»Ijf* G4* 35« Jiriftig« Bezugspreis t «i-rtSsShrl.<«!«!. monafl, l,»iK. frei inS Hau?, vorausiiahlbar.Ewzeiuc Nummern loPsa. Postbezug: Menai- iich IJöü Ml. Unter Kreuzt Deutschland und Oeslerreich. iter Kreuzband fLr »>_______.-v»a«n 3,— Mi. für daS übrige«uSland iJSO SRI. monatlich,«erland in» Feld bei direlter Bestellung monatl. I�oMk. Postbestellungen nehmen an Düne- muri, Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Poil.g-itung».Vreizitlte. Erschein« täglich, Tetegramm. AdreGe: »Sozialdemokrat verlhr", Verllnev Volksbwkk. ( 10 Pfennig) Anzeigenpreis» Di« siebengesbalteneKolonelzellelsstet so Psg.»Klein« Anzeigcn-, da» fettgedruckt« Wort 20 Psg. izuISssig S fettgedruckte Worte). iede» weilcre Wort lv Psg..Stellengesuch« und Schlafstellenanzeigen das erste Werl 10 Pfg.. jedes weitere Wort ö Psg. Worte über lb Buchstaben zählen snr zwei Worte. Teuerungszuschlag 20°/» Familien» Slnzetgrn 50 Psg., politische u. gewertschastiichc Vereins- Anzeigen 40 Psg die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen vis 5 Uhr nachmitt im Hauvlgeschäft. Berlin ZW. 68. Lindenstrage g. ab, gegeben werden Deäffnct von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abend». �enVraUrnjim der roztaldcmokrattfcben Parte» DeutfAlands. Keüaktion: Sw. SS, Llnüeastrahe Z. Grrnsprecher:«Uut Moritzvlatz,«r. IS» SV— 151 97. Dienstag, de« 5. März 1918« fxpeditfen: SM. SS, Llnüenstraße 2. Fernsprecher:«lott Morttzvlatz. Vit. 15190—15197. Einstellung der militärischen Bewegungen in Groß-Rußland— Einzelvorstöße im Westen. Amtlich. Großes Haupt, llottier, 4. März 1918.(». T.».) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und Deutscher Kronprinz. Eine eigene Sturmabteilung drang an der stser in die feindlichen Linien und«ahm eine Anzahl Belgier gefangen. Starke« Feuer folgten an mehreren Stellen der flandrischen Front englische Borstiißr; sie wurde« abgewiesen. Im übrigen blieb die GefechtStätigkeit auf Artillerie und Minenwerserkümpfe in einzelne« Abschnitten beschr-inkt. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Auf den Zstliche« MaaShöhe» waren frauzZfische Artillerie und Mincnwerfer zeitweilig lebhaft. Bei kleineren Unternehmungen nördlich vom Rhein-- Marne-Kanal, westlich von Blawont und südlich von Metz er a l wurde« 27 Gefangene eingebracht. Oestlicher Kriegsschauplatz. Infolge Unterzeichuung des FriedeusvertrageS«it Rnsiland wurde» gester» die milltn?ischtn Bewegungen& Groß-Rußland eingestellt. 8»« de« anderen KriegSschauplShe« nicht« Reue». Der Erste Generalqoartiermeistrr, Lndendorff. Abendbericht. Berlin, 4. März 1318, abends. Amtlich. Bon den Kriegsschauplätzen nichts NeneS. Die RntilSne» habe« unsere Waffen- stillstaudSbedingnnge» angenommen. Anfrage, der die Antwort erteilt wurde, die Vorbedingung für weitere Verhandlungeil sei die Unterzeichnung ctneS WaffeustillstandsvertrageS, aus dem die Bereitwilligkeit Rumäniens zur Annahme der Friedensbedingungcn sich er- sehen lasse. Darauf ging die rumänische Regierung ein. Der österreichische Bericht. Wit», 4. März ISIS. Amtlich wird verlautbart: An der italienischen Front keine besonderen Er- eignifs». In Podolien schreiten die Operationen erfolgreich vor- wärts. An Beute wurde« bisher über 77V Geschütze, über 110V Mafchineugewehre und«eitere große Mengen an Krieg?- «aterial aller Art eingebracht. Der Chef de« Generalstabel. -* Berlin, 8. März. Amtlich. Der unermüdlichen Tätigkeit unserer U-Boote fielen im Aermelkanal und an der Ostlüste Eng. landS wiederum 22VVV Br.-Reg.-T». Handelsschiffsraum zum Opfer. Unter den derfenklen Schiffe« befanden sich der englische Dampfer HuntSmore von rund S000 Br.-Reg.-To. und ein be- ladener englischer Dampfer von über 6000 Br.-Reg.-To. Zwei Tankdampfer von 6000 Br.-Reg.-To. und 8000 Br.-Reg.-To. und ein englischer bewaffneter Frachtdampfer wurden m i t Ladung auS starker feindlicher Eich er ung heraus- geschoflen. Der Chef deS AdmiralstabeS der Marine. Das wert öer öeutfthen Waffen in öer Ukraine. Der Ministerpräsident der ukrainischen Republik, Herr H o l u« b o w i t s ch, hat dem Reichskanzler telegraphisch die Ein- nähme von Kiew mitgeteilt und für die von deutscher Seite ge- leistete Hilfe im Namen deS ukrainischen Volke» gedankt. Er sei .glücklich, daß nunmehr der Aufnahme de» freundschaftlichen Ver« kehcS nicht nur der Regierungen, sondern auch der Völker nichts mehr im Wege steht.' Der Reichskanzler hat das Telegramm mit Glückwünschen erwidert. Er wifle sich eins mit dem deutschen Volke in der Genugtuung, dah deuisch« Truppen an der Befreiung des ukrainischen Volkes mitwirken konnten..Möge ihm auf immer die Freiheit und die Macht beschieden sein, nach eigenem Recht und eigener Gesittung in Frieden zu leben. Noch stehen die deutschen Truppen in Ihrem Lande. Ich darfJhren Mit- teilungen entgegensehen, sobald Sie glauben, d a h daS Werk der deutschen Truppe» vollendet i st und der B e- fehl zu ihrer Zurückziehung unbedenklich gegeben werden kann.' ES wäre also falsch, mit der Einnahme von Kiew den Zweck der deutschen Tnippcn in der Ukraine schon al? erreicht ansehen zu wollen._ Amerika und bie japanisthe Intervention. Paris, 4. März.(HavaSmeldung.) Der„TempS" ver- öffentlicht folgende Note: Informationen allls Washington besagen, baß die Regie- rung drr Bereinigten Staaten, ohne den Wunsch zu besitzen, selbst mit Japan über die Intervention zu unterhandeln, welche dies Land vielleicht in Sibirien durchzuführen beabsichtigt, wie die Alliierten in Europa Verständnis für den legi- timen und dringenden Charakter dieser Mast- nähme besitzt. CS sind daher die Alliierten in Enropa nick ins- besondere das Japan verbündete Großbritannien, denen eS zu- kommt, der japanischen Regierung Genugtnung zu gewähren, iorlche mit Recht wünschen, daß die Art und die Folgen ihrer Intervention in einem gemeinsamen Ab- kommenfest gelegt werden. Aber eS versteht sich vvn selbst, daß die Alliierten in Enropa beständig Sorge tragen werben, die engste Gemeinschaft der Gesichtspunkte zwi- schen sich und der Washingtoner Regierung ans- recht zu erhalten, welche unmittelbar daran interefliert ist, zu verhindern, daß der deutsche Einfluß stch bis an den Stillen Ozean ausbreite. Die verhanölungen in öukarest. Die A u s s i ch t e n auf einen rumänischen Frieden haben sich wieder gebessert. Nach der Unterzeichnung des Friedens mit Rußland sind die Herren Rosenberg. Goerner und Pochhamer nach Bukarest abgereist. Man rechnet in eingeweihten Kreisen mit einem günstigen Verlaufe der wei> teren Verhandlungen und führt als einen Beweis für diese Annahme die Tatsache an, daß die in der rumänischen Armee stehenden französischen Offiziere vor einigen Tagen den Abmarschbefehl erhalten haben und inzwischen bereits abgereist sind. Ob diese Wendung der Dtn�e darauf zurückzuführen ist, daß auch Bulgarien seine Ansprüche herabgesetzt hat, oder ob die Lage Rumäniens das bedingungslose Etngehew auf die Dobrudscha-Forderungen erwarten läßt, darüber verlautet noch nichts. Die jetzige Verhandlungsbasts wurde gewonnen. weil Rumänien sich dem Verlangen der Mittelmächte fügte. General Aver« sen richtete, wie daS»B. T.' erfährt, an Herr» Kühlmann und den Grafen Ezernia«ine trtefltche Diese Note ist mit allen Reizen diplomatischer Ver- schleiertingSwortkunst ausgestattet. Sie sucht etwas zu verbergen, was der Eiltente irgendwie unbequem ist. Di« amerikanische Regierung will nicht selbst mit Japan unter- handeln, vermeidet es, sich selber für die sibirische Aktion groß ins Zeug zu legen, will aber ihrün„Alliierten in En- ropa", vor allem Großbritannien, nicht im Wege sein und legt mit Betonung Gelvicht auf den Wunsch seiner Ver- bündeten, daß ein Abkommen über die Grenzen der jasxlni- schen Intervention in Sibirien festgestellt werde. Natürlich ist daS der eigene Wunsch der amerikanischen Regierung, und sie hält eS für angebracht, ihren Alliierten die Pflichten einzuschärfen, die sie Washington gegenüber zu er- füllen haben. Japans Vorgehen, dem England sich nicht entziehen kann, hat eine für die Allianz der Entente mit Ainerika mindestens schwierige Situation geschaffen, die nach dieser„Temps"- Note nicht als ausgeglichen angesehen werden kann. Die Lösung witd der Vereinbarung eines Abkam- mens zugeschoben, dessen eigentlicher Zweck schließlich darin bestehen wird, Japans Ausdehnungsdrang auf dem festländi- schen Ostosien so oder so zu hemmen. Die Hinderung der Ausbreitung deS beut- schen Einflusses bis an den Stillen Ozean, von der die Note spricht, ist natürlich für die Alliierten kriegswichtig: .Znan versteht, daß sie nicht geringes Interesse haben, den durch den Brest-Litowsker Frieden immerhin ermöglichten wirtschaftlichen Durchbruch der europäischen Mittelmächte nach dem asiatischen Osten mit allen Mitteln zu hemmen. Aber dieser Hinweis auf den deutschen Einfluß ist zugleich nur eiu Mittel, um den sehr deutlichen Wink, den die Washingtoner Regierung ihren Verbündeten hinsichtlich der„engeren Ge° meinschaft' zu erteilen für nötig hält, für die Augen der übrige« Welt rücksichtsvoll abzumildern»nd»« verstecken, Die Instruktion vom 21.?u!k. Während das beflaggte Berlin hoffnungsvoll de» Anfang eines Endes feiert, setzt sich die.Nordd. Allg. Ztg." mit Herrn Stephen Pichon auseinander, der von einem End« so gar nichts wissen will, sondern den militärischen Ereignissen im Westen eine diplomatische Offensive von beträchtlicher Wucht borausschickt. Wir haben schon zuvor in besonders beflissenen Blättern von einer„Enthüllung" deS Herrn Pichon, einer Enthüllung in Gänsebeinen, lesen dürfen und finden jetzt auch das hauptoffiziöse Blatt leicht spöttisch gestimmt. Herr Pichon, sagt die„Norddeutsche", habe gemeint, mit der neu ent- deckten Instruktion vorn 31. Juli 1914 einen große« Trumpf auszuspielen. Der deutsche Leser atmet auf, also ist Herr Pichon offenbar hineingefallen, und die Instruktion vom 31. Juli ist nur das, tvas sie ins den ersten Blick zu sein scheint,, eine phantastische Erfindung. Indes— die„Norddeutsche" fährt erklärend fo�j: An jenem Tage hatte der deutsche Botschafter die Aufgabe, Ge- wißheit über die Haltung Frankreich« herbeizuführen. Sein Auf- trag war, die französische Regierung zu befragen,' ob sie in einem rusfisch-drutschen Kriege neutral bleiben wolle. Sein« Jnstruk- tion hatte folgenden Zusatz: „Weuu, wie nicht anzunehmen ist, die franzZfisch« Regicruns erklärt,»eu'ral zu bleiben, wollen Euer Exzellenz der sranzöstsckcu Reg!e»u,.g erktörcn,»as wir>0? Pfand jftr ihre Tkeutcn ilat Die Ueberlassnag der Festungen Tvul und Berhun fordern mS!s:!?, die wir besetzen»ud nach Beendigung deS Krieges mit Rnj-land zurück geben würden." Trumpf oder nicht.— die Instruktion vom 81. Juli ist geschichtliche Tatsache. Der deutsche Botschafter war für den Fall, das Frankreich seine Neutralität erklären sollte, beauf- tragt, von Frankreich die Auslieferung zweier wichtiger Festungen zu oerlangen. Das heißt, er war beanfttagt, ein Verlangen zu' stellen, daß Frankreich gar nicht annehmen konnte und auch gar nicht annehmen sollte, da? vielmehr nur zu den: Zweck gestellt war, eine katasttophale Ent Wicklung, die man für unvermeidlich hielt, zur Schnellreise zu bringen. Die„Nordd. Allgem. Ztg.' hat die harte Pflicht, die Instruktion vom 31. Juli dem deutschen Leser als einen Akt höchster diplomatischer Weisheit näher zu bringen. Sie ver- sticht, sie zu erfüllen, indem sie folgendes auseinandersetzt: Die bloß« Zusage der Neutralität wäre für uns natürlich ohne jeden Wert gelvesen. Frankreich halte eL ganz in der Hand gehabt, wie lange es in de? Neutralität auf der Lauer liegen wollte. Es konnte in jedem ihm passenden Augenblick an? der Neutralität zur Feindseligkeit übergehen. Man braucht dabei nui�a» Ata- lien und Rumänien zu denken. Denken wir also an Italien und Rnrnäincni Aber von denen hat man docy keine Erklärung über ihre Neutralität binnen 18 Stunden gefordert, init ihnen hat man vielmehr sehr große Geduld gehabt, und man hat nicht daran gedacht, .ihnen als Bürgschaft ihrer Neutralität italienische oder rumänische Festungen abzuverlangen. Man hat sie angreife:, lassen, und man iM sich schwer gehütet, ihnen in der Rolle des Angreifers aegenüberzutreten. Der Unterschied springt in die Augen. Bei Rumänien�hat man nach dem Grundsatz geHandel �'ch ab Wonnen, alles gewonnen, bei Frankreich aber nach dem Grund Italien und elt: Zeit ge- Ob dieser Politik militärische Eltvägnngen zugrunde lagen und inwieweit sich diese Erwägungen als zutreffend ertviesen. wird später einmal zu erörtern sein, wenn die Geschichte dieses Krieges geschrieben werden wird. Heute haben wir nur mit der polittschen Auswirkung der französischen Enthüllung zu tun. und da soll doch offen zugegeben werden, daß sie nicht günstig sein kann. Die Franzosen werden in ihr einen neuen Beweis dafür erblicken, daß im Jahre 1914 der Kriegswille auf feiten Deutschlands gewesen ist. Die„Norddeutsche Allgemein« Zeitung" führt dann weiter aus: Daß die deutsche Negierung bereit gewesen wäre, auch andere Wege zu prüfen als den in der nicht ausgeführten Instruktion an Herrn von Schoen bezeichneten, ergibt sich aus folgendem: Noch im letzten Augenblick, am 1. August, schien sich eine Mög- lichkeit in der von dem deutschen Botschafter in London nach Berlin gemeldeten Erkundigung Sir Edward Greyö zu bieten, ob für den Fall der französischen Neutralität da§ Unterbleiben eines deutschen Angriffes auf Frankreich zugesagt werden könne. Die deutsche Regierung erklärte sich sofort bereit, hierauf ein- zugehen, falls sich England mit seiner Sircit- macht für die unbedlngte Neutralität Frankreich« verbürgte. Die«nregung stellte sich jedoch noch ai» gleichen Tage ak» ein Mißverständnis heran». Die französisch« Neu- kiüiiät lag nicht im Plane der Enteute. Frankreich wollte die ?teutralität nichts«nd auch England rührte keinen Finder, um sie herbeizuführen. So ist der wahre Zusammenhang der Dinge. Herrn PichonS vcirspätetcr Fund ändert nicht? daran. Das ist berühnite traurige„Mißverständnis" vom h. August. Wie!>ie deutsche Regierung diesem Mißverständnis verfallen konnte, ist- bisher allerdings rätselhaft geblieben, denn daß die Westmächte in einen deutsch-russischen Krieg neutral bleiben wurden, konnte nur ein Kindergemiit voraus- 'chen. Glaubte aber die deutsche Regierung an eine solche Möglichkeit, so ist die Instruktion vom 3t. Juli doppelt un- verständlich. Wir sind danilk an der Grenze angelangt, die nicht über- schritten werden kann, wenn man nicht in eine allgemeine < rörtcrnng der verwickelten Ursachen eintreten will, die zu dieser Weltkatastrovhe geführt haben. Ties zu tun, ist nicht unsere Absicht.?s genügt zu sagen, daß große Massen des deutschen Volkes ans manche diplomatischen Ereignisse vor dqn t. August 1914 mit einem dumpfen Mißbehagen zurück- blicken und denen dieses Gefühl durch die Veröffentlichung der Instruktion vom 31. Juli nicht erleichtert worden ist. lieber die Frage der Kriegsschuld hat sich dieser Tage der Berliner Berichterstatter des»Neuen Wiener Journal� mit Professor Hans Delbrück unterhalten. Der Gelehrte ftihrie u. a. ans: »In der deutschen Presse gibt man sich ja allenthalben die größte Mübe, die Schuld bei England zu such«?. Nun ist e-Z aber nicht schwer, nachzuweisen, dast da? englische Volk den Krieg wirklich nicht gewollt und auch die englische Regierung sich, wenn auch nicht die«Herste, so doch ziemlich viel Mühe gegeben hat. den Krieg zu vermeiden. Daraus schließen dann die Neutralen, wenn sie sich nicht über- zeugen können, daß die Schuld bei England liege, daß sie bei Deutschland, liegen müsse. Ich habe in Gesprächen mit Holländern immer bemerkt,.daß man einen entschiedenen Erfolg hatte, wenn mau barlegte, daß die Schuld weper bei England noch bei Deutschland. sondern im Pansläwismus zu suchen sei. Nur wenn mansichin Deutschland dazu entschließt, die Schuldfrage wirklich ohne Vor- eingenommenheit zu behandeln und, England nicht mehr aufzubürden, als es wirklich zu verantworten hat, nur dann kann man erwarten, daß auch in den neutralen Ländern ein gerechteres Urteil über Deutschland zum Durch- bruch kommt. Wie die Alldeutscheu ihr gut Teil dazu beigetragen haben,-drnch Erregrmg, de? Mißtrauens der ganzen Welt gegen die deutschen! Gelüste den Krieg zu entzünden, so tragen sie auch die Schuld daran, daß es der Welt so schwer wird, anzuerkennen, daß die deutsche Regierung tatsächlich zum Krieg gezwungen worden ist und ihn ihrerseits nicht gewollt hat. Von den vielen Sünden, die die Alldeutschen-begangen haben, ist diese ganz gewiß nicht die lleinste. Deutsche Truppen nach jinnianö Die Alandsinseln als deutsche Etappe. Stockholm, 3. März, s Meldung des Svenska-Telegrambhran,) Ancrlich. Aus Befehl seiner Regierung hat der deutsche Gesandte in Stockholm, dem Minister d«S Auswärtigen zur Kenntnis gebracht, >ach-Dem t. ich 4, am b.J)k;A,b ßich tJhabc,« u,s V e rcka rrg e n d er sst n n l ä n d is ck e'n Rsgierung Truppen-,«ach Finn- ! nisterium des Großhcrzoglichen Hauses zu folgender Feststellung veranlaßt: Seine Königliche Hoheit der Großherzog beabsichtigte, sich in allernächster Zeit mit- einer Prinzessin eineS deutschen Fürstenhauses zu verloben, deren Anmut und Liebreiz tiefen Eindruck auf iftn gemacht hatte. Ebe der Großherzog diesen seiner Neigung und seinen Herr- scherpflichien entsprechenden Schritt unternehmen konnte, muß- ten zunächst Hindernisse beseitigt werden, die in einer früher beabsichtigten Verbindung, deren Verwirk- lichung aber wegen der Ebenbürtigkeitsfrage nicht möglich war, ihren Ursprung hatten. Die zur Lösung jener Verbindlichkeiten gepflogenen Verbandlungen, die längere Zeit in Anspruch nah- men und weitaus schwieriger waren, als erwartet werden konnte, drückten stark ans das Gemüt des überaus gewissen- hasten und seinfühlenden hohen Herrn. Und als schließlich in jenen Verhandlungen eine Wendung eintrat, die den Großherzog die erhoffte günstige Lösimg für stark gefährdet ansehen ließ, bemächtigte sich seiner eine derartige Verzweiflung über die Gestalwng seiner Zukunft, daß sein« klar« Urteilskraft getrübt und sein Gemüt verwirrt wurde, Aus diesem Zustand geistiger Verwirrung ist allein der unglückselige Schritt zu erklären. Alle anderen umlaufenden Gerüchte sind gänzlich unbe- gründet. Neustrelitz, den 4. März 1918.- Ministerium des Großherzoglichen Hause?. Bossart. D!e Kohlenversorgung der Konsumbäckerei. Auf eine Anfrage des Abg. Schulz sSozZ hat der Reichskanz- ler»Ngentze. Antwort erteilt. Die' Konsum-Genossenschaft Berlin und Umgegend zu Berlin- Lichtenberg hatte zum Betrieb ihrer Bäckerei sowie ihrer Kraftzen- trale mit der Un-ion-Handelsgesellschaft eine.« Abschluß über monai- lich 383 Tonnen Braunkohlenbriketts getätigt. Die nach dem Ab- schlug monatlich zu liefernden Mengen hat die Genossenschaft von April 1917 bis Mitte Februar 1918 ei-h.-lten. Es mußte danach angenommen werden, daß die Konsum-Genossenschast ihren Bäckerei betrieb regelmäßig würde betreiben können. Trotzdem hat die Konsum-Genossenschast in den letzten Tagen des Februar den Bäckereibetried wegen KohlenmangeS tat fach» lich ii i ch t voll aufrecht erhalten können. Dies ist dar- aus zurnckzufühien, daß die 5lonsum-Genossenschaft einen Teil der- jetiigen Kohlenmenge, die für den Betrieb bestimmt war, in irr- tümlicher Auffassung entgegen den Bestimmungen dem Verkauf an ihre Mitglieder zugeführt hat. Di« Lage ist aber auch durch das Ausbleiben von Sendungen infolge Wagenmangcl, Schneever- wehung. Sireckensperre usw.'verschärft worden. �' Infolge des eingetretenen- KohlenmaiiMls-- stellte die Konsum- genosseiisch.ist den Antrag, das.Abschlußquantüm um den Mehr- hedgrf vgii 200 Tonnen Braunkohlenbriketts für'die Mschlußzeit bjs Ende März 1918 zu erWH'en. Diesem Antrag ist von der Kohkenstelle. Groß-Be'rlin mit Rücksicht' aus die Bedeutung des Bäckereibeiriebs für die Bolksernährung alsbald entsprochen worden. Weiter sind der Konsumgenossenschaft von der Kohlen stelle Groß-Berlin. ans.den in Berlin verfügbaren Beständen, trotz der herrschenden Knappheit, größere Mengen- zugewiesen. Auch für die künftige ausreichende Kohlenz u fuhr für den Betrieb der Genossenschaft sind alle irgcndmöglichcn Vorkehrungen getroffen. Husenfreunöe. Ju unserer gestrigen Bemerkung, daß die Sozialdemokratische Partei mit dem Resultat der Berliner Stadtverordnetenwahlen wohl zufrieden sein könne, schreibt ein Blatt:„Be- scheidenheit ist«ine Zier". Dieses Blatt, das so wacker den Unabhängigen in ihrer peinlichen Lage beispringt, sind— die extrem alldeutschen.Berliner Neuesten Nachrichten". Diese Biisensreundsckaft überrascht uns nicht. Die Sympathie eines extrem alldeutschen Blattes für die Unabhängigen sollte der Arbeiterschaft aber zu denken geben. Kleine Anfragen. In einer Anfrage an den Reichskanzler macht der Reichslagsabgeordiiete U h I i g s-soz.) davon Mitteilung. daß die Relchsbekleidungsstelle dem Reichsverband für Herren- und Knabeiibekleidung die Verpfckchwng zur Lieferung von 23 000 An- zügen für die minderbemittelte Bevölkerung auferlegt und dabei den Abliefe rem gestattet habe, auf den Fakturen„Ueber Einstands- wert dieser Notstandskleidung" Zuschläge bis zu 30 Proz. zu machen. Er fragt an, was der Reichskanzler gegen die u n g e- heuerliche Verteuerung der Notstandskleidung für disminderbemittelte Bevölkerung zu tun gedenke.— In einer Anfrage führt der Abg. T au b ade l lSoz.) darüber Beschwerde, daß im Bereich des stellvertr. Generalkommandos filr das 5. Armeekorps die Bestimmungen des Hilfsdienstgesetzes auch für jugendliche Per- sonen im Alter von 14 bis 17 Jahren auf Grimd des Belagerung-- zustandes in Anwendung gebracht werden. Lekte Nachrichten. Der Plan der japanischen Expedition. Amsterdam, 4. März. Aus Tokio wird gemeldet: Aus sicherer Quelle verlautet, daß Blagowastschask, Jrkutsk, Kabarowsk und Omsk nun vollkommen in den Händen der Maximalisten seien. Schweres Explosionsunglück in der Roßstraße. Eine folgenschwere Explosion, bei der drei junge Menschenleben mit einem Schlag vernichtet wurden, ereignet« sich Montag abend im Hause Roßftr. 3. Dort befindet sich im Dachgeschoß das Feuer- Werks- und Spielwarengeschäft von Joh Friedrich Müller. Aus noch nicht ausgeklärter Ursache gelangten dort gegen 6 Uhr Feuerwerkskörper zur Explosion. Der Brand nahm sefort größere Dimensionen an; als die Feuerwehr anrückte, stand der gesamte Dachstuhl bereits in hellen Flammen. Erst nach zwei- stündiger anstrengender Arbeit konnte die Wehr des Feuers Herr werden.- Leider sind drei in dem Geschäft tätige junge M ä d- ch e n in den Flammen umgekommen: die achtzehnjährige Kontoristin A. Schön Herr und die beiden sechzehnjährigen Lage- ristinnen Charlotte Dietrich und Frieda Voigt! ander. Die verkohlten Leichen wunden bei den AbräumungSarbeiten gesunden mid nach dem Schauhause gebracht, lieber die Ursache deS Unglücks .ist eine Untersuchung emgel-mtet, Nr. 64 ❖ 35. Jahrgang Seitage öes vorwärts vlenstag, 5. MSrz 141S Die auswärtige Politik vor öem Hauptaussthuß. Die Veratungen des HauptauSschusieS begannen am Montag mit dem Etat deS Auswärtigen Amtes. UnterstaatSsckretär v. d. Bussche macht Mitteilungen über den Frieden iumrng mit Rußland. Der direkte Vertebr mit Persien ist nunmehr gesichert. Der bisherige ZolUorif mit Runland bleibt auf Jahre hinaus bestehen. Rußland ersetzt die Schäden, die unseren divlomatischen Per- tretungen imgrsügt worden sind. Die Stoatsverträg« und die privat- rechtlichen Verhältnisse werden wieder hergestellt. Der Austausch der Kriegsgesa ngenen lvird durch eine besondere Kam Mission geregelt. Die deutschen Kosonisten in Rußland können out ihren Wunsch aus dem russischen Nntertanenverband ausscheiden und Rußland verlassen. Eine Amnestie wird gegen 'eitig erlassen, die sich auch auf Staatsangehörige bezieht, die dem Feinde gezwungen dienstbar waren. Abg. Lcdebour� Skandinavische Blätter bringen eine Meldung aus Stockholm, wonach Deutschland die Absicht habe, die Alands i in e l n zu besetzen. Dagegen hat Schweden protestiert. Die deutsche Regierung hat geantwortet, daß die Besetzung nur den Zweck habe, der finnischen Regierung zu Hilfe zu kommen. Schweden bat auch dagegen protestiert und damit ist Schweden im Recht. Redner erörtert dann die Depesche Bethmann HollwezS an den Botschafter Schorn und beantragt, den Wortlaut der Depesche vorzulegen. Man hat anfangs an eine Falschmeldung glauben müssen, denn diese Depesche beweist, daß die deutsche Regierung alles getan hat, um die Neu- traliiäl Frankreichs unmöglich zu machen. Unterstaatssekretär v. d. BuSsche: Wir verbandeln mit der finnischen Regierung über den Abschluß eines FriedensvertraacS, deshalb konnten wir ihre Hilferufe nicht unbeachtet lassen. Mir Schweden ist verhandelt worden, mit dem Resultat, daß Schweden seinen Wideriviuch fallen ließ. Die Depesche Bethmann .Hollwegs an den Botschafter Schoen sei richtig mitgeteilt worden. Den Vorwurf, daß damit auf den Krieg mit Frankreich hingearbeitet wurde, weite er zurück. Abg. Prinz Schönaich-Carolath begrüßt den Friedensschluß mit Ruß'nnd und wünscht zu wissen, was der Friedensvertrag bezüglich der Ostseeprovinzen festgelegt habe. Wie stehe es ferner mit den Forderungen, die an Rumänien gestellt worden sind? Unterstaatsfekrelär v. d. BuSsche vermag auf letztere Frage keine Antwort zu geben, denn in Rumänien sei momentan noch alles im Fluß. Abg. Haafe: Wir müssen die Bedingungen kennen, die Rumänien gestellt worden sind, sonst bestehe die Gefahr, daß man den Reichs- tag wieder vor vollendete Tatsachen stelle. ES sei auch recht bezeichnend, daß man ein Dokument von der Bedeutung der Beihmann-Depcsche dem Parlament vorenthalten habe. Die maß- und hallloie Politik im Osten muß daS größte Befremden er- regen. Die von Deutschland unlerstützte finniiche Regierung ist eine Vertretung der bürgerlichen Parteien. Die Massen sind sozialdemo- kratisch und werden die Macht wiedererlangen. Man will einfach die Revolution niederwerfen. Abg. Dr. David: ES gibt momentan keine finnische Reaierung, sondern nur zwei Parteien, die miteinander im tckäristen Kampfe um die Macht stehen. Die Masse deS Volkes, insbesondere die Kleinbauern, ist aber zweifellos sozialdcniokratisch, und eZ unter- liegt gar keinem Zweifel, daß die Sozialdemokraten wieder zur Macht kommen. Tie Truppen Rußlands find zurückgezogen, des- halb soll man die Auseinandersetzungen ruhig den Parteicu überlaffen. Deutschland aber umerstützt dort momentan eine Partei- r e g i e r u n g. Die in der Ukraine bestehende sozialdemokratische Regierung wurde von Deutschland anerkannt, weshalb dann dieser .Kampf gegen die Sozialdemokralen in Finnland? Das Unbehagen in Schweden ist sehr erklärlich, aber auch die finnischen Sozialdemokraten treibt man auf diese Weise der Entente in die Arme. Es ist gut, daß die Depesche Bethmann HollwegS an Schoen nicht praktisch in W>rkiam!eil getreten ist. Mit der Frage der Schuld an dem Kriege hat dieser Vorgang nichts zu tun. Die Regierung sollte aber auch zu ihren Taten ftchen. Bei den Verhandlungen mit Rumänien darf der Reichstag nicht wieder vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Wir wollen auch dort einen Frieden der Berständigung. Abg. Rießer: Da« Telegramm an Schoen war nur eine interne Instruktion, die niemals Gegenstand von Ber- Handlungen war. Rußland behaupte bereits jetzt, daß eZ zum Frieden gepreßt wurde. DaS müsse sofort dementiert werden. Abg. Gothein erklärt, daß er und seine Freunde auf dem Standpunkt der finnischen Weißen Garde stehen. Für unS bestand aber trotzdem kein Anlaß einzugreisen. Die Austragung des Streites muß den Finnländern überlassen bleibe». Die Depesche an Schoen dürste auf den Einsluß militärischer Kreise zurückgeführt werden. Bei den Verhandlungen mir Ru- mänien müsse die Judenfrage im Sinne der Beschlüsse der Berliner Konferenz gelöst werden. Die rumänilche Regierung hat sich bisher in der infamsten Weise ihren Verpflichtungen entzogen. Abg. Lrdcbour: Die Juden frage in Rumänien muß gelöst wer- den, aber man soll in allen Staaten dafür sorgen, daß religiöse und politische Unterdrückungen beseitigt werden. Auch die d c u t- schen Kolonisten in Beßarabien müssen geschützt werden. etwa dadurch, daß man ihnen eine autonöme �xhul Verwaltung garantiert. In der finnländischen Frage handle es sich nicht darum, auf welche Seite man sich stelle, sondern nur darum, daß wir kein Recht haben, dort zu intervenieren. Daß man die Zurück- Ziehung des russische« Militärs forderte war richtig, aber das ruffische darf nun nicht durch deutsches Militär ersetzt werden. Tie Bethmann-Depesch-e lasse die Absicht der deutschen Regierung erkennen, zu perhüten, daß Frankreich neutral bleibe. Abg. Graf Westarp: Wir stehen mit einer finnischen Regierung in Friedensverhandlungen und müssen daher.diese Regierung stützen. Ueber die Zweckmäßigkeit der Bethmann-Depesche könne man verschiedener Meinung sein, vielleicht wollte man sich nur gegen eine Schein-Neutralirät schützen. Jedenfalls hat die Depesche nur noch historisches Interesse. Abg. Prinz Schönaicki-Carolath warnt eindringlich davor, sich etwa für die Interessen deS Königs von Rumänien zu erwärmen. Abg. Bruhn(Tisch. Fr.) spricht gegen die Regelung der Juden- frage in Rumänien. Abg. Ebcrt: Mit Finnland haben wir keinen Frieden ge- schlössen, also auch keinen zu verteidigen. Wir verurteilen das Eingreifen dort mit aller Schärfe. Die deutschen Kolonisten in Beß- arabien zu schützen, ist unsere selbstveritändliche Pflicht. Was die Rumänen mir ihrem König machen, kann uns gleichgültig sei». Die Depesche Bethmanns an Sckioen iit eine Unvrrständlichkeit, die nicht icharf genug verurteilt werden kann. Abg. Gothein polemisiert gegen den Abg. Bruhn. Abg. Alvcrs(Welse) verlangt einen deutsche« Hafen am Schwarzen Meer» der in den dort wohnenden deutschen Ansiedlern einen wirtschaftlichen Rückhalt hätte. Abg. Haas«(U, Soz.): Wie könne man mit Finnland einen Frieden schließen wollen/ nachdem man mit diesem Land- gar n i ch t i ni Krieg gestanden habe. Das mache die Entsenlmng von deutschen Truppen noch unerhörter. Unterstaatssekretär v.d. Bussche: Die schwedische Regierung hat sich der Besetzung der Alandsinseln, als Etappe, nicht mehr widersetzt. Redner macht dann vemauliche Mitteilungen über Rumänien. Die Depesche Bethmanns an Schoen ist richtig wiedergegeben worden, sie hat aber den Gang de: Ereignisse nichtbeeinflutzt. Eine Sicherung gegenüber Frankreich war nötig. Die Depesche ist aber damals gar nicht zur Kenntnis der französischen Regierung gekommen. Abg. Naumann fragt, wie die Grenzberichtigungen zwischen Rumänien und Ungarn gedacht sind. Unterstaatssekretär v. d. BuSsche: Es bandelt sich in der Tat nur um wenig bedeutende Grenzberichtigungen strategischer Art. Abg. Maher-Kausbeuren teilt mit. daß nian in Bayern be- fürchte, daß die Ausbeutung der rumänischen Petroleumschätze einem rem preußischen Konzern übertragen wird. Unterstaatssekretär v. d. Bussckw antwortet, daß feste Ab- machungen noch nicht getroffen worden sind. Abg. Graf Posadowsk» bespricht eingehend die Petroleumfrage Die Depcscke Bethmanns war überraschend, man mußte sie zuerst für eine Fälschung halten. Diese Depesche zeigt, wie wenig man die Stimmung' in Frankreich kannte. Damit schließt die Aussprache. Der Antrag Ledebo-ur wird abgelehnt, nachdem der Wortlaut der Tcpesche als richtig anerkennt worden ist. Für dos Auswärtige Amt wird«in neuer Unters tga'Ssekretär verlangt. Dies« Forderung wurde genehmigt.— Der Rest des Etats des Auswärtigen Amts wurde ohne wchentliche Bedenken erledigt. Es folgte die Beratung deS Reichsamts des Innern. wobei der Referent, Abg. v. Gräfe, bemängelte, daß für das ReichSamt des Innern zwei, für das ReichSwirtschaftsamt sogar zehn vortragende Räte neu gefordert werden. Weiter Iri tisiert er, daß man die Dienstwohnung im ReichSamt dcS Innern dem Vizekanzler überlassen hat. Staatssekretär Wallras begründet die Vermehrung der vor tragenden Räte mit dem Anwachsen der Geschäfte.— Abg. N o s k e teilt die Bedenken, die gegen«ine Schaffung so vieler neuer Stellen spreche. Man müsse auch einmal Aufklärung über den großen Apparat erhalten, an dessen Spitze der ftühere Staatssekretär Helfferich steht.— Unterstaatssekretär Lewald teilt mit, daß dieser Betrieb sich in sehr engen Grenzen hält.— Abg. Hoch fragr, wo diese Ausgaben im Etat stehen.— UnterftaatSfekvetär Lewald: Die Hilfsarbeiter werden von ihvcn seitherigen Ressorts bezahlt. Dr. Helfferich leitet die Sache ehrenamtlich.— Abg. E: z b e r a e r bekämpft die Forderung, denn Sparsamkeit s« unbedingt am Platze.— Staatssckvetär Wallraf fetzt auseinander, daß der Wirkungskreis deS Roichsamis des Innern immer noch fcbr um- fangreich ist und nach dem Kriege noch sehr erheblich wackncn wird. — Abg. Graf PosadowSky ist mit der Form, wie das Reichs- amt des Innern geteilt wurde, nicht einverstanden. Die beiden Räte für das ReichSamt des Innern wurden abgelehnt; der Rest des Etats bewilligt. Bei den Petitionen brachte Abg. H o ch zur Sprache, daß viel- fach die erhöhte Familienvnterstüyung nicht im vollen Betrag von 8 M. monatlich gewährt wird. — U ntcrstaatsfckretär Wallraf meinte, man habe den Liefe- rungöverbänden einen gewissen Spielraum lassen wollen. Dem- gegenüber betonte Abg. Hoch, daß die 6 M. monatlich als Min- de st Zuschuß gemeint waren. DienSrag steht der Etat des RcichSwirtschaftSamtS zur Be- ratung. GroßSerüu Nur H Tage trennen uns noch vom 14. Atarz, dem Wahltag von Nieder- barnim. Nach den Erfahrungen der letzten Stadtverordneten- »vahlen steht dort die Sache so, daß der S i e g der sozial- demokratischen Partei niit Gewißheit zu erwarten ist. wenn die Mitglieder der Partei bis zum letzten Mann ihre Pflicht und Schuldigkeit tun! Nur durch die Lässigkeit der Parteigenossen könnte der Wahltag mit einem Erfolg der Arbeiterzersplitterer enden, der für die Zukunft der Arbeiterbewegung verhängnisvoll wäre. Jeder sei sich darum seiner großen Verantwortung bewußt! Keiner verweigere der Partei in: Kampfe, den sie für die Einheit und Geschlossenheit der Arbcitcrbeivcgung führt, seine Hilft! Keiner fehle in den Parteiversamm- lungen, die morgen. Mittwoch abend, statt- finden werden mit der Tagesordnung:„Tie Wahl in N i e d e r b a r n i m". Zeder denke schon heule daran, daß er sich den morgigen Abend zur Erfüllung seiner Parteipflicht frei- halten muß! Die deutsche Waserstoff-AussteNuug wird in Berlin heute eröffnet. Sie kann— wie schon manche andere Ausstellung, die in der KriegSzeit veranstaltet wurde— zeigen, daß Not erfindcrikcki macht. Die Knappbcit an Rohstoffen für die Textilindustrie Deutschlands au Baumwolle, Wolle, Flachs. Hanf, Inte, von denen sie in Friedens- zeiteil sehr große Mengen aus überseeischen Gebieten bezog. zwang zur Beschaffung von Ersatz. Dabei konnte man zum Teil auf schon früher seit sehr langer Zeil verwendete, aber last in Vergessenheit geralene Stoffe zurückgreiien. wie es zum Beispiel die durch ihre Oualilät sehr wertvoll« Nesselfaser ist. In großem Umfange nber mußte man neuere Ersatzstoffe benutzen, hauptsächlich Papier, das zwar minder wertvoll ist. doch den Borzug hat, in großen Ouantitäten hergestellt werden zu können, serner z. V. die Torsfaser und den ganz neuen Faserstoff auS Rohrkolbenschilf «Thpha). Wir finden m der Ausstellung den älteren Ersatz und de» neuen, wir können den Werdegang von dem Rohstoff und der daraus gewonnenen Faser bis zu den Gespinnsten und Geweben und den daraus angefertigten Gegenständen vertolgen, wir werden durch staiistlsche Zusammenstellungen über die volkswirtschaftliche Be- deutung dieser Ersatzstoffe und der sie verarbeitenden Industrie be- lehrt. Die ReichsbelleidunzSsielle bat die Anregung zu dieser AuS- fiellung gegeben, nicht nur um Landwirtichast und Industrie auf die Möglichkeit einer vermehrien Gewmimng von Faserstoffen auS heimischem Boden und einer mannigfachen Verwendung zu Gebrauchsgegenständen hinzuweisen, sondern auch um auf die Bevölkerung einzuwirken, die bisher den Ersatzstoffen der Textil- industrie noch starkes Mißtrauen entgegengebracht hat. lieber« raschen wirb manchen Besucher namentlich die viel- kältige Verwendungsmöglichkeit der auö Holz gewonnenen Papier- fafsr, di« sich z. V. ebenso zu dicken Seilen, starken Treibriemen und massigen Fördergurten eignet, wie zu Kleidung und Wäsche, zu zierlichen Tischdecksn und feinsten Spitzenkragen. Zur Bekämpfung de? Mißtrauens gegen die ans Papierfaser angefertigte Kleidung usw. hätte eS sich empfohlen, auch Kleidung auszustellen, die längere Zeit benutzt und schon abgenutzt worden ist. Begreiflicherweise möchte der Verbraucher, che er solche Kleidung kauft, zunächst wissen, wie sie „sich trägt*. Die Ausstellung ist heuie von 2 Uhr ab für den Besuch geöffnet. Sie ist eine Wanderausstellung, bleibt 6— 6 Wochen in Berlin und siedelt dann nach anderen Großstädten über. Schutz der Friedhöfe gegen Bebauung. Durch einen wichtigen Nachtrag zur Baupolizeiordnung bat der Berliner Polizeipräsident nach Anhörung des VerbandSausschusses Groß-Berlin und unter Zustimmung des Oberpräsidenten für eine Reihe von Stadtteilen Groß-BerlinS die offene Bauweise vorgeschrieben und die Friedhöfe, ebenso wie die? bereits für Berlin selbst geschehen ist. vor der Gefahr einer späteren Bebauung ge- schützt, ES handelt sich um Wilmersdorf. Schöneberg. Neukölln und Lichtenberg. Durch diese�Polizeivemdimna sind in Groß-Berlin einschließlich der Stadt Berlin über IM' Morgen Friedhofsflächen der Bebauung mit Hochbau entzogen worden._ Bevkürzung des Brotanteils der Selbstversorger. Auf Anordnung deS Oberprändenten ist für den Bereich der Provinz Brandenbürg mit Wirkung vom 1. März d. I. ab die den Selbstversoraern zustebende Kopfmenge an Brotgetreide um 2 Kilo- graimn je Monat herabgesetzt worden. Zur Ernährung ber Selbst- versorge: dürfen also aus den Kopf für die Zeit vom 1. März a> an Brotgetreide monatlich nur noch 6,5 Kilogramm per- wendet werden. Von der lausenden BersorgungSzeit wird auf die bereits zugeteilten Getreidemengen 1 Kilogramm Getreide auf die nächste BersorgungSzeit angerechnet. Ferner baben die Ortsbehörden nach einer Bekanntmachung des LandratS des Kreises Teltow so- gleich von den Selbstversorgern die hiernach noch abzuliefernden Getreidemengen obzunchmen und den Kommtssionären der Reichs- getreidestelle umgehend abzuliefern. Lebensmittel für(Srost-Berlm. Im LebenSmittelverband Groß-Berlin werden aus die gemein- fchastliche Lebensmittelkarte mißer der kürzlich bekannt gegebenen Verteilung von IM Gramm Nährmitteln weitere 700 Gramm Nährmittel und 10M Gramm Auist.ichinittel(entweder Marmelade oder Kunsthonig) und auf die Karte für Jugendliche 200 Gramm Nähr« mittel sowie Dauermilch und Puddingpulver ausgegeben. Der Aufruf und die Bekanntgabe der einzelnen Abschnitte wird durch dir Gemeinden erfolgen. Süststoffverteilung. Der Magistrat Berlin. ZuckerberiorgungSstelle. macht bekannt, daß auf Abschnitt 80 der Süßstoffkarte 3 im März ein Päckchen Süßstoff Ii-Packung Zu 25 Pf. entnommen werden darf. Die Abschnitte 1—29 haben' ihre Gültigkeit ab 1. März verloren und dürfen nicht mehr eingelöst werden. Schule für Kopfschußverletzte. Die durch Kopfschuß Verletzten und aus dem Heeresverband entlassenen Krieger werden darauf ans- merkiam gemacht, daß die KriegSbesckädigtensürsorge für sie inner- halb der Stadl eine besondere S ch u l e eingerichtet hat, wo sie durch besonders geeignete Lehrer einen ihren Leiden angepaßten Unterricht erhalten können. Der Unterricht erstrebt die Hebung der durch die Verwundung herabgesetzten geistigen Fähigkeiten und die Ausgleichung der im Wissen und Können entstandenen Lücken. Auf Wunsch vermittelt die Schul« auch beruflichen und spezialärztlichen Rat. Anmeldungen zu dieser Schule werden Montags von 5—5 und Donnerstag« von 10—12 und von 5—6 Uhr Bcrgftr. 58 angenommen. Eine Rachrichtrnsam«elst«lle über Vermißte und unbekannte Tote ist beim Polizeipräsidiuni Berlin für Preußen errichtet worden. Besonderer Wert wird auf genaue Angabe der Zeit gelegt, seil wann der Vermißte verschwunden oder wann der unbekannte Tote aufgefunden ist. Nach Möglichkeit find Lichtbilder der Vermißten »der der Toten. Stoffproben der Bekleidung und Fingerabdiücke der Toten mit einzusenden. Die Sammelstelle dient nur als Aus- kunflSstelle.___ Ein Kind von einem Soldaten erschossen? Sonntag abends'ftst Uhr wollte ein Gefreiter init einem Landsturmmann einen Deserteur ins Polizeipräsidium bringen. Im Gedränge des von zahlreichen Paffantcu belebten Alexanderplatzes entfloh der Gefangene. Der Gefreite gab acht Schüffe hinter ihm ab, verwundete ihn leicht und verletzte einen vierjährigen Knabe» so schwer, daß dieser im Krankenhaus am Jriedrichshain starb. Der Getötete war das einzige Kind seiner Eltern. Der Vater, ein Zuschneider G r a p i u S aus der Schönhauser Allee, ist gegenwärtig als Soldat im BekleidungS- amt beschäftigt und befand sich mit dem Knaben auf dem Wege zum Bahnhof. Daß bei militärischen Gefangenentransporten auf belebten Straßen und Plätzen Berlins scharf geschossen lvird, gehört bekanntlich nicht zu den Seltenheiten. Ein ähnlicher Vorfall hat sich vor kurzem im Tiergarten ereignet, glücklicherweise ohne tragische Folgen. Dem bürgerlichen Rechtsbewußtsein erscheint es erträglicher, daß ein Verhafteter, und wäre es auch der schwerste Verbrecher, gelegentlich durch die Flucht entkommt, als daß Unschuldige getötet werden. Das mili- tärische RcchtSbewußtsein kommt zu dem entgegengesetzten Resultat und hält nach wie vor an einer dienstlichen Instruktion fest, durch die daS Leben jedes Bürgers in jedem Äugenblick gefährdet werden kann. Vier gefährliche Verbrecher sind durch die Neuköllner Kriminal- Polizei unichädlich gemacht wordsm ES bandelt sich dabei um ein Verbrecherkleeblatt. das namentlich in Königsberg i. Pr. zahlreiche Embruchidiebstäble verübt und reiche Beute gemacht hatte. ES bc- stand aus einem angebliche» Unteroffizier Otto Becker, einem rahnellflüchtigeii Soldaten Ewald Weiß, der sich Fritz Rudan nannte, und einem gewisieu Hans H i n tz. Die drei waren nacb Berlin gekommen, um sich hier von ihrer anstrengenden Tätigkeit in der Provinz zu erholen. Becker und Weiß hielten sich un- angemeldet bei einer in der Karlsgartenstraße wobnenden Freundni auf und wurden hier von der Neuköllner Kriminalpolizei er- miltelt und festgenommen. Beide Burschen trugen in ihren Manteltaschen geladene Nepetierpistoleu bei sich. Den Verhafteten konnten bereit« eiue ganze Reihe Einbruchs- diebitahl« nachgewiesen werden.— Ein weiterer sehr gefWrlrct'.'r Bursche wurde in Neukölln in der Persnn de« Zljährigen Wohnung- losen Artisten Fritz L o l s ch k o!v S k i festgenommen, der den br zeichnenden Spitznamen„Kettensprengei." in Berbrecherkrcisen führte. L. hatte zahlreich« Einbruchsdiebstähle in Neukölln verübt und gute Beut« gemacht. Er wurde auf offener Straße festgenommen. Er führt« eine sogenannte Parabellumpistole schuß- Ticrcit im Gurt und außerdem einen Revolver mit neun Patronen geladen bei sich. Der Schrecken der Konsumgeschäfte, der Kolonialwarenhandlungen und der Brotkonimissionen!var eine sünflöpfige Eiiibrecverbande. die j'V! von der Kriminalpolizei unschädlich gemacht wurde. An ivrer Snitze stand ein schock wiederholt bestrafter Erich Lautscke, der -uni HecreZdiens! eingebogen, aber wieder entflohen war. Er hatte 4 Mann im Alter von 17—21 Jahren unter sich. Fürsorgezuglinge namens Karl Meier und Franz S Ä» a k, die auö der Anstalt zu Templin entwichen waren, einen gewissen Erich Petsch und einen ebenfalls flahncnflnchtigen Soldaten Anton Zeudncr. Die Bande liindschaftete jeden Einbnich vorher auf das sorgrältigsts ans und brachte die Beule stets sofort zu einem Hehler V 5 h Ile, der ihnen für Kolomalwaren und dergleichen die höchsten Preise zahlte. Jeder Einbruch brachte IciOO M. und mehr. Die Verbrecher waren, wie das jetzt üblich ist, alle niit Schußwaffen versehen. Die ganze Gesellschaft wurde verhaftet und dem UntersuchungS- lichter vorgeführt. Neukölln. Der neue HauShaltSplon ist jetzt den Stadtverord- neten zur Beratung im RechnungSauSlckuß überwieicu worden. Der- selbe schließt in Einnahme und Ausgabe mit 51339 751 M. ab, das iir ein Mehr gegen das Vorjahr um 8.S Millionen Mark. Dieses ist in erster Linie auf die gesteigerten Prelis aller Bedarfsartikel zurück- zuführen, �die von der Stadt erhöhte Mittel zur Aufbringung der- langen. So soll auw wie in Groß-Berliu eine Erhöhung' der Ein- lommensteuer von 160 auf 190 Pro?,, statifindeu. ferner eine Erhöhung desGaspreiseS von 29 auf 22 Pro?., eine Erhöbung derKranken- hauspflegesätze und weiter eine Erhöhung der Bäderpreise. Die Er- vuhung der Provinzialsteuern von 14 auf 18 Proz. erfordert 130 000 M. Aufwendungen für die Provinz, dir aber dann wieder an die Stadt infolge des beschlossenen Lastenausgleichs 1270 000 M. zurückzahlt. Infolge des guten Geschäftsganges der Kinos ist die Lustbarkeits- sieuer anstatt mit 150 000 M. im Vorfahre, mir 300 000 M. dieSma! in Ansatz gebracht. Daneben bringt Uns die Einkommen- und die Gewerbesteuer einen höheren Beirag, während alle übrigen Steuern ganz enorm ziirückgegaiTgeu sind. Neu beabsichtigte Einrichtungen sind daZ Wohnungsamt, das Säuglingsheim am Mariendorfer Weg, Handelskurse für Frauen und Mädchen und Einrichtung von AuSgleichsklassen, um den Volks- i am lern den leichteren Uebcrgang zu den hohleren Schulen zu ermöglichen. Dharlottenburg. ScbkuSmittel. Vom Donnerstag, den 7. März. bis Sonnabend, den 16. März, wird verabfolgt.1 Pfund M a r m e- l a d e a 90 Bf. auf Abschnitt 14 der Groß-Bcrliner Lebensmittel- tatte. Die Belanntniachung vom 26. Februar bezüglich Ausgabe »an 1 Pfd. Nährmittel für Kinder im 3. und 4.' L ebens- jähre wird dahin ergänzt, daß nicht den vom 4. Februar 1941, > andern vom 1. Januar 1914 bis 31. Dezember 1915 geborenen wundern einmalig'/z Pfund Äindergerstenmehl und Vz Pfund Hafer» Nährmittel verabfolgt wird. Im Monat März erhält jede Haus- Haltung auf die AuSweiSkarte ein Bricfchen Sacharin. Die E harlottenburger B r o t k o m m i ff i o n e n find Donnerstag, den 7., Freitag, den 8., und Sonnabend, den 9. Marz, für das Publikum nur von 12 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags geöffnet. Die nver 70 Jahre alten Personen erhalten im Monat März einmalig l-Paket Th oruer KathariuSen auf Grund von Berech- ligungSkarten, die vom 6. bis 9. März in den zuständigen Brot- konimii'sionen gegen Borlage eines anitlichen Ausweises über das Alter der empfangsberechtigten Personen abgeholt werden können. Die Ware kann vom 15. bis 25. Marz gegen Abgabe der Berech- ligungskarten in Empfang genommen werden. Wilmersdorf. Vvllwilchkartcu für Kinder. Von morgen bis Donnaberid werden durch die Brotkommrjstoneu die für K'nder bis ;it"6 Jahren(geb. am 1. April 1912 oder später) bestimmten neuen Vollmilchkarten(April) sowie Nährmittelbezugsscheine für Kinder bis zu 2 Jahren(geb. l. April 1916 oder später) nach besonderer AuSaabeordnung ausgegeben. Tie beteiligten HauShaltnugS- vorstände haben in der Zeit zwischen 9 und 2 Uhr die Karten gegen 'Vorlegung geeigneter Urkunden(nicht polizeiliche Anmeldung der Kinder) in'Empfang zu nehmen.— Die Ausgabe der April- Vollmilchkarten für werdende Mütter sowie der Näbrmittelbezug- 'cheine für stillende Mütter erfolgt in der bisher üblichen Weife durch das Städtische LebenSmittelamt, WilhelmSaue 114/115, I. Ein- gang, Erdgeschoß.__ Lichtenderg. Lebensmittel. In Kolonialwarengeschäften und den städtischen Verkaufshallen Kronprinzen- und Marktstraße werden bis zu 5 Pfund inländisches Rübensauerkraut, a 25 Pf., abgegeben. Als Sonderzuweisung auf Abschnitt 185 der Lichtenberger Lebensmittel- karte kann gegen Voranmeldung je l'/z Pfund Kaffee-Ersatzmischung zum Preise von 2,50 M. pro Pfund abgegeben werden. Auf Absckmilt 10 der gemeinsamen Lebensmittelkarte gegen vorherige Anmeldung 100 Gramm Weizengrieß. Abschnitt 105 wird zurzeit nicht beliefert. Für etwa noch eintreffendes frticheS ausländisches Gemüse, Weiß- kohl und Mohrrüben, behält Abschnitt 173, soweit Belieferung noch nicht erfolgt ist, seine Gnliigkeit. In den städtischen Fischhallen und bei den hiesigen Fischhändlern und Räucherwarengeschästen werden evaegeben: Auf Abschnitt 186 je V-j Pfund frische Fluß- und See- fiiche; aus Abschnitt 187 je Va' Pfund Räucherwaren; auf Abschnitt 188 E und J je eine Dose Sardinen iu Brühe. Spimdav. Lebensmittel. Von heute ab werden auf Abschnitt 56 je 125 Gramm Grieß geliefert. In den durch Aushang kenntlich gemachten Geschäften werden aus Abschnitt 56 je iVa Pfd. Marmelade zum Pfundpreise von 90 Pf. abgegeben. In einer größeren Anzahl von Geschäften ist noch Sago auf Feld 53 der Lebensmittel- karte zu haben. Feld 53 verliert mit Ablauf von Mittwoch seine Gültigkeil. �_ FriedrichShagen. Lebensmittel. Bis Mittwoch gelangt auf Ab- schnitt 75 der Lebensmittelkarte je 2 Pfund Marmelade zum Preise von 1,80 M. zur Verteilung. — Berkauf von Sämereien durch die Gemeinde. In der Lebens- mittelverkoufsstelle, Friedrichstr. 96, gelange» Sämereien, die schon jetzt gesät werden können, zum Verkauf: Karotten und Mohrrüben, Petersilie, Spinat und Zwiebeln. Später kommen auch die anderen Sämereien zum Berkauf. Die Bekanntmachung erfolgt noch. Groß-Seekmer Partemachrichten. Lberschöneweide. Die von den.Unabhängigen am letzten Freitag iu Lichtenberg betriebene Taktik, eine von uns einberufene Wahlversammlung in ihre Hände zn bekommen, sollte in der am S. März in Oberkchöncweide einberufenen Versammlung auch Anwendung finden. Der Vorsitzende, Genosse Jacobs e n. lieh sich jedoch auf eine solche Taktik nicht ein und man beruhigte sich schließlieb denn mich dabei, daß der Einberufer die Versammlung leitete. Die Art der immer wiederkehrenden Zwischenrufe gegen den Referenten. Ge- nossen Wn schick, und auch die Behauptungen der DiskussionS- redner waren ganz auf das Niveau der Unabhängigen gestimmt: Die GcwerkschaftSbeamten kleben an der Pfründe, Arbeiterverrat. die Gewerkschaften baben das Hilfsdienstgesetz veranlaßt und ähn- liches mehr. Der am späten Abend von einer änderest Versamm- lung noch erschienene Kandidat, Genosse W i s s e l l, tonnte mit einem Teil dieser Einwände dann noch in der gebührenden Weise ick-rechnen, wobei er namentlich auch die Unlogit so mancher der Zwischenrufe sofort aufdeckte. Die Polizeistunde brachte leider einen früheren Schluß der Versammlung, als er sonst wohl ein- getreten wäre. Im allgemeinen bewegte sich die Diskussion in ruhigen Bahnen. Wenn überall in dieftr Weise in Arbetterversammlungen verhandelt wird/kann der in der Versammlung mehrfach zum Auedruck ge- brachte Wunsch nach einern Wiederzusammenschluß, der auch vom Genosse» W r s e l l entschieden unterstützt wurde, der Verwirklichung entgegengehen. Tcoipeihof. Versammlung: Mittwoch, abends 81., Uhr, Berliner Straße 12s, Ecke Friedrich-Wtlhelm-Straße, bei Schade. Vortrag Ewald:„Unsere Tätigkeit in der Gemeindevertretung." Lichtcrselde. Die Mitgliederversammlung findet m 0 r g e n, abends 8 U br, bei Draegcrt, Hindenburgdamm 45, statt. Tagesordnung; Die RcichStagSwahl in Niederbarnim. Vereins- angelegenheiten. Soziaiss. Schutz der Arbeiterin»«:»! Immer und immer haben wir darauf hingewiesen, daß der in der Kriegszeit getriebene Raubbau an der Gesundheit und Kraft der Frauen die größten Gefahren für daS VollSwohl bedeute. Da- her denn omh das Verlangen, die Schutzvonchrineu für Frauen und Jugendliche wieder in Kraft treren zu lasten. Die Regierung und die bürgerlichen Parteien des Reichstages baben sich bisher" allen Forderungen dieser Art gegenüber ablehnend verhalten. Sie stehen auf dem Standpmiki, daß die rechtzeitige Herstellung der für da§ Heer und die Bevölkerung unentbehrlichen Erzeugnisse unter allen Umständen sichergestellt werden müssen und dem gegenüber zurzeit alle Rücksichten zurückzustellen seien. Die Anregungen, sich des Schutzes der Arbeiterinnen und Jugendlichen mehr b-tvußi zu sein haben nun anscheinend doch eine gewisse Wirkung gehabt. Der Reichskanzler hat im Januar d. I. an die Bundesregierungen ein Rundschreiben gerichtet, in dem diese ersticht werden, die Gewerbeaufsichtsbeamlcn anzuweisen, folgende Grundsätze zn beachten: „1. Schwache und kränkliche, schtvangere und stillende Arbeite- rinnen dürfen zur Nacht- oder Ueberarbeii nicht herangezogen werden. Die Bestimmungen des Z 137 Abs. 6 her Gewerbe-Ordnung iachlwöchige Ruhezeit vor und nach der Niederkunft) müssen unter allen Umständen gewahrt bleiben. 2. Di« Heranziehung von Arbeiterinnen jeden Alters zu 24 stiindigen oder ähnlich langen Wechselschichten ist ausgeschlossen. 3. Werden Arbeiterinnen über 18 Jahre an der Nachtarbeit be- tciligt, so müssen sie, wenn irgend möglich, in achtstündigen Arbeits- 'chichten beschäftigt werden; jedenfalls dürfen aber ihre Arbeits- schichten einschließlich der Pausen zwölf Stunden nicht über- steigen. 4. Für Arbeiterinnen zwischen 16 und 18 Jabrcn darf eine neue Erlaubnis zur Nachiarbcit iu Schichten, die einschließlich der Pausen länger als 8 Stunden dauern, nicht erteilt werden. Für Betriebe, denen eine solche Erlaubnis schon erteilt ist, kann sie mit der Beschränkung verlängert werden, daß nur diejenigen Arbeiterinnen unter 18 Jahren weiter an der Nachtarbeit beteiligt werden dürfen, die sie schon jetzt leisten. 5. Arbeiterinnen jedes Alters, die in längeren als neunstündigen Schichten einschließlich der Paulen beschäftigt werden, dürfen in zwei Wochen höchstens zu sechs Nachtschichten herangezogen werden. 6. Arbeiterinnen zwischen 14 und 16 Jahren dürfen an ergenr- licher Nachtarbeit— Ziffer 3, 4, 5— nicht beteiligt werden. 7. Zugelassen werden kann eine Beschäftigung der Arbeiterinnen zwischen 14 und 18 Jahren in verlängerten Morgen- und Abend- schichten, d. h. vor 6 Uär morgens und nach 6 Uhr abends, wenn ihre Arbeit auf zwei höchstens neunstündige Schichten einschließlich der Pausen beschränkt bleibt und an ihrer Arbeitsstelle kein eigent- licher Nachtbetrieb stattfindet. 8. Eine neue Erlaubnis zur Ueberarbeit für Arbeiterinnen uiiter 18 Jahren darf nur innerhalb der Grenzen erteilt werden, die in den 13Sa und 139 der Gewerbeordnung gezogen sind. Für Be- triebe, denen eine solche Erlaubnis fchon erteilt ist, kann sie mit der Beschränkung verlängert werden, daß nur diejenigen Arbeiterinnen unter 18 Jahren weiter in der Ueberarbeit beteiligt werden dürfen, die sie schon jetzt leisten." Es ist nicht viel, ivaS hier gebessert werden soll, aber immerhin ist es doch ein Forlschntt. den der Reichskanzler den Bundes- regierungen vorschlägt. Wenn wir d a S auch anerkenneu, können wir doch nicht zugeben, daß damit nun genug getan sei. Die schweren Schädigungen der Bolkögesundheit durch die viel zu intensive Anipaunung der Frauen und Kinder geheischen gebieterisch die Wieder- Herstellung'des ArbeiterschutzeS. Arbeitsvermittlung für Weibliche. Eine gewerkschaftlich organisiert? Aibeiterin schreibt unS— im vollsten Si'iiktang mit unserer Auffassung: Zweifellos werden die Arbeitsnachweise in der Zukunft wichtige Aufgaben zu crsüllen haben. Bon ihrem Funkrionieren wird es ab- hängen, ob bei Beendigung deS Krieges cm ähnlicher Zustand, wie wir ihn aus der ersten KriegSzeit her kennen, vorhanden sein wird oder nickt. Gut funktionierende ArbeilSnaSweise können erheblich dazu beitragen, in der Zeit des NebergängeS aus dem Kriegs- zustand iu die Friedenswirtschaft Stockungen im Wirtschaftsleben zu vermeiden. Gut suuktiouierende Arbeitsnachweise bedingen aber gut ar- beitendeS Personal für die Arbeitsvermittlung. Es mangelt an diesem besonders in der weiblichen Arbeitsvermittlung. Die Kriegs- amtstellen sind deshalb lürzlich vom Kriegsam: ersticht worden. nachdrücklich die Ergänzung und Hebung des Personals für die Ar- beitSvermitilung weiblicher Personen zu fördern. Aus den HauptgesichtSpunkten. dw für die Neueiiistelluilg von Beamtinnen vom Kriegsamt aufgestellt worden siiid, geht nun her- vor, daß, um den Bedarf von ArbeitZnachweiSbealNiinucn decken zu könneu, bei den sozialen Frouenschulen angesragt worden ist, ob und wieviele Schülerinnen zur Ucbernahme von Arbeitsnachweisposten bereit und geeignet seien, gegebenensalls mit Nachschulung in lheorti- scheu Kursen und anschließender praktischer Arbeit. Daß zu ArbeirLnachweiLbeamlinlieu auch aus den Reiben der Arbeiterimien geeignete Persönlichkeiten gefunden werden können, scheint dem Kriegsamt uubekaunl zu fein. Diese würden aber wertvolle Kenntuisie für die Llrbeitsvclmittluug mitbringen, über die Schule- rinnen der sozialen Frauenschulen nicht verfügen können, nämlich BerufSkenntnisse. Ohne diese und ohne daß die Angestellte des Arbeitsnachweises sich auch in die Lage der Arbeitsuchenden hinein- versetzen kann, muß aber die Arbeitsvermittlung notgedrungen eine mehr mechanische bleiben, wodurch weder den Arbeitsuchenden noch dem Gewerbe und dem Wirtschaftsleben gedient ist. Da das Milieu, dem die Bejucherinnen der sozialen Frauenschulen entstammen und ihre große Jugend ein Sichhineinversetzenlöiineu in die Lage der Arbeitsuchenden in der Regel ausschließen, so ist damit zu rechnen. daß durch die Anstellung sozialer Fraueuschülerinneu das Vertrauen der Arbeiterinuen zu den Arbeitsnachweisen keineswegs wächst. Das aber würde der Fall sein, wenn für die Posten der Arbeitsnachweis- beainten mehr als bisher intelligente Arbeilerinnen herangezogen werden, die sich theoretische Kenntnisse und die technische Handhabung der Arbeitsvermittlung in geeigneten Kursen und in der prallischen Tätigkeir schnell aneignen werden und sich dorr, wo sie bereits in solchen Posten tätig sind, auch schnell angeeignet haben. Es ist be- dauerlich, daß daS KciegSamt den Spulerinnen sozialer Frauenschulen für das ArbcitSnachweiswesen eine so bevorrechtete Stellung einräumt. Gerichtszeitung. Hausbesitzer und Lebeusuiittelkarteu. Am 17. März 1917, einem Sonnabend, erschien bei dem HauS- besitzer P e tz 0 l d ein Angestellter des Magistrats Lichtenberg, um für die Bewohner des Hause? Lebensmittelkarten auszuhändigen. Bei einer Nachprüfung der Karten stellte Petzold fest, daß er nicht die erforderliche Anzahl erhalten habe. Obschou er die Brot- kommission aufsuchte, gelangte er erst am Montag in den Besitz der erforderlichen Karten. Bei der Austeilung der Karten traf er einen Mieter nicht in seiner Wohnung. Petzold ließ dem Mieter einen Zettel mit der Aufforderung zllgebeli, die Kartell sich aus seiner Wohnung abholen zu wollen. Der Mieter behauptet, den Zettel im Briefkasten nicht gefnndeu zu haben, begab sich am Dienstag nach der Wohnung von Petzold, trat aber Petzold dorr nichl an. Als hiervon der Polizeibehörde Mitteilung gemacht wurde, begab sich am Mittwoch ct« Polizeibeamter in Begleitung der Ehefrau des Mieters in die Wohnung des Hausbesitzers, um die Karten in Empfang zu nehmen; die Karten wurden auch tatsächlich ausgehändigt. Bon der Straf- kammer wurde Petzold zu einer Geldstrafe verurteilt, weil et es unterlassen hatte, die Lebensmittelkarten an den Mieler vorschriftS- mäßig auszuhändigen; nach den ergangenen Vorschriften hätte der Angeklagte, falls er einen Mieler nicht in seiner Wohnung antraf, einen Zettel an der Wohnung des Mieters mit der Aufforderung anheften müssen, die Karten abzuholen; wurden die Karten auch am folgenden Tage nicht abgeholt, so mußte der Hauswirt den Mieier abermals auf das Lorhandenieiu der Karten aufmerksam machen. Der Angeklagte durfte sich nichl daraus beschränken, einen Zettel durch den Türspalt zu werfen; er mußte auch am folgenden Tage den Mieter auffordern, sich die Karten vom Angeklagten abzuholen. Das Kamniergericht trat der Eiuscheidiing der Strafkammer bei und wies die Revision des Angeklagten Petzold als unbegründet zurück. Mus aller Welt. Geheimc Biehschlachtungcil en Zros. Aus Oldenburg wird gemeldet: Schon seit längerer Zeit trafen auf den Zwischenahner Nachbarstattonen Äaihauierfeld. Bloh und Rastede große Biehtransporte ein. die auf dem Landwege fortgetrieben wurden. Ein Zufall zeigte, daß das Vieh nach Aschhausen ging und die angestellten Ermittlungen ergaben, daß sämtliches Vieh der dortigen großen Fleisch- warensabrik Rabben Zugefrihrt. hier heimlich ge- schlachtet und das Fleisch zn Konserven verarbeitet oder eingepökelt wurde, um es nachher in den Handel zn bringen. Weitere polizeiliche Ennittlunzen führten zu der Feststellung, daß etwa 3 00 bis 400 wert- volle Kühe und Rinder ohne Erlaubnis der Behörde geschlachtet worden sind. Der Fabrikant R a b b c n, der über ein großes Vermögen verfügt, war gleichzeitig Lieferant für die Heeres Verwaltung. Mit Hilfe auswärtiger Händler aus Bremen, Hamburg und Altona sowie Oldenburger und Rostockcr Aufkäufer verschaffte er sich das Bich ans dem Wege des Schleichhandels. In der Rabbenschen Fleischwarenfabrik wurden Wurst- und F l e i s ch w a r c n v 0 r r ä t e im Werte von in e h r als 200000 Mark beschlagnahmt. Das heimlich geschlachtete Vieh wurde nanirlich auch nicht d c rF l e i s ch- beschau unterzogen. Gegen den Fabrikanten Rabben und zahlreiche Aufkäusre ist das gerichtliche Lerfahren beim Landgericht zu Oldenburg bereits anhängig gemacht. Srlefkasten öer Reöaktion. W. 2. 20. Wenden Sie sich an die LandeSversichcrunssanstalt und bitten Sie um Ausftellmlg«nes Duvlikats. Sie sind übugens im Irrtum, wenn Sic glauben, daß eine Riickevstattung der Beitrage beim Tode deS versicherten EbemaimeS erfolgt. Das ist niÄt der Fall. Sie haben nur Atffpmch auf die Witivemenk«, wenn Sic selbit invalid und..Die Kinder'baben Anspruch aus Waisenrente.— H. G. 14. Landfturni- hsttchtigf lungenkrank.— H. L. 215. Nein.— M. R 36. Da Sie dem.'dUtSdieuktgesetz untettteben, köimc» Sic ohne Abkchrschei» die Arbeit nicht äuigeben. Wird Ihne« der Schein Ihrer Meinung nach ohne au-. reichenden Grund verweigert, so löiincii Sic ja die Eiitlcheidliiig des SchtichtungSausschusscS anrufen. Meldung ist zu machen an das Bureau des Aclallarbeiterverbandes, Berlin, Linisnftr. 83/85. Bis zur Eni- scheidung des Schlichtnngsansschnsse? müssen Sie aber die Arbeit fort' Wreni— Bs.<». 79«. 1. Rein, 2. Auch der Kamerad hat keinen Anspruch ans höbere nühiiimg; er hättc�ihn nur. wenn er zum Uuterojfizier befördert ivird.—(y. N. 100. Sic habe» keinen Anspruch au» Eni- schädigung, wenn Sie sich mit dem Aussehen einverstanden erklärt haben. Sie hätten die Eindaltiliig der Kündig ungszcit verlangen können.— 32. Ja. — B. 17. Tie Erhöhung der Löhnung gilt auch sür Vermißte und Gefangene.— C. B.(«Scpeuiek. Sie können keinerlei Erbansprüche gegen den Vater gellend machen, da uneheliche, iiinder nur am Nachlaß der Mutler evfib'crechkigt sind, nicht an dem des Vaters.— 21. Z. Die voll- ständige Räumung der Wohnung muß bis zum 4. vollzogen sein. Sie müssen aber schon am 2. einen Wohnraum oem zuziehenden Mieter frei zur Verfügung stellen.— A. 13. Sie haben feiuen Anspruch aus Ver- pflegungsgeld sür den Nachurlaub, da er gewährt wurde zum Zwecke der Beichäitigung.— Rex Tronkstoiill 42. Sie müssen Klage beim Anus- gerichl auf Herausgabe der Sachen einreichen.— P. K. 403. Ter Reichstag hat bcschioifeii, den Maiinschasten, die über zwei Jahre im Felde flehen, ein zweites Püxgeld zu zahlen. Der Beschluß ist leider bis heut durch den Bundesrat noch nicht genehmigt.— si». C. 100. Aus Ihre bloße Per- mulmig hin können Sie doch gegen die Person nichts unternehmen. Sonst könnten Sie Anzeige bei der Polizei erstatten.— Zt. I. 99. Rein. — K. Ä. 9/17. Die Annahme der Auszeichnung kann der Soldat nichl verweigern.— 21. R. 50. Der Bescheid der Berufsgenossenschast ist richlig: es ist ziveckivs, ihn anzufechten. Nur Renleubezichcr, die 6S-/, Prozent und mehr der Vollrcnte beziehen, haben Anspruch aus die Zulage von 8 M.— Vi. I. Eöpenick. Rein.— 2S. BS. 800. Rein. SSetterauöstckiten inr das mittlere Norddeutictiiand vis Mittwoch mittag. Ziemlich mild, im Südwesten überwiegend bewölkt, mit geringen Niederschlagen, In den anderen Gegenden vieljach heiler, größtenteils trocken. Mlml» dkl smidde- II. ÄlSflchM Filiale Groß Berlin. Donnerstag, den 7. März 1918, abends 8 llhr pünktlich; Ujemeine MMM-WsWMW im Gewerkschaftshaus, Saal 4, Engelufer 15. Tagesordnung: 1, Bortrag deS Rcichslaqsabgcordncten Genossen Silber- schmidt über: ZSohuungsuot und WohnungSbe- fchafiung, eine der wichtigste» Fragen der Gegen- wart und Zukunft. 2. Der Stand der Teuerungszulage« in Groß-Berlw. tz, Verbandsangelegenheiten.. Zutritt haben uur Mitglieder gegen Borzeigung des Mitgliedsbuches. 1LS/16 IU c OrtaverwaUiinsT. BuchhandlungVorwärts, Berlin SW.68,Lindenstr.3 P rntfllrnl i � Verhandiungso des Parteitages der II UIUliUll Sozialdemokratlsclien Partei Deutschlands. Abgehalten In Würzburg vom 14. bis 20. Oktober 1917. Ans den Verhandlungen: Bericht des Parielvorstande», der Kontrollkommission und der Reichstagsfraktion.— Die nächsten Aufgaben der Härtel: Demokratisierung. — Die nächsten Aufgaben der Wirtschaftspolitik.— Wc kUnfliee Finanzpolitik des Deutschen Reiches.— Unsere soziatpolitiscben Aufgaben. Preise; P.infache Ausgabe broschiert 3 Mk.] Gute Ausgabe broschiert 6 Mk. Einfache Ausgabe gebunden 5 Mk. 1 Gute Ausgabe gebunden Y-Mk I ■Direitioa Sias Reiniiardt. Deutsches Theater. V Uhr: Macht dar Finsternis. Kamm erspiele. S U.: Oer schwarze Handschnh. Volksbühne. Theater am Biilowplatz. Untergrundb. Sohönh. Tor. 8 Uhr: Kanneies Himmelfahrt. URANIA. 8 Uhr: Die Ukraine. Theater Königgrätzerstr. '1,6 Uhr: Erdgeist. Komödienhaus T"; Der Unbestechliche. BerlinerTheater � Uhr zum 25. Male: Blitzbisues lllnt. Trianon-Theater "US am Bhf. Friedrichsir. c;,8 Tel.: Zentrum 4927 und 2391. Der Lebensschüler Komödie von Ludwig Fulda. Ida Wüst, Erich Kaiser-Titz, v.MöUendorfi, Flink, ICettner. Stg. 4 ü. kl. Pr.: Johannisfeuer. Theater für Dienstag, 5. März. Tagl. 71!.. Sonnt. S'/j u. 71/. Pars. Auftr. Paul Heldemanii in der Film-Operette .Paulchens BadeabonteueU u. das neue März-Progr. H.Pfau9Bai!ilapt ««»"DireksenslF. 2ß zwüch. BaHnH. Meraziderplatz u Boüzeipr.iüd.-- Amt Kst. 3208 Für Barnen Frauen-Bedlenung Luferittil für«ßeftronfcnfitii. Centrai-Theater Komraandantenstraße 57. 7:/,: Die Csardasfüratin Deutsches Opernhi vLi „BoIlnaiiiisErjügiip. Friedrich-Wilhelnisi. Theater 7l/9Uhr: M Dl'WSliöl'IiizüZ. Kleines Theater Nante. Uhr: Komische Oper 7% o.- Seöwarzwaliiiiiäilel. Sonnab.,0;3.: Sondervorsteil. Ö'l, Uhr; Schwarzwaldmädel. Unstspielhans T/, Uhr: Bie blonden Mädels y.Lindenboi Neues Operettentiaus EchiSbd. 4a. Kassent. Kd, 281 vv.uhrtDerSolilatilerMarie. Metropol-Theater die Hose von Siaraiiiil. Uhr: Kcaidenx- Theater 7'MThr: verjünge IkF. Schillcr-Thcatcr O "Vs uhr: im Halen. Schiller-Th. Charl. 7*/. unr: AHkiiielbei'g. Schillers aal 8U.: Marc. Saizer. Thalia-Theater uÄ: Egoo üinl seine Fraoen. Theater am Nollendorfplatz 7 Uhr zum 150. Male: Oft National-Theater. UöpenickerStr.68. Tägl. 71l, 1 Ein Erfolg,-wie er seit) �Ueberüi großen Toich"1 in dem Theater nicht da- 1 gewesen ist. Die ist riehlig!...! Musik: Walter Bromme.| Stg. 3%: Studenlenliebchen. iniiwiiw Miiiimiwinii Theater des Westens Tv.uhr: Der verliebte Herzog mit Guido Thielscher Rose-Theater. 7'U Uhr: Eine Waise. Der große Tarlctcü-Spielplan dazu Uastsplcl: Frieda Hess, Kgl. Solot&nz, Jan Trojanowski, Hofb.-Mstr., Grete A okermann, Joh.Hen- rrig. Dom Petters. Gertrud Müller, Erna Fritz, Grete Bichtor, Barbara Poitz, Irmgard Adler vom Ballett des Kgl. Hofthcat., Dresden. Zirkus A. Schumann, j Bhf. Friodrichslr. Anf. VI,. Letzte Saison in Berlin, j Bur noch kurze Zeit. Das vollständig neus März-Programm. M Tills Bebe mit ihr. dress. Eisbären.| Entkleidongs-Szene in der Lnft, Frl. Zoe. I Sfach. Beck Gebr. Pelrok.| Die 3 Grazien am Draht. I Mexiko, p�r4'1 Kaffee Sultpold Motzstr. 15. Täglich Kabarett Danny Gürtler N der König der Boheme In a Marcella Max Bee Mollv Moreny Leo Führmann U. die Hauskopello Ctyroky, Eintritt frei! Getränke in unerreichter Qualität. Admiralspalast 7'U Uhr: Dcntsche Tünze von Schubert. Abrakadabra. Walhalla-Theater. 71/, Übt: W SM« SM, MMM, tägl. TV» Stg. 3'/-». 7'/, U Das nene März-Prograrnrn. Das lebende Aquarium Max Wüton. Die schöne Creolin Jenny Suleika u. Partnerin. Maehmut-Boray-Truppe. Türkische I'akire n. Vnlkanmenschen. Karl Rcinsch. Schulreiter auf..Czardasfürsl". Rappos parodist Neuheiten. Zum Schluß: Mondfahrt. Apollo Fnedrichstr. 218. T3;, Der Flieger von Tsingtan sowie die verblüffenden Varietd-Attraktionen. Theaterkasse ab 10U. ununtorbr. geöffnet. iiarzer M Friedrichatr. 165. Ecke Behrenstraße. Ciaire Waidoff Willi Prager Milda Breiten Mizzi Dressl u. das hervorragende März-Programm. Voigt-Theater. Badstr 38. Badsir. 58. Täglich TV, Uhr: Verlorene Ehre. Mittwoch, deu 13. März: Benefiz für Ktüre Richter. Rnttersegen. Casmo-Theater lothringer Str. 37. Tägl.'/.B II. Leliter Aionat. Bereits 100 mal aufgeführt in.e aktuelle Schlaze-.Posfe Hamstersritze. Lorh. dag neue Märzprogramm. Siq. 4U.: 8vhipp, schipp, hurra! keicbsballen-l'beafer. Allabendlich?>/, und Sonntag nachmittag 3 Uhr Zum Schluß: KeinWeih- nachtstramn Nachmittags ermäBigte Preise! J? Berliner Konzerthaus Mauerstraße 82. Zimmers traße 90/91. Hente: Großes Konzert des BeHiner Konzcrtlians-Orchcsters, Leiter: Komponist Franz von Qlon. Anfang 71/, Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang 7»/, Uhr. Freitag, den 8. März: Vaterländischer Vortragsabend, veranstaltet vom Verein ehem. Kameraden des Infanten e- Eegimcnts von Stölpnagel(5. Brandenburg! seht;?) Nr. 48. f 1 9 4. 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Alle anf dem Boden der Mehrheit stehenden Anhänger sind eingeladen. Sozialdemokr. Nerew str Kerltn!. Mitgliederversammlung bei Glane. Kommandantenstr. 88. Referent: Genosse Z>. u t t n e r Tor Vorstand. Sosillldtmokr. Uertln für Kerlm II. Mitgliederversammlungen: I. und II. Abt. Westen bei Richert, Siciniueh- strasti 36a. Alle übrige« LKieilungen des Kreises im Jugendheim, Lindenftr. 3. Ter Vorstand. Sonaldemllkr. Verkiit für Kerlm III. Mitgliederversammlung im Gewerkschaftshaus, Lngeluser 15. Ter Vorstand. SoMtlllokr. Kereiu für Kerlin IV. Mitgliederversammlungen. Petersburger Viertel: Karl Kühne. Schrei- nerstragc 58. Landsberger Viertel: im ElNstnm, Lands- berger Allee 40. Rsseren: Genosse Hugo Poetzsch. Frankfurter Viertel: Kleines Gcwerk- schaftShauS. Eiijabelhstc. 11. Ttrolaucr Viertel: Kicuit,. Simon-Dach- Struze 24, Ecke Slevaler Strehc. Cövcnicher Viertel: Fröhlich. MuSkiuic: Straße 1.' Görlitzer Viertel: Taus. Lausitzer Str. 46. Reserentin: Genossin Martha.Hobt) t. Ter Vorstand. Sttmldkmgkr. Dmiü für Kcrliu V. Allgemeine Mitgliederversammlung i« den»UnionS Festtalen-. Greefswalder Eirahe 223. Ter Vorstand. Sonaldemokr. Verein für Kerliu VI. Mitgliedervcrsamnllnnge»: Abt, 1—7 im Gcnosienschaftshaus. Star- garder Str. 3. Rcsercut: Genosse Nürnberg. Abt. 8 bei Hossmann. Swincmünder Slr. 47. Abt. 9 bei Obiglo. Stralsundcr Str, lt. Abt. 10,— 11 bei Paul,(Äartenftr, 101. Abt. 12 und 15 bei Röther, Waidstr. 31. Abt. 13 und 14 bei Renter, Birtenstr. 29, Abt, 18. u, 19 im„Schwedenzelt«. Schweden, und Excrzierstraste»-Ecke. Abt. tk und 17, 20—22 bei Kraute. Utrecht«, Straf!« 9, Ecke Turincr �iraste, Ter Vorstand. Königs• Waatcrhaason- Wildau um 7i;a Ubc im Reuen Schützeuhanse. Nese- rent: Genosse D a v i d s o h n. XvnkVlla in solgenden Lotaleu: l.— 2. Bezirk Lei Schulz, Reuterstr, 47, Ecke Lenaustraste. 3,— i. Bezirk bei Brauer, Tellstratze, Ecke Wescrstraße. 5. Bezirk bei Schittler. Veichlelstraße 5, Ecke Denaustraß«. 8. Bezirk bei Roack, Weserstr, 41, Ecke Fulbastr, 7. Bezirk bei Iben, Boddinstr, 58, Ecke Lsarstr. 8. Bezirk bei Klein ort. Stuttgarter Str 7, � 9. Bezirk bei Nitzsche, Berthelsdorserstr, 8, Ecke i'ieue Donaujtratze 10.— 12, Bezirk im Tntiicrbeiui, Böhmische Skaste 13. 13.— 17, Bezirk bei Benkel, Hermaimftr. 178, Ecke Thomasstraße. 18,-20, Bezirk bei Richnow, Prinz-Handjery- Straße 69. 21,-24, Bezirk bei Hentschek, Herrfurihstr. 27, Alaidondort. Chaaffeestr, 44, Referent: Genosse Bartels. bei Clement. Düppelstraße 7, Res«- reni: Genosse Katze u ft e i n, Wll>nonsd«i-k bei Schäfer, vrnndenbur- gliche Straße 69. Reserentin: ssrau Dr. Toni Sußmann. Somldtmokraiifchtt Verei« für Niederbarnim. Borslgtvald«- Wittenau bei Heider Nauschstraßc, Frledriekslragen im.Lindengarte«', Friedrich str, 74, Kauladort Lei Hamtzel, Hönow erstr, b. rjchtcnbcrir. Morgen, abends 8 Uhr, bet Baman». Grhdhiusstr 15, Ecke Krossenc?, Straße: Zahioeriammlung.— Erscheinen wegen der erforderlichen Wahloorbereiiungen dringend erwünscht, ZVledeA>»el>anl»nn»en. Wählerveriamw- lung tri Retttg(.Schwarzer Adler'), Blankenburger Str. 4. Referent: Reichstags- kandidat R U d o I s W i s I c I l. DiberaolrUnetrelcke bc! Ladewig, Law jenerstr. 5, Tienstag, i>. März, abends 8 Uhr: I'anko'rt..Zur Hütte', Breitestraßc 1« TageSvrdntma: 1, Gemcwdeangelcgen- betten: 2, Die Reichstagswahl in friedet- barnim. S. BerschiedeneS. IkelnlekenS»r'5-Dwt bei Dölchner. Re- ndenzstraßc. Ecke Marltstraße. und bei Nenmann. Provinzstraße, Ecke Hopp-st-r, Die ReichStagSwabl am 14, März und die Gemeindevertreterwahl am 17. und IS. März ersordeni die Slinvesenheit aller Genossen>tnd Genossinnen. Kclnlekenilort- Wc«t bei EchlUer. Antonienstr. 10. Welven»ee bei Staerke. Eharlotienburger Eiraße S. 5o;ialdkmokrat. Utrem für Ctltoio- Ktrsl'.oV-Ztorkoto-EharllZttknbitrg. Mitgliederversammlungen: �.ator-wlrnk bei Feuerstein. BiSmarckstr, 82, �It-SBentoks-FalkenKerg bei Vahr, Eöpenicker Straße 45. vSpenlok im Kalserhot, Gmttslr. 10. In den Versammlungen müsieu sich alle Genossen und Genossitmen, die es irgendwie möglich machen können» zur Mitarbeit bei dar Reichs- tagswahl in Niederbarnim melden. Sonntag, deu ist Mugblattverbrcitnng. Am Wahltage. 14» werden Hunderte von Hilfskräften im Kreise gebraucht. Kein Genosie. keine Genossin darf an diesem Tage fehlen. Die Beteiligung an der Flug�lattverbreitung und am Wahltage ist Parteipsticht. Laste sich keiner einer Nnterlaffnng zeihen. Beteilige sich jeder an der Wahlarbeit. Die Meldungen zur Mitarbeit sind unter Angabe von Namen und Wohnung zu richten an Th. Fischer, Berlin LXV 68, Lindenstrasie 3. Telephon: Anit Morißplatz 364 Der Bezirksvorstand. <&t5U mMSje? Ditfe fragt bat SenoNt 6 du ar d David in einer vordem. holländirch-rkandinavirditti friedensbomitee in Stodtbolm gehaltenen Rede beantwortet und vertritt in geradezu meitterhaftcr Steife den Standpunkt der deutfehen Sozialdemokratie.■Jeder Arbeiter, jeder Parteigenoff e muH diefe Brofcbiirc gclefen babenl preta it—)VIarh. Bucbbandlung Vorwärts, Berlin 6 Cd., Lindenftr. 3 (Laden), fewte rämtUche Zcitungsausgabeftellen. Klage Handwerker bereiten eich vor. für den neuen gew erblichen. Aufschwung, erhöhen Jetzt ihre Kenntnisse und Fertigkeiten und sichern sich damit eine gute Exlstenr oder gllinzcnd© 8tel- lunff. Verlangen Sie von mir sofort omsonat einen illnstr. Katalog über anerkannt gute, erprobt« und lehrreiche Fachbücher, die Sie in Ihrem Berufe füx- dem und vorwärtsbringen. tßgT Für jede» Handwerk. HM An Militär nur gegen Einsendung von 25 Pf. für Porto, da Versand als Feldpost nicht zulässig. Berat genau angeben. Carl llerm. lindwlg, Breslau»8.,'117. Spezialarzt Dr. med. WoekeDM FHettlislr.iaÄaf-.1« IQrSyphilU,liarn-u. Frauen ieipeä Biutuntersucliungen. Schnelle, aiohero, schmerzlose Heilung ohne Bepufsstfirung TeilzaWong Lurch unserSeschäfi wird Sie rasch mii den reizvollen Neuheiten de? diesjährigen Mode vertraut ma- chen. Er wird Sie aber auch be, wundernd erkennen lassen, wie groß die Fülle, wie reich die Vieissliigksit dessen ist, was wir für Ihre Wahl bereit holten. Königst?. 33 äbn ZSsbnhsf öonnfags s«WoMn! Shausseeflr. 113 Seim ÖcHlntr SofinM Zcntraiverband der ) Stekarbeiter öculFchiands. j Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nach- j srichl, das; miser Kollege, der[ -leimnetz iermanoStemmlet am 2. März verstorben ist.! Ehre seinem Andenken!! Die Beerdigung findet i Mittwoch, den S. März, I achmitlags 1 Uhr, von der j f Halle des Kethseinene- l Friedhofs, Nordend, Blan- j lcniclder Straße, anS stall. I Um rege Beteiligung er-> sucht l7i/7 s Die Ortsverwaltung. Irngs- Krankenkasse iSer meinigten Lacklerer i zu Berlin. Am 27. Februar 1918 j verlchied nach langem Kran-> kenlager das Vorstands-\ Mitglied, Herr Hermann Pessekl Wir verlieren in ihm| einen treuen Mitarbeiter. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet l am Mittwoch, den 6. März,! nachmittags l! Uhr, im Krc- i matortuui in Treptow- 1 Baumschuleweg, Kiesholz- straße, statt. I71öb Der Vorstand. LculkKer ?ran!pertsrde!tervekband. Bezirksverwalt. Groß-Berlin Den Mitgliedern zur Nach- richt. dag unser Kollege, der Hausdiener Em!! Kröger am t, März im Alter von 12 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken l Tie Beerdigung findet ani Mittwoch, den ö. d. Mi, lach mittags 3 Uhr, von der Leichen iialls des Heilig- Krcuz-KirchhoseS, Marten, dort, Eiscnach er Str. 62. aus statt. 17,15 die Eezlrksverwaitung. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Filialo GroB-Bcrlln. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode des Kollegen �osepd VVUpert von den Charlottenburger WaSwerten. Ehre seinem Andenken! Beerdigung am Dienstag, den 5. März, nachmittags 3'l. Uhr. oon der Leichenhalle des Gemeinde-Fried- hoseS Charlottcnburg in Stahnsdorf aus. Um rege Beteiligung bei der Bestattung des Kollegen ersucht 189,17 Die OrtSverwaltung. Allen Freunden und Bc- kannten die traurige Nach- richt, daß unser lieber Sohn und Bruder, Schwager, Onkel und Bräutigam Msx Jentzscb int Alter von 25 Jahren am 1. März, früh 1 Uhr, sanft entschlafen ist. Tie Einäicherung findet am Donnerstag, den 7. März, nachmittags 4 Uhr, im Kre- maiorium Gerichtstr. 37,38 statt. Kranzspenden dankend verbeten. 150A Die trauernde» Hinterbliebene«. Üeim-Les'ltepiess Ziehung 16. März für Soldatenkinder 3667 garnt.W.-Gewinn e zus. M. 100000 ISO 000 X Los Pr. 3 M., Porto n.Iii8te40Pf. Ziehung 27. März für Säuslinsre 2779 gaynt.W.-GBwinne zus.M. smm 13000© E LosPr. 2 M jPorto n.ITato SOPf Zurückgekehrt vom Grabe meiner lieben Frau und gute» Mutler ihrer beiden Kinder Frau Uartirn Kadeu geb. ßraSniann sagen wir allen für die innigst« Teilnahme sowie bie herrlichen Biumerisvenden unseren berz- lichsten Dank. Besondere» Dank den Mitbewohnern deS HauicS Pasteurstc. 43. l722b Die tiestrauernden Hinler- bliebeucri Emil Kaden nebst Rindern Erich und Paul. Berlin, den 5. März 1913. Di- EinäSchernng unseres s Mitgliedes Frau üiise Eichhorn Berlin, Danziger Str. 93 ! findet morgen Mittwoch, I nachmittags 4 Uhr, im Kre- smatorium Berlin, Gericht- straße 37. statt. 263/17 Die Einä'chcrrmg mtseres z Mitgliedes Herrn �Lrmsnn Passek Neukölln, Laubesttaße 7 Isindet morgen Mittwoch, o nachmittags 3 Uhr, im Kre- natorium Baumschulenweg .Tatt. Ehre ihrem Andenken l m.u. ,1�1 Am 1. März, nachmittags 2 Uhr, starb nach schwerem Leiden meine liebe Frau. unsere gute Mutter. Schwiege?- und Großmutler völinilj Grickschat verw. Rasch geb. Antropius, 56 Jahre alt. 17216 Dies zeigen tiesbetrübt an Die trauernde» Hinter- btiebeuen. ffW, Schenkendorsstr. 8. Beerdigung heute, Dienstag, nachmittags 3 Uhr, aus dem Heilig-Kreuz-Kirch. hos, Maricndors. Spezialarzt Dr. med. JLaaba beb. schnell, gründ!., mögl. schmerzlos u. ohne Berussstbr. Laschlvcdtsllrankdslt., geheime itaiit-, Uarn-, Frauenioiden, Sch«Scho. Erprobteste Methoden ttarn» und lltutuntersuchung. �!ll?xanderpl. Spr. 10— lu. 5— 8, Sonn t. 10— 1. TaS Beste der Gegenwart ist die Wasch- und HSndereinigungS-Paste „Rinofin". Hinnhn" ist das beste Hände- reinigungsmittel, auch der schmutzigsten Hände sür jedenArbeiter. �** verhütet Oelkrätze, wirkt desinfizier., entfernt jede Art der Haut schädliche Oele und jede der Haut schädliche Jubst. tünflkfa" lollte bei keinem mU(uU{!H Arbeiter und in keinem Betriebe schien. ttitlttfitl" rein, die schmutzig- „lilUvsUt sten Arbeitskittel und Wäsche ohne anzu- grellen u. 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DaS Gemüse wird in unseren VettkwWMSil an die Mitglieder billig abgege- ben, bei völliger Ansschalkung des Groß- und Klein- Zwischenhandels. Der Ge> winnüberschnst wird als Dioi- dendc an die Mitglieder verteict. Die allen Mllglieder find mit Wintergemüse reichlich» versorgt worden. Die jetzt neu bei. tretenden Mitglieder find be- rechtigt. schon an der ersten Verteilung oon Frühgemüie teilzunebmen.— Ausnahme neuer Mitglieder findet statt im Laden Prtersbnrgcrstr.-ta: Montags, Mittwochs, FreitagS 9— 12 und 4— 7, außerdem Sonntag 11— 1. Ferner im Laden Kopeuhageneritr. 4: Dienstags. Domicrstags, Soim- adendsO— 12 u. 3—6 und Sonntags 8—10. Ferner täglich im Verwaltungsbureau: Vurg- straste Z7 III, Zimmer 76 jgegenüber Zirkus Busch).' ONgTSKMv LrMZrhs- �ZKgUchheZtLn vietet die aZetiit« 2lllnlvtt. Lwe Hei ereilende Änderung unseres gesiniteji Wirtschaltsletens, ein ge»r3lli«er Aufschwung unserer Industrie u. des Hau* de!» steht bevor, und es werden übereil geschulte Krähe gesucht .ein. Angehörige technischer Beruf« J.Handwerker sollen nicht versäaaisn ihre Kenntnisse und Fertigkeiten dei (commenden Zelt anzupassen, um teil zunehmen an den wirtschaftlichen Er folgen, die naturgemäß da» Ergebnis des gewaltigen Ringens sein müssen Da» beste Mittel, rasch und gründlich ohne Lehrer, durch einfachen Selbst Unterricht eine gründliche Ausbildung in technischen Wissenschaften zu er werben, sind die technischen Selbst unterrichtswerke„Syst.Karuftck Hachfcld"* 80 5. stnrko Bro schüre kostenlos« Bonness i Hcchield, Pc'sdaw TosSiacti 157 Sfiezialarzt Skr. mod. Oolomnnnfl für Goschleohtskrankhoiten, Haut-. Harn-, Frauenleiden, nervös. Schwäche, Bein- kranke,• Bohandlung schnell, sicher nnd schmerzlos ohne Bemfsstörung in Dr. Homeyer& Co. konz Labor. f.Blntunters., Fäden im Harn usw. FliiMMr. toipfÄtei" j Spr. 10-1 u. 5-3, Sonnt 10-1. j Honorar mäßig, a. Teilzahl. j Separates Oamsnzimmer. anoptik. Kührer durch das preußische Ginlommenfleuergesetz 35. bis 40. 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Tchönbrllck und Buch: Heinrich B r ose, Bernau, Mühlenstr. 5(Ladkn). >aus„Paradies" senheimer Straße 1. Ge- Bohnsdorf: Horlemann, Charlottenburg: Gustav Scharnber öffnet von 11— 114 und von 414— 7 Uhr. Eichwaldc, Schmöckwitz. Zeuthen. Miersdors: OSkar Mahl«, Grünau» Straße 37. Fredersdorf-Peterihagen: Nffenwasser, Petershagen. Friedenau. Steglitz, Süd-nde: H. Berns«-. Steglitz. Mommsen i, Fichtenau. Rabnsdors. Schöneiche, Kleiu.C" Erst st Werknlann, FrieoriÄshagen, Köpenicker Straße Fricdrichshage«, nsenstr. Schöne! - 18. 59. »ebeck: Krünau: Franz Klein, Frtedrichstr. l0. Johannisthal: Max Gon schür, Parkstr. 28. Karlshovst: Frau Sachse. Juuker-Jörg-Str. 7 II. �'----- Niederlehme: Friedrich Baumann, Köoigs-Wusterhausen, Wildau, Luckenwalder Straße b. Köpenick: Emil Wißler, Kietz» Straß« 6(Laden). Geössnet von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr. Lichtenberg l, FriedrichSselde, Hohenschönhausen: Otto Settel, Warten- bevgsttoße I(Laden). Geofinct von 11—114 und von 414— 7 Uhr. Lichtenberg ll, RnmmelSburg, Stralau: A. Rosenkranz, Alt-Boz- bogen 56. Geöffnet von 1 1—114 und von 414—7 Uhr. Rahlsdorf. Äaulsdors, vicSdorft P. Heßberg. Kaulsdorf. F»dtnand. straße l7. Mariendorf. Marieuselde: August Seip, Chauffeestr. SS. Neukölln: M. Heinrich. Neckarstr. 2(Laden). Geöffnet von 11—114 und von 414—7 Uhr. Neukölln-Britz: Rohr, Siegfriedstr. 28/29. Geöffnet von 11—114 und von 414—7 Uhr. Niederschösteweidc: Wilhelm Unruh, Brückenftr. 16, U. NowaweS: Karl Krohnderg, Eisenbahnstr. 16. Oberschönstvcide: Ida Freidank, Bismarckstr. 25, I. Pankow, Niederschönhanseu, Nordend, Franz.-Buchholz. Blankenburg: R i ß m a n u, Pankow, Mühlenstr. 70. Aeiniitendors-Ost, Wilhelmsruh und Schönholz: P. Gursch, Provinz- straße 56(Laden). Geöiinet von 11—114 und 414— 7 Uhr. Schenkcndors bei Königs-Wusterhausen i Ehr. Honschke, Dorsstr. 10. Schöneberg: Wilhelm Bäumler, Meininger Straße 9(Laden). Geöffnet von 11—114 und von 414— 7 Uhr. Spandau, SiemenSstadt: E. Stahl, Spandau, Morschallstr. 10. Tegel, Borfigwalde, Wittenau, WaidmannSlnst, HermSdorf. Hohen-Neuev- dorf, Birkcnweider. Frei« Scholle und Reinickeudors-Weft: Paul K i e n a st, Borfigwalde, Räuschstr. 10. Geössnet von 11—114' und von 414—7 Uhr. Teltow: Pfeifer, Havelstr. 2. Tempelhos: Rud. Neckermann. Kaiser-Wilhelm-Straße 74. Treptow: Rod. Gramenz, Kiesholzstr. 412, vorn 1 Treppe. Weißensee, Heinersdors: Gnft. Roßkops, Berliner Allee II. Wilmersdors, Halensee, Schmargendorf: Paul Schubert, Wilhelms- aue 27. Zossc«: Fr. Ratsch, Berlin» Straße 24. Sämtliche Parteiliteratur sowie alle wiffenschastlichen Werke werde« geResert. Sonntags find die Ausgabestelle» geschlofien. Nr. 64— im Unterhaltungsblatt öes Vorwärts Vievstag, 5. Mär; Nur ein Saccharinplätzchen... Aon T h. Thomas. Ter Schauplatz ift ein Kaffee in der Nähe deZ Bahnhofes, vier „Oriamalkünstler- ouäleii sich redlich ab. durch Geräusch«, die mnsi- kalisch sein sollen. Summung unter die Gäste zu bringen. Es will iiichi reiht gelingen. Daran ist freilich das Quarteil allein nicht schuld. Wer hier iveill, ist mit seinen Gedanken drauffen, wo er jemand ikiebeS hat. Wie soll da Lustigkeit aufkommen'1 Die Kellnerinnen haben wenig zu tun. Sie vlaudern in einer Ecke. Tic mich bedient, ein schwächliches sasl durchsichtiges Ber- sönchen, tritt zu ihnen, woraus olle herüber sehen. Mr stillt es weiter nicht auf; gedankenlos ergreise ich das Tellerchen mit dem Plätzchen, das angeblich oäOmal so süß sein soll wie Zucker. ES verschwindet im See; die vier bedienenden Geister droben sich ab. ihre Teilnahme für mich ist erloschen. Einige Gäste kommen, darunter ein Matrose mit seinem Mädchen. Still und verträumt lauschen beide der Operettenmelodie. Zaghaft vereinigen sich unter dem Tisch ihre Hände. Sie sprechen wenig zusammen, nur ihie Augen verraten, daß sie sich viel zu tagen haben, vielleicht muß er morgen schon wieder fort.... Sie trinken in sich versunken Kaffee, der Saccharin bleibt unberührt. Bei der zweiten Bestellung nimmt ihn die Kellnerin an sich. Am Treffpunkt hinter der Erhöhung übergibt sie die Kleinigkeit der Kollegin, die mich bedient. Diese schaut sich ängstlich um. ob etwa die Aussicht in der Nähe ist, dann zieht sie— schlupp— ans der Bluse ein Bcutelchen, in das sie die Süßigkeit versenkt. Ebenso schnell ist es wieder durch die Oesfnung am Halse verschwunden. DaS alles geht viel roicher, als man es liest, der Herr im Gehrock mit seinen zwei Zähnen von Gold, der jeden Gast wie crnen guten Bekannten anlächelt, hat nichts gesehen. DaS Zustecken zwischen den Weißgeichürzten wiederholt sich osters. Die Kellnerinnen geben es nur immer der einen aber sedesmal so geschickt, daß der Gebrock gerade vorbeigeschwenkt ist, wenn Rr. drei die Süßigkeit an ihrem Herzen hinabgleiten läßt. Noch einmal bestelle ich mir Tee. Dabei überreiche ich ihr lächelnd die Zugabe. Sie errötete, weil sie merkt, daß ich zum Mitwisser ihres Geheimnisses geworden bin. „Sagen Sie, Fräulein," eröffne ich die Unterhaltung,.sind Sie oerliebt in diesen Zuckerersatz, weil Sie ihn so an Ihr Herz drücken?" .Schavens, was wollen's demr macheu/ flüsterte sie mir zu, „vier Kinder, darunter ein kleines, dabei nur daZ bißchen Jucker, da langen'« scho zu, dvS dürsen'S glauben." .Bringt denn das viel ein?" „Gor nit, die meisten Herrschaften nehmen'S selbst an sich. Meine ktolleginnen sammeln alle mit, weil'S wissen, daß i' erst vor drei Wochen was Kleines kriegt Hab." Sie wird abgerufen. Bor drei Wochen erst entbunden, dabei beute wieder in dieser Luft, dazu die Slenncrei. Wie ein Mensch so- was ouShält! Run hat sie wieder Pause. .Wissen's mein Mann»vor auch sechzehn Monat drauß. Jetzt bnben's ihn mir wieder geschickt. Er gehl auf die Baustelle, bringt aber nichlS von da beim, wie zerrissine Lumpen. Da langt'S halt nicht hin und her. Wann er nu z'hau-s kommt, nachher geh i' fort. Er bleibt d'heim bei den Kindern. O, brav macht er'S. Sie blickt 'cheu um sich. In die Fabrik geh i' nich wegen der Kleinen.„Aber von sieben bis zwölf komm i' gut ab...." „Fräulein zahlen I".I' kumm scho." Die Tür dreht wieder neue Mcnschcnwellen herein. Einige Spritzer davon fallen in meine Nähe: Drei Damen und zwei Herren. wandelnde Goldankaufsstellen, mit aufreizenden Gesichtern. Wohin man sieht, voll Golde hängt dock alles. Kriegsgewinnler, fährt es mir durch das Hirn, sie sehen mindestens so aus. „Fünfmal Kaffee. Fräulein, ober'n bißchen plötzlich." Geräusch- voll setzt sich die Runde. Tann wird aus Damentaschen verteilt: Gebäck, Zucker und ein Fläichchell mit Rum oder Kognak, was weiß ich.... Weibwasser ist es sicher nicht. „Man muß heutzutage alles init sich rumschloppen," ächzt die Ticke in der Mitte, die eme Brosche vorgesteckt hat wie einen Teller aus Bückcburg. .Ja. nich. wie unangenehm." Schon vergraben sich die Zähne aller in das Gebäck. Sie kauen, als ob sie zwölf Stunden Steine gerammt hätten. Wenn man ihnen zusieht, rebelliert der Band- wurm. Der Kaffee kommt. Er wird erst mit Zucker, dann durch einen Schuß aus der Flasche veredelt. Der Saccharin verschwindet in einem Muff. �.Für unser Mädchen, wir können das Zeug nicht schmecken." Trotzdem rafft sie auch die übrigen»och an sich. Bon dem folgeuden Gespräch höre ich nur immer Bruchstücke. „Haben Sie noch viel?" „Q ja. wir sind noch versorgt mit Zucker. Allerdings haben wir drei Mark fünfzig für das Pfund zahlen müssen." .Unverschämt. Kann man da nicht auch was herbekommen?" .Sicher, wir haben uns einen Biertelzentner.. BmnmS. Die dicke Trommel haut dazwischen. „Butter", höre ich wieder drüben von dem Tisch", Butter, so- viel Sie wollen. Ich bekomme jede Woche mein Pfund, aber ich muß.. Geheimnisvolles Flüstern. Ann wird wieder gespielt, ich kann nichts mehr verstehen. „Ich sage Ihnen, es ist geimg da, nur Geld brauchen Sie, so- viel wie ein Hund Flöhe Hai." Eben kommt meine Kellnerin wieder: .... Sebn'ö vorgestern ging i' zum Doktor, wollte für die Kleinste was Kräftiges verschrieben haben; er hat nichts getan, nicht um die Welt—.Was soll ich Ihnen geben, hat er gesagt, e-Z ist doch nichts da. Ja, für die Reichen, da gibt? alleweil noch immer Restles Äindermchl oder so was." Nun ist eS Feierabend. Die Musiker bringen ihre Instrumente in Ordnung. Nr. drei ist als eine der erste in ihren Kleidern. Bor dem Lokal wartet ihr Mann, der sie anscheinend alle Abend abholt. Er schafft in Wind und Wetter auf dem Bau, dann als Kitwerinädchcn. zum Schluß ist er noch Anstandsdame seiner Frau. Der Mensch ist doch eine unverwüstliche Kreatur. Am Ende der Woche komme ich nochmals in das Kaffee. Meine Saccharinfreundin fehlt. Ich erfahre, daß sie krank geworden ist. An diesem Abend wurde nicht gesammelt. Beinahe wehmütig betrachte ich meinen Anteil. Mir ging die Kellnerin mit ihren vier Kindern nicht auS dem Sinn. Wenn ich Saccharin sehe, fällt sie mir immer ein. Ob sie bald wieder auf die Beine kommt? Wer sorgt jetzt für ihre Kinderchen, wer für die anderen Tausende von Kleinen, denen der Zucker sonst alle» war? Es dreht sich nur um Saccharinplätzcheu, aber ist eS nicht der Menschheit ganzer Jammer, der hier umging? der Seinbrvchftew. Ungeahnte Möglichkeilen zur EntfaUung der ärztlichen Heilkunst bat uns die Äriegszeit gebracht. Außerordentlich schwierige Fälle von Knochenbrüchcn und.Knochenverletzungen stellen die höchsten Anforderungen an die Fähigkeiten unserer Chirurgen. Die wunder- barsten Heilerfolge sind ihrer Kunst und Nmfichligkeit zu verdanken. Wie seltsam muten unS demgegenüber manche Borstellungen aus der Heilkunst der früheren Jahrhunderte an. Sie führen uns' zurück m jene Zeilen, in denen die Medizin eng mit Aberglauben oller Art verknüpft war. So ist es zum Beispiel mit dem Beinbruch- stein. Wohl einem jeden, der sich etwas in der Landschaft, beson- derS des norddeutschen Tieflands, umgesehen hat, werden schon lange, weiße Gebilde von der Stärke eines Daumens ausgefallen sein, dts in Saudgruben den Sand durchsetzen. Man weiß jetzt, daß es Kalk- ablagerungeu sind. Wo auf Stellen dieser Art früher Bäume wuchsen, die späterhin abgehauen wurden, Venn Odern die Wurzeln und lassen im Sande einen hohlen Abdruck zurück. Die Tagewasser dringen von oben in den Sand ein und lösen den in ihm euthaltcnsu Kall aus. Hier setzt sich der Kalk ab und legt sich als dünne Scbicht über den Rest der Wurzel, lieber diese erste Lage setzt sich bald eine zweite und�. so fort, bis die ganze Form aus- gefüllt ist. Meistenteils bat dieser Kalkluff die Form der Baumwurzel und enthält im Innern oft noch Reste von ibr. Schon der Berliner Botaniker Gleditsch beobachtete derartige Gebilde an den Wurzeln einer lebenden Fichte und konnte dadurch ihren Ursprung zweifelsfrei feststellen. Diese Kalkgebilde waren ehemals ein von den Aerzicn ge- ichütztes Heiimittet. Man sah ihre seltsame knochenähnliche Gestalt, deren Entstehung man sich nicht zu erklären wußte als eine von der Natur gegebene Andeutmig an. sie gegen Knocheubrüche zu benutzen. Die Gelehrten nannten sie Osieocolleii. die Landleute Beinbruch» steine. Man schrieb diesen Steinen eine vorzügliche Kraft bei der Erzeugung des Knochengewebes. CalluS, zu, machte Pflaster davon und ließ sie auch mit Rötwein und zusammenziehenden Kräutern ein- nehmen. Die Mark Brandenburg, iu der dis Ostsocollen häusig vorkamen, war wegen dieses Heilmittels besonders gut angesehen in den Gelchrtenkreisen. Ewgar die Königliche Gesellschaft der Wissen- schasteN zu London ließ m ihren Verhandlungen vom Jahre 1666 «ine Beschreibung abdrucken über eine bei Radinkendorf unweit BeeSkow ausgegrabene Osieocolla. So vergeht die Herrlichkeit der Welt! Aber uns ist es doch wohler bei dem Gedanken, daß es menschlicher Forscherarbeir ge- lungen ist, schweren Scbäden wenigstens in etwas abhelfen zu können, sich von den Ansichten der Alten zu befreien, deren Eingriffe im günstigsten Fall nur der Natur nichts in den Weg legten, oft je- � doib gerade das Gegenteil von dem bewirkten, was die moderne ! Medizin als richtig erkannt hat. Ms öer guten alten Feit. In Meckletlburg-Schwerin tobte vor 200 Jabren ein langer heftiger Kampf zwischen dem absolutistischeil Fürstentum und dem landsässigeir Adel, dem Rittertum. Der damalige Herzog Karl Leopold, der eine Nichte des, Zaren Peter zur Gemahlin halte, gefiel sich in der Rolle eines rujsischen Zaren. Gegen die Ritter- schast, die ihre alten Rechte ebenso hartnäckig verteidigte, unterhielt der schwache Autokrat ein Heer von ll'OÖO Mann, unter denen sich russische Horden befanden. Ter Wiener Reichshofrat, der die inneren politischen Zwiste im alten Reiche beizulegen hatte, er- giiff die Partei der vergewaltigten Ritterschaft, er erklärte_ den Fürsten für abgesetzt. Freilich schreckte der berühmte langsame Reichshofrat lange vor einem bewaffneten Eingriff zurück, wenigstens solange Karl XII., König von Schweden, am Leben war, von dem man ein Eingreifen befürchtete. Am 11. Dezember 1718 starb Karl XII., von einer Kugel getroffen. Jetzt endlich er- hielte» die hannöverischen Cxekutionstruppen. die lange schon auf das Losschlagen warteten, den Befehl zum Angriff. Ende Februar gingen sie unter dem Befehl eines Freiherrn von fcülow über die Elbe. Am 6. März kam es zum Gefecht zwischen den„Kaiserlichen" und der zusammengewürfelten Karlistischen Armee. Schwerin, der Feldherr des Fürsten Karl Leopold, holte sich hier seine Palme, die ikn später in preußische Dienste brachte. Der Proußenlönig stellte Schwerin einst seiner Gemahlin, einer Prinzessin von Hannover, mit den höhnischen Worten vor:„Hier siehst du, ist der Man», der deine Landsleute so schön ausgeklopft hat." Aber trotz des Sieges, der einige Hundert Tote und Berwnndete kostete, mußte Karl Leopold nachgeben und die russischen Truppen entlasten. Sein Groll entlud sich in unerhörten Hinrichtungen, und bald hielt Karl eS für ratsam mit seüter Gemahlin nach Danzig zu flüchten. Bon hier aus aber arbeitete er wieder für seine Rückkehr durch Agenten und Diplomaten. Aber alle Machenschaften der zweifelhaftesten und verzweifelten Art retteten den Abenteurer nicht. Seit 1723 regierte m Mecklenburg sein Bruder Christian Ludwig II. Notizen« — S! e fan Zweigs...Jeremias"«lebte in Zürich feine erste Aufführung. Der Dichter tut darin von dem gegenwärtigen Kriege den Schritt in die geruhige Vergangenheit, holt aus der Tro�idie eines Volkes— der Eroberung Jerusalems— das Ewig- erschütternde schickt vom Gipfel reiner Menschlichkeit seine gütige, liebevolle Stimme in de» Sturm heißer Verwirrung. Man erkennt in ihm freudig den ersten Dramätiker, dem es geglückt ist, diesem Kriege als Mensch und Künstl« vollendet gegenüber zu treten. Der„Jeremias", der kürzlich als Buch im Jnselverlag er- schien, illurde für die Züricher Ilvanfführung umgeändert. Die neun„Bilder" wurden zu einem Vorspiel und fünf Akten der- schmolzen, wobei der letzte mißlang. Die Aufführung selbst, der die „europäisch Gesinnten" beiwohnten, bot kerne lleberraschungen. Begeisterier Beifall dankte Stefan Zweig für sein schönes Werk. C. L. — Ein Institut für Kohle»Vergasung und Neben Produktengewinnung ist kürzlich in Oesterreich ge- gründet worden. Der Zweck des Instituts ist die Förderung der ratiouellsn wirtschaftlichen Verwertung der Koblenvarräte unter Ee- winnung der erzielb arcn Nebenprodukte durch Schaffung einer Groß« gasindustrie, durch Bearbeitung aller Fragen der Kohlenvergasung und durch Ausführung technischer Versuche uiw. Durch die vermehrte Vergasung der Kohle werden die Grundlagen einer organisch- chemischen Großindustrie in Oesterreich geschaffen. — Deutsche in der II l r a i n e. In der Ukraine habe» sich im Lause des IS. Jahrhunderts zahlreiche deutsche Kolonisten angesiedelt. Mau zählte tu Tauricn 322. im Bezirk Jekaterinoslaw III, tu Chersou 124 und in Beßarabien 80 deutsche Dörfer. Im ganzen gibt es jetzt in der Ukraine 400000 Kolonisten deutscher Ab- stammung. Soweit sie enteignet werden, soll ihnen eine Entschädi- gung gewährt werden. — Eine Brücke zwischen Ceylon und Border- in dien. Ein großzügiger Plan beschäftigt gegenwärtig die eng- lisch-iudische Technikerwelt: eS hendelt sich um eine feste Eisenbahn- Verbindung zwischen der Südostküste Vorderindiens und der Nord- Westseite Ceylons. Hier liegen mehrere größere Inseln, und inscl- artige Erhebungen, die je nach dem Wasserstande unter oder über der Meeresfläche liegen. Die ganze.Adamsbrücke", soll zu einer festen Eisenbahnstrecke ausgenutzt werden. ES handelt sich um eine Strecke von 36 Kilometer Länge und der Bau stößt auf keine größeren Schwierigkeiten als die berühmte„Eisenbahn im Meere". die von dem amerikanischen Festlande durch den Floridakanal nach Key-Wesi gebaut ist. 49] Töchter öer hekuba. Ei» Roman aus unserer Zeit von Clara Viebig. .Herr Dombrowski war seinem Weibe nicht tiachgestilrzt. Leicht hätte er die Frau einholen können, mit einem Satz, sie packen, würgen, strafen für ihre schamlose Untreue, für ihren Verrat. Als sie gekreischt hatte:.Er macht mich tot!' war es über ihn gekommen wie Befreiimg. Nein, das wollte er nicht! Wenn er sie gepackt hätte, das fühlte er toohl, hätte er sie auch rnchr mehr losgelassen lebendig. Seine Änie wankten, er fuhr sich nach der Stirn: träumte er daS nicht alles? Lag er nicht noch im Schützen- graben? Da hatte er einmal einen der Eingedrungenen an der Gurgel gepackt gehabt— schon auollen dein die Augen heraus, schon bläkte die Zunge— genau so, genau so wie jetzt war ihm damals zumute gewesen.' Eine wilde Mordluft hatte ihn gepackt: ob er ihr nicht doch nachlief? Sie konnte ihm nicht entrinnen. Wenn er es wollte, entkam sie ihm nicht. Ihre langen Haare würde er sich um die Linke schlingen, sie daran festhalten, ihr mit der Rechten in das verlogene Gesicht schlagen— für jede Lüge ein Puff— mit der Faust auf die Nase, auf den Mund, auf die Augen. Blut quoll— das war alles ganz gleich— ihr Gesicht war ww Brei, sie war die schöne Minka nicht mehr..Willst du mich noch einmal hintergehen, du Canaille?'— puff— puff. Er. wart sie zur Erde, er trat auf ihr herum, seine Stiefel hatten schwere Nägel. Sie atmete nicht mehr, und er—?! Der erste rote Mvrgenstrahl war durchs Fenster gefallen— er stand vorm Spiegel mit erhobener Faust. Nun sah er sich darin. Ter Spiegel war nur klein, halb blind das Glas, aber er zeigte genug. Er stand allein im verwüsteten Zimmer; schwerfällig den Kops wendend, sah er langsam hinter sich. Da daS zerwühlte Bett, ein umgestürzter Stuhl, verstreute Kleider— und hier, hier, ganz allein, er, Stanislaus Dombrowski, der Urlauber. Oder war der es nicht? Wie ein Irrer schüttelte der Mann den Kops: das war der Dombrowski doch nicht?! Einer war ausgezogen von hier, der hatte braune Haare, cmen braunen Schnurrbart. Aber dar Kerl im Spiegel war ja so grau, ganz grau— wer war das? Er brachte sein Gesicht näher ans Glas, er sah sich selber und prallte zurück, ganz entsetzt: ein alter Kerl! Eis- grau an den Schläfen, das Gesicht verfurcht. Was hatte er doch für hundert und hundert Schrumpeln! Und so mager am Hals! Wie bei einem alten Gockel der Hautlappen, so hing ihm der Kehlkopf. Der feldgraue Rock schlotterte. Und so ein Mannsbild, so ein alter Kerl— vergraut, verstanbt, verschrumpelt— so einer, ja was ivollte denn so einer hier? Paßte der zu der schönen Minka, der jungen Frau? Dombrowskis blutunterlaufsue Augen zwinkerren. er verzog das Gesicht, als wollte er weinen. Ein gequälter Laut, Schluchzen und Lachen zugleich, entrang sich seiner ver- trockneten Kehle. Was sollte denn werden? Er hatte Plötz- lich Mitleid mit ihr..Mach dich fort, mach dich fort'— sagte etwas in ihm. Ja. das war das beste, er ging wieder fort, ging, woher er gekommen war. Lieber wieder im Schützengraben..Zu Hause war's nicht schön,' würde er sagen; sie würden ihm glauben, vielleicht auch nicht. ES war schon manch einer eher wiedergekommen, als der Urlaub zu Ende gewesen. So ein alter Kerl, so ein alter Kerl! Er stierte noch einmal sein graues Spiegelbild an und nickte tiefsinnig. Dann schwang er sich auS dem Fenster. Ohne Geräusch glitt er an der Mauer herab. Tie Nacht war zu Ende. Im Morgenrot schwammen die Felder in rosa Duft, trillernd stieg eine Lerche vom Acker- raiiv und wirbelte empor zum erglühenden Antlitz der Sonne. XIV. Wenn jetzt Frau von Voigt spazieren ging, sah sie, wie überall an Stelle der weiten, gras- und geslrüppbcwachsenen Flächen, die den Vorort umgaben, das Ocland sich anschickte, Acker zu werden. Da hatten überall Häuser hinkommen sollen, freimdliche Villen, in Gärten gebettet, aber der Krieg hatte Halt geboten. Alle Bautätigkeit ruhte. Sie, die da bauen sollten, lagen im Graben oder richteten die Geschütze gegen den Feind, oder fuhreit Munition, oder Ivaren bei den Ar micrungsrr uppen, betonierten die Unterstände und richteten Stacheldrahtverhaue aus. Jetzt waren die Frauen am Werk. ES war fast keine hier, die nicht ein Stückchen Land gepachtet hatte. Wenig war'S, aber es würde genügen, Kartoffeln zu ernten, ein bißchen Kohl, ein paar Rixbsn, das Notdürftigst?, wäs man zum Leben braucht. Die Karten allein taten's nicht, es war klüger, man baute sich selber etwas an. Wenn man nur Kartoffeln hatte. Auch ohne Fett ersetzen sie das Fleisch und Brot. Wie sollte es werden!! Mit einem gewisien Bangen sah Frau von Voigt tu die Zukunft. Das, tvar ihr Mann schrieb von militärischer Ueberlegenheit, von den Erfolgen zu Wasser Utid zu Lande, van den'Heimsuchungen Englands durch die Luftschiffe, von dem guten Geist in der Marine und au der Front, von den kühnen AnfklacungsMgen der Flieger, das las sich wunderschön, sie las es mit einom Aufatmen. Aber wie sah eS hier im Lande aus? Würde hier auch alles so gut gehen? Wie sich die verhärmten, abgemüdcten Frauen mühten'! Jahrelang war das Land verunkrautet, von Heidegrün über- lvuchcrl; eilt Pflug hätte leichter sich Bahn geschafft, aber sie grubcil's unl mit dem Spaten, legten ihre dürstig« Saat und wanderten jede Freistunde heraus. Und es war eine stete Besorgnis: ging es schon auf? Hackten auch die Krähen nicht alleS weg? „Sieh mal. Lili,' sagte Frau von Voigt zu ihrer Tochter, „da buddelt wahrhaftig auch imscr Nachbar, der alte Ge- heimrat!" Die Mutter holte jetzt zuweilen die Tochter zum Spazierengehen ab. Es hatte Lili erst Ueberwindung ge- kostet— ach, sollte sie die gleichen Wege gehen, ohne ihn!— aber die Mutter hatte so herzlich gebeten:„Es ivürdc dir doch gut tun, dir und mir, in der Natur ift Friede,"— daß sie nicht.nein' sagen mochte. Nun kamen sie an einem Stück Land vorbei, das ein paar Pfähle und dünn gespannten Draht abgrenzten. Der alte Herr, der darauf schaffte, bc- merkte es gar incht. daß die Damen stehen blieben. Erst als sie ihit laut grüßten, wurde er aufmerksam. Ter Geheime Rcchnnngsrat war in Hemdärmeln, den Rock hatte er ausgezogen und auf eme Stange gehängt, sein greiseS Haar flatterte sin lustigen Wehwind. Verlegen ivollte er in den Rock schlüpfen, aber die Gencralin hielt ihn davon ab: das wäre ja noch schöner, wenn er zich jetzt genieren wollte.„Alle Achtung, Herr Geheimrat, daß Sie so schaffen, Was pflanzen Sie?" afcÄWflU Deutsche Faserstoff» Ausstellung: veranstaltet auf Anregung und unter Führung der Reichsbekleidungsstelle Ausstellungshallen am Zoo Heute Eröffnung. Verkäufe Tlppich«, Tüllstorcs, Bett tzorlagen, Tischdecken, Diwan- decken..Lorwärts"»Leser Eztva- e�batt. PotSdainerstraße 109, Fischer. 1 16Ä' Holnäd« 60-, 46-, 40-, Lb-, SOet Leiterwaqe»(eigenes Fa- brikat), Klapstipsrtwagen, Lieferwagen. Alle Reparaturen an Korb» und Kiiiderwage:«. Korbniachcr Weidlich, Brunnen- straße 96.(Firma achten!) ISOß* Pserde-Räude wird am wir!- sanisten bekänrpft durch Dr. MehlerZ„Räudosan", Dose 6,— Mark. 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Der politische Hauptvertrag, der am Sonntag in Brest- Litowsk unterzeichnet wurde, trägt den Titel: Friedens- vertrag zwischen Deutschland, Oesterreich- Ungarn, Bulgarien und der Türkei einerseits und Rußland andererseits. Nach dem Vermerk, daß„Deutsch- land, Oesterreich-Ungarn, Bulgarien und die Türkei einer- seits und Rußland andererseits übereingekommen sind, den Kriegszustand zu beenden und die Friedensverhandlungen möglichst rasch zum Ziele zu führen", werden die zu diesem Zweck von den fünf Regierungen Bevollmächtigten namentlich aufgezählt. Dann heißt es: Die Bevollmächtigten sind in Brest-Litowsk zu den Frie densverhandlungen zusammengetreten und haben sich nach Vorlegung ihrer in guter und gehöriger Form befundenen Vollmachten über folgende Bestimmungen ge einigt: Art. 1. Deutschland, Oesterveich-llnigarn, Bulgarien und die it-Y-TVi« yi t im« X Ctt«.X« f«« ii».V...C----- f-liT. ,...£ f 1�.— x V___ einander z u leben. Art. 2. Di?' vertragschließenden Delle werden jede Agi- tation oder Propaganda gegen die Regierung oder die Staats- und Heereseinrichtungen des ande- ren Teiles unterlassen. Die Verpflichtung gilt, soweit sie Rußland obliegt, auch für die von den Mächten des Vierbundes besetzten Gebiete. Art. 3. Die Gebiete, ine«estlich der zwischen den vertragschließenden Teile» vereinbarte» Linie liegen und zu Rußland gehört haben,«»erde» der russischen Staatshoheit nicht mehr unterstehe»; die verein- barte Linie ergibt sich aus der diesem Friedensvertrag als wesent- lichcr Bestandteil beigefügte» Parte. Die genaue Festlegung h(t Linie wird durch eine deutsch-russische Kommission erfolge«. De» in Rede stehenden Gebieten werde« aus der ehemaligen Zugehörigkeit zu Rußland keinerlei Verpflichtungen gegenüber Rußland erwachsen. Rußland verzichtet auf jede Einmischung in die inneren Verhält- nisfe dieser Gebiete. Deutschland und Oesterreich-ttngar« beabsichtigen, das künftige Schicksal dieser Gebiete im Benehmen mit deren Bevölkerung zu bestimmen. Art. 4. Deutschland ist bereit, sobald der allgemeine Friede geschloffen und die ruffische Demobilmachung vollkommen durch- geführt ist, das Gebiet östlich der im Art. 3 Abs. 1 be° zeichneten Linie zu räumen, soweit nicht Art. 6 anders bestimmt. Rußland wird alles in feinen Kräfte» Stehende tun,»m die alsbaldige Räumung der ostanatolifchen Provinzen und ihre ordnungsmäßige Rückgabe an die Türkei sicherzustellen. - Die Bezirke Erdeha», KarS und Batum werden gleichfalls ohne Verzug von den russischen Truppe« geräumt. Rußland wird sich in die Neuordnung der staatsrechtlichen und völkerrechtlichen Verhältnisse dieser Bezirke nicht einmischen, sondern überläßt es der Bevölkerung dieser Bezirke, die Neuordnung im Einvernehmen mit den Nachbarstaaten, namentlich der Türkei, durchzuführen. Art. 5. Rußland wird die völlige Demobilmachung seines HeereS einschließlich der von der jetzigen Regie- rung u« u gebi ldeten Heeres tei le unverzüglich durchführen. Ferner wird Rußland seine Kriegsschiffe ent- weder in russische Häfen überführen und dort bis zum allgemeinen Friedensschluß belassen, oder sofort desarmie- rem Kriegsschiffe der mit den Mächten des Wierbundes im Kriegs zkrff»nd verbleibenden Staaten werden, soweit sie sich im russischen Machtbeveich befinden, wie russische Kriegsschiffe be- handelt werden. Das Sperrgebiet im EiSmeer bleibt bis zum allge- meinen Friedensschluß bestehen. In der Ostsee und, soweit die russische Macht reicht, im Schwarzen Meer wird sofort mit der Wegräumung der Minen begonnen. Die Handels- schrffahrt in diesen�Seegebieten ist frei und wird sofort wieder auf- genommen. Zur Festlegung der näheren Bestimmungen, nament- lich zur Bekanntgabe der gefahrlosen Wege für die Handelsschiffe, wevden gemischte Kommissionen eingesetzt. Die Schiffahrtswege sind dauernd von treibende» Minen freizuhalten. Art. K. Rußland verpflichtet sich, sofort Frieden mit der ukrainischr« VolkSrepublS zu schließen und den Friedensvertrag zwischen diesem Staate und den Mächten des VierbundcZ anzuerkennen. Das ukrainische Ge- biet wird unverzüglich von den russischen Truppen und der russi- schen Roten Garde geräumt. Rußland stellt jede Agitation oder Propaganda gegen die Regierung oder die öffentlichen Einrichtun- - gen der ukrainffchen Volksrepublik ein. Estland und Livland werden gleichfalls ohne Verzug von den russischen Trup- Pen und der russischen Roten Garde geräumt. Die Ost grenze von Estland läuft im allgemeinen dem Narwa-Flusse entlang, die Ost grenze von Livland verläuft im allgemeinen durch den Peipus-See und Pstowschen See bis zn. dessen Südtue stecke? dann über den Lubanschen See in Richtung Livenhof am der Düna. Estland und Livland werden von einer deutschen Polizeimacht besetzt, bis dor tdie Sicherheit durch eigene Landeseinrichtungen gewährleistet und die staatliche Ordnung hergestellt ist. Rußland wird alle verhafte- ten oder verschleppten Bewohner Estlands und Livlands sofort frei- lassen und gewährleistet die sichere Rücksendung aller verschleppten Estländer und Livländer. Auch Finnland und dir Aalandinsel» werden alsbald von den ruffischen Truppen und der russischen Roten Garde, die finnischen Häfen von der russischen Flotte und den russi- scheu Scestveitträften geräumt. Solange das Els die Heber- führung der Kriegsschiffe in russische Häfen ausschließt, werden aus den Kriegsschiffen nur, schwache Kommandos zurückbleiben. Rußland stellt jede Ag Kation oder Propaganda gegen die Regie- rung oder die öffentlichen Einrichtungen Finnlands ein. Die auf den A a l a n d i n s e l n angelegten Befestigun- gen sind sobald als möglich zu entfernen. Heber die dauernde Richtbefestigung dieser Znseln sowie über ihre sonstige Behandlung in militärischer und schiffahrtstechnischer Hinsicht ist ein beson- deres Abkommen zwischen Deutschland, Finnland, Rußland und' Schweden zu treffen; es besteht Einverständnis darüber, daß hierzu auf Wünsch Deutschlands auch andere Anliegerstaaten der Ostsee hinzuzuziehen sein würden.* I Art. 7. Von der Tatsache ausgehend, daß Perfien«nd Afghanistan fteie und unabhängige Staaten find, verpflichten sich dt« vertrag- schließenden Teile, die politischeund wirtschaftliche Hn- abhängigkeit und die territoriale Hnversehrtheit dieser Staaten zn achten. Art. 8. Die beiderseitigen Kriegsgefangenen werden in ihre Heimat entlassen. Di« Regelung der hiermit zu- saimneichängeltden Fragen erfolgt durch die im Art. 12 vorgesehenen Einzewcr träge. Art. 9. Die vertragschließenden Teile verzichten gegen- s e i t i g auf den Ersatz ihrer KriegSkostea, d. h. der staatlichen Aufwendung� für die Kriegführung, sowie auf den Ersatz der Kriegsschäden, d. h. derjenigen Schäden, die ihnen und ihren Angehörigen in den Kriegsgebieten durch militärische Maßnahmen mit Einschluß aller in Feindesland vorgenommenen Requisitionen entstanden find. Art. 10. Die diplomatischen und konsularischen Beziehungen zwischen den vertragschließenden Teilen werden sofort nach der Ratifikation des Friedensvertrages wieder aufge- nommen.. Wegen Zulassung der beiderseitigen Konsuln bleiben besondere Vereinbarungen vorbehalten. Art. 11. Für die wirtschaftlichen Beziehungen zwffchen den Mächten des Merbundes und Rußland sind die in den Anlagen 2 bis 5 enthaltenen Bestimmungen maßgebend, und zwar Anlage 2 für die deutsch-russischen, Anlage 3 für die öfter- reichisch-ungarisch-russischen, Anlage 4 für die bulgarisch-russischen, Anlage 5 für die türkisch- russi schen Beziehungen. Art. 12. Die Herstellung der öffentlichen und privaten Rechtsbeziehungen, der Austausch der Kriegs- gefangenen und der Zivil iniernierlen, die Amnestiefrage sowie die Frage der Behandlung der in die Gewalt des Gegners geratenen Handelsschiffe werden in Einzel Verträgen mit Rußland geregelt, welche einen wesentlichen Bestandteil des gegenwärtigen Friedensvertrages bilden und, soweit tunlich, gleichzeitig mit diesem in Kraft treten. Art. 13. Bei Jjer Auslegung dieses Vertrages sind für die Beziefmngen zwischen Deutschland und Rußland-der deutsche und der russische Text, fiir die Beziehungen zwischen Oesterreich- Ungarn und Rußland der deutsche, der ungarische und der russische Text, für die Beziehungen zwischen Bulgarien und Rußland der bulgarische und der russische Text, und für die Beziehungen zwischen der Türkei und Rußland der türkische und der russische Text maß- gebend. Art. 14. Der gegenwärtige Friedensvertrag wird r a t i f i- ziert werden; die Ratifikationsurkunden sollen tun- lich st bald in Berlin ausgetauscht wevden. Die russische Regierung verpflichtet sich, den Austausch der Ratifikationsurkun- den auf Wunsch einer der Mächte des Bierrirndes innerhalb von zwei Wochen vorzunehmen. Der Friedensvertrag tritt, soweit nicht sein« Artikel, seine Anlagen oder die Zusatzverträge anders bestimmen, mit seiner Ratifikation in Kraft. Zu Hrkund dessen haben die Bevollmächtigten diesen Vertrag oigenhändig unterzeichnet. � Ausgefertigt in fünffacher Urschrift in Brest-LitvwSk am 3. März ISIS.(Folgen Hnterschrifien.) Anmerkung des W. T. B. Die handelspolitischen Fragen, auf die sich Art. 11 bezieht, siud nach den Forde- rnngen des deutschen Ultimatums und analog dem ukrainischen Ver/rage geordnet. Was die rechtSpoliti- schen Vereinbarungen angeht, so enffprechen sie im wesentlichen den Vorschlägen, die auf Grund des Ultimatums von deutscher Seite in der ersten Sitzung unterbreitet worden sind, Der Friedensvertrag wird, wie das„B. T." hört, von dem Staatssekretär v. K ü h l m a n n und dem Grafen C z e r- nin in Bukarest nachträglich unterzeichnet werden. Daß der Friedensvertrog in Rußland Widerstände wecken und wachhalten wird, ist zweifellos. Sie melden sich auch bereits. Die„Norddeutsche Mlgcmeinc Zeitung" schreibt: „Von russischer Seite wird behauptet, daß die russischen Unterhändler in Brest-Litowsk genötigt gewesen seien, den Friedeitsvertrag zu unterzeichnen, ohne von seinem In- halt die erforderliche Kenntnis genommen zu haben. Dies« Behauptung ist völlig unzutreffend. Was die rechtlichen Bestimmungen des Vertrages betrifft, so stimmen sie völlig mit denen über ein, die in den wochenlangen Ver- Handlungen zwischen Delegationen in Brest-Litowsk schon vor der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten festgelegt worden waren. Die politischen Bestimmungen des jetzigen Vertrages sind nach der Wiederaufiiahme der Verhandlungen zwischen den russi- schen Delegierten und dem Gesandten von Rosenberg eingehend er- örtert worden. Besondere Kommissionen einzusetzen, haben die Russen selber abgelehnt. Sie haben als» in voller Kenntnis»nd nach einer Prüfung, die sie selber als aus- reichend betrachtet haben, den Vertrag gezeichnet." Ein indirektes Petersburger Telegramm der„National- Zeitung" behauptet, der linke Flügel der sozial- revolutionären Partei habe sich im Gegnisatz zu dem Sowjet und den anderen maximali stischen Organi- sationen gegen den Friedensschluß mit Deutschland aus- gesprochen. Die im Art. 3 des Friedensvertrages mit Ruß- land vorgesehene Linie, welche die russische>L>taatsoberhoheit im Westen begrenzt, läuft zwischen den Inseln Dagos und Worms, sowie zwischen M o o n und dem Festlande hindurch �nd erreicht in flachem Bogen, durch den Rigaischen Meerbusen gezogen, etwas nordwestlich der Mündung der Livländischen Aa das Festland, geht in der Verlängerung des Bogens um Riga herum und überschreitet östlich von Oger iÄalle die D ü n a. Sic folgt jetzt dem Laufe der Düna bis östlich D ü n a b u r g bis zu der Stelle, wo die bisherige kurländische Grenze aufhörte und geht von hier in ziemlich gerader Linie bis zur Südspitze des D r h s w j a t y- Sees, wobei der Ort Dryswjath selbst östlich dieser Linie bleibt. Von hier biegt die Linie in süd-südwcstlicher Richtung um und kreuzt die Bahnlinie Szwentzjany Lyntupy etwa in der Mitte.»Die Orte Widsh und T« er st ach bleiben östlich der Linie liegen. An den Orten M i ch a l i s ch k i und G e r w j a n y vorböi, die beide westlich der. Linie verbleiben, erreicht die Linie in mehrfachen Windungen die Bahnlinie Wilna-Szmorgon, die sie etwas westlich des Orte? Szlobodka überschreitet, und Mt jetzt wiederum südwestliche Richtung inrie, wobei sie dem Laufe der Opita und der Gawjä bis zur Einmündung in den Nje-' m e n folgt. O sch m j a n a und D s j e w j c n i sch k i bleiben öst- lich der Linie, K l e w i z a und G j e r n o n westlich derselben. Die Linie folgt jetzt flußabwärts dem N j c m e n bis oberhalb M o ß t y und biegt hier direkt nach Süden ab in den Fluß- lauf der S j e l w j a n k a, dem sie folgt bis zum Orte R u s h a n h, welcher östlich der Linie verbleibt. Von vier aus geht sie in süd- westlicher Richtung bis zur ukrainischen Grenze, wo Prushany erreicht wird. Die Orte Szmoljenitza und Bobntschiu bleiben östlich der Linie liegen. Eine ganz genaue Festlegung der Linie wird durch eine deutsch- russische Kommission erfolgen. ' parteinachrichten. Die Münchener Parteiorganisation und der Streik. Am Freitagabend tagte eine Wahlkrciskonferenz für die zwei Münchener Reichstagswahlkreise. Gen. Auer gab einen Heber- blick über den Gang der Bewegung und den Stand der Dinge. Darauf konnte nach 1-4 stündiger Dauer die Versammlung mit folgender, einstimmig angenommen«, Entschließung geschlossen werden: „Die WnhlkveiSkonferenz für die Wahlkreis« München I und II billigt vollkommen das Eingreifen und die Maßnahmen der Partei- leitung bei der letzten Streikbewegung. Ebenso ist die Konferenz vollkommen einverstanden mit der Vertretung der Foriderunge» der Arbeiter bei der Regierung und den Behörden. Die Bedenken und Behauptungen, die in der letzten Zeit erhoben wurden, daß die Arbeiterausschüsse für politische Zwecke mißbraucht worden seien, müssen als deuunziatorische, scharf- macherische Entgleisungen zurückgewiesen loerden. Politische Hrsachen haben zum Streik geführt, der Streik war zur Tatsache geworden und es muhte ein Weg gefunden werden, der es ermöglichte, raschest geordnete Verhandlungen zwischen den zuständigen Amtsstellen- und den Arbeitern herbeizuführen. Das war nur zu erreichen durch unverzügliche Zusammen» fassung der zur Vertretung von Arbeiterfragen legitimierten Ar» beitcrauSschüsse. Verlauf und Ergebnis der Angelegenheit machen alle formalistischen Einwände hinfällig. Die Zeitderhältnisse verlangen gebieterisch Maßnahmen, durch die die Parteileitung über Vorkommsse in Betrieben raschest und sicher informiert wird, damit die Hrsachen zu Weiterungen sofort beseitigt werden können. Darum muß von den Arbeitern verlangt werde«, daß fir in steter Fühlung mit der Parteileitung bleiben und alle Vorkommnisse sofort melden sowie den Parolen nnd Aufforderunge«, die nicht von der sozialdemokratischen Partei ausgehe«, i« keiner Weise»ach- komme«. Die Arbeiter müssen jede Zersplitterung der Arbeiterbewegung zurückweisen, sie müssen gerade jetzt für eine Zusammenfassung aller Kräfte wirken. Das Bestreben der Scharfmacher von rechts und links, die Arbeiterbewegung durch Untergrabung des Ver- trauens zu ihren verantwortlichen Führern zu zerreißen, mutz ent- schieden bekämpft werden. Voraussetzung des Erfolges im Kampfe für einen Frieden der Verständigung, für die Demokratisierung des Staatswesens, für die wirtschaftliche und kulturelle Hebung des werktätigen Volkes ist feste und disziplinierte Geschlossenheit und der entschiedene, unbeugsame Wille der Arbeiterschaft. Dieser Wille kann nur wirksam zum Ausdxuck kommen durch die gewerkschaftlichen und politischen Organisationen, in denen die Arbeiter über grundsätzliche und taktische Fragen als Mitglieder entscheiden und Einfluß ausüben. Die Konferenz nimmt Kenntnis von der Erklärung der Staats- regierung und spricht die sichere Erwartung aus, daß die gegebene» Zusagen auch erfüllt werden," GewerffchaflsbewWUM Jahresbericht der Branerei- und Mühlenarbeiter. In der Generalversammlung der Berliner OrtSverwattung US Verbandes der Brauerei- und Mühlenarbeiter gab der Vorsitzende Hobapp eine Ncbersickit über die Organisations- tiitigkeit im Jahre 1917. Dieselbe richtete sich im wesent» lichen auf ein« den Teuerungsverhältnissen entsprechende Ver- bessernng der Löhne, Die Teuerungszulage, die?um ersten Male im Juni 191o betuilligt wurde, ist im abgelaufenen Jabre zweimal er- höht worden. Seit August 1917 beläuft sie sich aus 20 M. für die Woche. Einzelne Brauereien zahlen noch mehr, nämlich 23, 28, 80 M. Die Teu- rungZZUlage der Arbeiterinnen beträgt 6 M., so dast sich ihr Mindestlohn auf 33 M. wöchentlich stellt. Gleichzeitig mit der letzteren Erhöhung der Teuerungszulage ist der Ueberstundenzuschlag von 23 aus 87 Pf. erhöbt worden. Ein wichtiger Teil der Organisationstätigkeit galt der Stellungnahme zur Erneuerung des Tarifvertrages der Brauerei- arbeiter, der am St. März 191S abläuft. Die aufgestellten Forde- rungen sind dem Verein der Brauereien eingereicht, die VerHand- lungen sind im beiderseitigen Einverständnis mit Rücksicht auf die nnsicheren Verbällnisie des Braugewerbes hinausgeschoben, in letzter Zeit wieder aufgenommen, aber noch nickt zum Abschluß gekommen. Was die allgemeine Lage de? Braugewerbes betrifft, so kann jetzt als sicher angenommen weisen, dah deu Brauereien nicht mehr als 3 Proz. ihres früheren Gerstenverbrauchs zugewiesen werden. Wenn auch diese geringe Menge in kurzer Zeit verarbeitet sein wird, so ist doch nicht zu fürchten, dah dadurch eine nennenswerte Arbeits- losigkeit der Brauereiarbeiter eintritt, denn die Brauereien werden sich der Herstellung von Ersatzgetränken zuwenden und die verhält- niSmähig geringe Zahl der noch Beschäftigten auch weiter beschäftigen könne». Die zwangsweise Zusammenlegung von Betrieben, die in Ausficht genommen war. wird in Berlin nicht vorgenommen werden. Aber es haben sich verschiedene Brauereien auS geschäftlichen Gründen freiloillig zusammengescklofien. Die Mühlenindustrie. die gewissermahen der Kriegsindustrie zn- gezählt werden kann, befindet sich in einer sehr günstigen Lage. Die Löhne der Mühlenarbeiter sind erheblich gestiegen, aber das Interesse für die Organisation ist bei ihnen leider nickt besonders stark, die Organisation für den Verband hat in der Mühlenindustrie wenig Erfolg gehabt. Auch in den Brauereien konnte der Organisations- gedanke stärker sein bei denen, die an Stelle der Eingezogenen in Ar- beit getreten find. Die Mitgliederzahl ist im Laufe de? Jahre? von 187S auf 1518 zurückgegangen. Im Heeresdienst siehe» 228 Mitglieder. Der Kassenbericht schliefst in Einnahme und Ausgabe für die Hauptkasse mit 31 008,20 M., an Unterstützungen wurden 21 124 M. ausgegeben. Die Lokalkafie zeigt eine Einnahme von 11 693 M., eine Ausgabe von 31 679 M. Die Mehrausgabe ist zum grössten Teil auf die Begleichung älterer Verpflichtungen an die Hauptkafle zmückzuführen. Die Lokalkafie gab 6260 M. für Unterstützungen aus. Die Versammlung nahm den Geschäftsbericht ohne wesentliche Debatte entgegen und vollzog die erforderlichen ErgänzlMgswahlen zmn Borstandc._ A«S der Schlichtungskommission arbeiten. für Militärschnekder- Auster für Bekleidungsgegenstände ist die SchlichiungSkommisfion auch für Näharbeiten zuständig, die von der Wumba vergeben werden. Daher wurden in der letzten Zeit eine Auzahl Klagen wegen Bezahlung der Geschostkappen. Geschostbezüge, Wafiertrage- sacke und Reiterfuttcrsäcke anhängig gemacht. Für diese Gegen- stände hat die Wumba einen Tarif.genehmigt, der durch Verhandlungen mit Vertretern der Spandauer Artillerie- Werkstatt sowie der Schlichtungskommissionen für daS Sattler« und Schneidergewerbe zustande gekommen ist. Einige Unternehmer, gegen die Klage erhoben wurde, erklären nun, es handele sich nicht um die rarifierien Gegenstände, die Löhne seien zu hoch und sie er- suchten daher die Wumba um Herabsetzung der Löhne mit rück- wirkender Kraft. Damit«vollen sie erreichen, dast sie eine Nach- zahlung nicht zu leisten brauchen, obwohl die ihnen bewilligten Preise sich auf die tariflichen Löhne gründen. Um zu beweisen, wie hoch die Löhne sind, werden die Verdienste einzelner Arbeite« rinne«, die mit ihren Familienangehörigen zusammen arbeiten, immer wieder als Normalverdienste bezeichnet. Vetveisfiihrungen dieser Art werden von der SchlichtnugS- kominission zurückgewiesen. Hier wirken sachverständig� Arbeit- geber und Arbeitnehmer als Beisitzer mit, die sich ihr Urteil aus persönlicher Sachkenntnis bilden und es auch der Arbeiterschaft nicht mitzgünnen, ivenn sie einen den Zeitverhältnifien entsprechenden Berdienst erzielen. DaS ist bei der Vereinbarung der Lohnsätze auch als die Absicht aller Vertreter ausgesprochen worden. Dte Arbeiterinnen sollen anständig bezahlt werden. Es darf auch erwähnt werden, dast die Unternehmer bei den jetzt für die Wumba gellenden Arbeitslöhnen gläiuend zurecht kommen. Trotzdem scheint ein Teil derselben mit seinem Verdienst nickt zufrieden zu fein und denselben auf Kosten der Ärbeilerichast erhöhen zu wollen. In dieser Hinsicht hat die Schlichtungskommission letzthin einen Ausgleich vorgenommen, indem sie die Frau Kupfer, Schmidstr. 4, zur Nachzahlung von 2000 M. veranlastie. Rechr nette Zustände scheinen bei der Schöneberger Schneider- innung zu herrschen. Hier war ein Zwischenmeister wegen einer Forderung von 160 M. verklagt. Bei der Verhandlung stellte sich heraus, dast derselbe für ein halbes Dutzend Mitglieder der Schöne- b-rger Innung arbeitete, die Arbeit in der Ausgabestelle in Empfang nahm und dort wieder ablieferte, ohne dast seine Auftraggeber sich um etwas anderes tüinmerten, als dah sie sich ihren Unternehmer- verdienst einkaffierten. In diesem Falle-zahlte der Zwischenmeister den Betrag von 160 M. nach. Sehr wahrscheinlich ist aber, dast da« BekleidungSami die Schöneberger Innung mit dem silnffachen Betrage in Strafe nimmt. Auch der Frauenverein vom Rote« Kreuz leistete eine Nach- zahlung von 71,30 M. Für bei JnstandfetzungSarbeiten in zwei Wochen zu wenig gezahlte Arbeitslöhne zahlte die Firma Eimbler 40 M. nach. Die Firma Zeistler arbeitet Pelzmäntel für die Firma Herpich Söhne, die diese von der Fliegerabteilung in Döberitz in Auftrag hat. Entgegen den tariflichen Bestimmungen zahlt sie statt 11 M. nur 7 M. Arbeitslohn. Auch hier erfolgte eine Nachzahlung vno 310,30 M. Da die Firwa Herpich Söhne bei den Tarifver- Handlungen zugegen war, so kann hier von einem Versehen nicht gut die Rede sein. Wenn die Firma Herpich Söhne die Pelzbezügc nicht tiu eigenen Betriebe, sondern von einer Konfektionsfirma herstellen lästt,'must sie voraussetze«,, dast bei den von ihr bewilligten Preisen die vorgeschriebenen Löhne nicht mehr bezahlt werden. Es erscheint auffällig, dast sich Klagen dieser Art gegen die Firma Herpich Söhne immer wiederholen. In einem anderen Falle waren die Arbeiterinnen mit Instand- setzungZarbeiten beschäftigt und zu gering bezahlt. Hier erfolgte eine Nachzahlung von 200 M._ Eine sprunghafte Mitgliederzunahme hat für das Jahr 1917 der österreichische Metallarö�iterverband zu verzeichnen. Während derselbe im Vorjahre ohne die zum Militär Eingezogenen 29 621 Mitglieder zählte, wurden im Jahre 1917 nicht weniger als 116 644 neu aufgenommen; 26 823 muhten gestrichen werden, so dast das Ende 1917 einen Mitgliederbestand von 121 942 ergab. Der groste Mitgliederzuwachs steht in ursächlichem Zu- fammenhang mit der Lohnbewegung vom Mai 1917, bei der eS gelang, die Kriegszulagen in ein System zu bringen, das späterhin als Grundlage zahlreicher Verträge und Beschwerdekonnnisfionsent- scheidungeti diente. Daneben wurde auch ein Mindesteinkommen gewährleistet, daS bei den Arbeitern viel Anklang fand. Ei« Kollektivvertrag ist zum erstenmal zwischen dem Gewerk« schaftSverein der Stockholmer Wäscherinnen und Plätte- rinnen und dem donigen Verein der Inhaber der Wasch- und Plättanstalten vereinbart worden. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 37 Stunden. Am 1. Mai, am Tag vor Weihnachten und der Johannisfeier<23. Juni) wird nicht gearbeitet. Der Stunden- lohn für geübte Arbeiierinnen an der Maschine beträgt 43. siir «oeniger geübte 40 Oere. Für Akkordarbeit ist ein ausführlicher Tarif festgelegt worden. Ueberftunden werden um 30 Proz. höher bezahlt. Die Vereinbarung bedeutet für die betreffenden Arbeite- rinnen eine bedeutende Verbefferung ihrer Löhne und Arbeits- bedingungen.'_ Inöustrie und Handel. Die 8. Kriegsanleihe. Zur gewohnten Zeit, ein halbes Jahr nach der 7. Anleihe, rüstet sich hie Jmanzverwalwng des Reiches, eine neue Krieg» an- leihe aufzulegen. Es werden wieder die bekannten 3 proz. Schuld- verschrribungen und daneben die 4)4 proz. auSloSbaren Schatzanweisungen, beide zum Preise von 98 Mk. für 100 Ml. Nennwert auf- gelegt. Die Schatzanwvisnngen unterliegen den gleichen BerlosungS. bedingnngen wie die der 6. und 7. Kriegsanleihe. Wird die Kriegs- anleihs in das Schuldbuch eingetragen— mit Sperre bis 15. April 1919— so ermästigt sich der Zeichnungspreis auf 97,80 Mk. Die ZsichnungSfrist läuft vom 18. März bis 18. April. Um den Zeichnern di« Möglichkeit zu geben, alle ihnen im Laufe der nächsten Monate noch zufließenden Einnahmen der Anleihe zu widmen, können die Einzahlungen in 4 Rateno ans weißem ScWeiersioff, jugend- lueia Hebe Pom, Taille mit Hand- Jfl_j J»us Wollmusselin, Taille ra. großem£0 AA IliCIQ Batistkragen, Rock mit Taschen,,«O« ■|f l«! J aus gutem Taktet, mod. Pom, l\lCia mit weiCera Seidfinkragen, Rock ÄZ? yy mit Taschen garniert....." leiAisi aus guter Petleekle, Taille mit IVsxJQ großem Srndenkragen, Rock mit 1 9Q 00 Taschen besetzt...............**** Nachmifiagtkkid tSÄ TM oe Rock mit Ueberraek, TfertUe reich gesöCkt!?*"•»- Anlerti)gimg etagaAter, Dasmenkieldmig nach, Maß1-; i Kinderkleldcr KmderktCid aus gemusterten baumw. Stoffen, mit Stickerei-Einsätzen garniert Länge 60 cm 15.50 bis 100 cm 26.50 Klndcrklcid aus reinwoll. Musselin, jnitMull-Qarnitur und seidener Schleife Länge 45 cm 21.00 bis 100 cm 37 JO Backfisch- Kleid ans weicher Seida, mit farbiger Stickerei J 10cm 105.®®« 120 cm 108.®® IBOcm III.®® Babymanlei a-Wollst. m. weiß Rips-Krag. Länge 43 cm36�0 jede weit 5 cm 1.50 mehr Damcnsirümpfc t BaamwoHc schwarz, derahbr. 96Pf.l.7S f lor mtt ScMenglane, schufflK 4 50 •Woft-Erselz schwarz...,. 7.25 •Kunstseide farbig...... 8.75 9.75 ..... stark, sebwm. 19.06 25.00 .> jfXtar letfjMiyer Weißwaren Blusenkragen«na Baflst, m« Spitzen- Ansatz•«•••••••••«««•»»»»»«vv Blusenkragen a-Olasbatist,«.Spitze 1.65 Bhisenkragen aus Spitze...... 2.10 Blusenkragen aas Qiasbatist, mit � � breiter Spitze.............. 2.50 Blusenkregen a. tBasbettet, m. Spitze 3.00 Blusenkrogen aus getupftem Mull. mit breiter Spitze............ 5.00 Bhisenkragen aus Olasbatist mit Hohlsaum und breiter Spitze garniert 3.75 Herrensocken BaumwoSc uwtofarWg... 84 Pt 1.10 Baumwolle sehwarz.•-??• Wpf.1-1® Baumwolle lederfarbig. Ji• 76 85 Pf. Flor mit Seidenglanz, Einfarbig i.60 2.10 •Kunstseide einferbig........ 6.25 3ddc schwarz, mit faifa. Zwfefcal&2S 3.75 „fP0"'«■""frr, Blusen BlllSC ans farbigem Batist, rnkk weötem � � r a Qlasbatist-Kragen und Manschette«..... 13« BluSe aas V,mnMm Votia.«oderm>1A Pona................... BluSC ans gesticktem Batist, arkk farbiger n-. Krawatte..................... Bluse aas Sch Werstoff, mit gesticktem Vorderteil..................... ty.™ Schofebluse aoa buat gemustertem Batist, mit Kaopfgarnitur........... BluSC aus Crtpc de Chine, mit großem_n Kogm«ad Hohlsaum gatnied,..... J?.3" 1