Nr. 145. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret In's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste T für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag, den 26. Juni 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Carnots Ermordung. Carnot, der vierte Präsident der französischen Republik, ist Sonntag Abend in Lyon von einem zweiundzwanzigjährigen Italiener erdolcht worden, der erste Staatsleiter Frankreichs seit Heinrich IV., nach Lincoln und Garfield das britte Haupt eines Freistaates, das einem t.tate zum Opfer gefallen ist. Ueber die Ursachen der That ist noch nichts ermittelt. Cesario, so nennt sich der Thäter, angeblich ein Lombarde aus der Umgegend von Wailand, verweigert jede Auskunft. ökonomisch so auch politisch vollends in Ketten und Banden ſchlagen. Ueber den Politiker Carnot bedarf es bei unserer grundfäßlichen Stellung für uns keiner Kritik. Aber das hindert uns Ein Italiener vollbringt die furchtbare That, und der nicht festzustellen, daß er persönlich ein ehrenhafter Mob, aufgeputscht durch die jahrzehntelange Nationalitäten Mann war, allerdings ein Großbourgeois vom Wirbel bis hab, stürmt italienische Kneipen in Lyon und mißhandelt un- zur Zehe. schuldige Landsleute des Attentäters. Der Chauvinismus, In einer leitenden Betrachtung sagt das Organ der tödtliche Feind der Gesittung und der Freiheit, erhebt des Grafen Caprivi: Der Tod des Präsidenten sein Haupt, gehätschelt und gefördert von der Bourgeoisie Carnot ist ein Mahnruf an die gesammte Kulturdiesseits und jenseits der Alpen, weil die nationale Phrase welt; hoffentlich wird er überall die ihm ge die Masse ablenkt von dem großen sozialen Problem. bührende Beachtung finden Die Entrüstung, Weshalb Cesario den Mordstahl gezückt hat, Niemand der Schmerz und Abscheu wird überall getheilt Im Dezember dieses Jahres wäre die siebenjährige weiß es. Ob er überhaupt bei Sinnen, ist noch nicht fest werden, wo Verständniß und Sinn für die hohe Präsidialperiode abgelaufen gewesen, Carnot hätte sich dann gestellt. Daß troßdem die Ordnungspresse bereits die That Wichtigkeit der Aufgaben vorhanden ist, zu denen die im Interesse der einer Neuwahl unterziehen müssen. Ob er, der Typus des gegen die Freiheit zu fruftifiziren sich anschickt, daß die Staaten Zivilisation honnetten Bourgeoisrepublikaners, wieder in das Elysée ein- National- Zeitung z. B. schon Anarchisten wittert, daß Humanität dringender als je berufen sind." gezogen wäre, ist heute eine fruchtlose Frage. Schon ehe das offiziöse Wolff'sche Bureau in später Abendstunde Nun, das Interesse der Zivilisation und Menschlichkeit das Stilett eines Unseligen den Enkel Lazare Carnots für Cesario als einen gefährlichen Anarchisten" bezeichnet, ehe vertritt der demokratische Sozialismus, der nicht die Person, immer in den Sand gestreckt hatte, begann bereits die noch eine geordnete richterliche Untersuchung stattgehabt hat, sondern das System, nicht den Einzelnen, sondern die Klaffenschnöde, wilde Heßjagd um den Präsidentensessel. und obgleich Cesario ausdrücklich erklärt hat, erst vor dem herrschaft bekämpft und unerschrocken wirkt für Demokratie Das werden, nun der Todte aufgebahrt ist, die wahren Schwurgericht zu reden, das versteht sich am Rande. und Sozialismus. Leichenspiele sein, die das entartete Bürgerthum für Sadi Als Ruferin im Streit erscheint zuerst das Blatt des Denn die Zivilisation wird erst Gemeingut werden, Carnot feiert. Um die Gruft drängen sich gierig schon die Henkers von Massa Carrara, des sizilischen Standrechtlers, wo das Volk seine Geschicke selbst lenkt, die Humanität Erben, denen der Inhaber des Präsidentensessels die Crispische Riforma, um nach berüchtigtem Muster die wird sich erst dann verwirklichen, wenn die Macht des sehr gelegen starb. Wem wird die Hinterlassenschaft, internationale Zwangspolitik zu empfehlen. Kapitalismus gebrochen ist. wem die Fülle von Macht und Einfluß zufallen? Auch dem Freunde des Cornelius Herz, dem Aus der erschütternden Katastrophe ziehen Nutzen die, die im Trüben fischen, die Geschäftspolitiker und Freibeuter, die die Republik zu einem Werkzeuge des Kapitalismus degradirt haben und darauf lauern, die Arbeiterklasse wie Feuilleton. Der Jude. 73 . und Dem Schußpatron der Lockspitzel, dem Gewaltmenschen Nutznießer des Wechselkontos der Banca Nacionale, Ueber den Lebenslauf Carnot's theilen wir das folgende Conftans, den die Greuel von Fourmies zum Schooß- auch Crispi, dem die blindgeladene Reiterpistole mit: Er entstammt einer alten republikanischen Familie, sein tind der Besitzenden gemacht haben, oder dem Legas zur rechten Stunde grade sich entlud, führt Großvater hat in der ersten französischen Revolution den Namen würdigen Vertreter der Grubenaristokratie, Herrn Casimir Carnots Untergang neuen Wind in die schlaffen Segel. Die des Organisator des Sieges erworben, sein Vater in der Perier, der Frankreich betrachtet als eine zu seiner und Marrheiten des Herrn Chauvin werden seine Stellung be- von 1848 eine hervorragende Rolle gespielt. Er wurde am seiner Genossen Nutzen erschlossene Mine und sich als den festigen, seine starke Hand" wird dem Panamino- Klüngel 11. August 1837 zu Limoges in Frankreich geboren, hatte demGewerken, der die reichsten Kure davon hat? Wird unentbehrlich sein, und der kaltherzige Schuft, der seine nach sein 57. Lebensjahr noch nicht vollendet. Er hatte die Dupuy, der weiland Radikale, sich als das ge- Rache sogar an der Frau und der Tochter des Märtyrers fügigste Werkzeug der Bourgeoisie anbieten? Dber De Felice ausübt, wird in der bewährten Rolle als Retter Ingenieurwissenschaften auf's Gründlichste studirt und galt als träumt irgend ein Säbelheld, ein St. Arnaud des Tingel des Vaterlands pofiren. Während die Proletarier Italiens Meister vor allem im Brückenbau. Nach Sturz des napoleonischen tangels, ein Galli fet von einer Prätorianer- Diktatur? Der in Schwefelgruben und auf den Reisfeldern in Systems trat er im Januar 1871 als Präfekt in die republikanische Kriegsminister Mercier hat die Truppen in ganz Frankreich Arbeitspein verkommen und im Schmutz und unter der Verwaltung, der er aber nur wenige Wochen angehörte, am fonsiguirt, wie in der Zeit der Staatsstreiche, und es ver- Geißel der Pellagra verhungern, während die kapitalistischen 7. Februar 1871 wurde er in die Nationalversammlung gewählt, lohnt sich, an das vor einiger Zeit von der boulangistisch- Lohndrücker Frankreichs die wohlfeile, willige Arbeitskraft in der er verschiedene Wahlkreise vertrat und sich als Sachkenner in bonapartistischen Libre Parole veranstaltete Probestrutinium des unorganisirten Italieners gegen die heimische Arbeit technischen und vor allen finanziellen Fragen bewährte, er war zu erinnern, bei dem der napoleonische Prinz Victor die in frevler Gewinnsucht ausspielen, kann der alte Carbonaro technischen und vor allen finanziellen Fragen bewährte, er war Mehrheit der Stimmen als Präsidentschaftskandidat er das System Morras, des Blutrichters von Palermo, für die öfters Berichterstatter über das Budget. Im Alter von 41 Jahren halten hat. ganze Halbinsel in Permanenz erklären, um der glühend( 1878) wurde er Unterstaatssekretär des Ministeriums für öffentgehaßten Arbeiterbewegung die Lebensluft zu rauben. Noch liche Arbeiten, ins Ministerium Ferry( 28. September 1880 bis wissen wir nicht, ob nicht etwa Cesario ein Fanatiker ist, der 14. November 1881) trat er als Minister für öffentliche Arbeiten Bendetta, der Blutrache üben wollte für die Greuel und ein, 1883 und 1884 saß er als Vizepräsident der Kammer vor, den Urtheilsspruch von Aigues- Mortes. am 6. April 1885 trat er als Bautenminister in das Kabinet weg ein, den er kurz vorher beritten. ,, Du mußt mir bösen Leumund anhängt?"" An seinen Handlungen, eine Liebe thun," sagte er zu Esther, die in stiller Er- treffliche Dirne!" antwortete Dagobert rasch, indem er wartung neben ihm ging. Welche? mein guter Herr?" unwillkürlich ihr die Hand drückte:„ Und nun, komme fragte sie, die sanftleuchtenden Augen zu ihm erhebend mit mir zum Schellenhofe. Die alte Crescenz will mir " Sprecht. Nach dem Vater gehöre ich Euch allein." Ich wohl, und Dein Vater steht bei ihr nach dem Heilande in habe Dich sonder Gefährde hierher geleitet von Costniß," den größten Ehren. Dort, mein armes Kind, wirst Du sprach Dagobert weiter, Dich unterwegs gehalten wie ein sicher sein." ehrlich Frauenbild, und mich wie einen ehrlichen Gesellen." - ,, Das weiß der Himmel!" betheuerte Esther mit dankDa sei Gott vor!" entgegnete Dagobert, mit der Faust barer Neigung: Einer ehrsamen Bürgerin gleich habt gegen die Stadt drohen: Dem hageprunkenden Fett Ihr mich gehalten, und nicht wie eine schlechte Jüdin. wanft will ich's gedenken, sollte er mir einst unter die Augen Das vergelte Euch der hochgelobte Gott, der es auch gnädig tommen. Wo aber, wo, mein gutes Dirnlein, wo gedenkst mit ansieht, wie Ihr also wandelt mit mir im Freien, Du hin? Wo leben Dir Freunde, wo Verwandte, die Dein ohne Scham und Scheu, mit mir, der von aller Welt Schicksal beweinen?"- Ach, nirgends, Herr," flagte die Verstoßenen."" Wolltest Du mir wohl ferner vertrauen?" Verlassene, ich habe niemand, den eine Pflicht verbände, fragte Dagobert mit weicher Stimme.- Bis ans Ende, mir zu helfen. Hingehen will ich aber auf irgend ein Dorf, Herr, unwandelbar," antwortete Esther. Deine Habe und in einem Stalle mich betten, und täglich nach der hast Du mir bereits vertraut, da wir schieden," sagte Der heilige Ostertag hatte sich einen schönen Schmuck Stadt ziehen, und täglich zu den Füßen der Wächter meines Dagobert ferner: Herzog Friedrichs Briefe habe ich in von Sonnenschein und Wärme angelegt, allein an dem Vaters um die Gnade betteln, ihn sehen zu dürfen in seiner Händen, und werde Dir einst Rechnung davon stellen, aber Abend desselben war glänzendere Helle, wenn gleich nur Gefangenschaft. Vielleicht wird einmal doch meine Bitte nun sollst Du Dich selbst mir anvertrauen." Gerne, von Kerzenlicht, und eine viel angenehmere Wärme in den erhört, vielleicht gewährt man mir endlich die größere, Herr!" versette das Mägdlein ohne Säumen. So nimm Stuben des adligen Gesellenhauses Limpurg zu finden. Die im Kerker zu bleiben, bei ihm, dem meine Sorgfalt, mein eine Herberge an von mir," sprach der Jüngling, den ruhigen Gemächer waren geschmückt wie zu einer Hochzeit. Bunte Leben gehört."" Esther! Mädchen!" sprach Dagobert be- Blick auf sie heftend. Eine Herberge, Herr?" fragte Vorhänge waren an den Fenstern aufgemacht, allenthalben timmert: Betrübe mich nicht also, und handle nicht wie sie staunend: Bei Euch? das ziemt sich nicht."- Nein, vielarmige Wand- und Deckenleuchter angebracht und der eine Mörderin an Dir selbst! Du solltest eine Beute des wahrlich;" lächelte der Junker: bei mir? das würde sich Fußboden entweder mit gewürften Teppichen belegt, oder rohen Bauernvoltes werden;- am Ende dennoch durch freilich nicht ziemen. Aber in einem Hause, dem eine wadre mit weiß und rothem Sand bestreut, den man in allerlei Deine unablässigen Bitten und Versuche, in die Hände des Freundin vorsteht... was meinst Du dazu?" Ohne seltsamen Figuren aufgeschüttet hatte. Auch die Tafel, an fauberen Gelichters gerathen, denen ich Dich soeben entrissen? Bedenken;" antwortete Esther mit frohem Dante: Wohin welcher heute recht viele der edlen Gesellen, sammt ihren Wahrlich, das gebe ich nicht zu."- Vollbrecht gaffte mit Ihr mich führt, darf ich gehen."" Auf die Gefahr, Frauen und Töchtern und Schwestern, das abendliche Dfters offenem Munde dem seltenen Auftritt zu; Dagobert, der es daß ich des Schultheißen Vorliebe für hübsche Dirnen mahl begehen wollten, war herrlich hergerichtet in dem jedoch bemerkte, gab ihm den Befehl, die Roffe heimzuführen. theilte?" fragte Dagobert mit Laune. Esther sah ihn ernst Saale, welcher der Schauplatz der Schmäuse und GeschlechterObwohl ungern, jedoch vom Gefühl des Gehorsams beseelt, an, schüttelte lächelnd den Kopf, und sprach:" Verkleinert tänze zu sein pflegte. Blendendweise Tischtücher mit buntem that Vollbrecht, wie ihm geheißen. Da er sich entfernt Euch doch nicht selbst; im Scherze nicht einmal. Woran Rande, die Ecken in zierliche Knoten geschlungen, be= hatte, bog Dagobert, im Gespräch mit Esther, in den Sand- soll man erkennen den Mann, wann er sich selbst den deckten die Tafel, mit schimmerndem Geräth versehen, Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von E. Spindler. " " " Fünftes Kapitel. Eia, Eia! Ostern ist da! Fasten ist vorüber, Das ist mir lieber; Eier und Wecken Viel besser schmecken! Gia! Gia! Ostern ist da! Altd. Kinderlied zum Osterfeste. Auch literarisch war Carnot thätig, abgesehen von technischen Arbeiten veröffentlichte er eine Uebersetzung von John Stuart Mill's Wert über die Revolution von 1848. Wir theilen im folgenden das Wesentliche aus den überaus zahlreich eingetroffenen Depeschen mit: " Carnot. aller Brisson ein, in dem er nach 10 Tagen das Finanzministerium| Persönlichkeiten verließen das Haus, um weitere Nachrichten zu 1 nacht wurde die Meldung von dem Attentat burch Ertrablätter übernahm. Nach dem Rücktritt Grevy's wurde er am 3. De- bringen. Die ganze Bevölkerung war in den Straßen ver- auf den Boulevards verbreitet. Sie rief überall Ergriffenheit zember 1887 gleich im ersten Wahlgang mit 616 von 827 Stimmen sammelt, nirgends war eine Weiterbewegung möglich, da die all- und tiefstes Mitgefühl mit dem Präsidenten hervor. Einzelne zum Präsidenten der Republik ernannt. Er war ein gemäßigter fammelt hatte. Um 91/2 Uhr fuhr der Wagen mit dem Minister die Thränen nicht zurückhalten konnten. gemeine festliche Beleuchtung alle Bewohner als Zuschauer ver- Personen lasen den Umstehenden die Depeschen vor, wobei viele Die Blätter Republikaner, persönlich ein tadelios anständiger Mensch, der präsidenten und dem Präfekten des Rhone- Departements in Richtungen geben ihrem Abscheu über das Attentat Ausdruck, feine öffentlichen Stellungen niemals zu irgend welchem Vor- rascher Gangart vor dem Theater vor. Die Menge rief jubelnd das umso mehr unerklärlich, als Carnot durch sein stets forrettes theil für sich oder seine Familie ausnüßte. aus:„ Es lebe Präsident Carnot." Der Ministerpräsident Dupuy Verbalten sowie durch die Lauterkeit seines Charakters sich die der Republik bemühte er sich, seine persönliche Meinung und seine Rufet nicht Als Präsident erhob sich erschüttert, winkte mit der Hand und antwortete: Achtung aller Parteien erworben hatte. Mehrere Blätter ernicht so! Prändent Carnot ist das Sympathien gegenüber den Wünschen der Kammern nicht zum eines Opfer schienen mit Trauerrand; einige konservative glauben, daß es Attentates geworden." Diese Worte machten sich um ein anarchistisches Attentat handle; die radikalen Blätter Durchburch zu bringen. Einen Schatten auf seine letzten Lebens- einen furchtbaren Eindruck. Zuerst herrschte tiefes Still- fprechen die Hoffnung aus, daß die Volksfreiheit und die Volkstage wirst die Bestätigung des Todesurtheils gegen den unzweifel- schweigen, dann wurden von allen Seiten Verwünschungen rechte unter dem Eindrucke des Attentats nicht zu leiden haben und Racherufe gegen haft irrsinnigen Attentäter Henry. den Mörder laut. Der Präfekt werden, da dasselbe von einem Italiener begangen worden sei. des Rhone- Departements trat in das Theater ein und theilte von Paris, 25. Juni. Im Ministerrathe berichtete Dupuy der Präsidentenloge aus das geschehene Attentat mit. Die Menge über das furchtbare Attentat gegen Carnot, welches in ganz schrie, in Wuth ausbrechend:" Tod dem Mörder, Rache dem Frankreich das Gefühl der Bestürzung hervorgerufen habe. Die Mörder!" Ter Präfekt des Rhone- Departements, Rivaud, wollte Leiche Carnot's wird heute Nacht eintreffen. Die Regierung die Einzelheiten erzählen, wurde aber bei jedem Worte von wird von der Kammer die Ermächtigung zur Veranstaltung Zwischenrufen, die der allgemeinen Erschütterung entsprangen, eines nationalen Leichenbegängnisses verlangen. Der Präsident unterbrochen. Endlich theilte der Präfett mit, daß angesichts des Munisipalrathes richtete an den Ministerpräsidenten Dupun des schrecklichen Ereignisses die Vorstellung nicht stattfinden werde. ein Schreiben, in welchem er dem Abscheu und Schmerze der 2yon, 25. Juni, Präsident Carnot nahm gestern Abend Das Publikum verließ in dumpjem Schweigen das Haus. Stadt Paris über das Attentat Ausdruck giebt. an einem Bankett Theil und brachte bei demselben ein hoch auf welches besagte, Um 11 Uhr wurde ein offizielles Bulletin ausgegeben, Die Nachrichten aus den Departements, besonders aus die Ausstellung aus, beglückwünschte die Aussteller zu dem großen beunruhigend, der Zustand des Präsidenten Carnot fei Lyon, Marseille, Lille und Bordeaux, geben die allgemeine ErErfolge und betonte, ein einziges Herz schlage in allen Fran- die Lebergegend aber nicht verzweifelt. Der Stich sei in regung und Bestürzung und den Abscheu über das Attentat zosen, wenn es sich um die Ehre, die Sicherheit und die Rechte Blutverlust erzeugt, der aber zum Stillstand gebracht worden sei. Paris find mit Trauerflor umhüllt, die Bewegung in der Begegangen und habe einen reichlichen wieder. Die Fahnen auf sämmtlichen öffentlichen Gebäuden in des Vaterlandes handele; dieselbe Einigkeit verbürge die Be Bald nach 11% Uhr begann der Blutverlust wieder. Die Aerzte völkerung ist sehr groß, man reißt sich um die Zeitungen welche wegung, welche auf den Fortschritt und die Gerechtigkeit gerichtet sei und von der Frankreich der Welt ein Beispiel zu geben entschlossen sich zur Operation, um womög.ich den Blutverlust über die letzten Augenblicke Carnot's berichten. Im übrigen habe. Nach dem Bankett formirte sich vor dem Handelsdauernd zu stillen. Alle ärztlichen Bemühungen erwiesen sich herrscht hier vollkommene Ruhe. palais eine lange Wagenreihe, in welcher der Landauer des aber als vergebens. Um 12 Uhr 45 Minuten starb Präsident Madame Carnot ist heute früh 7 Uhr mit ihren beiden Präsidenten Carnot als erster fuhr. Neben dem Präsidenten Dupuy an die Minister, die Präsidenten der Kammer und des fektur begeben. Die dichtgedrängte Menge begrüßte dieselben Ueber das Ereigniß richtete der Konseilpräsident Söhnen in Lyon eingetroffen und bat sich sofort nach der PräCarnot saß der Präfekt des Rhonedepartements, Rivaud. Der Senats und an andere Staatswürdenträger nachstehende offizielle ehrerbietig. Der eine Sohn wurde beim Anblick der zu Ehreu Wagen Carnot's fuhr um 9 Uhr 10 Minuten unter jubelnden Zurufen der dichtgedrängten Menge ab. Carnot dankte, fort- Depesche:" Präsident Carnot wurde auf der Fahrt von der feines Vaters mit Trauerfahnen beflaggten Straßen beinahe ohndauernd grüßend. Plößlich sprang in der Mitte der langgestreckten Handelskammer nach dem Großen Theater von einem Dolch mächtig. Fassade des Kommerzpalastes ein Individuum auf das Trittbrett mit einer Hand die Wagenlehne fest, mit der anderen Attentats gegen Carnot allgemeine Entrüstung. Alle Schiffe stich getroffen; der Mörder wurde sofort verhaftet; er hielt Marseille, 25. Juni. Auch hier herrscht wegen des des Wagens Carnot's, welcher sofort hielt. Die Zunächſtstehenden den Dolch. sahen den Präsidenten Carnot erbleichen und in den Wagen Präfektur gebracht, Präsident Carnot wurde sofort nach der baben Trauei flaggen gehißt. Es berrscht vollständige Ruhe; im zurückfinken; fie stürzten auf das Individuum los, welches durch ihn bemüht find. In dieser schmerzlichen Prüfung schließt sich zwischen den französischen und italienischen Arbeitern zu vers 100 die ersten Aerzte Lyons um übrigen sind Maßregeln getroffen, um jeden Zusammenstoß einen Fauftschlag des Präfekten des Rhonedepartements auf die die Regierung den Wünschen Frankreichs für den Präsidenten bindern. Das italienische Konsulatsgebäude, welches als eines Straße hinabgeschleudert wurde. Präsident Carnot hatte einen der Republik an. Gezeichnet: Dupuy." Madame Carnot ist der ersten Gebaude die Trauerflagge hißte, ist militärisch beſeßt; Stich in die Herzgegend erhalten. Neben dem rothen Groß mit ihren beiden Söhnen und dem Dottor Planchon um 1 Uhr die Präfektur und die Mairie sind geschlossen, fordon des Ordens der Ghrenlegion brang unaufhörlich Blut hervor. Der Attentäter wollte entfliehen; die Menge, on- früh von Paris nach Lyon abgereift. Der Ministerrath tritt fänglich wie versteinert, ergriff ihn und hätte ihn zerrissen, heute in Paris zusammen; der Kongreß wird heute oder morgen wenn nicht eine große Anzahl von Polizeiagenten ihn zusammentreten. der Menge entrissen hätte. Unter Bedeckung von mehr als Nach beendigtem Berhöre des Mörders wurde dieser in ein zehn berittenen Gardisten wurde der Attentäter, welcher bartles unterirdisches Gefängniß gebracht, wobei Gewalt angewendet ist, Jacke und Müße trug und gesenkten Hauptes dahinschritt, Menge, welche fortdauernd schreit:„ Tödtet ihn!" Den ganzen werden mußte. Der Mörder ist streng bewacht vor der angesammelten nach der Polizeiwache gebracht, wo er sofort gefesselt wurde. Abend hindurch erwarteten dicht gedrängte Massen vor der PräAlsbald erschienen der Präfekt des Rhonedepartements und fektur Nachrichten über das Befinden des Präsidenten mit der größten andere dazu berufene Persönlichkeiten, um den Attentäter zu verhören. Der Mörder antwortete ohne Erregung, aber auch ohne Theilnahme. Bei der Nachricht vom Tode Carnot's wuchs die Großsprecherei in schlechtein Französisch und erklärte, er ſei Restaurants, wo italienische Reliner bedienstet sind, andere Aufregung ungeheuer. Die Massen warfen sich auf die Italiener, heiße Gäfario Giovanni Santo, sei 22 Jahre alt, Italiener, heiße Cäsario Giovanni Santo, set 22 Jahre alt, stürmten auf das Gefängniß los, den Tod des Mörders ver wohne feit 6 Monaten in Cette und fei am Sonntag früh nach langend. Das Restaurant Casati wurde vollständig verwüstet, Lyon gekommen. Bei seiner Durchsuchung fand sich ein Arbesgleichen beitsi uch vor, in Paris am 20. Juni 1894 abgestempelt; aus dem desgleichen die Café's von Mateffi und Materni. Die Polizei selben geht hervor, daß der Attentäter aus Montevisconti, Provinz des italienischen Konsulats getroffen. Als einige Personen schritt überall ein. Es sind besondere Maßregeln zum Schuße Mailand, gebürtig ist. Der Attentäter schrieb sodann mehrere Mailand, gebürtig ist. Der Attentäter schrieb sodann mehrere Worte auf, besagend: Cäsario Giovanni Corso Duca Genova bei französische Fahnen schwenkten, wurde geschrieen:" Nieder mit ben Fremden!"" Hinaus mit den Fremden!" Vor dem lich, aus ihm etwas anderes herauszubringen; der Attentäter italienischen Konsulat wurde die Menge mehrmals von der blieb dabei, daß er nur vor den Geschworenen sprechen werde. Polizei zerstreut und zog sich unter den Rufen: G3 lebe die für ein individuelles Verbrechen auf ein Volt auszudehnen. Inzwischen fuhr der Wagen des Präsidenten nach der Präfektur. Cesario ist zweifellos ein Anarchist; die Anarchie hat kein Vater Die Menge tonnte den Präsidenten Carnot ausgestreckt auf den Domergue hatte den Dolch des Attentäters Santo aufgeboben felbft; Leine Gewaltthätigkeit, feine Reaktion! Die Hebergabe Lyon, 25. Juni. Gin fechzigjähriger Mann Namens land; unsere Pflicht ist uns vorgezeichnet, machen wir über uns Wagentiffen, bewußtles, regungslos und die Augen erloschen, liegen feben; aus der Deffnung des Hemdes neben dem Groß- 25 Zentimeter lang, der Griff von vergoldetem Kupier, die reich weint, aber es iſt ſtart." liegen feben; aus der Oeffnung des Hembes neben dem Groß- und dem Polizeipräfekten Lépine übergeben. Der Dolch ist der Präsidentengewalt wird sich ohne Störung vollziehen, Frank cordon floß unaufhörlich Blut. Die Szene erschütterte die Menge Scheide ist von Sammet mit schwarzen und rothen Streifen. zu Thränen. Vor der Präfektur hoben General Borius, der Wie man sich bemüht, das Attentat auszunüßen, ersicht Bräfekt des Rhonedepartements und der Bürgermeister den Als Augenzeuge des Attentats wurde von dem Polizei man aus der folgenden Depesche: Präsidenten mit großer Sorgfalt aus dem Wagen und verhört, welcher den präfekten außer Domergue auch der Polizeibeamte Lyon, 25. Juni. Der Attentäter nennt sich genau Cesario brachten ihn in das nächste Zimmer. Die herbeigeholten verhört, welcher den Attentäter aus den Händen des Santo Hieronymo und ist, soweit bisher festgestellt werden Merzte hielten eine Operation für nothwendig. Dr. Ollier er: war der Person des Präsidenten Carnot attachirt und gefährlicher Anarchist bezeichnet worden und man spricht feine in Empfang nahm. Dubois fonnte, Bäcker. Er war bereits seit langer Zeit als weiterte die von dem Mordstahl gemachte Wunde. Präsident hatte den Attentäter Santo verhaftet. Der von den Aerzten zur Verwunderung darüber aus, daß er nicht ausgewiesen worden Carnot erlangte hierauf die Besinnung wieder und sagte mit Verhütung der inneren Verblutung ausgeführte Schnitt war ist. Hieronymo hatte den Weg von Vienne nach Lyon, wo er deutlicher Stimme zu dem Arzte: Wie Sie mir wehe thun!" Die hierauf vorgenommene gründliche Untersuchung ergab, daß 12 Zentimeter lang und 8 Zentimeter tief. mit 60 Centimes eintraf, zu Fuß zurückgelegt. Die Straßen sind die Verwundung eine schwere und der Zustand ein sehr bedenk- ferner mitgetheilt: Die Wunde Carnot's war 8 Zentimeter tief geschlossen. Paris, 20. Juni. An Einzelheiten zu dem Attentate wird von einer dichtgedrängten Boltsmenge angefüllt, die Läden find licher sei, umfomehr als eine innere Verblutung zu befürchten Während der Operation der Erweiterung der Wunde wurde der war. Die Präfettur wurde abgesperrt, alle Zugänge zu dem Störper plöglich eiskalt. Die französische Verfassung bestimmt, daß im Todesfall Zimmer des Präsidenten Carnot wurden bewacht. Dr. Poncet glaubte im Operiren des Staatsoberhauptes beide Kammern als Kongreß sofort barrte die Menge, Schrecken lagerte auf allen Gesichtern; überall nicht fortfahren zu dürfen und, un den Körper wieder zu be hörte man die Frage, ob Präfident Carnot mit dem Leben davon leben, Fußwaschung mit siedendem Wasser vornehmen zu müffen.usammenzutreten haben, um zur Wahl eines neuen Prä kommen werde. Unterdessen hatte sich um 9 Uhr das Theater Ueber den Eindruck, den das Attentat gemacht hat, fidenten zu schreiten. Draußen Armee!" zurück. M " mit den zur Galavorstellung geladenen Gästen gefüllt, welche geben die folgenden Depeschen Aufschluß: mit Ungeduld die Ankunft des Präsidenten erwarteten. Blöglich verbreitete fich bas Gerücht, Präsident Carnot den Bräsidenten Carnot erregte hier furchtbare Aufregung und Paris. 25. Juni. Die Nachricht von dem Attentat auf fei das Opfer eines Attentats geworden. Dieses Ge- Bestürzung. Zuerst verbreitete sich das Gerücht davon in den rüicht rief eine furchtbare Bestürzung bervor, die Frauen Theatern und den Restaurants. Das Publikum eifte nach den schrieen auf, es entstand eine allgemeine Bewegung. Die offiziellen Beitungsredaktionen, um Einzelheiten zu erfahren. Nach Mitter " " Lyon, 25. Juni. Die Erregung der Bevölkerung nimmt zu. Italiener und Leute, die man für solche hält, werden in den Straßen verfolgt. Die Zahl der Polizei- Agenten ist verstärkt worden. Dieselben umringen die verfolgten Perfonen und bringen sie, um sie zu schüßen, nach den Polizeiftationen. Berittene um an bedrohten Punkten Hilfe zu bringen. Infanteriesoldaten Patrouillen ziehen in gestrecktem Galopp durch die Straßen, bewachen beide Zugänge zu der vom italienischen Konsul bewohnten Straße. Rom, 25. Junt. Die Morgenblätter veröffentlichen Artikel, Carnot begangene Attentat Ausdruck geben, und dessen höhe in denen sie ihrem Entfehen und ihrer Entrüftung über das gegen persönliche Eigenschaften hervorheben. Paris, 25. Juni. Gegen 1 Uhr Nachts notifizirte der Minister des Auswärtigen Hanotaur den Vertretern der fran= Mehrere Mitglieder des diplomatischen Korps fanden sich unverzüg zösischen Mächte die Nachricht vom Tode des Präsidenten Carnot. lich im Elysee ein, wo sie sich in die Kondolenzlifte einſchrieben. Mehrere Blätter ermahnen zur Ruhe. Italien ist hier nicht im Spiel, hüten wir uns, die Verantwortung Ueber die Vorbereitungen zur Wahl liegen die folgen. Stammer, sowie die in Paris anwesenden Minister traten den Depeschen vor: Paris, 25. Juni. Die Präsidenten des Senats und der Morgens 2 Uhr im Minifterium des Jnnern zu einer Be rathung zusammen. Der Kriegsminister General Mercier theilte mit, er habe an alle Armeekorps den Befehl telegraphisch übermittelt, sich tonsignirt zu halten. " Paris, 25. Juni. Das Amtsblatt" veröffentlicht folgende Note:„ Der Prästoent des Senats, in feiner Eigenschaft als mern zu dem Kongreß nach Versailles auf Mittwoch, den 27. Juni, Präsident der Nationalversammlung, bestimmte, daß beide Kam Uhr Nachmittags einberufen werden, um zur Wahl eines Präsidenten der Republit zu schreiten." Politische Leberlicht. Berlin, den 25. Juni. Ein neues Ruhmosblatt ist dem Siegeskranze der SozialDer 46. Sozialdemokrat ist in den Reichstag gewählt. Gin neues Ruhmesblatt ist dem Siegeskranze der Sozialdemokratie von den wackeren Genossen im Wahlkreise Elmsborn- Pinneberg eingefügt worden. Das uns das Wahlresultat meldende Privattelegramm lautet: v. Elm( Sozialdemokrat) 13 766 Stimmen. Mohr( Mischmasch) 13 146 Stimmen. Genoffe v. Elm hat somit mit einer Majorität von 620 Stimmen gefiegt. so wie der gegenübersiehende Kvedenztisch mit prächtigen verschiedenen Redestoffen stand dennoch die Menge beiGefäßen besetzt war. Die Becher der Gäste waren schou fanmen auf einem Knaul, als ob das Gespräch nur einen bekränzt mit den zum Fest gehörigen Maaslieben oder und denselben Gegenstand beträfe; zwei Herren allein hatten Ofterblümchen, und die voll angehäuften Binuschüsseln mit sich von der Versammlung abseits gezogen, und besprachen bemalten Ostereiern standen hin und wieder auf Tisch sich eifrig in einer Ecke des Gemachs: der Schultheiß und und Schrein aufgepflanzt, um den hin und her wandeln der Oberstrichter. Ihr würdet mich zur ewigen Dank den Herren und Frauen als eine kleine Ergöglichkeit des barkeit verpflichten," sagte der lettere, das Gespräch zu Ende Gaumens zu dienen, bis das Zeichen zum Mahle gegeben leitend, wenn Ihr dem Jungen irgend einen Denkzettel sein würde. Der größere Theil der ungemein ansehnlichen anhängen wolltet. Ihr findet eher die Gelegenheit hierzu, Bahl von anwesenden Stubengenoffen war im großen denn ich. Mir dürfte er schwerlich ins Gehege fommen." Borgemache versammelt, um den mächtigen Ofen, dessen Ich denke, mir ist er schon ins Gehege gerathen," entFlächen mit dem in Farben ausgeführten Wappen gegnete der Schultheiß finster: seid unbesorgt, ehrbarer der Vaterstadt geschmückt waren, so wie die Wände umher Herr; was man sucht, findet sich wohl; ich bin vielleicht mit der langen Heihe von Limpurgs Geschlechterwappen, mit fogar bald imstande, Euch über wichtigere Dinge Aufschluß den auf großen Bergamenttafeln geschriebenen Ordnungen zu geben, denn ich vermuthe nicht mit Ungrund, daß in der Trinkstube, dem bedeutenden Namensverzeichniß von jenem Hause gewisse Verhältnisse obwalten, die bis jetzt Meistern und Gesellen, und den Panieren der Gesellschaft. gut gethan haben, sich mit den Schleier des Geheimnisses Plaudernd und schäkerud unterhielten sich die geputzten zu verhüllen." Meint Jhr, gestrenger Herr?" fragte Gäste von dem, was der Tag gerade gebracht hatte. Die der Oberstrichter schnell: Das wäre Wasser auf meine jüngeren Anwesenden sprachen von Scherz und Liebe, Mühle, und wenn die Dinge von der Art wären, mein zeigten sich gegenseitig die prachtvollen Ostereier, die sie Amt zu beschäftigen..., um desto besser."" Ich verempfangen, gefandt in zierlichen Körben, oder auf feidenen spreche noch nichts," antwortete der Schultheiß einlentend: und duftenden Kiffen, und mit den niedlichsten Sprüchen" Ich weiß von nichts. Die Zeit wird lehren, wie ich mich bemalt. Der zärtliche Freier benutzte das Dämmerdunkel zu verhalten haben werde." Der andere bückte sich mit des Dfenschattens, um der Geliebten das Geschenk wieder der Freundlichkeit, die willig vor dem Mächtigeren verzum Geschenke zu machen, und einen füßen Blick dafür zu stummt, und ihre Neugier in den Baum nimmt. Das erhalten. Gespielinnen und Freunde betränzten sich gegen- Stubenmeisteramt, das der Schultheiß bekleidete, machte seitig mit den Blumen, in welchen die Ostergeschenke ihm die nächsten Anordnungen der Tafel zur Pflicht, und gelegen, und mancher zärtliche Reimspruch ging von Munde als alles besorgt war, und er schon mit dem filbernen Zur Stichwahl in Ottenfen- Elmshorn. Wir bringen zu Munde. Während dessen redeten die jungen Frauen Stabe in das Gemach schreiten wollte, um der harrenden in vorstehender Notiz das Resultat der Wahl am legten von der Herrlichkeit der bevorstehenden Frühlingsfeste, die Gesellschaft das Zeichen zum Mahle zu geben, tam ihm der Sonnabend; leider war es uns nicht möglich, dasselbe in älteren von dem Barfüßer, der heute das wirksamste und Altbürger Diether Frosch haftig entgegen und zog ihn in der Sonntagsnummer, wie angekündigt, zu veröffentlichen. ergöglichste Ostergelächter erdacht, von der Deutschherren das Tafelzimmer zurück. Der Schultheiß erröthete leicht Unsererseits ist alles geschehen, um in Besitz des Wahl kirche, in welcher das ansehnlichste Osterlicht zu schauen bei diesem unverhofften Zusammentreffen, faßte fich jedoch ergebuiffes zu gelangen, leider aber hat uns das Wahl. gewesen, und von dem Bäcker, der die schmackhaftesten bald wieder, und sprach: Willkommen, mein wadrer Schöff. tomitee in Ottenien im Stiche gelassen. Fladen zum Feste geliefert. Unter den Männern ging Sehnlichst haben wir Eurer gewartet. Und Eure Ehefrau Trog wiederholter schriftlicher, mündlicher und telegraphischer hingegen vom Wechsel und Gewerbe die Sprache, von Ihr habt sie doch mit Euch gebracht, darf ich hoffen?" Bestellung hat das Wahlkomitee, obwohl es das Gegens Gerichten, Fehden und dem Konzilium. Troß diesen ganz Fortsetzung folgt.) theil zugesichert hatte, bis zur Stunde, wo wir diese Wir Selbst gegnerische Blätter gestehen zu, daß Mohr die Stimmen sämmtlicher Gegner unserer Partei auf sich vereinigt hat, daß somit Genosse v. Elm allein der raftlosen Thätigkeit unserer Genoffen den Sieg verdankt. können auf diesen Erfolg stolz sein und können sicher sein, daß überall den Genossen dieser Sieg zum Anfporn zu weiterer raftloser Thätigkeit für die Partei des Proletariats werden wird. Beilen schreiben, weder an die die Redaktion des Vorwärts" nech an den Parteivorstand eine einzige Mits theilung über den Ausfall der Wahl gelangen lassen. Selbst auf Sonntags früh abgesandte telegraphische Anfragen ist bis heute Abend noch teine Antwort erfolgt. Worin diese uns unerklärliche Schweigsamkeit ihren Grund hat, ist uns unbekannt. Hoffentlich aber werden die Genossen in Ottensen, wenn fie die vorstehenden Zeilen lesen, Anlaß nehmen, das Vorkommniß aufzuklären. 11 Neue Enqueten sollen demnächst, wenn das Braunschweiger Tageblatt" recht unterrichtet ist, angeordnet werden, und zwar für Reichszwecke eine Tabak- Enquete sowie eine Enquete über den Einfluß der neueren sozialpolitischen Gesebgebung auf die Armenpflege. Auf Veranlassung des bayerischen Ministeriums des Innern hat das dortige Justizministerium anfangs Mai für Bayern Erhebungen betreffs des bäuer lichen Erbrechts angeordnet, durch welche festgestellt werden soll: 1. Ob nach der im betreffenden Bezirk oder in einzelnen Theilen desselben herrschenden Sitte die dem land- oder forstwirthschaftlichen Betriebe dienenden, mit einem Wohnhause versehenen Güter von einem Erben übernommen werden; 2. ob diefe Nebernahme des Gutes durch einen Erben in Uebergabsverträgen und in lettwilligen Verfügungen angeordnet wird, oder ob sie, mangels solcher Verträge und Verfügungen, bei Auseinandersetzung eines Nachlasses unter den Weiterben vereinbart zu werden pflegt; 3. ob es hierbei Sitte ist, den Werth des übernommenen Butes nicht nach dem Verkaufswerth, sondern niedriger, etwa nach dem Ertragswerth, in Anschlag zu bringen und außerdem dem Auerben einen Vorzug zu gewähren, dann ob und in welchem Maße die hiernach den übrigen Erben zu leistende Abfindung hinter deren gefeßlichem Grbtheil zurückbleibt; 4. ob die erwähnte Sitte in Abnahme begriffen ist oder nicht.Tie elende Lage der preußischen Volksschulen aufrecht zu erhalten, scheint doch selbst dem preußischen Unterrichtsministerium nicht mehr möglich. Wir hoffen wenigsteus, daß man dies aus der folgenden Notiz der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" schließen darf. Diefelbe lautet: Das Unterrichtsministerium hat den königl. Regierungen ein nach der Erhebung vom 25. Mai 1891 aufgestelltes nament liches Verzeichniß der in ihrem Bezirke vorhandenen ein= tlasfigen Schulen mit mehr als 80 Schulfindern, sowie der zwei und mehrklassigen Schulen, in denen mehr als 70 Schulkinder auf je eine Lehrkraft entfallen, zugehen lassen. Dieses Verzeichniß soll Anbalt dafür geben, bei welchen Schulen in erster Reihe mit Her: stellung normaler Schulverhältnisse vorzu gehen wäre. Zwischen Deutschland und England fehlte ein Einverständniß wegen der Abgrenzung an der westlichen Grenze von Deutsch Ostafrika. Dasselbe ist nun erzielt worden. # Juftitia im Ehrenkampf. Unter diesem Stichwort berichteten wir neulich, daß gegen Landgerichtsrath Pfizer in Ulm das Disziplinarverfahren eingeleitet ist, weil Landgerichtsrath Pfizer in einer Broschüre seiner Ueberzeugung fräftigen Ausdruck darüber gegeben hatte, daß ein gewisser Jlg im Jahre 1884 unschuldig zu Zuchthausstrafe verurtheilt ist. Landgerichtsrath Pfizer erläßt nun eine Erklärung, der wir folgendes entnehmen: Glaß- Koepp'schen Aeußerungen vom 8. März völlig unrichtig 2c.| Farbmalzpaladine werden den Reichstag mit Petitionen, gewesen seien 2c. Dasselbe wies Rektor Lakoschus nach. mit Dringlichkeitsanträgen, mit Gefeßentwürfen bestürmen. Reftor Latofchus mies nach, daß den Lehrern ein anderes Stand bis zu diesem Augenblicke die deutsche KapitalistenMittel als die Presse nicht zur Verfügung gestanden habe. Klasse der geseglichen Regelung des Arbeitstages in der Der Untersuchungsrichter hätte zwar gemeint, daß eine Herausforderung der Rechtsanwälte am Hofenvollpose gegenüber, so werden der Manchestermann Blaze gewesen wäre, doch stände dieses Recht den Richter und der Schutzöllner Stumm ihr Jawort ach! wie Lehrern nicht zu. gerne geben. In der Kreuz- Zeitung"( Nr. 289 vom 2atosch us direkte Erkundigung ein und erhielt von ihm der Reichskommission für Arbeiterstatistik: Daraufhin zog die Volks- Zeitung" von Herrn 23. Juni ds. Js.) liest man nämlich über die erste Sigung die Auskunft: , daß der Untersuchungsrichter Assessor 8iemer einem Angeklagten in der That die Vorhal= tung gemacht habe: Sie hätten ja die beiden Rechtsanwälte fordern können." Als dann in der Verhandlung der Staatsanwalt auch meinte, wir hätten uns wohl auf andere Weife" Genugthuung verschaffen können, da nahm ich Veranlassung, jenes wunderbaren Umstandes zu erwähnen. Da bleibt der hohen Obrigkrit, da sie sich bisher nicht entschließen konnte, den Offizieren und Beamten das Duell unmöglich zu machen, wohl nichts anderes übrig, als das Duell in der Form des Gottesurtheils in unsere Rechtspflege wieder einzuführen. Die Kommission hat einen von zwei Wegen zu wählen, die Arbeitszeit in den genannten Arbeitsstätten entweder durch Verordnung des Bundesraths, oder durch Erlaß eines Spezialgesetzes zu bestimmen. Nach diesen beiden Richtungen sind der Kommission zwei Entwürfe unterbreitet worden. Der eine Ents wurf nimmt eine Magimalarbeitszeit von 24 Stunden mit 3 Ueberstunden zu einem Lohne von 6 M. 72 Pf. an." Mehr kann der energischste Plusmacher nicht verlangen, als inen Arbeitstag, der drei Stunden über die Naturgrenze ausgedehnt ist, eine Bumperei von siebenundzwanzig Stunden. Der Gelehrte der Kreuz- Zeitung" ift unbewußter Weisheit voll. Natürlich druckt die ganze tonservative Presse gottergeben und wahlverwandt die Weisheit ihrer Wortführerin nach. Spizmarke„ Das fehlte gerade noch" theilten wir in unserer Braunschweig auf grund des vorjährigen Berggesetzes Internationale Presverfolgungen. Unter der Neue bergpolizeiliche Bestimmungen find in Nr. 140 nach der Münchener Post" mit, daß ein Münchener mit ministerieller Genehmigung erlaffen worden. Die Gericht auf Requisition des Kreisgerichtes von Leitmerig in 70 Paragraphen enthaltenden Vorschriften gliedern sich in Böhmen unsere Genossen Schmid und Ernst wegen Ber- folgende zehn Abschnitte: 1. Schutz der Oberfläche, breitung des in Bayern gedruckten und verlegten Sozial- 2. Sicherung der Grubenbaue, 3. Förderung, 4. Fahrung, Die Münchener Post" theilt nun in ihrer letzten Nummer 7. Sonstige Arbeiten, demokratischen Katechismus" zur Rechenschaft ziehen wollte. 5. Wetterführung und Beleuchtung, 6. Schießarbeit, über diesen Fall folgende nähere Umstände mit: 8. Arbeiter, 9. Markscheiderwesen, 10. Schlußbestimmungen. Uebertretungen der ers Am 15. d. Mts. erhielt der Redakteur und Verleger der lassenen Vorschriften werden mit Geldbuße bis 300 M. beMünchener Post", Genosse Eduard Schmid, eine Borladung, straft. Brauntohle darf bei unterirdischem Abbau nur bis fich andern Tages als Beklagter im Zimmer Nr. 43 Amts: fich andern Tages als Beklagter im Zimmer Nr. 43 Amts: zu einer Mächtigkeit von 5 Metern auf einmal gewonnen gericht München I behufs Bernehmung einzufinden. Der " " Gegenstand der Sache war nicht genannt. Dem Buchdruckerei werden. Der Abbau der Kali- und Magnesiafalze darf nur befizer Genossen Ernst ging dieselbe Ladung zu. Zu unserer in der Weise erfolgen, daß die abgebauten Räume vollgrößten Ueberraschung mußten wir alsdann erfahren, daß das ständig versetzt werden. Dabei muß der Versatz dem Abbau t. t. Kreisgericht Leitmerih in Böhmen irgend welche Schmerzen in kürzester Frist folgen, so daß die Salzstöße und Salzverspürte, sich deshalb an das Amtsgericht München I firsten nicht länger als sechs Monate der Verwitterung wandte, welches dann eilfertig bereit war, das Ermittelungs ausgesetzt sind. Hinsichtlich der Aufbewahrung und der Ververfahren einzuleiten. Im Verlag der Münchener Post" wendung von Sprengstoffen sind peinlichste Sicherheitserschienen nämlich feiner Zeit drei Auflagen " Sozialdemokratischen Katechismus", wovon sich auch maßregeln vorgeschrieben, und als Bergarbeiter dürfen nur Exemplare nach Desterreich verirrten, ohne erst die dortige Personen beschäftigt werden, die nach ärztlichem Zeugnisse Benfurbehörde paffirt zu haben. Genoffe Eduard Schmid war mit förperlichen oder geistigen Gebrechen, die leicht Anlaß als Berleger, Genosse Ernst als Drucker der Broschüre an zu Unglücksfällen geben können, nicht behaftet und dem gegeben. Trunke nicht ergeben sind. Infolge des Erlasses der neuen Unterm 22. Januar 1894 ging uns vom t. t. Kreisgericht bergpolizeilichen Vorschriften erlischt die Giltigkeit der in Leitmerit ein Erkenntniß zu folgenden Inhalts: 1874er Berordnung, betreffend die Schießarbeit beim Erkenntniß. Im Namen Seiner Majestät des Kaisers! Das t. f. Kreisgericht in Leitmerih als Prozeßgericht hat über die Anträge der t. I. Staatsanwaltschaft vom 19. Januar 1894 3. 375 St. A. zu Recht erkannt: Der Inhalt der in München 1893 erschienenen Druckschrift ,, Sozialdemokratischer Katechismus für das arbeitende Volk von Ludwig Knorr" Verlag der Münchner Post" Eduard Schmid begründet den Thatbestand 1. des in den §§ 58c und 59c Stg. bezeichneten Verbrechens des Hochverrathes,.2. des im§ 65a und b Stg. bezeichneten Verbrechens der Störung der öffentlichen Ruhe und 3. des in den§§ 302 und 305 Stg. bezeichneten Vergehens gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung. Da die t. t. Staatsanwaltschaft eine Anklage gegen eine bestimmte Person nicht erhebt, so wird auf grund der§§ 489-498 St. P. D. die Beschlagnahme dieser Druck: schrift bestätigt, das Verbot der Weiterverbreitung der felben ausgesprochen und nach§ 37 de Preßgeseyes die Bernichtung der mit Beschlag belegten Gremplare verordnet. Aus der Begründung ging hervor, daß von den im p. p. Katechismus enthaltenen 140 Fragen und Antworten nicht weniger als 48 beanstandet wurden. Bergbau.ee Eine neue Demonstration für das allgemeine Wahlrecht meldet das Wolff'sche Bureau in der folgenden Depesche aus Wien: Am letzten Sonntag wurde im Prater unter freiem Himmel eine von zirka 12 000 Personen besuchte Arbeiterversammlung abgehalten, bei welcher von einer Anzahl Redner die Frage des allgemeinen direkten Wahlrechts behandelt wurde. Der Auszug aus dem Prater vollzog sich ruhig, ernstere Zwischenfälle tamen nicht vor; einige Verhaftungen wurden vorgenommen. 30. Recht auf Arbeit. Das endgiltige Resultat der schweizerischen Volksabstimmung vom 8. Juni wird von der Bundeskanzlei wie folgt angegeben: Von 680 731 Stimmberechtigten stimmten 75,880 Ja, 308 289 Nein. Die englische Regierung besteht nur noch von Oppositions Gnaden. Sie lawirt verzweifelt bald nach rechts bald nach links, um abwechselnd mit Bourgeois wind oder Arbeiterwind zu segeln. Die Opposition gewinnt täglich an Terrain. Und gerade dies ist der Grund, warum fie nicht mehr zur Auflösung drängt. Sie weiß, je länger Seit einiger Zeit ist nun bei Wörlein u. Komp. in Nürn- gewartet wird, desto überwältigender wird die Majorität berg die vierte Auflage des Knorr'schen Katechismus erschienen, gegen die Regierung fein. So ist man stillschweigend über wovon sich wieder einige Exemplare, auch ohne vorher der eingekommen, die Auflösung und Neuwahlen auf das Benfurbehörde vorgelegen zu haben, in das Kreisgerichts nächste Jahr zu verschieben. Lord Rosebery, der die gebäude nach Leitmeriz verirrt haben mögen. Das betreffende Gericht wandte sich um Ermittlung an das Amtsgericht Hoffnung seiner Freunde nach keiner Richtung hin erfüllt München, welches, wie gesagt, parirte. Leßteres ist um so hat und fühlt, wie ihm der Boden unter den Füßen fomischer, als weder Genosse Schmid noch Genoffe schwindet, würde jetzt sehr gern früher auflösen, wenn Ernst mit der dem Amtsrichter in einem Exemplar sich eine gute Gelegenheit böte. Aber woher nehmen und vorgelegenen vierten Auflage des p. p. Ratechismus nicht stehlen? Auf dem Gebiete der inneren Politik etwas zu thun hatten, sondern derfelben das Impreffum findet sich kein guter, d. h. die Maffen hinreißender WahlMörlein u. Komp. Nürnberg deutlich aufgedruckt ist. Die ruf". Die Jutereffen des liberalen Bürgerthums, der Absicht der Leitmerizer Bundesstaats- Nachbarn bestand darin, Arbeiter und der Homeruler der brei Gruppen, den Berleger und Drucker des Katechismus( dritte Auflage) zugehen lassen mit " " Ich gebe zu, daß ich in der Schrift den an dem Beschluß des Disziplinargerichtshofs vom 26. April 1884 betheiligten Richtern( beren Namen mit Ausnahme des Vorsitzenden und des Referenten mir unbekannt sind) den schwersten Vorwurf gemacht habe, den man einem Richter in Beziehung auf seinen Beruf machen fann, nämlich den Vorwurf, das Recht gebeugt, eine Strafe über einen Angefchuldigten verhängt zu haben, dessen Unschuld dem Richter bekannt sein mußte und bekannt war. Ist der Vorwurf begründet, dann sind meine darüber gebrauchten Ausdrücke nicht zu hart. Ist er unbegründet, dann ist mein Verbleiben im Staatsdienste eine Unmöglichkeit und ich werde von dem Tage, wo durch den Spruch eines unbefangenen, d. h. außerwürttembergischen Richters rechtsträftig festgestellt ist, daß die von mir behaupteten Thatfachen nicht wahr seien, ohne Rücksicht darauf, ob ich den Spruch für gerecht halte oder nicht, meine Entlassung nehmen. Ich gebe endlich zu, daß ich behauptet habe, der Justizminister habe die Verhängung einer Disziplinarftrafe über mich gewünscht und in der Hoffnung, daß sie erfolgen werde, dem Oberlandesgericht bie Beschwerde des Landgerichts raths und des Staatsanwalts dem Anheimgeben", daß Geeignete zu verfügen. Durch den wegen Mißachtung eines erlaffenen Verbotes und fortgesetter auf die das Kabinet sich stützt- find einander fo Vorwurf der Beugung des Rechts habe ich, wenn er Verbreitung der vierten Auflage deffelben Werkchens zur Rechens entgegengejebt und widersprechend, daß alles, was die eine unbegründet ift, mich nicht nur eines Dienstvergehens, sondern schaft zu ziehen. Wie spaßhaft diese Geschichte auch flingen Gruppe befriedigt, den beiden anderen, mindestens einer der auch eines gemeinen Bergehen, der Beleidigung(§ 186 Str.mag, sie ist dennoch wahr. beiden anderen, nichts weniger als sympathisch ist. Und ...) schuldig gemacht. Ich behaupte, daß der Thatbestand So weit die Münchener Post". Neben seiner uns auf dem Gebiete der auswärtigen Politit waren die des mir zur Last gelegten Dienstvergehens... zusammenfällt zweifelhaft spaßhaften Seite hat der Fall aber auch sicherlich Liberalen von jeher Stümper; außerdem liegt ja auch gar mit dem Thatbestand des gemeinen Bergehens, so daß, menn eine ernste Seite. Was geht das Münchener Gericht diese feine" brennende Frage" vor, mit der sich Lorbeeren er wegen des letteren in einem gerichtlichen Verfahren eine Frei- Verfügung der österreichischen Breßbüttel an? Wie tommt gattern ließen. So sinkt denn das Kabinet Rosebery tiefer sprechung erfolgen würbe, nach Artikel 76 des Beamtengefeges es dazu, die Genossen Ernst und Schmid zu behelligen? und tiefer in den Morast, bis er ihm, bei der Wahl nächsten ein Disziplinarverfahren nicht mehr ftatthaft wäre, Und ich Ein wenig mehr Gefeßeskenntniß und Geschick hätten wir Jahres, über dem Kopfe zusammenschlägt. Die Zeit der behaupte, daß in einem gerichtlichen Berfahren meine doch vorausgesetzt! Freisprechung erfolgen müßte, weil die von mir behaupteten Mittelparteien ist in unserer kapitalistischen Gesellschaft Thatsachen erweislich wahr sind. Nach meiner Zum Selbstmord des vom Heede. Warum der eben vorüber; die Entwickelung geht nach den Extreme a: unmaßgeblichen Meinung muß bei der( in meinem Fall vor- durch Selbstmord aus dem Leben geschiedene Abgeordnete der Arbeiterpartei einer- und der konservativen Liegenden) Identität bes Thatbestandes des gemeinen und des vom Heede troß seiner allgemeinen Beliebtheit nicht die Partei andererseits. Was dazwischen liegt, wird zerDienfivergebens, ehe ein Disziplinarverfahren eingeleitet und Hilfe seiner Freunde in Anspruch nahm, um der ihm er- rieben wie zwischen zwei Mühlsteinen. Freilich, in Ländern durchgeführt wird, abgewartet werden, ob der zur Stellung wachsenen finanziellen Schwierigkeiten Herr zu werden, wird mit solch zäh demokratischem Konservatismus dauert des Strafantrags Berechtigte den Antrag wirklich stellt. Landgerichtsrath Pfizer erklärt sich schließlich ausdrück- jetzt klar. vom Heede hat, wie die Berliner Btg." schreibt, dieser Prozeß etwas länger, als in den bröckligen polizeilich lich bereit, sich jedem nicht württembergischen Gericht zu bas Vertrauen seiner Mitbürger, die Ehrenstellungen, die er ein bureaukratischen Kontinentalſtaaten, die ein organisches fiellen, um sich wegen des gemeinen Bergehens" zu ver- nahm, seit Jahren s ch mählich mißbraucht, und hat zum Wachsen und Verwachsen nicht kennen. antworten. Daß Herr Pfizer wirklich glaubt, daß in Giftbecher gegriffen, weil er vor der Entdeckung schmachWieder eine Grubenkatastrophe! Noch ruhen Deutschland ein Gericht sich findet, das, wenn seine Be- voller Betrügereien stand, durch die viele kleine Leute zahlreiche Bergleute in den Gruben von Karwin, noch hat hauptungen bis auf's legte Tipfelchen erwiesen werden ruinirt sein werden. vom Heede hat als Direktor der sich nicht die Erregung über die Grubenkatastrophe gelegt, follten, ihn freisprechen würde, zeigt, daß noch Idealis. Volksbank von Halver im Laufe langer Jahre mit Hilfe des die hunderte Familien ins Glend gestürzt hat, und schon Raffirers, den er vollständig beherrscht zu haben scheint, fast eine tommt vom Schlachtfelde der Arbeit eine ebenso fürchterQuell auf richterliche Empfehlung. Daß Richter Schwindeleien blieben unentdeckt, weil die Aufsichtsräthe in ihrem unter Depeschen die ersten Nachrichten über die Katastrophe halbe Million Mark aus der Kasse der Bank bezogen. Die liche Kunde. Wir haben in der legten Nummer schon und fouftige Staatsbeamte trotz des geseglichen Verbots Vertrauen auf die Ehrlichkeit des Direktors die Revisionen in der Kohlengrube Albion in Wales registrirt. Gestern fich persönlich auf Duelle einlassen, ist nichts neues mehr, nicht gründlich genug erledigten. Boraussichtlich kommt es langte noch die folgende Depesche an: daß aber ein Richter in seiner amtlichen Thätigkeit zur zu einem Krach, wie in Siegen. Geschädigt find HandBeilegung eines Streites durch das Duell auffordert, ist werker, kleine Fabrikanten, Geschäftsleute und Landwirthe. neu. Wenn die Preußische Lehrer- Zeitung" recht unter- Man erinnert sich, daß vor kurzem die nationalliberale richtet ist, haben wir mit einem solchen weiteren Ein- Bartei mit ihrem Reichstagsabgeordneten North( Straßburg bringen bes militärischen Geistes in unsere Rechtspflege Land) dieselben Erfahrungen gemacht hat, wie mit Herrn zu rechnen. Wir berichteten neulich über den Prozeß gegen vom Heede. mus in ihm ist. " " Pontypridd, 24. Juni. Man schäßt die Zahl der in der Kohlengrube Albion verschütteten Bergleute auf 251. Bis jezt sind 142 Zodte aufgefunden worden. my nach diesen Katastrophen endlich ein Licht/ darüber aufSelbst den furzsichtigsten Sozialpolitikern muß doch gehen, daß in diesem gefährlichsten aller Gewerbe fein weit stärkerer Schutz als durch die bisherige Gesetzgebung vor verordneter, der Rechtsanwälte Glaß und köpp. Das ge Heureka, ich hab's entdeckt, kann der Sozialpolitiker allem diesen Arbeitern zugebilligt werden muß. Aber nannte Blatt theilte in seiner Sonnabend- Nummer über der Kreuz Zeitung" rufen. Die soziale Frage ist gelöst, nicht auf die Anschauungen der Sozialpolitiker, auch nicht diefen Prozeß folgendes mit: die der Normal Arbeitstag tritt ins Leben, und die ganze der kurzfichtigsten, kommt es bei der Gesetzgebung an, fon34 Schneidemühler Lehrer wegen Beleidigung zweier Stadt= Direktor Eruft sowie der Wertheidiger Rechtsanwalt iluzte Unternehmerschaft giebt ihren Gegen dazu. Die nothleiden- dern lediglich auf die Interessen des Großbesizes, und Flator( die Schneidemühler Rechtsanwälte verweigerten die den Junker in den Gebieten des Kartoffelfufels, die Gruben- dieser ist trotz aller Katastrophen im Interesse seines GeldBertheidigung zu führen) bewiesen in überzeugender Weise, daß die herren und die Baumwollbarone, die Eisenherren und die beutels gegen jeden wirksamen Arbeiterschuh. Für den Inhalt der Inferate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 26. Juni. Deutsches Theater. Faust. Berliner Theater. Die Braut von Messina. Residenz- Theater. Jugend. Belle Alliance- Theater. Das in Rigdorf, Karlsgartenstraße, zu feinem 1. Unserem Vereinswirth Paul Silpert Achtung! Achtung! heutigen Geburtstage ein dreimal Das Stiftungsfest d. Freien Verheutigen Geburtstage donnerndes Hoch. Kämpfe weiter für Wahrheit und Recht. 1465b Gefangverein Schneeglöckchen 1. 2. Wahlkreis. einigungd. Bauarbeiter Berlins Oeffentl. Volks- Versammlung Allen Freunden und Bekannten zur am 14. Juli in Königsbank", sondern findet wegen der Lokalsperre nicht Nachricht, daß unser Bruder und am 28. Juli bei Fiebig, Gr: Frant am Mittwoch, den 27. Juni, Abends 8 Uhr, bei Poppe, Schivager, der Korbmacher Julius Reim am 23. Juni im Alter von 32 Jahren im Krankenhause am Urban verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mitt woch Nachmittag 5 Uhr von der Leichenhalle des neuen Louisen Kirchhofes in der Hermannstraße aus statt. Glöckchen des Eremiten. Alexanderplay- Theater. Heinrich 14746] Heine. Vorher: Dir wie mir, Der trauernde Bruder und Schwägerin Franz u. Emma Reim. furterstraße 28, statt. 14726 Rein Ringbier! Um rege Theilnahme ersucht Das Komitee. nunmehr am 15. Juli statt. Die Mitgliederversammlung findet Achtung! Ich erkläre hiermit, daß ich schon seit 4 Wochen Nordstern- Bier führe. Die Angabe im Flugblatt, daß ich boykottirtes Bier habe, beruht auf oder: Dem Herrn ein Glas Waffer: Freie Kranken- u. Begräbniß- thum. National Theater. Italien in Berlin. 10 Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Parodie Theater. Vorstellung. SpezialitätenNational- Theater. Große Frankfurterstr. 182. Sensationelle Novität! Italien in Berlin. Kaffe der Schuhmacher und Berufsgenossen Berlins. ( E. H. 27.) Ill. Nachtrag aum zweiten revidirten Statut. Der§ 6 Absatz 2 des zweiten Nachtrags wird aufgehoben und erhält folgende Bestimmung: Der wöchentliche Beitrag beträgt 40 Pf. und ist im voraus zu bezahlen. Der Nachtrag tritt mit dem Tage der Genehmigung in Krast. 1475b Der Vorstand. 1478b Fuhlbrügge, Graudenzerstr. 15. Bestes Pugmittel der Welt! RSAL METALL- PUZ & PUTZ- POMADE Schutzmark ADALBERT VOGT& CO FRIEDRICHSBERG Coldene u.si Große Ausstattungs- Posse mit Gesang und Tanz in 4 Atten von Carl Peters. 3. Nachtrag als eingeschriebene Hilfs Die Kasse bleibt mit dem vorstehenden Musit von A. Wiedecke. Dekorationen aus dem Atelier von neuem bescheinigt, daß sie, vorbehaltlich Pomade ist von uns zuerst im taffe ferner zugelassen und wird von Diese Universal- Metall Put Müller und Schäfer. Maschinerien der Höhe des Krankengeldes, den An- Jahre 1876 eingeführt und das Fabrikvom Theatermeister Otto Weiße. Glektrische Lichteffekte von Zakowsky.forderungen des§ 73 des Krankenzeichen ,, Helm" durch gesetzliche EinRostüme vom Dbergarderobier Paul tragung zur Schuhmarke gekennzeichnet worden. Alle ähnlich ausfehenden Erzeugnisse sind deshalb Nachahmungen unseres unübertroffenen Pugmittels. 308L* Hildebrandt. Regie: Mar Samst. Raffenöffnung 51/ 2Uhr. Anfang 7/2 Uhr. Im Garten: Großes Konzert. Sommerbühne Aufführung versicherungsgesetzes genügt. Berlin, den 4. Mai 1894. Der Minister für Handel und Gewerbe. J. V.: Hohmann. Lindenstr. 106. Tagesordnung: Volksbildung und Klassenbewußtsein. Referent Georg Der Einberufer. Wagner. 6. Wahlkreis. ( Rosenthaler Vorstadt.) Volks- Versammlung am Dienstag, den 26. Juni 1894, Abends 8 Uhr, im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 35. 1. Der Staat und die Arbeiter. Referent Genosse Faber. 2. Diskussion. Die Vertrauensperson. 1482b Tages Drdnung: Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 26. Juni, Abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Ehrenberg, Annenstraße Nr. 16: Verlammlung. Tages Ordnung: I 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn Dr. H. Weyl über: Die Ers nährung des Menschen. 3. Verschiedenes. Ordnung zu bringen, da bei mehr als 6 Resten der Ausschluß unweigerlich Zum Quartalsschluß werden die Kollegen ersucht, ihre Beiträge in vollzogen werden muß. Im Interesse jedes Mitgliedes liegt es daher, seine Beiträge in Ordnung zu bringen. In dieser Versammlung gelangen die Fragebogen für die vom Zentral Berein aufzunehmende Statistit zur Ausgabe; ebenfalls wird an den folgenden Abenden ein Kollege von 8 Uhr ab im Lokale Annen str. 16 zur Ausgabe anwesend sein. 43/1 Der Vorstand. Auf der Gone ble brung von Achtung! Brauereiarbeiter. Achtung! Verband deutscher Gold- und Silberarbeiter Lustspielen, Poffen sowie SpezialitätenVorstellung ersten Ranges. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Reichshallen Dinhoffs Platz. Saal oder Garten. Täglich: Nord- deutschen Humoristische Soirée der Sänger. Heute, Dienstag: Zum 25. Male: Italien in Berlin. Ensembleszene von Hoffmann. Anfang 8 Uhr. Entree 30 refp. 50 Pf. Passage- Panopticum. Ein Dienstag, 26. Juni, Mittags 12 Uhr, in Joël's Festsälen, 89/2 Andreasstr. 21: Große öffentliche Versammlung der ausgesperrten Brauereiarbeiter. Tagesordnung: 1. Die Lage der Ausgesperrten. 2. Distussion. Die Kommission. Achtung! Töpfer. Achtung! Vertrauensmänner- Sißung am Mittwoch, den 27. Juni, Abends 6 Uhr, bei Wilke, Andreasßtr. 26. Bauten als Bertrauensmann gewählt oder bestimmt find. Wir machen es Hierzu sind nur die Kollegen eingeladen, welche auf den einzelnen also einem jeden Kollegen dem obige Funktion übertragen ist zur Pflicht, pünktlich zu erscheinen. 90/8 Der Vertrauensmann. Gustav Melzer, Friedrichsfelderstr. 26. Adhtung! Dahomey- Gürtler und Bronceure. Dorf mit 51 wilden Weibern. Tägl. 8 Vorführungen. Um 11, 12, 4, 5, 6, 7, 8, 9 Uhr. Castan's " Unser diesjähriges Sommerfest in der Neuen Welt" findet des Boykotts wegen nicht am 16. Juli, sondern erst am 27. August statt. Da wir nicht von unserm Kontrakt entbunden werden, ersuchen wir die Kollegen, das Sommerfest zu unterstützen. Ringbier braucht Reiner zu trinken. Die Raffeeküche ist jederzeit während des Vergnügens geöffnet; auch hat der Defonom Herr Bau sich erboten, 3/10 Liter Aepfelwein vom Faß für 15 Pf. auszuschänken. Das Comité. J. A.: R. Schmolt. Oeffentliche 1461b Versammlung der Böttcher Berlins und Umgegend Panoptikum. am Mittwoch, den 27. Juni 1894, Vormittags 10 Uhr, Hawaiische Königs- Tänzerinnen aus Honolulu. Evora- Bräu in vorzügl. Qualität empfiehlt in Gebinden v. 20-100 Ltr. 30 Fl. 3 M. 113/20 bei Heise, Lichtenbergerstraße Nr. 21. Die Kommission. Frauen und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes für Berlin und Umgegend. Mittwoch, den 27. Juni 1894, Abends 8 Uhr, im großen Saale des Swinemünder Gesellschaftshauses, Swinemünderstr. 35: Versammlung der Filiale Norden. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Adolf Hoffmann über: Die privatkapitalistische Um zahlreiches Erscheinen, besonders der Frauen, bittet Otto Linke, Lagerhof 3. Sintfluth. 2. Distuſſion. 8. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Telephon Amt III Nr. 404. Weißbier! 461/20 Der Vorstand. Hiermit beehre ich mich, die ergebene Anzeige zu machen, daß ich am hiesigen Plate Hermannstraße 145, Eingang Steinmeßstraße, eine Fur Fabriken und Werknätten Mineralwaffer- und Fruchtfaft- Fabrik Für fowie für Wiederverkäufer liefere ich mein Versand- Weißbier in errichtet habe. Ich werde dieselbe mit der größten Reellität und mit der unübertrefflicher Güte zum Preise von Sorgfalt betreiben, wie man es von einem solchen Geschäft fordern muß, und 3 Mt. für 40 halbe oder 45 4/10 oder bitte deshalb, mich in meinem Unternehmen gütigst unterstützen zu wollen. 25 8/10 oder 20 ganze Flaschen, frei Rixdorf, den 25. Juni 1894. in's Haus, in Flaschen mit Patentverschluß, ohne Pfandberechnung. Fernsprecher Amt Schöneberg No. 92. A. Seidler, Schöneberg, 214L* Sedanktraße Nr. 73-75 und 82. Berliner Weissbier- Brauerei. Eine alte deutsche Feuer- Bers.- Gesell1470b Otto Horn, Apotheker. Achtung! Köpenick. Achtung! Große öffentliche Bolts- Bersammlung für Männer und Frauen schaft sucht für Berlin u. die Proving am Mittwoch, 27. Juni, bei Herrn Wöllstein in Adlershof. Zages Drdnung: thätige Haupt- u. Spezial- Agenten. Hohe fortlaufende Bezüge event. auch 1. Der Bierboykott und wie stellen wir uns zu der Saalsperre der feftes Gehalt werden zugesichert. Köpenicker Wirthe. Referent Adolf Hoffmann( Pantow). 2. Diskussion. Offerten unter 0. P. 2 nimmt die 8. Berschiedenes. Die Boykottkommission. Expedition entgegen. 219L* 1481/ 16 Rein Ringbier. E u. verw. Berufsgen.( Bahlstelle Berlin.) Mittwody, 27. Juni, Abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Ehrenberg, Annenstr. 16: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 9 1. Urabstimmung über den Antrag des Ausschusses, betreffend Delegation Vorsitzenden der Agitationskommission zum Verbandstage. 2. Vortrag des Genossen Fritz Hansen: Zur Naturgeschichte des Proletariats. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 185 13 Grosses Der Vorstand. Sängerfest Des Arbeiter- Sängerbundes Berlins und Umgegend I am Sonntag, den 8. Juli 1894 in Schmargendorf Schützenhaus Sanssouci Festwiese an der Ruhlaer Strasse. 211 Gesangvereine. Massengesänge. 3 Musikkapellen. Die Musik wird von der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins u. Umgegend ausgeführt. Direktion die Herren Grass, Loppe und Schonert. Von Nachmittags Tanz. 4 Uhr ab: Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Billets à 20 Pf. Ausschank: Münchener Brauhaus. Anfang des Concerts früh 8 Uhr, der GesangsAufführungen Nachmittags 3 Uhr. Zu diesem diesjährigen Sängerfest ladet der Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend alle Genossen, Freunde und Gönner hiermit freundlichst ein. 107/18 Fahrverbindung: Stadt- und Ringbahn 10 Minuten- Berkehr. Von Schmargendorf ab Dampfbahn bis zur Festwiese viertelstündlich. Ebenfalls werden Fuhrwerke, Kremser 2c, genügend zur Verfügung stehen. 00000-0-000000 Schweizer Garten. Am Friedrichshain. Am Königsthor. Täglich: Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung. Im neu Volksbelustigungen aller Art. parquettirten Saale: Täglich: Gr. Ball. } Bon 5-72 Uhr: Freier Damentanz. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Entree 30 Pf., Billets vorher 25 Pf. 00000-0-0000000 Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von May Badiu, in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 145. Boykottirt find: 1. Schultheiß- Brauerei, Aktien Gesellschaft, Berlin ( und Tivoli). 2. Brauerei F. Happoldt. D 3. Böhmisches Brauhaus, Kommandit Gesellschaft auf Attien, A. Knoblauch. 4. Brauerei Karl Gregory, Berlin( Adler- Brauerei). 5. Vereins- Brauerei Nixdorf. 6. Spandauer Berg- Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei Charlottenburg. : 7. Aktien- Gesellschaft Schloß Brauerei Schöne berg. Aus dem Brauerring während des Boykotts sind aus getreten und die Arbeiter- Forderungen haben anerkannt: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichentron, Charlottenburg. * Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Dem Brauerring gehörten nicht an und die Arbeiter forderungen sind durchgeführt bei: Münchener Brauhaus, Attien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl King u. Ko., Berlin. Dem Brauerring gehören nicht an, Aeußerungen über die Durchführung der Arbeiterforderungen liegen aber nicht vor von F. W. Hoffmann, Werder a. H. G. Bauer, Werder a. H. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichs= hagen. Kaiser- Brauerei, Dummer und Kahl, lottenburg. Brauerei Phönig, Lichterfelde. Nordstern- Brauerei, Berlin. * * " Dienstag, den 26. Juni 1894. Parteinachrichten. Regensburg. Seit Kurzem erscheint hier unter dem Titel Regensburger Arbeiterstimme" ein sozialdemokratisches Blatt, welches geschickt redigirt ist und wöchentlich dreimal ausgegeben wird. Hoffen wir, daß dasselbe die nöthige Unterstützung findet, um sich eine feste Position zum Nutzen der oberpfälzischen Arbeiter zu schaffen. * Blattes„ Cervanty", Genoffe Spera, wurde vom Schwurgericht Brünn( Mähren). Der Redakteur des slavisch- sozialistischen fegung und Veröffentlichung eines Artikels aus der Neuen Zeit" wegen Verbrechens der Religionsstörung", begangen durch leber ( Der Mythus von der unbefleckten Empfängniß" von Baul Lafargue) zu fünf Monaten schweren Kerker, verschärft durch je einen Fasttag alle 14 Tage, verurtheilt. * 11. Jahrg. sondern Bözzow. Lindenstr. 85, C. Preuß, fein Schultheiß, sondern Pazenhofer und Königstadt. 3. Wahlkreis: Annenstr. 37, Mali, fein Boykottbier, sondern v. Adelung und Hoffmann in Potsdam. Alte Jakobstr. 35, John, fein Boytottbier, sondern Phönix und Rathenower. Admiralstr. 20, Märten 3, fein Happoldt- Bier. Ritterstr. 46, Bauer, kein Boykottbier, nur Kulmbacher und Pilsener, Dresdenerstr. 45, Manecke, kein Boykottbier, sondern nur Münchener Brauhaus. Dresdenerstr. 30, Heideck, straße 66, Gastwirthschaft, fein Gregory, sondern Phönix. fein Boykottbier, sondern nur Münchener Brauhaus. Prinzen4. Wahlkreis( Süd- Ost). Manteuffelstr. 86, Preuß, tein Schöneberg, sondern Fürstenwalder Bier. Grünauerstr. 9, fein Schöneberg, sondern Münchner. Manteuffelstr. 86, R a ßner, 3 alta, kein Böhmisch, sondern Wusterhausener und Werdersches Bier. Manteuffelstr. 100, 2enz, fein Böhmisches. Wrangelstraße 107, 2ott, fein Böhmisches, sondern Müggelschlößchen. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Often. Feld Restaurant Kamerun, Frauendorf, tein Nürnberg. Der Redakteur der Fränkischen Tages- Böhmisches. Königsbergerstr. 7, F. Reich e, fein Böhm., sondern post" hatte sich wieder einmal wegen Verfehlung gegen die Brinkmann, fein Vereinsbier, sondern Kaiserbrauerei Charvon Schulze u. Hildebrandt in Werder. Elbingerstraße 17, be- rühmten§§ 52 und 53 des Polizei Strafgesetzbuches= unerlaubte Sammlung lottenburg. Breslauerstr. 30, A. Grandke, kein Böhmisches zu verantworten. Die Nr. 88 der Bier. Andreasstr. 77a, P. Weiß, fein Schöneberger, sondern Fränt. Tagespost" enthält einen Aufruf des Bundeskomitees Bürgerl. Brauhaus Dresden- Plauen. Madaistr. 6, Staege, des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes", in welchem der Herr fein Böhmisches. Königsbergerstr. 27, Walter, fein Schultheiß. mandat auf 15 M., wogegen Segit Einspruch erhob. Nach brauerei Charlottenburg. Posenerstr. 29, Meyer, kein Böhmisches. Amtsanwalt das Vergehen entdeckte. Die Folge war ein Straf Graudenzerstr. 3, Wiegert, fein Vereinsbier, sondern Kaisera längerer Berathung verkündete der Vorsitzende das Urtheil, Thaerstraße 52, Engelmann, fein Böhmisches. Graudenzerwelches auf toftenlose Freisprechung lautet. In dem Urtheil straße 15, Fullbrügge, fein Schöneberg, sondern Nordstern. wurde hervorgehoben: Die Richter konnten die Ueberzeugung Grüner Weg 67, Jde, fein Böhmisches, sondern Nordstern. nicht gewinnen, daß der Aufruf die Sammlung von Geldern Rüdersdorferstr. 45, Müller, fein Schöneberg, sondern Bergoder Gaben bezwecke, um so weniger, als in dem Artikel eine schloß- Brauerei. Tilsiterstraße, Feld- Restaurant Kamerun, InSammelstelle zur Entgegennahme von Geldern oder Gaben nicht haber A. Dbst, tein Böhmisches, sondern Pazenhofer. Koppen bezeichnet ist. straße 85( neue Nr. 94), Warzech a, tein Schöneberg, sondern Lichterfelder Phönix- Bier. -3um Breslauer Flugblatt Prozeß haben Char- wir noch mitzutheilen, daß auch Genosse Ernst Schwarzbach aus Tiefenfurt zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt wurde. Durch Vermittelung der Bierkommission oder auf deren Anregung führen nachstehend verzeichnete Brauereien von auswärts Bier nach hier ein: Brauerei in Wusterhausen. Exportbrauerei Rathenow. Bürgerliches Brauhaus, Dresden. Echloßbrauerei, Fürstenwalde. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frankfurt a. D. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Quintern), Ludenwalde. Brauerei Maß, Rottbus. Die Kommission für Arbeiterstatistik fette am Montag die Berathungen über den Entwurf, betreffend die Regelung der Arbeitszeit in den Bäckereien fort.§ 5 wurde in der Fassung angenommen, daß in Bäckereien an Sonn- und Festtagen eine 16 stündige und in Konditoreien eine 12 stündige Ruhe im Betriebe eintreten muß. Die Frage, ob der Bundesrath berechtigt ist, auf grund des§ 120 e Lokales. Parteigenossen! Versäumt nicht, Euch in die Wähler liften zur Gewerbegerichts- Wahl eintragen zu lassen! Die Parteigenossen werden besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die Wählerlikten von der vorigen Wahl verworfen sind und dah ein Jeder, der wählen will, ich unbedingt in die Linten eintragen lassen muß. Am 28. Juni ist der Termin für die Eintragung in die Wählerlisten beendet. Die Anmeldungen werden entgegengenommen: 5. Wahlkreis. Königsgraben 2, Woodke, kein Böhmisch. Bier. Gollnowstr. 24, Rehmer, kein Böhmisch. Bier. Kurze= straße 18, ange, fein Spandauerberg- Bier, sondern Kaiser brauerei, Charlottenburg. Oranienburgerstr. 54, Stolpmann, tein Boykott- Bier. 6. Wahlkreis. Stromstr. 34, Hollmach, kein Böhmisch., sondern von Reichenkron, Brauerei Carlsberg, Charlottenburg. Schwedterstr. 222, Fr. Paetsch, tein Schultheiß, sondern Thön's Nachfl., Spandau. Waldstr. 58, S. Schlecht, fein Boykottbier. Badstr. 29, Schumacher, kein Boykottbier, sondern Oswald Berliner. Zionskirchplay 11, F. Hohn, kein Boykottbier. Chauffeeſtr. 44, F. Buchheim, kein Bontottbier, sondern Brauerei Stralau. Berichtigung der Lokalliste. In Reinickendorf sind folgende Lofale nicht mehr zu Bersammlungen zu haben: 1. im Wahlbureau, Poststr. 16, 2 Tr., Wochentags von B8ttcher's Seeschlößchen, Markstr. 1 und 2; Adler, 8-3 Uhr; Amende und Residenzstraßen Ecke; Neubauer, Hausotter2. in der Turnhalle der 131./169. Gemeindeschule, Tempelstraße 81. hofer- Ufer 2; 3. in der Turnhalle der 62. Gemeindeschule, Schmidstr. 38; 4. in der Turnhalle der 115./170. Gemeindeschule, Staliger straße 55/56; 5. in der Turnhalle der 23. Gemeindeschule, Straußbergerstraße 9; 6. in der Turnhalle der 8./68. Gemeindeschule, Gipsstraße 23A; 7. in der Turnhalle der 15. Gemeindeschule, KastanienAllee 82; 8. in der Zurnhalle der 118. Gemeindeschule, Pantstr. 7-8; 9. in der Turnhalle der 118./128. Gemeindeschule, Thurm straße 86. objektive Ruhezeit an Sonn= und Festtagen für Geeine und zwar Wochentags von Nachmittags 5 bis 8 Uhr und Sonntags von 12 bis 3 Uhr. Als Ausweis genügen für den Arbeitgeber für den Arbeitnehmer werbebetriebe festzusetzen, wird von der Mehrheit der Rommission mit ja beantwortet.§ 6 bestimmt, daß 1. Gehilfen in Bäckereien an Sonn- und Festtagen, nach 6 des Abends die Bescheinigung über die erfolgte Anmeldung des GewerbeUhr, mit Arbeiten, welche zur Vorbereitung betriebes oder die letzte Quittung über Zahlung der GewerbeDer Wiederaufnahme der Arbeit am nächsten Werktage erforder- steuer, lich sind, höchstens eine Stunde beschäftigt werden dürfen, und 2. in Konditoreien, leicht verderbliche Waaren, die unmittelbar vor ein Zeugniß seines Arbeitgebers oder der Polizeibehörde, sowie Din genus hergestellt werden müſſen, zubereitet werden dürfen. Steuerquittungen 2c., baß er seit mindestens einem Jahre innerDie Gehilfen und Lehrlinge in Konditoreien, welche an Sonn- halb des Gemeindebezirks wohnt oder in Arbeit steht. und Festtagen noch nach 12 Uhr Mittags beschäftigt worden sind, müssen an einem Tage in der folgenden Woche von Mittags 12 Uhr an von der Arbeit freigelassen werden. Ein hierzu ge stellter Antrag, nach welchem die Bäcker, welche am Sonntag Nachmittag beschäftigt sind, auch einen freien Nachmittag in der Woche haben sollten, wurde abgelehnt. Empfang genommen werden. Formulare zu den schriftlichen Anmeldungen können in Der Rest des Entwurfes wurde ohne wesentliche Abänderungen angenommen. Es wurde darauf hingewiesen, daß bei unterlassener rechtzeitiger Anmeldung das Stimmrecht ruht. Es wird darauf ganz besonders aufmerksam gemacht, daß sowohl in den Wohnräumen der Bäckergesellen als in den Arbeitsräumen arge Mißstände bestehen. Da der§ 120 a der Da der§ 120 a derzeitig vorzunehmen. Versäume deshalb niemand die Eintragung rechtGewerbe- Ordnung bestimmt: daß die Gewerbe- Unternehmer, also : In Nixdorf sind nur zu haben: Wirsing, Knesebeckstraße; Appolt, Wittwe, Knesebeckstraße: Rummer, Berlinerstraße; Nietsche, Steinmetzstraße. In Stralau ist kein Lokal zu haben. In Spandau ist zu streichen: Spandauer Bergbrauerei. Berlin. 6 Wahlkreis: Nagel, Schwedterstr. 23, erklärt, sein Lokal nur zu Festlichkeiten herzugeben, Meyer, Ackerstraße 63, hat seine Unterschrift zurückgezogen. Die Lotalfommission. J. A.: H. Gumpel, Weinstr. 31, 2 Tr. und Saalinhaber einen Aufruf erlassen, in welchem sie um Am letzten Sonnabend haben eine Anzahl Großwirthe milde klingende Gaben bitten, um den Kampf, den sie in der Saalfrage freiwillig gegen das arbeitende Bolt unternommen, durchfechten zu können. Wenn ein armer und abgerissener, hungriger und durstiger Handwerksbursche in einem Laden oder Gasthaus um ein Stück Brot oder einige Pfennige Schlafgeld bittet, wie follern da die rundwanstigen Philister über den gesunden, faulen Kerl, der nicht arbeiten will! Und wird der Mann vom Bettelvogt er. tappt, so spaziert er unweigerlich ins Loch, und ist es nicht das erste Mal, so kommt er wohl auch ins Arbeitshaus. Die Ber liner Großwirthe, die den angezogenen Aufruf mit ihrer Unterschrift geziert haben, würden sich mit Händen und Füßen, mit Klauen und Zähnen wehren, und schreien würden sie wie die Zahnbrecher, wenn man 1. im Wahlbureau Poststr. 16, 2 Treppen, während der Dienst- rangirte. Aber sie tragen fein Bedenken, öffentlich den fie unter die Proletarier stunden von Vormittags 8 bis Nachmittags 3 Uhr, und Bettelsack zu schwingen. Wenn das Ehrgefühl heißen soll, nun, 2. in den oben genannten Anmeldestellen während der vor- dann ist dieses Ehrgefühl reif fürs Panoptitum. Die Sache hat geschriebenen Anmeldefrist. Das kann doch morgen nicht den nothleidenden Großgrundund billig ist und ihnen weder Schande noch Anfechtung bringt, aber noch eine andere Seite. Was den Großwirthen heute recht besitzern, den von Bauschwindlern bis aufs Hemd ausgezogenen Handwerkern, den von der Konkurrenz zerauch die Bäckermeister, verpflichtet sind, die Arbeitsräume, Be- Alle notorisch anständigen Wirthe sind selbst nach Herrn schmetterten Fabrikanten verboten sein? Na, und der Jahrtriebsvorrichtungen, Maschinen und Geräthschaften so einzu- Eugen Richter's Beugniß in der dem Vorwärts" am Sonntag markt dann, der kann großartig werden. Früher gab man richten und zu unterhalten und den Betrieb so zu regeln, daß die beigelegten Liste der uns zur Verfügung stehenden Lokale auf zerschossenen Invaliden einen Leierkasten und ließ sie orgeln Arbeiter gegen Gefahren für Leben und Gesundheit soweit geführt. Man sieht, auch in der„ Freisinnigen Zeitung" dämmert landauf, landab; brannte ein Dorf oder ein Flecken nieder, geschützt sind, wie es die Natur des Betriebes gestattet. Ins- allmälig die Erkenntniß auf, daß das Verhalten der Saal- dann bekam jeder, der da wollte, einen Bettel von der besondere ist für genügendes Licht, ausreichenden Luft verweigerer denn doch zu schäbig ist, um noch länger von Leuten, Obrigkeit, der ihm allergnädigst gestattete, in der Heimath und raum und Luftwechsel, Beseitigung des bei die ein wenig auf Reputation halten, vertheidigt zu werden. Fremde zu fechten, so viel er konnte. Die Bourgeoisie ist alt dem Betriebe entstehenden Staubes, der dabei entwickelten Dünste und Gase, sowie der dabei kommission bekannt, daß Bier aus Brauereien, welche nicht hat die Arbeiterfeinde nicht blos um den Verstand gebracht, er Zur Frage der Bierbeschaffung giebt die 3 wölfer- geworden, sie steht vorm Sterben, und da kehrt sie wieder zu den Praktiken ihrer Kindheit zurück. Der Boykott wirkt. Gr entstehenden Abfälle Sorge zu tragen. Ebenfalls bestehen in den meisten Bundesstaaten gesunddem Ring angehören, fortab entweder durch Herrn F. Hente, heitspolizeiliche Vorschriften, nach denen es nicht zulässig p. Adr. F. Zubeil, Naunynſtr. 86, oder von den betreffenden hat in ihnen auch das Gefühl ertödtet, das den Mann zum Manne Brauereien selber in jeder gewünschten Menge bezogen werden macht, und ihm sagt, was sich ziemt. ift, Menschen in Räumen unterzubringen, welche so beschaffen sind wie die, welche man oft den Bäckergesellen und sie Boykottbier verzapfen müßten, weil die Kommission nicht im Goldschmidt tann. Dem mehrfach von Wirthen angegebenen Borwand, daß Vive la concurrence! Herr Rösicke ist seinem Freunde Lehrlingen als Schlafräume anweist. Es wurde daher bedie Solidarität im Brauerring in allen Ehren schlossen, in der Denkschrift einen Baffus aufzunehmen, worin der Stande sei, den Bedarf zu decken, ist kein Gewicht beizulegen. luftig auf den Fersen. Wie eine hiesige Korrespondenz meldet, Reichstanzler ersucht wird, bei den Regierungen der Bundes- 3. Henke, Gr. Frankfurterstr. 73. F. Wilke, Andreasstr. 26. und Eisenbahn belegene Mälzerei angekauft, die vollständig umDie Mitglieder der Zwölferkommission sind: hat die Bazenhofer Brauerei in Frankfurt a. D. eine an Wasser staaten dahin wirken zu wollen, daß diese die in den Bäckereien bestehenden Mißstände untersuchen lassen W. Lorenz, Koppenstr. 47. H. Köhn, Naunynstr. 83. gebaut und vergrößert werden soll. Ein großer Volks- Biergarten, eventuell von den vorhandenen Vorschriften Gebrauch machen, straße 87. M. Schep 3, Reinickendorferstr. 7. B. Staber Nachbarterrain angelegt. Wie die Rorrespondenz vernimmt, ist G. Spiedermann, Weberstr. 66. Haferland, Bellermann- an dem es dort sehr fehlen soll, wird auf einem dazu erworbenen um Remedur zu schaffen. Die Frage, ob der Bundesrath von dem§ 120e der Gewerbe- nad, Mühlenstr. 49a. G. Tempel, Langestr. 65. F. 3 ubeil, nun auch die Schultheiß- Brauerei wegen Erwerb von Ordnung Gebrauch machen soll, oder ob ein besonderes Naunynſtr. 86. Schonheim, Gräfestraße 8. Wernicke, Wassergrundstücken zur Anlegung von Gistellereien an obenGefeß erlassen werden muß, wurde dem Ermessen des ReichsCharlottenburg, Krummeftr. 19. genanntem Plage in Unterhandlung! tanzlers anheim gegeben. Nichtigstellung. In bezug auf das am letzten Sonntag Daß das Schultheißbier auch nicht umsonst an den Mann Die Bäckerinnungen in einer Reihe von Städten hatten zur Verbreitung gelangte Flugblatt, worin die Wirthschaften zu bringen ist, hat sich am Montag wieder in betrübender Deuts Petitionen eingereicht, worin sie bitten, daß sie mit dem Maximal- aufgeführt sind, in denen boykottirtes Bier ausgeschänkt wird, lichkeit gezeigt. Am Nachmittag dieses Tages sollte in Treptow Arbeitstag verschont bleiben. Besonders ärgern sich die Innungs- sind nochstehende Richtigstellungen bei der Boykottkommission ein- die neue elettro- technische Fabrik der Gebrüder Naglo eiltmeister über die Aeußerung des Rektors Schlick, daß die Bäcker gegangen. Wir veröffentlichen diese. geweiht werden. Wozu bestünde die Unternehmersolidarität, weniger intelligent sind als andere Arbeiter. Sie behaupten, 1. Wahlkreis. Moltenmarkt 6, Haase, fein Boykott- wenn bei einer so feierlichen Gelegenheit den Arbeitern kein daß beffere" Familien ihre Söhne wegen der schweren bier, bezieht nur von außerhalb. Dorotheenstr. 62, Bilte, tein Boykottbier vorgefeht würde? Aber, o wehe! Als mit Musik Arbeit nicht das Bäckerhandwerk erlernen laffen. Eine Boykottbier, Bier von der Bierkommission. und großem Hurrah der feierliche Att vor sich gegangen war, Innung in Westdeutschland wünscht, daß eine 24 stündige 2. Wahlkreis. Lindenstr. 26, E. Hänsel, Deft., Schultheiß hatten die Arbeiter einige Hilfsarbeiter und Lehrlinge auss Sonntagsruhe für die Bäcker vorgeschrieben wird, damit die und Kaiserbrauerei. Kottbuser Damm 34, Dittwaldt, fein genommen plöglich bei Muttern zu thun und kein Bitten und Bäcker Zeit haben, den Herrgott zu bitten, daß dieser sie vor Boykottbier. Culmstraße- und Großgörschenstraße- Ecke, A. Bothe, Flehen der Meister konnte sie bewegen, sich an dem Produkt der Sozialdemokratie verschone. fein Vereinsbier, sondern Kaiserbrauerei, Charlottenburg. Rott- des Herrn Rösicke zu erquicken. Die Arbeiter gingen und dem " und " In der nächsten Sigung, welche am Dienstag stattfindet, buser Damm 4, Sühnhold, Unionsbrauerei. Dennewitz- Chef der Firma mit seinen Oberbeamten blieb nichts übrig, als wird über die Erhebungen über die Arbeitszeit, Kündigungsfristen straße, 2ehmann, schenkt fein Boykottbier. Mittenwalder das rührende Lied Heil dir im Siegerfranz" beim schäumenden und Lehrlingsverhältnisse der im Handelsgewerbe beschäftigten straße 28, Restaurant zur Traube, Inh. R. Haseroth, tein Schultheiß allein anzustimmen. Selbst die in der höflichsten Personen berathen werden. Happoldt. Belleallianceftr. 29, renner, tein Schultheiß, Form von der Welt erfolgte Einladung eines Meisters, doch " " Abends wenigstens ein lumpiges Glas auszutrinken, wurde dankend ab- Ibie mehr oder weniger verkappte Unzucht täglich einen großen 24. b. Mts. fiel eine Frau vor dem Hause Georgenkirchfit. 25 gelehnt. Die Arbeiter gingen und amüsirten sich anderswo, wo Raum beansprucht, lesen wir die folgende erheiternde Annonce: infolge eines Fehltritts hin und erlitt eine erhebliche Verlegung es tein Boykottbier gab! 3wei junge Mädchen besseren dienenden Standes, 23-28 Jahre, am Oberschenkel. Auf dieselbe Weise verunglückte ein Arbeiter Mit welchem Eifer die Parteigenossen in Nixdorf in der wünschen behuss Verheirathung die Bekanntschaft zweier Herren, vor dem Hause Gartenstr. 59. Er trug anscheinend eine innere Boykott- und Lokalangelegenheit arbeiten, ersieht man bei Be- Sergeanten bevorzugt. Ehrensache, Offerten u. f. w." Da haben Verlegung davon. Auf dem Felde an der Landsberger Chaussee, trachtung der folgenden Vorgänge. Am Nachmittag des 15. Juni Emporkömmlings, die sich nur mit einem Offizier, und wäre es Teschin nach der Scheibe schießen wollte, einen in der Nähe wir das proletarische Gegenstück zu der Tochter des bürglichen bei der Verbindungsbahn, verlegte ein Arbeiter, der mit einem faßten die Gastwirthe ihren famosen Eaalverweigerungsbeschluß. Die Rixdorfer Lokalkommission ging sofort ihrer Pflicht nach und schließlich auch nur einer von der Reserve, zusammenkuppeln stehenden fünfjährigen Knaben leicht an der Hand. am selben Abend noch konnte das Stiftungsfest des Gesang fie auch ihre Ideale haben und höher hinaus wollen? zweier Fuhrwerke eine Schlägerei, an der sich auch der Besitzer laffen will. Soll man das den Mädels verdenken, daß entstand vor dem Hause Müllerstr. 31 zwischen den Führern vereins Freya", welches am Tage darauf bei Hoffmann stattfinden sollte, abbestellt werden. Fast zu gleicher Stunde wurde Wenn die Tochter des Börsenspekulanten den zusammen- des einen Wagens, ein Kaufmann, betheiligte. Einer der Kutscher das zum 23. Juni arrangirte Vergnügen der Metallarbeiter rückgegaunerten Reichthum ihres Vaters nur von einem verschuldeten wurde am Kopfe erheblich verlegt. gängig gemacht. Am selbigen Abend kündigten dem wundermilden Lieutenant durchbringen lassen mag, so will die Köchin oder die fanden 8 kleine Brände statt. Wirth fämmtliche Gewerkschaften, die beiden Gesangvereine, fo- mindeſten einen Soldatendriller niederen Grades beglücken. Und Kammerzofe mit ihren ehrlich verdienten Spargroschen zum wie der Athletenverein die Freundschaft, und am Sonntag war die ganze Bude leer. Herr Hoffmann ist jest allabendlich mit gewandelte Sergeant richtig weiß, wodurch man bei der Polizei wenn sie es gut trifft und der später in einen Schuhmann umeiner Stalllaterne unterwegs, um sich andere Gäste zu suchen. avanzirt, so kann es die ehemalige Köchin noch dahin bringen, daß sie Frau Wachtmeister" titulirt wird und alsdann zu den Stationen. jenigen Leuten gezählt wird, denen man im ganzen Hause am respektvollsten ausweicht. Herr Rösicke. Die neueste Nummer( 39) des Sozialpolitischen Centralblatt" bringt als Leitartikel einen Aufsatz aus der Feder des Herrn Nösicke, überschrieben„ Die Entwicklung und der Stand des Bierboylotts". Die Redaktion schreibt in einer Anmerkung: Das Sozialpolitische Centralblatt" als eine fachwissen schaftliche, nach allen Eeiten unabhängige Zeitschrift betrachtet als feine Aufgabe wesentlich die, den Befern die Bildung eines selbständigen Urtheils über die Vorgänge auf dem Gebiete der Sozialpolitik zu ermöglichen. In Anbetracht des allgemeinen Juteresses, welches weite Kreise dem augenblicklich in Berlin sich abspielenden Boykott entgegenbringen und Angesichts der verwickelten Verhältnisse, deren Klarstellung durch die vielfach parteiische Behandlung in der Presse nicht erleichtert wird, haben wir am richtigsten zu handeln geglaubt, wenn wir fachlichen Darlegungen der hervorragendsten Führer im Streit Raum gewähren. Dieser Erwägung entsprechend bringen wir heute den obigen Aufsatz des Herrn Reichstags- Abgeordneten Richard Rösicke, während uns für die nächste Nummer ein Artikel von Herrn Reichstags- Abgeordneten Ignaz Auer in Aussicht gestellt worden ist. Am 23. und 24. d. M. Witterungsübersicht vom 25. Juni. Barometer ftand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung 763 766 Windstärke 100F( Stala 1-12) Wetter anamar WNW 4 765* MSM WNW halb bedeckt heiter 14 14 14 halb bedeckt 14 N wolkenlos 16 SW bedeckt 17 DSD 4 woltig 22 765 769 WSW 3 DED Still bedeckt 14 13 INTE 50 G. 4° 9.) Reutable ,, Wohlthätigkeit". In der„ Vossischen Zeitung" rentables Unternehmen wird ein Theilnehmer mit 1000 Mart Hamburg annoncirt jemand:" Für ein sehr wohlthätiges und zugleich Swinemünde. gesucht. Offerten u. f. w." Wir sind gespannt, was das für Berlin lauert, um nächstens als ein neues Werk unei gennüßiger München ein Unternehmen fein mag, das da wieder im Hintergrunde Wiesbaden. Menschenliebe" auspofaunt zu werden. Rentabel kann im Grunde Wien auch dann wenn er nicht gerade greifbare Zinsen in baarem Petersburg genommen der ganze Wohlthätigkeits"-Rummel genannt werden, Haparanda Gelde abwirft. Er rentirt sich für die Veranstalter, d. h. für Cork. die besigende Klasse insofern, als er die ungestümen Forderungen Aberdeen der besiglosen Klasse nach Befferung ihrer Lage wenigstens einiger Paris maßen beschwichtigt; wie sich ja auch mancher Arme mit Gichorienbrühe, wenn sie ihm auch die fehlende Kraft seiner aus Witterung in Deutschland am 25. Juni, 8 Uhr Morgens. Brot und Kartoffeln bestehenden Nahrung nicht ersetzen kann, doch wenigstens über das Gefühl des Hungers hinweg täusch en läßt. Aus dem Artikel, in dem sich Herr R. entschieden bemüht, Kgl. preußische Wissenschaft, verhülle dein Haupt! soweit ihm dies möglich, eine rein fachliche Darlegung zu geben, heben Gin für alle gebildeten Neidhämmlinge empörender Fall hat sich wir zwei Stellen heraus. Herr N. macht zu seinen Ausführungen, an der hiesigen Universität ereignet. Gegenwärtig hat nämlich daß der Brauerring am 18. Mai in den Morgenblättern erklärte, eine Lehrerin vom Minister die Erlaubniß erhalten, die Vorman wäre bereit, die entlassenen Arbeiter, soweit es der derzeitige lesungen an der Berliner Universität zu besuchen. Die Dame Betrieb erlaube, am 24. Mai wieder in Arbeit zu nehmen, hört eine sprachwissenschaftliche Vorlesung bei Professor Johannes sofern bis dahin der nunmehr über 7 Brauereien verhängte Schmidt. Was wird jetzt aus dem Moralfoder des urgermanischen Boykott wieder aufgehoben sei, die Anmerkung: Flegelthums, nach dem nur der Mann, dem es gegeben ist, sein Hirn am Biertisch zu verfaufen, auch die sittliche Befäbigung zum fogenannten Studiren hat? Wird die Welt noch fortbestehen? Otto Devrient, der 1889-1890 Direktor des Berliner Um diese Zeit wird der Betrieb der Mälzerei in der Regel eingestellt, was eine Verminderung des Personale bei den jenigen Brauereien zur Folge hat, welche ihren Bedarf an Malz selbst herstellen." Das heißt unseres Erachtens ganz abgesehen davon, daß die Zumuthung an sich den ganzen Proßenhochmuth zeigt doch, daß das Anerbieten mit einer bösen Nebenabsicht verbunden war. Man beruft sich darauf, daß mit dem 24. Mai überhaupt Arbeiterentlassungen stattfänden, und wer die nicht wieder Angenommenen gewefen wären, läßt sich leicht denken. enthalten. Ferner findet sich folgendes werthvolle Zugeständniß: Da gegen hat sich erwiesen, daß der partielle Boykott der sieben Brauereien insofern nicht aufrecht erhalten wird, als die Arbeiter sich vielmehr des Genusses von Lagerbier im allgemeinen Hier sehen wir also von seiten der Ringhäuptlinge zugegeben, daß sich sogar bei den nichtboykottirten Ringbrauereien die Wirkung der Biersperre fühlbar macht; wie mag es da erst bei den eigentlich Betroffenen stehen! nun Schauspielhauses war, ist in Stettin im Alter von 56 Jahren verstorben. • heiter woltenlos 14 eingetreten waren, wobei zu Swinemünde und Chenmiz GeNachdem gestern im Laufe des Tages zahlreiche Regenfälle witter zum Ausbruch kamen, hat eine neue, ziemlich erhebliche zu Münster nur 12, zu Berlin 14 Grad Celsius, 6 Grad weniger Abkühlung stattgefunden. Heute Morgen zeigt das Thermometer als vor 24 Stunden. In der westlichen Hälfte Deutschlands hat aber bei ziemlich lebhaften westlichen Winden der Luftdruck zum Osten hingegen ist das Wetter allgemein trübe. genommen und der Himmel sich wieder aufzuklären begonnen. Wetter- Prognose für Montag, den 26. Juni 1894. Wetter mit mäßigen westlichen Winden und veränderlicher BeNachts etwas fühleres, am Tage ein wenig wärmeres wöllung ohne erhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. " Eine gefährliche Nachbarschaft hat das Gartengrundstück Marigrafenste. 78. Nachdem schon am letzten Donnerstag eine Prozek Glöß. Die bekannte Straffache gegen den Ver Weißbierfrute in den Garten geflogen war und die Scherben sich lagsbuchhändler Glöß aus Dresden wegen Beleidigung etva zwei Zoll tief in die Platte eines Tisches, an dem Gäste des Reich stanzlers Grafen v. Caprivi beschäftigte saßen, eingegraben hatten, wiederholte sich der Vorgang am heute abermals eine hiesige Straffammer diesmal die II. StrafSonntag abend. Gegen 10 Uhr wurde eine Sardinenbüchse aus fammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichtseinem Fenster der angrenzenden Hintergebände geworfen, die Direktors Rendnoff. Es handelt sich um den auch hier in aber Niemand traf. Um 11 Uhr aber flog eine mit einer Berlin so viel verbreiteten Politischen Bilderbogen" mit der schwarzen Flüssigkeit gefüüte Champagnerflasche von oben herab Ueberschrift Bismarck in Berlin". Die erste Straffammer auf denselber Tisch, der am Donnerstag den Zielpunkt bildete. des Landgerichts I hatte am 5. Januar d. J. den Angeklagten Dort faß unter 10 Gästen ein Herr S. zwischen dem Bild- der Beleidigung für schuldig erachtet und während der Staatshauer B. und einem Herrn K. Als S. fich nach links zu K. anwalt vier Monate Gefängniß beantragt hatte, zu 100 m. hinüberlehnte, erhielt er einen Schlag auf die rechte Körperseite. Geldstrafe, event. 13 Tagen Gefängniß verurtheilt. Der Selbst nach der Darstellung des Herrn R. könnten wir das Die Flasche zerschellte an dem Stuhl und der Inhalt ergoß sich Gerichtshof hatte dem Angeklagten den Schutz des§ 193 Urtheil über den Kampf jeden Unparteiischen überlassen. Die über Geficht und Kleidung bes Bildhauers. S. blieb nur durch augebilligt, indem er annahm, daß es sich hier wesentlich um Meinung, daß der Kampf mit unserem Siege endigen muß, wenn einen Bujall unverlegt. Die Polizei ist bisher umsonst bemüht ein Kampfesmittel gegen die Gegner des Antisemitismus handele. unsere Genoffen bei ihrem bisherigen Verhalten bleiben, scheint gervesen, den Thäter zu ermitteln. Fast alle Bewohner der Gegen dieses Urtheil hat sowohl der Staatsanwalt als auch der auch bei Herrn 9. troß seiner vorsichtigen Ausdrucksweise durch- Hintergebäude werden vernommen. Angeklagte das Rechtsmittel der Revision eingelegt. Seitens des zuſchimmern. Staatsanwalts wurde gerügt, daß dem Angeklagten der Schuh Die dunkle Angelegenheit betreffend die Auffindung eines des§ 193 zugebilligt worden war; der Angeklagte beschwerte Wie geschwindelt wird. Es ist erst wenige Tage her, daß Mannes auf dem Tempelhofer Felde, der einen Schuß in der sich darüber, daß seinem Antrage auf Vernehmung des Fürsten die dem Herrn Rösicke ergebenen Blätter mit polterndem Ge- Brust auswies, ist jetzt soweit geklärt, daß in der Leiche der Bismarck nicht stattgegeben worden räusch die Mär von einer Massenentlassung verkündeten, welche 32 Jahre alte Buchhalter Theodor Spieß festgestellt worden ist, den Antrag auf Unzuständigkeits- Grklärung des Berliner und der Gerichtshof eine Anzahl der bedeutendsten mit dem Brauereikapital ver der seit dem 18. d. M. aus seiner Wohnung Wilhelmstr. 10 ver- Gerichts abgelehnt hatte. Das Reichsgericht hatte nur die Re bündeten Berliner Industriellen als Trumpf gegen die Sozial- schwunden war. Nach einem von dem Vermißten zurückgelassenen vision des Staatsanwalts für begründet erachtet und die Sache demokratie ausspielen wollten. Wir hielten die Drohung gleich- Bettel, der die Worte trug:" Wenn ich nicht wiederkehre, bin zur anderweitigen Verhandlung an die Straffammer des Landgericht werthig mit der berühmten Million, zu welcher ja auch die ich in der besseren Welt", muß angenommen werden, daß Spieß Berlin 1 verwiesen. Dem Angeklagten steht im heutigen Termin Industriellen von ihren Schäßen herbeigetragen haben sollten felbft Hand an sich gelegt hat. Auffallend bleibt allerdings, daß Rechtsanwalt Dr. Ha del Dresden als Vertheidiger zur Seite. und gingen daher nicht weiter ernsthaft auf den Schwindel ein, die Kleidung über der Wunde zugeknöpft war, aber von dem Die Anklage vertritt Staatsanwalt Schäffer. Der Angeklagte obwohl fogar ziemlich deutlich der Firma Siemens u. Halste Geschoß nicht durchbohrt worden ist. nachgesagt erklärt, daß er den Fürsten Bismard als Zeugen geladen wurde, daß fie mit einem Schlage 800 Mann auf die Straße sehen werde. Wie die Nürnberger dorf bei der gewerbsmäßigen Ausführung von Taschen rub eingegangenen Meldung des Dr. Chrysander Fürst Ein dreizehnjähriges Mädchen ist am Sonntag in Rig- babe. Der Vorsitzende theilt mit, daß nach einer aus Friedrichs den Eppelein von Gailing nicht anders hingen, fie diebstählen ergriffen worden. Das Mädchen, welches, wie Bismarck durch Krankheit am Reifen verhindert sei und hätten ihn denn, so opfern auch die Großindustriellen nicht ein Berichterstatter schreibt, die Tochter hochangesehener, in der der Ladung zum Termin nicht Folge leisten könne. anders für den Nächsten vom Maischbottich ihre Arbeiter, als wenn diese infolge von Arbeitsmangel sowieso dem Hunger hätten Hafenhaide wohnender Eltern sein soll, hat das gestohlene Geld Bor Eintritt in die Verhandlung erklärt der Angeklagte überantwortet werden müssen. Gegenwärtig ist aber die Weltmit Schulfameradinnen vergeudet. ferner, daß er jedes Mitglied des Gerichtshofes, welcher Jude und Musterfirma Siemens u. Halste am allerwenigsten im stande, oder jüdischer Abstammung sei, als befangen ablehnen müsse und Ueberfall. Am Sonntag Abend wurde zwischen der Renn- bitte, eine dahin gehende Frage an den Beifizer Assessor dem ihr von tapitalistischen Blättern imputirten Idealismus bahn Karlshorst und Sadowa dicht am Bahndamm der Arbeiter Fränkel zu richten. Nach kurzer Berathung, an welcher nachzuhängen. Die Gesellschaft hat so bedeutende Aufträge, daß Johann Dupick von zwei Männern überfallen und seiner Geld- Assessor Fränkel nur im Anfangsstabium Theil nahm, verkündet nur die Beendigung der Inventur am Schluß des Monats ab- tajche mit etwa 7 M., ferner feines Regenschirms beraubt. Als der Vorsigende: Assessor Fräntel hat die dienstliche Erklärung gewartet werden muß, um den Betrieb weiter zu entwickeln. Da er sich wehren wollte, wurde er mit Fäusten und mit seinem abgegeben, daß er sich in dieser Frage nicht für befangen der von der Firma angelegte Erweiterungsbau noch nicht voll- Schirme bearbeitet. Erft auf seine Hilferufe ließen die Strolche erachte. endet ist, so sollte sogar wieder Tag und Nachtschicht eingerichtet von ihm ab und entflohen über den Eisenbahndamm in die Haide. Angeklagten abgelehnt. Der Gerichtshof hat deshalb den Antrag des werden, um nur die Lieferungstermine einhalten zu können. Die Der Angeklagte macht trob Die Sammelliste 2898 für die ausgesperrten Brauereider Entscheidungsgründe des Reichsgerichts über diese Arbeiter widersetzten sich jedoch dieser Maßregel, und so wurde Arbeiter warde nebst dem gezeichneten Betrag von 9 W. 70 Pf. Punkte nochmals die Einwände gegen die Zuständigkeit geltend eine allerdings verhältnismäßig geringe Anzahl neuer Kräfte einem Arbeiter bei seiner Sistirung im 59. Polizeirevier ab- und sucht darzulegen, daß Verjährung eingetreten fei. Der Geeingestellt. Die tapitalistischen Blätter schwindeln aber ruhig weiter. richtshof behält sich eine Beschlußfassung über diese Punkte vor. Der in Rede ftehende Berliner Nothstände. Eine unter diesem Titel von einem Politische Bilderbogen" Polizeibericht. Am 23. d. M. wurde ein Kaufmann in ist von der ersten Straftammer sowohl in seiner bildlichen Dar Paftor Ewers herausgegebene Broschüre befaßt sich mit der fo- feiner Wohnung, in der Pallisadenstraße, erhängt vorgefunden. ftellung, als auch in seinem Text für beleidigend erachtet genannten Kirchennoth, unter der einige Dußend Geistliche nicht Gegen Mittag stürzte ein auf dem Dache eines Hauses in der worden, da er nicht nur die Regierungsthätigkeit, sondern auch unbedeutend im glaubenslosen und sozialdemokratischen Berlin Stalizerstraße beschäftigter Dachdeckergefelle herunter und erlitt die Regierungsfähigkeit des Reichskanzlers herabgezogen, zu leiden haben. Troßdem nun in der heutigen Zeit ein ragendes außer mehreren Rippenbrüchen auch eine Berreißung der Lunge. ihm Mangel an Willenskraft und Energie, frühzeitiges Gotteshaus nach dem andern für schweres Geld aufgerichtet wird, Er batte fich trot Anweisung während der Arbeit nicht an- Schlappwerden" vorgeworfen und es zur Daritellung ftimmt der Herr Pastor Klagen darüber an, daß die Stadt gefeilt. Wittags bot ein Mann in einem Geschäft, in der gebracht habe, daß der Reichskanzler das Judenthum verwaltung z. B. für Unterrichtszwecke, für den Etat der Park Feilnerstraße, offenbar aus einem Diebstahl herrührende deshalb protegire, um fich im Amt und im Gehalt und Gartenbau- Verwaltung, ja sogar(!) für Kunstzwecke größere Baacen zum Kauf an, weshalb ihn der Ladenbefizer im zu erhalten. Der erste Richter hatte dem Angeflagten an sich Summen ausgeworfen hat, als für das Wohl der Kirche. Man möge Geschäft zurückhielt und nach einem Schußmann schickte. den Schuh des§ 198 zugebilligt, weil derfelbe sein eigenes, durch daher, um der üblen Roth zu wehren, die Aula dieser oder jener Schule Der Wiann entsprang durch die von ihm zertrümmerte Laden- die Verfassung gewährleistetes Recht der freien Meinungsäußerung und im weiteren gewöhnliche Säle für pastorale Zwecke fensterscheibe und suchte sich durch Flucht der Verhaftung zu über das öffentliche Wirken des Reichskanzlers wahrgenommen dienstbar machen. Was fpeziell den letteren Vorschlag anlangt, entziehen, wurde aber in der Alten Jakobftraße ergriffen. Bei habe. Die Schutzgrenzen des§ 198 hatte der erste Richter aber so halten wir zu dessen Ausführung namentlich die gegenwärtige dem Zerschlagen der Scheibe hat er sich schwere Berlegungen an für überschritten erachtet. Das Reichsgericht hat diese AnZeit des Bierboyfotts für außerordentlich glücklich gewählt. Wir beiden Händen zugezogen, die auf der Polizeiwache durch einen ordnung des§ 198 für verfehlt erachtet, da einerfeits bie Be ftellen den kompetenten Personen anheim, sich mit den Besitzern Heilgehilfen verbunden wurden. Er riß jedoch zwei Mal den stimmung der Verfassung ihre naturgemäße Schranke an dem der verödeten, weil für sozialdemokratische Versammlungen ge- Berband ab und mußte schließlich als Polizeigefangener der Strafgefeße finde und die Ehre des eriten Reichsbeamten vor Versperrten, Säle in Verbindung zu sehen und wir sind fiberzeugt, Charitee überwiesen werden. Kurz nach Mittag erfchoß sich ein unglimpfungen ebenso zu schüßen sei, wie die Ehre jedes anderen daß vor allem Herr Röficke bei seiner notorischen Frumbheit Handlungsgehilfe im Thiergarten, in der Nähe des Bahnhofs Thier- Staatsbürgers. Ferner fei nicht dargethan, daß der Angeklagte gerne feinen Einfluß aufbieten wird, damit Lotalitäten wie Bolt garten. Nachmittags wurde in der Großbeerenstraße ein 5 Jahre ein individuelles Interesse gehabt habe, feine Meinung zu Festfäle zc. von sozialdemokratischen Erdenreften peinlich gefäubert alter Rnabe durch einen mit Ries beladenen Arbeitswagen am Unter- äußern. Zu dem Bilderbogen selbst erklärt der Angeklagte, und für fromme Zwecke präparirt werden. leib überfahren und schmer verlegt. In der Brunnenstraße daß der Text und das Bildwerk nicht von ihm herrühren. In scheute ein vor einem Arbeitswagen gespanntes Pferd und lief mit Dresden sei ein starkes Gefühl der Anhänglichkeit an Bismarck Wilhelminenhof. Wir erhalten folgende Mittheilung: In dem Wagen gegen den Hinterperron eines Pierdebahnwagens vorhanden, der Bogen folle eine Abwehr gegen die Bismarcheze der Sonntagsnummer des Intelligensblatt" findet fich die Mit derartig an, daß ein dort stehender Mann durch einen Scheer- darstellen und der Text baue fich auf eigenen Aussprüchen theilung, daß der Saal von Wilhelminenhof zu Arbeiter baum in den Nücken getroffen, anscheinend jedoch nicht erheblich des Grafen Caprivi auf. Er habe von dem Inhalte des BilderBersammlungen nicht zu haben ist. Um etwaigen Bedenten verletzt wurde. feitens der Parteigenossen vom Metallarbeiter- Berband und Holz auf einem Grundstücke der Hagelsbergerstraße belegenen Wert damals in Kopenhagen befunden; den Berfasser des Bogens zu - Ein Tischlermeister erhängte fich in seiner bogens vor seinem Erscheinen feine Kenntniß gehabt, da er sich arbeiter- Berband entgegenzutreten, habe ich zu erklären, daß Herr statt. Abends entstand im Borgarten eines Schantlotals in nennen, lehne er ab. Der Vorsteher der Verlagsabtheilung feines F. Dolinski fich durch Unterschrift auf die Liste der Berliner ber Schönleinstraße eine Schlägerei, bei der ein Theil des Gartens Geschäfts set der Expedient Max Lincke gewesen, der die allgeZotaltommiffion verpflichtet hat, seinen Saal zu allen Berjamm- und des Schantlotals demolirt und die Frau des Lokalbefizers meine Ordre hatte, auf alle Fälle durch Berausgabung der lungen zu geben und dieses Versprechen auch halten wird. Der durch einen Schlag über den Kopf anscheinend leicht verlegt Verlagswerke zunächst in Dresden Bertrauensmann von Johannisthat- Nieber- Schönweide. Dresden den Gerichtsstand in G. wurde. Noch später geriethen in der Friedenstraße mehrere Arbeiter Dresden zu sichern. Er verzichte aber auf die Vorladung des Wagner, Grünauerstraße in Schlägerei, wobei einer durch einen Messerstich am linken Arm und Herrn Lincke, bestehe aber auf die kommiffarische Bernehmung Zweierlei Tuch. In einem bürgerlichen Blatt geringerer en anderer durch mehrere Stiche im Gesicht erheblich verwundet wurde. des Fürsten Bismarck, der feiner Meinung nach einen Artikel Sorte, in deffen Juferatentheil die Heirathsvermitteluna und auch Einer der Mefferstecher ist ermittelt und festgenommen worden.- Amlin den Samburger Nachrichten" verfaßt hat, der ähnliche genommen. " Gedanken ausgesprochen habe, wie der Bilderbogen. Fürst übrig gebliebenen Arbeitern ein Lohntarif vorgelegt, der einfach eine„ Industrie- Konvention" nach Lanting, Michigan, einberufen Bismarck folle bekunden: Die Personalvereinigung zwischen unannehmbar war, weshalb wir einen Gegentarif aufstellten, den der worden, an welcher Vertreter aller Arbeiter- Organisationen sowie dem Reichskanzler- Amt und dem Posten des preußischen Fabrikant fchroff zurückwies. Den Zwickern wurde jogar noch eine der Farmers- Allianz" theilnehmen können. Am selben Orte Ministerpräsidenten sei von so hohem Werthe, daß nur eine Gr 10-20 pCt. Lohnreduktion angedroht, die Folge davon war, daß beginnt einen Tag darauf die Konvention der Peoples Party". schlaffung der persönlichen Arbeitsfraft der einzige Grund fein sämmtliche Arbeiter, ca. 80 an der Bahl, durchweg organisirt, Was da wieder hinter den Kouliffen gespielt, ist noch nicht klar, tönne, diese Vereinigung aufzuheben. Fürst Bismark werde die Arbeit niederlegten und außerdem in einer Zusammenkunft doch kann man es sich an der Hand früherer Erfahrungen unferner befunden müssen, daß es durchaus nicht mit absoluter beschlossen, die Arbeit nicht früher wieder aufzunehmen, bis 1. fähr vorstellen! Schwierigkeit verknüpft sei, ein tüchtiger Staatsmann sämmtliche Forderungen, welche von den Berliner Kollegen für und ein tüchtiger Landwirth zu sein. Staatsanwalt nur gerecht anerkannt wurden, bewilligt sind, und 2. der Werf Schäffer widerspricht der Vernehmung des Fürsten führer Engel seine Entlassung genommen hat. Seit dieser betr. da§ des 9 Versammlungen. 0 gefehbuchs in Frage stehe. Der Gerichtshof lehnt den Antrag selbst geschaffen, die einfach eine organisirte Arbeiterschaft nicht Eine öffentliche Versammlung der Färber, des Angeklagten ab. Auf dringendes Vorhalten seines Ver- dulden kann, so ist z. B. den Berliner Fabrikanten die Orp preteure, Detateure, Hilfsarbeiter und theidigers, welcher hervorhebt, daß der Verfasser des Bilder- ganisation ein Dorn im Auge, und seit dem Berliner Schuh- Arbeiterinnen tagte am 24. Juni. Genosse A stor bogens ausdrücklich um die Nennung seines Namens ersucht macherstreit vom letzten Winter werden von den Fabrikanten alle referirte über die Bedeutung des Gewerbe Schiedsgerichts. In habe, nennt der Angeklagte den Herrn Max Bever Hebel in Bewegung gefeßt, die Organisation zu vernichten und bereits der Diskussion erklärte Kollege Läpple, Gewerbegerichts- Beiin Dresden als den Verfasser. Der Vertheidiger überreicht ist es gelungen, in zwei Fabriken sämmtliche organisirte Kollegen fiber und Ausschußmitglied: Das Berliner Gewerbegericht eine dahingehende schriftliche Erklärung des Bever und auf die Straße zu werfen. und auf die Straße zu werfen. Nun, Kollegen und Genossen, geht frante an einem Krebsschaden, der verhängnißvoll werden könne, theilt mit, daß dieser im Gerichtssaale anwesend sei. Der Staats- die Reihe an uns. In einer Fabrit, wo nur organisirte Arbeiter und seine Ursachen in dem beständigen Wechsel der Assessoren anwalt meint, daß diese Mittheilung den Gerichtshof nicht beschäftigt waren, follen Streitbrecher aus diesen beiden genannten babe. Diese Herren kämen eben von der Universität, hätten intereffiren könne, da der Angeklagte aus§ 20 des Preßgefeßes Fabriten unsere Stellen befeßen und sind auch am Montag bereits felten Kenntniß vom gewerblichen Leben. Meistentheils stellen sie angeklagt sei und nicht etwa aus§ 21. Der Angeflagte werde 11 Mann zu uns abkommandirt, die unter polizeilichem Schuß sich daher auf seiten der Arbeitgeber und erschweren dadurch nicht als Thäter zur Verantwortung gezogen. Nach Schluß in die Fabrik begleitet wurden. Kollegen und Genossen! An nur den Arbeiterbeisigern ihr Amt, sondern sind auch Ursache, der Beweisaufnahme sucht Staatsanwalt Schaeffer die Euch liegt es nun, uns thatkräftig zu unterstützen, damit ist der daß sehr oft bei ganz gleichartigen Fällen ganz verschiedene Ura formellen Bedenken des Angeklagten in bezug auf Sieg unser. Darum richten wir nochmals an Euch die Bitte, theile herauskämen. Dieser Wechsel müsse unbedingt aufhören. Zuständigkeit und Verjährung zu widerlegen und aus- uns in diesem schweren Kampfe, wo es sich um die Existenz so Seit April vorigen Jahres seien beim Gewerbegericht zwanzig zuführen, daß sowohl Bilder wie Text schwere Be- vieler thatkräftiger Genossen handelt, mit allen Kräften zu unter- Richter in Thätigkeit gewefen. Er beantrage, eine öffentliche leidigungen des Reichstanzlers sowohl bezüglich seiner Fähig- ftüßen. Denn müssen wir in diesem Kampfe unterliegen, dann Versammlung einzuberufen, in der ihm Gelegenheit geboten sei, oben feiten, wie feines Charakters enthalten.§ 193 sei ausgeschlossen wird es den Fabrikanten ein Leichtes sein, die Organisation zu angeführte Thatsachen ausführlicher zu behandeln. Fernererging aus und damit falle bezüglich der Strafzumeffung der Milderungs- Grunde zu richten. Kollegen, haltet den Zuzug fern. Briefe und der Versammlung heraus die Meinung, daß die in der Färberei und grund des ersten Richters fort Er beantrage prinzipaliter eine Buschriften sind zu richten an Gustav Hühn bei Weigmann, verwandten Berufen beschäftigten, ohngefähr 10 000 Arbeiter und Gefängnißstrafe und schlage wiederum vier Monate Ge- Andreasstraße 32( Andreashof). Der Arbeiterausschuß der Schuh- Arbeiterinnen berechtigt feien, zwei oder drei Beisiger im Gewerbefängniß vor. R.-A. Dr. Häckel wiederholt die Einwände fabrik Fürstenheim u. Komp. gericht zu haben. Niemand hatte eine gegentheilige Meinung, bezüglich der Zuständigkeit und der Verjährung und führt Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. doch verschob man das Vorschlagen geeigneter Kandidaten bis aus, daß, nachdem der Angeklagte den Autor genannt habe, derselbe nur noch als Verleger und damit gegen ihn der§ 21 des Wendung genommen. Am 20. d. M. wurde der partielle Streit in die Wählerlisten eingetragen werden. Nunmehr erstattete der Der Streik der Zimmerlente in Danzig hat eine andere fammelten verpflichtet, überall dafür zu agitiren, daß alle Wähler zur betreffenden Gruppenversammlung. Borerst wurden die VerPreßgefeßes in Frage komme. Diese Nennung sei aber noch beschlossen, und bei denjenigen Arbeitgebern, welche den jetzt er Delegirte der Gewerkschaftskommission Bericht über deren Thätigrechtzeitig" erfolgt, da das erste Erkenntniß vollständig aufgehoben mäßigten Stundenlohn von 38 Pf. zahlen, die Arbeit auf- feit und gab bekannt, daß auch von den Färbern und verwandten sei und eine Verkündigung des Urtheils erster Instanz noch nicht vorliege. Danach müßte das Verfahren gegen den Angeklagten genommen. Bis zum 22. Juni haben 23 Arbeitgeber diese Forde Berufsgenossen ein Beitrag zur Erhaltung des Gewerkschaftseingestellt werden. Der Bilderbogen sei nicht aus der Abfichtung bewilligt. Obgleich jetzt schon die 7 Woche der Streit ge- bureaus zu leisten sei, wozu sich die Versammlung bereit erflärte. des Beleidigung des Grafen Caprivi, sondern aus der Absicht 130 Bimmerleute haben bisher Danzig verlassen, darunter viele liner Färber bereit finden ließen, nach Wien als Streifbrecher dauert, ist die Haltung der Streifenden eine vorzügliche. Unter Verschiedenem" wurde lebhaft bedauert, daß sich 12 Berder Verherrlichung des Fürsten Bismarck geschrieben, er enthalte teine teine Beleidigungen Familienväter Die Zahl der noch zu unterstüßenden Kameraden zu gehen. Im Anschluß hieran wurde zur regen Agitation für und tönne eine Verurtheilung des Angeklagten nicht rechtfertigen. beträgt zur Beit 200 Mann; darunter Familienväter mit 1 bis Anschluß an die Organisation aufgefordert, damit sich derartiges Der An geklagte sei ein glühender Bismarck- Verehrer und ein Anschlossen in einer gestern abgehaltenen Innungsmeister- Versamm Mißstände aus einer Reihe Färbereien angeführt waren, wurde 6 Kindern. Die Arbeitgeber wollen uns aushungern, denn sie be- nicht mehr wiederholen könne. Nachdem von einzelnen Kollegen hänger der antisemitischen Partei, die in Dresden so festen lung niemals unsere Forderung zu bewilligen Zuzug ist nun der Ausschluß eines besonders störrigen Kollegen beantragt und Fuß gefaßt habe, daß sie sogar der sozialdemokratischen Partei bisher noch nicht zu verzeichnen. Wohl machen einige Tischler nach turzer Debatte einer Mitgliederversammlung anheim gegeben, ein Paroli bieten könne.( Diese Einbildung! D. Red.) Der Angeklagte habe nicht aus ehrloser Gesinnung, sondern aus bald den Sieg zu erringen. Wir richten hiermit an alle Arbeiter Schluß ersuchte Läpple um Zustellung der Arbeitsordnungen der und Stellmacher uns einige Konkurrenz. Trotzdem hoffen wir da die öffentliche Versammlung nicht fompetent dazu sei. Zum Durch die Aeußerung des Grafen Caprivi über den Anti- das Ersuchen, uns in unserem schweren Kampf durch Geldmittel verschiedenen Färbereien, um daraus ein Gesammtbild der Zuzu unterstigen. Gelder erbitten wir an Eugen Sellin, Danzig, stände der Färbereien zusammenzustellen. femitismus als Vorfrucht der Sozialdemokratie" gereist Rittergasse 17. worden. Der Vertheidiger beantragt Freisprechung und event. eine kleine Geldstrafe. Köpenick. Eine öffentliche Versammlung vom hiesigen Zürich. Arbeiterinnenschutz Gesez. Legten Montag bielt fozialdemokratischen Arbeiterverein tagte am 19. b. M. Zur Nach kurzer Berathung ver tündet der Vorsitzende Direktor Rench off das Urtheil des der Kantonsrath eine Sigung ab, in der das trefflich redigirte Berathnng famen zunächst die entworfenen Statuten für die Gerichtshofes dahin: Der Einwand der Unzuständigkeit und der Arbeiterinnenschutz- Gesez ohne Gegenantrag mit großem Mehr dramatische Abtheilung. Verjährung ist unzutreffend, die Nennung des Namens ist jetzt angenommen wurde. Das Gesetz kommt wahrscheinlich im August diesjährigen Stiftungsfest nur Mitglieder bei freiem Entree zuSodann wurde beschlossen, zu dem verspätet erfolgt und der Angeklagte kommt als Thäter in Betracht. vor die Volksabstimmung und zwar mit einer Weifung des Rezulassen. Darauf theilte der Vorsitzende mit, daß behufs Revision Der Bilderbogen enthält hämische Beleidigungen des Reichs- gierungsrathes. Dieses Gesetz ist ein bedeutender Fortschritt auf der Bibliothek sämmtliche Bücher einzuliefern find. Hierauf tanglers Grafen Caprivi, die gemäß§ 185 zu bestrafen seien. Der Bahn des Arbeiterschutzes und Arbeitsrechtes und verdient, hielt Dr. 3 adet einen Vortrag über das Thema: Grerbte Der Gerichtshof hat berücksichtigt, daß der Bilderbogen nicht mit gewaltigem Mehr vom Bolke angenommen zu werden. aus ehrlofer Gesinnung, sondern aus politischer Kampfesstim- Der Kantonsrath nahm ferner folgendes Postulat des Herrn sundheitspflege." Im Anschluß an den Vortrag gelangte folgenund erworbene Krankheiten und die Aufgabe der öffentlichen Gemung heraus entstanden ist und es ist deshalb von einer Ge- Fritschi- Binggeler an:" Der Regierungsrath wird eingeladen, der Antrag vom Borsitzenden zur Annahme:" Der Verein wolle fängnißstrafe Abstand genommen worden. Der Angeklagte nach erfolgter Annahme des Gesetzes betreffend den Schutz der beschließen, beim Magistrat vorstellig zu werden behufs Erwird zu einer Geldstrafe von 500 m. eventuell 50 Tage Arbeiterinnen in der Volksabstimmung und anläßlich des Erlasses richtung einer Fluß- Bade- Anstalt in der Köllnischen Vorstadt". Gefängniß verurtheilt, die Unbrauchbarmachung der Platten der vom Kantonsrathe zu genehmigenden Vollziehungsverordnung Bum Schluß wurde noch die Lokalfrage und der Bierbontott be und Formen verfügt und dem Reichskanzler die Publikations- darüber Bericht und Antrag zu hinterbringen, ob, und wenn ja, sprochen, sodann den ausgesperrten Brauern und Kunheim'schen befugniß zugesprochen.- Der Verhandlung wohnte auch Herr in welcher Weise für den Vollzug dieses Gefeßes fachkundige Arbeitern je 80 M. aus der Vereinskaffe bewilligt. Ahlwardt bei. Inspektorinnen beizuziehen seien." Wir hoffen, durch dieses Postulat werde man der Eingabe der Frauenvereine und dem Antrage des Herrn Ernst betreffend Ueberwachung und Vollziehung des Gesetzes durch weibliche Personen gerecht werden. Soziale Lteberlicht. " Die schottischen Grubenbesitzer haben einstimmig beschlossen, einen in der gestrigen Situng der Bergarbeiter- Konferenz gemachten Vorschlag, die Streitfrage einem sowohl von seiten der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer genehmigten Schiedsrichter zu unterbreiten, unberücksichtigt zu lassen. Zum nordamerikanischen Kohlenarbeiter- Streit schreibt unser Korrespondent aus New York, 13. Juni: Nationale kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe( G.§. 71), Bureau: D., Holzmarfiftr. 67. Dienstag, den 26. Junt, Abends 8 Uhr, tm Restaurant Stühler, Neue Grünftr. 38: Vorstands- Sizung. Gauverein Berliner Bildhauer.( Siehe Annonce in diefer Nummer.) Abends 8% Uhr, in den Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20: Vortrag des Berliner Naturheilverein Bukunft". Heute, Dienstag, den 26. Junt, Bereinsarztes M. Canis über: Nervosität, thre Ursachen und naturgemäße Seilung. für Berlin und Umgegend, Bersammlung der Filiale Nord am Mittwoch, Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes den 27. Juni, Abends 8 Uhr, im Swinemünder Gesellschaftshaus", Swinetapitatifiifche Sintfluth". münderstr. 35. Vortrag des Genossen Adolf Hoffmann über: Die privat" Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 8%-10% Uhr. Mord= Medizin. Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Schule, Müllerstraße 179a und Südost- Schule, Waldemarstr. 14: Boltsth. Gerren, ieder Beit aufgenommen. b. Werner. Olympia, 1 Achtung, Bildhauer! Nach einem Zeitraum von drei Jahren wird vom Zentralverein der Bildhauer Deutschlands eine Berufsstatistik aufgenommen. Zweck derselben ist, festzustellen, wie sich Lohn, Arbeitsgelegenheit u. f. w. stellen. Im Juli dieses Jahres findet nun wieder eine derartige Aufnahme statt. Bei der Wichtigkeit dieser Ermittelungen ist es Pflicht eines jeden Kollegen, dafür Sorge zu tragen, daß jeder Stein, Holz, Gips- und Elfenbein- Bildhauer, wie auch jeder Stuck, Ganz unerwartet haben die Führer der Kohlengräber auf Leder u. f. w. Modelleur die von obengenanntem Verein ver- einer gemeinsam mit Vertretern eines Theils der Unternehmer ausgabten Fragebogen gewissenhaft ausfüllt und dem Verein zu in Columbus, Ohio, abgehaltenen Konferenz einen Kompromiß falender find zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Dienstag, Arbeiter- Sängerbund Berlins u. Umg. Alle Aenderungen im Bereinssendet. Je gewissenhafter dies geschieht, desto besser wird der abgeschlossen, durch welchen die gestellte Forderung auf die Hälfte Abbs. 9 Uhr, Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Erfolg der Erhebung sein, um so mehr, da dieselbe über ganz reduzirt, d. h. von 70 auf 60 Gents pro Tonne festgesetzt wurde. Adalbertstr. 8 bei Sauermann.- Schildhorn, Usedomftr. 83 bei Wielte. Deutschland ausgedehnt ist. Eine rege Betheiligung erwarten Dieser Schritt hat überall unter den Streikenden Entrüstung Alpenglocke, Grüner Weg 29, bei Saeger. Ihn'scher Gesangverein wir insofern, da Borsorge getroffen ist, daß jeglicher Mißbrauch hervorgerufen, und es ist noch sehr die Frage, ob die Order zur Waldstr. 8 bet Jante. Sumor, Lichtenbergerftr. 16 bei Bolzmann. Unverzagt 2, Moabit, ausgeschlossen erscheint. Der betreffende Kollege hat nicht nöthig, Wiederaufnahme der Arbeit befolgt wird. Waldtapelle, Reichenbergerftr. 19 bet Roscher. Die Führer moti- Arbeiter- Matbund, Nowawes, Wallftraße bei Gärtner. Gefang= femen Namen zu nennen und die Fragebogen nicht selbst zu viren ihre Handlungsweise damit, daß das geseglose Auftreten" verein angesblüthen Krautftr. 6 bet Rudolf.- Freie Gänger 3 in überbringen, sondern hat, da gleichzeitig Umschlag mit Marte der Streifenden ihnen die ganze Sympathie der Bevölkerung entSeegermühle bet Eberswalde. Kreuzberg, Hasenhaide 58 bet beiliegt, den verschlossenen Boden nur in einen Kasten der Packet fremdet, die öffentliche Meinung gegen sie gestimmt habe, so daß Rathenow, Restaurant Bur Erholung bei W. Friesede. Grandt. Alte Linde, Mariannenftr. 48 bet Gütler. Vorwärts 4, Ginigtett 2 fahrt zu werfen. Von Dienstag, den 26. Juni d. J., ab findet nicht mehr zu erreichen gewesen wäre! In den Minen einzelner Weinstraße 11 bei Feind. Gefangverein der Böttcher Steinei che, Neue die Ausgabe der Fragebogen statt, es wird daher vorgeschlagen, Distrikte war der Förderlohn vor dem Streit 70 Gents und hatten Friedrichstr. 20 bei feller. Vorwärts 8, Marwig, bet Wilhelm Nölte. daß in jedem Geschäft vorgenannter Branchen von den Kollegen die dortigen Arbeiter im Interesse des Gesammtstreits die firaße 191 bet Boge. Hilaria, Frantfurterstr. 30 bet haberecht.- Wiederhall, Köpenickereiner zu der an diesem Tage stattfindenden Versammlung des Arbeit niedergelegt, da es ja ein Haupterforderniß für dessen Steftaurant Gtrettler, Grünauerfir.- Gefango. Frohsinn in Stralau, Gräft. Gesangv. Rothe Mette 2, bet Rabe, Ruppiner- und Schönholzerftraßen- Ece. Gesangverein Eintracht, Nieder- Schönweide, Gauvereins Berliner Bildhauer entsandt wird, der für das be- Gelingen war, daß ein empfindlicher Kohlenmangel eintrete, wo- Retschach'sche Brauerei. treffende Geschäft die Fragebogen in Empfang nimmt. Ferner durch auf eindringlichere Weise ein Druck auf die öffentliche verein& cho a Epheu, Gerichtsfir. 10 bet Gebrandt. Gesangwird an jedem folgenden Tage von Abends 8 Uhr ab ein Kollege Meinung" 9 Uhr Abends Uebungsstunde bet Reimann, Alte Schönd. h. die von der Presse vertretene Meinung der hauserstr. 42. Gefangverein Gerechtigkeit Westen, Bülowstr. 59 im Lotal Annenftr. 16 bereit sein, Fragebogen zu verabfolgen. Interessenten, der Fabrikanten, Eisenbahn- und Schiffsgefell- bet Gefang- u. Theaterverein Acacte( gem. Chor), Beughofstr. 8. Borstand des Gauvereins Berliner Bildhauer. Behlendorf. schaften 2c. ausgeübt wurde, als durch das gesetzliche" Auf- Oppenstraßen- Ede, Arbeiter- Gesangverein Freiheit 2, Adlershof, Grünauer Chauffee, bet Paulig. Freies Die Schmiede haben zu Mittwoch Abend, Gipsstr. 3, eine treten der Streifenden; das Kompromiß bedeute also für diese died 1, Friedrichsberg, Friedrich Karlstraße 11 bet Heinecke. Arbeiter eine Lohnreduktion. Außerdem enthält derselbe einen Wacht auf, Wörtherstraße, Ecke Rykestraße, bet Bersammlung einberufen, für deren regen Besuch wir die Kollegen Passus, welcher gleichfalls eine solche involvirt, da durch den bergerstr. 31 bet Seehausen. Schmidt. Freiheit 3, Bernau, im Schüzenhaus. Senefelder, Landszur recht fleißigen Agitation auffordern. Kollegen! Die überaus felben der festgesette Lohn für reine Blockohle gilt, während Regler. Echo 3, Behlendorf, Karlstraße bet unerträglichen Zustände in unserem Berufe, legen uns die Pflicht bisher im allgemeinen die Lohnbestimmung für das gesammte ge- Brenzlau, im Männergesangverein Wach' auf, Pantow, Wollantstr. 115 bei Hermann Sonntag. auf, mit allem Gifer und aller Opferwilligkeit für die Erstartung förderte Produkt galt. Nur in gewissen Distrikten bestanden monte, Böthstraße 8 bet Albert Möwes. Männergesangverein ich entrans. Kaifergarten. Männergefangverein Rottbuser Har der Organisation thätig zu sein. Um diese Aufgabe zu erfüllen, Ausnahmen; so spielte an der einen Stelle das Weddinger Harmonie, appelliren wir an Guer Solidaritätsgefühl. Die Ortsverwaltung( Nichtzahlung von Ladungen, welche nach Ansicht des Bormanns Nullen" Müllerftr 7. Männerchor Nord- Ost, Landsberger Allee bei Ferd. Krause. Harmonie Rigdorf, Bergstr. 120 bei Bartha( Deutsches Wirthszu viel Gries und Steine enthalten), an der anderen das Naunynftr. 86 bi gubeil. haus). Almenrausch, Gräfeftr. 84 bet plög. Sängerfreiheit Arion, Wittenberge, Thurmftr. 23, BentralAn die Schuhindustrie- Arbeiter! Wegen Differenzen Sieben" eine Rolle, bezüglich dessen s. 3. von der Legislatur halle. Liebesfreiheit 2, Strausberg, Wilhelmstraße, Weber's staffeehaben die Arbeiter der mechanischen Schuhfabrit von Morösse die Illinois ein Gesez erlassen wurde, welches eine gewisse Grenze unit 1, Stegliz, Ahornstr. im Gambrinus. haus. Froh' Hoffnung( B. W.) Kulmstr. 36 bei Raumann. 8u= Arbeit niedergelegt. Buzug ist streng fernzuhalten. J. A.: Der für die Weite der Maschen festsetzte, welche von den gefräßigen rant afch, Oranienstr. 190. Edelweiß 1, im RestauFabrikausschuß. Gleichheit, in Nagel's Restaurant, Unternehmern von Jahr zu Jahr vergrößert worden waren. Schwedterstraße. Männer- Gesangverein Wilmersdorfer ieder In Sachen des Schuhmacherstreiks bei Fürstenheim u. Es verlautet auch, daß ein großer Theil der Unternehmer, be- tafel Wilmersdorf, Berlinerstr. 40. Möller's Garten.- Gefangverein Gon= cordia, Oranienftr. 109. Freie Feld blume, Wienerstr. 31 bet Komp. geht uns folgende Berichtigung zu: 1. Wir haben das in fonders in Pennsylvanien, gewillt seien, nicht im Geringsten nach Schröder. Sänger gruß, grie richshagen, Friedrichstr. 68, Reſtaurant Noch sei erwähnt, daß die für die früheren gemein- Gromann. Gegenwart des Herrn Bock- Gotha im Januar gegebene Verzugeben. Gesangverein der Metallarbeiter Often, Krautstr. 38 bet samen Konferenzen deren mehrere an verschiedenen Plätzen berg, Rummelsburgerftr. 45 bet Saul. Wiesegarth.- Stralauer Stebertafel( Orchesterabtheilung) Friedrichs sprechen, die Löhne im Laufe d. J. nicht herabzusetzen, voll und ganz gehalten. Die entstandenen Lohndifferenzen rühren daher, stattgefunden haben von der Exekutive des Miner Verbandes Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. daß infolge Aufstellung neuer Maschinen auch neue Zohnsäge gesendeten Delegaten für die letzte Konferenz nicht wieder- Alle Buschriften, den Bund betreffend, find zu richten an B. Gent, ernannt wurden, weil sie auf teinen Vergleich eingegangen waren! Adalbertstraße 95. nothwendig wurden. Wir haben diese weit höher bewilligt, als Dienstag. Mufitverein Hoffnung, bei Dreßler, Dieser Tage hat, ohne daß davon vorher etwas verlautet mann, bet Wilfe, Hochstr. 32a. Gisenbahnstraße 6. Geselliger Musikdilettanten Verein Münster= folche allgemein hier bezahlt werden, so daß von irgend einer hatte, die von der letzten Generalversammlung des Ordens der Mitglieder. Uebungsstunde und Aufnahme neuer Lohnreduktion in feiner Weise die Rede sein kann. 2. Die EntTheaterverein Freundschaft, Abends Uhr beim Anhaltiner, Tempelhofer Ufer.- Theater- Gesellschaft 2tberte, Rottbuser laffung unseres Fabrikleiters Herrn Engel ist von uns nicht in nights of Labor" angeregte Konferenz von Vertretern dieser Damm 103 bet Meter. Theaterverein Frete Kunst, Blumenstraße Nr. 46 Aussicht genommen, dagegen wünschte derselbe bereits am nicht den beiden Zentralförpern angehörenden Organisationen Organisation, der„ Federation of Labor" und anderer, bei Went, 8% uhr.- Schüßenverein Frettugel, Staligerstr. 84 bei Sente. 1. April cr., unsere Fabrit zum 1. Juli d. J. zu verlassen. Trob in St. Louis stattgefunden. Von lezteren waren nur die Rauchflub Gut gesinnte Freunde, Abends 9 Uhr, bet Wüller, Georgentirchstr. 65. Mufitverein Osiris, Mariannenstr. 32 bei Doberder Behauptung der Arbeiter, Herr Engel habe sie unwürdig" Brüderschaften der Eisenbahn- Arbeiter betheiligt. behandelt, ist uns niemals eine Beschwerde hierüber zu Ohren handlungen waren geheim und wurden nur die gefaßten und der Vergnügungsverein Nordwacht, Abends 9 Uhr bei HermerDie Ver- fchmidt, Perlebergeritr. 28. gefommen. M Fürstenheim u. Go. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Gefangverein Der nachfolgende Aufruf widerlegt bereits die Angaben denen die eine in der Hauptfache dahin geht, daß die Angehörigen nord 8-11 br, Wriezenerftr. 6, bei Gendte. Urabstimmung überwiesenen beiden Refolutionen mitgetheilt, von Rottbuser harmonte, Boechstr. 8 bet Albert Möwes. Anatreon, Abends 9-11 Uhr, bet Reßner, Annenstraße 16.- Gefangverein Musikverein dieser Berichtigung. eines Gewerts in einem Orte feinen zwei Organisationen derselben glüben 2 bet Nowad, Manteuffelftr. 9. Gesangverein Alpen= Gesangs- Abtheilung des Arbeiter= An die Schuhmacher Dentschlands! Das zweite Mal Branche angehören sollen, die andern, daß die arbeitenden Bildungsvereins von Weißenfee bet müder( Pfeifen- Müller), Königsin diesem Jahre ist eine organisirte Arbeiterschaft gezwungen Massen das Joch politischer Parteischaft abwerfen und unabhängig. Arbeiter Bitherflub Freiheitstränge. Seben Dienstag Abends von worden, in den Streit zu treten, veranlaßt durch die Einführung ftimmen müssen, damit endlich die Vertreter der Reichthumerzeuger 8 bis 11 Uhr bet W. Richter, Bülowstr. 65 am Dennewis- Plaß. Mufitvon neuen Hilfsmaschinen. Wie im Vorwärts" mitgetheilt Amerika's bei der Abfaffung und Ausführung unserer Geseze verein Frisch auf bet Schröder, Reichenbergerftr. 24. wurde, sind hierdurch schon eine Anzahl Arbeiter arbeitslos eine Stimme erhalten." § 10" ist nichts erwähnt. Turnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von Ihr in der Turnhalle des Beffing- Gymnastums, Pantstraße 9-10.Turngen offenfchaft. Die 9. Männerabtheilung turnt jeben Berlin. " geworden, damit aber nicht genug, am 18. Juni wurde den Auf den 8. Juli ist von einem Mitalieh hav " stein. Chauffee 38. tenflag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenstr. 63 a. 3. Meine Pfingstferien. Ich war einmal im Wald. Ich war einmal in der Kirche. Ich war einmal im Holzheimer Häuschen. Ich war einmal in Oranjenstein. Ich war einmal in Diez. Ich war einmal in Lümmburg. Ich war einmal beim Megger und beim Schuster. Ich war einmal beim Becker. Ich hab viel Spaß gehabt. Jezt ists forrbei. Turnverein noch und ist mein Unkel. Ich hatte eine Schwester, die ist an des Quartals, in welchem die Aufkündigung erfolgt ist, von dem Fichte. Jeden Dienstag und Freitag, Abends 8-10 Uhr, Staligerstr. 55-56. einer Krankheit gestorben, die hieß Marie. Es ist mir auch ein Vertrage abgehen. Auch von dieser Vergütung fann er sich beTurnverein Norden, jeden Dienstag Abends von 8 bis 10 Uhr in der Turnhalle, Prinzen- Allee 8. Nach dem Turnen geselliges Beisammensein im Bub gestorben, der hieß Heinrich. Wie ich klein war, habe ich freien, wenn er dem Vermiether einen Untermiether stellt, gegen Restaurant Bum Thüringer, Prinzen Allee 10.- Turnverein Froh und zwei Erdstöße erlebt, und seit vier Jahren gehe ich in die Schule. welchen derselbe keine erheblichen Einwendungen nachweisen kann." Fret, Brit( Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes Deutschlands). Turnen Der Männerabtheilung jeden Dienstag von 8-10% Uhr bet Bethke( vormals Es ist zwölf Schritt lang, acht Schritt breit und fünf Schritt die Versegung eines Beamten gerechnet. 2. Unser Wohnzimmer. Unser Wohnzimmer ist oben hinauf. Als solche nicht freiwillige Veränderung" wird im allgemeinen Engel), Chauffeeſtr. 39. Theater- Berein Othello 2 Abends 9 Uhr, bei Tägers, Gartenstr. 13-14. hoch. Es ist getapeziert. An den Wänden henken das LuhterPrivat- Theater- Gesellschaft Berliner Sumor, Abends 9 Uhr, Köpnicker: Denkmahl, drei Pfeifen, Kaiser Friedrich und ein Kanalgenvogel. Schulden des Ehemannes. H. J. Das Eigenthum der Ehefrau haftet nicht für die straße 158 bei Buchs. Privattheaterverein Crescendo, Abends, bei Nicolan, Elisabethkirchstr. 14. Theaterverein Bultania, Abends 9 Uhr, Unser Wohnzimmer hat eine Thür und drei Fenster, zwei auf bet Schütte, Alte Schönhauserstraße Nr. 28-24, Sigung mit anschließendem die Gaß, eins hinten naus. In unserm Wohnzimmer wird geTanz. Theaterverein Morgenroth zu Friedrichsberg tagt mit gessen, getrunken, geschlafen und gearbeit. Damen, Abends 9 Uhr, im Bereinslofal bei Christen, Friedrich Karlstr. 26. - Fidel e Geister, Sigung bei Besseler, Wein- und Gollnowstraßen- Ecke. Vergnügungsverein Amicitia, Abends 8% Uhr, bei Schön nagel, Barnimstraße 47. Geselliger Verein 9 Uhr im Restaurant Dittmann, Perlebergerstr. 9. Brüderschaft, Abends Bergnügungsverein Sturnalia, Abend 9 Uhr, Andreasstr. 3, Stgung. Bergnügungsverein Fidelio, Abends 9 Uhr Sigung mit Damen bet Seifert, Oranienstraße 21. Geselliger Verein Mehr Licht, abends 9 Uhr, Große Frankfurterstr. 183 bet Golds. Touristenklub Wanderluft Abends 9 Uhr, Franseckisir. und Schönhauser- Allee- Ecke. Geselliger Verein Regina Sigung mit Damen Oranienstr. 153 bei Schönwalder. gnügungsverein una. Sigung bei Haberecht, Große Frankfurterstraße 30, BerFidelitas. Männerchor Waldesrauschen im Restaurant Hohen= zollern", Seydelstraße. Vergnügungsverein Berolina Abends 9 Uhr im Restaurant Prog, Annenstr. 9. Restaurant Kaiser, Stalizerstr. 22. Waldkapelle 2, Abends 9 Uhr im in den Oranien- Haller, Oranienstr. 51, Abends 9 Uhr( alle 14 Tage). Geselliger Berein Hertha, Sigung Orientalischer Rauchtlub Spar- und Kreditverein, Abends 9 uhr, Reichenbergerstraße 24, bet Echröder. Nauchflub Dammerwolte, Böckhstr. 1. Rauchklub Bruderbund. Abends 9 Uhr, bei B. Gerhard, Grünauerstr. 27. aum Beitgeift, Bernauerftr. 72. Stauchtlub Inverzagt bei E. Ruppin, Blumenstraße 49. Nauchklub Kohn, Wrangelstraße Nr. 136. Portorico, Abends uhr, bei Rauchtlub Gemüthlichtett 2, Abends 9 Uhr bei Achsel, Köpenickerstraße 161.- Rauchtlub Blaue Suft, Abents 9 Uhr bei Bredlow, Bülowstr. 65. Rauchklub Abguß, 8½ Uhr, bei Schulze, Weberstr. 10. Rauchklub Grüne Quaste, 9 Uhr Münchebergerfir. 29, Restauration Schmeist. Rauchflub Eldo= rado Abends 8% Uhr bei Gayer, Pallisadenstraße Nr. 66-67. Rauch tlub Tabats blüthe, Gigung, Abends 9 Uhr, Blumenstr. 19. Rauch tlub Columbus, Abends 8% Uhr, bei A. Utte, Oppelnerftr. 23. Rauchtlub Gut gesinnte Freunde, Georgenkirchstr. 65 bet Müller. 1 Briefkaffen der Expedition. Für die Brauerei- Arbeiter gingen ferner ein: Ges. Arbeiterverein Hoffnung" 5,-. Innere Buzzer, Bau Plümke, Bau Schöneberg 11,-. Proletarier bei Pluge 5,-. Sängerverein„ Sorgenfrei" 5,55. Nordhausen, Ungenannt 1Bautischlerei von Biche, Schinkestr. 8/9 3,40. Von Arbeitern der Dampf- Schneidemühle Louis Freitel, Alte Jakobstr. 20, 10,10. Weder der Lehrer, der diese Auffäße veröffentlicht, noch die Aus der Chamissostr. 39 1,80. Gefangverein Humanität" 20,-. wiffen zu wollen, wen die schwerste Schuld dafür trifft, daß die Ueberschuß von der Toni 2,20. A. F. 2. 300 6,65. NienBlätter, welche sie tichernd nachdrucken, scheinen zu wiffen, oder Lampen- und Bronzewaaren- Fabrit W. Decte u. Komp. 11,70. Kinder des Proletariats in einer Unbildung, wie sie sich in den burg. Gesammelt in einer Bauhandwerker Versammlung 13,40. drei Beispielen bekundet, erhalten bleiben. Die Gesellschaft, deren Bigarrenfabrikant Richard Schulz und Arbeiter, 2. Rate 9,15. Einrichtungen dem Sohn des Bemittelten alle Schätze des Wiffens Gesammelt von den Kollegen Schirmer und Lipper, Steinmetzzugänglich machen und deren gleiche Einrichtungen hinwieder straße 23 5,50. Lederwaaren- Fabrit Friedr. Hannte jun., Tegel dem Wolfsschüler auch bei der nöthigen Intelligenz nicht einmal bei Berlin 5,50. Straßburg, von einem rothen Polterabend durch soviel Bildung bieten, daß er beim Verlaffen der Schule feine.B. 11,95. Koll. der Möbelfabrik von Kraatz, Ruppinerstr. 5 13,70. Muttersprache richtig sprechen und schreiben kann, diese Gesell- Nr. 12. Die Zielbewußten einer Musterwerkstatt 10,--. Ueberschaft schlägt sich selber mit der Veröffentlichung der Probeaufsätze schuß der Versammlung vom 16. d. M. in Rummelsbug 19,60. treuz und quer um die Ohren. Ueberschuß der Bureau Angestellten Versammlung Winkelmann Bezirk 500 5,-. Von der Aus Falkenau meldet man: Von einem gräßlichen Unglück 6. Juni 1,60. Abends wurde die Familie des wegen der Agitation während des letzten Fröbel'schen Werkstatt, Hollmannstr. 23, Bierprozente, 6,40. Streits entlassenen Arbeiters J. Newald heimgesucht. Newald Tischlerwerkstatt Frommholz 5,-. Diskussionsverein" Vorwärts" hatte nach seiner Entlassung in einer Höhle eines nahegelegenen, Gießen 10,50. Maurer Charlottenburgs 30,-. Verein Leipziger dem Grafen Nostih gehörigen Steinbruches Zuflucht genommen Gewerbe Erfurt 30, Buchdrucker und Schriftgießergehilfen 300,-. Graphisches und sie durch Bretter gestüzt. Troß dieser Vorsicht erfolgte um Turnverein Freiheit" Rathenow Rauchflub Zeitgeist, Abds. 9 Uhr b. Kaspar, Restaurant Rauch flub Gumat ten by the Lei 8. Fröhlich, Reichenberger Rauchflub Sumatra, Abends 1hr bei krause, Gitschinerstr. 93. Stattlub Eintracht Abends 9 Uhr bei Grande, Lausigerstr. 50. Epital other unge, Sigung alle Dienstage nach dem 15. und Spielabend alle Dienstage von 9-11 Uhr im Restauraut Boechstr. 7, bei Herrn Herrath. Staitlub Schnitt, Abends 8 Uhr, bet Trittelwis, Faltensteinstr. 7. Büglerverein Norden. Jeden Dienstag, Abends 9 Uhr, Sigung, Kastanien- Allee 40, im Restaurant. Kartentlub Lustige Brüder, bei Restaurateur E. Rattle, Krautstraße 48. mustel Abends 8 Uhr, im Restaurant Hahn, Ratiborstr. 18. Vermiscites. Regelflub Holz= Sie spotten ihrer selbst und wiffen nicht wie. Bürgerliche Blätter drucken zum Amüsement ihrer Leser drei Auffäße ab, die ein Lehrer als von seinen Dümmsten herrührend, in der Monatsschrift Praxis der Boltsschule" zum Besten giebt. Sie lauten: 1. Lebenslauf. Mein Vater heißt Wilhelm und meine Mutter Krötchen. Mein Vater ist ein Tagelöhner und mein ältester Bruder ein Backsteinmöger. Meinem Vater sein Bruder lebt GOLDENE MEDAILLEBBY U.CO OHNE FLEIS KEIN PREIS 1894. = Dom 10 Uhr Abends der Einsturz der Höhle. Mann, Weib, 11,45. Berlin W. 1,50. Gesammelt bei Eichner, Tresckowzwei Kinder im Alter von zwei und sechs Jahren wurden von straße 35, von einigen Rauchbrüdern 1,10. Tischlerwerkstatt dem Gerölle begraben. Newald arbeitete sich heraus und ver- Breske, Fürbringerstraße, 3,- Verlorene Wette 2,- Verband mochte auch seine schwerverletzte Frau zu retten, die Kinder aber, der Porzellanarbeiter Berlin 11 10,-. Von den Buchdruckereideren Lager sich im Hintergrunde befand, wurden als gräßlich hilfsarbeitern 30, verstümmelte Leichen gefunden. Todesfälle. In München starb am Sonnabend der Bierfönig Pschorr. Am Montag ist der Herausgeber des" Hamb. Fremdenblattes", Gustav Diedrich, gestorben. wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wet Buchstaben oder eine Zahl Briefkaffen der Redaktion. anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Summa 619,75 M. Bereits quittirt 2187,43 M.; in Nr. 136 statt 1508,37 m. nur 1408,37 M.; in Summa 2907,18. Hermes, Schönhauser Allee 141, 10,25 M. Hempf u. Komp. Berichtigung. In einer der letzten Quittungen soll es statt heißen. Depeschen. ( Wolff's Telegravhen- Bureau.) F. 3.§§ 376, 377, 1, 21. 2.-R. bestimmen:„ Wird der Paris, 25. Juni. Die sozialistische Gruppe der Deputirten Miether durch eine nicht freiwillige Veränderung in seiner Person beschloß, obwohl sie immer für die Aufhebung der Präsidentschaft oder Umständen außer Stand gesetzt, von der gemietheten un- der Republik eingetreten war, an der Präsidentenwahl theil-. beweglichen Sache ferner Gebrauch zu machen, so kann er gegen zunehmen, um die Wahl eines reaktionären Kandidaten zu vere Vergütung einer halbjährigen Miethe, von dem Ablauf hindern. Große Ersparniß im Haushalt! F.F.Resag's Kaffeeersatz 9-12 MARS 1894. macht den Kaffee kräftig und wohlschmeckend, liefert auch ohne Zusatz von Bohnentaffee ein angenehmes gesundes Getränk. Zu haben in den meisten Kolonialwaaren- Geschäften. à Pfund 40 Pf. Mittheilung für die Herren Gastwirthe! Erlaube mir hierdurch anzuzeigen, daß ich aus dem Verein der Berliner Brauereien ausgeschieden bin, und offerire mein goldfarbenes und dunkles( Münchner Farbe) Carlsberger Bräu mit 21 Mark pro Tonne inkl. 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Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 145. Dienstag, den 26. Juni 1894. 11. Jahrg. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Orts- Krankenkaffe für Leipzig ſcheinigungen über erfolgte Aufrechnungen ausgefertigt, diese Be- 175( 160) Atrantenbefucher, welche innerhalb des Jabres 1893, = und Umgegend. = 025) Stüd Duittungstarten abgerechnet und ebensoviel Be-| Vertretern zusammen und zählte am Ende des Jahres 1893 scheinigungen den Arbeitgebern zur Aushändigung an die Ver- soweit die Angaben bier vorliegen, 47 484( 85 659) Besuche ficherten unter Beifügung eines Formulars zugestellt, worin ausführten. Diese Institution trug wesentlich zum Wohle der Geschäftsbericht für das Jahr 1893. In dem letzten Heft gleichzeitig erwähnt ist, daß gemäß§ 106 J. u. A.V.G. gegen Kasse bei und soll auch an dieser Stelle dankenswerthe Aner. Die Arbeiter Versorgung", Bentralorgan für das gesammte den Inhalt der Bescheinigung bei der Verwaltung binnen zwei fennung finden. Kranten, Unfall, Invaliditäts- und Alters- Versicherungswesen Wochen Einspruch erhoben werden kann. Berufs- Krankenkontrolleure waren in den Diefe 58 596 Stück Monaten Januar, Februar und März 1893 18, gegenüber 13 am im Deutschen Rriche, befindet sich eine interessante statistische Quittungskarten tamen in Posten von 4-6000 Stück an die Jahresschluß 1892, in den Monaten April bis mit Dezember 1893 bis m Darstellung über den Umfang und Geschäftsbetrieb der Leipziger Versicherungsauftalt zur Absendung. Von auswärts gingen aber 12( 12), darunter eine weibliche Krantenbesucherin, thätig. Orts- Krankenkasse. Wir glauben um so eher die Pflicht zu 24 881 Stück Quittungskarten ein. 438( 294) Duittungstarten Krankenbesuche durch Berufs- Krantenkontrolleure wurden im haben, die Mittheilungen unsern Lesern zu unterbreiten, da gegen wurden gegen Bezahlung erneuert. Bei 16 535( 15 220) einzufor- Laufe des Jahres 1893 128 158 ausgeführt, welche sich auf die wärtig auch in Berlin sehr eiirig an der Zentralisation der dern gewesene Quittungskarten machten sich 2344( 612) wiederholte Stadt und 98 Ortschaften erstreckten. Orts- Krankenkassen gearbeitet wird und wir in der Leipziger Erinnerungen zur Einreichung derselben nothwendig. Die An- verabfolgt: 3921( 8280) Brillen, 1010( 957) Bruchbänder, 171 An Heilmitteln wurden Orts- Krankenkasse bereits eine Organisation Lieser Art haben. zahl der allein die Invaliditäts- und Altersversicherung betreffen-( 172) Sprißen, 81( 110) Inhalationsapparate, 95( 102) Gummis Der Bericht gewährt einen Einblick in den großartigen Um den Posteingänge war 8390( 8468) Stück und die Zahl der für binden, 124( 103) fonftige Binden, 215( 213) Gummistrümpfe fang und Ausdehnung dieser Kassenverwaltung, dabei ruht dieselbe Abtheilung abzufertigenden Personen belief sich durch- und Kappen, 36( 43) Eisbeutel, 1006( 1020) verschiedene kleinere die Verwaltung in den Händen von Arbeitern, ein Beweis dafür, schnittlich auf 150( 150) pro Tag. Die stärksten Verkehrstage und größere Heilmittel, unter letzteren 14( 22) Berstäuber, daß in Arbeiterfreifen Leute vorhanden sind, die einen derartigen ergeben die Quartals: bezw. Monatswechsel. 39( 38) Nasendouchen, 3 Beinschienen, 19 Stüßkorsets, 4 Gipsgroßen Verwaltungsapparat leiten können, was so vieljach von Die Zahl der schriftlichen Eingänge betrug 71 106( 55 518), forsets, 8 Lufttissen, 63( 23) Einlagesohlen für Plattfüße, unferen Gegnern bestritten wird. mithin pro Tag 237; die Zahl derer, auf die eine besondere Ent- 1( 5) Respiratoren, 8( 16) tünstliche Augen 2c., 12 264( 8110) Die Mitgliederzahl der Orts Krankenkasse bei Beginn des schließung zu fassen war, betrug 66 966( 44 268). Durch die Post Bademarken der verschiedensten Art, 396( 741) Flaschen Jahres betrug 76 859( 74 550*); am 31. Dezember, einschließlich wurden 121 771( 111 219) Briefe, darunter 14 257 Ginschreibe- Mineralwässer, 910 4481( 4811) freiwilliger Mitglieder, in Summa 81 903 und zwar briefe, zur Absendung gebracht, während durch Boten 10 122 334( 367) Kilo Badesalze, 9703( 7978) Liter Milch, 29( 46) ( 970) Flaschen medizinische Weine, 62 360 männliche und 19 543 weibliche Mitglieder, also 5044 Wit( 10.795) sonstige Aufträge erledigt wurden. Die Geschäfte der Flaschen Sephir. Der Besuch der beiden Heimstätten für Geglieder mehr als zu Anfang des Jahres. Der höchste Mitglieder: Invaliditäts- und Altersversicherung erforderteu außerdem noch nesende im sächsischen Erzgebirge und zwar zu Rittergut Förstel bestand entfällt auf den 28. April 1893 mit in Summa 87 734 64 395 Briefabsendungen. An Porto ist für die Ortskranken- bei Raschau( männliche Genesende) und zu Gut am Gleesberg bei Mitgliedern, der niedrigste auf den 3. Januar 1893 fasse ein Aufwand von 8818,59 m., für die Invaliditäts- Schneeberg( weibliche Genesende) hat sich gegen 1892 erfreulich mit 76 233 Personen und der durchschnittliche Mitglieder- und Altersversicherung Von 1781,55 Mart entstanden. vermehrt. Verpflegt wurden in Förstel 302 Mitglieder mit 7390 bestand betrug im Jahre 1893 84 584( 80044). Bei der Die Fernsprecheinrichtung ist ein unerläßliches Hilfs Verpflegtagen und in Gleesberg 888 Mitglieder mit 8265 Ver Hauptmeldestelle und den im Kassenbezirke gelegenen 42 Neben mittel geworden, das von Arbeitgebern, Mitgliedern und der pflegtagen. Auch im Jahre 1898 waren die erzielten Resultate meldestellen 29 in Leipzig Stadt und 18 in Leipzig Land Verwaltung der Kaffe außerordentlich in Anspruch genommen nach ärztlichem Gutachten sehr gute. Auf Kosten der Stasse bezw. gelangten zur Orts- Krankenkasse bezw. Invaliditäts- und Alters- ward. versicherung 149 055( 142 289) Personen zur Anmeldung und auf eigene ermäßigte Roften besuchten im Jahre 1892 119 MitKrankheitsfälle mit Erwerbsunfähigkeit sind 35 984( 34 346) glieder verschiedene Bäder, und zwar waren davon 20 in Lausigt, 189 789( 136 405) Personen zur Abmeldung, in Summa 288 794 mit in Summa 695 923( 648 127) Krankheitstagen zu verzeichnen. 19 in Schmiedeberg, 5 in Berta, 1 in Reiboldsgrün, 8 in ( 278 694), pro Tag 963( 929) Meldungen.**) Der stärkste Melde- Es entfallen fonach auf 100 Mitglieder rund 42( 48) mit Er- Wolfenstein, 4 in Teplit, 7 in Karlsbad, 2 in Lobenstein, 5 in tag fiel auf den 6. April 1893 mit 2165, der schwächste auf den werbsunfähigkeit verbundene Krankheitsfälle, auf einen Fall 19,34 Elster, 36 in Dürrenberg, 2 in Wiesbaden, 1 in Sulza, 3 in 22. Dezember mit 401 gemeldeten Personen. Zuwiderhandlungen( 18,87) Krankheitstage. Der Krankenbestand beträgt im Jahres Salzungen, 1 in Wildungen, 2 in Franzensbad, 2 in Hohenstein, gegen die Meldevorschriften mußten 2282 zur Anzeige gebracht durchschnitt 2,11 pet.( 2,03 p@ t.); geringster Prozent 2 Ditseebad Ahlbeck, 1 Bad Schweizermühle, 1 Bad Niederbrunn, werden. 7752 Anfragen und 1692 sonstige Mittheilungen machten sah am 16. Oftober 1893 mit 1,61 pt.( 1,46 pt.); 1 Bad Dievenow, 1 Bad Biebra bei Naumburg. Ferner er= wegen Unvollständigkeit der Meldungen 2c. allein in höchster Prozentsaz am 28. Januar 3,11 pet.( 3,27 pt.). hielten auf diesbezügliches Ansuchen 12 lungenkranke Mitglieder ber Meldestelle nothwendig. Meldeformulare tamen durch Aufnahme in Krankenanstalten wurde bezw. theilweis auf Kosten aus Stiftungsmitteln des Raths der Stadt Leipzig entsprechende die Hauptmeldestelle 82 269, durch die Nebenmeldeftellen der Kasse für 4077( 4124) Mitglieder einschl. Angehörige, nämlich Zuschüsse zu einem Kuraufenthalt in Rautenfranz und Unterjugel 127 600 Stück zum Verkauf. Die Benutzung der im Inter- 2585( 2722) männliche, 835( 824) weibliche Mitglieder, 199 im sächsischen Erzgebirge. esse der Mitglieder an 5 verschiedenen Stellen eingerichteten( 168) Chefrauen, 452( 397) Kinder und 6 andere Angehörige, Die Anzahl der Angestellten betrug am 31. Dezember 1893 Filial- Bahlstellen für Krankengeld- Empfänger war, ebenso in der gewährt. Der Prozentjag sämmtlicher Aufgenommenen ergiebt 151 Perfonen, und zwar 124 Bureaubeamte und Hilfsarbeiter, für Alt- Leipzig errichteten Stadtfiliale in dem ehemaligen den 12.( 12.) Theil der überhaupt erwerbsunfähig frank Ge- 12 Ginfammler, 14 Krankenbesucher und 1 Aufwärter. Während Polizei-( Melde-) Amt, eine recht rege. Es erhoben dort ins wesenten. In 388( 398) Fällen hatte die Kasse in Gemäßheit in den Jahren 1891 und 1892 es nicht möglich war, die gesetzlich gesammt 91 050 Personen das Krankengeld, davon entfallen auf§ 5,9 1.2.G. mit verschiedenen Berufsgenossenschaften zu for- vorgeschriebenen 10 pet. der vereinnahmten Beiträge dem Res Leipzig- Plagwig 17 586( 16 335), auf Leipzig- Neuschönefeld respondiren. Wöchnerinnen- Unterstützung wurde an 1316 fervefond voll zuzuführen, im Jahre 1890 sogar dem Reserve 16 282( 14 476), auf Leipzig- Reudnig 16 940( 15 217), auf Leipzig:( 1565) Personen gezahlt. In 52( 83) Fällen zablte die Kasse auf fonds zur Deckung des Betriebes ein Betrag von 2744. 12 Pf. Gohlis 9808( 9412), auf Leipzig- Connewig 4649( 4116) und auf Anweisung der Berufsgenossenschaften Krankengeld über die ge- zu entnehmen war, ergiebt fich erfreulicher Weise, daß im ab die Stadtfiliale für Alt- Leipzig 25 790( 28 298) Personen. wöhnliche Dauer hinaus verlagsweise, ebenso geschah in gelaufenen Geschäftsjahre troß einer nicht unbedeutenden InDer Personen Karten- Statalog, an stelle des Mitglieder- 43( 30) Fällen die verlagsweise Krankengelderzahlung seiten der fluenza- Epidemie nicht nur die 10 pCt. in Höhe von 204 413 m. verzeichnisses eingeführt, zählte am 31. Dezember 348 147( 319000) Kaffe für auswärtige Ortsfrankenkassen. Ausgesteuert wurden, 89 Pf. dem Reserve onds zugeführt werden konnten, sondern daß Karten. Kranken- Personal- Karten an stelle des Krankenbuchs ein- d. h. es erhielten die vollen Leistungen auf 26 Wochen, auch noch ein weiterer Ueberschuß von einigen Tausend Mark geführt, sind zirfa 130 760( 101 730) angelegt. Mitgliedsbücher blieben aber noch ferner frant 160( 232) Mitglieder. fich ergeben hat. waren 25 922( 24 460) auszufertigen und an die Arbeitgeber ab-& 3 verstarben 649( 566) männliche, 127( 116) weibliche zufenden, außerdem wurden auf Anfuchen 5772 Duplitate für Mitglieder, 554( 262) Ghefrauen, 3270( 3304) Rinder von Mit Mitglieder pro Kopf um 56 Pf. gestiegen, während die Beiträge Die Einnahme an Beiträgen ist für versicherungspflichtige verloren gegangene oder unbrauchbar gewordene Mitgliedsbücher gliedern und wurde für dieselben das statutenmäßige Sterbegeld der freiwilligen Mitglieder um 16 Pf. pro Kopi zurückgegen die festgefeßte Gebühr ausgestellt. gewährt. Die Kasse stand mit 167( 167) Aerzten einschließlich gegangen sind. Die Unterstützungen find theilweis im Verhältniß An Beiträgen für die Invaliditäts- und Altersverficherung 54( 54) Spezialisten und 9( 7) Zahnärzten, ferner mit 52( 53) zur Mitgliederzahl wiederum niedriger als im Jahre 1892, und wurden für das Jahr 1898 vereinnahmt 1 199 783,82. Apothekern, davon 34 im Kajjenbezirk und 18 in der weiteren zwar ist das Krankengeld, welches im Jahre 1889: 9. 53 Pf., ( 1 160 966 m. 22 Pf.). Quittungskarten der Invaliditäts- und Umgebung von Leipzig, mit 9( 5) Optikern und Bandagisten, 1890: 11 m. 53 Pf., 1891: 10 M. 33 f., 1892: 9 m. 88 Pf. Altersversicherung wurden neu angelegt 99 536( 91 495) Stück, 10 Badeanstalten und 23 Masseuren bezw. Masseusen im Ver- pro Kopf betrug, 1898 auf 9 M. 23 Pf., mithin um 60 Pf. pro besgleichen ausgehändigt bezw. abgesandt 27 411( 26 252), pro tragsverhältniß. Die Thätigkeit der Zahnärzte erstreckt sich für Kopf zurückgegangen, hauptsächlich veranlaßt dadurch, daß vom Tag durchschnittlich 92( 87) Stück. Ferner wurden 58 596 Mitglieder auf Zahnziehen, Nervtödten, fleine Operationen, 1. Januar 1893 ab die Bestimmung zur Einfübrung tam, daß sowie Zement- oder Amalgam Füllungen; für Angehörige der im Falle der Erwerbsunfähigkeit, wenn deren Beginn mit der *) Die eingeklammerten Bahlen betreffen das Jahr 1892. Mitglieder nur auf Zahnziehen. Erkrankung zusammenfällt und sie länger als drei Tage dauert, **) Hier ist zu bemerken, daß die Kasse auch die Beiträge für Die seit 1. Juni 1891 neu organisirte freiwillige Kranken- das Krantengelo erit vom zweiten Tage ab gewährt wird, während die Invaliditäts- und Altersversicherung einzieht. fontrolle setzt sich in der Hauptsache aus Generalversammlungs- vordem das Krankengeld vom ersten Tage ab gezahlt wurde, " 5 Ueber die Arbeitshäuser von den " " unmöglich " zu es müßte gerade Wunder thun können und gana ausgelernt" haben, ebenfalls aufs Pflaster zu brauchbaren und fleißigen Menschen umzuändern vermag." fliegen, um durch neue Lehrlinge oder Lehrmädchen er= wird ein geradezu vernichtendes Urtheil gefüllt in einem Auffage Wir weisen angesichts diefer einfach haarsträubenden Schilderung setzt zu werden. Auch das sind dann, um mit Fleischmann zu Borschläge zur Reform der Arbeitshäuser" von Otto Fleisch noch einmal darauf bin: alles das ist wörtlich zitirt, ist von reden, Leute, denen niemand Arbeit giebt, außer wenn er in der mann in dem letzten Heft der Blätter für Gefängnißkunde, einem Arbeitshaus- Geistlichen geschrieben und steht in einer Zeit- größten Verlegen beit um Arbeitskräfte ist." Mancher von ihnen Organ des Vereins der deutschen Strafanstaltsbeamten." Der schrift, die von Dr. Wirth, dem Direktor der Strafgefängnisse steht mit seinen geringen Fertigkeiten bei dem thatsächlichen Verfaffer ift Hausgeistlicher am Arbeitshause in Kaiserslautern, zu Plößensee und Rummelsburg( Arbeitshaus für Berlin), Ueberfluß an Arbeitskräften ebenso hilflos da, wie ein Halbfonnte also die Dinge aus nächster Nähe kennen lernen. Fleisch redigirt wird. Alles das ist zwar schon lange vorher in sozial- blinder und Halbtauber oder ein Schwachsinniger. Bedauerlich mann sagt, die bereits früher durch die Statistit festgestellte demokratischen Versammlungen gesagt und in der sozialdemokra ist es auch, daß der Verfasser es blos als Gewiffenlosigkeit" anThatsache, daß die Aufgabe, die Arbeitshäusler au regelmäßige tischen Presse geschrieben worden, aber da war es natürlich sieht, daß Mütter ihre Töchter gleich nach der Konfirmation in Arbeit zu gewöhnen und ihnen Freude daran einzuflößen. Uebertreibung"." Lüge"," Aufbeßung" und was sonst noch. Wir die Stadt jagen, um fich dort ihr Brot Arbeitshäusern größtentheils nicht erreicht sind überzeugt, daß troß dieser Enthüllungen Fleischmann's, denen wir suchen." Weniger turzsichtig sind dagegen seine Vorschläge werde, tönne er auf grund einer dreißigjährigen hiermit die weiteste Verbreitung geben wollen, diejenigen Kreise, zur Reform der Arbeitshäuser. Daß man Beobachtung voll bestätigen. Die amtlichen Nachfragen über die welche nicht nur jeden Bettler und Arbeitshäusler, sondern schon fägen und spalten, mit Düten fleben, Strohdecken flechten, mit Sols seit Jahresfrist Entlassenen ergäben fast durchweg trofilose Nach jeden Arbeits- und Obdachlosen einen Arbeitsscheuen und Kaffee sortiren nicht brauchbar geworden ist für's Leben, nichts richten. Am feltensten", sagt er, heißt es wohl und diese Vagabunden nennen, ihr erbärmliches, feiges Gewerbe mit un- gelernt hat, womit man sich draußen ernähren kann, das sieht Botschaft wird mit einer gewissen Ueberraschung, einem un- geschwächten Kräften fortseßen werden. Nun hat Fleischmann er ein; ebenso, daß so niemand Freude an der Arbeit gewinnen gläubigen Staunen von den Beamten entgegengenommen: Der freilich auch Arbeitshäusler kennen gelernt, die leiblich und kann, da er sich ja sagen muß, daß er damit nirgendwo sein Brot oder die Entlassene ist in die Heimath zurückgekehrt, hat derzeit geistig gesund waren, aber thatsächlich nicht arbeiten wollten. verdienen fann. Für alle diese Arbeiten haben sich eben die fleißig gearbeitet und sich ordentlich betragen." Vorher äußert Niemand zweifelt daran, daß es auch solche giebt und zwar schon Arbeitshäuser, Gefänguiffe und Zuchthäuser durch billigere Preise der Verfasser, der, wie gesagt, Sausgeistlicher ist: Am deshalb geben muß, weil die tapitalistische, auf möglichste Aus- das Monopol verschafft. Fleischmann schlägt vor, die Arbeitsberuhigendsten erscheint immer die Mittheilung: N," N. beutung der Arbeitstraft gerichtete Produktionsweise Hunderttaufende häusler zu Landarbeitern auszubilden. Aber hierbei läßt er ist verunglückt( häufig erfroren) oder da oder dort in von Arbeitern zur Arbeitslosigkeit verurtheilt, auf die Landstraße durchblicken, daß er bei seinen Reformbestrebungen doch noch von einem Armenhause oder Spitale verstorben."( Wir be jagt, zum Betteln zwingt und schließlich von aller Arbeit anderen Motiven als von bloßem Mitleid mit seinen Arbeitshäuslern merten ausdrücklich, daß in dieser unglaublich erscheinenden entwöhnt. Fleischmann weist aber noch auf eine andere Ursache| geleitet wird. Er will den Strom, der die Menschen in die Städte Aeußerung die Klammer mit den Worten häufig erfroren" der Arbeitsscheu hin, indem er zu den von ihm beobachteten zieht und das Land entvölkert, eindämmen und nach dem Dorfe nicht etwa ein Zusatz von uns ist, sondern ebenfalls im Original Arbeitsscheuen bemerkt, daß man es hier durchweg mit Menschen zurückleiten." Dafür werden ihm die nothleidenden" Großs steht.) Und was find das für Leute, bei denen es den Austalts zu thun hat, die nicht erzogen wurden, die nichts verstehen, nichts grundbesizer, die ihre Knechte und Mägde durch schlechte Be= beamten und augenscheinlich auch dem Hausgeifilichen als be gelernt haben". Rommt ja ein geschickter Handwerfer( fährt er zahlung und brutale Behandlung in die Städte getrieben haben, ruhigend" erscheint, wenn sie elend umgetommen fort) in ein Arbeitshaus, so darf man sicher sein, daß er dem sehr dankbar sein. Daß der Herr Pastor sich überhaupt von find? Der fatte Bourgeois, der vielleicht niemals in feinem Leben Trunke ergeben ist. Alle übrigen find geringwerthige Tagelöhner anderen seines Standes" im Grunde nicht im geringsten unter ernsthaft gearbeitet hat, sagt: Natürlich Arbeitsscheue, die sich und Fabrikarbeiter, halbausgelernte Schneider und Schuhmacher, scheidet und mit der besitzenden und darum herrschenden Klasse ihr Unglück selber zuzuschreiben haben. Dagegen sagt Fleisch die aus der Lehre fortgelaufen sind, oder Mädchen, die nicht gegen die besiglose, unterdrückte Klasse tämpfen will, deren entEs findet sich da eine große Anzahl von Leuten, Kochen, Flicken, Waschen, Betten, Kehren gelernt haben, jegliches Elend er eben erst mit so beredten Worten ge denen auch das beste Arbeitshaus absolut nicht zu helfen die man deshalb zu Mägden nicht brauchen konnte und schildert hat, das zeigen die Schluß Abschnitte seines vermag. Ich tomme mir immer vor, als befinde die dann in den Städten der Prostitution anheim Aussages. Er erblickt in der Rückgewöhnung der Stromer" ich mich in einem Hause, das zugleich Arbeits-, Armen- fielen." Hier vergißt der Verfasser hinzuzufügen, daß an ehrliche Arbeit eine Vorbeugungsmaßregel gegen die und Irrenhaus sei." Er ist der Ansicht, man stecke alle, viele Profetarierkinder überhaupt in teine Lehre gebracht werden soziale Revolution, die besonders in diesen Kreisen kräftige Unterdie sich bettelnd umhertreiben, ins Arbeitshaus, nur um sie auf tönnen, sondern mit Rücksicht auf den sofortigen, wenn auch ge- stüßung finde. Sie vergessen schon wieder etwas, Herr Pastor: einige Beit unschädlich zu machen. Sieht sich der Ansialts ringen Verdienst als Laufburschen, Wartemädchen u. s. w. unter- das nämlich, daß gerade die foziale Revolution, d. h. die Bes vorstand oder Ober- Aufseher seine Leute aber näher an, so be- gebracht werden müssen; wobei sie später, wenn sie älter ge- feitigung der die Arbeit ausbeutenden und die Arbeitslosigkeit merkt er alsdann zu seinem Schrecken, daß er es entweder mit worden sind und mehr brauchen, auis Pflaster fliegen, um fördernden, kapitalistischen Produktionsweise allein der Arbeitseinem unheilbaren Trunkenbold oder mit einem halbblinden oder wieder jüngeren und darum billigeren Kräften Platz zu machen. Scheu den Garaus zu machen vermag. Wir geben uns sogar der halbtauben Invaliden oder einem schwach, stumpf- oder blöd- Er vergißt ferner, daß viele Lehrlinge und Lehrmädchen in den Hoffnung hin, daß es dann gelingen wird, auch diejenigen, die finnigen Subjekte zu thun hat. Gs find das lauter Leute, Fabriken und Werkstätten überhaupt nicht ausgebildet, sondern heute ihr eich tb um zur Arbeitslosigkeit" verurtheilt, wieder denen niemand Arbeit giebt, außer wenn er in der größten von habsüchtigen Arbeitgebern während der ganzen Lehr- an eine ehrliche Arbeit zurückzugewöhnen, so daß die Arbeits Verlegenheit um Arbeitsträfte ist, welche deswegen wohl bettelnd zeit" zu untergeordneten Verrichtungen verwandt werden; häuser voraussichtlich gänzlich werden beseitigt werden können. auf den Straßen einherziehen, die aber das Arbeitshaus wonach fte, auch wenn sie nicht fortgelaufen sind mann: " # " 00 um= auch ferner dadurch, daß das Rechnungsjahr 1893 52 Unter| Steinmetstr. 23 den dort arbeitenden Gesellen Boykotibier holen; I losigkeit in diesem Jahre eine noch größere fei, als im verſtüßungswochen umfaßte, während das Jahr 1892 53 Wochen ebenso verkehren die Arbeiter vom Neubau Mansteinstraße in gangenen Jahre. Ebenso nehme die Lohndrückerei immer mehr zählte und dadurch 1893 ca. 17 000 m. weniger Krankengeld zu Lokalen, wo Schultheiß- und Schöneberger Bier verzapft wird. überhand. Der Normallohn sei bereits auf 50 Pf. pro Stunde zahlen war. Zum Schluß wurde auf die Veröffentlichungen im Vorwärts" und darunter herabgedrückt. Bei alledem wurde dem in Arbeit Die Verwaltungskosten sind, obwohl das abgelaufene Ge- in Sachen der Gewerbegerichts- Wahlen verwiesen. tretenden Maurer noch der erste Tagesverdienst einbehalten. Noch schäftsjahr mehrfache außergewöhnliche Kosten verursachte, um In einer gut besuchten Mitgliederversammlung der Unternehmer und Poliere. drückender sei die Behandlung und Unterdrückung seitens der 5 Pf. pro Kopf gegenüber dem Vorjahre geringer geworden. Dabei werde in übermenschlicher Nur darauf sei hingewiesen, daß das am 1. Januar 1893 Freien Vereinigung der Kaufleute sprach am Weise geracfert. Leider feien alle diese Mißstände gearbeitete Statut, welches an sämmtliche Mitglieder zur Ver- 13. d. M. Dr. Ar on 3 in einem interessanten Vortrage über nicht im Stande, die Berliner Maurer aus ihrem Indifferentissendung gelangte, allein an Druckkosten, Buchbinderlöhnen, Be- den Fortschritt in der Naturwissenschaft. Redner erläuterte die mus zu erwecken, sie zu mannhaftem Vorgehen aufzurütteln. fanntmachungen zirka 3700 M., die Grweiterung der Geschäfts: Entwickelungsgeschichte des Dampfes und der Elektrizität. Bei Gegenüber der übergroßen Arbeitslosigkeit fet es unverantwort räume an Miethe und Umbaukosten zirka 2900 M., und die dem ungeheueren Fortschritt, den die Elektrizität namentlich im lich, daß auf dem Schloßbau eine zwölfstündige Arbeitsschicht Vertreterwahl im Februar v. J. zirka 750 M. erforderte, ferner, legten Jahrzehnt gemacht hat, könnte sie eine Wohlthäterin der herrsche. Wenn auf Seiten des Unternehmerthums nicht die daß infolge Ausdehnung der Krankenversicherungs- Pflicht auf die Menschheit werden. So lange wir aber tapitalistisch wirthnöthige Einsicht vorhanden ist, so müßten die Berliner Maurer Angestellten der Orts- Krankenkasse, auf dem Konto Verwaltungs- Schaften, wird sie dies nie, da in einer kapitalistischen Gesellschaft selber so einsichtsvoll sein, auch in schlechten Zeitverhältnissen fosten rund 1400 M. an Krankenversicherungs- Beiträgen in Aus- für das Handeln der Menschen ist. Erst in einer sozialistischen Besserung der Verhältnisse sei nur zu erwarten durch eine feste nicht das Gemeinwohl, sondern nur der Profit die Triebfeder nicht länger als zehn Stunden täglich zu arbeiten. gabe zu stellen waren. Gesellschaft wird die Elektrizität den Platz einnehmen, den sie Zusammenschließung der Berliner Maurer. Das ZuſammenReicher Beifall bekundete das Einverständniß der Versamm: müsse die Berliner Maurerschaft zu gleichem Verhalten anhalten der Berliner Arbeiterschaft in dem jezigen Bierkriege lung mit dem Referat. Unter Vereinsangelegenheiten fordert spornen. Traurig sei es daher, daß die Kollegen auf einem Schreyer die auf unserm Boden stehenden wahlberechtigten Bau in der Kaiser Wilhelmstraße, wo der Polier Balke Arbeitgeber zur Einzeichnung in die Wählerliste auf. seines Amtes walte, ohne Widerspruch das ihnen von Gerichts- Beifung. verdient. Eine Die Freie Vereinigung der Bau- Anschläger hielt am dem Polier verabfolgte boyfottirte Bier annehmen und trinken. 17. Juni eine Versammlung ab. Kollege Jacobi begründet Die Berliner Maurer müßten sich wieder auf sich selbst besinnen, einen Antrag auf statutarische Festsetzung der Unterstützung. sich wieder organisiren, um nicht noch mehr zu versumpfen und Bon verschiedenen Rednern wird diesem Antrag widersprochen, vermöge der Organisation eine Befferung der Verhältnisse zu er schließlich aber festgesetzt, daß nach vierwöchentlicher Krankheit möglichen.( Bravo!) Die folgende Diskussion zeigte, daß der eine Krankenunterstüßung von 15 M. eintritt. Das Sterbegeld Referent in seinen Ausführungen nicht zu schwarz gemalt habe. wird auf 30 M. bemessen. Die Schilderungen, die von den Diskussionsrednern über die Bauverhältnisse gegeben wurden, illustrirten das herrschende regelmäßige Versammlung ab. Stadtv. Wilke referirte über daß eins der größten Baugeschäfte, Held u. Franke, bereits Der Verband der Möbelpolirer hielt am 18. d. M. seine Glend in seiner ganzen Glorie. Als verbürgt wurde mitgetheilt, das Thema:„ Der Bier Boykott und welche Lehren ziehen wir Stundenlöhne von 45 Pf. zable. Fälle, wo auf Bauten boydaraus?" Der Vortrag wurde mit Beifall aufgenommen und fottirtes Bier freiwillig" getrunken werde, wurden mehrfach annach kurzer Diskussion beschlossen, bis zur Beilegung des Streites geführt. Die Klagen über die Unzulänglichkeit der Baubuden und fein Bairischbier zu trinfen. Zum 2. Punft der Tagesordnung der Arbeitslöhne, über die schimpfliche Behandlung zc. wurden immer Statuten- Berathungskommission überwiesen. Statutenänderung" wurden die eingelaufenen Anträge der wieder laut. Scharfe Verurtheilung fand die geradezu erbärm Sodann wurden liche Arbeitsweise auf den modernen Schwindelbauten. Nicht den Kollegen Aliner als Gemaßregeltem 20 M. Unterstüßung viel besser seien infolge des Submissionsunwesens die Arbeitsgewährt. Es erfolgte hierauf die Abrechnung vom Maskenball verhältnisse auf den Staats- und Kommunalbauten. Alseitig und Ausgabe der Billets zur Dampferpartie. wurde Organisation empfohlen, gewerkschaftliche Organisation, " nahme: Hottehüh! Wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgefet hatten sich in der letzten Sitzung des Rixdorfer Schöffengerichts zu verantworten der Schlächtermeister Friedrich Otto Paul Krüger, dessen Ehefrau Franziska Krüger und der Schlächtergefelle Otto Kossack. Krüger, welcher in Riydorf, Prinz Hand: jernstr. 43, eine Schlächterei betreibt, ist beschuldigt, Mettwurst mit Pferdefleisch verfälscht zu haben, Roffact wegen Beihilfe hierzu und die verehelichte Krüger wegen des Verkaufs der verfälschten Wurst unter Anklage gestellt. Sämmtliche Angeklagte bestritten, irgend etwas von Pferdefleisch zu wissen und behaupteten, nur Rind- und Schweinefleisch verarbeitet zu haben, wenn auch allergeringster Qualität. Am 10. März d. J. hielt Frau Krüger auf dem Rixdorfer Wochenmarkt Fleisch- und Wurstwaaren feil, die fast ausschließlich von Arbeiterfrauen gekauft wurden, weil dieselben glauben, dort billiger zu kaufen. Seitens der Polizei wurden nun Don Krüger einige Wurstproben entnommen, wobei der Chemiker Dr. Stelzer feststellte, daß die Mettwurst zum großen Theil aus Pferdefleisch bestand, was auch schon das äußere Ansehen ergab. Wie Dr. Stelzer als Beuge und Sachverständiger vor Gericht bekundete, hat er die Wurst nach verschiedenen Methoden erprobt und stets war das Resultat daffelbe. Der Vertheidiger der Angeklagten bestritt zunächst, daß es überhaupt wissenschaftlich möglich sei, Pferde- und RindFrauen und Mädchen Bildungsverein des eine einheitliche Organisation. Für dringend nothwendig wurde fleisch in der Wurst zu unterscheiden und beantragte, darüber ein arbeitenden Volkes hielt am 19. Juni in Schöneberg eine auch erachtet, demnächst entschieden Stellung zu nehmen immer mehr überhand nehmenden Markensystem. Gutachten des Reichs- Gesundheitsamts einzuholen. Der Gerichts- sehr gut besuchte Wanderversammlung ab, in der Frl. Wabnih zu dem werde von zwölf hof lehnte dies jedoch als unerheblich ab. Nach dem ausführ in einem recht beifällig aufgenommenen Vortrag über„ Die Der Postbau an der Prenzlauer Allee lichen Gutachten des Sachverständigen fönne es gar feinem Thätigkeit des Gehirns und die fünf Sinne" sprach. In der Maurern in Afford in die Höhe gebracht. In Würdigung Zweifel unterliegen, daß die von den Angeklagten entnommene Diskussion äußerten sich Frau Schädlich und Frau Klaute seiner Berdienste habe der Inhaber der Baufirma Held u. Franke, Mettwurst in der That mit Pferdefleisch verfälscht worden sei zustimmend zu dem Referat und forderten die Frauen zu recht Herr Franke den Stronenorden erhalten! Die Versammlung nahni und daher seien die Angeklagten zu bestrafen. Krüger wurden zu je 30 M. Geldstrafe eventuell 10 Tage Ge- Frau Mesch die Anwesenden, in dem Bierboykott die Sache Ueberstunden und Nachtarbeiten am königlichen Schloſſe. Sie ver Die Eheleute zahlreichem Beitritt in den Verein auf. Desgleichen ersuchte hierauf einmüthig folgende Resolution an: Die Versammlung nimmt mit Entrüstung Kenntniß von den fängniß, der Angeklagte Rossack zu 5 M. Geldstrafe, eventuell ein der Arbeiter tüchtig zu unterstützen. Tag Gefängniß verurtheilt. urtheilt eine derartige Maßnahme des Herrn Hof- Maurermeisters Die Barbiere und Friseure beriethen in einer in der Clemens und erwartet mit Bestimmtheit, daß in allernächster Zeit Zum Tode verurtheilt wurde in Braunschweig eine Nacht zum 22. Juni abgehaltenen Versammlung ihre Stellung eine geregelte, den Berliner Verhältnissen entsprechende ArbeitsDienstmagd. Unser Bruderorgan, der„ Braunschw. Volksfreund", nahme zu einer eventuellen Lohnbewegung. Kollege Pobohs hatte zeit dort eingeführt wird. Gleichzeitig versprechen die anwesenbringt über die Verhandlung folgenden Bericht: Eine Anklage das Referat übernommen. Er bedauerte, daß trotz der über den Kollegen, auf allen Bauten für die Aufklärung der nichtwegen vorfäßlicher Kindestödtung wurde gegen die Dienfimage mäßig langen Arbeitszeit, welche die Kollegen in Berlin haben, organisirten Kollegen zu wirken und alle Uebelstände der DeffentEusanne Sobirei aus Jarowschowo, zuletzt in Langelsheim, ver- und trotz dem niedrigen Lohne man in eine Lohnbewegung zur lichkeit preiszugeben." handelt. Die Angeklagte ist 23 Jahre alt und bisher noch nicht Beit nicht eintreten könne, weil viel zu wenig Kollegen organisirt Gegen eine Stimme fand ferner folgende Resolution Ans bestraft. Es ist die alte Geschichte, die sich immer wiederholt. sind und ein ausreichender Fonds nicht vorhanden ist. Redner Die Angeklagte stand bis zum Herbst vorigen Jahres in Langels: ermahnte die Kollegen, sich der Organisation anzuschließen, da- Die Versammlung beschließt: In anbetracht der miserablen heim in Dienst. Sie gab denselben auf und nahm Dienst mit im nächsten Frühjahr für eine Befierung der unwürdigen Verhältnisse im Maurergewerbe, sowie um der grenzenlosen Ausin Timmenrode. Von ihrem Dienstherrn Mönnecte war Lage gekämpft werden könne. In der Diskussion sprachen sich beutung in Butunft erfolgreicher entgegentreten zu können, verfie wiederholt gefragt worden, ob fte fich Mutter sämmtliche Redner gleichfalls gegen sofortiges Eintreten in eine sprechen wir alle, den alten Schlendrian ernstlich abzulegen, fühle. Es war dieses von ihr stets verneint. Am 8. Januar Lohnbewegung aus. Mehrere andere Kollegen äußerten noch ihr thatkräftig wieder in die Organisation einzutreten und demzuwurde sie von einem Kinde männlichen Geschlechts entbunden. Bedauern, daß die Freie Vereinigung" die Forderungen der folge unseren alten Verein zur Wahrung der Interessen der Bis eine Stunde vor ihrer Niederkunft war es ihr gelungen, Gehilfen( Minimallohn von 8 Mart bei ganzer, 11 Mart Maurer Berlins und Umgegend hochzuhalten und beizutreten, Mönnecke ihren Zustand zu verheimlichen. Vierzehn Tage nach bei halber und 18 M. bei gar keiner Kost, ferner Arbeitszeit von sowie für Herbeischaffung geeigneten Materials zur Bekämpfung ihrer Niederkunft blieb sie noch bei M. Dann fuhr sie nach 7-9, Sonntags bis 5 Uhr) nicht bewilligt, sondern beschlossen der unwürdigen Zustände auf den Bauten Sorge tragen zu helfen, Goslar zu einer Bekannten, um dort ihr Kind unterzubringen. habe, wenn die Gehilfen nicht andere Forderungen stellten, dann damit es besser werde trotz alledem!" Gegen Mönnecke hatte die Angeklagte geäußert, sie wolle nach wäre das Tischtuch zwischen ihnen und der Bereinigung zer Die zweite öffentliche Maurerversammlung Halberstadt zu ihrem Bruder. Von Goslar ist sie dann nach schnitten. Folgende Resolution fand einmüthige Zustimmung: Langelsheim gefahren, da es ihr in dem ersteren Orte schwer Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des vom Sonntag tagte bei Joel. In feinem Referate tabelte der Ge wurde, für das Kind eine Unterkunft zu finden. In Langels- Referenten voll und ganz einverstanden und betont, daß es nosse Wilte besonders, daß man den Vertrauenspersonen, trotzdem heim begab sie sich zu einer ihr bekannten Frau, um bei derselben Ehrenpflicht jedes Kollegen ist, Mitglied der am Drte bestehenden man immerfort über schlechte Löhne cc. flage, fowenig Material ihr Kind in Pflege zu geben. Diese war dazu bereit, erklärte Organisation zu werden, um durch vereinte Kraft es dahin zu bedeutend unter die magistratliche Einschätzung( 55 Pf.) herunter zur Verfügung stelle. Heute schon seien die Löhne zum Theil aber, daß ihr 3 Mark für die Verpflegung zu wenig sei, worauf bringen, daß in eine Lohnbewegung eingetreten werden kann. die Beklagte versprach, 6 Mart pro Woche zu zahlen und reiste Im Weiteren erklärt die Versammlung, daß unter den jetzigen gegangen, die Lässigkeit und Gleichgiltigkeit der Kollegen mache nun nach Goslar zurück, um ihr Kind zu holen. Am Verhältnissen in eine Lohnbewegung nicht eingetreten werden es den Unternehmern leicht, immer noch weitere Reduktionen folgenden Tage, den 25. Januar, nahm die Angeklagte ihren kann, diese vielmehr bis zum nächsten Frühjahr vertagt werden eintreten zu lassen. Der Redner berührt den schädlichen Einfluß Dienst an und begab sich dann am Nachmittage mit dem Kinde muß. Ferner erklärt sich die Versammlung auch mit dem Ver- den das forzirte Arbeiten auf die Solidität des Baues ausübt nach Langelsheim. Hier angekommen, gab sie demselben auf dem halten der Agitationsfommission voll und ganz solidarisch." und fordert und namentlich die jüngeren Kollegen auf sich ihrer Bahnhof noch einmal die Brust. Hierauf verließ sie den Bahn- Die Kommission wurde hierauf durch die Wahl der Kollegen Pflichten gegen die Organisatien und Fachpresse mehr bewußt zu hof, begab sich nach der in der Nähe des Ortes fließenden Grane Gensler, Walter, Schneeweiß und Klostermann ergänzt. und warf das Kind, nachdem sie dasselbe vollständig entblößt, Mittheilung gelangte noch, daß über 14 Tage die Organisation theiligten, wurde festgestellt, daß durch die Schuld der Poliere Bur Legeler, Jänsch, Köhler und Kielmann sich be= ins Wasser. Noch an demselben Abend gegen 12 Uhr wurde im Lokale Sosenthalerstr. 38 ihre Sigung hat. zumeist die ungesunden Zustände auf den Bauten begünstigt das Kind bei der dortigen Mühle aus dem Graben gezogen. Be- Eine öffentliche Versammlung aller in der Schuhwerden. Ein Redner führt an, daß ihm von der Firma Lugino, reits am folgenden Tage wurde sie verhaftet und gestand auch und Schäftefabrikation beschäftigten Ar Neue Grünstraße, 25 Pf. Stundenlohn gezahlt sei, was be ihre unselige That ein. Sie zeigte heute über dieselbe tiefe Reue. beiter und Arbeiterinnen tagte am Sonntag in greiflicherweise große Entrüstung erregte. Eine Resolution wurde Die Geschworenen bejahen die Schuldfrage der vorfäßlichen Joel's Festsaal, Andreasstr. 21. Niederauer berichtete über angenommen, in welcher der Anschluß an die Organisation be Tödtung und daß die That mit Ueberlegung ausgeführt sei. Da den Streit bei Fürstenheim u. Komp., Andreasstraße, wo der huss Bekämpfung der Uebelstände zur Pflicht gemacht wird. nach blieb dem Gerichtshof nur noch übrig, nach dem An- artige Arbeitseinstellungen, hervorgerufen durch die eigenartigen Zum Schluß wurden noch Mittheilungen, den Bierboykott, die trage des Staatsanwalts das Todesurtheil über die Angeklagte Praktiken des Herrn Fürstenheim und seines Wertführers Lack'schen Schuhwaaren und die Gewerbegerichts- Wahlen be auszusprechen. Engel, der wohl alles andere, nur nicht das sei, was sein treffend, gegeben. Name befage, jährlich zwei, drei und vier Mal vorkommen. Der Mariendorf. In der am 17. Juni im Teutschbein'schen jetzige Streif fei infolge von Lohnabzügen, die Herr Fürstenheim mit Aufstellung neuer Maschinen zu begründen suchte, hervor. Lokale in Marienfelde abgehaltenen Versammlung des Arbeiter Der Wahlverein des 2. Reichstags- Wahlkreises hielt gerufen worden. Außer Bezahlung der früheren Lohnfäße fordern Bildungsvereins für Mariendorf und Umgegend hielt Genoffe mit lebhaftem Beifall aufam Sonnabend in den„ Kurfürstenhallen", Kurfürstenstr. 31, eine die zirka 50 Ausständigen die Entlassung des Werfführers, die Paul Jahn Berlin einen Bersammlung ab. Einige anwesende Damen mußten sich auf der Fabrikant zugefagt, worüber er aber etwas Schriftliches zu genommenen Vortrag über„ Geistige Waffen des Proletariats". die Aufforderung des überwachenden Beamten bin entfernen. geben sich weigert. Da hinter diesem Herrn der ganze Fabri- In der darauf folgenden Diskussion sprach u. a. Genoffe die Aufforderung des überwachenden Beamten hin entfernen. fanten- Ring steht und in Zukunft kein Streit von Erfolg be- Barleyti. Charlottenburg, die Ausführungen des Referenten Genosse Antric besprach in einem längeren Vortrage bie Stellungnahme des Kleinbürgerthums zur Sozialdemokratie". Gin- gleitet sein würde, wenn es nicht gelänge, zunächst diesen in einigem ergänzend. Laut Bericht der Bergnügungs leitend erwähnte er das provokatorische Auftreten einiger sich vor siegreich durchzuführen, so ermahnte der Referent die Aus- Rommission findet am Sonntag, 22. Juli, ein gemüthliches Beidem Versammlungslokal herumdrückenden Individuen und erständigen, unter feinen Umständen die Arbeit eher aufzunehmen, sammensein für die Mitglieder und Gäste nebst Familien bei mahnte die Genoffen, derartigem Betragen stets Ruhe und Be- bis die gestellten Bedingungen erfüllt seien; die Syrupathien der Teutschbein statt. sonnenheit entgegen zu sehen. Fußend auf dem ersten Abschnitt Berliner Arbeiterschaft hätten sie auf ihrer Seite. unseres der Steglit. Am 18. Juni tagte hier eine öffentliche Frauenussionsredner waren der Ansicht, daß der Streik sehr bald zu versammlung, in der Fräulein Babnitz über den Bierboykott gang der Produktionsweise von dem embryonalen Handwerk der halb gunsten der Ausständigen entschieden sein würde, wenn es vor referirte. Nach einer längeren Diskussion, die sich im Sinne des barbarischen Völker im Alterthum ausgehend bis auf die jetzige nahme der Arbeit abzuhalten; mit den paar Streikbrechern, die allen Dingen gelinge, die Maschinennäher von der Wiederauf- Referats bewegte, wurde eine Resolution angenommen, die ihr Zeit. Daß das durch den Gang der Entwicklung immer mehr ins dem Fabrikanten jetzt zur Verfügung ständen, tönne er seinen Bee Einverständniß mit dem Referat bekundet und zur Unterſtüßung Proletariat hinabgedrängte Kleinbürgerthum sich nur zum kleinsten trieb unmöglich aufrecht erhalten. In einer Refolution erTheil seiner Klaffenlage bewußt sei, beweise der bei Aufständen und klärte sich die Versammlung einstimmig mit dem Vorgehen der Lohnkämpfen der Arbeiter seinerseits wiederholt verübte Verrath. streikenden Arbeiter von Fürstenheim einverstanden, versprach sie Adlershof. In einer gutbesuchten Wolfsversammlung, die Wie bei den Kämpfen der französischen Arbeiter 1848 und 1870, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu unterſtügen. Das auf am 21. Juni in Wöllstein's Lokal tagte, referirte Reichstags- Ab= so auch bei den großen Streits der Maurer und der Buchdrucker und zuletzt bei dem jetzigen Kampf der Berliner Arbeiterschaft den Streik bezügliche Inserat in der Sonnabendnummer der geordneter Fri 3ubeil über den jezigen Stand des Biergegenüber dem„ Brauerring", überall war es das Kleinbürger Schuhmacher A. Schulz in ihren Kreisen nicht bekannt ist. Der Der Redner ging sodann auf die Saalfrage über, wodurch eine Bolts- Zeitung" hielt die Versammlung für Mystifikation, da ein boykotts, deffen bisherigen Verlauf, seine Ursachen und Wirkungen. thum, die Gevatter Budiker, Käse, Milch- und Grünkramhändler, Maschinennäher Gerwin erklärte sich unter dem Bravo der ingehende Debatte hervorgerufen wurde, in deren weiteren VerSchlächter, Schuster und Schneider, die zumeist nur von der Ar- Versammlung mit den Streifenden solidarisch, während der eben auf von dem Mitglied der Boykottkommission konstatirt wurde, beitertundschaft leben, sich aber in einer, jedem vernünftigen falls bei Fürstenheim beschäftigte Näher Berber die Abgabe daß zur Stunde wohl niemand mehr boykottirtes Flaschenbier Menschen schier unbegreiflichen Verbohrtheit dennoch, statt sich einer Erklärung ablehnte und sich es erst noch überlegen will, führe, da an demselben Abend sich der letzte Lokalinhaber verstellen. Der Redner resumirte sich dahin: an den Arbeitern sei agner gab befannt, daß der durch sein bekanntes Verhalten während die anderen Lokalinhaber sich darauf beschränken, neutral zu verhalten, strikte auf die Seite der Großkapitalisten ob er seine angenehme Existenz aus's Spiel segen tann. pflichtet habe, tein derartiges Bier mehr zu entnehmen. Acker= es, aus dem schnöden Verhalten dieser Elemente die noth- bei Mauff, Oranienstraße, sich seiner Zeit so auszeichnende Werkwendige Lehre für die Zukunft zu ziehen und Händlern, lang- Auf welche nach wie vor Boykottbier führen, auch die nöthige führer Lang jezt in Görlitz wegen etlicher Gaunereien eine lang auf eine Anfrage an Herrn Wöllstein und Herrn Leopold, der nur das Bier der sieben boyfottirten Brauereien zu meiden. Beachtung zu schenken. Jeder überzeugte Genosse habe seine An- jährige Gefängnißstraße absize. Rott machte Mittheilung von in der Versammlung anwesend war, erklärten beide Herren auf gehörigen dahin aufzumuntern, daß sie bei Einkäufen solchen und der ihm auf der Wache am Stralauer Play widerfahrenen Mitglied der Boykottkommission von Köpenick, daß angesichts der der am Vormittag erfolgten Verhaftung vieler Flugblattverbreiter alle Fälle ihr Lokal herzugeben. Hiernach erklärte Genosse Feller, Geschäften fern bleiben und stritte am Bierboykott festgehalten wird.( Lebhafter Beifall.) Die Diskussion bewegte sich im Sinne Behandlung. günstigen Lokalverhältnisse in Adlershof die Köpenicker Genossen der Ausführungen des Referenten und wurde mitgetheilt, daß Zwei öffentliche Manrerversammlungen beschäftigte am wohl von dem Asylrecht in Adlershof Gebrauch machen werden. leider vielfach von Arbeitern, denen man etwas mehr Verständ- 24. d. M. die Frage der Stellungnahme der Berliner Maurer Nach dem Schlußwort des Referenten nahm man einstimmig den niß für das Elend der ausgesperrten Brauerei- Arbeiter zumuthen zur Lohndrückerei im Baugewerbe. Die eine Versammlung fand Antrag an, die Tellersammlung am Schluß der Versammlung dürfte, gegen die Bolksversammlungs- Beschlüsse verstoßen werde. im Norden( Swinemünder Gesellschaftshaus) statt. Hierselbst fortzusetzen und den Ueberschuß den ausständigen Kuhnheim'schen So muß beispielsweise der Lehrling der Bildhauerwerkstatt referirte BI auroc. Derselbe konstatirte, daß die Arbeits- Arbeitern zu überweisen. Versammlungen. Alle Dis werden. Durch die weitere Debatte, an welcher unter Andern der Brauerei- Arbeiter auffordert. mann der fein Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2.