Ar. 65. SS.I-hrK. Bezugspreis» «ierteljührU t�o MI. mona« frei ins Haus. dorauSzahlbar-Einzeln« kümmern 10 Pia. Postbezug i Monat- lich IJiO SRI Unter Kreuzband(fit ibeullchtand und Oesterreich- Ungarn Mt.»ör das übrige Ausland chbo Ml. monatlich. Leriand ins Feld bei direkter Seslellung monalt. IFV MI. Postbestellungen nehmen an Däne- marl. Holland. Luremburg. Schweden Nitd die Schwei. Eingetragen in dt« Pchst-sjestungs-Preisitste. Srlchelni täglich. Detegramm- Adresse: lv erlitt'. AuzstgenpreiS» vseslebengespalteneKolonelzeilelostet «o Pfg.„Kleine Anzeige»', da» fettgedruckte Wort 20 Psg.(zulässig » settgedruckte Wories. jedes weitere Wort>0 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigeii das erste Wort Nevlmev VolKsblnkk. 10 Pfg.. jedes weitere Wort k> Pfg. Worre über lb Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 20»/» Familien- Slnzeigrn S<» Pfg., dolitifche u. gewerlschastliche Vereins» Anzeigen 40 Pfg die geile. Anzeigen rbie nächste Nummer müssen vi» Uhr nachmstl. im Hauvtgeichäst. Perlin SW.N8. Lindenstratze S. ab- gegeben werden. Geäfsne! von S Uhr früh bis? Uhr aoendt. Zcntmlorgan der fozialdemokrati fchcti parte» Dcutfcblanda. !.ap** *-»■. Neöaktio«: EW. öS. LinöenNratze Z. 9erttfi>ted>er: Amt Moriltpla«,- Str. 151 90—151 97. Expedition: EW. öS» Zindenfhoftc 3* Fernivreelier: Am« SNortttPla«, Slr. 15190—151.97. Sie ieMe Litzlung von KreN-Litows ES ist der letzte Akt einer gewaltigen geschichtlichen Tra- gödie, den uns das deutsche amtliche Bureau in schynungsvoller Form übermittelt. Wir erleben in diesem Bericht noch einmal das letzte Sichaufbäumen eines großen Lölkes, von dem uns niemals Haß getrennt hat, gegen die drückenden Bestimmungen eines Vertrages, die wir selber aufs entschiedenste mißbilligen. Daß dieses Gefühl auch den Diplomaten des Vierver- bandes nicht ganz ferngeblieben ist, beweist die Erklärung des bulgarischen Vertreters Toscheff, man sei doch nach Brest gekommen, um einen dauernden Frieden zu schließen, und nicht, um den Keim für neue Kriege zu pflanzen, die Erklärung der russischen Delegation schaffe jedoch ein« Atmo- fphäre, die mit dieser Absicht nicht übereinstimme., So ist es in der Tat, nur daß es nicht Worte waren, die' diese Atmosphäre schufen, sondern Tatsachen, aus denen die Worte entsprangen. Man hat Frieden geschlossen und sich »m Gefühle tödlicher Feinschaft voneinander getrennt. Das ist ein tief beklagensivertcs Ergebnis, das wir vor-> ausgesehen und vor dem wir gewarnt haben. Der Vorsitzend« der russischen�Delegation, Sokolnikofs, hat auch noch einmal bittere Vorwürfe an die Adresse der deutschen Ar- b e i t e r gerichtet, an deren Hilfe die russische Regierung der- geblich appelliert habe. Diese Vorwürfe sind aus' dem »Zefühls- und Gedankenkreis der russischen Delegation her- aus vollkommen verständlich, und Herr v. Rosenberg war nicht berufen, im Namen der deutschen Arbeiter aus sie zu antworten. Die deutschen Arbeiter stehen nickt hinter Herrn d. Roscnberg und der von ihm vertretenen Politik. Sehen wir den Tatsachen ruhig ins Gesicht und erklären wir offen, daß bei diesem Frieden dem Sozialismus aller Richtungen der erstrebte Erfolg versagt geo'ieben.ist. Tie teutich? Sozialdemokratie vermochte trotz der redlichsten Ab- sichr durch ihre Politik nicht zu verhindern, daß ein Frieden ge'chlou'en wurde, den die Gegner als Verständigungsf'ieden nickt anerkennen konnten, den sie vielmehr als einen Ge- tvc ltfrieden nur»mter Protest unterzeichneten. Ebensowenig hat der Bolschewismus, dessen schwere Fehler wir oft kriti- siert haben, mit seinen aus der reinen Theorie gezogenen Methoden- das Idoal des demokratischen Friedens zu ver- wirklichen oerntuhi. Gar nicht zu reden von unseren„Un- abhängigen", die zwischen deutsch-sozialdemokratis�er und bolsckewistisck�r Politik eine goldene Mittellinie suchen, die es nickt gckt und nicht geben kann. Die Vorwürfe Sokolnikoffs richten sich ailck nicht an die deutsche Sozialdemokratie, sondern an die deutsche Ar- beiterschaft schlechthin, an die Arbeiterschaft ohne Unter- schied der politischen Richtung. Diese hätte, das ist der eigentliche Sinn seiner Vorhaltung, in Deutschland einen revolutionären Machtkampf entfesseln müssen, um auf diele Weile den demokratischen Frieden zu erzwingen. Zu einem solchen Machtkampf fehlten aber alle Voraussetzun- gen. vor allem in der Mentalität der deutschen Arbeiter selbst. Die deutschen Arbeiter sagen sich, daß durch den revolutionä- ren Machtkampf nicht der demokratische Frieden, sondern der imperialistische Macht- und Gewaltfrieden zugunsten der Entente verwirklicht werden würde, und das ist der Frieden, den von allen denkbaren die deut- scheu Arbeiter am allerwenigsten wollen. Unter diesen Umständen konnte die deutsche Arbeiter- schalt gar keine� ai.tere Politik treiben als die der deutschen Sozialdemokratie. Sie mußte ihr AeußersteS aufbieten, um Mackt zu erwerben. Einfluß zu gewinnen, in der Hoffnung, es werde ihr dadurch gelingen eine Entwicklung aufzuhalten. die sie für verhängnisvoll hielt. Es ist ihr nicht gelungen. Aber denen, die ihr deswegen Vorwürfe macken. kann sie cnt- gegcnhalten, daß die einzig konsequente Methode, die es außer der dentsch-'ozialdemokratischen gibt, nämlich die bolschewistische, nickt einmal den Gewalkfrieden ver- hindern kann, der auf Kosten des eigenen Landes geschlossen wird. Wir geben uns über die Haltung»nd den Einfluß der englischen»nd der französischen Arbeiterschaft im Falle einer deutschen Niederlage keinen Illusionen hin und möchten nicht den Tag erleben, an dem sich die Hoffnung Teutschlands nur noch an ibre Stärke und ihren auten Willen klammert... Sokolnikofs verlonnf van uns etwas was w'r nickt leisten konnken was iedes Land nur für sich selber leisten kann. Nur Rußland kannte Nußland helfen...1 ?rcst-LitowSk, 4. März. Nachdem die russisch« Delegation am 1. März die Entwürfe- zum Friedensvertrag nebst Anlagen und Zu- sahverträgen entgegengenommen hatte, erklärte der Vorsiycud« So-, koln i low. daß er von einer Durchberatung in K o m-! Missionen absehen wolle. Am 2. März nahmen der Vor- sitzende und einzelne Mitglied« der russische» Delegation Fühlung. mit den Delegierten der Verbündeten, um sich über die einzelnen De- stimmungen der Entwürfe Aufklärungen zu verschaffe».— Ab- ändcrungswünschr wurde« rusüschrrseitS nicht geäußert. Für die Unterzeichnung der Verträge wurde in gemeinsamem Einvernehmen der 3. März festgesetzt. Am 3. März, um lt Uhr vormittags, traten die Abordnungen unter dem Vorsitz des öfter- rcichisch-ungarischen Botschafters von Mereh zu einer Vollversamm- lung zusammen. Die Bollmachten wurden geprüft und richtig be- funden. Im allseitigen Einverständnis wurde vorbehalten, daß Staatssekretär von Kühlmann und Graf C zernin ihre Unterschriften in Bukarest nachtragen sollten. Sodann gab d« Vorsitzende der russische« Delegatio» J zwei Erklärungen ah. Die erste Erklärung beschäftigt« sich mit Artikel IV Absatz 3 des Vertragsentwurfes, betreffend Rußlands Verzicht auf Ein- Mischung in die Neuordnung der staaisrechtlichen und Völkerrecht- lichen Verhältnisse in den ehemals türkische» Bezirken Erdehan, SarS und Barum. Herr Sokobnikow erklärte, daß diese Vertrags» bestinunuug eine Gcbietsänderung ohne Befragung der Bevölkerung Htstelle und von Rußland kot unter Protest angenommen werde. In seiner zweiten Erklärung betonte der Vorsitzende der russischen Delegation, das deutsche Ultimatum habe die russisch« Republik im Zustande der Demobilmachung getroffen. Russland sehe sich deshalb gezwungen, das Ulti- matum anzunehmer. und die ihm jetzt vorgelegten Ver- träge zu unterzeichnen. Tiefer Friede sei kein BcrftändigungS- fries». Die russischer Rondvölkec würden«nter dem Vorwarte des Selbstbestimmungsrechtes dem Einfluß des Geg- nerS unterstellt, um die dort herrschenden Klassen gegen die Re- volution zu schütz«» und die Kräfte der Gegenrevolution zu stärken. Auch in Finnland und der Ukraine stütze der Vierbund die revolutions feindlichen Bestrebungen. Rußland, durch den Bruch de? Waffen st ill st andes vergewaltigt. unterzeichne, nachdem es vergeblich a» die deutschem Arbeiter appelliert habe, de» Friedens vertvag, ohne« verhemdlungea dar- über«»zutrete». Botschaft« von M«eh gab seinem Bedauern üb« die russi- schrm Erklärungen Ausdruck. Di« Delegatiowen des Vierbundes hätten gshofft und gewünscht, daß am letzten Tage dar Verband- lungen friedliche und versöhnlich« Tön« angeschlagen würden. Wann die russische Delegation in« Bestimmung üb« ErdShan, KarS imd B a t u m beanstande, so müsse et bemerken. daß die russischen Herren in der Lage � gewesen wären und vollauf Zeit gelabt haben würden, darüber zu verhandeln und Abänd«ungswünsche geltend zu machen. Wenn sie die Eni- würfe ohne sachliche Drrrchberatung in einzelnen in Bausch«nd Bogen angenomme« hätten, so besäßen sie nicht da? Recht, sich darüber zu beschweren, sondern hätten dies allein zu verantworten. Jode Verantwortung und Schuld für die jetzige Lag�, Rußlands müßten die Mächte des Vierbundes ablehnen, die Verhandlungen in Brest hätten bei voller Waffenruhe zwei Monate lang gedauert, bei sachgemäßer Verwendung dieser Frist würde die russische Delegation reichlich Zeit gehabt haben, das Friedenswerk auf der zu Beginn der Ver- Handlungen festgesetzten Grundlag« durchzuarbeiten und zu einem gedeihlichen Ende zu führen. Der größte Teil des Materials sei überdies in den früheren Verhandlungen tatsächlich eingehend durchberaten worden. Wenn die russische Delegation später diesen Weg verlassen und jetzt aus abschließende Besprechungen verzichtet habe, so treffe die Schuld hieran ausschließlich sie selbst. In längeren AuSfübrungen und unter Beibringung reichen geschichtlichen, ethnographischen und geographischen Materials trat hierauf der Vorsitzende der ottomanischen Delegation, Hakki Pascha, der ersten Erklärung SokolnikowS entgegen, er erinnerte daran, daß die fraglichen drei Bezirke vier Jahrhunderte lang zur Türkei gehört hatten, daß Rußland fr« als Ersatz für eine von der Türkei nicht gezahlte Kriegsentschädigung an sich gerissen und daß die Türkei, solange sie Herrin der Bezirke gewesen sei, von dort auS Rußland niemals bedroht habe. Den Vorwurf, daß ein« An- nexion vorliege, entkräftete er durch Hinweis auf den Wortlaut der von den Verbündeten vorgeschlagenen Vertragsbcstimmung, wonach die Bevölkerung das Recht haben soll«, ihr künftiges ftaat- licheS Schicksal seihst zu bestimmen. General Hvffmnnn legte gegen den Vorwurf einer Ver» letzung des Waffenstillstandes durch Deutschland Ver- wabrung ein. indem er ans die Erklärungen des Staatssekretärs d. Küblmann in der Vollversammlung vom 10. Februar verwies. Herr v Kühlmann habe damals dem Bolkslommissar für außwär- tigc Angelegenhefte» klipp und klar gesagt, daß mit einem einsei- tigen Abbruch der Friedensberhandlunaen der Wassenstillstand automatisch außer Kraft trete. Herr Trotzki Hobe das widerspruchslos zur Kenntnis genommen. Di« russische Dcmobil- machung habe nicht ersi infolge des Belebls vom 10. Februar be- gönnen. In Virklichkeit sei sie scbon lange Wochen vorder im Gange gewesen. Schon Wochen vo-der habe die vrntsche HerreS- leitnnq newndt, dnß nnd wienj-i Kilometer der russischen Stellun- gen nickt mehr von russischen Truppen besetzt waren. Diese tatsäch- lichen Verhältnisse seien der russischen Regierung natürlich genau so gut bekannt gewesen, wie der deutschen Heeresleitung. Gesandter». Rosenberg, der hierauf das Wort«griff, führte au», die deutschen Delegierten hätten sich im Dezember und Ja- uuar ehrlich demüht,«tue» Friede» der verftäudiguug zustandezubringen. Sie hätten nicht auf die Rechte gepocht die Deutschland die Eroberung feindlicher Geviete hätte einräumen können. In dem Wunsche, den Ideale» des neuen Nußland entgegenzukommen, sei hieraus verzichtet worden. Aber zu einer�Ver- � ständigung gehörten zwei Parteien, die die Verständigung wünsch- ! ten, und den guten Willen hierzu habe die deutsche Delegation auf der russischen Seit« vermißt., Infolge eine» unselige» Berhängnisse» habe die russische Delegation an der Ehrlichkeit d« deutschen Absichten mit den Randvölkern nicht glauben wollen. Inzwischen haben sich die Verhältnisse und naturgemäß auch die Forderungen Deutschlands verändert. Aber auch heute noch seien die Forderungen Deutschlands weit davon entferntz eine rücksichtslose Ausnutzung der Machtverhältnisse darzustellen. Aber wenn die russische Delegation nur die drei Tage im Auge habe, die jetzt zur Verfügung ständen, so ergebe sich ein falsches Bild. An- ! nähernd sechs Wochen habe der Waffenstillstand gedauert, biS� am 10. Februar die Verhandlungen abgebrochen wurden. Also hätten de? russischen Regierung nicht drei Tage, sondern sechs Wochen plus drei Tage zur Verfügung gestanden, um sich über die Annahme ode.c Ablehnung der Friedensbestimmungen schlüssig zu werden. Hierzu komme, daß die Besprechungen im Januar und Februar gerade auf den Gebieten, in denen die Materie kompliziert sei, bereits zu weit- ' gehenden Ergebnissen geführt haben. Der Friede iverde Ruß» land nicht aufgezwungen; in der freien Entschließung des russischen Volke« stehe eS, die deutschen Bedingungen anzunehmen � oder den Krieg fortzusetzen. Di« russische Regierung habe nicht da« ! Recht, die Aufrichtigkeit der von Deutschland verkündeten Absichten ' mit her Bevölkerung der Randgebiete in Zweifel zu ziehen. Um so weniger, als während der kurzen Zeit» die sie am Ruder sei, zwischen ihren Worten und ihren Taten scharfe Widersprüche fest- zustellen waten. Der Vorsitzende der russischen Delegation habe in sein« Gr- klärung auch vom deutschen Arbeiter gesprochen. Wer glaube, daß der deutsche Arbeit« für sein Ver» halten nach innen und außen VerhalrungSmaßregeln und In, struitionen vom Ausland beziehe, der kenn« den deutschen Arbeiter nicht. Der deutsche Arbeiter sei derselbe Mann, der draußen im Schützengrabn seit vier Jahren mit grenzenloser Hingebung da» Baterland verteidige. Wenn er an der Einrichtung-de» deutschen Hauses, an der bestehenden Ordnung der öffentlichen Ding« etwa» auszusetzen habe, so mache er das im eigenen Haufe, mit den eigenen Volksgenosse-, ab. Der Glaube, daß er dazu Ratschläge von draußeti gebrauche, beleidige den deutschen Arbeiter. Der Vorsitzende der bulgacischen Delegation, Herr Toscheff, hob hervor, daß die Vertreter des Vievbundes mit den russischen Delegierten zusamckengekommen seien, um«neu dauerhaften Frieden zu schließen und nicht, um den Krim für neue Kriege zu pflanzet� die Sprache und die Erklärungen de? Herrn SokolnikowS schüfen jedoch eine Atmosphäre, die mn dieser Absicht nicht übereinstimmt Er müsse d�r unbegründeten Behauptung der russischen Telega» tion entgegentreten, daß der Bicrbund Rußland vergewaltigen wolle, ein Godankc, der Bulgarien wie seinen Verbündeten fern- liege. Wenn Rußland sich in seiner heutigen Lage befinde, so sei dies lcdiglich die Folge jener nicht genügend weit aus- schauenden Politik, die Nußland geführt habe. Nach einer Replik deS Herrn Sokolnikow, der im wesentkichen nur die früher entwickelten Gedankengänge wiederholt«, und nach einigen Gegenbemerkungen dos Gesandten von Nosenbcrg und des Generals Hoffmann wurde die Sitzung um 2 Uhr auf zwei Stuu- den unterbrochen. Nach der Wiedereröffnung um 4 Uhr wurde zur Unterzeichnung de» Friedensvertrages geschritten, die um b Uhr beendet war. Sodann folgte die Unter- Zeichnung der Rechtsverträge, die bis HO Uhr dauerte. Nunmehr ergriff Botschafter von Merry das Wort und«klärte: Ich möchte den feierlichen Akt, den wir soeben vollzogen haben, nicht vorübergehen lasten, ohne der aufrichtigen Hoffnung Aus- druck zu geben, daß der heute unterzeichnete Fried« eL den Völker., unserer Mächtegruppe sowie Rußlands, die sich länger als 3H Jahre im Kriege gegxnüberstanden, ermöglichen wird, doch a l l m ä q- lich(I) die früheren freundschaftlichen Beziehungen wieder auf- zunehmen. Nach Worten des Dankes an das Bureau und an die Dolmetscher erklärte Botschafter von Mereh die Friedensverhand- lungen für beendet. Japans Intervention. London, 6. Marz.(Reuter.)„Daily Mail" meldet, daß dii.- Verhandlungen über die Jnterveution Japans in Sibirier' vermutlich in den nächsten vierund- zwanzig Stunden beendet sein werden. Die Bot- ichaftcr Groß-Britanniens. Frankreichs und Italiens in To- kio beabsichtigten. gestern, gemeinsame Vorstellungen zu machen und zu ersuchen, daß Schritte zum Schutz der Jnter- essen der Alliierten in Sibirien untcrnomnien werden. Man glaubt nicht, daß der Botschafter der- Vereinigxen Staaten in Tokio an diesen gemeinsamen Vorstellungen tcilneym-n wird. Es ist aber von feiten der Vereinigten Staaten keine Opposition zu erwarten. der Vorfrieöensvertrag mit Rumänien. Sofia, 4. März. In der Sobranje gab der Minister- prifidcnt Radosjawow unter allgeuieinem Beifall den Friedens- schlust mit der russischen Bundesrepnbtik bekannt und bat den Finanzminister T o n t s ch e w, der heute morgen ans Bukarest zurückgekehrt ist, vor der Volksvertretung den Gang der Verhandlungen mit Ruiuänicn darzulegen. Toutschew entwarf ein Bild der Lage, wie sie sich zu An- fang der letzten Woche darstellte. Er erwähnte den Brief- Wechsel der zwischen den Delegationen der Ver- Kündeten und dem rumönischeu Ministerpräsidenten Ave- rescu stattfand, der zuerst ans die Mitteilung der Alliierten, worin ihre Fricdensbcdingungen enthalten waren, i»it einem Schreiben antwortete, worin er erklärte, dast RnmSnien bereit sei zu verhandeln auf der Grundlage gegenseitiger Zugeftänd- uisse. Er erwähnte weiter das Ultimatum,' das hierauf erfolgte nnd indem der Vierbnnd Rumänien mitteilte, dast im Falle der Nichtannahme seiner Bedingungen bis Sonnabend- mittag 12 Uhr spätestens der Waffenstillstand gekündigt und die Feindseligkeiten wieder aufgenommen werden würden. Der Waffenstillstand wurde tatsächlich am Sonn- abend g.e kündigt, aber am Nachmittag des gleichen Tages gegen 5 tthr teilten die Rumänen den Delegationen der Ber- Kündeten mit, dast ihr in Jaffy versammelter K rotzrat be- schlössen habe, die vorgeschlagenen Bedingungen anzunehmen. Diese Bedingungen bestehen in der Abtretung der Dobrudscha, der Berichtigung der rumänisch- ungarische« Grenze nnd in Begünstigungen wirtschaftlicher Art. Es wurde hierauf der rumänische» Regierung geantwortet, dast sie innerhalb einer Frist bis Dieustagmittag 12 Uhr den Vorfriedensvertrag zu unter- zeichnen habe, der die oben aufgezählten Punkte enthält, «nd daß die Berhaudlrngen zum Abschluß eines neuen Waffen- stillstandeS und eines endgültigen Friedens unverzüglich wieder anfznnehmen seien. Der VorfricdenSvertrag, sagte Tontschew, wird den gleichen �Text für sämtliche Verbündeten enthalten. J» den e n d- gültigen Verträgen jedoch, die für jeden Ver? Kündeten einzeln abgefaßt werde«, wird genau niedergelegt werden, � daß Rumänien die Dobrudscha an Bul- garien abtritt, nnd man wird darin mit größerer Genauigkeit die wirtschaftlichen Zugeständnisse bestimmen. Diese letztere Regelung wird möglicherweise eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. « Sofia, 4, März. Meldung der Bulgarischen Telegraphen-Zlgentur. ,Eckio de Bulgarie" veröffentlicht den Text de» Serbisch- Griechischen Geheimvertrages vom Jahre 1S13, der die Beraubung Bulgarien« zu einer Zeit bestätigte, wo dieses mit seinen Armeen die Sache de« Baltanbunde« verteidigte. Die Veröffentlichung de« Vertrage» erregt grotze« Aussehen. Die Veröffentlichung de« GeheimverlrageL im gegenwärtigen Zeitpunkte steht natürlich im Zusammenhang mit den Bukarestcr Verhandlungen. Dast Bulgarien 1913 die Dobrudscha verlor, war eines der Ergebnisse jenes griechisch-serbisch-rumänischen Komplotte«. » die ungarischen Ioröerungen. Der„Pester Lloyd" schreibt über die FricdenSverhand- lungen mit Rumänien: Die öffentliche Meinung besteht mit Entschiedenheit darauf, dah un« durch ein« strategische Gretizberichligimg feste Sicherheiten gegen lünftige meuchlerische Uebersälle von rumänischer Seite geboten werden. Die Zugänge zu den Gebirgspässen des KarpathenwalleS, der Rumänien von Siebenbürgen trennt, dürfen nicht weiter im Besitze diese« unzuverlässigen Nachbarstaates bleiben. Auch für die Wcgfrcihelt an der Dona» inüssei�zuverlässtge Bürgschaften errichtet werden. Endlich muff Ungarn verlangen, daff»im Friedensinstru- ment gegen die agitatorische Wirksamkeit der ru- manischen Kulturliga, wodurch Siebenbürgen dauernd be- unruhigt worden ist, Abhilfe geschaffen werde. Wo«"'die bulgarischen Ansprüche auf die Dobrudscha betrifft, so fordert die öffentliche Meinung Ungarns, diesen Ansprüchen kräftigsten Berstand zu leihen.____ Der öeutsch-ruMche Zrieöensvertrag. Tic wirtschasts-»ud rechtspolitischen VertrSqe. Nach Artikel XI. und XII. des deutsch-russischen Friede, iSver- trageS ist die Regelung der wirtschaftlichen und der RechtSbeziehun- gen besonderen, gleichzeitig in Kraft tretenden Verträgen vorbe- halten, lieber den Inhalt dieser Verträge, dem. Veröffentlichung demnächst erfolgen wird, erfährt Wolffs Bureau' folgendes: Die wirtschaftspolitische Anlage stellt im großen und ganzen den dcutfch-rnsstschcn Handelsvertrag von 1994 wieder her. Einzelne Aenderungen sind durch den Weltkrieg und durch Rücksichten auf unser Interesse veranlagt. Zum Teil tragen sie Unzutroglichkeiten Rechnung, die sich im Laufe der Zeit im deutsch- russischen Handelsverkehr' geltend gemacht hatten. Namentlich haben wir durch die Festlegung der freien Durchfuhr die direkte Ver- bsndung im Handelsverkehr über Nuffland nach Persten und Afghanistan erreicht, die uns bisher gesperrt- waren. Von Be- deutuirg ist ferner, daff jedenfalls bis zum Jahre 19L5. bis zu welchem Zeitpunkt auf alle Fäll« daS vereinbarte HandelSprovi- sorimp in Geltung bleibt, der russische Zolltarif, auch soweit er bis- her ungebunden war, nunmehr bindend festgelegt ist, und daß wir bis zu diesem Zeitpunkt gegen russische Zoll- er hö hu, igen geschützt sind. Der rechtspolitische Zusatzvertrag verpflichtet Ruß- land, zunächst die Schäden zu ersetzen, die unseren diplo- matischen und konsularischen Vertretern und den kaiserlichen Dienst» gebäuden bei Ausbruch de« Krieges zugefügt worden sind. Sodann �oerden alle bisherigen Staatsverträgr zwischen Deutsch- land und Rußland mit Ausnahme politischer Kol- lektivverträge, an'dcnen unser« Feind« beteiligt ind, grundsätzlich wiederhergestellt. Auch alle deutschen Lrivatrechte in Rußland, die durch Kriegsgesetze oder durch Gewalt- tte verletzt sind, werden hergestellt oder in G�ld erffetzt. Besonders !t hier zu erwähnen, daß der russische Schuldend! enst gegenüber den mischen Gläubigern alSbald nach der Natifikotion des Vertrages � ieder aufzunehmen ist, und daß die bereits fällig gewordenen Ver- . udlichkciten in kurzer Frist zu bezahlen sind, Üebcr den Ersatz Starker französischer Nngriss östlich von Mouilly.— Lebhafte Erkundungstätigkeit. A m t I ich. Großes Hauptquartier, ö. März 1918.(W. T. V.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Ruyprecht und Deutscher Kronprinz. Lethafte ErkundungStätigkeit an vielen Stelleu der Front. Nördlich von Reims und aus dem östlichen Maasufer war die französische Artillerie vielfach rege. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Auf den östlichcn Maashöhcn tagsüber heiliger Feurrkampf. Starke französische Abteilungen brachen am Abend zum Angriff gegen unsere Stellungen östlich von Mouilly vor. Sie wurden im Gegenstoß zurückgeschlagen. Auch an der lothringischen . Front und in den mittlrrr» Vogcsrn herrschte gestern erhöhte GrsechtStätigkeit. westlicher Kriegsschauplatz. Die R u m ä« e u haben unsere Bedingungen angenommen. Somit tritt der W a f f r n st i 1 l st a n d mit Rumänien vo« neuem in Kraft._ S-n drn anderen Kriegsschauplätzen nicht« Neue». Ter Erste Generalauarticrmrisler. Ludendorff. Abendbericht. Berlin, S.März 1918, abends. Amtlich. Von deu Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der österreichische Bericht. Wie«, 5. März 1918. Amtlich wir»»erlautbart: An der italirnischrn Front kein« besonderen Ereignisse. Die Operationen zur Herstellung der Ordnung und Sicher- heit in der N k r a i n e nehmen den beabsichtigten Verlauf. Rumänien hat dir WasscnsiiUstaudSbcdingungea der Mittelmächte angenommen. Der CTHef de« Generalstabe». der deutschen Vermögenswerte, die nicht durch Kriegsgesetze, sondern durch revolutionäre Enteignungsgesetze geschä- d i g t worden sind, ist unter grundsätzlicher Anerkennung der Eni- schädigungspfticht«ine weitere Vereinbarung vorbe- halten. Besondere Bestimmungen sind über die Enteignung der auf beiden Seiten eingerichteten Sequestrationen, Liquidationen und Treuhänderschasten getroffen worden; hier werden wohl erworbene Rechte Dritter gewahrt. Ter Austausch der Kriegsgefangenen wird im AnWuß an das Petersburger Abkommen geregelt. Art und Zeit der Rücksendung bleibt einer gemischten Kommission über- lassen, während rein deutsche Kom Missionen auf ruf- sischem Gebiet sofort den Schutz deutscher Gefan- gener, Zivilinternierter und Rückwanderer übernehmen. Aufwendungen für Kriegsgefangene werden er- setzt. Die Unterhaltung der Grabstätten gefallener Krieger und gestorbener Gefangener wird gewährleistet. Ein besonderes Kapitel ist dem Schutz ber drutfchen Kolonisten gewidmet, denen Rußland die Entlassung aus dem StaatSverband, Rückwanderung in die alre Heimat, Schutz de« Eigentums und Er- fatz für erlittene Unbill zusichert. Ein weiteres Kapitel regelt die Amnrstiefrage; jeder Teil gewährt Straffreiheit den Kriegsgefangenen. Zivilinternjerten ynd Ver- schickten des anderen Teiles sowie den feindlichen Staats- migchörigen. die seine Kriegsgesetze übertreten haben. Eigenen Staatsangehörigen wird Straffreiheit zugesagt, soweit sie.unter feindlichem Zwang heimische Gesetze übertreten haben. Endlich er- langen Straffreiheit die Angehörigen der von Rußland geräumten Gebiet« für gewisse militärische und politische Delikte. Dabei werden die militärischen Interessen Deutschlands während des Kriedes durch besonderen Borbehalt gewährt. Ueber die Behandlung der beiderseitigen Embargo- und Prisenschiffe sowie ihrer Ladung werden leitende Grundsätze aufgestellt, Einzelheiten einer gemischten Kommission mit neutralem Obmann überlassen, die in Stettin zusammentritt. Endlich verpflichten sich beide Teile, die durch den Krieg unter- brachen« Organisativn Spitzbergen« im Sinne der deutschen Vor- schlage durchzusetzen.__ Rußland nach Zrkeöensjchluß. Slufterordentlicher Gowjetkonssreh. Petersburg, 3. März.(Meldung der Petersburger Te» legruphen-Agentur.) Der geschäftsführende Hauptausschuß der Sowjets hat für den. 12. März nach Moskau eine außerordentliche Versammlung der Sowjets und der Kosaken- abgeordneten einberufen zur Beratung der mit dem Frie- denSschluß zusammenhängenden Fragen. Nachrichten über Differenzen zwischen Lenin und Trotzli wiederholen sich fast täglich seit dem Ausgang der ersten Brest- Litowskcr Aktion. Ein gestriges Stockholmer T.-U.-Telegramm redet geradezu von einer Entzweiung der beiden Männer und von einer Krisis im Smolny-Jnstitut und sagt, diese KrisiS habe sich noch verschärft, als die Abreise der Friedensabordnung nach Brest- Litowsk erfolgte. Lenin ichoint aber immerhin die Oberband zu behalten. Er veröffentlichte sehr heftige gegen Trotzkis Politik gc- richtete Artikel in ster„Prawda", die mit dem Namen„Karpcw" unterzeichnet sind. Wie auS den Artikeln hervorgeht, sei Lenin ein Verfechter deö Frieden« um jeden Preis, während Trotzki den Friedensschluß noch hinziehen wollte. Ein weiteres T.-ll.-Tet.egramm aus Stockholm will wissen: Die vom Smolny-Jnstitut erlassenen Befehle der allerletzten Tage zeigen ein Merkmal größer nervöser Spannung und Unruhe, die durch die Machenschaften der gegnerischen Parteien, ganz besonders aber der Sozialrevolutionäre veranlaßt sind. Im Smolny-Jnstitut scheint man ganz genau zu fühlen, daß die Herrschaft der Bolsche- iviki zu Ende geht und daß die drakonischen Maßnahmen keinerlei Gründlage für eine dauernde Regierung sein können. Die Zahl der Feinde der Bolschewiki wächst auch in den Schichten der arme- rsn Bevölkerung und in den Arbeiterklassen. Vian hat in Peters- bürg jetzt die seit dem Swrz des Zaren nie dagewesene Erschei- nung zu verzeichmen, daß die angeordneten Haussuchungen und Verhaftungen besonders in den verschiedenen Arbei- tergegenden vorgenommen werden. Inwieweit diese Angaben Tatsach-.n geben und auf Tatsachen fußen, läßt sich einstweilen noch nicht nachprüfen. Hoffentlich macht der Friedenkschlutz auch dem blühenden Depeschengeflunker über die revolutionäre Bewegung Rußland» bald ein Ende. * Stockholm, 5. März. Hier eingegangenen Nachrichten zufolge tamcn in Helsingsors am 27. Februar vier Kreuzer von Rcval an. Zum Schuhe des NrbeiterraiS in HelsingforS hat die Marine die Gründung'einer Roten Flotte beschlossen, die unabhängig vom deutsch-russischen Frieden iveiterkämpfen will. Die japanische Intervention. Tie alliierten Regierungen schweigen. London, 4. März.(Reutermeldung.) Im Unterhaus er- klärte B a l f o u r auf Anfragen, er sei augenblicklich nicht im stände, etwas über die Lage im asiatischen Rußland zu sagen, außer daß ihr von der britischen Regierung die größte Aufmerksamkeit gewidmet werde. Paris, 4. März.(Agence Havas.) Der Kammer- auSichuß für auswärtige Angelegenheiten hörte Ausführungen Pickons über die diplomatische Lage und über die Verhandlungen zwischen Rußland und Japan an. Nach Schluß der Sitzung gaben Mitglieder des Ausschusses, ohne genauere Auskünfte geben zu wollen, zu verstehen, es habe den Anschein, daß alle Alliier« ten übereingekommen seien, Japan die Jnter- vention in der Mandschurei und in Sibirien zu überlassen. London. 4. März.(Reuter.)„Daily Mail" erfährt, daß zwischen England, Frankreich. Italien und den Vereinigten Staaten über die-Lage in Sibirien unterhandelt wird. Japan nimmt nicht an den Verhandlungen teil. Dem„Nieuwe Rotterdamsche Eourant' zufolge erfährt die „Daily NewS" vom 2.' März: Japan« Haltung wird hier als eine Verteidigung gegen Rußland oufgefahr. Japan ist bereit, ohne sein Rech: vorzugehen, zu beschränken, sich mit leinen Bundes- genossen zu beraten, vor allem mir England. Japan bat natürlich viel mebr vor, als den Schutz der Vorräte in Wladiwostok. Es will selbstverständlich seinen Bedarf an Rohstoffen in der Mandschurei decken. Man weiß da» in Washington und betrachtet die Lage mit Ruhe. Mitverantwortlichkeit für die vor« geschlagene Intervention würde hier nicht willkommen sein und wird nickt angenommen werden. Nach Wilsons Erkläruna wäre Amerika im großen Maße an der Gründung von freien Republiken im Osten Europas, die Japan natürlich vor einem demichen An- griff schützen würden, interessiert. Deshalb bedauert man bier den völligen Zusammenbruch der Bolschewiki- macht. Ein starkes Rußland ohne wirtschaftliche Sckran- ken würde den imperialistischen Wellbewerb erbeblich zügeln. Die Beziehungen zwi-schen den Ver« einigten Staaten und Japan werden künttig in hohem Matze von der Frag« abhängen, ob der Völkerbund auf der Grund« läge der Abrüstung und mit Japan als Teilnehmer zustande kommt. Japan steht jetzt vor der Wahl, die preutzische Lehre mit ihren katastrophalen Folgen oder eine weite Auffassung von inter« nationalem Recht anzunehmen. Die amerikanische Regie« rung hat diese Frage Japan deutlich auseinander gesetzt. Der.Manchester Guardian" erfährt au» Washington: Ts ver« lautet noch nichts über die'H a l t u» g Wilsons zu Japan« vielleicht bevorstehendem Vorgehen in Sibirien. In Wilsons Um« gebung würde man e« vorziehen, daß Rußland sich selbst rette, fall« in dem neuen Rutziand Elemente seien, die gemeinsam vorzugehen imstande seien. Man möchte diese AuSstcht auf Eriolg nicht dadurch verderben, daß in Rußland durch Japan« Auftreten«ine Gereiztheit hervorgerufen wird. Zu dem etwaigen Vorgehen Japans in Ostast«» schreibt daS- ielbe Blatt: Ts ist klar, daß ein Unternehmen dieser An leine Be« schränkung der Verantwortlichkeit duldet. ES läuft also bin" auS auf einen Krieg gegen Rußland oder gegen die Macht, die jetzt gerade Rußland in Ostasten vertritt. Es bedeutet, daß, während Deutichland und seine Bundesgenossen Rußlands Zerstückelung im Westen anstreben, wir und uniere Bundesgenossen einen entsprechenden Versuch im Osten machen werden. Unsere Motive mögen anderer Art, aber der Erfolg wird derselbe sein. ES ist unser Srolz, daß wir für die Freiheit der Völler und die Sicherheit der Nationen lämpfen. Wenn wir• einen � Angriff ta{ Rusiland machen, handeln wir nicht nach diesem Grundsatz. • London, 4. März. Wie das Reutersche Bureau erfährt, ist das Personal der englischen Botschaft in Petersburg wohlbehalten in HelsiugforS angekommen. SchweZen unö Sie Manüsinseln. Stockholm, 3. März.(Erg. Drahtber. d.„Vorwärts".) DaS vorläufige Schiffahrtsabkommen imt England und Amv- rika erscheint auch der schwedischen Regierung nur als ein leidiges Muß, da die Volksernährung wenig davon profitiere und die Gc- fahr der Torpedierung sogar die Ankunft der bewilligten Emfuihr fraglich mache. Die zugestandene Vor Wendung schwedischer Schiffe unter Sperrzone lasse außerdem eine schwöre Schädigung der schroe- dischecn Reedereien voraussahen. Zwischen der finnischen Regierung und Schweden besteht eine Spannung infolge der Intervention aus den AlandStnseln. die Beunruhigung hervorrief, obzwar sie der Frage d-S dauernden Besitzes nicht Vorgriff. Die Erklärung Mannerheims, daß man den Führer der weißen Garde, der den Räumungsvertrag bezüglich der Alandsinseln unterzeichnete, vor ein Kriegsgericht stellen müsse, ist eine unverkennbare De- monstration gegen eine schwedische AlandSexpedition sowie gegen die Erwartungen, die viele Schweden auf den Anschluß der Alands- inseln setzen. Im„Sozialdemokraten" sagt Branting: Der firmische AußeNni-inister Sario habe als Mitverfasser der von Dr. Paul Ziohrbach herausgegebenen Schrift„Die nordische Brücke" den alldeutschen Standpunkt vertreten. Schweden, das auf den Alandsinseln nur humanitäre FnedenSzwecke verfolge, müsse gegen jede Störung protestieren. Lbschiicßönd ertkärt Branting, die schwedisch« Alandsexpedition müsse ihrem friedlichen Charakter bewahren, auch wenn man dem Recht Schweden! zunahe- treten sollte. Die neue Wendung in Finnland macht die Vermittlung der schwedischen Sozialdemokraten in Helsingsors aussichtslos. Bei den Jungsozialisten tritt infolge der russischen Ereignisse ein« zu- nehmende Annäherung an die von Branting vertreten« deutsch» feindliche, mehr der Eirtente zuneigende Ausfassung des Wobt- krieges zutage._ � €m neue? 6rief£ord Lansöownes. Zur Rede HertlingS.- DaS.Hamburger Fremdenblatt" meldet aus Rotterdam: In einem neuen Brief an den.Daily Telegraph" spreche Lord Lansdowne die Meinung aus, daß die letzte Rede Herl- lingS merkliche Fortschritte für den Gedanken- a u s t a u sch bedeute. Lasse sich eine solche Vorbesprechung in Nr. SS ♦ ZS. Jahrgang Heilage öes Vorwärts Mittwoch, H. März 1 Hl S Kult DiickechmlmW. TUtsMmg: WstGmhl in iiMtniim. Groß-Serlin Leine rationierten Lebensmittelkarte« für Festlichkeiten. In der letzten Zeit häufen sich die Anträge auS der Bevölke- rung auf Zuweisung von rationierten Nahrungsmitteln, wie Brot. Fett. FleisS, Kartoffeln usw. jur Veranstaltung von Festlichkeiten bei Konfirmationen. Hochzeiten, Jubiläen u. a. Nach einem Beschluffe der Grofi-Berliner Gemeinden dürfen Extraportionen an rationierten Lebensmitteln nicht gewärt werden. Anträge auf Gewähr solcher Lebensmittel können daher nicht berücksichtigt werden. Käseverteilung. Bon morgen bis Mittwoch, den 18. März, wird in den an der Schöneberger Grenze gelegenen Bezirken der 177.17. und 16. Brotkommission pro Kopf 126 Gramm pommerfcher Weichkäse verteilt. Kokspreise. Die Preisprüfungsstelle Grosi-Gerlin hat für die Zeit vom 1. März bis 80. April die Preise für Koks wie folgt festgesetzt. Für Ivo Kilogramm: GaSkoks, grob 7 M., Gaskoks, gebrochen 7,20 M., Westfälischer Schmelzkoks 7,1V M., Schmelzkoks der Norddeutschen Kohlen- und Kokswerke Hamburg, Schmelzkoks des Hochosenwerk« Lübeck. Lichtenberger Schmelzkoks 7,1v M., Niederschlesischer Schmelz« koks 7 M., Oberschlesischer Schmelzkots S.Äv M.— Die Preise für Briketts, Anthrazit und Brennholz bleiben unver- ändert. Bei der Lieferung von Briketts und anderen Hausbrand« kohlen findet ein Abschlag auf die Richtpreise bei der Lieferung frei Hof in der Höhe von 10 Pf. und bei der Abladung auf der Straße von 16 Pf. je Zentner statt. Hierdurch wird jedoch die Verpflichtung des Kohlenhändlers, die Kohlen in den Keller oder in das Erd- gefchoh zu schaffen, nicht berührt. Walhallatheater. Die Uraufführung der Operette.DaZ Muff« kanten dorf" von Johanna Salzmann und Benedikt Lachmann, mit der Musi! von Walter Rens Mortier, findet am Freitag statt. Das verräterische Gruppeubild. Einen heftigen Kampf mit Ein« brechern halte in der vorletzten Nacht der Steglitzer Gemeindewächter Schlüter zu bestehen, bei dem es ihm gelang, zwei gefährliche Burschen festzunehmen. Gegen 1 Uhr nachts demerkte der Wächter in der Düniherstratze drei Männer, die einen gefüllten Sack schleppten. Als die Männer sich beobachtet sahen, stellten sie die Last in einem Hausflur ab. Vom Wächter angerufen, leisteten sie semer Auf- torderung. ihn» zur Polizeiwache zu folgen, willig Folge. Unter- Wegs jedoch zog einer der Burschen plötzlich einen Revolver und gab mehrere Schüsse auf den Wächter ab, die trotz der aeringen Entfernung sämtlrch fehl ginge«. Während der Revolver- beld flüchtete, stürzten sich seine beiden Helfershelfer auf Schlüter und es korn zu einem heftigen Kampfe, bei dem es dem Wächter aber schließlich doch gelang, seine beiden Gegner zu über- wältigen und festzunehmen. Der eine der Verhafteten ist ein viel« fach bestrafter Einbrecher Albert Habermann aus der Beussel- straße 72, der andere ein Fahnenflüchtiger, der Lsjährige Karl T h e i d, der sich auch als llnterossizier und Ritter des Eisernen Kreuzes 1. Klaffe ausgab. Der entflohene Einbrecher konnte auf Grund eines bei den Verhafteten vorgefundenen Gruppen« b i l d e s bereits festgestellt-werden, es ist ein Zimmermanu aus Stettin, der ebenfalls von seinem Truppenteil entwichen ist. Em Schutzmann erschossen. Der Schutzmann H a u s e r ging Monmg abend»n bürgerlicher Kleidung aus, um auf Einbrecher besier fahnden zu können. Gegen l1/, Uhr in der Nacht hörte ein Posten einer Abteilung des 93. Infanterie-Regiments, die in der Gemeindeschuie in der Turmstraste liegt, einen Schutz fallen. Gleich darauf sah er einen. Mann die Bandelstratze hinunterlaufen. Der Posten benachrichtigte einen Wächter, und dreier fand Heuler vor dem Hause Tuimstr. 13 mit einer Schutzwunde in der Brust be« finnungSloS daliegen. Ein uniformierter Schutzmann brachte den schwerverletzten Kameraden nach dem Krankenhaus« Moabit. Hier starb Heuser, ohne das Bewutztfei» wiedererlangt zu haben. Für KOOOO M. Seidenstoffe fand die Kriminalpolizei bei einem Angestellten eine» grotzen hiesigen Geschäftshauses in seiner Be- hausung in der Koppen st ratze. Der Wohmingsinhaber be- bauptet, dah er das entdeckte Lager seil.November v. I. besitze. Wabricheinlich stammt es aus verschiedenen Einbrüchen her und ist von dem jetzigen Besitzer nach und nach auS Beutewaren zusammen gekauft worden. Eine unerwartete Aufklärung fand daS Berfchwindeu der S7jähr'gen Rentiere Frau Htldegard S. auS Lrchterfelde. Die Dame hatte sich am t2. Februar aus ihrem Heime entfernt und wurde seither vermißt. Am Freilag traf ein mit Reisig'uchen beschäftigtes Mädchen in der Nähe des Enlenfängersees im Wildpark eine auf einem Reifighügel sitzende Frau an. ES war. die Frau S.. welche angab, daß sie hier habe verhungern wollen. Sie nährte sich nur von dem Waffer des Sees. Am anderen Tage holte dre in Lichter- felde wohnende Schwester sie ab. Kleiur Notizen. Die Kommandantur von Bcrlin veranstaltet am Karfreitag(29. iliäi j) im Zirkus Schumann eine große Musik- autzübning. bei welcher P a r s i s a l(Vorspiel, t. und 3. Alt) zur Auf- fübriing kommt. Die musikalische Leitung liegt in Händen des General- wulikdireltors Leo Blech. Der Billeltver kauf hat bereus tu den bekannten Bertaujostelle» begonnen._ Schouederg 26 jährige« Amtsjubiläum. Stadtrat B a r t e l t blick» heule auf«ine 26 jährige ehrenanrtliche Tätigkeit im Dienste der Stadt Swönetrerg zurück. Der jetzt im 72. Lebensjahr siebende Jubilar war früher im Dienst der SraatSeiieiibahirveiwalrung läng und verlegte seinen Wohnsitz im Jahre>886 nach Schöneberg. Hier wirkls er in der in lebbasier Enlwrcklung befindlichen Dorfgemeinde als Gemeindeverordneler und nach der Sradrwerdung als Stadl- verordneler und Bürgerdepulierler in verschiedenen Deputationen. Seit dem 12. Februar 1912 versteht Barlelt ein Amt als Magistrats« muglied._ Wilmersdorf. Lebensmittel. Durch die Brotkommissionen ge- iangeii rn der Zeit vom 6. bis 9. März zur Ausgabe: Für jedes Kind im l. Lebensjabre(geboren am 1. April löl? oder rpälerj 3 gelbe Zufay-Zuckerlarien(April) und! grüne Zusatz- Zuckerkarle alten Musters(März); für jedes Kind im 2. Lebens« jabre(geboten 1. April 1916 bis LI. März>917) 2 gelbe Zusatz- Zuckerkarlen lApril); für jede» Kind im 3. bis 7. Lebensjahre lge- Boven 1. April 1911 bis 81. März 1916) I gelbe Zufay-Zuckeriarte (Aprrll.— In der Zeit vom 6. bis emichiietzlich 8. März werden aui Ab'chnitt 8 der.Lebensmiltelkarre Berlin-WilmerSdorf'(nicht �BezugSkarre für Elnzelper'onen") 100 Gramm Graupen zum Pfundpreise von 0.36 M. abgegeben. Die Entnahme der Ware hat rn dem Geschäft zu errolgen. in dem der Inhaber der Lebensmittel- larie sich zum Bezüge angemeldet hat.— Vom 4. März an berechtig» zum Bezüge von Heringen, frischen Fischen und Räucherfischen ontzer Buchstaben v auch Buchstab« Q der .blauen BezugSkart« für Einzelpersonen'. E» bat nunmehr d«, Buchstabe O der.rot« BezugSlart« für EHzelpsrfow»'(eine Gültigkeit'—'-- Friedenau. Resultat der Gemeiudevertreterwahlen. In de: III. Abteilung wurden am Montag die von deu vereinigten Hausbesitzer- und Bürgervereinen aufgestellten Kandidaten Architekt Haustein. Bäckermeister Wermee und Kaufmann Lemm gewählt. Die Gemeinde hat somit auch für die nächsten Jahre ihre.Arbeiterremheit' bewährt. Hoffentlich sinkt auch bald diese« elend« Wahlrecht, das Taufende vo» Arbeitern rechtlos macht, in den Orkus._ Nowawes. Lebensmittel. In dieser Woche werden ausgegeben: Grieß auf den Kartsnabfchnitt 19 der allgeineiiien Lebens mittelkarte.. Kunsthonig auf den Kartenahfchnirr 20 der allgemeinen Lebensmittelkarte. Sago auf den Kärtenabichnitt 6 der Lebens- mitielkarte für Jugendliche. Zwieback auf den Kartenabschnrrt 7 der Lebensmittelkarte für Jugendliche.— Dir Karteninhaber baben am Dienstag, den 6., und Mittwoch, den 6.. März, die LebenSmittelkarter, abschnitte 19, 20. 6 und 7 bei dem Klein« Händler abzugeben, bei dem sie die Ware zu beziehen wünschen. S'e erhalten hierauf eine Bescheinigung. Die Abgabe der Lebens- mirtelkartenabichnitte verpflichter zum Bezüge der Ware. Anmeldungen. die nach dem 6. d. M. beim Kleinhändler ein- gehen, bleiben unberücksichtigt.— Auf den Kartenabschnitt 84 der Zrickerkarte. gültig vom 4. bis 15. März, und arff den Kartenabschnilt 16 der Zuckerznsatzkarte, gültig für den Monat März, findet die AuS- gäbe vo» Zucker statt. Die Karteninhaber, haben rn der Zeit vom DörrnerSiag. den 7. bis Dienstag, dem 12. die Kartenabschnitte bei dem Kleinhändler abzugeben, in dessen Kundenverzeichnis sie eingetragen sind.— Der Tag der Zuckerausgabe wird noch bekannt gemacht.— Am Dienstag, den 5. findet aiif den Kartenabschnitt 61 der Lebensmittelkarte fror) der Verkauf von lebenden Karpfen statt. Die Waren werden abgegeben in den einzelnen Verkaufssiellen der Gemeinde aus folgende Nummern des Ailswenes: F, ommert Nr. 14411— 14480, Ziegener 10 411—10480, Winkel-12 361-12 430. Grsß-Serliner parteinachrichten. Sroß-öerlin. Heute abend, 8 Uhr, Mitgliederversammlungen der So- zialdcmokratischea Vereine. In allen Versammlungen werden Beiträge entgegen- genommen und Nenausnahmen vollzogen. Alle auf dem Boden der'Mehrheit steheude» Auhäuger srud eingcladr». Berlin L bei Glane, Kommandantenstratze 88. Berlin II. 1. und 2. AR. Westen bei Rickert, Siernmehstr. 36».— Alle übrigen Abteilungen des Kreises im Jugendheim, Linden str. 3. Berlin IH. im GewerkschastShanS, Engelufer 15. Berlin IV. Petersburger Viertel: bei Kühne, Schreinersir. 68.— Landsberger Viertel: im Elyfium, Landsberger Allee 40.?— Frankfurter Vievtel: bei Gaechter, Kl. Gewerlschaftshgus. Elifabethstr. 11.— Stralauer Viertel: bor Kieniy, Simon-Dach-Sir. 24, Ecke Revaler Strajje.— Eopenicker Viertel: bei Fröhlich, Muskauer Str. 1.— Görlitzer Viertel: bei Daus, Lausitzer Str. 46. Bcrlin V. In den„llnivuS-Festsälea", Gvorfswalder Str. 223. Berlin VI. 1.— 7 Abt. im GenaffeaschaftShau», Stargarder Str. 3.— 8. Abt. ber Hoffmann» Swinemürrder Str. 47.— 9. Abt. bei Obigla, Stralsunder Str. 11.— 10. und 11. Abt. bei Paul, Gartenstr. 101. — 12. und 16. Abt. bei Röthcr, Waldstr. 31.— 13. und 14. Abt. bei Reuter, Birkenste 29.— 18. und 19 Abt. im„Schwcdenzelt", Schweden- und Ex«rzierstratzen-Ecke.— 16. und 17., 20.— 22. Abt. bei Krause, Utrechter Str. 9, Ecke Turiner Straße. Tcltow-BeeSkow. Bdlershof: bei Feyerstein, BiSmarckstr. 82. Alt-Glicnicke-Falkrnberg: bei Bahr, Cöpenicker Str. 46. Bohnsdorf: Die Mitgliederversammlung am 6. März fällt aus.. Köpenick: im Kaisrrhof, Grünste 10. Lichterfelde: bei Draegcrt, Hrrrdenburgdaurm 46./ KönigS-Wusterhausen-Wildau: um 7� Uhr im Reuen Schützeuhause. Marrendvrf: Chausseestr. 44. Neukölln: 1. und 2. Bezirk bei Schutz, Reuierste 47, Ecke Lenaustraße.— 3. und 4. Bezirk bei Brauer, Tellstraße, Ecke We- serstraße.— 5. Dezirk bei Schittler, Werchselstr. 6, Ecke Donau- stratze.— 6. Bezirk bei Noack, Weserstr. 41, Ecke Fuldastraße.—* 7. Bezirk bei Iben, Boddinste 68, Ecke Jsarstraße.— 8. Bezirk bei Kleinert, Swtlgarter.Str. 7.— 9. Bezirk bei Ritzsche, Berthels- dorfer Str. 8. Ecke Neue Donaustraße.— 10.— 12. Bezirk im Tornerheim, Böhmische Str. 13.— IL.— 17. Bezirk bei Genkel, Her- mannst:. 178, Ecke Thomasstraße.— 18.— 20. Bezirk bei Richnow, Prinz-Hrndjery-Str. 69.— 21.— 23. Bezirk bei Hrntschel, Herr- furthste 37.— 24. Bezirk bei Bär, Wißmannstraße, Ecke Karls- gartenstraße. Steglitz: bei Element Düppelstr. 7. Tempelhaf: bei Schade, Berliner Str. 121, Ecke Friedvich-Wil- Helm-Straße. Wilmersdorf: bei Schäfer, BranÄenburgische Str. 69. Niederbarnim. Vorsigwakde-Wittcnau: bei Heider, Rauschstraße. FrirdrichShagen: im»Lindengarten", Friedrich str. 74. KaulSdorf: vei Hampel, Hönower. Str. 6. Lichtenberg: bei Hamann, Grhphnrsste 16, Ecke Krossener Straße. Niederschönhausen: Wählerversammlung bei Rettig(.Schwor- zer Adler"), Blankenburger Str. 4. Referent: Rerchstagskarrdidat Rudolf Wissell. Oberschöneweide: bei Ladcwig, Laufenerstr. 6. Reinickendorf-Ost: in den Restaurants Dölchner, Residenzstraße, Eck« M.iikstraße und Rrumonn, Provinzstraße, Ecke tzoppestraße. Reinickendorf-West: bei Schiller, Antonienstr. 10. Schönow: Die Mitgliederversammlung findet Sonnabend, den 9. Märh, bei Damerow, Berliner Straße, statt. Weihensee: bei Starrte, Cbarlotlenvurger Str. lli Tagesordnung in allen Versammlungen: Die Reichstagswahl in Riederbarnim. Wichtige Vereinsangclegenheite«. Zur Reichstagswahl in Niederbarm« ersuche» wir die Genosse» und Genossinnen, sich vollzählig zur Verfügung z» stelle». Die Versammlungsleiter»ehami die Adresse» e»t- »ege». Wer aus irgendeinem tristigen Grunde an den Ber- sammlungen nicht teilnehmen kann, sende seine Adresse an das Zentralwahlkomitec(Th. Fischer, Berlin SW. 68, Lis- denstrahe 3, Telephon: Moritzplah, 364 oder 10170). Zur Flugblattverbreitung am Sonntag, den 10. Mörz, und am Wahltage� Donnerstag, den 14. März, werden alle verfüg- baren Kräfte gebraucht. Fehle deshalb keiner. Zur Wahl m NieSerbarnim. Wie wähle« die Arbeiter? Als ein Vorspiel zu der ReichstagSwabl irr Niederbarnkm haben die Stadtverordnetenwahlen vom' letzten Sonntag allgemeine Be« ackitung gefunden. Es sind dabei 1498 sozialdemokratische und 1243 unabhängige Stimmen abgegeben worden, im 4. Wahlbezirk erzielte der Sozialdemokrat genau doppelt soviel Stimmen wie der Unabhängige, im 34. gewann der Unabhängige mit einer winzigen Mehrheit. Die.Leipziger Volkszeitung' sucht trotzdem krampfhaft den An- scheimzu erwecken, als ob Arbeiter überhalfpt nicht mehr sozialdemokratisch wählten, das täten nur Bürgerliche. Nun ist der 34. Bezirk ein reiner Arbeiierkreis. und daß die dort abgegebenen fast tausend sozialdemokratischen Stimmen A r b e r t e r stimmen sind, kann selbst die„L. V." nicht bestreiten. Sie wirft sich daher auf den 4. Bezirk und behauptet, der Sozialdemokrat, Genofie Dittmer, verdanke seinen Sieg nur den Bürgerlichen, besonders den Beamten, während die Arbeiter unabhängig gewählt hätten. In Wirklichkeit haben nach einer uns vorliegenden Tabelle ge- stimmt: Unabh. 81 168 5 2 6 6 1 16 zwei Drittel Soz. Ungelernte Arbeiter.... 172 Gelernte Arbeiter.... 286 Invalide«....... 10 Handwerksmeister.... 11 Geschäftsleute...... 6 Beamte....... 30 Freie Berufe...... 16 Ohne Berus.. 4 Von 721 Arbeiterwählern haben also fast sozraldeinokratisch gewählt. Dasselbe Verhältnis, auf Niederbarnim angewendet, eröffnet.für die Unabhängigen recht trübselig« Aus« sichten, und die„L. V." hätte gut getan, gerade mit diesem Beispiel nicht zu kommen. Wenn sich die Arbeiter v on Ni ed erb arnim an da» Borbild-ihrer Klaff enge»rossen au« dsm 4. B crlin e r Ko mmrrn a lb ezi r k halten, dann wählen sie am 14. März mit erdrückender Mehrheit den Sozialdemo kraten � Arbeitersekretär Rndolf Wissell. Wilmersdorf. Die letzte Mitgliederversammlung hat nach« stehende Prolestresolurion e i n st i m in r g angenommen: Eine zahl« reich besuchte Mitgliederversammlung des iozealdemolratischen Orts« Vereins Wilmersdorf hat von der Weigerung der-Sradtverordneren« persanimlnng, der Arbeilerschait Wilmersdorfs durch Zubilligung einiger weniger Bürgerdepulierten eine ganz bescheidene Mitwirkung an der kommunalen Verwalrung einzuräirmen, mir Empörung Kenntnis genommen, Sie erblickt in der Ablehnung des AiriragS Lndemann u. Genoffen den Ausdruck einer beispiellos rückständigen Gesinnung, die nur auf dem Boden des veralteten Kommunalwahl« rechiS entstehen konnte. Durch dieses Borgehen wird der in der arbeitenden Bevölkerung herrschenden Erregung neue Nahruirg ge« geben und der zum Ertragen der Kriegsnöte erforderliche Opfersinn in der ungünstigsten Werse beeinflußt. Steglitz. Die Gemeindeverordneten-Wahlen der dritten Klasse finden am Montag, den 18. März, statt. Für die Sozialdemokraliiche Partei kommt bei dieser Wahl nur der erste Wahlbezirk in BelraHt, umfassend den Ortslerl Schloß« und Nebenstraßen, die nordwestlich der Eisenbahn gelegen sind. Wahllokal ist diesmal der Sitzungssaal des Rathauses. Die Wahl zeit ist auf die Srunden von 19—1 und gt/z— 8 Uhr festgesetzt. Kandidat der Sozialdemokralischen Partei ist der bisherige Vertreter, Gewer kichaflsfelretär Aßmann. Kalkbcrgr-RüdcrSdorf. Eine Wählerberkammlung tagte am Sonntag in Kalkberge für den Bezirk Kalkberge, Rüdersdorf, Schulzenhöhe. Tasdorf. Der Referent, Genosse Wissell, verstand es, in seinen etwa anderthalbstündigerr Ausführungen das leb» hastefte Interesse der Anwesenden bis zum letzten Augenblick wach- zuhalten. In der Diskussion versuchte ein von Berlin zur Flug- blattverleilung nach Rallberge gekommenes Mitglied der Uuab- hängigesi, dem Referenten emgegen zu treten. Ader es war auch nur ein Veriuch. Er verinochte keinen Eindruck zu machen; seine Verteidigung der Politik seiner Gruppe wurde mit Leichtigkeit zurück« gewiesen. Die Versammlung hat ernen vorzüglichen Eindruck bei den Anwesenden hinterlaffen. Mus aller Welt. Ein Gutsbesitzer. wegen Mordes verurteilt. Das Schwurgericht in Straubing verurteilte den Guts« besitze: Anton Lang von Falkenfels, der ein IssährigeS Bauern« mädchen vergewaltigt und ermordet harte, unter Zubilligung mildern« der Umstände zu 12 Jahren Zuchrhaus. 64 Jahre im ZuchthmiS. Butzbach. In der Wrafanstalt starb der 80jäbrige Johann Herchenr öder. Er war 1363 wegen Raub« mordes zum Tode verurteilt, aber zu lcbeirSläuglrcher ZuchrhauS- strafe begnadigt wordein___ Lriefkaften der Redaktion. 257. Kantinenüberschüffe sollen zum Besten der Mannschaften vez» wendet weiden. Die Anlchafsung einer Schreibmaschine dasür crachlen wir sür jeden ,4all als»nzuläistg. Führen Sie dagegen Lclch'yerde.— F. H. Verein deutscher Frauenspcnde, Pnvattanzlci der Frau Kronprinzessin, Potsdam. Neuer Garten.— U. K. 5. Näheres ist uns darüber nicht be, tanrt, e« werden ober von dem betrcssenden Bundesstaat Verdienst- auSzeichnungen auch an Mannschaite» gewährt, die nicht im Besitze de» Eisernen KreuzeS sind.— F. B. 30. Der jüngste Bruder kann doch nicht mehr aktiv dienen, er ist bereit» der Reserve iberschrieben, und die Ellern habe« somit auch leiueu Anspruch aus Aufwandseutschädiguns.— ««»«»■»»«lebte« fftr das mittlere Rorddenttibtan» m« DonnerStag mittag. Trocken und vielsach heiter, gn der Rächt zu Donnerstag, bejouder« im«ardolien, leichter Frost, in tzeo Tage». stunden Deutsches nietallarbtlter• Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zurNach- ] richt. daß unser Kollege, der \ Mechaniker Felix Glöckner Söriftianiaftr. 88 am S. März gestorben ist. Die Beerdigung findet heute Miltlvoch, de» 6. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Elisabeth- Kirchhofs in der Wollank- s trage auS statt. Rege Beteiligung wird er- wartet. 232/18 XTaehrat. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, dafi unser Kollege. der Mechaniker Fmil Schwoch Baurnschulenstr. G5. am 27. Februar gestorben ist.| Ehre ihrem Sinbenteii Die Ortsverwiltung. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Filiale GroB-Berlln. Den MitgNedern gebcii wir Hiermit Nachricht vom Tode de» Kollegen Hugo Seifert von der Gasgesellschasll Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 8. März, nach- mittags 4>/, Uhr, von de> Leichenhalle d. neuen Jakobi- KirchbojeS in Neutölln, Her- mannstr. 25/100, aus statt. Um rege Beteiligung bei der Bestattung deS Kollegen ersucht Die OrtSverwaltnng. , verband der Gast- und s Zchansttvirte Deutschlands. Zahlstelle Benin. , Den Kollegen zur Nach- ' richt, daß unser Mitglied Ä'illielm 8ommer Koppenstraße— Bezirk 4, am 1. März in Biesdorf verstorben ist. 151/18 Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 3 Ubr, vom Trauerhause Dorsstr. 53 in Biesdois aus statt. Tie Ortsverwaltung. Für die bei der Beerdigung meines Inniggeliebten ManneS und Vaters bewiesene herzliche Teilnahme, insbesondere für die zu Herzen gehenden trostreichen Worte deS Herrn ChcsS, Pro. fefiorS Bernhardt, sage ich allen Teilnehmern, Herrn Prokurist Bree, dem kaustnännischen Per« sonal, der Meislerschnst und der Vlrbeiterichast der Firma, allen Verwandten und Bekannten meinen tiesgesühltesten Dank. Mm Hennig S Solm, Berlin-» Britz, den 4. März 1918. Spezial-Arzt Dr. med. Haechd,. Frledrichstr.gOgtblßZt,. Bebandl. von Syphilis. Haut- Har».. Nieauenleiden, lpez.: chron. Fälle. Schmerztoie.lürzeste Behandig. ohne Berussstörung. Btutunterfuchung. MAß. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden 10 bis 1 und 5— 8, Sonnt. 11—1. Erfinder wRhrend des Krieges groHse.Erfolge! 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Aus den Verhandlungen: nerlchl des Parteivorstandel, der Kontrollkommission und der Rclchstagsfraklion.— Die nächsten Aufgaben der Partei; Demukratlsiemng. — Dia nichsten Autgaben der WlrtschaftMOlttik.— Die kUnftlire F.'nanz|ioliilk des Deutschen Keicaes.— Unsere sozlalpaiitiscbeo Aulgaben. Preise Einfache Ausgabe broschiert 3 Mk. Einfache Ausgabe gebunden 5 MK. Gute Ausgabe broschiert 5 MK. Gute Ausgabe gebunden 9MK. Clgarrenlpoernatil F. Ernst RDnlEgrliB. Er;r 4 älleoholfr. Gatrlnli«» V F'ranzAbrRÜiam Ceicb. Messin a-u.ßömertrank-Kell. e.26B&riel8lr.8»t Fernsp. Kffst. 15706 r: _ tzn. Biimrniw, h iiik«. Stralauer Str. M. E. Urana, KiMtiisiititlr. tt. A. E. Lange, Brunneostr. IM 4 BKASr- m. Kaaditoreleu b fj i7ö" Wölfis/i repto«, Krüllst. IS tacliko, Or.-Llchtarl.,CktuiMtkS!ia 4 Blerbraita r«l., Blerhdandig. b X . SJezu�sQueBIen-VerzeicHnls frtekeln z mal wSehenlllch.__ Untenstehende Oesehätte empfehlen sieh bei Elnküafen Mir iaciis 48 eigsn« stetailgeseh&ft« Schröter, R. 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Das abgeieuleue QBSchAftsjahr stand vrl» seine annilt.elbaren Yngiinger völlig im Zeichen der Kriegswirtschaft Dem stailiea Zustrom Iremiler Geliler gegenüber wurden die Möglichkeiten natc- bringender flttsslger Anlagen immer menr eingosohranKt In ersrer Linie kamen tlir diese ben steatiiehe und Koramimale Kö-pei scheiten, sowie die versebie denen kiieg-wirtsohahlichen Organisationen in Frage, wobei wir nns.Jedonh Im Interesse onvormimierter Liquldiitt r.al die grölten und leistungsfänlgstbu Kurporationen beschränkt haben Das DeTisengeschRf, welches noch Im Vorjahre zur Alimestie» rang unseras Wechsel- Kontos nicht unwesentlich hei- flreg.-c hat:«, erlunr im lauleml-a Jahre eine starke tsinschrZiikoug Das Wechsel- und Zinsea K-nto erb. achte M 8 479118,91 fegen M. 7 701 884,41 im Vorfahre, daa Proviaions-Konto H. 87:0 584 00 gegen M 3170 638.1# Im Vorjahre. Auf dem lillekteu- und Konsortial-Konto haben wir Im ebge- lanlencn Jabro eine grSS-T« Reihe lohnender Transaktionen vor- Dehn en können. Die hierbei e, /.leiten(tewlone haben wir ebenso wie d-n aus der Realisierung älterer Bestände enieiten h streu vorweg zu Abscbreibungen und Minderbewertnngen vei wendet. Wir feigen damit euch in diesem Jahre dem Drundsatza die Divldcndn nur aus den e-rlrägn lasen des laniendcn Geschäfts aaszos-hUtten, und bringsn eine solcne n Höhe von 6 W, in X orscnlag. womit wir au dam Satze unserer letzten Fliedensdividende zuitlnkkenren. Unsere Wecbzelstuben haben im abgeleuienen Jahre recht te- frledigend gearb.-it.L Unsere Brü-seler MIederIa«song hat den a» Ihr» Errichtung g». kn&p'ten Erwa.tnngtn entsprochen. Das F-missionsgeechillt ruhte im abi elanfenen Jahre fast rClilg. Wir betailigteu ans u, a an folgenden Ueachäften: Ii. ECKOOtO,- 5'k Obligationen der Wastfälls hsn Htahiwerke. _ 60 ooo,— neue Aktien der Waggonfabrik AkiiengeaeUschaft • Rastatt. , 1400000.— n-ue Aktien der PreO-, Stanv-«ad Ziehwarkn- Rud. Chiilingworth Ak'ile:ig3.-eils'gialt , ISOOOOOIX— no-e Akti-n dar Allgemeinen Elektr.iltftt»- Uesellc-hatt, » 4000000- neue Aktren der Alkallwerke Ronnenberg, , 40. 000, neue Aktien der Dlthmann-Nsubaus und Gabriel Bergeptnnl A.-O., , 80 000000,— neu. Aktion der Dreadear Bank. 8700 0001- neue Aktion dir Pa;i-nho!.r- Lraner«- AkCen- zom Zwecke«er Fusion mit der •Branerel, «eaellschalt, zum Zwecke Berliner Bock-B 4000000,— neue Aktien der Bis■■ arckhBtte, zum Zwecke der Fu ion mit den WestHliscIien ßtahlwork-n, >7260001— neu« Akiien der Lioke-Bohriann-Werke Aktien- ceseilacbtri»; zum Zwecke der Pusiun mit der Waggonfabrik Aktiengesellschaft vorm raua" f ._-------------- F. Ear- brand A Cie, V»wen41n»T des Lotbrloger Hött-nve reine Arnnstz-Frfed» ond der Feutsch r Hotten A-ü. In den Lothringer Hutten- und B�wcrksvereln A.-G. Die ümsttse auf den ein geetaitst; Knsso Kon'o Bestand aa L Ja oar! einschl. Guthabe« Koten-* nnd Abrecbnungsbaukon).. Eingang Konten habei»Ich wie folgt bei (eins-vü. Guthaben»ei Ausgang Bestand am«. Dezember(einswl Noten-«nd Abrechnuaesonnkenl kVAcUael-Kwnto Bestand an L Januar..»»»» Eingang..«»»»» M. 98 488 680,89 , 6 808 560166 87 6 s-w usinün.tw iL 5 288 4*4 906 09 Ausgang.» Bestand am»L Dee mber Horten- Beetand am L Januar. Eingang,.> 51581842.17 It 03 858 169 75 . 1 510 702 567.54 IL I 614 ll!iJ7�7.2il . XirAV�mn "iL l53Y51b3Ö!5i nnd ICnpons-Konfo ...... U.? 48o 756,42 ......, 112 779 603s89 M. 1 13 1165 iho'M AnagT&Br»- 9. 113'"27 7''Jl BvstitAd am 8L Dorombor...... M. U 237 y.j3,10 Akzep1en-K»ut«..__ I» TJmlanl am 1. Jaruar..*..• M.>6 506Q2A47 Ztt�ivdj'»»»»»»», s v» 81 3 g.1.6 077, l f ikbeasf. Ist Wmlaril TerbJIcbrtn am 81. Doz�uihv> 254 725 116,53 »27 956 906 04 kl iiij BeütVi am 1. Kredit Kovio-lLorreBt-K.nt. Januar.... Kredit».,» iL 102547 284.25 , 8 682!« 44 I I* iL 0 7 A 4.1 lÄ, 4t Debet......., n 4-?-.-.184 679,03 Bsldo am 8L Dezember.,. Kreditoren id. eis 4Cb 1)40,89 Und«war Gutbabee bei Banken und Ranklers., IL Vorsohflsse auf Waten und Wateurep- echihnngen....... gedeckte Debitoren...... ungedeckte,....._ U 588 031,83 4007 228— 14-1 761 725,00 Kreditoren.,> Kttckten- Bestand am 1. Januar. Eingang,» 42(1800.00.- •Jfl ofe ij«7,8 and Koaaortl»I-I AI. II» 022 U,«7,BS iL 453 430 1)34.27 Cor. to. IL 108 401211.88 525 578 218.95 Anagang..... Bestand am 3L Dezember,.. Die EIlekten-Kestände umTnseen: Anleihen und verzinsliche Schatz- anweisungen des Reichs und der BunilesetaatBu •enatige bei dar Keicbebenk und anderen Zentralnoteubanken beieihbare Wertpapiere •onstJge börsengängige Wertpapiere: testverzinsllcbe Werte.. IL«39 488M Aktien von Eieeubahneu und Benkou. I«91 5X4,7« Aktien v In- TT !)Ab«2«tDk6 77ICA') r, 18.17 164»80 842.10 *r. tmrmm 1709,80 ■ 184 617,45 12 845 805,85 8 961 621.70 leoe Kttektan und Lora- AL dUStrle- Ge. sei! Schäften, eonetige Wertpapiere eigene Klfekrea in Prolongation genoms bardgsWer......., AI. Auf Sonsorttel-ronto betragen pianra Ftniahiua*i Festverzinellche Wart«... iL 524085888 Klsanbatiu., Schtflahrts- u. Bank- Aktien...... arusdstücksgeechält«(Berlin u, Vororte) ,M.... diverse Industrie• Duterrth- mungeu 13 997 487,80 1:0 003 728,30 189(Di 211, Kl 4 8X5 845,96 4 238 445 40 8 084 901,41 JC XZ 859 681.0 Ton dem sur Vsrfflguug der Oeneialveraammlung vertjletbeu ■eu Reingewiua«cblageu wir vor eine Dtvidondo von 8«L an unsere Aktionäre znr AusEchüttung tu bringen, so daü sich vorhe- (Joneraivexsac.alung folgende Vor- bDtliok der Zustimmung nnesrer teilung des Reingewinns oiglht: (i°>> Dividende au< U. OOOOOCCO,—.... Zuweisung znm Beamten- Pcoalona- nnd Cnter- »ttttzunge-Ponds........ Rück lellung Ihr Teionstoner...... Gewinnanteil dos AnlsichtaraU olnscblleBl. Stener Gewinnaeteil des Vorstände«(ordentliche und stell- vertretende AHtgiiedor)....... Tergütungen au Prokuristen und Beamte.., Gewinn Vortrag eaf neue Rechnung..... iL 5400000.- . 250000,— .: oo ovo.— . 280042.84 . 470 490�9 «500X0- , 32H 340/7 ________ iL 7 773,7/4,— i*«bgelsnfenen Gcaehäftaielir« haben wir unseren Angestellten uebz� dsu Üblichen Wcihuach!«- uud AbachiuB- Grat fikationeu Uuerungaculageu gewährt und die Aogcuörigeu unserer im Felde «tedendeu Beamten wiederum fortdauernd bedacht. Für das Vaterland fielen unser« geschützten Mitarbeiter, die Herreu Rmbwa Korsl»� AbeM Kiruhke, Olto Kreuse. 0«l Kfemcla, Otto lOca, Wilhelm Hoüke, Eriiaxd iWtwf, Arno Seoivai Walter Torue. Ihr Andenken wird von uns etete U hohen Lhren gehalten werden Berlin, Im Februar 1018. itatieisaifeanlz für Doufsehlond. UerVorstawri. Wittenberg. NcllacJit, Dem vorete Ii enden Bericht mit dessen Inhalt wir eioversteoden «ind, haben wk nichts blnzazuiUgen. Die Bilanz sowie da. Gewinn- und Verlust-Konto sind vou oiuer aus unserer Mitte bestellten Kommiss on geprütt und mit den orduungimäSig gofhhrtea EBohern Übereinstimmend befände» worden. j! Der! in, im Fehruar 1618. D#r Aufsichlsrat dpr Naflontlbank ffir Dcttliekland wittiiisr, Vorsitzender. Nr. SS—191$ Unterhaltungsblatt des Vorwärts Mtttwoch, H. März Das größte Säugetier Deutfthlanös. Von Dr. Th. Zell. Die Frage, welches daS gröhie beimische Säugetier ist, kann um deswillen nicht leicht beantwortet werden, weil zu unserem Varerlande auch die Ktistengewäsier gehören. In diesen kommen auch jetzt noch hin und wieder Wolarten vor, die bekanntlich Säugetiere sind,«o trieb sich im Frühjahr 1874 ein Finnwal an den Küsten der Ostsee umher. Er hatte häufig Fischer erschreckt, bis er am 23. August zu seinem Unheil aus der Danziger Reede angelangt war. Hier lagen gerade drei Kriegsschiffe vor Anker. Die O'fi- ziere liefzen sich selbstverständlich die Gelegenheit zu einer Walfiichjagd nicht entgehen. 75 Spitzkugeln wurden dem Walstich in den Leib gejagt, die ihm aber nichts geschadet hätten, da sie nur Weichteile verletzt hatten. Jedoch ein Stick in den Hinter- leib, der eine grojze Schlagader durchschnitt, sührte seinen Tod herbei. Der Finnwal ist einer der schlanksten Wale und kann eine Länge von 25 Metern erreichen. So groste Walarten sind aller» dings an unseren Küsten nicht so häufig wie die kleineren. In den Küstenftädten sind häufig in Museen und Kirchen die Skelette gestrandeter Wate oder anderer Seeungetüme aufbewahrt. Man staunt, welcherlei Tierarten unsere Küsten aussuchen. So der acht Meter lange Schwertwal, der grimmigste Feind der. Walfische, der sie in Nudeln überfällt und zerreißt. Sieht man von den Küstenaewässern ab, so muß man doch un- bedingt die Säugetiere unterer Flüsse dazu rechnen. Die£Jder» niündung(Swine— Schweine) soll ihren Ikamen von den in ihr häufigen Meerickweirwit oder Tümmlern, einer Delphinart, haben. Dieser ist gewöhnlich llj3 bis 2 Meter lang, soll aber bis zu 3 Meter lang und 10 Zentner schwer werden. Damit würde er in Wettbewerb mit dem Elch treten, der ebenfalls bis zu 3 Meter lang und 10 Zentner schwer ist, der von den jetzt lebenden land- bewohnenden Säugetieren das größte ist. Früher war der Wisent, bevor er ausgerottet wurde, unser größtes landbewohnendes Säugetier. Ein im Jahre 1555 in Preußen erlegter Wisentstier war 7 Fuß hoch und 13 Fuß lang, dabei lg Zentner und 5 Pstind schwer. Heutzutage erreicht der Sti�r nur eine Höhe von 1.7 Meter und eine Länge von 3.4 Meter, sowie ein Gewicht von 500—700 Kilogramm. Der Wisent wird sälschtich als Auerochs bezeichnet. Dieser ist bereits lange vor dem Wrient ausgerottet worden. Gleich dem amerikanischen Bison bat der Wisent eine Mähne und kurze Hörner, während der Auerochs lange Hörner und keine Mähne besaß. Da Wisente noch iuz Forstrevier des Fürsten von Pleß zu Mezerzitz gehalten werden, so könnte man gewissermaßen auch heute noch den Wisent als daS größte heimische Säugetier bezeichnen. Der ebenfalls ausgerottete Bär kann mit den gsnannteii Pfianzentrefiern nicht in Wettbewerb treten In Sibirien bat allerdings Baron Budberg Bären von 410—490 Kstogramm Gewicht uud 2,28— 2,58 Meter Länge geschossen. Ge» wöbnlich wird aber die Länge mit reichlich 2 Meter und das Ge- wicht mit 5 Zentner angegeben. Die Walarten, die ii»r unsere Küstengewäfier be'uchen, kann man nicht als� heimische Tiere betrachten. Die Seehunde dagegen, die ihre Ruheplätze auf deutscher Erde haben, muß man unbedingt zu den heimlichen Sängelieren rechnen. Bei der Frage nach den größten Sängelieren koinmen auch sie in Betracht. Aus meiner Schülcrzeit wird mir folgender Vorfall unvcrgeß- lich sein. Bei meiner ausgesprochenen Vorliebe für die Tierwelt war mir schon damals Brehms Tierlebsn in der Hauptsache bekannt. Bei einer Fahrt nach Rügen kam ich mit einem alten See- bär ins Gelpiäch. iTbr mir pon Seehunden von 5 Zentner Gewicht erzählte. Im Bewußtsein meiner Kenntnifie nahm ich an. daß der Man» mir und meinem-Gefährten gediegenes Jägerlatein vorsetzen wollte, und eriiäne seine Erzählungen für unglaubwürdig. Später habe ich mir deswegen Vo-.würfe gemacht. Der Mann um sehr tchr- nünttig, denn er schwieg, obwohl er, wie sich herausstellen sollte, Vollkommen im Recht war. Zu meiner Entschuldigung will ich folgendes anführen. Wie konnte ich abnen, wenn Brehm auf 20 großen Druckseiten den ge- meinen Seebund behandelt, daß er eS unterläßt, anzugeben, daß an unseren Küsten noch die Ringelrobbe»nd die riesige Kegelrvbbe vor- kommen? Bei Rügen ist die Kegelrobbe sogar häufiger als der ge- wohnliche Seehutid. Der Leser meiner Bücher weiß, daß ich ein großer Verehrer von Brehms Tierleben bin. Aber dieser Fehler ist toirklich stark. Die Kegelrobbe ioll bi-s 4 Melez� lang und über 5 Zentner schwer werden. An Größe würde sie demnach unter Ilmständen den Elch übertreffen. Eine Ironie des Schicksals war es. daß in �dcm von Brehm begründeten Aquarium zu Berlin gerade ein Prachtexemplar der von ihm so schnöse unterdrückten Kegelrobbe jahrelang eine Haupt- sehcnswürdtqkeit bildete. Erweitert man unsere in der Ueberschrist aufgeworfene f|rage und spricht allgemein von Tieren, so haben wir noch größere Schwierigkeiten. Unsere Küsten besuchen riesige Fische, ,. B. die Tunfische. Haifische usw. Sieht man von den Küstengewäfiern ab, so sind die größten Fische Welie, Huchen. Störe, Lachse, Hechte u>w. In der Donau wird der Wels heule noch 5 Zentner schwer. So groß muß er auch früher in Deutschland geworden sein, denn PlininS berichtet von den Welsen deS Mains, daß man sie mit Ochsengespannen ans dem Wasser ziehen müßte. Er wurde bis drei Meter lang. Daher nannte man ihn auch den deutschen Walfisch. UebriaenS sab ich vor einigen Jahren einen WelS, der in dem kleinen Plötzeniee bei Berlin gefangen war und eine Länge von 173 Zentimeter belaß. Die aufgeworfene Frage könnte man also folgendermaßen be- antworten: Wenn klian von den Küstengewäfiern und den auSge- rotteten Säugetieren abfiebt. so steht an erster Stelle der Elch und der Wisent. Möglicherweise kommen Exemplare von der Keaelrobbc und vom Tümmler vor, die den Eich an Länge über» treffen. Vorläufer öss Weltkrieges km Mertum. Mit dem Ausbruch des gegenwärtigen Krieges bat insofern eine neue Epoche der Weltgeschichte beponuen, als zum ersten Male seit Bestehen der Erde olle Staaten. Völker und Rassen des Erdballes zu einer eiuhettlicheu Aktion zusammengeschlossen sind. Es handelt sich hier, wie in einem historischen Forschunqsbericht von Profesior Eduard Meher in der letzten Sitzung der Akademie der Wifien- ichaiien ausgekührt wurde, um den Abschluß einer Eniwicklung. die sich seit den Entdeckungsfahrten des 15. Jahrhunderts und den An- sängen der europäischen Kolonisationen zuerst langsam vorbereitete, hierauf im 18. Jahrhundert durch die wachsende Ausbreitung der englischen Macht und die Kämpfe dieiet Macht mit Frank- reich und Spanien immer schneller vorwärts schritt, aber erst im Verlauf des letzten MenichenalterS zum Abschluß gelangte, lind«war besonders durch die Besetzung des Hanpiteiles von Afrika durch die Engländer sowie durch den Eintritt Japans und der amerikanischen Union in die Weltpolitik. Schon diese in große» Zügen angedeuteten Zusammenhänge lasten Vergleiche mit der Ver« gangenheit als berechtigt und im Sinne der historischen Forschung auch als etivrießlich erscheinen. Ein BergleichSmomenl des gegen- wärtigen mit dem Siebeiijährigen Krege besteht darin, daß der Siebenjährige Krieg den beiden Mächten, die sich jetzt als die ent- scheidenden Poienzeii des Wellkrieges gegenüberstehen, nämlich Eng» land und Preußen, die Grundlage ihrer Weltstelliing geschaffen hat. Aber der asnkauiiche Kontinent und die gesamte ostosiatiich-pazifische Welt blieb vom Siebenjährigen Kriege ebenso unberührt, wie im wesentlichen auch noch von den Rieienkämpseit der navoleonuchen Zeit. Der östliche Kultnrkreis und die westliche Welt wurden dann durch Indien und durch die große Handelsstraße nach Zernralasien verknüpft. Einen engeren Zusominenschluß auch in der staatlichen Ge- staltunq und eine wciihiii reichende politische Wechselwirkung schulen die großen, von Zentralasien auSaehenden Völlerbeioegungen und die aus ihnen hervorgehenden Reiche, die Wanderungen der Jndoskytben, der Hunnen, der Türken, vor allem das gigantische Weitreich Dichingizlhans. Es handelte sich hier um aiißeroidem- lirtic weltgeschichtliche Vorgänge, in denen— in gewissem Sinne ähnlich den beuligen Verhältnissen— ein gewaltiger Teil der Völker der Erde zeiiweUig zu einer Einheit historische» Lebens zu- sammengesaht wurde. Als haupisächlichsten Vorläufer des Weltkrieges im Altertum aber betrachtet Prof. Meher den ungeheuren Kampf zwischen dem Perserreich und dem Hellenentum. der zwar kein Weltkrieg tm..Siilne der Gegenwart war. aber jedenfalls als die beste Analogie zu be- zeichnen ist. Auch im Altertum war die Stellung zur See und die Seemacht für den Verlaus der großen Weltkämpse entscheidend. Dies ist natürlich, da erst die See den Zusammenschluß der einzelnen kontinentalen Gebiete zu einer politiichcn E nheit schafft und das Ringen um die Macht ermöglicht. Darum sind die meisten großen EnticheidungSschlachten, bis zur Schlacht bei Aciium hinab, See- schlachten geweien oder doch zumindest durch die Seestellung der kämpfenden Siaaten wesentlich bedingt und oft erst ermöglicht worden. Zum erstenmal wurde der ganze Kreis dcrMittclmeervöUer von Spanien bis zum Indus zu einer e'nbeitlichen Aktion zusammengefaßt in dem großen Kampf un, die Stellung der griechischen Nation, der im Jadre*480 auSgcfochten wulde. TerxeS bot alle Völkerichaften seines Weltreiches zum Dienst in Landivehr und Flotte auf. die verbündeten Karthager führten die in Afrika, Spanien und Süd- frankreich, aui Sarbinien und Korsika geworbenen Soldtrnppen in den Krieg, und auch die EtrnSker nahmen auf dieser Seite an dem Ringen teil. Eine Analogie findet flch auch darin, daß der Angriff der Perser nichts anderes als ein Versuch war, die gesamte griechische Nation unter der Herrschaft des weltumfassenden Reiches zu einigen. Der NährstoffbeSarf öer Kinöer. Aus Grund genauer Vergleiche über die den Kindern bis zum sechsten Lebensjahre und den Erwachjelken auf die Lebensmittel- karten zugeteilten Nährsloffmengen, ihren Gebalt an Nährstoffen und Nährwerteinheilen äußert Pfaundler in der Münchener Medizinischen Wochenschrift einige Vorschlüge zur Aendenmg und Verschiebung der Rationen. Nach den Feststellunge» hält sich für das ganze KieinkindeSaltcr die Ration über den Bedarf, während im schul- Pflichtigen Alter die Ration zu den Bedarsszahlen herabfinkl und nach dem 10. Lebensjahre hinter dem Bedarf zurückbleibt. Damit würde die Talsache im Einklang stehen, daß. jm Gegensatz zu den Sänglingen und Kleinlindern, die Schulkinder, soweit sie sich an die Ration halten oder eine mehr als durchschnittliche Körper- bewegung treiben, häufig in einem mit dem Atter steigenden Maße an Körpergewicht einbüßen. Während die Ration, die fich für Säuglinge auf einem mäßigen Ueberschuß über den Bedarf hält, für Kinder des zweiten Lebensjahres dann plötzlich auf reichlich das Doppelte des Bedaris emporschnellt, um dann stnienweise bis auf die Äation, die für die Erwachsenen gilt, adznfiuken, wäre es nach Ansicht Pfaundiers richtiger, die Rationen nicht abfallen. sondern ansteigen zu lassen. Es sollen Kindern vom vollendeten ersten bis zum vollendeten vierten Lebensjahr die bis- hcrigen Zulagen für das zweite Lebensjahr belassen werden und ihnen eine altersgcnäß verkürzte Lebensmittelkarte für Erwachsene gegeben werden Die so erzielte Einsparung sollte dann den Kindern vom 6. bis 14. Lebensjahr zugute kommen. Ein Mehrauiwand von Nahrung insgesainl würde durch diese Neuo-dnung nicht bedingt sein, höchstens würde etwas mddr an Milch verbraucht werden, da- für aber weniger an anderen Lebensmitteln. Eine Abhilfe könnte nach Meinung von Pfaundler durch eine icküiscre Erfassung der Milch an den Erzeugungsstälten geschaffen weiden. Unser Speisesalz als Vetterkünöee. Wer ein offenes Auge für die lleinen Naturerscheinung«! hat, die uns dauernd umgeben, fei es an den in unseren Zimmern ge- hegten Blnmeil, an kleinen Aquarien und gar vielem anderen, sei es an lebenden, sei es an toten, organischen oder auch selbst«n» organischen Wesen und Gegenständen, vermag» mancherlei interessante und belehrende Beobachtungen zu machen, deren Verfolg auf die Dauer vtcl Freude macht und dem Beobachter selbst zu Nutzen ist., Zu einer Kette geradezu nützlicher Erfahrungen führt die tägliche, nicht einmal bcahstckilgte, sondern unS ganz zufällig auf- stoßende Beobachtung des SpeiiesalzeS in unseren Galzbehältern. Bedien! man sich eines mäßig großkörnigen, nicht allzu fein verriebenen Speisesalzes, so kann man die Wahrnehmung machen, daß dieses ganz außerordentlich empfindlich für den Fi-uchtigkeitsgrad der Luft ist. Seltsamerweis« nicht sowohl für den eigentlichen FeuchtigkeitSgrad der Zimmerlujt selbst als vielmehr für den großzügigen, durch die Windrichtung an- gebahnten Feuchtigkeitsgehalt der äußeren Atmosphäre. Mit der- Sickerheit uuscr feineren Ancroidbaromeier kündet uns diei Trocken- heit des Salzes, die sich in der leichten Schülkbarkcit der auf daS kleine Löffelchen genommenen sMeuge zeigt, die Trockenheit der äußeren Atmosphäre schon. zu einer Zeit, Ivo noch der Regen an die Fensterscheibe» schlägt! kündet uns so die Beschaffenheit des Salzes für die nächsten Tage das kommende trocken« Weller. umgekehrt vermag bei noch strahlendem Sonnenschem die zu kleinsten Klümpfchen geballte, bei hohem Feuchtigkeitsgehalt der Alinoiphäre fest klebende, ongenscheinlich feuchte Salzpnse den für den nächsten Tag oder noch für den Abend oder dir Nacht kommenden Regen oder Schnee zu künden. . Gar manches Fi auenlieid kann folgendermaßen vor den fruchten Ueberraichungeit einet zu unternehmenden Landpartie durch die ein- fache Feststellung aus dem Inhalt deS Salziäßckens geschützt werden. Die Nalurbeobachlung ist ifiimer dankbar, selbst im kleinsten. Notizen. — Der Krieg als Spr achbereichere r. Das seiner- zeit vielbesprochene Wort„Gott strafe England' hat den Erfolg ge- hobt, den engltichon Sprachschatz um ein neues, dem Deutschen ent- lehples Wort zu bereichern. DaS Wort„Strafe' und sein Zeit- wart.slraken' sind heute unbestrilteuer Besitz der englitcken Sprache, ni*i>dem da« offizielle„Oxiord Dictionarh' da? deutsche Wort als gletchberechtigteS Mitglied der englischen Sprachfamilie aufgenommen bat. DaS Wort tauchte zuerst in der Toldatenfprachs an der englischen Front auf und ging von hier in die Spalten der Tagespreise über. Heute verstehen eS die Londoner Kinder. ö0j Töchter öer hekuba. Ein Roman aus unserer Zeit von Clara Viebig. „Kohl. Kohl, Exzellenz. Und Kohlrüben, Spinat, Erbsen, Bohnen; allerlei. Was soll man denn essen? Die Kartoffeln habe ich drin,— Gott sei Dank, daß wir so'n günstiges Frühjahr haben l Wenn meine Jungens mal auf Urlaub kommen sollten, kann ich ihnen doch wemguens was I vorsetzen. Meine flsrau sagt:„A�f dem Markt ist's nicht mehr zu bezahlen I" Unsereiner, der mit seiner Pension auszu- kommen hat, muff sich eben anderweitig Rat schaffen. UebrtgenS bekommt mir die Landwirtschaft ausgezeichnet.' Der alte terr mit dem weiffen Haar hatte Färben wie ein junges tädchen. Er lachte:„Das hätte mir früher einer sagen sollen, als ich noch auf nieinem Drchstuhl im Ministerium saff, daß ich hier einmal Mist spreiten würde! Aber Exzellenz. es geht; es geht alles jetzt. Ich habe mir auch eiw paar Garten bücher angeschafft, an ihrer Hand behandle ich diese sandige Scholle. Sehen Sie mal, Exzellenz!* Er zeigte stolz auf die schon aufgegangenen Erbsen; die stützenden Strauch- reihen standen bereits. Es ist wirklich interessant, dies Keimen un,d Werden zu beobachten. Ich hätte es früher nicht für möglich gehalten.- dah einen das innerlich so beschäftigen kann. Es zieht glücklich von trüben Gedanken ab." Er bückte sich und pflückte ein paar bescheidene Blümchen. di� zwischen den Pfählen wuchsen. Galnut überreichte er sie Ltt'..„Wenn meine Schwiegertochter es aoch auch so tapfer trüge wie Sie, gnädige Frau!" Er wollte Lili die Hand küssen.» »Lili errötete tief� och, wenn der alte Manu wüßte! Er würde. sie nicht nlÄr bewundern. Nur weil ihr eine neue Hoffnung aufgegangen war. trug sie ihr Gc schick jetzt ge- saffter.„Trägt Ihre Schwiegertochter es so schwer?" fragte sie leise. „Sie ist noch immer ganz verzweifelt, so wie am ersten Tag, aiS unser Aeltester mit der.Prinz Adalbert' unterging. Sie ist sofort von Kiel zu uns hergefahren, sie brachte uns die Nachricht; wir hatten ja keine Ähnimg. wir glaubte» ihn gerade auf einem Kommando an Land. Was haben wir ihr alles zum Trost gesagt! Sie hat doch den Kleinen. Er ist sechs Monat— ein prächtiges Kind!" Der alte Herr seufzte tief, über s ein von der vielen Luft friichgewordenes Gesicht legte es sich wie ein bleicher Anhauch.„Ich fürchte, sie bringt meine arme Frau noch ganz mit herunter; die war ja nierkwürdig tapfer. Unser Aeltester war ihr Stolz; sie war noch so jung, als er geboren wurde, sie ist Kind mit diesem Kfirdc gewesen. Er war ihr nicht nur Sohn— der beste Freund. Er besprach alles mit seiner Mutter. Und sie mit ihm— mehr als mit mir." Ein liebenswürdig-be- scheidenes Lächeln verschölite das alte Beamtengesicht.„Er war ja auch ein ganz besonders hervorragender Mensch." „Geht eS Ihren beiden Söhnen noch gut?" fragte die Generalin. „Ja. Gott sei Dank! Der zweite, der Artillerist, ist frei- lich an der russischen Südwestfront, da geht nun auch eine Offensive los; aber die Russen sind ja nicht so schlimm. Unser dritter, der Kleine, der Infanterist, hat's gartz� still bis jetzt an der Somme; wir können darüber wohl ruhig sein." „Gott gebe eS!" Die Generalin drückte ihm die Hand. „Was war der Aelteste?" fragte Lili, als sie weitergingen� „War das so ein besonders hervorragender Mensch?" Frau von Voigt lächelte leicht. Ich habe ihn nie dafür gehalten. Er war Marineingenieur, hat ganz besonders früh und immer glatt seine Examina bestanden, das war natürlich für die Eltern sehr viel. Sie haben sich quälen müssen, drei Sölßte studieren zu lassen. Ich glaube, die gute Frau hat sich manchmal nicht sattgegessen. Die Dienstmädchetl hielten immer' nicht, aus bei ihr. Ein Vergnügen haben sie sich jedenfalls niemals gegönnt, kein Theater, keine Reise. Alles nur für die Söhne. Wenil die beider� ihnen nur erhalten bleiben!" Lili machte ein ernstes Gesicht Ihre Gedanken flogen zu BertholdiS: da ivaren ja auch zwei Söhne im Feld. Gestern hatte sie die junge Frau gesprochen, die hatte schon ziemlich lange keilte NaAricht von ihrem Mann vor Verdun, und er hatte bisher doch so regelmäßig geschrieben,„'s ist Sperre", sqgte Annemarie.„Rudolf bat mich schon darauf dor- bereitet".. Aber man merkte auf dem hübschen, frischen Ge- ficht doch eine geivisje Gespanntheit. Und der andere? Oh, lieber Gott! Lili schloff die Augen, ivenn sie an Heinz dachte: der flog bei Bapaume! Was konnte sie dafür, daß ihre Gedanken immer mit ihm flogen I Wie im Traum ging sie neben der Mutter her, es war ihr jetzt manchmal so, als wäre sie wieder das junge Mädchen, das mit der Mutter seinen Spaziergang machte. So brav, so wohlerzogen. Und doch innerlich wie anders I In ihren Gedanken ein leidenschaftliches Begehren, eine Himmel- stürmende Sehnsucht. Wenn das jemand wüßte! Sie schrak zusammen. Ein Karren stand quer über dem Fvldweg, das.J-a' eines Esels schrie sie an. Es war ein kleines struppiges Tier mit einem Fell, in allen Schattierungen von Grau und Braun, und so ruppig, als hätte ein Wolf sich darüber hergemacht und darin gerauft. Aber das Tier hatte ein Gesicht, als ob es sprechen könnte, seltsam ernst? hafte Augen. Lili fuhr im Vorübergehen mit streichelnder Hand über das verschabte Fell. Da sagte der Ackerbürger, der Mist vom Karren ablud: „Der hat ooch schon wat mitjemacht, meine Damens I Wat ilooben Se woll, der hat Munition jetragen, hoch uff de Berge. Wat hier Sand is, is da allens Berge. Der kommt aus Tirol." DaS sagte er nicht ohne Skdlz, und der Blick, den er dabei von der Seite seinem Esel gab, war freundlich. Es durchzuckte Lili?! Sie wäre am liebsten weiter- gegangen: von Tirol,>ver sprach hier von Tirol? I Sie wollte nicht erinnert- sein. Da war ja ein Grab— nun mußte sie gleich wieder daran denken, es tat ihr weh. Und doch fragte sie:„Wie kommt das Tier denn bis hierher?" Der Mann schnüffelte, er fuhr sich mit der Hand unter der Nase her:„Ja. wissen Se, ich bin ja man bloß'n kleiner Mann, soviel Jeld hat unsereins nich flüssig, um sich$?ich wieder'n Pferd zu kaufen. Mein? Ida haben se mir dazumal abjenommcn— viel taugte sie ja»ich mehr, sie war. schon alt, aber mir war se noch viel lvert. Da hat mir mein Sahn geschrieben:.Vater, weißte"— der war nämlich bei den Oester- reichern, da im Gebirge, in Tirol—.hier sind viele Efl-l. Wenn ich einen kaufen kann, kriegste mal einen mit'n Trans- Port.' Ja.'n jnter Sohn— Unteroffizier— mein Fritze. oh ja. Nu is er»ich mehr.'g Er fuhr wieder unter der Nase her und schnüffelte. Seine kleinen, vom Staub des Ackers geröteten Augen blickten starr geradeaus, er sah den Damen nicht ins Gesicht. Auch sie blickten geradeaus, sie wagten den Mann nicht anzusehen,— was hätten sie ihm auch sagen sollen? Wieder so ein Vater, der, alt und müde, übrig blieb, während der lebenssrische Sohn vorau-Sgegangc;: war'!(Forts, folgt.) 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Die Dösung � einem verschlossenen, frankierten Briefumschläge, mit Angabe Ihrer genauen, deutlich geschriebenen Aörnsa« Für jede weitere gewünschte Auskuni't ist für Porto, Drucksachen, Adressen ans dem Pelde können nicht he- rmm� malt zuerst. Adresse zugesandt werden. Soh reiblohn usw. der rücksiohtigt werden.■ raen. nur jede weitere gewu Lösung Rückporto zuzufügen. - Wer zuerst kommt, malt zuer Schreiben sie noch heute an ViktoplasVeHag, Brannschweigj A. Nr. 724. M ei» MM! beseitig: sLL2lL' °ns.rab1s Kaussalbej ied.HautauSschlaz.FIechten, Hautjucken, bes. Bein- schaden. Krampfadern der Frauen n. bergt Zusendg. ei folgt per Nah- nähme in Dosen a 2,25. 4,25 und 7,50. Elefanten-Apotheke. Berlin, j Leipziger Str. 74 (am Dönhosfplatz). I schwind, schnei! q. sohmerzl. d doich&jrobalamxnirsichäi 9 b«w. ftai serl. Anw. M. L.5U. Otto B Rcicbe'tBerli£il3.El*catia!in»lr.4.» Mi Pianos, erstklassige Gelegen. Helten, Friedenswar«. 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LS. aus Holz MMkleiei sseiste« verlange« kobits& CoMlsa !.v;meat firerfe, toi« Hertking sie nach LcmSdowneS Meinung haben :nöchte, nicht erzielen, dann bleibe nichts anderes übrig, als die öffentlichen Reden über den Kanal und über den Ozean hin fort- zusetzen. Auch das sei nicht zwecklos. Lansdowne fährt fort, daß er nicht einsehen könne, warum diese Wechselgespräche nicht erfolg- reich fortgeführt werden könnten, oder warrfm man nicht vorschlagen sollte, daß sie in vertrauliche Beratungen übergingen. Die Rückgabe von Belgien sei natürlich auch ent- sprechend den Auslassungen Wilsons der»heilende Faktor". Ein deutscher Staatsmann nach dem anderen habe jede Politik der Er« oberung und Einverleibung in Frage gestellt. Die Schwierig- Zeiten dev Verständigung würden auch dadurch viel größer, wenn die Engländer Forderungen vorbrächten, die Gebiete von.der einen auf die andere Macht übertrügen. Solche Schwierigkeiten ergaben sich hmfichilich Eksaß-Lothringens» und hinsichtlich der italienischen Forderungen nach einigen Gebieten von Oester- reich, sowie angesichts der britischen Ansprüche auf TeilederTürkei. Neue Krieaspropaganüa in NußianÜ. Die Lage in Finnland. Kopenhagen, 4. März. Der nach Finnland entsandte Sonder- berichterstatter des„S o c i a l d e m o k r a t e n" ist in Heising- f o r s eingetroffen und drahtet, der Kommandant der Festung Svcaborg, der russische Oberst SieverS, hecke ihm erklärt, daß die russischen Soldaten sich bisher im finnischen Kampfe neutral ver« halten, ausgenommen nur einige tausend. Di« Sachlage' würde sich aber ändern, wenn es Mannerheim gelingen sollt«, den Vor- marsch durchzilfühven. Die Russen würden dann wie ein Mann für die Verteidigung von HelsingforS und Wiborg eintreten. Wenn Männer heim glaube, das Spiel gewonnen zu haben, wenn er die finnische Rote Garde besiegt habe, so irre er sich. Sveaborg sei gerüstet, es mit der Weißen Garde aufzunehmen. Hinter den Geschützen der Festung und der Flotte ständen 70 ClXZ Soldaten und Matrosen. In Regierungskreisen herrsche MßverständniS bezüglich der Intervention Schwedens in der Alandssrage. Die schwedische sozialistisch« Abordnung reiste nachts mit Sonderzug an die Front ab und hofft dort einzutreffen, eh« die Rote Garde die Offensive begonnen habe. Zahlreiche Arbeiterfrauen find in die Rote Garde eingetreten. Die Engländer verlassen zu Hunderten Petersburg infolge der herrschenden Lage. Aus Reval trafen taufende Bolschewiki tn Helsingfors ein. Eine Anzahl von ihnen reiste nach Rußland wei- ier. In Petersburg agitieren sozialrevolutio- näre Anarchisten und Kommunisten für den Krieg. Die Sozialrevolutionär« verlangen, daß die Regierungsmacht an di« Nüchsduma übergehen soll. Die Anarchisten bilden Bataillone nir disti Krieg, die schwarzck Fahnen führen. Ein allgemeiner Bolschewiklkongretz tritt am S. März zusammen. Der erste Punkt der Tagesordnung ist hie Revision des Parteiprogramms. Auf der Sitzung des Arbeiter- und Soldatenrats am letzten Freitag wurde ein Antrag auf teilweise Beschlagnahme der bürgerlichen Vermö- gen zugunsten der Arbeiter- und Soldatenräte eingebracht. Sirola dementierte das Gerücht, daß die Rote Garde die allgemeine Wehr- Pflicht m Finnland eingeführt habe. In HelsingforS ist alles ruhig. Der Krieg auf Ken Meeren. Berlin, 4. März. Neue U-BootSerfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz: 16 500 Br.-Rcg.-To. Unter den Schiffen befanden sich zwei wertvolle tief« beladene Dampfer von 7000 und 5000 Br.-Reg.-To.. die an der W e st l ü st e England« verlenkt wurden. Einer derselben hatte, aus der besonder« schweren Detonation, die dem Torpedo- treffer folgte, zu schließen. Munitionslodung an Bord. Der Chef des AdmiralstabeS der Marine. * Ucßer da? am 17. Januar bei den Kanarischen Inseln statt- gehabte U Bvotgcsccht mil einem englischen U-Booizerslvrer, wonach die beide» II-Booie„üO-f* und ,205' vernichtet ivarden seien, er- fährt die.Köln. Zig." durch ihren Mitatbeiier: Tatsächlich ist ein« unierer U-Boote in«, der Nähe derJnsel Ferro iKnnari-n) von einem englischen U-Boot seinerzeit angegiisfen worden. Von vier au« nächster Nähe abgeschossenen englischen Torpedo« trat in- dessen nur-iiiec und dieser detonierte nicht, io daß da« deutsche U-Booi seine Unternehmung wohlbebalten fortsetzen konnte. Beim .Schnelllauch en' vor den, ptöylichen Angriff konnten zwei Mann der Beiatzung nicht mehr rechtzeitig das Boolsinnere er- retchen, schwammen an Land und wurden nach freundlicher Aufnahme durch die ipanischeit Inselbewohner nach La« Palmas gebracht, wo fie der dort internierten Besatzung des HilsstreuzerS.Kronprinz Wilhelm' zugeteilt worden sind. Klewe Kriegsnachrichten. Da« Fort de la Pompelle, ein südöstlich Reim« gelegene«, in das fe-ndliche Grabeniystem einbezogenes AuAnfort veralteter Bauart, da« iin Laute des Stellungskrieges zu einem starken Stütz- Punkt eingerichtet war. wurde nach dem Heeresbericht vom 2. März erstürmt. Der Eiffetlurmberichi vom 2. Mär, sucht den Anschein zn erwecken, als hätten die Franzoien das Fort wieder genommen und ihre Linie wieder hergestellt. Drete Darstellung ist fal'ch I Das Fort wurde von unteren Truppen sckon in der Nacht vom t. zum 2. März zur vormtsbesoblenen Fett wieder geräumt. In absehbarer Zeit kann es nach der gründlichen Zerstörung ntcht wieder hergestellt und als Stützpunkt benützt werden. Haushaltsaussthuß. Der wieder aufgetauchte Heifferich«»d anders „ehrenamtliche Mitarbeiter". Der Hauptausschuß verhandelte am Dienstag über den Etat deS Reichswirt schaftsamtö. Das Amt erfordert einen ganz besonders großen Stab von Beamten, die jedoch, wie der Re- serent, Abg. Hoch, auseinandersetzte, bei dem ungeheuren Aufgaben- kreis des neuen Reichsamtes durchaus notwendig sind. Der Re- serent bemängelte aber, daß man das Wohnungswesen in cm städtisch es und ländliches geteilt habe, von denen da« eine dem* ReichswirischaftSamt, das andere dem Reichsamt de» Innern unterstellt fei. DicS müsse Reibungen ergeben. Hier- über entspann sich eine längere Debatte. Die Abzg. Erzberger und Tove stimmten dem Referenten bei, während der Staatssekretär v. Stein die Zweiteilung verteidigt«. Eine and re Wendung nahm die Debatte, als sich Abg. Graf PosadowSky danach erkundigte, wie denn eigentlich die Stellung des Herrn Dr. Helfferich aufzufassen sei. Dieser unter- stehe keinem ReichSamt und habe offenbar auch keine Bera'ntwor- iung zu tragen. Hierauf erwiderte der Staatssekretär». Stein, daß Dr. Helffe- rich seinem Ressort ntcht unterstehe. Der Reichskanzler habe Dr. Helfferich beauftragt, die Vorbereitung für die wirtschaftlichen Fragen zu treffen, die mit dem Frieden mit Rußland und mit Rumänien zusammenhängen. Mit diesem Bescheid war zedoch di« Kommission keineswegs zu- frieden. Zunächst brachte Abg. Stückten(Soz.) noch eine weitere Beschwerde vor. Er frag« an, ob eS richtig sei, daß im Reichs- wirtschaftSamt Angestellte der Industrie als ehrenamtliche vortragende Räte beschäftigt werden. So habe man den Syndikus der Augsburger Handelskammer, Hofrat Büttner, als ehrenamtlichen vortragenden Rat in da>.- Reichswirtschaftsamt berufen. Dieser Herr sei gleich- zeitig Syndikus der Handelskammer in Bugsburg, außerdem Ge- schäftsführer der Vereinigung der Bau mwoll-Jndustriellen und zu alledem auch noch Vertrauensmann für die Textilindustrie im Kriegsministenum. Die Folge dieser Tätigkeit war, daß die ober- fränkische Textilindustrie nahezu vollständig stillgelegt wurde im Gegensatz zu der schwäbische,! Textilindustrie, dcr Herr Büttner sehr nahe steht und die zum größten Teil vol beschäftigt weiter ar- betten konnte. Hierauf vermochte.der Staatssekretär nur sehr ausweichend zu antworten, daß er die ehrenamtlichen Mitarbeiter mit über- nommen habe und die Verantwortung für sie txage.— Auch diese Auskunft befiicdigte nicht. Der Zentrumsabgeordnete Mayer- Kaufbeuren fand, daß die Stellung Dr Helfferich« durchaus nicht klar sei. Der Staatssekretär umschrieb diese Stellung folgender- maßen: Herr Dr. Helfferich ist Gehilfe des Reichskanzlers und hat von diesem einen besonderen Auftrag erhalten, den er unter Ver- antwortlichkeit des Kanzlers zu erfüllen hat. Abg. Südekum(Soz.Z: Die Stellung der ehrenamklichen Beam- ten bedarf noch sehr der Klärung. Die angestellten Beamten üben eine verantwortliche Tätigkeit aus. bei den parallel gestellten Ehren- beämten sei das nicht der Fall. Ueber deit Hofrat Büttner sind bereits lebhafte Klagen aus Dahcrn gekommen. Jedenfalls sei die Bevorzugung der Textilindustrie in Augs- bürg außerordentlich auffallend gegenüber der Tatsache, daß die Textilbetriebe in Oberfianken stillgelegt seien, seitdem Büttner seine Tätigkeit angetreten habe. Diese ehrenamtlichen* Beamten müßten strong darauf sehen, daß ihnen nicht der Vorvurrf gemacht werden könne, «ahestehende Kreise bevorzugt zu haben. Daß Vertreter der Industrie notwendig feien, sei un- bestritten, aber auch Arbeiter müssen hinzugezogen werden. Wenn wir nun das Problem der Wiederbeschäftigung zahlloser Menschenmassen zu lösen haben, die aus dem Felde zurückkehren, so muß auch der Rat der Arbeiter eingeholt werden. Staatssekretär v. Stein erklärt, er trage die Verantwortung für die Tätigkeit dieser ehrenamtlichen Beamten. Er wisse, daß die Verantworwng außerordentlich groß sei. Aufträge verteile das Reichswirtschafisamt nicht, das s« Aufgabe des ÄriegsmnteS. Arbeilervertreter sollen zu den Fachaus- schüssen hinzugezogen werden: bei dcr Auswahl dieser Arbeitervertreter werden politische Gründe nicht maß- gebend sein. Abg. Stücklet! erklärt, daß die Antwort des Staatssekretärs keineswegs bcfriedigeno sei. Dies« ehrenamtlichen Beamten arbei- ten doch keineswegs etwa um Gotteslohn, sie werden ganz bestimmte Interessen bei ihrer Tätigkeit im Auge haben, und darin liege' die große Gefahr, daß Benachteiligungen bestimmter Kreise ein- treten, jedenfalls sei die Zurücksetzung der ober fränkischen Textilindustrie auperorbentlich auffällig, und es werde nicht bestritten werden können, daß das im wesentlichen auf den Einfluß des Hofrats Büttner zurückzuführen sei. Daraus ergebe sich vor allen Dingen, daß man- in der Auswahl dieser ehrenamtlichen Berater außerordentlich vorsichtig sein müsse, und eS soi ganz unverständlich, weshalb nicht auch die große oberfränkische Textilindustrie mitvertreten sei. Staatssekretär v. Stein verteidigte nochmals seinen Stand- punkt und fand einen Helfer in dem Hansabundführer Dr. Rießer, der die Tätigkeit industrieller Interessenten in Amtsstellen schön und gut findet.— Ausführungen des Abg Cohn-Nordhausen(U. Soz.), der von der Tätigkeit HelsserichS nach den bisher mit diesem Herrn gemachten Erfahrungen die Entstehung einer Nebenregie- rung im Reichswirtschaftsamt befürchtet, veranlaßten den Staats- sekrosär, nochmals auf" die Stellung des Herrn Helfferich einzn- gehen. Helfferich habe kein Amt im ci�eiiTlicheft Sinne und beziehe kein Gehalt, er könne auch auf keinen Fall in di« anderen Aemtcr hineinreden. In der weiteren, sehr ausgedehnten Debatte tauchte das Thema Helfferich noch de« öfteren auf. Der Abg. Jaeckel(U. Soz.) führte lebhafte Beschwerde über die Stillegung tn der Textil» Industrie, in der nicht weniger als 15 000 Betriebe zum Stillstand gekommen sind. Die Interessen der Arbeiter würden hierbei nickt gewahrt.— Der Staatssekretär versprach demgegenüber nochmals die Berufung von Arbeitern in die Fachausschüsse. Na? geforderte Personal für das Reichswirtschaftsamt wurde schließlich bewilligt, ebenso der Rest des Etats. Bei den Peti» tionen wurde eine Petition, die Entschädigung der Arbeiter für Feierschichten infolge Kohlen- oder Materialmangels fordert, zur Erwägung überwiesen. * Helfferich schwimmt also wieder auf der Oberfläche. Für seine Verhälttiiffe war er auch schon viel zu lange untergetaucht. Dabei braucht dieser Mann doch wirklich nicht um seinen Ruhm besorgt zu sein, denn: Mußt seines Amtes man ihn auch entheben, Für fem« Wirksamkeit hat doch den Lohn er: Im Mund der Nachwelt wird er ewig leben— Als Sohlen schöner! MgeorZnetetchaus. Tie Verkehrsverteucrung. Da» Abgeordnetenhaus beschäftigte sich am Dienstag, bevor es an die eigentliche Beratung des Etats der Eisen- dahnverwaltuug ging, mit dem Gesetzenttvurf über die Er- Hebung von Zuschlägen im Güter- und Tier- Verkehr. Es liegt in der Natur der Sache, daß hierbei auch die Frage dcr Verteuerung des Personenverkehrs ge- streift wurde. Wie aus den Verhandlungen hervorgeht, de- absichtigt die Verwaltung, voni 1. April. ab die Fahrpreise m der Weise zu gestalten, daß für Reisen in Schnellzügen Karten der nächst höheren Wagenklafse genommen werden müssen. Bedenkt man, daß am 1. April so wie so eine Erhöhung der Fahrpreise eintritt, so ergibt sich daraus, daß das Reisen .dann etwa ebenso teuer sein wird wie heute, wo jeder Reisende zwei Karten zu lösen verpflichtet ist. Der Minister bestritt, daß es sich um eine fiskalische Maßnahme handele, aber daß in Wirklickcheit in erster Linie die Rück- ficht auf die Finanzen hierfür ausschlaggebend ge. Wesen ist, wird er kaum widerlegen können. Auf die für später in Aussicht gestellte Tarifreform darf man keine zu großen Hoffnungen bauen, denn was der Fiskus einmal hat, das gibt er erfahrungsgemäß sticht gern wieder heraus. Bedauerlich ist es, daß die Regierung di« Personen. tarife allein feststehen darf, ohne daß der Landtag ein Recht bat. mitzureden. Der Erhebung von Zuschlägen im Güter- und Tiervcr- kehr, die etwa 15 Proz. ausmachen, stimmten die Redner dcr bürgerlichen Parteien zu. Den Sozialdemokraten war es nicht möglich, ihre Stellung dazu zu äußern, da ihnen kein Platz auf der Rednerliste eingeräumt wurde. Die Mehrheit steht auf dem Standpunkt, Laß nur abwechselnd ein Unabhängiger und ein Vertreter der Partei zum Wort kommen soll, und sie beharrte bei dieser ihrer An- ficht, obwohl Genosse Braun ihnen nachdrücklichst vor Augen führte, daß beide Fraktionen zwei völlig getrennte Parteien vertreten. Allerdings sind sie bereit, diese Frage nochmals im AeltcsUtattsschuß zu prüfen. Mel ver- sprechen wir uns davon nicht, da der Aelteftenausschuß bisher unsere dahingehenden Fordemmgen stets abgelehnt hat. Das Haus begann dann noch die Beratung der Eisen- bahneinnahmen, doch wurde die Debatte darüber noch nicht zu Ende geführt._ m*„nia'. Politik oder Geschäft? Da«.Berk. Tagebl.' hat sich in letzter Zeil verschiedet,«ich mit der ,Ala' beschäftigt, jener schwerindustnelleti Jnseratenagentur, deren Zweck eS ist, gesiiinurigstiichtige Blätter in der hannlest» Form von Anzetgenausträgen finanziell über Wasser zu halten'. In seiner Abendausgabe von gestern teilt da«„B. T.' mit, do« ihm von der.Ala' ein«.Verichtigung' zugegangen ist, in der sie ver- sichert, sich auf die.rein geschäftliche Vermittlung von Inseraten' zu beschränken ohne politische Nebenrücksichten. Am Abend deSielben Tages erschienen zwei Berliner Blätter mit riesengroßen Inseraten, in denen sich die„Ala' selbst geschäst- lich in Erinnerung bring:. Und welche Blätter waren e«? die „Deutsche Zeitung' und der.Deutsche. Kurier'. Daß diese Inserate, deren jede« einige hundert Mark ichwer ist, gerade zwei Blättern von ausgesprochen schiverindustrieller Richtung zu- gesandt wurden, ist natürlich reiner Zufall, denn iür die.Ala' gibt e« nur rein geschäftliche Vermittlungen ohne politische Reben- rücksichten. Es wäre denii, die.Äla' hätte bloß sagen wollen, daß für tbre Austraggeber die Bevorzugung einer bestimmten. politischen Richtung eben auch nicht« als reine Geichäftsrückiicht rft. Ihr vaterlanö muß immer noch größer fein! „Instant" und Mnrbkko. Daß die deutsche Regierung bei ihren Abtrennungen von Rußland sehr bescheiden gewesen ist, sollte niemand behcrupien. Die All-deutschen finden es. In der.Deutschen Zeitung' weist der baltische Baron Vietinghofs-Scheel aus das Land hin, das wir unbedingt noch von Rußland haben müssen. Dieses Land heißt—.Jnflant'. Der Leser bemühe sich nicht an den Atlas. Er wird auf diesem das Land Jnflant'ebensowenig finden wie da�.Lcmd Orplid dcS Dichters Eduard Mörike. Aber Herr von Vietinghoff belehrt uns, daß das Land Jnflant einmal im 13. Jahrhundert existiert hat. Heute heißt es allerdings Rjeshiza. Aber um das Jahr 1300 hat auch dort einmal der Deutsche Orden geherrscht(wenn auch nur für sehr kurze Zeit) und das Land Jnflant geheißen.* Also heraus mit Jnflant,— diesem selbstverständlich deutschen Land. Doch auch Jnflant ist Herrn v. Lie- tinghoff noch zu wenig. Er schreibt: ES ist nun dringend erwünscht, daß auch das sog», nannte Weißrußland vom moskowitischen Rußland ab- gegliedert wird.� Gewichtige Gründe lassen cs sehr un« erwünscht erscheinen, das künftige Großrußland irgendwo nach Westen hin über die Peipus— Dnjeprlinrc hinübergreifen zu lassen. Wir empfehlen Herrn v. Vietinghoff folgende Theorie: Im 10. Jahrhundert ist ganz Rußland von dem Fürsteuhaus der nor- mannischen Waräger unter Rurick und seinen Nachfolgern be> herrscht worden. Die Normannen aber waren Germanen. Ergo ist ganz Rußland deutsches Gebiet. Es bleibt daher nichts weiter übrig, als bis mindestens an den Ural, wenn nicht bis Wladi- wostok zu annektieren. «» • Endlich hat sich auch der Abdenische gsfir.rde> der da? lange von den Alldeutschen vergessene Kriegsziel wspder ausgegraben hat: Marokko! Es ist der ReichSverbandSgeneral v. Lievcrt. Wir haben immer schon unsere stille Freude daran gehabt, wie dieselben Alldeutschen, die während dcr Marokko-Kris« den Besitz von Marokko als alldeutsches Lebensintcresse attsschrien und einen i Krieg um Marokko führen wollten, während 3� KriegSjahre auf. dieses angebliche Lebensintcresse Deutschlands mit keiner Silbe zurückgekommen sind. Jetzt endlich ist di« Erin- nerung wiedergekehrt. Warum müsien wir Marokko haben? Ant- wort: Erstens, wir hätten doch vor ein paar Jahren beinähe einen Krieg darum geführt, also muß es doch wa? wert sein. Zweitens, als Ansiedlungsland!— Falls sich alle A l l d e u.t s che n nach dem Krieg in Marokko ansiedeln wollen, haben lvir gegen den Er- werb dieses Landes beinahe nichts einzuwenden. Das möchte �hnen fs poßen! In der.Ktenz-Zritung' reibt sicki ein gelvisier Herr Ernst an dem Artikel Scheidemann?, den wir im letzten„Sonntag' veröffent- lichten. Nach eicker Einleitung, die beweist, daß Herr Ernst jeden Gesübls für Humor ermangelt, fährt er fort: Aber ernster ist, wa« Herr Sbeidemann sonst noch mitteilt: Ein Geistlicher erklärt eine Rede des Abg. Schcidemann„für so schön und so wahr, daß er sie seiner Gemeinde voraelcssen habe'. Ein Offizier:.Endlich einmal energische Worte, denen ungezählte Millionen begeistert zustimmen.' Ein Hauptmann fordert zu noch größerer Emichiedenheit auf im Kampfe gegen die Annexionisten nnd Reaktionäre'. Wie heißt der Geistliche, der„Ofsstter", der Hauptmann? Da diese Herren ihre Namen gewiß � nicht verheimlichen, wird Herr Scheidemanu. sicher die Erlaubnis erkalten, sie noch nach« träglich bekannt gebcn zu dürfen; dann erst wird man ihre Aus- lassungen richtig bewerten können. Das freundliche Interesse der Konservative«: für die Namen dieser Osfizicre und Geistlichen erscheint uns nur allzu ver- st ä n d l i ch. Wie schön wäre eS doch, wenn man ein wenig maßregeln und boykottieren könnte I Aber wir wüsten Herrn Ernst mitteilen, daß nicht nur Genosse Schcidemann, sondern auch der.Vorwärt«' zahlreiche ähnliche Zuschriften von Geistlichen und Offizieren erhält. Verschiedentlich haben unl Geistliche erklärt, daß die Haltung des.Vorwärts' im Kriege— im. Gegensatz zu der der Alldeutschen— allein dem Geiste und der Würde des Christentums entspricht. Was uns aber die Offiziere geschrieben haben, da« kann Herr Ernst einmal nach dem Kriege ersahren. Sne zeltgemäßs Anfrage. Schieftcu auf den Strasien. Die Berliner sozialdemokratischen Abgeordneten Richard Fischer, Robert Schmidt und Wilhelm Psannkuch haben im Reichstag folgende Anfrage eingebracht: .Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß in jüngster Zeit wiederholt an belebtenStellen desBerltnerStal»t'« bezirke« von militärischen Begleitmannschaften auf Soldate», die sie zn transportieren hatten, bei Fluchtversuchen g e s ch o s> e n worden ist und daß ei» vierjähriges Kind das Opfer einer solchen Schießerei geworden ist? Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, um die mili- törischen Stellen zu veranlassen, die in Betracht kommenden Vor- schrtslen über Gefangenentransporte so zu ändern, daß Gesund- seit und Leben der Bevölkerung durch Schieße» auf Straßen und Piiitzc» nicht mehr gefährdet wird 7" GewLtWWbewWNs Gewerkschaften»nd Lehrlingswesen. In Unternebmerlreiscn herrscht die Auffassung vor, daß die Gewerkschaften sich um das Lehrlingswescn nicht zu. kümmern hätten. Die Ausbildung deS Lehrlings sei ausschließlich Sache des Lehrmeisters. Indessen, auch den Getoerkschaflsorganisationen kann eS nicht gleichgültig sein, unter welchen Bedingungen iheute die Heranbildung des Nachwuchses der Berufe sich vollzieht. Von der Art, wie die Lehrlinge ausgebildet werden, hängt nicht selten ein Teil des Wohles der Arbeiter in den verschiedensten Berufen ab. Zu welchen Zuständen ei führen kann, wenn die Lehrlingsaus. bilduitg einzig und allern den Lehrherren anvertraut wird, hat sich kürzlich erst wieder aus Anlaß der Diskussion über das Lehrlings- thema im.Korrespondent für Deutschlands Buchdrucker und Echriftgießer' gezeigt. Da wurde mitgeteilt, daß m kleinen Druck- orten nur zu oft eine geradezu kaninchenhafte Zunahme der Lehrlinge anzutreffen sei. In Perleberg habe eine Firma als Nichtfachmann bereits zwölf Buchdruckerscholaren ausgebildet, und sie beabsichtige noch mehr Unglücksraben in die Buchdruckerwelt fliegen zu lassen. In P ritz walk sei eine Firma, die gleichfalls auf guten.Stall- bestand" sehe; sie halte zurzeit 9 Lehrlinge. Ein halbes Dutzend fei bei derselben Firma zu Ostern.nachgemustert" worden. Bon Pritzwalk und Perleberg wird mit Recht gesagt, daß sie nicht allein auf der deutschen Buchdruckererde zu finden seien. Kein Wunder, daß bei einer so gewissenlosen Lehrlingszüchterei der gerade für das Buchdruckgewerbe notwendige gut ausgebildete Rachwuchs nicht immer in gewünschtem Maße zur Verfügung steht. Wie in diesem, so zeigen sich Uebelstände und Auswüchse auf dem Gebiete des Lehrlingswesens natürlich auch in allen anderen Berufen. Je besser die Ausbildung des Lehrlings ist, desto tüchtiger zeigt sich derselbe später als Gehilfe. Und die organisierten Ar- beiter können nur ein rege« Interesse daran haben, daß die Aus- bildung des jungen Nachwuchses in der gewissenhaftesten Weise vor sich geht. Nur mit tüchtigen Mitarbeitern und Kollegen können sie auf die schnellstx Erfüllung und Durchsetzung der Gewerkschafts- forderungen rechnen. Der leider sehr oft anzutreffenden Lehrlings- ausbeuterei und des, gewissenlosen MtßbraucheS der Lehrlinge find die Gewerkschaften feindlich gesinnt. Solchen Mißständen wird in Zukunft mehr als bisher ihr Kampf gelten. Kürzlich erst fcoben die Delegierten deS Hamburg-Altonaer GewerkschaitSkartells sich ein- gebend mit der Frage der Neuordnung deS LebrlingSwesenS be- fchäftigt und IS Leitsätze ausgestellt, in denen die Festsetzung einer höchstens dreijährigen Lehrzeit,' der erforderliche Lehrlirrgsschutz, Regeln für die gewissenhafte Ausbildung und sonstige dem Wohl des Lehrlings dienende Forderungen aufgestellt werden. Diese Entschließung hat sofort gewisse Handwerkskreise mobil gemacht. Der.Deutschen Arbeitgeberzeitung" geht— angeblich auS Handwerkskreisen— eine Zuschrift zu, die die vom Hamburg-Altonaer Gerwerkschaftskartell aufgestellten Leitsätze diskretzitiert. Es wird darin betont, daß die Gewerkschaften in der Kricgszeit ihr Herz für die Lehrlinge entdeckt hätten, die auf der Hand liegenden Gründe hieriür seien natürlich nicht frei an Eigennutz. Daß; 'dke Zuschrift gegen die den LehrkingSmißbrauch geltenden Leitsätze i zu Felde zieht, war von vornherein vorauszusehen. Die dagegen' erhobenen Einwände zeigen jedoch nur. wie sehr gewisse Hand- Werkerkreise jeder notwendigen Reform auf dem Gebiete des Lehr- lingswesenS feindlich gesinnt sind. Sie bestärken aber gerade die Gewerkschaften, im wohlverstandenen wirtschaftlichen sowie in ibrem eigenen Interesse an der Beseitigung der mannigfachen Uebelstände mit tätig zu sein. Der Verband der Deutschen Buchdrucker beruft seine IX.(außer- ordentliche) Generalversammlung zum 27. Mai d. I. nach Würz« bürg ein._ ?nöl»strie und Kandel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Hirsch, Kupfer- und Mesfingwerke Akt-Ges. in Berlin. In der Sitzung des Aussichtsrates am 5. März wurde der Abschluß für das Geschäftsjahr 1917 endgültig genehmigt. Es wurde bes-blossen, der zum 2S. März einzuberufenden Generalversammlung vorzuichlagen den Reingewinn in Höhe von 5 332 315 M.(i. V. 4 969 690 M.) wie folgt zu verteilen: 20 Prozent Dividende gleich 3 000 000 M auf das erhöhte Aktienkapital von 15 000 000 M.(i. V 20 Prozent gleich 2 000 000 M. aui 10 000 000 M.). dem Reservefonds II 250 000 M. (i. B. beiden Reservefonds 1000 000 M.), für Beamtenversorgungs» kasie und verschiedene Kriegswohlfahrts- und allgemeine Zwecke 1000 000 M.(i. B. 1000 000 M.), an die Talonsteuerrücklage 13000 M.(i. V. 20 000 M.s, statutenmäßige Tantieme des Auf- sichtsraies fl74 643 M.(i. V. 185 496 M.), den Rest von 789 702 M. (i. V. 764193 M.) auf neue Rechnung vorzutragen. Der Betriebs- Überschuß dds Geschäftsjahres 1917 stellt sich auf 9 664 247 M. ür die Stunde, was für heutige Verbältnisse immer noch ein sehr mäßiger Lohn ist. Aber der Beklagte führte den Beweis, daß dem Kläger beim Eugaaement gesagt worden ist. er bekomme für den Abend— die Vorstellung dauere von 7 bis 10 Uhr— eine Mark. Die Annabme deS Klägers, ihm sei ein Stundenlohn von einer Mark zugebilligt worden, müsse ein Irrtum des Klägers sein. Der Vertreter des Beklagten war nicht zu bewegen, dem Kläger, der im aanzen 10 M. forderte, im Vergleichswege doch einen Teil der Forderung zu zahlen. So blieb dem Kläger nichts übrig, als die nach dem Beweiserqebnis unhaltbare Klage zurückzuziehen und sich mit dem Lobn von einer Mark iür den ganzen Abend— wovon er noch 20 Pf. Fahrgeld ausgewendet hat— zu begnügen! Verantwortlich für Volilik: Erich Kultner, Berlin: für den übrigen Teil de«" Blattes: Alfred Scholz, Neukölln: für Anzeigen: Tdeodor Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag K, m, b, H„ Berlin. Diuck: Vorwärts-Buch- druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u, Co, in Berlin, Andenftratze 3. Hierzu> Brlluiie»nd UnterbalinngSblait. A. WERTHEIM Milfix-Kunstileisch o-». 2.40 (Leipziger Straße Kostprobe) Spaten mkt stiel..... 5.50 6.59 Pfianzüöizer........... 1.10 Wegeschaufeln..... 1.25 1.35 WQhleisen........... 90 Pf Jfätehäckchen...... 1.25 2.00 Gartenhacken eQrCßen 75pf.b.2.C'0 Blumenkabel Aitmess. geh, sec™ 25.75 Wäscheleinen... 3.80 6.00 7.75 Wi rtschafts- Ä rti k el Waschbretter_____. 2:60 2.70 Soldatenkisten..... 5.23 6.00 Reibemaschinen.... 9.90 14.50 Tellerwapen____.12.50 19X0 Messerpuizer„Husai"...3.20 Kohlenplätten______ 7.25 7.75 2 Gasplätten mit Erhitzer.. 22-50 Heimschuster......... 3.80 Aschbecher stemg..«.vera.R 1.40 1.80 Was crkess8lMess.vern.ie.25 12.25 Iria.sirdiliEhlller--teü 9.5) z-tea. 16.75 Eier kar Ions..., J.60 2.25 2.75 Gebäckkästen tack..7cPf.bis2.00 Bro! körbe lackiert....... 1.80 Abräumkörbe lackiert.....1.80 Kastenformen.....45 bis 85 Pf. Elitzsohne.der......... 1.10 Eimer verzinkt...4,50 4.75 5.25 Kompottschalen 2-tciiig... 7.25 Seifensparer.......... 22 Pk. Wäschetrockner........ 2.53 Kaffeebrenner......... 6.00 Besen grau.... 4.50 6.25 S.00 Handfeger grau.. 2.00 250 2.80 StraBenbesea.. 4.50 7.75 9.09 Modslbiusten Qrhrite.. 3.00 3.80 Möoeibürsten Kokos.. 1.60 2.50 Schrubber..... 3,23 3.80 4.50 Haarbürsten..... 1.6 bis 3.80 Kleiderbürsten... 1.60 bis 4.50 Bütz- Blank..... 3 Pakete 4Cpt Bonner waciis.......... 2.50 Marmor- Waschloilelten 1 EMÄlllS Komplette Kürhen und Küchen-Möbel JÄ Bratpfannen rund.m z Griff 2.85 bis 4.75 Bratpfannen m. stiel 80 Pf, bis 2.00 Pfannen oval...... 1.10 bis 2.80 Pfannen tief m. Stiel.. 1.35 1.60 Augenpfannen......... 3.80 Bratpfannen ohn.Deck 3 60 bis 4.00 Bratpfannen mit Deckel... 6.75 CiUe, Sratpfanotn oh. Deck. 2.40 b.6.75 Maseninentöpfe. Bauchtö»fe...., Kasserollen.... Kasserollen.... Ringtöpfe...... Töpfe flach..... 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IkeatKtchcs ♦hraler. 7 Uhr: Macht der Finsternit. Kam merMpleln. 7'f, Uhr-»Ic Koralle. Volkutbühne. Theater am Bülowplatz Onterg.'rundb Schönh. Tor. 6 Dbr: Hanneies Himmelfahrt. vir C. Meinhard— R Bernauer. Theater z Königgrätzerstr, 7":* Die Helden auf Helgoland. Komödienhaus 6 U- Die StraBs nach Steinaych Berliner Theater 7 Uhr: Ulitzblaues Blut. National-Theater.! CöpenickerStr 68. Tägl.71/. Ein Erfolg, wie er seit| yüeber'n großen Teich" in dem Theater nicht da-| gewesen ist. Die ist richtig!... Musik Walter Bromme Stg. H'y Studonlenliehchen Theater für Mittwoch, 6. März. Casino-Theater Lothringer Str. 37. Tagt.*1,8 U. B*~ Letzier Monat."NE Bereits 160 mal ausgeführt die aktuelle Schlaget-Posse Hamsterfritze. bat neue Marzprogramm. 6*a. 4 U.: Schipp,»chipp, hur rat Coniral-Theater Kommandamenstraße 57. 71/, Bie Cttardawfiirwtln BenturhpH OpernhaaN 7 Mrr- MtgilOth Friedricb-Wilhelmst. Tbeatei Znm 750. Male: iv. uhz: fias DreiniMaiis. Kleines Theater vf. uhr: Nante. KomiHche Oper 1% v.-. SeliwsriwaiöiitailEL Sonn ab., 9 /3.; Sondervorstell. 31/, Uhr: Schwarzwaldmädel L,n«tspieMians Tl, Chi: Die blonden Matieisv.Liniieiiliol Neues Operettenhaus Schiffbd. 4a. Kassent-Nd. 281 T'/.uhr�erSßlöatilerMane. Metropol-Theater Die Hose m Sianitiul. Uhr; KeMidoiiz Theator T'/jühr: Der junge Zar. SchlIler-Thoat«-r O 7'/, Ohr: MM iSiöhel.. h»cliiller-Th. Charl Ql. uhr: Eopferrattis Erbea. Thalia-Theater uHr-, E|od»Dl! seioe Franen. Theater am Notlendorfplatz 3'/. U.; Ein glückt. Familienvater. 7 Uhr; Theater des Westen» 4 Uhr: HSntel und Grete). 7V, Uhr: mit Guido Thielscher. JU Berliner Konzertliaus Mauerstraße 82. Zimmerstraße 90/91 Heute: Großes Konzert de. Uei-Uuer Konzertlinua-Orcheater«, Leiter; Komponist Franz von Linn. Anlang 71/, Uhr. Einoitt 39 Pt Anlang Tft, Uhr. Freitag, den 8. M&r»; VatarlSnditcher Vortragtabend, veranstaltet vom Verein ehem. Kameraden des Inlenterie- Eegimente von Stnlpnegel(A. RfandewbnrgiBfihech Hz. 48. Der grolSe Variete-Sipie!|»lan dazu CitaHtNpiel: Frieda Hess, Kgl. SolotSnz Jan Trojanowski, Hofb-Mstr. Grete Ackermann, Job Hennig. Dora Petters, Gertrud Müller, Erna Pritz, Grete Richter, Barbara Poitz, Irmgard Adler vom Itanett den Kgl. iloftheatep Dreaden. Zirkus A. Schumann, i Bhl, Friedrichstr Anf. 1*1,| Letzte Saison in Berlin Nur noch kurze Zeit Das vollständig neue üärz-Programm. Ig Tilly Bebe mit ihr. dress. Eisbären Entkleidungs-Szene in der Luft. Frl. Zoe 3facb Keck Gebr. Petrok Die 3 Grazien am Orahi| Moviirn Ausst.- IflCAIKU. Pantomime. Rose-Theater. 79, Uhr: Eine Waise. TSgl. 7lir Stg 3*1, a. 7-/, v Das neue März-Programm. Das lebende Aquar um Max WiHon. Die schöne Creolin wnnjr Suleika u Partnerin Mach mut-Boray-Truppe. Türkische Fakire a Valkaniaenaclien. Karl IteiiiNCh, Schulreiter auf.Czardasfiirst". Rappos paredist. Neuheiten. Zum Sehlufl: Mondfahrt. Apollo! I f nedPlchsfr. 218. Tl/ D6r Flieger von T«5tigtMii | sowie die verblüiiendo Variefs-Attraktionen rheaterkasse ab 1U L" nnnnterbf geftffnet, Trianon-Theater •/.S am ßhi. Friedrichsir.'I,H Tel.: Zentrum 4927 und 239,1. Der Lebensschüler Komödie von Ludwig Fulda. Ida Wüst, Erich Kaiser-Titz, v.MöIlendorH, Flink, Kettner. 8%. 4 U.kLPr.: lohanuitfsuer. URANIA 8 Uhr: Die Ukraine 8 Uhr: Dr. W. Berndt: I/ f.icht und Elektrizität im Orguiiisiueareich. Voigt-Thealer. Sadstr öS äadttr. SS lägHrtt 7*/, Uhr: Verlorene Ehre. Mittwoch, den 13. März: Benesiz für Kläre Richter. /Butte r«egea. Reichshailen-Theater, Allabendlich 7*1, und Sonntag nachmittag 3 Uhr Up Zum Schluß: Incin Weih- Rae jitstraum Nachmittags ermäbigte Preise! TSgl. 7*1* Sonnt 3*1, xl 7*1, Pert. Auftr. Paul Heidemano in der Film-Operette „Paulchent Badeabenteuer* wdaeneneM&rj-tt�rogr� Walhalla-Theater S'I.U.: Scnm-ewIHcheiu 7',. Uhr: Aid Gölten Kora. Siim i(a!er; Friedrichstr. 165, Fcke Behrenstraße Ciaire Waldoff Willi Prager Mi Ida Breiten Mizzi Dressi u. das hervorragende März- Programm. Kaffee Suitpold Motzstr. 15. Täglich Kabnrrtt Danny Gürtler II der König der Boheme Ina Maroella Max Ree Molly Moreny Leo Fuhrmann u ch® Hauskapelle Ctyroky. Binmu frei! Getränke in unerreichter Qwafltät. Admiralspalast 7*1, Uhr; Oeatsche Tänze von Schnbert- Abrakadabra.