Kr. 45. 35. Jahrg. lvezngSpret»« »»ertetjShrt. Uü asi, mena«. ,F0»! tui wt H-nli. dorauSjahldar.Ewzedic Nummern Ii» l« Bit nier -Mönai- innb ffit DeutiÄIand und Oeslerreich. Ungarn S,— Mi, für da» übrige Ausland 4.K0 Mt monatliche L erfand INS Feld bei direkter Befiellung monatt i�o Mt Postboitellungen nehmen an Düne- mark. Hollande Luxemburg, Tchweden und die Schweife Emaetragen in die Poft-ZeitungS-Preislisie. Erichcint täglich. Telegramm- Adrefia .Sozialdemokrat Berlin", ( 10 Pfennigs Anzeigenpreis t Vevlinev Volksblnkk. L fettgedruckte Worte), jedes iveiterr Wort 10 Pjg. Eicliengesuche und Schlafsiellennnzeigen daS erste Wort 10 Psge, Jedes weitere Wort S Pia Worte über Ib Buchstaben zählen für iraei«orte. Z>uerungszu>chlag 20%. Namilie«- Anzeigen Sit Pia.. volitische u. gewerkschafUiche BereinS- Anzeigen 40 Psge die geile. Anzeigen kür d>e nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmitt. im Sauvtgeschäst. Berlin SK.68, Lindenstrajie S, abgegeben werden. GeSfsnet von S Uhr jrüh di» 7 Uhr abend». �entralorgan äer fosialäemokrstifcken Partei Veirtfcblands. Reüaktion: EW. HS, �tnüevstraße 2. Wrrniprrcher: Amt Moritzplgtz.«r. lSl SV— 151 97. Donnerstag, den 14. Februar 1918. kiepeüition: EW. 68, Anüenstraße Z» Zkrruspreche»:»mt Moritzvlaq, Sir. IUI SV— l.S1 S7. Wersch»u, 12. Februar. Wie die Blätter melden, fand gestern eine mehrstündige Sitzung des Ministeriums unter Borfitz deS Regentschaftörates statt. Gegenstand der Erörterung waren die letzten politischen Ereignisse, insbesondere der Friedensvertrag mit der Ukraine. Am Abend hat Ministerprässdent Kucharczewski dem Regentschaftsrate die Demisfion des Kabinetts überreicht. „Gazctta Poranna" zufolge wird Kucharczewski dem Regentschaftsrate hente in dieser Angelegenheit eine begründende Erklärung überreichen. Wien, 12. Februar. Ten Abendblättern zufolge erklärten auch die polnischen Mitglieder des Herrenhauses, daß sie sich mit Rückficht auf dir der Ukraine im Friedensvertrag zugestandenen Grea- zen der Opposition des Polenklubs im Abgcordnrtruhause anschließen. An dem Tag, an dem der Ukrainerfrieden veröffentlich! wurde, sagten wir hier, daß mit der Festsetzung der polnisch- ukrainischen Grenze die Ukrainer sehr, die Polen viel- leichtweniger zufrieden sein würden. Die Unzufriedenheit der Polen hat sich inzwischen in recht explosiver Weise geäußert, so daß man heute mit einiger Uebertreibung sagen kann, wir hätten für den Frieden mit der Ukraine den Krieg mit Polen eingetauscht. Die Zuweisung deS Cholmer Gebiets an die Ukraiüe hat sofort die Folge gehobt, daß der österreichische Polenkkub der Regierung Ecidler die allerschärfste Fehde ansagte. Diese Fehdeansage richtet sich ober wohlverstanden nicht bloß gegen ein« zufällige Regierung— dem könnte ja leicht abgeholfen werden—. sondern an die Mittelmächte selbst und besonders an den Kaiser von Oesterreich, der sich nun seine polnischen Kvnigspläne an den Hut stecken kann. Zugleich bat die polnische Regierung in Warschau für die Besetzungsmächte eine nicht geringe Verlegenheit geschaffen, indem sie abdankte und damit die von ihr betriebene Politik der Anlehnung an die Mittelmächte für bankerott erklärte. Ter Fall Polen zeigt aufs neue die Unmöglichkeit, den russischen Kuchen so zu zerschneiden, daß alle Kinder zufrieden sind. Am schwersten zu befriedigen sind offenbar die Polen, deren nationaler Appetit einfach unbändig ist. Er schweift nach allen Richtungen der Windrose und sucht ebenso unge- stüni den freien Zugang zum Meere wie die Ausdehnung nach Osten, wo er mit seinen Legionen schon auf Weißrußland Be- schlag gelegt hat. Wenn Galizien samt seinem ukrainischen Gebiet dem großpolnischen Reich angegliedert wird, was als Selbstverständlichkeit gilt, dann bleiben als schwerst zu be- wältigendes, darum ober nicht aufgegebenes Stück die von Polen bewohnten Gebietsteile deS Deutschen Reichs. Ließe diese ernste Zeit für das Gefühl der Schadenfreude Raum, so könnten sich jetzt die vergnügt die Hände reiben, die vor der Politik, welche mit der Selbständigkeitserklärung ,5:,?!!? eingeleitet wurde, schon immer gewarnt haben. Diese Politik, dw letzten Endes auf die Zerstückelung Rußlands �- ,ft, �Fiugt iveder den Mittelmächten noch dem Osten etwas gutes, sie ist aber von dem verbohrten russischen Bolsche- wismus in einer Weise gefordert worden, daß der Widerstand gegen sie aufs äußerste erschwert wurde. Wir sind jetzt schon mitten dnn m dem großen Ausverkauf, und statt des dauern- den Weltfriedens haben wir von ihm die Balkanisierung des Ostens, die Sckiaffung neuer gefährlicher Brandherde zu er- Worten, an denen sich über kurz oder lang ein neuer Krieg entzünden mag. Könnten die Polen>vie sie wollten, so würden sie heute schon mit dein Schwert in der Faust über die Ukraine her- fallen, um sich das Cholmer Gebiet zu holen. Wenn aber dcui nicht möglich ist, so wird der Gegensatz zwischen den beiden Volksstämmen in Galizien nur noch schärfer werden, und dem Anspruch der Polen auf das Cholmer Gebiet wird die ukrainische Jrredenta Ostgalizicns desto stärker entgegentreten. Bedarf es noch weiterer Beweise dafür, daß die Idee des Selbstbestimmuiigsrechts der Völker nickt zum klein- bürgerlich-nationalistischcn Exzeß ausarten darf? O, sie hegen auf der Straße und man braucht sie nur aufzuheben. a und die Litauer, die sich ein Litauen ohne Wilna nicht denken können und wiederum die Polen, die auf Wilna gleich- falls Anspruch erheben, da sind die großrussisch-kleinrussisch, �5/olnlsch. weißrussischen Auseinandersetzungen. Da sind die �.scyechen, die unter Berufung auf die historische Jndivi- dualitat Böhmens über die Deutschen herrschen, zugleich aber auch die historische Individualität Ungarns auflösen wollen, um die Slowakei sich anzugliedern. Es ist überall dasselbe: an die stelle des nationalen Selbstbestimmuiigsrechts bn-) �er nahonaltstiscEjc Sclbstbestimmuugsschwindel. Jeder «U daS Sclbftvestlmmungsrecht nur für sich auf einer wog- lichst großen Zahl von Quadratkilometern verwirklichen, und es ist ihm vollständig gleichgültig, was aus dein andern dabei wird. Indes, kein Philosophieren hilft über die Tatfache hin- weg, daß die schönen Tage der d e u t s ch-p o l n i s ch e n Freundschaft vorüber sind. An ihrer Stelle tritt etwas Neues in Erscheinung, die deutsch-ukrainische Interessengemeinschaft gegen die polnischen Be- strebungen. Aber ein leiser llfuck der Weltgeschichte kann auch dieses Bild im Kaleidoskop des Ostens, in dem freilich nichts Schönes zu sehen ist, wieder verändern. Eine auch nur scheinbar freiwillige Anlehnung Polens an die Mittelmächte wird sich nicht mehr erzielen lassen. Das Projekt der„austropolnischen Lösung" schwimmt Weichsel- abwärts davon— sollten damit nicht auch die litauisch-kur- ländischen Herzogspläne hinfällig werden? Alles, was fest zu werden schien, zerfließt unter den Händen wieder zu Brei, und man beginnt dcurüber nachzudenken, ob das. was unter dem Zaren war uni�ohne ihn besser hätte werden können, nickt am Ende doch eine ganz nützliche Einrichtung für die Ordnung der Welt gewesen ist:.... R u ß l a n d! der Streit um Cholm. Die:i*ß nhau J1PPI, reichischen Reichsrotes und Herren�auies sowie die Demission des ersten polnischen Ministeriums sind, wie schon gesagt, zweifellos als Folge des deutsch-ukrainischen Friedensschlusses zu betrachten. Das Wolff-Telcgramm deutet dies auch an. Im Artikel II des Friedensvertrages sind die Grenzen der Ukraine gegenüber Oesterreich und Polen festgesetzt worden. Die Linienführung endet dort, wo sie die Frontlime kreuzt. Weiter nördlich hört die Ukraine auf. eine bestimmte Grenze aufzuweisen. Tie Grenze gegenüber Oesterreich bleibt dieselbe, wie vor dem Ausbruch deS Krieges zwischen Rußland und Oesterreich. Damit wurde ausgesprochen, daß Qstgalizien mit seiner überwiegend ukrainischen Be- völkerung bei Oesterreich unter polnischer Herrschaft verbleibt. Weiter führt die im Vertrage vereinbarte ukrai- nische Grenze mit dem neuen polnischen Staate am Ostrande des Gouvernements Lublin, so daß das Gou Verne- in entCholm.einTeildcsfrü Heren Kongreß. Polen, zu der Ukraine geschlagen wird. Um das Gouvernement Eholm tobte in den Jahren 1910 bis 1913 ein heißer politischer Kampf. Rnssisch-Polen bestand seit einem Jahrhundert aus zehn Gouvernements, unter denen man vergebens das Cholmer Gouvernement suchen würde. Als nach der ersten Revolution 1891—1996 die zaristische Gegenrevolution und die russische Bourgeoisie den Ratio- n a l i s m u s als Kampfwaffe hervorholten, da begannen überall im Reiche die bis dahin schlummernden Tendenzen sich lebhaft zu regen. Sie richteten sich naturgemäß mit be> sonderer Schärfe gegen nicht fest konsolidierte Zustände. darunter insbesondere gegen olles, was mit dem Problem der Polonisierung in Verbindung stand. Der Cholmer recht- gläubige Bischof(d. h. der Staatskirchc) I c w l o g i leitete an der Spitze einer Clique eine außerordentlich scharfe Kam- pagnc(sin. um die in den polnischen Gouvernements Lublin und Siedlez lebenden Russen, in diesem Falle sind es Ukrai- ner, von der polnischen„Knechtschaft" zu befreien. S t o I y- p i n hatte diese Forderung als einen der wichtigsten Trümpfe in sein Programm aufgenommen. Er arbeitete einen Gesetz- entwurf aus, wonach aus den Gouvernements Lublin und Siedlez, in denen die volnischl- Bevölkerung rund 69 Proz. und die ukrainische rund 29 Proz. ausmacht, durch Zusam- menlegung und Abtrennung verschiedener Kreise zwei neue Gouvernements, Lublin und Cholm, gebildet werden sollten. Das Cholmer Gouvernement sollte auf diese Weise ein für russische Verhältnisse geringes Areal, etwa 12 909 Quadrat- kilonieter. mit einer bis zu d9 Proz. ukrainischen Bevölkerung umfassen. Tann sollte die Russifizierungsarbeit und die Ansmerzung der katholischen Religion mit allen Machtmitteln des Staates beginnen. Dieicn Plänen, die die dritte Duma(1998—1912) sowie die vierte(seit 1912) sehr lauge beschättigtcn, setzten die pol- nische Fraktion sowie die Liberalen und die Sozialdemokratie scharfen Widerstand entgegen. Jndsssen gelang es schließlich Stolypin und seinen Nachfolgern einen Erfolg zu erringen. Durch ein K o m p r o m i ß mit den in der Duma vertretenen bürgerlich-reaktionären, zum Pakt mit dem Zarismus geneig. ten Polenabgeordneten hatte die. Regierung als Gegenleistung für das. Cholmer Projekt eine S t ä d t e o rd n u n g für Polen durchzusetzen. Im Jahre 1913 wurde das Chol- wer Projekt zum Gesetz erhoben, während die Städteordnung auf den stärksten Widerstand und Ablehnung von feiten des Reichsrates stieß.......„ Die Russen des Cholmer Gouvernements werden von den Ukrainern als Stammesbrüder angesprochen und sie bean- spruchen das Land außerdem auf Grund alter geschichtlicher Ueberlieferungen, während die polnischen Nationalisten, von denen ein Teil das Land dem Zarismus zu opfern bereit war, die Abtrcnming des Gouvernements als Vergewaltigung empfinden. �,.r, Tie Schwierigkeiten des Gesamtkomplexes der polnischen Fragen werfen ihre Schatten voraus. Der Knäuel ist zu der- worren und läßt sich durch keine Formel lösen. Es ist anzu- nehmen, daß die Grenze des künftigen Litauen an die ukrainische stoßen wird. Dadurch würde Polen nicht nur von Rußland endgültig getrennt, sondern es sieht sich gezwungen, auf die litauischen Gebiete zu verzichten. Das früher zu Russisch-Polen gehörende Gouvernement Suwalki mit vor- herrschender litauischer Bevölkerung soll losgetrennt und zu Litauen geschlagen werden. Die Gouvernements Wilna. Kowno, Grodno, Minsk, Mogilew. in denen die polnische Be- völkeruna eine Minderheit, zum Teil eine sehr geringe Mm- derheit bildet, werden von den Polen ebenfalls beansprucht. Diese Gouvernements betrachten sie als polnisch, obwohl im Gouvernement Minsk z. B. die polnische Bevölkerung nur etwa 5 Proz. ausmacht; dagegen befindet sich der größte Teil des Großgrundbesitzes in diesem Gouvernement in polnischen Händen.' Die jetzt gegen die Bolschewiki kämpfenden polnischen Kräfte annektieren die von ihnen eroberten..Landsiriäp jüc. das künjfige palnische Reich. Sie kümmern sich nicht darum, daß die Bevölkerung von Minsk. Mogilew usw. fast ganz w e i tz r U s s l s ch ist und ihre eigene Autonomie erstrebt. Es ist nicht klar, wie die Der- emiaung des östlich des litauischen Staates gelegenen Gebiete nlit Polen in jenem Falle erfolgen könnte. �.. Verlegung öes Sitzes öer ukrainischen Naöa Wien, 12. Februar.(Meldung deS Wiener K. K. Telegr.- Korr.-Bnreaus.) Die Blätter melden: Die Rada hat ihren Sitz nach Schitomir verlegt und die direkte Vor- bindung mit uns hergestellt. Es ist sehr zu hoffen, daß durch. diese örtliche Näherrückung eine beschleunigte Abwicklung aller im Verhandlungswege festgelegten Abmachungen erfolgen wird. Schitomir, dir Hauptstadt drZ Gouvernements Wolhhnicn, liegt nahe der östereichisch-ukrainischcn Grenze. Der Grund der Sitzverlegung der Zentralrada, des vielhundertlöpfigen Borparla- ments des ukrainischen Staate?, ist in dem Telegramm zwar an- gedeutet, doch nicht einleuchtend genug. Der frühere Sitz der Rada, die Landesstadt Kiew, ist sonst der gegebene politische und administrative Mittelpunkt der ukrainischen Republik.� Wählte man Schitomir etwa deshalb, weil Kiew doch nicht in Händen der Rada ist? � � �. Gestern wurde der„Franks. Ztg." noch anZ Berkin gemeldet: An der Spitze der Kommission, die nach Kiew geht, um zunächst über wirtschaftliche und handelspolitische Auge- legcnheiten zu verhandeln, ist der frühere Botschafter Frhr. Mumm von Schwarzenstein berufen. Englanü gegen öen Ukrainer ZrieAen. Liiidon, 12. Februar. Dem Reuterschen Bureau ist mitgeteilt worden, daß die englisch« Regierung sich nicht für gebunden Hai:. den zivischcn Oesterrcich-Niigarn, Deutschland und den anderen Unterzeichnern mit der Ukraine geschlossenen Frieden au- zuerkennen.- waffenstillstanösfrage an Rumänien. Wie HavaS am Sonntag aus Jassy meldete, sollte Ge- neralscldmarschall Mackensen am 6. Februar im Nomen der deutschen Negierung der rumänischen Regierung ein Ultima tuni geschickt hoben, in dem derselben eine Frist von vier Tagen für den Eintrilc in Friedensunterhandlungon fixiert worden sei. Laut Havas hatte dieser Schritt die Wirkung, daß der rumänische Ministerrat sich sogleich versammelte und nach einer langen Beratung dem König seine Demission anbot, die angenommen wurde. Gestern gaben wir dann die Nachricht von einer Aufrage an die rumänische Regierung wieder, die trotz ihrer äußerst kurzen Befristung, wie gesagt wurde, nicht den Sinn eines Ultimatums haben sollte. Alsdann' teilte Wolfis Bureau mit, die Havas-Meldung von einem deutschen Ultimatum treffe nicht zu. Mackensen sei aber mit der rumänischen Heeresleitung in Verhandlungen eingetreten, um die Entscheidung über daS Fortbestehen des für Russen und Rumänen gemeinsamen Waffenstillstandes herbeizuführen. Die „Klärung dieser Frage" sei durch das augenblickliche Verhältnis zwischen Ukraiitern un� Rumänen„notwendig geworden". Es bleibt also dabei: kein lUtimatuur, aber eine Angelegenheit, für die nach Lage der Dinge— nicht nur der ukrainischen— ein Verhandeln in den Formen des HinziehenZ nicht wünschen}- wert fein kann.., Sex„Petit Paüftcu" findet, das sogenannte lütimatum Mackensens sei keine Usberrasch'nng, da der Waffenstillstand am w. Februar ablief, was die rumänische Regierung schon seit längerer Aeit vor die Wahl zwischen dem Wiederbeginn der Feind» seligteiten und Friedensverhandlungen stellte. Ter Ministerrat sei jedoch nickt einig gewesen. Im Anschluß an die Ultimatum-Meldung der Havasageniur wurde übrigens der„Frankfurter Ztg." ans. Berlin gemeldet:„Ter Beginn dieser Friedensverhandlungen hat sich, wie wir boren, verzögert, weil durch den Sturz Bratianns leine verhandlungs fällige rumänische Regierung vorhanden war." Tiefe Meldung gab die„Frankfurter Ztg.", ehe Wulffs Bureau auf die Havasmckdung antwortete. der Zweck öer ruPstben ßrieöenserklärung. Ei» Kourmentar Kamenews. Kopcuhage», 1'2. Februar. lieber den Frieden.stvischen Nußland und Teutschland führte der Abgesandte der rufsifchen Regierung Kamcnciv gegenüber dein Stockholmer Vertreter des liiesigen Blattes„Soeialdemokrateu" and: Was vorliegt, ist eine Friedeuserklärung von russischer Seite. Rnßland hat durch seine Unterhändler erklärt, daß cd den Krieg nicht fortsehen will und raun. In imsereur lint- ichluR liegt aber keine Abweichung von unseren Friedens- grundsähc», auch ktine Auerkenunng des deutschen Stand vnnltrs. und wir haben»n-Z freie Bahn vorbehalten, um auf der allgcmciuen Friedcilskonfcrcuz, die ein ni a l k a Iii m e u m u ß. für unsere Gnmdsätze einzutreten. >lamenew erklärte weiter, daß Dentschlaud wohl seine Truppen an der Ostfront nicht ganz zurückziehen, sondern eine Grenz' wache zurücklassen werde. Schließlich sagte Kamcnew, man irre sich, wenn man glaube, daß T r o h k i eigenmächtig gehandelt habe. Der Beschluß der Fricdenscrklänmg nnch der Tema- tulisicrung sei in Petersburg in der letzten Sitzung deS all gemeinen Arbeiter- und Soldatenrates gefaßt ivorden, in der Trotzki anwesend gelassen sei. die SanSengreuel im armenischen Gxeratwnsgebiet. Türkische Truppen überschreiten die Äöaffcustillftaudsgrenze. »« st a» t i n o p e l, Vi. Febnuir. Die Agentur MiUi meldet: A» der KukasuSfrou» wurde festgestellt, daß«utrr Bruutzung deS Umstandes, daß»ach dem Abschluß des Waffen still stimdes die russi- s ch c u T r>i p P e u die A b g r c ii z>k n g S l i Ii i e n a ch und»ach »erlasse», sich oiif daS Innere ziirückzichcn und sich zum Teil uo» der»liste auf Boote» nach dem Inneren Rußlands übersetzen lassen, Banden mit Kanonen und Ai a, ch i n c n- gcwehren, deren sie sich bemitchtigen konnten, planmäßig grau» fmiic und barbarische Handlungen gegen die osma- nischen N ii t e r t a n c» in de» oon den russischen Truppe» rnt- blößte« Gebieten begehen., Tbwobl wir uns mehr als einmal, iind amtlich an den Befehls- lmber der Kankasusarmee mit dem Ersuche» gewandt haben, dieser Page ein Ende zu machen, und irotdem wir vrn ihm Antworte» mit dem Bersprccheik erhalten halten, daß die mörderlichen Maßnahmen ergriffe.! werden wiirden, hat sich in der Folge der gemischte W a f f r n st i l l st a ii d s a Ii s s ch u ß, der in der Ortschaft Sil- ckitt, 16 Kilometer östlich von der'Abgreuzungslinie zusammen- getreten war, in den letzten Tage» wieder in einem von allen Mitgliedern unterzeichneten Protokoll an den Befehlshaber unserer KankasuSarmee gewandt, um Schutz gegen diese Banditen zu bitten. Angesichts dieser Tatsache lind im Hinblick darauf, daß die(sie- biete, in denen diese Grausamkeiten verübt werden, von russischc» Truppen entblößt sind, dir die vom russischen Befehlshaber ver- -Vrochcncn notwendigen Maßnahmen durchführen töniiten und daß die .>on den genannten Banditen verübten barbarischen Handliliigcn rag- . lich an lim fang zunehmen, ist dein B c f e h l s h a d c r unserer Kaukasus- A r in c e d c r B c f r h l erteilt worden, zu wirk- snmen Maß ii ahme ii zur Sicherung von Ehre, Besitz und Leben n Ii s r r e r L a n d o l c u t c in dem von den Rnffc» geräumten Gebiet gegen diese feindlichen Handlungen und zur Rufrechterhaltung der Sicherheit in den grnanutcn Gegriidrn zu ichreitrn. Fufolgc dieser Maßnahinc» herrscht jetzt Ordnvug in dem Gebiet bis K i l k i t und bis zur Linie K r n s s c— S a d a k. Der Dürserkrieg in ZmnUmö. Tic Lage ans den Alandsiuseln. Stockholm, 13. Februar. Wie Stockholms'„Tagblod" aus zu- verlässiger Quelle erfährt, ist ans Aland unter de» russischen Truppen eine völkige Revolte ausgebrochen. Die Soldaten ziehen umher und verhaften die ihnen mißliebigen Ful'eibewohner. Sic verwenden dabei Bluthunde, um ibre stickenden Opfer aufzuspüren. In Marieham u sollen sie ein entsetzliches Blutbad angerichtet haben. Die zweitausend russische» Soldaten, die auf Aland liegen, sind mit Munition und Maschinengewehren versehen. während die Bevöllcriing von Aiand vollkommen wehrlos ist. Aus den Inseln zwischen Aland und der schwedischen Küste herrscht große Panik. Kopcuhage», 12. Februar.. Nationallidende" meldet in einer T epeiche aus Malmo die Landung finnischer Truppen auf Aland. Eine Abteilung der Bürgergarde sei van Nhsiad ans über das Eis nach Aland vorgedrungen, wo ein Zu- jainmenstoß mit dem nlisischeu Militär bevorstehe. Mau nehnic an, daß diese simiische Landung nicht ohne Einfluß auf die Alands- frage sein werde. Stockholm, 13. Februar.(„Frankst Zlg.") lieber die Kämpfe in Finnland lagen in den letzten Tagen keine genauen Nachrichien vor. Tammer fors, Wiborg, Rjocncborg und siiaumo befanden sich noch in den Händen der Noten Garde. Das Hauplqnarticr des Generals U au»erbe im wurde von Waia nach Seinaejeki ver- legt. Nach«iiier Aeußerung seines Stabes rechnci Manncrheim mit einem lailqwicrigeii Feidzug. Stockholm, 12. Februar. N.i.ii Meldungen des Distrikissiabes sti Waia sandeu am Svliiiiag heftige Kämpfe bei Mantyoharji» statt. Die Rote Garde fühlte einen Angriff mi: einem rujsischeii Panzer- zug auL. Nach der Schilderung deS von der finnischen Staats- legierung nach Stockholm entsandten Kuriers herrscht unter den Scvatslrnppen bringender Bedarf an Munition und Waffem Die Ruiiett bedrängen duich Zusaminenziehung betrachtlicher Truppen- masieii die wichligsle» Punkte der Südliont, in denen sich die Lürgcrgarde eingegraben hat. 9 Malmö, 13. Februar. Die Führer der schwedischen kan. servativen Partei, Prokefi»r Trygger und A dmiral Lind- mo-vn. haben in einem.der. Zeitung„SvdsvenSka Tagblodet� ge- geSdücn Interview sich cntschicdrn für Woffeuscudunz nach Fimt» Erkunduugsgefechte im Westcu— Ar- tislerie- und Minenkampf in den Vogesen — Vergeltnngsbomben ans Nancy. Amtlich. G r» h e S H a u p t q u a r t i e r, 13. Februar 191«.(W. T. B.) T'Teftlirher Kriegsschauplatz. Heerrögrnppen Kronprinz Rupprccht und Deutscher Kronprinz. Sörkcre(strkundungsabtcilungen, die der Feind uördlich von L e n S und nördlich vom O m i g o n- B a ch ansetzte, wurden im Rahkampf ab-zewieseu. Fm übrige» blieb die GrscKtötätigkcit aus kleinere Er- kundunzen und Artillericfencr in einzelnen Abschnitten beschränkt. Heeresgruppe Herzog Albrccht. Nach heftiger Feuersteigerunq zwischen F l i r e tz und der Mosel stießen mehrere französische Kompagnien bei R e m c- n a u v i l l e und im Wesitcile des Pricstcr-Waldcs gegen unsere Linie vor. Nach kurzem Kamps wurde der Feind unter schweren Berlusten zurückgeworfen. Gesaugene blieben in unserer Hand. Am S u d e! k o p f und am H a r t m a u u s w r i l e r- K o p f Ariillcrir- und Minenkampf. In Tcrgeltnng scindlichcr Bombenwürfe ans Saarbrücken am 5. 2. griffen unser Flieger gestern abrnd dir Festung Nancy mit Ersolg an. Mazedonische �ront. Bei M»« a st i r und am B a r d a r Artilleriu und Flirger- tätigkeit. Bon den anderen Kliegsichauplätzen nichts Neues. Ter Erste Genera lquarticrmeistcr. Ludcndorfs. Abendbericht. B c'r l i«, 13. Februar 1918-, abends. Amtlich. Von den Kriezsschanplatzeu nichts Neues. Ter österreichische Bericht. Wien, den 13. Februar 1918. Amtlich wird«er- lautbart: Keine Kampfhandlungen von Bedeutung. Ter Chef des Gcncralstabes. * Jtalieuifchrr Heeresbericht vom 12. Februar. Auf den süd- lichen Abhängen des S a f i o R o s I v und im östlichen Teile des F r e n z el a- T a l e S hielt die größere örtliche Kampfiärig- keit gestern früh neck» an. Der Gegner ließ aniehnlicke In- fanteriemoffen vorgehen, die, durch vlo�icheS Feuer unserer Artillerie dezimiert, keine bedeutende Tätlfikeltentsalien konnten. Am Nochmittag war Sie Lage wieder normal geworden. land geäußert. Sie sagen:„Da wir die erste Macht find, die Finn- land anerkannt hat, ist es die unbedingte Pflicht der Regierung, bei der Regierung in Rußland und bei den übriiwn Mächten, die die Selbständigkeit Finnlords anerkannt hoben, Vorstellungen zu machen hinsichilich. ihrer ll'kilwirtuiig zwecks Maßnahmen, um Finn- fand von deä sremiden Soldaten zu bxfreien und die An k gaben der Regierung Finnkands, die Ordnung zu erkalten, zu erleichtern.— Was Aland betrifft, müffcn wir unverzüglich Maßnahme« treffen, um die Bevölkerung gegen eine Behandlung zu schützen, die der ähnelt, die Finnland verwüstet. Tie Lösung der Alandsfrage ist durch den geäußerten Wunsch der Alaiidsbevötlerniig in ein neues Stadium getreten. Für Schweden ist es eine unabweisbare Pflicht, die Sicherheit der Alandsbevölkerung zu schützen, in Erwarrung, daß d!« Frage der zukünfllgen Stellung Alands endgültig ent- schieden werden kann."_ Englische polenziele. Warschau, ll. Februar.„Godzina Polski" bringt Mit- teilungen, welche ihr Mitarbeiter Spectator über die Rolle Eng- lands in der russischen Revolution von einer kürzlich aus Ruß- land zurückgekehrten Persönlichkeit erhielt. Tie englische Agitation in Rußland verfolgte den Zweck, ein p o l n i s ck' e s Heer zu bilden, welches der Entente zu Ticusteii wäre. Nach Ausbruch der Revolution trat die englische Boiichast in Petersburg in Unterhandlungen mit Vertretern der polnischen Emigration ein, nämlich mit der nationaldcmokratischeii Partei und dem nationalen Komitee. Sie stellte ihnen Millioncnsummen zur Ver- fügung zwecks?l us sonderung der Polen aus der des- organisierten ruf fische»Armee und zweck? Bildung besonderer polnischer Korps. In der Tat entstanden zwei solcher KorpS, eins unter Führung des Generals Towboo MuSnicki, das zweite unter General Michaelis, beide je iOOOO Mann. England gestand seine Absicht, die beiden Korps an die frairzösischc Front zu schicken. Ein französischer General kam sogar nach Petersburg, um das Kommando zu übernehmen. Zur Ausführung dieses Planes konnte sich jedoch der Nkinistcr des?leußern Ter est- s ch e n k o nicht so rasch entschlietzeir. Inzwischen brach die Kölsche- wistischc Revolution aus, welche gegen eine weitere Kriegführung war. Tie polnische Emigration mußte sich nach Minsk zurückziehen. wohin auch polnische Abteilungen zujammengezogen wur- den für die Verteidigung der dortigen Polen; sie leisteten sie je- doch nicht. -Lenin unö Marx. D'e Bolschewiti— sagt der.„Manchester Guardian" vom 23. Januar 1318— wollen vor allem die Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit beseitigen. Ihre Revolution unterscheidet sich von der ersten russischen Revolution und von ähnlichen Revolutionen vor allem dadurch, daß sie nicht politisch, sondern sozial ist. Tie Bolschewik! lagen, eine Person könne alle politischen Freiheiten besitzen, und in Wirklichkeit, das beißt wirtschaftlich ein Sklave sein. Sie halten sich für die wahren Schüler von Marx. Aber im ge- , Visse» Sinne befindet sich Lenin im Widerspruch mit Lehren von Marx. Nack letzteren kann die soziale Revolution nur das Er- gebnis der kapitalistischen Entwicklung sein und kann nur voll- zogen werden, wo das kapitalistische System seine volle Ents.rltnng gcsuirden hat. Aber von allen kapitalistischen Ländern ist Rußland am wenigste», entwickelt. Lenin, der seinen Marx kennt, ineint stdock. daß der Krieg die sozialistische Erziehung des russischen Proletariats vollendet habe. In Wirklichkeit hat der Krieg den russischen Proletarier nur ausgehungert und ibn elend gemacht, aber ihn keineswegs in einen Marxisten verwandelt! Man kann keine andere Gesellschc't bauen als die, die d.in vorhandenen Menscheninatcrial eirrspricht. Von diesem Stare- punkte aus gesehen, kann man das russische Bei! nocki nicht für hinreichend reif erklären, und Lenin baut nur im leeren Raum. Tie BolschWilt haben überhaupt nichts zur sozialistischen Ent- Wicklung beigetragen. Sic haben nur die Meiboden de» Zaris- mus fortgesetzt, obwohl ihre und die zaristischen Ziele Voneinander sehr verschieden sind. Und auf ihrem Versuche lastet die w ar n en d c Wahrheit des Wortes von Marx:„Nichts schlimmer, als wcun die Revolutionäre für Brot sorgen sollen." Das furchtbare Blei dieser sorge bangt sich mit gefährlichster Feindschaft an ihr revolutio- näres Wollen. tzenöersons§rieöensbefürchtungen. Bern, 12. Februar. Hciidcrson hielt in einer Wablver- fam in, sing in Soutbwick am 8. Februar eine Rede. Einleitend fprach er von der Norwetidigkeil und von den Fortschritten eines demokratischen Friedens. Tie Haltung der englischen Regierung zu einevi Volksfricden erörternd, bemerkte der Redner, er habe ihr im vorigen Sommer leider vergebens nabegelegt, daß sie sich zu gewissen Grundfäneii und Zielen bekennen müsse, denen die De- uro k ratio allerwärts beistünde. Heute, so fuhr Henderson fort. handelt e» sich nicht.um ein Land, sondern um alle. Völker. Soll dieselbe verhängnisvolle Politik in größerem Maßstabe wiederholt werden? Wenn diese Politik an- dauern soll, so sehe ick, keine Hoffiiung, daß der Krieg eher be- endet wird, als bis die ganze Zivilisation bankrott ist lind die Menschheit noch mehr am Boden liegt. Das britische Volk ist bereit, bis zum äußersten zu kämpfen, um Europa zu erlösen. Wir ivollen den Militarismus allerwärts vernichten. Andererseits ist mc iiier Ucberzeugung nach die Mehrheit des briti- scheu Volkes nicht bereit, für imdcre Ziele zu kämpfen, am aller- wenigsten für irgend etwas, ivaS in der Natur imperialistischer Ab- sichten liegt. Meines Erachiens ist der Krieg dadurch ver- längert worden, daß die Alliierten im Verdacht stau- den. imperialistische Ziele zu verfolgen. Ich fürchte, daß er durch unsere Mctbovc hinouSgczogcn wird. Ich meine damil, daß wenn die militärische Lage für uns günstig ist, unsere Forde- rungen hmaufgcben und bei imgünstigcr militärischer Lage en-t- 'prechcnd geändert werden. Wir rufen daher der Re- gierung zu, daß sie Gefahr läuft, sich durch eine Gleit skala der Politik dem neuen demokratische« Geist, der in alle» Ländern wächst, zu entfremden. Die britische Demo- kraiie hat die Pflicht, jedes Hindernis aus dkm Gebäude dos Welt- sriedens zu entfernen, selbst wenn dieses Hindernis die gegen- wärtige Regierung sein sollte. Der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 12. Februar. Neue U-Boot-Erfolge auf dem nördlichen Kriegsfchanplaü: 20 000 Br.-N.-T. Tie versenkten Schiffe waren meist tief beladen. Unter ihnen befanden sich zwei große.Dampfer von etwa 6000 Br.-R.»T., der einer der Bibby-Linie angehörte. Der Chef des Admiralstabcs der Marine. i Schluß öer Beratung öer Herrenhaus- vorläge. WaZ lange währt, wird gut! Mag dies Wort auch seine Richtigkeit haben, auf das.'was der Verfaffungsausschuß des Llbgeordnctenhaus über die Zusammensetzung deS Herr c n h a u s e s beschlossen hat, trifft es nicht zu. Es ist ein eigenartiger Bau, der da aufgeführt ist. eine Mischinig von mittelalterlichem und neuzeitlichem>stil, bei dessen Anblick man sich eines spöttischen Lächelns nicht erwehren kann. Reben den Siandesherren, Fürsten. Grasen und anderen edlen und erlauchten Herren sinen darin auch einige Arbeiter- Vertreter, aber nicht etwa so lange sie sich des Vertrauens ihrer Mandatgeber erfreuen, sondern nnr so lange sie sich eines ordentlichen Lebenswandels rühmen können. Benehmen sie sich innerhalb oder außerhalb des Hauses nicht so, wie die Mehrheit es von ihnen verlangt, dann hat ihre parlamen- tarische Tätigkeit ihr Ende erreicht. Außer den Arbeitern sind auch noch verichiedene andere„Stände" in dieser ersten Kammer, wie ne in Zukunft heißen soll, vertreten, aber weit- größer ist die Zahl derer, die u» v e r t r e t o n geblieben sind und infolgedessen schmollend beiseite stehen. Tie langwierigen Debatten, die nun vorläufig wenigstens beendet sind, haben die Unmöglichkeit der Schaffung einer Vertretung auf berufsständischer Grundlage bewiesen. Wenn trotzdem die Konservativen wieder erklärt haben, daß sie Wert daraui legen, daß auch daS Abgeordnetenhaus teilweise berufsständisch zusammengesetzt wird, so zeugt das von den harten Kämpfen, die setzt einsetzen werden, wo es an die Reform, des Wahlgesetzes geht. Auch die von konservativer Seite bereits eingebrachten Anträge, die aus eine Einschränkung des Kreises der Wahl- berechtigten hinauslaufen, bieten einen Vorgeschmack der kommenden Ereignisse. Zwar hob der nationalliberala Kommissionsvorsitzendc mit einer nicht mitzzuverstehenden Spitze gegen Friedberg und Hertling die fleißige Arbeit der Kommission hervor, die uieil weniger Zeit gebraucht habe als nian in parlamentarischen Kreisen erwartete, er vergaß aber hin- zuzufügen, daß das Volk schnellere und bcsierc'Arbeit verlangt. Bc- denkt man, daß über wichtige Fragen die Entscheidung ausgesetzt ist, mkd daß außer der Wahlrechtsvorlage noch dtf sehr verwickelten Verfassungsbestimmungen zu regeln sind, so ist. wenn die Kommission in dem bisherigen Tempo weiter arbeitet, der Abschluß ihrer Verhandlungen in erster Lesung vor Aftern nicht zu erwarten. ES wird dann mit Rücksicht daraus, daß die verfassungsmäßigen Fristen von drei Wochen zwischen der dritten Lesung und der wiederholten Äbsttinmung im Plenum eingehalten werden müssen, Ende Mai oder Anfang Juni werdet,, bis die Entwürfe an das Herrenhaus kommen, und ob dieses Parlament sich sofort an die Arbeit macht, das ist zum mindesten zweifelhaft. Also etwas mehr Dampf! Tie Geduld des Volkes hat auch einmal ihre Grenzen. -i-* Der Bersafsunllsausschuft dcs«bseordnetenhanses beschloß beute, daß die Vertreter der P r ivaiange si e I l te n im Herren- hause von den Pertrauensmänncru der Versicherten ver der R e i ch s v e r s i ch- r u n g s a n sta l t für Angestellte vorgefchlagen werden sollen. Tie näheren Borschristeu werden durch königliche und Minisierialverordnung erlassen. Tos Zentrum hatte bcanrragt, das Herrenhaus rn Zukunft „Ständehaus" zu nennen, während ein tonfcrvativer Antrag für die Bezeichnung„Erste Kammer" eingetreten war. s.er konferva- tive Antrag wurde gegen die Stimmen fast aller Parteien an- genommen.. Nach der Lorlage soll das Geietz in einem durch königliche Verordnung zu bestimmenden Zeitpunkt in.straft treten Und gleichzeitig he bisherrgen Herren ha nsmitglieder bis auf jene 134 Persönlichkeiten aus l chcrd eix die auf Lebenszeit aus den ehemaligen Reichsunniitte! baren, Fütstten, Standesherr er: und as- kölliglickjem Vertrauen berufen find. Em nairoualliberck- Kriesenstimmung In Englanö. Man redet weiter über den Frieden. Nach Wilson Lloyd George. Wir erfahren bei dieser Gelegenheit, daß Graf Hert- ling von England die Au f g a b e s e i n c r K o h l e n st a t i o. n e n gefordert haben soll. Tie diesbezügliche Stelle in Hert- lings Rede voni 24. Januar lautet: Im zweiten Punkt fordert Schliem F r e i h c i j der Meere. Tie vollkommene Freiheit der Schisfahrt auf dem Meere in Krieg und Frieden wird auch von Teutschland als eine der erslen und wichtigsten.Zukunftsfordcruugen aufgestellt. Hier besieht alio keine Meinungsverschiedenheit. Die von Wilson am Schlüsse eingefügte Einschränkung— ich brauche sie nicht wärt- lich anzuführen— ist nicht recht verständlich und scheint über- • flüssig, würde also am besten Wegfällen. In hohem Grade aber wichtig wäre es für die Freiheit der Schisfahrt der Zukunft, wenn auf die stark befestigten Flottenstützpunkte an wichtigen internationalen Verkehrsstrastcn, wie sie England in Gibraliar, Malta,?tden, Hongkong, auf den FalklanbSinjeln und an manchen anderen Stellen unterhält, verzichtet werden könnte. Niemand in Deutschland hat daraus etwas anderes her- ausgelesen als eine leidste Jronifierung der Wilsonschen Prinzipien, die in ihrer gradlinigen Ausführung Wilsons eigenen Bundesgenossen recht unbeauem werden könnten, eine deutsche Friedensbedingung an England hat kern Mensch darin erblickt. Sollten am Ende auch wir gewisse Forderungen der Entente überflüfsigerweise;u ernst genommen haben? Jedenfalls zeigt sich, daß die Friedensrednerei über das Wasser herüber und hinüber Mißverständnisse nicht wegräumt, sondern nur neue schafft, und daß die direkte B e s V r e ch n n g ihr bei weitem vorzuziehen wäre. London, 12. Februar. Unterhaus. In der Adreßdebatte brachte Asquith seine vollständige Uebereinstimmung mit der Friedenszielerklärung Lloyd Georges zum Ausdruck. Er verlangte keine Auskunft übe? die militärischen Angelegen- beiteu, rickstete aber an den Premierminister eine Aufrage über die Erweiterung der Vollmachten des Verfailler Kriegs- rate». Asquith sagte: Seit Beginn dieses F ah res ist eine Zlnzabl bemerkenswerter überraschender Tatsachen eingetreten. Wir hatten eine neue Darstellung der Friedensziele namens unseres Landes durch den Premierminister, eine Erklärung, mit der ich sowohl dem Geist wie dem Buchstaben ncrck übereinitimme. und eine Dar- stcllung namens der Vereinigten Staaten durch Wilson. Asquith erinnerte serner an die Erklärungen Hertlings nud Czernins und die Wiederaufnahme und das Ergebnis der Verhandlungen in Brest-Litowsk. Mit Beziehung auf die gestrige Erklärung Wilsons iagle�Asquith: Sie unterschied gerechterineise sowohl hinsichtlich des Tones aste des JiihaiiS zwischen dem deutschen und dein österreichischen Minister. Wie Wilson sagte, kämpfen wir für einen reinlichen und dauernden Frieden, der ans fester Grundlage und auf nationaler Eerechiigkeit beruht. Solange der Krieg dauert und unsere Ziele noch nicht erreicht find, müssen Ivir unsere besten Hilfsquellen benutzen. Unter ihnen ning der erste Platz der Führung zugewiesen werden Es ist gerechte und ungerechte Kritik an der Kriegführung geübt worden, aber auf militärischem Gebiet wurde nichts getan oder unterlassen, das auch nur im mindesten das Vertrauen L?r Nation und des Reichs zu den beiden großen Soldaten Haig und Robertson erschilltert hätte, lBciiall.) Wir schkklden ihnen die größte Dankbarkeit wid un- wauddhbsres Vertraue». sBeftall.l Es gebe keine zlnei Männer, fuhr rlSauith fort, deren Urteil über militärische Dinge er vor- bobaltloser annehmen würde. Bezüglich der jüngsten Erweiternng der Befugnisse des Kriegsrats der Alliierten glaube er, doss die Negierung den Ilmfang dieser Erweiterung werde angeben tönnen. Asquith wünschte zu wissen, ob irgendein Wechsel in dem P e r s o n a Ist a n d e oder der Stellung des Oberkommandierenden odcr des Generalstabschess erfolgt oder beabsichtigt sei. Dies Haus tvürde seine Pflickr nicht tun, ivenn es nicht die Regierung ersuchte, eine maßgebend Entscheidung zu treffen hinsichtlich der Beruhigung des Mißtrauens und Beseitigung des Zweifels daran, daß die Kriegführung in Zukunft nach klaren Plänen, die die Zustimmung der höchsten technischen Berater fänden, ge- leitet werden würd., Lloyd George sagte in seiner Antwort: Ich lese mit tiefer Enttäuschung die Antworten, die durch den deutschen Reichskanzler und den Grafen Czernin auf die Rede des Präsi- denien Wilson' und auf die, die ich im Auftrage der Regierung ge- Kalten habe, abgegeben worden sind. Es ist durchaus richtig, daß, soweit es den Ton betrifft, ein großer Unterschied zwischen der österreichisch-ungarischen und der deutschen Rede besteht. Aber ich wünschte, ich könnte glauben, es gäbe auch einen Unterschied im Inhalt. Das kann ich nicht finden und ich lehne die Auslegung der Rede des Grafen Ezernin ab, die zwar außerordentlich höflich im Töne>urd freundlich war, aber von g r o ß e r H ä r t e, wenn man zu dem wirklichen Inhal: der von den Alliierten aufgestellten Forderungen kommt. Er stellt Mesopotamien, Palästina und Arabien in genau dw- selbe Kategorie wie Belgien. Sie sollen den Türken vermutlich unter denselben Bedingungen zurückgegeben werden, unter denen Deutschland Belgien zurückgeben will. Was die italienischen An- spräche anbelangt, sagte Ezcrnin ganz einfach, daß gewisse An- geböte vor dem Krieg gemacht wurden, und daß diese nun zurück- gezogen worden sind. Was über die slawische Bevölkerung Oester- reichS gesagt wird, war lediglich eine höfliche Aeußerung an Wilson und andere, dahingehend, daß uns diese Frage nichts angebt. Czernin bat keine einzige bestimmte Frage behandelt, ohne die bestiminieste Weigerung abzugeben, irgendwelche Bedingungen dar» über, die als mögliche Friedensbedingungen betrachtet werden könnten, zn erörtern. Was die deutsche Antwort anbelangt, so ist es jedem, der sie liest, schwer zu glauben, daß eZ Hertling mit einigen der Forderungen, die er ausstellte, ernst war. Was war seine Antwort ans die sehr gemäßigten von den Alliierten aufgestellten Bedingungen? Sie ging dahin, daß Großbritannien seine K o b! e n st a t i o n e n auf der ganzen Welt, von denen er ein halbes Dutzend namentlich ausführt, aufgeben müsse. Diese Kohlenstationen' sind den deutschen ebenso wie den britischen Schiften früher zugänglich gewesen. Tie deutsche Flotte hat in diesen Kohlenstationen immer die gastfteundlichste Aufnahme er- fahren. Ich gestehe, daß die Erhebung solcher Forderungen, zum ersten Male im vierten KriegSjalsr, der beste Beweis dafür ist, daß das Deutsche Reich oder wenigstens seine gegenwärtigen Leiter nicht in. einer Stimmung find, vernünftige Friedensbüungungen mit den Alliierten zu erörtern. Ich bedaure dies auf das tiefste aber es hat keinen Zweck, nach Frieden zu rufen, wenn keiner ge- funden werden kann. Tie Handlungsweise des Deutschen Reiches gegenüber Rußland beweist, daß alle Erklärungen über Frieden ohne Annexionen und Entschädigungen, keine wirkliche Bedeutung haben. Nebcr Belgien wurde keine Antwort gegeben, die als be- friedigend betrachtet werden kann; desgleichen nicht über Polen und die berechtigten Ansprüche-Frankreichs auf Rückerstattung seiner verlorenen Provinzen. Kein Wort wurde über �die Bevölke rung italienischer Rasse und Sprache, die jetzt unter d e m österreichischen Joche lebt, gesagt, und wa» die Türkei' anbelangt, so kann man, wie ich bereits angedeutet habe, weder bei Hertling noch Czernin ein Anzeichen dafür finden, daß sie bereit seien, die Rechte der Araber auf Mesopotamien und Arabien'an- zuerkennen. lieber den KrirgSrat von Bcrsaillcs sagte Lloyd George: Rußland ist aus den, Krieg ausgeschieden. Seitdem bat eine sebr' beträchtliche Anzahl von deutschen Tivi- sionen gegenwärtig die. Ostfront, verlassen. Sie ist nach dem Westen.' gebracht worden. D e Lage.wurde sehr viel'.bedrohlicher als sie'dämgls war. Die Alliierten find in Versailles zusammen- gekoinmmen, um die besten Mittel zur Begegnung dieser Be- drohung im Jahre 1918 zu beraten. Bis zu diesem Jahre besaßen die Alliierten die überwältigende Mehrheit an Truppen auf der Westfront. Stufenweise und sogar rasch hat diese Ueberlegenheit nachgelassen, besonders während der wenigen letzten Wochen, troy der von dc» Tcutschru den Russen gegenüber eingegangenen Ber- pslicktnng, daß während des Waffenstillstandes keine Truppen von der Ost- nach der Westfront abgezogen werden sollten. Sie werden so schnell, wie dies die Eisenbahn oder andere Verkehrsmittel ge- statten, bcfördcrk, pnd da? müssen wir uns auch vor?ug«, sscckken, wenn wir über die Friedensbedingungev sprechen lBeifall); denn eS hat einen tatsächlichen Einfluß auf die Bürgschaften. �Jufor- mationen auszuplaudern, die die Kaiserreiche wünschen, wäre ein Verrat ohne gleichen, und ich lehne es ab, einen solchen zu begehen. ES genügt, zu sagen, daß die getrvfteneu Entschließungen einstimmig waren. Ich lnöchre noch ein Wort binzufügem ES gibt keine Armee, deren Sicherheit van der Ausfübrnng dieser Ens- schließungen abhängiger ist als die britische. Sie nimmt den wich- tigston Frontabschnitt ein. Fra nkreich verlangte von der britischen Armee, daß sie keine geringere, sondern ein: höhere Verantwortung übernehme, und dies ist in sich selbst ein Beweis des Vertrauens zur Tapferkeit und Tüchtigkeit unserer Armee und ihrer Führung. Es ist unmöglich, dem Hause mitzuteilen, was für exekutive Befugnisse dem Verfailler Kriegsrat übertragen wgrdcn find, wenn man nicht sagen will, was er für eine Aufgabe habe. Es handelt sich um eine bestimmte Mtion, über die durch den Kriegsrat in Versailles entschieden wurde, deren Ausführung den Vertretern der Regierung in Versailles anver- traut wurde; nicht neito endig den Vertretern per augenblicklichen Regierung, sondern jeder Regierung, die in Versailles beraten wird. Ist das U:sterbaus und mein verehrter Freund bereit, die Verantwortung dafür zu Übernehmen, die Regierung zur Veröftent- lichung von Informationen zu zwing die sämtliche Vertreter der Alliierten in Versailles für unerwünscht �hielten, und über die jede einzelne Regierung mich Erwägung aui den Bericht ihrer Vertreter hin zur selben Entscheidung gelangte? Ich kann eS nicht glauben. Glauben Sie mir, dies ist eine militärische Tut- scheidung. Weiß Asquith, was das bedeutet? Ich sage, es ist eine militärische Entscheidung von größter Bedeutung. Die fori- währende Erörterung dieser Angelegenheiten in den Zeitungen macht die Kriegführung unmöglich. Ich meinerseits würde sie sämtlich verbiete«, weil ich glaube, daß anders eine Kriegfübrung unmöglich ist. Ich appelliere an das Unterhans, die Regicrrnng in ihrer Entschlossenheit zu unter- stützen, daß, wenn Entschließungen dieser Art getroffen werden, sie ausgeführt werden müssen und dem Feinde nicht enthüllt werden -dürfen, um ihm Nachrichien an die Hand zu geben, die ihm er- möglichen, seine Gegenmaßnahmen vorzubereiten. »* Nach dem„Nieuwe Rotterdamsche Courant" schreibt „Daily Dlelvs";„Lloyd Gange ging mit einem ermüdeten Ausdruck aus dem Saale und ließ seine Kollegen nieder- geschlagen und in Spannung zurück. Schon gleich bei Beginn der Sitzung bekam man das Gefühl, als ob eine 5t r i s i s in der Luft wäre. Diese Angelegenheit muß und wird bis auf den Grund geprüft werden. Das Unter- hauZ ist sich schließlich der schwerer. Lerantwortlichkeft bewußt gewcrden, die auf ihm ruht. Es wird darauf dringen, Zü hörest, wessen Händen das Schicksal der englischen Armee au- ve? traut ist und ob-Haigh und Robertson dem französischen Oberbefehl unterstellt worden sind. Es wird bessere Gründe verlangen, als die, welche für eine Leitung durch General Nivelle angeführt wurden. Man kann keine Ausflüchte brau- chen, wenn es sicb um eine Sache von so überragender Beden- tung handelt. Wenn man anführt, daß, da es sich um eine abgemachte Sache handelt, sede Veränderung uns Ungelegen- lnüten gegenüber unseren Bundesgenossen verschaffen würden, so antworten wir darauf, daß mau in viel ernstere. Ungelegen- heften kommen wird, wenn das Parlament nicht konsequent und entschlossen handelt. Wenn man, wie Lloyd lileorge da gegen anführt, daß ein Pochen aui die Rechte des Parlaments eine Veränderung der Regierung bedeuten würde, müssen wir doch sagen, daß, wie sehr wir auch eine ministerielle 5irisis zu vermeiden wünschen, es doch Interessen gibt, die wichtiger sind als alle Fragen der Regierungsmaschiuerie. Zu diesen Fragen gehört die vorliegende. Es ist Sache des Parlaments, geschehe was will, deutlich zu machen, daß England von WcstininsterundnichtvonVcrsaillesreaiert wird." Irr An! rag vcrlrmgi, daß das HerreuhauSgesctz gleichzeitig mit dm neuen Landtags ivahlroch: in Kraft treten solle. Daraus entgegnet ein Konservativer, man solle in die wvlil- erworbenen Reckte nicht weiter eingreifen, als unbedingt notwendig sei. Für den ersten Satz des natioualliberaken Antrags sgleich- zeitiges Inkrafttreten de: beiden Gesetze) werde des Redners Partei stimmen; denn dadurch werde der organische Zusammen» bang' der Vorlagen unterstrick.en. Tarauf wird der erste Satz an- genommen: über den zweiten Satz daß zu jenem Zeitpunkte auch die vorgeschlagenen HerrenbanSmitglieder ausscheiden sollen, wird die Abstimmung auegesetzl. Tarauf begründet ein Fortschrittler den Antrag. Artikel öl der Verfassung dahin zu ändern, daß der König auch dia VntgnedsHaft ber pnifcnl icrf.cn Vntglic�cr dee.,ocrrcitI>aufc» auf neben kann, und daß bei einer Lantitagsauflösung inner- wib 60 Tagen die Wähler und innerhalb 90 Tagen auch eine N e u- oerufung für diejenigen Herrenbausmitglieder stattzufinden hat, deren Mugkiedschaft aufgehoben worden ist. In der Begrün- dung führt der Antragiteller aus, daß das Herrenhaus sonst im- nnriöSbar märe, da in Zukunft alle Mitglieder vom.König be- ruien werden. ES würde aber modernen GrundsSbrn nickt ent- iv rechen, wenn dir Krone nur dir eine Kaminer des Landtags av', tosen könnte. Minister des Innern Dr. Trews: Tie Regierung wünscht, das.oerronhaus möglichst selbständig zu machen. Tie Absicht c er Regierungsvorlage war, daß ein Widerspruch des Herrenhauses _.. ssssl leine Weise beiseite geschoben werden soll. rriew unabbangige pes Herrenhauses erscheine der Re- weil unter dem gleichen Walilrecht die Rehrheitsverhältnisse im Abgrordnetonhause sich aunerordentlich verschieben dimi-n. �' 0" si.f*' ö er a l e r schlägt vor. die Abstimmung zu vertagen, uam'.t ut jnn K o niervati der einverstanden. Er li:qt dn.zu. dag ic. nc ö'tcuubc gegen den Antrag gestimmt kabe» Wurden Man könne. Wenn ine.e Borlage Gesetz würde, dem Herrenhaus nicht mehr den Vorwurf der Versteinerung machen. E". Freikonservat.ver nwint. der fortschrittliche Antvag detlamtere Ae pratentleneii Mitglieder. Das Zentrum behält sich seine Stellungnahme vor.>v ü r d e a b eV: ,n A n gen- bfsck gege n� den Antrag st i mm e n. Tie Beschlußtassung wird aus genetzt, und danut m die erste Lesung der Herren- yaus'-iorlage b e- n d e t. Es folgt eine Schlußrede des Vorsitzenden, der meinte die ratung habe nickt so lange gedauert als man gealauVt W« r,:,'er �solg sei der Tätigkeit der Ausschußmitglieder und er uegwrungsvertret-r zu verdanken. Er wolle keine Vorschuß- J3. eren einheimsen, aber die unbestreitbare Tatsache steche fest • aß der Ministerpräsident mit Reckt die Unterstellung zurnckae- >>: nick» mehr mit der gleichen E n t s ch i c- 1 c-ncit rür die Wahl« form eingeiretru werde. araui vertag-c sich der Ausickuß auf morgen, TonuerStaa, -'�bcg� elften Lelung der W a h l r e ch t S b o r l a g e vor öer Reickstagseröffnung. Am Freitag und Sonnabend sind die Vertreter der ver- fchiedencn Parteien zuin Vizekanzler v. Pap er zu Be- fpreckuingen geloben. Am Dienstag, den t9. Februar, an dem'der Reichstag feine Bemtungen wieder aufnimmt, tritt vormittags 10 Uhr die so z i a l d e m o k r a t i s ch e F r a k t i o n zu einer Sitzung zusammen. Der Abg. Gröber, der von mehrmonatiger Krankheit genesen ist. kehrt nach Berlin zurück, um die Führung der Z e n t r ii m s f r a k t i o n zu übernehmen. Jortschrittlich-nationalliberaler Fwist in Nieüerbarnim. Der Verein der Fortschrittlichen Volkspartei kür den Wahlkreis Aiederbarnim bittet uns um Abdruck folgender Zu- ichrist: .Für die ReichstagSersatzwabl in Aiederbarnim ist in der Ver- tämmlung vom!Z. Februar von dem dortigen Wahlverein als Äan- didat der ForlschritUichen Volispariei einstimmig der Eisenbahn- Handwerker Herr Otto H o f s m a n n in Berlin-Lichtenberg auf- gestellt worden. Da bei de» letzten Haupttvahlen zum AkeichStag auf Grund des zwischen den Skationalliberalen und der Fortschrittlichen Volkspartei über die ganze Provinz Brandenburg abgeschlossenen Kompromisses die Fortschrittliche VolkSpartei im Wahlkreise Niederbarnim den gemein- samen Kandidaten zu benennen batte, hat auch diesmal die Fort- schrittliche Volkspartei vor der Veröffentlichung der Kandidatur die Nationallibcralc Partei um ihr Einverständnis mit der Kandidatur deS Herrn Hoffmann als geineinsamcn liberalen Kandidaten ersucht. „Unterdessen hat die Nationalliberale Partei, die seit l87S noch niemals einen eigenen ReichStagskandidaten in dicienr Wahlkreise aufgestellt hatte, ohne jede Fühlungnahme mir der Fortschrittlichen Volk Spartet ihrerseits eine K a ii d i d a i n r a u f g c fl e l l t und bcröfienllichr und damit ver- urfachr, daß bei der bevorstehenden Ersatzwahl der Burgfriede nicht einmal zwischen den liberalen Parteien gehalten werden kann." » Nach einer Behauptung der„Deutschen Tageszeitung", die wir ohne Gewähr für ihre Richtigkeit mitteilen, hat Herr Hossinann die Uebernahme der Kandidatur abgelehnt. Leftte Nackrickten. Ter Raubmord in der Frredrichsgracht. Berlin, la. Februar. Das Polizeipräsidium teilt mrt: Trotz ««Gestrsngter eifriger Bemühungen ist eS der Kriminalpolizei zwar bisher noch nicht gelungen, die Persönlichkeit der Täter der bestialistchen Bluttat an dem Schuhmachermeister Reichardt, Friedrichsgracht 5ü, zu ermitteln. Jedoch find infolge des Interesses des Publikums an diesem im Mittelpunkt der Stadt verübten Verbrechen die näheren' Umstände bereits soweit klargestellt, daß bei -weiterer Unterstützung des Publikums eine völlige Auf- klärung zu erhoffen ist. Mörder sind die beiden jungen Burschen, welch« am Mordtage, Sonnabend, den Ü. Februar, von 7 Uhr abends an in dem Reichardtschcn Keller oder dessen Nähe von verschiedenen Zeugen gesehen worden sind. Der größere derselben, eiwa 1,70 groß, schlank und blond, nnt nur wenig oder gar keinem Schnurr- bart, trug einen Kneifer, Halle etwas abstehende Obren und in der Hand einen umschnürten Pappkarton von der in Kleidergeschäften zum Verpacken von Anzügen gebräuchlichen Größe; er trug einen dunklen Ueberzieher und wahrscheinlich schwarzen steifen Hut. Der kleinere, etwas jüngere, wird als dunkelblond und lmrtlos be- schrieben, hatte cincn braunen abgetragenen Wiuterüberzieher, dessen hochgeschlagenen Kragen er auf der Flucht am�Halse zuhielt, entweder um sich vor Erkältung zu schützen oder aber Blutflecken zu verdecken. Auf ihrer Flucht sind die Täter nach der Jungfernbrücke zugeeilt und in die Sprecstraße eingebogen, ein Weg, den sie nach Bekundung einer Zeugin bereits um 7ßi Uhr desselben Abends ge- nommen harten. Die Burschen, die eine Zeugin schon mehrere Tage vor der Tat öfters bei Reichardt gesehen haben will, sind derartig beschrieben, daß sich auch andere Personen einer Begegnung mit diesen stets zusammen gesehenen Burschen erinnern werden. Gererdc diese ilnzertrennlichke't wird nicht nur anderen Kirnden des Reichardt, sondern auch tociteren Personen aufgefallen sein, so daß sich sicherlich Anhaltspunkte dafür, woher sie gekommen bzw. wohin sie verschwunden sind, ergeben werden. Mög- lichertveise haben sie in einem von der Mordstelle abgelegenen Winkel ihre Wohnung. Sie müssen demnach sicherlich Zimmervermiete- rinnen odcr Hausbewohnern nberheaipt und nach Berübirng der Tat bei Benutzung eines Verkehrsmittels oder Besuch einer Kneipe oder Prwatlogis aufgefallen sein, zumal ihre Kleidung wahr schein- lich mit Blut befleckt war. Alle Personen, die in der Lage sind, irgendwelche Bekundungen zu dieser Bluttat machen zu können, werden hiermit dringend gr- beten, sich bei der Mordkommission des P o li zei-Prä- s i d i u m S am Ale.randerplatz. 2 Treppen. Zimmer 326, zu melden. Auf Wunsch wird Geheimhaltung der Namen zugesichert und auf Antrag nachgewiesener Zeit- und Arbeitsverlust erstattet werben. Internationale Sozialistenkouserenz in Bern? A m st e r d a m, 13, Februar. Ter„N. R. E." erfährt au» Le Havre: In einer Unterredung hat E amille HuysmanS erkltict, er glaube, daß die Internationale Sozialisten!, nferevz im Lttttfc des Monats Mörz i« Lea» abgeholte» werde. GelverffchaMwegung Hn Sie Gewerkschastsmitglieüer. Ter Goclhcbund— AuZschub filt VollSunterhaliungrn— hat der Berliner GewerkichastSkommiision auÄ zu den weiteren von ihm veranstalteten Unterbaltimfl-Zabenden in berilwilligster Weise BivetS zum Vorzugspreise überlassen. Die UnterhallungSabende finden in folgenden Sälen und an folgenden Tagen statt: Schwarzer Adler, Schöneberg. Hauptstr. 14t: Dienstag, den IS., Donnerstag, den 28. Februar t Freitag, den 8.. Dienstag, den IS.. Mittwoch, den 27, März, und Freitag, den 12 April. Zum Schultheifi, H a s e n h e i d e 21/23. Sonnabend. den 16. und 23. Februar; Sonntag, den 2., Sonnabend, den S.. 16.. SS., und SS. März und 6. April. Moabiter Stadttheater, Alt-Moabit 47/4 8: Freitag, den 22. Februar; Mittwoch, den 6., Freitag, den IS. und 29. März und Dienstag, den 9. April. BöhmischeSBrauhauS, LandSbergerAllee 11/18: Donnerstag. 21. Februar; Montag, den 4.. Mittwoch, den 13.. Montag, den 2S. März und Sonntag, den 7. April. Lehrer-VereinShauS.AIex-anderstr. 41: Mittwoch. den 20. Februar; Freitag, den 1.. Dienstag, den 12.. Mittwoch, den 20. März; Mittwoch, den 3. und Sonnabend, den 13. April. Bolkshaus, Charlottenburg. Rosinenstr. 3/4; Sonntag, den 17. Februar; den 3., 17. und 24. März und Montag. den 1. April. Germania-Prachtsäle, Chaussee st r. 110: Dienstag, de» 26. Februar; Montag, den 11., Freitag, den 22. März; DienS- tag. den 9. und Donnerstag, den 11. April. GewerkschaftShau«, Sngelufer 16: Freitag, den 16. Februar; Sonntag, den 24. Februar; Dienstag, den S., Don- uerStag, den 14., Dienstag den 26. März, und Freitag, den 6. April. Schlohpark— Steglitz. Schlotzstr. 48: Montag. den 26. Februar; Donnerstag, den 7., Montag, den 18.. Donners- tag. den 28. März, und Montag, den 8. April. Prachtsäle d e» O st e n S. Frankfurter Allee 46: Mittwoch, den 27. Februar; Sonntag, den 10, Donnerstag, den 21. z Sonntag, den 31. März und Mittwoch, den 10. April. Die Einlaßkarten a 26 Pf., und Familienkarten(3—6 Personen) a 60 Pf., einschließlich Kleiderablage, find im Bureau der Berliner tÄewerkschaftskominlsston. Engelufer 16 I, Zimmer 16, zu entnehmen. Der Ausschuß der GewerkschaftSkommission Berlins und Umgegend. Tie Gewährung einer weiteren TenernngSzulage hat der Vorstand des Verbandes der Schneider zusammen mit dein Haupivorstand de? EiewerkvereinS der Schneider(H.-D.) und des Verbandes christlicher Schneider beim geichSitSführende» Vorstand deS Allgemeinen Deutschen ArbeitgeberverbandeS für das Schneider- gewerbe in München beantragt. In der Begründung weisen die genannten Organisationen äus die enorme Steigerung aller wich» ligen Lebensmittel und BedariSarlikel. Dazu komme, daß alle dies« notwendigen Lebensmittel lehr oft im reelle» Handel gar nickt zu haben find, sondern teilweise zu noch höhere» Preisen auf dem Wege deS Schleichhandel« erworben werden müssen. Die ab 12. November 1917 gewährte KriegSteuerungSzulage werde von den Mitgliedern nicht nur als zu niedrig bezeichuet. sondern auck ihrer Form wegen sehr start angegriiien. weil nicht allen beteiligten Arbeitnehmern in gleicher Weiie Rechnung getragen worden ist, so- daß notwendigerweise ein Ausgleich geschaffen werden müsse. Außerdem wird die Forderung der Lieferung der Nähmalcrialie» in oafctfra erneut und rrrrr stärkerem Nachdruck erhoben. An den Houplvorstond bei SrbeitgeberverbandeS der Herren« und Knabentleidersabrikanten Deutschlands in Berlin ist dasselbe Cchreibeir gerichtet worden, unter Weglossung de» Textes über die am IS. November 1917 gewährte Teuerungszulage und der Forderung der Nähmaler ialien ia lurUrra._ Die hohen KriegSlöhn«. Daß große Firmen nicht immer den gegenwärtigen TeuerungS- Verhältnissen Rechnung tragen, sondern mitunter Beichästigung suchenden Personen einen miserablen Lohn anbieten, zeigt folgender Fall. Ein Soldat, der sich momentan in einem Reservelazarett in Jnstor- bürg befindet, hatte bei der Allgemeinen ElcltrizirälS-Aesellschaft, JnstallationSbureou Hamburg ongefragt. ob die Firma noch Bedars an Monteuren habe und unter welchen Bedingungen die everriuelle Einstellung erfolgen würde. Darauf ging folgendes Antwort- schreiben ein: .Antwortlich Ihrer Anfrage vom 7. d.M. teilen wir Ihnen mit, daß wir noch Monteure einstellon. Air zahlen bei durchweg neun- slündiger Arbeitszeit anfänglich 70 Pf. Stundenlohn, sowie für aus- wältige Arbeit, für welche Sie in Betracht kommen würden, 5 M. pro Tag Auslösung. Sie wollen uns angeben, mit welchem Befund Sie au» dem Lazarett entlassen werden und wie lange Sie dort vor- läufig noch bleiben müfion. Im Falle einer Reklamation müssen wir Truppenteil und sämtliche Angaben von Ihnen haben.* Daß bei der heuligen Teuerung ein Stundenlohn von 70 Ps. zur Bestreitung deS notwendigste» Lebensunterhalt» nicht aus« reichend ist, dürfte der obengenannten Firma wohl bekannt sein. Und wir glauben auch, daß di« bei derselben beschäftigten Monteure mit einem so niedrigen AnfangKloh» nicht zufrieden find, wenn» gleich ihnen durch die 5 M. Auslösung pro Tag für auswärtige Arbeiten eine erhöhte Einnahme erwächst. Davon würde dem hier in Frage kommendoir Monteur, defien Familie, bestehend ouS Fron und zwei Kindern, in Hamburg wohnt, wenig bleiben, denn ed müßte ja von dem Verdienst ein doppelter HauSbalt bestritiei! werden. Ein lediger Mensch mag mit einem solchen Verdienst aus» kommen, ein Familienvater aber nicht. Sollte die Firma dem Bcschä'ligung Suchenden, bloß weil ei sich hier um einen Mann im Wassenrock handelt, dem damit gedient wäre, daß er nach Hause kommen könnte, diesen niedrigen Lohn anbieten, so wäre das entschieden zu verurteilen. Unter solchen Be- dingungen wird selbst ein KriegSdienstpslichriger— und zöge ibn die Schnsuckr noch so sehr zu seiner Familie— nicht in Arbeil treten wollen. Denn schließlich muß er doch die Gewähr haben, daß er seine Frau und Kinder auch ernähre» kann. Jnüustrie und ßanöel. VcrstaatlichnngSPrvgrainm der dänische» Sozialdemokratie. Im dänischen Reichstage brachten einige Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion den Antrag ein, einen 15- gliedrigcn Ausschuß zu ernennen, der untersuchen soll. ob rS nicht im Interesse des Landes und des Volkes liege, die Verstaatlichung der Nationalbank und der übrigen Pnvat- bankcn, des Telegraphen- und Telephonwescns. der Eisen- bahnen, der Schiffahrt, der Versicherungsgesellschaften aller Arten, der Zuckersabrikcir, Raffinerien, Papierfabriken. Ocl« fabrikeil, der Aktiengesellschaften, die Handel mit Oel treiben. ferner der Streichholz-, Leder-, Kunstdünger- und Zement- fabriken, der Gerbereien, Salzwcrke, Branntweinbrennereien. Bierbrauereien, Kohlencinsuhrgesellschaften usw. durchzuführen. Der Ausschuß soll gleichzeitig untersuchen, tvelcheu ungünstigen Einfluß das Verbleiben dieser Betriebe in den Häildcn des Privatkapitals und der Trustgcfellschaften auf die Wirtfchaftö- Verhältnisse des Landes ausübt. Der Antrag wird in der kommenden Woche im Reichstag zur Beratung gelangen. Aussicht auf seine Annahme besteht, wie berichtet wird, nicht, jp- doch sind sehr erregte Erörterungen zu erwarten. ** Dieser Antrag ist zweifellos angeregt durch die volkSwirtschas!- lichen Expenmemc der Bolsckewikr; es ist aber charakleristisch. daß er nicht Verstaatlichung aus dem Stegrect. sondern Unter- s u ch u n g der Bedingungen einer V�siaatlichung verlangt. WaS die Bolichcwiti tun, rührt an die wickligslen Probleme der Wirt« kchafr und wird so oder so einen gewissen Einfluß auf die Vor- stellungSwelt deS europäischen Proletariais üben. Die prak» lische Durchführung der umstürzenden Reformen in Ruß- land scheint freilich leider, wenn einem uuS zugegangenen Berich» zu trauen ist, manches pcnnissen zu lasten. Ein deutscher Finanzmann, der als Kommiistousmitglud t» den Petersburger Straßen die Kugeln hat pfeife» hören, hat hier erzählt, daß die meisten Bonkdirekiore» in Finnland, in Schweden oder— im Ae'ängrnS sind. Die zurückgebliebenen arbeiten unter Aussicht blutjunger Komrnistore der bolschewistuchen Regierung und — schreiben auf deren Anweisung meisten« Schecks aus. Dcpostlen- abhebungcn sind bis 200 Rubel gestallet; nur für Lohnzahlungen dürfen größeie Summen abgehoben werden, und zwar für diesen Zweck auch dann— wenn der Unternehmet: gar kein Guthaben mehr hat. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. In das Handelsregister ist dir Elitcwxtgen A.-G. mit dem Sitz« zu Berlin«ingalragen worden. Da» Kapital der Gesellschaft, die bch in der Hauptsache mit dem Bau und Vertrieb elektrischer Kraft- fahrzeuge befaßt, beträgt 1 Million Mark. Zum Vorstand ist Kaufmann Paul Mvchow in Berlin ernannt worden. Die Gründer der Gesellschaft sind: Kommerzienrat Franz Hagen.Köln, Kauf- mann Hcohann Hindcn-Äöln-Deutz, Kansinantr Johannes Scherer» Käln-Lindenthal, Kaufmann Richard Thiemrr.Bcrlin, Dr. Bern« hard Thommeck-Köln-Höhenberg. Tie Kunstrohstoff. Akt.-Ges. wurde unter Mitwirkung der Ge- sellschaft für Technik(Berlin) vorlvhaltlich der staatlichen Genehnn- gung als eine neue Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 1 Mill. M. errichtet. Zweck de» Unternehmen« bildet die An»««- staltung und Verwertung von Verfahren aus dem Gebiete der Herstellung von Ersapproduktcn iür ausländische Rohstoffe. Die Friedländer-Fuldschc Nachlatzvcrwaltung l>al ihr« Betet- ligung am Tcxtilosckonzcrn, also die Anteile an der Textilosc 01. m. b. H, in Berlin, an den Oppelner Tertiloselverken m. b. H.. ferner die Aktien der Papier.Akt.-Gcs. Alidamm-Stahkbammer sowie dl« sonstigen deutsche» und österreichischen Interessen aus dem Spinnpapieraebict abgestoßen. Die Beteihgung ist aus die Firmen S. Blcicbröder. die TiSconto-Geiellschakt, die Deutsche Bank sowie auf die Fürst PIeßsche Vcrn-altung übergegangew Zu diesen bisherigen Konsorten ist dann Herr Robert Friedländer zu- getreten. Der Umfang seiner Beteiligung ist bisher nicht bekannt. Eine Erläuterung zum ÄtrtschaftSvertrag mit den Ukrainern. Die.Frankfurter Zeitung* läßt sich aus Berlin schreiben: In dem WirtschatlSverlrag mir der Ukraine ist daraus Rücksicht genommen worden, daß durch die Bodenreform die Besitz- Verhältnisse aus eine ganz ander« Basis gestellt worden sind, als dies die Mutelmächle bei ihren PrivateigeniumSverhältnifien kennen. Di« Ukraine, die ihre eigenen SiaatSangebörigen iür die Enteignung niSi entschädigt, sträubt sich, den unier gleichen Ver- Hältnissen enteigneten deutschen Besitzern Eni- schädigungen zu zahlen. Von dielen Enteigiuingen werden aber mehr als die deutschen Konzessionäre und Besitzer die der Enrente. namentlich England, Frankreich und Amerika berrossen, und eine von unS durchgesetzte Eiuschädigungtpflichl wäre i» erster Linie auch Angebörigen der Entente zugute gekommen. ES ist aber vertraglich festgelegt, daß unsere geschädigten Landeleute auf keinen Fall schlechter behandelt werden, als die den Ententesiaaren angehörigeii Geichädigten. und alle Vorteile, die die Entente ipäier noch iür ihre Angehörigen durchzusetzen i» der Lage wäre, würden auch unsereti Siaalsangehörigeii zugute kommen. Wie in ganz Rußland, bestand auch in der Ukraine eine starke Almetgimg gegen den alten deutsch. russischen Handelsvertrag, und uriprünglich wollten die ukrainischen Delegierten unter gar keine» Uniständen eine Weiler- geltung der alten HaiidelSvertragSbeslimmungen anerkennen, während' gerade die deutschen Jnterestemen großen Wert darauf legten. Es ist nun gelungen, ein Kompromiß zu schaffen, indem die beul- scheu Interessen in weitgehendem Maße gesichert werden und viele von den früheren HandelSverlragSbesliinmungen in daS neue Verrrags- Verhältnis übernommen sind. Steigerung der deutsche» Valuta. Die deutsche Währung hat an« dem Friedensschluß mit den Utrainem und Trotzkis Erklärung guten Nutze» gezogen. 100 M. wurden am Sonnabend m der Schweiz mit 82,5 Fr.(im Frieden 123 Fr.) bezahlt, am Montag mit 87 und am Dienstag mit 89 Fr. Diese Besserung wird nur anhalten, wenn die deutsche Regterung eine folgerichtige Friedenspolitik treibt, wie die Erfahrung lehrt! ES wird glinzeud weiter verdirut. Die Eisenhüttenwerk Tbale A.-G. verteilt eine Dividende von 26 Proz. kwie im Vor- iahre) und eine veiondere Vergütung von 17b M.nt, werden sie neu gedruckt, und auch die Zeitungen veröffentlichen regelmäßig eine Susleie aus ihrer großen Zahl, je nach- dem die besonderen WitterungSverhältnisic das angezeigt er- scheinen lassen; besonders die„Heimatblätter- beschäftigen sich gern mit ihnen. Oberflächliche Le-er freilich—.„che zu nichts Zeit haben'— behaupicu, daß sie ihnen nichts abgewinnen können. Sie bezeichnen sie als Ueberbleibsel einer längst überholten Zeit, für deren altväterischen, hausbackenen Witz und Geschmack.man' hen! zutage nichts mehr übrig hat. Andere aber erkennen und schätzen diese anspruchslose volkstümliche Wahr- heil als lebendige Zeugen eindringlicher Nafurbeobachtung und der humorvollen AuichauungSwerse unserer Vorfahren. Freilich muß man, um das recht zu würdigen, Muße und Gelegenheit haben, ollen jenen Dingen: Witterung und Wetter, Tier- und Pflanzenwelt und ländliches Leben— von denen in den Bauernregeln die Rede ist. selber mit gleich inniger Liebe und Aufmerlsamteit nachzugehen; und daran fehlt es heule, selbst auf dem Lande. HSäfig an Zeit. Daran läßt sich aber auch schon bis zu einem gewissen Grade crmeüen, w>e weil die Entstehung dci� Bauernregeln zurückzuführen sein mag. Denn zweifellos stammen sie aus einer Zeit, in der „man', das beißt die namenlose Raffe unseres Volkes, in der wir die Urheber dieser Merlsprüche zu erkennen vermeinen,— die nötige Muße und Gelegenheit dazu hone. Ein anderes Merkmal sind die Reime. Sie erinnern noch an eine weit zurückliegende Vergangenheit, in der unser Voll alles, was ihm wichnq und merkenswert erschien, in gebundene Form brachte. Denn Gereimtes läßt sich leichter merken als— Ungereimtes I Auch das würde heutzutage keinem Renschen mehr einfallen, über solche einfältige, schlichte Beobachtungen sich tiefere Gedanken und nun gar Verse zu inachcn. Wer so henkt, übersieht indessen den dauernden Fartschritr der Zeit, und das früher wichtig und bedeutungsvoll war, was heute übereilt und unwichtig geworden ist— wenigstens für weite Kreise unseres Volkes, die sich weniger an eigene, persönliche Erfahrungen, als an die Ergebnisse und Ermittelunqen exakter wissenschaftlicher Veobachrung halten, an denen sie aber selbst in keiner Weile schopwrisch teilhaben. An den allen Bauernregeln aber Hai wohl unier ganzes Vokk der Dichter und Denker seinerzeit mitgearbeitet. S'.e sind nicht das Erzeugnis geistreicher einzelner, da« bezeugt schon ihr Name. Ihr ganzer Reiz, den sie jetzt noch für viele unter nnS haben, beciidt gerade auf ihrer natürlichen Frische und Ilrspr»ngli»keit. Es ist glücklicherweise nic_ versucht worden, über ihre ländlich-väiierliche Herkunft hinwegzutäuschen und ihnen einen vornehmeren Slamin- bäum zuzulegen. Auch die schlichte Aufmachung in aereimtcr Form ist ein sicherer Zeuge beträchtlichen Alters.'Da>ie Verse, im einzelnen betrachtet, sehr ungleich in ihrem Werte find, kann hierbei nicht allzuviel besagen. Manchmal haben es sich diese unbekaniilen alten.Dichter' in der Tat gar zu leicht gemacht. Es ist keine be- sondere Kunst, Regen-Segen, rcgnet-segnct, Sonne-Wonne, sonnig- ivonnig miteinander zu reimen, und man hat davon etwas reichlich tjict Gebrauch gemacht. Indessen, auch im Weizen gibt es Spreu und wenn wir die Spreu zwischen diesen Bauernregeln wegfegen, blerbt manches goldene Koin, da« um so beller glänzt und uns rnanchinal nach seitenlanqer, langweiliger, kümmerlicher ZcilnngS- lektüre plötzlich herzerquickend enlgeaenlachl und in trüben Tagen mit einem Male wieder iroh und hoffiilingsvoll mochr. Weitere Beweise für ein zum Teil sogar sehr erhebliches Alter werden genauere Kenner der Kulturgeschichte unseres Volke? in allerlei tieferen und versieckleren Beziehungen erblicken. Da ist z. B. in sehr vielen Bauernregeln nicht vom Tage, sondern von Nächten die Rede. Die Nacht, die den lichten Tag gebar, battc nach der Anschauung unserer Vorfahre» in weit zurückliegender Zeit etwas besondels Weihevolles, was beute noch manche alte Bezeichnungen in den Kalcmoern— und damit auch noch in unserem alljährlichen Erleben— bezeugen. Wir sprechen von der Cbriftnacht und von.Fastnacht', von der Walpurgisnacht. Jobannisnacht, Andrcasnacht und Silvesternacht, von den»Zwöff-Nächten" und noch manchen anderen durch alle Ueberlieferung ehrwürdigen und geheiligten Nächten! Heute noch gelten diele Nächte in unserem Svracbaebraiiche vielfach mehr als der ihnen folgende, zum Teil völlig belangl se Tag! In Verbindung damit wäre als weiterer Zeuge hoben Alters auch die in den Bauernregeln vielfach zutage tretende Zahlien- s y tu b o l i k zu erwähnen. Was Matthcis und Sankt Peter macht, So bleibt es noch durch vierzig Nacht. Besonders die 40, eine uralte Fristbestimmung, und die.sieben Wochen' spielen dabei die Hauptrolle. Ein anderes Pröbchen halb oder ganz vergessener, alter Kultur rückt uns eine der vielen Bauernreaeln vom Tage Mariä Rciiligung (2. Februar) vor Augen. Sie lautet: Lichtmeß! Bei Tage eß! Nu Spindel und Kunkel vergeß! Das erinnert daran, daß unsere Vorfahren im Mittelalter ihre Honpimahlzeit erst nach vollbrachtem Tagewerk, in der Vorabend- stunde, einzunehmen gewöhnt waren. Vom Tage Maria-Licki'meß ab fiattcn sie sich ober nun so einzurtchten, daß sie mit ihrer Arbeit bei natürlichem Licht fertig wurden iliid auch noch vor Einbruch der Dunkelheit essen konnten. Mariä Reinigung bezeichnete aliv den Beginn der mittelalterlichen.Sommerzeit'. Deshalb tvnr�en auch an diesem Tage die Gerätschaften, mit denen sich Winters über die Frauen an den langen Abenden am Herde beschäsiiat ballen. Spindel und Kunkel in die Ecke gestellt und bald.vergessen", weil es nun wieder draußen in Garten und Feld genug zu Um gab. Von besonders eigenartiger knlturgeschichtlicher Bedeutung ist aber auch die Bauernregel vom Matthiastage, dem Schalttag. Kaiser Lothar II. brachte die Gebeine dieses Heiligen, der an die Stelle des Judas Jscharioth in der Reihe der Jünger Jein trat. naä> Goslar, und so wurde Matthias der älteste Slbutzvatron des dortigen ältesten Bergwerks des Deutschen Reiches und auch der schönen Stadt. Namentlich sein in Silber gefaßtes Hauvt war eins der kostbarsten Kleinode im Goslarer Dom. Damit zog die Domgeistlichkeit alljährlich an seinem Ehrenlage<24. Februar) durch die Stadt und manchmal auch sonst noch weit umher. Sechzehn Träger trugen die heiligen Reste in schweren silbernen Schreinen. Im Jahre 1100 fand aber der Umzug ein schlimmes Ende. Auf der Höbe des Nonnenberges überfiel Widukind von Wolienbüttel mit einer Bande Strauchräuber unversehens die fromme Pilgerschar, um ihnen ihren Schatz zu rauben. Da wußten die Träger kein anderes Mittel, als daß sie die beiden Särge flugs in den Stadtgraben warfen, nud siehe da! Es geschah wie in der Bauernregel: Mattheis— brichts Eis, Find't er keinS, Dann macht er eins. Denn die silbernen Schreme ruhten verborgen unter einer durch- fchinolzeneti oder ebenio rasch neu gebildeten Eisdecke. Ausi Grund dieier Begebenheit soll daZ eigenartige Merkwart entstanden sein. und daß der Matthiastag ein kritischer Tag in dieser Hinsicht ist, wird auch»och durch manches andere, ähnliche bestätigt. Dieie Bauernregel ist, soweit wir wissen, die einzige, deren Her- kimft und Atter sich einigermaßen genau bestimmen laßt. Vor dem Jabre 1100 kann sie nicht gut entstanden sein, möglicherweile aber auch nicht viel später. Manche andere mögen aber aus den an- geführten Gründen auf noch weit ältere— andere hingegen auf viel spätere— Zeit zurückgehen. Denn auch manch kostbares, eisten- ariigcs Sprachgut ruht darin ve: borgen, und eS lohnt sich tsohl. auch dem einmal mit Eifer und Sorgialt weiter nachzugehen. fröhlicher Deutschen Humor, wie er in nnierer Kunst- und Volksdichiung, unvergänglich, löstlich blühend niedergelegt ist, durch Wort und Ge° iang gleichsam sichtbar zu machen, hatten sich Maria S ch i p f- i» a n u und Aargär.ete Walkottc. zwei treffliche Vortrags- lüustlerinnen. zu gemeinsamem Tun vereinigt. Ein Programm, s» iorstsam gewählt, als kurzweilig gestaltet:— ein fröhlicher Abend in der Tat! Die literarische Note war durch poetische Stücke von Höliy, dem Haupt des lyrischen Göttinger Hainbundes, Goethe, Storm und Wilhelm Busch festgehalten. Maria Schipsmann hat der heiter-ruhigen Art genug, um Dichtungen verschiedenen Ursprungs und Charakters vortraglich in Plastik limzuietzen. Das bewiesen die erzählte doppelsinnig- humoivolle kleine Stormsche Novelle„Wenn die Acpsel reff sind', ferner schnurrige, dabei lachender LebenSphilolophie volle Stücke von Wilhelm Busch und endlich das Grimm-Schrövcr nachgefprochene Märchen vom Wetilauf zwischen Hase und Swinegel. Die Märchen- dichlung zumal für die.Kleinen'.Großen' scheint ihre besondere Domäne zu sgin. Margarete Walkotte sang alte und neuere Volkslieder zur Laute. Darin lebt und webt ein zuweilen derber Humor, der mit feiiisten Kunstmitteln' sprechgesanglich- minioteckmlsch erglühen und leuchten gemacht wird. Hier wirkt Gestaliunassinn, der mit wenigen aber sicheren Strichen starke Bildhasligkeit hervor- bringt und selbst stachelige Spitzen mit grazilem Schalkshumor der- goldel. Beide Vortragende haben ihre Gemeinde— der ausverkaufte stimmungsreiche.Meistersaal" zeigte es an � und ihr Erfolg war auch in diesem Fall verdient. die Cinheitskleiüung in öen vereinigten Staaten. Die Bürger der Vereinigten Staaten tverden fetzt, ein Jahr nach ihrem Eintritt in den Krieg, mir Sparfamkeits- und Ein- schränkungserlässen bedacht, wie sie in den anderen kriegführenden Ländern erst Vach weitaus länsterer Kampfdaner erforderlich sind. Aus den Berichten amerikanischer Blätter gewinnt man den Eindruck, daß eine erhebliche Kriegsnervofiiät sich der Regierung der Vereinigten Slaatsn bemächtigt bat, eine Art neurasthenischer Angst, daß man irgendwie in Verlegenheit geraten könnte. Darum ist in den Zeitungen, in den offiziellen Ankündigungen, auf den mit der Kriegführung zusammenhängenden Plakaten und' so weiter jedes dritte Wort: Sparsamkeit! Um mehr Arbeiter für Kriegswerlstätten frei zu bekommen, um Rohstoffe und Geld zu iparen, wird jetzt der Plan einer Einheitskleidung auS- gcarbeuet, der für alle Einzelstaaten ohne irgendwelche Unterschiede Gellung haben soll. Nach diesem Plan werden in Zukunft für Stiesel nur 3 Farben statthaft sein. Die modischen Sloffeinsätze sollen dadurch allmählich perschwinden. Damenstiefel über eine ge- wisse ziemlich bescheidene Höhe werden bei strenger Strafe ver- boten. Für die Herrenanzüge sollen auch mir 3 Farben erlaubt werden, nämlich schwarz, grau und blau. Endlich wird den söge- nannten Phantasiehemden unerbittliche Fehde angesagt. An ihre Stelle soll das bereits mit großem Lärm angekündigte amerikanische Nationalhemd treten._ Notizen. — Salon C a s s i r e r. Bei Paul Cassirer ist die nächste Ausstellung Ludwig M eidner, ernem der„Jüngsten", ge- widmet. Außerdem werden Arbeiten des Bildhauers Josef M. A b b o gezeigt loerden. — Selma Lagerlöf, die edle schwedische Dichterin von Weltruf, ist unier die politischen Aktivisten ihres Lande? gegangen. Sie gab ihren Namen für einen Aufruf an die schwedischen Frauen, sich der Bewegung für Finnland anzuschließen, die doch rm Kerne nichts anderes als eine bürgerliche Aktion gegen das finnische Prole- tariat ist. — Eine n e n e Fettquelle. Vor kurzem ging eine von Dänemstrk stammende Notiz durch die deutsche Presse, wonach dort Schritte im Gange seien, um den Fettgehalt der Kleimierwclt de? Wassers der Industrie dienstbar zu machen. Demgegenüber sei darauf Hingewlesen, daß der raisächlich große Gebalt an fettem Oel, der vielen der PlanktonkrebSchen»nd mehr noch den in den FrühlingSgewäsiern in ungezählten Menden lebenden Kieselalgen zukommt, schon längst in Deutschland der Gegenstand eifriger und erfolgreicher Versuche ist, die nach den Angaben des Münchcner Botanikers R. F r a n c ö von der Biotechnischen Studiengesellschaft durchgeführt wurden. Die Angelegenheit beschäftigt derzeit bereits die Reichsfettstelle und bietet alle Aussicht auf eine nicht unwesentliche Bereicherung unserer Vorräte namentlich au technisch nutzbaren Oelen. — Der Knopf au« F i s ch a b f a l l. Den ziemlich weiten Weg don: Fischabfall zum Knopf hat eine in Skagen in Dänemark gegründete Aktiengesellschaft zurückgelegt, die aus den Rückständen des FischabsallS, lwe der„Prometheus" darlegt, durch ein Schmelz- verfahren unter sehr hoben Hitzegraden das sogenannte.Kornomir" gewinnt, dos als ideales Material für die Knopffabrikalion ge- schildert wird. 33) Tochter öer heknba. Ein Roman aus unserer Zeit von Clara Viebig. Annemarie ließ den älteren Bertholdi vollständig gleich- gültig, aber er beneidete den jüngeren Bruder, daß der den Mut gefunden hatte, das Glück an sich zn reißen. Und wenn es auch nur ein kurzes Glück war! Heinz war der einzige, der Rudolf volles Verständnis entgegenbrachte. Warum beklagte die Mutter sich? Der Bruder hatte ja so recht, er genog das Heute und fragte nicht nach dem Morgen.� Das war fein gutes Recht. Und die Pflicht des, der im Felde steht. Ein jeder konnte es freilich nicht, und daß er's nicht konnte, das verstimmte Heinz Berrholdi tief. Sein Urlaub war abgelaufen, am Tage nach der Hochzeit mußte er zu seinem Regiment. ** • Sic hatten sich seit der ersten Begegnung und ihrer fröh- lichen Kaninchenjagd täglich gesprochen.' Ter junge Mann hatte Frau Roffi seinen Besuch gemacht, und die Generalin, die zufällig gerade bei der Tochter war, hatte ihn freundlich auf- gefordert, auch sie zu besuchen. Frau von Voigt war erfreut, daß die Tochter wieder einiges Interesse zeigte. Stumm und tcilnahmlos h«tte Lili viele Wockien dagesessen, nun wurde sie doch etwas lebhafter. Die Mutter war dem Leutnant Bertholdi dankbar dafür.«Sprechen Sie aber nicht viel vom firieg." bat sie, als er bei ihr zum Tee saß nud Lili noch , richt da war.„ich fürchte, es greift meine Tochter zu sehr an. Sic wissen, sie hat viel durchgemacht." Der junge Offizier verbeugte sich:„Exzellenz können ganz ruhig sein. Ich erzähle nicht gern vom Krieg. WaS man da erlebt, behält man am besten für sich." So hattest sie denn nie von dem gesprochen, was sie mit seinen Schrecknissen so'nahe umlauerte. Sie waren zusammen spazieren gegangen, es war ihm gelungen, die junge Iran herauszulocken; wenn es auch Winter war. die Tage waren schön. Kalt war es nicht, die Sonne zeigte plötzlich schon Kraft, in den Mittagsstunden konnte man vergessen, daß es noch Januar war. Tie Haselnußstauden steckten ihre Träub- chcn heraus, die dunkelgrünen Kiefem des nahen Waldes dufteten, nicht so wie im Sommer, wenn der harzige Stamm von heißem Wohlgeruch trieft wie eine brennende Opfer- kerze, jetzt war der Dust heimlicher, aber voll verhaltener Kraft. Tie Spaziergänge belebten die junge Frau, sie hatte den Wald der Heimat gar nicht mehr gekannt; wenn es auch nur ein armer Wald war, jetzt entzückte er sie. Sie machten den letzten Spaziergang zusammen am Tag vor Rudolfs Hochzeit. Morgen würde er ja nicht Zeit haben, und übermorgen— nun, daran wollte Heinz heute noch nicht denken. Mit einem langen Blick umfaßte er die Gestalt der geliebten Frau, die leicht vor ihm herschritt. Nenn er es ibr doch wenigstens sagen dürfte, daß er sie liebte! Aber durfte er das'� Sie war in tiefer Trauer. Oh, dieser Italiener, wie er ihn haßte! Die Tritte des jungen Offiziers»varen ha' r, sie stampften den moosigen Waldbodcn. Der war ihm ein tückischer Feind, jetzt noch, da er schon lange tot war. Diese Frau, ach, diese' Frau! Es gab nur- mehr diese einzige für rhu auf der ganzen Erbe. Dicht ging er hinter ihr, und wehte der Wind ihr schwarzes Kleid ein wenig zurück, daß es flatternd ihn streifte, fühlte er es wie Bescligung. Schweigend gingen sie den schmalen Waldpfad, den sie fast täglich gegangen waren, hinunter zum See; sie liebten diese» einsamen Weg, auf dem ttran keinen: Menschen �be- gegnete, nur manchmal einem Reh, das nicht flüchtete. Mitten im Kanonengebrüll, Blutvergießen und Schmerzens- geftöhn, mitten im weinenden Klagen, in aller Gemeinheit und Verleumdung der Welt, ivenn sie hier gewandert im ttefsien Frieden. Abgeschiedene Geister, die nichts mehr von der Bergangenheit wissen, die in der Seligkeit wandeln. Ob sie es nicht fühlte, daß er sie liebte? Jlw Blick blieb ruhig, immer ein wenig traurig, wenn sie auch lächelte; immer lag es über diesen schönen Augen wie ein Schleier. Der Liebende verglich mit einer gewisseir Eifersucht seines Bruders Braut mit dieser Frau hier— diese würde der Mutter gefallen. Wenn er nur wüßte, was Lili über ihn dachte! Sie war gern mit ihm zusammen, das fühlte er, aber ob sie denn gar nicht mehr fär ihn empfand? Eine so junge Frau— sie konnte doch nicht allem entsagen wollen? Schon sah sie nicht mehr aus wie die Nonne, als die er sie zuerst erblickt hatte im Krügerschen Garten. Einen schwarzen Schleier trug sie heute nicht— sah sie nicht aus wie ein Mädchen in dem kleinen Pelzkäppchen? Er ging hinter ihr und fieberte: morgen war für ihn ein verlorener Tag, da konnte er hier nicht mit ihr wandern, und übermorgen— Gott im Himmel. übermorgen imi diese Zeit war er längst fort I Es überfiel ihn in jähem Schreck, er biß die Zähne zusammen. Sie standen am See. Ter sah aus wie ein Auge, das ein Geheimnis birgt. Ganz unergründlich. Wolken waren über den Himmel gezogen, er warf nichts Lichtes herunter; eS spiegelten sich nur die schwarzen Kieferböschungcn der Ufer in schweren Klumpen. Auf dem Wasser, das gestern im Sonnenglanz gelächelt hatte, lag es heute wie entsagungsvolle Trauer. Die Witwe stand dicht am Rand, die düstere Lache bespülte fast ihren Fuß. Sie hatte das Pelzkäppchen ab- genommeil und ließ den Uferwind um ihre Schläfen wehen. Nun sah man die Linien.>ie schwere Gedanken in ihre Stirn gezeichnet hatten. Die Winkel ihres MnirdeS waren ein wenig herabgezogen, sie sah sehr traurig ails. „Tut es Ihnen leid, daß ich fortgehe— übermosigcn schon?" fragte er leise. Er f»nnte'nicht länger an sich halten: das wenigstens, das mußte er sie fragen. Sie nickte. Aber sie sagte nichts. Als sei sie scheu ge- worden, so drehte sie um. Rascher als sie gekommen waron, gingen sie zurück. Sie lief immer vor' ihm her. Als sie am Krügerschen Hause an- gelangt waren, reichte sie ihm die Hand zum Kuß. „Sehe ich Sie hcnie noch?" Seine Augen baten. „Ich bin heute nicht zu Hanse." Er fühlte, daß sie nicht die Wahrheif sprach, und das machte ihm Mut.„So werde ich'morgen kommen und Ihnen Lebewohl sagen. Wenn auch die HochzcftSfeier nieincS Brn- dcrS ist. Ich finde schon eine Stunde. Gegen AbendZ! Er glaubte ein leises Zittern ihrer.Hand zu verspüren, die er noch immer hielt.„Also morgen I"--:— Es war eine schlaflose Nacht, die die junge Witwe verbracht hatte; von vielen schlaflosen Nächten die schlafloses»-. Sie hörte jede Viertelstunde von der großen Turmuhr der Kirche schlagen— hart, gefühllos. Es war eine Qual. Sie wühlte in den Kissen, und dann sich sie aufrecht und stützte die Ellenbogen auf die hochgozogcncn 5hriien und den schmerzenden Kopf zwischen die Hände. Durch den zu- gezogenen Vorhang stahl sich ein letzter Mondstrahl und tanzte in allerlei sclrsamen Zuckungen und huschenden Lichtern auf dem Bild ihres ManncS, das an der Wand, ihrem Bett gegenüber, hing. Die Multer hatte ihr eine Photographie vergrößern lassen— es war ihr einziges Weihnachts- geschenk gewesen, sie hatte nichts anderes haben wollen— und nun? l(Forts, folgt.) OrüDdllebe Behaüdfuni iwiicrct x. ätifi. Krauihtityi nach bewährtem Hetlverf«bre»: Wtto- a. WWMkWe. Die MM. mnimu ti gisai öeiirte M. MeWtm-SMM«!!. Ho:n«opaehie sowie Pfhcho«, Me«ba»«ih«Mt>io. DD" tskcKvveieb»? g«!« unä äiueouös tieüert�Ig«! ">!:>,> i», Ocrz». Magen, Darm» und Leberleibeq, SieroeiislbwLcht, >:erv, ttopischmer»«», Schtaflostgteit, UchiaS, Gicht. NKeurna- Iisinus, Slrlerienvcrlallimz, t?c!!i leiden, Aus'chlSge, Flechten, Bunden, Lähtmmgen, Kinderlädmung, Tuberkuwje, Kiitcr- krankhcit, Kloffwechleistörungen»sw. i.'2V52 ???,.??/...»«<*....™«Hinffct®*t. 4« I, biiclt ob flu. Kermamis p~-vi V- 4-7 Hopfen als Tabakersatz, präpaliert und zerklcmrrt, verlauft sv frros jedeZ Onmilum 1912' l'aul Zenit er, I>re»«leti-A. lO. Telegr-imm-Ädresfe: ilräuterzemter. Fernsprecher 22416. Kräutertee Teemischung offeriert en gros in jeder Preislage 11SL' Paaii Zevnter, Sträutnr. u. Vcnetabilienhandlung. Tel-Adreffe: Kräulerzemter. und Ha Ic- kranke. Veriangen Sie kostenfrei belebrende Siolchüre über Heilmethode ohne Berufsstörung. ElMitälsrat Dr. HVetee'« Ambul., Berlin 117, potiliamee Str. lZZd 11 Tienstag, den IS. d. 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Oft scheinen diese Uebel und Siörungen mit den Nerven gar nichls zu Inn haben, aber Ktnn man sich genauer beobachtet, so wird rnan das eine oder das andere der folgenden Anzeichen von Nervosiläl bald feststellen können, und manchmal auch mehrere davon: Zittern der Glieder, besonders der Hände, Rethen und Zsiehen in den Muskeln, Gefühllosigleit ein- zelner Harttstellen, Locken der Augen oder der Lider, seelisck~ stimmung. Angstzustände, Zocken der Augen oder der Lider, seelische Ver. stände, Unruhe ohne Ursache, VerdanungS- bei'chwerden nach Anstrengungen, Kribbeln der Haut, beunruhigende Träume. Alpdrücken, Müdigkeit, besonders am Morgen, usw. Die ernstesten Zeichen schwerer Nervenschwäche sind die oft wiederkehrenden Kopfschmerzen, die Schlaflosigkeit, die Mattigkeit, lü schnelle geistige Ermüdung, die Gedankenlosigkeit, die leichte Reizbarkeit und schlechte Laune. Nehmen Sie diese kleinen Warnungszeichen der Natur nicht leicht, denn Nervenleiden höhlen das Mark des Lebens aus! Sogar Geisteskrankheit, Epilepsie, Schlaganfall und Lähmungen sind schon häufig aus unscheinbarer Nervenschwäche enistanden. Auch Sehstörungen, sogar Erblindungen, besonders bei Rauchern und Trinkern, treten als Folge von Nervenleiden auf. Sckon leichte Nervenschwäche bringt viele Unannehmlichkeiten mit sich. DaS Familienleben leider darunter, besonders aber die geschätUiche Tüchtigkeit läßt nach, weil die Energie und die Ausdauer erlahmten. Der Gesunde ist dem Nervösen gegenüber im Geschäft stets im Vorteil. Der Gesunde trifft mit überlegener Ruhe schnell ent- schloffen zielbewußte Anordnungen, die ihm Vorteil bringen, während der Nervöse zerstreut, hastig, aber doch zaghaft bandelt und sich von seinen Launen und seiner Reizbarkeit zu unüberlegtem Tun hinreißen läßt, das ihm Nackenschläge bringt, die ihn dann um so mehr ärgern und entmutigen. Nervosität ist oft der unerkannte Grund von manch einem ver- fehlten Leben. Was ist dagegen zu tun? Der beste und einfachste Weg ist Stärkung der Energie durch Ruhe, Erholung und geeignete Stärkungsmittel. Doch Ruhe findet der Nervöse nicht, selbst wenn er Zeit und Gelegenheit dazu hat, also auch keine Erholung. Nahrung genug finden die Nerven m den täglichen Speisen, aber sie nehmen diese nicht auf, weil sie zu sehr erichgpsl sind, daher bedürfen sie der Anregung. So wie Salz und Gewürz anregend auf den Appetit wirken, so wirft„Kola-Dultz" an- regend und belebend auf die Nerven. Hierzu ist Kola-Dultz wirtlich ' am geeignetsten, denn es enthält nach der Analyse bekannter Chemiker nicht», was schaden könnte. Sorgfältige Versuche von Aerzten und Forschern haben bewiesen, daß Kola-Dultz ein gutes Mittel zur Anregung der Nerven und besonders des Gehirns ist und so Kraft und Leben spendend auf den ganzen Körper wirkt. Kola-Dultz bringt Lebenslust und Schaffensfreude sowie das Gefühl der Jugend mit seiner Tatkraft, die Erfolg und Glück verbürgt. 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An der Besprechung nahmen auher den Referenten des Arbeitsministeriums Vertreter des Handels- Ministeriums, des Ministeriums des Innern, des Ober- Präsidenten. deS Regierungspräsidenten in Potsdam, des Polizeipräsidenten in Berlin und des Verbandes Groß- Berlin teil. Als das Ergebnis der Besprechung, die sich in erster Reihe niit der Freigabe der Dach- und Kellerwohnungen be- schäftigte, ist festzusteben, daß diese Zulassung des Wohnens in Dach» und Kellerräumcn erst mit Friedensschluß gestattet werden soll, damit Sicherheit dafür besteht, daß die so ge- schaffenen Räumlichkeiten für die heimkehrende« Krieger zur Verfügung stehen. Jede derartige Zulassung soll von einer besonderen ortspolizeilichen Erlaubnis abhängig gemacht werden. Ferner wird ein bestimmter Zeitraum bis zum Höchstmaß von fünf Jahren festgesetzt werden, damit sich die in die notwendig werdende Umgestaltung der Dach- und Kellergeschosse hineingesteckten Gelder auch verzinsen. Wo auf diese Weise Kleinwohnungen mit geringeren Kosten geschaffen werden können, soll die Erlaubnis an einen enisprechend kürzeren Zeitraum geknüpft werden. Nach Ab- lauf der Genehmigungsfrist muß der frühere Zustand wieder hergestellt werden. Bei der Genehmigung soll besonders darauf geachtet werden, daß eine genügende Anzahl von Aborten vorhanden ist, daß jede Wohnung eine genügende Zu gangsmöglichkeit hat und auch in sich selbst eine gewisse Abgeschlossenheit besitzt. Von dem Vertreter deS Verbandes Groß-Berlin ist in der Besprechung beantragt worden, über diese Hilfsmatz- nahmen hinaus schleunigst in Verätzungen darüber einzutreten, wie die gesamte Wohnungsfrage dnrch positive Maßregeln gelöst werden könne. Tie Hausbesitzer können mit dieser vermehrten Verzin sungsmöglichkeit ihrer Grundstücke recht zufrieden sein. Aber was werden die heimkehrenden Krieger sagen, wenn sie das dankbare Vaterland inDach- und Keller Wohnungen vcriveist? Steinigcrs Nachfolger. Um die Kachfolge des Herrn Steiniger, des Direktors!vs Zweckverbandes Groß-Berlin, haben sich, wie man hört, eine Reihe von fähigen und angesehenen Männern beworben, wenngleich der üble Scherz des bisherigen Verbandsdirektors mit der doppelten Ausschreibung der Stelle andere geeignete Kandidaten abgeschreckt hat. Angesichts der von der Negierung betonten Geneigtheit, in nächster Zeit die Verlältnisse von Groß-Berlin einer Neuordnung u irgendeiner Weise zu unterziehen, gewinnt der Posten des Ver- bandsdirettor* noch über seine sachliche Zuständigkeit hinaus an Bedeutung. Hinzu kommt, daß die Uebergangszeit vom Krieg in den Frieden an den Verband ganz besonders große Anforderungen stellen wird. Das Wohnungswesen und daS Verkehrswesen von Groß-Berlin müssen von Grund auf durchgearbeitet, an vielen Stellen reorganisiert werden. Dazu braucht man eine kraftvolle, verständige Persönlichkeit, die ein Herz für die Bevölkerung hat und in der Begeisterung für ihre hoben Aufgaben die Kräfte findet, mannigfaltige und schlau geführte Widerslände zu überwinden. Daß Herr Steiniger eine Niete war, ist ein offenes Geheimnis. Er hat sich als ein Direktor gegen Groß-Berlin gefühlt und, gestützt- auf die Partei der Hausbesitzer und auf die führenden Persönlichkeiten in den Landkreisen, nichts getan, um der eigent- liehen Ausgabe des Verbands gerecht zu werden, nämlich die Schäden des großstädtischen Lebens durch«ine organische Ver» bindung der Großstadt mit dem umgebenden Land zu mildern. Es ist gar nicht daran zu denken, daß Herr Steiniger in der Verbands- Versammlung wiedergewählt wird, wenn ein geeigneter Gogenbe werbervorhan den ist� auf den sich auch nur die Mehrheit ver Stimmen aller derjenigen vereinigt, die heute unter keinen Umständen den bisherigen Verbandsdirektor an seinem Platz lassen wollen. Und dochl So seltsamd Abkühlung. aHörn-5fe. 164, IoachiwEchaler Str. 2. V«ü»-r Str.»ZS-Zh Ov-/.»ehe r>ra»I«».Pl C Slm Alexander-Platz\Y7 Leipziger Skr. 113, KTVY/ Friedrich-Str. 150, nebe« Zllchinzer VV. Ecke!W«ner-6tt. X s VV» Eck» Dorothee»>< Str. Sharlottenburg: Toncutzirn-Skr. 15, Ecke Sarburger Sir. Eck» Taubeu-St« Eck»»e»i>»e«-Str. «« Sahnhof Jo, «.». Uhlaua-St» Direktion Max Keinhardt. Deutsches Theater. 7 Uhr:»on Carlos. Karum erspiele. Ist, Uhr: Kinder der Freude. Volksbühne. Theater am Biilowplab. Untergmndb. Schönh. Tor. 71/jUhr: Die Hermannsschlacht. Dir. C. Meinhard— R. Bernaner. Theater l,-. Königgratzerstr. e/4S Uhr: Erdseist. Komödienhaus 8 U.: Die Straße nach Steinaych Berliner Theater 7 Uhr: Blltzblaues Bint. Theater für Donnerstage 14. Februar. Enstsplclhans 7*1, Uhr: DielMnMäiielsUinMof Centrnl-Tlieater Komiuandantenstraße 57. 71/,: Die Csardasfürstin Deutsches Opernhaus piyrpteyerUmciielt Friedricb-Wilbelmst. Tbeater l'/jDhr: ßaS Kleines Theater tu übt-. Hante._ Komische Oper 1% SciiwarzwaliliiiääeL 4 U.: W oh 1 tüti"-k.-\'orst.: Die Prirzesain u. d. Schweinehirt. Metropol-Theater Uhr: 318 Hose YOD Mlil. Sonnfug 5 Uhr; Die Kaiserin. Hejpclniaim Truppe Lnktakt Herbert Hühl in s d. 14jähr. Klaviervirtnose Grete Fluss. rheinische Humoristin sowie der reichhaltige, neue Februar-Spielplan. Mus Schumann j 3hf. Friedrichsir. Anf. 7'/,.[ SffST Nur noch kurze Zeit. Letzte Saison in Berlin. Das hervorragende große j Sport- Dröjjrarim, Äi"* _ ÄratiOF Mls? Sayrt G; 10 dressierte Kamele. 3 Geschw. Plötz-Larella 3 aJcrub. Handtänzerinnen.[ H FrauUonls 8 Große Ausst.- StlCalnU. Pantomime. Neuss Operettenhaus SchifTbd. 4a. Hassent. Nd. 281 D/.m�tDerSßlilatiepMarie. Kcsldenz-Theatcr Tuutr: Der junge Zar. Schiller-Theater O Tuvhr: ßie wile kg. Thalia-Theater Uhr-, Egon und seine Frauen. Theater am Nollendorfplatz 3>/« Uhr: Don.Tuan. 7 Uhr: Theater des Westens t*/, uhr: Der Terlielite Herzog mit Guido Thielscher. 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Badstr. 58' Täglich 7V, Uhr: Mein Leopold. Donnerstag, den 21. Februar: Benefiz für I. Witte: .Arturs Flitterwochen. fteichshalien-Tiieater. Allabendlich?1/, und Sanntag nachmittag 3 Uhr Mir Sipf Zum Schluß: Mein Weih- iiaciilsiraiiin Nachmittags ermäBigta Preise! Casino=Theater S/othringev Str. 37. Tägl.:/,8 U. Wieder ein aktueller Schlager. Wirklicher Humor! Gr. Lrsolg! Hamsterfritze. Verl. Posse in 3 Auiz.— Dazu Heek, 2 Ewos. Carry Hartwell. @tg. 4 lt.: Schipp, schipp, hurra! Trianon-Theater 3',8 am Bhf. Frledrichstr. 3/,8 Tel.: Zentrum 4927 und 2391. Der Lebensschüler Komödie von Ludwig Fulda. Ida Wüst, Erich Kaisor-Tite, v.Möllendorff, Flink, Keftner. Stg. 4U. kl, Pr.: lohannisfeuer. Admiralspalast 7"/, Uhr: Bcntsche Thnze von Schubert. Abrakadabra. _J Apollo! | fnedriohstr. 218. 7»/1j Der Flieger , von Tsingtau j sowie die vcrhihtlendefi j 1 Varietfe-Attraktioncn. 1 Theaterkasse ab 10U.| 1 ununterbr. geöfinet. Rose»Theater. TU Uhr: Eine Waise. 'BVSVfe efrna«W Tägl. 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Den Mitgliedern serner zur Nachricht, dasi unser Kollege, der Monteur Neukölln, Siegstiedstrasie 30, am 3. Februar gestorben ist. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, dasi unser Kollege, der Maschinen- arbeit er M UM CharIottenburg,GoetbesteL8, am 4. Februar gestorben ist Ehre ihrem Andenket«! Die Drisvenvaltung. Zentral-Kranken- and Sterbekasse der deufschenWagenbaoer| Neukölln I. Am 10. Februar starb unser I Mitglied Met ffianftt Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 14. Fe- bntar, nachm. 4'lt Ubr, von der Helle des neuen Jakebi- kirchhofcS, Hermannstraße, aus statt. 253/12 Di« Ortsverwaltung. Verband der Salle und Sdiankwlrto Deutschland!. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dasi der Kollege Deorx Koch Steinmetzstr. 54,«cjlrf 5, am 9. Februarverstorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Ewäschernng findet heute, Donnerstag, den 14. Februar, nachmittags 3 Uhr, im Krematorium. Vcrichtstrasie, statt. 151,11 Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Spezialarzt Dp. med. WockcnfuO, Friedrielist 125(Oranienb T.), fürSyphills.Harn-u. Frauenleiden Ehrlieh-Hata-Kur(DauerlOT.), Blutuntersuch. Schnelle, sichere schmerzl. Heilung ohne Berufs- störunj. Teilzahlung. 252/12» Sprecnstund.: 11— 1 n. 6—8. Buche Hilfe W w-lv-Iem, de- sentertnachttueertriitichpetetaenie» dei sicher»tr- .Olinaadatwm», »er auch w siaruläckiesie» i;»ru>»»»«i»äh»t>|t.M.si>o HAiwaciHP, I CUeUetchetzeKlUUttfiaaWtet Verband der Srauerei- und Ulüftlenarbelter und verw. Berufsgenoflen. Zahlstelle Berlin. Den Kollegen zur Nach. richt, dasi unker Mitglied, der Braumeister Eduard Marx Brauerei Karolinenhöhe, Spandau gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung erfolgt heute, Donnerstag, nach- mittags 41!, Uhr, aus dem Spandauer Memeindesried- hos»In den Ktsseln". Um rege Beteiligung ersucht 44/20 Die Drtsverwaitung. OraSis Berlinsr Lotterie für das SäuglingstKiin. Ziehung am 27. 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