Ar. 67. 35. Jahrg. VezngSpreiS» MertelZSHr� 4L0 MI. monall I.S0M!. frei ins Haus. vor-uSzahlbai.E>i>z«I»e Rummern 10 Pia PostbeüUg i Monat- lich l£0 Mi. Unter Kreuzband für D«u>!chland und Oesterreich. Ungarn 8,— MI. ffit das übrige Ausland tJiO SRI. monatlich Perl and ms Feld bei direlier Beiielluno monall. lchvMI. Postbestellungen nehmen an Täne- mar!. Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen w die Posl-tieUunas-PreiKlisie. Srschei», taglich. lelegramm. Adresse: »Sott»lde«»krat verlt»�. S>& X Verlinev Volksblerkt. ( 10 Pfennig} Anzeigenpreis: DiesiebeiigesvalteneKolonelzeilekolset 60 Pig.„itleine Anzeigen", da? fetigedruSte Wort 20 Ptg. szuläisig 2 fettgedruckte Wortes, tedes weitere Wort 10 Psg Siellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 10 Pig., tedes weitere Wort 5 Pig. Worte über lö Buchstaben.tähleit iür »wet Worte. Teuerungszuschlag 20%. Familien- Anzeige» l»O Pfg.. polirische u. gewerlichastliche Lereins- Anzeiqen 40 Psg die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer Müssen bis 5 Uhr nachmitt. im Hauptgeschäft Berlin Sffl.tiB, Lindenstroste 8, abgegeben werden. Geöfsnet von 3 Uhr piüh bis? Uhr adtudS. Zcntralorgan der fozialdcmohratifcben parte! Deutfcblanda. Hedaftion: Elv. 68,£inden(lcage Z. ff«ntfnrediet: Amt Mor»«pla«i. Str. l.SI SV— 151 97. Freitag, de« 8. März 1318. kxpeüition: SM. 68» Linöenftraße Z. Frrttsprechrr: Amt M»rt«vla«- Rr. 1�1 SV— liKI S?» Deutscher frieÄevZvertrs Die Zortführung Ser Ostpolitik. Um die Fortführung der deutschen Ostpolitik hat ein stiller aber zäher Kampf eingesetzt, der in erster Linie Litauen, in zweiter auch die drei baltiichen Provinzen und die geplanten Abtrennungen polnischen Gebiets betrifft. Der litauische Landesrat hat vor einigen Wochen be- f' T;'. Sei Rußland, Deutschland und anderen Mächten um ü.u Anerkennung der litauischen Selbständigkeit anzusuchen. Ein Antrag auf Bundesanschluß an das Deutsche Reich ist aber abgelehnt woid.n. Die alldeutsche Presse behauptet nun. daß der litauische Landesrat, die Taryba, bei diesem Beschluß von Erzberger und— der Wilhelmstraße beeinflußt worden sei. Die Litauer selbst wollten, entgegen dem Beschluß ihres Landesrats, den Anschluß an Deutschland, der auch im deutschen Interesse, weil Litauen die Brücke zu den baltischen Provinzen wäre, notwendig sei. In einem Teil der sächsischen Presse wird mit Eifer dafür agitiert, einen sächsischen Prinzen zum Landes- Vater der selbständigen Litauer zu machen, die Alldeutschen wollen aber im besten Fall eine sächsiich-litauische Personal- union zugestehen, so daß der jeweilige König von Sachsen zugleich auch Herzog von Litauen wird, sind ober natürlich in erster Linie für die Angliederung Litauens. Kurlands, Liv- lands und Estlands an Preußen. Nach dem»Berk. Lokal-Anz." steht die Ernennung eines gemeinsamen Reichskommiffars für die genannten vier vordem russischen Provinzen bevor. Der Erwählte soll der Ministerialdirektor im preußischen Lalidwirtschaftsministerium. Gras Robert Keyserlingk, sein. Das Blatt schließt daraus. daß man Livland und Estland staatsrechtlich die gleiche Be» Handlung angedeihen lassen will, wie Kurland und Litauen, was dem Friedensvertrage von Brest- Litowsk entschieden widerspricht. Schließlich iei eine geschichtliche Ausgrabung erwähnt, auf die die.Tägliche Rundschau" wohl nicht von ungefähr ge- kommen ist. Auf dem Wiener Kongreß seien die polnischen Gebiete von S l u p c e und P e y s e r n ursprünglich Preußen zugedacht gewesen, sie seien aber 1818 von Preußen.in würdeloser Schwäche" an Rußland gegeben worden. Die .Tägl. Rundschau" fordert im Stil der französischen Revanchepatrioten die.Wiedergutmachung eines früheren Unrechts" und.Desannexion", die einen besseren militärischen Grenz- schütz möglich machen würde. So ist man unerschöpilich in weltpolitischen Improvisationen, und wenige fragen, wozu das gut lst und wie lange es hält. Deutsch- finnlSnöijcher Zrieöensveetrag. Wolffs Bureau teilte gestern mit: Heute mittag ist der Friedensvertrag zwischen Deutschland und Finnland. ebenso ein Handels- und Schiffahrtsabkommen sowie ein Zuiatzprotokolt zu beiden Vcilrägen unter- zeichnet worden: In Ärtilel l wird erklärt, daß zwischen Deutschland und Finn- land lein«neg-zusiand besteht und daß die vertra.isch ießenden Teile entictilosien sind, sorlon in Frieden und Freundschast mit» einander zu leben. Deutschland wird dafür eintreten, daß die Selbständigkeit und Unabhängigkeit Finn- landS von allen Mächten anerkannt wird. Dagegen wird Finnland keinen Teil seines Besitz stände» an«ine fremde Mach« abtreten noch einer solchen Macht ein Servitut an einem Hoheitsgebiet einräumen, ohne sich vorher mit Deutschland darüber verständizt zu haben. Die folgenden Artikel betreffen die Wiederaufnahme der dipko- matiscden und konsulariicken Beziebungen sofort nach der Beitäli» gung des Friedenevelirages. gegenieitigen Verzicht auf den Ersatz der Kriegslosten und der Lttiegi-schäden, die Wiedelherstellung der Staatsveiiräge und der Privairechte, den Ausiaut'ch der Kriegs» gefangenen und Ztvllinlernieiten und den Ersatz für Zivil- schäoen. WaS die Staatsverträge anbelangt, so sollen die außer Kraii getretenen Verträge zwischen Deutschland und Nußiand durch neu« Verträge ersetzt wei den, die den verättdeiieit Nntchauuitgen und Verbälintssen entsprechen. JitSbetondere toll alsbald über einen Handels» und Scbisi- sahttsverirag umeihandell werden. Ein st w e i l e n werden die Velkehrsbeztebiinaen zwischen den beiden Ländern durch ein Handels- und Schiffahrtsablommeu geregelt Bezüglich der P r i v a t r e ch t e treten olle Kriegsgesetze mit der Bestätigung dieses Vertrages außer Kraft. Die Schuidverbältnist'e werden wiederhergestellt, die Bezahlung der Beibindlichkeiren, in»- besondere der öffentliche Schuldendienst wieder auf- genommen. Zur Feststellung der Zivilschäde» soll in Berlin eine Kommission zusammentreten, bie zu se einem Drittel aus Vertretern der beiden Teile und neutralen Mit» gliedern gebildet wird; nm die Bezeichnung der neu' tralen Mitglieder, darimter de? Vorsitzenden, soll der Präsident des schweizerischen Bundesrat? gebeten werden. Die kriegSgefongenen Finnländer in Deutsch- land und die kriegsgefangenen Deutschen in Finn- lp n d sollen tunlichst bald anSgetanscht, die beiderteitigen versch'ckien »der internierten Aivilangehörigen hetmbesZrdert werden. ES folgen Bestimmungen über eine Amnestie, über die Zurückgabe oder den Ersatz von Kauffahrteischiffen usw. Zur Reqelung der Alandfrage wird bestimmt, daß die auf den Inseln angelegten Befestigungen so bald als möglich entfernt und die dauernd« Nichtbefestigung dieser Inseln durch ein besonderes Abkommen geregelt werden soll. Die BestätigungSurkunden sollen tunlichst bald in Berlin ausgetauscht werden. Zur Ergänzung des Ver- träges werden binnen vier Monaten nach der Bestätigung Ver- treter der vertragschließenden Teile in Berlin zusammentreten. Der Berirag ist aFo mit der seit längerem in Berlin weilenden Abordnung der einstweilen als gestürzt zu be- trachtenden finnländischen Regierung abgeschlossen worden und setzt, um in Kraft treten zu können, den Sturz der aegeuwärttg in Helsingfors herrschenden Regierung voranS Nach Bekanntgabe dieser Vereinbarung wird die Angriffs- Politik um so mehr verständlich, die Wolffs Bureau gestern im Anschluß an die Nachricht vom Ab'chluß eines Ver- träges zwischen den gegenwärtiacn Regierungen Ruß- landS und Finnlands voin Stapel ließ. Dieser russisch-finnische Vertrag sucht Finnland freundschaftlich mit seinem östlichen Nachbarn zu verbinden, während der deutsch- finniiche Vertrag das Band mit Deutschland aufs engste zu knüpfen sucht. Hier bietet sich, meinen wir. eine günstige Gelegenheit für die deutsche Diplomatie, zu beweisen, daß sie Brücken zu schlagen und weit wirkende Friedensbiindnisse zu schmieden verstedt. Die finn- ländische Frag? sollte zu einer Probe auf die Möglichkeit, mit Rußland zu friedlichem Einvernehmen zu gelangen, ausgenutzt werden. « In dem zugleich mit dem Friedensvertrag zwischen Deutschland und Finnland abgeichlosienen Handels« und Schiffahrtsabkommen wird bestimmt, daß die Angehörtgeu eines jeden der verlrag- schließenden Teile im Gebiete des anderen Teiles in Bezug auf Handel und sonstige Gewerbe dieselben Rechte und Begünstigungen aller Art genießen, welche den Inländern zustehen oder zustehen werden. Die Boden- und GewerbSerzeugnisie sollen nach dem Grundsatz der Meistbegünstignng behandelt werden. Dieie Bestimmungen be» ziehen sich indes nicht auf die Begünstigungen des Gren, Verkehrs. auch nicht ani die Begüiisligungen, die einer der vertragschließenden Teile einem mit ihm zollgeeinien Lande oder Gebiete gcwäbrt und auch nicht aus die, die in Deutschland. Oesterreich-Ungarn oder einem anderen mir ihm durch ein Zvllbündnis verbundenen Lande. das an Deutschland unmiilelbar oder durch ein anderes mil ihm oder Oesterreich-Ungarn zollverbllndeieS Land mittelbar an» grenzt, oder seinen eigenen Kolonien niw. etwa gewähren wird. Während des Bestehens diese« Ablommens wird der finnische Zolltarif nach dem Stande vom I.Januar 1914 gegenüber Deuischland in Anwendung kommen. Der Tarif kann wählend dieser Zeit Deutschland gegenüber weder erhöht noch durch Zölle auf bisher zollfrei« Waren er- weite rt werden. Auch bezüglich der Eisenbahnen und der Seeschiff- fahrt wird die Meistbegünstigung vereinbart. Neue Vermittlungsversuche in Zinnlanö» Außer den von den sozialdemokratischen Parteien Dänemarks und Schwedens eingeleiteten Vermittlungsversuchen in Finnland wird jetzt eine gemeinsame skandinavische Vermitt- lungsaktion herbeigeführt werden, und zwar seitens der skandina vischen interparlamentarischen Kom. Mission, dir 6 Mitglieder zur Reise nach Finnland gewählt hat. Die Kommission besteht aus folgenden Parlamentariern: Hange und Maltesen für Dänemark; Branting und Adelsvärd für Schwe. den und von den Norwegern Mowinckel und Thallaug. Hiervon sind Branting und Hauge Sozialdemokraten, Thallaug konservativ, während die anderen drei die Freisinnigen und die Bauernlinke vertreten. Di« Tätigkeit der Kommission soll gänzlich unpolitisch und neutral sein Sie soll nur die Frage des finnischen Bürgerkrieges und die Möglichkeiten untersuchen, der ganze» notleidende» Be- Völker uug Hilf« zu dringe». Die Unabhängigen. Zum Wahlkampf in Niederbarnim. Bon Friedrid� St a m p f e r. Es ist bedauerlich, daß der Wahlkampf in Niederbarnim abläuft, ohne daß zwischen den beiden riaalisierenden Rich- Lungen eine Debatte von grundsätzlicher Bed e u- t u n g geführt worden wäre. Versuche dazu sind von sozial- demokratischer Seite wohl gemacht worden, aber sie stießen auf keine Gegenliebe, und alle Bemühungen, aus Herrn Liese- gang, dem unabhängigen Wanderdauerredner, oder dem„M:t- teilungsblatt" Geistesfunken eines prinzipiellen Meinungs- kampfes herauszuschlagen, blieben vergeblich. Das Niveau der unabhängigen Kampsesweise drückte naturgemäß auch auf jenes der Gegenseite. Für die Wähler wäre es aber zweifellos von Interesse gewesen, wenn die Unabhängigen den Ver- such gemacht hätten, statt nur zu schimpfen, sich niit der sozial» demokratischen Partei grundsätzlich auseinanderzusetzen. Die ganze Argumentation der Unabhängigen lief darauf hinaus, in ewigem Gleichkang zu wiederholen, daß es„Verrat an den Arbeitern",„Preisgabe sozialistischer Grundsätze" ist. wenn man es nicht genau so macht wie sie, und alles, was vor den Reichstag kommt, ablehnt. Hier erlebt der von Marx so getaufte„parlamentarische Kretinismus" seine reichste Blüte, den Abstimmungen im Reichstag wird eine phantastische Bedeutung zugeschrieben, und das Sitzenbleiben wird mit dem Fanatismus des Aberglaubens als das Allheilmittel gegen alle Nöte der Zeit verherrlicht. Sogar der Krieg wäre schon längst zu Ende und keinem fehlte mehr am Vormittag die belegte Stulle, wenn die Sozialdemokraten nur bei den Abstimmungen über die Kriegskredite sitzen geblieben wären. Nun soll die Bedeutung parlamentarischer Beschlüsse in keiner Weise bestritten werden, aber Beschlüsse sind etwas anderes als die Abstimmung einer Minderheit. Hätte die Sozialdemokratie die Möglichkeit, einen Mehrheits» beschluß gegen die Kriegskredite durchzusetzen, so wäre das von allergrößter Bedeutung, denn damit wäre auch die Möglich- keit gegeben, die Regierung zu einer Politik zu zwingen, die dem Willen dieser Mehrheit entspricht. Für den Reichstag als Ganzes hat jedoch die Frage der Kreditbewilligung nie bestanden, weil die bürgerlichen Parteien nicht dazu zu brin» gen sind, von diesem letzten parlamentarischen Machtmittel Gebrauch zu machen. Die Frage war nur, mit welchem Stim- menverbältnis die Kredite vom Reichstag angenommen wer- den sollten, und diese Frage hätte mit etwas mehr Gelassen- heit behandelt tverden können, um ihretwillen eine Spreng- mine in die Arbeiterbewegung zu legen, war entschieden eine Frivolität. Mit der Kreditvcrweigerung einer Minderheit ver- hält es sich aber so: Entweder sie gewinnt Einfluß auf den Gang der Kriegsereignisse und will ihn gewin- neu, oder sie hat diesen Einfluß nicht, und dann hat sie nicht viel mehr Bedeutung als ein Hündchen, das bellend hinter einem Wagen herläuft. Tie Sozialdemokratie konnte weder wünschen, durch Kreditverweigernng auf die Kraft der deutschen Waffen dämpfend zu wirken— man weiß nie, wie weit diese Dämp- fung geht und ob sie nicht zum Schluß den feindlichen Waffen das Uebergewicht verleiht—, noch konnte ihr eine Politik der ohnmächtiaen Proteste, die anscheinend das Ideal der Unad- hängigen ist, als bewundernswert erscheinen. Denn eine solche Politik widerspricht ganz dem aktiven Wesen der Arbeiter' bewegling, dem Drana, sich zu betätigen und zu wirken: man kann sich auf sie zurückziehen, wenn einem schon gar nichts anderes mehr übrig bleibt, wird aber jede Gelegenheit ergrei- fen, sie wieder zu verlassen, und wird dann immer wieder den Versuch wiederholen, der Zeit die Zeichen des eigenen Willens aufzudrücken. Anders denken die Unabhängigen. Sie sind zufrieden, wpnn sie sitzen bleiben und damit die„Verantlvortung" für alles ablehnen können. Mit dem Papierbiisch des Protestes auf der Mütze und dem Holzschwert der Kreditverweigerung an der Seite paradieren sie stolz vor ihren Anhängern und kommen sich, wer weiß wie, großartig vor. Der Sozialdemo- krähe überlassen sie die schwere Aufgabe, den verfluchten Rackern von Tatsachen beizukommen. wirksamere Methoden im Kamvf aegen den Annerionismiis zn suchen— und wenn etwas lchief geht, spreizen sie sich schadenfroh und sauen: „Seht Ihr. worum seid nickt aitck Ickr bei der letzten Abstim- miina im Ruckstag siben geblieben I?" Als ob nicht z B. auch der Friedensvertrag von Brest- Litowsk, dessen Inhalt wir aufs entschiedenst« verwerfen, genau so zustande gekommen wäre, wenn bei den letzten Kpe- diten auch die Sozialdemokraten mit Nein gestimmt hätten! Wer das bestrettet, muß annehmen, ditß die sozialdemokratische Kredttverweigerung durch ihre Rückwirkung auf den Geist der Truppen emen anderen VertragSschluß er- z w u n g e n hätte. Ob diese Wirkung eingetreten wäre, soll hier nicht untersucht werden, es gilt hier aber schon das oben Gesagte: die Sozialdemokratie kann diese Wirkung nicht wollen, weil sie nicht weiß, w i e w e i t sie geht und ob sie nicht zu einem Umschwung der. gesamten Kriegslage zun: Schaden Deutschlands führen würde. Die Sozialdemokratie hat aber im Kriege stets, zum Unterschied von den Bolschewiki, den Kampf gegen den feindlichen Imperialismus für ihre erste Aufgabe gehalten und den Kampf gegen den h e i m i- s ch e n für die zweite. Indem sie danach handelt, ist sie nach ihrer sicheren Uebcrzeugung auch in Uebereinstimmung mit der erdrückenden Mehrheit der Arbeiterschaft. Hier ist in der Tat der Punkt grundsählicher Meinungsverschiedenheit. Entweder deutscher Sozialdemokrat oder russischer Bolschewik— hier scheiden sich die Wege! Die Unabhängigen aber, obztvar nicht Herkules, sind die ganze Kriegszeit hindurch hilflos an diesem Scheideweg stehen ge- blieben, sie wollen weder das eine noch das andere fein, son- dem höchstens weder Fleisch noch Fisch, ein wunderlich Ge- misch von beiden. Wer ein grundsätzlicher Gegner der Landesverteidigung ist und in der revolutionären Massenaktion das einzige Mittel zur Beendigung des Krieges erblickt, den werden wir voll Achtung ob seines Ueberzeugungsnmtes seinen Weg gehen lassen, er hat einen anderen Geist als wir— und wenn wir viel später einmal in Friedenszeiten als Sozialisten wieder zusammenkommen könnten, im Kriege haben wir nichts mit- einander gemein, sind wir grundsätzliche Gegner. Aber die Unabhängigen? Nicht grundsätzliches Anderssein, sondern taktisches Spintisieren und zänkische Rechthaberei hat sie zu Zertrümmerern der Arbeiterbetoegung gemacht, einem bloß-en Radikaltim, hinter dem kein Ziel und kein Wille steht, haben sie leichtfertig das hohe Gut der organi- satorischen Einheit geopfert. Und dafür verdienen sie die energische Zurückweisung, die ihnen hoffentlich am 14. März durch die Arbeiterwähler von Niederbarnim zuteil werden wird. Sie sind keine Helden, diese Unabhängi- gen. und an Mut der Ueberzeuguna, wo es Arbeiterinteressen zu verfechten gilt, können wir Sozialdemokraten es noch mit ihnen aufnehmen, sie haben auch nicht den Stein der Weisen in der Tasche, so wenig wie wir ihn haben, aber sie haben über die Bewegung das Elend der Zerrissenheit gebracht, dessen Folgen wir zum erstenmal— wir fürchten, nicht zum letztenmal— bei der Streikbewegung gespürt haben. Wenn sie jetzt der alten sozialdemokratischen Partei einen Wahlkreis entreißen wollen, der ihr seit einem Menschenalter gehört hat. dann soll ihnen zur Ernüchterung und Belehrung aus den Massen der Arbeiter heraus ein viel zehntausend- stimmiges„Hände weg!" entgegentönen. Die Japaner in Sibirien. Wilsons»vertrauen auf Japaus Selbstlosigkeit. Washington, 6. März.(Reuter.) Von maßgebender Seite wird erklärt, daß die Vereinigten Staaten keine Mitteilungen an Japan, über dessen Vorschlag, in Sibirien vorzugehen, ge- sandt haben. Aber auch ohne schriftliche Mitteilungen kennt Japan die freundschaftliche Haltung der Bereinigten Staaten. ES weiß auch, daß dle Vereinigten Staaten daS Vertrauen zu Japan haben, daß eine Nnternehmung in Sibirien in selbstloser Absicht geschehen würde. Aber mit Rücksicht auf die mögliche moralische Wirkung auf Rußland sind die Vereinigten Staaten der Ansicht, daß. wenn eine Aktion eintritt, ihre absolute Notweudigkeit deutlich geworden sein müsse. Diese Ansicht ist England gegenüber ausgesprochen worden, durch dessen Vermittelung die Bereinigten Staaten von der Haltung Japans in Kenntnis gesetzt worden sind. Stockholm, 7. März. Dem Organ LeninS. der„Prawda", zufolge sind auS JrkutSk sehr beunruhigende Nachrichten in Vetersburg eingelaufen, nach denen sich mehrere japanische Infanterie-Regimenter auf dem Marsche nach JrkutSk be- finden. Die Japaner scheinen nicht mit eigenen Truppen vorgehen zu wollen, sondern sie haben auch chinesische Truppen zur Verfügung, die sie aber bei den Operationen von Charbin ans benutzen wollen. Alle Eisenbahnlinien, die Eisenbahn- und Telcgraphenstattonen sind teil« von deu Chinesen, teils von den Japanern besetzt. In W l a d i- wostok und Charbin regieren jetzt schon die Javaner. Die Bolschewikt-Behörden wurden abgesetzt. Die russischen Familien persuchten nach Rußland zu flüchten. eS ist ihnon aber wegen der strengen Kontrolle der Japaner unmöglich. Sowohl in Charbin wie in Wladiwostok herrscht im übrigen vollkommene Ruhe._ Rücktritt Lenins! Die Berichterstattung der nach Petersburg zurückgekehrten russischen Friedensdelegation sollte nach einer Havasmeldung in der Sowjetzentrale am Mittwoch abend stattfinden. Ueber den Verlauf der Sitzung liegt noch keine Nachricht vor. Stock- holmer T.-ll-Meldungen berichten inzwischen, daß TrotzkiS Anhängerschaft wachse, den Sturz LeninS zu beschleunigen suche und daß Lenin sich entschlossen habe, zurückzutreten. Er habe den Rücktritt bereits in den Sowjets angekündigt und wolle seine Partettättgkeit gänzlich einstellen. Die Nachricht scheint mit allem Vorbehalt aufgenommen werden zu müssen. * Die Vertreter der Entente regierungen haben jetzt sämtlich einschließlich des Personals der belgischen. portugiesischen und griechischen Gesandtschaften Peters- b u r g v e r l a s s e n. Sie sind in Helsingfors angekommen. der Kampf ums öuügstproviforium. in(defterreich. Teidlers letzte? Appell. Wie«, 7. März. Nbqeocdiietenhau». In fortgesetzter»weiter Lesung deS Budgetprovisorium« richtete der Ministerpräsident Dr. Ritter v. S e i dl e r an das Haus anen warmen Appell, das Budg>'iprov!sorjum einschließlich der Kreditermächtigung zu Volt«- ren. Di« Verweigerung des Kriegsbudgets und insbesondere der Kriegskredit« müßte in aller.Welt als Entschließung aufgefaßt werden, die nicht davor zurückscheut, dem Dtaat« di« materiellen Mittel in einem Moment« zu entziehen, da er den schwersten aller Kriege in Ehren zu beenden sich anschickt. Der Ministerpräsident fei. überzeugt, daß die Oeffentltchkeit derartige Erscheinungen als äes bedenklich,«IS geradezu beschämend empfinden würde. vi« verfussungSinähige Erledigung de» Budgetprodisoriums würde ün« frei? Bahn schaffen für die Erledigung wichtiger Wirtschaft- Stosltruppaktionen im Westen. Amtlich. GrsßeS Hauptquartier, 7. März 19! 8.(IB. T.».) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Ruppercht. Nordwestlich von D i x m u i d e brachte» Sturmabteilungen von einem Angriff gegen zwei belgische Gehöfte drei Osfizlere. 114 Mann und einige Maschinengewehre ein. Die Artillerie- tätigkcit ledtr in vielen Abichnitteu aus. Mehrfach wurden englische ErkundungSvorstöße abgewiesen. Heeresgruppe Deutscher Krvnprt«,. Die französische Artillerie entwickelte an vielen Stellen der Front rege Tätigkcit. Nordwestlich von Avocourt drangen Stoßtrupps tief in die französischen Stellungen ein und kehrten nach heftige« Kampf und nach Zerstörung zahlreicher Unterstände mit 27 Grfangrne» zurück. Im Luftkampck wurden gestern 19 feindliche Flugzeuge and zwei Fesselballone abgeschossen. Hauptmann Ritter v. Tutschek errang seinen 26. Lvftficg. Durch Bombenabwurf englischer Flieger auf rrn Lazarett in Tourcoing wurden zahlreiche französische Einwohner getötet. Bon den anderen Kriegsschauplätzen nicht? Neues. Ter Erste Generalauartiermeister. Ludendorff. Ter österreichische Bericht. Wie», 7. März tN!8. Amtlich wird»erlautlurt: Leine besondcrr« Ereignisse. Drr Eh es de» GrnrraMabe». licher und sozialer Gesetzesvorlagen, darunter die TeuerungS- zuüagen an di« Lehrpersonen usw., die Erhöhung der Bezüge. Der Ministerpräsident verwaist ganz besonders auf die staatS- finanziellen Matznahmen und die NoNvendigkeit der- Verfassung;- reform und erklärte: Wir müssen durchsetzen, daß die nationalen Gegensätze innerhalb des Rahmens der StaatSidee zur Ausgleichung gebracht werden.(Lebhafter Beifall links.) Die Regierung stellt« sich hiermit auf den Boden de» Prinzips der nationalen Selbstbe- stimmung, namentlich deS Prinzips, daß keine Nationalität die an- de« zu vergewaltigen, daß vielmehr jede auf den ihr eigenen Ge- bieten sich auszuleben berechtigt sei. Der Minifterpräsidoni ap- pcllierte cm alle Parteien, einen inneren politischen Waffen- st i l! st a n d zum Zwecke der Herbeiführung eines baldigen äußc- ren Friedens zu schließen._ der Krieg auf öen Meeren. Berlin, g. März. Amtlich. Durch' unsere U-Boote wurden aus dem nördliche» Kriegsschauplatz 21 OVO Br.-Reg.-To. HandelSschiffS- raum vernichtet. Unter den versenkten Schiffen befanden fick> der englische bewaffnete Dampfer Whiteneur(3630 Br.-Reg.-To.) mit Loblenladung, ferner zwei bewaffnete Dampfer von 5000 und 4000 Br.-Reg.-To. Ein Dampfer halte Erz und Holz für England. Die Erfolge wurden zum größten Teil in der Irischen See erzielt. Der Chef de» AdmiralstabeS der Marine. « die Zrage öes Igotz Menüi. Kopenhagen, S. März..Politiken" bemerkt zu den Auslassungen der deutschen Presse in der Angelegenheit de« gestrandeten spanischen Dampfers Jgotz Mendi t Die deul'chen PresieouSkührungen icheinen in hohem Grad« von einer verständlichen Mißstimmung darüber beeinflußt zu sein, daß der Begleitdampser Jaov Mendt seine lange abenteuerliche Fabrt nicht in einem deutschen Hafen abschließen tonnte. Diese Miß- stimmung sollte aber nicht die Tatsache verschleiern, daß die Frage de« Jgotz Mendi bicr in Dänemark von klaren völkerrechtlichen Gesichtspunkten au« be- handelt und daß die Frage eine völterrechtitche juridilcke Frage ist und nicht, wie die BlAtter aiuunebmen scheinen, eine politische. Llnm. deS W. T. B.: Die Frage des Dauipiers Jgotz Mendi wird auch in Deutschland in elfter Linie nach völkerrechtlich juridi- schen Gesichtspunkten beurteilt. Die genaue Prüiung deS Sach- verhall» und der völkerrechtl.chcn Präzedeuzen hat aber zu einer von der dänischen Auffassung abweichenden Be« u r t e i l u n g geführt, die der dänischen Regierung zur Kenntnis gebracht worden ist._ Unterhaus unö U-Soot-Krieg. Der erste Lord der Admiralität Sir Erik GeddeS brachte am Dienstag im Unterhause den Voranschlag de» Flottenetats ein. Er sagte nach dem Bericht ReuterS u. ct.: Der Seekrieg ist in den letzten drei Monaten wesentlich in derselben Wsise forlgesetzt worden, wie im ganzen letzten Jahre. Aber man darf wohl sagen, daß der Seekrieg sich im ganzen in sie-igeudem Maß« jm unserm Vorteil gewandt hat. Er ist hauptsächlich eine Kraftprobe zwischendemfeindlichenU-Bootund unseren Maßnahmen zu seiner Bekämpfung. Ced- de? machte Angaben über die Lage in den heimischen Gewässern, da die Haupttätigkeit der britischen Flotte die heimischen Gewässer betreffe, das Hauptfeld der Operationen der feindlichen U-Boote, auf dem England bisher seine größten Erfolg« dagegen, in letzter Zeit mit Unterstützung der amerikanischen Streitkräfte, erzielt habe. Auf das Mi t t e l m e e r entfielen etwa 30 Proz. des Verlustes von Handelsschiffen, und der dortigen Berhältnissr kann man schwierig Herr werben. DaS Flottenkommando im Mittelmeer haben die Franzosen, in der Adria die Italiener, die britischen Streitkräfte kämpfen in beiden Fällen unter tzem französischen oder italienischen Admiral. Die Kriegführung gegen das U-Boot im Mittelmeer wurde vom Flottenrat der Verbündeten einem Ausschuß in Rom zugewiesen. Diese Snischeidung war nur eine Erweite- rung des Grundsatzes..eine alliiert« Front", der m militärischen Dingen angenommen ist. Die alliierte Flotte werde in kur- zem durch brasilianische Kriegsschiffe verstärkt werden. Die Kurve der HanbelsschiffSverlustr bewegte sich noch in absteigender Richtung. Der Fe- bruar war ein verhältnismäßig schlechter Monat, aber der Ja- nuar war gut. Der Bcrlust des Welttonnenraums im Februar betrug nur etwas über die Hälfte dessen vom Februar 1317, Wäh- rend der fünf Monate bis zum 28. Februar ISIS war der Weltschi ffsraumverlust 10 Proz. geringer als während der entsprechen- den fünf Monate im Jahre vorher. Der Schiffsraum betrug im letzten Viertel des Jahvcs 1317 monatlich durchschnittlich rund 140 000 Tonnen, aber im Januar nur öS 000 Tonnen. Der Fe- drnar dürfte nahezu doppelt so gut sein. Schließlich könn- ten biszu 3 Millionen Tonnen gebaut werden, aber das wäre nur bei größter Anstrengung aller zu er- reichen. Die feindlichen Unterseeboote werden in vermehrter Zahl zer- stört und mit der Entwicklung der Gegcnmaßregeln wird die Zahl weiter steigen. Ebenso sträuben sich in wachsendem Maße die Besatzungen gegen die Ausfahrt. Die Aussichten find wie 1:4 oder 1:5 dagegen, daß ein Unter- seeboot von einer Operation in unseren heimischen Gewässern heimkehrt, und man nimmt an, daß einige Monate lang eng- lische und amerikanische Streitkräfte in den heimischen Gewässern so viele Unterseeboote versenkt haben, als wie gebau! werden könnten. Der Feind schreibt die Abnahme seiner Erfolge dem starken Rückgang der Zahl der auf j£ee befindlichen Handelsschiffe zu. Aber dies ist nicht richtig. Die Zahl der Fahrten für Februar entsprach ungefähr dem Durchschnitt der letzten 6 Monate. Ueber 35 000 Schiff« wurden g e I e i t.e t. und die Verluste waren sehr gering. Eine erhöhte Steigerung wurde dadurch erreicht, daß im Geleitzug die Anordnungen der Admiralität streng befolgt wur- den, was bedauerlicherweise sonst nicht systematisch geschieht. Wäh- rend der ersten wenigen Monate des uneingeschränkten U-Boot- krieges kamen in den heimischen Gewässern 50 Prozent der V e r- l u st e aus die Zone jenseits 50 Meilen vom Land, innerhalb 10 Meilen betrugen die Verluste nur 21 Prozent. Heute seien die Verluste außerhalb der 50 Meilenzone auf ein Prozent der Gesamtverluste gesunken, während die Verluste in größerer Nähe der Küste auf 61 Prozent gestiegen seien. Dadurch, daß die Angriff« näher an der Küste stattfinden, konnten wir nicht nur häufiger den Feind durch patrouillierende Wasser- und Luftfahrzeuge angreifen, sondern auch viele Schiffe bergen. Die verbesserten Bergungsmaßnahmen haben die Wiederberstellung einer großen Anzahl beschädigter Schiffe zur Folge, was anderer- seits außerordentlich große Anforderungen an Arbeit und Ma- terial verursacht, die sonst dem Bau neuer Schifte gewidmet sein würden. Das Reuterbureau melbet, der Teil der Rede Geddes', in dem er über die Aussichten der deutschen U-Boote, von ihren Fahrten zurückzukehren, sprach, bähe im Unterhaus einige Verblüffung hervorgerufen. Später habe Geddes erklart, er habe sagen wollen, daß von je 4 oder 5 U-Booten eins versenkt werde. Nach der Rede Geddes wies A s q u i t h, wie..Algemeen Handelsblad" meldet, nachdrücklich auf die Lage im Handels- schisfbau hin. Er war der Ansicht, daß es verhängnisvoll und schimpflich sein würde, tvenn England in dieser Krisis im Schiffbau oersagen würde. Man müsse mehr Schiffe haben. Asquith fragte, ob es nicht gut sein würde, wenn einflnsireiche Parlamentsmitglieder die Schiffs- bauzentren am Clyde, Tyne und andere aufsuchen würden, um die Arbeiter und Arbeitgeber mit dem Gedanken zu durch- dringen, daß es sich um eine Existenzfrage handele. Wie„Nieuwe Rotterdamsche Couroirt" aus London meldet, bedauerte Asquith, daß über den Um- fangderenglischenSchiffsverlusteundüber die getroffenen Maßregeln, um die Verluste wieder einzubringen, nicht genauere Mit» t e i l u n g e n gemacht würden. In seinem Voranschläge im Dezember habe der erste öord der Admiralität gesagt, daß die Neubauten im Jahre 1917 denen des Rekordjahres l91ll gleichkämen. Das Haus würde gerne erfahren, ob diese Er- Wartung in der Tat erfüllt würbe oder, wenn dies nicht der Fall sei, wieweit man der Erfüllung nahegekommen sei. Bonar Law antwortete darauf, daß der Neubau von Schiffen für die Flotte und die Handelsmarine zusammen ungefähr den Sckiiffsramn des RekordiahreS 1913 gleich- komme. Asquith verlangte hierauf die Bekanntgabe der Ziffer über die Handelsmarine. Er sagte, es müßten mehr Schiffe gebaut werden und sie müßten rascher fertiggestellt werden. „Dailv NewS' bemerkt: Geddes vorsichtige Wort« liefern einen peinlichen Kommentar zu den Prophezeiungen deS Premierministers vor einem halben Jahr. Kleine Kriegsnachrichten. Der nvrwcglfch-amcrikanische Vertrag..Finanztidende', deren Wohlinformiertheit bekannt ist, teilt mit, daß die norwegische Ueber- einkunft mit Amerika nun endgültig beendet ist. Während mehrere Blätter das Abkommen mit Freude begrüßen, stellen sich ander: reserviert. Tie bulgarische Svbranje hat der Verlängerung der parlamentarischen Mandate zugestimmt: di« Neuwahlen für d!« Gesetzgebende Körperschaft werden binnen sine« halben Jahres nach der Demobilisierung stattfinden. Mbgeorönetenhaus. 123. Sitzung, Donnerstag, den 7. März, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: v Breitenbach, Hergt. Zweite Lesung des Eisenbahnetats. 2. Tag. Abg. Lippmann(Vp.): Vor der Erhöhung der Personentarise ätte man die Zustimmung der Volksvertretung«in- olen sollen. Man dorf dem Publikum das Eisenbahnfahren nichr verekeln. Der Etat ist nicht günstig. Am statistischen Anlagekapital fehlen löS M'llioncn Mark, doch ist für di« Zukunft gesorgt. Durch Einführung der Knorrbremse und Mehrverwendung von Heiß» dampslokontotiven werden gute Ersparnisse erzielt. Wir können also der finanziellen Zukunft der Eisenbahn mit Ruhe entgegen- sehen. Abg. Dr. Marco(natl.): Der Etat zeigt kein ungünstiges Re- sultat. da er nach allen Abschreibungen noch einen Ueberschuß aufweist. Durch unsere Zustimmung zur Verlängerung des Ge» samtabkommens wollen wir anerkennen, daß bald das Verhältnis der Eisenbahnfinanzen zu den allgemeinen Finanzen anders fest» gelegt wird. Abg. Lelnert(Soz.): Von der geplanten Erhöhung der Personentarise haben wir lediglich durch oie Verhandlungen des EisenbahnratS erfahren. Dolche Erhöhungen müssen künftig durch Gesetz festgelegt wcr« den. Wenn es uns der Finanzminister nicht gesagt hatte, hätten wir gar nicht gewußt, daß die Einnahmen aus der Personen- tariferhöhung in den Etat eingesetzt sind. Die Ausgaben der Eisen, bahnverwaltung sind in den letzten Jahren enorm gestiegen, so z. B. die Preise für Kohlen um 127 Proz., Preise für Schienen um 68 Prozent, für Holzschwcllen um LS Proz. Lokomotiven stnb_ um 67 Proz. teurer geworden, Personenwagen um 76 Proz.,� Güterwagen um 97 Proz., teilweise sogar um 103 Proz. Ich führe die Zahlen aus einem besonderen Grunde an. Als die Arbeiter in den Lokomotiv- und Waggonfabriken seinerzeit Anträge aus Lohn- erhöhung stellten, wurde ihnen entgegengehalten, die Eisembahn- Verwaltung habe erklärt, daß our 8 Pro», mehr für Löhne ausgegeben werden dürften, und habe die Preis« für Lokomotive« und Waggons nicht erhöht.(Hört, börtl) Bngeiicyis der tatsächlich bezahlten höheren Preise wäre eS nun Sache der Eisenbahnver- waltung. darauf zu dringen, daß die Löhn« in diesen Fabriken auch entsvrechend erhöht werden.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokra- icri) In der Tal aber ist der E-senbaknminister umgekehrt am ttr.67 ♦ ZS. Jahrgang Heilage öes vorwärts 5rettag,S.MSr?1H1S Mn unsere Abonnenten! Die init den Kriegsnöten verbundenen Schwierigkeiten aller Art machen sich auch im Zeitungsgewsrbe recht unangenehm bemerkbar. Trotz unseres eifrigsten Bestrebens, unseren Abonnenten ihr Blatt regelmäßig und frühzeitig zu liefern, lassen sich unliebsame Störungen leider nicht nnmer vermeiden. Wir bitten daher, bei eventueller verspäteter Lieferung Nachsicht zu üben. Die Hauptexpeditio« des„Vorwärts". GroMerlm Vorfrühling 1918. Bald ist des Winters Macht gestürzt, da gibts kein Scheren und kein Schonen; die Nächte werden ihm gekürzt wie— nächstens uns die Brotrationen. Die Amsel pfeift ihr Diraudei beseligt in die Morgenweihe und tiriliert so nebenbei auch von der nächsten— Kriegsanleihe L)ie gute Sonne gleißt und lacht und lockt die Blumen aus der Tiefe.« Bald kommt der Lenz mit Prunk und Pracht und— einer neuen Offensive! __ P a u I ch e n. Städtetag und Wohnungsnot. Im Berliner Rathaus hat unter Bursiy von ObevbZrgermeifter don Boricht- München ein gemeinichasiticker Äusichutz des Deut- ich e n und des Preußischen StädtelageS alle Fragen verhandelt, die sich auf die Belämpfuug der mit Kriegsende iix erwartenden WohnungSichivierigkeilen beziehen. An den Beratungen '•jaden auch Stodtbauräte und Städlestaliftiker teilgenommen. Man ging davon aus. daß im Reich, als Gesamtheit genommen, mit einem lehr großen WohnungSmangel gerechnet werden mutz, während es andererieit» nach vielen Richtungen ungewiß ist, in welchen ein- -einen Städten die Schwierigkeiten sich besonders zeigen würden. Als besonder? groß wurde die Gefahr eingeichStzt, daß wegen der Unsicherheit, die aus den übermäßigen Gestehungskosten entspringt, weder die Privarbauiätigkeit, noch auch die gemeinnützige Bauiätig- keil sich rechtzeitig entfalte, i werden. Deshalb soll an die Reichs- regrerung und an den Reichstag mit der dringenden Bitte heran« getreten weiden, R ei ch s m t t t e t zur Verfügung zu stellen, um die Ucberteuerung der ersten nach Kriegsende errichteten Bauten auszugleichen. Außerdem sollen Maßregeln erbeten werden, um die Bereristellung der wichtigsten Baustoise, besonder? von Holz und Ziegeln, zu aagemessenen Preisen für den Kleinwohnungs- bau zu sichern. Tie wohnungsuchevde Krieg erfrau scheint noch immer bei manchen Hauseigentümern sehr schlecht an- gefchneben zu sein. Wieder berichtet eine, die es durchgemacht hat, uns ihre Erfahrungen. Bei der Wobaungsuche mußte sie von med- reren Hauswirten oder deren Vertretern sich sagen lassen, daß man eine Kr'egerirau nicht hinneinnebmen wolle. Vielleicht ipraa, dabei noch der Umstand mit daß sie drei Kinder im Alter von 2 bis 7 Jobren hat, waS bei vielen Hauswirten auch nickt gerade als Empfehlung wirkt. Im Biehbofsioinkel wurde die Wohnungluchenn von einer HauSwirtsgaitin gefragt:.Wieviel Personen sind Sie?" Das ist ja in der Regel der erste Punkt in dem Verhör, das man zu besteben hat.� Sie gestand e,n:.Bier'..Hml Sind Sie Kriegersrau?*.Ja.".Kriegersrauen nehmen wir nrcht.� Und dem unwillkommenen Gast wurde die Tür vor der Narp zugemacht. Im Stadtteil deS Weddmg erging es der mir drei Kindern gesegneten Kriegerfrau ebenio bei einer BerwalierSgaliin .Wieviel Perionen find Sie?' begann auch hier das Verhör. •.Vier.'.Sind Sie Kriege» srau?'.Ja.'.Bedauere I' Da? Ovfer dieses.Bedauerns' wagre einzuwenden:.Aber erlanbeir Sie mal— was sollen denn da die Kriegerirauen machen!?' Wütend ichimpite die Verwaltersgattin:.Sie dumme» Weib!' und die Tür flog zu. Die Abgewieiene tlagie auf der Straße«inen, Schutzmann ihr Leid und fragte auch»hu, was sie machen solle. Der anlivorrere:.Da bleibl Ihnen weiter nichlS übrig— gehen Sie mir Ihren Kmdern ins ÜUyl!' Ins Asyl, wenn sie als Kiiegersrau nur ihrer Familre durch abweisende Haus- wirie in Wohnung-noi gebracht wird!? Die Frau knüpile an die Schilderung ihrer Erlebnisse uil» an diesen Bescheid sehr bittere Be- Pachtungen, deren Wiedergabe wir uns versagen müssen. . Wo bleibt das Nosjfleisch? Noßfleisch war niemals io begehrt wie jetzt in der KriegSzeit. Be» der Knappbei« anderen FleiicheS läßt sich's begreifen, daß gor mancher icine frühere Abneigung gegen Roßfleischgenuß jiberiviiiden gelerni bar. Das Unangenehme ist nur, daß man in Berlin auch vom Roßflcii'ch nicht v el m den Läden zu iehen kriegt. Die Roß- schiächrer. die ihre Ware im Kieiuverkous an die Betbraucher ab- setzen, klagen über Flei'chmangel. Sie können die Nachsrage nicht beiriedigen und sind genötigt, ihre Läden großenteils geichloflen zu halten. Da« erliärt sich nicht nur daraus, daß das Verlangen nach Roßfleiick. wie geiagl. bedeutend zugenommen hat. In Berlin sind jetzt die Roßichlachiungen io zahlreich, daß sehr viel mehr Roßfleilch über den Ladenliich verkauft werden könnte, wenn alles mit rechten Dingen,»ginge. , Von kundiger Seite erhalten wir darüber die folgenden Mit- reilungen: Die Berliner Roßscklächter beziehen ihre Schlochttiere teils von Privaiperionen. teils aus den durch die Landwirtschasts- kämm er aus dem Viehhof veranstalteten Aul- tionen. Daß auf dem LebenSiiiiltelmarkt heule Auktionen noch » zugelassen werden, wird manchem von vornherein sonderbar er- scheinci». Es lann daber nichl ohne Preistreiberei abgehen, die zur Warenveileuerung führen muß. Bei den Pierdealiltionen werden nicht»elten kür die Schlochttiere sogar Preise gezahlt, die e>ne Jnnebaliung der im Kleinverlauf geltenden Höchstpreise un- möglich machen. Für den Bei kauf der lebenden Pieide gibt cs keine HüÄitpreiie, so daß hier die Preistreiberei üppig gedeiht. Sie gebt 10 weil, daß bei den verautlionierten T'eren der Preis für das Dchlachtgewich! sich manchmal schon aui l 70 M. aus 1,80 M. und gel-genilich„och döher stellt. Im Kleinverkaui aber ist dem Roß- schlächter»in Höchstpreis von t 40 M. für das Piund Fleisch mit Knochen und von t,80 M. für das Pfund Fleisch ohne Knochen vor- gejch» leben. Es sind hauvtsächhich ein paar Große, die bei den- Auktionen die übermäßigen Preise zahlen. Sie können sich das leisten, weil von ihrer Ware nur wenig über den Ladentisch verlaust wird. sondern da« Meiste in Roßwurstiabriken wandert. Wie solche Fabriken e» fertig bringen, mit teuer erstandenem Material ungeachtet de» dem Kleinhandel vorgeschriebenen Höchst- preist» kür Roßwurst wch aul ißu«ostt» in tonuw* d— ijt chr Geheimnis. Die Vermutung liegt nahe, daß so manche Roßwurst auf anderem Wege als durch den Kleinhandel der Ladengeschäfte an die Verbraucher gelangt und dann weit über den Höchstpreis bezahlt werden muß. Auch dürfte in mancher angeblichen Kaninchen- oder Hühnerwurst, die der Käufer für' teures Geld erwirbt, eine nicht zu knappe Portion Roßfleiich verarbeitet worden sein. Nein, man braucht wirklich nicht lange zu fragen, wo all'daS Roß- fleisch bleibt, das in Berlin erschlachtet wird. Die Bevölkerung könnte mehr Roßfleisch erhalten und es billiger haben, wenn die den Wurstfabriken gelieferten Fleischmengen größtenteils dem Kleinhandel zugeführt würden. Aber den Klein- geschäftsinhabern»st es ja gar nickt möglich, für Schlackttiere die bohen Preise zu zahlen, die jetzt bei den Auktionen manchmal durch Ueberbietnng herausgedrückt werden. ES wird Zeit, daß man den im Berkauf der Tiere eingerisienen Preislreibereren, die den offenen Ladengeschäften so bedeutende Fleisch« mengen«ntzieben, ein Ende machr. Wenn das nicht aus andere Weise zu erreichen ist, so wird nur übrig bleiben, daß die Srodt selber die Rotzfleischversorgung übernimmt und unier Aus- schaltung des Großhandels die Kleinhändler beliefert. Freigabe der Kreise Teltow«nd Niederbarnim für Gcmüseliefernngsverträge. Die ReichSgemLiestelle hatte, laut Verfügung vom Sl. Januar, die Kreise Teltow und Niederbarnim für den Abschluß von LieferungS- Verträgen über Herbstgemüse durch die Gemeindeverbände gesperrt. Die Kreise find jetzt aber von der ReichSgemüiestelle zugunsten der Groß-Berliner Gemeinden mit der Maßgabe freigegeben worden, daß dieie zum Abschluß von Lieferungsverträgen über dort erzeugte Herbstgemüiemengen unter Berücksichtigung der all- gemeinen Bedingungen berechtigt find. Nachträglich bat die Reichs- gemüsestelle die Kreise Teltow und Niederbarnim auch für den Ab- i-trniß von LieferungSerträgen über Früh gemüse gesperrt, zugleich aber ebenfalls zugunsten der Groß-Berliner Gemeinden freigegeben. Diese allein sind daher auch zum Abschluß von LiesernngSvenrägen über dort wachsendes Frübaemüse berechtigt. Die Pächter von Rieselgürern Groß-Berliner Gemeinden, wo diese Güter auch liegen mögen, dürfen nur mit den Ergemümergemeinden Liefcrmigs- Verträge über GcmiUe abschließen, sowohl über Frühgemüse als auch über Herbstgemüse._ „Der wahre Jaceb" ist erschienen u,ld gelangt heute zur AuS- gäbe. Lichtspiele Tauenyien-Palaft. Der Film.Der Antigiiar von Straßburg' gelangt beute zur Uraufführung. Die R&zie dieses Werkes ist unter künstlerischer Mttaröeit von HanS Brennert und RockuS GUese von Dr. Gg. Viktor Mendel. In den Hauptrollen sind belchästigt: die Damen Bitma v Mayburg, Edith Meller und die Herren Ludwig Hartau, Bruno Etchgrün und Kurt Veipermann. Die Lichtspiele Neue Philharmonie, Eöpenicker Str. 96/97, bringen vom 8.— 14. März in Uraufführung den ungariichen Film.Der Dorilumv'. Hierzu zeigt die Neue Philharmonie.Heidegretel', mit Hella Moja in der Hauptrolle, und vom 12. an„Dämon Gold' aus der Serie Sibrrren— Komeliendame. Raubüberjall auf einen Wächter. In der vergangenen Nacht drang eure gi ößere Band« in das Gebäude des Handel»- b a u i e s, A l e y a n d e r st r. 12, ein und warf dem Wöchler einen Sack über den Kopi. steckte ihm einen Knebel in den Mund und band ibn aus der Treppe fest. Em Mann mit scharf geladenem Revolver hielt ibn durch Drohungen weiter in Sckach. Unterdessen brachen d»e Räuber im zweiten Stock in das Geschäft von Heil- bronn ein und räumten nir 100000 M. Damenwäsche usw. aus. In dem Geschäft von Siegmund Raphael im vierten Stock stahlen sie für 20 000 M. Museline und andere Stoffe und schafften dann ihre reiche Beut« unangefochten weg. Feuerkampf zwischen Schutzleute« und Einbrecher«. Vor dem Haute Augsburger Str. 66 gaben in der Nacht zu Mittwoch mehrer« Ernbiecher aui zwei Schutzmänner, die sie überraschten und»er- folgten, zwei Schüsie ab, ohne zu treffen. Die Beamten erwiderten mit ibren Browuingpistolen. Die Verbrecher entkamen. Es. steht fest, daß einige von ihnen Schußverletzungen erhalten haben. Rätselhaftes Verschwinden eines Dienstmädchens. Die 25 Jahre alte Marie Schumann, die rn Lankwitz m der Kaiser-Gilhelm- Straße in Stellung war. ging am 23. vorigen MonatS aus, um Stiesel zu taufen. Seitdem ist sie spurlos verschwunden. DieBer- mißte trug eine blaue Jacke und einen schwarzen Hut mit weißem Band._ Wilmersdorf. Mangelhafte Fleischversorgung. Zu dem von unS gebrachten Arlitel.Kartoffeln anstatt Fleljcki* schreibt uns das städtische Nachrichlenaml Wilmersdorf: Die Stadt Wilmersdorf wird nicht nach dem Ergebnis der Volksrählung vom 5. Dezember töl? mit NohrungSmiitestr be- liefert, vielmebr ist die bei der Verteilung von den Ober- bebörden zugrunde gelegte Zahl der hiesigen veriorqungSberech- ligteu Bevölkerung Iveientlich niedriger. Ferner erhält WilmerS- dort die für die reckt zahlreichen Miliiärnrlauber und. für die infolge derHoielveirrngerung»nGroß-Berlin gerade hier ständig anwachsenden Pensionen ausgewendeten Fleischmengen nichl vergület. Diese Um- stände haben im Laufe der Zeil zu einem erheblichen Manko in der Nahrungsmittelbelieferung der Stadt geführt, das wir endlich einmal beseitigen mußten, um wieder in geordnete Bahnen zu kommen. So erklärt sich die Minderbelicserung der Bevölkerung mit Fleisch in der-vergangenen Woche. Unzutieffend ist aber die Angabe, es sei nur die Hälfte des den Einwohnern zustehenden Fleisches abgegeben worden.. Ein großer Prozentiatz der Einwohner har die volle Flerschmenge erhalten. Ucberdies hauen Ber'orgungSberechtrgte. die kein Fleisch bezieben konnten, das Rocht, an Stelle von l'i Pfund Fleisch 2>/, Pfund Kaitoffeln zu entnehmen, e'ne Maßnahme, zu der andereGroß�Betliner Gemeinden aus ähnlichen Giünden bereits früher haben greifen wüsten. Eine von uns dem KriegSernährungSamt übermitlelte Eingabe erstreb» die Richtigstellung der bei der Belieferung Wilmersdorfs zugrunde ge> legten Zabl der Bevölkerung an. Es steht zu hoffen, daß sich da« KliegSernäblungsamt den von uns vorgeiragenen Gründen nicht verschließen und die erbetene Berichtigung vornehmen wird. In der laufenden Woche erhält jeder VeriorgungSberechtigle ohnehin �pieder die volle ihm zustehende Fleischmenge. Lichtenberg. Der Jahresabschluß für 1916, den der Magistrat letzt feriiggeslelll bat, schließt mit einem Fehlbetrag von 74l 221 M. ab. Die Geiamlausgaben betrugen tl l73 150 M., die Einnahmen 10 566 ISS M. Zuzüglich der AuSgabenreste von 134 209 M. ergibt sich die erwähnte Mehrausgabe. Gegenüber dem Boranichlag brachien u. a. mehr: die Kapital- und Sckulvenver- waltung infolge höherer Zinieneinnabmen 433 592 M.. die Ge- meindceinkoiiiniensteuer 849 46> M., die Gewerbesteuer 296 607 M., die Weriznwachssteuer 48 015 M. Dagegen brächten die städtischen Werke Lichtenberg» an Ueberichüsten weniger 1 832 762 M., nämlich stall 2,4 Millionen, wie veranichlagt, nur 608 808 M. Bei den Aus- gaben wurden in mehreren Berwaliungen«ich« une, hebliche Er« sporniffe durch Minder ausgaben an Gehältern und Löhnen, iowie an Armenpflegekosten gemacht, so bei der allgemeinen Verwaltung in Höhe von lS3 7S0'M. gegenüber dem HauSbaltsplan, bei der Armenverwaltung 83 199 M.. bet der Slraßenremigung 33 390 M. und bei der Parkverwaliung 23 394 M. — Eingemeindungskomwisfiouen. Die feit ewiger Zeit in der Schweb« befindlichen, bisher erst unverbindlich geführten Ein- geraeutdimgSperhan&lsmgc» twijches Lichtenberg uai Friedrich« jeld« sollen jetzt in amtlicher Form weitergeführt werden. Zu diesem Zweck beantragt der Lichtenberqer Magistrat bei den Stadtverord- neten. zur Führung der Eingemeindungsverhandlungen mit Friedrichsfelde eine gemischte Kommission, bestehend aus vier Magistratsmitgliedern und sieben Stadtverordneten, zu wählen. Zwischen einigen Vertretern beider Gfcmeinden ist in den Vor- besprechungen festgestellt worden, daß aus beiden Seiten der Wille zu einer Verständigung und auch Aussicht zu� einer Einigung über die EingemeindungShedinguiigeu vorhanden ist. Auch Frisdrichsfelde hat inzwischen eine EinLemeindungskommtssion gewählt. Steglitz. Ankrag auf Verleihung der Stadtrcchte. Die Be- sirebungeir der Gemeindekörperichaslen auf Verleihung der Stadt- rechte dürften in nächster Zeit wieder in den Bordergrund treten. Die heutige Sitzung der Gemeindevertretung wird sich mit der Frage beschäftigen, und zwar auf Grund eirkbs Antrages des Ge« meindeverordneten Wmckier über die Verleihung der Stadlrechte. Reinickendorf. Lebensmittel. Da einzelne Händler noch Käs« vorrätig haben, ist dieser an diejenigen Einwohner ihres Bezirkes zu verkaufen, deren Namen mit den Buchstaben M und N beginnt. Die zweite Lieferung Käse ist den Händlern überwiesen worden. Der Verkauf für die Einwohner mit den Anfangs- buchstaben M—Z findet vom 9. d. M. gb in den bekannten Geschäften statt. Die Lieferung besteht aus bayrischem Schweizerkäse sRund- kät'e). Der Verkaufspreis für Va Pfd. beträgt 1 M. Wer seinen Käse-bis zum 14. d. M. nicht abgeholt hat, verliert das Anrecht hierauf, Groß-Serliner parteknachrlchten. Rrinickrudors-West. Die Wählerversammluiig, die am Dienstag« abend starliand, bot wieder ei» neues Bild unabhängiger Ber- sammlungsstörung. Nachdem die Unabhängigen vergeblich versuch! halten, sich wie in Lichtenberg der Versammlnngsleitung zu be- mächtigen, erklärten sie plötzlich, daß sie in der Tegeler Versammlung nickt genügend zu Wort gekommen ieren und keine Sicherheit für volle Redefreiheit hätten. Sie verließen deshalb lärmend den Saal und bildeten dänn draußen vor dem Versammlungslokal Spalier, um Nachzügler vom Versammlungsbesuch fernzuhalten. In Tegel hatte, nach dem Referat umereS Kandidaten Genoffen Wiffell, das ungefähr l'/s Stunden in Anspruch nahm, der U n a b» hängige Landtags abgeordneter Hofer eine volle Stunde— bis 10 Minuien vor Eintritt d-r Polizeistunde— das Wort gehabt. Und dabei schreien die Unabhängigen über Unterdrückung der Redeffeiheii I Wir sind neugierig, welche Bor- wände sie für ihren Feldzug gegen das LersauimlungScvchl noch finden werden.- Die Versammlung in West-Reinickendorf selbst nahm trotz der Störung den besten Verlauf. Der Referent Genosse Rudolf W i s f e l l und mehrere Diskussionsredner rechneten mit der Un« abhängigen Theorie und Praxis gründlich ab. Nirderschönhausen. In einer sehr gut besuchten Versammlung stellte sich am Mittwoch Genosse W i s i c l l seinen Wählern vor. Seine Ausführungen, die verschiedentlich von regem Beifall aber auch vom Widerspruch der erschienenen Unabhängigen unterbrochen wurden, fanden das lebhafteste Interesse. Die Unabhängigen halten sich den Abg. Büchner komme,, lassen, der rn einsiündiger Rede nichts gegen WriiellS Ausiühiungen vorbringen konnte. Der Führer der Unabhängigen am Orte glaubte für Breiticheid eine be« iondere Lanze brechen zu müsieir. Hierbei plauderte er aber aus, wie wenig Zutrauen die Unabhängigen selbst zur FüEirereigenschaft Brenscheids habend Dieser hat einen Revers unterschreiben müssen, i n w e l ch e m e r s i ch v e r p k l i ck r e r, d a ß e r m Falle se'iner Wahl j,e derzeit sein Mandat nieder- legen würde, w e n n s e i n e p o l i t r.s ch« n Anicha uungen nicht mehr mit denen seiner Wähler überein- stimmen sollten. Es ist jedenfalls eine Vorsichtsmaßnahme, die bei Aufstellung von Kandidaten nicht üblich ist, denn solche unsicheren Kantonisten sucht man sich doch einfach nicht erst aus. Aber bei dem volitiichen Werdegang Breitscheids ist sie wohl angebracht. Und da verlangt man von Arbeirern, daß sie einem Manne ihr« Stimme geben tollen, dem die eigene Partei nicht über den Weg traut,— Am 14. März lautet auch in Niederjchönhausen die Parole: Wählt Rudolf Wissell. KarlSborst. Heute, abends 8% Uhr: Oeffentlich« Wählerversammlung im.Bürgerheim' kJnh. E. Schalks, TreSkowallee 88. Referenten: Reichslagskandidat Brbeiiersekretär Rudolf Wissel und ReichStagSabgeordneter Rod. Schmidt. Fichtenau-Klcin-Schönebcck und Umgegend. Zahlabend Sonn» abend, 9. März, in Sperlings Kurhaus, Fichtenau, Mollkestraße. Anfang pünktlich 8'», Uhr. Weißeusee. Die Genossen werden ersucht, sich am Sonnabend von 5 Nor ab und am Sonntag um 9 Uqr zur Erledigung von Wablarbeiten im Lokal von Stärke, Charlottenburger Str. 3, ein- zufinden. Lichterfelde. Die Mitgliederversammlung am Mittwoch erfreute sich eines regen Besuches. Geuvsse Wenzel hob die Wichtigkeit der Niederbarnimer Reichstagswahl hervor und sordertc die Genossen und Genoisimien zu lalkräkliger Arbeit im Wahikreise auf. Eine grdße Anzahl Mitglieder erklärte sich sofort dazu bereit. Dem Ge- meindevorstand wurden für die fünf erledigten Sitze in den Unter- siützunpsioinmissionen die Genoisin Jacubowicz und die Genosse« Henlicbet, Müller, Romniinger und Pmls vorgeilblagen. Leb- hafte Klage wurde darüber geführt, daß es wohl- habenden Leuten so leicht gelingt, Bitlchlarten zu erhalten.« Em spezieller Fall soll im EniähmngSauSichuß vorgebracht werden.— Fünf neue Mitglieder wurden ausgenommea. MI Gerichtszeitung. Ei» Brcslaucr„Kupfer-Prozeß"/ Bor einer Breslauer Strafkammer wurde ein Prozeß verhandelt, der ein Gegenstück zum Falle Kupfer bildet. Angeklagt sind die 42>ährlge Frau des MagistratSassistenten Gohla und dieser selbst Die Frau hat jahrelang ein überaus luxuriöses Leben geführt und soll sich das Geld dazu durch groß angelegte Betrügereien verschaff! haben. Sie nahm Darlehen zu bohen Zinsen auf und bezahlte• dann die Zinsen aus neuen Darlehen. Ihren Geldgebern imponierte sie durch angebliche.hohe Beziehungen'. Die Schichdenlast stieg schließlich aus mehr als eine Million. Der Ehemann soll sie bei ihren Geschäften unterstützt Haberl, Als die bei Fra-u Gohla haussuchenden Beamten beträcht- liehe Lebensmitrel vorfanden, über deren Herkunft die Frau sich nicht zu äußern vermochte, hat sie jedem Beamten 4000 Mark Be- stechungsgelder. Als> die Beamten das Geld ablehnten, erhöhte sie die Summe aus 5000 Mark und schließlich auf 7000 Mark. Zu- gleich steckte sie>ede«i Beamten 1000 Mark bar in die Tasche, Sie ist deshalb auch wegen versuchter Beamtenbestechung angeklagt. Außerdem wird ihr der Vorwurf gemacht, in o e r d o- tenen auswärt igen. Lotterien gespielt zu habtn. Di« Angeklagte behauptest, daß der größte Teil ihres Vermöge- u» aus ihrem mütterlichen Erbteil stamme, das 30 000 M. betrage» habe. Boi der Zeugenvernehmung gab da» Dienstmädchen de» Gohla«e», daß d« Ehemann et» beschndm«» Leben führte; M< ftran dag-y» au�«rordent!ich verschwenderisch lebie. Dem Operettentenor Srüntoafb schickte sie Delisatesse» inö Handverl-iberiii ig im Recht— K. P. 88. Wenn die Kriegeriiau als Mitalled ihrer Kaste die Wilweniinleritvtzung bekommt, so bat sie weiteren Anspruch aus die Reichsmachenbitie nicht.— 5t. 1. Fa. —!W. Wt. 118. Der Anl ag, den süngiten Sohn aus der Fetietlittie ziirnckzuziebeli, würde in diesem Falle erloiglos sein.— I. DS. 47. Sie köni ten wobl nur Anspruch aus die Reichswcichenbiise geltend machen. Für die SchwangerlchakiSbelchwetVen.wird StranlcnaMd nicht gewählt. Die RetchswochenMe können Sie auch schon zwei Wochen vor der Niedrrkitnsi in Anspruch nehmen.— Ml. LV. 1. Nein, die Bank iü nicht verpstichiet, fremden Per'onen Auswnit zu geben 2. Ja.— W. H. 32. Da die Uebertretung ichon vorder geicheben ist, so wird Bestvasnng jezt noch er- ioiqen.— 80681 v.®. Au« dielem ikrunde kann Ihnen der Urlaub nicht verwehrt werden. Fübien Sie instanzenmähig« Veschw-rde.— K16L8. 1. Da« zweite Putzgeld wird noch nicht gezahlt. Der An- trag ist vom Reichstag angenommen, vom Bundesrat ober noch Nicht genehm'at. 2. Sie können einen solchen Antrag stellen. — A. Degel 868. DaS Seaellnch wird Ihnen, da c» beichlagimbint ist, nicht zurückgegeben, wohl aber wird Jbnen der Wert in barem Kelde vergütet. Wenden Sie iich an die Segel-Caitkattss-Melellichait.— L. 12. Ja.— Feldgrauer Genosse. 1. Eine foldie Vetsügung beilebt unseres Wissens nickt. Auf Antrag bin ist aber zu erwarten, dah einer der Södne in dem Falle vom Heeresdienste entlassen wird, ztz Wir würden Ihnen empiedlen. damit zu warten bis nach Jbrer Sintafjiina vom Militär. — Rosenstock 23. Es liegt in Ihrem Fsttereffe, dett Vormund darans binziiweiien. dah für da« Kind llnterbützutig gezabtt werden munte. Zur Nachzablnng könnten Sie verviltcktet werden, zumal Sic Vermögen besitzen.— Lnndiiurnimanii im Osten. St' mühten ein solches Keluch an das Keneral'ommando richten.— Ludwig. Sie könnten das Ztittd adoditereii. Der Antrag ist bei dem znständ gen Amtsgericht einzureichen. — R. M. 7. ES bandelt iich dabei um Inserate.— ftö. R. ülogen- tb!>i. t. Die Denkichiifl ist>m Buchhatidel nicht zu haben. 2. Deitdcn Sie sich an untere Exvedtllon.- N. 31. Das beste ist, wenn Sie der Auliordcrung Folge leisten, damit Sie einer etwaigen zu boben Ciiiichälzunz und spPeren Scherereien aus dem Wege geben— N"8. 9. Wenden Sie sich an ioigcnde Adresse t Bau! Günther, NO 18, Landsberger Allee 52. Alles nähe, e ersabren Sie daislbit.— 9t. IrtO. Jnipeltton der Fliege«- puppen,\V 15. Kunürstendamm 193.— I. Zt. Das Such ist uns nicht bekannt.— Flamme. Der Verlag bestadet sich Berllii S\V 11, Ankxllt» strahe 6.— Soldat. Anlrick sprach reicklich 8 Stunden.— F. 51. 33. DaS ist uns nicht bekannt.— H. Z. 88. An Soldaten in«ngujcher KriegSgeiaiigenichast dari jede Woche ein Brief geiand! werden.— C. 8. 435. 1. Für Palele an Kzriegsgciangene in Frankreich genügt' ite VapierumbüIIung. Es dtnsen keine schrislUchen Mittelltmgen bei» reffigt werden. 2. Die Verwendung der lateinischen Schriit ist zweckmässig.— 3. Db. 106. Wenden Sie sich au das KtiegS», Ministerium. Berlin, Leivziger Sirasse.— 9.'t. G. 3. Wengen Tie sich an den Mogistrat, Zlbleilung für Ktankeneruährung, Rossstrasse 2!' vO. — D. G. 26, Sic werden doch boöeiillich nicht im Ernst ge�tail-st daben für die Lösung des Rällets ein»-lavier oder eine goldene Herremtdr zu bekommen. Die ganze Geschichte ist, wie Sie ganz richtig bemeikt haben, nur au! Dumme berechnet In der Sacke selbst köirneti Sie ntchts machen. — A. W. 18. Wenn Sie glauben, dass Ihnen die Unietstiitznttg zu Unrecht oerweigert wird, löimeii Sie noch L-ichwerde beim Mliitärbureau deS Magistrais, Klosterstr, 68, etheben.— W. G. 84., Ein iotckeS Gesuch wäre total aussichtslos.— A. TL. 6«), Der Sanitäter kann zum Front- dienst verwendet werden.— Ztorwürts. Nur die Strafen, die vor 1903 begangen sind, find durch den Atmiestimlass gelöscht. Ihre also nicht.— IVeeeeranSstchten tstr daS mittlere Rorddeutimiane vtS Tonnabend mittag. Vorwiegend wolkig, mit leichten Schneefällen. venkschtt sffktslldkbellek- ytkdzml. Vamealtuag»»««»» Sgrlm. Den Mitgliedern zurNach- richt, dass unser Kolleg«, der Klempner Karl Harzanke, Wrangelstr. 05, am 8. Mürz gestorben ist. Die Veervigung finde! heute Freitag, den 8/ März. nachmillag» 3 Uhr, von der Leichenballe deS Emma»«- Kirch böses in der Hermann» ittasse au» statt. Reg« Beteiligung wird er- wartet. 232/20 Ben Mitgliedern ferner zur Nachricht, dass unser Kollege. der Klempner Nai Ritter, Britzer Str. 42.- am 3. März gestorben ist, H Die Veerdtaung itndei henti Freitag, den 8. Mürz, uachmitiag« 4 Uhr, von derLeickendalle desSüneons- -Kirchhofes, Mariendorse» Weg, aus statt. Rege Beteiligung wird er- wartet. Nachrufe. Den Mitgiiedeni lern er zur Nachricht, dass unser Kollege, der Schlosser »tax Lberl, Seestrasse 22, am 21, Februar gestorben ist.| De» Mitgliedern serner zur Nachricht, dass unier Kollege, der Werkzeugmacher «tut Wacliholz, Reulölln, Tellstr. 3, am 22. Februar gestorben ist. «hr« ihrem Andrukrn! Die Ortsverwaltunz. lieuilchrr rtsnkpsrtZkdeltervekbsnS. Bezirlsvcrwalt. Gross-B erlin Den Mitgliedern zur Nach. richt, dass unser Kollege, der Rollkutscher 17/16 Adolf Merke von der Firma Schumacher, Friedenau. am 4. März im Alter von R 70 Jahren verstorden ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den S. d M., nachm. 3 Uhr, von der Leicheti- halle des allen Johannts- ürchhosS, Seesir. 91, ans statt. I?e»«lir>»4e». Ferner starb uns« Kolleg«, der Blersahrer Rerm. Zaboaedke von der Schultheiss-Brauerei, Schönhauser Allee, am l.d.M. im Alter von 49 Jahren. Ferner starb unserKollege, der Hautdicner Adolf Griehl am 28. Februar im Alter von 61 Jahren. Ferner starb unser Kollege, der vrelter träger fett! Güdmann am 26. Februar Im Atter von 61 Jahre». »hr« ihre«««de»ren! 01« ouirilWinMttviiD. Soziatdcmohrat. veseln Berlin I«.(S.f.Bt) Den Mitglieder» zur Nach- richt, daß der Sattler. Ge- nosse tteinsstck i.tnke (Stallschreiberstr. 7) verstorben ist, 210/17 Die Beerdigung. findet Sonnabend, den 9. d.M.. nackm.'> Uhr,» vom neuen Litiien-Kirchhol,. Hermann- strasse, ans statt. Rege Beteiligung er- wünscht. Wer Vorstand. ..................... Verband der Sattier und rortercnlller. Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dass unser langjähriges treues Mitglied, der Kollege Heinrich Linke (Werkstatt G. Reinhardt, Töpemckec Str. 10A) am Mittwoch, den 6. März, verstorben ist. Ehre feinem«udeuken! Dt« Beerdigung findet am Donnabend, dcn 9, März, nachmittag« 5 Uhr, von der Letchenballe de« neuen Lussen-KirchyofeS, Neukölln, Hcrmannstr, 186, aus statt. Ilm rege Beteiligung bei der Beerdigung des Kollegen ersucht 161/10 Die Ortsveneraltiiflg. Danksagung. Für die bewiesenen vielen Lewe fe herzlicher Tellnabme ßcl der Beerdiruug meiner ließen Frau Klara Perzel geb. Otter sage Ich allen Verwandten und Bekannten, besonders den Kol» legen und Kolleginnen der Firma Jtnoi r-Bremie meinen herzlichsten Dank. 178A Für die tiesbelrübl. Angehörigen «mit tfSmcl, giamtil« Otter. Doljiger Sir. 39. MUtfaaf gm mtft Cstmift, t«aft Same» Mm öüch««» ch«»t»g losierffwt fitbr&Gc/ ßrfud 52 Wegen TvdcöfallS Mtt rotaterialware». 1öS« 4. Ha»«... «eichäf. vertäuflich. U «chnlze, euch, MoMestr Betllnet kMMi- Elngeit. Aenossenschast m b. H, AI outag. de»!tS.M är» 1018. abend« l'l» Uhr: im Berltner G»WertschaftS. bans, Eugelnf«? 43. Tagesordnung! 1. GeschösiSbericht deS Vor- stände«, jä Bekaunigabe der Bilanz uttWoren«cnebmlgling. 3. Wahl de« Vorstandes und AusfichtSrate«. 4. lsieichästlicheS und eventuelle Antrüge. (Der RechnungSabjchluss de» (SeschSstsjahreS 1917 siegt zur Gnsichtimhgne der Genossen von beut: ab in der GeichäslSitetle KtOUIste. 15/19 au».) ichll Der SlufsichtSrat. J. D i e t r i ch. Der Siorstand. W. S»th. F. W-lk. SINiIl!IINlll,'lIMMIWWltIiIII!ilMMMiIt!!tIIIIIMIiliIII!t!Iti«izi,!t!IM!t!It!.MIt!II!U!!!I!II,I,l!,k �lnsckllsosllcf, ■�ßegeundV�� Volle �ernähr gegen, oJlU�äeriöChadjm. cZtedügß Qebühizn äbhoiung . � 1 cnu- Ovaräeruyb. 165. oCeip�idecdtc.1� 1 cteLsfonmf: Selepncuf: |.öfä�plaijj 10660-65. benimm 129 i 3 Z 31iiiiinirit!iiiininiii(jii!i;iiiiiiiimisitnmiimii(iiiiiiiiiiini(ii!tiiiiiitii(irnmii)iiitramii!iiii:ninnnii3n!fflEi;iiS! Die vergrössert ihre Pflanzungen zum Frühjahr auf da« Doppelte, und ntmini letzt weitete MU- gtieder als s»k MkWl mit stliitetleu zu 166 9».. zu tivo rot., zu 80V rot. und bis zu 1666 rot. aus. Krieg«. anleihe wird zum vollen Neun- wert in Zahlung genommen. DaS Semlise wird in unseren an die Mttgiiedcr billig abgege- den, bei völliger»luSsch«rltung de« Gross-»»d Klein- Zwischenhandel«. Der Ge< »viittselberschuss wird als D!vi- dende an die Mitglieder Verl etil Die alten Mttglieber find mit Wtntergemsise reichlich versorgt worden. Die jetzt«eu bei« tretenden Mitglieder find de- rechiigt, schon an der ersten Verteilung von Ffülmemfiie teilzunebnien.— Aufnahme neuer Mitgltedrr findet statt im Laden Pe»er«bii rgerftr. 4s: Montags, Mittwochs, Freitag« 9—12 und 4—� ausserdem Sonnlag» 11—1. Ferner im Laden Kopenbagonerür. 4: DienSiagS. Donnerstags, Sonn« abends 9-- 12 u. 3—6 Und Sonn- tag» 8—10. Ferner täglich im Verwaltungsburea«: Burg- ftrasir«7 1». Zimmer 76 (gegenüber Zirkus Buich).* f i iirni bi I» M«« t n a, den tt. März 1SI8, abends 8 Nhr, llvrn» D>«t<«kl«.-n. RummelSdueg. Türrfchmidtirr, 4b: Bezirk Lichtenberg und Stralau. StzlaldtmoHratllcfte Parttl Dcutlcchlands in Tagesordnung: i. Die bevorstehende NeichstagSwahI. Reiereni: SieichstagSubg, Genosse A.llielm lluek-Drcsdcn. 2, Aussprache. Alle Wähler find eingeladen! 14/16» Der«inberufer iK. Peterhansel. 8?eiial»i'!l vr.«eck.>,»»!»« beh. schnell, gründ!.. mögl. schmerzlos u. ohne BerufSstör. e«»okl»vdi»lie»nd!»vl«., gedeim« Hurt.. Hsrn-, Frauenleiden. Sonw&che. Erprobteste Methoden Kon- und Biulunt&rsuchung. Könisstr. M aSÄt Spr. 10— In. 5—8, Sonnt. 10—1. MWtt MUMM-üllWI. Verwaltungsstelle Berlin. K ß4, Llutrn straffe 88—85. (Seichüftsjeft von 9— t Uhr und von 4—7 Uhr. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Sonntag, den 10. März, vormittag« 3'/, Uhr: Brauchenversammlung der Werkzeugmacher(Schnitt-, Lehren-, Bor- rkchtnngSbauer, SchneidzeugMacher, Einrichter), Wcrtzcngschleifer«. Zlgarettcnwaschinenführer im Gewerkschaft«!)«»«, Engeluser 15. Tagesordnung: L Branchenangclegen Helten. S. Verschiedenes. Kollegen! Unter dem ersten Punkt werden äusserst wichsig« Fragen erledigt: e» ist daher Pflicht eine« jeden Kollegen, zu ericheinen. SV" MitglicdStznch legitimiert: AW«g! Bauauschläger AAm! Sonntag, de« 10. März, vormittag« 10 Uhr: mmersmiHlW ttr ZiüumsEWr bei Hnmmel, Sophienstraß« 5. Tagesorduung: t. Aussprache über rmsero Lohn- und Tarffverhältnifle. 2. Dtskussiou. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist e« drmgendc Pflicht aller Kollegen, pünlttich und zahlreich zu erscheine». Die Kollegen der Firmen Blume. Frank». Benecke. Vogel, Sommerlatl« werden ganz deionder» darauf brngewiesen, �3,1.!>!<.- ttrtnvnrrieeltnnx. l-lgös Ksiliiihs ZllsSmdzjili. Hol clor am 2, llairaar lgI8 äarolr vinon Notar erfolfrten Auslosung von 4proe. Schul dversokreibungen unsoroe Gesellschaft sind nachstöhende Nummern zur Küekzahlung am 1. Juli d. J. gezogen worden. 149 Stflck r.n SOO« 71. 18 218 817 431 521 711 864 878 891 895 928 901 980 1001 1194 1814 1864 1405 1419 1450 1484 1613 1613 2078 2101 2155£244 2287 2294 230« 2817 2413 2452 2508 2638 2681 2688 2721 2730 2781 2846 3087 8075 8228 3261 3276 3293 3345 8347 3381 3411 3423 31,0 3601 3560 3610 3668 3675 3703 3721 3749 8791 3808 3866 4069 4071 4134 4334 4393 4468 4476 4486 4549 4880 6125 5128 5170 5190 5211 5220 6271 5273 5338 6375 5752 5759 5797 6903 6040 6172 6245 6362 6338 6624 666 3 6089 6725 6773 6801 6808 6815 6873 OrSO 6962 6967 6989 8992 6997 7048 7082 7093 7225 7297 7324 7348 7620 7551 7591 7599 7725 7762 7824 7892 7914 7946 8025 8067 8140 8240 8241 8B67 8402 8525 8651 8712 6910 8924 9145 9147 9151 0158 9174 0318 9356 9431 9503 9730 9799 9846 10084 10227 11090 11162 11810 11624 12377 12403 12806 12812 13518 13557 14247 14288 14843 14956 15428 15514 16308 16405 16959 16962 17324 17378 17887 13182 18607 18635 19509 19512 20558 20624 211'.6 21203 220-8 22098 22508 22589 23311 23149 24347 24350 24771 24848 25391 23465 26164 26190 26070 26671 2 100 27152 27450 27507 27879'23015 28981 29090 29782 29817 208 Stück 10279 10310 10432 11203 11208 11293 I 1716 11992 12114 12412 12424 12467 12--7b 13073 13147 13586 13694 13698 14303 14308 14340 14980 15116 16148 16700 15908 15331 16568 16618 16665 17085 17037 17145 17338 17416 17581 18301 18386 18404 18661 18775 18902 19606 19628 19708 20711 20762 20785 21464 21522 21546 22137£2169 22188 22667 22686 22857 23631 23637 23734 24382 24485 24511 24881 2-1926 25004 25403 25606 25658 26278 26303 26307 26707 26732 28797 27270 27292 27303 27510 273a4 27594 28074 28128 28143 291 13 29388 29366 29839 29854 29881 zu iooo n. 10460 10665 10687 11307 11379 11503 12150 12222 12252 12558 12850 12721 13184 13288 13289 13798 13800 14002 14348 14413 14421 16170 15215 15253 15948 16002 16093 16712 10751 16779 17181 17214 17235 17584 17585 17741 18406 18445 18480 18962 19213 19427 19744 19969 20033 20812 20828 20936 21887 21919 21980 22214 22218 22315 22948 22989 23051 21015 24086 24202 24600 24646 24606 25202 25232 25230 25083 25843 20013 26312 26318 26442 28897 26353 26938 27307 27376 27381 27688 27714 27729 28220 28221 28339 29375 29442 29488 29948 29951 29992 10919 11545 12332 12733 13301 14117 145o5 15380 16275 10905 17289 17805 18492 19459 20420 21076 22002 22348 23131 24311 24718 25320 26061 26479 26998 27387 27783 28580 20619 10981 11568 12368 12781 13433 14180 14746 15424 16277 18925 17321 17865 18589 19498 20441 21098 22084 22488 23187 24819 24748 25871 26162 26640 27012 2:393 27830 2889 1 29658 148 Stück ca A4>0 n. 30090 80093 30156 30217 80267 30314 30337 30892 80428 80533 30575 30604 30036 30735 30872 30918 30961 30963 31061 31 050 31097 31139 81333 91494 31788 31742 31810 31856 31982 82054 32125 32129 32193 82209 62261 82314 32322 82306 82011 33027 88029 33288 33307 33347 83386 33451 83166 84491 83527 33595 33789 33757 83781 34006 34102 34162 34230 34262 84317 84431 34782 34741 34814 35038 35068 85070«5086 35171 35203 35242 35243 3530 3533V 36350 35589 35595 86714 35727 85743 85763 35794 35902 35958 35962 36075 36220 303O4 36396 36403 36507 36645 36705 36754 36805 30852 36862 30864 36898 36959 36980 36997 37063 37118 37119 37155 37178 37182 87304 37340 37467 37631*37550 87735 37829 38002 88093 38156 38208 88870 38478 38482 38515 88004 35649 3866er 38722 88783 38810 38914 88929 38013 39981 39022 39115 39238 89272 393- 8 89332 39339 89340 39391 39411 39488 39343 39657 39781 89831 39873 Diese mit dem t. Juli d. J.»ußorVorzinstmg tretenden .Schuldverschreibungen werden vom gedachten Füll igkeitt- tage ab mit einem Zuschlage von 3 Proz. des Nominal- wertes, also zu 103 Proz. nobst den über den bezeichneten Tonnin hinaullaufonuen Zinsscheinon durch die Gesell- sohaftshauptkasso, die Dresdner Bank, die Bank für Handel und Industrie, die Berliner Handelsgesellschaft, bei dem Hankhauso W. Bleichrödor, der Direktion der Dlahonto- Ueselischaft, der Nationalbank für Deutschland und dem A. Sohaaffhaasonschen Bankverein, sämtlich in Berlin, wochentäglich in den üblichen Geechöftescunden eingelöst. Rückständig sind ans den Verlosungen von 1918• La B No. 10553, 11551. 11618, 13717, 19001, 19953. „ 0, 31237, 31345, 34497, 35038, von 1914 L« A No. 5082, 6597, 5998. 6663. . B, 11060, 18720, 14050, 16601, 15613, 18961, 10188, 10181, 22747, 22910. „ 0, 30388, 31255, von 191& La A No. 532, 1538, 1937, 8750, 3400, 4541, B. 10557, 10146, 18657, 13938, 14249, " 18306, WMWMMW 81267, 18981, 20225, 83917, 31852, 6484. 10837, 21930, 35919, 17028, 22716. 19558, 20436, 34659, 34853, 17072, 17902, ,0", 3116'. 31253, von 1916 La A No. 80, 837. 1564. 4487, , B. 13405, 15015, 18210, 22793. „ 0,-30956, 81417, 83323, 34152, 34338, von 1917 Lo A No. 153.£98, 294, 307, 1454, 1493, 1631, 1656, 1«08, 2907, 4728, 5080, 5634, 5635, 10541, 11673. 11743, 11814, 13668, 14605, 14609, 15859, 10604, 19151, 19374, 19683, 20228. 30250. 30254, 3075«. 30?) 2 81210, 31215, 31237, 31406, 36611, 36621. Berlin, den 0. Januar 1918. Große Berliner Straßenbalm B O 4639, 5298. 18939, 18973, 17093, 20863, 309!9. 31703, 13393. 17171, 22764, 81171. 32994, 14105, 17494, 23! 84. 31204, 36511, nc.67— 191$ Unterhaltungsblatt des vorwärts Lrettag,$. März Olerbankstrategen. Skizze von Karl Lütge. Sie sahen alle drei in einer balbdunklen Ecke des niederen Lokals; der dicke Fleischer Schindler, der kleine, verlrockneie Rats« schreibet Müller und der alle Marlin. Am anderen Ende des Tuches iah schweigsam und die Arme ausgei'iützt ein Feldgrauer, einer von der Front. Sonsl war das Lokal leer; nur die Wiriin lehnte griesgrämig am Ofen und dörte gelangweilt den erregten Reden der drei Stamm- gast? in der Ecke zu. Der alle Marlin hatte eben eine seiner unwahrscheinlichen, in irgendeiner.großen" Zeuung gelesenen Geschichten zum Besten qe- geben, die allgemein Zweifel dervorgeruien halte, soviel der alte Martin auch die Ecklhcrt der Geichichle beteuern macht«. Ter dicke Fleischermeisier schlug dröhnend auf den Tisch, dah der Feldgraue erschreck«, als sei eine Granate in seiner Nähe einge- schlagen, zusammen znckie.» »Märchen! Nichts als Märchen I— Ich Hab''mal aus einer ganz zoverläisigen Quelle eine ädiiliche tolle Sache gebort I Aber die ist beslimnil so gewesen I � Also, das war in der Cha>npagne. in der Näbe von Reims Uebrigens bän? man das damals im Frühjahr ganz anders machen sollen! Selbei'ne Offensive I Das wär waS gewesen! Na .ja!— Also eine lolle Sache mit'ner Patrouille: Zwei Mann, tüchtige alte Kerle natürlich—'ran an den Feind und'rin den feindliche» Graben! Zufällig leer I Schleichen lei'e weiter, Handgranaten in den Händen...! Da kommt die Grabenablölung der Fran« zo'en... I Ein Leutnant und lll Mann... l Die Beide» bleiben stehen...! Laffen die Ftanzmänner'ranlommen...! Der ern« Feldgraue winkt... l Der Leutnant, ein ganz junges Bürschchen, erschrickt... l Der andere Feldgraue zeigt drohend auf seine Handgranaten... da werfen die Franzmänner die Waffen weg... I Im Gäniemarich ziehen sie mit den beiden Feldgrauen ab—'rüber nach der deuischen Stellung I— Haben beide das TK bekommen! Der eine hat's mir erzählt 1*• Die beiden Zubörrr hatten in alemloser Spannung den Worten des Fleischers gelauscht. Zweifelnd meinte d«r kleine Ratsschreiber: „Na— Schindler?! Jetzl im vierten KriegSjahr und bei den Franzosen?!* „Was?— Glauben'« nicht?— Wetten?' .'lewttzl— Beweis«, Beweise," verlangte drohend der alte Mar'>». Ea-rüsiet wehrte der Fleischer ab. . Unsinn— wenn ich'» iage!— Die beiden hätten, wenn sie wollten, noch mehr machen können.... Kraben in die Lust sprengen, over so etwas. Das hätte noch mehr gezogen!— Da ist doch nichts dabei— so ein paar' Mann gefangen zu nehmSn...1' Der Feldgraue am Ende des Tisches, der bisher teilnahmslos dageieiien harte, blickte auf. Er rückte näher. „Ach— da ist nichts dabei I Wenn ich'S Ihnen sage! Ich weih auch eine»tolle Sacke" zu erzähten! Aber wer wettet von den Herren mit mir, daß sie wirklich wahr ist?" Der Fleischer reckte sich. »Ich I— In jeder Höhe I—* „Gut I Die anderen Herren mögen Schiedsrichter fein!— Om fünf Mark also!" „Abgemacht!" Der Feldgraue rückte sich zurecht. Er nahm einen Schluck aus seinem Krug und begann, ganz gelassen und mit undurchdringlichem Gefiwi: „Es war in Flandern zur großen Offensive. Wir lagen in Stellung und bekamen ein höllisches Feuer I'Es war kaum auszu« halten. Da dachte ich— man müßte den Engländern drüben etwas auSwiichen. Als ich eines Nachts aus Posten stand, schlich ich mich hlnüber, kroch durch das Drahtverhau und landete drüben im engltschen Graben. Die Engländer beachteten mich gar nicht. Ich kam ohne angehalten zu werden, nach hinten, zu den Artillerie- stellungen, schlich mich an die Batterien fsejan und stellte, als'mal eine Ruhepou'e eintrat, die Geschütze näher ein. Also auf die englischen Gräben. DaS machte ich bei mehreren Batterien so. Dann schlich ich mich wieder- zurück, durch die gesamte engliiche Stellung und bezog meinen Posten wieder. Da wurde ich gerade abgelöst. Es hatte niemand gemerkt, daß ich fortgewesen war. Das ist ja ganz einfach draußen. Nur wunderte sich alles, daß die Engländer plötzlich so kurz schoffen. Ich babe aber nichts gesagt— nur in mich hineingelacht I O— eS paisiercn wirtlich.tolle Sacken'!" Er schwieg und sah die drei Stammgäste der Reihe nach ernst- Haft an. Verdutzt sah der dicke Fleischer drein. Er stand plötzlich aus, legte einen Fünfmarkschein auf den Tisch und ging mit kurzem Gruß davon. Auch die beiden andern erhoben sich und gingen mit verlegenen Gefichtern... dse Ssdwsr Theaterchrsnift. Die Berliner Dramaturgie Siegfried Jacobsohn« beweist ihre Unverwüstlichkeit und nimmermalte Lebendigkeit nun schon durch 14 Jahrgänge der Zeiischnst„Die Schaubühne" und durch sechs Bände„Jahr der Bühne"."s die seine rasche Dialektik auch in der anspruchsvolleren Buchform bewähren. Der Chronist eines Jahres banpistädtischen Theaierlebens hat gebundene Marschroute, die häufig genug an Wesentlichem, vor Direk- toreiibeqiremlichkeit Zerichelliem vorüberiühren mag. Die Boll- ständigkeit einer Geschickle gegenwärtiger Dramatik liegt nicht im Plan des Vcriaffers, der als Zuschauer von höchsten An- sprüchemund stets frischer Mitteil>amk?it die Errigniffe und Ereignis« losigkeiren des BüönenwinterS an stch vorüberziehen läßt. Aber im AuS'chnitt Berlin überschaut er wohl doch das Weitere: Deutschland und das Wesentliche: die Kunst. Dabei ist sein Talent so auf das Erfassen de» Aktuellen gestellt, daß er sich mit dem Minderwertigen ebenlo erregt und jagdfroh auseinandersetzen muß wie mit dem in stch Bedeurungsichweren. Eine der glücklichster! verquickungen von Instinkt und Intellekt 'st dieser ernste und omü'ante, zugleich witzige und Verantwortung«- volle Theaterkriliker mehr als eine Begabung, weniger als ein Genie, in jedem Zug: Persönlichkeit. Daß seine Chronik nicht in Objekiiviiät verschalt ist, sondern ganz durchtränkt von der eigen» willigen, ja' lelbstgefällipen Subjektivität, da» macht sie zu erner durchaus überlokalen geistigen Angelegenheii. Jacob'ohn ist so ganz Jude, io ganz Berliner und so ganz Krittler, daß dabei etwa« sehr Ausgespiochenes herauskommen mutz, dem nicht jeder mir Sympathie wird gegenüderstehen können. Wer aber wollte läugiren, dah er sich, sirotzeud von echtem Thealerblut, weil heraushebt aus der Schar blasser oder manirierler Beckmesser? Dre Lilcrorur nicht so lehr wie das Thdater ist sein Feld, Seine Spekulation läuft«auf den feinen, erregiamen Nerven des Bestaunenden; er rechnet nichl nack, sondern beleuchtet; sein Wort lehrt nicht, eS sprüht, tanzt, trifft— und kebrt in stch zurück. Sprache ist hier wöchiiger als Erwägung. Bildlraft mehr al« Logit. Ei» dramaturgisches Bekenntnis springt au» leinen Kritiken kaum heraus, kaum markieren sich Prinzipien. Ader ein fesselndes Panorama wird enirollt, darin die ganze Farbenfüll« de? Theaters zappelt. So umsaßt auch diese sechste Sammlung über ihren Gegenstand hinausgewachsener Blätter einen funkelnden Reichtum. Große und geringe Abende stehen tuik, gewaltiges Drama mit mächtigem Kontur und seichtem Kitsch, Negistat und billigp«chablone, Profile und Pupven: alles wird wieder lebendig. Wer nie Maikowsky geiehen, schwärmt von ihm, nachdem er Jacobiohn hat erzählen hören. Klassiker finden neue Schau, die alle vermottete Literaturgeschichte ab- streiit: Ringende müssen auf Herz und Nieren sich ausweisen; Schmann wird tiberlegen persifliert. Empörung und Begeisterung begleiten immerdar den jugendlich Wortgewandten, dem immer wieder in seiner Buntheit, Gestaltcnreichtum und Problemschwere das Theater zum Erlebnis wird. Wtllt Wolsradt. D!e yee/se als Kriegslnstrument. Seit Begmn des KnegcS hat die deutsche ReKerung eine be- trächtlicke Zahl jüngerer und älterer Schriftsteller in Zernial- und anderen Stellen in Dienst genommen. Der Pian zu einem solchen Vorgehen ist schon recht alten Datums. So heißt es in einer Denkschrift, die der preußische Minister des Auswärtigen, Graf Bernstorf, im Jahre 1881 an den König Friedrich Wilhelm HI. richtete, folgendermaßen: »Zur Aufreckterhallung, tieferer Begründung de? Sinnes für Recht und Ordnung kann ohne Zweisel auch die Presse wesentlich beitragen. Es ist deshalb gewiß sehr zu bedauern, daß sich jetzt zu wenige tüchtige Männer erheben, um jene guie Sache des Rechts und der Ordnung gegen die Angriffe, denen sie besonder« in aus» ländlschei» Blättern ausgesetzt ist, mit Einst und Einsicht zu vertreten. Damit die Herausgabe von Zeitungen oder periodischen Blättern, weiche sick diesem Zwecke widmen, nach Möglichkeit gefördert werde, möchte es schon jetzt an der Zeit seyn, hierzu Schrift st ekler von Talent und Siegfried Jacobsobn:„DaS Javr der Bühne". VI. Band. 1916-1917. lOesterheld, Berlin.) guter Gesinnung zu gewinnen, bei denen die letztere sich in der Neigung offenbaren, durch ihre Feder die Lösung der schwierigen den Regierungen obliegenden Aufgabe zu erleichtern. Immerhin könnte man ihnen dabei— sofern ihre Persönlichkeit hinreichende Garantie gewährt— freieren Spielraum gestatten, ohne jedoch im allgemeinen eine wesentliche Veränderung der g e- setzlrchen Bestimmungen über die Zensur eintreten zu lafien; denn diele wird auch im Falle eines Krieges nickt enibehrl werden können, so wenig man Übrigens der Be- geisterung, welche m:t Wort und Schrift der Sache des Vaterlandes gegen den auswärtigen Feind verteidigen will, Emhalt zu tun haben dürste." „ Die Amwort des König« auf diesen Vorschlag lautet«: „Was die anderweitigen, Ihrer Darstellung hinzugefügten Vor« schlüge betrifft, io ist zwar ranam für die Sache dSS Rechts und der OrAuing einsichtsvolle Schriftsteller zu gewinnen; bei der anerkannten Schwierigkeit aber, solche Schriftsteller zu ermitteln, die mit den mörderlichen Kenninisien und Talenten auch erprobte treue Gesinnungen und den mörderlichen'Takt für das An- gemessene verbinden, wird die Benutzung der Presse für den Fall des Krieges vorzubehalten setz n." So weit liegen die Keime einer Eniwicklung zurück, ebie im gegemvärtigen Kriege, man kann wohl sagen, zur Vollreife ge- diehen ist! euftmrkchrsanftalt In Nonveg«». Die Begründung einer großen norwegischen LuflverkehrSanstalt ist in Angriff genommen worden, indem soeben, wie unS aus Kristiania geschrieben wird,«ine Anzahl einflußreicher Männer der norwegischen Geschäftswelt, der Technik uild de« öffentlichen Lebens zur Beteiligung an der Aktiengesellschaft»Luftreederei" eingeladen haben. Gerade für Norwegen würde ein organisierter Lmlverkehr von größter Bedeutung sein, da die verschiedenen Teile des Landes infolge der großen Ausdehnung des Reiches»nd der natürlichen Hinderniffe Noch setzt miteinander zum Teil recht schlecht der« Hunden zind. Der Leiter der Flugboootfabrik der norwegischen Marine. Kapitän Dehli, hat für die LuftveHehrSgesellschait einen Fahrplan ausgearbeitet, der die ganz« Bedeutung des neuen Unter- nehmenS erkennen läßt. In Aussicht genommen ist eine Fahrt von Kristiania a»S, die läng« der Küste nach Krtstianssand, Stavanaer, Bergen, Dronthetm und weiter hinauf biS in den allerhöchsteu Norden, bis zur finnischen Grenze nach KirkeneS führen soll. Außerdem sind Ueberiandfahrten von Kristiania nach Bergen und Dronthoim geplant, und von Stavanger soll eine Linie nach Aberveen, von KristiagSsand eine solche über Goten« bürg nach Kopenhagen gehen. Bei vorsichtiger Berechnung wird die Fahnzeit Kristiania— Kopenhagen auf v/. Stunden angesetzt, während die gewöhnlich fahl planmäßige Verbindung zwischen diesen beiden Städten in Friedenszeilen etwa 15 Stunden gebraucht. Von Kristiania»ach Stavanger soll man in 4'/« Stunden, von Stabanger nach Bergen in 1>/,,� von Bergen nach Dronlheim in 4 Stunden gelangeni das sind Entfernungen, die heut überwiegend mehrtägige Schiffsreisen erfordern. In 4 Stunden sheute etwa 20) wird man von Kristiania nach Drontheim und in 2s/4 Stunden lgegenwärtig 15 mit der Eisenbahn) von Kristiania nach Bergen fliegen können. Am aller- wichtigsten aber würde es sein, daß durch den Lustverkehr daS bisher ganz entlegene norwegische Nordlaud näher herangezogen werden könnte, denn statt der lagelangen Fahrt, durch die man beut van Drontheim nach Kwkenes gelangt, würden dann für dieselbe Strecke nur' eil Stunden gebraucht werden, und bei günstiger Ent« Wicklung �eS LuflverkehrsneyeS würde es möglich fein, wenn man des morgens um 7 von Kristigtna abfliegt,' ,>>» 12 Uhr nacktS KirkeneS zu erreichen. Dieser Weg ist gegenwärtig unter acht biS zehn Tagen kaum zurückzulegen.__ Nstize«. — Märchendorlesung. Am Sonntag wird Friedel Hintze in der Oeffenilichen Leiehalle, Rnngcstr. 25, Märchen vorlesen. Anfang 4 Uhr. Eintritt frei. — Die Hauptschätze der Ukraine, llnter den Schätzen der Ukraine sind in erster Linie außer den Erzeugnisien der Land- Wirtschaft, die Lager an Kohle und Eisenerzen erwähnt worden, wichtiger aber find zwei andere Mineralvortommen, in deren Bezug Deutschland fast ausschließlich auf das Ausland angewiesen ist, Das ist einmal da» Manganerz, durch besten Mangel für die deutsche Industrie allein England den Krieg in kurzer Zeit z» gewinnen hoffte, und serner große Lager von phosphorsaurem Kalk, der in Hiindertiauienden von Tonnen zur Herstellung von künstlichem Dünger für die Landwirtschaft über See hat bezogen werden müsien. 52) Töchter öer. tzekuba. Ein Roman au» unserer Zeit von Clara Viebig. Die DombrowSki faß aufrecht im Bett, der Mond be- schien ihr angstverzerrtes Gesicht, es sah geisterbleich aus. Gertrud bekani einen Schreck: sollte Dombrowski wieder- kommen? Sie lauschte, aber eZ waren keine Schritte zn hören.„Da ist niemand," sagte sie beruhigend. „Doch, doch!" Die Frau lieg stch nicht überzeugen, ob- gleich Gertrud ans Fenster ging und hinauslauschte. Der- weilen kroch sie ganz unter die Decke, zog sich die bis über den Kopf. „Das ist nur der Nachtwind." Es rauschte draußen, es huschelte ums Haus.„So macht'S immer, wenn es wendig ist."', „Nein, Fräulein, ach nein!" Die Frau weinte fast. „Wenn Sie wüßten, was ich weiß— der kommt gewiß wieder. Ich Hab' so schrecklich geträumt." Sie stieß plötzlich einen gellenden Schrei aus und klammerte sich an Gertrud. „Hören Sie. da ruft er schon I" Ein Kauz klagte langgezogen, er mußte dicht beim Hause sitzen, vielleicht gar am Fenster hinter den ausgebrochenen Mauersteine». ES klang so nah, als ob er in die Stube schrie. Nun fing es auch Gertrud an zu überschauern. Da konnte es einem ja wirklich graulich werden: der schauerlich klagende Käuzchenruf, die zitternde Frau! Aber sie nahm sich zusammen.»Lasten Sie mich doch los!" Sie versuchte sich frctzuniachcn.„Ich iverd' einmal zum Fenster raus in die Hände klatschen, daß er fortfliegt." Aber die Dombrowski gab sie nicht frei:„Nein, nein,— er kommt, er kommt rein. Ach, ich Hab' so'ne Angst. Er holt mich, er holt mich!" Sie wimmerte und steckte den-Kops ins Kissen. Das waren Nächte, die nicht dazu taugten, den Menschen frisch zu machen und fähig zur Arbeit. Es war Gertrud ganz recht, daß die Dombrowski nun davon sprach, mehr hinein in den Ort zu ziehen. Sie fühlte, wie die Unruhe und Unrast der Frau sie selber inst ansteckte. Es würde sich ja auch schon für sie dort eine Stube finden; so billig wie hier würde sie freilich wohl nie mehr wohnen. Das inachte ihr Sorge; aber s v war eS eben hier nicht mehr aus- zuhatten. Ihr Land hatte die DombrowSki längst abgegeben, einen Pächter hatte sie sofort dafür gefunden; am liebsten wäre sie auch noch am gleichen Tage aus dem Hause fort- gegangen; mit Mühe nur hielt Gertrud die Unbesonnene zurück, auch das loszuschlagen um jeden Preis. Fort wollte die Dombrowski, fort, hier war's ihr verleidet. ES war ihr alles verleidet. Ihre Putz- und Waschstellen hatte sie ausgegeben, bei der Generalin, bei Frau Rosst, bei der Frau Geheimen Rechnungsrat, alles Stellen, auf die sie früher stolz gewesen war. Wozu arbeiten? Sie hatte einen Widerwillen dagegen. Die früher' einst so Lebhafte war langsam. die Lustige einsilbig geworden. Anderen fiel das weniger aus als Gertrud; sie wußte auch, woher das kam: der tat vieles leid. Herr DombrowSki hatte noch nicht geschrieben— würde er überhaupt jemals wieder schreiben? Die Kinder fragten nach ihrem Vater. Erich kam trotzig- verbissen heim aus der Schule: von seinem Nebenmann war der Vater gekommen, der Junge hatte so viel erzählt. Dem sein Vater hatte tausend Franzosen totgeichosten und tausend Engländer; und ein lieber Vater war der, er hatte seinen Emil hochgehoben und geküßt, und was mitgebracht hatte der ihm auch. Warum kam denn sein, dem Erich sein Vater. nicht?! Minna wußte zu erzählen, daß von andern Kindern der Vater da war. Die kleinen DomdrowSkis waren voller Ungeduld. Täglich trieben sie sich am Bahnhof, herum, da sahen sie viele Züge aus- und einlaufen, Menschen aus- und ein- steigen, und wunderten sich: ihr Vater war noch immer nicht darunter. Die Mutter mochte es nicht hören, wenn sie fragten: „Laßt doch daS ewige Gefrage," sagte sie unwirristh. Da schlug der Junge nach ihr:„Du! Du magst Vätern»ich, du willst»ich, daß er kommt. Ich mag dir ooch ntch." Die Frau weinte: der Bengel war zu ungezogen. „Schreiben Sie doch mal an Herrn Dombrowski." redete Gertrud zu.„ES kann alles noch wieder in Ordnung kommen. Schreiben Sie ihm, lvie leid es Ihnen tut." Das brachte die Dombrowski aber nicht fertig: es war ja doch alles umsonst. So verließen sie denn am ersten Juli das Haus. Fvtzu Dombroivski hatte es sehr billig vermietet, sie kontzite ja nicht viel für die alte baufällige Bude verlang»-. Der Mann, der ihr Land gepachtet hatte, hatte mm auch dG Hans genommen. Er arbeitete in der Fabrik, die weiter draußen am Kanal lag; da hatten sie vordem Seide gxwebt, jetzt machten sie Munition. Es war ein Abschied, den Minka Dombrowski herbei- gesehnt hatte, und der ihr nun doch nicht leicht siel. Die Kinder freuten sich, denen gefiel es bester drin im Ort; da hatten sie mehr Abwechselung. Sie rannten vergnügt schreiend hinter dem Wagen her, der die wenigen Möbel und all das Gerümpel, das stch angesammelt hatte, hineinrumpelte. Aber die Fran sah sich oft um: eS hatte doch auch gute Zeiten hier draußen gegeben. Wenn fie's recht bedachte, der Stanis- laus war immer nett zu ihr gewesen— sehr gute Zeiten waren es gewesen! Und sie sah sich um,.solange sie noch das kleine Gehöft sehen konnte, das wie ein großer Maulwurfs- Hügel aus dem Grün der Felder tauchte. Gertrud, die solange schon mit dem Gedanken um- gegangen war, die entlegene Wohnung alifzugebeu, fühlte, nun es so weit war, doch auch Bedauern. Sie hatte eine billige Stube gefunden, ganz am entgegengesetzten Ende des Ortes, aber rvieder ein wenig weit"draußen, denn mitten drin war alles zu teuer. Die alte Frau Richter, bei der sie gemietet hatte, war billig mit der Wohnung, weil sie nicht gern allein bleiben wollte. Mau hatte ihr jetzt auch den letzten Sohn eingezogen, auf den sie geglaubt hatte, sicher rechnen zu können, ivar er doch von Kindheit auf schwäch- lich und hatte zudem einen kleinen.Verdruß'. Aber er war genommen worden zum Train. Der Mann war zwar noch da. aber der galt für nichts; er war schlagrührig und ein gelinder Simpel. Die Richter versprach Gertrud, für den .Kleinen zu sorgen, wenn sie zur Arbeit weg war, und so hatte sie zugegriffen. So hörte sie denn des Nachts nicht mehr das unruhige Sichwerfen der Dombrowski, nicht deren angstvolle Schreie im Schlaf, und wurde nicht aufgeweckt durch die nach ihr tastende Hand. Dafür grummelte jetzt nebenan die lallende Stimme des Siinpels, der seine Frau alle halbe Stunde fragte, wieviel Uhr es sei und ob der Krieg bald aus wäre. Vater Richter hatte nur mehr ein einziges Interesse: das Essen. Und das ivar jetzt knapp; er konnte nicht mehr soundsoviel mal herum ums Brot kriegen. So greinte er denn wie ein unverständiges Kind:„ne Stulle, Mutter,'ne Stulle! Gib mer noch'ne Stulle— Hunger, Hab Hunger!" Es hörte sich schrecklich an.(Forti. folgt.) 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FÄ- V ShtJ's die Augen, geh' tu HuhnkeJ Optilcer Siiti.iiils.e Clycctätendatii: T-�tz�S'Str. i\ C.»»«!.1? W.«9fR.tk-.lf SpRelmaev. es«»aa-sn. riuk-Str. l.«.j.onsi««*.*jr«häufst e-SJr. T2, CO orMeu-Slr. Jefcbrtö-sajr. m' Zuvastde-n-St.'. »a!,« Vr-»!»I>-Bl»» öS« T-Id-N-Sta aa« Sr»ii,«i,-Stn acliutstt Sit Zoachkmstbalrr Llr. 2, • a B-Hi-H«! vü* Sent Frreörich.Str. J06 es» hUfti-su. Iriedenm:: Rhsia-Str. iS, er««ma-sn. 1«joifiber tu»«ll-r-Elq«, � t. Haupt- Straß, 21 Dilmersdsrs:•= eaüu.ssijtte�tc» Verllner Str. 132-33. a. i. Utls-d-Si» Verkäufe P!«rde-Ziäude wird am wirk- stimjte» bckämpfr durch Dr. Mehlers„Iiäudosan-", Dose S,— Mark� Zu beziehen Kirch jede Apochcke oder gegen Voreinsendung des Betrages von der Lhemischen Fabrik Dr. Fehlhabcr it. Co., Fürsten- straßc 18. Telephon: Moritz- platz 3867._______ ITGj't* i Belzwaren. Wollen Sie Pelzwarcn noch billig kauf:«», »tüsseir Sie in den Blauen Bazar laufen. 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Leo Frank, euchstraßc 4.____ lg21f* Kutscher verlangt Biermann, Jnvalidenstraße 142,__ 242/5 Klempner, Schlosser auf Gas, Wasser, Elektrisch verlangr Peuser, Ebersstraße 59, PlöS Botenfrauen zum 1. März stellt ein„Vorwärts"- Spedi- tion Tempclhos, Ueckermann, Kaiser-Wilhelm-Straße 74, Ecke Werwcrstroße,______* Botenfrauen sofort verlangt Ansgabestell« Greifenhagener- straße 22.* Botenfrauen werden eingestellt „Vorwarls'-Speditimt, Petersburger P!,atz4,___• Botensran stellt ein.Vor- wärts". Spedition, Wilmersdorf, Wilhelnisaue 27, P. Schubert.___• Fauen zum Zeitungsanstragen sucht„Vorwärts-Aus« gabcstelle Alt-Boxhagen 56, Laden,* Frauen zum Zeitungsaus- tragen sucht„Vorwärts", Lindenstraße 3, Lade».* ZeitnngLausträgerl» verlangt Spedition W-ißensee. Berliner Allee 11.» Piano kauft(Preisangabe) Mit'iksdmle, Prenzlauer Allee 1 Rr. 88.______________ 26/4' Elektrische Leitnngsdräbte,! Litzen, Kabel hanft Alfred Schu-! mann. 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I'fatt A.-G, Maybachuscr 48/51. 25262* Korbmacher[* für 15- ein- Lauggranatentörbe f'�'-m �öülg, Slumcnstr. S. UstwatjeDliilirer* für Büssingwagen per soj. gcs. StSPtische TÄerke, Bckrlitz- Üichtenverg. Mcld.Wies-nweg. Bnchbittder (Tsscharbeitcr) sofort gesucht. Meidmigen mit Lohnanjprüchen erbeten an 25392* Berlin-Sieiiroder Kunst- austaste» Zlkticngcsellschaft, Brandenburg«Hovel), Bauhosftr. 31/82. Knaben�a-s ÄdlviklZeZüiü'Üüg stellt sosort ein lllali.VVivnoolro, Schmiedemelster, Wlltenbcrge sWenprignih), Stctnstr. 22. 2548L* MllschjmS und Heizer für Sauggasanlage für sofort oder«spälcc gesucht. Meldung mit GebaliZansprüchen an llemoincks- 5ik!iteirilMo»/0i ll Nol.eeoäoet bei Erlner. Mehrere kräfftsge Frauen Illr anstrenge: de schwer« Transport-, Erd> und. Hofarbeite» sowie zum Auf- nnd Abladen von Kohlen verlangt. Nur grauen, die solche Arbeiten schon gemacht habe», wollen sich zwischen 6 und'/ß Ahr morgens melden. 12IL AIsl Herman 6. in.b.H., Berüa N 20, Pankstr. 29. MM" Sofort gesucht S Mehrere ISO Arksiisr über 16 Jabre, für große Heorcsarbeiten(Hvd- nml Betonarbclton), nach auswärts mit polizeilichem Personalausweis, sowie auch 8G iüokiigs Ilmmedeute, mehrere Tischler, Ectunisdc und Schlosser. Vnterkanft nnd Vcrpfleennsr»nk der JtunsteMo i>>( ceregelt, Berger, Tiefbaü-A.-G., Berlin W 9, Meldungen an unser Ruubarcan 71Iiiller»tr. ISS. 2299 L* Kupferschmiede Schweißer verlangt Max Kump<& Co.. Trmpelhof, Ring/ ahiistr.20/2l Einrichter auf Granatea. Fcld-Schrap- »ell 06 w/ort gesucht. Kobtouk Ao«ek. ÄPser. MicAe.«!». Seher. Mzlem. MÄtrmWSMkllc RümlMl Pinnie. Knihenow. Bahuhofstr. 2S. ZÜsurer, Sauarbeiter, Arbeiterinnen für B a>: a r b e i t e» in gefchloffeueu Räumen sofort verlangt. SS87L* Nsiphsl& Co., Neubau Wittenau. Wittestr. 47/48. OrelserunbGewiiijiBsebneliler für Loewe- u. Reuieckerbänl« und SCiiiOSSfr für Schnetdeisen stellen ew L'loott A Co.. 25278* Müverstratz« 80. Tischler arfucht Nenner, Seriln. Potsdam« Str. u. mm Schlosser mi Dreher verlangt. 25218* Pluto- Werke, llerlln•llohennrhOnlianHen, SLerneucdener. Goedrstrah«. stellen dn epezsoltoaiirnttlove». ettftiit öutbulchtoov«M MW WlMWßa werd«, für sofort verlangt«wo LSAS* Schlitze& Freund G. m. b. H. Vrrlia-Lichteaberg, Friedrichftr. ÄH, Werke, bat» in gn wirken, daß die Löhne in der RüstungSiuduftri« herabgesetzt werden, nur damit die Löhne der Eisenbahnverwaltun» nicht höher steige».(Hört, hörtl bei den Sozialdemokraten.) Nun hat der Eisenbahnminister uns sein Reformprogramm für die Zeit nach dem Kriege vorgetragen. In gewisser Weise lehnt er sich an die Forderungen des früheren MinisterialÄrektorS Kirchhofs an. geht aber lange nicht weit genug. Die erste Klasse soll in O-Zügen mit Ausnahme der internationalen D-Züge abgeschafft werden, io daß etiva nur noch 2ö Proz. der D-Züge dt« 1. Klasse haben werden. Da aber Süddeutichland damit nicht ein- verstanden ist, müssen die Züge in Süddeutschland mit 1., 2. und 3. Klasse fahren. Dieser Widerstand der kleinen Eisenbahnverwal- tungen gegen die Notwendigkeiten der großen preußischen Verwjl- tung beweist, wie dringend geboten eS ist, endlich zur Neichseileu- bahn überzugehen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Daß die 1. Klasse unrentabel ist, ist längst erwiesen. Von zwei Abteilen ist immer nur ein Platz besetzt. Es ist aber wirtschaftlich verkebrt, wenn man auch nach dem Kriege die D-Züge, die ja l. und 2. Klasse führen, beibehalten will. Das bedeutet eine große Denachtoiligung der Reisenden 3. Klasse.(Sehr richtig!) Wir wünschen ferner, daß auch in dir D-Züze Wagen 4. Klasse eingestellt werden. Jetzt will man einige Eilzüge mit 4. Klasse fahren lassen, aber nur nachts. Wir sind überzeugt, daß die Wirt« schaftliSen Verhältnisse die Eisenbahnverwaltung zwingen werden. in den Reformen bald erheblich weiter zu gehen. In der 4. Klasse mutet m:n den Fahrgästen noch immer zu, mit einem Stehplatz vorlieb zu nehmen. Nur bei dem Eilverkebr in der 4. Klasse sollen die Fahrgäste Anspruch auf einen Sitzplatz haben. Notwendig wäre auch die Einführung von Schlafwagen 3. Klasse, ferner die Erleichterung des Verkehrs durch Sonntagsfabrkarten und Kilo- meter he sie. Die Verkehrsschwierigkeiten stno leider noch immer im Steigen. Soweit sie mit Krtegsnotwendigkeiten zusammen- hängen, nimmt sie die Bevölkerung ruhig in Kauf. Äroße Miß- stimmung herrscht aber über die Beschränkung de» Sonn» tagßverkehrS.(Sehr wahr!) Nnerhört ist die Erhebung der doppelten Fahrkarten für D-Züge. sSehr richtig!) G? muß auch den weniger Bemittelten Gelegenheit gegeben werden, die D-Züge �u benutzen. Di« notivcndigen Bauten der Eisnbabnverwaltung sollten so in Angriff genommen werden, daß die zurückkehren- den Krieger dabei beschäftigt werden können. Die Unterneh- mer, mit denen die Verwaltung Vertröge abschließt, müssen unbe- dingt verpflichtet werden, bestehend« Tarifverträge einzuhalten. (Sehr richtig!) Der Vc-rtrag über d>« Vergebung der Eisenbahnreklam» an Rclmar Hvbblng hätte unbedingt dem Abgeordnetenhause vorgeleg, werden müssen. iSehr richtig!) Der Vertrag hat nicht nur ein« fiskalische, sondern auch eine politische Seite. Reimar Hobbing hat bekanntlich feit dem l. Januar die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" über- nommen; fast alle amtlichen Drucksachen werden ibm übergeben. Außerdem stellt der Verlag auch die meisten Drucksachen der All- deutschen her. Es gibt Leute, die meinen, daß mit diesem Monopolvertrag das Defizit der„Norddeutschen Allgemeinen Zel- tung" gedeckt werden soll. lHört. hört!) So groß dürfte da» De- kizit aber kaum sein Bezeichnend ist, daß dem Verlag»ai alleinige Recht vorbehalten ist. Drucksachen in die Eisenbahn- züge zu legen. Do werden wir es wahrscheinlich erleben, baß Sie„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" mit einer Unmasse von In- leraten unter Vermittlung der„vla" an die Reisenden in den D-Zügen verteilt wird. Da» w'cd ein glänzende« Geschäft für den Verlag sein, der ohnebin bei seinen alldeutschen Schriften von der Papiernot nichts zu spüren scheint. M Proz. von den Roheinnabmen soll der Verlag an die Gisenbahnverwaltung abgeben. Aber was wird unter Nokeinnahmen verstanden? Nach dem Vertrage gehen davon ab all« Ausgaben, die entstehen für die Anbringung der Rek'ame. für die Herstellung der Reklame, für Provisionen, die der Verleger bekommt, und ähnliche«. Dieser Ver- trag bedeutet eine maßlose Ausbeutung derjenigen, vi« ge- zwungen sind. Stjenbahnrek'ame zu treiben.(Sedr richtig!) Der Minister meinte«r denke bezüglich diese« Vertrage» ganz fisk-ilisch. Es ist aber nicht einzusehen, warum di« Verwa!» tung einen Unternehmer Millionen verdienen läßt an einem Un- terriehmen, da« sie selbst betreiben könnt«. Wenn der Minister auf die Möglichkeit hinwies, daß der Verleger Künstlern für die Re« klame Beschäftigung geben werde, so befiirchten wir wert eher ein« Ausbeutung der Künstler. Sehr unvorsichtig ist die Abschließung des Vertrage» auf 15 Jahre. Hoffentlich ist es noch möglich, den Lerirag zu lösen, bei dem zweifellos die Interessen der Eisenbahn- Verwaltung nicht genügend gewahrt sind.(Zustimmung bei den Ciii-.�emokr-.te:) Abg. Hofer lU. Soz.), der al» nächster Redner aufgerufen wird. ist nicht im Saale anwesend. Abg. v. Wvpna(fk.): Meine Ausführungen über da» parla- mentarifche System habe ich mir nicht aus den Fingern gesogen, sondern mir sind in Belgien über die Nachteile diese» Systems die Augen geöffnet worden. Politische Parteien dürfen nicht Einfluß bekommen auf die Besetzung öffentlicher Armier.(Gelächter link». Zuruf: Heute haben Sie diesen Einfluß!) Bei un» regiert eine breite Masie verständiger Staatsbürger.(Er- neute» Lachen links.) Minister v. Breitenbach: Der Vertrag mit der Firma Reimar Hcbbing liegt lediglich im fiskalischen Interesse. Es besteht nicht der leiseste Zusammenhang mit der„Norddeur-üen Allgemeinen Zeitung". Dem Ausschuß haben wir davon keine Kenntnis>1«- gm?« weil man da» nicht verlangt hat. Sonst hätten wir den Vertrag ohne weiteres mitgeteilt. Abg. Llvpmann'Vp.): Di« Behauptung de» Herrn v. Woyna. in Preußen herrsche heute der breite Mittelstand, können wir nicht ernst nehmen. Oer rechnet sich Herr v. Wohna selbst zum Mittel- stand?(Heiterkeit links.) CS folgt die Besprechung über di« Beamten und Arbeiterfragen. Abg. Schmidt-Tonz(Z.) erörtert«in« groß« Anzahl von«n» zelnen Beamten- und Arbeiterfragen. Abg. Wagner(st.) wendet sich gegen einige Petitionen, di« die Ab(jung de» AkkordsystemS verlangen. Die Weiterberatung wird hierauf auf Montag. 1l Uhr, per- tagt.(Außerdem Etat der Handel- und Gewerbeverwaltung.) S htuß: 4% Uhr,_ Der Papierkorb öes Sunüesrats. Eine eben erschienen« Uebersicht über Entscheidungen, die der Bundesrat zu den Beschlüssen deS Reichstages gefaßt hat, ist diesem zugegangen. Sie läßt erkennen, daß die Beschlüsse des Reichstag» m vielen Fällen zu einem praktischen Ergebnis nicht geführt haben. In anderen Fällen haben sie Erfolg gehabt. Abgelehnt wurden u. a. die Beschlüsse des Reichstages auf Einsetzung einer Kommission zur neuerlich«» Prüfung des Impf Wesens, auf Gewährung eines zweiten P utz- ge l d e L an die Soldaten, auf Aufhebung bestimmter Erlasse, durch die einzelne Generalkommandos Teile d«r Bevölkerung zu iandwirtschaftlicher Zwangsarbeit herangezogen haben. Den Sol. dawn soll nur Putzzeug gewährt werden, da» ohne ihre Schuld verloren gegangen oder unbrauchbar geworden ist(wie soll da? festgestellt werden?); bezüglich der Verordnungen der Generalkom- mandoS soll Vorsorge getroffen werden, daß ste sich"streng im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen halten. Zu den Beschlüssen des Reichstags auf Milderung der Zensur wird erklärt: Die Erörterung der Kriegs- und Frieden, ziele, von Ver- ; a s s u n g S f r a g e n u>id Angelegenheiten de« inneren Po- l i t i k unterliegt nicht der Zensur. Di«s« ist auf di« Wahrneh- mung der I n l e r e s s«n der Kriegführung beschränkt. Di« militärische Zensur kann aber nicht nur das Gebiet d«r Mitteilung von Tatfachen der Kriegführung und deren Kritik, soweit durch solche Erörterungen militärisch« Unternehmungen beeinträchtigt werden könnten, umfassen. Der Begriff„Tatsachen der Kriegfüh- rung" ist zu eng AuS dem gleichen Grunde ist eS auch nicht an- gängig das Verbot von Zeitungen nur aus Gründen der Gefäihr- dung militärischer Unternehmungen eintreten zu lassen. Eine Rege. lung, daß Verbote von Zeitungen und Zeitschriften nur mit Zustim. mung des Reichskanzlers erfolgen dürfen, stehen praktische und rechtlich« Bedenken entgegen. Durch Erlaß deS Herrn Kriegsministvr» vom 18. November 1917 ist angeordnet, daß der Herausgeber einer Zeitung vor Anordnung des Verbots über die Gründe, di« zu diesem geführt haben, zu hören ist. Durch den gleichen Erlaß ist bestimmt, daß daS Erscheinen von Zeitungen z u n ä ch st auf die Daner weniger Tage. daS Erscheinen von Druck. schristen zunächst für einige Nummern zu verbieten ist. Schule oöer Maffenquartser? Der Abg. Stahl(Soz.) hat im Reichstag folgende Anfrage eingebracht: „Ist dem Herrn RelöbSkanzker bekannt, daß da» Kriegs- Ministerium zwei der Stadt Spandau gehörende Schulen,»nd zwar die 3. und 12. Gemeindeschule, trotz N.ägerung de? Ma- gistrat«, zu WohnungSzlv ecken für Munition»- arbsiterinnen in Gebrauch genommen hat? Die Stadt forderte gezwungenermaßen zum Ausgleich ibrer Vervflichlungcn einen monatlichen Mietpreis von 4009 M für beide Schulen, der vom Kriegsamt abgelehnt wurde. Durch Anwendung de» Kriegsleistungsgesetze« wurden die Schulräume mit Beschlag belegt und wird der Stadt keinerlei Entschädigung gewährt. Die Militärverwaltung fordert von den einkaiernierten 290 Arbeiterinnen der einen Schule einen wöchentlichen Miet- preis von 4 M. Eine Beschwerde des Magistrats gegen dieses Vorgeben beim KriegsbeichaffungSamt ist zurückgewiesen worden. ein» weitere Beschwerde beim Kriegsministerium harrt noch der Erledigung. Trotzdem da» Verfahren sich noch in der Schweb« befindet und trotz Proteste» der Stadt- Verwaltung wurden in den Schulen bauliche Veränderungen vor- genommen, die die Ueberführung der Räume zu ibren eigentlichen Zwecken auch nach ihrer Räumung durch di« Militärverwaltung für längere Zeit unmöglich machen. Wa» gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, um der Stadt Spandau zu ihrem Rechte zu Verbelfen und die offenbare Schädigung der Stadt und des Schulunterrichts zu beseitigen! Es wirö weiter öueUiert. Auf eine Auflage der Bbgg. Erzberger und Trimborn hat der Reichskanzler gearnworlel: .Durch die Allerhöchste Order vom 1. Januar 1897 sind all- gemeine Bestimmungen getroffen, um Zweitämpfen von Oifizieren vorzubeugen. Sie haben sehr segensreich gewirkt. Am Neujahrs- tage 1913 hat Seine Majestät der Kaiser«nd König da» Offizier- korps erneut zu strenger Selbstzucht in dieser Beziehung er- mahnb Dadurch ist ein weiterer Forlschritt in der Belämp'ung de» ZweilampseS in der Armee erzielt. In der Folge sind im Verhältnis zu der Zahl der Osfiziere sehr wenig Zweikämpfe vor» gekommen. Ein Armeebefehl, der den Osfizieren den Zweikampf untersagt, würde den gewünschten Erfolg nicht haben, solange nicht anderweitig« ausreichende Garantien für den Schutz der Ehre ge° schaffe» illnd." Di« Darlegungen de» Reichskanzler» find unverständlich. Garantie« für den Schutz der Ehre gibt da» Strafgesetz mit seinen Bestimmungen über die Bestrafungen von Beleidi- gungen. Wie koinmt der Reichskanzler dazu, dies« Be- stimmungen für«ine kleine Pcrsonengnippe für unzureichend zu erklären, mit deren Sckutz sich doch alle andern begnügen müssen?— Noch viel auffälliger ist aber die Be- haupiung' de» Reichskanzler», daß ein Armeebefehl, der den Oifizieren den Zweikampf unterlagt, nicht den gewünschten Erfolg haben würde. Damit bezweifelt der Reichskanzler die militärische Disziplin und Subordination de« Offizier- korpS. Wir haben bisher immer gehört, daß in der Armee em jeder, ob an hoher oder untergeordneter Sielle. bedingungslos dem Befehl der vorgesetzten Stelle zu gehorchen hat. Wir können un» auch keine» weiteren Falles erinnern, in dem für not- wendig gehaltene Befehle unterlassen worden sind, aus dem Grunde, weil fir vielleicht von dem oder jenem nicht befolgt werden würden. wer zween Röcke hat... Ein Berliner Blatt hatte die Nachricht gebracht, die Reich»- bekleidungSstelle bereite eine allgemeine Beschlagnahme der im privaten Besitz befindliche» Männergarderobe vor. Jeder dürfe bi» zu zwei Anzügen behalte»; alle» wa» mehr vorhanden sei, solle beschlagnahmt werden. Diese Nachricht hat viele von denen, die mehr al» zwei Auzüge haben, in Aufregung versetzt. Die ge- nannte NeichSstelle beeilt sich nun zu erllären, daß ihr die Absicht, sich bei der Regelung der Betleidungsfrage de» alten biblischen Programm» zu bedienen, zu Unrecht unterstellt werde. Die BekleidungSstelle weist eS weit von sich, einen konsequenten Schritt beobsichligt zu haben. Es bestehe nur der Plan,.eine Sammlung auf Grund freiwilliger Abgaben" der vorbandenen Oberkleider vor- zunehmen. Diese Sammlung solle vor allem den Zweck haben, die Munitionsarbeiter mit ArbetiSlleidern zu versorgen. Wie konnte man auch nur glauben, daß eine Reichsstelle in die Schrünle der Reichen sehen wolle! Anerkennung von Kriegsökenftbesthäölgung ? Da» MannschaftSveriorgungSgesetz von 1S0S macht bekanntlich einen Unterschied zwischen DienstbeiÄädigungen und KriegSdienstbe- schädigungen. Nur wer al» kriegsdienstbeichädizt anerkannt ist, erhält zu feiner Jnvalidenreni« dl« Kriegszulage von IS M. monatlich. DaS hat zu mancherlei Härten geführt. Jetzt wird«>» Erlaß de» KriegSministerium» vom 39. Januar 1918 bekannt ge- geben, durch den die bisherigen Grundsätze für KriegSdienstbeschädi- gung erläutert und ergänzt werden. Nach dietzm Ei laß ist jede Dienstbeschädigung, di« auf die be- sonderen Verhältnisse de» Kriege» zutückzuführen und in der Z«»t von Beginn der Mobilmachung bis zur Beendigung der Demobilmachung erlitten wird, al« KriegSdienstbeichädigung anzuiehey. Während de» im vorderen Teil de» KriegSgebirle» eine» Nitchweife». daß derartige besondere Berbäitn'sse vor- gelegen haben, nur ganz ausnahmsweise bedarf, kann im weiter rückwärts gelegenen Teile de« KriegSgebieie» auf diesen Nachweis oft nicht verzichtet werden. Je.doch ist bei der Ausübung de» mit den militärischen Operationen zusammenhängenden Kriegsdienste» da» Vorliegen besonderer Kriegiverhältniss« ohne weiteres anzunehmen.—- Diese Grundsätze werden dann noch durch den Erlaß im ein- zelnen erläutert. So kommen für«ngehörlge immobiler. Formationen im HetmatSgebiet al« besondere Verhältnisse de» Kriege«, die die Annahm« von KrtegSdlenstbeschädigung begründen können, lediglich besonder« nachgewiesene kriegerische Ereignisse oder Zustände in Betracht. Beim G a r n i- son- und AuSbildungSdienst können solche Zustände nur dann als vorliegend angesehen werden, wenn er- wieienermaßen lediglich durch den Krieg bedingte und über das FriedenSmatz hinausgehende außer- ordentliche Anstrengungen oder En tbehrungen oder dem Leben und der Gesundheit gefährliche Einflüsse vorgelegen haben. Der Tarbestand muß in solchen Fällen besonder» einwand- frei geklärt werden. Nach unserem Dafürbalten sollte der Unterschied zwischen Dienst- beschädigung und KriegSdienstbeichädigung gänzlich fallen gelassen werden. Wer in Ausübung der Wehrpflicht während de» Kriege» eine Beschädigung erlitten hat.— ganz gleich, ob im Feld. Etappe oder Heimat— sollte al» kriegSdienstbeschüdigt an- gesehen werden. ßrauen in öie städtische Verwaltung. Oberbürgermeister Dr. Scholz Charlottenburg, hat zu der im Herrenhaus bevorstehenden Beratung de» Kriegsgesetzes zur Vereinfachung der Verloaltung einen Antrag gestellt, der durch entsprechende Abänderung des Z 59 der Städteordnung die Mög» lichkeit eröffnet, in die städtischen Deputationen auch Frauen als Mitglieder durch die Stadtverordneten-Versammlung wählen zu lassen. Der Antrag entspricht einem von den �ädtischen Kör- perschasten Berlin» und der Nachbarorte wohl einhellig geäußer- ten Wunsche. Der HauptauSschuh de» Reichstage» verhandelte am Donnerstag über Zwangsliquidationen und zwar zunächst über di« Liquidation der Werke von de Wendel. Die Verhandlungen waren streng ver- traulich. Methode Reventlow. In einem am Mittwoch in Charlotten- buvg gehaltenen Vortrag, über den di«„Deutsche Tageszeitung" aus- führlich berichtet, sprach Graf Reventlow den Wunsch anS. da» Wort.Verständigung" möchte von der Zensur verboten werden. Sein« größte Sorg« drehte sich darum, daß auf den russischen Frieden bald der Friede mit England folgen könnte. In allen Tonarten warnte Reventlow vor der Annahm« eines Verständ'gungSfriedenS, den uns England nach seiner Ansickt bald anbieten würde. Dabei entfloß seinem Munde auch folgender Satz: Die amerikanischen Werbegelder werden fließen «nd wenden wirken, und die Linke wird sagen: Wollt ihr dem hungernden Volke den Frieden vorenthalten? Ist eS erst so weit, so haben die Feinde ihr Ziel bei unS erreicht. Der Versuch, einen Zusammenhang zwischen amerikanische» Werbegeldern und der Fried.nSpolitik der Linken zu konstruieren, entspricht ganz dem geistigen Niveau dieses alldeutschen Klopf- fechterS._ parteinackrickten. Auch Bernstein zieht den Trennungsstrich. Nachdem eS wochenlang den deutschen Sozialdemokraten von den Unabhängigen als schlimmster„Verrat" ausgelegt worden ist, ein Wort der Kritik gegen die Bolschewiki zu sagen, ist man erstaunt, in der unablstingigen„Sozialistischen AuSlandtPolitik" folgende Ausführungen Eduard Bernsteins zu lesen: „Wie es aber auch mit den materiellen Mitteln der Vertei- digung Rußland» nach außen stand, so konnte sie von den Bofichewiki schon deshalb nicht wirksam betrieben werden, weil diese vom Beginn der Rückkehr von Lenin und Ge- nassen nach Rußland an ihr« Agitation darauf«i n g e- stellt hatten, da» Heer für jeden militärischen Zweck zu demoralisieren und den.unoerzüglüchen Frie- den" zu fordern. In welcher, Widerspruch sie sich dadurch mit ibrer Verkündigung des demokratischen Frieden« setzten, daß sie den unverzüglichen Frieden nur haben konnten, wenn sie bereit waren, auf den demokratischen Frieden zu verzichten, den demotra- tischen Frieden aber nur sicherstellen konnten, wenn sie seine Ver- teidigung organisierten, habe ich deutlich genug dargelegt. Ich er- kenne gern an, daß Trotzki und Genossen bei den Verhandlungen in Brest-LitowSk das Mögliche getan haben, was geschickt« Dialektik tun konnte, einen Friedensschluß demokratischen Charakter» für Ruß- land»nd dessen Randvölker zu erwirken. Aber bei Verhandlungen im Kriege hat nicht die Dialektik des GeistcS, sondern die Dialektik der Waffen daS letzte Wort. Da» konnten die Bolschewiki sich im vorau» sagen. Statt aber danach zu handeln, haben sie sich und ihr« Gläubigen mit dem Hin- weis auf eine in Deutschland und wer weih Nw noch� bevor- stehende Revolution getröstet. Hier ist e» unmöglich, von einem bloßen I r r t u m zu sprechen, ganz abgesehen davon, daß für Politiker, und ganz besonders für Politiker in regierender Stellung, der Irrtum kein« Entschuldigung ist, sondern günstigenfalls als Milderungsgrnnd angoführt werden kann. Indes war«in Irrtum über di« Nähe einer Revolution in Deutschland bei Leuten auSge- schloffen, die über die Macht» und Parteiverhältniss« in diesem Lande so reichliche Erfahrungen zur Verfügung hatten, wie Lenin und Genossen. So kann die Kritik sie nicht von dem Vorwurf freisprechen, für da» Tilsit Rußlands mitverantwortlich zu sein. Sie kann ihnen auch nicht gestatten, ihr Teil der Verantwortung dadurch zu verringern, daß sie den Sozialisten der Zentralmächte und der westlichen Län- der zurufen, nun ihretwegen schleunigst Revolution zu machen und dadurch den Randvölkern die Freiheit zu verschaffen, die st« selbst für jene verspielt haben. Revolutionen machen sich nicht ans Wunsch und unter allen verhiiltnlsscn." Damit zieht Bernstein den Trennungsstrich zwischen den Un« abhängigen und den Bolschewik!, spricht er sich unverhohlen für die nationale Verteidigung au». Aber gilt die nationale Verteidigung nur für Rußland? Oder darf man mit ihr erst be- ginnen, wenn man schon auf dem Hund ist! Lstte Nackrickten. ß Gegen den Frieden in Brest-LHowSk. Petersburg, 6. März. Nach einer Meldung der Petersburger Tskegraphenagentur legt« im Sowjet v. MoShan bei der BeHand- lnng der Friedensfrage der Sozialrevolutionär der Linken T s ch e- repanow di« dringende Notwendigkeit des Kampfe» dar und schlägt vor, sich an die Bauern und Arbeiter zu wenden. Japan«nd Amerika. New York, 6. März. Nach einer halbamtlichen Meldung der „Associated Preß' au» Washington haben sich Japan und seine Verbündeten auf den Grundsatz geeinigt, daß, wenn sich deut» scher Einfluß in Sibirien in schädlicher Weife geltend macht und unmittelbar« Gefahr fiir den Verlust an Kriegsvorräten bestände, Japan berechiigt sein solle, militärische Maßregeln zu ergreifen, um seinen Verpslichlungen gemäß den Frieden im fernen Osten für dl« Dauer de» Krieges zu erhalten. MeinungS- Verschiedenheiten bestehen darüber, ob Japan bei einer solche» Unternehmung unterstützt werden soll. Die Bereinigten Staaten erteilen keine förmliche Zustimmung zu den Plänen Japans, aber die Lage Japans findet volles Verständnis, und wenn Amerika nicht förmlich zustimmt, so wich da» keine un- günstige Wirkung auf die beiderseitigen Beziehungen haben. HewerffchofisbewMng 6inc ernste Mahnung zur Vorsicht«nd Selbst» entscheidung richtet der Vorstand des Deutschen Meta llarbeiterder- b a n d e S an die Mitglieder. Sie nimmt Bezug auf jene neuer» ding« in den Metallbetrieben wieder von Hand zu Hand gehenden Flugblätter, die Aufforderungen zur Niederlegung der Arbeit und zum Verlaffen der Betriebe enthalten. Wenn unberufene und un genannte„Führer* die in den Kreiien der Arbeiterschaft vorhandene Mißstimmung benutzten, um an die Krait und Stärke der organi» fi-rten Arbeiter zu appellieren und sie zur Erhebung aufzufordern, so sei zu betonen, daß solche Ralickläge ausschließlich im Interesse unserer Gegner gelegen seien, die den Krieg fortsetzen und Deutichlands Volkswirtschaft dadurch vernichtend treffen wollen. Sie stärken aber auch die Gegner eines Verständigungs friedenS und die Feinde jeder freiheitlichen Entwicklung im Lande ielbst. Mit einem Hinweis auf den Gang der Ereignisse in Rußland betont der Bo, stand: Nur eitel Flunkerei kann euch diese Verhältnisse als erstrebenswertes Ziel hinstellen... Folgt eurer eigenen Urteils krast. eurer eigenen Ueberlegung! Denkt an unsere Volksgenossen im Felde I Vergegenwärtigt euch die Gefahren eurer Brüder. Söhne, Verwandten und Freunde, die dort jeden Augenblick dem Tode ins Antlitz schauen, die härtesten, schwersten Opfer und Entbehrungen auf sich nehmen, um mit ihrer Heimat zugleich auch euch zu jchutzen._ »er Rekchstarif und die Militärsattler. Der neue Tarif, dessen wesentlichst« Aenderunge« der„Vor- värts* am 3. d. M. mitgeteilt hat, unterlag am Mittwoch der Be» schlußfassung jtiner Versammlung der in der MilitärausrüstungS- blanche beschäftigten Berliner Verbandsmitglieder. Der Referent Riedel gab eine eingehende Ueberstcht über die Ergebnisse der Verhandlungen und kam zu dem Schluß: Der neue Reichttarif bringt zwar eine Reihe von Lohnaufbesserungen, durch die aber die berechtigten Wunsche und Forderungen der Berliner Kollegen nicht erfüllt werden, so sehr fich deren Vertreter in der Zentraltartfkominiiston auch bemüht haben, den Berliner Forderungen Anerkennung zu vetichaffen. Nach Lage der Berhältnisse kann jedoch im Verhandlungswege nicht mehr er» langt werden. In einer Zeit der abflauenden Äonjunktur, die sicher zu erwarten ist. können wir ohne Reichstarif nicht auskommen, denn er bietet uns immerhin ein Mittel gegen die Gefahr der Lohndrückerei, die wegen der ausgedehnten Heimarbeit be- sonders groß ist. Wenn auch die Berliner Kollegen von den Lohnsätzen des Tarifs keine besonderen Verteile haben, so ist er doch für die Provinzorte von größerem Wert und das Beliehen des ReichstarifS wirkt der Abwanderung der Jttdusttie aus Berlin in die Provinzorte entgegen. Von diesen Gesichtspunkten aus muß der Tarif beurteilt werden und deshalb können ihm auch die Berliner Kollegen zustimmen. Die Diskussionsredner kritisierten verschiedene Punkte des Tarif«, stimmten aber im allgemeinen den Ausführungen deS Referenten zu. Schließlich wurde gegen einzelne Stimmen folgende Resolution angenommen: Die Versammlung ist durch das Ergebnis der Tarisverband» lungen nicht befriedigt, da es denBeiliner Verhältnissen nicht Rechnung trägt. Die Versammlung bedauert das geringe Entgegen- kommen der Unternehmer in der Lohnfrage, in der Einführung tariflicher Bestimmungen über Heimarbeiter und Zwischenmeister sowie der kostenloien Liefetimg von Nähmaterial. Die Versammluna stimmt aber für die Annahme des RetchStanjS im Interesse der FabrikationSorte tu der Provinz. Lohnforderungen der Bergarbeiter im östliche« Erzgebirge. Im Auftrage der organisierten B'legschaftsrnttolieder der Alten« berger Zwittersiocks-Gewerki.hntt in Altenderg. wo der Erzbergbau lange Zeit still lag und erst seit einiger Zeit wieder atikgenommen wurde, hat die vezirksleltrmg de» Bergarvesterderdande« der Werk»- Verwaltung Forderungen auf Sohnerhöhungen eingereicht. Und zwar wird für Akkordarbeiter eine Erhöhung deS Satzes für den gelieferten Wagen um soviel verlangt, daß für die Schicht nicht unter tv M. Verdient werden. Schichilohnarbeiter sollen mindestens 3 M. für die Schicht erhalten. Für Zimmerleuie und Schmiede und für Wäicke- arbeiter sollen die Stundenlöhne so erhöbt werden, daß für Ztm- merer nicht unter 7,50 M. und für Schmiede nicht unter 8.60 M. in der tehnstimdigen Schicht verdient werden Der Schichtlohn für sugendliche Arbeiter soll nicht unter 4 60 M. betragen. Für Fa- milienväter wird ein Kindergeld von 2 M. für jedes Kind monai- lich gefordert. Ferner wird ein LOrrozentiger Zuschiaq für lieber» stunden- und Sonntagsarbeit. eine Erhöhung deS Krankengeldes und die Eitiietzunq eines ErnährungSausschusseS aus Belegschafts- Mitgliedern verlangt. Diese in Anbetracht der herrschenden Teucrungsverhältnisse recht bescheidenen Forderungen lassen schon einen Rück'chluß auf die gegen- wältige Lage der Bergarbeiter in» östlichen Er igebirge zu. Tat'Schlich sind d>e bestehenden Löhne abiolut unzureichend, betragen sie doch im günstigsten Falle für Akkordarbeiter 8 M. iür die Schicht, während Schichtlobnorbeiter nur 0 M. verdienen. Noch ungenügender find die Stundenlöhne von 46 Pf. für Wäscheatbeiter und von 66 Pi. für Schmiede und Zimmerleute, die von die'em Lohn obendrein noch gewisse Ausgaben für Werkzeug bestreiten müssen. Auch daS K'anken- geld, das setzt nicht einmal die Hälfte des niedrigen Lohnes beträgt. ist vollständig unzureichend. Die Altenberger Erzbergleute leben also tatlächlich in reckt ungünstigen Verhältnissen, so daß ihrem Vorgehen voller Erfolg zu wünschen ist. Lohnforderungen in der Glasindustrie. Ans Drängen der Mitglieder bat der Vorstand des Verbandes der Glasarbeiter Deutschlands an den Schutzverband deuricher Glasfabriken, der die BeleucktungS- und WeißglaSindustrie umfaßt, folgende Forderungen einaercicht: E've Erhöhung der Löbne aTer Arbeiter und Arbeiterinnen, bis zu 60 M. wöchentlich, um 26 Proz.; von über 60 M. bis 80 M. wöchentlich, nm 16 Proz. t von über 80 M. wöchentlich um 10 Proz. An die Flaschenindus! iellen ist die Forderung gestellr. daß die Löhne um 26 Prozent erhöbt werden sollen, und die gleiche Forde- rung ist den Flakonglasindustriellen zugegangen. Bei allen diesen Forderungen hat der Vorstand seine Bereitwilligkeit zur Verhand- lung erklärt und dabei den Wunsch ausgedrückt, daß die Forderungen ab 1. April 1918 bewilligt werden mögen. » Der Vorstand ermahnt die Mitglieder, in eine umfassende Agitation iür den Verband einzutreten. Im Jabre 1917 bat die Organisation einen Zuwachs von 2028 netten Mitgliedern erkahren. Zurteit zählt der Verband 7069 Mitglieder, damit umfaßt er den Teil der Arbeiter, auf die eS in der Industrie vor allen Dingen ankommt._ Die Entwertung der geistigen Arbeit. Neber dieses Thema spricht in einer zu beute Freitag, abcxds 8 Uhr. nach den Germania- Prachtsälen, Cbausseestr. 110, emberuienen öffentlichen Vetsammlimg der technischen Privatangestellten Groß-Berlins Reichs- tagsabgeordneter Sivkovtch. Industrie und Kandel. Militär gegen Daimler! Stuttgart, 7. März. Zwilchen der Heeresverwaltung und der Doimler-Motoren-Ges ellschaft in Stuttgart- Unter- lürkhetm find Differenzen entstanden, die dazu iührten, der Leitung der Firma vorläufig eine militärische Aufsicht bei- zuordnen._ Oesterreich NttgarnS wirtschaftlicher FriedeuStzertrag mit Rußlaud. Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Oesterreick-Nngarn und Roßland sind in einer besonderen, einen Bestandieil des Friedensvertrages bildenden Anlage geregelt. Diese Abmachungen stimmen inbaliitch zum größten Teil mit den einschlägigen Bestim- nnmgen de« ukralnkschen Friedensvertrages llbereln. Die Vertrag schließenden verpflichten sich, möglichst bald nach Abschluß des allgemeinen Friedens zwischen Oesterreich-Nngarn einerseits und den mir ihm zurzeit im Ktiege befindlichen europäischen Staaten und den Vereinigten Staaten von Amertka und Javan andererseits in Verbandlungen über den Abichtuij eines neuen Handels- und Schis fabrtsverirages ein- zutreten. Bis zu diesem Zeitpunkt, jedenfalls ober bis zum 31. De- zember 1919, solle den gegenseitiaen Handelsbeziehungen die in einer besonderen Unterlaae enthaltenen Bestimmungen zu» nrunde gelegt werden. Diese Bestimmungen decken sich im weient- licken mit dem Inhalte des ö st erreicht sch-ungarisch- russischen Handels- und Schisfahrtsvertrages vom 16. Februar 1906, an dem entsprechend den geänderten Verhältnissen gewisse Ergänzungen und Abänderungen vorgenommen werden mußten.' Jedem der vertragschließenden Teile tst die Möglichkeit gegeben, diele Bestimmungen vom 80. Juni 1919 an mit sechsmonatiger Frist zu kündigen. Fall« von diesem.Kündigungsrechte vor dem 81. Dezember 1922 Gebrauch gemacht wird, werden bis zum 31 Dezember 1925, falls die Kündigung nach dem 81. De- zember 1922 erfolgt, für einen Zeitraum von drei Fahren, von dem Tage deS Außerkrafttretens der in der Unteranlaae enthaltenen Best'mmungen an gerechnet, die Angehörigen, die Handels». Er- werbs- und Finanzgesellicharten mit Einschluß der Verstcherungs- gefell'chaften. die Boden-, Industrie-Erzeugnisse und die Sckiffs jedes der beiden vertragschließenden Teile in den Gebieten des anderen Teiles die meistbegünstigte Behandlung genießen. Die im Sinne dieier Bestimmungen zugesicherte Meistbegüitsiigung gilt im Falle einer Aenderung der Zollverbältnisse inuerhald eines oder beider dex vertragschließenden Teile auch für dessen einzelne Staaten. Ebenso wie im ukrainischen Friedensvertrage ist auch im Friedensver- trag mit Rußland vorgesehen worden, daß Begünstigungen die Oesterreich- Ungarn an Deutschland aufGrund eines Z o l l b ü n d n i f s e S etwa gewähren sollt«, von der Meistbegünstigung ausgeschlossen bleiben. Ein analoger Vorbehalt ist auch zuaunsien Rußland« für Be- günstignnaen vorqeseh-n, die Rußland an ein anderes mit ihm durch Zollbündnis verbündetes Land gewährt. Besonders hervor- gehoben zu werden verdient, daß, soweit nickt in der Tarifanlage anderes bestimmt ist, für die ganze Dauer deS Pro- viforiums sowie der späterhin wechselseitig zu gewährenden Mcistbeciüitstiaimg der allgemeine russische Zoll« t a r i f vom 1 3./2S. Januar 1 903 maßgebend sein soll. Weiter haben sich die vertragschließenden Teile darüber ge« einigt, daß mit Friedensschluß die Beendigung deS Krieges auch auf wirtschaftlichem und finan« ziellem Gebiet erfolgen soll. Sie verpflichten sich, weder direkt noch indirekt an Maßnahmen teilzunehmen, die au' die Wetter- fühtung der Feindseligkeiten auf wirtschaftlichem oder finanziellem Gebiete abzielen, und mnerhalb ihrer Staatsgebiete»olche Maß- nahmen mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mittekn zu verhindern. Für die ll e b e r a a n q s z e i t. die zur Neb-rwindung der Kriegsrolgen und zur Neuordnung der Verhältnisse erforderlich fein w'rd, verpflichten sich die vertragschließenden Teile, möglich st keine Schwierigkeiten in der Beschaffung der notwendige» Güter durch Einführung hoher Eingangszölle zu bereiten. Sie haben sich auch berett erklärt, alsbald in Verband- hingen einzutreten, um ioweit als tnnlich die während des Krieges testgesetzten Zollbefreiungen vorübergehend noch länger aus- rechizucrbalien und weiter aiiszudehnen. Ein« besondere Bestimmung beiagt schließlich, daß Bevorzugungen, die einer der ver- iragickließenden Teile während des Krieges anderen Länoern durch Konzessionserteihingen oder andere staatliche Maßnahmen gewährt hat, aufgehoben oder aus den anderen Teil durch Gewährung gleicher Rechte ausgedehnt werden sollen. Verantwortlich für Volitit: Erich Kuttner. Berlin; für den übrigen Teil de« Blattes: Alst ed Scholz. Neukölln: für Anzeigen: Theodor Glocke. Berlin. Verlag: BorwärtS-Berlag.. Berlin. Di«et: BorwärlS-Buch- druckerci und VcrlagSaulhlt Paul Singer u. Co in Berlin, Lindenitraße 3. Hierzu 1 Bettnee und NnteefurttnngSdlittl. Diroktron Max Reinhardt. Oe-utHrhea Thonlor. 7 Uhr; Macht der FiRtterale. Kamme-rMpiele. 8 ü.t Der tchwarze Handschuh. Volksbühne. Thealer am BDIowalatz. Ontergrundb Schönh, Tor. 8 Uhr; Hanneies Himmelfahrt. dir 0. Meinhard— R Bernauer. Theater!/ Königgrätzerstr. 7"! Die Helden auf Helgoland Komödienhaus 8 Uhr: Die beiden Seehunde. Berliner Theater 7 Uhr: Hlitr, blauen lllut. Theater für Freitag, 8. März. Central-Theater Kommardantenstraße 57. 71/, I.-ie CeardaKfürotin Sonnt. 3'),: Der HCttenbesitzer. DeatBebeH OpernbaiiH 7tihr DerFreiscIiSlz. Frkedrich-Wilhelmst. Theater ßas üreiniätlErta. Komlaehe Oper V'/j Uhr: Schwarzwaldmädel. Sonnab., 9/3.; Sondcrvorstell. 3'/, Uhr: Schwarzwaldir.äde! Sonntag 3'/,: Die Kinohöninin. Oer gr'oRo Tarlete-Mplelplan dazu OaNtsple I: Frieda Hess, KgL Solot&nz, Jan Trojanowski, Hofb-Mstr.. Grote Ackermann, Job Hennig, Dora Retters, Gertrud Müller, Krna Fritat, Grete .Richter, Barbara Poita, Irmgard Adler vom Itallett lies Kgi. Hoftheater Oreaden. I.natwplelhang T/, Uhi: Bis hiontlsn Mädels v.Liiiilenlia! Metropo!-Theater u�: Bis Base m Stamtüil. Sonntag 3 Uhr: Die Kaiserin. IteaidenZ' Theater TVJhr: Der junge Zar. Kleines Theater T'i.utr: Kante. Neues Opsrefteniiaus Schiffbd.•la. Kassent.Nd. 281 7v.xnu:D£rSfl!i!al Warfe. Schiller-Theater O 7v, uhr: Meiller IM v»cblll< r i b. Charl. 7v. tmr: Hcpferratiis Erben. Thalia-Theater � Egon M seine Frauen. Theater am Nollendorfplatz 7 Uhr: m/ Thealer den Westen» Tv.uhr: Der verliebte Berzoi mit Guido Thielscher. Zirkus A. Scbumann. BM. Friedriehetr. Anf. 7»/, Letzte Saison in Berlin| Nur noch kurze Zeit Das vollständig neue Bärz-Programni. äP Tilly Bäbe mit ihr. dress. Eisbären.{ Entkleidungs-Szene in der Luft, Frl. Zoe. j 3faoh. Reck Gedr. Potrok. Die S Grazien am Draht. MoTiSrn Gr Ausst.-i SnCAIIVlI. Pantomime. üXerÄ6.: HATlOKAL-TflEÄTER Inselbrücke(Dcutsch-Amerikan. Theater.) brücke Ganz Berlin spricht von; Die ist richtig!... Tägl. 7'/, Musik: Walter Bromme. Täfll. T1/, j !!! Größter Lacherlolg ÜI Sonntag S1/,: Sludenlenliebchen.(Preiso: l,50- 8M.ij Rose-Theater. 7'/, Uhr: Eine Waise. Walhalla-Ihealer. 7'l, Uhr: Zum i. Male: As MlülilÄtf. E-faim-Lotterien Apollo I | Fnedrichstr. 218. Ti,\ Der Flieger Ton Tsingtan | sowie die verblütfendct[ Varieid-Attraktionen. | Theaterkasse ab 10 U.[ nnunterbr. geöffnet. 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