre. Bon den Besitzern der fünf hier uns zu Versnmm- lnngen zur Verfügung stehenden Säle erschien nicht einer. Da nun der löbliche Wunsch der Sozialistentödter war, uns gänzlich todt zu machen, so erwies sich diese Thal als ein Schlag ins Wasser. Man munkelt, die Herren hätten kaum einen drei- beinigen Skat zusanimenbekommen. In Nieder-Schön- hausen, wo nur ein Saal:„Zum Lindengarten" uns zur Verfügung steht, verlohnte sich eine Besprechung nicht, nian legte Serrn Thieme nur ein entsprechendes Schriftstück vor. Genannter err war aber für den Brauerring rncht zu haben,„alle Liebesnrüh" war vergeblich! Hier hat nian sogar die Budiker mobil gemacht, von denen Herr Müller, Kaiserin Augustastraße, sich erweichen ließ, seine Unterschrift zu geben. Da dieser Herr Schultheiß-Bier verschänkt, werdensich die Arbeiter so wie so nicht so nach seinem Lokal drängeln. An die Arbeiter Berlins, die Sonntags in Schaaren nach Pankow und Schönhausen strömen, sei die Mahnung gerichtet, von Be- lästigungen der Herren, die gläubig zu Rösicke's Million empor- blicken, abzusehen. Unterschrieben haben unsere Liste für Pankow die Herren: Krüger„Zum Thürmchen", Kaiser Friedrichstraße; Störr, Mühlenstraße; Buge, Schulzestr. LS(an der Nordbahn), und Lehmann,„Nordstern"(an der Norbahn). Herr Cello, Ber- linerstraße, hat sich Bedenkzeit ausbedungen, doch war er auch nicht zur Besprechung erschienen. Da sich au sämmtlichen Lokalen auch schöne Gärten befinden, wird für Berliner Ausflügler keine Lokalnoth bestehen. Genosse Kotz hat sein Amt in der Lokalkommisston nieder- gelegt. Anfragen und Zusendungen sind bis auf weiteres an E. B i l z, Schulzestr. 1ö, part., zu richten. Der Gastwirth Pohlit, GypSstr. S, vormals Pyrtek, theilt uns mit, daß er sich den Saalverweigerer» nicht angeschlossen habe. Sein Lokal stehe nach wie vor zu politischen und gewerk- schaftlichen Versammlungen zur Verfügung. Ein Nothfchrei der Sluögestoßene». Uns geht folgende Zuschrift zu: Die Christlichen Herbergen sind in diesem Jahre besonders von Arbeitslosen, namentlich den Bauhandwerkern stark überfüllt; die Nachfrage nach Arbeitskräften ist außer- ordentlich gering. Was soll nun der gänzlich Unbemittelte thun? Arbeit ist nicht. Betteln ec. ist verboten, das Asyl kann wegen der Zeitübertretung nicht mehr benutzt werden. Zu Hunderten kampiren die Unglücklichen daher im Freien. Es sind tagtäglich nur 6 Baracken belegt, während die übrigen 80 Baracken, die manchem arnien Menschen Unterkommen bieten könnten, leer stehen. Die vielen Asylbeamten haben wenig zu thun und würden auch bei Belegung der Baracken wenig an- gestrengt werden. Es ergeht an die Verwaltung das Ersuchen, um Verlängerung der Asylbeuutzung. Der Ferusprechverkehr zwischen Berlin und Ahlbeck, Anklam, Heringsdorf, Misdroy, Stralsund und Swinemünde, ist eröffnet worden. an die vorgeschriebenen Stellen begeben, die oft eine kleine Tagereise von seinem Ort entfernt liege». Bei der elenden Wetterführung in den meisten Gruben, um die sich die Bergaufsichtsbeamten(Berg- meister) nur viel zu wenig kümmern, verlöschen aber die Lampen alle Augenblicke oder gehen aus sonst einem Grunde aus; um nicht zu verhungern oder wegen geringer Arbeitsleistung einfach entlasten zu werden, müssen also die Arbeiter mir dem Leben spielen.— Wenn es also bei den Grundursachen ausschließlich die Profitgier des Unternehmerthums, keinesfalls aber die„höhere Gewalt" ist. welche die Grubenkatastrophen heraufbeschwört, so ist es auch bei der einen auslösenden Ursache, dieselbe Profitgier. Hier ist in wortwörtlichem Sinne Akkordarbeit Mordarbeit, und für jede Grubenkatastrophe müßte der Unternehmer wegen Todt- schlages oder nach Lage der Umstände wegen Mordes zur straf- rechtlichen Verantwortung gezogen werden. In einzelnen Zeitungen, so in der„Frankfurter Zeitung" «nd im„Wiener Fremdenblatt", wurde auf die neuerdings kon- struirten elektrischen Lampen mit tragbaren Akkumulatoren hin- gewiesen. Durch Anwendung elektrischer Lampen würde allerdings ein Theil der Gefahr beseitigt werden. Aber man darf ihren Einfluß nicht überschätzen. Eine größere Gefahr für die Entzündung schlagender Welter ruht in den Sprengschüssen als in der Anwendung offenen Lichtes oder mangelhafter Sicherheits- lampen; außerdem aber sind, wie wir oben auseinandersetzten, die Kohlenstaub- Explosionen weit bedeutungsvoller als die Explosionen schlagender Wetter, die fast immer nur lokal be- schränkt bleiben, sich aber nicht, wie die Kohlenstaub-Explosionen, aus die ganze Grube erstrecken. Ueberdies aber sind die elektrischen Akkumulatoren-Lampen in der Bergwerkspraxis nicht verwendbar, weil sie viel zu schwer sind und ein nur schwaches Licht liefern, wenn sie die ganze Schichtdauer hindurch leuchten sollen.— Die Gefahr des Abfeuerns von Springschüssen, soweit wenigstens Menschenleben auf's Spiel gesetzt werden, ließe sich übrigens ebenfalls vollständig vermeiden, wenn sämmtliche Sprengschüsse zu gewissen Tageszeiten, wo die ganze Belegschaft ausfahren müßte, gleichzeitig durch elektrische Zünder abgefeuert würden, von der Anwendung der elektrischen Knallgaspatrone, die im Jahrgang 1893 des„Elektrischen Anzeiger" beschrieben und empfohlen ivurde, ganz zu schweigen. Aber einmal kosten elektrische Zündeinrichtungen Geld, und dann geht durch das gleichzeitige Abfeuern zahlreicher Sprengladungen viel Zeit ver- loren; weshalb da zu Neuerungen zu greifen, wo doch nur Menschenleben auf's Spiel gesetzt werden? Ter Bau Kochstraße 73 ist nunmehr einer zweiten Unter- suchung unterzogen worden. Es scheint, als ob die Katastrophe kein gerichtliches Nachspiel für de» Baumeister oder die Poliere haben wird. Dagegen hat die Bau-Polizei nunmehr Veran- lassung genommen, den ersten Bau-Erlaubnißschein in fast allen Punkten, die den Ausbau des alten Gebäudes betreffen, ruck- gängig zu machen. Eine neue Bau-Erlaubniß hat sofort nach- gesucht werden müssen, und man glaubt, daß das alte Mauer- werk wird niedergelegt werden müssen. Ein weiterer Einsturz des Vorderhauses ist nach dem Urtheil von Sachverständigen gegenwärtig nicht zu befürchten, so daß auch der Schutzmanns- posten, der vor dem Grundstück auf der Straße aufgestellt war, eingezogen worden ist; denn die Annäherung an den Bau ist jetzt weder für Fuhrwerke, noch Fußgänger mehr gefährlich. Eine Nosselenkerin. Am Sonnabend Nachmittag um 3 Uhr halte der Fabrikant Bammer aus Alt-Moabit in Ge- sellschast einer jungen Dame eine Spazierfahrt durch den Thier- garten gemacht, war dann ausgestiegen, und das Fräulein lenkte die feurigen Rappen in schlankem Trabe durch die Leipziger- straße. An der Ecke der Jerusalemerstraße wurden die Thiere scheu, ließen sich von der ungewohnten Hand nicht mehr zügeln und rasten, da der Kutscher die an dem Geschirr festsitzende Leine nicht mehr fassen konnte, dem Spittelmarkt zu. An der Kolonnade gerietst das Fuhrwerk zivischen einen Pferde-Eisenbahn- und einen Geschäftswagen der Eifenmöbel-Fabrik von Seiffert aus der Großen Frankfurterstraße und war völlig eingekeilt. Die Lenkerin und deren Kutscher kamen mit dem Schrecken davon, während der Hausdiener Max Röbel aus der Barnimstraße, der den Ge- schästswagen begleitete, zwischen den Knäuel geschleudert und an verschiedenen Slellen verletzt wurde. Der Bammer'sche Wagen war bis zur Unbrauchbarkeit beschädigt, ein Pferd blutete, der Geschäftswagen hatte den Scheerbnum verloren. Nachdem zwei Schutzmänner die Persönlichkeit der Nosselenkerin festgestellt hatten, fuhr diese in einer Droschke davon. Die Stimmung des zahlreichen Publikums machte sich gegen die unkundige Fahrerin geltend. Ein schwerer Nnglücksfall hat sich am Freitag Nach- mittag gegen 4 Uhr am'Exerzierschuppen des Kaiser Alexander- Gardc-Grenadier-Regiments am Prenzlauer Thor zugetragen. Auf den Zaune welcher diesen Platz umschließt, war neben anderen Knaben auch der IL jährige Karl Boon, Sohn eines in der Schönhauser- Zlllee lSSa/b wohnenden Maurers hinaufgeklettert, um den Uebungen des obenerwähnten Trnppentheils zuzusehen. Beim Abspringen von dem 2 Meter hohen Staketen- zäun fiel der Knabe auf die eiserne Umfriedung des anstoßenden Bötzow'schen Guishauses und zwar so unglücklich, daß die Spitze eines eisernen Stakets in den linken Arm und diesen entlang durch das Gelenk in den Handteller drang. Den zahlreichen Augenzeugen gelang es nicht, den Knaben aus feiner entsetzlichen Lage zu befreien, und der hinzugerufene Inhaber der Snnitäts- wache Königsstadt, Herr Heilgehilfe Linsener, mußte das Fleisch des Armes auseinanderschneiden, um eine Befreiung zu bewirken. Der Knabe wurde nach Anlegung eines Nothverbandes nach dem Krankeuhause Friedrichshain geschafft. Zur besondere» Vorsicht für alle Raucher mahnt ein Fall von Blutvergiftung, von welcher der 36jährige Monteur Katzke in Weißensee, Königs-Cchaussee LI, betroffen worden ist. K. hatte die Gewohnheit, beim Rauchen die Zigarre zwischen den Zähnen zu halten und zu kauen, wodurch eine besondere Nikotin- ansammlung an der Spitze der Zigarre hervorgerufen wird. Die Feuchtigkeit einer solchen drang K. in eine kleine am Daumen der rechten Hand befindliche» Wunde, die sich nach kurzer Zeit entzündete. Der Monteur legte derselben keinen Werth! bei; nach zwei Tage» jedoch war der Arm bereits stark angeschwollen, ein sofort hinzugezogener Arzt konstatirte hochgradige Blut- Vergiftung und K. mußte das städtische Krankenhaus Friedrichs- Hain aufsuchen. Es bleibt fraglich, ob dem unvorsichtigen Raucher der Arm erhalten bleiben wird.— Hierbei mag noch erwähnt werde», daß auch trockener Tabak, der mit Wundstellen in Be- ruhrung konimt, Blutvergiftung hervorruft, wie dies bereits in mehreren Fällen beobachtet worden ist. Zu der ans uuserem Leserkreise gekommenen Beschwerde über die Behandlung von Frauen in der Poliklinik des Kaiser und Kaiserin Friedrich-Krankenhauscs ist uns von der Ver- waltung ein Protokoll übersandt worden, das wir nachstehend zum Abdruck bringen: Ich erkläre hiermit auf Ehre und Gewissen, daß ich nach meiner Instruktion die Verpflichtung habe, jedes dem Kaiser und Kaiserin Friedrich-Kinder-Krankenhause zur poliklinischen Behandlung zugeführte Kind, dasselbe komme erst zum ersten Male, oder so oft auch immer, in der Zeit von 10—11 Uhr Vormittags und von LVs— 3>/2 Uhr Nachmittags einzulassen und in die für die Behandlung angewiesenen Wartezimmer zu führen. Mir ist nicht bewußt und ich muß ent schieden bestreiten, daß jemals ein in den festgesetzten Stunden dem Krankeuhause zugeführtes Kind von mir abgewiesen worden ist. Es ist auch kein Anderer jemals in meiner Ver- tretung gewesen, ausgenommen so weit meine Erinnerung reicht, einmal im Monat April, als ich zur Kontrollversammlung mußte. Ich muß darauf bestehen zu erklären, daß wenn der Redaktion des„Vorwärts" andere Angaben gemacht worden sind, dieselben unrichtig sind und ich bitte darum, diese meine Erklärung zur gefl. Kenntniß zu nehmen und behufs Wiederlegung des in der Nummer vom L2./6. 34 enthaltenen und mir von dem Herrn Direktor des Krankenhauses vorgelegten Artikels zu veröffent- lichen. Ladislaus Ezypznk, Portier; als Zeuge Richter, Sekretär; a. o. Pros. Dr. A. Baginsky, Direktor. Herr Professor Dr. A. Baginsky theilt uns in seiner Eigen- schaft als Direktor des Krankenhauses noch mit, daß Kandidaten in diesem Institut überhaupt nicht in Funktion sind, es sind viel- mehr alle Herren, welche mit der Behandlung und Abfertigung der Kranken im poliklinischen Dienstezu thun haben, approbirte, praktische Aerzte. Außerdem giebt der Direktor dem Portier Szypzak noch das Zeugniß ganz besonderer Pflichttreue. Wir werden über die am Freilag gebrachte Beschwerde, die uns von einer Seite zur Veröffentlichung überwiesen wurde, an deren Glaubwürdigkeit zu zweifeln wir keine Ursache hatten, natürlich weitere Recherchen anstellen. Die Veröffentlichung einer ungerechtfertigten Beschwerde würde von Niemand mehr als von uns selber bedauert werden. Die Sammelliste Nr. 2165 von den Brauerei-Arbeitern ist nach Angabe deS Herrn Albert Jacob verloren gegangen. Der Finder wird gebeten, die Liste„in der Redaktion des„Vor- wärts" abzugeben. Mit dem Umbau des Rixdorfer Bahnhofes wird endlich Ernst gemacht. Zwischen der Britzer Chaussee und dem vielbesprochenen Galgen, wo sich die Geleise zwischen bedeutenden Erderhöhungen hinziehen, lagern gewaltige Erdmafsen und Eisen- bahn-Baumaterialien, die zur Herstellung eines dritten und vierten Geleises und zu der dazu nörhigen Verbreiterung der Geleise- fläche dienen sollen. Dort soll auch der interimistische Bahnhof errichtet werden, zu dem noch ein neuer Zugang geschaffen werden muß. Polizeibericht. Am 22. d. M. sprang ein ISjähriger Knabe von dem Zaun eines Grundstücks der Prenzlauer Allee in den Vorgarten des Nachbargrundstücks und stieß sich dabei eine Spitze des Vorgartengitters durch die Hand.— In der Nacht zum 23. d. M. fiel der Portier eines Kaffeehauses in der Großen Frankfurterstraße, als er einem Manne den Eintritt in dasselbe verwehren wollte, nieder und erlitt einen Bruch des Knöchelgelenks. WitternngSiibersicht vom 23. Juni. Witterung in Teutschland am 23. Juni, 8 Uhr Morgen». Die Regensälle haben in ganz Deutschland nahezu auf- gehört. In den nordwestlichen Landestheilen und namentlich in Süddeutschland ist das Wetter größtentheils heiter. Rechts von der Oder herrscht noch bewölkter Himmel vor und Königs- berg hatte Morgens ein Gewitter. Unter dem Einflüsse schwacher südwestlicher Winde hat die Erwärmung überall langsam zugenommen. Die höchsten Morgentemperaturen nicldeten amtlich heute Mülhausen i. E. mit 19, Karlsruhe und Neufahr- wasser mit 18 Grad Celsius. Wetter-Proguose für Sonntag, den 24. Juni 18S4. Vielfach heileres, zeitweise wolkiges Wetter mit schwachen südwestlichen Winden und zunehmender Erwärmung; keine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Eine Privat-Belcidignngöklage zwischen zwei Bank- direktvren sollte gestern vor der 144. Abtheilung des Schöffen- gerichts verhandelt werden. Es war dies aber nicht möglich, weil drei Börsenagenlen, welche als Zeugen geladen waren, ohne Entschuldigung ausgeblieben waren. Der Vorsitzende nahm jeden derselben in eine Geldstrafe von 300 M. und legte ihnen insgesammt die Terniinskosten auf. Er bemerkte dabei, daß es den Börsenbesuchern zwar unbequem sein möchte, durch eine Vorladung zum Termin in ihrer Geschäftsthäligkeit behindert zu werden, dem Gerichte müsse aber Folge geleistet werden. Ein Giftmord-Prozcß wurde am Sonnabend vor dem Schwurgericht des Landgerichts II verhandelt. Ans der Unter- suchungshaft wurde eine etwa fünfzigjährige Frau vorgeführt, welche aus grund ihres eigenen Geständnisses beschuldigt war, ihr zehnjähriges Stiefkind durch Giftmord beseitigt zu haben. Es war ein Bild grenzenloser»wralischer Verkommenheit, welches im Laufe der Verhandlung entrollt wurde. Die Angeklagte, ge- schiedene Augufte Nixdorf, geborene Hermann, diente im Jahre 1882 in Charloltenburg. Hier lernte sie den Arbeiter Raimund Nixdorf kennen, der soeben seine zweite Frau ver- loren hatte und nun für seine fünf unerzogenen Kinder eine neue Mutter haben mußte. Seine Wahl fiel auf die Angeklagte, die gleich ihm katholischen Glaubens war und die im Ruf der Frömmigkeit stand. Nixdorf wußte allerdings nicht, daß er seinen Kindern eine Mutter gab, die bereits vielfach wegen Dieb- stahls, zuletzt mit 2 Jahren Zuchthaus bestraft war. Das Zu- sammenleben gestaltete sich leidlich. Am 2. August 1838 starb das zweitjüngste Kind Nixdorf'S, die damals zehnjährige Elise Nixdorf. Es war das Liebliugskind des Vaters. Als der letztere an jenem Tage von der Arbeit nach Hause kam, verschied da? Kind in seinen Armen. Es hatte seit dem Tage vor» her an häufigem Erbrechen und choleraartigen Erschei- nungen gelitten. Die Stiefmutter bezeigte wenig Theil- »ahme. Seit dem Tode des Kindes gestaltete sich das Ver- hältniß zwischen den Nirdorf'schen Eheleuten höchst ungünstig. Der Ehemann genoß den Ruf eines arbeitsamen, soliden Mannes, seine Ehefrau zeigte aber einen schlechten Charakter. Sie verließ ihn bald nach dem Tode des Kindes, ergab sich wieder einem schlechten Lebenswandel, beging Diebstähle und wurde zu fünf Jahren Gcfängniß verurtheilt. Diese Strafe verbüßte sie im Gefängnisse zu Kotlbus. Am 4 September v. I., als die Nix- dors beinahe vier Jahre von ihrer Strafe verbüßt hatte, ließ sie sich beim Direktor melden. Sie gab an, daß ihr Gewissen ihr Tag und Nacht keine Ruhe lasse, sie wolle sich von einem unerträglichen Druck befreie» und das Geständniß von einem Verbrechen ablegen, welches sie begangen habe. Und nun folgte das Bekenntniß, welches sie in der gestrigen Ber- Handlung wiederholte. Sie hatte ihr Stiefkind Elise Nixdorf vergiftet. Als Beweggrund gab sie an, daß sie ihrem Manne ein Herzeleid anthun wollte, weil derselbe sie mit dem Wirth- schaftsgelde stets so knapp gehalten habe. Deshalb mußte sein LieblingSkind sterben. Schon längere Zeil habe sie sich mit Plan herumgetragen. Im Monate Juli 1388 sei das Kind in die Ferienkolonie geschickt worden, von wo es am 28. Juli gestärkt und gekräftigt zurückkehrte. Wenige Tage zuvor hatte sie ihrem Hauswirth, dem Eigenthümer Thiele in Charlottenburg, geklagt. daß sie in ihrer Wohnung so arg von Schwaben belästigt werde, und ihn gebeten, ihr einen Antrag an die Polizei aufzusetzen, wonach ihr gestattet wurde, von der Apotheke Gift zu beziehen. Sie erhielt die Erlaubniß und dann gegen Gistschein von der Apotheke ein Quantum Schwabenpulver, welches aus einem Gemisch von Schweinfurtergrün und Insektenpulver bestand. Sie wußte, daß die erste Substanz ein starkes Gift war. Die Angeklagte ging mit großem Raffinement zu Werke, um einer Entdeckung des schweren Verbrechens vorzubeugen. Als das Kind sich wieder zwei Tage in der elterlichen Wohnung be- fand, redete die Mutter ihm vor, daß es sich nicht wohl fühlen müsse und es gelang ihr auch, durch irgend ein Mittel ein leichtes Unwohlsein bei dem Kinde hervorzurufen. Sie heuchelte ihrem Manne gegenüber aufrichtige Besorgniß und erwirkte von ihm die Erlaubniß, einen Arzt holen zu dürfen. Dieser verschrieb eine leichte Arznei und bezeichnete den Zustand des Kindes als durchaus nicht besorgnißerregend. Die Angeklagte vermischte nun am 2. August die Medizin mit dein Schwabenpulver und gab von dieser Mischung dem Kinde in kurzer Aufeinanderfolge fünf Löffel voll ein. Unter entsetzlichen Schmerzen starb das Kind in den Armen seines unglücklichen Vaters Als die Angeklagte dies Geständniß vor dem Gefängnißdirektor ablegte, glaubte man erst, daß es erheuchelt sei, um einen Aufenthaltswechsel der Gefangenen zu erwecken. Leider erwiesen sich aber alle angegebenen Thatsachen als wahr, der Gistschein in der Apotheke wurde gefunden. die Leiche der Elise Nixdorf ausgegraben und vom Gerichtschemiker Dr. Bischoff untersucht, welcher erhebliche Mengen Arsenik isolirte. Selbst an dem Rosenkranz, den die Ermordete mit ins Grab bekommen, wurden Spuren des Giftes gefunden. Auch in der gestrigen Verhandlung blieb die Angeklagte dabei, daß nur ihre unerträglichen Gewissensbisse sie zu dem freiwilligen Geständnisse gezwungen hätten. Obgleich die Angeklagte bereits zweimal im Jrrenhause ge- wesen, zweifelten die medizinischen Sachverständigen doch nicht daran, daß sie bei Begehung des Verbrechens im Bollbesitze ihres Verstandes gewesen sei. Dagegen hielt der Oberarzt Dr. Koppen die Angeklagte ihres jetzigen leidenden Zustandes wegen nicht für verhandlungsfähig. Dieser Ansicht wider- sprach der Kreisphysikus Dr. Philipps. Natürlich sei der Körper der Angeklagten unter dem Druck des Gewissens und der Gesängnißhast geschwächt, aber wenn Soziale Uebersicht. Die Verein Deutscher Schuhmacher. Montag, ben 25. Junt, Abends 8 Uhr, tombinirte Versammlung in den Arminhallen, Kominandantenftr 20. Tagesordnung: Statutenberatung und Delegtrtenwahl zur Generalversammlung. Vergnügungsverein Normannia 2". Heute, Sonntag, Nachmittags Fidelitas. uhr, Sigung im Admiralsgarten, Admiralstr. 88. Nach der Sigung: 4 uhr, bet Mathies Gigung mit Damen. Theaterverein Freiheits- Hoffnung". Seute, Sonntag, Nachmittags Große öffentliche Versammlung der Schneider und Schneiderinnen bet Haberecht. Große Frankfurterstr. 30( oberer Saal). Tagesordnung: Wie Vergnügungs- Gesellschaft Concordia". Heute, Sonntag, Nachm. Saal( 1) der„ Arminhallen", Kommandantenstr. 20. der Herren- konfektionsbranche am Montag, den 25. Junt, Abends 8% Uhr, tönnen wir unfere gestellten Forderungen erringen 5 Achtung, Metallarbeiter! Montag, den 25. Junt cr., Abends 8% Uhr, Uhr, gr. Fidelitas, Tang, humoristische Gesangsvorträge u. a. m. im oberen findet bet Schöning, Stallschreiberstraße, eine Sigung der Vertrauensleuté des deutschen Metallarbeiter- Berbandes ftatt. Arbeiter- Bildungsschule. Montag Abends 8%-10% Uhr: Mord= otonomie. Bet allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und schule, Müllerstr. 179a und Südost- Schule, Waldemarstr. 14: National Gerren, jeder Bett aufgenommen im Laufe des Semesters, eintreten. Bei allen Unterrichtsfächern fönnen Schüler und Schülerinnen auch jest, Montag, Abends 8%-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstraße 179a: Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklubs. May Kayfer, 4 man derartige Angeklagte für verhandlungsunfähig erklären| Buschußtaffe, wie auf Aufhebung der Kaffe, auf Erhöhung volle, so würde die Rechtspflege darunter leiden! Der Ge- der Leistungen, auf Herabfegung der Beiträge 2c. 2c. Der Umrichtshof fette darauf die Verhandlung fort. Die Beweisaufnahme wandlung in eine Zuschußfasse besonders wird bringend wider beschränkte sich auf die Vernehmung weniger Zeugen. Nach viertelstündiger Berathung sprachen die Geschworenen die Mitgliedschaft gewinnen, die jüngeren aber ausschieden. rathen, weil der Erfolg der sein werde, daß lediglich ältere Leute die Angeklagte des Mordes schuldig, worauf dieselbe Mehr im Interesse der Mitglieder liege zweifellos die Auflösung. zum Tode verurtheilt wurde. Sie nahm das Urtheil Buletzt sei es der Kasse gelungen, über die gesetzliche Rücklage ohne sichtliche Erregung entgegen. hinaus einen Betrag von 2000 Mart zu erübrigen und im Zum Londoner Anarchistenprozeß. Bei dem Zeugenverhör laufenden Jahre werde voraussichtlich das Resultat dasselbe in dem Prozesse gegen den Anarchisten Brall wurde ausgesagt, sein. Damit laffe sich weder das Krankengelb erhöhen, Daß Brall eine Wohnung in Tottenham Court Road inne noch der Beitrag ermäßigen. Dagegen halte der Vorstand einen hatte, wo er zahlreiche Besuche von Ausländern empfing und Ausgleich in der Krantenunterstügung zwischen den einzelnen dem Anarchisten Francis Unterkunft gewährte. Die Nachbarn Klassen für gerecht. Die 1. und 2. Klasse sei schlechter gestellt hörten Nachts wiederholt heftige Explosionen in dem Bimmer als die vierte und fünfte und demgemäß zu Ungunsten dieser Brall's. Nach der Haussuchung im Klub„ Autonomie" 809 einnahme fönne allerdings nicht ohne Beschränkung der Ausdadurch entstehende MinderBrall aus der Wohnung aus. gaben getragen werden. Zur Ausgleichung beantrage der Vorstand demgemäß, die Sätze 3 und 4 des§ 13 zu streichen. Die betreffenden Säge lauten wörtlich: 8. Mitgliedern, welche zugleich der Gemeindeversicherung oder einer auf grund des Krankenversicherungs- Gesetzes unterricht in Gefeßestunde. Süboft- Schule, Reichenbergerstraße 133: errichteten Krankenkasse angehören, wird an Stelle freier Deutsch. Dft= cule, Martusftr. 31, Unterricht in Gefeßestunde. Der Streit der Stettiner Steinfeger bauert nunmehr ärztlicher Behandlung und Arznei ein erhöhtes Krankengeld um jeden Sonntag Vormittags 10% Uhr im Restaur. Echomann, Seimftr. 16.bereits zwölf volle Wochen. Obwobl fich den Innungs- 1/4 des ortsüblichen Tagelohnes ihres Beschäftigungsortes ge- eim er jeben Montag, Abends 9 Uhr, bet Rudolph Bahr, Gerichtsstr. 19. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. 1. Borsigender: meistern nachgerade die Ueberzeugung aufdrängen muß, daß sie währt. 4. Ebenso kann nicht versicherungspflichtigen Mitgliedern ad. Neumann, Pafewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Vereinskalender auf genügenden Zuzug auswärtiger Arbeitskräfte absolut nicht auf ihren Antrag an stelle freier Behandlung und Arznei ein find zu richten an Fr. Kortum, Manteuffelstraße 49, vorn II. rechnen können, so beharren diefelben immer noch in ihrem erhöhtes Krankengeld um ein Viertel des ortsüblichen Tagelohns Sonntag. Abends 9 Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Dem Abfaz 6 Frohsinn 1, Nummelsburg, Berlinerstr. 82 bei Friesecke, Nachmittags protenhaften Widerstande, und zahlen lieber Konventionalstrafen, ihres Beschäftigungsortes gewährt werden. 1-8 Uhr.- Montag. Siebertafel b. Maler u. v. Berufsg. Annenstr. 16 als daß sie irgend welche Unterhandlungen anbahnen, um eine beffelben Paragraphen möchte der Vorstand einen Satz eingeschaltet bet Ehrenberg.- on bithe, Görligerstr. 50 bet Stemwert. Blüthe, genügende Anzahl ausgebildeter Arbeitskräfte auf die Bauten zu sehen, daß auf eigenen Wunsch Mitglieder sich auch von einem Natur Ballifabenstr. bet Liezze. Liebesfrethett II, Strausberg, im ftellen. G3 mangelt thatsächlich an solchen, denn im ganzen kundigen behandeln lassen können.§ 17 Absatz 8 soll wie folgt Gefangverein Bieberzweig, Waidmannslust Berlinerstr. bet Berbe." Sur Neftaurant Krüger. Myrth enblätter, Belforterstr. 15, bet Schneider, arbeiten nur neun Gefellen, davon sieben, die zu Streitbrechern formulirt werden: Der Bezug des Krankengeldes endet, sofern Fichte".rifch auf in Echönwalde i. b. Mart bet Schulz. Frisch zur geworden find. Die wenigen Steinsetzer( im ganzen höchstens der Wiederbeginn der Erwerbsfähigkeit festgestellt ist. Die Freiheit, Simeonftr. 28 bet Flick. Glodenrein( gem. Chor) 18 Mann), die bis jetzt den Versprechungen und Berlockungen übrigen Anträge des Vorstandes sind von nur untergeordneter der Stettiner Unternehmer folgend, nach Stettin gekommen sind, Bedeutung. Mit aller Schärfe spricht Herr Baffle gegen einen find ohne jede Ausnahme wieder abgeschoben worden. Auch ist Antrag der Bahlstelle Mainz, die Unterstüßung in allen Klassen bis jetzt zum Glück noch fein Mangel an Unterstützungsgelbern um 20 pet. zu erhöhen. Sowohl bezüglich der Unterstützung eingetreten, da aber der Erste wiederum vor der Thür ist und wie bezüglich des Beitrages werde nichts Wesentliches zu ändern die Hauspafchas auf Bahlung der Miethe drängen, so appelliren ein. Mit aller Entschiedenheit spricht in der Generaldie Stettiner Steinfeger noch einmal an das Solidaritätsgefühl bebatte Reichert Groitsch gegen bie Streichung des der deutschen Arbeiter, ste materiell zu unterstützen, Absatz 3 und 4 des§ 13. Allerfeits verlange man eine da schließlich doch der Fall eintreten würde, daß die Kasse der Besserung der Kaffe, und in Uebereinstimmung mit der Streifenden diesem wiederholten doppelten Angriff nicht ge- Bahlstelle Leipzig werde er lieber für die Auflösung als wachsen ist. Auch hat sich die Zahl der zu Unterstüßenden für die Beseitigung der Bestimmungen in§ 18 stimmen. Auch wieder vergrößert, da mehrere der Abgereiften wegen Mangel an Wolf- Mühlheim wendet sich gegen die Streichung. Naturärzte, Arbeit zurückgekommen sind. Sendungen sind zu adressiren an meint er, sollten nur zugelassen werden, soweit sie akademisch G. Drtmann, Stettin, Deutschestraße 36. Ferner bitten wir gebildet find, das Examen bestanden haben und in der Chirurgie nach wie vor alle Genossen des Baufaches sowie die Vorsitzenden zu Hause find. Bapte- Berlin wendet sich besonders gegen die der örtlichen Gewerkschaftskartelle, für Fernhaltung des Zuzuges Auffassung, als ob mit dem politischen Moment die Kasse ihre zu forgen. Letztere mögen besonders auf die bezüglichen Annoncen Bedeutung verloren habe. Ihre Leistungen seien größere als die Der Stettiner Unternehmer in bürgerlichen Beitungen achten. der meisten anderen Kassen; der Auflösung widerspreche er daher Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. entschieden, die Streichung der Alinea 8 und 4 im§ 13 halte er nicht für nöthig. Baerer- Harburg plädirt ebenfalls gegen die Auflösung, der Vertreter für Raffel gegen die Streichung und gegen die Bulaffung nur solcher Naturärzte, welche geprüfte Medizinalpersonen sind. Oldenburg. Die Lohnbewegung der Glasmacher ist noch in der Schwebe. Am 26. Juni ist die Kündigung abgelaufen und beginnt, wenn nicht in letzter Stunde die Lohnreduktion zurückgezogen wird, der Streit. Die Gesammtzahl der zum Ausstand kommenden Arbeiter wird etwa 400 betragen. Dar " Schönhauser Allee 46 bei Söhne.- Bruderherz, Strautstr. 6, bei Rudolf. dort, Brandenburgtschestraße bet Gräz. Solidarität, Jakobitirchstr. 7 bet Golla.- Wieberball, Köpenickerſtr. 191 bei Foge. Vorwärts 3, Belforterftr. 15 bei Schneider. 28 acht auf, Woltersdorf bet Ertner, bet Gillmann, Wilhelmshöhe". Rosalia, Lebuferstraße 5, bei A. Nemiz. Hoffnung 2, WilmersFriedrichsfelde, Prinzen- Allee bet Schulz. Deutscher Männerfang, Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Untgegend ( Alle Buschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, sind zu richten an P. Gent, Adalbertftr. 95. Sonntag: Theaterverein halta bet Schröder, in Stralau, Nachmittags 3-4 ühr. Theatergesellschaft Romelia" alle 14 Tage, Adalbertffraße 8 bei Sauermann. - Ge= Bergnügungsflub Ostend, Krautstr. 6 bet Rudolf von 5-6 Uhr. selliger Verein der Feilenhauer, Gartenstr. 16, bet Meißner, jeden Sonntag v. d. 1. d. Mts. Vergnügungsverein Helgoland 2, Langestr. 9 bet czewsky, alle 14 Tage, 4-6 Uhr Nachm. Vergnügungsverein Seerofe, in den Gerinania- Fesisälen, Chauffeeftr. 103, 5-6 Uhr Nachm. Grünerweg 25 in Hahn's Bierhaus. Vergnügungsverein GIüd stern 1, Montag: Pfeifentlub elfenfest bei Schubordt, Königsbergerstr. 24. Humoristischer Berein Pt pifag bei Krösche, Fichtestraße 29. Theaterverein verein Felsenfe ft", Rirdorf, Hermannstraße 167 bei Fülleborn, 8½ Uhr. Mora, Märkischer Hof, Admiralstr. 18c, Abends 9 Uhr. VergnügungsKartentlub Lustige Brüder", Krautstr. 48 bei Rattle, bends 8 Uhr. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonntag. Theater und Bergnügungsverein Sarletin, heute Nachmittag 5 Uhr Zeughofftr 8. Theaterverein Concordia Beughofstraße 8 bei noch. Othello jeden Sonntag 4 Uhr bet Foge, Röpenickerstr. 191. Nachher: Fidelitas. trebs, Obmgaffe 2. Nach der Gigung Fibelttas. Theaterverein Theaterverein„ Concordia", Sigung Sonntag, Nachmittag 5 Uhr, bet Bergnügungsverein Germania, alle 14 Tage Bersammlung Sinten Blumenstraße 20 bet Bernice. Nachher: Fidelitas. Bergnügungsverein Deutsche Ginigtett, Machm. 4-6 Uhr, Bergnügungsverein itanta, Nachm 6-6 Uhr, bet Tempel, Langeftr. 65. Nachher: Fidelitas. Bergnügungsverein Nord, Sigung Sonntag Abends 6 Uhr bet Keller. Theater Verein Suftige Seelen, Sonntag 4 Uhr bet Stehmann Bergnügungsverein 2uftig, Sonntag, Staltzerstr. 54( S. Sente), 5% Uhr: Sibung, Tanz, Bibelttas. Straße 150. Portugiesische Polizeifitten. Aus Lisabon wird telegraphirt: unter find Leute, die 30-40 Jahre in der Fabrit gearbeitet Infolge Verfügung des Ministers des Innern ist das Lager der ausständigen Bäcker, welches dieselben außerhalb der Stadt haben. Die Adresse des Vertrauensmannes ist H. Ruf, Ofterna ufgeschlagen haben, von der Polizei eingefchloffen worden. 800 burg bei Oldenburg. spanische Bäcker wurden an die Grenze geschafft, die übrigen, welche meist Portugiesen sind, zerstreut. Militärbäder versorgen die Stadt mit Backwaaren. Die Ziegelarbeiter in Gablonz Reichenberg befinden sich im Ausstand. Die überaus traurigen Verhältnisse in diesem Berufe haben die sonst alle Maßnahmen der Unternehmer geduldig hinnehmenden Arbeiter zu demi letzten ihnen zu Gebote stehenden Mittel greifen lassen. zu wünschen wäre. Charakteristisch für die Bekämpfung unserer Bestrebungen durch die gegnerische Presse ist es, daß es uns trotz aller Bemühungen nicht gelang, das Wahlresultat durch eines dieser Blätter der Deffentlichkeit bekannt zu machen. ( Nordspanien) nimmt rapide zu. Die meisten derselben, welche Die Zahl der Arbeitslosen in Bilbao und Umgegend als Fremde teinen Anspruch auf Unterstützung machen können, haben sich zusammengethan und verlangen, daß die Behörden Maßregeln zu ihrem Schuße treffen. Versammlungen. Melchiorfir. 15. Bergnügungsverein Gemüthlich feit, Gigung jeden Sonntag Nachs mittag 5 Uhr im Restaurant Schrödter, Urbanftr. 37. wiebelft fche, Nixdorf, Abends% 0 Uhr in Barta's Lotal, Berliners Bergnügungsverein Normania 2. Sigung 4% Uhr Köpnickerstr. 62. Gefang- Turn- und gesellige Vereine. Montag. Gefelliger Verein möring, Admiralfir. 18c.- Gefelliger Klub Namento's, jeben Montag im fraße 120. Vergnügungsverein Freundestreue, jeben Montag bet Restaurant zum Bukunftsstaat, Kaftanien- Auce 35. Gemischter Chor 8 ,, larbett", Uebungsstunde bet Deftretch, Tempelhofer Ufer 15, 9-11 Uhr. Gefangverein Männertiang übt Montags von 9-11 Uhr kleine Surstr. 10 bet Stolle. Bergnügungsverein Auf Selgoland Sigung jeden Montag 9 Uhr bei Sinte, Bergstr. 54, Fidelitas. Bergnügungsverein Einigtett 1890. Jeben Montag Sigung bei Roll, Adalbertstr. 21, Abends 9 Uhr. Alle 14 Tage Tanz Bergnügungsverein Eulalia" bet Herrn Reggentin, Barnimftr. 4-5, Sigung ihr. Pfropfenrerein Webbing, Abends 8 Uhr, bei Wolf, Gerichtsstr. 44. Privat- Theater- Gesellschaft offnung, Sigung b Sauermann, Adalberts traße s. Dilettanten Verein Beilchen, Landsbergerstr. 82, bet Albert, jeden Sonntag Abend 6 Uhr: Sizung mit Damen. Nach ber Sizung: Tanztränzchen. Pfeifentlub Felsenfeft, Abends s uhr, bet Wilte, Andreasstraße 26. Rauchtlub Weiße Wolte, Abends von 9-11 Uhr, Bernauerstr. 14 bet Grafgeri Senoch.- Rauchflub Elvira, Abends 9 Uhr bet Lehmann, Friedrichsfelber Rauchtlub Beronifa", Sigung Montag Abends 9 Uhr, Staltzerstr. 65, bei Krause. Rauchklub Bruderbund 2 jeden Montag bet Herrn Grande, Lausigerstr. 50. Stattlub" Grand", Abends% 9 Uhr bei kt. Subrich, Lübbenerstr. 22. Vermischkes. mit den Eisen Ans Zabrze wird uns gefchrieben: Seit 10 Tagen haben unsere Genoffen Kafzit und Brukop, welche zu dem internationalen Bergarbeiter- Rongreß als Delegirten abgeschickt waren, eine Filiale des Bergarbeiter Verbandes errichtet, in deren Mitgliederlisten sich 1400 Bergleute, obgleich fie fein Lokal besigen, bis heute zur Aufnahme gemeldet haben. Jeden Tag treten weitere 150-200 Bergleute ein, so daß binnen Kurzem die Filtale gegen 5000 Mitglieder zählen wird. Es ist zu bedauern, daß die Berg Werkäufer verhandelte in ihrer Sigung am 18. Juni über Die Freie Vereinigung der Zeitungsspediteure und arbeiter noch nicht über ein polnisches Fachorgan verfügen, das hier, wo blos polnische Bergleute arbeiten, von größtem Werthe einige Beschwerden, betreffend die Allgemeine Fahrzeitung". wäre, dies wäre um so nöthiger, da uns das Abhalten von Ver- Nach einer längeren Diskussion wird die Regelung der Sache fammlungen fast ganz unmöglich gemacht wird. Die„ Gazeta Moabit eine Versammlung befchloffen hat, den Vertrieb des einer Kommission überwiesen. Im Hinblick darauf, daß in tub Robotnicza" fann vorläufig wegen ihres geringen Umfanges die Bergarbeiter- Bewegung nicht in dem Maße berücksichtigen, wie liche Versammlung einzuberufen, um Gewißheit zu erlangen, ob Vorwärts" selbst zu übernehmen, wird beschlossen, eine öffent Welch' guter Boden unter den Bergleuten der hiesigen die Neuerung allgemein eingeführt werden soll. Gegend für die Sozialdemokratie vorhanden ist, beweist die Eine Verbands. Versammlung der in Holzetattiubt oth- Junge". Sigung alle Dienstage nach dem 15. und SpielWiederwahl der gemaßregelten Mitglieder des Arbeiter bearbeitungs- Fabriten und auf Holzplägen abend alle Dienstage von 9 bis 11 Uhr im Restaurant Böchstr. 7 bei Herrn Ausschusses troß der Verleumdung derselben durch sämmtliche beschäftigten Arbeiter und liberale und Zentrumsorgane und trotz der Warnung der Geistlichen( Filiale II Nord) tagte am 19. Juni. Nach einem beifällig auf- tches Beifammensein im Restaurant Stofenthalerstr. 38 bet Bühler. Arbeiterinnen Serrats. Frete Bereinigung ber Raufleute. Jeben Montag gemüth von der Kanzel herab. genommenen Vortrag des Genoffen Tanzius verlas der Vorigende die Bestätigung des Hauptvorstandes der neuen Filiale, fowie die Aufforderung an die Delegirten der letzten GeneralVersammlung, die zuviel erhaltenen Diäten zurückzuerstatten. Für die ausgesperrten Brauerei- Arbeiter wurden 15 M. bewilligt. Wie sehr unsere Bergarbeiter fich für die Sozialdemokratie Das Vergnügen am 7. Juli findet nicht statt, da Herr Schröder intereffiren, kann man aus dem folgenden Vorgang erkennen.( Wedding- Part"), boykottirtes Bier ausschenkt. Die Kollegen Ruhrort ist am Mittwoch Abend turz vor 9 Uhr eingestürzt. Das Dach des Bessemerwerks der Hütte Phönig bei Bor fast 3 Wochen warnte der Kaplan in Zabrze von der Kanzel werden ersucht, die bereits erhaltenen Billets an den Vorstand Bei dem Unglücksfall find, soweit bis jetzt fonstatirt werden die Arbeiter, eine sozialdemokratische Versammlung zu besuchen, zurückzugeben. Der Arbeitsnachweis und das Verkehrslokal be- tonnte, drei Arbeiter, darunter zwei Familienväter, zu Tode gedie in Paulsdorf stattfindet. Obgleich wir von dieser Versamim findet sich bei Petersohn, Veteranenftr. 21. lung nichts wußten, die auch thatsächlich nicht einberufen war, tommen; verlegt wurde eine ganze Anzahl Personen. Das nach Tiefen 5000 Menschen vergeblich nach Paulsdorf, um dieser Ver- Die Agitationskommiffion der Droschrenkutscher hatte Bekanntiverden des Unfalls allarmirte Rubrorter freiwillige fammlung beizuwohnen. Der Herr Kaplan wird aus den Folgen zum 21. d. Mts. eine öffentliche Versammlung nach den Armin- Feuerwehrkorps war sofort nach der Unglücksstätte abgerückt, feiner schlauen Warnung gelernt haben, daß sein Warnen vor allen einberufen. Genosse Jahn hielt hierselbst einen Vortrag theilen liegenden Maffen von glühendem und geschmolzenem vermochte jedoch wegen der unter den eingestürzten Gebäudeden sozialdemokratischen Versammlungen uns nur die Kosten für Lage im Allgemeinen". Der Referent veranschaulichte in seinem noch unter den Trümmern liegender Leichen nicht zu beginnen über das Thema„ Die Sozialdemokratie und die wirthschaftliche den Druck von Plakaten erspart. den Aufräumungsarbeiten zur Bergung etwa Am 17. b. Mts. sprach der Delegirte zum internationalen Vortrage, wie die heutige wirthschaftliche Misere ihre Grund- noch unter den Trümmern liegender Leichen nicht zu beginnen Kongres, Genoffe Prutop, in ausgezeichneter Weise über das, urfache in der kapitalistischen Produktionsweise habe und wie und mußte fich darauf beschränken, den Schauplatz des bedauernswas die Sozialdemokraten wollen und was die hiesigen Kapitalisten eine Befferung der Verhältnisse nur durch die Beseitigung der werthen Vorfalls abzuschließen. Die Bessemerei war ein massives und ihre Bundesgenossen uns über die Biele der Sozialdemokratie Rapitalwirthschaft möglich fei. In der folgenden Diskussion Als am Abend eine sog.„ Charge" fertiggestellt war und der Steingebäude mit Oberbau und Dach aus Eisenkonstruktion. vorlügen. Die Versammlung war von 2000 Bergleuten besucht, fennzeichnete S. Schultz die arbeiterfeindliche Stellung der frei- Konverter geleert werden sollte, wurde wie üblich das Signal 500 konnten in das Lokal nicht eingelassen werden, weil es über- innigen Partei und bedauerte, daß deren Presse in Kollegenkreisen für die Personen, welche in der Bessemerei arbeiten, gegeben; Ronverter geleert werden sollte, wurde wie üblich das Signal füllt war. Die Bersammlung erklärte einstimmig, daß die sozial- noch so vielfach gelesen werde. Sur Besprechung standen weiter fast unmittelbar darauf erfolgte der Einsturz. Zum Glück wurden füllt war. Die Bersammlung erklärte einstimmig, daß die sozial die Wahlen zum Gewerbegericht, und lag der Versammlung ob, die Arbeiter durch den Umstand, daß die ersten niederſtürzenden demokratische Partei die beste sei. Als zweiter Redner sprach Ge- einen Kandidaten aufzustellen. Kranz bemerkte, daß gerade bei Dachtheile auf ein Dampfrohr fielen, dieses durchschlugen demokratische Partei die beste sei. Als zweiter Redner sprach Ge nosse Kafzyt, über die Nothwendigkeit, vier Gastwirthschaften zu den Droschkenkutschern noch vielfach unklarheit herrsche über die und nun der Dampf mit lautem Bifchen entwich, auf die drohende boyfottiren. Der vor 14 Tagen gegen eine Gastwirthschaft aus den Droschkenkutschern noch vielfach Untlarheit herrsche über die Dachtheile auf ein Dampfrohr fielen, dieses durchschlugen gesprochene Boykott hat schon die Wirkung gehabt, daß der Gaft- einschlägigen Verhältnisse, woher es komme, baß die Kollegen Gefahr aufmerksam, so daß sie sich fast sämmtlich retten konnten. und nun der Dampf mit lautem Bifchen entwich, auf die drohende wirth um Aufhebung beffelben gebeten hat. Die ausgezeichnet häufig mit ihren Klagen abgewiesen werden. Insbesondere Befahr aufmerksam, so daß sie sich fast sämmtlich retten konnten. verlaufene Versammlung schloß mit einem Hoch auf die Or- hätten sich dieselben beim Dienftantritt darüber zu vergewiffern, Das schwere Dach war mit donnerähnlichem Krachen niederob Kündigung ausgeschlossen sei oder nicht. In allen zweifel- Staub- und Rauchwolke hüllte alsbald den Unglücksplatz ein, gegangen, Alles unter seinen Trümmern begrabend. ganisation. haften Fällen möchten sich die Kollegen vorher an das Vereins- aus der sich viele Flüchtende nur durch Tasten mit den Händen, Sechste Generalversammlung der Zentral Kranken- bureau wenden, woselbst fie fichere Auskunft erhalten und Sterbekasse der Schuhmacher. Aus dem Kassenbericht würden. Schütte erläuterte die gefeßlichen Bestimmungen auch die nach dem Werke zu gelegene Seitenmauer der Bessemeret Andere nur friechend zu retten vermochten. Mit dem Dache ist feien hier folgende Bahlen mitgetheilt. Es beliefen sich inner- betreffend die Wahl zum Gewerbegericht und forderte dringend eingestürzt, die beiden Kamine standen schief, ebenfalls dem Einhalb der 3 legten Jahre die Gesammt- Einnahmen auf 274 207 W., auf, fich bis zum 28. b. M. in die Wählerlisten eintragen zu fturz nabe. Ueber die Ursachen des Einsturzes läßt sich noch 239 686 refp. 234 567, zufammen 748 411 M., darunter die Ein- laffen. Auch empfahl er, an stelle des ausgeloften Kollegen nichts Bestimmtes sagen. trittsgelder auf 2989 m., 1825 resp. 2095, oder zusammen Stiller einen Kandidaten, sowie gleichzeitig für diesen einen Er6910 M., die Beiträge auf 260 845 m., 226 912 resp. 224 708, fagmann zu ernennen. Hiergegen sprach fich Rollkutscher In Griechenland haben am Freitag an verschiedenen Berausgabt wurden insgesammt Schulz aus, welcher wünschte, daß die Aufstellung eines Ran- Punkten, namentlich in Delphi, Patras, Athen und Nauplia, 284 504 M., 238 260 refp. 209 610 oder zusammen 732 875,38 M., didaten hinausgeschoben werden folle, bis der Ausschuß festgestellt mehrere Erderschütterungen stattgefunden, welche aber feinen so daß sich eine Mehreinnahme innerhalb der 3 Jahre ergiebt von habe, wie viel Kandidaten auf das Fuhrgewerbe entfallen. Gleich Schaden anrichteten. 16036,13 m. und einschließlich des Bestandes am Schlusse des Jahres giltig fei es, ob ein Droschtenkutscher oder ein anderer Kutscher Cholera in Belgien? In Lüttich wurden am Freitag 1890 mit 188 194 M., ein Gesammt- Kaffenvermögen von 204 230 m. aufgestellt werde. Die Droschkentutscher allein dürften nicht einen einige vereinzelte choleraähnliche Erkrankungsfälle ohne epidemischen Der Refervefonds müßte betragen 243 818 M., derselbe beträgt Kandidaten aufstellen. Er beantrage, zu diesem Zwecke eine all- Charakter zur Anzeige gebracht. In Jemeppe tamen Donnerstag 185 991 m., mithin fehlen noch 57 227 M. Krankheitsfälle tamen in gemeine Rutscherversammlung einzuberufen. Dieser Antrag wurde 10 choleraähnliche Erkrankungen vor; auch aus Seraing wurden der Berichtszeit vor: 5989, 5465 refp. 4880, mit 99 856, 98372 jedoch einstimmig abgelehnt. Nach einer weiteren Aussprache einige Fälle, darunter einer mit tödtlichem Ausgange, gemeldet. refp. 79 897 Rankheitstagen. Im ersten Quartal dieses Jahres wurde als Randidat Stiller, als Erfagmann Banse Sämmtliche Erkrankungen ereigneten sich in den ungefunden ergab sich eine Einnahme von 81715 M. und eine Mehreinnahme nominirt. Bei Besprechung aktueller Tagesfragen nahm Stadtvierteln; die Arbeiterbevölkerung hat, wie immer, die H. Schult Bezug auf den Bierboykott und ersuchte um Sünden der Gesellschaft zu büßen. Die von der Krankheit BeBei der Statutenberathung befürwortete Baffle- Hamburg im ftritteste Nachachtung der diesbezüglich gefaßten Beschlüffe und fallenen hatten theils Obst gegessen, theils unreines Wasser geNamen des Zentral- Vorstandes die Ablehnung dieser sämmtlichen um möglichste Betheiligung an den Sammlungen für die aus- trunken. Seitens der Behörden wurden alle nothwendigen MaßAnträge, sowohl derjenigen auf Umwandlung der Kaffe in eine gesperrten Brauereiarbeiter, nahmen getroffen, von 4824 M. Eine 00 Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Zwei Buchstaben oder eine Bahl anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. . 2. 1. Bestreiten Sie Ihre Verpflichtung zur Räumung der Wohnung, so kann nicht die Polizei, sondern nur das Gericht entscheiden. 2. Der Umstand, daß eine Ehefrau der schweren Stunde entgegensieht, verpflichtet den Wirth nicht, ste über die Vertragszeit hinaus in der Wohnung zu lassen. P. Müller. Kommen Sie mit dem Vertrage und dem Urtheil in die Sprechstunde. Ueber Wirksamkeit und Tragweite von Schriftstücken läßt sich nur dann ein bestimmtes Urtheil fällen, wenn sie im Wortlaut vorliegen. G. T. 100, S. W., F. N. 100, C. 3. 100, A. K. Kulmftr., Streliterstr. 24. Nein. $.. 1000. Die Mutter erhält nichts von den vom Vater eingezahlten Altersrentenbeiträgen zurück. " Mannheim. Das Sonntagsblatt für freien Geistesaustausch" ist im Post- Zeitungsverzeichniß für das Deutsche Reich unter Nr. 6228a eingezeichnet. M. Y. 27. B. wohnt Groß- Görschenstr. 22, Dr. Sch. Perlebergerstr. 8, I. Ihr Material senden Sie am besten an die Redaktion, oder, wenn Sie deren Namen auf dem Rouvert nicht nennen wollen, unter dem Namen des verantwortlichen Redakteurs ohne weiteren Titel. A. M. 3. Das Buch ist uns unbekannt. Nach der Probe fcheint es uns nicht anschaffenswerth. $. 207. A. B. 20, O. W., G.$. 11, J. N. 10, 88, Netschkan. Schriftliche Antwort zu ertheilen, lehnen wir 5 Fürbringer. Kommen Sie gelegentlich mit den betreffenden stets ab. 1. Wenn Zahlungseinstellung vorliegt, so fann der Papieren in die Sprechstunde zwischen 12 und 1 Uhr. trotzdem erfolgende Berkauf der Einrichtung u. s. w. als eine C. G. 113. Wenn er den Berliner Wohnsitz während strafbare Benachtheiligung der Gläubiger erachtet werden. seiner Abwesenheit von Berlin nicht aufgegeben hatte, ist er 2. Den Wohnort dürfen Sie auch nach Schließung des Gewahlberechtigt, sonst nicht. schäfts verlegen. K. E. Sie müssen ihn dispensiren lassen. O. N. 371. 1. Nein. 2. Ja. A. B. 11. Das richtet sich nach dem Inhalt des uns unbekannten Vertrages. W. 35. Nichts. Develchen. Zwei Wettende. Soweit sind wir nicht in die Geheimnisse der Ringbrauereien eingeweiht, um zu wissen, wer eigentlich von ( Wolff's Telegraphen- Bureau.). der Million zehren soll. Unseres Erachtens werden überhaupt London, 23. Juni. Die schottischen Grubenbesizer haben feine Rationen vertheilt- weil im Grunde eben nischt da ist. einstimmig beschlossen, einen in der gestrigen Sitzung der BergA. H., Gräfestraße. Das Denkmal Friedrichs II. wurde arbeiter- Konferenz gemachten Vorschlag, die Streitfrage einem am 31. März 1851 enthüllt. sowohl von Seiten der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer ge= F. N. Nach Art. 2 der Reichsverfassung erhalten Reich 3- nehmigten Schiedsrichter zu unterbreiten, unberücksichtigt zu lassen. gefeße ihre verbindliche Kraft mit dem 14. Tage nach Ablauf London, 23. Juni. Heute Nachmittag fand auf der Kohlendesjenigen Tages, an welchem das betreffende Stück des Reichs- grube Albion bei Pontypridd( Wales) eine Explosion statt. Gesetzblattes in Berlin ausgegeben, falls nicht das Gesez selbst 200 Arbeiter befanden sich zur Zeit der Explosion unter der Erde. einen anderen Anfangstermin bestimmt. Das Schicksal derselben ist unbekannt. Rigdorf 127. H. N. 1. Jemanden nachsagen, er habe Pontypridd, 23. Juni. Bis Abends 7 Uhr ist über das gestohlen, ist nur dann keine Beleidigung, wenn ein berechtigtes Schicksal der Bergleute in der von der Explosion betroffenen Interesse zu dieser Nachsage vorliegt. 2. Strafanzeige erscheint Albiongrube noch nichts bekannt. 260 Grubenarbeiter sollen sich nicht angebracht. in dem Schachte befinden. Tausende von Männern und Frauen R. B. 64. Eine Klage beim Gewerbegericht gegen den umstehen den Grubeneingang. Die Aufregung ist eine unMeister erscheint aussichtsvoll. geheure. B. Günzel, 1. Lothringerstrasse 53, vis- à- vis der Pferdebahn- Wartehalle Spezialität: Porträts der ſozialistischen Führer Zaſſalle Kleiderſpind, Spiegelspind, Bertikon| Genoſſe f. frdl. Schlafſt. 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Als Vertreter der beklagten Attien- GesellDie physische Kraft war stets auf Seiten der Unterdrückten. Wenn Kompromiß mit der Bourgeoisie ist eine politische Handlung, die schaft ist deren juristischer, bezahlter Beirath sie sich derselben nicht zu ihrer Emanzipation bedient haben, so be- in dieser oder jener Form die Entwicklung des Klassenbewußt- und ständiger Vertreter in Klagefachen, Herr Assessor Bosse, weist dies, daß die physische Kraft an und für sich kein revolutionärer seins der Proletarier verlangsamt. Wofern die von der sozia- erschienen. Genosse Faber, welcher die Kläger vertritt, be= Hebel ist, daß sie noch nicht die Macht ist, welche Revolutionen listischen Partei irgend eines Landes befolgte Taktik diese Ent- antragt, Herrn Bosse nicht als Vertreter der Beklagten zuzulassen, bewerkstelligt und für alle Revolutionen unentbehrlich ist. Da wicklung beschleunigt, besteht kein Kompromiß mit den Aus- weil derselbe die Vertretung vor Gericht als bezahlter mit die Arbeiterklasse einen guten Gebrauch von ihrer physischen beutern, welches auch die zeitweiligen Beziehungen dieser Partei juristischer Beirath derfelben gewerbsmäßig betreibe. Das Kraft mache, muß sie ein flares Bewußtsein ihrer jezigen Lage zu anderen politischen Parteien seien. Gericht lehnte den Antrag ab. Grund: Den großen Unterund der zu ihrer Befreiung nöthigen Bedingungen haben. Je Unsere belgischen Kameraden kämpfen an der Seite des nehmern, die viel Klagen haben, tönne man nicht verweigern, mehr sich dieses Bewußtsein entwickelt, umsomehr wächst die Macht Kleinbürgerthums für das allgemeine Wahlrecht. Wer ist aber daß sie sich ständig Personen zur Vertretung bedienen, die sie der Unterdrückten, und umsomehr wird die bestehende Ordnung wohl so naiv, fie deshalb eines Kompromisses für schuldig zu auch bezahlen. Daß sie nicht gewillt waren, Böttcherarbeiten unhaltbar. halten? Aus dieser Agitation haben die belgischen Genossen zu leisten, geben alle Kläger zu. Faber sucht Des Die Revolutionäre des vergangenen Jahrhunderts, die ein fräftiges Mittel für die Entwicklung des Klassenbewußtseins längeren dem Gerichtshof klar zu machen, daß sie damit im Recht französischen Philosophen", schreckten bei ihren Angriffen auf der Arbeiter gemacht. Sie haben sich um die Revo- gewesen seien; es gehöre nicht zu ihren Funktionen Die einen das, was wir jetzt das ancien régime die alte Staatsordnung lution verdient gemacht. feien als Brauer, die anderen als Flaschenspüler angenommen nennen, vor nichts zurück. Sie schouten keine himmlische Die belgische Agitation hat zu Gewaltthätigkeiten geführt. und auch stets beschäftigt worden. Als Sachverständiger wird und keine irdische Autorität. Sie bereiteten den Triumph der Hier aber, wie überall, wäre es lächerlich, wollte man die Gewalt über die Arbeitsverpflichtungen von Brauern und FlaschenBourgeoisie vor. Die Existenz der Bourgeoisie aber seht die mit der Macht verwechseln, welche dem Proletariat die Ent- spülern der Brauereibesizer Oswald Berliner vernommen. Eristenz und die Ausbeutung des Proletariats voraus. Und so wicklung seines Klassenbewußtseins giebt Betreffs der Brauer gab derfelbe folgendes Gutachten ab:" Mit konnte ihre Sache nur zur Hälfte revolutionär sein. Wie aufDie utopistischen Sozialisten verurtheilten prinzipiell jedes Bestimmtheit kann ich erklären, daß es Sache der Brauer ist, geklärt auch die französischen Aufklärer" waren, sie verachteten Gewaltmittel. Damit verfielen sie in den Doktrinarismus. Die auf Verlangen Böttcherarbeiten auf der Schwankhalle auszuführen; doch die„ Masse" und bewahrten ihr Licht nur für Bourgeois. Sozialdemokraten verurtheilen die Gewaltmittel ebenso wenig denn es werden thatsächlich derartige Arbeiten von Brauern in In ihrer Zeit schlief das Volk der Arbeit noch einen tiefen Schlaf. wie die gesetzliche Agitation. Sie wissen, daß unter gewissen Berliner Brauereien aushilfsweise ausgeführt. Speziell Die utopistischen Sozialisten verachteten die Masse der Verhältnissen Gewaltmittel unvermeidlich sind. Was sie aber die Arbeit der Brauer auf der Schwanthalle ist es, die Spunden Leidenden und Arbeitenden nicht. Sie wollten deren Befreiung. auch wissen und was sie zu wissen und zu verbreiten für be- herauszuziehen und die Bänder anzutreiben. Beim Einkellern Sie haben sogar viel für die Entwickelung des Bewußtseins sonders nöthig halten, ist: daß ein ungeheuerer Unterschied be- benutzt man mit Vorliebe Böttcher, weil sie darin Uebung haben; derselben gethan. Was sie aber thaten, thaten sie unwill steht zwischen Macht und Gewalt. Wir brauchen Macht, nur in Ausnahmefällen werden Brauer dazu verwendet. türlich. Das was sie anfirebten, war nicht der Kampf, Macht und immer Macht! Was die Gewalt betrifft, so hängt dem von der Schultheißbrauerei produzirten Quantum Bieres sondern die Versöhnung der Klassen. Sie glaubten deren Anwendung von den Verhältnissen ab. Bei der jezigen halte ich die Anzahl der dort regulär beschäftigten Binder für zu das sozialistische System durch den Wettbewerb aller Lage der zivilisirten Länder hat das Proletariat alles Interesse gering." Klassen abzuschaffen. Deshalb wendeten sie sich ohne Unterschied daran, sich auf keine Gewaltthätigkeiten einzulassen. Dies ist der Mit bezug auf die Flaschenspüler erklärte der Sachverständige, sowohl an die Ausbeuter, wie auch an die Ausgebeuteten, ja so- Grund, warum wir ihm Ruhe und gesetzliche Agitation predigen. daß dieselben Hilfsarbeiter feien und als solche auch andere Argar lieber noch an jene, als an diese, weil jene, reich und auf Indem wir die Gewaltthaten verwerfen, entwickeln wir die beiten als das Flaschenspülen eventuell zu leisten hätten. Faber gellärt", ihnen ein geeigneteres Element für die soziale Umgestal revolutionäre Macht des Proletariats und bereiten seine künftigen wendet ein, daß die Kläger von den Arbeiten, zu denen sie betung zu sein schienen. Siege vor. stimmt gewesen, absolut nichts verstanden. Sie hätten beim Man vergleicht gerne den Klassenkampf mit dem Krieg. Pichen beschäftigt werden sollen; wenn die Kläger es auch nicht Der Krieg bringt natürlich viele Gewaltthaten mit sich. Jeder zur Anweisung einer bestimmten Arbeit kommen ließen, stehe halbwegs verständige Unteroffizier kennt aber sehr genau den Unter- dies doch fest. Bezüglich des einen lasse es sich sicher durch schied zwischen der Macht einer Armee und den Gewaltmitteln, Vernehmung desjenigen Arbeiters feststellen, welcher die jenem die sie anwendet; er weiß auch, daß zur Unzeit verübte Gewalt thaten die Macht derer, die sie begehen, zerstören. " Bei Waren sonach die französischen Aufklärer sowohl in ihrem Zweck wie in ihren Mitteln nur zur Hälfte revolutionär, so waren die utopistischen Sozialisten revolutionär in ihrem Zweck, wollten aber, wie wir schon sagten, nur friedliche Mittel. Die Anhänger des wissenschaftlichen Sozialismus, die Sozial zugedachte Thätigkeit ausübte. Derselbe ſei direkt an demokraten, wendeten sich direkt an die arbeitende, von den Revo den Pichtessel gestellt worden und ans Gefäß, ebenso andere Iutionären des Jahrhunderts der Aufklärung verachtete und ge= Zu diesen Betrachtungen wurden wir veranlaßt durch Arbeiter, die dazu bestimmt waren, die fehlenden Böttcher zu haßte Masse. Und diese Masse, dieses moderne Proletariat is manderlei Zeitungsartikel über die Manisestation des ersten Mai. erseßen. Die Arbeit am Bichkessel sei aber eine gefährliche, be= es, das die Sozialdemokraten unter ihre Fahnen rufen. Und sie Der Zweck dieser Manifestation ist: die Macht des Prole fonders für den, welcher darin ungeübt sei, wie die Kläger. predigen ihnen nicht die Versöhnung der Klassen, sondern denariats durch Entwickelung seines Klassen Thatsächlich sei denn auch festgestellt worden, daß einzelne der Klaffen tam pf. Sie sind nicht allein revolutionär nach ihrem bewußtseins zu vermehren. Es giebt aber Leute, Arbeiter fich bei der ungewohnten Thätigkeit Hände und Gesicht Biel, sondern auch nach ihren Mitteln. ganz verständige Leute, welche die Macht mit der Gewalt ver verbrannt hätten. Auf Befragen des Vertreters der Bes wechseln, und naiv bedauern, daß die Sozialisten den lokalen Verklagten bemerkt der Sachverständige Berliner: Ich würde Arbältnissen Rechnung tragen und nicht die Zukunft iher Partei beiter an den Pichkessel nicht heranlassen; es kommen in Frage stellen wollen für das Vergnügen, ein paar Polizei- aber beim Pichen Arbeiten vor, die jeder machen kann und muß, bejehle zu verletzen. G. Plechanow. z. B. das Herumtrudeln der gepichten Fässer auf der Trudelmaschine. Das Zuschlagen der Fässer und das Pichen jedoch sei nicht die Arbeit eines Hilfsarbeiters. Um die Bedingungen seiner Emanzipation zu verstehen, muß das Proletariat den Gegensatz zwischen seinen Interessen und denen der Bourgeoisie verstehen. Die Sozialisten erklären ihn die Natur dieses Gegensages, sowie deffen politische und soziale Folgen. Indem die Sozialisten diese Arbeit besorgen, uollbringen sie ein im denkbar höchsten Grade revolutionäres Wert, obgleich es die gesetzlichste Form von der Welt hat. Die Entwickelung des Klassenbewußtseins der Proletarier ist das revolutionäre Mittel der modernen Sozialisten, ist der charakteristische Grundzug, der allen sozialistischen Parteier gedrückt der sozialistischen Partei aller än der gemeinsame Grundzug, der trotz der Verschieden heit der Verhältnisse von Ort und Zeit unverändert bleibt. e Zum ersten Mal, seitdem die Welt steht, und die Menschheit auf dem Wege des Fortschritts voranschreitet, kommen die Aus gebeuteten dazu, die Ursachen ihrer Unterjochung zu verstehen und haben sie den festen Entschluß gefaßt, der Ausbeut ng ein Ende zu machen. Neben einer solchen Bewegung sind alle Gewaltausbrüche der Welt und alle Verschwörungen der Revo lutionäre der alten romantischen Schule nur harmlose Kinder spiele. Wir haben darum Recht, wenn wir sagen, daß das Mittel der modernen Sozialisten im denkbar höchsten Grade revolutionär ist. Man hat oft gesagt, daß die Sozialisten keine Kompromisse mit der Bourgeoisie machen dürfen. Und darin hat man vollkommen Recht. Aber was ist denn ein Kompromiß mit der Bourgeoisie? *) Siehe den Artikel in unserer Nr. 143. Sonntagsplauderet. " Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. Sie verstehen nicht zu arbeiten! Diesen Vorwuri machte der Konsektionsschneider Schneeberg, Ruppineritr. 33, zwei Gegenügte dem Herrn nicht, daß die Arbeiterinnen, die bei etwa ölistündiger Arbeitszeit mit einem Wochenlohn von 5 bis 6 Mark heimgingen, ihre färglich entlohnte Arbeit immer und immer wieder auftrennen mußten; Herr Schneeberg fand es für gut, den Schneiderinnen den Lobn für die letzte Woche überhaupt nicht auszuzahlen, als diese erklärten, nicht weiter bei ihm arbeiten zu wollen. Den Wochenlohn wolle er ihnen nur nach einem Spruch vom grünen Tisch auszahlen. Hierzu wird der Herr sich denn auch wohl bequemen müssen, nachdem das Gewerbegericht am Freitag die Klage der Schneiderinnen für durchaus berechtigt anerkannt hat. Kammer V1. Vorsitzender: Assessor Leo. Sigung vom 20. Juni. " Alle vier Kläger wurden abgewiesen. Bezüglich der Flaschenspüler wurde damit zugleich ein Antrag derselben auf weitere Beweiserhebung abgelehnt. Gründe wurden nicht publizirt. Befragt nach denselben, erklärte der Vorsitzende, absichtlich die Begründung im nicht zu geben. Er verwies auf das schriftliche Erkenntniß. Ei! Ei! Sollte am Gewerbegericht ein kleiner Brausewetter sich herausbilden??? Kammer VII. Vorsitzender: Assessor Korn. Sigung vom 21. Juni. Sie haben Arbeit, so lange es dauert." Unflare Aeußerungen dieser Art feien fein Ausschluß der gefeßlichen Kündigungsfrist, entschied das Gericht in einer Lohnentschädigungsfache des Arbeiters D. gegen den Braunkohlenverein, indem es den Beklagten zur Zahlung der Klagesumme verurtheilte. Der Vertreter des Beklagten hatte Kündigungsausschluß eingewendet, den sein Zeuge, ein Anweiser des Vereins, durch obige Aeußerung vollzogen zu haben glaubte. Im Zusammenhange mit dem Böttcherstreit Trunkenheit und Arbeitsverweigerung wandte der Fuhrherr stehen vier Lohnentschädigungsflagen gegen die Aktien- Gesellschaft Graßnick gegen einen Entschädigungsanspruch des Kutschers R. Brauerei Schultheis". Es flagen zwei Brauer und zwei ein, welcher glaubte, unrechtmäßig entlassen zu sein. Der Be= Flaschenspüler. Dieselben hatten Böttcherarbeiten nicht flagte war nicht in der Lage, die angebliche Arbeitsverweigerung machen wollen, zu deren Ausführung sie sich nicht verpflichtet des Klägers nachzuweisen. Betreffs des anderen Einwandes behat. Ich glaube, die Ausgestaltung dieser Jdee würde den um die gute Stadt Berlin gegeben. Gesorgt hat er für sie Bierherren mehr nützen, als die Unterstützung der gesammten wie ein Vater, ihre Feinde, die Quizow's und Rochow's, vereinigten Antisemiten und ihrer Konfratres. Wir haben hat er gedemüthigt und deren Burgen gebrochen. Was Und der Regen regnet jeglichen Tag. Der Waschzettel- denn alle heroischen Anstrengungen dieser teutonischen wäre heute Berlin ohne die Fürsorge dieses Kur regen nämlich, den die Fensterschweiß" Fabrikanten in der Helden bisher bezweckt? Es ist ja wahr, einem geschenkten fürsten? Ein natürliches Froschaquarium. Und Herr gutgesinnten, honneten Bresse niederpraffeln lassen, um Bierlein verschließt fein Antisemit das Thürlein zu seinem Dr. Hermes zöge vielleicht straßauf straßab als Hochzeitshinter dem aufsteigenden Tampf und Nebel ihre mark Schimpf- und Schluckapparat. Aber den Nutzen aus diefer bitter. Und nun geschieht so etwas! Freilich, schon bei zehrende Furcht und die einreißende Zaghaftigkeit und Roßarbeit zieht doch nicht der Brauer, sondern der Mann, der Preiskonkurrenz gab's eine böse Geschichte, aber das Fahnenflucht ihrer Mitverschworenen zu verbergen. so da mit saueren Häringen handelt und Magenbitter. hätte niemand erwartet. Die Berliner Stadtväter, die einer Neben Eugenius, der den Broßen will wiederum geben Volldampf voraus!" ist leicht gejagt, es müssen aber Pferdestallfaçade zu Liebe Millionen locker machen, haben jeden Profit und Dividendenschmauß, haben sich be- auch die Näthe und Röhren halten, sonst geht der Dampf für das Friesacker Denkmal nicht einmal lumpige 5000 M. sonders zivei Blätter als gute Regenmesser er aus und mit dem Fahren hat es gute Weile. Wie freuten übrig. Die Undankbaren! Die wären ja im stande und wiesen: die Intelligenz aus der 18immerstraße und der sich die Berliner Sieben schon im Voraus auf den Effekt, bewilligten für eine Statue des Erz- und Urvaters Adam Moniteur des Herrn Mosse. Letzterer hilft sogar mit welchen ihr Flugblatt machen würde, das sie vorbereitet nicht einmal einen viereckigen Pflasterstein! der eigenen Redaktionsgießtanne nach, wenn die Phantasie und fertig gestellt, ganz geheim und in der Stille! Aber Es ist schon so: das Pferd, das den Hafer verdient, des offiziellen Ring Tintenfuli sich als impotent erweist in eben, als sie" Los!" kommandiren wollten, da flog ein friegt ihn nicht. Welche Mühe hat sich der Leiter des der Erfindung von neuen Räuber- und Schauergeschichten. Polzen aus dem Kessel, der„ Vorwärts" veröffentlichte Wochenblattes für die Kreise Neuhaldensleben, Gardelegen Ja, es muß leider zugestanden werden, neu find alle diese hohntriefend das fliegende Blatt, mit der Ueber- und Wolmirstedt gegeben, wie hat er sich geplagt, wie viel Geschichten und Schnurren, welche die vereinigten Brau- raschung und der beabsichtigten Wirkung war es vorbei. Schweißtropfen hat er vergossen und wie viel kostbares herren Tag für Tag über die bösen Boykotter erzählen lassen, Nun sollen die Flugblätter, die ihren Beruf sogut wie ver- Hirnschmalz hat er draufgehen lassen, bis es ihm geglückt, nicht, und Wiz und Erfindungsgeist verrathen fie so wenig, fehlt haben, trotzdem vertheilt werden. Wir halten das für für das welsche Wort Redakteur einen deutschen Ausdruck daß es selbst einer unschuldigen Ruh leid thun könnte. verlorene Liebesmüh. Besser wäre es schon gewesen, man zu finden! Und als er endlich den Schriftleiter" ergabelt Alles alte Cliché und Ladenhüter von anno Sozialisten hätte sie zentnerweise an den nationalliberal fonservativ- und ihn seelenvergnügt unter sein Blatt gesetzt, was geschah gesch, zusammengeschlagen und hingeschmiert, als hätte sie bündlerischen- freisinnigen Antisemiten Mohr aus Altona, da? Da kam der Staatsanwalt und beantragte einen der Bennemann gedichtet. Den Zeitungen freilich schadet über dessen Reichstags- Fähigkeit soeben im Wahlkreis Elms Strafbefehl von 3 Mark und 1,20 Mark Kosten, weil das das nicht. Da heißt es allweg: Zuerst das Geschäft, horn- Pinneberg die Loose geworfen werden, verramischt. Breßgefeß nur von einem verantwortlichen Redakteur", die Annoncen, dann das Vergnügen, die Boykott Viel herausgesprungen wäre dabei zwar nicht. Ja, vor nicht aber von einem verantwortlichen Schriftleiter" etwas Notizen. Würde man aus der Qualität der Letzteren einen einem Jahr, da hätte Herr Mohr noch ganz andere Preise wisse. Jetzt, da soll einer noch national sein! Rückschluß wagen, so müßte man zu der Erkenntniß ge- zahlen können. Damals waren ihm noch eine ganze Gestern noch auf stolzen Rossen, heute im Militärarrest. langen, daß die Brauer noch nicht in ihre besten und Menge Molkereien unterthan, und die Berliner, Frank Die Wahrheit dieses alten Spruches, der Zeremonienmeister schönsten Spen dirhosen gefahren. Eine einzige originelle furter und Hamburger aßen seinen Margarinen Käse v. Koze hat sie an sich erfahren müssen. Man sagt, an Jdee hat bis jetzt der Bierkrieg auf Seiten der armen, ge- gern für echten Limburger. Aber die Paute be- dem Manne wären einige Löschblätter zum Verräther ges tretenen Bierfönige gezeitigt, und auch die ist nicht in einem fam ein Loch. Den Molkereibeamten roch der Käse worden. Ist das Thatsache, dann ist der Herr Zeremoniens Reporter- Schädel aufgegangen. Der Patentanspruch gebührt mit der Zeit doch zu barbarisch, und die Abnehmer wurden meister a. D. an seiner Literaturunkenntniß zu Grunde der Schöneberger Brauerei, die unlängst in ihrem Bier- aufmuckerisch und meinten, wenn die Molkereien aus Mar- gegangen. Es giebt einige Novellen und auch der garten eine Eintrittsgebühr von 15 Pfennigen erhob und garine und Magermilch Fettkäje" herstellten, so sei es nicht gloriofe Alfred Friedmann hat eine verbrochen in welcher dafür jedem Besucher ein Glas Extrafeines vorsezte. so unwahrscheinlich, daß sie auch unter die Butter etwas die Berwicklung gelöst wird durch Abdrücke von SchriftHopla! Daraus ließe sich etwas zusammendeichseln. mang thäten. Viele Molkereien schickten also den Kün- zeichen, die sich auf Löschpapieren finden. Darum mein Wie wäre es, wenn die Brauereien verordnen digungszettel und mit den Flitterwochen des Mohrkäses war lieber frommer Christ, trane keinem Löschblatt nicht; es würden, jeder, der eine ihrer Schankstätten betritt, hat sofort es vorbei. kann dich hineinlegen, selbst wenn du so vorsichtig bist und Briefpapier und Karten mit Druckbuchstaben bekritzelst. d seine ganze Baarschaft abzuliefern und erhält dafür Bier- Undank scheint überhaupt der Welt Lohn werden zu marken, die er hintereinander, in einer Sigung, umzusehen wollen. Welche Mühe hat sich nicht der Kurfürst Friedrich I. " vom 22. Juni. Warum!?? Unfalls Die was nach die Arbeiter wegen der fundeten Zeugen, daß Kläger nicht im Grade der Arbeitsunfähig. 12upit haben bet ihrer kommissarischen Sieg errungen ist. Unter Verschiedenem gelangte wieder der teit trunken gewesen sei. Daraufhin wurde der Beklagte ver- Vernehmung die Richtigkeit der in den amt- Burger Streit zur Erörterung. König, der im Auftrage urtheilt. Trunkenheit wäre nur ein Grund zur sofortigen Ent- Ii ch en stenographischen Berichten enthaltenen der hiesigen Lokalorganisation nach dort gesandt war, erstattete laffung, wenn sie zur Arbeitsunfähigkeit ausgeartet sei. Angaben bestätigt. Der Verfasser des Flugblattes hatte Bericht über denselben. Nach seiner Angabe sind die StreifenKammer II. Vorsitzender: Assessor von Schulz. Sigung gethan, angeknüpft und famen im Flugblatt Stellen vor in denen 21 857,52 M. und verausgabt 20 855,44 M. an Unterſtüßungsan diese Ausführungen, die im preußischen Abgeordnetenhause den noch durchaus hoffnungsfreudig. Bis jetzt seien eingegangen Die Stickerin B. hatte für den Fahnenfabrikanten Ritter eine bargelegt wurde, wie sich die Regierung der Junker im Gegen geldern. Redner erhebt die bekannten Vorwürfe gegen Bock und Stickerei, die Göttin der Freiheit darstellend, ausgeführt, lieferte bei Gelegenheit der Besprechung der Futternoth im vergangenen gegen B. vorgegangen zu fein. satz zu den Kleinbauern annimmt. Darauf wird ausgeführt, daß beschuldigt auch den Vorwärts" nicht energisch genug dieselbe jedoch nicht im Geschäft des Ritter ab. Ihr war zu Sommer der Landwirthschaftsminister v. Heyden im Abgeordneten allen Ein Flugblatt soll nach Ohren gekommen, Ritter sei ein schlechter Zahler, weshalb sie hause erklärt babe, Staatshilfe sei entsittlichend. Der Verfasser finden, Städten, in welchen sich Tack'sche Geschäfte bes ihn brieflich aufforderte, sich die Stickerei aus ihrer Wohnung des Flugblatts knüpft daran die Bemerkung, die Staatshilfe er- Burg beschäftigt, und Mosowsky, besprechen das Verhalten zur Versendung kommen. Hagen, früher in abzuholen. Sie rechnete darauf, im Falle seines Kommens scheine der Regierung entsittlichend, wenn sie dem armen Bauer B.'s näher, während Sch i chold und Niederauer die Andas Kunstwerk Denn ein solches war die Stickerei nicht ohne Bezahlung aus der Hand geben gelte, nicht aber, wenn sie reichen Junkern zu Theil werde. Wegen sicht vertreten, daß eine Beseitigung des Schiedsrichtersystems branchen. Ritter leistete jedoch ihrer Aufforderung nicht ihrer Aufforderung nicht aufgefaßt wurden, beschlagnahmte die hiefiige Polizeibehörde am 6gliedrige Kommission mit der Aufgabe betraut, den Berliner bieſer beiden Stellen, welche als Beleidigung der Staatsregierung überhaupt eintreten müsse. Nach endlosen Debatten wurde eine Folge; sie behielt ihre Arbeit auf dem Halse. B. gegen Ritter auf Auszahlung des vereinbarten Preises ministerium gegen Verfasser, Hersteller und Verbreiter der Druck zu lassen. Jetzt flagte Frau 9. Oftober das Blatt, und nachher stellte das preußische Staats- und den Burger Streifenden gleichmäßige Hilfe angedeihen ( 30 M.), sich verpflichtend, dagegen die Stickerei dem Beklagten schrift Strafantrag. Der Autor des Flugblattes war nicht zu 2. Fleischer find an denselben umgehend abzuliefern. Die jetzt im Umlauf befindlichen Listen von vor Gericht auszuhändigen. Dieser verweigerte jedoch nunmehr die Annahme, hielt sich auch nicht zur Zahlung der 50 m. ver verhalts waren ungefähr folgende: Am eimitteln. Die amtlichen Darstellungen des streitigen Sachpflichtet. Die Klägerin wurde abgewiesen. Gründe: Die hatte der Landwirthschaftsminister auf eine Interpellation, Am 25. April 1893 Der Verein zur Wahrung der Interessen der Gafts Arbeiterin fei verpflichtet, die zugewiefene Arbeit zu liefern; der Weise den Täuschungen des Publikums durch unreelle Schantwirthe 2c. verhandelte in seiner am Freitag abgehaltenen stark Arbeitgeber habe nicht die Pflicht, dieselbe sich abzuholen. Durch betreffend die Bachtgelderrückstände der Domänenpächter, in der besuchten Versammlung über den Bierboykott, und in welcher Arbeitgeber habe nicht die Pflicht, dieselbe sich abzuholen. Durch Sigung des Abgeordnetenhauses erklärt, daß ihm von einer durch wirthe entgegen zu treten fei. die Nichterfüllung ihres Auftrages derfelbe wäre erst die Domänenverwaltung geduldeten oder gar begünstigten Bacht mission gab der Kollege Wilke, der mit Wärme dafür einDen Bericht der Zwölfer- Komdurch die llebergabe der Arbeit an den Auftrag stundung nichts bekannt" fei. Ein Nachlaß rückständiger Pacht- trat, daß die Wirthe in richtiger Würdigung der Thatsachen für geber erfüllt worden- habe sich die Klägerin des Rechts, gelder habe allerdings in einem Falle stattgefunden; die Angegriffenen Bezahlung verlangen zu dürfen, begeben. es habe sich dabei um einen verdienten" Domänenpächter ge- Bedauerlicher Weise werde der früher gefaßte Beschluß, kein Partei zu nehmen hätten. Kammer IV. Stellvertretender Vorsitzender: Assessor Bu 18. handelt, der das Pachtgut Jahre lang in vorzüglichem Stande Ningbier zu schänken, selbst von den Vereinskollegen nicht überall Der Kutscher G. verlangt vom Kistenfabrikanten Schermer gehalten habe und dann durch das Fallissement einer Zucker befolgt, indem dieselben zum Theil mit allerlei Ausreden fich 13 M., die ihm für eine zerbrochene Wagenlaterne, eine Wagen- fabrik, an der er( spekulativ" d. R.) betheiligt war, ruinirt und darum herumdrückten oder sich auch nur hin und wieder ein reparatur und eine Peitsche, die er verloren, abgezogen worden zur Fortsetzung der Pacht unfähig gemacht worden sei. Man Paradefaß anderen Bieres zulegten, man sollte derartige unsichere waren. Der Beklagte giebt dem Kläger die Schuld am Um- habe ihm den Nachlaß gewährt, damit er sich eine neue be- Kantonisten einfach ausschließen. Man könne ohne weiteres verwerfen eines Bagens, wobei jene Schädigung im scheidene Existenz gründen könne. Im zweiten Falle hatte, wie langen, daß in einer Zeit, wo die Arbeiter sich schwere Opfer Betrage. von 13 Mart herausgekommen fein foll. durch das Zeugniß des Abgeordneten Dr. Albert Schulz, sowie auferlegten, auch die Wirthe einige Unbequemlichkeiten mit in Der Kläger hingegen schiebt die Schuld auf das Pferd, durch den stenographischen Parlamentsbericht festgestellt wurde, den Kauf nehmen. erklärt sich jedoch bereit, Herrn Schermer 2 M. für die verloren Herr v. Heyden am 1. Juli 1894 im Abgeordnetenhaufe eine Inter: die Diskussionsredner 8ubeil, Günther, Tempel, ( Bravo.) Dem Referate stimmten gegangene Peitsche zu vergüten. Nach eingehender Beweis- pellation, inwieweit dem auf dem Lande berrschenden Futtermangel tabernat, erhebung über die guten und schlechten Eigenschaften des Vieh's, durch Staatshilfe gesteuert werden solle, dahin beantwortet, Hilpert, Schmidt und andere in wobei sich herausstellte, daß es nicht ganz ohne" ist, wurde der daß nach den von der Regierung angestellten Ermittelungen faſt allen Punkien gut. Es wurde wiederholt darauf Beklagte zur Zahlung von 11 M. verurtheilt; mit der Mehr wohl stellenweise Rothstand vorhanden sei, daß derselbe Qualität dem hiesigen mindestens ebenbürtig, in genügenden hingewiesen, daß jezt, wo Bier von auswärts, in der forderung von 2 M. wurde der Kläger abgewiesen. Begründet aber noch nicht den Grad und die Höhe" erreicht habe, wo Mengen eingeführt wird, die Vereinskollegen, welche gemäß dem wurde das Urtheil nicht. Herr Buls übt überhaupt die nicht Staatshilfe geboten erscheine. Vorzeitige Staatshilfe() tönne Statut die Arbeiterfache unterstützen, durchaus auf das Ringbier rühmenswerthe Praxis, feines der von ihm verkündeten die Energie und die Fähigkeit zur Selbsthilfe lähmen. Vorläufig auch Verzicht zu leisten haben, was eine weitere Schwächung der Urtheile zu begründen. Bedauerlicher Weise reißt diese Nebung sei es noch Sache der Kommunal- und Kreisverbände, ein- gegnerischen Position bedeute. Die Arbeiter zeigten größtentheis unter den Vorsitzenden des Gewerbegerichts immer mehr ein. zuspringen, wo es noth thue; wenn aber die Hilfe des Staates eine wahrhafte Begeisterung für die krasse Durchführung des nech nothwendig werden sollte, so werde sie auch rechtzeitig( 3) Boykotts, der wesentlich erleichtert werde durch den großen Die Haftpflicht der Hauseigenthümer für die infolge Regierung zielten die oben zitirten Auslaffungen des Flugblattes gewährt werden. Auf diese beiden Aeußerungen von seiten der Konsum von Weißbier. Von Zubeil wurde Mittheilung ungenügender Flur- und Treppenbeleuchtung eintretenden Schadens hin. In der heutigen Verhandlung führte außer Herrn Marcuse einem Schultheiß'schen und einem Lehmann'schen Bierfahrer, gemacht über einen Fall von fälle beschränkt sich nicht blos auf die Unterlassung der künstlichen noch Rechtsanwalt Paul Hein, letzterer für Schatzky und welcher sich bereden ließ, da sich ersterer Durchstecherei zwischen Beleuchtung während gewiffer Stunden, sondern tritt auch dann ein, wenn infolge der baulichen Anlage der Räume dieselben so 23 ahrheitsbeweis für erbracht und beantragten gegen halbes Spundgeld vier halbe Tonnen Schultheiß zu expe= Kretschmer, die Bertheidigung; beide hielten den scharfen Kontrolle nicht mehr in die Reichenbergerstraße getraute, dunkel sind, daß dadurch ein Unfall herbeigeführt wird. Am die Freisprechung der Angeklagten, ersterer, indem er wiederum biren. Die Kommission hat veranlaßt, daß dem Lehmann'schen 17. Februar v. J. verunglückte der Bücher- Nevisor S. in einem Gebäude in der Oranienstraße, indem er eine Kellertreppe hinuntermangelnde Aktiv- Legitimation des Staatsministeriums Fahrer nunmehr das Handwerk gelegt ist. Den Beschluß der stürzte und einen Knöchelbruch erlitt. Als Ursache des Unfalls geltend machte. Der Gerichtshof erkannte nach längerer Be überaus regen Debatte bildete die einstimmige Annahme eines bezeichnete er den Umstand, daß die Kellerthür nicht verschlossen rathung, daß nicht ein Vergehen wider§ 131, sondern nur Antrages Wilke, wonach dem Vorstande das Necht ertheilt und der Hausflur unbeleuchtet gewesen sei und forderte wegen wirthschafte ministers) vorliege, welche in der Behauptung zu führen, auf grund des§ 4 auszuschließen. Im weiteren Ber eine Beleidigung des Staatsministeriums( nicht des Land- wird, dieses Verschuldens des Eigenthümers entweder eine einmalige finden sei, daß die Regierung parteiisch verfabre, indem sie den lauf der Verhandlungen wurde dann die Ausschließung der Mitglieder, welche Ring- oder boykottirtes Bier Abfindungssumme oder eine lebenslängliche Monatsrente. Der Hauseigenthümer machte dagegen geltend, daß er zur Zeit des großen Herren beiſtebe und den kleinen Leuten ibre Hilfe versage, Schanfwirthe Nathge, Ballisadenstraße 64/65, und Beyer, 4 Uhr Nachmittags Aunahme der Richter durch die Beweis: Bionskirchstraße 1, dementsprechend beschlossen. Eine Resolution zur Beleuchtung des Haus- aufnahme widerlegt sei. Trotzdem also die Beweisführung wernan, in welcher die Abstempelung der Bierbücher statt flurs noch gar keine Verpflichtung gehabt habe und daß die Keller- für die inkriminirte Stelle den beiden Bertheidigern, Rechts der Unterschrift der Fahrer und Aushängung derselben zu Jeder thür sich nicht in dem allgemein zugänglichen Hausflur, sondern anwalt Markuse und Rechtsanwalt Hein, vollständig ge- manns Einsicht verlangt wird, gelangte nicht zur Annahme. hinter der Treppe befinde, wo S. zu verkehren kein Recht lang, beantragte der Staatsanwalt gegen Langner 1½½ Jahre Längere Debatten entstanden hatte. Von den im Laufe des Prozesses vernommenen Zeugen Gefängniß, gegen Kretschmer, welcher die fluchwürdige That zweite Punkt der Tagesordnung: Wie stellen wir uns über die Frage, ob der wurde die Richtigkeit der erhobenen Ginwendungen, zugleich aber auch bekundet, daß der betreffende Hausflur infolge seiner bau- begangen, die korrektur zu lesen, 6 Monate und gegen die zu den Ausschänken von Kinz und Co.?" zur Verhandlung lichen Anlage an sich etwas dunkel sei, obgleich das Tageslicht Schatzky, auch hohe Gefängnißitrafen. Das Urtheil lautete auf trag Schmidt, die Angelegenheit bis nach Beendigung des anderen Angeklagten, mit Ausnahme des Buchdruckereibesizers zu stellen sei. Während Tempel, Wilte u. A. für den Anzur Zeit des Unfalls noch genügende Erleuchtung gewährte. Langner 4 Monate, Buchdrucker Mai 3 Monate und gegen vier Boykotts zu vertagen, eintraten und betonten, daß jest größere Daraufhin erfolgte die toftenfällige Verurtheilung des Haus Kolporteure, von denen der Gerichtshof annahm, daß diefelben wichtigere Interessen auf dem Spiele ständen, welche dadurch eigenthümers zur Zahlung einer einmaligen Entschädigungs: Kenntniß von dem Inhalt des Flugblattes hatten, je 3 Monate, zum Schaden aller zurückgedrängt würden, daß das persönliche summe von 800 M. nebst Zinsen sowie einer jährlichen Rente von 300 M. Begen das Urtheil legte der Beklagte Berufung insgesammt 19 Monate Gefängniß. Die übrigen Angeklagten Interesse unter allen Umständen vor den allgemeinen Interessen ein und es fan. in zweiter Instanz ein Vergleich zwischen den wurden freigesprochen. zurückstehen müsse wollten Lorenz, Günther ebenso wie Parteien zu stande, wobei eine Versicherungsgesellschaft die EntAugustin und Werner sofort in die Verhandlungen schädigung des Verletzten auf grund eines mit dem Beklagten abeintreten, weil sie annahmen, daß diese Angelegenheit mit dem geschlossenen Versicherungsvertrages übernahm. Boykott nicht zusammenhänge. Nach lebhaftem Für und Wider Der Krawall" von Nowaived, der, wie noch erinnerlich Der Wahlverein des zweiten Berliner Reichstage einer binnen Kurzem einzuberufenden öffentlichen Versammwurde gegen eine starke Minorität beschlossen, diese Frage in sein dürfte, sich gegen das Benehmen eines dortigen Gendarmen Wahlkreises tagte am 22. Juni im Lokal von Poppe, fung zur Entscheidung zu bringen. Der Zwölfer Kommission richtete, hat vor einigen Tagen vor dem Schwurgericht in Pots Lint enstraße 106. Reichstags- Abgeordneter Wurm sprach über wurden 200 M. überwiesen, der eventuelle Ueberschuß fällt den dam seine Aburtheilung gefunden. Die Geschworenen sprachen Alte und neue Agrarier- Politit" und veranschaulichte hierbei, wie Ausgesperrten zu. von elf Angeklagten schuldig Krosegt des Aufruhrs, thätlichen gut das Juntertbum von jeber es verstanden hat sich durch die Widerstands gegen die Staatsgewalt, der Aufreizung und der von ihm beeinflußte Gesetzgebung Vortheile auf Kosten der lung, in der Genosse Pfannkuch über den gegenwärtigen Stand Weißensee. Am 20. d. M. tagte hier eine Wolksversamm öffentlichen Beleidigung unter Annahme milderuder Umstände, übrigen Bevölkerungsflaffen zu verfchaffen. In der Disfusion, des Boyfotts sprach. Webner fritisirte insbesondere das thörichte Eyner des Aufruhrs und Aufreizung, Dewerne des schweren Auf die auf den sehr beifällig aufgenommenen Vortrag folgte, be: Verhalten mancher Wirthe, die sich berufen ühlten, gegen ihre ruhrs, unter Annahme mildernder Umstände, der Aufreizung und handelte Genosse Antrick speziell die Ungerechtigkeiten des Kunden Front zu machen. Ganz in demselben Maße wie die der öffentlichen Beleidigung, May Hedrich des Aufruhrs, Her- Wildschadengesetzes und die Steuerentschädigung der sogenannten Lokalsperre unwirksam, wird unser Boykott wirksam sein und mann Hedrich des Aufruhrs und der öffentlichen Beleidigung, reichs unmittelbaren Fürsten. wobei er, erst 17 Jahre, die erforderliche Einsicht besessen, nandes betrafen Gimahrungen zur strikten Befolgung des Bier- brüsfiren. Die Mittheilungen des Vor den Gegnern für immer die Lust verleiden, die Arbeiter zu Seibel des Aufruhrs und der öffentlichen Beleidigung, Boykotte, sowie das Fernbleiben aus den für die Sozialdemo- ergänzten die Ausführungen des Referenten in mannigfacher Tie Genossen Kassel, Engler und Schröder Wagner des Auflauss, Werner des Aufruhrs, der Auf- fratie gesperrten Sälen und die Einzeichnung in die Wähler- Weise. Ueber den Stand des Boykotts am Orte berichtete Gereizung und der öffentlichen Beleidigung, Wiesener des Auf- linen zur Gewerbegerichts- Wahl. Antrick gab noch betannt, noffe Poffelt, daß gegenwärtig 15 Wirthe kein Boykott resp. ruhrs und Bathe der öffentlichen Beleidigung. Ackermann daß die Lofale in Wilmersdorf strengstens zu meiden sind, da Ringbier verzapfen. Berschiedene derselben verzichten während wurde für nichtschuldig erachtet. Der Staatsanwalt beantragte für auch nicht ein Wirth seinen Saal zu Versammlungen der Dauer des Boykotts auf den Ausschank des Bairischen Adermann Freisprechung, gegen Krofegt 3 Jahre Gefängniß, hergiebt. Egner 2 Jahre Gefängniß, Tewerne 81/2 Jahre Gefängniß, May Bieres überhaupt., Nach Schluß der Diskussion wurden an Hedrich 1 Jahr Gefängniß, Hermann Hedrich 14 Jahre Ge Der Streif in der mechanischen Schuhfabrik von Stelle einiger ausgeschiedener resp. ausgefchloffener Mitglieder fängniß, Seidel 9 Menate Gefängniß, Wagner 3 Wionate Ge- Fürstenheim beschäftige eine öffentliche Versammlung der die Genossen Przibilla und Gutsche in die Lokals fängniß, Seidel 9 Monate Gefängniß, Wagner 3 Wionate Gefängniß, Werner ein Jahr Gefängniß, Wiesener 1/2 Jahre Ge- Schuhmad er vom 21. Juni. Ueber die Gründe zum Ausstand kommission gewählt; die letztere besteht nunmehr aus neun Witfängniß und Bathe 9 Monate Gefängniß. Ackermann wurde äußerte sich Kollege Wosowsky dahingehend, daß seit der gliedern. freigesprochen. Krosegt erhielt zwei Jahre Gefängniß, Erner die Verhältnisse fort und fort verschlechtert haben. Liefer Herr Thätigkeit des Herrn Engel in der Fabrit als Werkführer sich ein Jahr acht Monate Gefängniß, Tewerne drei Jahre Gefängniß, Max Hedrich ein Jahr Gefängniß, Hermann Hedrich habe den Fabrikanten wiederholt beſtimmt, die färglichen Löhe Besuchszeit ein Jahr Gefängnis, Eeidel ein Jahr Gefängniß, Wagner drei der Arbeiter noch zu beschneiden und an stelle der älteren Kräfte verschiedener Museen und sonstiger Sehenswürdigkeiten. Monate Gefängniß, welche als verbüßt erachtet werden, Werner ein auf Ehrenwort versichert, innerhalb eines Jahres keine Ver- Commermonaten von 9-3 Uhr; Sonntags im April September 12 bis junge Leute anzulernen. Herr Fürstenheim, der erst im Januar Ausnahme des Montags in den 6 Wintermonaten von 10-8 Uhr, in den Altes und Neues Museum am Luftgarten. Besuchszeit täglich, mit Jahr Gefängniß, Wiesener ein Jahr sechs Monate Gefängniß änderung an den Lehnsätzen und sonstigen Bestimmungen vor- 6 Uhr, Oftober und März 12-6 Uhr, November und Februar 12-1 b und Bathe sechs Monate Gefängniß. Krosegt, Dewerne, Her zunehmen, habe öfter schon die Maxime gehabt, urplöglich auf Dezember und Januar 12-8 Uhr( entget( id). mann Hedrich und Seidel wurden je drei Monate auf die Kosten der Arbeiter einen Grir profit zu erzielen und sei am Montags ausgenommen). Sonntags im April- September von 12 bis Untersuchungshaft angerechnet. Wagner wurde sofort entlassen, Montag wieder einmal mit einem bedeutend reduzirten Lohn- uhr, im Värz und Ottober 12-5 Uhr, Februar und November 12 bis dagegen wurden Max Hedrich und Wiesener gleich in Haft ge- tarif, der schon am folgenden Tage in Kraft treten sollte, an fein br, Janar und berbe Uhr( unentgeltlich).- Kun ft gewerbePersonal berangetreten, worauf alle Arbeitenden einmüthig ihre ausgenommen) im Sommer von 9-8 Uhr, im Wuter von 10-5 Uhr, Museum, Prinz Albrechtstr. Geöffnet an den Wochentagen( Montags Breslan. Wieder war einmal der Staat in Gefahr und Plätze verließen. Die Arbeit solle keinesfalls früher auf: Sonntags, April- September von 12-6 Uhr, Dttober und März 12-6 Uhr, nur Dank des energischen Eingreifens der Behörden ist er ge- genommen werden, bis der von den Streikenden aufgestellte November und Februar 12-4 Uhr, Dezember und Januar 12-8 Uhr( Unent rettet worden. Anfang Oktober v. J. versandte das Agitations Tarif akzeptirt und der Herr Engel entlassen ist. Gegenüber seit wie im Kunj gewerbe- Museum( unentgeltlich).- ygtene- Museum, geltlich), Museum für Böltertunde, Königgrägerstr. 120, Besuchstomitee für Echlesien und Posen ein Flugblatt, welches an die einigen Kollegen soll sich der Fabrikant dahingehend aus: lofterir. 85. Besuchszeit Sonntags wie im Kunstgewerbe- Museum Außer Landbevölkerung gerichtet und in welchem derselben in beredten gesprochen haben, daß die Entlassung des Genannten zum 1. Juli dem Dienstags und Freitags von 10-2 Uhr( Unentgeltlich). Museum für Worten ihre Lage geschildert war. Dies Flugblatt wurde konfiszirt so wie so erfolgen sollte. F. habe den Wunsch geäußert, Bock- gewerbe- Museumi. Naturtunde, Invalidenstr. 42 Besuchszeit Sonntags wie im Kunst Außerdem Montags und Sonnabends von 11-3 Uhr. und am 21. Juni hatten sich der Verleger desselben, Genosse Gotha in dieser Frage entscheiden zu lassen. Insgesammt museum für deutsche Boltstrachten und Erzeugnisse des Langner, die Buchdrucker M ay und Schatzky, der Faftor streifen 55 Personen, die bis auf einige feit entschlossen seien, Sausgewerbes, lofter ftr. 36. Jeden Tag mit Ausnahme des Mittwochs Kretschmer, sowie eine Anzahl Kolporteure aus den einzelnen unter feinen Umständen nachzugeben. Große Entrüstung erregte Bereine Conntags 10 Pf. von 11-2 Uhr geöffnet. Gintrittsgelo: Erwachsene 50 f., Kinder 25 wt., Orten der Provinz, wegen dieser Uebelthat" vor den Schranken es, als der Redner einen Brief zur Verlesung brachte, den ein öffnet Gonntags 12-2 hr, Montags, Dienstags, Donnernage, Freitags von Reichs post- Museum, Leipzigerstr. 15. Ge eines hohen Gerichtshofes au verantworten. Rechtsanwalt außer dem Hause arbeitender Kollege- Rosinius, Elisabethstr. 4511-2 Uhr( Unentgeltlich). Rathhaus, Königstraße. Geöffnet täglich Marcuse hatte in einer früheren Verhandlung dem Gerichtshofe an den Fabritanten gerichtet hat. Der Briefschreiber, welcher in 50 Pf. außer Donnerstag und Freitag von 11-3 Uhr( unentgeltlich). Aussichtsturm Kunstausstellung des Vereins Berliner Künstler, die amtlichen stenographischen Berichte, welche die sogenannte der Versammlung anwesend war, verließ, nachdem er vergeblich Wilhelmstr. 92. Eonntags 11-2 Uhr, Wochentags 10-4 Uhr. 50 Pf. Entree Nothstands- Debatte enthalten, unterbreitet und da deren Berlesung versucht, seine Handlungsweise zu beschönigen, das Lokal. Von Sternwarte, Encteplab 3a. Mittwochs und Sonnabends vou a big beantragt. Da 11 Uhr Vormittags. aus formellen Gründen der Verlesung den Kollegen Rott, Pfeiffer und Schich old, welche das Invalidenir. 67-62. Geöffnet von 5 Uhr Nachmittags bis 10% Uhr Abends. Urania, Wissenschaftliches Theater. Sternwarre. nicht stattgegeben werden konnte, so verlangte er die Bernehmung Bild der Zustände in der Fürstenheim'schen Fabrit um Entree 60 Pf. Buschlag für Theater von 50 Bi. bis 2 M.quarium, der Abgeordneten Papenbiect und Schulz manchen Zug bereicherten, wurden den Streifenden aufmunterude Shadowoftr. 14. Geöffnet von 9-6 Uhr. Entree Sonntags 50 Pf., an jedem da durch Lupit, da deren Zeugniß der Wahrheitsbeweis Worte zu theil. Man gab sich allgemein der Hoffnung ftraße. legten Sonntag im Monat 25 Pf. Gaftan's Panoptitum, FriedrichGeöffnet 10-10 Uhr. Eintrittspreis 50 f. daß binnen für die in dem Flugblatt aufgestellten Behauptungen hin, turzer Zeit, wie schon öfter, der Panoptitum 10 10 Uhr. Eintrittspreis 50 f. geführt werden sollte. Darauf war bie tom Fabrikant Fürstenheim sich von der Undurchführbarkeit seiner An- Banorama, Am Lehrter Bahnhof. Sonntags von 9-9 Uhr. Entree missarische Vernehmung dieser beiden Herren nichten überzeugen lassen werde. Man nahm sodann folgende Dioramen: Katatemben des Kapuzinertiosters zu Palermo und Besuvausbruc Neapel- Panorama am Bahnhof Thiergarten, awei neue and eventuell auch die Bernehmung des Resolution an: Die Versammlung erklärt sich mit den streifenden Sonntags 25 Pf. Eintrittspreis. Das Panorama ist bis 17 Uhr Abends Landwirthschafts- Ministers von Heyden be- Kollegen der Fürstenheim'schen Schuhfabrik solidarisch und ver- bu besichtigen. Soologischer Garten, Lüzowufer. Sonntage schlossen worden. Borsig's Garten mit Palmenhaus, Att- Moabit 65-80. und Schult Ipflichtet sich diefelben solange thatfräftig zu unterstützen, bis der Eintrittspreis 60 f. nommen. " Papendied " Versammlungen. -Die National: gallerie in der Museumsstraße. Besuchszeit Wochentags von 10-3 Uhr 50 Pf. 50 f Baffage. Marine= Elegante Elegante Herren- u. Knaben- Garderobe, Arbeitssachen, Bestellungen nach Maaß, HerrenPaletots. empfiehlt wie bekannt in reellster Ausführung und allerbilligsten Preisen Anzüge. J. 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Zur Aufführung gelangt: Das Fest auf der Bastille. Schauspiel in 3 Akten von Franz Held. Anfang der Vorstellung 21/2 Uhr. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk. O., Blumenstr. 21. 85/15 Sonntag, 24. Juni, Abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Achtung! Kommandantenstr. 20: Versammlung. Versammlung am Sonntag, den 24. d. Mts, Vormittags 10 Uhr, bei Nagel, Schwedterstraße 23. Tagesordnung: 1. Feststellung der Vergütigung für die Verwaltungsmitglieder und Beitrag sammler. 2. Wahl der gesammten Ortsverwaltung, Beitragsammler, sowie des Vertrauensarztes. 3. Verschiedene KassenAchtung! angelegenheiten. Verein der Lithographen, Steindrucker Vortrag des Herrn Dr. med. Weyl über: Hypnotismus. und Berufsgenoffen Deutschlands. Filiale Berlin. Nachdem Gemüthliches Beisammensein. Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband. ( Filiale Nord.) Mitglieder- Versammlung am Dienstag, den 26. Juni, Abends 81/2 Uhr, in den Arminhallen, Romman dantenstraße 20. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Kollege Hansen über Materialismus und Ethit. Dienstag, 26. Juni, Ab. 8½ Uhr, in Reichert's Festsälen, 493/5 Müllerstr. 7: Versammlung. Tages Ordnung: I 1. Bortrag des Kollegen Gutheit über: Die Gewerkschaftsbewegung früher und jetzt. 2. Diskussion. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Wintervergnügen. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Zu recht zahlreichem Erscheinen ladet ein Die Verwaltung. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Die Verwaltung. Kein Boykottbier. Kein Ringbier. Achtung! Mitglieder d. Ortskrankenkaffe für die Wäschefabrikation. 435/4 Dienstag, den 26. Juni, Abends 8 Uhr, in Nieft's Salon, Verein deutscher Schuhmacher. Kommandantenstr. 20: Kombinirte Versammlung. Weberstrasse 17: Große öffentliche Versammlung 0 Tages Ordnung: Montag, 25. Juni, Abends 8 Uhr, in den Arminhallen, die freie Silsstasse der Wäschezuschneider. 2. Diskussion. 3. Die Kranken 1. Bericht der Kommission betreffs Aufnahme weiblicher Personen in 465/11 fassen, was sie sind und was sie sein sollen. Referent Herr Adler. 4. Ver schiedenes. 385/5 Mitglieder der Orts- Krankenkasse! In dieser Versammlung soll dar über berathen werden, welche Stellung die Mitglieder den jeßigen Zuständen in der Ortskrankenkasse gegenüber einzunehmen gedenken, und ist es somit Pflicht eines Jeden, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand der Kaffe wird hierdurch speziell eingeladen. Die Kommission. Tages Ordnung: 1. Statuten- Berathung und Anträge zur Generalversammlung. 2. Wahl des Delegirten zur Generalversammlung. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Nur Mitglieder haben Zutritt. Mitgliedsbuch legitimirt, Rein Ringbier. E Die Kollegen werden aufmerksam gemacht, daß das Stiftungsfest am 1. Juli stattfindet und wird um rege Betheiligung gebeten. Der Vorstand. Achtung! Filzschuharbeiter Achtung! mid alle in der Schuh- und Pantoffelbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Möbelpolirer Berlins und Umgegend! Morgen, Montag, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Ehrenberg( Louisenstädt. Klubhaus), Annenstr. 16: Grosse öffentl. Versammlung der Möbelpolirer. Tages Ordnung: Montag, 25. Juni, im unt. Saal des Herrn Brüning, Rosenthalerstr. 11/12: die Verarbeitung des denaturisten Spiritus bei den Möbelpolirern?" 2. DisVereins- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Mattutat über: Die Naturgeschichte des Kapitalismus. 2. Diskussion. 3. Bericht der Revisoren vom Stiftungsfest. 4. Verschiedenes. 451/18 Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Achtung! Stuckateure. Achtung! Große öffentliche Versammlung Stempel! * Die Ortsverwaltung. Vereins- Abzeichen. H.GUTTMANN Stempel-, ( Schablonen-, SchilderFabrik 6 .9. Berlin N., Brunnenstr. Stempel! Gravirung von Inschriften etc. Nadeln z Wiederverk. Lassalle- mufter fico. geg. Eins. von 20 Pf. H. Guttmann, Brunnenstr. 9 Photographisches Atelier von Carl Gräfe Berlin S., Prinzenstr. 11 hält sich den Parteigenoffen zur Aufnahme von Porträts u. Gruppenbildern und Fabrik- Gruppen. bestens empfohlen. Spezialität: VereinsMöbel, 2302* Spiegel und Polsterwaaren H. Strelow, Tischlermstr. Rixdorf, 229L* Berliner Strasse 40, am Denkmal. Achtung, Glaser! 12336* Der Glaser- Verkehr befindet sich im Lotal von D. Kleinau, Blumenstraße 52a. Die Kollegen. Evora- Bräu 1. Vortrag des Herrn Dr. Heimann über: Welche Wirkungen erzeugt fuffion. 3. Wie stellen wir uns den Möbelpolirern gegenüber, welche durch unsolide Manipulationen einen Druck auf unsere Lohn- und Arbeitsbedingungen in vorzügl. Qualität empfiehlt in Ge ausüben? 4. Abrechnung der Kommission von der Maifeier. 5. Verschiedenes. binden v. 20-100 Str. 30 FI.= 3 M. Da ein Kollege wegen der Maifeier von dem Polirer der Werkstatt des Herrn Schneider, Reichenbergerstr. 125, am 2. Mai entlassen worden ist, werden hiermit der Polirer und die Tischler betreffender Werkstatt zu obiger Versammlung eingeladen. Zahlreichen Besuch erwartet Die Kommission. J. A.: Heinrich Schulz. am 2. Mai entlaffen worden ist, Otto Linke, Lagerhof 3. Große öffentliche Versammlung sämmtlicher 452/2 der Studiateure und Berufsgenossen Zeitungs- Spediteure und-Verkäufer am Montag, 25. Juni, Abends 7 1hr, bei Deigmüller, Alte Jakobftr. 48a. Tages Ordnung: ( beiderlei Geschlechts) Berlins und Umgegend 1. Stellungnahme zu dem Aufruf des Vorsitzenden des Zentralverbandes. am Montag, den 25. Juni 1894, Abends 8 1hr, im Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Rechnungslegung Saale der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57. der Agitationskommission und der Vertrauensleute. 1308b Tages Ordnung: V Kollegen, die Versammlung wird pünktlich eröffnet und es ist Pflicht jedes einzelnen in dieser Bersammlung zu erscheinen, wer nicht erscheint hat der Verbreitung der sozialdemokratischen Preise für uns Beitungsspediteure, 1. Welche Folgen hat die für Moabit beabsichtigte Neuerung bezüglich die Folgen zu tragen. Die Vertrauensleute der Stuckateure Berlins u. Umg. und haben wir ein Recht und die Pflicht, dagegen zu protestiren? 2. Distuffion. 3. Verschiedenes. Pflicht eines jeden Berufsgenossen ist es, pünktlich zu erscheinen. Der Einberufer: W. Schäfer, Beitungsspediteur, Reichenbergerstr. 72. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) 499,8 Friedrichsberg. Sonntag, den 24. Juni, Vormittags 91/2 Uhr, bei Lange, Stromstraße 28: Bezirks- Versammlung in Moabit. Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Kollegen zu der beabsichtigten Dienstag, 26. Juni, Ab. 8 Uhr, in Schneider's Gesellschaftshaus Gründung einer Jnnungs- Krankenkasse. 2. Distussion. 3. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. 45/8 Montag, den 25. Juni, Abends 81% Uhr, im Kolberger Salon( großer Saal), Rolbergerstraße 23: Branchen- Versammlung der Modelltischler. ( Proskauer Garten): Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 484/18 1. Der gegenwärtige Stand des Bierboykotts. Referent Genosse Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten Millarg. 2. Diskussion. 3. Die Saalsperre. und Berschiedenes. Montag, 25. Juni, Abends 812 Uhr, bei Heinicke, Friedrich- Karlstr. 11: Bezirks- Versammlung für Friedrichsberg. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Vertrauensperson. Britz. Große öffentliche Volks- Versammlung Telephon Amt III Nr. 404. Weißbier! Für Fabriken und Werkstätten sowie für Wiederverkäufer liefere ich mein Versand- Weißbier in unübertrefflicher Güte zum Preise von 3 Mt. für 40 halbe oder 45 4/10 oder 25 8/10 oder 20 ganze Flaschen, frei in's Haus, in Flaschen mit Patentverschluß, ohne Pfandberechnung. Fernsprecher Amt Schöneberg No. 92. A. Seidler, Sedanktraße Nr. 73-75 und 82. Schöneberg, 214L Berliner Weissbier- Brauerei. Empfehle allen Freunden und Genossen des Südostens meinen reichh. Frühstück, Mittag u. Abendtisch zu kleinen Preisen. MariannenFranz Gittler, traße 48. Empfehle den Genossen den Besuch meiner Schankwirthschaft. Reelle Speisen, gute Getränke. Vereinszimmer für ca. 100 Personen. 561* Swinemünder= Edmund Renter, Straße 45. Auch sind Töpfersteine zu haben. Treptow. Mönch's KlosterRestaurant Die Kollegen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Nichtmit am Montag, 25. Juni, Ab. 8½ Uhr, in Güldner's Lokal, 30 Personen, zu vergeben. glieder haben Zutritt. Die Ortsverwaltung. Achtung! Puter( Maurer). Infolge der Saalverweigerung finden von jetzt ab die Versammlungen der Zahlstelle in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, statt. Gleichzeitig ersuchen wir die Kollegen fich zur Morgensprache am Sonntag ebenfalls dort einzufinden, da die Brauerei Königstadt ihre Räume gleichfalls verweigert. 100/2 Die örtliche Verwaltung des Bentralverbandes deutscher Maurer. Filiale I. Rudowerstr. 66. Tages Ordnung: 1. Der Bierboykott und die Saalsperre. Referent Genosse Th. Metzner. 2. Diskussion. 3. Bericht des Gemeinde- Wahlfomitees und der Revisoren. 4. Verschiedenes. 481/15 Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Treptow. Die Vertrauensperson. Ausschank der Bock- Brauerei, Köpenicker Landstraße. Park- Restaurant. Drittes Lokal hinter der Verbindungsbahn. Prachtvoller, schattiger Garten. Circa 5000 Plätze. 4/10 Ltr. Brauerei- Ausschank 4/10 15 Pf. Gute bill. Küche, verdeckte Regelbahnen, Billard, Kaffeeküche. Schönes Vereinszimmer, 25 bis 1341b R. Ruhl, Chorinerstr. 53. Empfehle den Genossen meine vergrößerte Lokalität für Vereine und Ver jammlungen bis 80 Personen fassend. Ernst Schmidt, Wörtherstr. 19. Für Genossen Vereinszimmer auch für kleinere Versammlungen zu ver 89. ben. Engel, Zimmerte, so. Restaurant Willerscheidt Kur- Bade- Anstalt und Massage F. Lagerbier 10 elegante Kegelbahnen, Siaffectüche. Sove von H. Mania, Brunnenstr. 16. 15 Pf. Jeden Sonntag: Frei- Concert. Empfehle meinen neu erbauten gr. Concert- Saal mit Bühne, sowie Dampf- und Heißluft- kaftenbäder, Wannen- und medizinische Bäder. 2 Kleinere Säle zur Abhaltung von Sommerfelten, Hochzeiten 2c. ze. Fuß-, Arm- und einzelne Glieder- Bäder 54482* ohne den ganzen Körper zu strapaziren. Lieferant und Masseur sämmtlicher Drts Krankenkassen und freien Hilsstasjen. Dienstag und Freitag von 1 hr ab nur für Damen. Lie Filiale nur für Massage ist Thurmstraße 46, 4 bis 512 Uhr. Wilh. Jacob, Gastwirth. Bankow, W. Buge's Vereinshaus N., Wollinerstr. 24. Allen Genossen bestens empfohlen. Gutes Lagerbier, Vorz. Weißbier, Vereinszimmer für 25-30 Pers. „ Vorwärts" und" Gastwirthsgehilfe" Jibber, Braueret E. Gebhard. liegt aus. 277L B. Nieft's Festsäle, 17. Weberstr. 17. Empfiehlt sich zu Vergnügungen und Station Pankow( Nordbahn), Schulzetr. 28. Jeden Sonntag: BALL. Garten und Kegelbahn Versammlungen. Verantwortlicher Redakteur: 9Vilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.