Nr. 40. 35. Jahrg. Bezugspreid: Bierteffährt. 4,50 t, monatl, 1,50 fret ins Haus, vorauszahlbar. Einzelne Nummern 10 Bfg. Postbezug: Monat lich 1,50 Mr. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 3.-M., für das übrige Ausland 4,50 Mt. monatlich. Bersand ins Feld bei direkter Bestellung monatl. 1,50 RL. Bostbestellungen nehmen an Däne mart, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Post- Beitungs- Breisliste. Erscheint täglich. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Vorwärts Berliner Volksblaff. 10 Pfennig Anzeigenpreis: Die flebengespaltene Rolonelgeile loftet 60 Bfg. Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Bort 20 Bfg.( zulässig 2 fettgebrudte Borte), jebes weitere Wort 10 fg. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Big. 28orte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Teuerungszuschlag 20% Familien Anzeigen 50 fn., politische u. gewertschaftliche VereinsAnzeigen 40 Bfg. die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen his 5 Uhr nachmitt, im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenstraße 5, abgegeben werden. Geöffnet von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends.. Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutfchlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplas, Nr. 151 90-151 97. Sonnabend, den 9. Februar 1918. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Berningecher: Amt Morigplak, Nr. 151 90-151 97. Entscheidung in der Hand haben. Dieser gerade bom extremen Die Armee wird auch selbständig sein in jenem Maße, wie deutschnationalen Die österreichische Ministerkrise. Beationalen Standpunkt verderbliche Zuſtand kommt es die mit Defterreich und unſeren Bundesgenoffen gemeinfame daher, daß sich die Deutsch- Desterreicher in findlicher Verteidigung Ich nicht, man sich die SelbDie unerwartete Demission des österreichischen Minister- mantik als Wa II gegen die Tschechen, nicht als Brüde ständigkeit einer Armee vorstellt. Ich kann nur soviel sagen, daß in der modernen Zeit militärische Konventionen, welche zwischen ganz präsidenten von Seidler scheint schon wieder beigelegt. Der zu ihnen betrachten. fremden Staaten geschlossen werden, in bezug auf Organisation, Kaiser hat das Entlassungsgesuch nicht genehmigt, da er ganz Ausrüstung und Führung eine solche Gebundenheit festseßen, daß, besonderen Wert darauf lege, daß das sein volles Vertrauen befizende und unter den schwierigman an eine doktrinäre Selbständigkeit nicht denken kann.( Lebsten Verhältnissen bewährte Ministerium im hafte Zustimmung.) Ich bitte, versichert zu sein, daß innerhalb Amte verbleibt. Diese überaus gnädige Antwort man der hier gezogenen Grenzen die ungarische Armee selbständig fein fönnte fast von einer demonstrativen Gnade" sprechen wird, wie sie im modernen Sinne nur immer selbständig fein fann. ist ein deutlicher Wink an die frondierenden Parteien, beDer Ministerpräsident besprach dann eingehend die Frage der fonders an die Polen, den Staatshaushalt, der eben zur wirtschaftlichen Verhandlungen mit Desterreich Beratung steht, zu bewilligen. Landesverrats- Anklage gegen den„ Vorwärts". Am 6. Februar stand der verantwortliche Redakteur des Vorwärts", Genosse Erich Kuttner, unter der Anklage des versuchten Landesverrats vor dem außerordentlichen Kriegsgericht. Das Verbrechen sollte durch Ver- und wiederholte, daß, wie man auch theoretisch über selbständiges öffentlichungen in Nr. 29 des.„ Vorwärts" vom 29. Januar Zollgebiet und Zolleinheit denken möge, die gegenwärtige Lage und begangen worden sein. Gejezt aber, die Strife würde rasch beigelegt, so dürfte der aufmerksame Beobachter doch nicht achtlos an ihr vorübergehen. Sie beweist aufs finnfälligste, wie Iabil die namentlich die wirtschaftliche Lage der Bildung großer parlamentarischen Verhältnisse in Desterreich sind, die nur die Wirtschaftsgebiete in der Welt ungemein günstig staatliche Zerfahrenheit widerspiegeln; sie beweist, daß jede Mittlerweile hatte Genosse Friedrich Stampfer dem sei. Abgeschlossenheit durch Zollschranken sei namentlich in heutiger schwächliche Vertagung der österreichischen Probleme die außerordentlichen Kriegsgericht mitgeteilt, daß er allein Beit vom Uebel. Ungarn fönne insbesondere ohne Anschluß an Schwierigkeiten mur bergrößert und vermehrt und jeden die inkriminierten Veröffentlichungen bewirkt habe und sich als ein großes Verbrauchsgebiet nicht an eine Entwicklung seiner Augenblick Situationen schafft, die dem Prestige des verbün- alleiniger Täter dem Gericht zur Verfügung stelle. Landwirtschaft denken. Auch vom Standpunkt der Ordnung der deten Reiches und es gibt auch neben dem eingebildeten ein notwendiges Prestige entschieden abträglich std. Infolgedessen wurde die Verhandlung auf einen späteren Finanzen und der Herstellung des Geldwertes sei ein großes WirtDer unmittelbare Anlaß der Krise war, daß der Mischaftsgebiet empfehlenswert. Die endgültige Entscheidung über Termin vertagt. alle diese Fragen bleibe dem neuen Reichstag vorbehalten. nisterpräsident dem für seinen Trautenauer Wahlkreis banDie Lösung des genden deutſchradikalen Abgeordneten St. S. Wolf die Er. Das Regierungsprogramm Wekerles. Für das Wirtschaftsbündnis mit Deutschland. Armeekonventionen. Wahlrechts- Problems sei dringend notwendig, schon um ein störendes Element aus dem öffentlichen Leben zu entfernen. Er halte unverändert an den Brundlegenden Anordnungen des materiellen Wahlvechts als auch mit Bezug auf die Reinheit des Wahlverfahrens. Das Gerücht von etwaigen geheimen Kompromissen und Abweichungen sei durchaus unwahr. Eine Verständigung über das Wahlrecht zwischen den Barteien finde ihre Grenze darin, daß man die Zeichen der Zeit verstehen und von der Ueberzeugung durchbrungen sein müsse, daßz die Wahlrechtsfrage nur dann auf einen Ruhepunft gelangen werde, wenn der Berallgemeinerung des Wahlrechts teine engen Schranken gezogen würden.( Lebhafter Beifall.) " vertrag. richtung eines Preisgerichts auf dem Verordnungsweg versprochen hatte. Nun ist jede Behörde in Böhmen Gegenstand erbitterten nationalen Streites. Die Tschechen haben sich natürlich sofort darauf versteift, daß Graf Michael Karolyi bespräch im ungarischen Abgeordnetendie Errichtung eines Kreisgerichtes( Gericht 2. Instanz) Haus am Donnerstag das Programm des neugebildeten Kabinetts gefeblich fundiert sein muß, und führen ins Feld, daß und erklärte, er sei nicht in der Lage, sich auf Grund dieses Profich der Minsterpräsident mit dieser über ihre Köpfe hinweg gramms der neuen Regierungspartei, der sogenannten achtundgetroffenen Entscheidung nationel einseitia festgelegt habe. vierziger Verfassungspartei, anzuschießen. In vollkommener Die Erbitterung der Tschechen ist besonders deshalb groß. Uebereinstimmung mit dem Ministerpräsidenten befinde er sich beweil das Trautenauer Kreisgericht schon seit Jahrzehnten ein züglich der Wahlreform, er hebe jedoch ausdrücklich hervor, Gegenstand erbitterten nationalen Stampfes ist, der jetzt zu daß er nur eine solche Wahlreform billige, wie sie in der jetzt im ihren Ungunsten entschieden scheint. Deshalb hat auch die Abgeordnetenhause eingebrachten Wahlgeschvorlage enthalten sei. Krone dadurch, daß sie ihr Vertrauen dem Ministerpräfi- Er fönne jedoch eine Vorlage nicht annehmen, welche der Tiszadenten aussprach; der den Tschechen solche Unbill ange- partei zuliebe den Kreis der Wahlberechtigten mittels Abänderungstan hat, offensichtlich für die Deutschen gegen die Tschechen vorschlägen verengen werde. Graf Starolyi erflärte, er sei ein Partei ergriffen, was sich unschwer aus vielen ententefreund- Anhänger des Bündnisses mit Deutschland, aber Ein deutsch- russischer Alandsinseln- Geheimlichen Erklärungen der Tschechen in der letzten Zeit erklärt. er sei kein Anhänger und werde kein Anhänger einer Vertiefung Aber so charakteristisch diese Krise für die Art ist, wie in diefes Bündnisses sein und zwar aus dem Grunde, weil nach seiner Defterreich) regiert wird und Krisen entstehen, so hätte die Ansicht Ungarn in ein Abhängigkeitsverhältnis au Aufregung der Tschechen die Demission Seidlers noch nicht Deutschland gelangen würde und nach seinem Dafürhalten sei auch redung mit Trotzki, in der dieser erklärt, im Jahre 1907 fei Die Stockholmer Politiken" veröffentlicht eine Untererzwingen fönnen. Akut wurde die Krise erft, als die die Bildung eines Mitteleuropas auf wirtschaftlicher Grundlage ein geheimer Vertrag zwischen Rußland und Deutschland abPolen, die dank des deutsch- tschechischen Streites das Büng- nicht heilsam, da es ein Haupthindernis bei der Eingeschlossen worden, wobei die Deutschen das Recht lein an der Wage bilden, in Oppositionsstellung, zur Regie- Leitung von Friedensverhandlungen bilden fönnte. uglands anerkannt hätten, die Alandsinseln rung rückten und mit der Budgetverweigerung drohten. Da Der wirtschaftliche Anschluß an Deutschland, wie er jetzt den Re- zu befestigen, und zwar mit der Versicherung, daß sie ein die Polen feinen Anlaß haben, sich über das Trautenauer gierungsfreisen vorschiebe, verursache neue Konflitte, führe zur derartiges Vorgehen nicht als Verlegung der Pariser KondenSereisgericht aufzuregen, so erklärt sich ihre Opposition ein Steigerung der Rüstungen und hemme die Werbefraft der pagififtition ansehen würden. fach daraus, daß fie die Lage der Regierung für prefär genug ichen Ideen, als deren begeisterten Anhänger Graf Karolyi fidh anjahen, um ihre Wünsche durchzudrücken oder die öster- bekennt. Er fügte jedoch hinzu, er sei nicht Anhänger eines Friereichische Regierung zur Vertretung ihrer Belange" 31 dens um jeden Preis. Friede um jeden Preis sei eine ebensolche zwingen. Ueber deren Richtung orientieren die Warschauer Absurdität, wie ein Strieg um jeden Preis. Der Pazifismus werde Mitteilungen". Am 22. Januar stellte der Abg. Witos im eigentlich erst nach Friedensschluß einfeßen und seine Grundlage Mitteilungen". Am 22. Januar stellte der Abg. Witos imbsurdität, Bolenklub folgende Anträge: 1. Der Polenflub stellt fest, daß sei der Abscheu der Menschheit vor dem Blutvergießen, welches jest das Selbstbestimmungsrecht sich auf alle olen ohne feit 4 Jahren währe. Rücksicht auf politische Grenzen beziehen muß. 2. Die einzig mögliche Lösung der polnischen Frage ist die Vereinigung aller polnischen Gebiete mit dem Zutritt zum Meer. 3. Forderung des vollen An- das Wort und führte aus: Zwischen der Regierung und der teils der Vertreter Bolens an den Friedensverhandlungen. Karolyipariei bestchen fardinale Meinungsverschie Der Konservative b. aller verlangt für Bolen einen benheiten. In erster Reihe bezieht sich die Meinungsverschiebenfreien Zutritt zum Meer, Daizaynafi eine Ronstituante heit auf das in Warschau und Opposition gegen die österreichische RegieHierauf ergriff Ministerpräsident Dr. Wekerle Berhältnis zu Deutschland. erstrebe." " herr von Lucius, der in Betracht kommende Paffus de Hierzu erklärt der deutsche Gesandte in Stockholm, Fre Geheimabkommens vom 31. Oftober 1907 spreche nur non eventueller Aufhebung" des Pariser Abkommens 1856 zugunsten Rußlands und Deutschlands, ganze Bindung Ruß land gegenüber werde selbstverständlich an die Voraussetzung getnüpft, daß es Rußland gelingen wird, die schwedische Zustimmung ชน dieser Aufhebung 84 erhalten. Mit Rücksicht auf das große Interesse, große Interesse, welches Deutschland und Schweden damals an dem Zustandekommen des Ostseeabkommens hatten, wollte man den russischen Wünschen unfererseits immer unter Voraussetzung des schwedischen Einverständnisses tunlichst entgegenkommen, um den Abschluß rung. Am 28. Januar forderte im österreichischen Abgeord- Jedermann, der gesehen hat, daß das Deutsche Reich vom ersten des ganzen Abkommens nicht zu erschweren. Im übrigen netenhaus der polnische Konservative v. Go ez, der jetzt auch Augenblid an mit größter Hingebung und Bereitwilligkeit und gab damals Rußland die Versicherung ab, daß es nicht zum Vorsitzenden des Bolenklubs gewählt worden ist, mit dem größten Erfolge( allgemeiner lebhafter Beifall und Hände strategischen Stützpunkt zu machen, sondern nur die Beseitibeabsichtige, die Alandsinseln zu befestigen und zu einent den Zutritt zum Meer, der Volksparteiler Tetmajer Klatschen) an der Berteidigung unseres Waterlande 3 meint, er könne fich Polen ohne Krakau und das ganze teilgenommen hat, jedermann, der jene Richtungen auf der Entente- gung einer seiner Souveränität widersprechenden Bestimmung Weichfelgebiet nicht vorstellen. Er betont den durchaus pol- feite bemerkt, welche die Zerstückelung unseres Landes durchsetzen nischen Charakter" Posens. Der Aft vom 5. November bilde wollten, der muß grade vom nationalen Standpunkt aus eine Das Jahr 1907, in dem das Alandabkommen als Annicht mehr die Grundlage für die Lösung der polnischen Bolitit befolgen, welche sich dem Festhalten an diesem getroffen wurde, ist berühnit und berüchtigt in der Geschichte hang zu dem Swinemünder Freundschaftsbesuch des Zaren Frage. Bündnis nicht verschließen darf.( Lebhafte Zustimmung.) Diese Stimmen zeigen, wie übel beraten die Deutschen Dieses Bündnis ist ausschließlich auf die Wahrung des Friedens der Anfänge der von England gegen Deutschland anin Desterreich waren und wie schlecht sie den Interessen der und die gegenseitige Verteidigung gerichtet und befist keinerlei gesponnenen Einfreijungspolitif. England wie Deutschland ganzen deutschen Nation dienten, als sie den Kampf gegen aggreffive Tendenz. Bon diesem Gesichtspunkte aus ist es unmög die Politit des Fürsten Bülow war also bereit, dem Zarengaben sich damals dem Liebeswerben um Rußland hin, und die Tschechen zum ausschließlichen Inhalt ihres politischen tid, irgend etwas gegen die Absicht einzuwenden, daß wir das reich in der Ostsee Chancen zu eröffnen, über die England Lebens machten. Mag sein, daß sich die Tschechen als Slaven Bündnis wirtschaftlich vertiefen, wobei ich die Grenze, bis zu reich in der Ostsee Chancen zu eröffnen, über die England nicht vom Schicksal vorherbestimmt fühlten, an Seite des der wir gehen, ausdrücklich bezeichnete, nämlich, daß wir unsere Leistung längst ihre aktuelle Bedeutung verloren, so daß man feine helle Freude haben konnte. Glücklicherweise hat diese Deutschen Reichs den Weltkrieg auszufechten, obwohl das wirtschaftlichen Intereffen vollkommen wahren den Schlußworten der Erklärung des Frhrn. v. Lucius zuBeispiel der Bulgaren jehr wohl zeigt, daß Interessen über und sowohl unsere handelspolitische Selbständigkeit stimmen tann: nationale Zusammengehörigkeitsgefühle ſiegen können; aber wie die unabhängigkeit unserer Entschließung die Deutsch- Desterreicher haben ihre nationalen Biele mit den fichern müffen.( Lebhafte Zustimmung. Zurufe: Auf dem Papier?) Brest- Lito wst trop der Ueberfülle der mit Rußland zu Machtmitteln des absoluten Staates, mit dem Stürgkhschen Der Ministerpräsident fuhr fort: Das wirtschaftliche Bündnis hat regelnden Angelegenheiten die landsfrage in schwe Regime zu erreichen gesucht und in den Tschechen dadurch das teine Spiye gegen andere Staaten. Wir wünschen es in einer dischem Sinne aufnahm, zeige, wo sich Schwedens Streben nach Sicherung der primitivsten politischen Rechte Weise ins Leben zu rufen, daß unsere Aktionsfreiheit und unser wirkliche Freunde befinden. geweckt. So ist das Verlangen nach dem tichechischen fouve- Bertebr mit anderen Staaten nicht beeinträchtigt wird.( Lebhafter ränen Staate groß geworden, hat Gewalt über Herzen und Hirne erlangt und schließlich zu einer Begriffsverwirrung geführt, die aller gesunden Vernunft Hohn spricht. So halten die Deutschen und Tschechen, ganz erfüllt von ihrem Rampf auf Leben und Tod, ohne ihre lächerliche Rolle zu und fagte: Ich fann versichern, daß die Armee tatsächlich national Sie schmedt nach altem Diplomatenspiel Stabale und Liebe ahnen, die Bügel den Polen, die im Abgeordnetenhaus die fein und alle diesbezüglichen Grwartungen übertreffen wird. lau gleicher Zeit. Beifall.) Der Ministerpräsident besprach eingehend die Frage der Unabhängigkeit der ungarischen Armee die Tatsache, daß Deutschland in Trogkis„ Unterredung", dieser Versuch, in Schweden gegen Deutschland Mißstimmung zu säen, wird nach gegenwärtiger Lage der Dinge schwerlich eine ernsthafte Wirkung erzielen. Als Begleiterscheinung der Brester Friedens. berhandlungen hat die Unterredung ihre besonderen Reize. Der Bürgerkrieg in Finnland. Ueber den Fortgang der blutigen Kämpfe liegen nur TeleDen roten Garden ist gramme aus dem bürgerlichen Lager vor. der Weg ins Ausland verstopft. Aus Stockholm wird vom Donnerstag gemeldet: Die finnische weiße Garde beherrscht nunmehr endgültig Tornea. Ein Teil des russischen Militärs ist in Tornea gefangen genommen, der Rest entflohen. Der russische Kommissar, der mit dem rumänischen Gesandtschaftspersonal nach Haparanda zu fliehen suchte, wurde entdeckt und standrecht= lich erschossen. Kemi soll von den russischen Soldaten ge= räumt sein. Nordfinnland befindet sich nunmehr wieder in finnischen Händen. Die Eisenbahn von Tornea ist bis Haapamäti betricksfähig. Weiter kommt die Meldung von heiligen Kämpfen in leaborg, wo ein ganzer Stadtteil nicderbrannte. Der..." teilt folgende Hamburger Meldung aus Stockholm mit: Bei Tammerfors erfitten die russischen Truppen und roten Gardisten am Dienstag eine blutige Niederlage. Angeblich verloren die Russen 3000 Mann. General Mannerheim befahl die Gin= ziehung aller sozialistischen Blätter in den von ihm befekten Orten in Nord- und Mittel- Finnland. Er beglückwünschte die Bürgergarde in Tornca, daß sie endlich an Finnlands Grenze festen Fuß gefaßt habe. Geringe Gefechtstätigkeit im Westen. Amtlich. 1918.( 2.. B.) Großes Hauptquartier, 8. Februar Westlicher Kriegsschauplak. Fast an der ganzen Front war die Gefechtstätigkeit gering. Auf dem östlichen Maasufer bei Bezouvant und füdwestlich von Ornes brachte unsere Infanterie von Erkundungen cine Anzahl Gefangener ein. Zngsüber blieb die Artillerie in diesen Abschnitten tätig. Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Ter österreichische Bericht. Wien, den 8. Februar 1918. Amtlich wird verlautbart: Keine besonderen Ereignisse. * Der Chef des Generalstabes. Tuscania war eins der großen Transportschiffe der Vereinigten Staaten, das erst im Jahre 1914 gebaut worden ist. Einer offiziellen Meldung aus London zufolge verunglüdten bei der Torpedierung des Dampfers Tuscania, der amerifanische Truppen an Bord hatte, von 2397 Passagieren und Mangschaften insgesamt 462 Mann. Kleine Kriegsnachrichten. Der Schiffsraum für die Amerifatruppen. Nach einem Amsterdamer Blatt schreibt die New York Sun", daß Bakers Schäzung, nach welcher 1918 1500000 Mann amerikanische Truppen nach Frankreich kommen sollen, sich auf die Versicherung Englands stütze, daß eine Million Tonnen Extraschiffsraums für die transatlantische Fahrt verfügbar sein würde. Eine späte Erkenntnis. Laubheugewinnung im Winter? Man schreibt uns: Der Mangel an vollwertigen Futtermitteln, der be sonders in diesem Jahr sehr unangenehm in die Erscheinung getreten ist, hat wiederholt in der Kriegszeit Anlaß gegeben, die Frage der 2aubbengewinnung in den Vordergrund zu Wien, 7. Februar. Aus dem Kriegspressequartier wird ge- rücken. In sehr beachtenswerter Weise hat insbesondere Professor. 3 un 3 von der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin nach gewiesen, welch hoher Eiweißgehalt in einigen Raubarten vorhanden ist und wie wertvoll infolgedessen die Verwendung von Laub in frischem oder getrocknetem Zustand für die Viehhaltung ist. Die Vertreter der sozialdemokratischen Partei haben deshalb wiederholt sowohl im Striegsernährungsamt als in Haushaltsausschuß auf die Gewinnung von Laubheu hin gewiesen und verlangt, daß insbesondere die Militärverwaltung sich bemüht, die etwas umständlichen Arbeiten bei der Gewinnung von Laub zu übernehmen. Leider ohne Erfolg. Nunmehr hat endlich das Kriegsamt im Preußischen Kriegsministerium folgendes berfügt: Der Stab der Weizen Garde in Wasa melde: Ein aus Tam- meldet: Nach dem Abflauen der in den lezten Januartagen merfors kommender Zug von 58 Wagen mit Roten Garden unternommenen Angriffe der Staliener gegen die Höhenuud russischen Matrosen wurde in die Luft gesprengt. In der Umstellungen östlich von Afiago beschränkte sich der Gegner durch gebung von Björnsborg plündern die Roten Garden und, rujnschen weg auf fürzere Feuerüberfälle und normales Störungsfeuer, das Wiatrosen. Von der Südfront find teine enderungen bald schwächer, bald lebhafter auf unseren Gräben lag. gemeldet. Alle Leute lossen sich in die Listen eintragen. In Obermark sind alle zwischen 18 und 50 Jahre alten Männer unter die Fahnen berufen. * leber die Anfänge des Bürgerkrieges in Finnland berichtet der Berner„ Bund" nach aus Helsingfors über Stockholmi angefommenen Blättern. Danach begann der Bürgerkrieg aus dem Grunde, weil die Regierung Svinhufvuds dem Landtag den Antrag stellte, unverzüglich eine star fe Landesverteidigung zur Abwehr der aufflammenden Anarchie zu organisieren. Die sozialdemokratische Fraktion verlangte, daß diese Frage zuers ciner besonderen Landtagskommission zur Prüfung überwiesen werde. Der Negierungsvorschlag wurde jedoch vom Landtag mit 97 gegen 84 Stimmen angenommen. Dadurch entstand eine große Aufregung unter den Arbeitermassen, die mit Getralitaten drohten. Das Borgehen der weißen Garde, die Haussuchungen bei den Arbeiterorganisationen und Verhaftungen cin gelner Arbeiter vorzunehmen begann, steigerte die Erregung. Bei den Feierlichkeiten für die Anerkennung der Selbständigkeit Finnlands brachte die Agitation für das militärische Ziel Svinhufbuds, die übrigens mit deutschfreundlichen Kundgebungen verbunden war, die greizte Stimmung zum Sieden, so daß es den gemäßigten Sozialdemokraten unmöglich wurde, die rote Garde zu zügeln. Nach dem Sturz der bürgerlichen Regierung Svinhufvuds, an beren Stelle sofort die sozialistische Regierung unter Skizze zu den ital. Angriffen am 28./29.1.18 Mt.Balds jeben Gemeine Siago WT.B. 5183 Gallio at Tondarger mt miela Mt. Badelecche, mt Castelgomberto Titt Meletia Ant Zomo Ranch Mt Sisemof enzose Col del Rooso Enego Hol Jonders J. Maring 820 Sasso Rosso( 209 Tal Valstagna Col Moschin Brenta Angriffsrichtung der faliener Infolge der schlechten Raubfutterernte des letzten Sommers droht eine ernste Futterinappheit. Es ist eine dringende Notwendigkeit geworden, auf Laubben als Er fat futter zurückzugreifen. Die Oberste Heeresverwaltung bringt der Laubheugewinnung ein ganz beson deres Interesse entgegen und hat deshalb veranlaßt, daß die Frage raschestens geprüft worden ist; die anderwärts praktisch schon längst verwertete Saubheuge win nung muß in diesem Jahre durchgeführt werden, um die Pferde in den Zeiten voll leistungsfähig zu erhalten, in denen genügend Raubfutter nicht mehr greifbar sein wird. Das Kriegsamt wird durch seine nachgeordneten Stellen im Einverständnis mit dem Sammeln Kriegsernährungsamt das organisieren laffen." Jetzt kommt diese Erkenntnis allerdings reichlich spät und GSE it recht ungelegener Zeit. Wäre die Militärverwaltung dem Rat der sozialdemokratischen Bertreter gefolgt und hätte im Herbst, als man bereits die ungünstigen Ergebnisse einer Futterernte fab, die ihr reichlich zur Verfügung stehenden Kräfte in Gefangenenlagern und auch in den Etappen und Garnisonorten für die Laubheugewinnung nutzbar gemacht, so wäre uns eine große Sorge um die Bichhaltung und auch die menschliche Ernährung genommen. Aber es scheint fo, als ob bei unserer Voltsernährung immer erst in legter Stunde, wenn es gar nicht anders geht, zu den Hilfsmitteln gegriffen wird, die uns, früher in Angriff genommen, viel wertvollere Dienste geleistet hätten. Der Krieg auf den Meeren. Berlin, 7. Februar. Neue U- Bootserfolge im westlichen Mittelmeer: 26 000.- R.- T. Lebensmitteln begonnen. Diese Haussuchungen wurden Manners Leitung trat, gelang es drei Mitgliedern der alten Re- burd) 2000 Rote Gardisten unter der Aufsicht von 500 besonderen gierung, nach Waja zu entkommen, wo sie inter Leitung des Se- Abgesandten durchgeführt. In den zahlreichen Fällen, in nators Renvall eine neue provisorische bürgerliche Redenen festgestellt wurde, daß Lebensmittel vorhanden sind, wurden gierung bildeten. Aus einer am 2. Februar abgegebenen Er- die Einwohner verhaftet, in schwereren Fällen wurden sie mit klärung der in Berlin weilenden finnischen Deputation ist bekannt, Stolben geschlagen und mißhandelt, in ganz besonders schweren daß diese neue bürgerliche Regierung als Bevollmächtigte der alten Fällen auf der Stelle erschossen. Regierung zu betrachten ist. Der Aufenthaltsort der meisten anderen Mitglieder der alten Regierung, unter ihnen Svinhufvuds, ist. unbekannt. Es wird jedoch ein Aufruf Svinhufvuds verbreitet, in welchem die Bürger Finnlands aufgefordert werden, die alte Regierung und die Schüßentruppen des Generals Mannerheim zu unterstüben. Sämtliche bürgerlichen Parteien des finnischen Landtages erließen am 1. Februar eine Broffamation, die der von Landtag eingefekten Regierung unbeugiame Treue versprach und das Die dadurch unseren Feinden zugefügten Verluste baben den ganze Volf zum Schutz der Selbständigkeit des Landes und gegen Transportverkehr nach Frankreich und Italien diejenigen aufruft, deren Weg über das Grab der Freiheit der i dywer getroffen, Unter den versenkten Schiffen befanden Interdrückung und Schande entgegengehe. Bei diesem schroffiten sich zwei große Transportdampfer und ein Tankdampfer, der mit Gegenüber der beiden Lager ist die Wildheit, mit der nach schive- samt seinem Begleitfahrzeug vernichtet wurde und anscheinend dischen Nachrichten der Kampf geführt wird, nicht zu verwundern. Benzin oder Naphtha geladen hatte, da er unter einer ungeheueren Feuersäule verianf. Auch ŏ italienische Segler fielen den Angriffen der U- Boote zinn Opfer. unter ihnen die Schuner Attilio, Irania mit Koriladung und Maria S. S. del Paradija. An den vorstehenden Erfolgen war in erster Linie ein kleines U- Boot unter Führung des Oberleutnants zur See A. S. Neumann beteiligt. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Krylenkos Nachfolger. Stockholm, 8. Februar. Der russische Generalissimus Krylento, der befanntlich von den Polen in Mohilew gefangen genommen wurde, ist, wie der Korrespondent der " Telegraphen- Union" erfährt, unter starter Eskorte nach dem Hauptquartiee des polnischen Generalniajors Dowbor- Muskicki in Minst gebracht worden.. In Petersburg wurde ein Striegsrat abgehalten, an den sich infolge der schlechten Bahnverbindungen verhältnismäßig nur wenig Abgesandte von der Front beteiligten. Im ganzen waren 10 Sozialrevolutionäre, 2 Dienschiifi und 20 Bolschewitt vertreten. Es wurde einstimmig beschlossen, bis zur Erledigung des Konflikts mit den Bolen die Oberste HeeresIcitung Mianitow, dem bisherigen Vertreter Strylentos anzuvertrauen. Der Züricher Waffenfund. * Tantdampfer sind meistens recht große, eigens für den Transport von Erdöl eingerichtete Spezialicuiffe. Sie versorgen die Entente mit Petroleum, Naphtha und Benzin, die als Kraftstoff für den Schiffeantrieb an Etelle von Kohlen im Verlauf diefes serieges eine gewaltige Bedeutung gewonnen haben. Auch die zur Abwehr unserer U- Boote ständig in Dienst gehaltenen, meist mit Delfeuerung versehenen, zahllosen schnellen Fahrzeuge, Motorboote und Flugzeuge steigerten den Delverbrauch und die Abhängigkeit unserer Feinde von überseeischen Zufuhren in ungeahnter Weise. Aloyds Register von 1916 zählt nur 401 feindliche und neutrale Tantdampfer. Bern, 6. Februar. Die deutsche Gesandtschaft hat der Schwei- Amerikanischer Truppentransportdampfer torpediert. zer Bresse folgende Erklärung zu dem Züricher Waffenfund zugestellt: London, 7. Februar.( Renter.) Amtlich. Der Dampfer „ Das„ Berner Intelligenzblatt" veröffentlicht eine anjaycinend Tuscania der Auchorlinie( 14 348 Bruttotonnen) wurde in der auf eine italienische Quelle zurückzuführende Information, nach Nacht zum 5. Februar mit amerikanischen Truppen an Bord in der welcher die in Zürich gefundenen Flugblätter aus Berlin stammen, Nähe der irischen Küste torpediert. Im ganzen bedie Handgranaten in deutscher Verpackung und die Nevolver dent: fanden sich 2397 Bersonen an Bord; hiervon wurden 2187 gescher Herkunft gewesen sein sollen. Die von der genannten Zeitung rettet. Nach den bisherigen Angaben befinden sich unter den Gedaran geknüpfte Betrachtung deutet an, daß diese Gegenstände au retteten 75 Armecoffiziere, 1935 Mannschaften, 16 Schiffsoffiziere amtlichen deutschen Bureaus herrühren. Die deutsche und 125 Mann der Besagung, und 3 Passagiere spwie 32 Personen, Gesandtschaft in e ist diese Verdächtigung und alle von dem über die keine nähere Angabe vorliegt. Blatt daran geknüpften Schlußfolgerungen auf das nachdrückTich ste zurü d. Romberg." Ueberzeugungs- Ersah. Die Presse der Schwerindustrie. Die sozialdemokratische Presse hat in ihren verschiedenen Stadien auf den Eroberungsfeldzug hingewiesen, den die annerionistische Schwerindustrie in die Welt des Zeitungswesens unternommen hat. Seit längerer Zeit ist die Schwerindustrie dabei, zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung Zeitungen aufzukaufen. Die Beispiele mehrerer Berliner Zeitungen, der Weser- Zeitung", des„ Düsseldorfer GeneralAnzeigers" und vieler anderer haben gezeigt, daß die Krupp und Stonforten weder Mühe noch Kosten scheuen, um sich eine nachhaltige Beeinflussung der öffentlichen Meinung zu verschaffen. In letzter Zeit wurde bekannt, daß diese Umtriebe anch auf Desterreich übergriffen. Nun ist die Wiener Arbeiter- Zeitung" in der Lage, positive Angaben über die Eroberungen annegionistischer Schwerindustriellen jenseits der schwarzgelben Grenzpjähle zu machen. Unser Wiener Bruderblatt schreibt: " " Die Schwenfung, die das Fremdenblatt" in feiner Haltung deutlich gezeigt hat, soll in das Lager der deutschen Schwerindustrie führen. Das wird an fleinen Aeußerlichkeiten tiar. Der General direktor der vier Elbemühlblätter( Fremdenblatt",„ Wiener Mittagezeitung"," Extrablatt" und Allgemeine Zeitung"), Herr Prinzhorn, trachtet das Geschäft in öffentlicher Meinung zu erweitern. Er ist jetzt im Augenblic trampfhaft bemüht, auch einige Provinz blätter in die Hand zu bekommen, insbesondere ein Prager Blatt, und wird dann die Blätter, oder einen Teil dieser Blätter im Dienste der deutschen Schwerindustrie insbesondere der Rüstungsindustrie führen. Für dieses Geschäft hat er sich einen Mann gewonnen, der wohl nie Journalist war, den er aber doch nun als Verlagsleiter bestellt. Es ist dies der frühere Vizebürgermeister von Graz, Herr Dr. Bercht, der als nationaler Vogt auf die Tinten fuliplantagen des Herrn Prinzhorn gesetzt wird. Dieser Bercht hat den ehrlichen Auftrag erhalten, alle jene Redakteure, die es nicht augenblidlich zuwege bringen, nach rechts au schreiben, obgleich thre Feder bisher hie und da nach links schreiben durfte, zu entfernen mud durch nationale" Provinzschriftleiter zu erfeßen. Der Kurs der Blätter soll fünftighin, soweit es sich um Krieg und Frieden handelt, von Deutschland aus bestimmt werden, für die ertrem deutschnationale Richtung in Desterreich aber soll das Brager Blatt sorgen, das erworben werden soll. Es ist also für die nächste Zeit mit einer völligen Umtrempelung des Fremdenblattes" zu rechnen, die alte Meinungsdirne wird das alldeutiche nationale Kriegsprogramm feilhalten. Das Schicksal der Redakteure? Bringen sie es zutvege, auf Kommando nun das Gegenteil von dem zu schreiben, was sie gestern geschrieben haben, so werden sie vor den Ellavenýaltern Gnade finden; bringen sie das nicht zuwege, dann werden sie hungern müssen. Vielleicht wird es doch gut sein, wenn im Parlament von der Regierung Auskunft darüber verlangt wird, ob sie etwas von dieser geplanten Verfälschung der öffentlichen Meinung ist großen Stile weiß und wie sie sich dazu zu verhalten gedenkt. Unseres Wissens Bezieht das Fremdenblatt" no ch immer Gelder aus Re gierungstafsen, der Titel für eine solche Anfrage wäre also gegeben. Vor allem wird man aber den Grafen Cjernin sehr ernst fragen müssen, ob er angesichts dieser Infauberteiten die Verbindung mit dem Fremdenblatt" noch aufrecht erhalten Amsterdam, 8. Februar. Aus London wird gemeldet: Nach einem Bericht aus Belfast gehörte die Zuscania zu einem Geleit Als die Zeitungspläne der Schwerindustrie zuerst aufzugc. Es war eben die Dämmerung hereingebrochen, als ein 11- Boot einen Torpedo abschoß, der aber nicht voll traf. Trotzdem tauchten, wurde von uns die Notwendigkeit betont, daß die Petersburg, 8. Februar.( T. II.) Dem Befehl der Sowjets neigte sich das Schiff augenblidlich auf die Geite, wodurch das Hal- Standesorganisationen der Journalisten zufolge haben in der ganzen Stadt straßenweise in ben ten der Rettungsschaluppen sehr erschwert wurde. Die Tuscania zu diesen Umtrieben Stellung nähmen. wohlhabenden Häusern Haussuchungen it a dj mußte dann noch etwa vier Stunden auf dem Meere treiben. Die nichts gerührt. Washington, 7. Februar.( Meldung des Neuterschen Bureaus.) Kriegssekretär Wafer gab heute folgende Erklärung über die Das„ Berner Tagblatt" schreibt zu dieser Richtigstellung: Das Versenkung der Tuscania ab: Die Versenkung der TusDementi macht mit erfreulicher Deutlichkeit in jeder Beziehung cania stellt uns den Kriegsverlusten in ihrer unbarmherzigsten der verdächtigen Heße ein Ende. Die Mitteilung des Intelligenz- Gestalt von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Es ist eine neue blattes" trägt in der Tat deutlich den Stempel italienischer Her- Herausforderung an die zibilisierte Welt von funft. Sie gehört in die Reihe jener Pressemanöver, die einen seiten des Gegners, der die Heimlichkeit und Wildheit der Kriegdoppelten Zived verfolgen: Deutschland bei der Schweiz und die führung vervollkommnet und todbringender gestaltet hat. Wir Schweiz bei der Entente zu verdächtigen. Selbstverständlich fehlt müssen diesen Krieg gewinnen. Wir werden diesen Krieg gewin= in der Mitteilung des Intelligenzblattes" auch nicht die bei all nen. Verluste, wie dieser, vereinen das ganze Land im Weitgefühl mit den Familien derjenigen, die einen Verlust erlitten haben. Sie diesen Räubergeschichten notwendige Verquickung machen auch uns darin einig, unsere Absicht vorwärts zukommen mit der Almereyda Affäre. Das allein verrät schon entschlossener zu machen. deutlich die Herkunft jener Information. = Hamsterjagd in Petersburg. will." 99 Es hat sich Scharfe Zusammenstöße in Brest- Litowsk. Seimgefunden. Dr. Mar Maurenbreer, ehehem Go zialdemokrat, hatte in lester Zeit wiederholt dadurch von sich reden gemacht, daß er als Agitator der Vaterlandspartei wirkte, allerdings oft mit negativem Erfolg, wie z. B. sein Auftreten in seno gezeigt Brest- Litomst, 7. Februar. Staatssekretär von Kühl- erscheinen lassen. Er glaube Herrn Troski dahin zu verstehen, hat. Jekt ist Maurenbrecher, der früher auch in der freirelimann und Minister des Aeußeren Graf Czernin sind gestern daß es seinen Wünschen entsprechen werde, wenn, wie er feitiöfen Bewegung eine hervorragende Rolle gespielt hat, in den abend wieder in Brest- Litomst eingetroffen. ohnehin beabsichtige, in einer der allernächsten Sitzungen die bis- Schoß der evangelischen Kirche zurückgekehrt. Seine Heiligsprechung soll demnächst bevorstehen. berigen Ergebnisse der Verhandlungen zusammengefaßt würden. Minister des Aeußern Graf Czernin erklärte in längeren Ausführungen, daß auch die östereichische und ungarische Preise ihre Ans der Regierungen äußere. schauung über die Haltung der Bolschewifi ohne Beeinflussung seitens Heute vormittag hielt die deutsch österreichisch- umgarisch russische Kommission zur Regelung der politischen und ferri torialen Fragen eine erneute Sitzung ab. Staatssekretär von Kühlmann kam zunächst auf die schon früher erörterte Frage nach dem Ursprung gewisser angeblich gefälschter Telegramme Industrie und Handel. Nach einer nochmaligen Verwahrung gegen den Vorwurf der Die Rohstoffe eine Waffe erster Ordnung. Verschleppung bemerkte Herr Trotti, cr müsse zwar offen einder Petersburger Telegraphen- Agentur zurück. Er gestehen, daß seine Regierung während der Zeit der Revolution Die Entente hat zwar weite Ländereien den siegreichen führte aus, er habe es sich, da aus den Darlegungen des Herrn eine ganze Reihe von Zeitungen unterdrückt habe, nicht, weil sie am deutschen Heeren überlassen müssen, aber sie hat ein Gebiet Vorsitzenden der russischen Delegation immerhin die Unteritellung Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten Kritik geübt hätten, besetzt, das unendlich groß ist und doch in keinem Atlas steht: hobe herausgelesen werden können, als sei die Fälschung in sondern deswegen, weil sie zu Gewalttaten auforder= den Außenmarkt und die Rohstoffquellen Deutschland vorgenommen worden, besonders angelegen sein lassen, ten. Dagegen bestche bei ihnen keine Vorzenjur, wie in einigen entschlands. Schon vor mehr als einen halben Jahr der Sache so weit als irgend möglich nachzugehen. Bei weitem die anderen Staaten. verzichtete in einem viel bemerkten Artikel der„ Temps" auf wichtigste und politisch folgenreichste der betreffenden falschen Wel- Staatssekretär von Kühlmann wies darauf hin, daß es auch in ungen habe die Sisung vom 27. Dezember in Brest- Litowst zum Deutschlandleine Borzenfur gäbe, und daß Angriffe auf den holden Wahn, Deutschland militärisch niederzuringen, Gegenstand gehabt, wie er habe feststellen laſſen, jei diese Meldung die auswärtige Politik und deren Träger, wie einem so gründlichen und forderte dafür die ententistischen Regierungen auf, die durch das Risau- Bureau in Kopenhagen verbreitet worden. Das Kenner der deutschen Zeitungen, wie es Here Tropfi sei, nicht ent- Bersorgung mit allen Rohstoffen in feste Hand zu nehmen bei Rigau vorliegende Originaltelegramm sei aus Petersburg abgeschickt und trage die Unterschrift Wic ft ni f", wie alle anderen gangen sein könne, nicht zum Verbote deutscher Zeitungen zu führen und damit ein höchst wertvolles Faustpfand zu schaffen. Lat. pflegten. sächlich sind auch die feindlichen Regierungen mit allem Eifer Telegramme der Petersburger Telegraphen- Agentur. Er müsse Minister des Aeußern Graf Czernin stellte fest, daß die in um die Durchführung dieses Programms bemüht und die also die weiteren Nachforschungen darüber, wer für die Absendung Cesterreich und Ungarn bestehenden Zensurbehörden nicht in der bisher noch neutralen Regierungen auf ihre Seite zu ziehen des Telegramms aus Petersburg verantwortlich sei, dem Herra Lage seien, positive Aeußerungen der Preise zu veranlaffen. Sie versucht. Darin liegt auch die große Bedeutung der in Vorsitzenden der russischen Delegation überlassen. Eine weitere Meldung, die gleichfalls politisches Aufsehen erregt habe und bom fönnten stets nur negativ wirfen und in beschränktem Maße Preise- Deutschland sehr zuunrecht bagatellifierten BeziehungsabDie richtig bezeichnet worden jei, beziehe sich auf eine von Herrn Trohli Desterreich und Ungarn fei seines Wissens feit langem keine Bei- refolute Bestimmtheit, mit der die Entente auf die wirtschaftHerrn Boltskommissar für Auswärtige Angelegenheiten als un- äußerungen, die für schädlich gehalten würden, verhindern. In brüche" und Kriegserklärungen erotischer Staaten. auf dem dritten Kongreß des Arbeiter und Soldatenrats gehaltung unterdrückt worden. tene Rebe. Nach Deutschland sei die fragliche Meldung gelangt auf Sierauf wurde auf Antrag des Herrn Trokti das Wort dem liche Drosselung Deutschlands hinarbeitet, geht sehr gut aus Grund ihrer Wiedergabe in der dänischen Zeitung Berlingsfe Mitglied der russischen Delegation Bobinski als Gachverständigen einer Debatte des französischen Senats hervor, in deren VerTidende" vom 31. v. M. Die beiden wichtigsten Säge in dem Be- für polnische Angelegenheiten erteilt. Herr Bobinski verlas nun- lauf der Handelsminister Clementel erklärte: tichte lauteten:„ Die Imperialisten behaupten fälschlicherweise, daß mehr eine Aufzeichnung in russischer Sprache, die von seinem Gewir Sonderverhandlungen führen wollten" und in einem späteren nossen Herrn Abjaze:„ Die russische Delegation will von ihren Forderungen nicht Abstand nehmen und will feinen Separatfrieden schließen." Das Wolffbureau habe am 29. Januar abends aus Stockholm diese Mitteilung in französischer Sprache als Meldung der Betersburger Telegraphen- Agentur erhalten, und aus Stockholm werde bestätigt, daß in der Tat der französische, an Wolff weiter gegebene Tert dort als Telegramm der Petersburger TelegraphenAgentur eingegangen sei. Wenn also eine Fälschung vorliege, so müsse sie zwischen Petersburg und Stockholm began gen worden sein. Nadek sodann in deutscher Sprache wiederholt wurde. Die beiden Herren bezeichneten sich in ihren Darlegungen als die einzig berufenen Vertreter des polnischen Volkes, forderten die sofortige Entfernung der jebigen Regierungsorgane in Bolen und ergingen sich in Anklagen gegen die bisherige Entwicklung der Unabhängigkeit Bolens. In der Aufzeichnung wurde des weiteren erklärt, daß bis jetzt einzig und allein das revolutionäre Rußland die wahren Interessen der Freiheit Bolens verteidigte. Herr Bobinski und Herr Radek beciefen sich in ihren Ausführungen auch auf die in der deutschen und öfterreichisch- ungarischen Armee kämpfenden Bolen. Auch in diesem Falle möchte er also dem Herrn Vorsitzenden der russischen Delegation anheimgeben festzustellen, daß das Wolfffche Telegraphen- Bureau und die deutsche Presse in dieser Angelegenheit völlig bona fide gehandelt hätten. Es scheine ihm im eigensten Interesse der russischen Politik zu liegen, daß russi- fung der russischen Abordnung anzusehen sei. scherseits largestellt werde, wie und wo diese politisch immerhin bedeutenden yalschungen vorgekommen feien. Staatsjefretär von Kühlmann richtete nach Verlesung dieser Schrift die furze Frage an den Vorsitzenden der russischen Delegation, ob das eben verlesene Dokument als eine offizielle MitteiHerr Trotti entgegnete, die eben vorgetragenen Ansichten seien natürlich nur in denjenigen Grenzen gültig, welche die russische DeTegation bei Beginn der gegenwärtigen Verhandlungen festgesekt habe, und innerhalb dieser Grenzen seien fie als offizielle Erklärun gen anzusehen; was über diese Grenzen hinausgehe, sei nur als informatives Material zu betrachten. Jeder muß sich bemühen, die nationale Erzeugung zu heben, um die im Hinblick auf den Krieg von Frankreich im Auslande eingegangene beträchtliche Schuld zu tilgen. Was die Frage der allen Ländern, insbesondere DeutschI and, notwendigen Rohstoffe betrifft, so ist eine Drganisation notwendig, die eine Verständigung darüber mit den verbündeten Ländern sichert. Von Bedeutung ist in dieser Hinsicht der Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg, der mächtigsten Nation vom Gesichtspunkte der Rohstoffe aus, durch die die Alliierten jezt über eine. furchtbare Waffe verfügen. Immerhin halte ich noch nicht die Stunde für gekommen, um die 3ollfragen zu lösen. Die Entscheidung darüber muß in aller Klarheit unter Mitarbeit aller Alliierten vorbereitet werden. Deutschland ist mehr als jedes andere Land hinsichtlich der Rohstoffe und Nahrungsmittel vom Auslande abhängig. Wir beabsichtigen nicht einen wirtschaftlichen Angriffsbund zu gründen, wollen aber Herren unserer Märkte bleiben und uns unsere Rohstoffe für uns, unsere Bundesgenossen und die uns freundlich gesinnten Neutralen vorbehalten. Wenn wir Deutschland unsere Türen verschließen, so geschieht es, weil es das gewollt hat. Wir wünschen einen dauerhaften, fruchtbringenden und für die Menschheit wohltätigen Frieden. durch Der Senat befräftigte diese ministeriellen Erklärungen folgende Entschließung: Der Senat stellt fest, daß die Alliierten in den Rohstoffen eine wirtschaftliche Waffe erster Ordnung befizen, die besonders von unseren Feinden gefürchtet wird, und fordert die Regierung auf, durch eine Zusammenfassung der wirtschaftlichen Anstrengungen in Frankreich und innerhalb der Entente das Mittel zu suchen, durch das diese von den Mittelmächten zur Wiederherstellung ihrer Industrie begehrten Hilfsquellen am besten ausgenußt werden. Herr Troyli entgegnete, er habe sich zur Klärung des Sachverhalts bezüglich des ersten Telegramms alle Originale der Depeschen der P. T. A. vorlegen lassen, das beanstandete Telegramm aber nicht darunter gefunden. Was das zweite Telegramm an Tange, so sei er durch die in der lezten Zeit vorgekommenen Staatssekretär von Kühlmann gab hierauf folgende Erklärung ab: häufigen Unterbrechungen der Drahtverbindungen mit Petersburg Ich finde es merkwürdig, daß in derselben Sibung, in behindert gewesen. Er werde aber, sobald die technischen Mög- welcher der Herr Volkskommissar für die auswärtigen Angelegenlichkeiten gegeban jelen, alles versuchen, um in fürzester Zeit diese heiten den Vorwurf weit von sich weist,„ daß er die Verhandlungen beiden Mißverständnisse oder Fälschungen aufzuffären. Vor Eintritt in die eigentliche Tagesordnung, auf der die verschleppe, er uns durch ein Mitglied seiner Delegation AusFortsetzung der Besprechung über die Frage der Beteiligung vol- führungen von dieser Länge vorlesen läßt, für welche er dann halb nischer Vertreter an den Friedensverhandlungen stand, erhob Herr und halb die Verantwortung ablehnt. Mir hat die eben verlejene Trotki Widerspruch gegen die, wie er meinte, in der deutschen, Darlegung den Eindruck gemacht, daß sie durchaus zum Fenster österreichischen und ungarischen Presse sehr gut organisierte Kam- hinausgesprochen ist, und wie der Herr Vorsitzende der pagne", die den 3ived verfolge, der russischen Delegation die russischen Delegation zu der Auffassung kommt, daß durch derartige Berschleppung der Friedensverhandlungen rein agitatorische Volksreden dem Fortschritt unserer Verhandlun= vorzuwerfen. Demgegenüber müsse er darauf hinweisen, daß die gen gedient werden soll, ist mir vollständig unklar. Ich für Nun wäre sicher nichts verfehlter, als diese drohenden große Bedeutung der von der Gegenseite bekanntgegebenen Be- meine Person lehne es auf das bestimmteste a b. Gesten allzu tragisch zu nehmen. Die Poseure rechnen ja dingungen seinerzeit eine Pause zu deren Prüfung durch die von Seiten der russischen Delegation irgend gerade mit dem niederschmetternden Eindrud ihrer geballten rujjiiche Regierung notwendig gemacht habe. Jedenfalls halte er es für notwendig, zu erklären, daß die Verantwortung für die welche Erklärungen entgegenzunehmen, welche Fäuste. Um so notwendiger ist es, zu erklären: die Wünsche Verschleppung nicht auf die russische Delegation falle. Gerade nicht von vornherein sich als offizielle Grtlädes chrbaren Monsieur Clementel für einen dauerhaften, der Herr Vorsitzende der deutschen Delegation babe eine theoretischerungen der gesamten Delegation darstellen. Ich fruchtbringenden und für die Menschheit wohltätigen Frieden" Erörterung der verschiedenen Fragen gewünscht. fürchte, die Geduld der Borsibenden der Verbündeten Delegationen sind lautere Flunkerei. Der Krieg hört nicht auf, wenn der Staatssekretär v. Kühlmann erklärte hierauf, er habe die vom wird durch Vorgänge, wie die eben gehörte Rede des Mitgliedes rieg der Waffen abgelöst wird vom wirtschaftlichen Krieg. Herrn Vorsitzenden der russischen Delegation als wohl organisiert der russischen Delegation auf eine sehr harte Brobe gestellt, und es Insbesondere die deutsche Arbeiterschaft muß es sich gründBezeichnete deutsche Preßtampagne nicht verfolgt. Dant der werden jezt nicht nur bei der deutschen Presse sehr ernstliche fichst verbitten, daß die Regierungen der europäischen EntenteDeffentlichkeit der Diplomatie, welche auf Wunsch der russischen Zweifel darüber entstehen müssent, ob auf Seiten der russischen länder- Wilson ist nur für den bedingten Wirtschaftsfrieg-Delegation im Laufe dieser Besprechungen durchaus beobachtet morden sei, habe die deutsche Presse sich aus den veröffentlichten Delegation wirklich die Absicht vorliegt, die hiesigen Verhandlungen zugunsten ihrer Kapitalisten den freien Verkehr aufheben Verhandlungsberichten ihr eigenes Urteil bilden können. Der erfolgreich zum Abschlusse zu bringen. und so Deutschlands Wirtschaft drosseln. Denn niemand würde deutsche Journalist sei Mannes genug, um sich unabhängig ein General Hoffmann fügte folgendes hinzu: Ich protestiere mehr unter so brutalem Hungerdruck leiden als der deutsche Urteil zu bilden, und wenn das Urteil, zu dem die deutsche Bresse dagegen, daß die Herren Bobinski und Radet sich anmaßen, im Arbeiter. Solange die Ententeregierungen ernstlich solche gelangt sei, der iussischen Delegation nicht gefalle, so stehe es der Ramen von Angehörigen des deutschen Heeres zu Ideen vertreten, kämpft der deutsche Arbeiter im Kampf ruffifchen Breffe ihrerseits vollkommen frei, diejenigen Ansichten sprechen. Ich muß die Soldaten des deutschen Heeres polnischer gegen fie um fein tägliches Brot. zu verfechten, die sie für richtig halte. Er müsse jedenfalls jede Nationalität, die sich auf allen Kriegsschaupläßen ehrenvoll für Unterstellung, als wären die Vorsibenden der verbündeten Dele- ihr Vaterland, das deutsche Reich, geschlagen haben, gegen dergationen für eine Verschleppung der Verkandlungen verantwort lich, auf das Nachdrücklichste zurüdweisen. Da es sich bei artige Versuche auf das energischste in Schutz nehmen. ben Verhandlungen um Gedanken handele, die großenteils neu Herr Trozki entgegnete, er halte gegenüber den bekannten Die Fabrik isolierter Drähte zu elektrischen Zweden( vorm. feien und für die weder in der internationalen Theorie noch Braris Willensäußerungen, auf die sich die Gegenpartei berufe, die An- C. J. Vogel Telegraphendrahtfabris) Akt.- Ges. in Berlin speziali Borbilder vorlägen, sei es unbedingt notwendig gewesen, auch von sichten und Urteile der im Verbande seiner Delegation vertretenen siert ihren Betriebsüberschuß 1916/17 dabin, daß 1783 864 M. aus der theoretischen Seite die zur Erörterung gestellten Fragen zu be- Polen für außerordentlich wichtig für die Stellungnahme seiner dem Stammiverf, 400 000 D.( iwie im Vorjahr) aus der„ Ariadne" Ieuchten. Wäre eine Ginigung über die theoretischen Buntte er Delegation in diesen Fragen. Fabrik isolierter Drähte G. mt. b. S. stammen, deren Buchwert sielt worden, so wäre man, wie dem Herrn Bollsfommissar für Staatssekretär v. Kühlmann schloß hierauf die Sizung mit 2 Millionen Mark beträgt. Der Beteiligungsgewinn aus den auswärtige Angelegenheiten ja wohl belanni sei, eine befriedigende der Bemerkung, daß den Wünschen der russischen Delegation ent- 125 000 D. Anteilen der W. u. A. Roumann G. m. b. S. in NeuLösung der gemeinsamen Aufgabe sehr nahe gekommen. Serr Trokki habe mit Recht darauf hingewiesen, daß die Wichtigkeit der sprechend in der nächsten Sizung die Ergebnisse der bisherigen föln, der im letzten Rechnungsjahr 120 000 m.( gegen 100 000 m. Borschläge der Gegenseite ihn ein gründliches Studium hätte nötig Arbeiten zusammenfassend erörtet werden sollen. i. 2.) betrug, ist im Abschlusse für 1916/17 noch nicht verrechnet. Die Vogel- Werke und die ihr angeschlossenen Unternehmungen be schäftigen zurzeit zirka 1100 Angestellte. Ueber die Aussichten wird bemerkt: Auch für das laufende Geschäftsjahr ist nach dom bisherigen Geschäftsgange ein günstiges Ergebnis zu erwarten.( Die fektjährige Dividende betrug 18 Bros.) Staatsrettung in Groß- Röhrsdorf oder die mikverkannte Hochzeitsrauke. als Zeichen der Freundschaft gewidmet hatten. So wurde in Groß- Röhrsdorf das Vaterland gerettet, im vierten Jahre des Welttrieges. Ein ländlicher Patriot. Um nicht gute Kühe und Rinder Man schreibt uns: In gewiffen sächsischen Gegenden besteht die Sitte, an Hochzeitstagen die Haustür des Hochzeitshauses mit Blumen au schmücken. Dieser alte Brauch wurde auch anr 27. Ja- Jm„ Ostfriesischen Kurier", einem in Norden( Prov. Hannover) unar in Groß- Röhrsdorf geübt, und da vor der Tür des Hochzeits- erscheinenden Blatte, vom Januar 1918 finden wir nachstehendes hauses zufällig eine Fichte stand, so wurde auch diese mit roten Inserat: Bapierblumen ausgeschmückt. Nun aber liegt Groß- Röhrsdorf im Wahlkreise Baußen Samenz, in dem zwei Tage zuvor, am 25. Januar unser Genosse Uhlig gegen den Vaterlandsparteiler in den Reichstag gewählt worden war. Und ferner wurde 27. Januar, in Groß- Röhrsdorf nicht nur Hochzeit, sondern auch von den patriotischen Bürgern Kaisers Geburtstag gefeiert. marschterte denn auch der Militärverein in Neih und Glied Ja die biederen patriotischen Landleute! Wie vorteilhaft zur Stirche zum Festgottesdienst, an der Spizze der Gemeinde unterscheiden sie sich von den bösen sozialdemokratischen Industrieborstand. Welcher Schreck aber, als der Zug an dem Hochzeitsarbeitern! haus vorbeidefilierte und man die mit roten Blumen geschmückten an die Heeresverwaltung liefern zu müssen, suche solche gegen schlechtere zu bertauschen. Alle sind Stammtiere oder mit Kälbermarke verschen. Georgshof, P. Dornum. H. Edzards. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Leste Nachrichten. Die polnische Forderung. Wien, 8. Februar. In der heutigen Sibung des Abgeordnetenhauses wies der Pole Waller auf die jüngsten Rundgebungen sowie auf die Beschlüsse der Lemberger Landesversammlung am 2. Februar hin, welche in der Forderung nach der Vereinig gung Galiziens mit dem polnischen Staat unter dem erblichen Szepter des Kaisers von Oesterreich als König von Bolen gipfelten.( Beifall bei den Polen.) Abg. Wrobel erflärte, Bolen werde nicht ruhen, bis es ganz vereint sei, den Zutritt zum Meer erlangt und seine geschichtlichen und rechtlichen Ansprüche durchgesezt haben werde. Parteien für ein bier monatiges Budgetprovisorium, während die Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, sind die deutschen Polen es auf zwei Monate beschränkt haben wollen. Fichten gewahr wurde.„ Das haben die Roten gemacht, weil Unter dem Dreiklassenwahlrecht geht es leichter. Magdeburg, Uhlig gewählt ist," entfuhr es den bleichen Lippen des Gemeinde- 8. Februar.( Amtliches Wahlergebnis.) Bei der heutigen Landtagsvorstandes. Strads wurde der Wachtmeister nach dem Hochzeits- ersatzwahl im Wahlkreis Stendal 2 wurde der General der Infanhause geschidt, um die Entfernung der staats- ferie a. D. von Liebert, Berlin- Wilmersdorf, konservativ, mit gefährlichen roten Blumen Der Regierungsstatthalter von Lausanne ermordet. zu fordern. allen abgegebenen 292 Stimmen gewählt. Ein Gegenfandidat war Dic froh verfammelten Hochzeitsgäste nicht aufgestellt worden. Herr v. Liebert, der Vorsibende des nicht wenig Lausanne, 8. Februar.( Meldung der Schweizerischen De varen gwar staunt, als Reichsverbandes zur Bekämpfung der Der Regierungsstaithalter in Lausanne, Jules der Gestrenge donnernd die Festlichkeit Sozial Peschenagentur.) fuhr, aber schließlich bequemte man sich die Fichte von dem Blumen- für den sächsischen Wahlkreis Borna- Pegau verloren. Die Nach Bureau tot aufgefunden. Es scheint, daß er von einem Unbekann demokratie, hatte 1913 in der Nachwahl sein Reichstagsmandat Se chaud, wurde am Donnerstagmorgen um 8 1hr in seinem fahmud zu befreien, den ein paar nichts weniger als politisch gewahlen zum preußischen Abgeordnetenhaus vollziehen sich bekanntlich ten, es heißt von einem Orientalen, mit dem Revolver erschossen fonnene junge Freundinnen der Braut den Neuvermählten ohne Mitwirkung der Wähler, nur durch die Wahlmänner. iu er= wurde. Gewerkschaftsbewegung Forderungen der Bergarbeiter. Wie die„ Bergarbeiter- Zeitung" berichtet, haben die Vorstände der vier Bergarbeiterorganisationen auf Drängen der organisierten Bergarbeiterschaft an die Arbeiterausschüsse im Ruhrgebiet folgende Aufforderung erlassen: die fozialdemokratischen Getverffchaften in einer um Jahrzehnte| Zussion auch ein Redner der Baterlandspartei, deffen. Ausführun längeren Wirksamkeit erworben haben, vermindert und allmählich gen vom Referenten unter dem lebhaften Beifall der Versammlung eingeholt werben müsse. Es sei daher die ratione ste mit Leichtigkeit widerlegt wurden. Ausnügung aller zur Verfügung stehenden Kräfte dringendes Erfordernis. wertschaften in den erften Jahren ihrer Gründungszeit durchglübte, Der alte Feuergeist des Idealismtus, der die christlichen Gemug wieder in ihrem Beamtenförper ertvachen und alle, auch das letzte seiner Glieder zu höchsten, bisher nie gelannten Leistungen anspornen." Berhaftungen von Sozialdemokraten in Petersburg. Verhaftet wurden Martow, der menschenvistische Bruder des bekannten holm aus die vergebliche Werbereise für die Stocholmer Konferenz " Internationalisten", und Rosa now, der im Sommer von Stockdurch die Verbandsländer unternommen hat. Haftbefehle wurden auch gegen Beretelli und Tschernow erlassen. Dagegen ist die Nachricht von der Verhaftung Riasanoffs falsch, der als Sekretär der Gewerkschaftskommission fungiert. Auf freien Fuß gesetzt wurde der Redakteur der„ Bergischen meldet, verhaftet worden war. An unsere Arbeiteransschüsse im Ruhrgebiet! Einer Anzahl vorliegender Anträge entsprechend, und um Als die wesentlichste Borausseßung einer erstarkenden Maffenungeregelte, die Striegswirtschaft und die Arbeiter schädigende bewegung setzt der Verfasser die Disziplin, den Idealis. Bewegungen hintanzuhalten, haben sich die Vorstände der vier mus und den Opfermut ihrer Anhänger voraus. Diese Bergarbeiterorganisationen am 30. Januar mit den Lohnverhält. Eigenschaften feien auch heute noch in reichem Maße im Arbeiter- Arbeiterzeitung" Merfel, der wegen Flugblattverteilung, wie gevolle vorhanden. Nicht wenige Bertrauensleute in den chriftlichen niffen der Ruhrbergleute eingehend beschäftigt. Jn Anbetracht der Gewerkschaften, die von ihrem largen Lohn die Beiträge zu den Druckfehler. Unlängst berichteten wir, daß die„ Rheinische andauernden großen Teuerung der Lebensmittel und aller verschiedensten, für die Arbeitersache wichtigen Vereinen leisten, in Beitung" in der letzten bewegten Zeit 7500 Abonnenten gewonnen übrigen Bedarfsartikel, besonders Bekleidungsstoffe, Schuhe usw., zahlreichen Sigungen und Versammlungen Ausgaben machen bat. Richtig soll es heißen: 1500. Auch dieser Erfolg wird unferen Kölnern Parteifreunden genügen. halten die Vorstände eine weitere Steigerung der Berg- müßten, die sie nie vergütet bekämen, opferten ihre wohlverdiente arbeiterlöhne für dringend notwendig. Die Organisations Sonntagsruhe im Kreise ihrer Familie, bedienten ihre Mitglieder leitungen empfehlen daher den Arbeiterausschüssen im Ruhr- und machten Hausbesuche zu Werbezwecken. gebiet, bei ihren Werksverwaltungen baldigst folgendes zu tommen, sei eine der größten Aufgaben der hauptberuflich tätigen Solche Kräfte in möglichst großer Zahl lebendig zu bebeantragen: Funktionäre der driftlichen Gewerkschaften für die kommende Entscheidungszeit. 1. Einen Lohn für Hauer und Lehrhauer von 13,50 Mart pro Schicht, ausschließlich Kindergeld und etwaiger anderer Teuerungszulagen, 2. für erwachsene männliche Schichtlöhner über und unter Tage eine Lohnerhöhung von 1,50 Mart pro Schicht, 3. für erwachsene weibliche Arbeiter eine Rohnerhöhung von 1 Mart, 5. eine Verdoppelung des Kindergeldes. Bon letzteren erwartet Fromm, daß sie sich völlig als ArbeitsBrüder willen in mübfeligen Studien neben der Arbeit besondere kollegen der Arbeiter fühlen, die sich nur ihrer leidenden gedrückten Kenntnisse erworben haben und denen es der Verband nun möglich gemacht habe, ihr Wissen weiter zu bilden und dieses Wiffen und alle ibre Kräfte für ihre arbeitenden Kollegen einzufetzen. Außerdem verlangt das neue Programm der chriftlichen Arbeiter bewegung zu feiner praktischen Durchführung auch eine größere BielSoziales. Beschaffung von Textilwaren für Kinderfürsorge- Einrichtungen. Das Kriegs- Eriaz- und Arbeits- Departement teilt im Einver ständnis mit der Kriegs- Rohstoff- Abteilung und der ReichsbekleidungsBetriebsunternehmer, sondern von Gemeinden, Vereinen oder Einzels ſtelle folgende Verfügung mit: Die Bedarfsammeldung für Arbeiterinnenheime, die nicht vom perfonen eingerichtet sind, ebenso die Bedarfsanmeldung auf Reptil waren für Kinderfürforge- Einrichtungen aller Art, die nicht durch die Kommunalbehörde beschafft werden können, erfolgt jedoch nur in den dringendsten Fällen auf folgendem Wege: Die Anstaltsleitung übersendet die Bedarfsanmeldung der zuständigen Kriegsamtitelle und behält eine zweite Ausfertigung ber abgesandten Bedarfsanmeldung für sich zurück. Die Kriegsamtstelle prüft den Antrag und sendet ihn gegebenenfalls mit Befür wortung auf der Rückseite des Formulars- der zuständigen Landeszentralbehörde zur Prüfung ein mit der Bitte um Weitergabe an die Reichsbekleidungsstelle. Der Bescheid der Reichsbekleidungsstelle geht unmittelbar an den Antragsteller. Ist der Antrag abschlägig befchieden, und es besteht unter feinen Umständen die Möglichkeit, mit geringerem Wäschebestand oder Erfagstoffen wirtschaften zu können, so wird der abfchlägige Beidheid zusammen mit der zurückbehaltenen zweiten Ausfertigung der Bedarfsanmeldung zwedmäßig der zuständigen Kriegsamtstelle 4. für Jugendliche eine Rohnerhöhung von 75 Pf. feitigkeit der Gewerkschaftsfunktionäre auf dem Gebiete des volitischen und sozialen Wissens. Unter seinen Händen müsse alles: Eine ausführliche Begründung der vorstehenden Forde- Arbeiterschutz, Frauen- und Jugendschuh, Arbeiterversicherung usw. rungen dürfte sich erübrigen. Die gegenwärtigen Teuerungs- Iebendige Gestalt annehmen. berhältnisse sind überall hinreichend bekannt. Es wird auch Die neue Zeit werde an die geistige Qualifikation der Organijeder zugeben müssen, daß besonders die Löhne der Schicht- fationsbeamten die höchsten Anforderungen stellen; jeder Angestellte Iöhner, die nach der legten amtlichen Lohnstatistik im werde bis an die Grenze feiner Leistungsfähigkeit bestrebt sein 3. Vierteljahr 1917 unter Tage 7,16 Mart, über Lage jo- müssen, fein Wissen zu erweitern. Und bei alledem werde im Bureaubienst, auf Agitation, auf gar nur 6,72 Mark pro Schicht betrugen, und die auch im Dienstreifen die größtmöglichste Zeiteinteilung und Ersparnis 4. Bierteljahr nicht erheblich stiegen, absolut nicht ausreichend berrichen müffen, soll die fruchtbringende Zeit für intensive Werbesind, um die Arbeitskraft aufrecht zu erhalten. Eine Ver- tätigkeit gewonnen werden. überfandt zur Weitergabe an das Kriegs- Ersag- und ArbeitsDepartement A Z S c, bas das Weitere veranlagt. doppelung des Kindergeldes wird deshalb berlangt, weil Der Artikel verdient schon insofern meiteste Beachtung auch Jft der Antrag feitens der Reichsbekleidungsstelle genehmigt gerade die Kinderreichen Familien am meisten unter der großen imferer Gewerffchaftsgenossen, weil der Verfasser eine Fülle von worden, so hat der Antragsteller zunächst alles zu versuchen, um auf Teuerung zu leiden haben. Erfreulicherweise wird auch auf Anregungen gibt, die von allgemeiner Bedeutung sind. die bewilligten Bezugsscheine die Gegenstände im freien Handel zu einigen Bechen bereits das doppelte Stindergeld, also 20 ẞf., D6 fein Ziel, den natürlichen Vorsprung namentlich der sozial erwerben. Gelingt ihm der freihändige Sauf nicht, so fann er ungezahlt. demokratischen Gewerkschaften zu vermindern und allmählich ein- mittelbar bei der Reichsbekleidungsstelle Abteilung B unter Ein zuholen, in Erfüllung geben wird, ist eine andere Frage. Haben fendung der vorher von dieser bewilligten Bezugsscheine Antrag auf Wenn Grubenverwaltungen die vorstehenden Forderungen es die Führer der freien Gewerkschaftsbewegung verstanden, die Lieferung stellen. Es ist unter Vorlage von Schreiben mehrerer ablehnen sollten, mögen sich die Ausschüsse an die zuständigen Organisationen in der Kriegszeit lebensträftig au erhalten und führen, daß der Rauf im freien Handel nicht möglich war. Außer mit der Lieferung vergeblich beauftragter Firmen der Nachweis au Schlichtungsausschüsse wenden und gleichzeitig den fogar ihre inneren Einrichtungen auszubauen, so brauchen fie um dem find möglichst Proben aus gewünschtem Stoffe beizulegen. Es Belegschaften erklären, daß feine weiteren Schritte ohne das den Wettlauf der christlichnationalen Gewerkschaftsbewegung nach werden dann von der Geschäftsstelle der Reichsbekleidungsstelle, d. i. Einverständnis der der Drganisationsleitungen unternommen dem Kriege erst recht nicht zu bangen. werden dürfen. Wo auf den Gruben noch andere berechtigte Beschwerden über hohe Strafen, Kränzchenladen usw. borliegen, wollen die Ausschüsse diese Klagen ebenfalls der Berwaltung zum Zwecke der Abhilfe unterbreiten und überhaupt darauf bringen, daß alle Differenzen, die sich gegenwärtig aus dem Lohns und Arbeitsverhältnis ergeben, auf Legalem Wege, ohne Streit, zum Austrag gebracht werden. Mit Glückauf! Die Vorstände der vier Bergarbeiterorganisationen. * Parteinachrichten. Homo- Grumbach. An die Reichsbekleidungsstelle wurde eine Eingabe gerichtet, in welcher auf die völlig un zureichende Versorgung der Bevölkerung, und besonders der Bergarbeiter, mit Schuhen, Kleidungsstü den und Wasche aufmerksam gemacht wird. Für Kleidung und Wäsche würden wahre Phantasiepreise verlangt. Eine besondere in der er die schweizerische sozialdemokratische Preffe angriff. Dar Belieferung der von Bergarbeitern bewohnten Industriebezirke fei daher notwendig. Desgleichen auch die Festsetzung von Preisen, so daß die arbeitende Bevölkerung fie auch bezahlen tönne. der Kriegswirtschafts Aktiengesellschaft, Angebote der verfügbaren Stoffe oder Gegenstände gemacht. Den Bescheid, ob eine Lieferung stattfinden kann, gibt die Geschäftsstelle unmittelbar. Nur wenn die Lieferung als ganz unmöglich bezeichnet wird, darf der abschlägige Bescheid durch die zuständige Kriegsamtstelle dem Kriegs- Erfaz- und Arbeits- Departement überfandt werden, das die Angelegenheit gegebenenfalls weiter ber folgen wird." Die Bedarfsanmeldung zur Erlangung von Bezugsscheinen für Textilwaren ist auf einem borgeschriebenen Formular zu machen. Diese Vorbrude find gegen vorherige Erniendung des Betrag zu beziehen durch die Buchdruderejen: 1. J. S. Preuß, Berlin S 14, Dresdener Str. 43; 2. G. Huber, München, Schönfeldstr. 12; 3. 23. Kohlhammer, Stuttgart, Urbanstr. 14 und 16. Preis einschl. Berpadung und Borto 1 Stüd 0,05 m., 50 Stüd 1,15 2 100 Stud 1,90 m., 500 Stud 7,75 M. Bekämpfung der Wohnungsnot durch die Angestelltenbersicherung. Aus Bern wird der„ Str. Bost", berichtet: Der eljässische Refraktär Salomon Grumbach aus Colmar, der vor dem Krieg als internationalistischer Sozialist gegen die berheßende Tätigkeit ber Wetterlé und Genossen in Elsaß- Lothringen wie in Frankreich auf getreten ist, lebt seit dem Krieg als Journalist in Bern und arbeitet hauptsächlich für das Pariser Blatt' Humanité", too er feine Beiträge mit Somo" unterzeichnet. Grumbach ftand an fangs des Strieges. in enger peundschaft mit dem derzeitigen Chefredakteur Nationalrat Grimm von der„ Berner Tagivacht"; seit tannt ist, hat diese Freundschaft ein Loch befonen, weil Herr ber Petersburger Reise Grimms, die aus dem F Hoffmann beGrumbach sich hatte überzeugen müssen, daß Grimm und feine Bartei immerhin mehr neutral als deutschfeindlich sind. GrumDer Verwaltungsrat der Angestelltenversicherung hat in seiner bach hielt letzte Woche eine Versammlung im Berner Voltsbaus ab, letten Sizung mit allen gegen, eine Stimme eine Entschließung angenommen, worin er die Absicht des Direktoriums der Reichsauf erwidert Grimm in der" Zagwacht":" Abgesehen davon, daß versicherungsanstalt begrüßt, durch Singabe bedeutender Mittet es sich außerordentlich gut macht, daß Grumbach der Schweizer unter dem landesüblichen Binsfuß die zu erwartende WohnungsParteipresse unrichtige Darstellung der ruffischen Revolution zum not au bekämpfen, und billigt es durchaus, daß eine Ermäßigung bes Binsfuges auch dann eintreten kann, wenn durch Herstellung Borwurf macht, er, dessen„ Objektivität" fast täglich jeder feststellen fann, der seine Ausschnittsammlung in der Humanité" von neuen Wohnungen die Wohnungsverhältnisse der versicherten In einer weiteren Eingabe an das Reichswirt fieft, haben wir an den Herrn, bevor wir auf seine Anschuldigung Angestellten nur mittelbar beeinflußt werden. Der Verwaltungsschaftsamt wird gewünscht, daß für Feterschichten, die eingehen, eine Frage zu stellen. Wir fordern Grumbach auf, ein- rat sprach die Erwartung aus, daß die Reichsversicherungsanstalt wegen Wagen-, Kohlen- und Starbidmangel entstehen, auch mal fein Berhältnis zu der Ententepropaganda Hlarzulegen. Und nichts unterlassen werde, was der drohenden Wohnungsnot, die zu den Bergarbeitern eine entsprechende Vergütung gewährt zwar kann es sich hierbei nicht um einen Schwall seines Wort- einer Schädigung der Volksgesundheit und der Boltsentwicklung schatzes handeln, sondern um die turge beſtimmte Frage: In welchen führen mug, entgegenwirken fann. In erster Reihe foll jedoch Die auf dem Gebiete der Lebensmittelber- Beziehungen stehen Sie zum Propagandadienst der Entente, ins- nach wie vor der Kleinwohnungsbau, soweit er den Versicherten forgung vorliegenden Wünsche und Beschwerden sollen von besondere zu dem Berner Bureau der Ententepropaganda? Go- der Anstalt unmittelbar zugute fommt, gefördert werden. ben Organisationsleitungen nochmals eindringlich bei den in bald wir eine Antwort auf diese Frage haben, werden wir weiter Begründung des Antrages wurde u. a. ausgeführt: Es beständen teine Zweifel, daß nach dem Kriege eine außerordentliche Betracht kommenden Behörden mündlich vorgetragen werden. Wohnungsnot eintreten werde. Eine andere Entwidlung sei auch nicht denkbar, da die Bautätigkeit seit fast vier Jahren brachliege. Berüdsichtige man die Menge der Kriegstrauungen und die vor Jm Wahlkreise Meiningen I veranstaltete unsere Streisleitung aussichtlich nach dent Kriege einsehende Heiratsluft und die sich in den Orten Eisfeld, Hildburghausen, Meiningen, Salzungen, daraus ergebenden Hausstandsgründungen, so sei die Annahmie Schweina, Themar und Wafungen öffentliche Voltsversammlun- nicht von der Hand zu weisen, daß die Wohnungsnot größer fein In dem Januarheft der Monatsschrift für die Bestrebungen der gen, in welchen der Kandidat unserer Partei, Genosse Snöner werde als nach dem Striege 1870/71. Und nichts werde für die rüdchristlich- nationalen Arbeiterschaft Deutsche Arbeit entwirft Martin Erfurt über das obige Thema sprach. Sämtliche Versammlungen fehrenden Kriegsteilnehmer verbitternder wirfen, als wenn sie Fromm in großen Umriffen für die Hauptberuflich tätigen Funktio- waren außerordentlich gut besucht. In Meiningen, Sal- nicht in der Lage wären, ein Heim zu finden. Hier erhebe sich eine näre der christlichen Gewerkschaften ein Bild ihrer zufünftigen Zätig- zungen, Schweina und Wafungen waren die Säle bon allen Schich- soziale Frage, der feine andere an Schärfe gleichkomme. teit. Richtlinien und Ratschläge sind es, die an die christlichen Ber- ten der Bevölkerung überfüllt, so daß buchstäblich kein Apfel zur bandsangestellten die höchsten Anforderungen stellen. Mit dem Hin schließung für den annegionslofen Frieden und baldige freiheitliche Blattes: Alfred Scholz, Reutöln; für Anzeigen: Theodor Glode, Berlin. weis, daß die christlichen Gewerkschaften mindestens ebenso gefestigt Reformen in Preußen- Deutschland einstimmig angenommen, in Blattes: Alfred Scholz, Neutöln; für Anzeigen: Theodor Glode, Berlin. Berlag: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Borwärts- Buch daftehen, wie die beiden älteren Gewerkschaftsgruppen, verbindet welchen besonders gegen das schädliche Treiben der Baterlands- bruderei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co. in Berlin, Lindenstraße 3. Fromm den Borsaß, daß der natürliche Vorsprung. den namentlich partei" protestiert wurde. In Hildburghausen sprach in der Dis wird. Der Wiederaufbau der christlichen Gewerkschaften und die Gewerkschaftsfunktionäre. Spezialarzt parren 1. großer Auswahl Dr. med. Laabs heh schnell, gründl., mögl. schmerzlos u. ohne Berufsftor. Geschlechtskrankheit., geheime Haut-, Harn-, Frauenleiden, Schwäche. Erprobteste Methoden Ehrlich- Hata- Kuren, HarnBlutuntersuchung, Bahnhof U. Königstr. 34 36, teranberpl. 34/36, Spr. 10-11.5-8, Sonnt.10-1. Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichst. 125( Oranienb T.), für Syphilis, Harn- u.Frauenleiden Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 10T.), Blutuntersuch. Schnelle, sichere schmerzl. Heilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung. 252/ 12* Sprechstund.: 11-1 u. 6-8. ElsasserF. Ernst Borch, Berlin, tr. 21. Alkoholf. Getränke Franz Abraham Hamb. Messina- u. Römertrank- Kell. C.25 Bartelstr. 8a, Fernsp. Kgst. 13708 Bandagen, Gummiw. R. 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Der eine polstert seine Magenwände mit Rüben, Mehl und ähnlichem Geschlampe der andre aber reibt sich seine Hände und pflegt bedeutend besser seine Wampe. Der eine glaubt an Himmel und Behörden und strapaziert mit Bitten sein Gebläse der andre aber, frei von Darmbeschwerden, glaubt nur an Schinken, Butterbrot und Käse. Der eine hat ein peinliches Gewissen ( und noch mehr Angst als weiland Mut Rinaldo!) der andre aber lächelt nur gerissen: " Hoch ist der Himmelweit ist Herr von Waldow. Baulchen. Sonntagszüge nach Buch. Sonnabend, 9. Februar 1918 Geschäften, in welchen die Anmeldung zum Bezuge von Kolonialwaren erfolgt ist, auf Abschnitt 3 der allgemeinen Lebensmittelfarte für Neukölln 125 Gramm Weizengrieß, auf Abschnitt 4 175 Gramu Graupen bzw. Gerstengrüße entnommen werden. Vom Montag ab wird in den zugelassenen Fisch- und Räucherwarengeschäften, sowie in den beiden städtischen Fischhallen Bergstraße 21 und Pannierstr. 13 gegen Vorlegung der Neuköllner Warenbezugskarte auf Abschnitt 92 ein Hering abgegeben werden. Der Kleinverlaufspreis beträgt 45 Pf. je Hering. In den beiden städtischen Fischhallen ändert sich der Preis nach der Verschiedenheit der zur Ausgabe kommenden Posten. Volkstümliche Konzerte. Mittwoch, den 13. Februar, abends 8 Uhr, veranstaltet die Stadtgemeinde einer Quartett- und Quintettabend in der Aula der Realschule, Boddinstr. 34/41, für den es gelungen ist, hervorragende Künstler zu gewinnen. Eintrittskarten zum Preise von 1 M. für Saalpläße und 0,75 M. für Balkonplätze sind in den„ Bonväris" speditionen, Nedarstr. 2 und Siegfriedstraße 27/28, und der Konsumgenossenschaft, Wildenbruchstr. 89, erhältlich. Treptow. Lebensmittel. Außer den üblichen Nationen werden berteilt: 150 Gramm Weizengrieß auf Abschnitt 3 der Lebensmittelfarte, 250 Gramm Marmelade auf Abschnitt 5 der Lebensmittelfarte, 150 Gramm Hafergrieß auf Abschnitt 2 der Lebensmittelfarte für Man schreibt uns: Seit einigen Wochen sind mehrere Sonntags. Jugendliche, 250 Gramm Halbmilchpulver auf Abschnitt 19 der züge der Strecke Buch- Bernau und zurüd in Fortfall gekommen und Lebensmittelkarte für Berfonen über 65 Jahre, i Bädchen Süßstof Sie jetzt noch verkehrenden Züge genügen, zumal sie zeitlich sehr auf Abschnitt F der Haushaltskarte, 375 Gramm Buder auf Ab ungünstig liegen, in leiner Weise den Bedürfnissen der zahlreichen schnitt 32 der Zuckerkarte für die geit vom 1. bis 15. Februar, Besucher, die ihre im Lazarett zu Buch weilenden Angehörigen 250 Gramm Buder auf die Zufazzuderkarte des Kreises Teltow für am Sonntag sehen und sprechen wollen. Mit Rücksicht auf die Ein- den Monat Februar. Salz, Karotten und Kohlrüben stehen bei den schränkung des Fahrplans ist die Besuchszeit statt auf 3-5 auf 4-6 Händlern in unbeschränkten Mengen zum Verkauf. gelegt worden. Der größte Teil der Besucher will nun den Zug 3,02 Friedrichshagen. Lebensmittel. In der Lebensmittelbeckaufsbenugen, der aber wegen Ueberfüllung nur eine Minderzahl beDie übrigen müssen den nächsten Bug 3,41 ab- ftelle der Gemeinde find Kohlrüben, rote Mohrrüben, rote Rüben, warten und fehen daher ihre Besuchszeit empfindlich ver- Stoppelrüben, Wasserrüben und Zuckerrüben eingetroffen. Der Verfürzt. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei der Rückfahrt kauf findet gegen Voclegung der grauen Ausweisfarten statt. mit dem Zuge 6.27 abends. Hier müssen die Besucher, die nicht mehr mitgenommen werden lönnen, drei volle Stunden bis zum nächsten Zuge warteu. fördern fann. .. Groß- Berliner Parteinachrichten. 34. Kommunalwahlbezirk. Alle Genossen ersuchen wir, sich an den notwendigen Wahlarbeiten zu beteiligen, und zu diesem Zweck sich vormittags 9 Uhr im Wahlbureau bei Obig lo, Stralsunder Straße 11, einzufinden. Die Wahl selbst findet Sonntag, den 3. März, statt. Alleiniger Kandidat der Sozialdemokratischen Partei ist der Genosse Georg Samolewitz, Kaufmann. Für seine Wahl zu agitieren, ist unser aller Pflicht. Das Wahlkomitee. J. A.: H. Rict. Das Infrafttreten der vom Reichstag beschlossenen Verkehrssteuer, die für die Straßenbahnen am 1. Juli d. J. wirksam wird, Hat die Große Berliner Straßenbahn schon am 31. Mai 1917 ver= anlaßt, beim Zweckverband die Einführung eines einheitlichen 15 Pf. Tarifs und dementsprechende Erhöhung der Zeitkartenpreise zu beantragen. Mit diesem Antrage geht die Straßenbahn weit über die Absichten des Gesetzgebers hinaus. Hervorzuheben ist zunächst, daß nach§ 7 des Gesezes Schuldner der Abgabe derjenige ist, der den Beförderungspreis zuzahlen hat. Und in§ 8 ist dann weiter gesagt, daß falls Verträge über bestimmte Tarife bestehen, solche Tarifänderungen vorgenommen werden können, die zur Deckung der Abgaben bestimmt sind. In der Begründung zu diesem Paragraphen sowie in der Erklärung eines Bundesratskommissars ist dann ausdrücklich bestätigt worden, daß nur soweit Tariferhöhun= gen beansprucht werden können, als zur ungefäh= ren Dedung des Abgabenbetrages notwendig find. Kommt nun eine Verständigung zwischen dem Betriebsunternehmer nicht zustande, so kann ein Schiedsgericht angerufen werden. Ueber die Gestaltung des neuen Straßenbahntarifs haben nun in einem vom Zweckverband eingesetzten Unterausschuß BerhandJungen stattgefunden, in denen man sich mit der Einführung eines 15- Pf.- Tarifs oder einer Erhöhung der Fahrpreise um 1 Pf. pro Fahrschein beschäftigte. Die Anhänger des 15- Pf.- Tarifs wollten mit seiner Einführung gleichzeitig Forderungen an die Gesellschaft stellen, die wir greifen nur die wesentlichsten heraus- in einer Berbesserung des Rechts zur Erwerbung der Straßenbahn, eine größere Neubauverpflichtung der Gesellschaft, Einfluß auf die Geschäftstätigkeit und Finanzgebarung gipfelten und ferner beabsich tigte man, einen Teil des über die Steuer erhöhten Fahrpreises Mit Rücksicht auf den sehr starten Sonntagsverkehr in Buch von der Gesellschaft für die Gemeinde zurückzuerhalten. Man wäre es dringend erwünscht, daß die Eisenbahnverwaltung für die wollte also gewissermaßen auf Kosten des fahrenden Publikums Hin und Rückfahrt mindestens je einen Bug einlegte. Wenn nach eine neue indirekte Steuer zu der schon in Aussicht genommenen Buch ein Zug etwa um 343 und einer turz nach 3, von Buch einer Erhöhung der direkten Steuern hinzufügen. um 7 und einer um 7 abginge, so würde den berechtigten Slagen der Lazarettbefucher wenigstens einigermaßen abgeholfen werden. Die andere Auffassung im Unterausschuß ging dahin, den Der 3,41 nach Buch gehende Zug fönnte dann in Fortfall kommen. Fahrpreis nur um sobiel zu erhöhen, wie die Verkehrssteuer beträgt, und da das nur etwas über einen halben Pfen= Ausgabe der Vollmilchkarten in Groß- Berlin. nig pro Fahrschein ausmacht, hielt man die Verteuerung Die Vollmilchkarten für März kommen in den zur Fettstelle um 1 Pfennig pro Schein für ausreichend und erklärte ferner an Groß- Berlin( Milch) gehörenden Gemeinden in den nächsten Tagen eine endgültige Regelung des Groß- Berliner Verkehrswesens erst zur Ausgabe. Die Inhaber von Vollmilchkarten haben die Mara nach dem Kriege herangehen zu wollen. Im Unterausschuhfarten bis zum 19. Februar 1918 einschließlich dem Kleinhändler wurde dann die Erhöhung um einen Pfennig mir vorzulegen. 9 gegen 2 Stimmen angenommen. Es wird zurzeit ausgegeben: a) auf die mit einem roten Lichtenberg. Mittwoch, den 13. Februar, abends 8 1hr, pünft Der größere Ber- Streis und mit dem Buchstaben A gekennzeichneten Milchfarten für lich: Zahlversammlung bei Kurkowski, Pfarrstraße 74, nahe der bandsausschuß, dem der Unterausschuß Bericht erstattete, konnte die Kinder im 1. und 2. Lebensjahr 1 Liter Vollmilch, b) auf Frankfurter Allee Wichtige Tagesordnung. Erscheinen alter Mitsich mit diesem Antrage nicht einverstanden erklären, hielt es aber die blauen mit dem Buchstaben B gekennzeichneten Milchkarten glieder dringend erwünscht. auch nicht für praktisch, sich für den 15- Pf.- Tarif auszusprechen, für die Kinder im 3. und 4. Lebensjahr 3 Liter Vollmilc, sondern beschloß, die ganze Angelegenheit einer Verbandsgeneral- c) auf die braunen mit dem Buchstaben O gekennzeichneten versammlung zu unterbreiten, die nun am Montag stattfindet. Milchkarten für die Kinder im 5. und 6. Lebensjahr 1 Liter Die Straßenbahn macht zur Begründung ihrer Forderung auf dende Mütter wird die volle aufgedrudte Menge BollVollmilch, d) auf die Krankenkarten und die Karten für werEinführung des 15- Pf.- Tarifs geltend, daß die Betriebsunkosten, mild verausgabt. besonders die Soften für Material und Löhne, gewaltig gestiegen Die Verkäufer von Milch dücfen bis zum 17. Februar einfind. Dabei ist jedoch zu bemerken, daß vor allem auch die Ein- schließlich nur die mit einem roten reis gefenn. nahmen der Gesellschaft gewaltig in die Höhe gegangen sind. Die zeichneten Starten annehmen, und zwar ohne Rücksicht städtischen Jugend bezeichnete der militärische Anklagevertreter des Straßenbahn gibt selbst zu, daß sie bei normalem Betrieb 38% darauf, ob die Milch bisher von ihnen bezogen worden ist oder außerordentlichen Kriegsgerichts bei dem Landgericht II die Tat Prozent mehr Kilometer abrollen, auch 33% Proz. mehr Personal nicht. Nach Ablauf dieser Anmeldezeit haben sich die übrigen des 17jährigen Schneiderlehrlings Bernhard Werner, welcher und ebensoviel mehr Strom in Anspruch nehmen müßte. Infolge- Milchberechtigten in der Zeit vom 18. bis 19. februar anzumelden. sich unter der Anklage des versuchten Mordes, des versuchDie Milchhändler haben die Kontrollabschnitte bis zum ten schweren Raubes und des Vergehens gegen die Verordnung deffen sind denn auch die Einnahmen in den ersten acht Monaten 23. Februar bei der Fettstelle Groß- Berlin( Milch), des Oberbefehlshabers betr. den Schutz der landwirtschaftlichen des verflossenen Jahres um 5,3 Millionen Mark gegen das Vorjahr oft straße 6, Abteilung Kleinhändler, einzureichen. Erzeugnisse zu verantworten hatte. Die schwere Tat, welche der gestiegen, was eine Jahreseinnahme von 8,5 bis 9,3 Millionen Die Milchkarten dürfen von den Händlern nicht in Gewahrsam 17jährige Bursche begangen hatte, stellt die Folge einer mangelnbeträgt. genommen werden, sondern verbleiben in änden der Beden Erziehung dar. Der Vater des W. befand sich seit 1914 in zugsberechtigten. Die Milchlarten find täglich vor russischer Gefangenschaft und ist in Rußland verstorben. Seine zulegen; täglich hat der Händler den gültigen Tagesabschnitt ab- Mutter, die schwer lungentrant war, tonnte sich um die Erziehung zutrennen und an sich zu nehmen. des Jungen nicht viel bekümmern. In der Lehre bei einem Schneidermeister in Neukölln zeigte er sich als völlig verlogen, außerdem trieb er sich tagelang in Gesellschaft zweifelhafter Mädchen umher. Als er wegen Versäumnis der Pflichtfortbildungsschule in eine Geldstrafe genommen und diese dann in Haft umgetvandelt tourde, trieb er sich tagelang auf dem Tempelhofer Feld umber und ernährte sich von Kartoffeln und anderen Dingen, die er auf den Feldern stahl. Schließlich trieb ihn der Hunger zu seiner Tante, der er sofort eine goldene Uhr und Kette stahl. Als er den Erlös aus diesem Diebstahl verbraucht hatte, reifte in ihm ein furchtbarer Plan. Er wußte, daß seine Tante, eine Hauseigentümerin Noster in Neukölln, am Monatsanfang stets große Summen im Sause hatte. Am 8. August v. J. erschien er bei der Frau N., ließ sich zu effen geben und wartete, bis diese sich zu einem Mittagschläfchen auf das Sofa gelegt hatte. Mit einem schweren Schusterhammer bewaffnet, schlich er sich an die Schlafende heran und verAuf dem Wege zur Arbeitsstelle verschwunden ist der Schlosser fette ihr einen wuchtigen Hieb gegen die Schläfengegend, welcher Wilhelm Mengel aus Eberswalde, der in den Deutschen den Knochen bloßlegte. Er schlug dann weiter solange auf Frau Munitions- und Waffenfabriken in Wittenau beschäftigt war. Er war. ein, bis diese laut Hilfe rufend aus der Wohnung lief. Der follegen nach Berlin gefabren. Am Weddingplaz trennte fich genommen. am 31. Januar zur üblichen Zeit mit mehreren anderen Arbeits- Angeklagte ergriff die Flucht, wurde aber am nächsten Tage fejtVor Gericht zeigte der jugendliche Missetäter keine Mengel von seinen Kollegen und seitdem fehlt jede Nachricht von besondere Neue, er behauptete, er habe seine Zante„ nur betäuben" ihm. Da ein Grund für einen Selbstmord nicht vorliegt, bleibt nur wollen. Der Vertreter der Anklage beantragte eine Gefängnisdie Annahme, daß m. verunglückt oder aber einem Verbrechen zum strafe von 6 Jahren und 2 Monaten. Von Rechtsanwalt Dr. Opier gefallen ist. Der Vermißte ist 1,75 Meter groß. 35 Jahre Großmann wurde um eine mildere Strafe gebeten, da der Analt und schlant, er hat dunkles Haar und ebensolchen Schnurrbart. geflagie ein Produkt mangelnder Erziehung und sich der TragBekleidet war er mit dunkelblauem Anzug, grünem, weichem Filzweite seiner Handlungsweise offenbar gar nicht recht bewußt ge= wesen sei. Das Gericht tam auch aus diesen Gründen zu einer but mit schwarzem Band und gelben Schnürschuhen. milderen Auffassung, erkannte aber, da der Angeklagte es nur einem glücklichen Zufall zu verdanken habe, daß er nicht als Mörder vor Gericht stehe, auf 5 Jahre und 1 Monat Gefängnis. Die Löhne der Angestellten sind wohl erhöht worden, aber der Umstand, daß im Jahre 1916 durch die Betriebseinschränkung nur 9134 Personen gegen 11 171 Personen im Jahre 1913 beschäftigt wurden, hat dazu geführt, daß die Ausgaben für Löhne absolut noch meniger betrugen als im Jahre 1918. Gie betrugen 1916 16 089 000 Mart und 1913 16 231 000 M. In Berlin sind die Vollmilchlarten für März 1918 in der Beit von heute bis Dienstag, den 12. Februar einschließlich von den Brotkommissionen abzuholen. Die Karten für Krante werden wie bisher von der Zentralstelle für Krankenernährung zugesandt. Süßstoffverteilung. Die von den Angestellten neuerdings beantragte Lohnerhöhung von etwa 3,3 Millionen Mark hat die Straßenbahngesellschaft abgelehnt mit der Motivierung, daß erst die Tarife erhöht werden Auf den Abschnitt 29 der Berliner Süßstofffarte darf im Februar müßten. Diese Zange soll dazu führen, daß die Straßenbahn- ein Bädchen Süßstoff H- Padung verausgabt werden. Die Abschnitte angestellten und ihre Vertreter in der Oeffentlichkeit und besonders 1-28 haben ihre Gültigkeit verloren. unter den sozialdemokratischen Vertretern Propaganda für den Walhalla- Theater. Am Goldenen Horn", die türkische Operette, 15- Pf.- Tarif machen sollen. Wir trauen diesen Gruppen soviel bleibt auch in der kommenden Woche auf dem Spielplan. Am Berständnis zu, daß sie nicht auf diese durchaus falschen Gründe Sonntag nachmittag geht Leo Falls Operette„ Der fidele Bauer" Hereinfallen und trotzdem nachdrücklich ihre Forderungen bertreten in Szene. werden. Denn bei der finanziellen Betrachtung stellt sich heraus, daß die Erhöhung um 1 Pfennig pro Fahrschein außer der Steuer auch noch annähernd die Ausgaben für die neuen Lohnforderungen deckt. Nach den Angaben der Verkehrstechniker wird bei einer Erhöhung um 1 Pfennig mit einer jährlichen Mehreinnahme von 5½ bis 6 Millionen Mark gerechnet. Da aber die Berkehrssteuer nur 3½ Millionen in Anspruch nimmt, so behält die Straßenbahn noch einen erfledlichen Betrag übrig. Die von der Straßenbahn gegenüber den 11-, 16- und 21- Bf.Fahrscheinen erhobenen Bedenken verkehrstechnischer Art scheinen uns stark übertrieben. Wenn die Straßenbahn Bündelfahrscheine zu 5 oder 10 Stück herausgibt, so dürften die Schwierigkeiten verhältnismäßig leicht zu überwinden sein. Gerichtszeitung. Raubmordversuch gegen die Tante. Als einen traurigen Beweis für die Bevvahrlosung der großAus aller Welt. Schweres Eisenbahnunglück bei Güsten. Siebzehn Tote, sechsunddreißig Verlehte. Wie die„ Magdeburgische Zeitung" meldet, hat sich in Für 75 000 Mart Stoffe und Kleider gestohlen. Ungewöhnlich Von den Groß- Berliner Kommunalpolitikern wäre es jeden- reiche Beute haben Einbrecher gemacht, die in der vorlegten Racht falls unverantwortlich, wenn sie der Großen Berliner Straßen- ö penid heimsuchten. Die Diebe drangen vom Keller aus in das Staufhaus von Georg hirschfeld am Schloßplag in bahn mehr zubilligen würden, als zur Deckung der Steuern nol die Geschäftsräume em, indem sie durch die starke Kellerdecke eine wendig ist. Wenn die Gesellschaft fürchtet, daß sie bei diesem Deffnung stemmten. In der Hauptsache bestand die Beute, deren Tarif in der Zeit nach dem Kriege jetzt gibt sie ja zu, zurecht- Geiamtwert mehr als 75 000. beträgt, aus Seidenstoffen. Die zukommen nicht auskommt, so wäre das nur als Ergebnis ihrer Einbrecher sind unbemerkt entkommen. bisherigen furzsichtigen Dividendenpolitik zu betrachten. Im übrigen sollten die Mitglieder des Zweckverbandes einer Gesellschaft, Der Ermordete hatte bis vor kurzer Zeit eine Frau zur Aufwärterin. Der Raubmord an der Friedrichsgracht ist noch nicht aufgeklärt. Sie bisher so wenig, sowohl den Wünschen des Publikums wie der Diele begleitete ihn abends nach seiner Wohnung, bis sie ihre Gemeinden entgegengekommen ist, auch nur das allernotwendigite Stellung aufgab. Die Frau ist noch nicht bekannt. Sie wird er Entgegenkommen beweisen. Sieht die Gesellschaft, daß sie nicht jucht, sich bei der Kriminalpolizei zu melden, weil sie wahrscheinlich der Nacht zum Donnerstag unweit von Güsten ein schwerer zurechtkommen tann, so steht es ihr ja frei, beizeiten den Gemein- no wertvolle Angaben über den Verkehr bei Reichhardt machen Eisenbahnunfall ereignet. Von einem furz nach 1 Uhr nachts den ihr Betriebsunternehmen zu akzeptablen Bedingungen zum tann. Ermittelt wurde, daß einige Tage vor dem Verbrechen ein von Güsten nach Sandersleben abgefahrenen Militärzuge Stauf anzubieten. Diesen Stauf werden die Gemeinden dann kaum junger Mann bei Reichhardt im Keller wat, um für eine Dame ein lösten sich mehrere Wagen und rollten auf dem abschüssigen ablehnen. Damit dürfte dann auch in Groß- Berlin für diese lästige paar ausgebefferte Stiefel abzuholen. Er geriet mit dem Meister Bahutörper in der Richtung nach Güsten zurück. Kurz vor Verkehrsfrage, die viele Heine Brovingstädte schon längst durch in Streit, weil er den berlangten Preis von 10 Mark für zu hoch dem Bahnhof Güsten fuhren die Wagen auf einen dort Eigenbetrieb gelöst haben, endlich eine praktische Regelung gefun- bielt. Reichhardt äußerte später, daß er sich vor dem jungen haltenden Güterzug auf. Der Zusammenstoß erfolgte mit den sein. Und deshalb müssen diejenigen Vertrefet, welche das Wohl des fahrenden Publikums and ihrer Gemeinden im Auge haben, für die Gr höhung um nur einen Pfennig pro Fahrschein stimmen. Eine andere Haltung fommt nur den Aktionären zugute. Menschen fürdite. Neukölln. Lebensmittel. Bis auf weiteres darf auf Abschnitt 86 der Eierfarte 1 tonserviertes Gi entnommen werden. Die Abgabe der Gier an die Käufer kann wegen der erst nach und nach erfolgenden Belieferung nur allmählich stattfinden. Bon heute bis Dienstag, den 21, Februar, dürfen in denjenigen solcher Wucht, daß vier Wagen des Militärzuges entgleisten und zum Zeil schwer beschädigt wurden. Aus den Trümmern wurden zwei Bahnbeamte und fünfzehn Sol daten tot hervorgeholt, sechsunddreißig Soldaten wurden berlegt, dabon einundzwanzig schwer. Alle Verunglücien wurden nach dem Lazarett in Bernburg gebracht. Bugzusammenstoß in Köln- Ehrenfeld. Sechs Soldaten und eine Frau getötet. Briefkasten der Redaktion. Freireligiöse Gemeinde. Morgen, vormittags 9 Uhr, Papbel, 17. Februar, nachmittags 2 Uhr: Große öffentliche Geländeübung auf Allee 15/17; Reutöln, Ideal- Rajino, Weichselstr. 8; Ober- Schonemeide, dem bergischen Gelände auf Pichelswerder. Treffpunkt beim Alten Freund. Wilhelminenhofstr. 43, bei Otto Baup, Freireligiöse Vorlesung". 10%, Uhr, Freitag früh fuhr ein Urlauberzug auf einen D- 3ug wanderungen durch die Kirchengeschichte. XV. Piefiftische, orthodore und Kleine Frankfurter Str. 6, Bortrag von Herrn Ernst Däumig: im Güterbahnhof Köln- Ehrenfeld auf. Das Signal war dem liberalisierende Strömungen in der evangelischen Staatsfirche. Gäste Urlauberzug vorzeitig auf Fahrt" gestellt worden. Infolge willkommen. 1000 H. S. Wenden Sie sich zunächst an die Eisenbahndirektion. Arbeiter Samariterbund. Kolonne Groß Berlin. Montag, des Zusammenstoßes wurden sechs Soldaten des UrlauberWetterausfchten den 11. Februar, abends 8%, Uhr, in Schulzes Vereinshaus, Königsfür das mittlere Norddeutschland zuges und eine Dienstfrau des D- 3uges getötet fo- graben 2: ortrag. Nach dem Vortrag praktische Verband Sonntag mittag. Sehr mild, vorwiegend trübe, mit weiteren Regenübungen. Gäste haben einmaligen freien Zutritt. Sonntag, den fällen, dazwischen zeitweise aufklarend. tie etiva 20 Soldaten verlegt. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Selempner Roman Kiesling Grüner Weg 53 am 5. Februar gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, ben 9. Februar, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des ThomasStirchhofes in Reukölln, Hermannstraße, aus stalt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Drechsler Gustav Woytscheck Mariendorf am 1. februar gestorben ist. Ghre ihrem Andenken! 291/16 Die Ortsverwaltung. Volks FeuerbestattungsVerein Groß- Berlin 1913 Die Einäicherung unseres Mitgliedes Frau Marie Bodien Berlin, Neue Hochstraße 41, findet Montag, d. 11. e bruar, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße 37, ftatt. 297/19 Ehre ihrem Andenken! Allgemeine Allgemeine Deutider Metallarbeiter- Berband Ortskrankenkaffe Berwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstraße 83-85 Berlin- Brik. Am Mittwoch, den 20. FeGeschäftszeit von 9-1 Uhr und von 4-7 11hr. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. bruar, abends 8 Uhr, findet Achtung! Bauanschläger. Achtung! im Rokal von Otto Köppen, Berlin Brik, Wilhelmstr. 1, Sonntag, den 10. Februar 1918, vormittags 10 thr: eure 300/10 Anßerordentliche Ausschuß- Sibung -Branchenversammlung im Lokal von Hummel, Sophienstr. 5. 2agesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Nenwahl der Agitationskom. statt, zu welcher die Bertreter mission. 3. Wahl der Revisoren. 4. Branchenangelegen hierdurch eingeladen werden. heiten. Zagesordnung: 1. Sagungsänderung au Grund der Bundesratsverordmung vom 22. November 1917: Wenderungen der§§ 19, 20, 30, 32, 33, 47, 78, 92. 2. Verschiedenes. Anfragen, welche Einsichtnahme in die Bücher erfordern, müssen 8 Tage vor der Sigung im Kaffenlofal schriftlich eingereicht werden. Der Vorstand. R. Krans, Vorsitzender. Allgemeine Ortskrankenkasse Berlin- Wilmersdorf. Die Vertreter der Arbeitgeber und Versicherten im Ausschuß werden hiermit gemäß§ 80 Absatz 1 der Sagung zu einer außerordentlich. Sikung des Ausschulfes am Montag, d. 18. Februar, abends 8 Uhr, um GeschäftsIokal der Allgemeinen Dristranfenfasse Berlin- Wilmersdorf, Kaiser Afee 173a, ergebenst eingeladen. 300/11 Tagesordnung: 1. Beratung und Beschlußfassung über die Wenderung der§§ 19, 20, 32, 33, 48 o 61 der Kassensazung. Ortskrankenkalle 2. Beratung und Beschlußſaſſung für Berlin- Mariendorf u. Umg. Am Sonnabend, d. 16. Fe: bruar 1918, abends 6 Uhr, im Lolal von Carl Bensched, Berlin Mariendorf, Chansjeestraße 27: Außerordentliche über die Auseinandersegung mit der Allgemeinen Ortsfrankenfasse Berlin- Tempelhof und Berlin- Friedenau wegen des Geneiungsheims Groß- Besten und lebernahme desselben in eigenen Befit. 3. Verschiedenes. Beschwerden und Anfragen, welche Alteneinficht erfordern, müssen drei Tage vorher dem Vorstand schriftlich eingereicht Ausschußsigung merben. der Bertreter der Arbeitgeber Berlin- Wilmersdorf, den 9. Feund Versicherten. Tagesordnung: 1. Erfahwahl für den Ausschußvorfizenden. 2. Beschlußfaffung über Menderung der§§ 19, 20, 22, 32a, 47, 72 und 76 der Sagung auf Grund der Bundesratsverordnung bom 22. November 1917. 3. Verschiedenes. bruar 1918. Wilhelm Heinrich, 1. Vorsitzender. Neue Berliner Genossenschafts- Bäckerei. ( Eingeschriebene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) Bin.- Neinickendorf, Wilkestr. 62. Sonnabend, den 23. Fe: bruar 1918, abends 8 Uhr, Etwaige Anfragen oder Beim Stontor der Bäckerei: schwerden, bei denen Einsichtnahme in die Stassenatten ere forderlich ist, find spätestens bis zum 14. Februar d. J. dein j Ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: Borstande schriftlich einzureichen. 1. Bericht des Borstandes und Berlin- Mariendori, den 6. Februar 1918. Der Kassenvorstand. Aufsichtsrates. 2. Borlegung der Bilanz und Beschlußfassung über dieselbe. Aug. Leip, Borfigender. 300/9 3. Neuwahl des Borstandes und Aufsichtsrates. Konsum-, Produktiv-. 4. Statutenänderungen und Anträge. Sparverein Zehlendorf 5. Berschiedenes. nud Umgegend eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht Zehlendorf, Wannseebahn. Außerordentliche General- Versammlung Die Bilanz liegt im Rontor, Willestr. 62, den Genossen zur Einsicht aus. 107/16 Der Vorstand. Marsel. Engel. Bezugsquellen- Verzeichnis Berlin- Worden am Sonntag, den 17. Fe- Drogen, Farben bruar 1918, nachm. 5 Uhr, Benckendorfak.Schulzendorfst. bei Benno Mikley, Zehlen- Fielsch- u. Wurstw. dorf, Potsdamer Str. 25. Tagesordung: 1. Halbjahrsbericht. Geischmanns Centr. Wh Kolonialwaren 2. Beschlußfaſſung über Mende M. Saegebarth rung der Sparordnung. 3. Bericht über die legte Becbandsrevision. 4. Mitteilungen. 107/14 Der Aufsichtsrat. ilb. Jacob, Borsitzender. Spezialarzt Dr. med. 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Wie soll die Frau beschaffen sein? Wie lernt man das Mädchen kennen? Brautnacht und Flitterwochen. Das Benehmen des Kindersegen.- Vertrauliche Worte. jungen Gatten. プラ -W Wiener Montagszeitung": Gerling hat es me terhaft verstanden, den Ton zu finden, der zum Herzen geht. bis Möbel, Nachläfe, ganze Wirtschaften fauft Böhme, Neukölln, Anzengruberstr. 2. Bezugsquellen- Verzeichnis Berlin- Süden Fleisch- e. Wurstwer. Paul Moller, Priesenstr. 22. Mohindig., Kolonialw. Freimütig und offen, wie im vertraulichen Zwie- Joh. Pietsch, Gneisenaust.97 gespräch spricht der Mann zum Manne. Dank für alle die Lehren, die Sie in ihrem trefflichen Buche in so hingebender und idealer Weise ausgesprochen haben. In den meisten Punkten habe ich erst durch Ihre lichtvollen Ausführungen Klarheit Preis 2.60 M., Porto 20 Pf. gewonnen. C. B., Lehrer. Liter M. 250 Orania- Verlag, Oranienburg bei Berlin 92. 1 Teil Punschextrakt, 2 Teile siedendes Wasser erKein geben einen köstlichen süßen Punsch. 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Die alten Mitglieder find mit Winterkohl reichlich versorgt worden. Aufnahme neuer Mitglieder findet flatt im Laden Peters: burger Str. 4a: Montags, Mehl und Kolonialw Breitestr. 57, Schönwalderstr. 13/14, Pichelsdorferstr. 12. Haus- und Küchengeräte Hermann Finck Eisenwar., Schönwalderst.87. A.Markgraf, Brüderst.11 Eck. Jagerst.Lamp., Gla..Porzell., Steing Goldschmiedemst. Ad. Tornow Markt10, gegr.1859. Herren- Moden nach Maß unter Garantie tadellosen Sitzes. Gutes Stofflager handen Auch Stoff zum Anfertigen nehme ан. Julius Fabian Schneidermeister Gr. Frankfurter Str. 37 II Tel.: Amt Königstadt 3570 Pelzwaren Mittwochs, Freitags 9-12 und Großes Lager in Alaska. 4-7, außerdem Sonntag 11-1. füchsen v. 60.- an. Pelzhüte Ferner im Laden Kopen zu fehr billigen Preisen. Kinbergarnituren. Quies, Neukölln. hagener Str. 4: Dienstags Mainzer Straße 1, 1. Donnerstags, Sonnabends 10-4 und Sonntag 8-10. 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Denn die Marler, vor der der Schriftsteller stand, umschloß eine große Irrenanstalt. Der Besucher, der hier wartete und sich noch nicht zum Klingeln entschließen konnte, war ein bedeutender Erzähler, ein Mann, den die Kritik als schär isteu Menschenkenner pries, dessen Romane als Meisterwerke der Psychologie geschätzt wurden. Er war— auf Einladung des AnstaltsdireklorS— hierher gekommen, um für sein nächstes Werk, einen Jrreuroman, Studien zu machen. Noch«ine Weile stand der Besucher nachdenklich da. Er empfand mit feinem Instinkt, daß diese Mauer ihn von einem unlösbar ver- wickelten und in seiner Unlösbarkeit furchtbaren Geheimnis trennte. In den Entwürfen zu seiner Arbeit war er auf Grund pathologisch- experimenteller Schlüsie zu dem Ergebnis gelangt, daß der Wahn- sinn in der Mehrzahl der Fälle eine objektiv nicht zu bestimmende Krankheit sei. Natürlich gab es Irrsinnige, deren Leiden jedem Laien sofort offenbar ivurde, also taiiächlich einivandfrei.bestand, In der Mehrzahl mußte aber das subjektive Urteil entscheiden, und hier lag die tragische, grauenhaste Gefahr! Wer ist' makellos genug, um über seine, ihm gleichgeborsncn Mitmenschen zu Gerich: zu fitzen? Wer ist geistig und seelisch kristallklar genug, um über Geist und Seele seiner Mitmenschen zu entscheiden?... Solche und andere Erwägunge» gingen dem Besucher von neuem — blitzschnell, nebelhast und doch mit fast schmerzender Eindringlich- keit durch den Kopf, als er die Hand erhob, um auf den Klingelknopf zu drücken. Ein Diener— ein großgewachsener, muskulöser Bursche— öffnete. Der Schriftsteller überreichte seine Karte— sein Besuch war bereits angekündigt worden—, und man ließ ihn ein. Hinter dem Prörtner schritt er durch einen sauberen, gartenartig angelegten Hof, der den Blick auf eine Anzahl kleiner, völlig gleich gebauter Backfteinhäuser gewährte. Als sie ganz nahe an einem dieser Häuser vorbeikamen, drang ein sonderbares, nerveuerregendeS Geräuich heraus— ein unartikulierter Schrei, langgezogen wie das Heulen eines HundeS und zugleich gedämpft, halb erstickt, als käme es aus der Tiefe einer fernen, dicht verschlossenen Zelle. Der Wärter wandte sich nach dem Beincher nm..Die Tob- süchtigenzelle,* sagte er höflich und gleichsam enischuldigenv, ohne eine Miene zu verziehen. Dann schrillen sie weiter. Das Direktionsgebäude war kleiner als die anderen Häuser. Aber e§ fiel auf den ersten Blick auf, durch gewisie Einzelheiten, die ihm ein freundliches, geradezu gastliches Aussehen verliehen: Gardinen hinter den Fensterscheibe», Blumentöpfe auf den Simsen, irgendwo in einem halboffenen Fensterrahmen ein Vogelbauer, Hier, so fühlte man, wohnte Leben, das noch frei war von tragt- schem Albdruck. Im ersten Stockwerk, vor einer Tür mit der Aufschrift„Warte- zimmer', blieb der Diener stehen. „Bitte eintreten/ sagte er. Der Herr Professor mächt jetzt gerade die Morgenrunde. Aber er wird in wenigen Minuten zurück sein/ Gleich darauf war er um die Biegung des Ganges verschwunden. Der Schriftsteller stand in dem freundlichen, hellen Wartezimmer. Eine ihm ganz ungewohnte Nervosität hinderte ihn, sich zu setzen. Er legte die Hände aus den Rücken und ging langsam auf und ab. Vom Fenster zur Türe, von der Türe zum Fenster. Er zählte seine Schritte und achtete unwillkürlich daraus, daß die Zahl jedesmal die gleiche war. Bald fühlte er oder glaubte zu fühlen,— daß dies Auf- und Abschreiten und daZ Zählen eine Art Manie wurden. Und er mußte daran denken, daß alles bloß eine Nervensache sei, das Gesundsein und das Kranksein... Die Türe ging geräuschlos auf. Ein Herr mit schwarzem, nur stellenweise ganz leicht ergrautem Bart und goldener Brille stand im Zimmer. Der Schriftsteller nannte seinen Namen, der andere verbeugte sich mit einem liebenswürdigen Lächeln:„Professor Behrens/ sagte er, sehr erfreut.„Bitte, wollen Sie sich doch weiter bemühen/ Im Arbeitszimmer des Professors saßen sie sich am Schreib- tisch gegenüber. Der Professor interessierte sich ersichtlich für den Rj Töchter öer tzekuba. Ein Roman aus unserer Zeit von Clara Viebig. „Nein, das ist es nicht!" Seine Röte stieg, er wollte auffahren, aber er bezwang sich.„Wir sind alt genug, um zu wiffen, was wir lvollen/ sagte er mit erzwungener Kühle. „Ich möchte dich bitten, das Wort.Kinderei' nicht zu ge- brauchen, Mutter. Ich bin auch nicht verliebt, werni du es auch so nennst. Es ist ein ganz anderes, ein großes Gefühl, das mich erfüllt. Das uns beide erfüllt. Uns ewig erfüllen wird. � Wir sind uns darüber völlig klar. Und da ich jetzt bald wieder fort muß, möchten wir uns kriegsirauen lassen." KnegStrauen, kriegstrauen—! Ein paar Tage nur sich kennen und sich dann gleich traucil lassen?! Die Mutter starrte den Sohn an. Er sah in ihren Augen mehr als grenzenloses Erstaunen: ein förmliches Entsetzen.„Es ist eine Ueberraschung für dich, nicht wahr? Aber, Mutter—" er faßte sie um, wie er sie als Knabe umfangen hatte, ivenn er ihr etwas abschincicheln wollte—„du brauchst darüber doch nicht so— so— nun, so verwundert zu sein. Manche brauchen Wochen, Monate, um sich kennen zu lernen, wir liebten uns eben auf den ersten Blick. Und das ist das Richtige, das einzig Wahre. Die große Liebe. Keine andere kommt ihr gleich. Sieh mich doch nicht so an. steh doch nicht so da— was ist dir denn?!" Er sagte es besorgt, aber mehr nock verletzt: sie hatte ja ein Gesicht, so blaß, und so, als würde ihr etwaS Schreckliches verkündet. Nun könicte sie sich doch schon von ihrer Ueberraschung erholt haben. Aber sie sagte noch immer rttchts.„Du sagst ja. nichts— Mutter!" Er war ungeduldig. Daß sie überrascht war, ivollte er wohl glauben, über ihn selber war es ja gekommen wie ein Sturzbach„So sag' doch endlich etwas I" „Was soll ich sagen— dazu sagen(?! Das ist ja so unmöglich, so, so—!" Sie rang nach einem Ausdruck, sie wollte ihn nicht verletzen, aber nun fuhr es ihr doch heraus: „So lächerlich. Kannst du denn denken, wir würden zu solcher Torheit unsere Einwilligung geben?" „Torheit?" Gereizt fuhr er aus.„Du nennst Torheit, Plan des Schriftstellers.„Das Problem der Geisteskrankheit/ so meinte er,„harre noch immer der wirklich ernst zu nehmenden psychologrsch-künstlerischen Gestaltung. Vor allem die Grenze, mein Herr, die Grenze— das ist's, worüber selbst ein gesunder Mensch einmal den Verstand verlieren könnte. Ich meine die Grenze zwischen dem normalen Zustand und der medizinisch-einwandsreien Geistesverwirrung. Hier ist die wahre Aufgabe des Arztes zu suchen, hier treffen sich alle Fragen und Zweifel wie an einem Knotenpunkt. Ich will Ihnen ein Geschichtchen erzählen: Drei Kaufleute reise» nachts im Schnellzuz! Es ist eine lange Fahrt. Die drei sind sehr vergnügt, trinken und lärmen. Als schließlich neu eingc- stregene Fahrgäste da? Idyll zu stören, d. h. Plätze'in dem Abteil einzunehmen drohen, kommt der kleinen Gesellschaft ein absonder- liwer Einfall. Zwei erklären dem Schaffner, daß sie die Begleitung des dritten wären, der— wahnsinnig sei. Sie können sich denken, daß das Abteil von diesem Augenblick an unbehelligt blieb. Einige Stunden später erwacht der von den dreien, der als Wahn- sinnig galt. Es dämmert bereits. Er sieht sich allein in dem Abteil. Seine Freunde, deren Reiseziel viele Kilo- meter vor dem seinen lag, sind ausgestiegen, ohne seinen Schlummer zu stören. Der Kaufmann erbebt sich, will auf den Gang hinar-s, aber— die Tür des Abteils ist versperrt. Er wird ärgerlich, ruft, der Schaffner erscheint, zuckt d« Achseln, winkr beruhigend, öffnet aber nicht. Schließlich wird der Reisende wütend. Er schlägt die Türscheibe ein. Ter Schaffner ergreist ihn an der Brust. Sie ringen. Die Wut des Reisenden kennt keine Grenzen mebr. An der nächsten Haltestelle wird er hinausbefördert. Man bewacht ihn im Wartesaal. Er ist zornig, nachgerade verzweifelt. Erklärt, nicht wahnsinnig zu sein, es habe sich nur um einen törichten Scberz gehandeil. Man stimmt ihm beruhigend bei. läßt ihn aber nicht frei. Die Erklärung, gesund zu sein, ist fa für jeden Geisteskranken typisch, nicht währ?... Die Geschichte ist bald zu Ende. Der Reisende wird nach dem Jrrenhanse� gefahren. Er erkenmt, wo er sich befindet. Er verbringt endlose Stunden in der Beobachtun gszelle. Sieht von Zeit zu Zeit ein Gesicht im Schiebe- fenster erscheinen. Hört von ferne die Scbreie der Tobsüchtigen.— Nach einigen Tagen hat er selbst, ganz allmählich— die„Grenze überschcitlen!.. In diesem Augenblick trat ein schlanker, glattrasierter Herr ein. Er warf einen raschen Blick auß die beiden und sagte:„Herr X(er nannte den Namen des Schriflftellersj, nicht wahr? Der Diener hat Sie gemeldet. Aber— verzeihen Sir, bitte, einen Augenblick I" Er ging aus den Professor zu, sprach leise einige Worte, ergriff seinen Arm, und sie entfermen sich. Eine Minute später kehrte der glattrasierte Herr wieder zurück. „Einer meiner Patienten/ erklärte er,„hatte sich verlausen. Ist aber ganz harmlos." „Wie? Was? Sie— Sie sind?*... „Mein Name ist Professor Wehrend/ sagte der Glattrasierte. Der Kranke hat sich für mich ausgegeben, nicht wahr? Und er Hai Ihnen eine Geschichte von drei reisenden Kanfleuten erzählt, wie? Fa, das ist feine Manie!* „Aber— ist das möglich?! Er sprach doch so vernünftig, so absolut logisch/... „Tja/ meinte der Professor,„die Grenze zwischen dem normalen Zustand und der medizinisch einwandfreien Geistesverwirrung ist oft schwer zu erkennen.. Der Professor geleitete den Schriftsteller bis zum Tor. Der Pförtner grüßte und sagt«:„Guten Tag. Herr Proiessor!* „Er ist es also wirklich/ dachte der Schriftsteller. Aber gleich daraus kam ihm ein anderer, ihn lähmender Gedanke:„Wie. wenn der Pförtner ebenfalls„falsch", ebenfalls krank wäre?"-- Der Schrifisteller kam nicht wieder. Und. das geplan« Buch wurde nie geschrieben... Kiewer Heiligen-Klöster. In die Welt russisch-orthodoxen Glaubens führt Hektar Preconi in einem fesselnden Stadtbilde Kiews in der„Franks. Ztg.": Ein Hohlweg und eine mit hölzernem Schutzdach gedeckte Treppe führt den Steilhang hinab, durch Gebüsch und Wald, an Wiesen entlang, in einen kleinen Hof, wo wieder ein Kirchlein nm goldenen Kuppeln steht. Hier kauft man ein Licht, wobei die Sitte will, daß der freiwillig gezahlde Preis den Mönchen eine schickliche Entschädigung für den Unterhalt und die Oefsnung ihrer Merkwürdigkeiten bildet. Mit brennenden Kerzen folgt eine Gruppe von Pilgern dem führenden Mönch eine Treppe hinab in einen dunkeln Gang, der allmählich noch tiefer führt. Zweihundert Schritte etwa wandert man in Windungen weiter, bis sich der ivas das einzig Vernünftige ist. Ihr versteht das aber eben nicht mehr." „Mein Gott, Rudolf, du bist ja so jmig. viel zu jung. wie kannst du daran denken, zu heiraten! Was bist du denn, >vas hast du denn? Tu kanirst ja noch nicht einmal für dich selber sorgen." Er sah sie ganz erstaunt an.„Ihr seid doch da, ihr werdet schon sorge«— selbstverständlich." So— selbstverständlich?! Ein bitteres Gefühl stieg in ihr auf: gefragt werden die Eltern nicht. Aber dafür sind sie gut, sorgen dürfen sie, für alles aufkommen.„Du irrst," sagte sie" ruhig. Sie war plötzlich ganz kalt, gegen ihre sonstige Art, ihre weiche Stimme ivurde hart.„Solche Tor- heit werde ich nie unterstützen. Schreibe an deinen Vater, frage ihn, er wird dir dasselbe sagen. Ich gebe es nicht zu." „Gib du es zu oder gib es nicht zu!" Sein Fuß trat hart auf.„Anneniarie wird meine Frau und zwar jetzt— gleich— sagt was ihr wollt, ich lasse mich trauen!" Er stürzte rasch aus dem Zimmer, er schlug die Tür hinter sich zu. Oh Gott, wenn ihr Mann doch hier wäre! Der würde diesen Menschen, der noch ein Knabe war, schon zur Ver- nunft bringen. Sie war zu schwach dazu. Immer hatte sie Rudolf verwöhnt, ihn umsorgt, ihn geliebt über alle Maßen — das war nun der Dank?! Die Mutter stand wie ver- nichtet. Was sollte sie tun, wie sich widersetzen? Oh, daß doch ihr Mann bei ihr wäre, ihr Mann! Sie fühlte plötzlich eine heiße Sehnsucht. .Ich lasse mich trauen', hatte der Junge gesagt. Eine Kriegstrauung,— als ob das so gar nichts wäre. Wußte er denn nicht, daß nach diesen paar Tagen des Rausches noch ein Leben kam, ein ganz anderes? Jetzt war alles ans den Fugen, dann aber war die Ordnung aller Dinge wieder da. Konnte, würde An itemarie dann noch die Rechte für ihn sein? Hübsch, lustig, ein vergnügter Kamerad, aber wohl keine Frau von bleibendem innerem Wert. Jetzt erst glaubte sie das Mädchen wirklich zu kennen. Das Mädchen, das gern zu- griff, weil es nichts anderes zu erwarten hatte. Kein Ver- mögen, nichts gelernt; wenn das bißchen Jugend vorbei war, besaß es nichts. Und würde die Offizierstochter für einen Mann von geistigem Streben taugen? Dort war so vieles nur ernf den äußeren Schein gestellt. Wenn der Krieg vorbei Sonnabenö, H.�ebruar Gang erweitert und der Mönch stechen bleicht. Er beleuchtet die Wände und die scheinbar gewölbte Decke: alles ist aus dem tresi- lichen Lehmboden der Kiewer Hügel herausgearbeitet, der in ven Jahrhunderten hart geworden ist wie Stein, wasserundurchlässig und schwarz und fett vom Kerzenrauch. Dann fällt das Licht an den Wänden der Höhle auf zwei einfache Särge, deren Deckel aus- geschlagen sind und längliche rote Pakete sehen lassen, in denen man noch die menschliche Gestalt vermuten kann.„Die Ehrwürdi- gen So und So" murmelt der Mönch, beugt sich hastig zum Kuß und geht weiter durch den engen Gang, bald aufwärts, bald in die Tiefe. Nun nähern sich die Höhlen immer mehr einander, wo zwei oder drei Särge stechen, alle geöffnet, mit dem roten Tuchbulid, alle sorgfältig zu Häupten etikettieri. Nur bei wenigen weiß der Führer den Namen, meist liest er ihn mühsam von dem scharf beleuchteten Zettelchen ab, doch bei keinem vergißt er den Kuß. lind jedesmal streift er sorgfältig das zu einer einzigen lockeren Welle gebrannte lange Haar, das ihm dabei übers Gesicht sgllt, hinter die keck sitzende sckgvarze Samtmütze zurück. Dann zeigt er uns Löcher in halber.Wandhöhe, über denen der Zettel hängt. Die Ehrwür- digen, die drinnen vor der Neugier und zudringlichen Andacht sicher ruhen, haben sich bei Lebzeiten noch einmauern lassen. Und wieder folgt eine lange Reihe von Särgen, in kleinen Gruppen überall ausgestellt. Ein einziger Name klingt über das Pergessen hinaus. Plötzlich steht man am Sarge Nestors, des ersten Historikers Nüst- landS, dessen Chroni?über die Anfänge des Reiches von Kiew d.e einzige schriftliche Kunde gibt. Auch seinen Namen muß der Mönch erst entziffern. Dafür kennt er diejenigen einiger beson- derS verehrten Heiligen, deren Reste statt des gewöhnlichon roten Tuches seingemusterten Brokatstoff tragen. Alljährlich werden die Hüllen gewechselt. Der gebrauchte Stoff wird an die Pilger in kleinen Stücken verkauft. In der Höhle der Bevorzugten brennen Lampen, ein Altar glitzert von Gold. Dann umfängt uns wieder die Dunkelheit, in die unsere Lichter phantastisch hineinleuchten. „Der ehrwürdige Johann der Schmerzensreiche" sagt unser Führer und hält seine Kerze tiefer, wo aus dem Boden in einer Nische ein seltsames Gebilde wächst,-der Oberkörper eines Menschen, cm' Haupt, mit einer Bischofsmütze bedeckt, von roten Staffen ganz verhüllt. Der Heilige, der hier als greifbares, wenn auch wenig schreckhaftes Gespenst wirken muß, ließ sich, wie die Legende erzählt. drei Jahrzehnte vor seinem Tod im Boden vergraben. Seine Mütze küssen nach dem Mönche fast alle Begleiter. Noch einige Särge folgen. Dann geht es einen dunkeln Gang hinauf, immer schneller und unvermittelt schlägt uns das Licht aus der kalkgestrichenen Kircheuhalle entgegen. Man legt sittsam die Lichter nieder, die einen Augenblick später neuen Pilgern verkauft werden, man drückt dem lächelnden Mönch eine Erinnerung in die breite Hand. � Und man wandert noch eine Viertelstunde weiter, zu andern Höhlen,. wo nochmals Heilige'liegen, nicht mehr 12 wie in dem ersten unterirdischen Kreis, aber noch eine stattlicke Zahl. Hier liegen auch Schädel, die mehrmals im Jahr, an bestimmten Feiertagen, ei» dickes Oel ausschwitzen. Mit einem silbernen Loffelchen wird es abgekratzt und in Fläschchen mit so geringem Räume gesammelt wie das falsche Stosenöl, das die Fremden auf den Basaren des Orients erhandeln. Zu bestimmten Preissätzen bietet uns ein Mönch davon an. Das ist das Höh lenk lost er von Kiew, die erste Stätte des russischen Christentüms, das von Anfang an die traurige Fratze des siechenden Byzanz widerspiegeln muß«. Aus den düsteru Gängen, in denen Mönche und lallende Fakire ohne Arbeit, die das Dasein westlicher Klöster veredel«, lebten und selbst im Tode kein Recht ans Ruhe erwarben, drang das betäubende Ideal des stum- mcn Verzichts, wehrloser Hingabe, sinnender Anschauung jähr- hundertelnng hinaus in das große Volk, dem kein anderes Sich: leuchtete. Notizen. — Der Verband der Freien Volksbühnen der« anstaltet am Sonntag, de» 10. Februar, abends 7>/z Uhr, einen Vortragsabend, an dem Friedrich Kayßler Christian Morgenstern und eigene Dichtungen lesen wird. Billetts zu 1 M. an der Abendkasse. — Tolstois verbrannte Briefe. Zu den wert« vollsten Briefen Tolstois qehören jene, die er an seinen Bruder Serge Nikolajewilsch richtete und die sich im Besitze seiner Schwägerin befanden. Eine andkre bedeutende Reihe von-Briefen wurde an seine Schwester, die Gattin des verstorbenen Prinzen Obolenskh, gerichtet. Beide Briessammlungen sind nunmebr, wie der„Figaro" mitzuteilen weiß, zu den zahllosen Opfern der rnssi- schen Wirren zu zählen. Das Haus von- Tolstois Bruder, wo die erstgenannte Briefsammlung untergebracht war, ist vor kurzem von einer Räuberbande in Brand gesteckt worden. Bald daraus wurde auch das Schloß des Prinzen Obolensky durch auftührerische Banern niedergebrannt._ war, der augenblicklich die Unterschiede verwischte, würde das zutage treten. Da war so vieles, was sie Rudolf sagen könnte, wenn er sie hören wollte. Ihre Füße Ware» schwach geworden, sie mußte sich auf den Diwan setzen. Sie saß eine lange Weile, den Kopf in beide Hände gestützt. Dann stand sie auf, sie wollte ihn suchen, gleich noch einmal ruhiger mit ihm sprechen. Aber Emilie sagte, der junge Herr sei- mit. Fräulein Annemarie'spazieren gegangen. Die Mutter stieg hinauf in sein Zimmer: das war so wie immer, nur er war anders. In trübem Sinnen verloren stand sie. Dann erst bemerkte sie, daß im Nebenzimmer ihr Sohn Heinz am Fenster stand. Er hatte die Arme über der Brust verschränkt und sah hinüber zum Haus der Witwe Krüger, das jetzt am Ende des Gartens hinter dem kahlen Birnbaum deutlich zu schen war. Es lag still, wie verwunschen. „An ivaS denkst du denn, mein Sohn?" Sie berührte seine Schulter. Er hatte ihren Eintritt nicht bemerkt, ihre Frage wohl gar nicht verstanden, er schreckte zusammen.„Was willst du denn?" fragte er unwirsch. Da zog sie sich wieder zurück. Es lvar ihr plötzlich, als sei sie wieder einsam geworben, aber viel einsamer, als da die beiden fort waren im Kriege.' Sie konnte es nicht über sich gewinnen, zmn Abendessen hinunter zu gehen, Emilie mußte sie mit Kopfschmerzen entschuldigen. Sie legte sich zu Bett, aber von unten herauf schallte volles, fröhliches, tönendes Lachen. DaS waren Rudolf und Annemarie— die konnten heiter sein?!—— Hedwig Bertholdi fand keinen Schlaf diese Nacht. Ilm Mitternacht stand sie auf. zog sich notdürftig an und schrieb an ihren Mann. Ihre Hand zitterte; aber er wurde ja auch diese gekritzelten Zeilen lesen können. Noch nie hatte sie so an ihn geschrieben. Noch nie hatte sie so stark gefühlt, daß sie zueinander gehörten, wie in dieser Stunde des inneren Zwiespalts. Würde er es auch eine Kinderei, eine Torheit, einen hellen Wahnsinn nennen, wie sie es nannte? Wenn er das nicht tat. dann wollte sie sich fügen; aber sie wußte, er würde mit ihr einer Meinung sein. (Forts, folgt.) Direktion Max Reinhardt. Deutsches Theater. 7 Uhr zum ersten Male: Macht der Finsternis. Kammerspiele. 7 Uhr: Kinder der Freude. Nachm. 4 Uhr: Tänze Falke. Volksbühne. Theater am Bülowplatz. Theater für Sonnabend, 9. Februar. URANIA Central- Theater Lustspielhaus 7 Uhr: Kommandantenstraße 57. Die blonden Mädels v. Lindenhof. 7: Die Csardasfürstin Morg. 34: Ein toller Einfall. Morg. 3 U.: Der Hüttenbesitzer. Deutsches Opernhaus 7 Uhr: Fidelio. Untergrundb. Schönh. Tor. Friedrich- Wilhelmst. Theater 8 Uhr: Jedermann. Zum 725. Male: Theater Königgrätzerstr. 7 Uhr: Das Dreimäderthaus. 715 Strindberg- Abend. Kleines Theater Komödienhaus 75: Der Unbestechliche. 7%, Uhr: Nante. Komische Oper Residenz- Theater 7.Uhr: Der junge Zar. Schiller- Theater O 7 Uhr: Die selige Exzellenz. Schiller- Th. Charl. 2% U.: D. Käthchen v. Heilbronn. 7%, Uhr: Die wilde Jagd. Schillersaal 8 U.: Marc. Salzer. Thalia- Theater 714 Berliner Theater 7: Schwarzwaldmädel. Egon und seine Frauen. 7 Uhr zum ersten Male: Blitzblaues Blut. Reichshallen- Theater, Allabendlich 7%, und Sonntag nachmittag 3 Uhr Stettiner Sänger. ,, Mein Weihnachtstraum". Nachmittags ermäßigte Preise! Schwarzer Kater Friedrichstr. 165. Ecke Behrenstraße. Claire Waldoff Willi Prager Werner Goldmann u. das hervorragende Februar- Programm. Verkäufe Bornehme Herrenanzüge, Ulster, Paletots sowie Hofen aus haltbarsten Stoffen. 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