Nr. 147. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Bettungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betttzelle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs: Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 28. Juni 1894. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Abonnements- Einladung. Die Präsidentenwahl ann mußte Präsident der Republik werden, das als Finanzminister nicht zugelassen hatte. Ein ehrlicher Wir ersuchen alle unsere Freunde und Genossen, nach in Frankreich. Kräften für die Erweiterung unseres Abonnentenkreises zum 1. Juli thätig zu sein. Frankreich hat seit heute Nachmittag wieder einen Es ist das eine Parteipflicht. Die Hauptstärke einer Partei liegt in ihrer Presse Präsidenten. Nach harten Kämpfen innerhalb der Fraktionen je mehr Leser ein Blatt hat, desto größere Macht hat trat heute um 1 Uhr der Kongreß, die Versammlung sämmt es, und je größer die Macht der Parteipresse, desto größer licher Deputirten und Senatoren zusammen und wählte die Macht der Partei, wer dem Partei- Organ neue Leser gleich im ersten Wahlgange Cafimir Perier zum Präsidenten der Republik. zuführt, stärkt sonach die Partei. werden antworten, er war Präsident der Kammer, Präsident Wer ist Herr Perier? Die nach Aeußerlichkeiten urtheilen, des Ministeriums, Sohn eines der Bourgeoisie ans Herz geMinisters Louis Philipp's. Mit dem 1. Juli eröffnen wir ein neues Abonnement auf den wurde begriffen und mit ungeheurer Mehrheit wurde Sadi Carnot nach einem vergeblichen Wahlgange zum Oberhaupt der Republik gemacht. Vorwärts" Berliner Volksblatt wachfenen, gemäßigten Republikaners and Enkels eines démotraten fofort ihre Stimmenzu, obgleich Briffson politiſch und mit der illustrirten Sonntags- Beilage Die Neue Welt". Für Berlin nehmen sämmtliche Beitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus, wöchentlich 28 Pfennige. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 3,30 M. für die Monate Juli- August- September entgegen.( Eingetragen in der Post- Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919.) In unserer Nummer 71 begannen wir die Veröffentlichung des geschichtlichen Romans Der Jude. Von Spindler. Neu eintretenden Abonnenten werden die bisher erschienenen Nummern auf Verlangen nachgeliefert. Seitdem hat Frankreich den Panamaschwindel erlebt, der sich zu der Wilson Affäre wie ein Rehberg zum Chimborasso verhält, wer anders war da vorausbestimmt zum Präsidenten der Republik, als der Mann, der wegen seines fleckenlosen Charakters in ganz Frankreich geehrt ist und in der Panama- Untersuchungsfommission bestimmt wurde, der deshalb allein ernsthaft in Frage kam, als über den Vorsitz Brisson. Diesem Manne sicherten deshalb auch die Sozialfozial ihr Gegner ist. Diese Ueberwindung der SozialIst nun Herr Perier deshalb gewählt worden? demokraten ist dem Großkapital fremd, sie brauchten keinen Nein, Herr Cafimir Perier ist gewählt worden, weil er Charakter, sie wollten eine Fauft haben, einen Mann, der so gemäßigt ist, daß man ihn für einen geheimen Orleanisten mit der Großbourgeoisie steht und fällt, einen Mann, hält, er ist gewählt worden, weil er der reichsten französischen dessen Interessen ihre Interessen sind, einen Mann frei von Bourgeoisie angehört, weil sein Vermögen nach Duyenden Sentimentalität, einen Mann, dem die Worte Freiheit, von Millionen zählt, weil er dem Kreise der Rothschild Gleichheit und Brüderlichkeit", dieser Wahlspruch der franund Leon Say angehört, weil er ein sicherer Vertreter des zösischen Revolution und Republik, Phrase nichts Großkapitalismus sans phrase ist, weil er die Garantie als Phrase sind. Den Mann, der mehr Ausnahme bietet, ein reiner, vor feinem Mittel zurückschreckender Ver- gesetze in der kurzen Zeit seines Ministerinms vertreter der Klaffeninteressen der Bourgeoisie zu sein. treten hat, als die ganze französische Gesetzgebung Er wurde gewählt, weil sein Kapital in Fabriken sonst enthält, das war der Mann, den der französische und Bergwerfen angelegt ist, weil er an den sozialen Kongreß zum Chef des Staates gemacht hat und dem Kämpfen als Großunternehmer mitinteressirt ist. Niemand morgen die ganze kapitalistische Presse diesseits und jenseits weiß etwas von hervorragenden Eigenschaften des Geistes des Ozeans zujubeln wird, der heute wohl nicht die Zeit und des Charakters Cafimir Perier's, darauf wird von den gefunden hat, die freudigen Begrüßungen seiner Kollegen herrschenden Klassen Frankreichs gerne verzichtet, wenn ihr auf den Thronen Europa's zu erwidern. Vertreter nur sicher ist als ein Mann, dem die ,, Heiligkeit des Eigenthums" höher steht als alle Grundsätze einer Republik. Wie tief ist Frankreich seit sieben Jahren gesunken! Als zum letzten Male, vor 61/2 Jahren, sich der Kongreß Nach diesem Noman werden wir einen anderen veröffent- versammelt hatte, stand Frankreich unter dem Eindrucke lichen, der in Berlin spielt und die März Ereignisse der Korruption Wilson's. des Jahres 1848 schildert. V Der französische Kongreß hat Herrn Cafimir Perier gewählt; wird aber das französische Volt mit der Wahl zufrieden sein? Wir glauben es nicht; wir glauben auch nicht, daß Casimir Perier gewählt worden wäre, wenn die Wahl des Präsidenten der Republik sich so vollziehen würde, wie die Sonstige Gesetzgebungsarbeit in Frankreich, daß Kammer und Wian wandte sich ab von den Kandidaten Ferry Senat gesondert über die Wahl hätten beschließen müssen. und Freycinet, man griff nach einem Mann, an den Mit 451 gegen 402 Stimmen wurde nämlich Herr Perier niemand gedacht hatte, nach Carnot, und einzig deshalb, blos gewählt, da aber der Senat, diese Vertretung des weil man von ihm wußte, daß er ein ehrlicher Mensch Großbefizes, mit übergroßer Mehrheit sich für Casimir Die Redaktion und Expedition des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. war, der Steuerhinterziehungen seitens reicher Unternehmer Berier erklärt hatte, scheint es erwiesen zu sein, daß das Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. Spindler. 75 " Ich muß Euch auffordern, vorlauter Mensch, zu schweigen, flog die Erzählung des Vorfalls gestrigen Tages, entstellt, wenn ich nicht reden soll."" Frei heraus", entgegnete vergrößert und gehässig gemacht, rings umber, von dem Dagobert, in welchem die vom Schultheiß gegen Esther Oberstrichter, seinem Sohne und des Schultheißen Neffen beabsichtigte Unbill die Flamme schürte. Frei heraus! verbreitet. Die Dagobert Zunächststehenden wichen um Ich habe schon gesehen, daß Ihr scheel auf mich schaut. mehrere Schritte zurück, denn der Angeklagte hatte ja mit Bielleicht erfahre ich jetzt, warum. Doch rathe ich Euch, Juden zu thun gehabt, und den Nachrichter berührt, war jede Schmähung gegen Vater oder Mutter unterwegs zu vielleicht von dem letzteren wieder berührt worden. Die lassen, soll ich nicht vergessen..." Mäßigt Euch!" Frauen, die am längsten für ihn Theinahme gehegt, rümpfflüsterten ihm mehrere theilnehmende Freunde zu, und ein ten, da sie von der Judendirne hörten, höhnisch die Nase. Gleich, gleich", stotterte Diether halb außer sich, begütigender Blick von der Frau von Dürningen machte Die Frau von Dürningen mit ihrer Tochter sah scheu und nach Mantel und Piret rufend, welches ihm der Stuben- ihn schweigen." Ihr habt Euch schon vergessen," brauste befangen, obwohl nicht zürnend nach dem Jüngling. So diener zögernd und faul herbeibrachte. Indessen ging die der Schultheiß auf:" doch soll man nicht sagen, als wollte ſehr indessen mehrere auf des Schultheißen rücksichtslose Nachricht schnell um die ganze Tafel, und Dagobert sprang ich vergelten, was der Jugend Thorheit oder der Trunk Schmachrede einen heftigen Ausbruch von Dagobert's ebenfalls auf, um dem Vater zu folgen, der sich gerade aus Euch spricht; als Ritter und Schultheiß vergebe ich Wuth befürchteten, den wieder andere, der Folgen wegen, der Thüre näherte, als der Schultheiß zu dem Bürger- Euch Eure rohe Unart. Aber als Stubenmeister dieser wünschten, so sehr hatten sich diese geirrt. Die letzten Worte meister laut genug sagte: Wie könnt Ihr nur eine Frage löblichen und reinadligen Gesellschaft habe ich ein Wort zu des Stubenmeisters hatten eine himmlische Ruhe über das verschwenden nach dem Thäter, wohlweiser Herr? Wie Euch zu sprechen, das früher schon gefallen wäre, hätte ich Antlitz des Beleidigten verbreitet." Ich dachte bis jetzo die Sachen in jenem Hause stehen, ist mir nicht fremd. früher Eure Anwesenheit bemerken, oder Euren Vater nicht unter gefühlvollen Menschen zu stehen;" erwiderte er, sich Man muß wissen, daß die Stiefmutter und der eigene schonen wollen. Warum, junger, unbesonnener Gesell, er- ernst umschauend:" doch habe ich mich geirrt. Es ist wohl Bruder die arme Schwester stets verfolgten, und daß der fordern unsere Ordnungen acht Ahnenschilder zur Aufnahme keiner unter all' diesen edlen Herren, der nicht sein Geld ersteren leiblicher Bruber ein weitberüchtigter Buschtlepper in die Genossenschaft? Damit nur reinadlige Gesinnung verschwendete, um einem lahmen Pferde wieder auf die ist, der im Stadtbann wie im Kirchenbann liegt, um den in diesem Kreise herrsche. Wer gegen Sitte, Bucht und Beine zu helfen; keine unter all' diesen Frauen, die nicht ganzen Handel begreifen zu können." Diether horchte Biederteit handelt, wer schlechter Gesellschaft pflegt, zum ihr Herz zerrissen fühlte, sähe fie ihren Schooßhund in Ges hoch auf; schleuderte dann einen vernichtenden Blick auf Abschaum des Pöbels hernieder steigt, und mit Nohheit den fahr. Doch sprechen sie über mich das Urtheil, weil ich seinen Sohn, und rannte ungestüm aus der Thür. Dagobert, Adel und die Würde schmäht, wird aus diesem Hause ges mit den erbarmenswerthesten Menschen Mitleid fühlte; weil den Groll des Vaters übersehend, trat jedoch festen Schritte wiesen, und also thue ich Euch."- Mir?" fuhr Dagobert ich eine Grausamkeit abwehrte, die nur in dem traurigsten und schnell auf den Schultheißen zu, und sagte mit Gewicht: auf, und rings ward es stumm. Euch!" wiederholte Verfolgungsgeiste, nicht im Richteramte ihren Grund findet. Wie mögt Ihr nur, edler Herr, solch unüberlegt Wort in der Schultheiß mit der zu Boden schlagenden Hoheit, die In Gottes Namen denn; ich wußte nicht, daß Juden offener Gesellschaft meinem Vater und mir zum Gehöre ihm zuzeiten eigen war: Denkt des gestrigen Tages, und weniger als Hunde und Gäule sind, und diese Lehre ist der reden? Wie mögt Ihr meine Stiefmutter beschimpfen, die fragt Euch selbst, ob Ihr ferner würdig seid, auf diesem Verweisung aus diesem Hause wohl werth. Ich gehe mit des Leuenburgers sittenlosen, übeln Wandel nicht theilt, Boden zu stehen. Wer mit Juden, Mördern und Dieben Freuden und thue dieses ohne Groll, denn ich erzähle nicht sondern stets ein Muster von Rechtschaffenheit für die ganze verkehrt, sie gegen die öffentliche Gewalt in Schutz nimmt, einmal den ehrsamen Anwesenden, was zwischen dem geStadt gewesen?" den Richter in seinem Amte lästert und bedroht, wer sich strengen Herrn Schultheiß und dem schlechten Judenarzt Der Ritter maß den Jüngling, auf den sich alle Blicke nicht schämt, an den unehrlichen Stöcker auf offener Gasse Joseph abgeredet worden ist." richteten, vom Kopf bis zu den Füßen, und verzog höhnisch Hand zu legen, um das Gesindel zu befreien,... der siche den Mund. Wenn ich auch sehr gut begreife", sprach er, nicht mehr unter uns, nicht heut, nicht morgen und nimmer. wie es fommt, daß hier der Stiefsohn für die Stief Dort ist die Thüre. Geht!" mutter so heftig Partei nimmt, so möchte ich das Recht Um aller Heiligen willen! was ist vorgefallen?" wohl kennen, das Euch zusteht, mich zur Rede zu stellen? fragten die meisten aus der Versammlung, und zur Antwo " " " Mit einem mitleidigen Blicke streifte er noch einmal alle Umstehenden, besonders den höhnisch lächelnden Oberstrichter und den verlegenen Schultheiß, gürtete langsam seinen Stoßdegen um, band das Piret unterm Kinn fest une verließ ohne end ein Zeichen des Lebewohls, wie ein im Rückzuge Wir lassen hier nun die Depeschen über die Vorgänge bei der Wahl folgen. ver" # wäre nente Staatsoberhaupt in der aus allgemeinen Wahlen gesteckt haben. Sie warten, daß man ihnen das Beispiel[ hervorgegangenen Deputirtenkammer in der Minorität gebe". Nun, dieses Beispiel wird, wenn überhaupt gegeben, geblieben ist, so ist der neue Präsident schon durch die Ver- erst nach der Präsidentenwahl erfolgen. Diese ist's, die theilung der auf ihn gefallenen Stimmen als Vertreter des vorläufig alle Gemüther beschäftigt und keinen anderen Großkapitals charakterisirt. Gedanken aufkommen läßt. Den Débats" Die Bourgeoisie wird diesen Erfolg feiern, sie wird ihn es allerdings am liebsten, wenn man sich außer als eine Garantie einer ihr genehmen Politik in den nächsten ihrem Kreise mehr mit Trauerschmuck und sonstigen fieben Jahren betrachten, sie wird ihn als einen schweren Dingen beschäftigen würde, um mit ihren Freunden Schlag gegen das aufstrebende Proletariat Frankreichs desto leichter und ungestörter selber die Wahl des deuten. Präsidenten leiten und bestimmen zu können. So fragt sich Sie täuscht sich aber, nicht die Casimir Perier, aber jeder, wer wird aus der morgigen Wahl hervorgehen. Dupuy, Constans bestimmen die politischen Verhältnisse, Selbstverständlich kann dies den Sozialisten, kann dies der die ökonomische Entwicklung ist stärker als dies, sie wird organisirten Arbeiterschaft nicht gleichgiltig sein. Können sie, die Freude der Bourgeoisie kurz sein lassen, sie wird den die überhaupt gegen jede Präsidentschaft sind, die ja doch Sieg des sozialistischen Gedankens rascher herbeiführen als nur die monarchische Tradition unter anderem Namen fortdie Bourgeoisie und ihre Schußheiligen sich träumen lassen. fegt, auch keinen eigenen Kandidaten aufstellen, so können und müssen sie es wenigstens zu verhindern suchen, daß nicht ein ausgesprochener Feind der Arbeiterschaft und deren Emanzipationsbestrebungen zum Oberhaupt der franVersailles, 27. Juni. Die ftrengsten Maßregeln sind zösischen Republik ernannt werde. Ein solch' ausgesprochener getroffen, um die Ordnung aufrechtzuerhalten und die Bugänge Feind ist aber Casimir Perier, ein solch' ausgesprochener zum Rongreßfaal frei zu machen. Von 11 Uhr sind die Feind Charles Dupuy. Beide find aber die Kandidaten der Straßen durch Cordons von Polizei- Agenten besetzt. In der Rue Gambetta, in der sich das Gebäude des Ron- Ausbeuterwelt, die ihr Ganzes daran sehen, um einen der greffes befindet, ist der Wagenverkehr vollständig beiden Arbeiterfeinde als Sieger aus der morgigen Wahl boten, die Truppen sind in den Kasernen konfignirt, hervorgehen zu sehen. Das arbeitende Volt hat sie am Bahnhof ist eine Abtheilung des 5. Pionier Regiments beide als Ministerpräsidenten kennen gelernt und weiß, aufgestellt. was es von ihnen zu erwarten hat, gleichgiltig wer von ihnen Beiden an die Spitze der Republik tommt. Ihre Barole ist darum: Weder Berier noch Dupuy. In der Wahl einer dieser Beiden sehen sie, wie Genosse Baillant an der Spitze der heutigen Petite République" ganz richtig hervorhob, eine soziale Kriegserklärung, deren Verantwortung die morgen zu einer Nationalversammlung Versailles, 27. Juni. Der Saal des Kongresses und zusammentretenden beiden Kammern zu tragen haben die Tribünen sind überfüllt. Die Diplomatentribüne ist vollständig würden. Hoffen wir, daß Frankreich von der Wahl des besetzt. Challemel- Lacour als Präsident eröffnet die Sigung um einen wie des anderen dieser Mammonsknechte verschont 1 Uhr 10 Minuten mit folgenden Worten: Sie fennen das bleibt. schmerzliche Ereigniß, das den Zusammentritt des Rongresses veranlaßte, ein Ereigniß, das Frankreich in Trauer versenkt und alle fremden Regierungen ohne Ausnahme tief bewegt." Challemel- Lacour verliest die auf die Präsidentenwahl Depeschen. bezüglichen Artikel der Verfassung, erklärt die National versammlung für konstituirt und schreitet zur Aufstellung der Strutatoren durch das Loos. Dejeante begehrt das Wort, um die Abschaffung der Präsidentschaft der Republik zu verlangen. Michélin fordert gleichfalls das Wort. Der Präsident verweigert es beiden. Baudry d'Asson will sprechen, wird aber von zahlreichen Stimmen mit dem Stufe:" Schweigen!" unterbrochen. Man schreitet darauf zum namentlichen Aufruf der Mitglieder des Kongresses. Casimir Perier wohnt der Sigung nicht bei. In einer Vollversammlung der Linken im Variété Theater waren ungefähr 100 Mitglieder zugegen; bas rabitale Element herrschte vor. Berninac, der den Vorsitz führte, schlug die Kandidatur Briffon's vor, welche einstimmig durch Zuruf an genommen wurde. Die Versammlung ertheilte dem Bureau Vollmacht, im Falle außerordentlicher Vorkommnisse beim Kongreß den Umständen gemäß vorzugehen. Votums in den Part. Versailles, 27. Juni. Kongreß. Dupuy hat auf der Ministerbank Platz genommen. Der deutsche Botschafter Graf Münster ist auf der Diplomatentribüne anwesend; die Parteien find soviel als möglich gruppirt. Die Abstimmung vollzieht sich ohne Störung. Biele Mitglieder begeben sich nach Abgabe ihres Bersailles, 27. Juni, 8 U. 15 M. Nachm. Die Abftimmung im ersten Wahlgange ist geschlossen worden, das Er gebniß wird in etwa einer Stunde bekannt gegeben. Versailles, 4 Uhr 30 Min. Der Kongres wählte im ersten Wahlgange Cafimir Perier mit 451 von 853 Stimmen zum Präsidenten der Republik. " Weitere Drahtnachrichten aus Frankreich siehe unter Politische Meberlicht. Berlin, den 27. Juni. W bitte ich, Herrn Minister Grafen Eulenburg und Herrn Geheimrath Hahn mein Bedauern darüber auszusprechen, daß der Entwurf des Sozialistengefeges in der Provinzial Korrespondenz amtlich publiziert worden ist, bevor er im Bundesrath vorgelegt war. Diese Veröffentlichung präjudizirt jeder Amendirung durch uns und ist für Bayern und andere Dissentirende verlegend. Nach meinen Verhandlungen von hier aus mit Bayern muß ich annehmen, daß letteres an seinem Widerspruche gegen das Reichsamt festhält. Württemberg und, wie ich höre, auch Sachsen widersprechen dem Reichsamt nicht im Prinzip, wohl aber angebrachter Maßen, indem sie die 3uziehung von Richtern perhorres ziren. Diesem Widerspruche kann ich mich persönlich nur anschließen. Es handelt sich nicht um richterliche, sondern um politische Funktionen, und auch das preußische Ministerium darf in seinen Vorentscheidungen nicht einem richterlichen Kollegium unterstellt und auf diese Weise für alle Zukunft in seiner politischen Bewegung gegen den Sozialismus lahm gelegt werden. Die Funktionen des Reichsamts können nach meiner Auffassung nur durch den Bundesrath entweder direkt oder durch Dele gationen an einen jährlich zu wählenden Ausschuß geübt werden. Der Bundesrath repräsentirt die Regierungsgewalt der Gesammt- Souveränetät von Deutschland, dabei etwa dem Staatsrathe unter anderen Verhältnissen entsprechend. Bisher muß ich indessen annehmen, daß Bayern auf diesen für Württemberg, Sachsen und für mich persönlich annehmbaren Ausweg nicht eingehen wird. Auch die Klausel in Nr. 3 Art. 23, daß nur arbeitslose Individuen ausgewiesen werden dürfen, ist für den Zweck ungenügend. Ferner bedarf das Gesetz meines Erachtens eines Zusatzes in betreff der Beamten dahingehend, daß Betheiligung an fozialistischer Politit die Entlassung ohne Pension nach sich zieht. Die Mehrzahl der schlecht bezahlten Subalternbeamten in Berlin, und dann der Bahnwärter, Weichen steller und ähnlicher Kategorien sind So= 3ialisten, eine Thatsache, deren Gefährlichkeit bei Aufständen und Truppentransporten einleuchtet. Ich halte ferner, wenn das Gesetz wirken soll, für die Dauer nicht möglich, den gesetzlich als Sozialisten erweislichen Staatsbürgern das Wahlrecht und die Wahlbarkeit und den Genuß der Privilegien der Reichstagsmitglieder zu lassen. Alle diese Verschärfungen werden, nachdem einmal die mildere Form in allen Zeitungen gleichzeitig bekannt gegeben, denselben also wohl amtlich mitgetheilt ist, im Reichstage sehr viel weniger Aussicht haben, als der Fall sein könnte, wenn eine mildere Version nicht amtlich bekannt geworden wäre. Die Vorlage, so wie sie jetzt ist, wird praktisch dem Sozialismus nicht Schaden thun, zu seiner Unschädlichmachung keinesfalls ausreichen, naments lich da ganz zweifellos ist, daß der Reichstag von jeder Vorlage etwas abhandelt. Ich bedaure, daß meine Gesundheit mir absolut verbietet, mich jetzt sofort an den Verhandlungen des Bundesrathes zu betheiligen, und muß mir vorbehalten, meine weiteren Anträge im Bundesrathe im Hinblick auf die ordentliche Reichstagssession im Winter zu stellen. v. Bismarck." Dieser Brief ist, abgesehen von seinem historischen Der 46. fozialdemokratische Reichstags Abgeordnete. Aus Pinneberg wird dem Wolff'schen Telegraphenbureau das amtliche Wahlresultat aus dem Wahlfreise Pinneberg- Elmshorn gemeldet. Nach demselben erhielten von den abgegebenen 27 107 Stimmen von Elm( Sozialde motrat) 13 814 Stimmen, Mohr( nationalliberal) 13 293 Stimmen. haben wir um 83 Stimmen die Zahl der bei der Stichvon Elm ist mithin gewählt. Somit wahl im vorigen Jahre abgegebenen Stimmen überschritten. Interesse, lediglich deshalb beachtenswerth ,, weil er gerade Glm hat 521 Stimmen mehr als Mohr und 1583 mehr als jetzt veröffentlicht wird, wo die internationale Reaktion bei der Wahl am 13. Juni d. J. erhalten. Sein Gegen- sich anschickt, die öffentliche Meinung für ein Vorgehen der kandidat Mohr erhielt 7299 Stimmen mehr als bei der Mächte gegen den Anarchismus zu bearbeiten. Hauptwahl und blos 39 Stimmen weniger als für Anti- Wer die Handhabung des Sozialistengesebes fennt, semiten, Nationalliberale und Freiſinnige zusammen am fie am eigenen Leibe erlebt hat, der weiß, daß dieses Gesetz daß wir lediglich eigener Kraft den Sieg verwaltungsinstanz noch immer weniger polizeilich abgeurtheilt 13. Juni d. J. abgegeben wurden. Man ersieht hieraus, ein Polizeigesetz ärgster Sorte war, ja daß die oberste Verdanken, daß uns gegenüber die festgefügte einige hat wie die Gerichte. " reattionäre Masse stand. Es kann deshalb blos Auch die Beamten, die mur im Verdachte sozialdemo erheiternd wirken, wenn die National- Beitung" noch immer fratischer Gesinnung standen, sind allerwärts im Deutschen Einen vor der Präsidentenwahl geschriebenen Brief den Konservativen die Schuld an dem Mißerfolge ihres Reiche gemaßregelt worden, im wesentlichen sind Bismarck's unseres französischen Korrespondenten lassen wir als Margarinenmannes beimißt. Die Diskussion über die Wünsche durch den Uebereifer der Behörden ganz erfüllt Stimmungsbild in unseren Pariser Parteikreisen folgen: Ursachen dieses neuen sozialdemokratischen Sieges würde, worden, und trotzdem haben sie nicht die Sozialdemokratie Von der Trauerkundgebung über den Verluft Carnot's obgleich sie nichts neues als altes Parteigezänke auffrischen überwunden, sondern Bismarck zum politischen Tode vermerkt man so wenig in den Straßen, daß selbst die ,, Débats" würde, einen breiteren Raum in der Preffe einnehmen, holfen. Wir sind unter der Herrschaft des Sozialistenges eges sich veranlaßt sehen, den Mangel an Trauerfahnen zu wenn sich nicht das ganze politische Interesse auf die Vor- die stärkste Partei im Reiche geworden, Bismarck und sein rügen, die nicht einmal an allen öffentlichen Gebäuden an- gänge in Frankreich konzentriren würde. Wir haben jeden- Klüngel sind aus der Verwaltung des Reiches hinausgebracht sind. Mit Ausnahme der Ministerien, der beiden falls keine Veranlassung, in diesen häuslichen Streit uns gedrängt und dies wäre vielleicht früher geschehen, wenn Kammern und des Palais de l'Elisée, dem Sige der einzumengen. Bismarck's Wünsche wörtlich, wie sie in dem oben verPräsidentschaft der Republik, ist eben kein einziges öffentliches Nicht ohne Absicht veröffentlicht gerade heute das öffentlichten Briefe stehen, erfüllt worden wären. Gebäude mit einer Trauerfahne versehen. Bei einer großen hiesige Bismarck- Organ, die Berliner Neuesten Nachrichten" Zahl unserer Berwaltungen, flagt darum dieses Blatt, scheint einen Brief, den Bismarck zur Zeit der Ausarbeitung des man nicht zu wissen, daß Frankreich in Trauer ist und Sozialisten Gesetzes geschrieben hat. Derselbe fieht in dieser unerklärlichen Vergeßlichkeit" den Grund, lautet: warum die einfachen Bürger" keine Trauerfahnen aus- ,, Kissingen, den 15. August 1878. Euere Hochwohlgeboren retter anbietet. " " Dies muß sich jeder sagen, der nicht die letzten sechzehn Jahre verschlafen hat und deshalb wird es nur Hohngelächter hervorrufen, daß sich jetzt der durch die Sozials demokratie zum Bankrott getriebene Bismarck als Staats" noch furchtbarer Feind, das Tafelzimmer. Sein Scheiden gekommenen Leute meiner Schwester?"- Sie schlafen hinzu: redet und gebe Gott, daß ich helfen könne." war das Zeichen zu offenem Zwifte in der Gesellschaft. schon in wohlverriegelten Stuben," berichtete Vollbrecht:" Mein Herr, Euer Vater war hier," sprach Margarethe Manche, mit dem Geschlechte der Frösche theils befreundet, denn die ehrfame Frau meinte, sie könnten wohl selbst in kurzen Absätzen.-Er hat unmenschlich gegen mich ges theils verschwägert und verbunden, erkühnten sich, dem allenfalls das arme Fräulein getödtet, oder an einen Räuber wüthet. Argwohn und Grimm theilen sich in seine Seele. Stubenmeister Vorwürfe über sein hartes Benehmen gegen verkauft haben,"" Möglich wär' es allerdings;" er Unbezweifelt scheint es ihm, daß mein Bruder Wallraden den Sohn eines angesehenen Altbürgers und Schöffen zu widerte Dagobert: ich will morgen die Leute sprechen. aufgefangen, und daß ich die Anstifterin des Frevels gewesen. machen. Ohne Dagobert's Schuld an dem Vorfalle in der Gieb mir die Kerze und warte indessen auf den Vater." Jch tann bei dem ewigen Gott beschwören, daß ich unJudengasse vertheidigen zu wollen, theils von Vorurtheilen Dem wie aus dem Himmel herabgefallenen Bubenstück schuldig bin, aber Herr Diether glaubt meinen Schwüren befangen, theils zu muthlos, um gegen die Vorurtheile anderer nachsinnend, stieg Dagobert die Treppe empor, und kam nicht. Wie soll ich ihn überzeugen? Sprecht! Ihr könnt anzufämpfen, sprachen sie von dem zahlreichen Anhange eben an Frau Margarethens Gemach vorüber, als dessen mir Euern Rath nicht verweigern, noch Eure Hilfe; denn Diethers, der sich in seinem Sohne schwer beleidigt sehen Thüre sich leise öffnete, und der Altbürgerin Stimme ein auch Euch verwickelt der Argwohn in seinen Verdacht. würde; von der Rache, die wohl auf eine oder die andere leises: Junter Dagobert! seid Jhr's?" daraus vernehmen Er glaubt ein Verständniß zwischen uns beiden wahrzuWeise nachfolgen dürfte. Die Widersacher bestritten hin- ließ. Ja freilich, ehrsame Frau" antwortete der junge nehmen."" Ein schönes Vertrauen in Gattin und Sohn!" gegen verächtlich alle Mahnungen, verlachten jede Drohung, Mann:" Behüt' Euch Gott und segne Euern Schlaf." erwiderte Dagobert aufwallend: Uns traut er einen Bund und gedachten des Ausgewiesenen und seines Vaters mit bleibt," flüsterte Margarethe, mit der weißen Hand aus von dieser Schändlichkeit zu? Wir sollten einen Menschen, den ehrenrührigsten Beinamen. Sie mögen versuchen, dem Halbdunkel hervorwinkend." Laßt mich den Augenblick unsere Verwandte an Räuber verkauft, wohl igar aus dem wie weit ihre Ohnmacht reicht;" rief der Schultheiß: ich benußen und tretet bei mir ein!" Dagobert stuzte, und Wege geräumt haben? Der Vater hat sich sehr geändert. habe meine Pflicht gethan, und werde als Stubenmeister Margarethens frühere unverhohlene Leidenschaft für ihn, Aber Ihr habt Recht, arme Stiefmutter. Wer nicht wie als Schultheiß mein Recht behaupten."- Für rebel- und auch zugleich etwas von des egyptischen Joseph's Ge- glauben will, muß die Ueberzeugung in der Hand sehen. lische Bürger giebt es noch Thürme!" drohte der Oberst schichte fiel ihm ein. Er zögerte. Um der göttlichen Um Guern Ruf und den meinigen zu retten, feze ich mich richter. Was ist hier auch viel zu scheuen?" lachte des Barmherzigkeit willen!" seufzte die Stiefmutter dringend, morgen zu Pferde, und reite in der Welt herum, bis ich Schultheißen Neffe: Dagoberts Wandel auf dem Konzil Einen Augenblick nur hört mich an. Fürchtet nichts, die Spur des Unkrauts gefunden."-" Ihr seid ein wackrer ist stadtbekannt, sein Leumund nicht ehrenvoll." Der mein lieber Sohn!"- Die Bitte klang so rührend, daß edler Mensch!" sagte Margarethe mit auflebender Hoffverruchte Mensch will nicht einmal der Mutter Gelübde Dagobert ferner fein Bedenken trug, einzutreten in das nung, seine Hand in ihre gefalteten nehmend: Seid Ihr erfüllen, und Pfaffe werden!" klagte der Vetter der Frau warme trauliche Gemach, in welchen, beim halben Schimmer mein Hort, wenn mich die ganze Welt verläßt..., dann von Dürningen mit heuchlerischer Miene. Wohl uns, einer verdeckten Lampe, die schöne Margarethe in tiefem fürchte ich nichts. Guter Dagobert," fuhr sie mit dem wenn der lüderliche Pickelhäring sich nicht mehr in adliger Nachtgewande ihn empfing. Sein Herz pochte, seine Hand Ausdruck beschämter Dankbarkeit fort: leider kann ich Gesellschaft zeigen darf;" schrie des Oberstrichters Sohn, zitterte in der ihrigen, aber besonnener als fie, 30g er den noch nicht so offen gegen Euch sein, als ich es sollte, denn und der Schultheiß fügte, wie mit prophetischer Zuversicht, Schirm von der Lampe, und fühlte eine Art von Be Ihr seid unfähig, mich zu verrathen und unglücklicher zu hinzu:„ Es dürften vielleicht bald ganz andere Dinge von ruhigung, da er in kein von lüfternem Verlangen erregtes machen, als ich schon bin. Indessen, fehrt Ihr zurück, so dem Hause der Frösche zur Sprache tommen!"- Die dem Gesicht, sondern in ein Anlig voll Kummer und Gram, in sollt Ihr mehr erfahren, von dem Ihr Euch nicht träumen geschmähten Geschlechte Anhangenden brachen schmollend thränenvolle Augen sah. Was begehrt Ihr?" fragte er laßt; und dann beklagt mich vollends, und flucht mir und zürnend auf; die Freuden des Festes waren gestört, sanft und mitleidig die weinende Frau:" Ich bin bereit nicht."" Ich verstehe Euch nicht," entgegnete Dagobert und aus der fröhlichen Ostertafel eine gallige Gasterei mit Wille und That; nur einen Rath verlangt nicht, denn unbefangen, ich hoffe auch nicht, jemals aus Eurem Munde geworden, an welcher Feindseligkeit und Haß ihr Panier ich bin gerade in einer ganz besonderen Stimmung, wo etwas Fluchwerthes zu erfahren; aber bei dieser Gelegen auffteckten.mir alles bunt durch den Kopf geht." Ich bin grenzen- heit entfinne ich mich plöglich eines Auftrages, den ich von Berachtung gegen seine Feinde, aber auch ein ruhiges los unglücklich!" brach Margarethe unter bittern Thränen guter Hand erhalten, und dessen ich mich gegen Euch entBewußtsein im Herzen, hatte Dagobert sein väterliches aus, und fant auf einen Stuhl: Ich bin ein armes Weib, ledigen muß, bevor ich ausreite, lieb Schwesterlein zu Haus wieder gefunden. Vollbrecht öffnete ihm die Thüre. not fehlerfrei, aber so entsetzlich sollt' ich doch nicht für suchen. Der arme Jude Ben David, der unter der AnBater?" Wo ist mein Vater?" fragte er den Knecht. Der meine unschweren Vergehen büssen!" Der Gedanke klage unterhörter Verbrechen im Kerker jammert mit seinem gestrenge Herr hat sich durch den Peter zum Stadthaupt- und der Wunsch nach einem Fehltritt macht ihn oft zur hundertjährigen Vater, läßt Euch dringend um Hilfe anmann leuchten lassen, um ihm die Anzeige von dem Raube Folter, als sei er schon vollbracht," meinte Dagobert; doch flehen." zu machen."" Gut;" versetzte Dagobert: Die zur bereute er schnell den Stachel seines Wortes, und setzte ( Fortsetzung folgt.) " " " Das Rabengekrächz der Reaktionäre nimmt zu. „AnZnahmcgcsetze!" czellt es ringS um die Leiche Carnot's herum. Während die„Neuesten Nachrichten" der an an- derer Stelle besprochenen Brief Bismarck's aus dem Jahre 1878, der sich für eine Verschärfung des Sozialisten- gesetzcs aussprach, als zeitgemäße Kundgebung neu abdrucken, krächzt die„Kreuz-Zeitung" ihre eigene Melodie. Sie empfiehlt die Aufhebung des Asylrechts in allen Staaten, die noch daran festhalten, und fährt dann fort: Auch damit wird man bell Anarchismus und feine Folgezustände zwar keineswegs ausrotten oder auch nur gänzlich lahm zu legen im stände sein, allein eine gewisse Wirkung ließe sich von Maßnahmen dieser Art um so sicherer erwarten, als sich nach jedem Mordanfall zeigt. daß der Betreffende als„Anarchist", wenn schon nicht als „praktisch ausübender", bekannt gewesen sei. Solche„bekannte" Anarchisten wären auf grund internationaler Verein- barungen dem Heimalhsstaate zuzuweisen und dort der strengsten persönlichen Ueberwachung zu unter- werfen. Das würde, falls die Durchführung der Maßregel nicht auf dem Papier bliebe, mit der Zeit schon helfen. Wenn aber immer wieder alle mög lichen„Rücksichten" genommen werden solle», dann kann ei freilich zu keiner Besserung kommen, und die europäische Menschheit wird sich daran gewöhnen müssen, unter dem Drucke einer beständigen Angst, eines„Schreckens ohne Ende" weiter zu leben. Daß auch das nicht irgend einem Wahnwitzigen oder Fanatiker die Begehung einer Mordthat nicht unmöglich machen würde, wohl aber viele anarchistischen Ansichten huldigende Leute, die bisher keineswegs zu Gewaltthaten neigten, erst zu Fanatikern machen würde, sieht natürlich der alte Rcaktionsrabe nicht ein. Was er sonst noch über die Juden und Sozialdemokraten krächzt, ist das alte Lied, das man oft genug vernommen hat. Wir brauchen unsere Leser nicht mit dessen Wiederholung zu belästigen. Ueber die geplante Neuorganisation für das deutsche Handwerk brachte die„Baugew.-Ztg." vor einigen Tagen einen Bericht, den auch wir inhaltlich bereits mitgetheilt haben. Die Mittheilungen dieses Organs sind jedoch nach einer offiziösen Angabe unvollständig und dahin zu ergänzen, daß aus dem vorjährigen Entwurf die Bestimmung über nommen werden soll, wonach alle Gewerbetreibenden, die nicht mindestens regelmäßig zwanzig Arbeiter beschäftigen, der neuen Organisation für das Handwerk angehören. Da es indessen einige industrielle Betriebe gicbt, die ebenfalls durchschnittlich weniger als �zwanzig Arbeiter beschäftigen, wie die Holzindustrien in die chemische Industrie, und da diese Industrie und die Handwerksorganisation einbezogen werden sollen, so wird die betreffende Bestimmung diesmal genauer gefaßt werden. Auch sonst sollen die von sach verständiger Seite gegen den vorjährigen Entwurf erhobenen Einwendungen und Bedenken thunlichst berück- sichtigt werden. Mit der Ausarbeitung des neuen End wurfs ist wieder das preußische Handelsministerium betraut worden. Daß der neue Entwurf nach seiner Fertigstellung der Beurtheilung der Fachkreise unterbreitet werden wird, ist um so wahrscheinlicher, als es sich nicht um eine Um arbeitung des früheren Entwurfes auf grund der erstatteten Gutachten, sondern um einen völlig neuen Plan auf neuer Grundlage handelt. Cr dürfte das Schicksal seines Vorgängers theilen, das heißt niemanden befriedigen.—— Eine Konferenz der prenhischen Landesdirektoren findet, wie die„Kölnische Zeitung" meldet, in Königsberg vom 3.-6. Juli statt. Auf der Tagesordnung stehen u.a.: Mit- theilung über die beschlossene Kollektivvorstellung, betreffend die Zeugengebühren der mittleren Staatsbeamten; Beschluß- fassung über die Frage, ob nicht für die Abhaltung der Provinziallandtage ein- für alle Mal eine bestimmte Zeit, Ende Februar oder Ansang März, festgesetzt werden könne, um das gleichzeitige Tagen der Provinzial- landtage und derParlamente zu verhindern; Aufstellung einer Statistik über die Ar- beitS Häuser, Besserungs- und Korrektions- a n st a l t e n in Teutschland; Vorschläge zur Aenderung oder Ergänzung des Gesetzes über die Kleinbahnen; Fragen über die Hebammen- Lehrkurse; Begriffe der Hilfs- bedürftigkeit bei Geisteskranken; Zweckmäßigkeit der Ein- richtung einer ärztlichen Ueberwachung der Provinzialheil- und Pflcge-Anstalten bei der Zentralstelle der Provinzial- Verwaltung; Zweckmäßigkeit der Ueberweisnng der auf grund des ß 56 des Strafgesetzbuches errichteten Erziehungs- und Besserungsanstalten sowie der bezüglichen Fonds an die Provinzialverbände.— Vermehrung der s5abrikinspektoren in Bayern. In der bayerischen Abgeordnetenkammer haben die Sozial- dimokraten eine Reihe von Anregungen zu dem Institut der Fabriki'ispektoren vorgebracht. Wie die„Franks. Ztg." hört, werden diese Anregungen im zuständigen Ministerium des Innern einer Prüfung unterzogen; es ist jetzt schon wahrscheinlich, daß der einen oder anderen Anregung ent- sprachen werden wird.— Ueber die Folgen des Attentates auf Carnot schreibt man uns aus London: Die Zurückhaltung, mit welcher die reaktiv- nären Parteien der verschiedenen Länder die Ermordung Carnot's in den ersten Tagen behandelten, zeigt, daß sie das Ereigniß im großen Stil auszunützen ge- denken, und freie Hand wahren wollen. Politisch, wir meinen international politisch, ist der Tod Carnot's ohne jegliche Bedeutung. Er läßt die Weltlage vollkommen unverändert, und berührt die Verhältnisse der Staaten zu einander in keiner Weise. Höchstens könnte man sagen: die Aussichten des französisch- russischen Bündnisses seien noch nebliger geworden, allein sie waren schon vorher so neblig, daß ans ein bischen mehr oder weniger nichts ankommt. Tcsto mehr Ausbeute versprechen sich die reaktionären Geschästspolitiker auf dem Gebiete der i n n e r e n Politik. Es wäre thöricht, leugnen zu wollen, daß die Aufregung, welche der Dolchstoß des Italieners naturgemäß hervorbringen mußte, die öffentliche Meinung aller Länder dem langgenährten Ideal unserer Reaktionäre: der Aufhebung des Asylrechts für Anarchisten weit günstiger gestimmt hat. Und es unterliegt keinem ZchejfeZ daß eine kombinirte Aktion in diesem Sinne bevorsteht. An sich könnte unS das nur höchst gleich- giltig sein. Denn für gemeine Verbrechen besteht ohnehin kein Asylrecht, und Handlungen wie die Ravachol's, Vaillant's, Henry's, Cesario's:c. halten wir nicht für politische Verbrechen. Ob Spitzbuben, Falsch- münzer, Banditen sich„Anarchisten" nennen oder nicht, das ist ganz gleichgiltig, und ändert nichts an der That- fache, daß sie Banditen, Spitzbuben, Falschmünzer sind. Wobei wir kaum nöthig haben zu betonen, daß auch das gemeine Verbrechen für unS Sozialisten, wenn nicht eine geistige,, doch wenigstens eine soziale Krankheit ist. Die Gefahr liegt in der Dehnbarkeit des Begriffes Anarchistisch. Das was die Welt als anarchistisch verabscheut und was wir von jeher verabscheut haben: die Dynamit- und sonstigen Banditenstreiche und Ver- brechen, werden gerade von unseren Herren Reaktionären nicht verabscheut; sie sind im Gegentheil von ihnen systematisch gezüchtet worden— im Interesse oer Reaktion. Diesem Anarchismus wollen die Herren Reak- tionäre gar nicht zu Leibe gehen— er ist ihnen zu nützlich— ja, man kann sagen, er ist jetzt ihr wichtigster Rechnungsfaktor. Wenn sie gegen den Anarchismus eifern und hetzen, so meinen sie damit alle Bestrebungen, die ihnen den Boden unter den Füßen hinwegziehen, also in erster Linie den S o z i a l i s- m u s. Und, wie dies ein Organ der Poli�ei-Anarchisten jüngst mit naiver Offenherzigkeit ausdrückte: ist einmal das Asylrecht für die Anarchisten beseitigt, dann lassen sich auch Andere„wegfische n." Jedenfalls wollen die Herren Reaktionäre jetzt im Trüben fischen. Und es gilt, ihnen auf die Finger zugehen und zu klopfen.— Die Italiener werden in Frankreich noch immer Nicht geschont. Heute liegen noch weitere Meldungen von Ausschreitungen gegen Italiener vor. Wir theilen die wichtigsten hier mit: Lyon, 26. Juni. Die Plünderungen der italienischen Spezereiwaaren-Handlungen wurden Abends fortgesetzt. Im Quartier Vaise kam in einer derselben eine Tonne mit Pe- troleum zur Explosion, wodurch ein Brand entstand, bei dem einer der Plündernden und ein Einwohner des betr. Hauses umkamen. Ihre Leichen sind unkenntlich. 30 der Plündernden wurden verhastet. Lyon, 26. Juni. Im Innern der Stadt herrscht Ruhe, aber auf der linken Seite der Rhone scheint die Aufregung wieder auszubrechen. Der Präfekl hat strenge Maßnahmen angeordnet, deren Ausführung er persönlich überwacht. Eine vom Bürgermeister veröffentlichte Proklamation besagt, es würden an verschiedenen Punkten der Stadt unter dem Vorwande des Patriotismus von Uebelthätern Akts des V a n d a I i s in u s und der Plünderungs- sucht begangen. Diese Leute, welche Unruhen begünstigten und für sich die Zugehörigkeit zu einer Partei, zu einer Nationalität nicht beanspruchen könnten, müßten als gemeine Verbrecher an- gesehen und als solche behandelt und bestraft werden. Die Proklamation schließt mit einer Aufforderung an alle Bürger, solche schmählichen Handlungen nicht zu dulden, sondern die Behörden zu unterstützen. Lyon. 26. Juni. Mehrere Individuen, welche einen Spezereiladen plünderten, wurden durch die Explosion einer mit einer Essenz gefüllten Flasche schwer verwundet. Eine Person wurde getödtet. G r e n o b l e, 26. Juni. Die gestrige gegen die Italiener gerichtete Kundgebung führte zu bedauerlichen Zwischenfällen. Der erste erfolgte dadurch, daß italienische Arbeiter in Trupps unter Absingen von Liedern durch die Straßen zogen Italic früher Personen gefolgt, in das italienische Bizckonsulat' ein, riß das Wappenschild herab und zerriß die Fahne; er wurde verhaftet. Der Präfekt richtete ein Entschuldigungs- schreiben an de» Vizekonsul.— TruppS von Ruhestörern durchzogen die Straßen. Die eigentliche Bevölkerung verhält sich ruhig und ablehnend gegen die Kundgebungen. Heute fanden mehrere Kundgebungen statt; Plätze und Straßenecke» sind militärisch besetzt. Marseille, 27. Funi. Die im Laufe des gestrigen Tages vorgekommenen Zwischenfälle sind bedeutungslos; gleich- wohl suchten zahlreiche italienische Arbeiter bei dem Konsulat« die Rückbeförderung in ihre Heimath nach, was der Konsul jedoch abschlug. Die Haltung der Bevölkerung ist eine durchaus ruhige. Nancy, 26. Juni. In Neuilly bei Nancy kam es unter den bei den Mörtelwerken beschäftigten italienischen und fran- zösischen Arbeitern zu einer Schlägerei, jedoch wurde die Ruhe durch die von hier abgesandten Gendarmen und Dragoner wieder hergestellt. Eine Verhaftung erfolgte nicht. Die Italiener beschlossen, das Land zu verlassen. G r e n o b l e, 27. Juni. Ein großer Trupp Arbeiter zog gestern, vielfach bewaffnet, durch die Straßen und verfolgte die Italiener. Vor dem italienischen Konsulat riefen die Manifestanten:„Nieder mit Italien!", zerschlugen das Konsulatswappen und zerrissen die italienische Fahne. Einige der Tumultuanten drangen in das Innere des Gebäudes, demolirten mehrere Statuen und warfen das Bildniß König Humberts auf die Straße. Truppen und Polizei trieben schließlich die Ruhestörer auseinander. Auch während der Nach! demonstrirten die Arbeiter wieder vor den Wohnungen der Italiener und setzten die Kundgebungen trotz der scharfen Polizeimaßregeln fort. Ueber 100 Verhaftungen wurden hier vorgenommen. Turin. 27. Juni. Gestern Abend, im Laufe der Nacht und heute Morgen sind hunderte von Italienern, die aus Lyon und anderen französischen Städten stüchteten, hier ein- getroffen. Weitere Ejrlrazüge mit Flüchtigen werden erwartet. Bis jetzt sind in Turin 3000 italienische Arbeiter aus Frank- reich angelangt. Schlauineier. In P a r i s hatten vorigen Sonnabend etwa hundert Mitglieder der„Britischen Handelskammer" ein Fest- und Zweckessen, bei welchem auch die Frage der europäischen Abrüstung besprochen ward. Die klugen Herren einigten sich dahin, daß es eine internatio- nale Kalamität wäre, wenn die 3 750 000 Soldaten, die jetzt unter den Waffen stehen, entlassen würden. Die Zahl der Arbeitslosen würde dann kolossal vermehrt und ein unerträglicher Zustand geschaffen werden. Wenn es diesen Pfiffikussen nach ginge, müßten wir unsere Armeen noch vergrößern— womöglich jeden Menschen in die Ka- ferne stecken. Freilich müßten die Soldaten dann von der Luft leben, denn wer sollte sie ernähren? Bekanntlich wurde diese sinnreiche Theorie während der vorjährigen Wahl- bewegung von Herrn Böckel und anderen antisemitischen Lichtern vertreten, die den„Sozialismus der Dummen" im wahrsten Sinne des Worts als Richter'schen„Kasernen- Sozialismus" auffaßten.— Hänser und Boden für Arbeiter. Die Sozialkommisston hat an den norwegischen Storthing den Antrag gestellt, daß der Staat einen Fonds von 600 006 Kronen(eine Krone hat den Werth von 1 M. I2> s Pf.) bilden solle, der zur Errichtung von Arbeiterwohnungen zu verwenden wäre. Von diesem Fonds sollen S0 000 Kronen an eine einzelne Kommune ausgeliehen werden. Die Kommune kann das Geld auf eigene Verant- ivortung in Summen von höchstens 1500 Kronen gegen 4 pCt. Verzinsung vergeben. Die Kommune zahlt an dmt Staat N/4 pCt. Zinsen. Das übrigbleibende Vi pCt. behält die Kom- mune als Entschädigung für ihre Kosten und Zinsen. Ferner beantragt die Kommission die Schaffung eines Fonds von 200 000 Kronen, der zum Ankauf von Land verwendet werden soll, welches an kleine Besitzer zu höchstens 2500 Quadrat- meter ausparzellirt werden kann. Diese Einrichtung soll für Land- arbeiter und Jnstleute geschaffen werden. Auch hier tritt die Kommune als Mittler ein. Das Dispositionsrecht der ein- zelnen Kommunen ist auf 25 000 Kronen festgesetzt und auf die einzelne Parzelle dürfen höchstens lS00 Kronen verwandt werden. Auch hier bezahlt die Kommune 3�/4 pCt. an den Staat, während der Entlehner 4pCt. an die Kommune zahlen muß. Wenn ein Mann auf einem solchen Parzelleneigenthum ein Haus bauen will oder daselbst ein Haus bereits erbaut ist, welches nicht ab- bezahlt ist. kann er aus dem ersten Fonds unter den obengenannten Bedingungen ein Darlehen erhalten. � Wahrscheinlich wird auch diese„Sozialreform" dem Storthing wieder zu„kühn" sein und aä acta gelegt werden.— Freiland. Die gestern aus London telearaphisch über- mittelte Meldung vom Zusammenbruche der Freiland- expedition wird heute von interessirter Seite dementirt. Sollten die Londoner Meldungen wirklich noch nicht den Thatsachen entsprechen, so wird der Zusammenbruch dieses undurchführbaren Unternehmens doch bald erfolgen.— VsvkeinsSzvizhten. Markersdorf. In der Bekämpfung der Sozialdemokratie bleiben unsere Behörden nicht auf halbem Wege stehen— das Zeugniß muß man ihnen ausstellen. Man erklärt nicht nur die Zahlstellen von gewerkschaftlichen Zentralverbänden für separate Vereine und löst dieselben aus, man stellt harmlose Gesangvereine unter das Vereinsgesctz und zetzt macht man sich an die Turn- vereine. Nachdem vor kurzem ein Hohensteiner Turnverein auf- gelöst ivurde, hat dies Schicksal jetzt den Turnverein in MarkerS- dorf ereilt. Vor einigen Tagen hat die Amtshauptmannschaft Chemnitz den Verein wegen unbefugten Ertheilens von Turn- Unterricht an Kinder in Strafe genommen, nun ist diese Behörde noch weiter gegangen und hat den Allgemeinen Turnverein über- Haupt aufgelöst. � � Polizeiliche?, Gerichtliches»e. — Burscheid. Ein Urtheil des Kammer- gerichts in Berlin in betreff der Erhebungen von Eintrittsgeldern und Tellersammlungen in öffentlichen Volksversammlungen ist von so großer Tragweite, daß wir den Inhalt dieser Entscheidungen wört- lich mittheilen. Derselbe lautet:„In der Strafsache gegen den Lederzurichter Joseph Pützseld zu Dortmund wegen Uebertretung der Polizeiverordnung des königl. Regierungspräsidenten zu Arnsberg vom 2S. Juni 1690 hat auf die von der königl Staatsanwaltschaft gegen das Urtheil der Strafkammer II deS königl. Landgerichts zu Dortmund vom 23. Februar 1691 eingelegte Revision der Strafsenat des königl. Kammer- gerichts zu Berlin in der Sitzung vom 14. Mai 1691... für Recht erkannt, daß die Revision der königl. Staatsanwalt- schast gegen das Urtheil der II. Strafkammer des königl. Land» gerichts zu Dortmund vom 23. Februar 1691 zurückzuverweisen und die Kosten des Rechtsmittels der Staatskasse aufzuerlegen sind. Von Rechts wegen. Gründe: Die Revision der königlichen Staatsanwaltschaft, welche Verletzung der Polizeiverordnung des königlichen Regierungspräsidenten zu Arnsberg vom 25. Junr 1690 durch Nichtanwendung rügt, kann für begründet nicht er- achtet werden. Denn der Berufungsrichter hat der gedachten Polizeiverordnung, welche die Erhebung oder Einsammlung von Eintrittsgeldern oder Geldbeiträgen ohne Genehmigung der Orts- Polizeibehörde in allen den Vorschriften des ß 1 bezw.§ 3 der Verordnung über die Verhütung eines Mißbrauchs des Ver» sammlungs- und Vcreinigungsrechtes vom 11. März 1650 unter- liegende Versammlungen bei Strafe verbietet, ohne ersichtlichen Rechtsirrthum die gesetzliche Giltigkeit abgesprochen. Aus dem Vereinsgesetze vom 11. März 1650 und aus Z 6 3. ck. des Gesetzes über die P olizeiverwaltung kann die Befugniß zumErlaß einer solchenPolizeiver- ordnung nicht hergeleitet werden. Auck auf den S 12 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung läßt sich dieselbe nicht stützen, weil in keiner Weise erkennbar gemacht ist. daß die besonderen Verhältnisse des Regierungsbezirks Arnsberg eine polizeiliche Regelung des Gegenstandes der fraglichen Polizeiverordnung erfordern. Die durch den§ Uder Regierungs-Jnstruktion vom 23. Oktober 16171 den Bezirksregierungen beigelegte Befugniß aber, allgemeine Verbote und Strasbestim- mungen in Ermangelung eines bereits bestehen- den gesetzlichen Verbots mit höherer Genehmigung zu erlassen, ist durch den s 14 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung aufgehoben. Unter dem Gesichtspunkt der Ausschreibung öffentlicher Kollekten aufgefaßt—, eine Auffassung, welche jedoch erheblichen Bedenken unterliegt—. würden endlich die verbotenen Geldsammlungen nicht von der Genehmigung der Orts-Polizeibehörde, sondern nach§ N St. 4o der Instruktion für die Oberpräsidenten der Provinz Westfalen abhängig gemacht werden dürfen."— Auch der Regierungs- Präsident von Potsdam hatte am 7. Juni 1691. dieselbe Ver- ordnung in bezug auf die Erhebung von Eintrittsgeldern und Tellersammlungen erlassen, wie der Regierungspräsident von Arnsberg und der Landrath Möllenhoff. Der Glasmacher Miethke wurde wegen Uebertretung der Potsdamer Regierungs- Verordnung unter Anklage gestellt, aber m drei Instanzen und mit der nämlichen Motiviruim freigesprochen wie oben. Daß der Landrath Möllenhoff seine Verorduung durch den Kreistag gi- nehmigen ließ, ändert an der Sache gar nichts. Soziale Xteberfichk. Achtung, Schneider und Schneiderinnen l Zur weiteren Aussprache über die Verhältnisse in der Konfektion und den Werth und Nutzen der Gewerlschaftsorganisation findet heute. Donnerstag, den 26. Juni. Abends 8V2 Uhr. eine Werkstatt- und Geschäftsdelegirten-Sitzung bei Reichert, Müllerstr. 7, statt, wozu alle Berufsgenoffen eingeladen sind. Unser Bestreben muß sein. eifrig für die Organisaiion zu wirken, denn die Verhältnisse, wie sie in der letzten Sitzung in der Andreasstraße geschildert worden sind, müssen uns ein Ansporn sein, überall die Vortheile der Organisation unseren Kollegen klar zu machen, um dann den übelen Zuständen und der Willkür der Unternehmer entgegen- treten zu können. Di« Agitationskommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. Achtung, Lithographen und Steindrucker! Wegen an- gedrohter Lohnreduktion um ca. 50 pCt. in der Firma Wczel u. Naumann ist der Zuzug nach Leipzig fernzuhalten. Unterhand- lungen schweben noch.— Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck gebeten. Der Vertrauensmann Leipzigs. Der Bautischlerstreik in Christiania dauert noch weiter, aber 6 Meister der Stadt haben nun den Lohntarif der Gesellen unterzeichnet und sind auf stundenweise Bezahlung und eine tägliche Arbeitszeit von neun Stunden ein- gegangen. Bei diesen Meistern ist die Arbeit wieder aufgenommen. Eine größere Fabrik, die durch den Streik 25 Gesellen verlor, suchte in Schweden Leute anzuwerben. Es war ihr auch geglückt, 5 Gesellen zu bekommen, aber die streikenden Genossen wußten sie zu überreden, sich ihnen anzuschließen. Die Streikenden er- halten wöchentlich eine Unterstützung von 8 Kronen(gleich 9 M.) für die Unverheiratheteu, 10 Kronen(gleich 11,25 M.) für die Verheiratheten mit Zulage für jedes Kind. Für den Inhalt des Injerate über nimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 28. Juni. Deutsches Theater. Der Talisman. Berliner Theater. Die Journalisten. Rendens Theater. Jugend. Belle Alliance Theater. Der Freischütz. Aleranderplah- Theater. Heinrich Heine. Vorher: Dir wie mir, oder: Dem Herrn ein Glas Wasser. National Theater. Theater. Italien in Berlin. Kaufmann's Variété. Spezialitätens Vorstellung. Parodie Theater. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstr. 182. Sensationelle Novität! Italien in Berlin. Große Ausstattungs- Posse mit Gesang und Tanz in 4 Akten von Carl Peters. Musik von A. Wiedecke. Deforationen aus dem Atelier von Müller und Schäfer. Maschinerien vom Theatermeister Otto Weiße. Elektrische Lichteffekte von Lakowsky. Kostüme vom Obergarderobier Paul Hildebrandt. Regie: Mar Samst. Kaffenöffnung 51/ 2Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Im Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne Aufführung von Lustspielen, Possen sowie SpezialitätenVorstellung ersten Ranges. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Arbeiter- Gesangv., Nord. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Ehrenmitglied, der Maler Louis Liebrecht, am Montag, den 25. d. M., verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Nachmittag 6 Uhr auf dem Zions- Kirchhof statt. Treffpunkt: um 1/26 Uhr vor dem Kirchhof. Tischler- Verein. Sonnabend, den 30. Juni, Abends 9 Uhr, Melchiorstr. 15: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Ausgabe der Billets zu der am 29. Juli stattfindenden Dampferpartie. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Der Vorstand. 1514b Folgende, beim Volks- Fest in Friedrichshagen als gefunden abgelieferten Gegenstände sind noch nicht abgeholt: 1. Eine Damentasche 2. Zwei Schlüssel, 3. Ein Armband, 4. Zwei Paar braune Leder- Handschuhe, 5. Ein brauner Knaben- Ueberzieher. Die Eigenthümer können sich melden bei H. Mattutat, SO. Wrangelstr. 124. Buchhandlung d. ,, Vorwärts" Berlin SW., Beuthstr. 2. Gesucht werden von uns: 450/3 1 Bebel, Mohamedanisch arabische Kulturperiode. = 1 Bebel, Der deutsche Bauernkrieg. 1 Jakoby, Die drei Zauberformeln. 1 Schippel, Das moderne Elend. Sämmtliche Bücher broschirt. Neue Zeit, Jahrg. 1889 Heft 5. Empfehle meine Räume für Versammlungen, sowie meinen Garten für Familien zum Kaffeekochen. 15196* Röllig, Neue Friedrichstr. 44. Bestes Pugmittel der Welt! RSAL- METAL & Schutzmarket PUTZ POM POMADE ADALBERT VOGT& CO BERLIN FRIEDRICHSBERG goldene u silbernat Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Freitag, 6. Juli, Ab. 8 Uhr, in den Konkordia- Festsälen, Andreasßtraße 64: Uebungsstunde. T ( General- Probe zum Sängerfest.) Geübt werden die Lieder: Arbeiter- Vaterlandslied, Drei Ehrengrüße, Bruderlied, Sommer- Sonnenwende, Bannerlied und Wir glauben an der Freiheit Sieg. Bannerlied mit Orchesterbegleitung. Alle Vereine müssen pünktlich und vollzählig am Plake ſein. Ausschuss- Sitzungen in den 6 Berliner Kreisen: 1. Kreis: Sonntag, den 1. Juli, Vorm. 10 Uhr, in den Arminhallen, Rommandantenstr. 20. Obmann des 1. Kreises: Hübner, Wilhelmstr. Nr. 134: Bundes- Nummer: 6. 20. 31. 35. 39. 45. 56. 57. 58. 67. 68, 80. 84. 87. 92. 104. 107. 109. 110. 123. 128. 138. 139. 144. 148. 156, 175. 178. 197. 199. 202. 217. 2. Kreis: Sonntag, 1. Juli, Vorm. 10 Uhr, bei raat, Schönleinstr. 6. Obmann des 2. Kreises: Rasche, Mariannenstr. Nr. 17, Hof 1 Tr. Bundes- Nummer: 5. 27. 34. 42. 43. 52. 70. 72. 82. 90. 106. 112. 114. 116. 122. 132, 133. 153. 160. 165. 179. 184. 191. 196. 198. 201. 208. 211. Diefe Universal- Metall- Put: 3. Kreis: Sonntag, 1. Juli, Vorm. 10 Uhr, bei Ehrenberg, Annenstr. 16, Pomade ist von uns zuerst im Obmann des 3. Kreises: Kortum, Manteuffelstr. Nr. 49, 2 Tr. Bundes- Nummer: 1. 7. 8. 13. 18. 23. 24. 25. 46, 50. 53. 55. 79. 103. Jahre 1876 eingeführt und das Fabrikzeichen ,, Helm durch gesetzliche Gin- 108. 111. 118. 140. 141. 152. 155. 159. 182. 185. 186. 210. 212. 213. tragung zur Schuhmarke gefenn- 4. Kreis: Sonntag, 1. Juli, Vorm. 10 Uhr, bei Wilke, Andreasstr. 26. zeichnet worden. Alle ähnlich ausSehenden Erzeugnisse sind deshalb Nachahmungen unseres unübertroffenen Pugmittels. Weißbier! In Für Fabriken und Werkstätten sowie für Wiederverkäufer liefere ich mein Versand- Weißbier in unübertrefflicher Güte zum Preise von 3 Mt. für 40 halbe oder 45 4/10 oder 25 8/10 oder 20 ganze Flaschen, frei in's Haus, in Flaschen mit PatentPassage- Panopticum. Fernsprecher Amt Schöneberg No. 92. Ein DahomeyDorf A. 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In allen Sihungen: Ausgabe von Billets, Wahl der Ober- Rontrolleure und wichtige Mittheilungen zum Sängerfest. Es wird dringend ersucht, daß alle Vereine in ihren Kreisen pünktlich vertreten sind. 107/5 Der Vorstand. Adtung! Chirurgische Branche. Große öffentliche Versammlung 485/13 am Freitag, den 29. Juni, Abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Zages Ordnung: 1. Die Arbeitseinstellung bei Papajewsti. 2. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet. Der Vertrauensmann. Arbeiter- Gesangverein ,, Nord." Der Saalsperre wegen finden unsere Uebungsstunden nicht mehr bei Albert Keller, Bergstraße 68, sondern von diesem Freitag an bei Augustin, Kastanien- Allee 11, statt. Der Umzug hat schon stattgefunden. 72/11 A. Scholz gen. Eisenzahn, Weidenweg 93/94. Allgemeiner Arbeiter- und Arbeiterinnen- Verein Mittheilung für die Herren Gastwirthe! Sonnabend, den 30. Juni, im Garten und 2 Sälen des Herrn Pape, Erlaube mir hierdurch anzuzeigen, daß ich aus dem Verein der Berliner Brauereien ausgeschieden bin, und offerire mein goldfarbenes und dunkles( Münchner Farbe) Carlsberger Bräu mit 21 Mark pro Tonne inkl. Spundgeld. 243L* Nord- deutsche Friedrich Reichenkron, Brauerei- Carlsberg, Charlottenburg, Spreestraße 3( Telephon Nr. 83). 000000-0000000 Schweizer Garten. Anfang Wochentags 8 Uhr, Entree 80 refp. 50 Pf. Sonntags durchweg 50, ab 9 Uhr 30 Pf. Stets wechselndes Programm. Evora- Bräu in vorzügl. Qualität empfiehlt in Gebinden v. 20-100 Str. 30 Fl.= 3 M. Otto Linke, Lagerhof 3. Telephon Amt III Nr. 404. Stolpe bei Wannsee. Restaurant ,, Lindenhof". Empfehle den Vereinen und Gesellſchaften bei Ausflügen u. Vergnügungen mein Lokal mit gr. Garten, Saal 2c. Bairisch Bier von Gebr. Hoffmann, Potsdam. A. Mattausch, Gastwirth. Allen Genoffen zur Kenntniß, daß ich hier in der g. Umgegend nur allein nichtboykottirtes Bier ausschänke, aber nicht den nöthigen Zuspruch habe. Um Beachtung und Zuspruch bittet 1467b A. Koitsch, Gastwirth, Johanniterstr. 1. Breuer's Ball- Salon, Garten und Theater- Bühne, Gr. Frankfurterstr. 74: Jeden Sonntag, Montag, Donnerstag:. Entree frei. Ball. Entree frei. : Die anderen Lage sind an Vereine 31t vergeben. H. Breuer. Am Friedrichshain. Am Königsthor. Mittwoch, den 27. Juni: diesjähriges Kinderfreuden- und Familienfest. Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Familien- Ball. Fackelpolonaise. Volksbelustigungen aller Art., Entree 30 Pf. Rinder 10 Pf. Billets vorher 25 Pf. 000000-0-0000000 Altenberg's Färberei, Wäscheret, Garderob.- Reinig.- Anst., Neue Jakobstr. 17, Brunnenstr. 162, Andreasstr. 54, Fruchtstr. 36, Potsdamerstr. No. 57/58, Alte Schönhauserstr. 2, empf. f. 3. Färb. u. Reinig. v. Garderob. jed. Art, Spizen, Gard., Möbelft. gef. 1 Wit. p. Pfd., Bettdeckt. gef. 1,25 Mt. p. Stück. Herren- Anzug gereinigt, gebügelt von 2,50 Mk. an. Reparaturen billigst. Neu! Glanzentfernung von blankgetragenen Kammgarn- Garderoben. Oranienbad, Drauienstraße 44 zwischen Morih- und Oranienplatz. Dampfkasten- Bad. Einpackung in seid. Laken. Maffage. Mitglieder sämmtlicher Vereine zahlen nur pro Bad mit Packung und Massage 4575 Pfennige. Außerdem Schwefel-, Sool- Sih- und Wannenbäder. 3 Wannenbäder mit Seife und Handtücher 1 Mark. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, 2. Gesch. Andreasstr. 23, 5. pt., gegenüb. Andreaspl 1. 1,2. Gesch.: Brunnenstr. 95, gegenüb. Humboldtshain größtes Lager Berlins. MusterKinderwagen, cher gratis. Theilzahlung geBerlins Umgegend. Kolbergerstr. 28: Sommernachts- Fest unter gütiger Mitwirkung des Volkshumoristen Herren R. Heise, des Gesangskomikers Herrn P. Warney und andern bewährten Kräften. Unter anderm gelangt zur Aufführung: Der Vagabund, oder: Eine Agitationstour. Soziales Lebensbild von Richard Heise. Kinder erhalten Müke und Stocklaterne gratis. E Konzert und Tanzmusik wird von den Zivil- Berufsmusikern ausgeführt. Billets mit Programm à 30 Pf. find beim Komitee und Herrn Pape zu haben. Herren, die am Tanz theilnehmen, zahlen 30 Pf. nach.- Anfang 71/2 Uhr Abends. Freunde und Gäste sind herzlich willkommen. Das Komitee. Buchhandlung des„ Vorwärts" Berlin SW., Beuthstraße 2. Die Tockspikel an der Arbeit. Geheime Dokumente der russischen Orientpolitik 1881-1890. Nach dem in Sofia erschienenen russischen Original herausgegeben von N. Leonow. Berlin 1898. 247 Seiten( a n statt M. 5,-) M. 2,-. Von dieser höchst wichtigen Schrift haben wir die Restauflage ( eine beschränkte Anzahl) aufgekauft. Das Buch enthält die aus den russischen Geheimarchiven entwendeten offiziellen Aftenstücke und Depeschen, welche in den Jahren 1881 bis 1890 von den russischen Beamten( zum Theil in höchsten Stellungen) an ihre Agenten in Bulgarien beziglich der zu veranstaltenden Verschwörungen und Attentate gerichtet wurden. Diese Dokumente find s. 3. von der bulgarischen Regierung veröffentlicht worden, um vor Europa den Nachweis zu liefern, wie die Zaren- Regierung ihre Lockspitel und Agenten in Bulgarien offen zu Mord und Dynamit- Attentaten auffordert. Ein Sachund Personen- Register, wie eine chronologische Zusammenstellung der auf die Aftenstücke bezüglichen geschichtlichen Vorkommnisse erhöhen den Werth dieses Buches, das eines der wichtigsten Quellenwerke ist für die Geschichte- wie und von wem Attentate und Verschwörungen gemacht werden. 82/10 stattet. 500 Mark zable ich Jebem, por mis nodineiſt, Künstl. Zähne Bemeratos eingefeßt, feſtſißend. Reparaturen fofort. Weniger Bemittelte Ermäßigung. Kreslawski, Spittelmarkt 13. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. vieran eine Beilage. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 147. Boykottirt find: 2. Brauerei F. Happoldt. g 3. Böhmisches Brauhaus, Kommandit- Gesellschaft auf Aktien, A. Knoblauch. 4. Brauerei Karl Gregory, Berlin( Adler- Brauerei). 5. Vereins- Brauerei Nixdorf. 6. Spandauer Berg- Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei Charlottenburg. 7. Aktien- Gesellschaft Schloß Brauerei Schöneberg. * Münchener Brauhaus, Attien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Kinz u. Ko., Berlin. Dem Brauerring gehören nicht an, Aeußerungen über die Durchführung der Arbeiterforderungen liegen aber nicht vor von Donnerstag, den 28. Juni 1894. F. W. Hoffmann, Werder a. H. G. Bauer, Werder a. H. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrich 364 Mark. hagen. Kaiser- Brauerei, Dummer und Kahl, Charlottenburg. Brauerei Phönig, Lichterfelde. Nordstern- Brauerei, Berlin. * * Durch Vermittelung der Bierkommission oder auf deren Anregung führen nachstehend verzeichnete Brauereien von auswärts Bier nach hier ein: Brauerei in Wusterhausen. Exportbrauerei Nathenow. Bürgerliches Brauhaus, Dresden. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frankfurt a. D. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Quintern), Luckenwalde. Brauerei Maß, Rottbus. Die Kommission für ArbeiterStatistik Tokales. Ge= Zu den Gewerbegerichts Wahlen. Heute, am 28. Juni, Abends 8 Uhr, ist der Termin zur Einzeichnung in die Wählerlisten für die Gewerbegerichts- Wahl beendet. Wer sich bis dahin nicht hat einzeichnen lassen, kann diesmal nicht wählen. Bedauerlicher Weise müssen wir konstatiren, daß die Einzeichnung bei dieser Wahl weit Iauer erfolgt ist, als bei der vorigen. Die Parteigenossen und Gewerkschaften scheinen anzunehmen, daß Gegner bei dieser Wahl nicht zu fürchten sind, da die organisirten Arbeiter bei der vorigen Wahl so leicht den Sieg errungen haben. Doch täuschen wir uns nicht, auch unsere Gegner sind auf dem Posten! Im ganzen haben sich bis jetzt zur Einzeichnung in die Wählerlisten an den einzelnen amtlichen Stellen gemeldet: 11. Jahra. Formulare zu den schriftlichen Anmeldungen fönnen in Empfang genommen werden. 1. im Wahlbureau Poststr. 16, 2 Treppen, während der Diensta stunden von Vormittags 8 bis Nachmittags 3 Uhr, und 2. in den oben genannten Anmeldestellen während der vorgeschriebenen Anmeldefrist. Es wird darauf ganz besonders aufmerksam gemacht, daß bei unterlaffener rechtzeitiger Anmeldung das Stimmrecht ruht. Versäume deshalb niemand die Eintragung rechtzeitig vorzunehmen. durch die Stadt dargereicht werden. Nunmehr beantragten 1. Schultheiß- Brauerei, Attien Gesellschaft, Berlin unsere Genossen in der Deputation, dem Magistrat zur Erwägung zu überweisen, ob und inwieweit den ( und Tivoli). Hausbesizern die Straßenreinigungs- Kosten, deren Lasten den Berliner Hausbesigern gese Blich obliegen, aufzuerlegen sind. Mit 11 gegen 13 Stimmen wurde dieser Antrag abgelehnt. In der weiteren Berathung wurden die früheren Beschlüsse betreffs der Bauplatzsteuer. Betriebssteuer, Gemeinde Grundsteuer, = werbesteuer, Ginkommensteuer und Aufhebung der Miethssteuer wiederholt. Ein Antrag, die Eintommen 660 bis 900 Mark zur Einkommensteuer Bierschnüffler. So wenig strupulös in der Wahl der her anzuziehen, wurde mit 14 gegen 11 Stimmen ab Mittel zu unserer Bekämpfung, so wenig wählerisch sind unsere gelehnt. Demnach ist beschlossen:„ Die Liegenschaften, welche Gegner auch in der Wahl ihrer Ausdrücke, sofern diese nur ge= durch Festsetzung von Baufluchten in ihrem Werth erhöht worden eignet erscheinen, der über Alles gehaßten Sozialdemokratie Aus dem Brauerring während des Boykotts sind aus sind, werden zu einer Steuer von 1/2 pet. des höheren Werthes etwas anzuhängen". So if auch die Bezeichnung Bierherangezogen; die Betriebssteuer wird in der durch das Gewerbe- schnüffler" vom ästhetischen Standpunkte aus betrachtet nicht getreten und die Arbeiter- Forderungen haben anerkannt: steuer- Gesetz normirten Höhe weiter erhoben; die vom Staate gerade salonfähig zu nennen. Das genirt aber unsere Gegner Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichentron, Cha r- überwiesene Gebäudesteuer wird mit der bisherigen städtischen durchaus nicht, denn dieser etwas anrüchige Ausdruck paßt sehr Iottenburg. Haussteuer zu einer Steuer verschmolzen: bei Festsetzung des wohl in ihren Kram, da er unwillkürlich eine Vorstellung erBrauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Stadthaushalts= Etats wird bestimmt, welcher Prozentsatz weckt, die nicht besonders schmeichelhaft für diejenigen ist, welche mit von dem jährlichen Veranlagungsfoll nach dem je- diesem Spitznamen belegt worden sind. Dieser Spitzname bezeichnet Es dürfte Dem Brauerring gehörten nicht an und die Arbeiter- weiligen Steuerbedarf zu erheben ist. Die Einkommensteuer die sozialdemokratischen Biertontrolleure. forderungen sind durchgeführt bei: soll sich zu den Realsteuern im Verhältniß von 2 zu 3 schwer festzustellen sein, wer diesen Ausdruck erfunden hat. Man befinden( werden 100 pCt. Ginkommensteuer erhoben, so find dürfte indessen kaum fehlgehen, wenn man annimmt, daß diese 150 pCt. Grund- und Gewerbesteuer zu erheben). Die Mieths: Bereicherung unseres Sprachwörterschates in den Kreiſen jener it euer tommt in Fortfall. Ferner wurde beschlossen, dem Gastwirthe zur Welt gebracht worden ist, die in ihrer Prozen Magistrat zur Erwägung zu geben, das Schulgeld für Gym- baftigkeit vermeinen, das Publikum sei nur ihretwegen da und naften, Realgymnasien und Oberrealschulen von 100 auf 130 m. die speziell die Arbeiterschaft nur von oben herab zu behandeln ( diesen Satz erhebt der Staat für die staatlichen höhen Schulen) und als tief unter sich stehend zu betrachten gewöhnt sind. Jene zu erhöhen. Zur Zeit verausgabt die Stadt pro Kopf des Gastwirthe, die in Loyalität und Patriotismus sich gegenseitig höheren Schülers jährlich 176 M., pro Kopf der überbieten, die keine Sozialdemokraten leiden können, aber dessenhöheren ungeachtet deren Groschen gerne einfäckeln, die mit der jetzigen Tochter" 64 m. 47 Pi, pro Kopf des Gemeindeschülers famosen Saalsperre wieder ein Pröbchen ihrer Gesinnungstüchtigfeit abzulegen vermeinten und die sich nicht entblödeten, mit fetttriefendem Munde von den Festivitäten des deutschen Gastwirthetages in Hannover tommend, lamentabel öffentlich den Klingelbeutel zu schwingen und um milde Gaben für die armen Gastwirthe zu bitten, denen es ohnehin schon so schlecht geht, daß sie ihre Kellner nicht bezahlen tönnen, diefelben vielmehr bei schmaler Kost auf die Trinkgelder anweisen, die jenen mitleidsvoll von den Gästen verabfolgt werden, und die durch ihre freiwillige Saalsperre vollends an den Bettelstab gebracht werden sollen. Wie gesagt, die Vermuthung liegt nahe, daß in diesen bornirten Gastwirthkreisen die Bezeichnung Bierschnüffler" aufgekommen ist, denn nur die Gastwirthe geht in erster Linie die Bierkontrolle an, in zweiter Linie allerdings auch andere Gewerbetreibende, schnüffler sind sehr ehrenwerthe Parteigenossen, die sich in sofern Flaschenbier in Frage kommt. Die sogenannten Bierdem jetzigen Bierkriege der sozialistischen Arbeiterschaft gegen den in Brauereiring den Dienst der ersteren und gestellt haben eine vollberechtigte Thätigkeit entfalten, indem sie mit nicht hoch genug anzuerkennendem Eifer darüber wachen, daß die Arbeiterschaft bei ihren Versammlungen, Festen 2c. tein Bier verabfolgt erhalten, welches sie zu trinken Im Wahlbureau Poststr. 16: 1300 Arbeitgeber, 200 Arbeiter; nicht gewillt ist. Da die Gastwirthe die Zwischenhändler in der Turnhalle Tempelhofer Ufer 2: 200 Arbeitgeber, zwischen Brauereien und Publikum bilden, so haben die Bier700 Arbeiter; in der Turnhalle Schmidstr. 38: 300 Arbeitgeber, Gine derartige Geschäftspraxis halten jene Herren aber für einen fontrolleure naturgemäß bei diesen ihre Thätigkeit zu entfalten. 450 Arbeiter; in der Turnhalle Staligerstr. 55/56: 150 Arbeit frivolen Eingriff in ihre geheiligten Gerechtsame, sie sind der erledigte in ihrer heutigen Sigung den dritten und letzten Gegen- geber, 1800 Arbeiter; in der Turnhalle Strausbergerstraße 9: Meinung, daß die Arbeiter froh sein können, wenn ihnen überstand ihrer Tagesordnung: Die Erhebungen über die Arbeits- 250 Arbeitgeber, 550 Arbeiter; in der Turnhalle Gipsstr. 23a: haupt Bier verkauft wird und daß sie nicht lange zu fragen zeit in den Getreidemühlen. Bereits im Juni 1892 50 Arbeitgeber, 300 Arbeiter; in der Turnhalle Rastanien- Allee Siedepunkt sittlicher Entrüstung über die frechen Sozi, phantafiren - baben, was für Bier sie erhalten. Daher verfallen fie in den hatte die Kommission ihr Augenmerk auf dieses Gewerbe ge- Mr. 82: 150 Arbeitgeber, 1200 Arbeiter; in der Turnhalle Pant von Terrorismus und nennen die ehrenhaften Bierkontrolleure der richtet; da bei der Aufstellung der Fragebogen eine Einigung nicht erzielt wurde, konnte der Wortlaut der Fragebogen erst straße 7/8: 200 Arbeitgeber, 1450 Arbeiter; in der Turnhalle Arbeiter Bierschnüffler", um sie mit einem häßlichen Odeur zu umgeben und die öffentliche Meinung gegen dieselben einzunehmen. im Januar 1893 festgestellt werden. Die Vertheilung der Bogen Thurmstr. 86: 50 Arbeitgeber, 450 Arbeiter. Durch dieses Manöver suchen die Herren gleichzeitig sich selbst zu wurde nach einer auf grund des Katasters der Berufsgenossen- Es sind demnach im ganzen bis jetzt ca. 3000 Arbeitgeber falviren, indem dadurch die unbestreitbare Thatsache verschleiert schaft angefertigten Liste vorgenommen. Es war beabsichtigt, 10 pCt. der Betriebe zu befragen und wurden demzufolge 1454 und ca. 7000 Arbeitnehmer in die Wählerlisten eingetragen. Ein werden soll, daß sie selbst die Grundursache der„ Bierschnüffelei" Fragebogen an Windmühlen, 2608 an Wassermühlen und 250 an sehr unbefriedigendes Resultat! Bei der vorigen Wahl waren sind. Denn es ist ein offenes Geheimniß, daß Gastwirthe im Dampfmühlen ausgegeben. Es stellte sich heraus, daß viele von ca. 30 000 Arbeiter in die Wählerlisten verzeichnet. Intereffe einiger in dem Bierkriege engagirter Brauereien feinen Anstand nehmen, Schiebungen" zu machen, d. h. von den Arden Windmühlen feine Gehilfen mehr beschäftigen und konnten An der Zusammensetzung des Gewerbegerichts ist jeder Arbeitern verpöntes Bier diesen unter einem falschen Namen zu aus diesem Grunde nur 995 Bogen zur Bearbeitung heran- beiter interessirt und die Urtheile, die in letzter Zeit gefällt verkaufen. Um sich gegen eine derartige Täuschung zu schützen, gezogen werden. Auch von den Antworten der Wassermühlen mußten 456 ausgeschieden werden, weil auch hier die Voraussetzungen wurden, müßten es jedem Arbeiter, jedem Parteigenossen zur haben sich Parteigenossen in den Dienst der Arbeiterschaft als freiwillige Bierkontrolleure gestellt, ja jeder Parteigenosse ist mehr nicht mehr zutrafen. Statt nun die Verhältnisse von 10 pCt.sämmtlicher Pflicht machen, sich an den Wahlen zu betheiligen. Mühlen in dem statistischen Wert zur Darstellung zu bringen, oder weniger ein derartiger Bierkontrolleur oder Biers Angeführt und hervorgehoben soll werden, daß in allen schnüffler". Den Herren wird scharf auf die Finger gekonnten aus dem erwähnten und anderen Gründen nur von 6,96 pCt. der Windmühlen, 8,25 pCt. der Wassermühlen und Wahlbezirken die Einzeichnung von seiten unserer Parteigen offen sehen, und daß eine derartige Kontrolle nur allzu be rechtigt und nothwendig ist, das hat deren Thätigkeit 10,2 pt. der Dampf- resp. der Dampf- und Wassermühlen die noch viel zu wünschen übrig läßt. Angaben berücksichtigt werden. Die Kommission tam zu der An- Dringendste Pflicht aller Parteigenossen ist es deshalb, daß hinreichend bewiesen. Die Bierschnüffler" sind also, was fest= zuhalten ist, ein Produkt der Gepflogenheit so mancher Herren ficht, daß die bei den Erhebungen ermittelten Thatsachen aussie sich noch schnellsten 3 in die Wählerlisten eintragen lassen, Gastwirthe. Die Bierschnüffler" wären unnöthig, wenn den gereichen, um als Grundlage für die weiteren Erhebungen dienen sofern dieses bis jetzt noch nicht geschehen ist. Die ausgefüllten dachten Gepflogenheiten nicht gehuldigt würde. Der Verruf, der zu können. Die Rommission hatte heute zu beschließen, welche Schritte Anmeldeformulare müssen bis spätestens heute, Donnerstag, Abend den Bierkontrolleuren durch die Bezeichnung„ Bierschnüffler" angeheftet werden soll, fällt somit mit doppelter Wucht auf die unternommen werden sollen, um das Material so zu vervollkommnen, 8 Uhr in den amtlichen Aufnahmestellen abgegeben werden. Veranlasser derselben zurück. Diese sind ebenso wie unter den daß man ersehen kann, ob und welche Maßnahmen erforderlich Also nochmals, Parteigenoffen, holt das Bersäumte an dem Gastwirthen unter den Bierverlegern zu suchen und hier wird find, um die bestehenden Mißstände zu mildern oder zu beseitigen. Zu dieser Berathung waren sechs Sachverständige, drei Mühlen letzten Tage, der uns noch zur Einzeichnung bleibt, nach, sonst die Täuschung in noch weit höherem Maße betrieben, da eine Bierkontrolle beim Flaschenbier eine weit schwierigere ist, als befizer und drei Gesellen hinzugezogen. Nach längerer Debatte tönnt Ihr nicht wählen! beim Faßbier. Unter den Bierverlegern giebt es gar findige beschloß die Kommission, daß ähnlich wie bei früheren Parteigenossen! Versäumt nicht, Euch in die Wähler Köpfe, die um Aushilfsmittel, in Arbeiterkreisen verpöntes Bier Anlässen die Arbeiter- und Unternehmerorganisationen ihre liften zur Gewerbegerichts- Wahl eintragen zu lassen! an den Mann zu bringen, nicht in Verlegenheit sind. Es ist Ansichten über eine Reihe von Fragen äußern sollen. Ferner Die Parteigenossen werden besonders darauf auf- geradezu erstaunlich, was für Bräus" jetzt auf der Bildfläche soll das Reichs- Gesundheitsamt ersucht werden, ein Gutachten merksam gemacht, daß die Wählerlisten von der vorigen erscheinen, Namen, von denen man früher nie etwas gehört hat. abzugeben über den Einfluß der Müllerarbeit auf die Gesundheit Wahl verworfen sind und dah ein Jeder, der wählen Gine kleine Umschau auf diesem Gebiete führt zu recht der in dem Gewerbe beschäftigten Arbeiter. Wenn die Antworten will, fich unbedingt in die Liften eintragen laffen muß. interessanten Entdeckungen. Wie schon seinerzeit in der Bierder Interessenten und das Gutachten des Reichs Gesundheits- Heute, Donnerstag, ist der Termin für die Einkommission der Gastwirthe betreffs des Flaschenbierhandels der amtes vorliegen, sollen abermals Sachverständige verhört und tragung in die Wählerlisten beendet. Brauereien von authentischer Seite bekurdet wurde, herrscht in dann die Sache zum Abschluß gebracht werden. den Kreisen der Bierverleger eine hohe Kunstfertigkeit in der Anfertigung von Flaschen- Etiquettes. Andere dieser Art lassen jede Spezialbezeichnung und jede Angabe einer Brauerei fort und be= zeichnen das Bier einfach als Lagerbier"! Nun soll Jemand rathen, was er für Bier trinkt! Am allereinfachsten aber ist die Methode, das Flaschenbier mit gar teinem Etiquete zu versehen. Da werden alle möglichen alle möglichen Flaschen genommen, alles mögliche Bier hineingefüllt, so, liebes Publikum, nun trinke! Wie soll sich die Arbeiterschaft gegen derartige Hintergehungen anders schüßen, als durch Bierschnüffler"? bei der Arbeit, sie scheuen teine Mühe, um Täuschungen offen tundig zu machen. Und da die Bierschnüffler eine ebenso feine Zunge wie Nase haben, so wird ihre mühevolle Thätigkeit auch hier von Erfolg gekrönt werden zum besten der Arbeiter. Mögen unsere Gegner diese Biermänner auch bestmöglichst hassen, die Arbeiter haben alle Ursache, die höchste Anerkennung den arbeitsund opferfreudigen Bierschnüfflern" zu sollen. V Wenn jetzt schon feststeht, daß im Müllereibetriebe so lange Arbeitszeiten vorkommen, wie dieses wohl bei keinem anderen Gewerbe der Fall ist, so stellen sich bei der Regelung der Arbeitszeit beim Müllereigewerbe auch bedeutende Schwierig feiten ein, weil die benutzten Triebkräfte Wind und Wasser eine unregelmäßige Arbeitszeit hervorrufen. Aus dem vorliegenden Material ist bereits zu ersehen, daß diese Ursachen nicht immer bie lange Arbeitszeit hervorrufen. Wenn ein ernster Wille vor handen ist, wird auch ein Weg gefunden werden können, auf welchem das erwünschte Ziel erreicht werden kann. Kommunales. Die Anmeldungen werden entgegengenommen: 1. im Wahlbureau, Poststr. 16, 2 Tr., Wochentags von 8-3 Uhr; 2. in der Turnhalle der 131./169. Gemeindeschule, Tempelhofer- Ufer 2; 3. in der Turnhalle der 62. Gemeindeschule, Schmidstr. 38; 4. in der Turnhalle der 115./170. Gemeindeschule, Staligerstraße 55/56; 5. in der Turnhalle der 23. Gemeindeschule, Straußbergerstraße 9; " " 6. in der Turnhalle der 8./63. Gemeindeschule, Gips- und erfreulicher Weise sind die Bierschnüffler auch hier gar emig straße 23A; 7. in der Turnhalle der 15. Gemeindeschule, KastanienAllee 82; 8. in der Turnhalle der 118. Gemeindeschule, Pantstr. 7-8; 9. in der Turnhalle der 113./128. Gemeindeschule, Thurmstraße 86. Die Deputation zur Berathung der Neu- Ordnung der Gemeindesteuern vollendete gestern ihre Berathungen. In den ersten beiden Lesungen war bezüglich der Kanalisations- und zwar Wochentags von Nachmittags 5 bis 8 Uhr und SonnAbgabe beschlossen: Die zur Deckung der laufenden Aus: tags von 12 bis 3 Ühr. gaben für die Kanalisation einschließlich der für Verzinsung Als Ausweis genügen und Amortisation entstehenden Kosten haben die Hausfür den Arbeitgeber befizer voll aufzubringen. Dem Sturmlaufen der Hausbesitzer die Bescheinigung über die erfolgte Anmeldung des Gewerbe gegen diesen Beschluß gelang es, gestern denselben zu Fall betriebes oder die letzte Quittung über Zahlung der Gewerbe bringen: mit 13 gegen 13 Stimmen wurde der steuer, zu frühere Beschluß aufgehoben und mit großer Majorität für den Arbeitnehmer beschlossen, an Stelle der bisher geleisteten Abgabe von 1 pCt. ein Zeugniß seines Arbeitgebers oder der Polizeibehörde, fowie 2 pet. des Nutzungswerths zu erheben. Dadurch würde eine Liebes- Steuerquittungen 2c., daß er seit mindestens einem Jahre innergabe in Höhe von etwa 300 000 m. jährlich den Hausbesitzern halb des Gemeindebezirks wohnt oder in Arbeit steht. Vom Wasserfärben." In ihrem eigenen Inter= esse versäume feine Brauerei gratis und franko abzufordern: Ein Probefläschchen des von mir seit zwanzig Jahren fabri zirten und allgemein beliebt gewordenen Exportbier= Extratts. Dasselbe übertrifft alle ähnlichen Färbemittel an Färbekraft 2c. 2c. 2C." In diesem Zon geht die Anpreisung fort, mit der ein Herr Gehrke in der Zimmerftraße sein Mitttel zum Bierfärben den Brauereien darbietet. Hopfen und Malz, Gott erhalt's", erkühnen sich bekanntlich die Berliner Herren der volksthümlichen Industrie"[ zugezogenen Einwohner freuen sich über die Artigkeit, Bescheiden-| Witterung in Deutschland am 27. Juni, 8 Uhr Morgens. auszurufen, wenn sie ihre Export- und andere Biere dem heit und Gefälligkeit der eingeborenen Nowaweser. Die Rigdorfer Kanalisation macht sich auch für Berlin Wetter- Prognose für Donnerstag, den 28. Juni 1894. Nachts noch fühles, am Tage etwas wärmeres, trockenes und Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. Nachdem das Barometer in ganz Deutschland, außer in OstPublikum marktfchreierisch anpreisen. Auf welche Weise die aus Es haben sich daher auch in letzterer Zeit im hiesigen Orte preußen, seine normale Höhe überschritten hat, ist längs der reinem Malz und Hopfen" hergestellten Produkte zusammen Pensionäre, II. Rentiers 2c. angesiedelt, es ist noch nicht vor- Küste und in Süddeutschland trockenes und vielfach heiteres gemanscht sind, wie viel von den feit 20 Jahren allgemein be- gekommen, daß auch nur einer dieser Herren wegen des hier Wetter eingetreten. An der Nordsee ist heute Morgen der Himmel liebt gewordenen Färbemitteln" gebraucht werden, das zu beherrschen sollenden rohen und pöbelhaften Betragens des gänzlich wolkenlos, im norddeutschen Binnenlande hingegen noch kunden ist ja nicht Sache der Wasserfärber, fintemalen es ja Publikums wieder fortgezogen wären, im Gegentheil befinden sich größtentheils bewölkt; doch haben auch hier die Regenfälle aufmerschdendeels nur Arbeiter sind, die Berliner Bier trinken. Diese Leute unter den hiesigen Einwohnern sehr wohl. gehört. Die Winde haben sich nach Nord gedreht und sind in Färbemittel hin, Färbemittel her, wenn's nur reichlich Divi- Die angeführte Schwurgerichtsverhandlung beschäftigte sich Norddeutschland viel schwächer, zu Mülhausen i. E. jedoch sehr denden und Tantiemen bringt! bekanntlich mit dem Auflauf, der am 20. Februar in Nowawes stark geworden. Die Temperatur ist meistens noch etwas ge= ,, Bei mir verkehren keine Sozialdemokraten." Ein Benehmens entstanden ist. Dieser Beamte benahm sich an dem begonnen. aus Anlaß des von dem Gendarm Preuße an den Tag gelegten funken; nur an der Nordseeküste hat sich die Luft zu erwärmen Schankwirth in der Brunnenstraße, der sich trotz aller Vor- Tage, wie wohl noch erinnerlich, derart, daß er von Nowaweser haltungen der bei ihm verkehrenden Arbeiterschaft nicht zur Ab- Einwohnern, die vor Gericht als Zeugen geladen waren, für beschaffung des von ihm geführten Boykottbieres bequemen wollte, trunken gehalten wurde, G3 wurde vor Gericht u. a. ausgesagt, war ob der ihm von der bisherigen Kundschaft zugegangenen daß der Gendarm Preuße mit einem der Angeklagten an dem vorwiegend heiteres Wetter, mit mäßigen bis frischen nordöstlichen Absage derart in Harnisch gerathen, daß er gestern, an feinem betr. Tage getanzt habe, daß er in einer Wohnung mit dem Winden. Lokaleingang ein Plakat anbringen ließ, auf dem in Lapidarschrift Kopfe auf die Nähmaschine geschlagen sei u. s. w. Eine Zeugin Berliner Wetterbureau. zu lesen stand: Hier giebt es vorzügliches Lagerbier. Bei mir ver- sagte aus, daß der Gendarm ihr einen unsittlichen Antrag fehren feine Sozialdemokraten! Selbstverständlich hatte das Plakat gestellt habe. Preuße beftritt die meisten dieser Aussagen. Ver- Gürtler im Flur eines Hauses der Manteuffelstraße sich mittels Polizeibericht. Am 26. b. M. Nachmittags versuchte ein zur Folge, daß kein Mensch seinen Fuß über die Schwelle des urtheilt wurden in dieser Affäre vom Schwurgericht Potsdam, Salzsäure zu vergiften. Er verletzte sich schwer und mußte nach Lotals sette. Während aber anfangs die Passanten kopfschüttelnd wie wir fürzlich gemeldet haben, mehrere Einwohner von dem Krankenhause Bethanien gebracht werden. In einem ob der Thorheit des Wirthes ihre Wege gegangen waren, blieben Nowawes zu schweren Gefängnißstrafen. Sie wurden schuldig Hause, der Markgrafenstraße fand Abends ein Gardinenbald die Leute stehen, und jeder, der sich das Plakat näher ansah, befunden, fich an einer öffentlichen Zusammenrottung betheiligt brand statt. brach in herzhaftes Lachen aus. Echließlich betrat ein Spaß zu haben. verderber die Schankräume und raunte dem Wirth ein paar Worte ins Ohr. Flugs erschien der Hansknecht auf Der Straße, sah sich das Plakat an und stimmte bereits in vortheilhafter Weise bemerkbar. Der berüchtigte Rirboshaft mit in das Lachen des Publikums ein. So dorfer Wiesengraben, der sich früher nicht blos durch seinen Gewehe es ihm anscheinend that, so blieb aber schließlich ruch, sondern mehr noch durch die Schlammmassen, die er dem nichts anderes übrig, als den Befehl seines Herrn zu Schifffahrtskanal zuführte, in der nachtheiligsten Weise bemerkbar Rammer III. Vorsitzender: Assessor Cuno. Sigung vom vouführen und das Plakat abzureißen. Als die Menge sich zu machte, zeigt seit einigen Wochen ein völlig klares und durch- 25. Juni. verlaufen anfing, ging ein Bekannter des Wirthes in das Lotal fichtiges Wasser, so daß die Berliner Jungen an den wärmeren Der Arbeiter W. arbeitete in einer Kolonne, deren Führer" und fragte nach der Ursache des Gelächters dort draußen. Ja, Tagen der Versuchung nicht widerstehen können, in diesem Wasser u. ihn als Bukträger engagirt hatte. Als der Afford, den die antwortete der Wirth. da hat sich wieder so ein verdammter zu baden. Buzkolonne auszuführen hatte, beendet war, stellte U. dem W. Sozialdemokrat einen Wit gemacht. Das Plakat mit den inhaltsUeber die gegenwärtige äußere Ausstattung der Ber- weitere Beschäftigung in Aussicht. Er ersuchte denselben, schweren Worten war nämlich unterzeichnet: Der blödsinnige liner Schuhmannschaft weiß eine hiesige Korrespondenz folgen nach ber Brauerei Königstadt zur" Frühsprache" zu Wirth." des auszuplaudern: Die Uniformstücke der Berliner Schutz kommen. Diese Frühsprache ist Einrichtung der Zu dem am Sonntag verbreiteten Flugblatt find heute mannschaft haben in der legten Zeit eine gegen früher ab- Buyer, die einem Arbeitsnachweis gleichkommt. W. traf U. nicht noch nachfolgende Aenderungen eingelaufen: weichende Veränderung im Gebrauch erfahren. Seitdem der am verabredeten Ort. Aus der Weiterbeschäftigung wurde nichts. 1. Wahlkreis. Dorotheenstr. 62, Wilke, kein Schult- Magistrat die Kleidungsstücke nicht mehr auf eigene Rechnung 2. hielt sich für engagirt und flagte nun gegen U. auf Lohns heiß, fondern Münchener Brauhaus. anfertigen läßt, vielmehr nur eine Pauschalsumme zahlt, ist auch entschädigung. Kläger wurde abgewiesen. Grund: Daß 2. Wahlkreis. Mariendorferstraße 7, Becker, fein in bezug auf die Schußmannskleidung die beim Militär übliche Kläger nach dem Ort hinbestellt wurde, wo die Arbeit vermittelt Happoldt, sondern Unionsbrauerei. Gneisenaustraße 59, Sparfamfeit eingeführt worden. Während früher in jedem Jahr wird, sei noch kein Engagement; der Arbeitsvertrag habe dort Günther, fein Vereinsbier, sondern Müggelschlößchen. Urban- ein neuer Anzug geliefert wurde, und die ältesten Garnituren erst abgeschlossen werden sollen. straße 102, Vangermain, Bergschloßbrauerei, Auskunft- dementsprechend wegfielen, trägt die Schuhmannschaft jetzt im Eine Entschädigung im Betrage des ortsüblichen Tageverweigerung auf Irrthum beruhend. Großbeerenstraße 18, gewöhnlichen Dienst die im Jahre 1891 gelieferten Röcke, an lohnes für eine Woche verlangt der Malermeister Bock J. Tischmann, schänkt Bier aus der Kronenbrauerei. Sonntagen bei gutem Wetter die Garnituren 1892 und die vom von dem Maler M., weil dieser ohne Auffündigung die Arbeit 3. Wahlkreis. Louisen- Ufer 44, Rümmrig, Spandauer vorigen Jahre nur bei festlichen Gelegenheiten. Die in dem verlassen habe. Der Beklagte giebt zu, ohne zu kündigen geberg, Phönig und Luckenwalder. Kaiser Franz Grenadierplay 5, laufenden Jahre fällige Lieferung ist überhaupt noch nicht zur gangen zu sein, behauptet aber, dazu ein Recht gehabt zu haben. Richter, fein Schultheiß sondern Böhow. Kaiser Franz Ausgabe gelangt. Dementsprechend ist das Aussehen der Schutz- Die Arbeit( Affordarbeit) sei so schlecht bezahlt worden, daß er, Grenadierplatz 6, Hildebrandt, kein Vereinsbrauerei- Bier männer auf den Straßen nicht mehr ein so fauberes, tadelloses, Beklagter, beim Beginn derselben gleich zu Bock gesagt hätte, ob er bei dem Preise sondern Borussia. Alexandrinenstr. 53, Limscheid, kein Schult- wie früher. Ebenso verhält es sich mit den Paletots, die zum er wolle erst einmal versuchen, M. wurde zur Zahlung der beantragten heiß sondern Reichenfron- Charlottenburg. Ritterstr. 51, Köllner, Theil schon recht fadenscheinig aussehen und daher nicht mehr zurechtkomme. M. wurde tein Schultheiß noch Böhmisch, sondern Patzenhofer. zweckentsprechend sein dürften." 16,25 Mart verurtheilt. Gründe: Wenn Beklagter er fagte, ob wolle den Versuch machen, 4. Wahlkreis( Süd- Ost). Wrangelstr. 180, öke, zurechtEine heftige Benzin- Explosion fand am Mittwoch tomme, hätte er dadurch noch lange nicht das Recht gewonnen, fein Happoldt, sondern Schulze u. Hildebrandt, Werder, Bückler Mittag um 121/4 Uhr in dem Hause Kommandantenstraße 30 mitten im Afford die Arbeit niederzulegen. Indem er dies that straße 3, Arndt, kein Böhmisch sondern Reichenkron. statt. Bu ebener Erde liegt dort die Droguenhandlung von 6. Wahlkreis. " eine er 4. Wahlkreis( Dst). Rüdersdorferstraße 80, Busch, Dstar Snauth, beren Lagerfeller sich im linten Geitenflügel bebrach er den Rontratt; der Meister habe deshalb die Entschädikein Schöneberg, sondern von der Kommission. Königsberger findet. Bur angegebenen Zeit schidte die Zimmerstraße 35 be- gung im Betrage des ortsüblichen Lagelohns für sechs Tage straße 85/95, Warez e cha, tein Schöneberger, fein Boykottbier. Stutscher Baul Dietrich eine Flasche mit etwa 25 Bitern Benzin. zu brauchen. traße 20, kein Boykottbier, sondern Wilhelmshöhe. Koppen- legene Großhandlung von Braumüller durch den achtzehnjährigen beanspruchen können, ohne den Nachweis eines Schadens liefern Der Arbeiter( Träger bei den Töpfern) M. flagt gegen den Hochmeisterstr. 25, Harm, fein Senauth bat den Rutscher, die Sendung nach dem Lagerkeller su Töpfermeister Rees auf Zahlung von 72 M.; er begründet Schultheiß, sondern Osw. Berliner. Chorinerstr. 30, Stein, bringen. Etwa auf der Mitte der fleinen Treppe that Dietrich den Anspruch damit, daß er, nachdem die Töpferarbeiten auf Münchener Brauhaus. Usedomstr. 14, Wwe. Rühr mund, einen Fehltritt und stürzte die wenigen Stufen hinab. Hierbei einem Bau fertig waren, von Rees fest für einen anderen Bau Nordstern. Bionstirchstr. 12, Hopfer, Rathenower Bier. zerbrach die Flasche und die Benzingase drangen in eine neben engagirt worden sei, aber die Arbeit nicht habe antreten dürfen. Bionstirchplatz 1, Thießen, tein Böhmisch, sondern Böhow, der Treppe befindliche Waschküche, wo helles Feuer Der Beklagte bestreitet das feste Engagement; er habe, Exerzierstr. 1a, tein Gregory, sondern Osw. Berliner. Grün- brannte. Sofort erfolgte eine Explosion. Die Fenster behauptet er, dem Kläger nur Arbeit in Aussicht gestellt. thalerstraße 39, A. Müller, tein Böhmisch, sondern Wilhelms- des Treppenhauses im linken Seitenflügel sind bis zum Beschäftigen hätte er denselben nicht tönnen, weil er felbft höhe. dritten Stock zertrümmert worden, und die Thüren zu den den betreffenden Auftrag nicht erhielt. Der Kläger beschwört, Zur Lokalfrage. Der Vorsitzende der Lokalkommission er- Räumen des Kellers und Erdgeschosses wurden ausgehoben und daß ihn der Beklagte bestimmt zur neuen Arbeit bestellt habe. hielt unter dem Datum des 25. Juni folgendes in der Form auf den Hof geschleudert. Dietrich war augenblicklich in ein daß ihn der Beklagte bestimmt zur neuen Arbeit bestellt habe. Dieser wurde hierauf zur Zahlung von 72 m. verurtheilt. Das Flammenmeer gebüllt. Herr Knauth, der die Flammen löschen Gericht nahm an, daß den Beklagten der Umstand nicht entHerrn H. Gumpel, hier. In der Lokalliste vom 24. Juni cr. wollte, verbrannte sich beide Hände. Dietrich ist am ganzen schuldige, daß er die fraglichen Töpferarbeiten nicht übertragen fand ich mein Lokal unter denen, welches zu Bersammlungen zu Störper mit schweren Brandwunden bedeckt und die Kopfbaut hat haben ist. Allerdings unterschrieb ich seiner Zeit einen Schein, sich vom Schädel gelöst. Der Doktor med. Ritter aus demselben erhielt. Das Engagement gelte nach dem Eide des Klägers als nach welchem ich meine Lokalitäten dazu hergeben wollte. Sause war alsbald zur Stelle und legte dem Verletzten einen erwiesen. Wegen Nichtinnehaltung desselben stehe ihm die EntDoch erstreckte fich dieses nicht auf die Zeit des Boykotts. Verband an. Dietrich wurde nach dem Krankenhause am Urban Schädigung zu. Da ich in geschäftlicher Beziehung mit meiner Brauerei sehr befördert, während Knauth in der Wohnung verblieb. Die eng verbunden, diefelbe aber zu derartigen Versammlungen Feuerwehr war unter dem Branddirektor Giersberg zur Stelle bie Lieferung des Bieres verweigert, so ersuche und löschte den im Keller entstandenen Brand nach kurzer Zeit. Sie hierdurch höflichst, mich während der Zeit der Sperre aus Ihrer Liste zu streichen. Nach derselben bin ich gern bereit, Ihnen mein Lokal zu jeder Zeit, wann und wie oft es Ihnen beliebt, zur Verfügung zu stellen. In der Hoffnung, daß Sie die Nothwendigkeit dieses Schreibens einsehen, zeichne Hochachtungsvoll Quarg, Artushof", Perlebergerstr. 23. Den Gefallen, ihn aus ihrer Liste zu streichen, werden die Arbeiter Herrn Quarg natürlich thun. Eine andere Frage dürfte es sein, ob die Arbeiter au ch nach Aufhebung der Sperre bereit sein werden, Herrn Quarg aus ihrer Liste zu streichen. Uebrigens sei bemerkt, daß auch Herr Henke, Stalizerstraße 54, fein Lokal während der Dauer der Sperre au sozialdemokratischen Versammlungen verweigert. Auch das wird die Arbeiterschaft sich in das Notizbuch schreiben. Der Ausschuß der Gewerbegerichts- Beifizer( Arbeit nehmer) hat in einer seiner letzten Sigungen seine Mißbilligung darüber ausgesprochen, daß in einem Fall ein GewerbegerichtsBeisitzer fein Amt zu einer Art Geschäftsreklame benutzt hat. Dem betreffenden Beifißer( es ist der ehemalige Binfgießer, jezige Restaurateur Otto Joft, Staligerstr. 75) ist übrigens anheim gegeben worden, auf grund des§ 14 der Gewerbe- Ordnung und § 10 des Drtsstatuts Berlin sein Mandat niederzulegen. Auch wir müssen gestehen, daß es eine geschmacklose Reklame ift, wenn ein Wirth sein Restauration in seiner Eigenschaft als Gewerbegerichts- Beisitzer empfiehlt! Der Konfektionär, über dessen Verschwinden wir gestern berichtet haben, heißt Paul Fabian und wohnt Lindenstr. 37. wenden kann. straße 8, wurde am Montag Nachmittag der sechsjährige Knabe Von der Equipage des Fabrikanten Sp., Hermsdorfer Franz Herrfurth in der Ackerstraße überfahren. Einen Selbstmord beging der in der Privatklinik des Dr. H. in der Markusstraße behandelte 43jährige Tischler Franz Finte aus der Memelerstraße. Man fand den Patienten am Mittwoch Morgen erhängt vor. Kammer III. Vorsitzender: Asseffor 2ohmeyer. Sigung vom 26. Juni. Wie ein beabsichtigterkündigungsausschluß nicht vorgenommen werden soll, mußte zu seinem Leidwesen der Malermeister Eckert erfahren. Derfelbe wandte gegen eine Lohnentschädigungsklage des Malers M. ein, dieser Ueber die Berliner Kinder wird von den Landleuten der habe sich durch Unterschrift mit dem Ausschluß der gesetzlichen Bororte Klage geführt. Die botanifirenden Ausflügler gehen oft Ründigungsfrist einverstanden erklärt, und zwar nicht bloß ein in dem Bestreben, Rornblumen zu pflücken, über die zulässigen mal. Beklagter legte zum Beweise dessen ein Buch vor. Der Grenzen hinaus und zertreten die Halmfrüchte. So ist dieser Kläger behauptete nun seinerseits, er habe auf die Aufforderung Tage dem Besizer T., der am Birkenwäldchen in Tempelhof ein des Beklagten, zu unterschreiben, in der Meinung Name, Stück Ackerland mit Roggen bestellt hat, ein erheblicher Schaden Wohnung, Geburtstag und Ort in das ihm vorgelegte Buch zugefügt worden, ohne daß T. weiß, an wen er sich dieserhalb hineingeschrieben, daß es sich um die Anmeldung zur Kranken fasse bandele. Daß die Unterschrift die Kündigung betreffe, fet statirte, daß das fragliche Buch nur auf der ersten Seite ihm vom Beklagten nicht gesagt worden und dies sei auch aus dem Buche nicht zu ersehen gewesen. Der Vorsitzende kons die Arbeitsbedingungen, darunter den Kündigungsausschlußs Paragraphen enthalte, und daß dann auf den nächsten Seiten eine lange Reihe von Namen folge, zu deren lehten auch die legte Unterschrift des Klägers gehöre. Dieser habe allerdings auch vorn einige male unterschrieben( Kläger hat schon öfter. Verschwunden ist seit Sonnabend Morgen 82 Uhr die beim Beklagten gearbeitet). Auf Befragen erflärte der zehnjährige Magda Meer, Tochter des Stucateurs Carl Meer, Beklagte, nicht mehr zu wissen, ob er beim Vorlegen Belforterstr. 14. blaues Jadet mit blanten Knöpfen, sowie einen schwarzen Hut habe. Das Rind trug ein rothtarrirtes Kleid, ein des Buches über den Zweck der Unterschrift sich ausgelaffen Das letzte Mal ist der Kläger ein halbes Jahr mit rothem Band. Die Eltern, welche nicht die geringfte Er nach der Beendigung seiner vorlegten Beschäftigung beim Be flärung für das Verschwinden ihres Kindes haben, bitten Jeber- tlagten eingetreten. Der Beklagte wurde verurtheilt 45 m. zu mann, der ihnen einen Anhalt zu geben vermag, eine entsprechende zahlen. Gründe: Der Einwand des Beklagten, daß Kläger Mittheilung an ihre oben angegebene Adresse gelangen zu lassen. ben Vermert unterschrieben habe, eine Kündigung finde nicht statt, sei aus folgenden Gründen als nicht erwiesen anzusehen, Zengen gesucht! Am Sonnabend Nachmittag zwischen obwohl das Buch drei Mal den Namen des Klägers aufweise. Herr Schweißberger, Röpenickerstr. 3, berichtet uns, daß 5 und 6 Uhr ist eine Frau, welche an der Friedrich- und Erstens sei nicht erwiesen, daß der Beklagte zum Kläger au 3er feinen Saal zu politischen Versammlungen nicht hergiebt. Leipzigerstraßen- Ecke mit Blumen handelte, von einem Schuh- drücklich gesagt hat:" Unterschreiben Sie mal den Ausschluß der Mithin ist die Mittheilung in unserer Zotalliste unrichtig. mann in auffälliger Weise sistirt worden. Die zahlreichen Kündigung." Eben weil der Beweis hierfür nicht erbracht ist, sei die Passanten, welche der Aufsehen erregenden Affäre als Zuschauer bezüglich der Aufforderung zum Unterschreiben seitens des beiwohnten, werden ersucht, ihre Adressen in der Expedition des Riagers aufgestellte Behauptung als richtig anzunehmen. Borwärts" abzugeben. Deffen Angabe, er habe in der Annahme unterschrieben, daß es sich um die Krankenkasse handele, sei deshalb glaubhaft, weil er zu seinem Namen noch den Geburtsort und-Tag, sowie die genaue Adresse hinzugefügt habe, was sonst bei Unterschriften bezüglich der Arbeitsbedingungen nicht üblich sei. In Betracht komme auch, daß Kläger ein volles halbes Jahr nicht beim Beklagten gewesen sei, und daß er auf die mit seinem Namen versehenen Buchfeite nichts fand, was auf den eigentlichen Zweck des Buches hindeuten konnte. Wollte sich der Beklagte für alle Fälle schüßen, dann hätte er am Kopf jeder Seite den Vermerk an bringen müssen:„ Kündigung findet nicht statt", oder er hätte in Beugengegenwart auf den Zweck der Unterschrift ausdrücklich drücklich hinweisen müssen. Im vorliegenden Falle sei nach dem Resultat der Beweiserhebung der Ausschluß der Kündigung durch die Unterschrift nicht erfolgt. Der Gemeindevorstand von Nowawes sendet uns folgende, von ihm, wie vom Gemeinderath unterzeichnete Be tanntmachung zur Veröffentlichung zu: In der Schwurgerichts- Verhandlung des Königlichen Landgerichts zu Potsdam am 15. und 16. d. Mts. sind die Einwohner von Nowawes von dem Gendarm Herrn George als pöbelhaftes Publikum und in noch anderer Weise so hingestellt worden, als ob die hiesigen Einwohner die schlechtesten Menschen wären. In der hiesigen Gemeinde sind gewiß nicht mehr schlechte Menschen, wie in anderen industriellen Orten. Es ist hier ein sehr seltener Fall, wenn ein hiesiger Einwohner vor das Schwurgericht kommt und daß mal jemand aus der Gemeinde unter Polizeiaufsicht gestellt werden muß. Der Herr Staats. anwalt betonte in seiner Rede, daß vor mehreren Jahren schon in demselben Saale sich eine Verhandlung wegen Tödtung eines Nowaweser Gendarmen abgespielt habe. Diese Annahme des Herrn Staatsanwalt ist aber eine irrige, denn der Gendarm ist Samals nicht in Nowawes und von Nowawesern erschlagen, sondern es war der in Neuendorf stationirte Gendarm Schlömer, derfelbe ist von einem in Potsdam arbeitenden Kutscher, welcher in Neuendorf zu einem Tanzvergnügen gekommen war und beim Nachhausegehen Standal machen wollte, in Neuendorf, KaiserDie nach bier und Potsdamerstraßen- Ecke erschlagen worden. " Witterungsübersicht vom 27. Juni. Stationen. Swinemünde Hamburg. Berlin Wiesbaden. München Wien Haparanda Petersburg Cork. Barometer stand in mm, rebuzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke NNO 764 NO 764 N 767 N 767 SM 762 WNW 769 Still 760 NO 769 Aberdeen Paris 778 • 767 D& D NO (-24125 12413 Wetter Temperatur ( nach Celsius 5° C. 4° R.)] woltig 18 wolkenlos 16 wolkig 14 wolfig 15 wolfenlos 14 bedeckt 12 wolkenlos 20 woltenlos 15 17 wolfig 17 wolkenlos 14 bedeckt Unter der Anklage schwerer Sittlichkeits.Ver brechen stand gestern der Kaufmann Hermann Lefevre vor der dritten Straffammer des Landgerichts 1. Die Verhandlung, welche bei verschlossenen Thüren stattfand, endete mit der Ver urtheilung des Angeklagten zu einer 3uchthausstrafe von drei Jahren. Aus der Urtheilsverkündigung ging hervor, daß Lefevre, welcher Thurmstraße 47 einen Laden inne hatte, durch bte umfangreiche Beweisaufnahme überführt worden war, sich in schwerer Weise gegen ein Kind von sieben Jahren vergangen zu haben. - Alexanderplatz. Unter der AnNage der wisientlich falsche» Anschuldigung stand gestern der Schneidermeister Her- mann Bernd t vor der II. Strafkammer(Vors. Herr Brause- weiter) des Landgerichts I. Berndt hatte unterm 21. Januar �?'• a" Polizeipräsidium ein Schriststück eingereicht, worin er fich über den Kriminalkommissar Schulz beschwerte. Derselbe habe ihn in einer Strafsache als Zeuge laden lassen. Zunächst habe er vor seiner Vernehmung zwei Stunden warten müssen. Der Kommissar habe ihn dann noch sehr grob behandelt, ihn einen Lügner genannt, weil angeblich eine frühere Aeußerung des Beschwerdeführers nicht mit seinen Angaben vor dem Kommissar in Einklang zu bringen sei und schließlich habe der Beamte Aus- drucke gebraucht, welche wiederzugeben er sich schäme. Alle diese Behauptungen sollen wider besseres Wissen ausgestellt sein. Der Angeklagte blieb im Termine dabei, daß er in keinem Punkte von der Wahrheit abgewichen sei. Durch die Beweisausnahme wurde festgestellt, daß der Angeklagte beim Aufruf gerade nicht zugegen gewesen war und hatte der Kommissar darauf aridere Zeugen zuvorgenommen. Der Beamte sagte aus. daß er nicht den Ausdruck„Lügner" gebraucht, sondern nur darauf hin» gewiesen habe, daß der Zeuge früher die Unwahrheit gesagt haben müsse. Daß endlich seitens des Beamten ein Ausdruck gebraucht worden war, welcher nicht zu den par- kam entarischen gehört, wurde von diesem ein- geräumt, der Vorsitzende erklärte aber, daß dies bei dem Thema, über welches der Zeuge zu vernehmen war. entschuldbar sei, ein Mann könne auch schwerlich durch die land- läufige Bezeichnung zum Erröthen gebracht werden! Der Staatsanwalt beantragte gegen den An- geklagten sechs Wochen Gefängniß, während der Ver- theidiger, Rechtsanwalt Dr. Schöps, ausführte, daß der Angeklagte in keinem der Punkte wider besseres Wissen gehandelt habe. Der Gerichtshof war anderer Meinung und verurtheilte den Angeklagten zu einem Monat Gefängniß. Vom Schwurgericht in Magdeburg wurden am 16. und 17. März der Maurer Gustav Oelze ssn. und Oelze jun. aus Ebendors für schuldig erklärt, gemeinschaftlich mit anderen Per- souen an einer öffentlichen Zusammenrottung theilgenommen zu haben, welche Gewaltthätigkeiten gegen Personen beging, Oelze zun. außerdem, an einer öffentlichen Zusammenrottung theil- genommen zu haben, welche mit vereinten Kräften Beamte mäh- rend der rechtmäßigen Ausübung ihres Amtes angriff. Oelze sen. wurde zu zwei, Oelze zun. zu drei Jahren Zuchthaus ver- urtheilt.— In der Revision führten die beiden Angeklagten prozessuale Beschwerde, indem sie Verletzung der Bestimmungen Über die Oeffentlichkeit der Gerichtsverhandlungen und Unkorekt- heilen bei der Besetzung der Geschworenenbank rügten. Eine der letzterwähnten Rügen, die auch zur Aushebung des Urtheils führte, daß der Vorsitzende vor Beginn der Ausloosung der Geschworenen mitgetheilt hatte, den Angeklagten stehen acht, der Staatsanwaltschaft sieben Ablehnungen zu. Nachdem er aber mehrere Namen schon aus der Urne gezogen, schränkte er plötzlich seine frühere Aussage dahin ein, Idaß mit Rücksicht auf die voraussichtlich längere Dauer der Verhandlung ein Er- gänzungsgeschworner zugezogen werden müsse und den An- geklagten nicht acht, sondern nur sieben Ablehnungen zustehen. Diese Einschränkung mitten in der Ausloosung sei aber, wie die Revision ausführte, unstatthaft, denn der Vertheidiger müsse sich bei der Ablehnung der Geschworenen nach der ihm zu Gebote stehenden Zahl von Anfang an richten.— Auch Reichsanwalt Schumann hielt diesen RevisionSgrund für begründet und das Verfahren bei Bildung der Geschworenenbank für inkorrekt. Nach g 277 der Slrafprozep-Ordnung dürfe die Zuziehung eines Er- gängungsgeschworcnen nur vor dem Beginn der Ausloosung an- geordnet werden. Di« Folge dieser Rechtsverletzung sei im vor- liegenden Falle sofort zutage getreten in der thalsächlichen Be- einträchtigung des Ablehnungsrechtes der Angeklagten. Der 3. Strafsenat des Reichsgerichts schloß sich diesen Ausführungen an, hob das Urtheil, so weit es die beiden Revidenten betrifft, auf und verwies die Sache an die Vorinstanz zurück. Mannheim. Nach dem am Mittwoch verkündeten Urlheile in dem Prozesse gegen Richard Traumann und die drei In- Haber der Firma Salomon Maaß, wurden die Angeklagten von der Anklage der Untreue respektive der Beihilfe zur Untreue freigesprochen. Aus den Entscheidungsgründen theilt die„Neue Badische Landeszeitung" mit, daß in der Ausstellung von Wechseln von Seiten Traumann's nicht der von dem Strafgesetze£j 266 Absatz 2 verlangte Begriff der „Vermögensstücke" erblickt werden könne, auch habe Traumann nicht erwarten können, daß Maaß falliren würde, ebenso habe Maaß nicht voraussehen können, daß Traumann, den sie für sehr reich hielten, in Zahlungsverlegenheiten gerathen würde. Zum Streik der Deister-Berglente erläßt die„Berg ziittenarbeiter- Zeitung" folgenden Aufruf: Kameraden! Leidens-"~~ Sozisls Itcüciiufjt. Zlchtnng, Kartonarbeiter! Unsere nächste Versammlung findet am Sonntag, den 1. Juli, Vormittags 16 Uhr, bei Wilke, Andreasstraße 26, statt. Es ist Psticht aller Kollegen, zu dieser Versammlung recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen, da über die Organisationsfrage ein endgiltiger Beschluß gefaßt wer- den soll. I. A.: Der Vertrauensmann. und . WW Der -treik unserer Leidensgenossen am Deister ist in ein ernstes Stadium getreten; er wird langwierig. Die Bergwerksbourgeoisie der Zeche Antonie beharri hartnäckig auf ihrem Standpunkt, kleine Löhne zu zahlen, auch soll an der bisherigen Disziplin nichts geändert werden. Aber die.streikenden Kameraden haben beschlossen, auszuharren, lieber zu hungern, als in das alte Joch zurückzukehren. Schon seit mehreren Wochen dauert der Streik. darum ist schnelle Hilfe jetzt dringend geboten. Am 7. Juni ist im Streikgebcet folgende Resolution angenommen:„Die heute im Saale des Ballhofes tagende öffentliche Volksversammlung erkennt die Forderungen der streikenden Bergarbeiter in Bantrop als berechtigt an und verpflichtet sich, die Streikenden mit allen Kräften, moralisch wie materiell, zu unterstützen." Eifern wir diesen Leuten nach. Sammeln wir schnell zur Unterstützung unserer kämpfenden Kameraden am Deister. Es ist eine Ehren- fache für uns, die 506 Leidensbrüder am Deister im Kampfe sür ihr gutes Recht über Wasser zu halten.— Gelder zur so- fortigen Weiterbeförderung nimmt unser Verbandskassirer Johann Meyer, Bochum, Fahrendcllerstr. 24, entgegen. Wöllstein. Modernes Bauernlegen. In dem eine halbe Stunde von hier entfernten Orte Lehfelde wohnt ein Groß- grundbesitzer namens Lehfeld, der zugleich vielfacher Millionär ist. Dieser Agrarier, welcher zwar nicht von seinen Standesgenossen für voll anerkannt wird, weil er nebenbei Jude ist, hat es ver- standen, innerhalb zehn Jahren ein ganzes Bauerndors bis auf «i» Gehöft zu verzehren. Mißernten der Bauern und die sich daranschließenden Geldverlegenheiten kamen Herrn Lehfeld so zu gute, daß ein Stück Land nach dem andern in den Bereich seines schon damals großen Besitzes fiel und so verschwand ein Bauern- dos nach dem andern von der Bildfläche. Der frühere Name des Ortes war Powodowo. Damit die Nachwelt nun Herrn Lehfeld in gutem Andenken behalten möge, hat er die Statte mit Ge- nehmigung der Regierung nach seinem Namen umgetauft. Der letzte der ehemals ansässigen Bauern ist dem Herrn Ritterguts- besitzer natürlich ein Dorn im Auge. Durch fortwährende Grenz« streitigkeiten wird dieser letzte seines Stammes schließlich hinausgegrault werden. Der Bauer hat sich genöthigt gesehen, wegen Grenzverletzungen gegen den Gutsbesitzer- Millionär klagbar zu werden. Der Prozeß dauert schon Jahre und wird wahrschein- lich mit der Veruriheilung des Bauern, zur Tragung der Kosten, welche ziemlich 1000 M. ausmachen, enden. Auf diese Weise verliert der Bauer sein Vermögen, und es ist nicht schwer voraus- zusehen, wann auch dieser letzte der Ausgekauften als Proletarier nach der Stadt ziehen oder als moderner Leibeigener seinen früheren Grund und Boden bestellen wird. Der„antikollektivistische Bauernschädel" wird zerdrückt durch den Geldsack des Groß- grundbesitzers. Auch die Bauern lernen dadurch immer mehr einsehen, daß die Verstaatlichung von Grund und Boden durch die sozialdemokratische Gesellschaft ihnen nur zum Nutzen ge- reichen kann. Der Wiener Tischlerstreik, welcher nach den Mittheilungen der gegnerischen Presse mit einer Niederlage der Streikenden ge- endigt haben soll, dürfte nach dem folgenden, uns verbürgten Bericht kaum eine solche Bezeichnung verdienen. Wenn die ge- stellten Forderungen auch nicht im vollen Umfange erreicht wurden, so ist doch in mehreren großen Fabriken die 9stündige Arbeitszeit, und in etwa övo Werkstätten, in denen vorher noch eine 12— l4stündige Arbeitszeit üblich war, die Ivstündige Ar- beitszeit eingeführt worden. Außerdem wurden in ca. tausend Werkstätten und Fabriken eine 10— 20prozentige Lohnerhöhung erreicht. Dies kann schon als ein nennenswerther Erfolg bezeichnet werden, umsomehr, als sich auch hier wieder einmal Be- Hörden und Unternehmerthum zur Vertheidigung des gefährdeten „Profits" zusammenfanden. Massenhaften Verhaftungen und Pressionen waren die Streikenden ausgesetzt, welche mit be- wundernswerther Ausdauer trotz der geringen Unterstützung den Kampf um eine menschenwürdige Existenz gegen daS Unternehmer- thum ausfocht. Die reine Gewaltherrschaft herrscht in Zabrze in Schlesien, wie ein Winkelblättchen von dort meldet. Natürlich übt Niemand anders als die„bösen" Sozialdemokraten diese „Herrschaft" aus. Was die ehrsamen Bürger alles über sich er- gehen lassen müssen, darüber Folgendes: Die beiden gemäß- regelten Delegirten vom Berliner Bergarbeiter-Kongreß entfalten, wie wir bereits mittheilten, unter ihren Berufsgenossen eine recht lebhafte Agitation, die auch von den Bergarbeitern eifrig unterstützt wurde. Natürlich griff man zu dem altbewährten Mittel gegenüber dieser für den Spießbürger erschreckenden Wendung der Dinge.und verweigerte den Arbeitern die Säle zur Abhaltung der Versammlungen. Die Antwort blieben die Arbeiter nicht schuldig. denn sofort wurde die Parole ausgegeben, niemand verkehrt bei den Saalverweigerern; und mit geradezu erstaunlicher Gewissen- haftiakeit wurde dieser Aufforderung nachgekommen, so daß sich der Wirth sehr bald genöthigt sah, seine„edlen" Absichten fallen zu lassen. Diese Wirkung hatten wohl die Herren nicht voraus- gesehen. Die Maßregelung der Kollegen, die Saalverweigerung, die ganzen elenden Zustände der Bergarbeiter ließ bei dem sonst in treuer Ergebenheit gegen seinen Arbeitgeber und in Unwissenheit dahin- wandelnden Arbeiter einLicht derErkenntniß aufflackern. Die Mittel die man gegen uns anwendet, nützen uns.— In voriger Woche war nun der Herr Berghauptmann Freund zur Inspektion der fiskalischen Gruben hergekommen und wie sich das gehört, ist alles fein säuberlich in Ordnung gewesen. Von unseren Ge- nossen meldeten sich vier abgelegte Bergleute, die um eine Audienz bei dem Herrn nachsuchten, um ihn auf einige Schattenseiten des Betriebes aufmerksam zu machen. Die Arbeiter wurden nicht gehört. Am 22. dieses Monats fand nun eine Versammlung statt, die von 2000 Bergleuten besucht war, die folgende Reso- lution einstimmig angenommen hat: Die Bergarbeiter erwarten, daß Herr Berghauptmann Freund nochnials hierher kommt und die Vertreter der Slrbeiterinteresseii in Audienz empfange.— Man sieht, auch im schwärzesten Winkel regen sich die Geister. Ein Glückauf! den tapferen Genossen. Die Generalversammlung der Zenkral-Kranken- und Begräbnißkasse der Buchbinder und verwandter Geschäfts- zweige(E. H., Sitz Leipzig) fand in Nürnberg am 24. und 25. Juni 1894 statt. Nach dem Geschäftsbericht hatte die Kasse bei Beginn des Jahres 1894 7066 Mitglieder und einen Kassen- bestand von 133 092 M. 5 Pf. Im Lause des Jahres 1893 sind 959 Mitglieder eingetreten, 231 ausgetreten und 444 aus- geschlossen. Die Einnahme betrug im Jahre 1893 123 144,32 M., die Ausgabe 123 482,23 M. Bei den Statuienberalhungen ist es hauptsächlich der Antrag München auf Umgestaltung der Kasse in Zuschußkasse, welcher eine lange Debatte hervorruft, doch wird derselbe gegen 2 Stimmen abgelehnt Nrber die Entwickelung der Krankenversicherung im Jahre 1892 berichtet das erste diesjährige Vierteljahresheft der Statistik des Deutschen Reiches. Vorhanden waren demnach Krankenkassen im Jahre 1335 17 511, 1891 21498, 1392 21 583. Zahl der Mitglieder 1887 1891 1892 623 000 1 166 393 1 179 345 1 700 000 2 900 004 2 993 378 1 321 000 1 730 303 1 742 833 12 000 27 293 29 783 35 000 73 064 76 411 724 000 838 431 796 340 145 000 133 333 131 494 Gemeindeversicherung., Orts-Krankenkassen.., Eabrik-Krankenkassen,. au-Kranken lassen... JnnungS-Krankenkassen Eingeschriebene Hilsskassen Landrechtliche Hilfskassen. 4 560 000 6 879 921 6 955 049 Auf je ein Mitglied trafen im Durchschnitt der Jahre: 1385 1886 1887 1891 1392 0.4 0.4 0,4 0.3 0.4 6.1 6.2 5.9 5,9 6.1 1891 1892 2 397 326 2 473 237 40 793 620 42 756 026 ErkrankungSsälle 1837 1891 1892 ErkrankungSsälle.,,. Krankheitstage..... Erkrankungsfälle überhaupt Krankheitstage überhaupt. Gemelnde-Versicherung Orts-Krankenkaffen Fabrik-„ Bau». Ennungs-„ ingeschriebene Hilfskassen Landrech lliche„ Gemeinde-Versicherung Orts-Krankenkassen Fabrik-. Bau-„ Innung?-„ Eingeschriebene Hilfskassen Landrechtliche„ Die Statistik ergiebt das allmälige Zurückdrängen der freien Hilfskassen und der landesrechtlich genehmigten Kassen. Der ge- sammle Mitgliederzuwachs kommt den Zwangskassen, zu denen auch die Fabrikkassen gehören, zu gute. Die Zwangskassen haben sich seit 1837 um 2 277 056 Mitglieder vermehrt, während alle anderen Kassen, welche von der Zwangsverstcherung entbinden, nur eine Zunahme von 118 113 Mitgliedern zu verzeichnen haben. Der Löwenlheil des Mitgliederzuwachses fällt den Ortskassen zu mit einem Zugang von 1 298 378 Mitgliedern. Die Ortskasse wird für die Jndustriebevölkerung die Versicherung der Zukunft. Auffallend ist, daß bei allen Krankenkassen— die Baukassen können wegen ihrer geringen Mitgliederzahl nicht in Betracht kommen— die Krankheitstage sich vermehrt haben, während bei der Gemeindeversicherung eine Verminderung der Krankheitstage eingetreten ist. Weichensteller- Streik in Amerika. Aus Chicago wird telegraphirt: Gestern Abend ordnete der amerikanische Eisen- bahnarbeiter- Verband an, daß die Weichensteller der Illinois- Zentralbahn die Arbeit einstellen sollen. Durch den Streik sollen die Pullmannwagen boykottirt werden. Die Führer der Arbeiter behaupten, der Streik werde sich bald auf fünf andere Bahnen ausdehnen._ Verrs»ttttlungen. Im sechsten Wahlkreise(Rosenthaler Vorstadt) tagte am 26. Juni eine öffentliche Volksversammlung, in welcher Genosse Wagener über„Volksbildung und Klassenbewußtsein" referirte. Redner zeigte, wie wenig der Staat sür die Volks- schule thut und wie jämmerlich es daher mit der Volksbildung bestellt ist. Die besitzende Klasse hat eben die Aufklärung des Proletariers zu sehr zu fürchten. Darum erstreckten sich auch die Vorträge in den Bezirksvereinen, welche angeblich die Volks- bildnng heben sollten, auf alles Lindere, nur nicht auf das, was die Arbeiter anging. Des Pudels Kern bei dieser Vernachlässigung der Proletarierbildung sprach Schulze-Delitzsch in seiner Antwort an das Leipziger Arbeiter- Komitee aus, indem er sagte: „Kümmert Euch nicht um Politik". Der Proletarier ist aber dank der Agitation eines Lassalle und � Anderer zum Klassenbewußtsein erwacht und läßt sich nicht mehr von der Politik fern halten. Seine Fortbildung sucht er nunmehr in den Wissenszweigen, welche ihm das Verständniß der Politik und damit auch das seiner Lage erschließen, Wissens- zweige, welche z. B. auf der Berliner Bildungsschule gepflegt werden.(Beifall.) In der Diskussion empfahl Genosse Kiesel die sozialistische Literatur zur Lektüre. Unter Verschiedenem wurden einige Mittheilungen zur Boykottliste gemacht. Ein Redner meinte, die Berliner Bauarbeiter, die in Vororten thätig sind, könnten dort den Bierboykott noch etwas besser beachten, als es bisher geschehen. Genosse Gnadt forderte die Frauen auf, bei dem Einkauf von Flaschenbier die nöthige Vorsicht walten zu lassen, und Wagner schloß sich diesen Worten mit der Ermahnung an, unsere Frauen aufzurütteln, daß sie uns in diesem Kampfe zur Seite stehen. lieber die Unterstlltzungsfrage debattirte eine öffentliche Böttcherversammlung, welche am Mitt- woch Vormittag abgehalten wurde. Nachdem die vorige Ver- sammlung die Unterstützungen in gleicher Höhe mit denen der Brauerei-Arbeiter festgesetzt hatte, sind der Lohnkommission mehrfach Beschwerden zugegangen, so daß sich dieselbe veranlaßt sah, diese Frage nochmals zur Prüfung vorzulegen. Die meisten Redner, welche für eine Aendernng des betreffenden Beschlusses eintraten, hielten die Unterstützung der unverheirathcten Kollegen in anbetracht ihrer Leistungen für zu gering bemessen und setzten es auch durch, daß nach längerer Debatte laut Antrag Winkel- mann die Unterstützung für Ledige auf 9 M., für Verheirathete auf 10,50 M. und für jedes Kind 75 Pf. extra bemessen wurde. Eine Reihe weiterer Anträge waren damit gefallen.— Als Entschädigung für die Thätigkeit der Lohnkommisston wurden jedem Mitglied derselben 2 M. pro Woche zugebilligt. Der Be- schluß, fast einstimmig gefaßt, bezieht sich auf die Zeit nach dem 15. Mai er. Man beschloß im ferneren, die Kommission, die durch Austritt einiger Mitglieder auf sünf Personen reduzirt war, in dieser Stärke bestehen zu lassen.— Die gänzlich wahr- heitswidrigen Behauptungen des letzten Rösicke'schen Flugblattes, betreffs den Ursprung des Boykotts, die Maifeier der Berliner Böttcher, wurden scharf gebrandmarkt. Als sehr charakteristisch bezeichnete man die Haltung mancher'Streikbrecher. Ein gewisser M a t s ch k e(jetzt in der Brauerei Königstadt beschäftigt) halte seinerzeit lebhast' für die Maiseier:c. agitirt, war aber dann einer der ersten die„umfielen." In der Versammlung gelangte ein Brief der Breslauer Kollegen zur Verlesung, in welchem vor diesem Herrn gewarnt wird. Die Stnckatenre Berlins und Umgegend verhandelten in der am Montag bei Deigmüller abgehaltenen öffentlichen Ver- sammlung über die Stellungnahme des Zentralvorstandes bezw. Beschickung der Einigungskonferenz. K lein er t rekapilulirte in großen Zügen die Entwickelung der Bewegung im Stuckateur» gewerbe, welche besonders in den 30 er Jahren gute Erfolge zu verzeichnen hatte. Infolge der sehr ungünstigen Konjunktur im Baugewerbe lasse auch die Betheiligung der Kollegen manches zu wünschen übrig, falsch wäre es jedoch, die Form der Organi- sation dafür verantwortlich zu machen. Redner ersucht, nicht den Spuren derjenigen Gewerkschaften zu folgen, welche in müßigem Formenstreit die kostbare Zeit vertrödeln, sondern sür Berlin wenigstens an der bewährten losen Zentralisation fest zu halten.— Dem Referat folgte eine erschöpfende Debatte, in der die Vorzüge der zentralen und losen Zentralisation von den Rednern Daske, Grüneberg, Marker, Krebs, Pestel. H e i n d o r f, Kruse k. je nach dem Standpunkt des Einzelnen hervorgehoben wurden. Tie mehrstündige Diskussion endete damit, daß eine Resolution zur Annahme gelangte, in welcher die Aufrechterhaltung der bisherigen Form—lose Zentra- lisation— betont wird. Für die Agitationskommission erstattete hierauf Grüneberg den Rechenschaftsbericht. Einer Einnahme von 273,05 M. steht eine Ausgabe von 295,15 M. gegenüber; Minus somit 17.10 M. Die Abrechnung des Berliner Ver- trauensmannes Müller ergab eine Einnahme von 312,55 M. und eine Ausgabe von 240,29 M., mithin Bestand 72,26 M.; hiervon wurden 20 M. den ausgesperrten Brauerei-Arbeitern zu- gebilligt. Die Vertrauensleute für Schönebera und Charlotten- bürg brachten ebenfalls ihren Bericht zur Kenntniß der Ver« sammlung. Zu Revisoren wurden die Kollegen Jakoby, Daske und Röhr bestimmt. Rixdorf. Der Deutsche Holzarbeiter-Verband hatte am 20. Juni eine Mitglieder-Versammlung einberufen, in der Kollegs W i e d e m a n n einen recht beifällig aufgenommenen Vortrag hielt. Zur Besprechung gelangten sodann die Werkstattverhält- nissc in der Fabrik von Laborenz. Die Angelegenheil soll dem- nächst in einer öffentlichen Versammlung zur Erledigung kommen. Die Vertrauensmänner der Werkstätten wurden zum 5. Juli, Abends 3 Uhr zu einer Besprechung nach dem Arbeitsnachweis bei Hoffmann eingeladen. Aus Antrag des Kollegen Dohr» mann wird die Zahlstelle von Duscheck, Bergstraße, verlegt. Ein anderes Lokal ist noch nicht bestimmt, da man sich hierbei nach der Zentral-Krankenkasse der Tischler richten will. Sodann wird eine Resolution angenommen. in der sich die Anwesenden ver- pflichten, kein Ringbier zu trinken. Die nächste Versammlung findet am 13. Juli statt. In Britz tagte am 25. Juni eine öffentliche, gut besuchte Volksversammlung, in welcher Genosse Th. Metzner aus Berlin über den Bierboykott und die Saalsperre referirte. Redner besprach die Ursachen und den bisherigen Verlauf des uns aus- gezwungenen Kampfes gegen die Brauereiprotzen, zeigte, daß auch der neueste Schlag, welchen jene Ehrenmänner der Arbeiterschaft versetzen wollten, seine Wirkung verfehlt hat, da diejenigen Ar- bester, welche gern einmal tanzen gehen, sich sagen:„Wollen die Saalinhaber unsere Groschen bei Versammlungen nicht, so geben wir sie ihnen auch nicht bei Vergnügungen." Nur dieses einig« Zusammenstehen aller Arbeiter giebt uns die Gewißheit des Sieges über die Willkür der Kapitalisten.(Beifall.) In der Diskussion gaben mehrere Redner ihrer Verwunderung darüberAus- druck, daß die Britzer Saalbesttzer, die alle von den Arbeitern leben, sich den Forderungen des Brauereiringes so willfährig gezeigt haben. Nachdem noch Genosse Metzner ermahnt hatte, den Frauen aus- einanderzusetzen, wie nothwendig es ist, daß sie in diesem Kampfe uns zur Seite stehen, wählte die Versammlung eine Bier- kommission von 11 Personen, worauf Genosse Gottwald von der Gemeindewahl, wie folgt, abrechnete: Die Einnahmen betrugen 64,35 M., die Ausgaben 31,30 M., es blieb«lso ein Ueberschuß Don 33,05 M. Die Versammlung überwies diesen, nachdem fie auf Antrag der Revisoren Decharge ertheilt hatte, dem Vertrauensmann. Unter Verschiedenem forderten mehrere Redner zum Anschluß an den Volksbildungsverein in Brit auf. Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag, Abends 3%-10% Uhr: Nord= Schule, Müllerstr. 179a; Geschichte( neue). Süd it- schule, Waldemar firaße 14: Geschichte( alte). Bei allen Unterrichts fächern werden neue Theil nehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Bei allen Unterrichtsfächern tönnen Schüler und Schülerinnen auch jetzt im Laufe des Semesters, eintreten. Straße 80. Briefkasten der Redaktion. Prag, 27. Juni. Vor dem Ausnahmesenat begann heute der Prozeß gegen die Geheimbündler Mateinick, Kolicke, Schütz wegen Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffree( 3wei Buchstaben oder eine Bahn Hochverraths und Majestätsbeleidigung, sowie wegen Störung anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. der öffentlichen Ruhe und Ordnung. Die geheime Vereinigung V. B. Sie sind im Irrthum. Der Brauereibefizer Lehmann, verfolgte den Zweck, die verurtheilten Omladinisten zu rächen, Wilhelmshöhe, hat sich mit den beiden neu eingestellten Arbeitern sowie Attentate auszuführen. Die Verhandlungen werden vorauseinandergesetzt und ist die Angelegenheit zur beiderseitigen aussichtlich zwei Tage währen. Zufriedenheit geregelt. " " Lück, Wilmersdorf und Y., Adlershof. Mittheilungen Versailles, 27. Juni. Heute Mittag trafen sämmtliche bei Schröder, Wiesenstr. 39. Neue Beit, Abends 8% thr, Boyenstr. 40, bei S. Gumpel, N. O., Weinstr. 31, zu richten und können nur dann bier ein. Lefe- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dieggen, Abends 8 Uhr, über Lokalsperre 2c. sind an den Vorsitzenden der Lokalkommission, Mitglieder des Senats und der Kammer in zwei Sonderzügen Die Menge des in Versailles weilenden Publikums Gieshoit. Güd Dst, bei Tolfsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Ecke. Klub Aufnahme im Vorwärts" finden, wenn die Angaben durch zählt nach Hunderttausenden. Die Kongreßmitglieder begaben der Freunde bet Swinemünderstraße 120. Gnabt, fich um 2 Uhr 20 Minuten in den Sigungssaal, dessen Sajenclever, Abends 8 1hr, Restaurant Bischof, Baumschulenweg die Lokalfommision geprüft find. Treptow. Sozialistischer Lese- und Distutirtlub Abends G. A. 54. Legen Sie Beschwerde ein und sprechen Sie Tribünen überfüllt waren. In der Diplomatenloge bes 8 Uhr, Reichenbergerfir. 157, Sigung. Distutirklub, 3eitgeist" jeden merkte man zahlreiche Vertreter europäischer Mächte, Donnerstag nach dem 1. und 15. des Monats bei Tempel, Lanjestr. 65, Abends eventuell mit den Papieren zwischen 12 und 1 1hr bei uns vor. Senats= sowie viele schwarzgefleidete Damen. 8½ Uhr. Präsident A. S., streitende Knopfarbeiter. Ja. August Geib Abends 9 Uhr im Restaurant Zubeil. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im Weber. Hauptmann's" Weber" sind im Lessing- Theater" Challemel Lacour eröffnete die Sigung und hob in einer längeren Vereinstalender find zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. noch nicht aufgeführt worden. Ansprache die allgemeine Trauer um Carnot hervor. Die Rede Donnerstag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. St. Urban, Annenstr. 9, bei Prog.- Kornblume, Gr. Frankfurterstr. 133 J. S. M., A. 2. 100, W. K. 17, M. N. 40. Nein. machte tiefen Eindruck auf die Mitglieder. Es wurde nun b. Gold. Frühlingsluft, Bülowstr. 59, bei Werner. Bregelschluß, A. 2. 104. Gheliche Kinder bedürfen zur Eheschließung, die Wählerliste verlesen; während dem trat Casimir Périer in Annenftraße 16, bei Ghrenberg. Weiße Rose. Reinickendorf, Holländer= und Residenzstraßen Ecke bei Malchow.- Morgenroth 1, Rummels- so lange der Sohn das 25., die Tochter das 24. Lebensjahr nicht den Saal und wurde von fast allen Mitgliedern stürmisch beburg, Türrschmidtstraße Nr. 33 bei Schröder. Nach Verlesung der Wählerliste erhoben mehrere Dorfglödlein, vollendet hat, der Einwilligung des Vaters, nach dem Tode des grüßt. Wilmersdorf, Berliner- und Auguststraßen Ecke bei Schulz. Einig: Vaters der Einwilligung der Mutter und, wenn sie minderjährig Mitglieder, deren Namen auf der Liste fehlten, Protest, feit( Sutmacher), Pappel Allee 3/4, bei A. Meinhardt. Harmonie, Boudry d'Asson und Dem Tode des Vaters oder der worauf ihre Namen eingefügt wurden. Tempelhof, Dorffir. 10, bet Berth. Ost- und Westpreußischer Männer sind, auch des Vormundes. Gesangverein, Neue Königstr. 73, bet Hahn.- Edelweiß 2, Potsdam Mutter steht es gleich, wenn dieselben zur Abgabe einer Er- Michelin wollten bei Eröffnung Anträge auf Revision der VerBrandenburger Kommunikation 16 bei Glafer. Borax, Reichenberger: flärung dauernd außer Stande sind, oder ihr Aufenthalt dauernd fassung einbringen; der Sozialist Dejaute beantragte Abschaffung straße 134 bei Schult. Freie Sänger, Srautftraße 6, bei Rudolf. unbekannt ist. der Präsidentschaft der Republik, welcher Antrag heftigsten Protest Butunft 3, Belten, bei W. Grunow. Kreuzberger Har= monie, Echönleinstraße 6. bei allen Parteien hervorrief. Von 880 Mitgliedern waren 35 Morgengrauen,( Bäcker), 4-5 Uhr H. B. 100. Leider nur 13 Wochen. Nachmittags, Königstraße 73 bei Hahn. Steinfeger Sängerch or Gesangverein. Aus§ 2 des Vereinsgefeßes folgt uns nicht anwesend. Gegen 3/4 Uhr wurde der zweite NamensRustanien Allee Nr. 28 bei Maiwald. Liedes Echo, ReichenbergerDie Abstimmung ergab, daß Casimir ftraße Nr. 24 bei Tauschte. Vorwärts 9, Charlottenburg, Bismarc- zweifelhaft, daß nur politische Vereine das Mitglieds- aufruf vorgenommen. Abendroth in Deutsch- Wilmersdorf bei Mölter. Gefang- verzeichniß und die Statuten einzureichen haben. Politische Ver- Périer im ersten Wahlgange mit 451 von 815 Stimmen als verein der Stuckateure Berlins und Umg., Seydelstr. 30 bei Preußer. eine sind solche, die eine Einwirkung auf öffentliche Angelegen- Präsident der französischen Republik gewählt war. Vorwärts 2 Echönhauser Allee 28 bei Kuhlmen. Lyra 2, Char= lottenburg, Wallstr. 54.- Gesangverein der Kür schner, Landsbergerstr. 31 heiten bezwecken". Trotz der Klarheit der gesetzlichen Be ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) bet Geehaufen. Sängerrunde, Rottbuserstr. 6 bei Braun. Frohstimmung hat die Rechtsprechung es für zulässig erachtet, daß reu eine Polizeibehörde Einsicht in die Statuten und Mitglieder- fidenten der Republit wurden im ganzen 851 Stimmen abfinn 2, Friedrichsberg- Lichtenberg, Warthenbergstr. 67 bei Lange. Versailles, 27. Juni. Kongreß. Bei der Wahl des Präs und Fest, Lebuferstr. 5 b. Nemiz. Brüderschaft Stallschreiberstr. 29" " Sum eichenen Stab".- Eintracht 2, Neu- Glienicke, Rudowerstr. b. Hasdorf. verzeichnisse eines nicht politischen Vereins begehre, um sich ein gegeben. Da 6 Stimmzettel ungiltig waren, betrug die Urtheil zu bilden, ob der der Verein ein politischer und absolute Mehrheit 423. Die Stimmzählung ergab 451 St. für so weiter. Nach der Rechtsprechung hat die ferner das Recht, die Befriedigung ihrer Wißbegier durch 99 Stimmen für Dupuy, 53 Stimmen für Fevrier, 27 Stimmen Polizei Cafimir Perier( langanhaltender Beifall), 191 Stimmen für Brisson, Ordnungsstrafen zu erzwingen. Trotzdem ist ein Berwaltungs für Arago, 24 Stimmen für Verschiedene. Der Präsident erklärte rose, Forsterftr. 22. Arion 2, Chorinerstraße 27 bei Sailand. Junge Eiche, Reinickendorf, Gesellschaftsstraße 11 bei 2. Hartmann. streitverfahren nicht ohne Erfolg, wenn die Polizeibehörde nicht Casimir Perier zum Präsidenten der Republik gewählt. Freundschaft 1, Brunnenstr. 143 bei Oswald Berliner. Mai= darzulegen vermag, daß ihre Wißbegierde durch bestimmte Thatglöckchen 2, Reichenbergerftr. 16 bei Hoffmann. 3aget nicht, StegParis, 27. Juni. Cafimir Perier tam um 3 Uhr in Verlig, Schüßenstr. 40 bei entsch. Bruderbund, Lübbener- und Görliger: sachen sicherheitspolizeilicher Natur gerechtfertigt sei. Statt des Alpenröslein, Bergstraße Nr. 60 bei Verwaltungsstreitverfahrens den bloßen Beschwerdeweg ein: Verkündigung des Wahlresultats wurde seitens des Kongreßfailles an. straßen- Ecke bei Wesenburg. Die Abstimmung verlief ohne Zwischenfall. Bei Ch. Hilgenfeld. Edelweiß 3, Wollinerstr. 62 bet Dambeck. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. schlagen, ist nicht rathfam. Ein Verwaltungsstreitverfahren ist präsidenten Challemel- Lacour der Name Casimir Perier mit Alle Buschriften den Bund betreffend sind zu richten an: B. Bent, aber ohne zuziehung eines Sachverständigen wegen der vielerlei fautem, anhaltenden Beifall begrüßt. Die Sozialisten protestirten Adalbertstraße 95. Donnerstag: Bergnügungsverein Bruderbund, Gesezesschlingen nicht anzurathen. In Ihrem Fall haben Sie heftig, mehrere derselben drohen ihren Kollegen mit den Andreasstr. 3 bei Noll. Rauchflub Graue Wolfe, Krautstr. 48. vorab feinerlei Meldepflicht, da eine Aufforderung seitens der Fäusten. Während die Rufe ertönten:„ Es lebe die soziale Bergnügungsverein Jugend lust, Ohmgasse 2 bei Serebs. Rauchtlub Polizeibehörden Ihnen noch nicht zugegangen ist. Turnvereine, Revolution,"" Nieder mit der Reaktion", verkündete ChalemelDezimalwaage, krautstr. 36 bei Infinger. Rauchtlub Erholung, Gesangvereine u. s. w. sind keine politischen Vereine; es giebt Lacour die Stimmzahlen der anderen Kandidaten und fügte Wienerfir. 13 bet Drieschner. Rauchtlub Elvira, Abends 9 1hr bei aber Polizeibrillen, die erkennen lassen sollen, was für einen darauf hinzu: Da Casimir Perier die Mehrheit der Stimmen Bringborn, Madaisir. 12. Humuristischer Klub Universum, Veteranenftraße 18, bei Schulz. Geselliger Klub der alten Moabiter, Emdener gewöhnlichen Sterblichen unsichtbar bleibt. erhalten hat, proklamire ich ihn als zum Präsidenten der u. Wadenserstr.- Ecke bei Schirmer, Abends 9-10. Geselliger Verein„ Universum". Wo tagt derfelbe? Republik gewählt. Das linke Zentrum erhob sich und brach Gesang, Turn- und gefellige Vereine. Donnerstag. MännerLothringerstraße oder Linienstraße? Gefangverein Alt- Dessau, Abends 9 Uhr, bei Kind, Wrangelstr. 91. in stürmischen Beifall aus. Gesangsabtheilung Die Sozialisten erneuerten Derngowski. Quittungen können wir redaktionell nicht ihre Rufe und protestirten dagegen, daß die Diskussion über den des sozialdemokratischen Arbeitervereins für Weißensee und Umgegend. Donnerstags und Sonnabends Abend; bet Müller( Pfeifenmüller), Königs Chaussee. Männer Gesangverein Vorschlag, die Präsidentschaft der Republik abzuschaffen, nicht Tyrolienne, Abends 9 Uhr bei Faustmann, Reichenbergerftr. 73a. gelassen wurde.( Schlußrufe.) Aichelia versuchte die Tribüne zu besteigen. Der Lärm verdoppelt sich. Jaurèe ruft:„ Das bedeutet die Diktatur." Die Rufe werden von Beifallssalven übertönt. Ein Schriftführer verliest darauf das Protokoll der Sitzung, Die Nachricht von der Wahl Casimir Perier verbreitete sich sofort die unter den Rufen: Es lebe die Republik!" geschlossen wird. der Ordnung wurde auf dem Bahnhof Saint- Lazaire ein be= in Paris wurde sehr günstig aufgenommen. Zur Aufrechterhaltung sonderer Sicherheitsdienst für die Rückkehr der Kongreßmitglieder eingerichtet. Arbeiter- Gesango. Oranienburger Vorstadt, Hochstr. 32a b. Wilte. Liberté 1, Wrangelstr. 91 b. Kind. Flöter'scher Gesangverein, Koppenstr. 48 c b. Lorenz.- Eintracht 3, Eberswalde, Eisenbahnstr. 77 bei Tüball. Morgenroth 4 in Köpenick, Grünstraße, Hotel Kaiferhof. up Berein Grüne Gich e( vor dem Halle'schen Thor). Solmsitr. 1 bei Razorte. Musit- Dilettantenverein Lohengrin, Abends 8½ Uhr, bet Trischmann, Jüdenstr. 55. Theaterverein Freundeskreis 9 Uhr im Restaurant Bräuer, Somsstraße 47.- Theaterverein Grescendo bei Maißner, Gartenstr. 162. Theaterverein Maig löckchen, Englischer Hof, Neue Roßftr. 3. Theater: Gesellschaft Sarmonie, Donnerstag Abends 9% Uhr, Chorinerstr. 55. Privattheater- Gesellschaft hilharmonie, Sigung mit Damen Donnerstag, bei Nowat, Manteuffelstr. 9. Geselliger Klub Blau Beilchen, Abends 9 Uhr, bei Schönwälder -Geselliger Verein univerfum, Gizung mit Damen Abends 9 Uhr aufnehmen. 2. P. 1. Ohne Einsicht in die Annaberger Statuten leider nicht zu beantworten. 2. Ja. 3. Die Dranienburger Brauerei gehört zum Münchener Brauhaus. V N. Die Eisenbahnfahrt Berlin- Paris und zurück kostet 99 M. 10 Pf. Die Fahrtdauer beträgt 24 Stunden. Ein Zwischendeckbillet nach New York kostet 120 m.; Fahrtdauer etwa 8 Tage. Ueber Freifahrten geben wir keine Auskunft. F. Niemann, Alte Jakobftr. 136. Holen Sie sich beim Gummischlauchblatt weitere Auskunft, wenn Sie ihm mehr Glauben schenken als uns. M. Kelt. Das Urtel muß Ihnen ohne Antrag zugestellt werden; Sie können natürlich auch ausdrücklich beim Straffenat Gefelliger des Kammergerichts anfragen. Dranienftr. 185. Berein ehem. 22. Gemeindefchüler, puntt 9 Uhr bei Schröder, Stealtgerfir. 18. Vergnügungs- Verein Renata 9 Uhr, Abends im Restaurant Göz, Orantenstr. 153.-Gesangverein Proletariat ( gem. Chor) Abd. 9 Uhr, uebungsstunde b. Möwes, Böckhstr. 8. bei Hagemann, Lothringerstraße 81. Vorträge, Fidelitas. Verein Universum, Sigung Abends 9% 11hr, im Restaurant Neumann, Linienstr. 19: Vorträge, Fidelitas. Verein Gemüthlichtett und Klub Sumor, Abends 9% Uhr, Lothringerstr. 105: Geselliges Beisammensein mit Damen, Fidelitas und Tanz. Männergesangverein Gangesfreunde, Aben ds 9-11 Uhr, Bazenhofer Ausschant Landsbergerstraße Nr. 82. Geselliger Verein" Sertha", Donnerstag, Sigung bei Roll, Adalbertstr. 21, Abends 9 Uhr. Berein Wanderklub( Norden), Sizung jeden Donnerstag von 9 Uhr Abends im Restaurant C. Baatsch, Hennigsdorferstr. 24. Waldesgrün, Abends 9 Uhr Sigung bei Nebelin, Langestraße 108. Bithertlub Gleichhett, 9 Uhr Abends, bei Neumann, Lothringer fraße 105. Geselliger Club der Alten Moabiter: Jeden Donnerstag Abend von 9-10 und jeden Donnerstag nach dem 15. Sigung mit Damen in der Emdenerstr. 47 bei Schirmer. Geselliger Arbeiterverein Hoffnung Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, bei Hermann Nohr, Naunyn: Waldesgrün, Abends 8 Uhr, bei Rauchflub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, Rauchflub ernipige, Abends 8% Uhr, Rauchklub Arabi Pafcha, Abends 9 Uhr, bet Restaurateur Schröder, Steph anftr. 45. Klub hneftreit, Abends 9 1hr Epringstubbe's Restaurant, Manteuffelftr. 67. Rauchklub Süd West, Abends 9 Uhr, Simeonstr. 23 bei Flick. Rauchklub Brüder= lichteit, von 9 bis 11 Uhr bei Stabernack, Pücklerstraße 49. Rauch tlub Nordstern, jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat bei G. Heinicke, Friedrich Karlstraße 11, Friedrichsberg. Fidelio, Abends 8% Uhr im Restaurant Heine, Gisenbahnstr. 23. Rauchklub Pfeifendeckel, Sigung Abends 8 1hr, bei Jeratsch, Langestraße 24. Vorwärts, Donnerfiag bet Salomo, Oppelnerstr. 29. Abguß 1, Abends 9 Uhr, bei F. Nawrodt, Martušftr. 25. Grüne ich e, Abends s½ Uhr bet G. Herrath, Planufer 92a. Stattlub Tournee, Abends 8% 11hr, bei Uürich, Wrangelstr. 84. flub Rückwärts, Abends 8% Uhr bei Arndt Pallisadenstr. 47. tlub Gordischer Knoten Abends 9 Uhr, bei Schilling. Fach verein der Klempner Berlins und Umgegend. Arbeitsausgabe Abends 8-10 Uhr. Sonntag 10-12 Uhr bei Stramm, Ritterstraße 123. Rauchflub bet Bittler, Mariannenstraße 48. ſtraße 78. 1 Strüger, Forfferstraße 19. bei Jakob, Boechstr. 21. bei A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. Rauchklub Rauchklub Stat - Stat: Schießtlub tell, Abends 8 Uhr bet Nagel, Schwebterstr. 23. Tambour Berein Ginigkeit bei Haupt, Staligerstr. 102. Um 9 uhr Uebungsstunde, nach derselben Sigung. Aufnahme neuer Mitglieder. Ruderverein Vorwärts, Abends 9 Uhr im Restaurant„ Bur neuen Post", Beuthstr. 21. Ich erkläre hiermit, daß ich nicht| Noth, Hollmannstr. 11. Briefkaffen der Expedition. " gresses begab sich der Ministerpräsident Dupuy mit allen Ministern Paris, 27. Juni. Nach dem Schluß der Sigung des Konin das Präsidentenkabinet und theilte dort Cafimier Perier den Wortlaut des Sigungsprotokolls mit, durch welches Casimir wird. Perier zum Präsidenten der Republit proflamirt Der Präsident des Senats Challemel Labour hielt eine Für die Arbeiter- Bildungsschule gingen ein: Gefangverein bewegte Ansprache, Cafimir Perier erwiderte mit Thränen Vorwärts 7" Stralau M. 10,-. Beim Stiftungsfest des Ver- in den Augen, er fei tief gerührt von dieser Ehre, Arbeiterinnen, gespendet von May Gölfert 5,-. eins der an Buch- und Steindruck- Schnellpressen beschäftigten welche ihm die schwerste moralische Verantwortlichkeit auferlege, Von einem die ein Mann zu tragen vermöge. Er werde sich mit seinem Freunde der Arbeiterbildung durch Sillier 100,-. Durch ganzen Patriotismus, seiner Energie und glühender Ueberzeugung, W. Liebknecht 200,-. Aus der Quehl'schen Werkstatt 10,- wie derjenige, den wir beweinen, der Republik und der DemoDr. Christeller von einem Vortrag 5, Bersammlungs- Ueber- tratie zur Verfügung stellen, er werde suchen, seine Pflicht voll Nach der feierlichen Uebernahme der Geschüsse: Nordschule 16,-. Südost- Schule 4,-. Summa 350 M. und ganz zu thun. Besten Dank. walt empfing der Präsident die Glückwünsche der Senatoren, Debutirten und Journalisten. Berlin, den 24. Juni 1894. H. Königs, Rassirer, Dieffenbachstr. 30. Die Sammlung für die streifenden Wiener Tischler wird vom Vertrauensmann der Holzarbeiter, E. Wiedemann, unter Streitfammlung" im Annoncentheil quittirt. " Depeschen. ( Depeschen des Burean Herold.) Mannheim, 27. Juni. In dem Prozeß gegen Treumann wegen Untreue und gegen die 3 Bantiers Gebrüder Maaß wegen Beihilfe wurde heute das Urtheil verkündet. Alle vier Angeklagten wurden freigesprochen. Karwin, 27. Juni. Wie es den Anschein hat, ist der Grubenbrand erloschen. Die Ventilation des Tiefbauschachtes wird am Montag geöffnet und alsdann mit der Bergung der Leichen begonnen werden. Streik Sammlung blos Böhmisches Bier, sondern auch durch den Vertrauensmann der Holzfeit 6 Wochen Münchener Bier habe. arbeiter E. Wiedemann, Annenstr. 39. 1521b Für die Wiener Tischler gingen folgende Beträge ein: Werkst. Nagel, Oranienstr. 154. 2,50 Landparthie Memelerstraße 3,25 Wertit. Karl Müller, Blücherstr. 36 6,95 Werkst. Kath u. Walter, Alexandrinenstr. 9 Ich erkläre hierdurch Frau Ebert als eine ehrliche Frau. 1509b E. Krupke. Billige Bücher! Werte aus allen Gebieten zu Spott preifen. Katalog fostenlos. Alexander Werkst. York, Oranienstr. 154 Pianofabrik Schleifer u. Ko. Reichenberger Tonne • • 15, 4,85 2, Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4485L am biesigen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rontabate sind am Lager." A. Goldschmidt, Oranienburgerstr. 2. 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Der Senat nahm in seiner heutigen Sigung das Wahlgesetz und das außerordentliche Budget an. Durch eine fönigliche Botschaft wurde darauf die Session für geschlossen erklärt. Rom, 27. Juni. Die seit gestern Abend in Umlauf gesetzten Gerüchte, daß in Turin die aus Frankreich zurückgekehrten italienischen Arbeiter gegen das dortige französische Konsulat Demonstrationen veranstaltet hätten, find ebenso unwahr wie diejenigen, daß mehrere italienische Konsule in Frankreich getödtet worden seien. Nachrichten aus Sizilien zufolge herrscht überall auf der Insel Ruhe. Der Ausstand der SchwefelminenArbeiter ist nahezu beendet. Ein grosser Posten Steppdecken echt Wollatlas( reine Wolle) Grösse 150x200, Stück 7,50 M. circa 1000 Stück schwere buntfarbige Arbeitsmarkt. Aelterer Arbeiter( Tischler), welcher durch Krankheit in äußerste Noth ge rathen, bittet die Genossen, ihn durch 3uweisung von leichter Arbeit zu unterftützen. Gefl. Offerten bitte an die Exp. d. Borw." unter„ Tischler" zu senden. 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