Wr. 5t. 35. Jalfrs. Bezugspreis: Nierte'.jiLrl. 4,60 MI. tr.onail 1,50953. fcei ins Ha»°. voraus�ahlbarEinzelni Nummern lO Pjg, Poilbeing: Mona� Iich I�c MI. Un'«! Kreuzbandch- Ungarn S,— MI. iür das übrige Ausland sLO Ml. monai.iÄ. Beriand ms i?eid bei direlte: Seilellung monall. 1�0 Mb Poslbcftefluiigen nebmen an Täqe- mari, Htzllanö Luremdurg, Schweden und die Lqgveiz. Emgetr.rgen in die 'dosi-rieitungs-Brei-Iistt. Ericheini täglich. Telegramm» Adr.ste: «Sozialdezsakrat Berlin�. Verllnee Volksblskt. ( 10 Pfennig) Anzeigenpreis i Die gebengeipallene Kolonelzeilekosiet 60 Pfg.„Kleine Anzeigen', da» fetigedrulite Wort 20 Pfg, lzuläfsig 2 setlgedruckle Worlef, iedes weilere Wori 10 Pfg. Etellengeiuche und Echiasslellenanzeigen daS erste Wort 10 Pfg., fedes weilere Wort 6 Pfg. Warle aber IS Luchilaben zählen für zwei Worte. Teuerungszufchiag 20°/. Fanitlie«- Anzeigen»i» Pfg., politische u, gewerlichaftliche Beri ws- Anzeigen 40 Pfg die Heile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis ti Uhr nachmitt. im Hauptgeschäft, «ertw SW.«a Lindenstratze 3, abgegeben werden. SeSfsnel von g Uchr früh bis? Uhr abenii. Zentralorgan der foztaldemokratifdben Partei Deutfchlanda. Reöaktion: EW. öS» �isöenllraße Z. ffernitjretbet: Amt Morrevla«, Str. 151 90—151 S7. Mittwoch, de« ÄO. Februar 1V18. Expeöition: EW. öS, �inüenstraße 3. Zpernivrecher:«m« Mortvvla«, Nr. 151 SO— 151 97. Aufhebung der außerordentlichen Kriegsgerichte Das Oberkommando in de» Marken erläßt folgende Be- Zanntmachung: Berlin, 19. Februar. Auf Grund des Gesetzes über den Belagerungszustand bestimme ich für das Gebiet der Städte: Berlin, Charlottcnburg, Berlin-Schöneberg, Berlin- Wilmersdorf, Neukölln, Berlin-Lichtenberg und Spandau und der Landkreise Teltow und Nicderbaruim: Meine Bcr- ordnung vom 31. Januar 1918 betreffend Aufhebuna des Artikels 7 der preußischen Vcrfassungsurkunde und Ein- setzung außerordentlicher Äriegsgerickte tritt mit dem Ablauf des 2 3. Februar 1918 außer Kraft. Der Oberbefehlshaber in den Marken. gez. v. Kessel, Generaloberst. Polen. Halbamtliches gegen den„Vorwärts". Die.Norddeutsche Allgemeine Zeitung"' schreibt halb- amtlich: Bon einem Berliner Blatt ist in einer Notiz zur pol» «iieben Fragen die Noct>richt verbreiiel worden, es werde erwoqen, von Polen iov'el iür Teui>ck>ond obzmrennen. wie man zu: straleqiichen Sicherung nörrp zu haben glaube und den Rest seinem Schicksal zu überlassen. Tos Biotl fügt binzn, datz auck das preutziiche Stoateminister'mn sich mit dieiem Plan befahr und rbn enischieden nrihbilligi habe. Nach einem vor kurzem ein« stimmig gefahten Beichlrih babe das Siootsministerium sich mit gröhter Eniichiedenbeit gegen eine Crweiteiung des von Polen bevöfkerten Staais- und Äeichsgebieis ausgesprochen. Wie uns von zuständiger Seite mitgereilt wird, sind Be- schlüsie darüber, was werter aus Polen werden ioll, bisher noch nicht geiaht worden. Aus den Aussall der letzten Enlicheidung wird setbüverständlich vor allem auch dre Art und Werse von Ernfluh rein, wie das beireire Polen sich gegenüber Deuiichlond und Oesterreich-Ungarn zu verhallen gedenkt. Die„Nordd. Allgem, Ztg."' bestreitet nicht, daß unsere Nachricht über den Beschluß des preußischen Slaatsmiuiste- riumÄ�richtig war; zu gleicher Zeit schreibt die„Germania": „Wir können die Richtigkeit dreier Meldung nur b e st ä t i g e n". Daß entscheidende Beschlüsse über Polen schon gefaßt seien, hatten wir nicht behauptet, sondern im Gegenteil ge- sagt, es gehe drüber und drunter und kein Mensch wisse, was werden solle. Die Nichtigkeit auch dieser Nachricht wird jetzt in den gemessenen Formen einer halbamtlichen Erklärung bestätigt. Im übrigen ist es recht unwahrscheinlich, daß man mit dem Erzieherton der halbamtlicheu Erklärung auf die Polen gründlichen Eindruck niachen wird. Umgekehrt scheint das schroffe Auftreten der Polen in Oesterreich schon Eindruck ge- macht und gewisse Wirkungen erzielt zu haben. Jedenfalls ist es auch vernünftiger, wenn man gleich ans gleich mit sich reden läßt, als wenn man von oben her mit Lohn winkt oder mit Strafe droht. Und ist dieser Weltkrieg auch nicht geführt worden, um jeden Traum nationalistischen Ehrgeizes zu verwirklichen, so ist eine neue Zerstückelung Polens als sein Ergebnis noch weniger wünschenswert. Sie liegt, wie der Beschluß des preußischen Staatsministeriums ganz richtig erkennt, auch nicht im deutschen Interesse. Polen und Oesterreich. Wie«, 18, Febi aar. sKorrcspoudenz-Burcau-Meldung.) Heute baben verschiedene Parteiberatungen namentlich der Soztaldernokraren und des Polenklubs, sowie Be- sprechungen des Mmrsterpräsidenten mit verschiedenen Parteiführern staltgernnden. Im Polenklub teilte der � Obmann mit, bah die polnischen Minister. Unlerri ch lsmi n i st e r C w i k l i n s k i und M i n i ster für Galizien Twardowski dem Ministerpäsidenten ihr Rücktrittsgesuch überreicht hätlen. Wien, 18. Februar. Keldung des Wiener St. K. Telegr.« Korreip. Bureaus.) Die Bläner veröffeinlichen nunmehr die Kund- gebung der poluifchen Mitglieder des Hcrrenhiiusrs in der Frage de« Cdolmerlandes. in der es heihi: In voller Ueberein» stimmung mit den Gefühlen aller Schichien der polnischen Beoölke« rung legen wir gcmein'am mir dem Polenilub der Abgeordneten entschieden und feierl:chjt Protest ein gegen die indem Friedensvertrage von Brest-Liiowk Vereinbarle G r e n z b e st i m m u n g zwischen dein Königreiche Polen und der Ukraine, D>e Kundaebung lveist auf die überwieaeude Zahl der Polen in de» ovaeireiniieii Gebieie» hin uud iügl hiniu, ei» Boll, das durch eine lange Reibe von Jabien semeu laiholischen Glauben und bei« ma>l>chen Boden mn Mäilyrerblut verlcidigle, solle nunmehr ent« nalionatisierl und onhodox werden oder dem religionslosen Radi- laltsmuS prei-gegeben werden. Dieses be'lagenswerie Los werö« ihm van denjenigen bereitet, die seiersich die Beireiung von ftemdem Joch versprachen. Mit der Einwilligung zu dieser Grenzbe stimmung hat Graf Tzerni» die vor de- österreichtjchmngarische» Regierung wiederholt gege» Vormarsch an der ganzen Ostfront— Besetzung von Dünabnrg und Luck— Gefecht bei Tahure. Amtlich. GrogeS Hauptquartier, IS. Februar 1918.prechcnde ent» schiede»e Opposition gegen die Regierung an. Wir sind überzeugl, dah die Krone durch die Regierung nicht in einer der Wahrheil einsprechenden Werse bezüglich der hohen Bedeulung der Eurzelbedingungen des Friedensvertrages rnforinrerl wurde. Sunüesrat unö ukrainischer ZrieÜe. Berlin, 19. Februar. Der Friedensvertrag»tt Mrnine fand heute die Zustimmung de» Bundesrats. der Um den Zrieöen im Gsteti. In der gestrigen Sitzung des HauptausschusseS erklärte Herr v. Kühlmann:„Wir können an die friedlichen Gesin- nungen Rußlands nicht mehr glauben und müssen für Ruhe und Ordnung in den an die besetzten Gebiete angrenzenden Ländern sorgen. Unser erneutes Eintreten in den Krieg wird hoffentlich in Petersburg dieGeneigtheit�umFrie. den stärken. Auch heute noch sind wir bereit, einen Frieden zu schließen, der unseren Interessen entspricht." In politisch unterrichteten Kreisen glaubt man daraus schließen zu dürfen, daß eine neue Wenduno der Dinge im Osten nicht ausgeschlossen ist, sondern daß die deutsche Regierung nur neue Anzeichen für den Ernst der russischen Friedensabsichtcn abwarten will. Sollten solche An» zeichen eintreten(und ein Gerücht will wissen, daß sie schon eingetreten seien), so wären damit neue Tatsachen geschaffen. die für die weitere Entwicklung nicht ohne Bedeutung bleiben könnten._ i. Klarheit nach außen unö innen! Die Reichstagstagung, die am Dienstag mit einem recht bescheidenen Austakt eingesetzt hat, dürste für die Entwicklung unserer politischen Dinge gleichwohl von großer Bedeutung werden. Sie muß die Entscheidung darüber bringen, wie sich das Verhältnis der politischen Parteien zueinander und namentlich auch zur Negierung gestaltet. Namentlich über die künstige Stellung der Sozial- demokratie hat bereits das große Rätselraten begonnen. Die Sozialdemokratie hat an dem Zustandekommen der gegen- wärtigen Regierung wesentlichen Anteil gehabt. Dieser Tat- fache ist sie sich bewußt. Aber sie schöpft daraus keine Ver- pflichtung zu blinde r-G e f o l g s ch a f t. Sie hat der Er» nennung Hcrtlings, Payers usw. zugestimmt, als diese ein bestimmtes Programm für ihr Regierungsziel er- klärten. Wie weit die Sozialdemokratie diese Regierung unterstützt, hängt ganz naturgemäß davon ab, ob die Regie- rung auf dem Boden des vereinbarten Programms verharrt oder Neigung zeigt, davon abzugchen. Man kann die Haltung der Negierung— um es sehr vorsichtig auszudrücken— in den letzten Tagen zum minde- sten nicht als s o n d e r l i ch k l a r bezeichnen. Ein General, der einen Gegner täuschen will, mag wohl die Richtung seines Vormarsches durch einen„Schützenschleier" möglichst zu verdunkeln suchen. Eine Regierung aber, welche die Mit- Wirkung bestimmter politischer Parteien wünscht, hat die Pflicht, vor allen Dingen über ihre Absichten Klarheit zu schaffen. Und diese Klarheit muß in der lausenden Reichs- tagstagung mit allen Mitteln gefordert werden. Zunächst auf dem Gebiete der auswärtigen Politik. Im Osten gehen zurzeit Dinge vor, deren politische Wirkune unermeßlich werden kann. Die deutschen Heere haben auf einer Frontlänge von vielen hundert Kilometern einen allge« meinen Vormarsch angetreten. Mehrere bedeutende Plätze sind ohne Kampfhandlungen von ihnen besetzt worden. Ob der Widerstand gegen den Vormarsch sich im weiteren der» stärken wird, wissen wir nicht; jedenfalls� scheint strategisch die Möglichkeit eines fast unbegrenzten Raumgewinne? mit geringen Opfern vorzuliegen. Für den verantwortlich Denkenden erhebt sich die Frage: Wohin geht es? Die Frage ist nicht in militärischem, sondern in politischem Sinne gemeint. Wenn je eine Kampf- Handlung, so ist diese nicht aus strategischen, sondern aus politischen Momenten heraus geboren. Die Regierung hat uns aber noch mit keinem Wort gesagt, was Zweck und Ziel des Ganzen ist. Einen Druck aus die Bolschewiki aus- zuüöcn, daß sie formell Frieden schließen?— Wir wissen nicht, ob dieses Mittel das geeignete ist, aber wir wissen, daß die Besetzung weiterer Landstrecken ein Moment ist, das auch den Keim ganzanderer Konsequenzen in sich trägt. Der Vormarsch führt uns hinein nach Livland und Est- land, ferner in das von Weißrussen bewohnte Gebiet. Nach der bisherigen Politik unserer Regierung(oder für den ge- bundcnen Herrn v. Kühlmami„Regierungen") kann man nicht ohne weiteres die Vermutung ablehnen, daß sie der Zu- kunft dieser Völkerstämme nicht teilnahmslos gegenüberstehe« wird, sobald sich ihr Gebiet unter deutscher Okkupation be- findet. Zu den noch unverdauten volnilchen, ukrainischen, lettischen»nd litauischen Problemen käme dann noch das livische. eslische, weißruisische hinzu. Und wenn wir gar bis an die obere Wolga marschierten, wo die Mordrinen, die Tscheremissen und ähnliche interessante Völkerrcste Hausen— die Folgen wären gar nicht auszudenken! Im Ernste: je weiter sich die deutschen Heere von der jetzigen Frontlinie entfernen, desto größer wird die Gefahr, daß auch die Regierung sich von der Mehrheit«- jrovt. die durch die NsichstsaSrslöivtts« vom 19. Juli 1917 geschaffen wurde, l o s I ö st. Die Tatsachen haben nun einmal ihre eigene Lagik in sich: je mehr einer o�k/upiert. desto größer wird für ihn auch die Ver- suchung zu annektieren. Es ist daher notwendig, daß der Reichstag diesen Vor- marsch als das behandelt, was er ist: als eine hoch- politische Angelegenheit. Und die Regierung, die bisher nur die Heeresberichte hat sprechen lassen, wird sich sehr deutlich über ihre Ziele und Absichten bei der Sache zu äußern haben. In der inneren Politik schien eine Zeitlang Klar- heit zu herrschen. Die Festigkeit der Regierung in der preußischen Wahlrechtsfrage mußte nach den letzten offiziösen Erklärungen als unantastbar angesehen werden. Zweifellos hatten diese auf die Bevölkerung be- ruhigcnd gewirkt. Diese Ruhe ist aber jäh in ihr Gegenteil verwandelt worden durch den Um fall des stellver- tretenden Ministerpräsidenten in der Wahl- rcchtskomniission. Das starke„Nein", das die Negierung bisher allen Pluralwahlrechtsplänen entgegensetzte, ver- wandelte Herr Dr. Friedberg in ein„Ja, wenn nur..." DaS Wort vom Teufel, dem man den kleinen Finger gibt, hat die preußische Reaktion wahrgemacht. Sie kalkulierte: gibt die Negierung einem kleinen verschämten Pluralwahl- recht ihre Zustinmiung, so kann man ihr ein großes u n- verschämtes wohl mit der Zeit auch noch aufreden. Flugs ließen die Konservativen ihren sowieso nicht ernstzu- nehnienden berufsständischen Wahlrechtsplan fallen und brachten zusammen mit den Freikonservativen den Vorschlag eines gepfefferten Zluralwahlrcchts ein mit fünf Zusatz- stimmen, von denen de? Arbeiter im besten Falle eine, die AlterSzusatzstimme, erreichen kann. Damit aber der Hohn nicht fehlte: der konservative Sprecher erklärte, auch die Vermögenszusatzstimme sei dem Arbeiter zugänglich, denn sechstausend Mark könne doch heutzutage jeder Arbeiter sparen! 16 von 35 Konimissionsmitgliedern haben diesen Antrag unterzeichnet. Zwei Stimmen nur fehlen an der Mehrheit. Nötiger als je erscheint hier eine Regierung, die f e st auf dem gleichen Wahlrecht beharrt. Haben wir sie? Ueber diese Fragen muß zunächst vor allem einmal Klar- heit geschaffen werden._____ fibüankung ües Königs von Rumänien) Genf, 19. Februar. Wie die französischen Zeitungen vom 17. Februar über Italien mitteilen, soll der König von R«. mänien nunmehr tatsächlich abgedankt haben. Eine Bestäti- gung liegt in Paris allerdings noch nicht vor. der boljAiewistische Schlag gegen öen eftlänöischen Böel. Ein Grundgesetz der estnischen Arbeiterkommune. Berlin, 19. Februar. Ein kürzlich aus Neval zurück- gekommener Este gibt folgende Schilderung der Lage in Est« laud: In der Nacht vom 9. zum 10. Februar unternahm die Note Garde jn Neval im Auftrage des herrschenden Arbeiter- und Soldatenrates ' der Bolschiwiki einen Schlag gegen den estländischcn Adel. Es wurden zirka 600 H a u s s u ch u n g e n und Ver- Haftungen von Männern und Frauen vorgenommen. Die Männer wurden im Tlevalor gefangen gehalten. Der Epeicherroum ist kalt, feucht, schmutzig und unheilbar. Die wacht« habenden Matroien verboten, den Gefangenen Essen zu bringen, wobei sie Verhaftungen vornahmen. Einer der älteren Männer ist dort gestorben. Die Frauen sind in dem heizbaren Kinolheater Marino untergebracht. Die Zahl der Gefangenen war am Dienstag schon auf über 1000 gestiegen. Im Elevator waren zirla 650 Männer au« Wesenberg. Weitzenstein, Hapsal und vom flachen Lande eingetroffen; die Verhaftungen wurden fort- gesetzt. In Livland geht dasselbe»er sich, nur daß die grauen dort verschont sein sollen. Jn einem Aufruf an alle Arbeiter(vom 9. Fe- bruar) erklärt das Exekutivkomitee deS Arbeiter- und Soldatenrates dem früheren Adel den Krieg; als außerhalb des Gesetzes stehend ist jeder Adelige zu ver- haften. Wer ihm Unterkunft gewährt, wird mit Gefängnis u»d Vermogensverlust bestraft. ! Da fast der gesamte Adel ouS den nationalisierten Gütern in die Städte geflohen war und dort Unterkunft gefunden halte, stehen den übrigen deutschen Kreisen schlimme Zeiten bevor. Einzelne deutsche Pastoren und Bürger find g l e r ch- falls verhaftet worden; die Schulen wurden geschlossen. W>e es fecnerhiil möglich fein wird, die zahlreichen verwaisten Kinder zu versorgen. bleibt dahingestellt. Rächst dem Adel richtet sich der gesamte Aufruf gegen die estnischen de« sitzenden Kreise: an die Bürger, Kausleute. Hau»- d e s t tz e r wre auch an die b e s r tz e n d e a B a u e r n. Bürgern «nd Bauern wird vorgeworfen, eine Konterrcvelution geplant zu haben und mit dem deutschen Adel zusammen z« arbeiten. ES wird der Belazerungszustand über alle e st nischen Städte verhäiiZt/ und die Wahlen für die bevorstehende konstituierende Versammlung Estlands werden für ungültig erklärt. Die Bolichewiki waren nämlich bei diesen Wahlen unierlegen. Die Spitzen der estnischen Gesellschaft, wie die Führer aäec bürgerlichen Parteien sind verhastet, ihr Blätter ver- boten worden. Auch mit den Verhaftungen der Bauern hat die Rote Garde bereit« begonnen. Im offiziellen Organ deS Arbeiter- und SoldatenrateZ ist z u g l e t ch mit dem Aufruf auch das Projekt eines Grundgesetzes der estnischen Arbeirerlommune veröffentlicht worden. Der erste Punkt erklärt diese Kommune für einen Bestandteil der russischen Republik. Sle Lage!n Zmnlanö. Kopenhagen, 16. Februar. Wie..Nationaltidende' au» Stock- Holm meldet, hat der Kommandant de« Küstenpanzerschiffes„Thor" die Russen aufgefordert, die kllandoiuseln zu Verlusten. Die Russen sprengten das Munitionslager in die Lust und steckten die Wachstatiori und die Signalstation auf Eckeroe in Brand. Was«, 18. Februar. lMcldung de« Svenska Telegrambyran.) Der Generalstab der Weißen Garde meldet:„Unsere schwachen Posten bei Laeokipchja sind infolge der Sammlung überlegener feindlicher Abteilungen zurückgezogen worden. Der Feind zieht auch nördlich Tammerfors größere Abteilungen mit kräftiger Artillerie zusammen. Aus den anderen Abschnitten ist nichts zu melden. Stockholm, 18. Februar. Laut„Rowojs Shisn' hat das russische Volkskommissariat eine besondere Truppe«. »bteilung zusammengestellt, die nach Finnland geschickt werden soll, um dort die Roten Gardisten zu unterstützen.„IS- pestija" veröffentlicht ein Telegramm des russischen Kriegskommis« sarS, in dem dieser mitteilt, daß Artilleri« und Hilf»- truppen nach Finnland geschickt werden, und daZ Rayon- komitee auffordert, gegen die Schutztruppen standzuhalten. Mehrere Rote Gardisten, die gefangen wurden, erklärten, sie seien unter Androhung von Todesstrafe zur Teilnahme an den Kämpfen ge- zwungen worden. Petersburg, 18. Februar.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Ganz Rordfinnland, von Tornea bis U l e a b o r g, ist in den Händen der Rote» Garde. Der Mittel- t e i l des Landes ist in den Händen der Weißen Garde. Der südliche Bezirk von TammerforS steht auf Seiten der Roten Garde. Unrichtig ist die Nachricht, daß Munition aus Schweden in Finnland eingetroffen sei. Man telegraphiert aus HelsingforS. daß Hoglund, Grin- l u n d und Nissen Sonnabend von Petersburg dort eingetroffen seien. Die Mitglieder des Rats der Volkskommissare begrüßten die skandinavischen Gäste. Hoglund begrüßte die finnischen Genossen im Namen der Parei. Fast ganz Siid-Finnland ist in denHändenderRoten Garde. D:e Lage bessert sich täglich. Im Norden wird heftig ge- kämpft. Der Sieg der Roten Garde ist gesichert. Mehr als die Hälfie der finnländischen Bevölkerung steht unter der Herrschaft der Roten Garde. Heute gehl ein Zug mit wohl bewaffneten Panzerautomobilen, Geschützen und Maschinengewehren an die Front ab. kkampf auf Aland. Ttocklwlm, 19. Februar.(Meldung des Svenska Telegram- byran.) Ein amtlicher Funkspruch aus Aland aus der späten Rächt meldet: Zwischen dem Schutzkorps und russischen Sol- baten auf Aland sind gestern abend Schüsse gewechselt worden. Es scheint sich jedoch um einen Borfall örtlicher Natur zu handeln. Man hegt immer noch die Hofficung, daß unter der Mitwirkung de? finnischen Gesandten in Stockholm Gripenberg ein llebereinkommen zu erreichen ist. Stockhilm. 13. Februar.(Meldung von SvenSka Telegram. byran.) Amtlich. Der Eisbrecher Nr. II und der Dampfer Heim- dal sind mit Bewachungsmannschaft nach Aland abgegan- gen. um die finnische Schutzgarde«nd die russischen Truppen eventuell wegzuführen. Eine dritte Erpedition nach Mäntyluato ist deshalb verschoben worden. DaZ Schießen auf Aland bat auf. gehört. Der Sürgerkrieg in Rußlanü. Tie Polenregimcnter aus Rogatschetv vertrieben. Petersburg, 18. Februar.(Meldung der Petersburger Tele- graphenagcniur.) Die Lage der polnischen Legionäre in MinSk ist fühlbar erschwert durch die unvorhergesehenen Ilniernebmungen eines Zuges mit Roten Garden, der in der Richtung«ruf Rogatschew abgesandt wurde. Petersburg, 18. Februar.(Meldung der Petersburger Tele- grapbenagentur.) Jn den Vorstädten von Rogatschew ist ein erbitterter Kampf entbrannt. Vereinzelte Legionäre haben sich in den Befestigungen verschanzt. Am 12. Februar wurde R o- gatschew v o n O st e n her genommen. Die. Legionäre sprengten an drei Stellen die Brücken über den Dnjepr. Die Ope- rationen gehen weiter. Die Truppen Petluras sind gc- schlagen und haben sich nach Zitomir gerettet. Die Kämpfe im Süden. Petersburg, 18. Februar.(Meldung der Petersburger Tele- grtphenagentur.) Der Präsident de« revolutionären militärischen Komitees hat die NmhrUht von dem Selbstmord«akedin» in RowstscherkaSk erhalten. Gcne/al Rasarvw wurde zu feinem NachWger ernannt. Die den Kosaken Gefolgschaft leistenden Abteilungen ver- such lo ii nach den Kämpfen in der Nacht vom 12. Februar einen Schachzug und zogen sich gegen Rostow zurück. Bei Tu- ganrog zwangen die Roten Garden die Kosaken zur ilebergabe. Die Lage in R o st o w ist drohend, da von der kaukasischen Seite und vom Süden her starke Streitkräfte der revolutionären Truppen gegen Rostow vorrücken. Die Kosakenregierung ist nicht imstande, dem Vorrücken der revolutionären Truppen Einhalt zu tun. da trotz strengen Befehls des Generals Alcxejew die Eisenbahnstrecken nicht unterbrochen Word«» sind. Alrxejrw wurde dringend noch NowotscherkaSk be- rufen, um sich über den Stand der Dinge zu unterrichten. Jn Rostow und Taganrog wurde der Belagerungszustand erklärt. Die Einwohner der genannten Städte werden mit strengen Maßregeln bedroht, für den Fall der Nichtausführung der Befehl« der Kosaken- regierung. A«S den«rbriterkreifea bilden die Reten Garden ihre Streitkräfte. Eine Meidung besagt, daß die zwischen R o st o w und Woronesch operierende Abteilung deS General» Alcxejew auf der Flucht nach NowotscherkaSk ist. Petersburg, 18. Februar.(Meldung der Petersburger Tele- graphcnageiitur.) Der SowjetauSschuß der Volkskommissare der Don-Rrpublik ist wie folgt gebildet: Vorsitzender: Sergleteff. Arbeibskommissar: Maguidoff, Finanzen: Menschudo w. Sozialrevolutionär« vom linken Flügel übernehmen die Posten der Kommissare für Ackerbau, NahrungSmittetverforgimg»nd Unter- richt. Bessarabien. Petersburg, 18. Februar.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Die Meldung von der Einnahme von Kisthinrw durch die Rumänen ist noch nicht bestätigt. doch finden ansehnliche rumänische Truppenzusammenziebungen im Dnjestr-Gebiet statt. Das russische Oberkommando hat energische Maßregeln ergriffen, um die Angriffe im Militärbezirk von O d e s- a zurückzuweisen und stellt Truppen und Artillerie an der auS- gedehnten Grenze BessarabienS auf. Runcherod(?) hat das Hauptquartier um Hilfe gebeten. Die dorthin entsandten Roten Garden und russischen Truppen lagern nahe der Donaumün» d u n g und am Ufer des Schwarzen Meere» und leisten den rumänischen Truppen Widerstand. Die zur See entsandten Verstärkungen an Marine-Ariilleric sollen eine gegnerische Offen. üve verhindern. In Odessa wurden BergeltungSraßnahmen gegen die rumänischen Militäcbeamten ergriffen. Der Chef der Militärpolizei wurde verhastet, die Offiziere leben in der Stadt unter behördlicher Beaufsichtigung. Kampf üer So�chewZften gegen Polen, Ukrainer und Zinnen. BrrdUschew von Roten Garden besetzt. Petersburg, 18. Februar.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Bezirk und Stadt Aorogoduje(?) wur- den von den Truppen der Sowjer» besetzt. Die polnische n Legionäre zogen sich auf Jelnja-zurück. Ein Teil der Besatzung streckte die Waffen. Jelnja und Rogatschew wurden ohne Kampf genommen. Die Polen sind vollkommen umzingelt. Berditschcw ist von zwei KorpS(?) der Rvtea Garde» besetzt. SchiSonrir Widersteht noch. St-rklwlm, 18. Februar. Nach einer Meldung der Peterö- burger Telegraphen Agentur dauern die Kämpfe bei TavaSguS an. Bei Tharviala in der NN»« von TavaSguS ist eine Schlacht entbrannt. Eharvwla ist in der Hand der Renen Garden. Die Weiße Gurd« hatte in dreitägigen erbitterten Kämpfen Endr Januar TavaSgus zu nehmen und vorzurücken versucht, ohne daß es ihr gelungen wäre. TavaSguS ist durch da» Artilleriefeucr gänzlich zerstört._ Die Entente-He-anöten bleiben in Petersburg. Stockholm, 13. Februar. Entgegen den von Stockholm nach Berlin gelangten Nachrichten, daß die fremden Gesandtschaften Petersburg verlassen hätten, schreibt die„Prawda", daß diese Meldungen erfunden sind. Die Gesandten hätten heute mehr als je Grund, in der russischen Haupt- stadt zu bleiben und Rußland zu unter st ützen. Bern,>8. Februar. Laut Petersburger Meldung de«„Corricre della Sera� wurde der italienische Botschafter in Peter«- bürg an dem-elben Tage, an dem er von Trotzki da« Ent- schuldigiingsschieiben wegen der Ausraubung der italienischen Bot- ickast erhielt, spät abend« persönlich angegriffen. Drei Männer, die einem Auw entstiegen, versperrten dem Wagen des Botschafters den Weg, drohten ihm mit Revolvern und beraubten den Botschafter aller dipIomoii'Äen Dokumente, die er von der Beratung der Diplomaten der Entente in der amerikanischen Bot- schuft mitbrachte. Sie entwendeten ihm auch alle Wertgegenstände. der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 18. Februar. Eine« unserer Unterseeboote hat im Sperrgebiet an der englische» Westküste S Dampier mit rund 23 590 Br.-R.-To. vernichtet, darunter einen große« rnglische» Passagicrdampfer von etwa 13 000 Br.-N.-T«. Die übrigen vier Dampfer waren sämtlich beladen. Ter Chef de« Admiralflabe« der Marine. vor öen Reichstagsöebatten. Der Seniorenkonvent des Reichstags trat am Dienstag vor Beginn der Sitzung zusammen und traf folgende Verein- barungen: Am Mittwoch beginnt die Plenarsitzung um 11 Uhr. um den Friedensvertrag mit der Ukraine zu beraten. Am Donnerstag fällt die Plenarsitzung auS, dafür tagt der Haupt- ausschuß. dem der Friedensvertrag mit der Ukraine über- wiesen wird. Am Freitag erfolgt die Berichterstattung des HauPtausschnsscS und daran anschließend die weiteren Lesungen der Vorlage. Außerdem wird der Antrag be- treffend die Haftentlassung des Abgeordneten Dittmann ver- handelt. Am Sonnabend sieht zur Beratung der Gesetz- entwurf über die Vermehrung der Rcichstagssitze und über die Einführung der Verhältniswahl in einer Reihe von Wahlkreisen; außerdem der Gesetzentwurf betreffend Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. Anl Montag beginnt die Etatsbcratung, die mit einer Rede deS Reichskanzlers Grasen Hertling eingeleitet wird. Am Sonnabend, den 23. März, wird der Reichstag in die Osterfcrien gehen. Man rechnet, daß die Beratungen bis Pfingsten zum Abschluß gebracht werden können. Die sozialöemokratische Reichstagsfraktion nahm in ihrer Sitzung am Dienstag den Bericht des FrattiousvorstandeS entgegen über die Ereignisse der letzten Woche. Im Anschluß hieran fand eine lebhafte Aussprache statt über den Friedensvertrag mit der Ukraine Als Redner zu diesem Friedensvertrag wurde Abgeordneter Dr. David bestimmt._ Wer im Gronewalü raucht, kommt vor öas Kriegsgericht. Einem instruktiven Aufsatz de« Geh. Juftizrat« Kannnergericht«- rat« Dr. Deliu« über»Die außerordentlichen Kriegsgerichte' in der .Deutschen StrastechtSzeiiung" entnehmen wir folgende«:.versuch und Teilnahm« fallen ebenfalls unter 8 10, aber nicht die Begün« stigiing. selbst nicht nach ß 257 Abs. 8 Eir.-G.-B. Der Wirkung«- kreis deS Kr.-G. wozu auch die Teilnahme von Zivilpersonen an rein militärischen Straftaten gehört, ist umsangrei», wenn man die geradezu zahllosen vom MilUärbefehlShaber gemäß§ Sd B. Z-G. im Interesse der öffcnilrchen Sicherheit erlassenen Anordnungen be- rücksichltgt. Wer im Grunewald raucht, kommt vor das Kriegsgericht. Nach Bekanntmachung vom 21. September Ivlv(N-G.-Bl. S. 1007) kann allerding« da« Kriegsgericht auf An- trag de« Berichterstatter« ohne mündliche Bei Handlung Zuwider- Handlungen(auch die vor Errichtung de« Kr.-G. begangenen) gegen Z 9b an die ordentlichen Richter verweisen.� Der Sutiö der llanöwirte schreit nach Bürgerkrieg. Schiesteu und schieben lasse«. Die widerliche Szene auf der Jubiläumstagung des Bundes der Landwirte, die wir gestern in der unverdächtigen Darstellung der„Kriegszeitung' wiedergaben, wird auch von dem offiziellen Bundcsorgan, der„Deutschen Tageszeitung* protokollarisch festgehalten. Dort heißt es in der Rede deS Edlen Oldenburg von Januschau: WaS nach außen geschehe» ist, daS überwindet die Armee mit ihrem Heldenmute, wo« aber nach innen geschehen ist, wie wir da herauskommen werden, das ist Gott dem Herrn be- wüßt.(Sehr richiig!) Ter Kanzler, der da» eine« TagrS»iedcr in Ordnung bringt, auf den wird wohl geschossen«erden, und wenn auf ilm nicht geschossen wird, taugt er nicht».(Heiterkeit und Bravo h ES kommt bloß daraus an,»aß er selber auch schießt. (Heiterkeit und Bravo!) Also es ist wahr, daß die Generalversammlung des Bundes der Landwiitc lacht und sich freut bei dem Gedanken, daß es auch in Deutschland einmal zum Bürgerkrieg kommen könnte. LeKste Nachritten.. Die Forderungen des französische» Sozialistenkougresses. Genf, 19. Februar. Der französische Sozialistenkongreß nahm eure Tagesordnung an, in der die Rückgabe der deutschen Kolonien. die Volksabstimmung in Elsaß-Lothringen, sowie der Verzicht Italiens auf das Oftufer der Adtta verlangt wird.__ Tie englischen Metallarbeiter gegen KricgSderläagerung. L o n d o», 19. Februar.(Renter.) Tie vereiniate Ge- werkschaft der Mechaniker verwarf die Vorschläge derNrgierunaz u r B eschaffungvonMenschen- Material mit 121 917 gegen 27 170 Stimmen. Derkltramesrieöen im hauptausfchuß. Der HauShaltSausschutz trat am Dienstag nach Schluß der Plenarsitzung zusammen, um einen Bericht des Staatssekretärs a. Ä ü h l m a n n über den Friedensvertrag mit der Ukraine entgegenzunehmen. Das war nötig, weil der Staats- sekretär zu den Verhandlungen mit Rumänien abreisen muß. Staatssekretär v. Kühlmann: Der Friedensvertrag ist seinem Inhalt nach bekannt. Die Verhandlungen mit den Bolschewisien haben den Ausgang genommen, der zu unserem Bedauern vor- auszusehen war. Die Erklärung TrotzktS war nur ein Mittel, um sich aus einer unhaltbaren Situation zu befreien. Bei den Beraiungeu hat Herr R a d e k ein« recht unheilvolle Rolle gespielt und die russischen Vertreter stark beeinflußt. Trotzki hat immer gezeigt, daß eS ihm nicht darauf ankam, ernstlich auf die aufgerollten Probleme einzugehen. Mit dem Nichtzustandekommen rines Friedens war der Waffenstillstand hinfällig. Die Vorgänge in Rußland haben gezcigt, daß es den Bolschewik! nicht um die Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Völker zu tun ist. Ihr Verhalten gegenüber Finnland und der Ukraine bestätigen das. Die Russen hatten in Brest-Li- ivwsk die Absicht, alle Fragen offen zu lassen für einen allgemeinen Friedenskongreß. Die Borgänge in den uns benach- varten Gebieten haben militärische Maßnahme» unsererseits nötig gemacht, um dort Ruhe und Ordnung herzu st el« . e n. Man soll in Petersburg wissen, daß wir an unserem Standpunkt festhalten, das wird bestimmt e r n ü ch- : e r n d wirken. Wir haben alles getan, um mit Rußland zum 7 rieden zu kommen, und sind auch heute noch dazu bereit. Die Ukraine bot uns die Friedenshand und wir haben sofort clnge» schlagen. In der Ukraine, die lange vom Zarismus unterdrückt war, ist der Friede mit Jubel begrüßt worden. Die Ukraine umfaßt die wichtigsten Punkte des ehemaligen Zaren- reiches. Es ist versichert worden, daß dieses Gebiet auch jetzt noch -eiche Vorräte hat. die uns nutzbringend sein können. Für die Zukunft dürfte es von Wert sein, daß die Mittelmächte die ersten waren, die mit diesem Lande Verträge schlössen. Das große russische Reich besteht nicht mehr, deshalb war unser Verhalten gegen die Ukraine sicher von großem Vorteil. Für die Ziehung der Grenzen .s neuen Staates konnte nur das völkische Moment uiaßgebend sein. Schwierigkeiten bot lediglich das Gouvernement Cholm. Daran konnte man die Verhandlungen nrcht scheitern lassen. Alle Entschließungen sind in voller Uebereinstimmung mit Oester- reich-Ungarn getroffen worden. Es konnte nicht ausbleiben, daß d i c Volen s i ch oerletzt fühlen würden. Aber aus Rücksicht auf i-r« Ansprüche konnte man den Frieden mit der Urkraine nicht 'ch eitern lassen. Redner zitiert zum Beweise dafür, daß Oesterreich auf dem gleichen Standpunkt steht, Teile aus der Rede, e Ministerpräsident Seidler am Dienstag im österreichische:! . ichsrat hielt. Hervorzuheben ist dabei, daß über das Schicksal des Gouvernements Cholm erst später endgültig durch etiie ge- mischte Kommission, an der auch Polen beteiligt sein werden, rnt- schieden werden soll. Der Staatssekretär empfiehlt schließlich die Annahme des Vertrages. Abz. Gröber bedauert, daß die Vorlage den Mitgliedern noch nicht zugegangen ist. Nicht zu verstehen sei. daß man zu den Ver- Handlungen die Polen nicht hinzugezogen habe: da» persloße gegen das SelbstbestimmungSrecht der Völker. Der Bezirk Eholm habe bisher stets als polnisch gegolten. War es nötig, einem Staat, der sich nicht einmal selbst oertvtdigen kann, solche Konzessionen zu machen? Ob wir auS der Ukraine viel bekommen, slelbe abzuwarten, denn es fehl« an jeder Uebersicht über die dort vorhandenen Vorräte. Große Hosfnungsseligkeit sei nicht angebracht, dem Bertrag allerdings müsse man zu- stlnlmon. Dringend erforderlich aber sei, daß man in den stritt»- , gen Gebiet.» eS dem Volke selbst überlasse, zu entscheiden, ob sie cju Polen oder zur Mraine gehören wollen. Tie OktupationSlinie müsse aufrechterhalten bleiben, bis die Mraine sich selbst verteidigen kann» Abg. Scyda(Pole) legt feierlichen Protest gegen die 'lrt ein, wie bei diesem Friedensschluß mit dem Selbstbe- NlmmungSrecht der Völker verfahren worden ist. Die polnische Regierung in Warschau hätte zu den Verbandlungen zu- gezogen werden müssen. Es sei über Völker entschieden worden, ohne sie zu fragen. Seit Jahrhunderten war der Bezirk Cholm ein Bestandteil de» polnischen Staaies. Bon einem ukrainischen Volke habe man di» vor wenigen Jahren noch gar nichts gewußt. las ukrainische Volks- und Staatsbewußtsein sein künstlich !« züchtet wordm. D« Bevölkerung im Gouvernement Cholm wolle polnisch und katholisch bleiben. Man könne sich des Ein- drucks nicht verschließen, daß die Absicht bestanden habe, den polnischen Staat von vornherein möglichst zu beschneide«, wie sa auch die Absicht bestehe, auch noch andere Gebiete a b z u trennen. Das polnische Volk erblicke darin eine Berge- wa.tigung der schlimmsten Art und habe das durch seinen Protest klar und deutlich bewiesen. Abg. �Ledcbour wünscht zu wisse«, auf welchen st a a l S r e ch t- ■i ro n'""kpunkt die Regierung sich bei diesem Friedens- schlug geftcut habe. Man könne nur Frieden schließen mit euiem �.aaste, mit dem man Krieg geführt habe. Bisher hat d-e Ukraine nnmer noch als Bestandteil Rußlands gegolten, es sei � � c Ukraine durck einen staatsrechtlichen An von Rußland losgelöst habe. Das Cholincr Gebiet sei erst 1911 durch einen zarischen Ukas von seinem Verwaltungsgebiet loSgelost worden. D,e gezogene Grenze sei eine Willkürlichkeit. die intt den ethnographischen Verhältnissen nicht in Einklang gebracht werden könne. Abg. Naumann: Ts müsse die Meinung entsteben. als habe man mit dem Friedensvertrag auch gleich einen Bündnisvertrag geschlossen, von dem ww keine Kenntnis erlangt haben. Wenn ein solcher BünbmSverwag bestehe, dann müsse der Reichstag in- formiert werden, denn Bündnisse sollen von Volk zu Volk ab- geschlossen werden. Die durch die Zweikaiserproklamation einge- Icffere Polenpolitik sei offenbar auf ei« neues Geleise ge- schoben worden. Bor 14 Tagen noch wurden die polnischen Ab- ordnungen in Wen und in Berlin feierlich empfangen, jetzt ver- biete man die Beröffentlichnng einer Kundgebung der polnische« Reziernng. Tic Zuweisung des Gebiete; von Brest. LiiowS! an di« Ukraine könne nur aus politischen Gründen erfolgt sein, denn M« ethnologischen Verbälttrisse sprechet! dagegen. Welche E'cher- -stit bab?'! wir dafür, daß wir aus der Ukraine enispreckende Men- gcn an Lebensmitteln bekommen? Aus Kiew selber seien in der letzw-n Zeit �ungerkrawalle gemeldet worden. Di« chisenbahnsicheruKg könne sich leicht zu einer Okkupation auS» Abg. Dr. David: AuSgiebia könne übe? die Sache erst im Plenum gesprochen werden. Die Ukrainer hatten ohne Zweifel das Recht, Frieden zu schließen. Die Ukraine hat eine Konintuant«. Ar, Forinalien dürfe man sich bei einem Friedens. schluß nicht klammern. Die Grenzziehung sei zweifellos sehr bedenk l l ch und die Ausschließung der Polen geradezu un-i v e r st a n d l i ch. Nach den Ausführungen ScidlerZ sei die Grenz, 1 zicbuncr noch nicht endgültig, die Wünsche der Polen könnten also noch b e r:: ck s i ch t i g t werben. Ter ukrainische Staat sei alt und keine Schöpfung her Rcozeit. Wo die Interessen der Völter i so aufeinanderstoßen, müsse man den Weg der Verständigung I suchem Gegen den Abschluß eines GeheimvcrtrageS müsse! lentschieden Einspruch erhoben werden. Davon Ivollen die Völker nichts mehr wisse», mit diesem System hätten sie zu schlimme Ersahrungen gemacht. Redner fordert Auskunst darüber. ob etwa schon ein Beschluß vorliegt, wonach wir in Finnland intervenieren? Die Zustände im Osten bilden ein wüstes Chaos. Von zwei Zentren aus mache man Politik. Vor allen Dingen müsse Klar- heit geschaffen werden über die Politik, die man in den ö st l i ch e n .Randgebieten zu treiben gedenke Abg. Dr. Cohn(Unabh. Erz.) fragt, ob bei Abschluß des ! Friedensvertrages bekannt war, daß die Zentralrada nicht mehr im Besitz von Kiew war. Hat man nicht die Absicht gehabt, den Krieg weiterzuführen inj* den Lebensmitteln aus der Ukraine? Ist dem Staatssekretär bekannt, daß die ukrainischen Propagandisten bereits ISIS in Teutschland aus Kriegs- i gefangenen gebildet wurden? Diese Art Politik werde offenbar ; von dem Grundsatz geleitet: teile und herrsche. Diese Politik sei ein Teil des militärischen Programms, das die Spitzmarke trage: Sicherung unserer Grenzen. Rur Deutschland, nicht auch Oester- reich, hat die Aufhebung des Wafsenstillstalides als gegeben erachtet. Vermutlich werde man jetzt schleunigst R e-v a l besetzen. Sind die H i l f e r u f e aus Livland, Estland usw. nicht etwa in Berlin entstanden? Abg. Graf Westarp erklärt für seine Freunde deren u n ge- trübte Freude an dem Friedensschluß. Zu bedauern wäre, wenn an dem Verlrag noch wesentlich« Umänderungen vorgenommen würden. Er halte es für einen Vorzug d?s Friedensvertrages, daß nunmehr auch die Dardancllenfrage als gelöst anzusehen sei. I Abg. Dr. Stresemann bespricht das Elend in Kurland, Liv- lernd und Estland. Redner wünscht die Vorlage von statistischem Material über die Minderung der Bevölkerung in Cholm. Man müsse auch wissen, wie weit die Macht der Zentralrada noch reiche und wie stark die militärische Macht sei, über die sie verfüge. � Abg. Fischbcck: Wir stimmen dem Vertrag zu. Ein Vertrag mit ganz Rußland wäre uns lieber gewesen; nachdem das nicht zu erreichen war, müsse man sich mit dem Erreichten zilfricdcn- geben. Die Polen haben uns nur sehr mangelhaftes Eni- gegenkommen gezeigt und könnten sich nicht darüber beklagen, daß ihre speziellen Interessen nicht in den Vordergrund gestellt worden seien. Immerhin sei dringend zu wünschen, daß dem be- rechtigten Verlangen der Polen Rechnung getragen werde. Abg. Lcdebour: Als die Finnen der deutschen Regierung ihre �Unabhängigkeit inilieilten, hat die deutsche Regierung ihre Aner- kennung davon abhängig gemacht, daß Rußland diese U n- abhängigkeit anerkenne. Diesen Vorbehalt liabe man der Ukraine gegenüber uicbi gemachst Abg. v. Trampzynski: Was münden Polen an Euigegenkommon zeige, bedeute gar nichts. Tann dürfe man sich nicht wundern, wenn die Polen erbittert sind. Die Befugnisse des Regent- schaitsraiS in Warschau seien derart beschränkt, daß von einer Selbstreg'erung gar keine Rede sein könne. Staatssekretär v. Kühlmann: Daß die Polen zu den VerHand- lungen mit der Ukraine nicht zugezogm wurden, sollte keine Unfreundlichkeit gegen die Polen sein. Der rasche Abschluß der Verhandlungen ließ es nicht zu, diese Frage weiter zu er- örtern. Di« in der Ukraine lagernden Gctrcidcmcngen sind nach ihrem Umfange nicht bekannt, man habe sich auf die Angaben der Vertreter vorlassen müssen. Daß in Kiew Mangel Irerrschde, beweist nicht, daß kein« Vorräte vorhanden seien. Die Transportmittel seien allerdings sehr beschränkt. Die endgültigr , Abgrenzung des Chvlmcr Gebietes sei ausdrücklich vorbe- j h a l t c»». Die Okkupationslime bleibt vorläufig be- stehen, die Ukraine sei danrit einverstanden. Redner weist die Angriffe de? Abg. Seyda in erregtem Tone zurück. Daß die Abgrenzung auf polnischer Seite Widerspruch hervorrufen würde, war klar, ließ sich aber nicht vermeiden. Daß den Ukrainern -Provinzen aufgedrängt toorderi seien, sei ein« Annahme, die völlig unzutreffend sei. An dem Bezirk Cholm durfte man den Frieden nicht scheitern lassen. Abg. Ledebour habe ihn auf ein Gebiet geführt, das ihn lebhaft an b:c Verhandlungen in Brest- LitowSk erinnere. Di« Ukraine war in Brest an den VerHand- lungen durck ein« besondere Delegation vertreten, ohne daß Trotzki etwas dagegen einzuwenden hatte. Jeden- falls seien die Vertreter der Ukraine durchaus legitimiert gewesen, Frieden abzuschließen. Tie Forderungen der Ukraine gingen über das hinaus, was ihnen zugestanden»vordeu sei. In der Ukraine herrscht momentan ein ChaoS; zur Zeit der Uuterzeichnung dcS Vertrages befand sich Kiew in den Händen der Rada. Die Frage. ob eine Regierung von Dauer sei, könne beim Abschluß eines Friedensvertrages nicht berücksichtigt werden. Ein Bündnisvertrag mit der Ukraine bestehe nicht, wohl aber könnte eS notwendig werden, die Eisenbahnen zu sicher«. In der Polenpolitik sei keine Wendung eingetreten, für den sernere-n Gang der Dnige sei natürlich daS Verhalten der Polen nicht ohne Einfluß. Die Zukunft Polens sei zudem noch keineswegs entschieden. Ein Zwiespalt zwischen D e u t s cht a n d und Oesterreich m der Frage des Waffen- stillstandcs best ehe nicht, aber Oesterreich habe keine bolsche- wistischcn Truppen mehr ggcen sich stehen. Die Sprengung de? Ringes sei doch immerhin ein A k t! v u m, das von unseren Feinden sehr hoch eingeschätzt werde. Für das Getreide werden dcr Ukraine Waren geliefert, daß das deutsche Volk dadurch benach- teiligt würde, sei nicht zu befürcksteu. Bei den ganzen Verhand- lungen konnte nur daS deutsche Interesse maßgebend sein. Der Friede mit der Ukraine sei die Borstufe cineS FrirdenS mit ganz Ruhland. General v. WriSbrrg ercklärt, daß er die Auskunft über die vom Abg. Cohn angeschnittenen Fragen erst später geben könne. Abg. erwabrt sich dagegen, daß er' dem Staatssekretär Unterstellungen gemacht habe, die eine derart gereizte Antwort rechtfertig« könnten. Abg. Ebert fordert, baß unter allen Umständen Auskunft darüber gegeben werden müsse, ob die Absicht bestehe, noch»vciterc Gebiete von Polen loszulösen. � Am Donnerstag sollen die rechtlichen und die wirtschaftlichen Seiten des Vertrages erörtert werden. Musschußberatung der Wcchlrechtsvoriage. Tauerrede«. Könnte man den Gedanken des gleichen Wahlrechts durch Reden totschlagen, so wäre er längst erledigt. Aber er ist lebendig und er wird weiter leben und sich stegreich durchsetzen, trotz aller Versuche der konservativen Wahlrechts- feinde, durch endlose Reden die Verabschiedung der Wahl- reform zu verzögern. Mögen sie sich noch w oft gegen den Vorwurf der Verschleppung wenden, an der Tatsache, daß sie sich in ewigen W i e ö e r h o l u n g e v ergehen und dag sie alle möglichen Dinge in die Debatte ziehen, die mit der Frage des Wohlrechts in gar keinem oder nur sehr losem Zu- sammen hange stehen, wlrd dadurch nichts geändert. Klarheit hat die Debatte nur darüber gebracht, daß ein beruss ständisches Wahlrecht keine Aussicht aui Annahme hat. In dieser Erkenntnis haben denn auch I die Konservativen ihren Antrag zurückgezogen, > aber nur, um ihn durch einen neuen Antrag zu ersetzen, der ein ä u ß e r st p t u t o k r a t i s ch w i r k e n d e s M e h r- ! st i Nl m e n w a h l r e ch t vorsieht. Da dieser neue Antrag bereits 16 Unterschriften, und zwar die aller Kon- servativen und Freikonservativen trägt und zur Mehrheit nur �18 gehören, so steht sein Schicksal aus des Messers Schneide. Die Entscheidung ruht bei den National- liberalen, die am Mittwoch zu einer Fraktionssitzung zusammentreten. Bemerkenswert ist es, daß die Regierung sich zur Frage des Pluralwahlrechts nicht wieder geäußert hat, sie griff überhaupt nur ein einziges Mal in die Ver- Handlungen ein, um die Unmöglichkeit dcr Einführung dcr Wahlpflicht für Preußen auseinanderzusetzen. Unser Vertreter nahm im Verlauf der Debatte Gelegen- heit, die in dcr letzten Sitzung von nationallibcraler Seite aufgestellte Behauptung, daß sich sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete bei den Besprechungen im Sommer mit dem Pluralwahlrccht abgefunden hätten, als völlig irrig zu bezeichnen und für das gleiche Wahlrecht unter Ablehnung jeder Verschlechterung der Regierungsvor- läge eine Lanze zu brechen. � In der DienStagssitzung de» VersassungSauSschusseS fceS Abgeordnetenausschusses polemisierte zunächst ein Pole gegen den Konservativen, der die Sozialdemokratie als revolutionär bezeich- net habe. Von einer Partei, die sich aufs engst« an den«staat angeschlossen habe, u»»d die nicht einmal dann in Opposition geh«, wenn ihr Führer auf der Straße von Schutzleuten verprügelt werde, könne man so etwas nicht sagen. D»e ! gestrige ErÄarung Dr. Friedbergs habe das Prinzip des gleiche« Wahlrechts aufgegeben. Ein'Berhältniswahlrecht nur für den Osten würde� ein AuS- nahmegcsetz gegen die Polen bedeuten. Für den AuS- druck, die deutsche Weste fei in Brest-Litvwsk nicht sauber ge- blieben, tvird dcr Redner zur Ordnung gerufen. Ein Konser- vat!ver führt aus, auch durch Kne Gefahr von Unruhen dürfen sich die überzeugten Gegner des gleichen Wahlrechts nicht zu seiner Genehmigung bringen lasssn. Gerecht sei eigentlich das berti�ö ständige Wahlrecht. WaS die Negierung vor- schlage, würbe durch Blut und Tränen führen. Ein Zciltrnmsrcdncr bekämpft daS berufSständische Wahlrecht, zumal es sich im Landtage nicht so sehr um Berufs- und WirtschaftS- fragen bandle, sondern um Kirche, Schule, Kunst und Wissenschaft. Zum Mchrstimmcnsystem werde das Zentrum Stellung nehmen, sobald bestimmte Anträge vorliegen.~ Ein Miinstcrialdirektor teilt eine Aeußerung des b-raunschweigischcn Staatsmimsteriums über die dort bestehende Wahlpflicht mit, wo- nach bei direkten Wahlen die Wahlpflicht nicht aufrecht- zuerhalten wäre. Bei solchen Wähler»mssen wie in Preußen könnte man die Gründe des einzelnen NichtwählerS nickst prüft». Ein Zenirumsredncr tritt namens der christlichen Arbeiter entschiodcn für das gleiche Wahlrecht ein. das durch die Vorlage noch nickst einmal gebracht loerde, da die ungerechte Wahlkreiseln- teil, mg bestehen bleibt. Auch die Zusammensetzung dos Herren- Hauses ist eine genügende Sicherung gegen die befürchteten Ge- fakren. Soll'« die Regierung zögern, zaudern oder umfallen, so müßte daS Bertranrn der christlichen Arbeiter zu ihr erschüttert werden.,., Ein Volksparteiler wendet sich eingehend aegen den kouserva- tiven Antrag; die Zusatz stimme für Vermögen und Besitz würde auf dem plat'en Lande jeder bekommen, die Wirt- schaftliche SeMändigkeit haben sehr viele Kriegsteil- nehm er verloren, die Znsatzstimme für Bildung würde die- jcmt?cn, bie tmfit bamtt werben, als un-�ebilbet hl n stellen, und die Berücksichtigung der Kmderzahl würde die entgegengesetzte Wirkung erzeugen, als sie beabsichtigt ist, denn die meisten Kinder hat das Proletariat. In der landwirtschaftlichen Berufsaruppc nach dem konservativeil Antrag würden die Wähler erster Klasse 40mnl soviel zu sagen haben als die in der zweiten und 77mal mehr alS die in der dritten, während beim T-re-tlassen- sp stein d-rZ Verhältnis wie 18:84:1 ist. Gerade das DreI- k l a s s« n w a h l s y st e m hat die Sozialdemokratie in Preußen am meisten radikalisiert und das Meer von Blut und Tränen würde dann kommen, wenn man nach dem Rezept der Kon- servntiiven vorging-'. Ein Konservativer meint unter anderem, letzt hatte wohl jeder Arbeiter 6000 M. erspart, sei also zur Ergänzungssteuer veranlagt und außerdem verdienten die Arbeiter so viel, daß sie wohl überall über den Gemeinde- durchschnitt Steuern zahlen. Sie würden also diese gusatz- stimmen erhalten. Man könnte über das gleiche Wahlrecht vielleicht ander? reden, wenn nicht die unglückselige Politik B e t h- manns die Arbeiter, die bereits wankend geworden warm, in das sozialdemokratische Lager zurückgeführt hätten. Wohin man komme, 'sehe man ja in Frankfurt, wo die Stadtoerordnetmversamm- I lung mit Zustimmung des Oberbürgermeisters die Einführung >des allgemeinen, gleichen, geheimen und direk- ten Wahlrechts fürMänner und Frauen beschlossen hat. Der Sozialdemokrat verzichtet darauf, auf die Ausführungen der konservativen Vorredner, insbesondere auf die einstündige Rede des letzten von ihnen einzugehen. Gegenüber der riationalliberalen Behauptung vom Montag stellt der Redner fest, daß nach seinen Er- kundigungm bei den Verhandlungen zwischen den Parleisührern des Reichstages kein Sozialdemokrat sich mit einem Pluralwahlrecht abgefunden hat, eS ist unmöglich, daß auch nur der Eindruck ent- stehen konnte, als würde sich die Sozialdemokratie mit einem Plu- ralwahlrccht zufriedengeben. Die gestrigen Ausführungen Dr. >Friedbergs haben den Redner unangenehm berührt. � Die Regierung, die bisher stets für das gleiche Wahlrecht eingetreteu , Isar, hat damit dm Loden der Vorlage vorlassen. j Wenn sie sich einmal für ein Mehrstimmenwahlrecht erklärt, so ! gibt es kein Halten mehr. Die Aussichten für das Zustandekommen � der Reform sind dadurch nicht gerade gestiegen, die Konser- , vativen werden nach der eben gehörten Erklärung auch gegen daS ige mäßigte Plural Wahlrecht stimmen und zu ihnen wcr- i den sich diejenigen gesellen, die das Pluralwahlrecht ablehnen, weil i sie das gleiche Wahlrecht haben wollen. Unglaublich fei es, heute I noch für ein Pluralwahlrecht einzutreten, das sich a n s Ver- mögen und Einkommen stützt. Nach dem Kriege dürsten die hohen Löhne durch große Arbeitslosigkeit ersetzt werden. Und wie benachteiligt ein solches Wahlrecht'die. Kriegsteilnehmer! Auch eine Zusatzstimme für höheres Alter lehnen wir ab, denn die Arbeiter vieler Betriebe sterben infolge der ungesunden Zustände in jungen Jahren. Die Einführung des Proporz in gemischtsprach- lichcn LandeSteilen allein lehne» wir, als ein Ausnahmegesetz gegen di« Polen, ab. Nach weiterer Debatte ziehen di« Konscrvative« ihren Antrag zurück und es wird ein konservativ-fretkonservetiver Antrag einge- brack't, wonach Zusatzstimmen erhalten sollen: diejenigen, die SO Jahre alt sind und miudestenS 3 eheliche Kinder, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, haben oder gehabt haben; die zur Crgänzungssteuer veranlagten, die über den Gemeindedurchschnitt oder zumindestens mit 8000 M. Einkommen zur Steuer Bcran- lagten; diejenigen, die mindesten« eine versicherungspflichtige Per- so« beschäftigen oder mindestens 2 Hektar Landwirtschaft betreiben; diejenigen, die das Ziel einer Mittel- oder Realschule, die Versetzung in die dritroberste Klasse einer wehr als fechsklafftgen höher' u Schule oder die Aufnahme in die 3. Seminarklasse einer Lehrer-- bildungSanstalt erreicht haben.— Weiterboratung: Mittwoch nachmittag. Reichstag. r 129. Dienstag, IS. FeHruar, nachmittag« S ZHt.- Am Bundesratstische: v. Payer. Frhr. v. Stein, i>. Kranse, Wallraf. Vizepräsident Dr. Paasche........ erSffnei in Vertretung des durch einen Kurgebrauch verbinixrien ii-räsidenren Dr. Kaempf die Sitzung mit folgender Ansprache: Seit wir nach unserer letzten Tagung auseinandergingen, sind lerne großen kriegerischen Ereignisse eingetreten, die Beranlaffung zu besonderen Kundgebungen geben konnten. Zu dem ersetz n» teu frieden im Osten tzaben mir einen gewaltigen Schritt vorwärts getan. Wir tzaben m'.t dem neuen Staat der U k r a i n e einen Frieden geschlossen, der für beide Teile etzrenvoll genannt werden kann. Wir tzaben durch diesen Frieden gezeigt, daß das deutsche Volk bereit ist. aljae gewaltsame Annexionen und Entschädigungen zu verlangen,«ine« Frieden zu schließen, der es ermöglicht, mit dem betreffenden Lande in dauerndem freundschaftliche» Ber. hältniS zu leben. Leider ist es nicht gelungen, auch mit den übrigen Teilen Rußlands den Frieden zu erreichen. Wenn es unseren Diplomaten nicht gelungen ist, auch Groß-Rutz» land zum Frieden zu bringen, und wenn der Kriegszustand nach monatelangem Waffenstillstand wieder hergestellt ist, so ist das nicht unsere Schuld. Wir können nur tzoffen. daß es unserer energische« Hilfe gelingen wird, den. Volks-» stammen, die sich nach den Grundsätzen des Selbstbestim- mungSrechts von Groß-Rnßland lossa-gen wollen, die Selbständigkeit zu ermöglichen. Die Aussichien auf einer daldi- gen ehrenvollen Frieden im Westen sind nicht besser.geworden. Man will nach wie vor nicht mit uns verhandeln, sondern will uns niederzwinge» Den neuen gewaltigen Kämpfen setze« pnr mit Zuverficht entgegen, in dem festen Entschluß� auszuharren. um die Heimat zu schützen und einen Frieden zu er« kämpfen, der uns wieder zu«insm freien Lande macht. (Lebhafter Beifall.) Das HauS ehrt hierauf das Andenken der verstorbenen MgZ- Stadthage»(Urutbh. Soz.) und W a r l o(Z.) in ver üblichen Weise. Ei» Antrag auf Genehmigung zur Strafverfolgung de» Abg. Henke lUnabh Soz.) wegen Verstoß gegen das Gesetz über den B?- lagerungSzustand wird der Geschäftsordnnngskommissisn über-' wiesen. Es folgen kurze Anfragen. Abg. LedeSonr(Unaoh. Soz.) stellt fest, daß entgegen einer im Juni löl? erteilten Auskunft die Gencralverjammlung der Orts- Verwaltung des M e t a l l a r b e i t e r b e r ba n des B e r. l i u zur Neuwahl der Geschäfisleitung der Ortsverwaltung tat- sächlich vom Oberkommando in den Mvrken gerbst en worden «st und fragt, was der Reichskanzler zu tun gedenke, damit die Mitglieder des Deutschen Metallarbeiterverbandes an der Aus- übvng des Rechts der Neuwahl ihrer Bevollmächtigten nicht werter gehindert werden. General v. Wrisberg: Das Verbot ist.erst nach der im Juli erteilten Auskunft erlassen worden, und ztvor mit�RüZficht darauf, daß bei den im Verbände herrschendes Strömungen diese Generalversammlung geeignet wäre. Unruhe und K 5 m p f« in den Verband zu tragen(Lachen bei den llnabh. Soz.) und so auch die Munitionserzeugung zu er- schweren. Derartige Kämpfe müssen unter den gegenwärtigen Verhältnissen unbedingt vermieden wcrden. Abg. Ledebour(Unabh. Soz.): Ist dem Reichskanzler bekannt. daß die eben gegebene Antwort insofern vollkommen unzu- treffend ist...(Vizepräsident Paasche: Da die Antwort im Namen des Reichskanzlers erfolgt, ntird das dem Reichskanzler wohl bekannt fein.(Heiterkeit.)— Fst dem'Reichskanzler� bekannt, daß dennoch eine Gcneralversäinkung. die in der CriviverunH als störend iür den Frieden erachtet worden ist. n a'ch t r ä g l i chig e- 'stattet worden ist. aber mit dem Be r bot, in dreser General- Versammlung einen Bevollmächtigte» z« wählen? Vizepräsident Paasche: Da eine Antwort nicht erfolg!. gehen wir zur nächsten Anfrage über.(Heiterkeit.)_ Abg. Fuchs(Soz.) führt Beschwerde darüber, daß in zahl- reiche» Gemeinden in der Umgegend von Straßburg die Ber- gütungen für die durch Armierungsanlagen verursachten Kriegs- schaden seit Herbst 1914 noch immer nicht bezahlt sind. Ministerialdirektor Dr. Lewalb betont, daß die Feststellung aus Mangel an Arbeitskräften bisher noch nicht möglich gewesen. Abg. König(Soz> führt darüber Beschwerde, daß in Dort- wund weibliche Personen im Alter von lS bis 36 Jahren aufgefordert worden find, fich t» eme Melde liste einzutragen. Gin Regierungsvertretcr erklärt, es habe stch nur darum gehandelt, einen Ueber blick über die rm Notfalle verfügbaren Arbeitskräfte zu erhalten Abg. Bogtherr(Unabh. Soz.) bringt das Verbot von Ber» sa m m I u n g«» der Unabhängigen zur Sprache. Ministeraldirekior Dr. Lcwald erwidert, daß das Verbot sich im Hinblick auf die in Stettin, vorgekommenen Straßende- mo n st r a t» on e n als notwendig derausgestellt hatte. Abg. Leube(Vp) macht darauf aufmerksam, daß die Fern- sp rech not hauptsächlich durch die Kriegsgesellschaften verursacht sei. die in übertriebener Weise die Fernsprechleitungen für sich in Anspruch nehmen..._... Ein Vertreter des ReichSP-stamts betont, daß die schwierig- keiten im Fernsprechverkehr in der Hauptsache mit der Unmög- lichkeit. jetzt neue Leitungen herzustellen, zu- sammenhängen. Daß die Kriegsgesellschaften die Leitungen über- trieben in Anspruch nehmen, treffe nicht zu. Abg. Mrerseld(Soz.) bringt das Verbot des Besuchs einer sozialdemokratische» Bersammlnng durch Soldaten zur Sprache. Genera! von Wrisberg erwidert, daß aktiv im�Heeve befind- lichen Militärpersonen nach§ 49 des Reichsmilitärgesetzes die Teilnahme an politischen Versammlungen� nn» tersagt wird. Der Besuch der sozialdemokratischen Versamm- lung mußte daher den Soldaten verboten werden. AuS demselben Grunde ist aktiv im Heere stehenden Personen ber Besuch von Lersammlungra der Vaterlandspartei verboten. Auf eine Anfrage des Abg. Haenle(Vp.) erwidert Ministeria?- direkwr Caspar: Der§ 313 der Re:chsve:sicherungöordnung hat die strittige Frage, in welcher Mitgliederklasse oder Lohnstuse die Ver- ficherung freiwillig fortgesetzt werden kann, dahin ent» schieden� daß die vor dem Ausscheiden aus der Versicherungsprlicht maßgebende Klaffe oder Stufe zu wählen ist. Erst die K o m m i s- siou des Reichstags hat die Möglichkeit hinzugefügt, in eine niedrige Klasse oder Stufe überzutreten. Offenbar, um Mit» gliedern, denen die Weiterzahlung des bisherigen Beitrags schwer fällt, trotzdem zu ermöglichen, die Mitgliedschaft zu erhalten. An die Möglichkeit, daß ein solches Mitglied späier das Bedürfnis haben kann, wieder in die höhere Sture zu kommen, ist damals wohl nicht gedacht worden, daher düerte dies Recht jetzt zu verneinen sein. Es wird die Frage geprüft werden. o&_ diese Befugnis zu. nächst im Wege der Bundesratsverordnung für Kriegsteilnehmer und für die Kriegsdauer neu einzurühren sei. Eine Reihe von Petitionen werden debatteloS erledigt. Abg. Erzberger(Z.) berichtet sodann über Anträge des Au». schusseS über m i l i t ä r« s ch e A n g e l e g e n b e i t e n. Der Aus. 'chutz fordert die Entlassung der Jahrgänge 1669 und 1879. Wenn Vater und Sohn g l e i ch z e i I: g an der From stehen, soll de..r Vater aus der Feuer linr« zurückgezogen wer» Pen. Mannschaften und Unteroffiziere sollen ein Recht auf Ur, lavi erhalten. Die Strafe des strenge« Arreste» soll«t. fpeda S«s«itiat od« gemildert werde» �, i v--. Abg. Toßmittl«.(�) beton!, daß es vi«! Mißstimmung erreg: habe, daß- dicke jungem uyverhsiratsie Leute für die Kriegs- indnstrie reklamiert sind, während Väter von zahlreichen Kin- derü jahrelang iSr Felde stehen. Genera! v. Wrisberg:. Bei der Entlassund der älteren Jabr- gärige, und der Urlaubsgewährung muß die militärische Lage ausschlaggebend sein. Nach Möglichkeit werden die älteren Leute in die Heimat geschickt und durch jung«. Leute ersetzt. Aber es gibt auch junge Leute, die in der Heimat nicht e.ntbehrt werden können.-......,...; Die.Anträge werden a n g e n o m m e«.' .Nächste Sitzung, Mittwoch 11 Uhr: Der Frieden mit der Ukraine.! Schluß gegen 4ltz Uhr' die bevölkerungspoliLlsche« Hrbeiten , des Reiches. Die ersten Gesetzentwürfe. ...Tmtüch wird gemeldet: Die bevölkerungspolitischen Arbeiten des Reichs, die dem Neuaufbau unserer Volkskraft nach dem Kriege dienen sollen, Serben demnächst durch z sei G e se tz e n t s ü r f e eingeleitet werden,' die' nach der Durchberatung rm Bundes- rat soeben dem Reichstage zugegangen sind. Der eine Gesetz- entwurf betrifft die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, der andere richtet sich gegen die Verhinderung von Geburten. Um der Verbreitung der Geschlechtskrankheiten durch gewissenlosen, Leichtsinn.entgegenzutreten und in den Erkrankten.das Verantwortlichkeitsgefüh! für die Gefährlichkeit ihres �Zustandes zu schärfen.'«droht'„2 des �Gesetzentwurfs zur Bekämpfung der Geschlechrskrankheiten denjenigen mit schwerer Gefängnisstrafe, der den Geschlechtsverkehr, ausübt, obwohl er weiß, oder den Umständen nach ann-i neu muß, daß er an einer ansteckenden Geschlechrskrankhei:■ bei. Die.Pestimmqngtzn des.§.3 wer. n.sich gegen die Kurpfuscher, weil nur in der Hand des�Krztes eine sachgemäße Behandlung, die, wenn sie frühzeitig und nachdrücklich'genüg ckn- fetzt, in der Rege! zur Heilung führt, gewährleistet ist. Verboten -ist. demzufolge. Äe gewerbsmäßige. Behandlung von. Geschl«chiS- krankheiben sowie die Krankheiten oder Leiden der Geschlechts-- orgcme' allen Nichtärzien. Verboten ist ihnen auch,- sich öffentlich oder � durch Verbreitung von Schriften, Abbildungen oder Dar- stcllungen, wenn auch' in verschleierter Form, zur Behandlung' von solchen KrckNkheire« oder Leidens zu erbieten. Verboien ist endlich jede Fernbehandkung bbn Geschlechtskrankheiten sowie—'§" 4— die' öffentliche-Ankündigung, yd«. Anpreisung von Mitteln, Gegen? ständest oder Verfahren' zur Heilung oder Linderung von solchen Krankheiten chüsi die Ausstellung von solchen Gegenständen an. all- 'gemein zugänDchen/ Orten.. Da däs Dirnentum anerkanntermaßen die gefährlichste VerbreitungsgueUe-der.Geschlechtskrankheiten darstellt, wird durch die Bestimmungen des-§ 5 und 6 eine Sanierung des Dir- neu t u ms angeftrehl mir. dem Ziele, möglichst alle Personen, die gewerbsmäßig Unzucht' treiben, einer fortlaufenden, soweit an- gängig freiwilligen' Und unauffälligen ärztlichen Ueberwachung zuzuführen. Nach den Bestimmungen des Z 6 können indes diese Personen auch, zwangsweise auf. das Vorhandensein von Ge- fchlechtskrankheiten untersucht und im Erkrankungsfalle zwang?» iveise' einer'Heilbehandlung insbesondere auch in einem Kranken- häufe zugeführt werden, ij 6 schränkt den sogenannten Kuppelei- paragraphetz(§ 189 des' Strafgesetzbuches) dahin ein, daß dessen Vorschriften keine Anwendung. finden solle» auf das Gewähren von Wohnungen an Personen über 18 Jahre, wenn' damit weder ihre Ausbeutung noch eiy Aighglten Unzucht.'verbunden ist. Um die U e be x-i pa g u ng tzo» G e�fch l e ch t s! r a n k- heftte n au f K in de?r zui ve?hmdern>-ist in 8.-7 bestimmt, daß Ämlncn, die ckn fremdeseKind stilttn, im Besitze, eines unmittel» bar vor Antrirt.der- Stellung' ausgefertigten" ärztlichen Gesund� hditszengtiiffes sest:'�MussÄl.'. Bestraft"wittd- ferner, jede weibliche Person, die ckn fremdes Kind, stillt, trotzdem sie ivckß, daß sie an .einer.Geschlechtskrankheit..leidet. Andererseits wird auch der. jenige. unter Strafe gestellt, der«in syphilitisches Kind, für dessen Pflege er zu sorgen, hat, in Kenntnis der Erkrankung von einer anderen. Person als den Mutier stillen läßt, und wer ckn geschlechtS- krankes Kind wissentlich in Pflege gibt, ohne die Pflegeeltern von der Krankhckt des Kindes zu benachrichtigen. In dem Entwurf des Gesetzes gegen die Verhinderung von Geburten find im§ 1 Handhaben gegeben, um das ge- werbsmätzige Herstellen, das Vorrätighalten und Jnverkehrbrin- gen von Mitteln oder Gegenständen, die geeignet sind, die E m p- fängni.S zu verhü.ten oder die Schwangerschaft zu beseitigen, zu verbieren oder zu beschränken; jedoch soll hier- bck, soweit solche Mitte! zugleich der Verhütung von Geschlechts- krankheiten dienen, auf die- Bedürfnis'.« des Gesundhcktsschutzes Rücksicht genommen werden. Verboten ist weiterhin'in 8 3. e m p fa n g n i s ve rh ü- tende oder frnch t a b t re'i b e n de Mittel, Gegenstände oder Verfahren öffentlich oder durch Berbreijung von Schriften usw. anzukündigen oder solche Mitte! und Gegenstände an allge- mein zugängigen Orten auszustellen. Straflos bleibt ihre An- kündigung an Aerzse und Apotheker oder in ärztlichen Fachzeit- schrificki. § 4 wendet fich mit schweren Strafandrohungen gegen jedeö öffentliche Anbieten ckgener oder fremder Dienste zur Bornahme oder Förderung der. Veseitigung der Schwangerschaft. Schwerer Strafe unterliegt gleichfalls, wer gewerbsmäßig Mittel, Gegen- stände oder Verfahren zur Verhütung der Empfängnis bei an- deren Personen anwendet oder seine eigenen oder fremden Dienste hierfür, anbietet. . Beide Gesetzentwürfe bringen zum Teil einschneidende Maßnahmen. Solche sind indes unvermeidlich, um den Ver- Wüstungen an Gesundheit und Familienglück, die das Ueber- handnehmen der Geschlechtskrankheiten noch fich zieht, zu be- gegnen und dem unter dem Einfluß des Krieges sich immer beörohlicher gestaltenden Geburtenrückgang zu steuern. SelverWPsbelvegung Tarifforderungen der Steinarbeiter. L;e Sicknarbelter Verlins haben ihien Tarif gekündigt. Für die Neufaeiülung desselben Hai eme.Milgl:edetver>äinni!ung am «onnlag naid dem Vorscbiage der Tarifkommission solgende For« dcrungen ausgestellt: Die Teuerungszulage erböht sick am t. Mär, um 4 M.. am l. Juli Um b M. pio Woche: Der Sinndenlobn erböbi sich für S'-mmetzen von>.19 M am 1. Apiil aus 1,80 jp.. am jz Mai a.~i l.fiOM; für Stbleiser. Fräier, Dreher von 0K8 M. am I. April auf l.lv M., am 15. Mai ans 1 39 M. Das ausgeweudeie Fabrgeld ist von. den Arbeilgebern zu zahlen. Außer dem Fahrgeld ist tag- lich e:'..e Stunde Fahrzeit zu vergüten, wenn die ArbeiiSstelTe am Nordrina außerhalb der- Stadtgrenze Berlins und am«üdring außerhalb der Orte EbarloUenhurg, Westend, Halenste, SÄmargen» d«*. SibnerSdorf'Hriedenau. Schöneberg. Tempelhof, Neukölln, Treptow. Stralau-RunrnrelSburg liegt. Für die außerhalb dieser Grenze» liegende So« bleibe» die bisherige» veftmunungen be- stehen. Geselle» und Schleifer erhakten bei Arbeiten a» miSwär- ligen Plätzen, wenn sie von Berlin aus dorthin geichickt werden, den Berliner Stundenlohn und eine tägliche Zulage von 6 M. einichließ- lich der Sonn- und Feiertage. Für den Sdmnhauerlarif ist eine besondere Borlage ausgearbeitet, nach der sich sämtliche Positionen de- bisherigen Tonis erhöhen. Für die in den Marmorbetriebe» jetzt als..Schleiferinnen zahl- reich beichärngten Frauen wird gesorvert ein Stundenlohn von öö Ps. im eisten, 65 Ps. im zweiten, 75 Pf. im dritten Halbjahr und eine wöchentliche TeuerungsUllage von 15 M, die sich vom 1. Jali ab aus 29 M. erböbt. Hinsichtlich der Arbeitszeit und des Ueberfiundenzuschlages sollen die Frauen den Männern gleichgestellt und Akkordarbeit als unzulässig erklärt werden. Außerdem nahm die Veriammiung den.Geschä'lsbericht für da? vierte Quartal emgegen, aus dem bei vorgebt, daß.sich dw Mi> gli'ederzahl auf 803 belauft und 521 Mitglieder den: Hexre. angehören. Auf ihren Antrag, die Steinarbeiter als Schwerstarbeiter cmzu« erkennen, hat dw Orteverwaltiing den Bescheid erhalten, daß er nicht allgemein bewilligt werden kann, sonder» nur für gewisse' Arveire». wenn die Gewer beinsvektionen auf Antrag einzelner Firmen deren Arbeiter oder einen Teil derselben«IS Schwerfiarbeiter anerkennen .Tie Octsverwalmng hat sich dann an sämtliche Gewetbein'peklionen gewaudt, die meistens den Antrag abgelehnt, zum Teil aber aeanl- worn t haben, dos fei Sacke der kommunalen Verteilungsfiellen. Die Gemeindebebördeii, an die sich die Ortsverwaltung ujanüte, haben zum Teil die staatliche Verteilungsstelle für zuständig erklärt. zum Teil auf die Gewerbeinspektionen verwiesen.— Run solleir die Arbeiter ihre Firma zu enisprechenden Anträgen verankassett. Weitere Teueruugszulage« im sächsische« Bergbau. Nachdem durch erneute Eingabe seitens der Organiiar'vns« leitung der Bergbauliche Beiein an die nock ausstehende Erhöhung der Löbne erinnert worden war. erfolgte ans den Werken drzrch An- schlag folgende Bekanntmachimg:'• »Alle Arbeiter uher 21.. Jahre erhalten ein» weitere, Teuerustgs« znlage von 89 Ps. pro Tag. insgesamt 2,59 M. Bon.16 bis 21 Jahren erhalten weitere 49 Pf., und bis 16 Fahre'29 Pf.) Das Kindergeld wird für jedes Kind um 2 M. pro Monat erhöht und beträgt nunmedr 6 M.*' In der.Bergarbeiter-Zeitung� wird chieran folgende Bemerkung geknüpsl::. .Auf die anderen Forderungen lcheinb man keinen Wert gelegt zu haben... Vor allem hätte die Frage der achistündeaen Srd'chl- zeit ernstlich eiwogen werden müssen, denn das Vermbren-von Ueberichichren muß zu einem pesundbeitlichen Zusammenbruch sühzen. Aus n—Nchea Werken wundert man sich über die vielen Erkrankusgen und b...i A Ms roden, wus die Arbeiter aus ihren Droiichniitsn haben. weil man die Marmelade als mcht gdnö einwandfrei im Ver- dacht Halle,/ Nein) Das Urübel der Erkrankungen zst. die von uns schon lange vorausgesagte Belsagnna. der. ÄibckksKaft, hervorgerufen durch ungenügende Ernährung und überlang« Arbeitszeit. Leider sind die Leidirggenden immer wieder' die Ar- veiker und deren Fännlien. In allen dieien Fiagen. kann«mo auf dem Äsge der Selbstbilse Besserung geschassen werden, unh' da» einzige wirksamste Mittel dazu ist eine starke O r g a n i s a ffto n. Das mögen stch auch bei dieser Gelegenheit die Bergarbeiter, recht ernstlich einprägen. Wer trotzdem nicht beiitm, darr sich über, die Folgen nicht beklagen, sondern muß dafür veramwonlich gemacht weiden. Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns und muß auch, als Gegner beHandel! werden." Parteinachrichten. Tie Kampfart Unabhängiger. In. der»Fränkischen Tagespost" wurde unlängst das Gebahr ea eines von Ledebour enthusiasmierten Menschen gekennzeichnet, der Genossen Treu vom Rednerpult wegriß' und. kÄpepkich mißhandelte. Der«irachhmrgi�ch Abgckrtiditeie Siknon veckckpime hieke� Mowdhtzum mit der'ErttrnLküng' an eiste»' tafll'chen''W'gisssftdej(MnösseN Ämm auf Stavthagen aus der ketzten Parteikonferenz. Genosse' Adolf Braun rück: jetzt diese Ausrede scborf ins Licht: „Genosse Hermann. Müller Hai als Vorsitzender der Partei- konserenz, in der sich daS allgemein und sofort in energischesten Weise verurteilte Vorgehen des Genogen Timm ereignete, in Berlin in aller Schroffheit und Entschiedenheit Timm getadelt. Genosse Timm selbst, hat mannhaft sein lebhaftes Bedauern in Form einer Abbitte zum Ausdruck gebracht. Wie ganz anders bei den Unabhängigen. Sie nennen das Blutigschlagen des Genossen Treu in der,, Leipziger Volkszeitung* und im G o- thaer Generalanzeiger* ein„Rockzupfen*., In" der von uns aufbewahrten Nummer des„Gothaer Generalanzeigers* vom 25. Januar heißt es wörtlich:„Wir stehen nicht an, jjm e» klären, daß wir fürdas Rockzupfen gerne die Berant- Wartung tragen*. Genosse Simon kommt recht, spät mit seiner pathetischen Erklärlmg. Richtig ist. daß er uns am 17. Ja- nuar mitgeteilt hat, daß der eigenartig« Polemiker gegen Genosse» Treu kein eingeschriebenes Mitglied der Unabhängigen Partei sei. Wir hatten das auch nicht von ihm behauptet, nehmen aber heut: wie damals an, daß cr ein Anhänger Ledebours ist.* Vorwärts auf allen Wegen! Einen sebr erfreulichen Austckwung hat un'er neue? Parteiblatt in D ü ff e l d o r f genommen. Wie es in seiner Nummer 3.vom Sonnabend, den 16. d.M. mitteilt, wurden von der-weiten Rummer des Blattes allein 19 999 Exemplare im Strassenhandel umgesetzt. Dazu kommr noch die ständig wachsende Zahl der festen Abon- nenien in Düsseldorf und im Felde, serner die Zeitungen, die an die Nachbar woblkieiie abgegeben weiden, io daß das neue Blatt schon jetzt ans e>ne sehr rewekiable Ler'erzabl bl'ck.m kann. Die Au'wäits- entw'cklimg der.Düsseldorfer Freien Presse* ist aber noch keines- wegs abgeschlossen, denn ständig lau'en beim Verlage neue Be- stellungen ein, in erfteuli» großer Zahl an» ans dem Felde. Da» aibr die Berechiigung zu der Hoffnung, daß die ieit der Parier« spaliung unleidlicken Verhältnisse in der Düsseldorfer Parteibewegunz wieder gesunden werden._ Die Masse« für den VerständigungSfrieden. Am Freirag und Sonnabend sprach Reichstagsabgeordneter Genosse Müller in, Nürnberg und in Fürth unter lebbafiem Beifall in stark besuchten össentlichen Versammlungen über das Thema „Der Verständigungssrieden und seine Gegner*. In der DiSkussso» spraM in R ü r n b e r g der Abgeordnete Simon vom Standpunkt der Unabhängigen aus. Eine vom Bureau vorgelegte Resolution erwartete von der Regierung ein klares Bekenntnis zu einem all« gemeinen Frieden ohne Annexionen und Koniribuiionen auf Grund des demokraiiilb auszuübenden SelbstbestimmungsrechiS der Völker, und ron der Reichstagsfraktion, daß sie sich mit allem Rachdiuck und allen parlamentoirichen Mitteln für die Durckfübrung der vom Parteiausschnß aufgestellten Forderungen einsetzt. Die Resolution wurde mit einem von Simon beantragten Zuiatzantrag. der die Freilassung aller Wege» politischer Pergehen verhafteten und per- urteilten Genossen und Genoisinnen verlangt, einstimmig angenommen.— In Fürth veriuchie ei» Unabhängiger die Politik der Parrei in halbstündiger Rede mit den gröbsten Unwab heileu ,» veidächiigen. linier dem Beifall der Versammlung fertigte ihn Genosse Müller gebührend ab. Jugenüveranstaltlmgen. Arbeiterjugend Ebarlottenborg. Rostnenstratze 4, Freitqz, den 22 Februar, abenrs 8 Uhr: Boitrag des Genossen Dr. A. Hssrichrer über: �leiseerlebnisse*. Gälte willkommen. Vermttwortllch' für Politik: Erich Kuttner Berlin; für den äbttgeu Tess de» Blatte«: Alsted Scholz. N-ukälln: für Anzeigen: Theodor Gloije. Herta. Verlag: Vorwärts-Berlag G.«. b. H., Bern». Druck: Vorwärts- Bück- druckeret und Berlag«anktl>lt Paul Ewger u. Co. in Verl«, Ltndenstr-che s. btat* l®<3«#e«U UMretzalNwgSdl-tt. Ui. 4->-, Mittwoch, 2H. 5ebruarlgis GroßSerlm das Stiefkwü Serll«. Die Lahmlegnug des StraßeubahnderkehrS. Wsn» i» der Tätigkeit des ReichskommissarS für die Kohlenversorgung jemals ein leitender Grundsatz wahrnehmbar war. so bestand er darin, stets gerade an den Stellen sparen zu wollen, wo unter keine» Umständen gespart werden durfte. Die Anwendung dieses Prinzips hat jetzt mit den neuen Einschränkungen des Straßenbahnbetriebes einen Punkt erreicht, wo sie anfängt, gemeingefährlich zu werden. Wir verzichten darauf, nochmals die sattsam be- kannten Gründe aufzuzählen, aus denen eine wettere Ver- schärfung des Groß�erliner Verkehrselends einfach ein Ding der Unmöglichkeit ist- Wir würden damit doch nur tauben Ohren predigen, denn irgendwelche Rück sichten auf die Bevölkerung Berlins und besonders auf d i e Berliner Arbeiterbevölkerung spielen in de» Entschlüssen deS Reichskommissars für die Kohlenversorgung offenbar keine Rolle. Ebenso ist dem Herrn zur Genüge bekannt, daß die durch seine neueste Maßregel erzielte Kohlen- ersparniS nur eine relativ geringfügige sein kann und in keinem Vernünftigen Verhältnis zu dem durch sie angerichteten Un- heil steht. Die gesamte Presse, das Polizeipräsidium, die Städtischen Elektrizitätswerke, der Berliner Lerkehrsverband und die Direktion der Großen Berliner haben sich mit aller Energie gegen jede weitere Einschränkung des Straßenbahn- betriebes erklärt, und � das Resultat ist dieser neueste Ukas. der eine völlige Lahmlegung des Verkehrs zur Folge haben mußt Unsere einzige Hoffnung besteht darin, daß die Berord- nung binnen kurzem ihre praktische Undurchführbarkeit be- weisen und schleunigst wieder von der Bild- fläche verschwinden wird. Wenn bei dieser Gelegen- hett der leitende Herr der Kohlenver sorgung seinem Werke folgen würde, so hätte die neueste un- erhörte Herausforderung der Berliner Langmut wenigstens eine gute Wirkung gehabt. » Neben den gestern wf geteilten Verkürzungen der Straßenbahnlinien finden vom 2t. d. M. ab folgende Ein- schränkungen der Betriebsdauer statt: l.»mrch wittere»«etrtebSbeakm, oder frühere» VetrtehStchlilft kD-- werktags, S— an Sonn- und Feiertagen, i. Wg.--- erster Tagen, t Wg.— letzter Wagen): Linie 2 W. l. Wg. S.S abend« ab Krembergftr. (Richtung Nmtrplatz). 7.58 ab Stromstr.(Richtuna Roienthaler Platz). T. «.»g. 3.4 ab«renzbergstr., 8i7 ab Stromstr.— Linie 4 S«. Wg. N.4 ab Gneisenauftr.(Richtung Moritzplatz). ,1.4 ab Stiomslr.(Richtung Rosen- tbaler Platz).— Linie« S. e. Wg/ ab Motztowskvstr. 7.4, ab iira»«nrt-r Allee 8.tS.— Linie I» S. e. Wg. ab Görlitzer Babnbof 8.33. ab Sab». bos(Umgsernheide S.4S.— Linie 24 S. e.»g. ab Grotz-Göilchenstr. 3.t. ab West-Reinickendori 10.7.— Linie 2S W. I. Wg. ab Britz 7.2 abend«. ab Seeftr. 8.26,®.«. Wg. ab Britz>1.17, ab Seestr. 12.41.— Linie 33 S. e. Wg. ab Prenzlauer Promenade 8.4, ab War- lyttenbura. Amtsgericht 3.18.— Linie 42 S. e. Wg. ab Remicken. dorser Str. 7.5®, ad Seeftr. 8.53.— Linie 48 L Wg. nach Schöne- berg 7.56 abend«, S. 8.17 ab Seestr.. nach Kreugberg 11.56 abend«. T. 12.2 ab.Deeltr� ab Schöneberg, Müdlem'Ir. 3.15 abends G. g.27. ab KrenKerg Z2.50 abend«, S. 12.ö0.— Linie 43 W. e. V. ab Pankow 5.55 morgen«. G. Ik.tS, ab AlcxanScrplatz 6.83. S. 11.48.— Letzter Wage« ab Pankow 7 40 abend«. J. 10.53, ab Aiexanderplatz 8.18 abend«,©. 11.30.— Linie 49 von Blankenburger Str.«. e.«g. 7 37. nach Blankenburger Str. l. Wg. W. 3.5t» abend«. S. 10.17 ab Halenheide. im übrigen ersolgi der Betrieb Zwilche» Griebe««Platz und Hasen beide Im Rabmen de« jetzigen ftabrplan«.— Linie»l. Die Spatsabrte» ab»aiserplatz». 10.10 bis 10.55 abend«. von>0.1 bis 1046 abend«, und ab Dtettiner Bahnhos W. 10.33 bis 11.33 abend«. S. 10.32 M« 11.33 abend« fallen fort— Linie 52 W. e. Wg ab Rartw-Lmber-Stratze 5L8 morgen«, ab WilbelmSaue 7.8. Von 10.44 abend« ad Dan, ig« Str. nur bis Martin-Luthe,-Jtratze. S. e. Wg. ab Mortin-Lutber-Gtr. 8.8. ab WilbelmSgue 83, ab Dan»!»« Str. 8.2: von J12 abend» ab Danztg« Str. nur bis Martin-Lutber-Ztr.— Linie»3 G. e.«g. ab Reukölln 10.8. ab Danziger Str.!0.38 morgen«.— Linie 55 $. e. Wg. ab Schönhauj« Tor 5.53 morgen«, ab Dan, ig« Stratze 7.8: von 10.23 abend« ab Britz nur bis Schönbaiii« Tor_ Linie 82 S. e. Wg. ab Wfitzeiiie« 6.39, ab Eopdie-Cd-rlotle-Platz 7.58. Linie-»4 S. e. Wg. ab Lich>cnb«g. Siegsriedilratze 6.53, ab Cbarlotlen. Barg 8.28.— Linie 71 S. e. Wg. ad Herzbergstratze 8.2. ab Warlburg. platz 843.— Linie 89 S. e. Wg. ab Witdenbruchplatz 7.28, ab Babnhoi Zoologischer Garten 8.13.— Linie 92 wird w der Zeit von 3.12 bi« 12.67 ab Lichlcnb«g und 10.23 bi« 2.14 ab Wilmersdorf eingezogen nnd verkehrt S. nur na»m. von 81 ab Lschtenb«g und 812 ab Wilmersdorf.— Linie 98 W. nachm. bi« 4.17 ab Aariendorf nur bi« Belle-Alliavce.Platz, dann bi» FranzMche Siratze; t Wg. ab Mariendorf 7.17 abend«, ab Kranjö fische Straße 7.56 abend«.— Linie B S. e. Wg. nach Rmeneck 8.1 eh Markm-Lulher-Stratze, 3 36 ab Linkftratze. ab Roseneck 8.25.— Linie B wird W. w der Zeit von 8.45 bi» 11.45 ad Steglitz und von 3.27 bi» 12.27 ab Linkstratz« eingezogen.— Linie fi S. e. Wg. ab WilbelmSaue 6.56, ab Demmin« Siratze 7.b7. Linie T W. u S. I. Wg. 10.13 abends Halens«. 10.6? abends ab zrupi«graben, W. e. Wg. 7.23 ab Halenfee. 812 ab Rupf«- graben. II. Durch Srweiternog des Uahrabftandes. Linie« 8, 7. 15. 21. 22. 48, 31. 94. 1 14 nnd B. 53. abend« von etwa 80 ab und €., vormitlag« alle 30 tlatt 15 Minuten.— Linie l. W. und S. 10— statt Vi, Minuten mit Ausnahme W nachm. in der Zeit von 3.30 bis 7.30. — Linie 3. W. und S. alle 15 statt 10 Minuten.— Linie 11. W. vorm. von etwa 80 bis 19 und S. nachm alle 1 0 statt 7'/, Minuten.— Linie 12 nnd 18. W. vorm. von etwa 8.0 bis 12.0 und nach 8.0 abend« alle. 20 statt 15 Minuten,— Linie 17. W. vorm. nach 8.0 alle 15 statt 1V Minuten, S. voim M e 20 statt 15 Minuten, nachm. 15 statt 10 Minuten.— Linie 19. vorm. von etwa 6.3 ab Putiitzstratze alle 20 statt 15 Minuten.—«,«ie �5 und 26. W. von 80 bis>1.0 und S. vorm. aste 20 statt 15 Minuten.— Linie 27. W. von 8.0 bi« 30 und abend« 7.0, S. währeud des ganzen Tage« alle 20 statt 15 Minuten.— Linie 36 und 41. S. vorm. alle 20 statt 15 Minuten.- Linie 44 nnd 5i». 38. und S. all« 20 statt 15 Minuten.— Linie 52. W. von abend« 7 30 ab und S. während de« ganzen Tage« alle 20 statt 15 Minute».— Linie 74. D. alle 15 statt 10 Minuten außer in den Zeilen ab Schöneberg von etwa 6.45 bi« 815 und von 3.0 bis 7.0. S. alle 15. statt 10 Minuten. — Linie 83. 88. 81 W. vpn 80 abend« ab und S. wäbrend des gonzeu Tages alle 20 statt 25 Minuten.— Linie 89 S. alle 20 statt 15 Min.— Linie 82 W. von 7.40 bis 10.40 abends ab SchlefischeS Tor und von 8-44 bi« 11.44 abend» ab Bahnhof Zoologisch« Garten alle 30 statt fetzt alle 20 Minuten; desgleichen S. von 7.10 bis 12.10 und von 7.40 bis ,0.40 abend« ab Schiefisch«« Tor. 814 bi« 12.44 nnd von 8.44 bis 11.44 abends ab Bahnhof Zoologisch« Garten.— Linie 83 W. ab Spreetunnel von 5159 bis 10.59 abends alle 30 Minuten und 11.31 abends, außerdem ab Stblefische Brücke von 6.21 bis 6.51 abends alle 30 Minuten, ab Bebrenstraße bis Sprectunnel von 6.36 bi« 11.36 abend» alle 30 Minuten, im»«d»m von 5.51 bi» 7.21 abend? und 12.10 nachts nur bis Schiestsch« Bracke. S. ab Treptow von 6.0 bi? 11.80 abends alle 30 Minuten, außerdem ab Schiefische Brücke von 1822 bi« 6.52 abend« alle 30 Minuten, ab Bebrenstraße bi« Treptow von 6.37 bi« 11,37 nacht« all« 30 Min., außerdem von 12.52 bi« 7.22 abend« alle 30 Min. und 12.10 nacht« nur bi« Schiestsch« Brücke.- Linie 99«. ab Treptow. Rwgbahndoi. von 5.13 bi« 7.13 abeud« oll« 15 Minncen. ab Treptow. Spreetunnel von 6.15 bi« 10.>S abend« alle 30 Minuten und 10.45 abend« nur bi« Wtnterteldlplatz. Ab Edar- lolienduro dt« Spreetun rwi von 6.18 bi« tt.18 abend« alle 30 Minuten, bi« Ringbalmhos Treptow von 6.13 bis 8.18 abends all« 30 Minuten. S. ab Epreclunnel von 6.45 biS 10.15 abends alle 30 Mm. und 10.46 abends nur «««tnterfeldtpla». außerdem ab Rmgbahnhof Treptow von 12.4 bi« 7.4 alle 30 Minuten,«b Charlottenburg bis Sprettunuel 7.43 bis 11.18 «Bends all« 30 Minuten, außerde« M» Ringbochn Tr�to» von 1.3 bi« SL abend« alle 30"»«----in,_ Linie A geringfügige Änderung der Ab- IchgUgeiKn; ab Antüeach. üb«»fWgfelr- 17.4.7—*** 2�2 Minuten nach der voEen Stunde; ad Hundekehle üb« SönigSallee 15.45— üb« Rofeneck 26,56 Minuten nach d« vollen Slunde. Die genau««» Angahe» find aus de» FahrplanauShäugen im Wage:: «rfichlüch. Suherdem werde» demnächst nicht weniger als 109 Straßenbahn halte stellen eingezogen werden! Die Einziehungen betreffen auch so wichtige Verkehrsstraßen wie die Leipziger und Potsdamer Straße. 0 Oberbürgermeister Mermuth hat als Borfitzender de« Sohlen- verbände« Groß-Berlin eine Eingabe an die beteiligten Mtlilärbehörde» und an den ReichSkommisiar für Kohlenveri orgung gerichtet, m der ernste Vorstellungen wegen der neuerlichen Er- Liegi nicht in deiner noch Schmuck, de« du schon lange der Gotdantaufstelle hättest schwerung des Groß-Bersin-r Sttaßenbahnderkehr« erhoben werden unter besonderem Hinweis oaraüf, daß'die Lnordnung ergangen ist. o h n e d a tz die b« ceilig t en bürge reiche n B e h ö r d e«. vornehmlich der Kohienverband Groß-Berlin. auch nur gehört worden find. iausgeführt. wird in der Eingabe des ferneren, daß die Kobleneripainis weitaus zu gering ist. um io empfindliche neue Erschwerungen de« Groß-Berliner. Verkehrs zu rechtfertigen. Zur Tariferhöhung der Große» Berliner. Unttr dem Bo.fitz de« Oberbürgermeisters. Wermmh trat am DienStag der von der ÄeroondSverfammlung gewählte TarifauSichuß zur Borberatung der Smräg« zur Senderung der Tarife für die Große Berliner Slraßenbaon zusammen. Die verschiedenen Anträge wurden beraten, darunter auch einer über die Bewilligung eines Tarif« von II Pf. als EinhettStartt. dann ein zwetterüber die Ein- iührung von Vündelfabri'chelnen ga 19'/, Pf. mit einem Grundtarif von 15 Pf. für eine Einzelfahrt. Räch mehrstündiger lehr lebhafter Erörterung mußt« nachmittags die Beratung abgebrochen und Dez tagt werden.______ Kaffee-Ersatz-Anmelduug ia Grotz-BerN«. Die Anmeldefrist für den Bestellabfchnm 2 der neuen Kaffee- Ersatz-Karte beginnt'n Berlin, iämrlichen Vororten und im ganzen Gebiete der Kreise Teltow und Niederbarn>m Donnerstag, den St., und läuft Sonntag, den 24. Februar, ab Für die Kgffce-Eriatz- karte besteht, wie ans ihrem»uidruck erstchtlich, unbeschränkte Frei zügigkett, so daß z. B. jeder Neuköllner oder Frscheue irer Einwohner. wenn er wrll, sein« Ware in eine« Betlirit.' kaufen kann. Dasselbe gilt natürlich«mgekebtt. Auch Tiurragung in eine Kundenlist« ist. wie immer noch nicht allgeme. oekannt ist. nicht erforderlich, und es entfällt damit auch der.sang, immer von demselben Händler die War. zu beziehen. Au?> ie Kurt« Nr. 8 steht Kaffee-Ersatz seit dem 10. Februar in de» sUeinhandelSgeschästen zur Verfügung._____ Siseverttilung. vom Donnerstag, den LI» bi« Sonntag, den 2t. Februar, wttd in!*» oberhalb des Ne»g. tten- und Linden- viertel« gelegenen Bezirke» der 8, 175.. 1S4.,. und 2S5. Brot- kommrffion je 125 Gramm vpmmericher Weichhiir verteilt. lieber �eizmi« und Belenchtuug während der KriegSzeit" sprach am Montag abend Stadtrot Loehnrng in den Wilhelme- hallen und im Anschluß daran Juftizrc-t Martuie über .Aufgaben de« städtischen Mietseiuigunc; SamtS und der Schiedsstelle für« o b l er. str ei ti gk« i t e n'. Die Förderung der Kohlen sei jetzt wieder oirf den Friedensstand gebracht und ein« bessere Versorgung in Aussicht gestellt worden. Ein Uebelstand sei die geringe Versorgung der Bevölkerung während de» letzten Sommers gewesen. Dem würde nun gesteuert werden. Die Vorarbeiten für die Einführung von Kundeulisten für de» Hausbrand hätten begonnen. Die Kuüdenliste« würden voraiischlllch im April eingeführt werden, und zwar getrennt nach Kock- und Heizkartea. Dadurch würden die Verhält- nisse eine wesentliche Besserung erfahren. Wo die Kohlen- kundenliste« eingeführt seien, hätten sie den Erwartungen voll entsprach e n. Justizrat Markus« konnte die» auch von den MietSeinigungsämtern berichten, denn in 98 Proz. aller Fälle kämen Einigungen ohne Berufungen zniiande. Panik bei einem Brande. Ein Großkeuer, bei dem mehrere Familien in größter L�ens gefahr schwebten, kam am DienStag nachmittag nach 1 Uhr aus kusher noch nicht ermntelter Ursache in der Siemensstr. 5 zum Ausbruch und verursachte dort eine große Panik, unter den zahl- reichen Hausbewohnern. Da« Feuer kam im Kester des Quer gebäudes aus.. Als die Wehr erschien, hatte der Brand, schon eine solche Ausdehnung erlangt, daß gleich.Mittelfeuer" und dann .Großfeuer. Menschenleben in Gefahr' an alle Wachen gemeldet werden mutzt«. Die Treppen waren total ver- qualmt. Der Aufgang brannte bereits. AuS den'Fenstern des OuergebäudeS riefen zahlreiche Frauen'und Kinder um Hilfe, Acht Personen sprangen aus' den Fenstern des zweiten Stockwerks in ein Sprnn.gtnch. darunter ein Knabe von 8 Jahren und dessen Mutter. Alle acht kamen Herl davon. Eine Frau wurde über ei» Plättbrett, das man von einem Fenster de« OuergebäudeS nach dem Seitenflügel gelegt hatte, au« dem 3. Slockwerk in Sicherheil gebracht. Mehrere Männer retteten sich über dre Dächer. Die Feuerwehr war mit 30 Fahr- zeugen zur Stelle. Die Kellereien standen bald vollständig»ntcr Wasser. Dadurch gelang«S, eine weitere Ausdehnung zu verhüten. Der Schaden ist natürlich bedeutend. Das Ouergebäude mit dem Seitenflügel haben gelitten. Die Feuerwehr hatte stundenlang zu tun und mußte dann die großen Wassermengea wieder aus den Kellern herauSpumpeu._ Verhaftung der Steglitzer Brotkarttadiebe. Der Berlin« und Steglitzer Kriminalpolizei ist e« gelmtgr«. die Dieb« festzunehmen, bevor fie ihre Beule verwerten konnten..Die Einbrecher find acht Russen. Man fand bei ihnen noch weiter« Lebensmittelkarten, die aus einem anderen Diebstahl stammen. Sämtlich« standen un t er polizeilicher Kontrolle. Mahnungen durch die Post, die rückständigen Steuerzahler durch öffentliche. Bekanntmachung zu mahnen. Die Steuern sind bis zum 25. Februar zu zahlen, widrigenfalls sofort die kostenpflichtige Pfändung erfolgt. Wir verweisen auf die Bekanntmachung in unserem Anzeigenteil.. Wilmersdorf. Oeffentliche Mahnung der säumigen Steuer- zahl«. Bei Erhebung der direkten Staats- und Gemeindesteuern kommt für die Folge die Mahnung der säumigen AablungSpstickti- gen durch Uebersendnng von Einrelmahnzetteln m Wegfall. An deren Stelle tritt eine allgemeine öffentliche Mahnung ohne Namens- nennnng.. Die rückständigen Steuern für das 4. Bierteljahr de« SteuerfabreS 1917(Januar bis einschließlich März 1918) sind bi» 22. Februar zu zahlen. Nach Ablauf dieses Termine» eriolgt obn« weitere Benachrichtigung die kostenpflichtig« Bettreibung der tück» ständigen Steuern im VerwaltungSzwangsverfabren. -— Verkauf von Stiefclfohlen. Wiederum ist dem Magistrat eine größere Menge. an Leder-Eiiatzsohlen für die.wirtschaftlich schwächere Bevölkerung überwiesen worden/ Anträge auf Ueberlaffung der- artiger Soblen sind zu richten an die kommunale Verteilungsstelle, Sig'maringer Str. 1, Zimmer 10. Es muß mit Rücksicht auf vorgekommene Verwechslungen darauf aufmerksam gemacht werden, daß obige Leder-Eriatziohlen nicht zu verwechieln sind mit den im freie» Handel befindlichen verschiedenen Ei satzsoblen, sondern daß. es fich bei ihnen um aus Kernlederstücken zusammengesetzte Söhlen handelt.__ Weitzensee. Aus der Gemeindevertretuug. In der letzte» Sitzung der Gememdevertretung wurde beschlossen, die in Händen eines Vereins. befindliche B o l 1 s b üch e r e i am 1. April auf die Gemeinde zu über ne h m e.n. Die Bibliothek umfaßt'zur- zett 6560 Bände und wird jährlich von 1500 Lesern besucht, der Um» tausch- her Bücher erfolgt an jedem Abend in Höhe von- 300. Die Semeindehilfe wird vorauSfichllich pro Jahr 3000 M.-betragen. Dre in letzter Zeit vielfach vorgekommenen Diebstähle von Kleidungsstücken in den Schulen gaben Veranlassung, eine Haft- Pflichtversicherung einzugehen und ist als Prämie dafür 5" Pf.- pro Schüler zu bezahlen. Die-Tilgung der Anleihe» soll wie in den Vorjahren soweit angängig auch in diesem Jahr« ausgesetzt .werden. Der Schöffe Steinke bot der Gemeinde ein Geschenk an bestehend aus einem neuerbauien Land ha iv.- mit Inventar in Nest an der Ostsee mit dazugehörigem Gründstack in Größe von 3 Mor» gen. Außerdem«och 10 000 M. zur Umerbaltung des Grundstücks Und weitere 10 000 M. zur Unterstützung an bedürftige Beamte und Angehörige, für die die Stiftung als Crholungskurori-gelten soll. Die Gemeindevertretung nahm dieses Geschenk au. und-gab hierfür den Namen»M a x-Steinke-Siiftung','. Hroß-Serliner Partemachrichten. Die weibliche« Fünkti»«Srinnen Groß-BerlinS hielten Montag- abend eine gutbeiuckle Beisammlung. im Jugendheim in der Linden- straße ab. Es wurde«m Betickt entgegengenommen über die Ar- betten zur Erreichung deS Frauenwahlrecbls, die in Gemeinschaft mit den bürgerlichen Slimmrechlsverbänden erledigt wurden. Darunter sind zu nennen: Die gemeinsame Erklärung sozialdemo- ltatischer und bürgerlicher Frauen an die Oessentlichlcit. den Reichs» lag und sämtliche Bundesparlamente des Deutlchcn Reiches, die Bestrebungen der Berliner Frauen zur Herbeiführung einer gemein- samen Frauenlvablrechlsvetsammlung, die am 10. Dezember 1917 in den Sophiensälen stattfinden sollte, die dann aber-wie bekannt, verboten wurde, Daraus.arrqngierte der Frauenstimmrechtsverband tm» Mrigliedervenammlunch im LehrerveremShauS. in der neben de« bürgerlichen Frauen auch eine Asualdem'okratin referierte. Di? anweiendeu Genossinnen wünichten, daß nunmehr von unserer Parteilung eine Frauenwabttechtsversammlung einberufen werde. Um diesen Wunsch zu erfüllen, wurde eine sünikövnge Kommrssion gewählt zur Erledigung der notwendigen Vorarbeiten. Zu erwähnen ist aus. dem Bericht noch der Besuch führender Frauen auS der Stimmrechtsbewegung bei den Fraktionsvorständen des preußtichen AbgeordnetenhameS. An dielen Empfängen habrn sich auch die Krauen der unabhängigen Sozialdemokratie beteiligt. Das Resultat wird im.Vorwärts� noch bekanntgegeben. Die Anwe'enden sind einverstanden. In der nächsten Anlamm-mkunst soll ein Referat über kommu« uale und private Wohlfahrtsp.'.ege gehalten werden. Es wurde auch d« dringende Wunsch nach regelmäßiger Wiederholung dieser Zusammenkünfte ausgesprochen. Zuletzt wurde noch eine Kommission gebildet zur Vorbereitung einer besonderen Tagung der Groß-Berlin« Genoisinne». in der man fich über ver'chiedene Einzelsragen des jetzt beionder» aktuell gewordenen BevvlterungSproblemS unterrichten und dazu Stellung nehmen wrll.__ Wilmersdorf. Heute, abends 8Vz Uhr. Mitgliederversammlung bei Schäfer, Brandenburgiiche Straße 69. Ecke Mannheimer Straße. 1. Vorrcag des Gen. Wenzel. 2. Neuwahlen zum Vorstand. Bor« wärtSleser haben Zutritt.__ C9(tteran9Rchtcä iur PaS mittlere Worfcfcentfrtilntid dt» Donnerstag mir:.... Trocken und gröxtenleUS heit«, in der Stacht zu Tonnnslaz strenger, am Tage mäßig« Frost. 'Crotz aUeÄem wachst der Leserkreis des„Vorwärts" von Tag zu Tag! Trotz alledem muß er noch weiter wachsen! Sollte nicht jeder Groß-Berliner Arbeiter allgemach begreifen, daß eS unter den heutigen Amständen geradezu eine Schande ist. nicht Leser des„Vorwärts" zu sein? Der„Vor- wsttls" und dir Berliner Arbeiter gehören z u sa ui m e n! Wer einen Kameraden hat, der noch nicht den„Bor- wärts" hält, rate ihm, den folgenden Zettel, der ab» zuschneiden und an die Expedition des„Vorwärts", Berlin 8W, Lindenstraße 3, einzusenden ist, schleunigst auszufüllen. Ich bestelle ab 1. März den„Vorwärts". Monat- lich 1,50 M. Name Wohnort Straße .Nr. THreMon Kux Reinhardt. Dentaehe« Theater. 7 Uhr: Don Carlo«. Kammerspiele. Vi, Uhr«wn ersten Male; Oer schwarze Handschuh. Tolksbtihne. Theater am BBIowplatz. Cntergrundb. SohBnh. Tor. 7:/.Ühr: Die Hermannsschlacht Dir. C. Meinhard— R. Bernauer. Theater Königgrätzerstr, 7": Strlndber;- Abend. Komödienhaus 7U: Der Cnbeateehllcne, Berliner Theater 7 Uhr; Blltcblaues Iklat. UR�HIA 8 Uhr: Die Ukraine. 8 Uhr: Dr. W. Berndt: Parasiten and KranktieitMerreKer. Rose-Theater. vi, Uhr: Eine Waise. Wg!kai!g.Ikegler. 31/, Uhr: DornrOwchen. 7«/.«6t: Ära Golileiien Horn. Theater Ifir Mittwoch, 20. Februar. Centrai-Theater Komraandantenstraße 57. 7'/,: Die Caardasfllretln Dentwches Opernhaaw 7 Uhr: Prct Vowa. Hierauf: Das bblllMCh Gold. Frledrlcb-Withelmst. Theater 71/, uhr: Das ireiiBäilerliiai's. Kleines Theater 7v, üb: Hante. Komlnche Oper Tis v.- Seliffarzwaldipäilel. Metropol-Theater Uhr; Die Rose W StamliiiL Neues Operettenhsus Schiffbd. 4a. Kas�enuNd. 23] T'/.uhTjerSfllilalilerHirle. LDatsplolhaa« 7'/, Uhi; Die bloek Mädels illndenho! iresldonz Theater 7'/.�: Der junge Zar. SchHI«>p-Tlicater O vi, Uhr.- Pauline. Hctailler-Th. Chart. 7v.ühr: Setaeider»ei. rW' Uhr Thalia Theater : Ep iiüd seine Fraiien. Theater am Nollcadorfpiatz 3'/» Uhr; Die IVibelangen 7 Uhr: Theater den VTeetens 7v.ühT:D8r?epllelile fierzog mit Guido Thielscher. 4 Uhr: Hansel und Qretel. N ATION ALffTHEATERj Cöpenicker Straße 68. fr. Deutsch-Ämerik. Theat.[ Ts De© est richtigS... T'Jm Gr. Posso in 3 Akt. v. Dr.Lipp�ohiitz. Musik v. Bremms Elp • 2■ i':.,': t» t«'l-t.«.-»! I i.-5><->,e:». Jjp i|t Berliner Konzerthaus Maucrstraße 82. Zimmerstfaße 90/91. ' ik Ii Ani ini Sfento: Großes Konzert des Berliner Konzerthaus-Orchesters. Leiter: Komponist Franz von Blon. Anfang TV, Uhr. Eintritt 80 Pf. Anfang 7'/, Uhr Wochen'.Sm Heireimann Trappe Hoohtornkünstier Herbert Itahllns d. 14]ähr. Klatdervirtuore Grote ClnH« rheinische Humoristin eowie der erfolRrclche Febrnar-Spleiplan. »I«h.«frna M MmM, Tigl. TVfc Stg. SV, b. VI, ü iliKii Plaget Bht. Friedrichstr. Anf. VI,| Letzte Saison in Berlin.( Nur noch kurze Zeit. Aus dem reichhaltigen| Sport-Programm besond. hervorzuheben! der Araber Mulay Saydi mit sein. 10 dr. Kamolen. _M üaiieliura iü exotischer Dresaur.-.kt] fiexiko. Auffangen einer scharf ab- gesohossonen 46 Pfand schtVeren Granate. .'{ Hcinys. Karl Heinweh, Schulleiter auf„CzardasfUrst". Zum Schluß: Mondralirt. T&gl. Vir» Sonnt. 8',', u. 7'/, Neu I Hartstoin« beste Posse Der echönc Wilhelm Neue Barl. Revue-Bilder usw. Schluß des Hartstein- Gastspiels am'38. Febr. Trianon-Theater ->/.S am Bht. Friedrichstr. V.» Tel.: Zentrum 4027 und 2301. Der Lebensschüler Komödie von Ludwig Fulda. Ida Wüst, Erich Kaiser-Titz, v.MSliendorfi, Flink, Kettner. Stg. 4 ü. kl. Pr.: Johannlsfauer. Voigt-Theater. Badstr. 58. Badttr. 58. rSgNch: O diese Ehemänner! Kassenerösln. SV» Ansang 7V, U. l fapcUo I | Friedrichstr. 218. 7S/4| Uer l'lieger von Twin g tau ! sowie die verblüffenden j j Vnriett- Attraktlonon. I Theaterkasse ab 10U. ununterbr. geöffnet. Casino-Theater lothringer Sir. 37. Zägi.'i48U Mieder ein nltueller Schlager. Wirklicher Humor! Gr. Erjoig! Hamstersritze. 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Der Gr» winniibrrschnst wird als Divi. denv« an die Mitglieder verteilt. Die alten Mitglieder sind mit Winiergemiise reichlich versorgt worden. Die jeut neu bettretenden Mitglieder sind be> recht igt, schon an der ersten Perteilnng von Frübgemüie teiizunebmen.— Ausnahme neuer ttiitRiieder(ladet stau nnLadenPctereburgerltr.da: Montag«. Mittwoch», grrttags S— IL und 4— 7, ausserdem Tonntag 11—1. Ferner im Laden Roprnvagenersir. 1: Dienstags. Donnerstags, Sonnabends 10-4 und«onntags 8—10. Ferner täglich im Rcr- mattnnasbureau: Burg- strass»»7 III, Zimmer 76 (gegenüber Zirius Butch). jl7/l» Mir lausen It. 8 15 der Bckanntm. v. 25. IX. gebr. Vp Sektkorke zu V&$ Weinkorke zu 2 � u.all.and.Srt. neue it. gebr.Korke serner:• Zellnloid-r Film- Hartgummi- Wachswalzen- Tchallplatten-Abfälle Drdower G. m.». H., tSevrgenkirchstr. SO (b. ittexanderptah), Friedrichstrahe�Z Ecke Zimmersirage. S-lL'/u Bau- und Gartenparzellen nahe Bahn u. Stadt Strausberg von SOO M. an vcrk. 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Psannkuch sllr die wohltuenoen Worte am Sarge des Enlschtaseneo. den Herren Verireiern de« Magistrats und der Stadtverordnetenversamm. lung, den Genossen der Parleiorganlsation Äron Berlin« und de« 0. Bertmer Reichsiagswahlkrelse«, seinen Kollegen vom Melallarbeiterverband der Orisvcrwaltung Berlin, dem Verband der Kuvierschmiede, den Mielern der Häuser Prlnzenallee 40a— h und seinen Nolleaen vom gentr.-Kr.«ll..B«i«in der Schmiede u. vcrw. Gewerbe Deutschlands Trotz-Bertin«. dem Vorstand, dem tzlusstchtsrat und den auswärtigen Delegationen. 1003b Berlin 17 M, Prlnzenallee iSa. Laura Basner geb. Berndes. Familie Paul Dietrich. Erste« Möbelgeschäft am Plap« lacht laufend btifttt WÖbel nnterzndrtngen. 6« Handel! sich um Ansig. v. »ütcitö, Bibliotheken, Schrridltlchen ln Elch«, Mobaaonl u. Nuß- laizimmern sllr bäum; � serner um Änstg� v. Lack lowle ln pol. besseren u.»leg. Ed sollen sich dal er nur Tiich' tereir« melden, die tu der Baa« sind, gute«rbet» heraus- zudriugr».»est. Off. n. Sf. Sck Derlla Hw»» AOS an Rodolf noawe. 10114* Speziai-Arzt Dp. med. Haucht, fiieilti»lult.90 ÄÄ Bebantzr. venSnvliili«, Haut Ztzrauenleiden, Ivez.: chron.gälle. Tchmerzlole. kürzeste Bebandlg. odne Berustzstörung. Blutuntersuchung. Mdtz. Prelle. Teilzahlung. Sprechstunden 10 br«1 and 6—8. Sonnt 11— 1. Zigarren per Mille 225—686 M. Verl. Wnlff Biücherslr. 18, Hoilr. tsUIII, am �allcschkn Tor. Erfänder während des Krieges gpoHHC Erfolge! Rat iur Verwertung von Erfindungen kostenlos Norddeutsches PatenthOro, Aeltestes Bureau Berlins, Berlin, Friedrichstr. 9 2—5. Sonr.taga 11— 1* UrinhaUer sllr Bittnässe, losorl HUIe, Alter und Telchlecht angeben. mannlich 12, weibllch 1b M. Versandb. Germania, Verlin 0 t12, Adl. II V. Prostauer Str. 19. 100 Postkarten, n. Praohteortimeut, enth. Gold-, Glanz-, Broms.-, Kunst-, Blumen-. Kopf-, Kinder-, Geburt6tAgD-, Liobas-, Landschafts-, Witzk. osw. 6,60 kl. (10 bis 30 Pf. Verk.): lausende Anerkennungen. 100 Karten 8, 6 und# M. 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Raak«, Bträuner Str. bi. E. Kraus, KsEimdummr.»i. A. E. Enses, Brunnonstr. 188 X~"!'."a3ier- u. KoiyHlorelen d OÜö'WfTf'f, Vreptow, Krüüst.!8 Eschau, Gr.-Lichtarf.,Ck»mt«iU»« d Bierbrauerei., IMrrliO Be�u�sQuellen- VeraselcHnis rrrebein 2 msl wtchen'llcli._ Unten stehende Ociehflft« em�telilen sich bei ClnkAnt«». rune _g«'jene Flllnlen. sr Sfa WdiffneDstailje�thift« iZchröter.k. □ ri ,fu 1 rayspeiOlizoiH August Hoitz 43 verk, utss Irtlen 4» Jf-" ---- ü 15.™ Gesebifta i �u-XnaXu ien empfiehl'. WIWMI'S lieukclln Anzengniberstr. erflten f �arz.WdUWo..wtTrijigg?> i öortMBji Moy i Sikif•ttsiitr Sl 2 1« C8Etrs!-i Bians-BJflÄWder. Passage-Bad I Betono-Bed, Wiener Str.«, MünchonBr Braunaus Berlin und Ornnienburg irinst manninger Bien Weissbicr, C. Brcitüaupt, Palifltdenstr.BT Tel. Kg 1�2881�2082 t Timner-Esslg Cberull ThfiltUoiiL . i vr�;..?f?,rssT*r>"■ v 4 llar>*Ftz»«cai«n*m f ßcllraann, Klhm."wn* Nihinaschinen Lüden tu a)lea Starittellen. 1 l«». Sr>t»�rr»l« 44, Ciaege,üttoCÜV�0D- F.iyiir�«, 4j dififrar. Plech-rniP'�r� Schubert", CmhNkÜurKrijsit. 148 Heierei C. Bolle Benin Ältester ond grSvstsr MUchwlrtschafttloher = Orossbetzteb— n lxÄa ___ Jotthoaer Btr. ü ..._______ auahGelere»hel«»kt. Leimsiia. AliTTfanR XII..W _�WeinejUh5rejFrouhiijKr� M>»ZS 3�©liag' 80 wm.l.» In«n«B Btadtetle- jßpni. o«. S c3.550Ver|fW!iVGr>M B Deutldier tiletallarbclter- Perband. Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern z urNachricht. datz unser Kollege, der Schloff« Bruno Naumann Oudenarder ätr 24 am 16. Februar gestorben ist. Die Leei digunc findet am Donnerstag, den 2 t. Februar. nachmlitags 2V,Ufjr. von der lirichetibgue des SiazarelH- llirchboses in lsteinidendotf, Kögeltlratze, aus statt. Rege Beteiligung wird er- wartet_ �Tcchrat. Den Mitgliedern ferner mr Nachricht datz unsere Kollegin, dl« Arbeiterin �aniia BSdle NeuiSlln, Aitchhofstr. 4 SIN 14. Februar geitorben ist. Ehre ihrem Andeute»! 232/4) Die Ortsverwaltung. Zentral'Oerband der Zimmerer OeuifdHandt. Zahlstelle Perlt« und Umgegend, Bezirk 14. Den Berussgenoffen zur Nachricht, datz unser lang. jährige« MligNed und Be- jirleiassterer Auxust Dintze am 17. d. M. verstorben ist «Hrr seiuem Andeuten: Di« Beerdigung findet am Donnerstag, den 21. Fe. bruar, nachmittags 4 Uhr. aus dem Friedhof d« Frei. religiösen Aemrind«, Pappel- Allee, statt. Um reg« BeteMgrmg ei> sucht 256/11(Der Vorstand. Verband der Uomelnde- und Staatsarbeiter. Filiale Qrot-Berlln. Den Mitgliedern geben wir Hiermit Nachricht vom Tode de« Kollegen tz e r. Mitten in die Stürme diese« Wektkrieqe« hinein fällt da« LSjähripe Jubiläum einer Maschine� die in diesem aewnltiaen Böilerrinflen eine der gewaltigsten Rollen spielt! Da« Jubiläum des Dieselmotor«, u. a. des Krafispenders unierer Tauch« boote. Dieser Anlah legte es nahe, das Werden de« Moior«, seine wirtschaftliche Bedeutung und seine Besonderheiten, die ihn ,u der Maschine unierer Unterseeboote werden liehen, kurz zu bc« trachten. Der Dieselmotor kam vor nunmehr 20 Jahren auf den Markt, der fertige Gedanke, in diesem f�all gewih ein Prornethe»«- gedanke, lag aber schon z» Aniong de§ Jahres 1893, allo vor nunmehr LS Jahren vor. Die Zwischenzeit wurde mit unablässigen Versuchen, um die Maschine gleich in möglichster Vollkommenheit herauskommen zu lassen, ouSgetüllt. Diese Versuche sind, um das gleich bier zu bemerken, das unvergängliche Verdlensi des Erfinders, der Maschinenfabrik AugSburg-Nürnberg und eines Schweizer Werkes, der Gebrüder Sulzer-WintertSur. DaS genannte bayerische Werk iah sie damit gelobnt. das, eS Ende 1897 den ersten betriebsfähigen Dteselmoior— eine jetzt im Deutschen Museum in München siebende vertikale statationäre Viertaklmoichine— vorführen und mit diesem einwandfrei die Ueberlegenheit des neuen ArbeiiSprmzips dariun konnte. DieieS SrbeitSprimip besteht, um es mit eigenen Worten des genialen Er« finderS zu umschreiben, darin, datz e«— nicht etwa eine verbeiierie Konstruktion älterer Maschinensysteme, sondern ein durchweg nkiie« Prinzip der.inneren SibeitSeueugung im Zylinder selbst'—»die Wärme de« natürlichen Brennstoffe« unmittelbar im Zylinder selbk« in Ärbeit verwandelt, und zwar ohne«nwendung irgend« welcher Rebenopparaie und ohne irgend einen Vor« bereitung«. oder UmformungSprozeh de» Brennstoffe«, sowie odne irgend welchen 5kraflvermiitler, wie z. B. Dampf,' Jerner ist der Dieselmolor diefenig» Maschine,.die die Wärme der Brenn« stoffe soweit ausnützt, wie e« überhaupt naid dem derzeitigen Stand der Wifienichaft möglich ericheint.' Da« wird damit erreicht, dast der Dieselmotor die Lukt allein(in reinem Zustande und obne Bei» Mischung von Br«nnstoffeN> sehr hoch komprimier» und in diei« hoch ve, dichtete und hoch erhitzt» Luft den Brennstoff erst nacktiäglich einführt; und dost demgemäß Vergasen, künstliche Zündung u, a weg'allen. ferner der VergasungSprozcg nicht Vorläufer, sondern be« reit« Teil des ArbeitSprozeffeS ist. Was damit gewonnen wird, ist vornehmlich zweierlei: einmal, das; im Gegensatz zum Gasmotor, für den nur.leichte' Ocl« in Betracht kommen, fast jeder, au» der schwerste flüssig« Brennstoff(rohe Sidöle, Teer,, sogar Zischtran usw.f verwendbar ist; und toeiier. dost der Brennstoff in aller« iveiicstem Umfang Ausnutzung erfobren, bezw. auch mu bescheidenen Brennstoffvorräten grvtzle Arbeitsleistung erzielt werden kann. So ist alio der.D.M.', der die Alleinherrschaft der Kohle gebrochen und die Aufgabe der motorischen Verwendung flüssiger Brennstoff« in all» gemeiner Form gelöst hat, unier allen Krakierzeugern die sparsamste Maschine; er ist gleickzeiiig die einfachste Beiriebsmaschlne, und er hat darüber hinaus vollends Deuikchland bei feinem Mangel an eigenen fllliflgen. leichten Brennstoffen insofern unabhängig vom Ausland gemacht, als, wie gesagt, ja auch in genügendem Umfang vorhandene Sieinkohlenrerre usw. Verwendung finden können. Die ,D.M,' werden als Viertakt« und Zweiiakl«, als ein» bis vierzylindrige Maschine in Stärken di« zu 2000 Pferdestärken gebaut. deren Materialverbrauch prozentual um so geringer wird, je höher sich die Arbeitsleistung steigert, in solchem Umfang, dah zum Beispiel der größeren Anlagen der Materialv?rbrallch l'/z— 2 bzw. 3—6 mal geringer ist al« bei GaS« bzw. Dampsmaschinen. Kein Wunder alio. daß fich di« Steuerung bald alle Well eroberte und daß. nachdem man ortsfesten Maschinen bald allerwäri«— den größten wohl in der Haupimafchinenanlage der Turiner Ausstellung lvl l— begegnen konnte, der D.M. auch als Schiff»- maickine entwickelt wurde. Interessant find heute die Ausführungen. die der Erfinder de» Motors im Jahre l91l in den.Technischen Monatihefien' über die vorauszusehende Bedeutung de« MoiorS in der Eniwicklung- des Sch>ff«baue« veröffentlichte. Da heißt es u. a.: .Der Dieselmotor wird vorauSfichtirch eine vollständige Umwälzung im Bau der Schiffe selbst hervorbringen, da der D.M. viel weniger Raum als die Dampianlage beanipruchl; ferner kann, da der AltionSradiu» der Schiffe mit D.M. gegenüber Schiffen mit Dampf« betrieb beliebig vergrößert werden kann, ein Kriegsschiff mit D.M. sich auf dem ganzen Erdball unabhängig von Breniistoffstationen bewegen; ein Umstand, deffen Tragweite in bezua aus die Macht- verbäitnisse der Marinestaaten ohne weiteres zu erkennen ist.' Man stebt,.ohne weitere«' bor man allerwärtZ jene Tragweite nicht richtia erkannt; wobl aber erkannte man deutscherseits— zu nnkerem yeike— bald die unfchätzbiren Vorteile, die fich aerad? fflr die D.M.-Schiffsm ifchine au« der Ersparnis an Raum. Gewicht »nd Verkonal. dem ffotifall der Koblenräume und der Rauch- entw'ckluna. der einfachen Heizung n a. m ergaben; und man wußte deutscherseits all die''« BorteHe auch schneller zur Gestnng zu bringen, al« der Eifinder oeglaub:, denn in dem schon angeführten Aussatz au« keiner eigenen Feder rechnet dieker fflr die Umwälmna mit einer DurchsübrnngSdauer.nicht von Jnbren, sondern von Jahrzehnten'. Und dabei trieben die D M. doch»niere U-Boote schon 3 Jahre später durch alle Meere, um damit.die Macht« Verhältnisse' der Flotten so gründlich, wie Nitr möglich zu verichi-ben? Unerstillt blieb Vage'en— bis zur Sinnde— ein anberer Gebaute de« Erfinder«, der die D.M.-Maschine auch kür den Eisenbahnbetrieb ein« gesslbrt kehen wollte, um diesen al« den„unwirlschaktlichsten und oleich-eitia größten nnter allen Dampskroktbetrieben' vom teueren KoMenbekrtebe unabhängig werden zu lasten; denn die von dem Eifinder noch dieser Richtung hin gemeinsam mit Oberbaurat Kloke und der schon genannten Firma Gebr. S»l,er-W>nterthnr an einer kOOO-PZ-Sokomotive unternommenen Versuche waren bei Kriegs- beginn noch nicht abaeichiosten und konnten in der Folae natur- gemäß nicht mehr kortaeketzt werden. Da« ist ficherlich zu be« dauern, denn wäre die D.M-'Lokomotive beute schon, wenn auch nicht die Lokomotive b?k Neuzeit, ko doch wenigsten« in nennenS« wertem Um'ange in Gebrauch, so hätten wir wohl nicht die Kohlen- kalamität, nnter der wir beule leiden. Dem Erfinder des Motor«, Dr-Ina. Rudolf Dieses, sfi da« LoZ so vieler Prometbiden besch'eden g-weien. Von Geburt Münchener, lebte er— nach langjähriger Tätigkeit in großen Werken— von dem Zeiivnnkt an. wo ihm kein genialer Gedanke areikbare Formen amienomnKN zu haben schien, gnnz seiner Et« findung, um bei deren AuStÜhrung und Einführung hier böchster Anerkennung, dort der Verkennung zu begegnen, bald den Errolg bald einen F-blkchlag zu erleben. Dank lin beugsamen Wollen«»nd der selkenkesten lffbcrzeiiiuna vom Siege keine« Gedankens und auch vermöae talkräftigster Ilnwrstügiing. die keine Arbeit insbesondere von leiten der großen Werke kand, war es im allgemeinen aber doch ein HöSenwea. den Erfinder und W-rk schreiten dursten; fand der Dieselmotor allmählich doch in io ziemlich allen Kiil»,r!Andekn der Erde Eingang. Um io schmerzlicher bcrüht» eS darum, daß der Abgang DieielS miS keinem arbeitsreichen Leben d-nnoch prome« thidenlos war; nicht alliulaiige vor Kriegsausbruch kand er näm« lich. noch in der Jahre Vollkraft stebend, auf einer Reike nach Eng« land in den Fluten des OzeanS unter nicht näher aiisgeklanen, allen Anzeichen nach aber tragischen Umständen seinen Tod. Er durste aNo nicht mehr Zeuge werden de« hohen Lichte«, da« die von ihm zur Erde gebrachte Fackel gerade in dieser Gegenwart über weite Meere und Heimat ausstrahlt und wird auch nicht mehr die ge« waltiaen Umwälzungen auf dem G-biete der Bewegung erleben, die mägstcherweise in Immer wachsendem, vielleicht in»müberseh« barem Umfang in weiterer Zukunft noch von ihr ausgehen werden. Sewkttsr km ktks. Die Morgenjonne steht unv schleuSert den mächtigen Schlag» schalten de« Kiefernwaides weit über mich hinaus auf den ein- iamen See. Ick schreite einen dunklen, dumpfen Ufcrpsad, während der jen- seitige Randweg in lauter«onne badet. Dazwischen flächt das Eis» massiv des Waldsee« einen Uebergang. Hinüber also! Auf EiieSmiiie aber werde ich von einem donnerartigen Grollen gepackl, das kaum erschollen, wieder verstummt. Waldher kam'« und müßte von schweren Baumstämmen rühren, di« kurz rollend viirzelieit. Ich horche.. taste hinaus nach einem An» halt. Umsonst. Sitz und Uriach« de« Geräusche« lasten sich nickt fassen. Weilergesckrittcn! Plötzlich... nah mir im Rücke» ein gewaltige«, befiigeS Poltern, al« wenn di«»nfichibare Riesenfaust eine« Urgeiste« wuchtige Klötze hinter mich wirft... Ich fahre zusammen, wende um und gewahre-- nichiS, niemand, außer zwei EiSläukern. die weitab stehen und wie rrichreckl aufhorchen. Rasch zum Ufer! Nieder a»f den Baumstumpf!... Die Sonne steigt und schüttet überwältigende Wärinemnsten in den blauen Wintertag. Die Luft, der ganze Raum ist sprühendes Lachen. Der Wald steht still. Da mit einemmal unter meinen Füßen zuckt ein Blitz über die weite Fläche und zeigt di- gewaltige Linie eines EiSfprungeS, dem jäh unheimliche« Krachen folgt. Breit davon jagt ein zweiter Blitz mit dumpfem Rollen, das murrend zum anderen User läuft. Bald -in dritter, vierter,»ünsier Blitz..,„. Mein An'«NMitrt ist»an, hinabgezogen in diese Unbeimlichkeit und wird wieder von neuem mrigerünelt. Rascher immer rascher folgten sich die Blitze und Geräusche, kommen von allen Enden rundum und wechseln in verschiedenen Graden von Krost und Ton. Von drüben weit grollt es dunkel als von schwebenden Gewittern. Unweit schrick, ein Helles Bersten wie von einem Riesenast, den Blitzgewalt vom Stamme riß. Von der Mitie Her aber schauervoll da« Heranfgurgeln unbekannter Tiefen. Weit recht« her, link« her dringt's schaudernd und unheiidrohend. Schneidend kommt's au« Spalten vor. schwillt knirschend an und steigt zu wilder Wut heraus. Aber der Schmerz bricht eS um und erschöpft fällt es wieder zurück in Klagen und Beben. Alle Fugen durchzitiertS. Unaufhörlich. Die ganze weite Fläche gleicht einer zuckenden, ächzenden Moste.—— Ueber ollem aber lacht die Sonne, die Ursache dieser Einzig« artiakeit. Allen Leben« Wohltäterin, bringt sie dem Eise grimmigste Feindschail. Unter ibr-r llnerbittlichkeit muß es erbeben, brechen und bersten, bi» eS hinabsinkt in die Gi und losigkeil seines befiegelten Tchickial».___ Der Eispalast öer Zarkn /Imta. Das Jahr 1739 halte e-ne große Mißernte iür Rußland mit fich gebracht. Da überdie« noch der Winter 1739/40 außerordentlich -rüh und mit einer Kälte hereinbrach, derengleicken seit Menschengedenken nickt erlebt worden ist. winde die Not im Lande furchtbar. Tie Katlerin Anna, deren Gesundheit schon lang« angegriffen war. wurde über da« Elend des Volkes iebr niedergeschlagen, und es gab nich'.S, wo« sie zn erbeitern vermochte. Da entwarfen Graf Biron »nd Feldmarschall Miinnich einen Plan,»m iür die Kaiserin einen Eispalast auf der zugefrorenen Newa zu bauen. Münnich machte den Entwurf, und vuon schaffte die Arbeiter heran. AIS der in großem Stil angelegt« Bau, der an« geiägisn Eisbiöck.-n errichtet wurde, seine halbe Höhe erreicht hatte, brock unter tbm die EiSdeckc der Newa ein. wobei ungefähr bniideit Mcnickcn iimS Leben kamen. Biron und Münnich gaben aber deshalb ihren Plan keineswegs auf. Sie ließen von neuem einen Eispiilost mifftihrrn, diekeSmal aber aus dem festen Lande, und zwar zwischen den, AdmhalitäiSgebäude und dem Wittterpalast. Mehrere hundert Handwerker arbeiteten daran Tag und Nackt. Die ganze Anlage war L2,S Fuß lang, 10,5 Fuß breit und sollte 20 F»h bvck werden. Die in Gebrauch genommenen EiSblöck« waren 2 bis 8 Fuß dick, Statt Mörtel wandte man Wasser al« Bindemittel an. das man in die Ritzen goß und zu» frieren ließ. AI« der Polast fertig war, machte er den Eindruck, al« sei rr au« einem Siück ausgeführt. Vor dem Bau standen zwei hohe Obelisken. Der Eingang war mit reich verzierten Balustraden der» sehen, auf denen Vaien aus Ei« standen. Die Treppe, die zum Ein« gang fübtte, war mit allegorischen Figuren versehen Und von acht Kanonen, die ebenfalls aus Ei« waien, flankiert. Auch die Mauern de« PalasteS waren durch Skuiplurwerke reich geschmückt. Zwölf Figuren in Lebensgröße standen in der gewölbten Halle. Rechts und links öffneten sich zwei Tale, ein Boiraum und ein Schlafraum. Dieser war vollioinmen eingerichtet niid eni hielt alle zu einem Schtas« gemach noiwendigen Dinge,' die ebenfalls sämtlich au« Ei« hergestellt waren. In einem Veisuckszimmer ans Eisblöcken hatte man im voraus ausgeprobt, cv man die Zimmer durch Naphta erleuchten könnte, und die dicken Lichie in aro�e Kandelaber gesteckt. AIS man nach Einbruch der Dunkelheit die Zimmer zum ersten Male erleuchtete und auch von draußen die Umgebung durch gewaltige Naphtaflammen erhellte, war e«, als fei ein Märckenbtld aus der Erde hervor» gezaubert worden. Im Schlitlen holte man die Zarin ab, der der ganze Hof folgte. Reiter mit Fackeln sagten dem Zuge voran. Nach einer Rundfahrt um den Feenpalait trat sie in eines der Zimmer ein und überschüttete Biron wie Münnich mlt Lob» und Ehrenbezeugungen über dwie strahlende Herrlichkeit. Darüber» daß vielen Menschen beim Ausführen dieses Baues sowohl Hände»vie Füße erfroren waren, sprach naiürlich niemand. Unter den Strahlen der Märzsonne schmolz jedoch bald die ganze Herrlichkeit, und nicht lange darauf verschwanden auch ihre Urheber vom Hos. Nach dem Tode der Zarewna, der noch im selben Jahre erfolgte, wurde Biron nach Sibirien gesch'ckl. 38] Töchter öer tzekuba. Ein Roman au» unserer Zeit von Clara viebig. Die DombrowSki schenkte aufs neue ein und warf zwei Gtflck Zucker In die Tasse.„Bald soll'S ja auch nich Zucker mehr geben. Na. wenn's nur noch Männer gibt!' Sie lachte bell..Machen Se doch nich so'n Gesicht. Zräulein« chen, ich meine ja bloß Soldaten, die de Franzosen ver- kloppen.' Gertrud wandte sich ab: durste sie denn sagen, waS sie eigentlich dachte? ES war noch früher Morgen, noch war die Sonne nicht heraus, ein feuchtes, fahles Grau schimmerte durch die an- gelaufenen�Scheiben des kleinen KüchenfensterS. Draußen lagen die Felder, den Frühling erwartend; aber sie waren noch kalt, daS Grün der Saat hatte noch keinen warmen Ton. In der Ferne der Wald lag wie Blei. Im Hofe klappte der Märzwind mit der Schuppentür. Und durch diesen Wind muhte Gertrud jetzt gleich gehen, gegen ihn ankämpfen— es fröstelte sie.»Wollen Sie so gut sein. Minka, und dann nach dem Kleinen sehen? Jetzt hat er Milch getrunken. Sein Süppchen zum Mtttag Hab' ich in die Röhre gestellt. Nicht wahr. Sie vcrgesien ihn nicht?' Mit gesenktem Kopf schlich sie zur Tür; es wäre nicht das erste Mal ge« tveien, daß die DombrowSki vergesien hätte/ nach dem Kind zu sehen. .Warten Sie doch mal,' schrie die DombrowSki. Sie sprang aus und lies hinter der andern her. Die schöne Minka trug nicht nach, in diesem Augenblick sah sie nur Gertruds trauriges Gesicht und wußte nichts mehr von verächtlichen Blicken, und daß sie nicht mit ihr zum Bahnhof gehen wollte. Sic schlang ihren vollen Arm um die Schultern des Mädchens:.Na, was, immer fidel! Daß Sie die Miete nicht zahlen können» daS macht gar nischte. Da," sie rannte zum Herd, packle das Geld und wollte eS Gertrud wiedergeben..Nehmen Sc das man ooch wieder. Es hat noch Zeit.' Gertrud nahm das Geld nicht zurück. Aber als sie zum Bahnhos lief im Gefchw>ndschritt. lief die Gestalt der Frau mit dem üppigen Busen und den blank herumguckenden Augen immer vor ihr her. wirbelte mit prasselnden Wind. Auch bei der Arbeit verließ die sie nicht. Was sollte werden, wen« der Mann dahinter kam? Warnen ließ sich die Minka ja nicht. Ach, und et war nicht einmal immer derselbe:— Die Frauen, die mit Gertrud in dem kalten großen Hof- räum, einer stüheren Werkstatt. Strohsäcke nähten, hatten heute viel zu crzählem Hellte wurden nicht so viel Stück geschafft wie sonst, selbst die emsigste Akkordarbeiterin machte heute einmal Pause. Sie waren alle ganz aufgeregt. Hatte daS Fräulein es denn nicht gelesen, es stand doch schon in allen Zeitungen?! „So'n gemeines Stücke, so'ne Bettel I Der Mann iS im Feld, und sie schafft sich derweiie'nen Liebhaber an. Er kommt auf Urlaub, kommt eher an als sein Brief, der eS ihr verkünden soll. Es läßt ihn einer ins Haus mit rein, in stockdunkler Nacht klettert er die Treppe'rauf— in der Ackerstraße, hinten im Hof vier Treppen— leise, ganz leise— wird die sich freuen! Da hört er drinnen eine Männerstimme— halt, wer ist denn da bei ihr? Die Stimme kennt er nicht— ein Fremder?— und nachts um halb zwei?! Er guckt durchs Schlüsselloch, der Schlüssel steckt von innen, er kann nicht? sehen, aber unter der Tür her füllt ein schwacher Lichtschein. Die ist nicht alleine, die hat einen bei sich! Jetzt lacht sie— seine Frau— oh, wie er die am Lachen kennt! Und zärtlich sind die. Kreuzhimmeldonncnvetter, verflucht noch mal: Und er. der Mann, steht hier draußen und kann nicht herein l" „Und da hat er denn die Tür eingetreten,' erzählte eine.„Und als er denn ringeplatzt war wie ne Bombe in seine Küche, sah er die Bescherung. Grad im rechten Momang. Da hat er den Kerl denn kalt gemacht. 5kann man ihm det verdenken?' „Und ihr, ihr, hat er ihr auch was getan?' fragte Ger- trud zitternd. „Ich weeß ntch. Sie hat wie doll geschrien. Er war wohl gerade dabei, da kamen Leute zu. Schade drum, die Hütt' er nur ooch kaltmache» sollen.' Kaltmachen! Gertrud überlief es. .Lassen Se man gut sein." sagte eine alte Frau, die bis dahin geschwiegen hatte, und ein seltsames Lächeln, halb spöttisch, halb traurig, zeirte an den Falten ihres ver- härmten Gesichts.„Die Männer machen es nich anders. Glauben Se, daß die bei de Französinnen oder wo se sonst sind. immer treu bleiben? Se denken nich dran. Aber wir. wir—" ihre heisere Stimme schlug um. wurde heftig—„wir sollen uns nie was erlauben. Glaubt ihr denn, für so'ne junge Frau— vielleicht hat sie ihren Mann gar nich mal gerne, oder es kann auch sein, se dentt zuviel an ihn— glaubt ihr. für'ne Frau is det leicht, NU so zu bleiben? Alleine, ohne was fors Herz?" .Nanu, aber nanu l' Die Jüngere, die vorher gesprochen hatte, tat ganz entsetzt:„Sie wollen det wohl noch entschuldigen$ Na ja. Sie!' Das.Sie' klang verächtlich.„Ich sage, wenn mein Mann auS'S Feld käme und fände mir bei sowas— na ich danke" Die Meinungen waren geteilt. Die einen konnten cS wohl verstehen, daß man eine Entschuldigung für die Frau fand, die anderen hätten eS richtig gefunden, daS treulose Weib dem Liebhaber nachzuspedieren. Sie zankten sich bei- nahe darum. Sollte die denn so ganz ohne Strafe davon- kommen? Den armen Mann sperrten sie nun ein, der hieß nun Mörder— sie, die Schuldige, ließ man frei laufen. „Die? Die iS schon gestraft genug," sagte leise die alte Frau. Sic nickte vor sich hin. Eine traurige Erinnerung war ihr gekommen: jung gewesen und allein geblieben war auch sie einmal. Sie wischte sich über Stirn und Augen, wie um etwas zu verscheuchen. Gertrud hörte still dem Durcheinander der Weiber zu; die schwatzten und stritten, gelachr wurde auch. Alles, was sich durch den schlämm der Straße wälzt, wurde heut hier breitgetretcn. Der Geschichte des IlrlauberS folgten andere Geschichten: nicht nur in der Ackerstraße passierte so etwaS, das kam überall vor in der Welt. Mitunter kreischte eine laut auf; daS war ja zum Totlachen I Die Alte, die Seifert, lachte nicht mit. Sie erzählte auch nichts. Die Lippen zusammengekniffen, saß sie da, einen steinernen Auödrnck auf dem mageren Gesicht, und nähte. Ihre groben Finger waren sehr geschwind. Gertrud paßte auf: der konnte sie nicht beibleiben, trotz ihrer Gewandtheit. Die Fingerspitzen schmerzten sie zu sehr von der rauhen Sack- leinemand. der harte Faden schnitt ihr ins Fleisch. Was war das für eine Frau V Die sah aus, als trüge sie schwer an etwas. Unwillkürlich mußte Gertrud wieder nach ihr hinsehen. Und die Seifert, als lvittere sie in dem Blick Neugier, sagte grob:„An mir is nischt zu sehn!" Gertrud wurde rot und murmelte etwas, das wie eine Entschuldigung klang. Gegen Mittag verschwand die Seifert für eine Stunde. „Jetzt muß sie ihren Sohn futtern gehen." sagte die junge Kriegerfrau, die neben Gertrud saß.„Sie müssen ihr nich immer so ankucken. Fräulein, det mag se nich. Mit die is der nämlich nich koscher— von dazumal her noch. Ihr Mann war im Krieg. Siebzig.' „Was hat sie denn getan, dazumal?' fragte Gertrud, seltsam bewegt. Die Frau sah so aus, als könne sie nie mehr ftoh sein. (Forts, folgt.) Keinen Arger mit Augengläsern ju Häven ist ein Glück, das meist nur wenigen de« schieden ist, die genötigt sind, sie zu tragen. Unseren Kunden ist es beschieden, denn wir garantieren nicht etwa nur gegen Fabrikatlons» fehler, nicht nur für gute Qualität, sondern vir garantieren einfach für Zufriedenheit. Mag also die Brille oder der Kneifer durch eigene Unvorsichtigkeit zerbrochen sein, mag das Glas schon vor längerer Zeit bei uns gekauft sein — wenn das Gestell zerbrochen, verbogen oder sonst beschädigt ist, reparieren wir es in der®a. ontie- zsit, und wenn die Gläser nicht passen, tauschen wir sie innerhalb 3 Monat«» um, alles ohne Kosten iür Sie. Nur zerbrochene Gläser, zerbrechen« Teile aus Schildpatt, Horn oder Celluloid Pud von der Garantie ausgenommen. Sind's die Aagen, Qeh zu RuhnkcJ C Am Ztlexanver-Platz • atitu StiAinaer »«d«« Ljchieger Spittelm ark!, sckrs-a-sa. Q(~\ Oranien-Slr. 44, OV/» B«b( Vraoiee-Vl«, Schon für Golddublifassungen zum Presse»an ss.sst M. garantieren wir zwei Jahre, für teuer» Sdlleu i und Kneifer bis zu drei Jahren. Stark gewölbte, punktuell abbildend« Punktorik- Gläser kosten das Paar 6 M., aus Sanoscopglas 8 W. Aus d«n hier angeführten Pressen ist ohne weiteres ersichtlich, daß, Sie nicht etwa die erhöhte Garantie durch erhöhte Press« büßen müs- 1 sen. Wir kommen ganz einfach dadurch wieder auf unsere Kosten, daß wir uns planmäßig einen immer größeren Kundenkreis heranziehen. Es gibt zahlreiche Gründe, bei uns zu kaufen, die Güte und Preis» i Würdigkeit unserer Ware, unser Bestreben, Sie durch Gewährung einer| so weitgehenden Garantie unbedingt zufriedenzustellen, die bequem« Lage unserer IS Geschäfte, unser guter geschäftlicher Ruf usw. Ee gibt aber keinen einzigen Grund, bei uns uicht zu kaufen. Glauben Sie trotzdem einen zu wisse», so schreibe» Sie ist» unserem Chef, er ist Ihne» aufrichtig dankbar dafür, wetl jede Kritik zur Vervollkommnung anregt. V W Leipziger Str. 113, MW/ 5riedrich.Str. 150, • ßtt Ms»»r-Str. IN W» Eck» I>or»th««»-Str, Liuk'Str. 1.«. HeMeutME. Ehausse-.Str. 7i, ZrI-drich.Str. 180. Eck« Zovallden Slr. 164. aa« Charlotteuburg: Tauenhieu-Str. 15. Eck« Et«; Zoachimslhaler Str. 2, mm Sata|*f As« 2t am Friedenau: Lriadaich»Str. X06 1 Ahew-Str. 18,€4i Sit*-*. M« der �„ Wilmersdorf: Schöneberg: BetOsn Sie. 132-3, Harpi-Strcße 21 «. t. a>(aak«6ic. mm Stnlief�Ufebem-X�t Zweischläfrige Bettstelle«it Matratze K0,—, Gashänge- lampe verkauft Neihe, Stet» tinerstraße SS. 18/11 Nuhbaum, 150, Kn- Schreibsekretär, 180, Plüschgarnitur lisientisch 100, Zdi schrank, schwarze Balustraden, Shafselei, Säulen, Damen- salangarnitur. Rbüne, Koppen- straße 61. 17LK »a u»> u> r»!r» r u en e n t«e Planiuos, bwigsre Gelegen heiten, 700 aufwärts. Schwech- tenpianos, Duvfenpiano. 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