Ar. S9. 35. Jahrg. VezvgSpret», Rletwttäftti.en alten Zustand im wesentlichen wieder her» stellt? Auf alle Fälle soll man sich drüben darüber klar sein, daß ein Programm, das über den Stand vorher zum Nachteil der Mittchuälljse hinausgreist, als., praktisches Fric- d e s p r o g r a m m nicht wirken kann. Ein solches Pro- graunu könnte weder durch einen internationalen Sozialisten- kongreß nock� durch eine diplomatische Konferenz, sondern nur durth den Sieg der Entente verwirklicht werden.— dieser Sieg würde aber wiederum nicht das Programm der Entente. soziakisten. sondern das der imperialistischen Bourgeoisie ver- wirklichen. Dar- Programm der Interalliierten Sozialisten kann in- sosern eine Gefahr für den Frieden werden, als die Staats- männer der Entente geneigt sein konnten, es als eine Art volkstümlichen M i u d e st Programms aufzufassen. Es wäre «in Forlschritch wenn die Interalliierten Sozialisten erklären wollten, ibre Forderungen hätten nur regulative Bedeutung, sie seien wie die deutschen Sozialdemokraten gern mit einem Frieden einverstanden, der ihren eigenen Völkern nichts nhmnt._ Die Neuorstamfation öer englischen Mbeiterpartei. Land»»?, 2a. �cünrat. Cllcittcr.) Eine.Katifcreitz der tW&eiter» »artet fint dt- neue Partetverfassung und die Verschlage öder die Elnindlogen der Mitgliedschaft a n g e n o»n in e n. Des Ergebnis � ist Sein-rkenswcrt durch die völlige Niederlage der Gruppe der ll n- abhängigen Arv e i i e rp a r I e i. Mtglteder können Hand- und Kopfarbeit«? werden. Ein Antrag, der Darauf ausging, eine ft a v f e T? i tg l i c d sich ä s t»au»' a p s a'r d e i t e r il zu ver- liindern, winde init überwältigender Melube'.t abg-lebm. Zwei andere Antrüge, die bezweckten, die Z a b l der lZ i p e und ts t i nt tu e:t der N n a d h ä n g t g e u Arbeiterpartei in dem ausfLhreuden Ausschuß zu'venn-bren, wurde bei der ersten Abitiinniuiig mit 1(Xdz gegen 7i)7 000 tittd bei der zweiten mit 1 8M am gezen Z t.", am abgelehnt. �sr Krieg aus ösn Meeren. Lterlin. 2a. Februar. Amtlich. Auf dem uördlichen Kriegsschau» Plan veriilchieicn untere lUlöoote 19 000 Br.-Reg.-Tounea feindlichen Haudelöschi st'sraumes. Die meisten Zchisf- wurden an der englischen O st in st e unter erheblicher feindlicher »Gegenwirkung vernichtet, unter ihnen der bewaffnete englische Dampfer Athenie(4078 Br.-Neg.-Tonnen). Ein änderet Dampfer . von mindestens 4000 Br.--Neg.-Tonnen wurde als größtes Schiff eines G e lest.t z» g e s in geschickt durchgeführiem Angriff abge- schössen, ,,-ast alle Dampfer waren tiefbeladen. Der Chef des AdmiralstabeS der Marine. Die Kahrt öes Wolf. Seriii,. 27. Februar.(28, T.. B.) lieber die Fahrt des HilfS. kreuzerS 28olf erfahren wir im Anschluß an die amtliche M-!dimg foigeride Einzelheiten: AuSreiw und Heimreii- standen unter dem Zeichen«»'.haltenden schlechten Wetters. Stnrm. Nebel und Eisgang waren zwar zur Onrchbrechung der englischen Bleckadelinien wili iomzatf; Bundesgenossen, stellten aber andererseits an die Nävi» gatio? hohe Anfordcrunzen. Unerkannt gewann s. M. S. Wolf gegen Ende 1916 den Ozean und wandte sich gen S ü d e n. Die erste Wirkunz de? Auftretens S. M. S. Wolf zeigte sich in oi ilreteuden Schiffsverliiste» iw südlichen Sltlautischtn Ozean. Die'? wurden zunächst auf Sabotage, dann aus ll«Boote zurück- geführt. Bon Südafrika ans wandle sich Z. M. S. Woli nach item vfudiicheu Osten,, und kreuzte vor der Insel Ceylon, wie a» Ii au der Westküste BotderindienZ. Auch setze wieder meldeten drahtlose Nachrichten von dein schnell eingetretenen Eisolge und dem Sinke» werlvoller großer Dampfer. Wachsende militärische Maßnahmen de« Feindes wurden deobaSket. Die Schiffahrt in den indischen Gewässern war alarmiert, das TäligkoiiSgebiet des Hilfskreuzers mußte verlegt werden. An der Verfolgung des HiliSkreuzerS beteiligten sich anstatt eng- lischer vorwiegend j a p a n i s ch e S ch i f f k. Um diese Zeit wurde der englische Dampfer T u r i t e l l a. früherer deutscher Dampfer GutenseiS. erbeutet und als Hilfskreuzer unter dem Namen Jlüs verwandt. Er sollte die Schiffahrt im Golk von Adcu stören, während Wolf nach Süden steuerte. Ein vierter Erd- teil wurde aufgesucht und die Schiffahrt von Australien, Neuseeland. Westamerika auf der Fahrt durch den Stillen Ozean geschädigt. Bald erfolgte auch hier als Zeichen guter Erfolge die Warnung der .Schiffe. Dicht vor Rabaul lief dem Hilfskreuzer ein englischer . Regier ungsdampfer in den Weg. von dem nicht nur werlvolle Dienst- Post erbeut:!, sondern auch der für die geraubte deutsche SiiMee- lolouie bestimmte australische Gonverueur gefangen genommen wurde. Sehr gute Dienste leistete dem Wolf ein mitgrnonunenes Flugzeug. Lag der Hilfskreuzer zwecks veberyoltiüg von Kesseln und Maschinen od« wegen sonstiger Arbeite» an irgend eknrr einsamen Sieve, so klärte eS auf und sicherte vor Ueberraschungen. Eine! Tage«. alS Wolf inmitten eines palmenbestandenen Atolls eine Reinigung de§ SchiffSbodenS vornahm, mithin selbst nicht alsionSsähig war,. zog in nächster Nähe der Koralle ninsel ein englischer Dampfer vorbei, dem das Flugzeug ver- mittels eines auf das Deck heruntergeworfenen Beutels die Aufforderung überbrachte, sich sofort, ohne seine Funken» teelgrophic zu gebrauchen, zu dein deutschen Hilfskreuzer zu begeben. Folgsam kam der Engländer dem Befehl nach und wurde dann prompt versenkt. Nicht einlach war die KoHlenergänzung. Nicht weniger als elf Monate mußte S. M. S. Wolf von den eigene» Beständen leben. Häufig auftretendes schlechtes Wetter verhinderte mehrfach die Ein- nähme von Kohlen aus aufgebrachten Dampkern, so daß diese mit samt ihrem wertvollen Inhalt versenkt werden mußten. Die Maschinen arbeiteten während der ganzen Keeuz- fahrt ohne erhebliche Störungen. Die Versenkung der ausgebrachten Schiffe wickelte sich im allgemeinen ohne Zwischenfall ab, nur mit dem japanischen Passagierdampfer Hitachi Mar» mußte ein kurzes Feuer geseiht durchgeführt werden, da dieser sofort nachdem Anhatten Anstalten machte, aus einem Geschütz da? Feuer zu er- offnen. Einige Salven brachen seinen Widerstand, richteten aber an Deck des Japaners große Verwirrung an. Bei dem kopflosen Znwafferwerfen der RcttungSOoote verloren mehrere Menschen ihr Leben. Die Beschädigungen des Dampfers wurden alsdann ans- gebessert und dieser eine Zeitlang als Begleitschiff mitgenommen. Seine auf viele Millionen Mark zu schützende werlvolle Ladung verschwand im Laderaum des Hilfskreuzers. Welche außerordentliche S ch ä d i g u n g des feindlichen F r a ch t r a u m e S S. M. S. Wolf erzielt hat, ist ja inzwischen schon bekannt gegeben. Die Höhe der durch ihn mit den Schiffen und ihren Ladungen vernichteten Werte läßt sich genau nicht ab- schätzen, geht aber in die H u n d e r t e von Millionen Mark. Eine nickt hoch genug zu beivertende Wirkung der eineinviertel- jährigen Ikreuzcrfahrt des Wolf liegt aber darin, daß er, wie andere ähnliche Unternehmungen der deutschen Manne, eine außerordent- lich große Zahl feindlicher Kriegsschiffe, Bewachungsfahrzeuge usw in Atem gehalten und Schiffahrt und Handel des Feindes auch in« direkt auf das schwerste geschädigt hat. Die Stranöung öes Volf-Segleitsihiffs?gotz Menöi. Kopeichagen, LS. Februar. Ritzaus Bureau meldet auS S lagen! Der Bilbaoe? Dampfer Jgotz Mendt st rundete gestern abend östlich Skagens Leuchtfeuer. Der von deutschen Offt« zieren geführte Dampfer haue eine deutsche Prisenmanuschaft an Bord und führte zahlreiche Posiagiere mit, die Besatzungen von etwa einem Dutzend versenkter Schiffe. Mehrere waren seit acht Monaten an Bord und hatten den Stillen Ozean und den Atlantischen Ozean durchquert. 32 Leute wurden durch die Skagener Rettungsmannschaften bei SkagenZ Leuchtfeuer gelandet. Einer späteren Meldung zufolge wurden zwei weitere Gefangene von dem spanischen Prtsendaiiu fer, und zwar zwei austrattsche Militärärzte interniert. Die P r i sen b e s a tz un g weigert sich, den Dampfer zu verlassen, cbcn'o die 40 Mann zählende spanische Besatzung. Zwei Rettungsboote sind klargemacht, um bei manihiger See auszulaufen, ßln Bord hatte sowohl Beriberi als auch Skorbut geherrscht Unter den gelandeten Passagieren des Fgotz Mendt sind neun Frauen und zwei Kinder, Sie toarcii alle sehr terunietgefonimen und erklärten, in den letzten vier bis fünf Wochen sehr schlechte Kost bekommen zu haben. Unter den Passagieren sind verschiedene Ratio- na Ii täten vertreten: ein Däne, ein Schwede,' ein Norweger, zwei Fiimländer. zwei Amerikaner, ein. Türke, der. Rest Engländer oder englische Kvlautstea. Der gerettete Däne erzählt, daß'eiu Schiff, der amerikanische Danipser Bore r u n e im Stillen Ozean auf der Reise von Nenseeland nach Sau Francisco vom deutschen Hilfskreuzer Wolf am 2. Juni 1917 genommen wurde. Vierzehn Schiffs wurden auf- gehrachl oder versenkt, das letzte war die norwegische Bark Slorgrund. Im Stille» Ozean versenkte der Wolf den japanischen Poftdampfer Hitachi Maru, der einen Wert von 60 Millionen Kronen hatte. Einige Passagiere wurden ans den Jgotz Mendt hinübergebracht und besiudeu sich jetzt in Skageu. Der Jgotz Mendt, der erst vier Jahr» all ist, wird aus 6 Millionen geschätzt. Skagen, 26. Februar. Kurz nach Mitternacht begann starker Seegang, die Rettungsmannschaft wurde herbeigerufen. Um 3 Uhr gab der Dampfer Jgotz Mendt da» Signal, daß die Besatzung an Land wolle. Da? RettungZbopt ging hinaus, nahm alle Spanier und Deutschen au Bord und brachte sie nach dem Höjen-Leucht- feucr, wo eine ärztliche Untersuchung vorgenommen wurde. Die Geretteten wurden alle sodann nach Skagen gebracht, die Deutschen werden interniert, die Spanier heim« gesandt werden. Eine Militärabteilung von Aalborg wird die Be- wachung der Deutschen übernehmen. Fortsetzung öer �tatöebatte. Die gestrigci! Verhandlungen des Reichstags hielten sich im Rahmen der vorhergegangentm Debatten: der Friede mit Rußland, die preußischo Wahlrechtsreform, der Streik. Die Tribünen.waren voll, das Haus leidlich beseht. Die Stürme der Auseinandersetzungen beschränkten sich ans die Peripherie, und auch hier grollten nur die Gewitter von gestern nach. Tie Konservativen spielen seit vorgestern den schwer- gekränkton Liebling. Sie haben sich so tief in ihre Rolle als „Väter des Ganzen" hineingedacht, daß sie jeden anderen Meinungsausdruck als den ihren als Bruch des Burgfriedens betrachten. So genügten schon einige Selbstverständlichkeiten des Fortschrittlers Dr. W i c in e r, jenen Lärm aus der äußersten Rechten zu entfesseln» der nachgerade den Reiz der Neuheit verliert. Wegen des Streiks glaubte Herr Dr. Wiemer noch einmal die Bravheit der Hrrsch-Tunckerschen Gewertvereinler betonen zu müssen, wenn es ihm auch nur halb gelang. Ter zweite Redner. Dr. S t r e s e m a n u, gab sich außenpolitisch als Neunzehntelannexionist. Er ist im Osten nicht für halbe Sachen, und auch für das„Recht der Vlamen" legte er eine Lanze ein. Erfreulich sind hingegen seine Worte: „Die nationalliberale Reichstagsfraktion steht fast einmütig auf dem Standpunkt, daß im Reichsinteresse die Einführung des gleichen Wahlrechts in Preußen geboten ist und hat dabei sicher die Mehrheit ihrer Wähler hinter sich." Nur: ist nach den Erfahrungen im Wahlrechtsausschuß das Wörtlein „f a st" nicht ein zu weitgehender Begriff oder loeiß in der nationalliberalen Partei die Rechte nicht, was die Linke tut...? Die Meinung des dritten Sprechers, des Kolmüalsekre- tärs Tr. So l r, daß Afrika nicht militarisiert werden dürfe und die Verurteilung der Aufstellung Farbiger gegen die weiße Nasse ist hoch einzuschätzen. Dicke Frage wird wahrscheinlich in der Zukunft sehr aktuell werden, und zu hoffe» bleibt dann, daß Herr Dr. Solf fätteur Staudpuvkt gllch dann treu bleiben wird, wenn es nicht rntehr aus der Nor eine Tugend zu machen gilt. Für die Unabhängigen sprach Haase. Er bezeichnets den Grafen Hertling als das?lushängeschild einer allmächtigen Militärpartei unter der Regierung Ludendorffs. Von diesem Gesichtspunkte aus kritisierte er das deutsche Verhalten gegen den Osten. Dann kam er aus den Streik zu sprechen und ent- kräftete die üblen Verdächtigungen, daß der Streik vom Aus- laude angeregt und unterstützt worden sei. Wie schon gestern Sckieidemann wies er darauf bin, daß die sogenannten„Hetzer" nur die Wortführer und Vertrauensleute ihrer Kollegen sind. Ueberhaupt näherte er sich in der Behandlung der Streik- frage mehr der sozialdemokratischen Partei als seinem Frak- tivnskollegen Ledebour. Zum Schluß und am längsten sprach der Zentrumsabge- ordnete Erzbcrger, unter lebhaftester Aufmerksamkeit des Hauses. Den Abgeordneten Erzbcrger kennzeichnet das Be» mühen, sich den Ruf eines„guten Europäers" zu verdienen, eines Mannes, der den Willen zur Gerechtigkeit hat. Er kennt sein? Leute, hinnen wie jenseits der Fronten. Spricht ein Wort für die Männer, die auch drüben für Gerechtigkeit kämpfen und warnt das Ausland vor der Ueberschätzung des „ungekrönten Königs von Preußen" und derer, die um ihn sind. Er weist scharf die noch mehr ins �Frivole gezerrte Aeußerung Michaelis' seligen Angedenkens über die„persön- liche Auffassung" als direkte Absicht die Kriegsverlängerung zurück. Zuletzt bekennt auch er sich zur Forderung des gleichen Wahlrechts und betont, wie alle Redner der Mehrheit, daß die preußische Wahlrechtsfrage auch eine deutsche Angc- legenheit sei— wonach die Konservativen wohl bald daran glauben werden müssen, daß Preußen keine Insel ist! Abgeordnetenhaus. Am Donnerstag wurde die Etatsberatung fortgesetzt. Die Hoffnung auf eine Erledigung des Etats bis zum 1. April ist endgültig aufgegeben worden. Es be- steht jetzt die Absicht, in dieser und der nächsten Woche einige Tage sitzungösrei zu lassen, damit die Vcrfassungs- vorlagen wenigstens in e r st c r L e s u n g in der Kom- Mission erledigt werden können. Nach Ostern soll dann vor der Fortsetzung der Etatsberatung der Verfassungskommission weitere Zeit zur Bewältigung ihrer Arbeit gelassen werden. Hiernach kann das Plenum sich frühestens Anfang M a i mit der Vorlage beschäftigen, die durchs die Verfassung vorgeschriebene nochmalige Beratung, die erst drei Wochen nach der dritten Lesung erfolgen darf, kann also nicht bor Anfang Juni stattfinden. Dann wird der Landtag a u f den H e r b st vertagt. Inzwischen soll aber die Kommiision des H e r r e n h a ll s c s arbeiten. Kommt nichts dazwischen, so kann die endgültige Erledigung also i m letzten Viertel- jähr 1918 erfolgen. Sollte indes das Herrenhaus die Be- schlüffe des Abgeordnetenhauses in diesem oder jenem Punkte abändern, so wird es Weihnachten werden, bevor das Reformwerk unter Dach und Fach ist. Mecklenburg-Schwerin annektiert Mecklenburg-Strelitz. Ter Großherzag von Mecklenburg-Schwerin hat«ine Proklamation an das Volk von Mecklenburg-Strelitz erlassen. in der eS heißt: 25? tr, Friedrich, von Gottes Gnaden Großherzog von Mecklenburg, Fürst zu Wenden, Schwerin, und Ratzeburg, auch Graf zu Schwer!»,.der Lande Rostock und Staigard Herr usw. usw. Ju Ansehung der jetzt cröffnoleZi Regierungsfolge bedürfen verscknedenc Datsachen noch einer sicheren und objektiven Klärung. Das Wohl des Landes gestattet jedoch keine Unterbrechung der RegicrungStätigkeit. Auf Grund der Hausgesetze und Verträge haben Wir deshalb als n ä ch ft e r Agnat die Regierungsgewalt in dem Großherzog- tum übernommen. Indem Wir solches hiermit gnädigst zu erkennen geben, versehen Wir Uns zu allen Angehörigen des Großherzog- iums, Beamten und Vasallen, welches Standes und welcher Würde sie auch sein mögen, daß sie Uns als dem Verweser der Groß- herzoglichen Lande unverbrüchliche Treu« und un- weigerlichen Gehorsam leisten, sich auch überall so ver- hallen werbet,, wie es Irenen Untertanen und Tienern gegen ihre Landesherrschaft geziemt. Dab ist ein Stil über den sich der rechtmäßige Herr von Strelitz, der Russe Karl Michael, nicht wemg wundern wird. Er ist jetzt wohl andere Töne gewöhnt. Doch Deutschland? Deutsch- kand, die fromme Kinderstube ist— keine russische Mördergrube l Erhöhung öer Teuerungszulage für Reichs- beamte. Die unter dem Vorsitz des Zlbgeordnete» Mc her-Herford tagende interiraktionelle Äonierenz des Reichstages für. Beamten- fragen ist zu einem vorläufigen Abschlüsse ihrer grundsätzlichen Be- ratungen ge-ttmgt. Die Konferenz hat sich e i n st i m m i g s ü r eine allgemeine erhebliche Erhöhung der laufen- den Kriegsteuerungszulagen erklärt. Die Vertreter der Verbündeten Regierungen haben sich grunJtsätzlich ebenfalls für eine allgemeine Erhöhung ausgesprochen. Hinfichtlich des Maßes bor Erhöhungen sind die Berhrrndlungcn noch nicht abgeschlossen. Die Kohlenuot öer Serlmer Konsum- genosienlchast. Anfrage im Reichstag. Genosse Schulz hat an die Regierung folgende Anfrage ge- richtet: Die Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend teilt ihren Mitgliedern mit, daß sie infolge andauernden Kohlen- mangels nicht in der Lage ist, soviel Brot berzustcllen, wie sie zur Befriedigung der an sie gestellten Ansprüche bedarf. Die.Konsumgenossenschast Berlin und llmgegend versorgt einen sehr großen Teil der Berliner Bevölkerung, be- sonders die Arbeiterfamilien, mit dem täglichen Brot, so daß eine Störung ihres BäckereibetriebeS zu ernsten Besorgnissen Anlaß geben muß. WaS gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun. um die gekenn- zeichneten Schwierigkeiten schnellstens zu beheben! Letzte Nachnckten. Fliegerangriff aus Bozen. Jimsbruck, 27. Februar.'Meldung des Wiener k. k. Tslezr.» Korresp.-Buocaus.) Heute Nacht fanden drei bis vier Flieger- angriffe auf Bozen stakt. Es wurden füuszehu Bomben abgc- worfen, von denen eine Quartckre traf, die von Huieg Sgefa n- genen bewohnt waren. Achc 5dr:egsgef im allgemeinen daran gewöhnt, unter dem Schutz der Reg�rung zu leben. Daher waren sie auf die Rolle schlecht vorbereitet, die ihnen durch die Revolution ausgezwungen wurde. Untereinander konnten.sie sich über einen Aktionsplan nicht verständigen, da die Ereignisse zu schnell über sie hereinbrachen. Als das alte Regime stürzte, kamen die Arbeiter tullständig berauscht zu dem Fabrikherrn und stellten sich ihm als freie Bürger vor. Was blieb ihm anders übrig, als den Betrieb zu schließen? Jetzt aber sollen diese Betriebe wieder geöffnet»Verden. Denn der Feind droht nach Petersburg zu kom- men. Aber es besteht auch nicht die geringste Möglichkeit mehr, d:e Arbeit wieder aufzunehmen. Die Anarchie- hat unter dem Regime der Bolschewiki derart überhand genommen, daß es jetzt keine Lösung mehr für die brennendste Frage, der Verteidigung des Landes und der Abwehr der Hungersnot, geben kann." Das vererbte Schulzeugnis. Wichtige Untersuchungen über die Vererbung der Leistungen von Eltern ans ihre Kinder sind mit Unterstützung der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien in dein psychologischen Institut der Univeisiläl Würzburg von W. Peters durchgeführt worden. Nach der Wiener„Klinischen Wochenschrift" wurden darin Schullcistnngen von Kindern niit den Leistungen ihrer beiden Eltern und ihrer Ge- schwister, zum Teil auch mit denen ihrer Großeltern auf Grund von Volksschulzeugnissen verglichen. Daneben wurden geistige Aehnlichkeilen von Geschwistern durch einfache Versuche festgestellt. Die Hauptergebnisse lauten: Berechne: man au? den Noten der beiden Ellern ein Mittel und aus den Noten aller Kinder von Eltern mit dem gleichen Mittel einen Durchschnitt, so zeigt sich. daß die Durchschnittsnole der Kinder um so schlechter ist. je schlechter das Eliernmittel. Haben beide Eltern das gleiche Mittel. etlva beide mittlere Noten, so haben auch ntehr Kinder mittlere Noten. Hat aber der eine Elternteil eine bessere, der andere eine ichlechtere Note, so kommen die besseren und schlechteren Noten bei den Kindern häufiger vor. Die Abhängigleit der Noten der Kinder vom Eliernmittel ist nicht in allen Lehrfächern gleich groß, in Religion und Sprachen am kleinsten. Die Mütter üben im all- gemeinen einen stärkeren Erbeinflutz auf Söhne und Töchter als die Väter, doch scheint ini Recbnen der Erbeinflnß der Väter stärker zu iein. In Realien und im Gesang läßt sich ein deutlicher Unterschied nicht feststellen. Bei den Töchtern tritt der elterliche Erbeinfluß etwas stärker zu Tage als bei den Söhnen. Sieht man von dem stärkeren Erb- einfluß der Mütter und der stärkere» Beeinflussung der Töchter überhaupt ab, so bleibt eine stärkere Erbeinmirkung der Väter auf die Söbne und der Mütter auf die Töchter übrig. In ähnlicher Weise wurden die Leistungen von Großeltern und Enkelkindern miteinander verglichen. Danach scheint dem Großvater eine überwiegende Erbeinwirkung auf die Enkelkinder zuzqlominen. Geschwister zeigen untereinander eine größere Aehntichkeit in ihren Schiilzcugnisien, als Kinder und Eltern. Brüder untercin- ander und Schwestern untereinander sind in itrren Leistungen ähn- licher als Geschwister vou verschiedenem Geschlecht, und zwar ist die Geschwisterähnlichkeit beim weiblichen Geschlecht größer als beim männlichen. Ferner wurden die GedächlniSleistmigcn der Ge- schwister verglichen und an der durchschnittlichen Leistung der Schulklasse gemessen. Es zeigte sich eine größere Ge- schwisteräbnlichkeit bei der Gedächlnisleistung als die aus den Zeugnisnoten ermittelte. Geschwister nur geringeren Alters- unterichiedeu und von gleichem Geschlecht wiesen eine größere Aehn- lichkeit ihrer Gedächtnisleiitung auf. Nach der Ansicht von Peters sind die Ergebnisse seiner Unter- suchung, die in Zahlentaseln niedergelegt sind, auf VcrcrbuugS- erscheinungen zurückzuführen, und die nachgewiesenen Aeinilichkeiten beruhen in der Hauptsache nicht aus der Wirkiamkeil der gleichen Umgebung bei den Angehörigen derselben Familie. KrkchenKe Kristalle. Ein kriechender Kristall ist für die weitaus größte Mehrzahl etwa das Gegenstück zu einem mit Wasser verdünnten Feuer. Und dennoch gehört er der Wirklichkeit an. Der Chemiker Lehmann in Heidelberg und der Nestor der deutschen Naturforscher. Ernst Höckel, haben die beweglichen Kristalle entdeckt und beschrieben. Es sind alles Kohlennoffverbindnngen, bei denen Alkohol und Glyzerin eine Uemliche Rolle spielen. Man rechnet sie zu den Provionlen, den Vorledenden. weil sie tatsächlich etwas von dem ausweisen, was die Wissenschait als Lebcnsbcweis erkennt. Was aber eriordert diese Erkenntnis? Ein Geschöpf, das lebt, muß atmen, sich etnähren, auf Reize reagieren. All daS tun unsere flüssigen Kristalle, die man mir dem Namen Us.raa.zoo Yzirn taethylester und ähnlichen znngenbrecherischen Bezeichnungen beglnckr hat. In Kälte zu festen Massen zusammengeballt, lösen sie sich in der Wärme zu schillernden Tropfen auf. Diese Tropfen kriechen irei- tvillig und ohne äußeren Anlaß nnther, so daß unter dem Mikroskop das Ganze einem wimmelnden Ameisenhanfen nicht unähnlich siebt. Um sich diese Beweglichkeit zu erhalten, bedürfen sie eines Gasstoff- Wechsels, der etwa der Atmung einer Pflanze entspricht. Anstatt lvie andere Kristalle sich durch äußerliches Anlegen neuer Schichten zu vergrößern, nehmen sie in ihr Inneres ihnen zusagende Stoffe, und nur solche, ans. Dadurch vermehrt sich ihr Volumen. Glas- spliiierchen dagegen oder ihnen schädliche Slpffe, die versehentlich mit hineingelangt sind, werden regelmäßig wieder ausgeschieden. Wenn man sie verletzt, etwa zerschneidet, kann man Veränderungen an ihnen feststellen, auch wachsen sie wieder nach. Läßt man sie jedoch ungestört, so gelangen sie nach einiger Zeit zur Ruhe., und der Gasstoffwechsel samt Reizbarkeit hört aus. Man kann also nicht ohne eine gewisse Berechtigung konstatieren, daß sie absterben. Freilich ist diese jüngste aller Wiffenschaslen beute noch selbst Fachlenlen so frenidarlig und unerhört, daß an eine Erklärung dieser festgestellten Tat'achc nicht zu denken ist. Indes«ber dürfen wir wobt erwarten, daß bei genauer und vielfacher Beobachtung dieser seltsamen Vorgänge das Rätsel in vielleicht nicht allzu langer Zeit gelöst wird. Ein Fingerzeig ist uns gegeben, der Stick- stoff und seine Verbindungen spielen auch in unserem Protoplasma eine äußerst wichtige Rolle, und eö ist nicht ausgeschlossen, daß untere flüssigen Kristalle tatsächlich eine primitive Vorstufe des Lebens darstellen._ Notizen. — V o r l e s u n g. Bei Paul Cassirer, Viktoriastraße 33, liest Sonnabend Walter Hasenclevcr sein Drama„Antigone" vor. — Ein Karikaturenzeichner als Akademiemitglied. Die Berliner Akademie der Künste hat einige neue Mitglieder ernannt, darunter den Maler Hans Thonia. den Städte- bauer Hermann Jansen, der besonders im Wettbewerb Groß-Berlin sich hervortat, und den Bildhauer August Kraus(Grunewald). Außerdem aber befindet sich Olaf G u l b r a n s s o n, unser größter moderner Karikaturenzeichner, unter den Erkorenen. Während die Akademien tonst nur zu häufig einige zwanzig Jahre hinter der Entwicklung zurückblieben, hat die Berliner diesmal einen noch im vollen Schaffen stehenden Künstler geehrt. Und noch dazu cinen Karikaturisten und geborenen Norweger. — Die Ullstein-Litcratur. Aus dem Felde ist schon vielfach darüber geklagt worden, daß das Lesesutter, daS der Ullstein- Verlag niit großer Ausdnirglichkeit vertreibt, sich draußen so breit macht und alles Bessere verdrängt. Nun kommt miö den Kreisen der erirsthaslen Volksbibklolyekare derselbe Warirruf. Walter Hof- mann ichreibt in der„Bücherhalle", dem Organ der deutschen Zentralstelle für volksrümliches Büchereiwesen:„Diese Gefahr wird um so größer, je mehr diese Buchoerlage, wie beim Hause Ullstein. mit ZeitnNgsverlagen verbunden sind, wo dann die Macht großer Tageszeitungen, dir für Freiheit. Fortschritt, Vollsrechte»nid Auf- klärung kämpfen, hinter dieser vollsvcrflachcnden Romanproduktion steht. Die deutschen Volksbüchereien könnten sich ein niierrneßltcheS Verdienst erwerben, wenn sie geschlossen den Kampf mit dieser Gefahr aufnehmen würden." — Ein Geiger mit K» n st a r m. Ein Geiger, so berichtet „Ueber Land und Meer", hat durch eine Handgranate den rechten Unterarm eingebüßt. Er hat nun selbst eine Prothese erfunden, die den Geigenbogen führen kann. Sein künstlicher Arbeitsarm befiehl im wesentlichen, auö einem verschiebbaren eisernen Trapez, in dessen einer Ecke der Geigenbogen fest angeschraubt ist. Durch diese« be« wegliche Trapez soivie durch Heben und Senken des erhaltenen Ober« arms gelang es dem Künstler, das beim Gcigenspiel so wichtige Handgelenk zu ersetzen. «»» «] Töchter öer hekuba. Ein Roman ans unserer Zeit von Clara Biebig. „Ja, das meine ich auch!" Die Krüger stieß einen tiefen Seufzer der Erleichterung aus:„?!a. denn man zu I" Und wie mit neuer Kraft setzte sie den Fuß auf den Spaten und trieb ihn tief hinein in die widerwillige Erde.„Der Boden is hart wie'ne Tenne, aber ich wer' ihn schon locker kriegen. Warte man, du!" Sie stieß wieder den Spaten tief ein: „Kartoffeln sollen hier wachsen—'ne Menge— schöne mehlige Kaiserkronen. Der Gustav soll sein Vergnügen dran haben!" Und sie grub weiter, eifrig, den Rücken krumm gebückt, ohne sich weiter mehr um die gndere zu kümmern. Frau Bertholdi blickte bekümmert: die Krüger war wirklich sehr verändert. Es war schon so, wie Emilie gesagt hatte: die Frau war seltsam geworden..Verrückt', sagten die Leute. War es ein Wunder? Ach, tot wissen ist ja nichts gegen Ungewißheit! Ihr eigener Kummer kam Hedwig Plötzlich sehr klein vor. Sie ging ins Haus zurück, es trieb sie förmlich an den Schreib- tisch, sie wollte an Heiz schreiben, an Rudolf, die Söhne ihre ganze Liebe fühlen lassen, solange es noch Zeit dazu war. An Heinz schrieb sie:.Was hat Dich zu den Fliegern ge- trieben? Sage es mir, ich bitte Dich! Es ist nicht allein Dein Mut, Deine Unternehmungslust, Dein Betätigungsdrang, die Dich dazu belvogen haben. Und eine Lebensversicherung ist es auch nicht. Das redest Du mir. Deiner Mutter, nicht vor. Neulich war Frau Leutnant Rossi bei mir. eine liebe, und auch sehr reizvolle Frau— das brauche ich Dir wohl nicht erst zu sagen— sie hat mein ganzes Herz gewonnen. Ich werde sie wieder besuchen; ich hoffe mit ihr in nähere Be- ziehung zu kommen.' Und an Rudolf schrieb sie:.Annemarie geht es aus- gezeichnet, sowohl körperlich wie seelisch. Sic ist die rechte Frau für einen, der im Felde steht. Das sehe ich immer mehr ein. Es wird dir lieb sein, zu hören, daß wir gut miteinander aus- kommen. Wenn ich anfänglich einer so schnell geschlossenen Ehe in Deinen sangen Jahren widerstrebte, so geschah das nur aus Sorge Deiner Zukunft wegen. Ich mache mir keine Sorge für die Zukunft mehr. Jetzt ist die Zeit des.Heute' — der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Und sollte ich einmal in den alten Fehler verfallen, so hoffe ich, Du hast ein wenig Geduld mit Deiner alten Mutter, mein geliebter Junge. Aber ich denke, wenn Du zurückkehrst, bin ich nicht umsonst durch die harte Schule des Krieges ge- gangen, dann findest Du mich, mich restlos mit Dir, mit Euch freuend.' Das hatte sie längst ihrem Jüngsten sagen wollen, da- mit auch der letzte Hauch von Verstimmung zwischen ihni und ihr verschwand. Es� war nicht der rechte Abschied geivcscn, den sie nach dem Urlaub voneinander genommen hatten. Er hatte sie wohl umarmt und geküßt, und doch>vnr cS inncr- Uch nickt so gewesen, wie es sein soll, wenn es vielleicht ein letzter Abschied ist. Mit einein Gefühl der Erleichterung schloß die Mutter den Brief. Mochte nun kommen, was da wollte! Sie konnte, ohne sich einen Vorwurf zu machen, an ihn denken. XIII. Es wurden viele Briefe geschrieben zu dieser Zeit. Bangende, sehnsüchtige, liebevolle und verzweifelte Briefe. Verdun war etwaS unbeschreiblich Hartes,— die„Hölle von Verdun'. Um die, in diesem Fegefeuer waren, bangten Tausende von Müttern, Gattinnen, Bräuten'. AllcS andere wurde klein dagegen. ES war merkwürdig, wie viel jetzt auch von denen starben, die doch ohne Gefahren zu Hause saßen: die alten Leute konnten nicht recht mehr aushaltei:, die heimliche Qual des Wartens, des AuSharrens war zuviel für sie. Und auch Junge starben. „Wissen Sie schon," sagte die Donibrolvski eines Abends zu Gertrud, als diese eben nach Hause gekoinmcn tvar,„vor- hin beim Fleischstehen Hab ich's gehört, mit Ihrer vor- maligten Freundin, der Dietrich, soll's ja nun zu Ende gehn.„Na. die arme Person ins Irrenhaus!" Sie zog die Achseln bedauernd hoch.„Aber jetzt müssen ganz andere sterben." Gertrud hatte lange nichts von Margarete Dietrich ge- hört. Seit die in der Anstalt untergebracht ivar, hatte sie wohl im Vorübergehen ein paar Mal bei der Mutter nack ihr gefragt, aber cS war immer irgend ein Feldgrauer im Laden gewesen, und die kleine Frau stand so verschüchtert und einsilbig hinter ihren Zigarrenkisten, daß sie nicht viel Näheres hatte erfahren können. Sie beschloß, gleich den nächsten Tag hinzugehen, da kam auch schoit am andern Morgen ein Brief. Frau Dietrich schrieb:.Geehrtes Fräulein! Man hat ineine arme Tochter zu Unrecht eingesperrt. Sic tut doch keinem Menschet: was, aber sie machen jetzt nicht viel Feder- lesens, und nun fühlt sich Gretchen so unglücklich da, sie Ivird nicht lange mehr dableiben, wollen Sic sie nicht noch mal besuchen? Morgen ist Sprechstunde, ich gehe hin, wenn Sie mich begleiten tvollen, Gretchen wird sich sicher sehr freuen, sie spricht von ibnen. Denn holen Sic mich.Sonn- tag um zwei Uhr ab. Mit freundlichen: Gruß. Frau Dietrich.'--- Gertrud hatte Herzklopfen. Sic hatte für ein paar letzte erübrigte Groschen die ersten Kirschen des Jahres gekaust: rote, blanke, lachende Kirschen; nun stand sie, blaß und ernst, niit Frau Dietrich vor der Tür dtzs Saales in der Frauen- abtcilung und preßte die Tüte mit dem teuren Einkauf acht- los an sich. Ihr lvae schrecklich zumüt: im Irrenhaus, im Irrenhaus! Und doch sah eS hier so aus wie in jedem anderen Krankenhaus, nur daß die Fenster vergittert waren. Soldaten statt in Feldgrau in blauweiß-gestreiften Anzügen, ivaren ihnen auf der Treppe begegnet; die gingen frei herum. Man merkte äußerlich nicht, ivas hier eigentlich war. Frau Dietrich wußte gut Bescheid, sie versäumte nie die Sprechstunde, deriveilen schloß sie ihren Laden. Sie ging voran in den Saal, mit immer stärkerem Herzklopfen folgte Gertrud. Die Wärterin trat ihnen entgegen.„Is nich mehr hier, Ihre Tochter." sagte sie. Frau Dietrich erschrak.„Wir ha'm sc aufs Separatzimmer gebracht. Erst!var sie so unruhig— sie störte die anderen— nu is sc ganz stille. Ja, ja"— die stämmige Person stieß einen dicken Seufzer aus—„hier kriegt man allerlei zu sehen. Es tut n:er leid um daS Fräulein, sie war wirklich'n gutes Mädchen. Aber der Krieg, der Kriege er war ihr zu Koppe gestiegen. Kann er das denn mch?" Sie seufzte wieder. Mein Mann ist auf der Männcrabteilung — so viele Soldaten! Sonst ganz gesunde, junge Kerls. Es is'n Jammer. Aber die Nerven, die Nerven, die leiden zu sehr." Frau Dietrich tucintc leise. „Ra, im," die Stämmige klopfte sie auf die Schulter, „noch is se ja nich tot. Aber lauge dauert's mch mehr, sagte gestern der Professor. Wir wundern uns nur, daß se heute nach lebt. Gönnen Se ihr doch die Ruhe!" Sie schob die Mutter zur Tür.„Gehn Sc man, gehn Se man zu ihr ruber. Kennen wird se Ihnen wohl freilich nich mehr." (Forts, folgt.) Strümpfe SÄ (8. D. R.®. 3W. n, Wort-Sch«tz) fBnnen Sie fidj selbst benlcllen nnS alten Lappen, FNiken und Nesteln K?In l>rtickeii der bequem an- und aufzuziehen nach dem System P8l/V' „Uckostrumjpf" chnitlmilsterbogen, alle(Biüfstn enthallend, zu 95 PH bei: Berliner Hausfrau, Linden- straye itli, G. B. Müller, Spiitellnarkt S, Gebr.Pfla»me,Zriediichstr,205 H. Ariedel, Königgiätzerstr, 92. O. Wolff, Praiknuer Sir, 39. ar. Böldirke, Thausscestrahe 67. Für die Prontnz Nachnahmeversand zu M. l,lO durch Stadt- Vertreter Nutzer, Berlin W IX), Eisenacher Strafe 103. v. Ar. Hahn, Landsberg.Str, Kst/vst W. H. Ruhrmann, Sieii>metzstr,50 " Sieder, Motzstr. IG. S. ®. Jendritza, Urbanstr, 101. HO. F. Nahrftett, ilirangelstr. 40. E Santa I-uviAMem �llMinNMen. SkagLli- v. veiiilZleL- — lZezedMen.— ISA ÜZ. LgjgsiMiiZ! silr die Wicder-Herbeischassung der in der Nacht vom Montag, den L5, aus Dienstag, den SS. Februar bei UNS gestohlenen Wertzenge>oic: AsLelimertlltler-Mi'ek'. 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In der gestrigen Sitzung des Brandenburgischen Provinziallandtages gab Obcrprasident v. Loebell im Namen der Staatsregicrung folgende Erklärung ab: Die StaatSregieruog erblickt in dem von der Provinz Branden» bürg geplante» Lastenauögleich einen gangbaren Weg z« einer ausreiche« de« Besserung der finanziellen Lage für in Not geratene Gemeinden._ Mit Erreichung dieses Zieles wird der Plan, diesen LnstenauSgleich durch Bildung einer Provinz Grofi-Berlin oder durch Umgestaltung deS Zweckverbandes Äroß-Berlin zu er- reiche», gegenstandslos. Einer Eingemeindung von se l b st S n d i g e» Gemeinden in Berlin steht die StaatS- regiernng nach wir vor ablehnend gegenüber. AvS dem Berliner Haushaltsplan für Die Gemeindeeinkommeiisteuer mutzte auf 190 Proz. festgesetzt werden. Während des Krieges ist sie um!X> Proz. gestiegen, der Erlrag betrug 1904 nur 31 Millionen Mark. 1908 schon 40 Mill. Marl. 191S: 44 Millionen Mark. ISlb: 48»/, und 191«:«0.« Mill. Mark, 1917 über«7 Millionen Mark und soll jetzt 84 Millionen Mark betragen.?!och kurz vor Beginn dcS Krieges standen den beiden Bauverwaltungen rund 20 Millionen Mark zur Verfügung, beute nur noch 2'/, Millionen Mark. Die LustbarkettSsteuer ergab vor dem Krieg« kaum 1 Million Mark, jetzt ist der Ertrag schon verdoppelt. Di« städtischen Werke ergaben 1912 noch Ueberschüsfe in Höhe von 14 Mill. Mark ohne die Eleklriziläts-Werke, 1917 war ichon ein Zuschuß von 10 Mill. Mark erforderlich, der in diesem Jahre mit 4.4 Millionen Mark veranschlagt worden ist. Gestiegen sind u. a. die Ausgaben beim Unterrichtswesen von 33,6 Millionen Mark im laufenden Jahre auf 88'/« Millionen Mark im kommenden Jahre, wobe» zu berücksichtigen ist, datz 1914 nicht weniger als 4«l� Millionen Mark gebraucht wurden. Das städtische Armen» wesen eriorderre 191? 21 Millionen Mark. 1914 sogar 22 Millionen Mark und soll 1913 mit 18,8 Millionen Mark auskommen. 1912 wurden für die öffentliche Beleuchtung, Strahenretnigung, Park» und Friedhoföverwaltung 10 Millionen Mark gebraucht. 1914 über 11 Millionen Mark. 1915 nur 7.6 Millionen Mark und 1917 9.6 Millionen Mark. Jetzt werden 8'/, Millionen Mark verlangt. Bedeutend gestiegen sind die Verwallungskosten von 22 Millionen Mark auf 26 Millionen Mark und die verschiedenen Ausgaben von ö.6 Millionen Mark auf über 9 Millionen Mark. Das Recht der Uneheliche«. In der„Deutschen Gesellschaft für Mutter» und KindeSrecht� sprach Reichstagsabgeordneter Genosse Dr. O u a r ck über die Forderungen d«S Reichstag« zur Neuordnung des Rechtes der u n e h e l i ch e n Kinder. Nachdem die Beschlüsse der Kom» misfion für Bevölkerungspolitik die Zustimmung deS Plenums gesunden haben, erwartet man die Entschlietzungen der Reichs» rejjierung. Der Vortragend« bedauerte, datz gegenüber den Ar» betten der Kommission die Bevölkerung ziemlich teilnahmslos ge» blieben sei. Stadtverwallungen haben sich bisher nur vereinzelt geäußert, von � Frauenvereinen ist kein Schritt getan worden, literarische Veröffentlichungen sind nur spärlich erschienen. Ouarck ging die einzelnen Vorschläge der Kommission durch und zeigte, worin sie daS im Bürgerlichen Gesetzbuch festgelegle Unehelichen- recht verbessern.— daS seinen Zweck deS Schutzes unehelicher Kinder verfehlt bat. Wie in UnierhaltSklagen unehelicher Mütter die gegen sie zulässige Einred» des Geschlechtsverkehrs mit mehreren nur zu oft mitzbraucht wird, mit' welchen gewissenlosen Kniffen un- eheliche Väter sich ihrer Unterhaltspflicht zu entziehen suchen, hat MagistratSrat Schönberner, der Leiter des Berliner VormiindsckasrS» aintS, in einer der ReichStagskommission überreichten Denkschrift nachgewiesen. Dt« Kommlsfionsbeschlüsse sprechen sich gegen daS Recht der MehrverkehrSeinrede aus. Weiter fordern sie unter anderm Bemessung de« Unterhaltsgelde« nach dem Stand des Vater«, Zahlung bis zum 18. Lebensjahr des Kindes, Erweiterung der Mögtichteil einer Psändung des Taters. Bestrafung de» seiner Unterhaltungspflicht sich Entziehenden. Ouarck er» wähnte, datz konfessionelle Kreise die Neuordnung de« Unehe» lichenrecht« erschweren. Die Gleichstellung der Unehelichen mit den Ehelichen mitzrällt ihnen, und sie erklären sich z. B. auch gegen Ge- währnung von Kriegswaisenrenre an Uneheliche. Besseren Erfolg der Fürsorge für Uneheliche erwartet der Lortragende davon, datz sie großen Kommunatverbänden übertragen wird und zwar unter Ausbildung der Keneralvormundstbaft. was konfessionellen Kreisen wieder nicht zusagt. Er schlotz, da» Problem der Unehelichen werde künstig noch sehr viel mehr al» bisher ein Hauptproblem der Kinder» fürwrge fein. Gegenüber der nach dem Kriege zu erwartenden Mehrung unehelicher GSburteit solle die RcichSregierung sich ihrer Aufgabe gewachsen zeigen._ Zur Eierversorgung. Die ausländischen Ei-rzufuhren find in der letzten Woche sehr spärlich gewesen. Der Magistrat war dadurch verhindert, sämtliche Händler mit Ware versehen zu lassen, so datz ein Teil der Kunden auf Abschnitt 84 der Eierkarw noch nicht hat befriedigt werden tonnen. Die Elerhändter werden den Eingang der fehlenden Ware. der binnen kurzem erwartet wird, durch Aushang milleilen. Zur Erfassung de» Herbstgcmüscs. Der GtaatSsekretär des KrieaSernährungSamt« bat seine Ge- nchmigung dazu erteilt, datz afles Herbstgemüse. über welches LieferungSvertrSg« nicht zustande» kommen, der Absatzbefchränkung unterworfen werden wird. ES darf mithin jeder Anbau« für sich zwar behalten, was er in seinem Haushalte verbrauchen uich in seinem Betriebe verarbeiten will. Geht er aber dazu über. Ware im Handel abzusetzen, so bestimmt die Reichsstelle für Gemüse und Obst oder die ihr nachgeordnete zuständige Stelle, wohin die Ware zu leiten ist und wer sie zu er» halwn hat. In keinem Falle wird alsdann ein höherer, wahrftbein- lich abtc ein niedrigerer als der Lieferungsvertragspreiz gezahlt Werden. � Kleine Anfrage«. 1, Man schreibt uns:.Meine zwei Paar Stiejel machten un- vcrkennbare Anstrengungen, sich in ihren Urzustand aufzulösen. Alle Schuster lehnten die ihnen ongesonnrne Reparatur ad. Ich besorgte mir einen Bezugschei», klappert« alle erreichbar«» Schuhgeschäfte ab und erfuhr überall, datz.morgen vielleicht' Herrenstiefel da sein würden. Nachdem ich mich 16 Tage lang hatte ver- trösten lassen, versäumte ich an einem Sonnabend meine Arbeit und stellte mich vormittags bei Salamander und Dorn- dorf in der Friedrichstratze mit vielen Hundert Leidensgenossen an, weil ich gehört hatte, datz man am Sonnabend„bestimmt" Stiefel bekäme. 2l/z Stunden mutzte ich warten, ehe ich den Be- scheid erhielt, datz'.vorläufig keine Aussichten sind. Herrenstiefel zu bekommen."— Was mag sich wohl die Reich'- bekteidungsstelle, die nicht imstande ist, da» notwendige Schuhwerk heranzuschaffen, dabei gedacht haben, als sie die G ü l t i g k e i t s» dauer der Bezugscheine auf 8 Wochen be- schränkte. U.». w. g. Ein Sechzigsilhriger. Heute, am 28. Februar, feiert der Genosse Wilhelm Gieshoit seinen 60. Geburtstag. Wilhelm Gieshoit hat viel« iFahre in dem Berliner Parteileben mitgewirkt, in?» besondere rm 6. Wahlkreis. Schon M'tle der achtziger Jahre schloß er sich der Partei an und wirkte als' Vorsitzender des Kreisvereins, als Vertrauensmann und als Stadtverordneter in eifrigster Weise für unsere Ziele. In den letzten Jahren trat er in der Oessentlich» keit weniger hervor: doch verfolgte er das politische wie das Parteileben mit lebhaftestem Jntcresie. Bei der Errichtung der Buch» druckerei Vorwärts wurde Wilhelm GieSboit Mitglied der Neuner» kommission und später Firmenträger derselben. Wir wünschen dem Jubilar noch recht viele Jahre glücklichen Zusammenleben» mit seiner Frau, die ihm in all den Jähren treu zur Seite ge- standen hat. Lichtspiele Tauentzleu-Palast. Freitag findet die llrauffüvrung d«S Films.DaS Kainszeichen" statt. Ein dreiaktige« Lustiviel „Hurra, wir heiraten' und ein lustiger Tricksilm»MuttS unzerstörbarer Hut" ergänzen den Spielplan. Sittlichkeitßverkirrchen eines Gymnasiasten. Em Sitilichkeits verbrechen an einem 11jährigen Mädchen hat sich in Lichterfelde ein Schüler, allem Anscheine nach ein Gymnasiast zuschulden kommen lassen. Am letzten Sonntag nachmittag zwischen Vzs Ahr sprach ein etwa ISjähriger Knabe an der sogenannten ArmenhauSbrücke zwei Mädchen im Alter von' 11 bis 12 Jahren an und lockte sie nach dem in der Nähe gelegenen Weiden- terrain. Unter einem Vorwande wußte der Bursche da» ältere Mädchen zu entfernen und verging sich dann an der jüngeren. Der Unhold, der bisher nicht ermittelt werden konnte, wird wie folgt peschrieben: Grötze etwa. 1,70 Meter, kräftige Gestalt, volle« aber hlasse» Gesicht, dunkelblondes Haar; er war bekleidet mit dunklem, graupunktiertem Wintermantel, grünlichem Jackettanzug, weißem Stehkragen und schwarzen Schnürschuhen, sowie lilafarbener Schülermlltz« mit goldgelbem Streifen; er hatte einen Strauß Weidenkätzchen bei sich. Werkzeugdiebstahl. Bei der Firma Fleck u. To., Müller- stratze 30. wurde in der Nacht zum Dienstag Werkzeug2. Nach der bisherigen Steigerung würden die Gesamtkosten der Kriegsübrung bis zum Ende des vierten Jahres, dem 1. August 1918, 022,4 Milliarden Mark betragen. Sriefkasten Ser �eüaktkon. H. T. 50. Der Worbefitzcr des Grundstücks kann u.®. keknerkel Ansprüche gegen Sie gellend inachen. Er ist ans der Subhastatton völlig ab- gesunden und da Sie mit ihm keiner!« Nechtsgcschüste gemacht haben,!a»n er nachträglich auch keine Forderungen an Sie stellen. Die AmortisationS- f um nie konnte daher auch von Ihnen in Abzug gebracht werden.— ft. L. 107. Fa.—®. H. Die Löhnung kann Jijuen gewährt werden. Der Slotrag ist an das Ei-jatzbaiaillon des Truppenteil» zu richte«, zu dem Ar Mann skngezoaen wurde. Kanonier M, Die Nelchswochenhilfe Wird auch bei der Geburt eines nncheiiliien Kindeö gezaM. Der Antrag ist bei der unteren PerwaUungSbAiörde«inzureichdn. SozOllaea Anspruch auf Kriegsimterskützung hat die Hraut nicht.— PakaS 1X7. 1. Ja. 2. Sie misten einer solchen Einberufung natürlich Folge leiste«. S. Six könnten deswegen beim Generalkommando Beschwerde erhebe».— H.®. 120. Strosantrag kann jetzt noch gestellt werden. Es würde, da Betrug, NMerschlagmig und Urkundenfälschimg vor. Es ist Pflicht jedes denkenden Arbeiters, dafür zu sorgen, daß da» vlatt, das seine Interessen vertritt, in immer weitere Kreise dringt. Darum überlege heute jeder noch einmal, ob er nicht Gelegen- heit hat. den folgenden Zettel, der ausgefüllt an die Expedition des..Vorwärts". Berlin 8V, Liudeustr. 3, zu senden ist. seiner Bestimmung zuzuführen. Ich bestelle ab I. März den»Vorwärts�. Monatlich 1,b0 M. Name Wohnort Straße_ Nr. Rtflfl»,«af AreiheNSstrase erkannt werden.— M. M. 100. Nein. — Tchwcrdrer 157. Nein, die Schwägerin hat überhaupt keinen An- spruch. Der Nachlatz mutzte unter den Kindern gestellt werden.— H. P. 112. Arbeitsverwendungssähig im Felde.—<5. P. 20. Nein.— S. M. 7. 1. Nein. 2. Die Witwe hat keinen Anspruch a»l die Renten- erhöhung.— 710. Die Kinder lverden sowohl zur Taufe als zur Konfir- malion zugelassen.— Hermann 21l. In kinderloser Eh« sind die Eltern bzw. die Geschwister neben den überlebenden Ehegatten mit erbberechtigt. — H. 50. Die Erben müssen sich um die Eröffnung des Testaments selbst kümmern. Derjenige, der ein Testament eines Verstorbenen im Besitz hat, ist verpflichtet, cS umgehend beim Nachlatzgericht einzureichen. Wieviel Erbschaftssteuer zu zahlen Ist, können wir Ihnen nicht angeben, da Sie nicht mitteilen, wer die Erben sind, und sich die Steuer prozentual nach dem Grade der Verwandtschast richtet— U. 8. Ja. — F. 8f. 16. Mit der vierwöchigen Kündigung ist nur die letzte Frist bestimmt. Die Kündigung ist also auch srüher zulässig.— Wehrmäii» D.<£. Die Kriegsunterstützung hat mit der Gewährung der Sergeantenlöhnung nichts zu tun. Es besteht also kein Anspruch auk Erhöhung.— G. M. K. 1540. Die erste Zahl bedeutet: zeitlich dienstuntauglich, nervenkrank; die zweite: herzkrank.— M. W. 520. Anscheinend ist doch überhaupt keine Kündigung erfolgt und der Hauswirt kann ichon des- halb gegen Ihre Frau nichts unternehmen. ES empfiehlt sich aber, das Mieteinigungsamt zur Schlichtung des MietZstreites anzurufen.--- — O. L. 7. t. Ja. 2. Nein. 3, Vom nächsten Löhnungszahltage an mit dem er die 5Jit Jabre Dienstzeit überschritten hat.— Ä. l.'i. Land- sturmpflichtig, schlechte Zähne.— E. M 50. Sie basten allein dafür, da sie dem Verbot des Vereins zuwidergehandelt haben.— O. P. 387. Solange die Ehe nicht geschieden ist, steht der Frau ein Erbrecht zu.— «.»merauSitlbtcn nir»a* mittlere tHorbficimrtiianv vtS Freitag mittaq. Ziemlich mild und zeitweise heiter, jedoch überwiegend bewölkt, mit weit verbreiteten, im Süden meist geringen, im Norden stärkeren Regensälle». IZirsKtion Max Keinhardt. Deutsches Theater. 7 Uhr: Don Carlos. Kammerspielc. Vi, Uhr: Kinder der Freude. Volksbühne. Theater am Bülowplatz. Untergrundb. Scliönh. Tor. 8 Uhr: Hanneies Himmelfahrt. Dir. C. Meinhard— R. Bernauer. Theater KöniggrStzerstr. 7 U.: Die Helden auf Helgoland. Komödienhaus 7": Der Unbestechliche. Berliner Theater 7 Uhr: Blitxblaues Blut. URANIA 8 Uhr: Professor Dr. P. Spies; üeber Röntgemlienst im Felde. Voigt-Thealer. Badstr. 58. Badstr. 58 Heute 7'/, Uhr: 0. diele EWUMI! Sonnabend, den 2. März: Benefiz für Fr. Rühle: Verlorene. V-hre. Tlioster kür Donnerstax, 28. Februar. Kleines Theater 7';, Uhr: Kante. Central-Theater Kommandantenstraße 57. 7'/«: Die Csardasf ttrstln Deutsches Opernhaus 7 uhr: Martlia. Frledrlch-Wilhelmst. Theater 7',. uhr- Das ßreiuiäilerliiaiis. Komische Oper 7�2 v.- Sebwarzvaldmäiiel. Sonnab.: Premdenvorstell.: S'/j Uhr; Sohwarzwalümädel. Unstspleihans Vj, Uhi: PlehlondenSätiElsy. LinilenliDl Metropol-Theater v�: Die Rose vöd Stamiiu!. Sonntag 3 Uhr: Die Kaiserin. Neues Opereltenhaus Bohiffbd. 4a. Kassent.Nd.28t 7'/« Uhr UesUlcnz-Theater T-i.uhr- Der junge Zar. Schiller-Theater O 7'/. Uhr: SehiÄr lililiel. Schiller Th. Charl. 7V, uhr: Eejteatiss Eriien. Schitlersaol 8U.: Marc. Salzer. Thalia-Theater uhr; Egon»üil seine Firn Theater am Noiiendorfplatz 3V«: Gstsp. Sandrock: Sappho. 7 Uhr: Theater des Westens NATIONAL-THEATER CSpenicker Straße 68(fr. Deutsoh-Amerik. Theater). Die ist richtigE... Gr. Posse in 3 A. v. Dr. Lippschütz. Musik: W. Bramme. GröilSei* Lacherfolg! Sonntag 3'/.: Studentenllebchen. Operette v. W.Bromme. Preise: 1,50-8 51. Vorverkauf 101/,— 2 u. ab 6 Uhr JUetster Tag;! Heselmann Trnppe Hochtnrnkünstlor Herbert Rttfaling d. 14jähr. Klaviervirtuose Orete Flnss rheinische Humoristin sowie der erfolgreiche Februar-Spielplan. Zirkus A. Schumann. Bhl. Fricdrichstr. Anf. 71/, j Letzte Saison in Berlin." Nur noch kurze Zeit. Das große Sportprogramn]! besond. hervorzuheben 1 der Araber Miiiay Saydj mit seinen 10 Kamelen.| m Rstietiura\ exotischer Dressurakt, j 3 Geschw. Ploetz-Larella, akrob. Handtänzerinu. Hexiko.i®r„?"Sl Trianon-Theater »/ 8 am Bhf. Friedrichstr. 8/48 Tel.: Zentrum 4927 und 2391. Der Lebensschüler Komödie von Ludwig Fulda. Ida Wüst, Erich Kaiser-Titz, v. MöUendorS, Flink, Kettner. ßtg. 4 ü. kl. Pr.: Johannisfeuer. MMM, Tägl. 7-/� Stg. 3V, o. VI, U. llstlü PiiEl Auffangen einer scharf abgeschossenen 46 Pfund schweren Granate. 3 Heiny«. Karl Reinsch, Schulreiter auf„CzardasfUrsf'. Zum Schluß: Mondfahil Walhalla-Thealer. vi. Uhr: M Mddtieti fietn. Admiralspalast VI, Uhr: Deutsche Tttnase von Schubert. Abrakadabra. Rose-Theater. VL U6r: Eine Waise. Apollo I | Friedrichstr. 218. 7'/4 1 Uer Flieder von T»ingtan I sowie die vorblüifenden I 1 Varieti-Attraktionen. > Cheaterkasse ab 10 U.] ununterbr. geöffnet. Tägl. 7V„ Sonnt. 3:/, u. 7'/, Letzter Tag! Hartstein: Der schöne Wilhelm Ab 1. März: Persönliches Auftreten Paul Heidemann. Casino-Theater Lothringer Str. 37. Tägl.'1,8 U. Wieder ein aktueller Schlager. Wirklicher Humor! Kr. Ersotgl Hamstersritze. Berl7 Posse in 3 Auiz.— Dazu Hock, 2 Ewos, Carry Hartwell. Stg. 4 IL: Schipp, schipp, hurra! J|( Berliner Konzertlraus Mauerstraße 82. Zimmerstraße 90/91, m■«m» fc-- Heute: Großes Konzert des Berliner Konzerthans-Orcbcettera. Leiter: Komponist Franz van Blon. Anfang Vi. Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang VI, Uhr. Morgen, den i. März;«rolle» Fc»t-Kon»ert, reranst vorn Efsenbahnvorein Berlin nnter Mitwirk, der Varelnlgt. Sängerchüre(l?5 EisoimLiwereiiis, Chorui; P. hhckel. Reichsliallen-Tliealer. Allabendlich?1;, und Sonntag nachmittag 3 Uhr Kein Weili- naEiitstrauin Nachmittags ermäBigte Preise! Kaffee Luitpold Motzstr. 15. SoliHtcn- Kapellc. Kapellmeister: Csyroky. Eintritt frei. Speisen und Getränke in unerreichter Qualität. Sdin Kater Friedrichstr. 165. Ecke Behrenstraße. ßlaire Waldoll Willi Prager Werner Goidmann u. das hervorragende F ebruar-Pro gramm. Die Bekanntmachung des Oberkommandos in den Marken betreffend Höchstpreise snr Eichen- und Fichiengerbrinde tritt mit dem 28. Februar 1918 in Kraft. Die vollständige amiliche Bekaniltmachung erfolgt an den Anschlagsäulen und in der.Norddeutschen'Allgemeinen Zeitung". <72. l. Mil. 18.) Berlin, den 23. Februar 1918. Der Polizeiprüsideitt. Lungen und llalslicankc. Verlangen Sie kostenfrei belehrende Broschüre. Sanitätsrat Dr. Weise's AmM, Berlin 117, Potsdamer Str. 123b, II. Zähne m. echt. Friedenskautsehuk B,äO M. ■miM 5 Jahre Garantie, amms Zahnziehen in. Betäubung be: Bestellung v. Gebissen gratis. Goldkronen v. 20 M. an.«pez., Zähne ohne 7alii,npavie Hfltllüni Danzigep Straße 1 Gauinenpl. LilllllJH ilÄI» nalidUl, Ecke Sdsönh.Allee.- »MlSSeMe SmSMs- EmlseMsl vergrötzert ihre Pflanzungen zum Frühjahr auf das Doppelte, und nimmt jetzt weitere Mit- glieder als » Mlnefmw mit Anteilen zu 100 M., zu 20« M., zu 500 M. und bis zu 1000 M. aus. Kriegs- au leihe wird zum vollen Nenn» wert in Zahlung genommen. Das Gemüse wird in unseren vetteUWslKe« an die Mitglieder billig abgege- ben, bei völliger Auoschaltnug des Groff- uud Klein- Zwischenhandels. Der Ge- winnüberschns» wird als Dwi- dend« an die Mitglieder verteiit. Die alten Mitglieder sind mit Wintergemüse reichlich versorgt worden. Die jetzt neu bei- tretenden Mitglieder sind be- rechtigt, schon an der ersten Verteilung von Frühgemüie teitznnebmen.— Ausnahme neuer Mitglieder findet statt im Laden Peeersdurger ftr. 4a: Montags, Mittwochs, Freitags 9—12 und 4— 7, autzerdem Sonntag 11—1. Ferner im Laden Kopenhagenerstr. 4: Dienstags. Donnerstags. Sonnabends 10—4 und Sonntags 8—10. Ferner täglich im Ber- waltnnqsbnreau: Burg- straffe 27 III. Zimmer 76 (gegenüber Zirkus Busch). 22/8' BaotiselilerariiEiteii zu vergeben. 16676* Mitritz, Sopbienstr. 3t. VERLAG PAUL CASS1RER WALTER HASENCLEVER ANTIGONE TRAGÖDIE IN 5 AKTEN Zweite Auflage Geheftet M. 4—, in Pappb. M. 5.50 Die Verse haben Schwungkraft und eine glühende Klarheit des Ausdrucks. Eine hohe Musikalität wohnt der Hasenclever- schen Sprache inne. Szenen von ge- waltigerdrarnatischer Wucht sind geformt; Visionen von übermenschlichem Format legen Zeugnis ab von dem zwingenden Gestaltungsvermögen des Dramatikers. Es ist eine Dichtung befreiender und werbender Kraft Wir werden ihren Aufruf nicht überhören können, wir haben ein Recht und die Pflicht, der neuen Zeit und der neuen Generation den Weg zu bereiten.(Kölner Tageblatt) BERLIN W, ViKTORI ASTRASSE 35 fStrit a- itn talUcIm lactel«!— Ziehung US 37. Min 191« SäiijUejsSeiB- Lotterie 2779 GUw. tu 1 Prämie-- Mark? �tc. eto. 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Febr.. l nachmittags 3>/, llbr, von f derLelibenhalle des Lazarus- 1 Kirchhoses in Ahrensselde aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, datz unsere Kollegin, die Metallarbeite- rin Mathile Lorenz Wühlischstr. 26 am 23. Februar gestorben ist. Die Beerdigung iindel am Donnerstag, den 28. Febr., nachmittags 4 Nhr. von der Leichenhalle des Georgen- Kirchhofes. Landsberger Allee, aus statt. Den Mitgliedern ferner zur ! Nachricht, datz unser Kollege, | der Dreher Georg Schoch Reinickenbors. Scharnweber- stratze 113 am 24. Februar gestor- ben ist. Die Einäscherung iindet am Sonnabend, d. 2. März, nachmittags 5 Uhr, im Kre- maiorium Kerichtstratze statt. Rege Beteiligung wird er- wartet. �iaekruke. De» Mitgliedern ferner zur Nachricht, datz unser Kollege. der Metalldreher kau! MenMIi Berlin-Buch Hotz. Pasewalker S kratze 94 am 6. Febr. gestorben isL Den Mitgliedern serner zur Nachricht, datz unser Kollege, der Mechaniker Franz Borowski Halenfcc am 21. Februar gestorben ist, ffatlfO nur Freitag, miU|t und Sonnabend, den 1. d, den 2. März, von 10 bis 6 Uhr, alte, auch zerbrochene Zahn-Gebisse. Sowie alte Holzbrennstifte, im Hotel zum grünen Baum, Ki-aiiscastz-. 56— 58, Zimmer 1, parterre. 17|9* 'AffMO pro Zahn Bis 4 M., dUplv Platin p. Gramm 7,63. Ccuii liiaatl». Den Mitgliedern serner zur Nachricht, datz unser Kollege. der Graveur 232/12 Faul Grolhnann Körlitzer Str. 32 gestorben isL Den Mitgliedern ferner zur Nachricht� datz unsei Kollege der Schmied MaUb. Lebmann Friedenau gestorben ist. Ehre ihrem Andenken k Die Drtsverwaltung. MliiciK Elnztl Nodelle! Witte Einzd-MoMlel Lange SealpllisdiraRnt«lTn.Pelzbe6tlt35. 1200—700 Seal Electric, Glockenform 1250— 800. \ long, Sealplfiscb, fesebo Glookcnfonu 460—326*li lang, echt Fohlen 1060—750 ßeiden-Astrachan 425—306 Persianer-Klaue mit Verbrähmnngen 1050—750 Mohiir-Astraciutu aufSeidcm Pelzkrag. 250—150 Echt Breitschwanz, lang, 3000.—. Berliner Frfibjabrs- Modelle 1! 1 Einzel- Modelle! Küche Kumngsni-. SeidenkostUm» llotte Furm«50, 360, 246 Semtkostlime«25, NX). 250 Flraatasio-JLostQme 2«5, 200, Iflt Ulster! Bein weil Tuch-Eskimo 226, 16t Ooveitooat 160. 120 Großkerierce Gummiment«! M Xintubige Gammlmkntel 176, 100 Imprägnierte Seidenmäntel— Mantelkleider Berliuer Modelle, des Fescheste»ut dem Gebiet« 250,-. 225.-, 200,-, 175,-, i2ä,- BScke in Seide ond Wolle Ge-eUsctaaliskleider in grofier AnswahL TtrKWt der von dar rtelchsbeMeldtmasatelle IUI die OeTölSeruus au�vierUvtta Blasen nur(Uz dt« Stadt Berlin in 3 Stritu 10,20, 10�0, 1�— Westmann, 1. GtMClUUt) JterUu W«. U. fieMhülti Berlin-VO, laobreastrafle 37a Gr, Franklorter Str. 115. tdonntag reStfnet liS—'i(Ihr. smRnmoBBBMSBHnnaa Verband der Qemeinde- und Staatsarbeitcr. Filiale GroB-Berlin. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode des Kollegen ködert Ärnold von den Wasserwerken (Berlin). Ehre seinem Andenken k Beerdigung am Freitag, den 1. März, nachmitiags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuenSLMichaelis- Kirchhoies am Marien- borser Weg ans. Um rege Beteiligung bei der Bestattung des Kollegen ersucht 189/15 Die Ortsverivaltung. Tanksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme an dem Begräbnis unseres lieben Bakers, des Schriftsetzers �einbold Matthes sagen wir allen Freunden, Kollegen und Genossen unseren herzlichsten Dank, 1673b Dre trauernden Kinder. Berlin. 27. 2. 18, Ackerslr. 136111. Verband der Schneider, Schneiderninen u. ASsche- arbelter Deutfchlands. Filiale Berlin. Unieren Mitgliedern hier- mit zur Kenntnis, datz die Wäschenäherin> Kollegin frainiska Rolle (geb. 28. Mai 1881) am 22. Febr. verstorben ist. Ghre ihrem Andenken! Die Einäscherung findet am Freitag, den i. März, nachmittags 4 Uhr, im Kre- matorium Gerichlstrahe statt. 166/tG Die Ortsvorwaltung Spezial-irzl Dr. med. Hasche, Friedrichstr. 90 Bednndl vonTyvhiliS, Haut. Sarn-. Frauenleiden, ivez.: chron. Fälle. Schmerzloie. rürzeste Bekondig. ebne Beruisslörung. Biiitunteriuiyung. Mötz. Preiie. Teilzahlung. Sprechstunden 16 bis t und 5— 8, Sonn: 11— 1. Zigaretten 1000 I D 62 M. 100 St 6.26 1000 IE 85„ 100, 8,50 1000 IE 88„ 100„ 8,80 1000 1 F 120„ 100„ 12,00 1000 IF 130„ 100, 13,00 Zigarren v°n SB Dil.°n. Zigaretten v. 300 St. an fort. Auch Einzelvertaus.— Nur an Verbraucher u. Reslaurat. nbzug. Zigaretten auch in grötzeren Posten am Laqer.* Fvanrimi Zigaretten-Ver- V S IS U trieb Norden. Berlin N 54, Brunnenst. 17, Hof II. Geöffnet ununterbrochen v.9— 7, Sonnt. 12—2. Fernr. Nord. 2343 Spezialarzt Dr. med. L.aabs beb. schnell, gründl., mögL schmerzlos in ebne Berussstör. Sesohlechlskrankhett., geheime Haut-. Harn-, Frauenieiden, Schwäche. Erprobteste Methoden Harn- und Biutuntersuchung. Kösigstr. 3138.«ÄVi. evpr. 10— lu. 5— 8, sonnt. 10— 1. j Zahngebisse. Platin, Gr. 7,60, Ketten, Ringe, Bestecke kaust Frau Wagner. Kaiserstr. 18 I sitiexanderplatz). Bau- und GartenparzeUen nahe Balm u. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anlätzlich deS Hinscheldens meines lieben Mannes und meines guten BaterS, deS Kaffenbeamten Ernst Nürnberg sowie für die zahlreiche Beteiligung an der Beerdigung sagen wir aus diesem Wege allen Berwandlen, Freunden und Bekannten, Borftavd und Angestellten der Allgemeuien Ortskrankenkasse, sowie den Kollegen vom TranSportarbetterverband herzlichen Dank. Insbesondere danken wir den Sängern für den schönen Gelang, sowie Herrn schmäht für die trostreichen Worte am Sarge des Enttchkaienen. 16705 Witwe Adelheid Mürnberg geb. LS»! cebat Tochter Die Etatsberatung im Reichstag. 18� Sitzung. Mittwoch. 27. Februar 1V18, vormittags 11 Uhr. Am BundcSratStisch: P a h er, Graf R oedern, Dr. Soli, LZ a l l r a f. Ein Antrag zur Genehmigung der Strafverfolgung des Abg. Henke(U. Soz.) wegen Anstiftung bezw. Beihilfe zum Vergehen gegen das Gesetz über den Belagerungszustand wird abgelehnt. Erste Lesung des Haushaltsplans. Dritter Tag. Abg. Dr. Wiemcr(Vp.): Die Auffassung des Abg. v. Heyde» brand über die äußere und innere Politik teilt die Mehrheit des Reichstages nicht. Wir sind mit den Bedingungen des mit Ruß- land jetzt abzuschließenden Friedensvertrages c i n v e r ft a n d e n. Die Stärke der deutschen Position wurzelt in dem Gedanken des Verteidigungskrieges. Wir billigen daher auch, was der Reichskanzler über Belgien gesagt hat. Im Gegensatz zu Herrn V. Heydebrond drucken wir auch unsere Genugtuung ganz vorbehaltlos über die Erklärungen des Reichskanzlers gegenüber den Wilson- schen Friedensgrundlagen aus, ohne daß wir hinzufügen.wie wir sie auffassen�. Auch ein Erbstück aus der Michaelis- Zeit und kein gutes.(Heiterkeit und Beifall links.) Bei der inneren Politik ist Herr von Heydebrand unwillig über die Ausschaltung der konservativen Partei. Aber daran sind die Konservativen doch selbst schuld. Die Konier- variven können nicht verlangen, daß ein Minister vor ihnen Halt macht, wenn er unerfreuliche Erscheinungen des öffentlichen Lebens feststellen muß. Und es kann doch höchstens darüber aestrilten werden, ob bei den Auseinandersetzungen der letzten Zeit mehr von der äußerste» Rechte« oder von der äußersten Linken gesündigt worden ist.(Lcbh. �Zustnnmung bei der Volkspartei, Lurnr rechts.) Vizepräsident Dr. Paasche: Der Reichskanzler und der Vize- kanzler wünschten den Burgtrieden wieder herzustellen, und ich bitte die Redner, ihnen hierbei zu folgen. Abg. Dr. Wiemer(Vp.): Ich will da« gern tun. aber die Er- regung der Konservativen begreife ich nicht. Wir müssen doch sagen dürfen, daß man auch von rechts keine Erregung ins Volk hineintragen soll.(Lebhafte Zustimmung' links.) Kennen denn die Konservativen die unerfreulichen Vorkommnisse der letzten Zeit nicht. Hat doch noch jüngst aus der Bündlerveriamm- liing Herr von Oldenburg von der„niederträchtigen Friedens- rcsolntion" gesprochen. Freilich kann der Reichstag nickt durch einen Mann beleidigt werden, der die Gründe jener ReichStagSenlichließung ebenso wenig richtig einzuschätzen weiß, wie die Tragweite seiner eigenen Worte.(Sehr gut! links, Unruhe rechts.) Aber die Konservativen sind so erregt, weil sie ibre Herrschast wanken fühlen.(Lachen rechts.) Zu den Eriolgen des deutschen Volkes hat die Arbeiterichasi wesentlich beigetragen. Umso bedauerlicher aber war der Streik. DaS Verständnis für seine Beweggründe fehlt uns nicht, aber doch müssen wir auf das entschiedenste verurteilen, daß unter den gegenwärtigen Verhältnisien zur Verwirklichung politischer Forde rangen das Mittel der Arbeitseinstellung gewählt worden ist, durch welche das Wohl des Vaterlandes bedroht und die Bemühungen iür Frieden und Fortschritt nicht gefördert, son- dern gestört werden. Wir verurteilen es um so mehr, als die Folgen des Streiks auch solche Arbeiter treffen, die gegen den Streik waren. Wenn nichrsozialdem akratische Arbeiter mit- gestreikt haben, so doch wohl nur deshalb, weil die Maschinen still- gelegt waren. Der Zentralrat der H.-D.-Gewerlvereine hat schon vor denr Ausbruch des Streiks eindringlich vor der Teilnahme ge« warnt, und selbstverständlich haben die Kosten der H.-D.- Gewerk- vereine die Gewährung von Unter st ütznng ans Au laß des Streiks abgelehnt.(Hört! börl! b. d. Vp.) Bei den vom Abg. Scheidemann gestern erwähnten Fällen scheint es sich um die kameradichafttiche Unterstützung notleidender Arbeitskollegen aus privaten Mitteln zu handeln. Die Konservativen wollen auS dem Streik auf die Unreife de§ Volkes schließen. Aber an den Ausschreitungen haben sich nur halbwüchsige Burschen und junge Mädchen beteiligt und niemand kann doch ernstlich in Abrede stellen, daß da? deutsche Volk einschließlich der deutschen Arbeiterschaft in diesem Kriege Gewaltiges geleistet und eine hohe politische Reife gezeigt hat.(Sehr richtig linke.) Der Streik darf kein Hemmnis für innerpolitische Reformen bilden, insbesondere muß das preußische Wahlrecht schnellstens der Lösung entgegen- geführt werden. DeSbakb freuen wir uns über die Erlläruugen des Vizekanzlers über das preußische Wahlrecht.(Beifall links.) Abg. Dr. Strescmanil(natl.): Der Frieden mit Rußland bedeutet die Niederringung unseres gefährlichsten Gegners. Die'Ereignisse der letzten Wochen werden uns in ihren moralischen Aachwirkungen dem Weltfrieden näher bringen. Zunächst wird der rumänische Frieden folgen und damit beginnt die Liquidierung des Krieges auf dem Balkan. Der Vormarsch unserer Truppen im Osten galt dem edelsten Menschenwerk; eS ist lief beschämend, daß hier im Reichstag gesagt werden konnte, die Hilferufe wären in Berlin gemacht. Das Ultimatum au Rußland behandelt Estland und Livland anders als Kurland und Litauen. Aber das Ballentwn bildet eine Einheit, die nicht gewennt werden darf. Angesichts uilscrer militärischen Gesamtlage wäre ein neues Friedens- an gebot verfehlt. Dein Reichskanzler hat ein solches Gesuch sicherlich ferngelegen. Trotzdem erfüllt mich seine Einladung cn die belgische Regierung mit einigen Bedenken, denn ich kann mich urchl einverstanden erklären mit der in der Papstnote aufgestellten Formulierung, daß Belgien wieder her- gestellt werden müsse, völlig unabhängig gegen wen auch iminer. Die den Blamen von Herrn v. Belhmann Hollweg ge- gebenen Zusagen müssen erfüllt werden.— Rumänien verdient keinerlei RücksichMahme unsererseits. Einem so ruchlosen Feinde gegenüber darf man auch nick: aus eine Kriegs« r n t s ch ä d i g u u g verzichten. Wenn man den Mut hat, sich aus die See zu begeben und Kolonien zu gründen, muß man auch für den nötigen Schutz der Kolonien sorgen.(Bravo! bei den Ratl.) Von einer Aufgabe unserer Kolonialmacht kann keine Rede sein. (Lebhaste Zustimmung bei den Raiionalliberaleii.) Die Beschlüsse der Londoner S o z i a l i st e n k o u s c r e n z haben klar be- wiesen, daß die Entente von ihren EroberungSabsichten nickt läßt. Zu der Erörterung des preußischen Wahlrechts im Reichstag liegt nichts für Preußen Herabsetzendes. Im Gegenteil, es beweist die große Bedeutung der preußischen Politik für das Reich. (Sehr wahr!) Das preußische Wahlrecht widerstreitet derartig immanenten Gesetzen der Gerechtigkeit, daß es lange hätte fallen müsse n.(Lebhafte Zustimmung links.) Die Gleichheit des Wahlrechts im führenden Bundesstaat hallen wir für eine StaatSnotwcndigkcit. Die Folge des Falleus der WahlreckiSvorlage wäre eine D c inolralisierung— viel weitgehender ols wir sie wünschen. Je länger die Reform hinausgeschoben wird, desto schwieriger wnd es fem. die ivänichenswerlen Kauielen gegen zu starke Demokratisieriliig i zu ei halten. Ich verkenne nicht, daß cö s ch w i e r i g sein wird,! mit vielleicht hundert Sozialdemokraten in Preußen zu i regieren. Aber mit 149 Konservativen„»ter Herr» v. Heydebrand z» regieren, war auch nicht immer leicht.(Heiterkeit. Sehr gut! links.) Die Verweigerung des gleichen Wahlrechts in Preußen müßte zu den größten Schwierigkeilen führen. Die national- liberale Reichstagsstaktwu steht fast einwütig auf dem Standpunkt, daß i« ReichSinterrsse die Einführung des gleiche» Wahlrechts im führende» Bundesstaat geboten ist, und hat dabei sicher dir große Mehrheit ihrer Wähler hinter sich. Vollkommen unberechtigt ist dies Behauptung, die letzte Streikbewegung habe die Unreife des i deuischen Volkes erwiesen. Nur ein geringfügiger Bruchteil der � deutschen Arbeiter hat gestreikt. Wenn christliche Arbeiter init- gestreikt habe», so sind sie terrorisiert worden. Hat doch Herr Scheidemann in einer Besprechung mit den Fraktionssührern erklärt, es hätten sich sozialdemokratische Arbeiter an die Fraktion � gewandt, die ebenfalls terrorisiert gewesen seien, mitzllstreiken, ob-' ivobl sie eS nicht wünschten.(Hört! hört!) Daß ausländische Ein- flüsie bei diesem Streik mitaeipieli haben, ist unbestreitbar. Die Führer hätten sich darüber klar sein müsie», daß der Streik kriegsverlängernd wirken mußte. Die Er'Iäruiigen des Staatssekretärs Wallrak billigen wir. DaS Parlament darf nicht durch die Straße ersetzt weiden.(Sehr wahr! b. d. Natl.) Herr von Heydebrand hätte klar die verantwortungslosen Worte deS Herrn von Oldenburg desavouieren müssen. Aber reiten wir dieien Oldenburger Gaul bier nickt zu Tode. Es ist ihm einmal nicht gegeben, das zurückzubalten, was sich ihm im Moment auf die Lippen drängt. Führer cineS großen Teils des Volkes ist er dabei nickt.(Sehr wahr I links.) Der Burgfriede ist ein Trau»» au? einer schönen Zeit. Aber die Einig« keit ist auch heute in großen Momenten notwendig. Wir lehnen den Boykott irgend einer Partei ab, die auf dem Boden der Landes- Verteidigung steht.(Lebhafter Beifall bei den Nationalliberalen.) Staatsminister Dr. Solf: Die Koloiiialpol'tik ist für Deutschland eine Lebensfrage und keine LuxuSkrage.(Bravo!) Unsere Feinde dürfen darüber nicht im Unklaren gelassen werden, daß wir unsere Kolonien wicderhadru wollen. General Smutö will Deutichland als Kolonialmacht ver- nickten. Das ist nicht der Geist, der zum wahren Frieden führen kann.(Bravo!) Wir haben nie daran gedacht, Afrika zum Kriegs- schanplatz für Weiße zu machen. Wenn sich unsere tapferen Truppen in Ostafrika solange gehalten haben und jetzt dazu übergehen, eine fremde Kolonie zu erobern, so war ihnen das nur möglich, weil eS uns gelunaen � ist, ihnen zweimal Waffen und Munition zuzuführen.(Bravo!) Eine M i l it a r i f i e r u n g der Kolonien beabsichtigen wir nicht. Aber die Entente hat Meie imperialistitchen Ziele, wie wieder die jüngste Rede des Generals SmutS beweist. Gewiß inebren sich auch in England die Friedensfreunde und Gegner der panbritischen Strömungen. Aber hinter General Sinuts mid seiner Rede steht die briti'che Regierung, stehen große Massen, große Interessen, große Leidenschaften, und damit müssen wir rechnen. (Beifall.) Abg. Brnhn(D. Fr.) spricht über den Streik. Abg. Haasc(U. Soz.): Kann jemand behaupten, daß das Ultimatum an Ruß- land mit dem zwischen dem Kanzler und der Reichstagsmehrheit beim Aiiiritt seines Amtes vereinbarten Pro g r a m m nberein- stimmt? Graf Hertling ist nur das Aushängeschild der Regierung, in Wirklichkeit herrscht die allmächtige Militärpartei, die Ludendorff regiert. Die Bevölkerimg von Livland und Est- land ioll nicht einmal das Recht haben, sich nach dem Kriege für den Anschluß an Rußland zu erklären. DaS nennen Sie Selbst- bestimmungSreckt, treiben Sie doch ehrliche Politik!(Zuruf rechts: Sie»reiben russische Politik!) Wie kann man jetzt noch von einem Verteidigungskrieg sprechen und behaupten, wir wollen keinem Volke etwas wegnehmen? Man sagt, die deutschen Truppen sollen Gendarmen- dienste leisten. Die deutschen Soldaten haben eine andere Empfindung, für sie ist es unerträglich, die Henker der der rufstschcn Revolutivu zu sein. Entgegen der Versicherung, wir werden ,mS n tckt in die inneren Nngelegenbeiten Rußlands ein. mischen, luird Rnßlaird jetzt unter das k a U d i n i» ch e I o ch gezwungen. Wir protestieren ails das schärfste gegen diese Ver- gewalitgungSpolitik.(Zustimmung bei den U. Soz.) Der Ukraine- vertrag ist mit e i n e r n i ch t' v o r h a n d e n e n R e g i e ru n g abgeschlossen. Die Ukraine wird sich zweifellos wieder an Rußland anschließen. Wir können in dem Ukrainefrieden keine Etappe zum ollgemeinen Frieden sehe«. Die sog..Grenzberichtigung' in Polen bedeutet nichts anderes als eine neue Teilung Polens. Auch aus Finnland berichtet man Schauermärchen. In der Tat herrscht in Finnland revolutionäre Ordnung. Man hüte sich, die Rolle de* Befreiers etwa auch auf das selbst- ständige und reife Volk Finnlands auszudehnen, das seit langem da§ allgemeine Wahlrecht für Männer und Frauen hat. Die Art, wie man im Osten jetzt Frieden schließt, kann Deutschland nur zum Nachteil werden.(Lebh. Zustimmung bei den U. Soz.) Unsere Kinder und KindeSkinder werden in i t ihrem Blute die Folgen dieser Politik zu büßen haben.(Sehr wahr! bei den U. Soz.) Und ivie wirkt diese Politik auf unsere Gegner im Westen. Glaubt jemand, daß unter dem Eindruck des russischen Ultimatums irgend eine andere Regierung, die nicht völlig zusammengebrochen ist, sich auf Sonderverhaiidluiigen mit Deutschland ein lassen wird. Die Pläne über Longwy und Briey sind doch noch nicht völlig in den maßgebenden Kreisen begraben. Für Elsaß-Lothringen haben' wir schon vor dem Kriege volle Autonomie innerhalb des Reiches verlangt. Ader unfaßbar muß es für alle Sozialisten sein, Hunderttausende zu opfern, lediglich um Elsaß-Lothringen. Gerade die bürger- lichen Parteien behaupten fterS. die Bevölkerung werde bei einer Abstimmung sich für Deutschland entscheiden. Warum widersetzen sie sich dann dem Plan einer Ab- stimmung der Bevölkerung aus das Aeußerste.(Sehr wahr I bei den U. Soz.) Die hochherzige Anreguiig de? Rote» Kreuzes, aus den Gebrauch der giftigen Gase zu verzichten, hat Me deutsche Regierung dem Volke- zunächst vorenthalte», und dann hat sie eine Aiuworl erteilt, die der Würde dieser großen Sache keineswegs ent- sprach.(Sehr wahr! bei den ll. Soz.) Wie iir der auswärtigen Politik, so herrscht auch im Innern die Gewalt. Da? zeigte sich ganz besonders beim Streik. Nie ist eine große Bewegung von einem uiedrigeren Niveau aus betrachtet worden, als hier vom Staatssekretär Wallraf, der die ganze Bewegung als vom Ausland veranlaßt hingestellt hat. Als Beispiel führte er ein in der IInions-Druckerei in Zürich ge- drucktes Flugblatt an; dabei ist in Dutzenden van Gerichis- u r t eilen festgestellt worden, daß dies eine f i n g i e r t c Firma ist und daß diese Flugblätter in Deutschland hergestellt sind. Auch von den russischen Funksprüchen, die der Staatssekretär erwähnt hat, haben die Arbeiter nichts erfahren, nicht einmal der Reichstag hat davon erfahren dürfen.(Sehr wahr! b. d. Unabh Soz-) Weiter berief er sich auf die englische Presse, die doch sonst immer als Lügcnpresse bezeichnet wird. Herr v. Wangenheim hat behauptet, englisches und amerikanisches Geld habe den Streik veranlaßt und man kenne die Geldgeber.! (Pfni! b. d. Unabh. Soz.) Heraus mit den Namen! Die � Arbeiter haben keinen Pfennig von anderer Seite genommen, son- � dern aus reinem Idealismus die Opfer gebracht. Nicht durch die Festigkeit der Regierung ist der Streik zusammen- i gebrochen, wie der StaatSiekretär behauptet; diese Festigkeit hat vielmehr erreicht, daß der von Anfang an begrenzte Streik länger gedauert und größeren Nnisang angenommen hat. Er hat auch er- reicht, daß Blut geflossen ist. Bedauerlicherweise ist auch ein Wachtmeister erschossen worden.(Rufe rechts: Von wem?) Das. ist die Frage; unmittelbar nach der Tat behaupteten Hunderte von! Leuten, es sei aus Versehen von einem seiner Kameraden geschehen. (Lebhafter Widerspruch rechts.)' Erreicht hat die Regierung Groll und Erbitterung unter den Arbeitern. Heber das Urteil d- S KriegZgerich.tS gegen Dittmann braiiche ich nicht viel zu schgcn; es sin»' Dittmann mildernde Umstände und ehrenhafte Gesinnung zugebilligt worden. Trotzdem ist er zu 5 Jahren Festung verurteilt. Die Regierung glaubt, Ruhe in den Betrieben dadurch zu erreichen, daß sie die Vertrauens- männer der Arbeiter obne Rücksicht auf ihre Diensttauglichkeit i n s Milltärvcrhältnis gebracht hat. Freilich spricht sie nur von.Hetzern und Hundsföttern. Aber die Hetzer und Hundsfötter sind die vom Vertrauen ihrer Kollegen getragenen Arbeiter. Die Regierung glaubt dadurch die führenden Köpfe enl- fernen zu können. O nein, für seden abgeschlagenen Kovs wachsen sofort zwei neue hervor. Der Streik ist von den Arbeitern mit großen materiellen Opfer» und Gefahren durchgeführt, nicht um kleiner wirtschaftlicher Vorteile willen, sondern aus reinem Idealismus zu politischen Zwecken. Ihre Opfer- bcreitschaft und ihr Mut verdienen volle Anerkennung. Die Ge- danken und Gefühle, die sie zum Streik getrieben haben, teilen wir. Das Gerede von Landesverrat macht auf uns keinen Eindruck. Niemand kann im Ernst behaupten, daß es in Deutschland 1 Million Land'esverräter gibt. Der Januar-Sireik wird als eins der größten Er- eignisse in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung fortleben. Die Arbeiier werden nicht aufhörein dafür einzutreten, daß Deutschland demokratisiert wird, bis der Boden geschaffen ist für die sozialistische Gesellschaft.(Lebhaftes Bravo! bei den Unabh. Soz.) Abg. Erzbergcr(Z.): Die Friedcnsresolution des RLtchStagS vom 19. Juli 1917 bleibt eine bedeutsame Tat. Der Friede im Osten ist auf ihrer Grundlage aufgebaut.(Gelächter b. d. Soz.) Aus Estland. Livland usw. werden unsere Truppen sicher zu- rückgenommen, sobald die Ruhe und Ordnung dort wieder- hergestellt ist. Der Abg. Bebel hat einmal dem Fürsten B ü l o w vorgeworfen, er rutsche vor dem Zarismus auf dem Bauche. Ich will nicht untersuchen, wie weit der Abg. Haase vor den Bolichewistcn ähnliche Leibesbewegungen macht. iHeiterkeit.) Er meint, später müsse in Rußland der Ro vanchegedanke unbedingt wieder auftauchen und den Frieden da- durch gefährden. Das ist nicht nötig, wenn der Friede im Osten im Rahnieli der Reichstagsrcsolution vom 19. Juli 1917 geschlossen wird, wenn er so geschlossen wird, daß weder Polen, Litauer, Kur- ländcr, Livländcr gegen ihn protestieren. Allerdings verstehe ich nicht, warum man dem Beschluß des litauischen Lau- d e s r a t s aus völlige Unabhäi�ffgkeit nicht Rechnung trägt, obwohl der Rcichskanzler und die Oberste Heeresleitung die eigene Verwaltung zugesagt haben. Auch beim Frieden mit Nu- m ä n i e n darf man nicht nugenblickkchen Vorteilen zuliebe die politische Zukunft aufs Spiel setzen.— Die hysterisch« Angst der Rechten vor dem Frieden verstehe ich nicht. Welche andere Dracht ist denn so stark, daß sie ein Friedensangebot machen kann, als gerade Deutschland? Wie oft haben wir denn den Frieden angeboteli?(Zuruf rechts: Ein- einhalb Dutzend Male!) Nun, ein neutraler Diplomat hat mir einmal gesagt:„Ihr habt de» Frieden nicht angeboten, sondern an- gedroht unter Zuchthausstrafe." Ich mache mir diese Auffassung nicht zu eigen. Aiigeboten haben wir den Frieden n u r i m Dezember 1916 und bestätigt hat der Reichstag dieses Friedensangebot im Juli 1917. Ich begrüße es. daß der Reichskanzler an die belgische Regierung eine direkte Einladung zu Besprechugen im engeren Kreise gerichtet hat. Die Jnter- vretation, die gestern Herr v..Heydebrand den Ausführungen des Reichskanzlers über Belgien gab, war absolut falsch und muß kriegsverlängernd wirken.(Sehr richtig! bei der Mehr- heit.) Diese Auslegung muß falsch sein, denn der Reichskanzler hat sich ausdrücklich auf die P a p st n o t c vom 1. August berufen. Der Reichstauister' hat auch ausdrücklich betont, loir wollen in Frieden und Freundschaft mir Belgien leben und hat die Le-Havre-Regielung zu vorbereitenden Fnedeusverhandlungen eingeladen. Danach ist die Interpretation des Abg. v. Heydebrand ganz unuiöglich.(Sehr wahr! bei der Mehrheit.) Täuschen Sie sich nicht über die internationale Bedeutung des belgischen Problems.(Sehr gut! bei der Mehrheit.) Die Friedens- debatte im englischen Ilnterhause hat bewiesen, daß die Friedenssehnsucht auch in England sich immer mehr ausbreitet. In nirscrer Presse sind die friedeuS- freundlieben Aeußerungen in jener Sitzung leider so gut wie gar »icht wiedergegeben worden.(Hört! hört!) In Frankreich ist man auf diese Stimmung schon sehr aufmerksam geworden. Alle Friedensströmnngen lverden aber in Frankreich mit G e- walt niedergehalten.(Zuruf b. d. Unabh. Soz.: Bei uns auch!) Daß Präsident Wilson mit den Versailler Be- s ch l ü s s e n nicht einverstanden ist. ist ganz offenbar. Der Standpunkt des Abg. v. Heydebrand ist auch anL Gründen der Gerechtigkeit nicht haltbar. Nur aus Gründen der Not- wehr waren wir berechtigt, in Belgien einzurücken. Fallen diese Gründe fort, so wird jede A.nnmoii Belgiens zur Gewaltpolitik. Die Resolution vom 19. Juli ist auch die beste Grundlage für unsere Forderung einer großen deutschen Kolonialmacht. Wir verlangen die restlose Herausgebe aller unserer Kolonien. Sache der Friedend- Verhandlungen wird es sein daraus ein großes zusammen- hängendes Kolonialreich zu machen. Afrika ist groß genug, um berechtigte koloniale Ansprüche aller Völker zu befriedi- gen. Herr v. Heydebrand hat sich entrüstet über die Vorwürfe des Vizekanzlers v. Payer gegenüber den Alldeutschen ausge- sprachen. Weiß er denn gar nichts von der systematischen Hetze der Alldeutschen gegen die ReichstagSmehrheit. Der Zeitungssturm nacki der Rede des Herrn v. Payer hat das wieder klar gezeigt. (Sehr wahr!) Die„Deutsche Tageszeitung" spricht von den Herren Payer, Erzberger und Scheidcmann, die aus entlarvtem Hochverrat Bortet! für ihre parteipolitische» Ziele ziehen.(Lebhaftes Hört! hört!) Der geradezu v a t e r la p d s fe i n d l i che n Rede des Herrn v. Oldenburg gegenüber iväre die schärfste Zurück- weisung notwendig gewesen. Der Leipziger Historiker Professor Götz hat cinwgndfrci den Zusammenhang der BaterlandSpartei und Alldeutschen mrt den Großindustriellen nachgewieseli. Zeiiungen haben diese angekauft weit über dem Preis: so ist eine Zeitung, deren Wert vom Besitzer auf 700 696 M. eingegeben war, für VA Millionen gekauft worden. In bissen Zeitungen finden Sie lange. Inserate, in denen dem P n b l i- fum zum Privatverbrauch angeboten lverden: Artillerie. munition, Granaten, Schrappnclls, Flugapparate, Automobile, Darf denn ein Privater überhaupt während des Krieges Flug- apparaie und Automobile beziehen? Die Heeresverwaltung ivird die Lieferanten doch wohl kennen, und daß die Inserate aus- l ä n d i s ch e Käufer anlocken sollen, glaube ich von dem P a t r i o- t i s m u S der Inserenten denn doch nicht. Was wollen Sie also mit diesen Inseraten? Ich stelle diese Frage öffentlich. Die Leute, die so viel Geld haben, werden wohl wissen, wozu sie solche Dinge machen. Und wenn solche Leute immer wieder gegen die Reichstagsresolution kämpfen, so darf man nicht über« rascht sein, wenn auch wir unsere Gedanken über diese Dinge machen.(Lebhafter Beifall.) Ueber die Lügen gegen m i ch tröste ich mich mit dem Satz, daß nie so viel gelogen wird, als vor der Wahl, während eines Krieges und nach der Jagd. Aber charakteristisch ist, daß der letzte Sturm ein- setzte nach meinem Antrag im H a u p t a u L sch u ß. es solle den wenigen Leuten, die zu exportieren in der Lage find. der Unterschied zwischen dem Inlands- und Auslandspreis restlos ahgenomme» lverden. Die Aohlen-, Stahl- und chemische Industrie Hai a». diesem Geschäft nicht weniger als 641 Milli»»»« Mark verdient, die in di« Taschen ekmger sehr weniger Leute nefloffen sind.(Sevr,. Hört! hört!) Warum hat die Regierung diese Verdienste so!v c n i g beschnitten'� Und warum sind denn die Preise für die Lebensmittel, die wir vom Ausland beziehen, so auherordent- lich gestiegein Zum Teil, weil d»s Ausland für Kohlen. Stahl und Eisen außerordentlich hohe Preise zahlen mußte. So zahlt das deutsche Volt also für ssine Lebensmittel doppelt. Ich konstatiere nur den zeitlichen Zusammenhang zwischen meinem Antrag und dieser Prcßkampagve. An einen inneren Zusammenhang zu denken, bin ich zu harmlos. In böswilligster Weise wird den Blitgliedcrn der Reichstagsiurhrhvit die(A,re«bgeschnittc«. Rir tmirde vom KriegSmnnsterium e i n gefälschter Brief zugestellt, in dem auch meine Unterschrift gefälscht war. Und Ivo kam er her?(Zuruf rechts: AuS B a u tz en!) Nein, die Politik des Zcntruius bei der Wahl in Bauhe» ivar ja selbs»>xrständlfch; sollte ich dort etwa Feinde der Friedensresolution und F-reurche der Baterlondspartej»ur Wahl enepfchlen? Es wurde das Märchen vorbreitet, ich hätte 2? Ptillionen vom Aus- l a n d bekommen. Vertreter der Konservativen und der Vaterlandspartei liefen inS Kriegsmimsterium, damit mir das Dienstauto entzogen werde. Im Mai l917 soll ich eine Besprechung in der Schweiz gehabt haben, dann als Mönch verkleidet nach München gereist sein und so soll die„nieder- trächtige ReichStagSresolution" entstanden setn. Kürzlich be- hauptete«in alldeutsches Blatt, ich fei in London gewesen.(Zuruf im Zentrum: Auch als Mönch! Heiterkeit.) Der Grundgedanke msiner Politik soll sein, ich wolle ein katholisches Kaiser- reich errichten unter Absplitterung der Süddeutschen. Diese Dinge Wirten mehr erheiternd, aber Wel ersaht einen bei den ge- metngesährlichcn Verleumdungen. Das Kriegspreffeamt hat mit- geteilt, im Auslände werde«ine Provaganda gegen Ludendorff betrieben. In den Kommissionen werden wir ja sehr eingehend Aus-hinft verlangen, welche Unterlagen es dafür gehabt hat. lJebh. Sehr richtig! im Zentrum und links) Sofort behaupten alldeutsche BKriter: da« ist natürlich Erzbcrger, darum reist er soviel in die Schweiz. Das wagt mau mir zu untersteklen, �;r ich öffentlich Luvendorff als eins unserer größten milttärischen Genie? anerkannte. Meine Erklärungen dagegen werden in der alldeutschen Prefse nicht abgedruckt.(Hört! hört!) Weiter .hat man mir wie auch deni Abg. H a u ß m a n n voegeMorfen, wir seien von Krankreich und England direkt bestochen.(Hört! hört!) Auch m den Zingdlättern der BaierlaovdZpartei kehrt die Behaust- tung wieder. Ich könnte gegen solche anonstnren Helden strafrechtlich Vorzehen, tS penn gl aber wofil, sie hier llfsrntkich der Berachtring preiszngebcn.(Lebhafte Zustimmung.) ES ist traurig genug, daß man sich mit solchem Pack und Gesindel berum schlagen must.(Lebhafte Zustimmung, Urmuhe rachtS.) In diese Gticklnst h-y die Rede deS Herr» v. Paper wie mnigondrs Gewitter ei-nzwschlageu.* Einige Worte zur inneren politischen Konstella- tion. Man spricht von einem Mehrheitsblock. Das trifft nicht zu. Wir haben uns nur zusammengesunden zu ganz be- stimmten Arbeiten während der Tauber deS Krieges aus ein ganz besstimmteS Programm. Außerhalb dieses Programms hat rede der stGehrheitSpariaien vollkommene Handlungs- t reihe it. Die Beftrestungen, diese Mehrheit zu sprengen, sind unverantwortlich im Interesse de? deutschten Vater- lande?. Es gäbe k-ine andere Mehrheit, die so ge- schloffen die Reichsggschäfte in dieser.Krieg Szeit führen könnfe. DaS Programm, dsS uns einigt, ist der Grundgedanke, den Krieg sieg- reich und rheenreich für unser?ol? zu bcondige«.(Sehr richtig!) Wenn eS gelingen könnte, die Tozraldsmokratisch« Partei von der Vositwen Mitarbeit im Staate wieder abgustostsn, so wäre das der glänzendste Sieg der Gntenie.(Dohr wahr!) Nie Gegensätze der Wvlianschamrng bl«d»n bestehen, und wir werde« nach dem Kriege w-cldsr harte Kämpfe untersinandor auSfechten. Aber solange das kdaus brennt, i,«ve es Wahnsinn und Ver- brechen, wenn die Bewohner sich gegenscitig zerflei- schon. Die Sozialdemokratie hat das größte Opfer parteipolitisch bei diefor RehrheitSdildung gebracht, denn sie hat ihren Verband gesprengt, ste lsat das Kostbarste, die Einheit der Partei,«ufgegsben. weil sie dem Vater- land nützen wollt«.(Bravo!) Wenn dirrch die positive Mit- arbeit der Sozialdemokratie zu dem bisherigen Blauschwarzrosa etwa« Rot dazu kommt, so ist daß kein Fehler. Je länger man das Rot der Sonne des ArbeitsnS aussetzt, um so mehr»er- blaßt es. Wenn es fein aufb««»ahrt wird im EiSschrank der politischen Grundsätze, bleibt es immer furchtbar knall- rot.(Heiterkeit und Saht gut!) Das parlamentarische System hat den einen gesßen P-rngug. daß liberale Minister auch wirklich kkbsrale Pokitik treib Mi können. Wenn früher liberale Männer in? Ministerium berufen wurden, so haben ste konservative Politik getrieben tme Mquel. IKK können wir«warben, daß sie freiheitliche Politik auf Grundlage der Gmchügteit für das Ganze treiben. Die Verwahrung des H«m v. Hvydsiwnnd durüb«. daß e Wärt- tembsrger hier üstar daß pventztsche Atastk�-acixt ipricht, zeugt angesichts dar Tatsache, daß oö sich!»m den zwetchöckchtsn>v«a«nte« des Reichstags handelte, b»m engherzigsten P a r t i k u l a- r i S m u S.(Sehr wahrl) Die b»«chksche Wahlrochtsfimgo ist eine deutsche Frage, die O>stcrboticli«ft war an den Reichskanz- ler fterickstet. Ans der preußischen Vormachrstellung erwachse.! auch Pflichtcu für Preußen. In Württemberg haben unter dem gleichen Wahlrecht auch die Kom'orvativen ein« ganze Reihe von Mandaten erhalten, allerdings keine Riviera-Wahltreise wie in Preußen.(Heiterkeit und Sehr gut!) Herr v. Heydebrand hat sehr schöne Wort« für die Soldaten gebraucht. Aber Worte verlangen sie nicht, sondern ihr Recht, wenn sie zurückkehren. (Lebhaste Zustimmung.) Je schneller es gelingt, eine befriedigende Lösung d« preußisch»« WalstrechtSvorlage herstoizuMven, um so ' besser für Preußen>md daS Reich,(ffne Partei, die sich heute nicht ueusricnttert, wird keine Zukunft haben. Möge ein einigeres Deutschland aus der Not der Zeit herauswachsen. Wenn das Volk restloses Vertrauen zu der politische» und der militärischen Leitung des Reiches haben kann, dann wird es immer gut stehen um unser deutsches Vaterland.(Stürmischer Beifall b. d. Mehrheit und aus den Tribünen.) Die Wsiterberatung wird vertagt. Abg. Icheidemann(persönlich): Herr Stresemann hat be- hauptet, ich hätte bei einer interfrakionellen Besprechung gesagt, sozialdemokratische Arbeiter hätten sich an uns gewandt, weil sie terrorisiert seien und m i t st r e i k e n müßten, obwohl sie es nicht wollten. Ich habe den Abg. Stresemann mzvvifchen davon überzeugt, daß er bei dieser MHsilung falsch orientiert zc- Damit kann ich die Angelegenheit wohl als erledigt weftn ist. ansehen. Nächste Sitzung: Donnerstag 11 Uhr. Schluß: 6%. Uhr._ (Fortsetzung.) Kriegstagung öer Kürsthner. An der Aussprache über den Geschäftsbericht beteiligten sich fast alle Delogterten. Fritze- Berlin betonte, daß nach seiner Ansicht die Mitglivder durch die BorstandSinaßnahmen nicht ge- schädigt worden sind. Alsdann schikberte er, wie der Berliner An- trag, der die seit dem 4. August 1914 verfolgte Politik der General- kommisfwn verurteilt, zustande gekommen fei; durch den Tamtam in den Versammlungen hätten die jungen Ve rbcm-dsm i t glieder, die von der gelverkschaftliöden Pvapis durchaus noch nicht so durchdrungen seien, die Oberhand hendwonen. Bon anderen Rednern wurde verlangt, daß die GftrabeiträKe. die vom Borstand auSge- schrieben werden, auch von allen Mitgliedere gezahlt werden müssen: doch wurden auch Stimmen laut, die die Erhebung von Extri! beitrügen zu Unterstützungsgwecken vvrnrteilsn. E o b n- Berlsti. Vertreter d« Gonevakkonnniksion, betonte, daß die Politik des 4. August— die Aewillignng der Kriegskredite — lediglich«in Akt der Nestlistagsfreklion, nicht d« B»rstände- konserenz war. Da aber die«Slewerkschasten ihre politische Bec- ttetnng in der sogialdomarntischen Reichstagsfraktion sehen, so billigten auch die Genevalkaminiksisn und die Borständekonfer�nz das Borgsthen der R»ichSi>»gsfr«iti»n, und ste iekbit suchten d»n fiwrzt«« sten praktischsten Weg, u«- die Eiewaekschaften über die fckiwe?' Zeit hinwsWuhÄftm. Auch dirrch die Zilstimmung zum .HkkfSbwnstftesei? ist daß. was die vevschiestonen GeftSsckütitskrrise damit schaffen wallt««, verhindert worden, und»«n HilfSbiensi- aefetz ist Mnrch die Austima-ung der BrrbandsinstanPm der schärfste Stachel aenowmen. I« alle«, was dir Gewensichaftsinftanz«! lmternehmen, waren es die Motivs, der Arbeiterschaft zu nützen. Die Gewerkschaften haben' drwchaus nicht den Boden der proletarischen Bewegnng verlassen. Nach Beendigung de? Krk-ttös werde es sich erneut zeigen, wie notivendtg die Gerne rk- schaftsbewegung für die Rrbsiterschaft ist. WahrsckeinliiH worden Lohnkiimpfe mit»en Unternehmern mit aller Schärfe gefuhrt wer- den müssen, und dazu müssen die GeworksrhaftSorganisationev schon heute einig, stark und kräftig daftsben. Denn es sei verfehlt, die Bewegung aufzubauen, wenn die Kämpfe geführt werden sollen. Nachdem noch auf die bessere Benutzung des ArbeitSnachwoiseS htngewiefsn war, wurde der BorftandSantrag auf Streichung der Schulden einigst Zahlstellen angenommen. Darauf erfolgte auf Antrag die einstimmige Entlastung des Borstandes. Es erhält sodann R« g g e, Redakteur, das Wort zur Begrün- düng des Berliner Anm-gs; „Der außerc-dentkiche Becdandstag möge beschließen, daß er mit der Poststk der Generakkommission und sonstigen Gewerk- schaftÄi, stanzen, wie sie seit Kriegsausbruch geübt wird, nicht einverstanden ist. Die sogenannte Politik des 4. August 1914— die geradezu der Stolz der Gewerkschaftsinstanzen ist— schließt in sich die fteiwillige Aufgabe der Lohnsiimpf« sowie die Aufgabe jeder selb ständigen Arbesterpolitik, die einseitige Unter sültznna und Förderung der ReaierungS Politik,»ic ihren hauptsächlichsten Ausdruck in der milftänifchen Diktatur des Belagerungszustandes imd der Zensur fand, die Haltung zum Hilfsdienstgesetz, der Er- aebenheitökuudgelningen gegenüber Negierung und Militär- behördin, als auch in letzter Zeit der Beitritt zum„BokkSbund für Freiheit und V