Wr 47. 35. Jahr«. Bezugspreis: 'ieuili-filonb imi» ö»s! erreich. Ungarn S,—®!(,, für d»A übrige Sws.and <50 Ml. monailich. K erfand ins gel» bei birever Seftemma niiznatt. lMMr. Postbelwounaen n-hmen an Däiie« mart, Hgllank, Uuxeinburg, Gchwedcn und die Schwel»,«ingeiragen in die Lsst-ZeitungS�reiMid, Erschein««««»ich. r«iesrmn«>Abr«ff«! ,El,jiftl»emvsrot Berit»-. �10 PkENNis) Auzetgrupreis: Die stebengespaiienegelonelze l!e keftei Devlinev VolKsblskk. Zcntfalorgan der fodatdemokrati fchen parte» Deutfcbtands. Biifltl 10 Uta.®lcUpi!oe(u-i)s und Kchiaütelicnknzeigen das eri'e tverr Vi big., jebt# weitere Wer» s Pur Worte über>5 Puchsiade»»üblen m w«! Vorte.|....... 1 wowiltf« . is die Seil«.«n»eia«» chste Numiner uiüsien d>s i» Nhr nachuiüt. im Haudiaelchlili. Kerlin SÄ. eck, Oindenstraße b. od- ««den werden, geöffnet von Z Udr itütz oit? Uhr adend». Reüaktioa: SW. öS» LinüenilroKe S. Fernsprrchrr: Am« Morttzylatz. str.|SI SE�-ISI S7. mm Expedition: SM. b». Linöenstraße S. Barmvrach»«:«»» MvriovlsK,«r. IMOO-iSI 07. mm Das /Arbeitsprogramm öes Reichstags. Den ersten wichtigen Gegenstand, mit dem sich der Reichs- tag Zu beschäftigen haben wird, ist, wie uns aus parlamen- tarischen Kreisen berichtet wird, der Friedensvertrag mit der Ukraine. Tiefer Beratung wird sich die Etat, debatte anschließen, die voraussichtlich am Montag, den 23., beginnen wird, in dieser Debatte wird Graf H e r t l i n g die äußere und Vizekanzler v. Paß er die innere Politik deS Reiches vertreten. Als weiterer Beratungsstoff werden dein Reichstag vor-, liegen: die angekündigten Gesetzentwürfe über die Aufhebung des � 183 der Gewerbeordnung, über die ArbsitSkammern, die Vermehrung der ReichStagSsttze in den s r o ß e n W a h l k x e i f e n imd eine Vorlage zur Ve* kämpfung der Geschlechtskrankheiten. Neue Schwierigkeiten mit Nußlanö. Vor der Abberufung der deutschen Kommission in Petersburg. . Berlin. 18. Februar. W. T. B. meldet: Die Tätigkeit der nach Petersburg gesandten d e u t s ch e n K o m m i s s i o n stößt in der letzten Zeit aufimmergröhereSchwie- r i g k e i t e n. Unterredungen mit den maßgebenden Persönlichkeiten, ohne die nach Lage der derzeitigen Verhältnisse in Petersburg ein Fortgang der Verhandlungen nicht zu er-. zielen ist, werden den Mitgliedern der deutschen Kommission dadurch unmöglich gemacht, daß die russischen Volks- kommissare, insbesondere Lenin und Trotzki, andere dringende Geschäfte vorschützen. Bald ergeben sich dieks. bald jene Gründe für die Verzögerung der Bechandlun« gen. Nachdem sich nun in den letzten Tagen auch noch der ichwerwiegende Fall ereignet hat, daß in einer die deutschen Kriegs« und Zwilgefangonen betreffenden Angelegenheit die russische Regierung ein« von ihr gegebene Zusage am nächsten Tage wieder z u? ii ck g e n o m m e n hat,'entsteh) ernstlich die Frage, ob die weitere Anwesen- heit der deutschen Kommission in Peters- bürg unter den derzeitigen Verhältnissen « o ch Z lv e ck h a t.__ Die Lage Rumäniens. »kK«, 15. Februar.(iE*. T. B.) Rumänien ist durch de» Friedensschluß mit der Ukraine und die Erliärung Trotzki« über Beendigung de» Kriegszustandes in eins »erzweifelte Lage geraten, die es wie«erbien. Griechenland, Montenegro und Rußland lediglich de» KriegSverlüngcrem Llo>>d Georg« und iKemenceau verdankt. Wiederholt war von der dsulicheu Regierung allen Feinden ein ehrenvoller Friede angeboten. Im eigenen imperialistischen Interesse handelnd, wiesen Clemenecau und t/toyd George, letzterer mit eines VtaatSmmmeS unwürdigen beleidigenden Aeutzerungen. rücksichtslos und un- bslüminert um daS Schicksal der kleinen Staaten, die sie mli Geld und Gewalt in den mörderischen Krieg getrieben hatten, die deutsche Friedenshand zurück. Wieder einmal bewahrheitet sich da? Wort: Wer Englands Brot ißt, stirbt daran! Lluch die B c r-> a n t w o r t u n g für daS über Rinnämen hereingebrochene Unglück fällt auf diese beide» Ente» testaata männer zurück, die mit allen Mitteln bemüht sind, den Völkcrfrieden zu verhindern. 9olo Pascha zum Toöe verurteilt l Paris, 14. Februar.(Havakmelduna.) B o l o ist ein. stimmig zum Tode verurteilt worden. P r v ch e r e wurde zu drei Jahren Gefängnis, Cavallini w coutu- maciam(in Abwesenheit) zum Tode verurteilt. Amsterdam» lo. Februar. Der Pariser Berichterstatier des „Hanbelsblad" teilt mit, das; die Verkündigung des Todesurteils in dem gedrängtvollen Gerichissaal ohne Kundgebung aufgeuom- men wurde. DaS Publikum, das sich vor dem Justizpalast angc- sammelt hatte, jubelte, als cS Kenntnis von dem Urteilsspruche erhielt. « Der vom Ministerium Clemeneeau zum äußersten aufgepeitschten französischen Äationalleidcnschaft ist ein erstes Opfer in den Racken geworfen worden, nicht, damit sie sich sättige, sondern damit ihr Appetit noch stärker wachse. Der Prozeß Bolo ist nur ein Vorspiel des Prozesses Caillaux. Wir sind in Deutschend Zu sehr von den Dingen getrennt, um über Bolo und seine Handlungen ein abschließendes Urteil fällen zu können. Sicher, daß die Person dieses angeklagten Talimi-Moslims alles. anders als sympathisch ist, daß er als Abenteurer und Spekulant! eine ebenso dunkte Rolle spielt wie mancher KriegSgeluinncr in' Deutschland. Abc r was Havas auch bisher über den Gang der Kerhandlungcn verbreitet � bat. läßt trotz tendenziösester Auf- machung keinerlei sicheren Schluß auf ein landesverrätc- xifches Treiben Bvios zu. Das Urteil erscheint als ein Urteil der Leidenschaft, als ein Tend-enzurtsil, mit dem die Partei der französischen Kriegshetzer den Pazifisten ihres Landes einen Schlag versetzen will, indem st« Frievrnsvrrettschast und Landesverrat auf eine Stufe stellt. Der zweite Pwzch Call« laux soll diesen Schlag zu tödlicher Wirkung verstärken. „Wir Wilden sind doch bessere Menschen.' Wir haben leider keinen Anlaß, uns in Deutschland in die Brust zu werfen. Der Borwurf„Landesverrat" gegen alle Anhänger des Verständiguirgs-. friedens ist das tSglickr Brot der alldeutschcn Agitation; und wer lociß, wie ein Gerichtshof ans Anhängern Tirpitz', Rcventlows usw. über Scheidemapn oder Erzberger urteilen würde?! Auch sonst ereignen sich Dinge ui Deutschland, die daran gemahnen, daß Frankreich nicht daS einzige mit LandeSber rats- Prozessen gesegnet« Land ist. Bern, 13, Februar. Di« französische Presse veröffentlicht eine Meldung, wonach Ckemenceau gegen Arbeitgeber, welche Fahnenflüchtig« und Drückeberger beschäftigen, Strafverfahren wegen Mitschuld einleiten lassen will. Hegen öie Änteeöeückung öes fozinlistifihen Zentralorgans! versgftcn deS P«rl«»ncntS. ver», 13. Februar. Turatt hat mit lt Mltunterzeichnern m der italienischen Kammer«in« Interpellation eingereicht, die die Neaterung auffordert, Aufschluß über die Unterdrückung deS „AvantG in gewiffeu Provinze« und über die Verhaftung der Genosse» Lazzari und Fella zugeben. Die von den Sozialisten verlangte dringlich« Behandlung wurde von der Kammer au« Gründen der Geschäftsordnung nicht zu» gelassen. Bern, 14. Februar. In der gestrigen Sitzung der römischen Kammer ergriff B e v i o n» al» erster do-Z Wort»u den Regierung«- erklürungen und bellagte eingang« gewiss« t m p« r i a l t st t s ch« Punkte de« ursprünglichen Kriegszielprogramm« der Entente, wie den russischen Besitz Koiistantinopel«. da« russtsch-ftanzöstfche Ab- kommen über die deutschen Grenzen usw. Anschließend la« er da«. Londoner Abkommen vor. dem. wie der viedner be>nertt. eben- fall« imperialistische Tendenzen anhasten. Auf Oester- reich-Ungar» zu spreche» kommend, lehnt« der Redner dessen Zerstückelung ab, verlangte aber«in« Skugestaltung auf internationalen, Weg«. Toaeanelli betonte, daß alle Kammergnwpen einheitlich g«g»n den Abschluß eine« Sonderfrieden« seien und wendete sich gegen die vvllttsche Zensur, die ermöglicht habe, daß gewisse Zeitungen die öffcmltche Meinung monopolisierten; auch die parlamentarischen Vorrechte seien besser einzuhalten._ Repmgtons Anklagen. Lloyd George noch nicht genügend kriegerisch. Bern, 1«. Februar. Repington gibt in seinem Vei ichtüber die Versailler Konferenz an. daß hiustcktlich der Be- iätigung Lloyd Georges folgende Gerüchte umtaufen: Lloyd George habe versucht, die Konferenz zu einer neuen Extratour zu veranlassen, habe damit al«r kein Glück gehabt. Ferner habe er, al» die Effektivstärke der lviiischrn Armee und autoritativ die dringende Erörterung von Berstkirkungen betont wurde, ein« eingehende Diskussion deS Thema» verhindert und den Alliierten in dieser Hinsicht keine Hoffnung gegeben. Schließlich habe er für die Operationen an der Westfront den britische» Generglstab in London praktisch ausgeschaltet und Feld Marschall Ha ig eine» seiner unentbehrlichst.',> Aktion»- mittel beraubt. Repington fordert die Regierung auf. die Ge° rächte, wenn sie falsch seien, zu dementieren, und stellt gleichzeitig dem Parlamente anheim, sich im Interesse der Sicherheit der britischen Armeen und de» Erfolges der britischen Sacke unver- züglich eingehend mit der Tätigkeit de» Kriegskabinetts zu be- fassen. Repington führt mit scharfem Sarkrtämi»» aus, daß cS sich bei der fraglichen neuen Extratour um eine« Schlag gegen die Türkei gehandelt habe, waS angesichts der Anhäufung deutscher Truppen an der Westfront für jeden gesunden Mann unverständlich sei. Repington tadelt Lloyd George ferner in den schärfsten Ausdrücken wegen der mangelhaften Kriegsorganisatia« z« Haus« und sagt, er könne weder Krieg noch Frieden machen. Er habe kein Recht, zu Fremden über da« Friedensbedürftn» der britischen Arbeiter zu reden. Er dürfe van seiner eigenen Feigheit nicht auf die anderer schließen. Repmgion, der behauptet, in Frankreich äußerst abfällige Kritiken über Lloyd Gearge gehört zu baden, betont, ganz Frankreich kämpfe wie ein Mann für die heilige Sache, ebenso Amerika, nur die britischen Heere schrumpften infolge der Kneiferei Lloyd Georges beständig zu- sammen. Repington behauptet schließlich, die Versailler Konferenz habe dem alli irrten Kriegprate entgegen den früheren Erklärungen Lloyd Georges weitgehende Erekutivgcwalt beigelegt. die gerade für die bevorstehende Verteidigung gegen den e r- warteten großen deutschen Angriff äußerst bedenklich sei, da die britische Heeresleitung praktisch die Verfügung über die eigenen Reserven verliere. Zudem werde durch das neue Ober- kommando des Generals Fach und des dazu gehörigen Briten- generalb von Lloyd George» Gnaden der Londoner Generalstab praktisch ausgeschaltet. Tatsächlich habe Lloyd Georg» die Autorität H a i g s und Robertsons durch seine eigene ersetzt und trage somit alle Verantwortung, was indessen ein schwacher Trost wäre, wenn die Sache schief gehe. Repington schließt, Lloich George bade nunmehr endgültig uns klar die völlige Unföyigteit, England in dem großen Kriege zu leiten, nachgewiesen. Das Parlament müsse in dieser Lage handeln, wie es für notwendig befinde. London, 15. Februar.(Reuter.j Lloyd George leidet an Erkältung. Er ist ans HauS gefesselt, jedoch imstande, die Geschäfte veiterznftkhren. Zur Streikbeweguns. Von Fritz Eber Die Streikbewegung der letzten Januarwoche hat lebhafte politische Auseinandersetzuilgeu im Gefolge. Auch im Ausland 'tz w ............................. Leferi..WW» sainmenbruchs der Entente auftischt, schlachtet nun mit wahrer Wollust die Preßäußerungeu des feindlichen Auslandes gegen die Sozialdemokratie aus. Wie rasend gebärden sich die Er- obecunaspolitiker und mit ihnen der ganze reaktionäre Heer- bann: sie beschuldigen uns des Landesverrats und der Ver- längerunff deö Krieges. Das ist natsirtily elende.Heuchelei. Hat dieses Gelichter doch während des ganzen Krieges jede politische Regung, die mit der annexionistischen KrtegSreltglvn nicht im Einklang stand, als Landesverrat»denunziert. Die Perständlamigs- bemühungen Bethmann Hollwegh unmittelbar vor Kriegs- ausbrnch bezeichnet Funius Alter als äußerste Erschwerimg der Aufgaben der verantwortlichen Militär?.«Kein Urteil der Retchsieitung vom Dezeniber jf)Ki und die Friedenskundgebung des Reichstags vom Juli 1l>17 betrieben mordein Die gesamte annexionistische Presse machte damals der Reichs- lcttung zum Vorwurf, mit dein Friedensangebot den Krieg verlängert zu haben: und der Vorsitzende de? Mdeutsckvn Verbandes toar von der Abweisnng unseres Friedensangebots und der Fortsetzung des Krieges so eiilzücft, daß er öffentlich erklärte, man müsse dafür Gott ans den Knien danken. Zur WWWWWWM.»WWW..... WW gegründet loorden. Ihre ganze Propaganda ist eingestellt auf die Formel: Verständignnssfneden ist V a t e r! a tt d V v e r r a t: lieber Krieg bis zum Weißbluten, als Verzicht ans Eroberungen und Kontributionen. Gegen das verhängnisvolle Treiben der ErobcrnngS- Politiker richtete sich in erster Linie dir Streikbewegung. Ve- güustigt durch die Handhabung des Vewgenmgszilstandes, konnten die Politiker eines Nlederwerfnngsfriedens so an- mästend und irreführend austreten, daß auch Vertreter der Fortschrittlichen Voltbpartei und de? Zentrums wiederholt erklärten, das Ausland müsse dadurch zur Auffassung kommen, der Geist der Eroberungspolitiker beherrsche Deutschland. In der Tat hat nichts mehr den.KriegSlvillen in den feindlichen Ländern aufgepeitscht und damit den Krieg verlängert, als die alle Welt bedrohenden mastlosen Forderungen und Beschlüsse unserer Eroberungspolitiker. Und wennschon PrcWimmcn aus dem Ausland für die Beurteilung innerpolitischer Bor gänge bei uns maßgebend sein sollen, so muß vor allem auf daS Echo der alldeutschen Bewegung im Ausland hingewiesen werden._ Noch che unä Amerika den Krieg erklärte, schrieb die„New Nork Nation" in bezng auf unsere All- deutschen'.„Diese Fanatiker haben Deutschland me h r S ch a- de» getan als zehn feindliche Armeekorps." Und die„Baseler Nationalzeitung" schrieb schon im Oktober 1016:„An dem Tage, l»o der Todeskampf der Alldeutschen zu Emde geht, wird die E n t e n t e cmril ihrer tüchtigsten Helfer im Du r ch h a l td n verloren haben." Keine unserer maßgebenden Stellen hatte sich damals über diese „belle Freude des Auslandes" erregt. Im Gegensatz zum jetzigen Eifer hat damals kein offiziöser Nachrichtendienst diese oder ähnliche Aeußerungen unserer Presse übermittelt. Man l>at vielmehr ruhig»litaugesehen, wie die Annexionisten die zivile Reichsleftung stzstemaftsch vor aller Welt auf« schwerste diskreditierten. Werl sie ihnen nicht dienstwillig war. Erklärungen der Reichsleitung, deren außenpolitisch« Wirkung für den Frieden von großer Bedeutung war. konnten sie nn- gehindert in ihrem Sinne ummünzen und dadurch völlig entwerten, bat doch Tirpitz kürzlich nach einer Unterredung mit dem Reichskanzler seinen Vaterlandsparteilern mitgeteilt. sie könnten wegen der Stellung der Reichsleitung zur Kriegs- stclfrage durchaus beruhigt sein. Niemand an maßgebender Stelle hat dein widersprochen, obgleich im HanptauSschust des Reichstags Redner mehrerer Parteien nachdrücklich ans diesen seltsamen Vorgang hinwiesen. So muß im feindlichen Aus- land daS Vertrauen zu Erklärungen der Reichsleitung vollends vernichtet werden. Wie soll bei solche» Quertreibereien eine Verständigung der Kriegführenden überhaupt möglich sein? Mit dieser Methode müssen alle Versuche zur Anbahnung des Friedens verschüttet werden. Hier liegt die w i r k l i ch e Gefahr! Das ist dir Politik, die den Krieg ins Endlose verlängern muß. Alle, dir sich jetzt so laut über die Streik- bewegnng entrüsten, hatten also längst die Pflicht, mit ihrer Entrüstung— falls es ihnen damit überhaupt Ernst ist,— sich an die richtige Adresse zu wenden. Ter Streikbewegung wäre damit am wirksamsten vorgebeugt worden. Vor allem aber hätte die Reichsleitung vorbeugen müssen. Nach 42 Monaten furchtbarsten Krieges müsien unsere Staatsmänner die Zeichen der Zeit nicht nur Aus der„Ren«, Zeil". vk-rstDen, sie müssen sie anch?u werken vernmgen. L�ran frhlt es.Iber leider sehr. Iedeiifalts ist von den Vertretern unserer Partei, namentlich in den letzten Wochen, i>na«s- ocse'-t in offinellcn und rnoffiziclten Besprechungen mit der Kegierung eindringlichst aus die steigende Erbitterung der arbeiteilden Bevöltcrung hingewiesen mid Abhilse gefordert worden. Nach der Beonttvortung des russischen Friedensangebots durch den Kanzler mutzte angenommen werden, datz das Selbstbestimmungsrecht der Völler von uns gereckt durchgeführt werde.„Wir erblicken iu diesen Er> klärungen eine Garantie, an der unseres Erckchtens nicht ge- rüttelt werden darf." erklärten wir damals im Reichstag. Ter Vorschlag der Mittelmachte in Brest-Litowsk vom 25. De-» zember 1917 fand auch die volle Zustimmung der überaus großen Mehrheit unseres Volles. Die gegenteilige Wirkung -wer. das(stefühl bitterer Enttäuschung,'.nutzte die Erklärung Teutschlands vom 27. Dezember 1917 hervorrufen. Die Gründe dafür haben unsere Redner un Hauptausschutz des Reichstags eingehend dargelegt. Gewiß haben die Äolschc- mift mit ihrer Verschleppungstaktik die Verhandlungen er- schinert. Die Methoden ihrer Politik, namentlich ihr. Vor« gehe» gegen die friedensuchende Ukraine, sind nichts weniger als vertraueirerweckend. Allein das durfte die Vertreter Deutschlands nicht hindern, zu ihrer Erklärung von: 25. De- zeinber zu stehen._ Tie Beunruhigung unseres Volkes wurde gesteigert durch die Erklärung Hertlings, daß wir der En- leiste gegenüber iu keiner Weise mehr gebunden seien. Triumphierend verkündete die annerionistische Presse, die Reichstagtzenischließung und die Antwort auf die Papstnote seien nun endgültig abgetan; setzt habe man„f r e i e H a n d" nach dem Westen, Was zur Steigerung der Erbitterung der Äcassen noch möglich war, besorgte die provokatorische Tbstrultion der Wahlrechtsfeinde in: Verfassungsausschuß des Preußischen Abgeordnetenhauses, das immer dreister gellend gemachte Verlangen dee schwerindustriellen Scharfmacher nach Gewalt- maßnahnien gegen die Sozialdemokratie und nicht zuletzt die im Reichstag mit einer Fülle von Material nachgewiesene einseitige Handhabung des Belagerungszustandes. Das alles sollten die arbeitenden Massen, die mster den Ernährungsschwierigkeiten besonders schwer leiden, während die Zahlungs- fälligen auf deni Wege des Schleichhandels sich hinreichend versorgen können, ruhig hinnehmen. Wer sich auch nur emigermof.cn auf Massenpsychologie versteht, mußte sich sagen, daß hier Gefahr droht, daß diese Belastungsprobe zu schwer sei. Ter Reichsleitung aber fehlte jedes Verständnis für diese Situation: statt die Arbeiterschaft zu beruhigen durch Beseiti- -gung der Ursachen der Erbitterung, begnügte sie sich damit, den starken Mann zu markieren. Zweisellos haben auch die Massenstreiks in Oesterreick und Ungarn aus die deutschen Arbeiter suggestiv gewirkt Wären aber die Volksmasten nicht aufs äußerste empört ge- ivesen, so hätten diese ebensowenig wie die von den Spartakus- lauten und den Unabhängigen verbreiteten Flugblätter die Bewegung entfache:: können. Ursprünglich crsaßte die Be- wegnng:n Berlin auch nur eine Anzahl RüstnngZbetnebe. Fih Bureau des Parteivorstandes erschienen aber alsbald Deputationen von Mitgliedern unserer Partei ans den der -chiedensten Betrieben. Gegen Mittag hatten wir eine größere Wersariifnlnng von Arbeiterdelegierteu vor uns.- Alle erklär- lest, die Erbitternna der gcsamtest Arbeiterschaft sei so ge- wollig, daß durck: Arboitsistederlegung- der'Stimmung der Arbeiter Ausdruck gegeben werden müsse. Die Leitung dieser Bewegung dürfe nickst den Unabhängigen und den Spartakus- -euten überlassen werden. Ter Eintritt der Parteileitung in die Bewegung sei notwendig, um ihren geordneten Verlauf und einen vernünftigen Abschluß zu gewährleisten. Sehr be- zeichnend ist, das; mehrere große Betriebe von der Arbeits- i.iederlcgung Abstand genommen hatten, als sie von dem die Partei imd die Gewerkschaften beickninpfenden Flugblatt der Spartakusse Kenntnis erhielten. Mehrere gleichlautende Be- richte sind uns ans dem Lande zugegangen. Daß wir nicht bedingungslos den: Drängen unserer Mitglieder folgten, ist ist der Tagespresse schon dargelegt. Wir lehnten in aller Form die Verantwortung für die ganz imzeitgemätzc und ohne jegliche Fühlung mit uns zum Ausbruch gebrachte Be- ivegung ab. Weiter stellten wir die Bedingung, datz wir uns nur dann der Bewegung annehmen würden, wenn uns cnt- sprechender Einfluß ans ihre Leitung eingeräumt ti�rde. Nachdem die Delcgicrtrnversannnlung der Streikenden gegen heftigen Widerspruch Ledebours diesem Verlangen unserer Mitglieder nnt überwältigende? Mehrheit zugestimmt hatte. konnte es einen Zweifel über unsere Stellungnahme nicht mehr geben. So schwierig auch die Situation war, standen vier doch in so hohem Matze Arbeiterinteressen auf den: Spiele, daß uns die proletarische Pflicht gebot, sofort zu hau- deln. Allerdings Halle man sehr eilig schon vorher in der Delsgiertenverfammlima die bekannten Forderungen des Streiks beschlossen und den Aktionsausschuß der Streikenden eingesetzt. Sosort. als wir das erfuhren, erklärten'wir den Vertreter unserer Partei, daß wir auf einer nochmaligen Durchberatung der Forderungen und einer Umgruppierung der Streikleitung bestehen müßten. Auch dem Aktionsaus- ichuß der Streikenden erklärten wir dasselbe, als wir in ihn eintraten. Dazu ließ eS aber das Oberkommando der Marken gar nicht kommen. Jede weitere Tätigkeit in der Streikleitung wurde uns bereits am Dienstag unter Strafandrohung unter- sagt, der„Vollvärts" verboten, alle Versammlungen gehin- derk, das Getoerkschästshaus geschlossen, selbst die darin be- ündlichen Gewerkschaftsbureaus mutzten geräumt werden. So wurden die Streikenden geradezu auf die Straße gedrängt. Unser Versuch bei der Reichsleitung, die Dersammlungsiliöglichkeit für die Streikenden wieder zu erwirken, scheiterte an eine? unglaublich kurzsichtigen For- ittalität. Mit der Auflösung der Streikleitung und mit dem Verbot jeder Tätigkeit, die mit dem Streik im Zusammen- hang stand, war die Reichsleitung allerdings in eine Sackgasse geraten. Deshalb bat sie von vornherein die Zusauunen- ietzustg der Verhandlungskommission kategorisch zu einer a rund satzli che n Frage gemacht. Unter allen lim- ständen wollte sie den Anschein vermeiden, als verbandle sie nnt der..ausgelösten" Streikleitung. Das war das A und Q unserer Verhandlungen nnt der Reicksleitung. Die Vertreter-des Parteworstandcs hatten bei diesen Vermittlungsbemühungen keinen leichten Stand. Aus der einen Seite die Unabhängigen, die darauf bestanden, nur zu verhandeln, wenn alle Vertreter der Streikenden im Aktions- ausscbutz zugezogen würden, auf der anderen Seite die Reichs- leitung, die schließlich eurige Vertreter' der Streikenden nur in der- Verkleidung von Gewerkschastsfunktionären zulassen wollte.-Uns kiZin�I jstrM'an, dea Streik baldigst zu'chp.-m Erfolgreicher Vorsts bei Mannckensbere — Kämpfe bei Reims— Im Januar ÄO Fesselballone, 151 Flugzeuge at� geschoffen. Amtlich. Großes Haoptquartier, 15. Februar 1918. tW. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruvpeu Kronprinz Rup brecht In einzelnen Abschnitten Artillerie- und Mineiltatizleit. Abieilunzen eines Matroseureginicnts brachten vou einem Er- kundunzSvorstoß gezen die belgischen Linien südwestlich von Mannekensvere 2 Lksiziere und 26 Mann gefangen zurück. Heeresgruppe Deuts Sicr Kronpreuz. Nordwestlich und östlich von Reims rege Erkundungstäiig- kcit des FeindeS. In der Gegend von Prunap und südlich vou Tahurc entwickelten sich lebhafte Artillcriekömpsc. .Hcerrsgruppr Herzog Albrecht. Tie GefechtStätigkeit lebte im Ober-Elsaß zeitweilig auf. Im Januar beträgt der Berlust der feindlichen Luftstrrit- kräste an den deutschen Fronten 20 Fesselballone und 151 Flug- zeuge, von denen 67 hinter nnsereu Linien, die übrigen jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar abgestürzt sind. Wir haben im Kampf 68 Flugzeuge und 1 Fesselballone verloren. � Von den anderen KriegSschanplShcn nichts Neue?. Der Erste Gcneralauarticrmeistcr. Ludrndorff. Abendbericht. L erlitt, 15. Fedraar 1913, abends. Amtlich. Von den Kriegsschauplätzeit nichts Neues. Ter österreichische Bericht. Wien, de« 15. Februar 1918. Amtlich wird ver« lautbart: Keine besondere« Ereignisse. Ter Ehef des Generalstabes. gersgelten 5-lbschlutz zu bringen, zumal er seinen Temonstra- tionszweck bereits erfüllt hatte. Wir konnten uns deshalb auch mit dem von der Reichsleitung am Freitag gemachten Vorschlag abfinden, wonach neben drei gewerkschaftlich organi- sierten Arbeitern und je zwei Abgeordneten der beiden sozial- demokratischen Parteien auch noch zwei Vertreter der General- konimisston der Gewerkschaften zur Verhandlungskommission hinzugezogen werden sollten. Trotz unserer dringenden Vor- stellnngsn blieben aber die Unabhängigen bei ihrer ablehnen- den Haltung. Die Detegiertenvorsammluiig der Streikenden, die hier zu entscheiden hatte, konnten wir aber wegen des Ver- bots aller Versammlungen nicht anrufen. Die Haltung der Unabhängigen war um so unverständlicher, als sie noch am gleichen Tage vorschlugen, die Abgeordneten der beiden Par- teien sollten nun allein, also ohne ArbeiterverLreter, mit der Reichsleituyg verhandeln wegen Zulassmia. einer Delegierten- Versammlung der Streikenden. In ibr sollte erörtert werden, unter welken. Bedingungen der Streikbeigclegt werden könne. Leider scheiterten auch diese cnn' Sonnabend geführten Ver- Handlungen. Im amtlichen Bericht wurde über die Stellung der Regierung gesagt: „Auch wenn die Versammlung zu dem Ergebnis führen sollte, daß die Streikenden aufs neue den Aiurag stellten, mit der Regierung zu verhandeln, würde sie die Läge nur weiter verschär- sen, da die Regierung auf einen solchen Antrag�nur ablehnend antworten könne. Solmige deshalb keine Gewähr dafür vor- liege, daß die Besprechung lediglich dahin wirken werde, den Streik zu beenden und alle allgemeinpolitisthen Wünsche der Ar- bciter künftig auf dem gesetzmäßigen Wege über die VolkSver- treter an die Regierung gelangen zu lassen,, könne diese den Vor- schlag-der Abgeordneten nicht in Erwägung ziehen." Die verlangte Gewähr konnten die Abgeordneten ohne Zuziehung von Vertretern der streikenden Arbeiter unmög- lich geben. Hätte die Regierung auch nur. ein wenig Sinn für den demokratischen Charakter der Arbeiterbewegung ge- habt, so hätte sie sich das selbst sagen müssen. So haben die Verhandlungen mit der Reichslcitung sich von Dienstag bis Sonnabend resultatlos hingezogen, ob- gleich'der Ausstand nach einen: Flugblatt, das schon am JMon- tag verbreitet worden war, zunächst nur für drei Tage beabsichtigt war. Wäre man am Dienstag unter Aus- scheidung aller Formalitäten zu Verbaudlungcn über die Be- weggründe zum Ausstand gekommen und- hätte die Reichs- leitung c r n st c n Willen zur Beruhigung der Arbeiter gezeigt, dann wäre am Donnerstag in Berlin die Arbeit sicher wieder aufgenommen worden. Dafür spricht auch der Gang der Bewegung an anderen Orten. In Bielefeld. Brandenburg. Bremen, Breslau. Danzig. Dortmund. Fürth, Halle, Hamburg, Jena, Kassel, Kiel, Köln, Mannheim, München, Nürnberg war die Be- wegung in zwei oder drei Tagen beendet. Meistens haben die Generalkommandos den Streikenden Gelegenheit zu Ver- sammlungen und zur Aussprache gegeben, vielfach haben die Behörden mit ihren Vertretern verbandelt.. In Köln gingen nach Verhandlungen mit den Arbeiterdelegicrten der Regie- rungsprästdcm und der Oberbürgermeister in die Becksamm- lung der Estreitenden und ergrissen dort das Wort. Auch der"bayerische Ministerpräsident ist nicht am chinesischen Zopf hängengeblieben. Er hat den Streikeiwen gegenüber eine vermittelnde Haltung eingenommen und der Sozialdemo- kratie öffentlich gedankt, daß sie sich der Bewegung annahm. Ter Streik in München konnte deshalb nach einigen Tagen geregelt beigelegt werden. In Wilhelmshaven-Rüstringen versammelten sich am Donnerstagmittag iikHc als 10 000 Werftarbeiter unter freiem Himmel. In längerer Debatte konnten sie sich— ohne behördlichen Eingriff— offen übe: die Situation aussprechen. Sie schlössen sich den Forderungen der Streikenden an anderen Orten an und beschlossen, am Nachmittag die Arbeit fortzusetzen. In all diesen Orten ist die Bewegung ruhig verlaufen. Wenn es in Berlin anders kam. so hauptsächlich nur deshalb, weil die Reichs- leitung völlig versagte, weil sie an Umsicht und Verständnis für die Situation hinter zahlreichen Orts- und. Bczirksbchö:- den weit zurückstand. Ob die Reichsleitung eine Lehre aus der Streikbewegung zieht, mag dahingestellt bleiben. Vorläufig sieht es nicht so aus. Will sie aber, datz Beruhigung bei den Massen einzieht, dann halte sie ein mit der. Verfolgung der cun Streik betet- ligten Arbeiter, dapn sorge' sie zunächst dafür, datz endlich den Befchwechep Wer Handhabung des Velageruo'gszustandeS 'Rechnung getragen wird. Ferner. Mutz sie der Vaterlandspartet und allen sonstigen Eroberungspolititern eine unzweideutige Antwort geben und.für eine- klare Friedenspolitik ohne offene und mächleierte Annexionen und Kontributionen ein- treten. Die Regierung-mutz auch die Olewähr geben, daß das feierlich versprochene gleiche Wohlrecht tatsächlich baldigst durchgeführt und mit ihrer Vorlage im Abgeordnetenhaus nickst Schindluder getrieben wird. Endlick: und nicht zuletzt nruß in der Lebensmitclpcrsorgung der skandalöse Schleick-- Handel unterbunden und rücksichtslos eine gleichmäßige Ver- teilung der vorhandenen Bestände- durchgeführt werden. Ter Partdausschutz und der Parteivorstand haben sich auf ihrer Tagung während des Streiks erneut einmütig zur Landesverteidigung bekannt. Tie Reichstagsfraktion bar sich dem Beschlutz ebenfalls einmütig augeschloffen. Die Zentral- vorstände der Gswcrlickwiten haben sich in gleichem Sinne er- klärt. Alle Körperschaften haben die Haltung des Partei- Vorstandes zur Streikbewegung gebilligt. An der Regierung liegt es nun, das Ihre zu tun, damit der Krieg, in den unter Volk mit der Parole zog:„Uns treibt nickt Erobc- rung'slust!" mit der gleichen Parole baldigst ein Ende findet. Verfolgung englischer paMsten. Bern, 14 Februar. Der bekannte Pazifist Honorable Der» t r a n d Rüssel, der 1916 wegen Verbreitung einer Passsiitite6«t Flugkckriit mit 100 Pfund Geldstrafe bestraft wurde und daraus den Lehritubl für Mathematik in Cambridge verlor, wurde am v. Februar in London wegen Veröffentlichung eines die englisch-amerikanischett Beziehungen zu schädigen geeigneten Aussatzes in der?, eilung „Tribunal" zu einem halbe» Jahr Gefängnis verurteilt. Der in- kriminierte Passus lautet:»Die amerikanische Garnison, welche England und Frankreich besitzen wird, mag sie sich den Deutschen gewachsen zeigen oder nicht, wird zweifellos imstande sein, die Strriker einzuschüchtern, eine Beschäftigung, an die daS amerikanische Heer in der Heimat gewohnt ist." SchWLÜisihe Hilfe für ßmnlanü unü üie filanösinfeln. Stockholm, 13. Februar.(Meldung von SvenSka Telegram- byran.) Amtlich. Auf Ersuchen der schwedischen Regierung reist am IS- Februar der Vertreter der Bolschewiki-Regierung 23 o r o w S k y auf einem schwedischen Lc r i e g s s ch i f f nach den A l a n d s i n s c l n ab. mn die dortigen russischen Soldaten da- zu zu bewegen, sich Gewalttaten zu enthalten und Alaud auf geeignete Weise, eventuell auf schwedischen Schiffe», zu verlassen. Die zweite schwedische SchiffScrpeditio» nach Finnland verließ Mäntyluoto auf der Rückfahrt nach Schweden am Nachmittag des 14 Februar mit 639 Passagiere». Der Chef der RettungSexpedition nach Aland telegraphiert, daß die ganze Erpedition auf Eckeroe, einer der größten von den AlandSinsiln, angelangt sei und daß alles dort wohl sei. Der Dampfer Runeberg nahm 29 Einwohner von Eckeroe mit. Der �rgentinifthe Cifenbahnerstreik. Buenos Aires, 14 Februar.(HavaS.) Infolge der weitereu Ausdehnung des EifeirbahnerausstandeS ordnet ein Regierrmgsarlaß-d.ie-Eiu-fetzung eines Schieds- g e r i ch t e s zwischen den Eisenbahnern und den Gesellschaften an,. Der Erlaß befiehlt allen Etsenbäbnern, auf. der mittelargenrini- scheu und- der Bahn von Miitel-Cordoba die Arbeit innerhalb 24 Stunden wieder aufzunehmen und gibt deu Gesellschaften eine Frist von drei Tagen, um den normalen Verkehr wieder herzustellen. Die Schweizer Neutralität. Ist man auch in Genf neutral? Bern, 14. Februar. Die Schweizerische Depeschen-Agentur mel- bei: Wolfis Tclcgr. Bureau verbreitet in Deutfchlaud einen Artikel des„Bcrncr Tagblatt". in welchen, behauptet wird, die Bundes- Polizei habe von ihr in Genf beschlagnahmte Doku- mente, die gewisse Personen als Agenten Deulschlands kompromittieren, dem französischen Militärattache ausgeliefert. Die .Kölnische Zeitung" veröffentlich: diesen Ausschnitt aus dem»Berner Tagblatt" unter dem Titel:»Die unnentrale schweizerische Bundes- Polizei." Hierzu schreibt der„Bund: Nicht das Wölfische Bureau oder die deutsche Presse, wohl aber eine schweizerische Zeitung dürste wlsien, daß es eine schweizerische BundeSpolizei uichtg i bt. sondern daß die Eidgenossenschaft auf- die PoUzeiorgane der Kan- tone angewiesen ist. Daß die BundcSanwallschaft keine Do- kuniente ausgeliefert hat, haben wir schon am 10. Februar ausdrücklich festzzustellen Anlaß genommen.- Sollte, was wir nicht wissen, die Genfer Polizei sich deö geringsten Fehlers schuldig gemacht haben, so wäre das bedenklich genug und mau wäre für amtliche» Ausschluß über solche öffentlichen Anllagen dankbar. Daß man aber die schweizersschen Bundesbehörden verdächtigt, das ist ent- schieden zu viel. Tiszas Scharfmachereken gegen üas gleiche Wahlrecht. Budapest, IS. Februar. Im WahlrcchtSausschutz des Abgeord- ueteuhauseS-erMvte heute Graf Tiöza. seine Seele. sei erfüllt von patriotischer Sorge und Bitterkeit. Alle unga- rischen Politiker bis in die jüngste Zeit seien der Anficht gewesen, daß das radikale Wahlrecht das llngartum mit der groß- t e u Gefahr bedrohe. Bezeichnend sei auch die Begeisterung aller Ungarscinde für das allgemeine Wahlrecht, und jeder, der den Untergang des Ungartums wünsche, fordere es stürmisch. Er müsse aber zugebe», daß heute viele patriatische Ungar» de» Standpunkt der Fei, che angenommen hätte«. Der Redner be- fürchtet von dem allgemeinen Stimmrecht eine Erniedrigung des Niveaus des Parlaments. Er findet deine Beruhigung darin, daß die Zahl der ungarischen Wähler von 61L auf 61,6 Prozent gestiegen sei, denn dieser Prozentsatz schließe nicht auch daß in einzelnen Gegenden P e r s ch i c b u n g e n z u u n g u n st e n Ungarns eintreten könnten. Als abschreckendes Beispiel führte Graf Tiöza die Zersplitterung unter den deutsch- österreichischen Abgeordneten an, von denen 43 Sozia- listen selbst der heutigen bedrohten Lage des DeusschtumS nicht zu bewegen seien, selbst nur die Indemnität zu bewillige«. Das allgemeine Stimmrecht habe in der ganzen Welt Niedergang und Berwüüuüg hervorgerusen. Po« Re- gieru'-te wurde behauptet., man müsse de« Verteidiger« des Batn ,..5 in den Schützengräben das Wahl rech, verleihen. ES sei merkjpü'rdiz, daß diese Forderung von Nichtsoldaten er- hoben' werde, die zu Hause hockwn. Der wahre S o l d a l kämpft nicht in der Hoffnung auf. eine Belohnmig durch das Wahlrecht. Dar'..wahre Soldat"'ist natürlich Graf'TiS.za, der selber wöchxend des garizxu ÄrlizeS AU Hause gehockt hat. Das Neueste aus„Le Vorwärts'4. Wir haben schon wiederholt darauf hingewiesen, dasj„Le Vorwärts", wie er in der französischen Presse massenhaft zitiert wird, mit dem wirklichen„Vorwärts" sehr wenig zu tun hat. ES ist einfach unglaubltch, waZ in ,.Le Vorwärts" alles gestanden haben soll. Am 1. Februar z. B. brachte„L'Oeuvre" folgende HiobS« botschaft: „Ein offiziöses Blatt verbotenl Amsterdam, Ä. Januar. Der„Vorwärts"(„I-o Vorwärts") vom Dienstag meldet, daß die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" vom ÄoMmandanten von Brandenburg für drei Tage verboten »eorden ist wegen Veröffentlichung eineö Artikels:„Graf Hertling verlangt neue FricdenSbedingungen"." ES liegt hier offenbar eine recht reizvolle Verwechslung vor. Anne„Norddeutsche" t U-Soot-Erfolge im Mttelmeer. Berlin, 14. Februar. 1. Außer den gestern veröffentlichten Erfolgen unserer U-Loote iin östlichen Mittelmeer sind nach neu eingegangenen Nicldungen auch solche im mittleren Teil deS MittelnreerS erzielt worden, durch die im besonderen der Tr a nSp o r tve r k«h r nach Italien getroffen wurde. Drei Dampfer und drei Segler fielen hier unsere» ll-Booten zum Opfer. Die Dampfer, von denen zwei bewaffnet waren, wurden sämmtlich aus stark gesicherten Geleit. zügen herausgeschossen. Von den Seglern halten zwei Papier- «raffe, einer Holz geladen. 2. Am 31. Januar hat eines unserer Unterseeboote die chemische Fabrik Areurlla bei Palermo auf nahe Entferauug erfolgreich be- schösse, u Der Chef deS AdmiralsiabeZ der Marine. Kleine Kriegsnachrichten. Zivildienstpflicht in Italien. Rom, 1ö. Februar.(HavaS.) Ein Lmiglicher Erlaß ordusi für Landwirt>cha st, Industrie, Staats- dienst usw. den freiwilligen Zivildienst an. Für den Fall, daß das Angebot Freiwilliger ungenügend ist, behält sich die Regierung die Einführung des Zwanges vor. Tod der Kaiferin-Witwe von Abefsinien. Addis Abeba, 15. Fe- rhuar.(Reuter.) Die Kaiferin-Witwe Tai tu von Abefsinien ist am 12. Januar gestorben. Die Entcnte-Zwingljcmn in Griechenland. Athen. 12. Februar. (Reuter.) Das Kriegsgericht, das infolge der Meuterei i n L a m i a und der späteren Unruhen zusammengetreten war, vcr- urteilte 3 Leutnants uns 2 Soldaten zu Degredaiion und zum Tode und einen anderen Leutnant zur Degradation und einem Jahr Gefängnis Joffre unter den„Unsterblichen". Paris, 14. Februar. Mar- fchakl Jo fffre wurde einstimmig zum Mitglied der französi- scheu 2l l a d e m i o gewälzlt. Ungeheure Kriminalität. Stockholm. 14. Februar. Nach einer Meldung ans Petersburg berichtet die Zeitung„Rosfija" vom 5. Februar, daß in der Zeit von Mitte Dezember bis 20. Januar 15 600 Einbruchdiebstähle in Wohnungen, 9370 Ausplünderungen von Geschäften und 203 801 Taschendiebftähle vorgekommen sind. Registriert wurden 135 Morde und Totschläge. Wahlreform mit allen Mitteln. Neue Regierungserklärung. ' t;c»Norddeutsche Ällgömeiüe Zeitung" vom Freitag- morgen veröffentlicht an leitender Stelle einen Artikel zur Walstreform, in dem ausgeführt wird, die Reform solle ein „neues Rechtsverhältnis zwischen Noll und Staat" zum Ausdruck bringen. Dann heißt es weiter: 'Die Siaatoregierung hat von Anfang an keinen Zweifel darüber gelassen, daß sie der Wahlrechtsfrage diese große uitd grundsätzliche Bedeutung gibt und eS deshalb als ihre Pflicht ansieht, dem Erlaß vom Juli des vergangenen Jahres die volle Durch- fiihrunz mit alle» Mittelu zu erstreiten. Weil der Entschluß zur Wahlrefornt auf dem Kriegserlevnis selbst, aus seiner allgemein- politischen Beurteilung begründet ist, darum können ihn auch ein- zelue innerpolitische Ereignisse nichi erschüttern. Damit sind die Streikvorgänge gemeint, von dmen gc- sagt wird, daß sie die Regierung von dein betretenen Wege nicht um Haaresbreite abbringen könnten. Das Band, mit dem der Wohlrechtserlaß vom 11. Juli die preußische Mo- rlürchie nnt dem Volk und ganz besonders mit der Arbeiter- schaft verbuchen, lasse die Regierung nicht vom verbrecherischen Leichtsinn einer kleinen Zahl Pflichtvergessener zerreißen.— Zum Schluß wird dann gesagt: Die Verhandlungen über die Wahlrechtsvorlage haben, nach Erledigung der ersten Lesung der Herenqausvorlage im Ausschuß des Abgeoodn.etenhauses begonnen. Die Staatsrogiervng ist ents chlossen, nur einem Verbandlungsergeb- vis zuzusti m me u dasauf dem Boden der Regie- rungs Vorlage ruht, und sie erwartet, daß ein solches Er- gebniL im Wege der Verständigung erreicht wird. Die Einführung des gleichen Wahlrechts in Preußen verlangt nicht geringe Opier an politischen �Ueberlieferungcn von großen P.rrteien, die sich um den preußischen Staat unvergeßliche Dienste erworben haben. Die Regierung fordert diese Opfer, aber sie weiß, daß sie nicht leichten Herzens, nicht in spontanem Entschluß gebracht werden können, sondern sich in anhaltendem Austausch der Meinungen durchsetzen muffen. Das soll mau auch im Lande, soll man vor allem auch da würdigen, wo das gleiche Wahlrecht von jeher' ge- stwdert worden ist. Nach den Erklärungen der Staatsregicrung ist e« selbstverständlich, daß nc zur Anwendung der besondere« Mittel, die die Berfaffung an die Hand gibt, schreit?» wird, wenn cd»nvermeidlich und notwendig ist zur Erreichung des Zieles. Aber es ist ebenso selbstverständlich, daß sie solch« Mittel nicht in Erwägung zieht oder gar etwa zu ihrer Anwendung sich drängen läßt, so lange Aussichren bestehen, die Wahlrechtsvorlage durch eine von Kampfmitteln unbeeinflußte Beratung und Beschlußfassung der beiden gesetzgebenden Körperschaften Preußens zur Annahme -.gu bringen. Ter Zeitpunkt des Inkrafttretens der Wahlrechts vor- läge ist nach wie vor io in Aussicht genommen, daß die nächsten Wahlen, d. h. die ersten Wahlen nach FriedenssMuß, nach dem neuen Wahlrecht vor sich gehen sollen. Auch dafür wird die Staats- regierung mit aller Kraft und mit allen gebotenen Mitteln ein- treten. Die rcchtsstehei'.dc Presse ist von dieser Erklärung begreif- licherweisc wenig erbaut. Sie Weist spöttisch darauf hin. daß dies schon die dritte sei. die in dieser Woche erlassen wurde. Die„Kreuzzcitung" w>ll als verfossungsinäßiges Mittel nur die Auflösung des Abgeordnetenhauses kennen und tröstet ihre Lcsere. daß sich die Regierung im Kriege zu diesem Schritt nickt entschfteßen werde. Außerdem findet sie es sehr„un- lagisch", daß die Regierung wegen des Streiks die Wahlreform nicht ausgeben will und nur von einer„kleinen Zahl Pflicht- pergessep«" spreche.- 200 000 oder 12 Proz. du gesamten Berliner Arbeiterschaft, also. z Ä e i m a 1 h u n d e r k t a u- send Landesverräter in Berlin, das sei doch ein wenig reichlich. Für die„Krcuzzeitung" kann es im Ilster- esse des Parteigeschäfts offenbar gar.nicht genug„Landes- Verräter" geben. Das konservative Blatt schließt: Es wundert uns nicht, daß die Regierung sich durch solche Er- fahrungen in ihrer Haltung nicht beirren laßt, eine so deutliche Sprache sie auch reden. Denn man weiss ja, wie sie zu ihrer Bor- läge gekommen ist, und dass der Druck, unter dem sie sich zu ihr cntschliehcn zu müncu geglaubt hat, fortbesteht. Die hilflosen V er- suche aber, sie trotz alledem als innerlich begründet hinzustellen, können u. E. dem Ansehen der Regierung nicht gerade förderlich sein. Der„Kreuzzeitung" könnte es wohl passen, wenn das, was sie den„Druck auf die Regierung" nennt/aufhören würde. Denn dann würden die Konservativen erleichtert auf- atmen. Sie sieht sich aber auch in dieser Beziehung getäuscht. Das freie Wahlrecht heraus! Elne Kundgebung gegen die Verschleppung und Per- schlcchterung der Reform. Der„Volksbund für Vaterland und Freiheit" haste gestern abend eine Versammlung in den Germaniasälen. Genosse Reichs- iagSabgeordneter Giebel führte aus: Die hartnäckige Art, mit der die Parteien, die sich mit Vorliebe als„staatserhaltende" bezeichnen, die Wahlrechtsvorlage behandeln und diese zu verschleppen suchen, hat schon schlimme Folgen gezeitigt. Jeder, ob drinnen oder draußen, ist heute Vaterlandsverteidtger, leistet Großes und Schweres und wird es noch weiter leisten müssen. Diese Pflicht ist bisher getan worden.� nicht aus Grund, sondern t r o tz der elenden verfassungsrechtlichen Verhältnisse. Die wirtschaftliche Revolution, die mit dem Weltkriege verbunden ist, wird neben manchem anderen auch das Dreiklassenwahlrecht unmöglich machen. Der Bolksbund und seine Freunde wollen verhindern, daß diese politische Entwicklung sich mit zu gewaltigen Erschütterun- gen durchsetzen muß, die dem Staate als Ganzes zum Verhängnis werden können. Das Schneckentempo der bisherigen Beratungen wirkt erregend, das Volk verlangt nicht nur, daß gearbeitet wird, es will, daß angesichts der Dringlichkeit auch schnell und entschieden etwas geschafft wird, das dem Ziele nahekommt,„mit freiem Volk auf freiem Grund zu stehen!" Der Zentrumsabgeordnete Giesberts sagte: Das Wahlrecht ist eine Frage der Gerechtigkeit. Wir erstreben nicht die Herrschaft einer Gsldsackautokraiie, wir wollen, die Gleichbe- rechtigung aller Volksschichten. An den Organisationen, die sich die Arbeiter geschaffen, kann die Energie, die Intelligenz, das tiefe Verantwortlichkcitsgefübl nicht genug bewundert werden, mit der sich der Arbeiter als reifer Staatsbürger betveist. Wer die deutsche Arbeiterschaft kennt, muß schamlos sein, ihr daS gleiche Wahlrecht vorenthalten zu wollen! Der nationalliberale Dr. Böhme wies auf die traurige Aeuherung eines Konservativen hin, der bei der Einführung des gleichen Wahlrechts den Krieg als verloren betrachte. Er erklärte sich nicht nur persönlich, sondern auch im Namen des Bauernbundes einig mit den Forderungen der Arbeiter- schaft und der anderen int„Volksbunde" vertretenen Berufs- grubpcn. Zum Schluß sprach der Volksbund im Namen der vier Mit- . lionen Männer und Frauen, die hinter ihm stehjul, in«iner Reso- lution'seinen festen Entschluß aus, für die Durchsetzung der Wahlreform einzustehen._ Prinz Max von Saüen über üen Irieöen. Das Wolffsck« Telegraphenbureau veröffentlicht eine lange Unterredung, die sein Direktor. Dr. Mautler, mit dem badü'chen Thronfolger und Präsidenten der Ersten Kammer gehabt hat. Die Ausführungen des Prinzen zeichnen sich ebenso wie seine bekannte Rede in der Ersten Kammer durch ihre Nei- gung zu ruhiger Objektivität aus. Selbst den Bolschewiki wird zugestanden, daß sie, soweit sie Idealisten sind, für eine Idee kämpfen, als deren entschiedener Gegner sich der Prinz allerdings bekennt: Die Zerstörung der Nationen. Gegen diese„moralische Infektion" sucht Prinz Mar Abwehrmaß- nahmen, die sehr vernünftig gedacht sind, u. a. sagt er: Wir müssen der WeliunorSnung Trotzkis, die die Freiheit zerstört, eine Weltordnvug entsogensetzen, die die Freiheit schützt. Deutschland soll eS getrost bekennen, daß es das Glück und das Recht anderer Völker in seinen nationalen Willen auf- nimmt. linier Name darf nickst nur innerhalb unserer Grenzen einen guten Klang haben. Alle großen Nationen müssen einen W eltenzustand anstreben, wo ihr Name mit Furcht und Hoffnung überall dort genannt wird, wo Unrecht geschielst. Hier darf Deutschland nicht auf die moralische Weltgel. tuug verzichten. Das hieße einen VerzichtfAeden anstfbben. Prinz Mar findet die Verbitterung mancher Kreise aus der langen Dauer des Krieges erklärlich, hält sie für eine Ge« fahr, aber mahnt doch: Wir müssen brufhöreu, bei nnseoen inneren AnSeiisaudersetzu»- gen beim pvlitischen Gegner immer nach unpatriotischcn Motiven zu suchen; solche Antlazcn dürfe« nickp laut werden, sei es auch nur als Waffe im Redekampf. Das ist eine Bersündi- gung au der Front und der Gesinnung, die dort herrscht. Bei Besprechung der letzten Wilsonbot schaft ver- weift er auf jene Stelle, iw der der Präsident auf ein Welt- richtertum verzichtet und meint; alleswäregewonnen, wenn einmal die Völker so weit wären, zueinander zu sprechen, ohne Anspruch auf Unfehlbarkeit, vielmehr in einer christlichen Gesinnung. Gegen Lloyd George hegt Prinz Max dagegen tiefes Mißtrauen, er sieht in seiner Wäßigung nur „den Schafspelz des Pazifisten". Tie Gegner wollten nicht verhandeln: Diese Angst vor dem Verhandlungstisch liefert den untrüglichen Prüfstein für die KnegSziele, die die feindlichen Regierungen aiisireben. Wer Vertrauen hat, dass seine eigenen Ansprüche vor seinem Volke bestehen können, der kann das Risiko der Verhandlungen auf sich nehmen, denn er kann nach dem Schei» tcrn von neuem vor fein Volk hintreten und es aufrufen, nun mit Waffengewalt für die Ziele zu kämpfen, die sich durch die Schuld des Gegners auf dem Wege der Verhandlungen nicht durchsetzen ließen. Nur wer fürchten muß, daß die Verhandlungen die Un- sauberkeit der eigenen und die Sauberkeit der feindlichen Forderungen bloßlegen, der mutz eine Konferenz scheuen, wie der Schuldige die Gerichtsverhandlung. Die Gegner hätten die Schuld, wenn„die Hölle dieses Jahres" noch einmal losgelassen werde. Prinz Max sprach. dann.sympathisch von Lansdowns und meinte zum Schluß, es dürfe. kein neuer Hungerkrieg mehr geführt werben, ein allseitiges Bekenntnis zum Handels- frieden sei notwendig. Die Webt dürfe nicht in Zcheimächte» gruppen zerrissen werden, die sich mit Rüssungen uherhieien. Auch die farbigen' Völker dürften, nicht nur als Mittel zum Zweck angesehen werden.„Diese Ziele sind Mcnschheits« ziele, sie werden sich unaufhaltsam in allen Ländern durch- setzen: wer zu ihnen st e h t, wird Sieger sein, wer sie verleugnet, wird unterliegen." das große Steuerraten. Die„Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Morgenblätter enthalten wieder allerlei Andeutungen und Mitteilungen über die neuen Steuervorlage u, die dem Reichstage zugehen werde» „Berliner Lokal-Anzeiger" meint, cs handle sich diesmal>n.ifc Hauptsache um indirekte Steuern, nämlich um Steuern auf Weine und Mineralwässer, sowie eine monvpvlartige Steuer auf Vrarnit« weine. Dazu ist zu sagen, daß bisher noch keiner- lei Beschlüsse gefaßt worden sind, welche Steuern dem Reichstage vorgeschlagen werden sollen. Mir dieser Feststellung er- ledigen sich auch die Einzelheiten über eine Reichsweinsteuer, die der „Kölnischen Zeitung" zugetragen worden sind. Alle Unterhaltungen über den Inhalt der neuen Steuervorlagen beruhen also auf Kam- binanonen der interessierten, bei den vorbereitenden Arbeiten ge- hörten Kreise. Der Tag, an dem der Reichshausbaltsetat dem Parlament vorgelegt wird, steht übrigens noch nicht fest. Pfarrer gegen Zentrum. Die RcichstagSwahl i« Koblenz— St. Goar. Aus Koblenz wird gemeldet: Bei der Reichstazsersatzwahl im Landkreise Koblenz- St. Goar am 14. Februar erhielt Pfarrer Grcber 6287 Stimmen, Generalleutnant Freiherr v. Stein» äcker, der offizielle Zentrumskandidat, 4609 Stimmen. P'arrer G r e b e r i st somit g e w ä h l t mit einer Mehrheit von 678 Stimmen. Die Wahl ist überaus kennzeichnend. General v. Eteinäckcr ist ein JentrumSmamt von der Richtung der„Köln. VolkSztg.", also Annexionist. Pfarrer Greber hatte gegen ihn den Kampf für eine Poltttk des VerständigungSfriedenS aufgenommen. Und so ereignete der seltene Fall, daß in dem zu 82 Proz. latholischen Kreise die Disziplin des Zentrums versagte. Nach Bautzen ein neueS deutliches Zeichen für die wahre Stimmung der Bevölkerung. Bei der Wahl im Jabre 1912 hatten erhalten: Wellstein(Z.) 13 l6Z Stimmen, ein Nationallibetaler 5547, ein Sozialdemokrat 3668 Stimmen.___ Höhere preise für Heu und Stroh. Der parlamentarische Beirat des KriegsernährungSamteS war, wie jetzt berichtet wird, am Montag, den 11. Februar 1918, nach- mittags zu einer Sitzung zusammetiberufen worden, um sich zu einem dringliche» Antrag der Ober st en Heeresleitung auf möglichst schnelle Lieferung erheblicher Mengen an Heu und Stroh als Pferdesulter zu äußern. Der Beirat erkannte die nnbedingte'Notwendigkeit an, dem Heere die erforderlichen Mengen so'ort zur Verfügung zu stellen und ersnchte den Staatssekretär deS KriegSeruäbruitgsaitttes, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln dafür Sorge zu tragen, daß die Heeresverwaltung die er- forderlichen Mengen an Heu und Stroh so schnell wie möglich erhält, wenn nötig, auch im Wege militärischer Zwangsmittel gegen die schuldhaft Säumigen. � Die Mehrheit stimmte serner dem Vor- schlage des SiaatSickretärS zu, eine vorübergehende PreiSerhöbung fürHeu und Stroh eintreten zu lassen, um dadurch eine möglichst schnelle Ablieferung anzuregett. tzebräifch im Lanüwirtschaftsrat. Ein bezeichnender Zwischenfall ereignet« sich am Freitag im Deutschen LandwirtschastSrate. Herr v. Wangenherm trat dafür ein, den Landarbeitern das allgemeine Wahlrecht zu den LandwirtschastSlammern einzuräumen, damit sie nicht der Sozialdemokratie anheim sielen. Darauf erwiderte Herr b. Oldenburg-Januschau, sein Freund v. Wangentzeim habe soeben für ihn-- he brät jch gesprochen. Bundesratsarbeit. In der Mittwoch-Sitzung des Bundesrats ist der Entwurf einer Verordnung über Erleichterung des Erlasses berufsgetto ssenschas iltchcr Uttsallverhutungsvorschviftm angenommen worden. Das rate Amtsblatt. Es ist kein Produkt der NettoAmsirnrng. sondern deö— P a p i e r m a n g e l s.(£3 znxrng ba3»Amtliche Kocisblatt für den Kreis Soltau", die„Böhme-Zettung, am 13. Februar 1918 auf knallrotem Pap t er zu erfcyemett. Mit welcher Beruhigung mögen die Soliauer Bürger am 14. �e- bruar festgestellt haben, daß der preußische Staat trotzdem sor-- bestand und in der Nacht kein Ilmsturz der Gesellschaftsordnung stattgefunden hatte. Lekte Nackrichten. Erfolgreicher Torpedodootvorstoß. Berlin. 16. Februar. Amtlich. In der Nacht vom 14. bis 15. Februar griffen unsere Torpedoboot« unter Führung des Korvettenkapitäns H e i n« ck e die starke Bewachung deS englischen Kanals zwischen Cakais-Dover und Grisnez-Falkestone über- raschend an. Ein großes Bewachungsfahrzeug, zahl- reiche bewaffnete F i s ch d a tu p s e r und mehrere Motorfahrzeuge wurden zum Kampf gestellt und grösstenteils vernichtet. Unsere Torpedoboote erlitten dabei keine Verluste und Be- schädig un gen; sie sind vollzählig zurückgekehrt. Der Chef des AdmiralstabcS der Marine. Das Urteil gegen Dolo. Amsterdam, 15. Februar. Die„Times" vernehmen au? Parts noch über den Schluß des Bolopre.zesses: Es wurden dem Gerichtshof elf Fragen vorgelegt und dann bezüglich aller Fragen Bolo für schuldt g erklärt. Bei Verkündting deS Urteils ging ein Zittern durch den Saal, aber noch keine Mitnile nach der Urteils- fällung erhob die groß« Menscheitmenge, die sich vor dem Justiz- Palast angesammelt hatte, ein Jubelgeschrei. Alan rief: Zum Tode mit den Verrätern'. Es lebe die Armee! Das Urteil war in Ab- Wesenheit des Angeklagten gesprochen worden. Das„News bau den'Dag" erwarteL nicht, daß Bolo begna- digt werde. Bolo müsse bereits als out toter Mann betrachtet werden. Genf, 15. Februar. Der„Progres de Lyon" meldet: Während das Todesurteil über Bolo verhängt wurde, verlangte die vor dem Justizpalast versammelte Volksmenge den Tod BoloS, was an Robespierrcs RevolütionStribunal erinnere. Gegen die deutsche Farbeniudustrir. Loudo«, 15. Februar.(Reütsr.).„Daily. Mail" schreibt, die Regierung billigte einen Plan, der die Entwicklung der Farbenüudu'strte vorsieht. Mau. hoffe, daß der Plan, der verschiedene Mil.lianen Pfund vorsieht, de« Erfolg haben werde, dos riesige deutsche Monopol zn brechen. GewerffchoflsbewMng Tie Lohnbewegung der Tapezierer. Nachdein eine Miltilkdcrversanmilung der Tapezierer Berlins das Angebot der Arbeitgeber abgelehnt und die Ortsverwaltimg beauftragt hatte, nochmals in Berhandlungen mit den Arbeitgebern einziltreten, ist dieser Auftrag ausgeführt Warden mit dem Ergebnis, daß die Vertreter der Arbeitgeber folgendes Angebot machten: Die Arbeitszeit bleibt unverändert. Der Durchschnittslohn von lSU wird um tlJVj Brozent erhöbt. Er beträgt demnach vom IS. Februar ab l,6U Di. für Ge- Hilfen. 80 Pf. für Näherinnen. Gehilfen, die einen Stundenlohn von 1,60 fvk. und darüber haben, erhalten eine Zulage von 16 Pf. für die Stunde. Der Stundenlohn der Näherinnen wird jetzt um 5 Pf., vom 15. Mai ab nochmals um 6 Pf. erhöht. Auf alle Akkordsätze von 1S11 wird ein Zuschlag gezahlt, der einschliehltch der bis jetzt gewährten Zuschläge>66 Pro,, betragen mufj. Alle Akkordarbeiter(Polstert») erhalten vom IS. Mai ab 16 Pf. Zulage pro Stunde. Für die Kleber beträgt der Zuschlag auf die Sätze von 1911 in Lohn und Akkord 1(X) Pro,. Die Spesensätze von 1911 werden um 166 Pro,, erhöht. Die? Abkommen gilt bis zum 1ö. August 1918 und verlängert sich immer um ein halbes Jahr, wenn es nicht sechs Wochen vor Ablauf gekündigt wird. Die am Donnerstag abgehaltene Mitgliederversammlung de» TapezierervcrbandeS stimmte dem Abkommen zu. In de» Generalversammlung des Berbandes der Bureauangestellte» erstattete der Bevollmächtigte Krüger den GefchäftS» und Kassen- bertcht. Auch im IV. Bierteljahr 1917 mußten zahlreiche Teuerungs- bewegungen geführt werden, um das Einkommen der Angestellten wenigsterS etwa? der Teuerung anzupassen. I» der Industrie wurden die meisten Bewegungen gemeinsam von allen Aiigeslelltenverbänden und den AngestelllcnauSschüssen geführt. In der A.E.G. wurde eine Erhöhung der Teuerungszulagen um 25 M. bei den Verheirateten. 15 M. bei den Unverheirateten und 16 M. für jedes Kind erreicht. Außerdem zahlte die Firma eine einmonallichs Teuerungszulage extra. Bei den Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken wurde eine einmalige Teuerungszulage in Höhe eines Monatsgehalts be» willigt. Bewegungen in anderen Betrieben sind noch in der Schwebe. In den Daimlerwerken führte per Velband allein ein« Lohn« bewegung durch. Es wurde ein« Erhöhung der Löhn« und Teue- runaS,»lagen der Werkstattichreiber und Hilfsbeamten um 7—15 M. pro Woche«rreicht; zurzeit schweben Berbandlungen über«ine weitere Erhöhung der Teuerungszulage». Bei den Krankenkassen- Angestelllen konnte»ach dem Vorbild der Eeinoindeii eine Erhöhung der laufenden Teunungßzulaas durchgesetzt werden. Die Berdond- lungeit über eine einmalige TeuSruugsmlage stehen vor dem Ab- schiuß. Für die Aug- stellte» der fiäMiiiheu Gaswerke wurden Auk- bessoriingeit um 16 bis 55 M. pro Monat durchgeietzt. die allerdings mit Rücksicht auf die bisherigen iehr niedrige» Gehälter w-it hinter den berechtigte» Wüiiiche» der Augestellten zurückbleiben. Bei einer darausbin stattgenindnie» Berhandlung vor dem SchlichtunaS» auS'chuß wurden die Forderungen der Augestellten als berechtigt anerkannt, dies« Auaelegenheil liegt jetzt dein Magistrat zur Eut'cheiduug vor. Der Verband nabui sich auch besonders der schlewt bezablten städtischen Bureauhilksarbelter und VureauhilsSorbeileriunen an. Die im Oktober bewilligte Er« böhuna der Tagegelder um fünfzig bis achtzig Pfennig pro Tag konnte die bestehende Notlage auch nichr an« nähernd beseitiaeu. es sind daher Anträge auf eine weiter» Er- döbung gestellt. Eine allgemeine TeuerungSbewegung bei den Berufsgenossenichastsangestellten zeitigte bereits einige Erfolge. Mit dem Berliner Anwaltverein wurde die Errichtung eines freiwilligen Schli'chiungSauSichufses vereinbart, Ueber eine» Antrag ans Ge- Währung allgemeiner TeiieniitgSzulagen an die Anwaktsattgestellten schweben jetzt vor dem SchlichtungSauSschun Verhandlungen. Der Anwalivereiii hat sich bisher strikt ablehnend verhallen. Besondere Aufmerksamkeit wurde der durchgehenden Arbeitszeit zuge>ve»det. Nach langivierigeu Verhandlungen entschloß sich die Direktion der slädttichen Gaswerke, die durchgehende Arbeitszeit zu- nächst probeweise in einigen R?vteri»sp«ktionen einzuführen. Ein Teil der Anwälte ging ebenfalls zur durchgehenden Arbeits- zeit über und auch in JndustrieSetrseben mochte diese Siegelung Fvrilchriite. In der, gegenwärtigen Zeit der ErnährnngS« und Verkehrsichwierigkeite» liegt iedemalls die Einführung der durcha-kenden Arbeitszeit durchaus im Jnteresie der Anaestellien. Die Mitgliederzahl zeigte wiederuin eine erbeb- lich» Steioenmg. ES wurden im ganten Jahr 1917 neu aufge» nommen 665 männliche und 1628 weibliche Mitglieder, AuSge« schieden sind ew'chließlich der Gestorbeneir und Gefallenen SSI männliche und 214 w-ihlich». Am Schluß des Ja&reS betrug daher die Mitgliederzabl 2784 männlich» Mitglieder(danmtsr 1467 Kriegsteilnehmer) und 1403 weibliche, insgesamt 4137. Im letzten Viertel, sabr wurden bar an die Hauptkasi« abgeführt 49S3.17 M. und dt» Lokalkaiie schloß mit einem Kassenbcstand von 834.76 M, ab. Die zur Stärkung d?r vorbandstä«>gkeit ab 1, Januar 1918 beschlossene Erhöhung der Lokalbeitrüge um 56 Pf, in allen Klgsien hat sich obne Schwierigkeiien durchführen lassen. Krüger wies zunr Schluß seines Bnicht-S darauf hin, daß sich in der letzten Zeit in allen Arbeiigeberlreisen die Wider- stände gegen die � Wünsch« der Angestelllen immer mehr verichärseu. Die Jndnüria stärkt ihre Örganiiationeu zu dem ausgesprochene,, Zweck ciiie« ei,ls»>edenen Widerstandes gegen Arbeiter- und Lngestelliensordsrungen. Die Auirechierhaltung der Angestellten-Ausschüss« in der FriedenSzeit sucht man mit allen Mitteln zu hliilrmeidrn. Der Verband der Wetal!- industriellen hat s e m>« Vi i r g l i e d c r unter Fest' s e tz u n g erheblicher Straten verpflichtet, keine Angelt eilten zu engagieren obne Genehmigung der bisberige» Firn, a. Diese Vorgänge geben«m Bild von den Kämpfen, die auch die Angestellten>» der nächsten Zeit zu nwarten haben. Stärkung und Festigung der Organisation is: daher eine Lebensfrage stir die Angestellte» und ihren sozialen Auf- stieg. An den mit Beifall aufgenommenen Bericht schloß sich eine kurze Diskussion. Hierbei wurde die Wahl der Lrtsverwalluug und be» sonstige» Funliionäte poraenommen. Die Wahlen er» folgten einstimmig. Als 1. Bevollmächtigter wurde Krüger wuder- gewählt. Geriebtszeitung. Urteile der Kriegsgerichte. Werkzeugarbeiter Adolf Baldhauer wegen tätlichen Angriffs ,U 6 M o n a t» n Gefängnis,' der tanbstuiilme Fräser Emil Stirius wegen EisenbabniranSpon-Gefäktdung„I 1 Jahr Z u ch t h a u s: Kohlenarbeiter Herbert H u a s e wegen Tranevor!- gesährdimg zu 3 Jahren Z uch t h a uS z Frau Anna K r a m m e wegen Widerstands zu 3 Monaten Gefängnis,- Munitionö- arbeilerin Minna Schiele wegen Widerstands„> ß Vi o n a t e n Getängnis, Arbeiterin Klara S ch e r w a t h wegen Widerstands zu 6 Monate» Gefängnis; Arbeiter Karl I h e wegen ver- suchten Landesverrats zu b Monaten Zuchthaus, umgervandelt in 6 Monate Gefängnis; Kaufmann Smolikinsky wegen Widerstand 8 Monat« Gefängnis; Arbeit« Hochrtm 6 Monate G«- fängnis; Arbeiter Hardekop wegen versuchter Gefangeneu- befveiung 3 Monate GefSngnis. «.»enernuSNrtiteti'Nr sas mittler-"JJorpr-utfrtiion» vte M ontag mitraa. Vielfach heiter ah»»»rbcblich« Niederschläge m der Na cht. In der Nacht zum Sonntag ziemlich strenger Frost. Am Tage ge- Verantii'ortlilt, sür Politik: Erich Kullncr, iLerlm; sür den üdiigen Test dc- BlatteSi Aisted Scholz. NculSlln! iür Anzkigeiit llbeodor Glocke, lperlin. Verlsg! vorwärtS-Berlqg G. m. 6-£„ Acrlin. Druck! BorwättS-LltÄ- druckcrei und BerlagSanslalt Paul Gingcr u. t!o in B-rltn, Lindensttoße 8. vir«» l?-»««» und U«it-rti«It««ii»»Ia«t. Dirsirtio» Ma-r Reinhardt. Dentuche« Theater. 7 Uhr: Don Carlo«. Kammemplel« 3 Uhr u. I 7'l, Uhr s Volhabtlhne. Theetor»m BQIewplate. ÜBtersrrundb. Sohönh. Ter. 7';, Uhr: DieHermatiflSdehlacM. I ii G. Melnhanl— R Bornauer. Thaatar I,-. Königsratzerstr. 7"; Strlndbers:- Abend. Komödienhaus S U.: Dit StraBe nach Steinayeh Berliner Theater 7 Uhr: HUtgblane«»Igt. Heeebnann Trappe Luitakt Herbert llühline d. iljilhr. Klaviervirtuoso Grete Pins« rheinisoha Humoristin sowie der reichhaltig«, neue Febroar'SplelplBD. Theater iür Sonnabende 16. Februar, I.astsplelhans 7'/, Uhr: Diebloii!ienlHüi!eisv.llniieniiQ! Central-Theatcr Kommandantenutraß« 57. 71/,: Die CHardn«! ilrntln Sonnt. 3 ü.: Dar HQttanbeallzer. Oeittaehe« Opernbani» 7 uhr: Das goldene Kreyi Friedricti-Wilhclmst. Theater 7'/, Uhr: Das DmMMlis. Kleines Theater vi, uhri Hanie, KomiHehe Dpor T'/.Uhr: Sehwartwaldmädel Houto 4 U.: Wobltät.-V erat.: Die Prinzoeain u. d. Sahwainehlrt. Sonntag UV«! Oi» KlnokilwiB'H. Metropol-Theater Ä Die Eose von MM. Sonntag 3 Uhr: Die Kalaerin- Neuss Opersttsnliaus Sehiflbd.l». Kaagenti,Kd.281 7./4uhr:lerSöl!latilerMarie. Reoidenz-Thenter u/, Uhr, Der junge Zar. SehlUcr-Thoater O u/.uhn Professor Bsroliapili. Kehiller-Tb. Chari. 3 Uhr: Mitina von Barnhelm 7*/, uhr: JlüfilerSßiiiieiiseite Schillers»»! H U.: Marc. Salter. VI, Uhr: Thalla-Tbeater Theater am Nollendoriplatz V'. übn Don Jona. 7 Uhr: TJgl. 7V» 8»g. 3'/, u. 7'/a U Cranaten-Rlöig Planet Autfangen einer scharf ab- geschoBsenen 48 Pfund schweren Granate. 8 Iteiny«. Karl Belnweb, Schul' reiter uul„CzardasfOrst'1. Ä: f�ondfalirl. Morg S'/i ungekttrÄt daa ?r. Pronramm u, Mondfahrt. angehüriges Kind frei! Theater de« We«ton« 4 Uhr; Mäntel und Qretel. Tv.uhiiDerTerliEtiteßepzog mit Guide Thielecher, Hpoliol | Fnedrlchstr. 8t8. 7»;J n«» Fllegrer r von Tstingtan.| Sonntag 3'/, Uhr jeder| 1 Erwachs. 1 Kind frei! | Theacerkaaasab 10 U, j ununtarbr. geöffnet Muilkalisohe Zirkus A-Sctiumann Bhf. Friedriehstr. Auf. 7'/,. Leute Saison In Berlin. iflOS Rur noch kurze Zeit. Da« grofle Sport- Prograuim, lafeliln"« � Araber Hulay S�iiO 3 Gesehw. PKtz-Larella 3 MoviSrn OroCeAuast,- LwlcAmU, Pantomime. Sonntag S1/« n. VI, Vor. Nacbm. Kinder halbe Preise. HATIOIAL-THEATER. ** CSpenloker Str. B«.*(r Deutseh-Amerik. Th 7>/z Der Schlager von Berlin! mSmIwASmI Gr. Posse in 3 Akhin UIO IS1 von Dr. A. Lippschüta. nuHik von Walt'-r Hroninie. Philharmonie(OberllohUBel) King.: Ucrnhurger Str. Äi/llS Heute und Sonntag 8 Uhr Heule i Berthold u. Binchon Kintracht criiUhrt Haa Imbansolixir Kt b.Bote&Boek, Werth., Abt. Rsichshallen-Tiieatsr. 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Badstr 5£. Badstr. SB. Täglich 7V, Uhr: Whiu Leopold. Sonntag, 17. 2., nachm. 8 Uhr: bei kleinen Preisen: Marianne, ein Weid an» dem Balte. Abends U.: Mein Leapatd. Dörüijer ilaniöliliaus dlaueratraßs 82. Auuncrstrallo 90/91. Heute: Großes Konzert des Berliner KouBcrthauo-Orchcstcr«, Leiter; Komponist Frant von Blon. Anfang Vi, Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang 7>/, Uhr. Großes Extra-Konzert, veranstaltet von Frau« von Blon. MSbelGross m. 141 Große Frankfurter StraBe 141«K Möbel auf Teilzaiilung ■n hllllgcn Preisen. HroBe Auswahl. Krieg8boscbädj£te erhalten Rabatt. Inserat mitbringen. Wert 5 Hark. Die Befmintmachung en des LberfsminaiidoS w den Marken beirestend Beichlaanadme mid BestandSerhebung pen Hclzlpänm aller Art und HSchliprelse von Holzlpäne» ollei.' Art treten mit dem Iii. Februae 1918 in Kraft. Die vollitändige aiitUiche Bekanntmachung erfolgt au den Anlmiaglömen und in der.Norddeutschen Allgemeinen Zeitung«. Berlin, den 16. Zebruar 1318. SS. 1. MiL 18. Ter Polizeipräsident. URANIA Nehm. 4 Uhr(halbe Prejae); Da« Oberenuradin nnd der Kplüsen. 8 U, Direktor Frana Goerko Jerusalem. 8 Uhr: Prof, Dr. Donath: Ejtfctrjee haKntla d« n g a n. Casino-Theater L'cthrinzer Ztr. 37, Wieder ein aktueller Tilgt'„8 U. r Schlager. Wirklicher Humarl Gr- Erlolg! 109 i Hamsterfritze. Bert Posse i» 3 Auiz.— SajN Hock, 2 Ewo», Ctrry Harfwall. Ati. S IL: Echipp, sohniff, hurra! Speise-, Seliiafzimmer Herrenzimmer kompl. Woimungselnriebtußgen reizende moderne bnnte Küchen Qroßo Auswahl Mäßig« Preise—. bar— Zablungseriolchtoroog Neugebauer Cbarlottoubcirs, Wllmersdorfer Straße 128, Ecke SchlllerstraD« 1. «»/» »äLll rtimfimR fteldmuftersda. M 1,- Borelnidg. E. J Quoesel, Homburg 8« El. Peizwaren EroieS Lager in Alasfa« «iichw« 0. 60.— an. Pelzhüte Z» lehr billigen Prellen. Kinder« liinnituren.«inloS.Sientolln. Mainzer Straße 1, I.- l', Tägl. 71/,, Sonnt. 31/, n. 7»/, Neu! Hartsteins beste Posse Der«ebdne Wilhelm Neue üerl. Rovuo-Bildercsw. Schluß des Hartstein- Gastspiels am 28. 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Die jent neu bei. tretenden Mitglieder find b,-. rechiigt. schon an der ersten Bertestung von Frühgcmüie tellzunebmen.— Aufnahme nencr Mitglieder findet statt imLaden Petersbnrgrrstr. t,: Montags. Mitwochs. Freitags , un?, 47"7' außerdem Sonntag 11— L Ferner la 9ttbe««openhagruerllr. 4: Dienstags. DonneretagS, isonn« abendS 16—4 und sonntags ° 1". Ferner täglich im Ber- waltnnqsburean: Vaeg- straste 2? zu. Kmmer?« (gegenüber ZtrwS«uich).(1711- Nr. 47 ♦ ZS.Iahrgaag Heilage öes vorwärts Sonnabeaö, 1 ö. Februar 1 Hl S GroßSerün Eine Glanzleistung der Bureaukratie. Vor einiger Zeit hatte der Berliner Magistrat verfügt, daß auf daS Mittelstück einer schon abgenutzten Lebensmittelkarte noch Nähr- mittel verteilt werden sollten. Da aber schon viele Hausfrauen die abgelaufenen Lebensmittelkarten fortgeworfen hatten, so sah fich der Magistrat, auch auf die von uns öffentlich erhobene Beschwerde vcr- anlaßt, denen, die ihre Karte nicht mehr besaßen, neue Ausweise für deu Bezug der zu liefernden Waren auszustellen. Soweit richtig. Aber jetzt kommt das tollste Stück. Anstatt die Leute einem in der Nähe wohnenden anderen Händler zuzuweisen, mutzt« einer unserer Abonnenten, der ,nit seiner Ware in Moabit, Salz- wedeler Stratze eingetragen ist. jetzt nach dem Südosten von Berlin, nach der Manteuffel st ratze ziehen, um dort die fehlende Ware zu erhalten. Und da? im Zeichen der VerkehrSnot 1 Hoffentlich hat man diesen Unfug nicht in allen Fällen verübt._ Nochmals: Die Höchstpreise für Brot. Gegen unsere Betrachtungen(in Rr. 4l) über die vom Sta- tisiischen Amt der Stadt Berlin durch Brotverwiegungen ermittelten Brolpreise pro Kilogramm wendet sich in einer Zuschrift an uns der Bäcker obermeister Müller von der Berliner BäckerzwangS- i n n u n g. Daß die BerechnungSergebniffe de? Statistischen Amt? so erheblich über die zugeloffenen.Höchstpreise"' hinausgehen, sei zurückzuführen nicht auf Höchstpreisüberschreitungen der Bäcker, sondern auf AuStrocknung des Brotes. Herr Müller gibt an, daß ein Brot von ISöV Gramm Gewicht stets bei dein erst ein bis zwei Tage später erfolgenden Ankauf durch daS Statistische Amt msolge der Austrocknung»um 25 bis 60 Gramm leichter" sein werde. Und er glaubt, hiermit die bei den Brotverwiegungen festgestellten Fehlbeträge hinreichend erNört zu haben. Hätte er nachgerechnet, dann wäre er wahrscheinlich zu einer anderen Meinung gelangt und würde sich weniger zuversichtlich äußern. Das Statistische Amt tand(wie wir in Nr. 41 anführten) z. B. im Dezember lOl? als überhaupt höchsten Preis pro Kilogrmnm beim Schwarzbrot 4SVj Pst, beim Weißbrot B34/3 Pf. Danach kann in den betreffenden Fällen das Schwarzbrot bei einem Preis voy 88 Pf. statt 1S50 Gramm nur 1820 Gramm das Weißbrot bei einem Preis von 95 Pf. statt 1950 Gramm nur 1765 Gramm gewogen haben. Daß Brot austrocknet, brauchen nicht erst wir unseren Lesern oder Herr Müller uns zu sagen. Aber— nicht wahr, Herr Müller— Fehlbeträge bis 130 Gramm beim Schwarzbrot und gar bis 185 Gramm beim Weißbrot lasten sich mit Ans- lrocknung allein denn doch nicht erklären! Zur Zwangsbewirtschaftung mit Gemüse. Wenig günstige Aussichten für die Berliner Gemüieversorgung eröffnen sich scheinbar auch leider für das kommende Jahr. Es ist nicht lange her, als die Reichsstelle mit Befriedigung hervoihob, daß, noch ehe die offiziellen Formulare der Neichsstelle festgesetzt seien, die Städte sich durch Vorverträge zum großen Teil bereits für die nächste Ernie versorgt hätten. Jetzt aber, wo die vorsorg- lichen Städte die Früchte ihrer monatelangen Lorarbeit durch end gültigeu Abschluß der neuen Verträge sichern wollen, macht die Reichs- stelle bekannt, daß eins erheblich große Zahl von Kreisen für das Schließen von Nnbauverträgen gesperrt seien. Wie wir hören, hat die Stadt Berlin in nun gesperrten Kreisen schon große Der träge getätigt. Andere Städte, die zusällig in anderen nicht ge- sperrten Kreisen abgeschlossen haben, werden ihre Verträge behalten. und wie im Borjahr« könnte späterhin die ReichSstell« wiederum sich veranlaßt sehen, zu erklären, daß es an der mangelnden Fähigkeit der Stadtverwaltung gelegen hat, wenn sie keine Verträge ge- schlössen hat. Es ist wohlgetan, hiergegen beizeiten Verwahrung einzulegen._ Umtausch von Fleischkarten. Für die am 18. Februar beginnende Fleischkartenperiode können die Fieischlarten in Berlm am 18. bis 20. Februar bei den zu- ständigen Brolkommiisionen gegen Bezugscheine aus Teigwaren und Grietz umgetauscht werden. Aus eine Vollkarte werden wöchentlich 250 Gramm, auf eine Kinderkarte 125 Gramm dieser NahrungS mittel ausgegeben. Der Warenbezug erfolgt wie bisher aus den bekannten besonders kenntlich gemachten Geschäften. Zum Umtausch berechtigt sind diejenigen, die sich bei ihrer Brot- kommiision zur Eintragung in die Liste gemeldet haben oder nach träglich von der Abteilung für Fleischversorgung zum Umtausch zu- gelassen worden sind. Wer die Anmeldnng seinerzeit ohne sein Verschuldenür Krankenernährung Speisesetlkartcn_ und weiterhin Anspruch darauf haben, können diese für die nächsten 4 Wochen un alten Rathaus, parlme linls, von 0—1 in Empiang nehmen, und zwar: Im Zimmer 452 die Buchstaben A— E u. G am Montag, D— F am Dienstag, H am Mitnooch. Im Zimmer 466 I, M u K am Montag, L. N— N am Dienstag. Sch ani Mittwoch. Im Zimmer 466 S, St, T. II am Montag. B— Z am Dienstag. Das Bc- wllligungsschreiben.ist mitzubringen. erie XXX. Nr. 18 401—38 400, für die Zeit vom 18. Februar bis 17. März bestimmt, gestohlen. Eine auf dem Grundstück stationierte Wache Berliner Schutzleute hat von den Einbrechern leider nichts bemerkt._ »ritz. Aufstellung ein» Znckerknndeuliste. Für den Zuckcrbczug findet sofort eine Neueintragung bei den Kleinhändlern statt, die bis zum 20. d. M. beendet sein muß. Die Eintragung erfolgt nur unter gleichzeitiger Vorlegung der Britzer Lebensmittelkarte, von dcr die Nummer 49 abzutrennen ist._ FriedrichShagrn. LebenSmittelverteilung. Bis Montag, den 18. Fe- bruar. kommen auf Abschnitt 73 der Lebensmittelkarte je 125 Gramm raupen zum Preise von 9 Pf. zur Verteilung.— In der Lebensmittelverkaufsstelle der Gemeinde sind wieder verschiedene Sorten Rüben angekommen. — Holzverkauf. Bestellung auf Brennholz nimmt die Kohlenstellc. FriedriÄstr. 97, entgegen. — Kriegswaisensttstuug. Die Kinder der gefallenen Krieger, welche Ostern die Schule vei lassen, könn-n durch diese Stiftung Zuwen- düngen erhalten. Die Mütter wollen sich bei dem Leiter der Für- orgestelle, Herrn Rechnungsrat Kniestedt, Brcestpromeitade 9, per- fönlich melden. RowaweS. Ausgabe von Zucker. Auf Abschnitt 83 der Zucker« karte findet die Boranmeldmig von heute bis Donnerstag, den 21. d. M., statt.______ Hrsß-Serlmer Parteinachrichten. Die„L. L." uud die Klubsessel. Die„Leipziger Volkszeitung" appelliert an die niedrig- icn Instinkte, um für Dr. Rudolf B r e i t s ch c i d Wähler zu werben. und entwirft darum von deu führenden Männern der sozialistischen Partei folgendes greuliches Bild: ES ist wahr, die Angehörigen der Unabhängigen Parteien sind von allen glänzenden Stellen auSgeschlosten worden, die in der Kriegszeit für braveS Verhalten zu vergeben waren. Sie sitzen nicht in Regierungsbehörden, sie füllen nicht die Klub- festel der Gesellschaft von 1914, ihnen drückt kein Minister an- erkennend die Hand, ihnen«stehen die Automobile für Frontreisen nicht zur Verfügung, ihnen öffnen sich nicht die Hintertüren zu einflußreichen Amtslokalen. Aber ihre Besten find der Freiheil beraubt, ihre Führer werden mundtot gemacht, ihre Presse lahm- gelegt. Nun, die Unabhängigen sind so wenig von den„glänzen- den Stellen" dcr Kriegswirtschaft ausgeschlossen wie die mit ihnen gehenden Linkestradikalen. Tiefen las die Bremer „Arbciterpolitik" neulich den Text wie folgt: „Wo aber sind die Führer, die den Pakt mit den Nu- abhängige» schloffen'? Haben sie etwa die Strapazen des Kampf- lebenS auf sich genommen? Oder sitze» sie nicht lieber in MagistratSämtrrn oder auf de» Bureaubänkc» der Krirgswirtschaft?" Wenn schon die Führer der Linkestradikalen, die sich mit den Unabhängigen vereinigt haben, ein ivarmeS Plätzchen gefunden haben, so wird eS den echten„Unabhängigen" kaum schlechter gehen. Die„L. V." aber hütet sich ivohl auf die nervenkitzelnde Anklage von links einzilgehen. Sie wird dafür gute Gründe haben! des Monats Zu den turnuS- Steglitz. Gcmeiudevertreterwahlen. Im Laufe März fiuden die Gemeindeverordnetenwahlen statt. gemäß ans der Gemeindeverttetung Anöschsidenden gebort auch nnl'er Parteigenosse Aßmaun, der im 1. Bezirk der III. Abtei- lung gewählt war. Die letzte Lersammlung des sozialdemokratticheu OllSvereinS� befaßte sich n. a. auch mit der Gemeindewahl und stellte den Genossen Aßmonn, der leider durch Krankheit am Erscheine» verhindert war. ein st immig wieder als Kandidaten auf, wodurch zugleich zum Ausdruck gebracht wurde, daß die Parteigenossen mit seiner bisherigen Tätigkett im Ralhauie zufrieden find. An unseren Parteigenossen liegt eS nun, in mündlicher Agitation schon setzt für die Wiederwahl Aßmannö zu wirken, um so mehr aiS die Wahl nach der im Jahre 1914 gültig gewesenen Wählerli st eer folgt. — 10000 Brotkarten gestohlen. Durch Einbruch mittels Nachschlüssel wurden aus der in der Friesenstraße in den Räumen der Volksschule untergebrachten Lrotkommiffion IV die Brotkarten- Zur Reichstagswahl in Nieöerbarnim. An die Parteigenossen Groß-Berlins! Wir richten an alle Parteigenossen, die sich bisher zur Flngblattverbreitnng im Kreise Nicderbarninr in ihren Wahl- vereinen oder beim Wahlkomitee noch nicht gemeldet haben, die dringende Bitte, sich Sonntag, den 17. Februar, an der Flugblattverbreitung unbedingt zu beteiligen. Die Berliner Genossen und Gewerkschaftler, die sich zur Verfügung stellen, wollen sich am Sonntag vormittag 3 Uhr an folgenden Stellen melden: Lichtenberg: Restaurant Kukowsky, Pfarrstr 74(unweit Stadtbahnhof, Frankfurter Allee). Riederschönhansen: Joh. Gteth, Nicderschönhauscn, Vis- marckstr. 37. Pankow: Otto Sillier, Paukow, Tiroler Str.-12, 3 Tr. Oberschöueweide! Restaurant Ladcwig. Oberschöneweide, Laufener Str. 3. Parteigenossen! Schwer ist der Kampf, eS gilt allcL dranzufctzen, um den Wahlkreis alS Befitzstaud der alten Partei zu halten. Jeder einzelne Genosse muß daher feine Kraft in den Dienst der Partei stellen, deshalb an die Arbeit. DaS Zentralwahlkomitee des Kreises Niederbaruim. Petersburger viertel. Genossen, die nicht in ber Lage sind, die Wählerlisten persönlich einsehen zu können, können sich außer an den durch Piakaie kenntlichen Stellen noch melden bei: Karl Schräder, Rigaer Str. 100, Portal t, III, Georg Lutz, Schrcinerstr. 37 I. Bezirk Waidwaunslust. Sonntag, den 17. Februar, nachmittags 3 Uhr. findet für die Orte Bergfelde, Hohen-Ncuendorf und Stolpe eine öffe nlki che W ä h l c r v e r s a m in l u n g im Restaurant Habermann. Berlmer Straße, am Bahnhof Stolpe, statt. Tages- ordiluna: Die bevorstehende ReichSiagSwahl. Referent: Reichstags- kandidat Arbeiterselretär Rudolf W i\\ c l l. Freie AaSiprache. Stralau. Morgen 9 Uhr: Flugblattverbreitung zur Reichstags« wähl. Die Genossen treffen sich im Lokal von Mar, Slralau 12. Lankwitz. Sonntag, den 17. Februar, abends 7 Uhr, bei L. Dohn, Kaiier-Wiihelm-Slr. 84: Mitgliederversammlung.„Vorwärts"-Leser willkommen. Sriefkasten üer Neüaktion. N. K. 100. Kragen Sie darüber Ihren Vorgesetzten.— St. X. 100. Nein, nur Unterossizicren steht nach c-V, jähriger Dienstzeit Sergeanten- ISbnnng zu.— C. R. 101. Sic sind für die Angestelltenversicherung versicherungspflichtig.— Feldpoit 47. Anspruch aus Urlaub besteht nicht. Es soll den Maiinschasteit, die ein Jahr im Kelde sind, jedoch Urlaub ge- währt werden, soweit es der Dieitst zuiäht. D. Stückle», Bertiu-Rcichstag. — P P. 781. 1. Das ist natürlich nicht abzugosähig vom ilcuervilich- tigcn Einkommen. 2. Nur für Banardeiler. 3. Nein.— 998 Frida. 1. Öa, wenn die Kinder eheliche des Verstorbenen sind. 2. Wenn die Ehe- sran selbst invalide ist. kann sie Antrag ans Witwenrente stellen.— P. z. 38. Wenden Sie sich mit einer Bescki werde an das Polizeirevier.— I. It. Nein.—£. G. 65. Zbre Frau hat keinen Anspruch aus Altersrente, sie müßte 1200 Marken nachweisen können.— W. M.»34. Darüber Aus- kunst zu erteilen, müisen wir ablehnen.— F. K. 4. l. Sie müßte» da- gegen instanzeiigemäße Beschwerde führen. 2. Aeln.— Linde 3. Ihr Mann wird in diesem Falle entlassen werden können, nicht Sie haben � ie. Entlassung zu bewirken, sondern er.— I. T. 51. Nein.— F.' B.«9. Sie dürfe» natürlich trotzdem Ihr GeHall beziehen.— E. N.». K.e Schwiegermutter iönnte Antrag aus Unterstützung erheben, der Antrag ist bei der Gememdeoerwaltung cinzur-lchen.— Kriegsinvalide 960. Der Buchstabe wird A, nicht H tauten, eS würde dann in diesem Falle bc- deutm: Dienstfähig, germge Schwerhörigkeit aus einem Ohre.— BszDgsciDöiien-usrzeiGliDis Beriln-SOden Flaiacb-u. 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Sie behob alle ihre Verdrießlichkeilen, sie befreite sie aus dem Engagement und brachte sie in einem Heim unter. Der Verlauf dieses Romans nahm alle ihre Gedanken in Anspruch. Nur eine tiefe, andauernde Enttäuschung hatte sie: Lizzhs Briefe entsprachen nicht ganz dem, was sie selbst gekühlt hätte. Sie strömten nicht von Glück über bei dem Ge- danken, Herrn Mitchell mit einem Kinde zu beschenken. Ost erging sie sich in erbitterten Klagen, daß ihre Begabung brach liegen mußte und daß sie ganz ausgeschaltet war. Sie fühlte sich dazu geschaffen. im stärksten Rampenlicht der Bübne und des Leben-Z zu figurieren, nicht in jenen dämmrigen, ruhigen Heimen, wo mau etwas.er» wartet"'. Auch Herr Mitchell nahm die Sache nicht mit der rechten Weihen Aber er war gut und leicht zu rühren. Er ließ Ethel Ling in den Magazinen herumgehen und für das.Kommende" einkaufen. Unter ihrem braunen Schleier war ihr selbst wie einer jungen, verschämten werdenden Mutier zu Mute, wenn sie Baby- strümpfe aussuchte. Sie besorgte alles und ging mit dem stillen Wunich herum, daß e§ ein kleiner Junge werden möchte, mit einem Grübchen im Kinn, ganz wie Herr Mitchell selbst. Der.Briefwechsel wurde allmählich immer lapidarer und schloß in Telegrammsorm:»Unser kräftiger kleiner Junge von 8 ff, Pfd. Mutter wobl." Herr Mitchell war nun nicht so beglückt, wie er nach EthelS Meinung hätte sein müssen. .Wollen Sie nicht hinreisen und sich Ihren Sohn ansehen?" fragte sie. .Wie beliebt?" sagte Herr Mitchell. Er saß da und trommelte auf der Tiichkante und runzelte seine buschigen, starken Brauen. »Ich wünschte, er säße in Alaska." .Ja, warum?" fragte sie. .Ich fürchte, ich könnte dem kleinen Kerl zu gut werden. Und dann bekommt Lizzh das Heft in die Hand." .Das wäre doch nur zum Guten. Dann könnten Sie sie hei- raten, Herr Mitchell." .Sind Sie schon wieder dabei?" sagte Mitchell und warf die Klappe zu, so daß alle Tasten der Maschine sangen..Gott be- wahre! Da könnte ich ja ebensogut— ich weiß gar nicht wen— sagen wir mal— Sic zum Beiipiel heiraten." Er sah zu ihr hinüber, und sie wurde unter seinem Blicke so weiß wie ein Blatt Papier. Ihre armen, häßlichen Züge zitterten, alle Sommersproffen funkelten, die scharfen Adern schwollen über den knochigen Fingern. Der Roman nahm seinen Fortgang. Es gab Ethel Ling einen Stich, als sie eines Tages in einem Brief von Lizzy las: Du bildest Dir doch nicht ein, daß ich immer dasitzen und mir meine Karriere verpfuschen werde. Damit Du'S nur weißt, ich habe meinem Direktor geschrieben und mich für den Ersten zum Dienst gemeldet. Ich bin doch noch etwas zu jung, um eine Kinderfrau zu fein. Bon nun ab entwarf Herr Mitchell feine Antworten selbst. Sie waren kurz und schneidend. Dann verstummte er für eimge Zeit. Aber eines Tages diktierte er seiner Schreibmaschine ein Jnseiat: Ein kleiner Junge wird zu jemandem in Pflege gegeben, der Mutter- stelle an ihm vertreten kann. An diesem Abend sagte Ethel Ling zp ihrer Tante, sie solle sich auf das Inserat Ihm melden. Ein paar Tage später legte ihr Herr Mitchell einen Stoß Briefe von eifrigen �Zflegemütteni vor. .Finden Sie den richtigen heraus", sagte er. Etbel sah daS ganze Paket durch. Dann legte sie einen bor ihn hin und sagte:„Der hier ist auf jeden Fall mir aus dem Herzen geschrieben." .Lasten Sie mal sehen", sagte Herr Mitchell..Ein junges Mädchen, dessen sehnlichster Wunsch«S ist. ein Kind lieb zu haben und zu pflegen".....Ah. hol mich der und jener, das muß ja ein lachhaftes Produkt sein. Wie, glauben Sie. siebt die ans? Aber Sie haben ja Verstand, Fräulein Ling, gehen Sie doch hin»nd sehen Sie sich die Sacke an." So bekam die häßliche Eihel Ling ihren Jungen. Mit einemmal hielt sie das Glück des Lebens zwischen ihre» bebenden Fingern. Kein Mann hatte sie geliebt, aber nun hatte sie das Krad, dem sie ihr Herzblut geben könnte. Jede Woche schrieb sie an den Dater über die Fortschritte des Jungen, Er war ganz ge- rührt, wenn er ihr die Rapporte zeigte. Der, Kleinen zu besuchen, davon wollte er vor der Hand nichts wissen. Aber ein-S Tages, mitten in der Kontorzeil, machte er sich auk und sah sich den kleinen Mann an. Er kam entzückt zurück und berichtete Ethel: .Die Frau, die rhn in Pflege hat, ist weiß Gott kein junges Mäd- chen— sie könnte beanem seine Großmutler sein. Aber, daß der Junge eS gut hat, das sieht man an dem Speck seines kleinen BäuchleinS. » Der Sommer in der großen Stadt war heiß, Ethel Ling, die sich selbst nie eine Ferienreise gegönnt hatte, fühlte mütterlich für den kleinen Junge». Er brauchte gesunde, tühle Luft. Sie suchte um einen vierwöchigen Urlaub nack und sagte ihrem Ehef, daß sie ihn in den CatSkellbergen verbringen wolle. .Ausgezeichnet," meinte Herr Mitchell..Da pflege ich selber hinzugeben. Ja. da ist friiche Luft für die Lungen, Fräulein Ling. Aber nehmen Sie den Weg über die Hudsorr-Bai. Gute Reise!" Eihel Ling behob ihre Sparpfennige. Sie fuhr rnil dem Dampfer als feine, junge Mutter und ließ sich ihren eleganten Kinderwagen auf das oberste Verdeck bugsieren. Der kleiüe Junge lag da riud schlief hinter lichtblauen Seidenvorhängen, die die warme Brise leicht bewegte. Den Schleier hatte sie cntfernt. Sie dachte nicht mehr an ihre eigene Häßlichkeit. War es die Sonne. die diele heiße Glut auf ihre Wangen bauchte? Es war plötzlich Blut in daS vorzeitig vetwelkte Antlitz gekommen. Sie war ganz siill in dos Graueste und Unauffälligste gekleidet, das sie nur hatte finden können. Aber wie in einem Rausch ging sie über das blanke Verdeck und rollte die leichten Gnmmlringe bin und her. Schöner war fie nicht geworden, aber es schimmerte etwas Wunderliches, ein rührend zarter Perlglanz in ihren farblosen Augen. Die Passagiere, die die unansehnliche Erscheinung, die ihren Kinderwagen au Deck auf und ab rollte, bemerkten, stutzten einen Augenblick über ihre ungewöhnliche Häßlichkeit und dachlen dann: Du lieber Gott, daß doch so eine auch einen Mann kriegt Sie sah ja aus. als bäte sie um Verzeihung dafür, daß sie eS auch wagte, ein Kind in ihren Armen zu halten. Doch, ivenn sie sich über das Wägelchen beugte, da fiel ein warmes, verschönendes Lächeln aus ihre Züge. In Kingston stiegen neue Passagier« ein. In strahlendem Tropenweiß kam ein stattliche« Paar die Treppe hinauf. .Was, zum Teufel," sagte der vierichröiige, herkulische Herr zu seiner prächtigen Dame.»Da fieh mal, Lizzy, meine rechte Hand im Kontor, die all meine intimsten Diktate schreibt" Sie kamen näher und plötzlich entdeckte Herr Mitchell den ele> ganten Kinderwagen. .Guten Tag. Fräulein Ling. DaS muß ich sagen. DaS ist ja fabelhast. Wer hätte das von Ihnen gedacht! Ist daS wirk« lich—" .Ja, gewiß, Herr Mitchell," sagte Ethel Ling und sah ihn fest an mit jenem merkwürdigen Funkeln im Blick, das er nie vorher gesehen hatte— er hatte sie ja auch srllher nie angescheu. „Da hätte ich doch alles eher gedacht. Auch Siel" rief er. .Ja, sieh nur, Lizzy, so muß eine gute, eine richtige Mutter sein. Fräulein Ling verlätzt ihr Rindchen nicht." Und sie beugten sich beide unter die hellblauen Seiden- vorhänge und fingen an, das pausbäckige kleine Kerlchen zu lieb- kosen. Keinem von ihnen fiel eS ein, wessen Kind eS war. Und Ethel Ling, die in der flammenden Glut verschämter Mütterlichkeit dastand, sagte es ihnen nickt. �Autorisierte Uebersetzung von Marie FranzoS.) 200 Jahre hoffmannstropfen. Seit zwei Jahrhunderten erfreut sich die leidende Menschheit der Wohltat der HoffmannStropfen, mit denen ihr ein bewährtes Mittel in-tue Hand gegeben wurde, um den revolutionierenden Dickdarm zur Ruhe und zur orduungSmäßigen Dienstwilligkeit zurück- zuführen. Sie verdankt diese Wohltat Friedrich Hoffmann, der neben Boerhave als der berühmteste Arzt des 18. Jahrhunderts zu gelten hat. Als Vertreter der jatromathematischen Schule, die die Medizin nur als einen Teil der angewandten Mathematik und mechanischen Physik ansah, suchte auch Friedrich Hoffmann in der Medizin alle? physisch und mechanisch zu erkläre» und stellte»n seiner �I-leckioina rationalis systernatica" eine Grundlehre aus, die das Weien des Lebens nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet er- klärte und dementsprechend rein mechanisch behandelt wissen wollte. Dieses System, das sich auf unhaltbaren Voraussetzungen aufbaute. ist längst tot. Ungleich nachhaltigere Wirkung als der Theoretiker hat der praktische Arzt auf die Heilkunde ausgeübt, daß er eine große Menge wichtiger Arzneimittel nackplüfte und ihre Anwendung beschrieb. Auf Grund dieser Auikläruiig über Ursachen und Wirkungen führte er eine große Anzahl einfacher Mittel in den Arznenckatz ein. durch die er in Verbindung mit einer klugen diäte- tiichen Behandlung große Erfolge erzielte. Unter diesen einsacken Mitteln bat das Präparat, das er im Jahre 1718 aus einem Teile Aelber und drei Teilen Weingeist zusammensetzte und das er als öpiritus avtsisrsuK bezeichnete, dem Namen Hoffmann zur Ilnsterb- lrchkeit Virholsen. Jedes Kind kennt die Hoffmannscken Tropfen, die im Arzneischay unter dem Namen„Digusur anoclyauo rnineralis Hoffmanni" aufgeführt werden und die ihren guten Ruf als krampf- stillendes Mittel bis heutigen TageS behauptet haben. Der Erfinder dickes unerläßlichsten Bestandteils jeder Haus« avotheke wurde am 12. Februar 1860 zu Halle geboren, studierte in Jena Medizin und bei dem berühmten Chemieprofessor Kaipar Eramer in Erfurt Cbemic. 1681 habilitierte er sich in Jena. Nach- dem er mehrere Jahre praktiziert hatte, wurde er bei der Gründung der Univen'iiät zu Halle von Friedrich III. von Brandenburg als erster Professor der Medizin an die neue Universität berufen und mit der Einrichtung der inedizinischen Fakultät betraut. Zum Leid- arzt ernannt, ging er 1703 unier Betbehaltung seiner Hallesck-n Professur nach Berlin, kehrte aber bereits vier Jahre später nach Halle zurück, wo er bis zu seinem Tode 1742 blieb. Hier in Halle erblickten auch die HoffmannStropfen, die dem gründgelehrten Der« lreter der Schule der Fatromathematiker die Volkstümlichkeir durch die Jahrhunderte gesichert haben, das Licht der arzneiwisscn« schaflltchen Welt.___ Neues vom künstlichen Diamanten. Seit den klassischen Versuchen des großen französischen Chemikers Moisson ist es niemandem gelungen, den Kohlenstoff in seiner kristallinischen Form als Diamanten zu gewinnen. Neuerdings hat O. Muff bei seinen Untersuchungen, die den BildungSbedmgungcn des Diamanten galten, diese Leistung wiederholen können. Unter einein Auswand bedeutender Erperimeniierkunst und großer technischer HilsSmittel hatt Raff, wie Wilhelm Eitel in den„Nalurwiffen- ichasien" berichtet, seine Versuche durchgeführt. Planmäßig hat er alle Wege, die zur Bildung deS Diamanten führen könnten, geprüft, und auck die Frage, ob man vorhandene Diamanten wachsen lassen könne, hat er durch Versuche zu beantworten gesucht. Aus Gasen und auS Dämpfen, sowohl oraaniichen wie auch unorganischen, versuchte er bei allen möglichen Temperaturen den Kohlenstoff zur Abschcidung zu bringen; dann unter- suchte er, ob unter dem abgeschiedenen Kohlenstoff solcher in Form von Diamanten vorhanden war. Von erstaunlicher Kühnheit sind die Versuche Ruffs, Kohlenstoffdampf selbst bei der Temperatur des elektrischen Lichtbogens SSOO biS 4000 Grad in niedrige Tempera- turen abzuschrecken. ES wurde ein Lichtbogen mit 5000 Volt Zündspannung und Vg Ampere Stromstärke unter flüssiger� Luft gezogen. so daß ein Temperaturiprung von mehr als 4000 Wärmsgraden am wenige Millimeter dem Kohkenstoffdampf begegnen mußte. Es ist nicht zu bezweifeln, daß Ruff hier tatsächlich einige kleine Splitterchen von der Etgenschait deS Diamanten erhalten hat. Sämtliche. Versuche aber, aus flüssigen unorgauischen oder organischeii Stoffen den Kohlenstoff zur Kristallisation al" Diamant zu veranlassen, scheiterten. Man kann daraus folgern, daß bei allen früheren Versuchen der künstlichen Diamantenherstellung— mit Ausnahme derer von Moisson— auch keine Diamanten gewonnen worden sind. Es ist Ruff wiederum nachzuweisen gelungen, daß wirklich bei der Abkühlung einer Lösung von Kohlenstoff in flüssigem Eisen neben viel Graphit auch etwas Diamant zur Kristallisation gelangt. Beachtenswert sind auch die Andeutungen, die Ruff über künftige Versuche der Diamanterzeugung unter hohem Druck macht: bei den bisherigen Versuchen, die Drucke biS zu 3000 Atmosphären anwandten, ist die Gewinnung des Diamanten nicht geglückt, so daß die Aussichten, die Diamantenerzeugung könne auf diesem Wege gelingen, nicht besonders günstig sind. Notizen. —.Der letzte Berliner". So heißt eine dreiaktige Posse mit Gesang, die, von Henry Bender textlich zurechtgemacht, von Harry Waiden witzig und melodiös in Musik gesetzt, ini Thealer der Friedrichstadt bereits ihre 60. Aufführung erlebte. Es ist viel jovial-derbe Komik darin. Und Bender nebst Schmasow und der ganzen Kumpanei sorgen schon, daß der Humor und zwerchsell- erschütterndes Lacken zur Geltung kommen. Um es kurz zu sagen: Bender-Lehmann steht im Begriff.Berlin" zu verlassen, weil es jetzt während des Krieges die altgepriesene Gemütlichkeit und Gut- lebtgkeit eingebüßt hat. Bei diesem Klagegesang wird denn ein wahres Sckrapnellfeuer pon ulkigen prasselnden Boshastigkeiten gegen allerband eingenssene Mißstände und Verkehrtheiten in Spree-Athen losgelassen. Daß sich Lehmann damit wieder aussöhnt und wohnen bleibt, ist nur gut. denn woher sollten auch sürderhin waschechte Berliner kommen. — Treptow-Sternwart«. Sonnabend, den 16. Februar, 5 Uhr. gelangt der Film.Der Balkan im Weltkriege" zur Vor- führung. Sonntag, den 17. Februar, 3 Uhr, findet eine Wieder- Holimg dieses FtlmvorlrageS statt, außerdem folgende Fikmvortrage: 5 Uhr:„(Biaf Dohna und seine Möwe", 7 Uhr:„Christoph ColumbuS". Dienstag, den 19. Februar. 7 Uhr, spricht Dir, Dr. Arckenhold in einem Lichtbildervortrag über„Jupiter und seine Monde" itnd am Milliooch, den 20. Februar. 5 Uhr, in einem Film- Vortrag über„Die Fliegerwaffe und ihre Helden". Täglich von 2 Uhr ab bei klarem Wetter Beobachtungen mit dem großen Fernrohr. 35] Tochter öer yekuba. Ein Roman aus unserer Zeit von Clara B ke b i g. Angstvoll sah die Majorin nach ihren beiden Jüngsten: kranken sie auch nicht zuviel? Bertholdi beruhigte sie lachend: und wenn auch, morgen konnten sie ja noch ausschlafen. Er hatte seinen Spaß an den Jungen, denen man es anmerkte, wie sie genossen. Er unterhielt sich mit ihnen, sie ivurden nach und nach lustig, daß er sagen mußte:„Na. Jungens, aber!" Er merkte nicht, wie eigentlich außer ihm und den Kadetten niemand sprach. Das Brautpaar flüsterte leise miteinander; für sie beide war alles andere und waren alle anderen nicht da. Rudolfs Augen leuchteten: gleich würde Annemarie vom Tisch aufstehen, den Brautstaat ablegen, sich zur Abfahrt fertig machen. �Sie wollten heute abend nach Dresden reisen, dort die paar Tage des Urlaubs noch genießen. Heinz Bertholdi lauerte nur auf diesen Augenblick: dann konnte auch er gehen. Er war voller Ungeduld den ganzen Tag schon. Je weiter der Nachmittag vorrückte und sich dem Abend zuneigte, desto ungeduldiger wurde er: stand man denn noch nicht auf? Der Bräutigam konnte nicht sehnsüch- tiger sein. Endlich!— Der junge Offizier schlich sich zum Hause hinaus. SNerk- würdig, er hatte heute dasselbe Gesühl wie aus seiner ersten Schlcichpatrouille: die gleiche heiße Aufgeregtheit, die im Blut Prickelt, und doch war er kalt dabei, eiskalt, todesruhig. Hier wie dort ging's um sein Leben. Durste er eine Hoffnung haben für die Zukunft? Erfahren mußte er das heut in dieser letzten Abschiedsstunde. Nicht umsonst hatte er die ganze Nacht schlaflos gelegen, sich jede ihrer Mienen zurückgerufen, jedes Wort, das sie ge- sprochen, hin und her gewendet, überlegt und. daran gedeutelt. Am einfachsten Wort. Sie hatte ihm keinen Blick geschenkt. der mehr gezeigt hätte als harmlose Freundlichkeit, sie hatte ihm durch nichts etwas verheißen, durch gar nichts. Und doch war eS ihm so, als wäre, er berechtigt, sie. zu fragen.- Entschlossen bog er um die Ecke— rasch noch an ein paar Gartenzäunen vorbei— da lag das kleine Krügersche Haus im Rücken der elterlichen Villa. Oben bei Lili glänzte Licht. Unten war's noch dunkel, die Haustür nicht ver- schlössen, ungeduldig stieß er sie auf und tappte hastig hinein. Gerade trat die Krüger aus ihrer Küche— ein Auf- schrei— das Tablett mit Geschirr, das sie trug, prasselte zu Boden. „O, Frau Krüger, habe ich Sie erschreckt?' Bedauernd bückte er sich und half ihr bei dem bißchen Lichtgcflinzel, daS die Küchenlampe hinaus in den dunklen Flur warf, die Scherben auflesen. Die Frau zitterte.»Sie sind's— Sie sind'S?!' Eine unsägliche Enttäuschung sprach aus ihrem langgezogenen Ton. '„Ich. ja. Wer dachten Sie denn, daß es wäre, Frau Krüger?" Sie antivortete ihm nicht darauf. Schwerfällig sich aus ihrer kauernden Stellung aufrichtend, wankte sie mit ihren Scherben in die Küche zurück. Die Tür schlug sie hinter sich zu. Komische Frau, diese alte Krüger! Warum war die uur so heftig erschrocken? Aber er dachte nicht weiter darüber nach. Eben hatte sich die Glastür, die die obere Wohnung abschloß, geöffnet, Lili, eine Kerze in der Hand haltend, beugte sich übers Geländer. „Ich muß Ihnen leuchten. Mein Mädchen ist aus- gegangen, das Licht auf der Treppe brennt noch nicht!" Sie rief es hell, eine Fröhlichkeit im Ton erheuchelnd, die ihr Gesicht nicht zeigte. � Die Augen in dem blonden Kops, der sich, vom Kerzenlicht umstrahlt, wie in einer Glorie nieder- neigte, blickten dunkel umrandet, unnatürlich groß. Lili— seine Lili! Eine zärtliche Rührung faßte den Hinaufstürmenden, mit beiden Händen hätte er die Geliebte ergreifen mögen, aufheben, hochhalten, sie so tragen" allezeit. „Meine gnädige Frau!" Mit heißen zuckenden Lippen küßte er ihre Hände. Sie entzog sie ihm. Eine Verlegenheit wollte sie überkommen: ob er es auch nicht falsch auslegte, daß sie jetzt, gerade jetzt, so allein in der Wohnung war? Ja, sie hatte die Magd fortgeschickt, mit Ab- ficht, die lauschte an den Türen. Und heute, das fühlte sie, heute entging sie ihm nicht, heute wurde etwas ge sprochen. was niemand anderes zu hören brauchte: was ganz allein blieb zwischen ihm und ihr. Sie überwand die Ver- legenheit, mit ihren traurigen Augen sah sie ihn ver- trauensvoll an: nein, er würde»licht schlecht von ihr denken, nie. „Wie rasch sind die Urlanbskage vergangen," sagte sie. ein Lächeln erzwingend, obgleich ihr Herz so verzagt war, daß es iveinte. Nun ging er, dieser gute, liebe Mensch! Dieser Mann, der ihr vor kurzem noch fremd gewesen war, und der ihr doch schon so vertraut war, als gehöre sie zu ihm. Hier war keine trennende Kluft— ein Volk, ein Vaterland, eine Heimat-> und doch, es durste nicht sein. Sie nahm sich zusammen.„Ich danke Ihnen für all die Stunden, die Sie mir gewidmet haben. Ich bin so gern mit Ihnen spazieren gegangen. Es hat mir wohlgctan. Ich hatte mich von allem zurückgezogen; zu sehr zurückgc- zogen. Sic haben mich lvieder ein bißchen ins Leben zurück- geführt. Nun will ich mich auch nicht wieder so einspinnen." Sie sah ihn schell an. warum sagte er denn gar nichts? Er machte es ihr»virklich recht schwer. Sic quälte sich weiter: „Sie werden mir doch mal schreiben, nicht wahr? Ich würde mich sehr freuen. Wir haben unS wirklich so angefreundet in der kurzen Zeit, daß man doch auch ad und zu voneinander hören muß. Ich werde mir auch er- lauben, Ihre Frau Mutter zu besuchen— als Nachbarin. Bis jetzt konnte ich mich ja noch zu gar nichts ritt- schließen." Ihre Hand, die lässig im Schöße hing, strich über das schwarze Kleid.„In solcher Trauer ist man so scheu. Nun wird's aber besser— Sie haben mir geholfen!" Sie lächelte ihn an, aber ohne seinen Blick, der ihren Blick suchte, zu erwidern. Innerlich zitterte sie: würde er denn noch nicht sprechen, ihr helfen bei ihrer gequälten Unterhaltung? Er mußte doch einsehen, daß sie nicht anders konnte, nicht anders sein durfte. Oh, wäre er doch lieber gegangen ohne Abschied! Dann hätte sie weinen können jetzt, von niemandem gesehen. Diese Stunde war eine Onal.(Lortj. so'gt.) 4�eRdbrct- tSÜßf PorMlItn� Bit Ooldrand 1.95 6 Ckertasjea� Pgrzell» weis» 1.SS 3 Abendbrot- ' tellOr PorzetUn\ ■wclm, Fcstonrzad 1.95 f 4 Kafleebedief i Porzal>«ii, mit' , httbeoh. Veraler. j 1.95 1 ! KieidephOrsle 1.95 A. Dandorf& G Beile-Allionce-Stnüse er. FronHlarter Strasse Brannen-Strosse Rottbaser Daiain WlimtMr Strasse Verlangen Sie bei Einkäufen Rabattmarken| schwer, SB«»! 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Zentral- Kranken■ Unter- slützungskassed. Schmiede u. verw. Qswerbe Deutschi Am 14. Februar starb unser allverehrter Emil Basner. Vorsitzender seit 1892, der Gründung der Kasse, sein ureigenstenS Wert, bat er nach ichweren Kämvsen die Genugtuung gehabt, unsere Kasse in Ihrer jetzigen Blüte zu erleben. Wir und alle Mitglieder werden seiner stets in dankbarer Erinnerung gedenken. Vorstand nad Xnlslchtsrnt. 3. A.: 1568& Gustav Tempel. Zereiil Skl UkliMl siichMSel MS ZMWWr. Am Mittwoch, den 13. Februar, entschNef nach langen! Leiden, insolge Herzschwäche, unser lieber Kollege und lang» jähriger BereinSangestellte, der jetzige'Invalide Oskar Teske. Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen einen allzeit � biltsbereitcu Kollegen, der immer bemüht war, seine Ob- liegcnheiien gewisienhast zu ersülleu. Möge ihm die Erde leicht sein. Ter Borstand und die Verwaltung. Die Beerdigung findet morgen Sonntag, den 17.Februar,! I nachmittags 2'/, Uhr. auf dem Friedhos der Freireligiösen Gemeinde, Pappelallce. statt._ 28/11 i Ueteia Brülaet BeiSMääfimffiM Urrseren werten Mitgliedern zur Nachricht, das; am Mittwoch, den 13. Februar, abends 8 Uhr, unser lieber | Kollege, der Maichinenmeifter Osksr?Ksks i nach längerer Krankheit an Herzschwäche verstorben ist- So lange tS ihm seine Gesundheit gestattete, war er bei UNS in den verschiedensten Ehrenämtern tätig. Wir werden fein Andenke« ftetS in Ehre» halten! Die Beerdigung findet morgen Sonnlag, den 17. Februar, nachmittags 2'/, Uhr, aus dem Friedhos der Freireligiösen Gemeinde, Paphelallee, statt. 1567b Ve?»» Voi-stewiA. ZkaM-kiMa-wMWgs-Uma m SWlkiiea.m»aM.EeainMealsWaiis ZIm Donnerstag früh verstarb nach kurze»! Krankenlager am Herzschlag unser langjähriger 1. Vorfitzender und Gründer unseres Vereins, Kollege iEmil Basnei*. Siefs um das Wohl des von ihm gegründeten Vereins ! bemüht, war er unS allen ein guter Freund und Berater 1 und weiden wir seiner stets in Ehren gedenke». Die Kollegen von Groß-Berlin. Die Beerdigung findet am Sonntagnachmiltag 2>/, Uhr ! von der Leichenhalle deS Krankendauses im Friedrichshain! aus aus dem Friedhof der Freiretigiösen Gemeinde, Pappel- alle- 15—17, statt., Am 14. Februar vorschied sanft nach langem schweren Leiden mein innig/st geliebter Mann, unser herzensguter treusorgender Vater und Schwiegervater, der frühere Gastwirt Edmund Renier im 66. Lebensjahre. 1661b Dies zeigen tieibetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Boriin, Stephanstr. 40. Trauerfeier und Elnüsohernng am Dienstag, den 19, Februar, 2 Uhr nachmittags, im Krematorium, Gerichtstr. 37/38. Beileidsbesuche verbeten. DcutWxr Butfibindkr» Verband. (Zahlstelle Berlin.) Am 15. Februar verstarb nach kurzem Krankenlager unsere Kollegin Eisa gCBitz. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am DienSlag, den 19. Februar, nachmittags 2 Ubr, auf dem Neuköllner Gemeinde- Fr tedhos statt. Zahlreiche Betetüguug er- wartet 29/4 Die Ortsverwaitung. Verband der Schneider. Schneiderinnen u. Völche- arbelter veutfchiands. Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern hier- mit zur Kenntnis, dast die Kollegin(Wöschcbranche) M Am Seite geb. 4. März 1865, am 12. Febr. verstorben ist. Ehre ihrem«iidenkeu'. Die Einäscherung findet am Montag, den 18. Febr., nachmittags 3 Uhr, im Kre- maiorium Baumschtttenweg statt. 166/15 Die Drisverwaltimg. Am 13. Februar verstarb nack kurzem, aber schwerem Leiden mein tnnigstgeliebier Mann, unser guter Vaier und Schwiegervater, der Gastwirt Loltlriell EMler im 53. LebenSjabre. Die trauernden Hinter- bliebenen kluilki« djokUkvr- geb. V/siwann, OlHni-I-tt« ll'sntoke geb. Schaler, kl»>» Schttfer, Max Punicke. Alt-Glienicke, Am Falken« bcrg 67. l567b Die Beerdigung findet am Monlag, dcn 18. Februar, nachmittags 4 Uhr, aus dem ZeiUral-Fiiedhos in Fried- richäfelbe statt. Die Einäscherung unseres Mitgliedes Frau km Fischer Berlin, iolbüier Sir. 109 findet Monlag. den 18. Februar, mittags 12 Uhr, im Krematorium Berlin, Ge- richtstratze 37, statt. Ehre ihrem Andenke«! kericdtixunx. Die gestrige Anzeige muß lauten: Die Einäscherung unseres Mitgliedes Herrn Franz Brinkmann Cöpenick, Dahlwitz er-stt. 1 erfolgt Tonntag, den 17. Februar, nachmittags 3 Uhr, im Krematorium Baumschulenwcg. BNskrankenkasss für äas Maurergewerbe zu Berlin. C 25. llankeatr. 4. Cinladung zu der am Montag, de» 25. Februar 1918, abeudS 8 Uhr, im Restaurant �Hindendurg--. Berlin, Hankestr. 4(Berwattungs- gcbäude der Kaste am Schönhauser Tor«Bülowplatz gelegen) stattfindenden üuLerorlienliichen äusschullsilzung der Vertreter der Arbettgeber und Kastenmitglteder. Tagesordnung: 1. Berawng und Beschwßlastung über«ine Satzungsänderung nach Margabi der BundesratSoerordnung vom 22. 11. 17/1.12. 17. 2. Verschiedene Mitteilungen drö Vorstandes. Berlln, den 15. Februar 1918. lZS8b Ter Vorstand der OrtSkrankenkafle für das Maurergewerbe zu Berlin. A. Oaehne. Vorsitzender. R. Freund. Schriftsübrer. Stangen- und Halskrnuke. Veriangeu Sie kostensrei belehrende Broschüre über Heilmethode ohne Berufsftöruuq. SanitälSrat Dr. Wein«'» Arnhul., Berlin 117, Potsdamer Str. 123 b II. Möbel, Nachlöste, Mir Wirlschafteu kaust B O b m e, Neukfilln, Anzeugruberstr. 2.