Ar. 73. 35. Jahrg. -LezugSpretS, Sierieljührl. 4�0 Ml. monatl. I�olv. frei Ins Haus, vorauSzahlbar�Einzewe Nnmmern lv PI?. Poltdstux■ Monal- lich 1,50>011 Untot Kreuzband für Deullchland und Oesterreich- Ungarn L,— Mb, für das übrige Ausland «,50 MI. monatlich, Lertand ins Feld bei direlter Bestellung monatl, 1.50 Mb Postbestellungen nehmen an Däne- niarl. Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz, Eingerragen in die Post-tiestungs-Prcisliste. Erscheint täglich. leiegramm» Adreste .Sozialdemokrat Berlin". Vevlinev VolkeSblAkk. 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März. iRrnter.) In Erwlderuug einer Anfrage im Abgeordnetcnhause am 9. März erklärte M o t o no, er habe vou den Alliierten keine Aufforderung erhalten, Truppen nach Sibirien zu schicken, es bestehe aber ein andanerilder Meinungsaustausch. Eine nähere Erklärung wurde unzeitgemäß sein. Der Führer der Oppo> s i t i o n sprach z» g u n st e u einer militärische« Aktion. Der Premierminister erwiderte, bisher sei «och keine Entschließung bezüglich der Truppen- abscndung gefallen, aber die Regierung widme ihr die größte Sorge. Die japanische Regierung steht in der Tat vor einem schwierigen Exempcl. Die sibirische Aktion läuft auf eine schwere Erschulterung des„Gleichgewichts" in Ostasicn hinaus, aber sie soll die Aktion vollbringen, ohne dieses Gleichgewicht zu erschüttern. In England und Frankreich sind zweifellos Sympathien für die Aktion lebendig, denn diese von der aus» wärtigen Politik des Bolschewismus empfindlich getroffenen Bundesgenossen erwarten von Japans Eingreifen einen für sie rentablen Schlag gegen die bolschewistische Macht, aber wenn Japan nach Sibirien eindringt, hat es ganz andere und Viel weitergehende Ziele im Auge, als einen bloßen Poltzeidimst im Namen oer Entente. Amerika aber hat aa» lebhafteste wirtschaftliche Interesse, den großen Rumpf Ruß- lands vor dem Zerfallen bewahrt zu sehen, und gerade eben wieder wird das durch Wilsons Telegramm nach Moskau, wo sich ein Nationalkonvent vorbereitet, in bewegten Worten zum Ausdruck gebracht; so erhebt sich also auch vou dieser Seite gegen Japans Neigungen ein Widerstand, der nicht gering einzuschätzen ist. wenn auch Wilson den Ruffen zu verstehen geben muß, daß für jetzt von den Vereinigten Staaten nur freundschaftliche Worte, aber keine politischen Taten flüssig gemacht werden können. Die ostasiatiiche Frage ist also ein Knoten, der sich verzweifelt schwierig lösen lassen wird, und den mit hastigem Gewaltsircich auseinander zu bringen ein höchst bedenkliches Unterfangen wäre. Dem entspricht denn auch die Antwort des japanischen Ministerpräsidenten. Auch die von französischen Sozialisten geübte Kritik läßt erkennen, daß das japanische Gelüst nach, dem sibirischen Unter- nehmen als eine zweischneidige Sache empsunden wird. Wir geben einige Urteile aus der„Humanito", die allerdings schon in den ersten Märztagen ausgesprochen wurden. Marcel S e m b a t schreibt:„Das Eingreifen Japans kann nur dann von nützlicher Wirkung sein, wenn es von den Ruffen mit Wärme begrüßt wird. Richtet es sich aber gegen Rußland, so wird dieses Deutschland in die Arme getrieben. Diese Gefahr läßt sich durch Vor- bereitung der Gemüter vermeiden. Hat man die in Paris und London weilenden verbandsfreundlichen Russen darauf aufmerksam gemacht? Hat man durch ihre Vermittlung und direkt die Wege in Rußland geebnet? Vernachlässigung dieser VorfichtSmatznahmen wäre unverzeihlich." Ein anderer Mitarbeiter des BlatteS äußsrte: Gewiß wäre es nur vorteilhaft, wenn die fottfallsnde russische Streit- macht durch Unterstützung aus Japan und Indien ersetzt würde. Jnbessan kann man annehm««, d«P dio in Vor- bereitung befindltckien Abmachungon solche Unternehmungen nur gutheißen»erden, wenn sichere Garantien für Rußlands Integrität vorliegen. Der Verband darf sich nicht durch falsche' Matznahmen den Anschein geben. als willige er in irgend welche Teilung. Der Sorge für die russische Unabhängigkeit ist von Wilson in beredter Weise Ausdruck verliehen worden. Unmöglich kann der Verband diesen wichtigen Gesichtspunkt außer acht lassen" Dies eben wird das Thema de?„andauernden Meinungs- auStaufches" sein, von dem der japanische Regierungsvertreter sprach.__ RuMsch-ukrainijcheZrieüensverhanülungen. Wie«, 13. März. Das ukrainische Bureau meldet: Kiewer viätteru zufolge begannen iu Kiew die Friedens- Verhandlungen zwischen Naßland und d«r Ukraine. die Vorgänge in Zianlanü. «land-DSünsche. Stockholm, 13. März. Tie Bevölkerung Alands sandte gleichzeitig an den finnischen Senat, de« König von Schwe- den und de» deutschen Kaiser ein Telegramm, in dem sie an- heimstellt, auf dem kommenden Friedenskongreß die Wünsche Alands»u beachten, und sich zn einer neue» B»lksabstim. «nn» bereit erklärt, falls eine der genannten Regierungen e» Eindringen in Odessa- Rege Erkundungs- tätigkeit im Westen— Deutscher Stoß- trnpperfolg bei Prosnes— Artilleric- kampf in Mazedonien. Amtlich. Großes Hauptquartier, 18. März 1918.(SS. T. B.l Westlicher Kriegsschauplatz. Ja vielen Abschnitten lebte am Abend der Artilleriekampf auf. Die Erkuadungstätigkeit blieb rege. Bei Abwehr eines belgischen Vorstoßes östlich von R i e u w- port nahmen wir einen Offizier und 39 Mann gefangen. Eigene Unternehmungen östlich von Zonnrbeke und südwestlich von Fromellrs brachten 23 Engländer und Portugiesen ei». . In der Champagne stürmten westvrenßische Kompagnien nach starker Feuervvrbereitung die französischen Gräde» nordöstlich von Prosnes und kehrten nach Zerstörung der feindlichen Anlagen mit 39 Gefangenen in ihre Linien zurrck. Starke Erknudungstätigkeit in der Luft führte zu heftigen Kämpfen. Wir scheffen gestern 19 feindliche Flogzeuge und 2 Fesselballone ab. Rittmeister Freiherr von Richthofen errang seinen 64, Leutnant Freiherr von Richthofen seinen 28. und 23. Luftfirg. Osten. Dentschr und österreichisch- uugmtsqe Truppen stehe« vor Odessa. Mazedonische Front. Bei M a k o v o im Cerna-Bogen hielt die seit einige» Tagen durch eigenen erfolgreichen Lorstoß hervorgerufene erhöhte Feuer- tätigkeit der Franzosen auch gestern an. Bon der italienische« Front «ichtö Neue? Der Erste Generalquartiermeister. Ludrndirff. Abend bericht. Berlin, 13. März 1918. abends. Amtlich. Deutsche Truppen find i» Odessa ein- gedrungen. Bo« den andere« Kriegsschauplätzen nichts Reue». * Berlin, 18. März. Amtlich. In der Nacht vom 12. zu« 13. März hat eines«nserrr Marincluftschiffgeschwader mit gutem Erfolg te- festigte Plätze und militärische Anlagen am H n« b e r und in der Grafschaft D o r k angegriffen. Dir Schiffe stießen auf starke artilleristische Gegenwehr, die den Angriff jedoch nicht aufhalten konnten. Alle Schiffe sind ohne Beschädigung zarückgrtehrt. Die Fühmug hatte auch diesmal wieder Fregattenkapitän Straffer. Aus der Zahl der Kommandanten verdienen als oft bewährte Englandfahrer erwähnt zu werden: Korvettenkapitän d. R. PrvrhlS. Kapitän! eutaant Freiherr Treusch von Buttlar-«randenfel«, KapitSaleutnant Ehrlich(Herbert), Hauptmann Manger»nd Kapitänientnant von Frvndenroich. Der Chef des AdmirglstabcS der Nnriur. Der österreichische Bericht« Wie», 13. März lS18. Amtlich wird oerlautlart: Oesterreichisch-ungarischr«nd deutsche Truppen stehe« vor Odessa. I» B enetie» griffe« zwei öfterreichisch-angarische»ampf. staffeln zur Vergeltung feindlicher Luftanariffe den italirnischeu Flugplatz nordöstlich von M e st r e an. Bier feindliche startbereite Jagdstaffeln wurden überfallen, auf 300 bis 50 Meter Höhe mit Bomben beworfen und unter heftiges Maschinengewehrfcuer genommen. Eine italieui>che Flugzeughalle stürzt« ein. Unsere Flieger kehrten vollzählig zurück und bombaidierte» aus der Heimfahrt noch T r e v i s o und die feindlichen Gräben au der P i a v e. An der Tiroler Front befiegtr Oberleutnant Linke de« 20. Gegner im Lustkanipf. Der Chef des General st abeS. Wafa, 13. März. DaS Hauptquartier meldet H»om Ii, März: In Satakunda dauerten die Kämpfe die Na0 VW Tonnen Schiffsraum, die in den niederländischen Häfen liegen, Hera uszuzlu i ngen. Schweizer KriegsbeörängnPe. Ter Bundesrat gegen die bedingte Nentralitäts- crklärung. Bern, 12. März. Die Frühjahrstagung der Bundesver- sammlung wurde gestern eröffnet. Der Nationalrat begann die Beratung der bundesrätlichen Ncntralitätsberichte. Be- richterstatter des Ausschusses Walther(katholisch-konservativ) gab bezüglich der Angelegenheit Hoffmann-Grimm namens de? Uusschusses die Erklärung ab, daß die Untersuchung keine Tatsachen zutage gefördert habe, welche den Rat vermilassen könnten, neuerdings auf die S a ch e z tt r ü ck z u k o ist m e n. In einigen' MÄtern sei. gestützt aus ein Telegramm'deZ rufst- scheu-Geschäftsträgers in Bern vom IS. Juni-1017, die Behaup» -rimg- anfgctk'llt ivordcn, Bundesrat Hoffmanu� fei au f Druck der Eatojitc. z ur Demi f f i o n. gezwungen worden. Diese Vchguptnng erledigt sich nach Ansicht der Kommission von selbst durch die Tatsachs, daß die Depesche abgeschickt wurde in dem Augenblick, da die Demission Hossinanns bereits angenommen war. �Bundesrat Hofsinann ist zurückgetreten einzig, weil er selbst die äußerst schwierige Lage der Schweiz gegenüber den Krieg- führenden nicht erschweren wollte. Ter Berichterstatter erörterte sodann die von Amerika, England und Frankreich in ihren nenlichen Neutra Ii- t ä t s a n e r k e n n n n li g e n gemachten Vorbehalte, durch welche die Auerkcnumlg der Neutralität beschränkt werde. Der Ausschuß ersucht daher den Bundesrat, bei den beteiligten Regierungen nachdrücklich dahin zu wirken, daß die schweizerische Neutralität bedingungslos anerkannt wird. Bundespräsident Calonder erklärte, daß die Nentralitäts- erklärungen Amerikas, Englands und Frankreichs tatsächlich die Bedingung enthielten, daß sie die Neutralität anerkennen, solange die Schweiz selbst in der Lage ist, die Neutralität aufrecht zu er- halten und solange die Neutralität nicht von anderer Seite verletzt wird. Der. Bundesrat war über die neue Form der Nentralitäts- anerkennung um so mehr überrascht, als Frankreich und England früher die Anerkennung ohne jede Bedingung ausgesprochen hatten. Der Bundesrat hat in eurer Antwort an die drei Mächte den Schweizer Standprurkr entschieden vertreten und erklärt, daß er die Neutsralitätsanerkennung nicht als zu- treffend erachte, soweit Bedingungen daran geknüpft seien. Er nrachte geltend, daß es weder mit der Selbständigkeit der Schweizer Eidgenossenschaft noch mit dem Sinn und Geist der Garantieverträge von 1813 vereinbar wäre, wenn andere Staaten sich das Recht zuschreiben wollten, ohne Aufftuderung der Schweiz Schweizer Gebiet zu betreten, um Neutralitätsverletzung von an- derer Seite abzuwehren. Der Bundesrat hat bestimmt den Stand- Punkt eingenommen, daß für den Fall, daß eine oder die andere Partei GebidtS Verletzungen vornehmen sollte, es Sachs der Schweiz sei, diese abzuwehren, und daß es der Schweiz zustehe, ihre Neutralität, Integrität und Selbständigkeit zu verteidigen. Wenn von der einen oder anderen Seite Schweizer Terri- torium verletzt würde, würde es allerdings praktisch dazu führen, daß sich die Schweiz an die Feinde des Einfallenden wenden und mit ihnen ein Bündnis abschließen würde. D-a die drci Mächte auf die Erklärung des Bundesrats nicht geantwortet haben, hat die Schweiz nach allen diplomatischen Gepflogenheiten das Recht, ohne weiteres darauf zu schließen, daß sie den Schweizer Standpunkt billigen. Tie Schweiz ist mit den drei Staaten nach wie vor in Frcnudschaft verbunden und kann daraus entnehmen, daß die Sache erledigt ist im Sinne des Standpunktes des Bundes- rates. Der Ausschuß erklärte sich befriedigt von den Er- kjärungen des Bundespräsidenten. Bundesrat Schult Heß betonte in Erörterung der verschiedenen wirtschaftlichen A b k o m- m e n die außerordentlich schwierige Lage der Schweiz, die z w i s ch e ,i H a in m er u n-d A m b o ß stehe, indem sie sich von beiden Seiten widersprechenden Forderungen gegenüber- sehe. Redner erörterte die verschiedenen bereits bewährten Vglu takred sie an Deutschland und Frankreich und teilte mit,-daß zurzeit über einen solchen.Kredit auch Ver- Handlungen mir England schwebten. Den Kern des mit England abzuschließenden Abkommens bilde die Sicherung der schweizerischen Transporte zur See. Bezüglich-der vielfach kritisier- ten AnsffAH,r:der Schweiz«achi-Wn Zc n tr a imäch ten teilte Bundesrat Schultheß mit. daß nach den Berechnungen eines Amerikaners,'die-von einem schweizerifchen Gelehrten nachgeprüft und richtig befunden wären, die' Schweiz'bis Ende 1910 von den Aentralmächtcii in Kalorien umgerechnet, mehr erhalten als gegeben hätte. Ter Redner betonte zum Schluß, daß die Schweiz, die vom sreundschaftlichen Wohlwollen beider Mächtegruppen abhänge, wie bisher loyal und offen nach beiden Seiten sich zu verständigen wünsche. Bern, 12. März. Im Stönderat Wurde heute die Frage einer direkten BundcSstcncr erledigt. Bundesrat Motta stellte eine sofortige K r i e g s ftcuererneuerung und eine Ausdehnung des A l k o h o l m o n o p o I s zur Deckung der MvbilmachungSschuld, die eine Milliarde bereits überschritten habe, in Aussicht. Die engUscben Naschinenarbeiter für Sie Rekrutierungsvorschläge. Rotterdam, 12. März. Laut„Nieuwc Rotterdamschc Courant" erfährt die„Times", daß der Maschinenarbeiter- verband die Rckrutierungsvorschläge der Regierung i n vollem Umfange angenommen hat.' Es ist der- einbart Worden, daß die Aushebung der Mannschaften un- behindert weitergehen und daß nicht gestreikt Werden wird. öolos Berufung abgelehnt. Amsterdam, 13. März. Wie das Neutersche Bureau aus Paris erfährt, ist die Berufung B o l o S und PorchercS abgelehnt worden.___ Der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 12. März. Neue U-BootS-Erfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz 19 300 Br.-R.-T. Unter den versenkten Schiffen befand' sich der englische bewaffnete Dampfer Rockpool(1502 Br.- der 6000 Tonnen Gerste und 613 Tonnen Stahlbarren geladen halte. Der Kapitän des Schiffes wurde gefangen ein- gebracht. Zwei weitere 5006 Br.-R.-T. große Dampfer wurden vor dein We stauSgang des Aermelkanals versenkt, davon einer, wahrscheinlich amerikanischer Nationalität, auS einem ein- laufenden, stark gesicherten Geleitzug heraus. Der Chef deS AdmiralstabeS der Marine. * Die Mannschaft des Seeadlers i« Chile. Amsterdam, 12. März.„Times"' meldet auS Valparaiso: Die chilenischen Behörden haben die Waffen der Besatzung des Seeadlers beschlagnahmt. Die Besatzung selbst wird als schiffbrüchig an- gesehen und nicht interniert werden. Der Luftangriff auf öie gorkshireküste. London, 12. März.(Reuter.) Amtlich. Ein oder zwei seind» liche Luftschiffe griffen heute abend spät die Küste von Dorkshire an. Wie gemeldet wird, fielen einige Bomben in kurzen Entfernungen auf das Binnenland. Berichte über Verluste und Sachschaden liegen nocki nicht bor. Der Angriff geht noch weiter. London, 13. März.(Reuter) Amtlich. Die Verluste bei dem Luftangriff belaufen sich jetzt auf insgesamt zwanzig Tote und vierzig Verletzte. Man befürchtet, daß noch«ine Leiche unter den Trümmern begraben liegt. Durchbruchsschlacht an öer palästinafront. Erzerum besetzt.— Kampfe mit Armeniern. Kanstaictinopel, 12. März. Amtlicher Tagesbericht. An der Palästinaftont herrschte heute, abgesehen von schwachem Artilleriefeuer. Ruhe. Die am 9. M ä r z bei Tagesanbruch bc ginnenden feindlichen Afn g r i f l e!, die fast ohne Unlerbrcchnng bis zum 10. März spät in die Nacht hinein andauerten, wurden durch heldenmütige Abwehr unserer Truppen abgeschlagen. Der augenscheinlich vom Feinde angestrebte Zweck deS Durchbruchs an der Straße Jerusalem— Nablus ist gescheitert. Vor Erzerum leisteten die Armenier unseren Truppen ernsteren Widerstand. Nachdem noch gestern unser Angriff bis an die Dralhindernisse einer befestigten Stellung vorgetragen war, wurden heute nacht im glänzenden Angriff die Hindernisse über- rannt und die feindlichen Banden zurückzeworfen. Unsere Truppen rückten in Erz er um ein und bemühen sich, die von den Armeniern verursachten Brände zu löschen. Kleine krieasnacbrickten. Tie Fliegerangriffe auf Paris und Neapel. Laut einer Stefanimeldung wurden bei dem Fliegerangriff auf Neapel 16 Personen getötet und 40 verwundet. Hadas meldet: Bei dem feindlichen Luftangriff wurden in Paris selbst 29 Personen getötet und 50 verwundet, in der Bannmeile wurden 5 getötet und 29 verwundet, 6 6 Per- so neu, meist Frauen und Kinder, wurden totgedrückt in dem Gedränge, das infolge des panikartigen Schreckens am Eingang zur Untergrundbahn entstand wo die Menge Zuflucht suchte. Be- sonders betroffen wurde ein Hospital, wo 6 Personen getötet und 7 verwundet wurden. Reichstag. 139. Sitzung. Mittwoch, den 13. März 1913, nachmittags 2 Uhr. Am Bundesratstisch: Freiherr vom Stein. Auf der Tagesordnung steht die Mittclstandsiuterpellation de? Zentrum?. Sie hat folgenden Wortlaut: Die wirtschaftlichen Verhälinisse des selbständigen gewerblichen Mittelstandes im Handwerk, Kauffnannsstand und der Klein- industrie, die schon vor dem Kriege sehr schwierige waren, sind durch die lange Dauer des Krieges und die tiefeinschneidendcn behördlichen Maßnahmen noch wesentlich verschlimmert worden. Zu einer leistungsfähigen Wirlschafispolilik gehört die Erhaltung möglichst vicller selbständiger lebensfähiger Existenzen im Gewerbe- stand. Welche Maßnahmen gedenkt der Herr Reichskanzler für den selbständigen Mittelstand zu treffen, um die Schädigung desselben möglichst hinianzuhalten und seinen Wiederausbau in die Wege zu leiten? Abg. Irl tZ.) begründet die Interpellation. Hüten muß man sich vor' den Einflüssen sozialistischer Ideen im Wiriichafis- leben. Diese Gefahr ist nicht gering zu schätzen, denn unsere Be- anrlen haben während ihrer Studenlenzcit zu einem sebr großen Teil zu den Füßen der Kathedersozialrsten wie Brentano, gesessen, und sind daher sehr geneigt, sozialistischen Ideen und Ex- Perimetrien nachzugehen. Der Unterstaatsiekretär Dr. Müller vom Kriegsernährungsamt verlangt in den„Sozialistischen Monalsheiten" die größtmögliche Produktion mit den geringsten Mitteln und spricht sich in diesem Zusammenhange für die englischen Methoden der K o nz e n irre r n n g d e r B e t r t e b e ags. Wir lehnen diese Methoden mit ihrer Vernichtung von Hunderltauienden selbständiger Existenzen ob. Unser WirtichattSleben braucht den lelbständigen gelelnten Handwerker. Ebenso brauchen wir den selbständigen ge- lernten Kaufmann; gerade die Erfahrungen deS Kriege? haben ge- zeigt, daß der Staats- und Kommunalsozialismu? vollständig ver- sagt hat(Zustimmung im Zentrum und rechts), daß durch die Wirt« schaff mit Beamten zahlreiche Waren dem Verderben überliefert worden sind.(Lebh. Sehr wahr I im Zentrum und rechts.) Wir lehnen ein gefesieltes Wirtschaftsleben, wie es uns beiipielsweise Herr R a t h e n a u empfiehlt, mit aller Entschiedenheit ab. Es ist nicht zutreffend, daß nur in Großbetrieben rationell produziert werden kann. Gegen den Rathenauschen und Müllerschen Geist, der diese Entwicklung noch begünstigen will, müssen wir im Namen des Mittelstandes auss schärnie Protest erbeben. Staatssekretär Freiherr v. Stein: Die Stillegung von Betrieben ist eine Kriegsmaßnahme, die den Krieg sedenfalls nicht überdauern wird. Es wird dabei möglichst vorsichtig borge- gangen Ich habe die feste Hoffnung daß Skillegungen von Hand- werksbetrieben jedenfalls in größerem Umfange nicht mehr not- wendig jein Werdern Wo örtliche Verhältnisse es b dinaen. werden jedenfalls die beteiligten Kreise dabei gehört werden. Die Schwie- rigkeiten der R o h st o s f be i ch a f f u» g sind bekannt. Bei den Rohstoffen, die überhaupt zu haben sind, wird eine freiere Selbst- Verwaltung sich mit der Zeit durchführen lassen. Wenn das Hand- werk von den Behörden zu Lieferungen herangezogen werden fall, so gehören dazu leistungssähige Lieferungsverbände Es sollen örtliche, berustick gegliederte Beratungsstellen geichafken werden. die den zurückkehrenden Kriegst-ilnehmern Und den Witwen ge- fallener Krieger bei der Wiederaufrichtung ihrer wirtschaftlichen Existenz zur Seite stehen. Abg. Brtihne(Soz): Die Vcrinchtung des Kleingewerbes besorgt dieser Krieg in furchtbarer Weise.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ten Konkurrenzkampf gegen daS Großkapital wird das Kleingewerbe nicht durchnibren können. 136 000 Hand- werkSbctriebe sind im Kriege schon geschlossen worden. Ganz besonders leidet das Handwer! auch unter dem Mangel an Nach-,. wuchs; die jungen Leute von 14 bis 16 Jahren sind aus der Handwerkslehrc in die Fabrik gezogen worden. Während den Landwirten in weitgehendster Weise Urlaub zur Feldbestellung gewährt wird, erhält ein Handwerker keinen Urlaub zur Wahr- nehmung seiner Geschäfte. Wie die Behörden dem Handwerker gegenüber verfahren, das zeigt z. B. das Vorgehen der Eisenhahn- Verwaltung in Franksuit a M, d:e den Handwerkern nur den Friedenspreis zahlen will. Die KriegSgewinne der großen Kriegs- gcsellschaften gehen in die Hunderte von Millionen, an denen der Schweiß und das Blut auch der Handwerker kleben. Abg. Doormann(Vp.): Die Lage des Mittelstandes ist zweifel- los außerordentlich bedrohlich. Was nack dem Kriege kommen wird, kann heute niemand wissen. Das Schicksal des Mittelstandes wird davon abhängen, ob die sozialistische Wirtschafts- form sich durchsetzt. Auf die Schriften R a t h e u a u s vaßt daS Wort Talleyrands:„Zuviel Geist, also nicht genug Geist." Sig tragen theoretisch allem Rechnung, ob aber die Gedanken praktisch durchführbar sind, ist eine andere Frage.(Sehr richtig!) Die wirtschaftliche Organisation des Handwerks ist leider viel zu spät erfolgt. Die Frage der Beschaffung von Arbeitskräften und Roh- stoffen wird schwer zu lösen sein. Tie Ueberwachung der Rohstofsverteilung wird auch nach dezn Kriege zunächst noch nicht zu entbehren sein. Bei dieser Verteilung muß auch das Handwerk genügend berücksichtigt werden.(Sehr richtig!) Abg. Lützel(nail.) schildert die schlimme Lage, in welche die Handwerker durch den Krieg und die Kriegsmaßnabmen geraten sind. Zuni Wiederaufbau des Handwerks und des Mittelstandes muß der Staat' und das Reich helfen.(Zustimmung b. d. National- liberalen.) Hierauf vertagt das Haus die Weitcrbcratung auf'Donners- tag, 2 Uhr. Schluß 614 Uhr. Nr. 73—1�1$ Unterhaltungsblatt öes vorwärts Vontterstas,?4.Marz Göessa. Wv bcute rausÄciideZ Leben durch die breiten, stolzen Straßen von Odessa sich ergießt, da stand vor jetzt 125 Jabren ein elendes türlisch-iarlarricheS Dörfchen. Der Beseht Katharinas II, rief die neue Stadt ins Leben, und man gab ihr einen Namen, der an den großen griechischen Seefahrer, an Odysscus, erinnert und der von dem in der Nähe vermuteten aniiken Hafen Odesius hergenommen ist. Es ging aber zunächst mit dieicr zarischen Gründung nur langsam voran, Ihren großen Aufschwung verdankt sie der Ver- leibung der.stoüfreiheit für alle Einfuhrgüter, die Alexander I. im Jahre 1811 Odessa gewährte. Da begann es sich im amerikanischen Stile zu entwickeln, und heut ist es eine Halbmillionenstadt, die im Gebiete des trüberen Rußlands nur hinter Petersburg, Moskau und Warschau an Volközabl zurücksteht. Mit keiner dieierStädte aber läßtsich Odessa vergleichen, Odessa ist keine russische Stadl; es ist eine Stadt des Südens, die in vielem an Marseille erinnert, und es ist eine Stadt des Orientes. Zwar kennt Odessa harte Winterkälte, aber den größten Teil deS Jahres herrscht dockt ein südliches Klima. Unter diesen Verhältnissen rückt das Leben aus den Häusern auf die Straße, und die Stadl erfüllt sich mit jenem eigentümlich lauten, bunten und erregten Verkehr, den nur der Süden kennt.-Den be- sonderen Einschlag gibt dann die orientalische Note. Hier trifft sich der ganze Osten; dazu die Juden, die ein volles Drittel der Be- völkerung bilden. Und all das kennt in Odessa nur ein Ziel: den Gewinn und den Lebensgenuß. Die Universität spielt im Leben der Stadt eine untergeordnete Rolle. Hier jagt alles nach Gold, und der ungeheure Reichtum der Ukraine, der dem Hafen von Odessa zuströmt, bietet ja unendliche Möglichkeiten des Gewinnes. Sie haben auch große Frcmdenkolonien angelockt; alle Sprachen schwirren durcheinander. Seiner Lage nach hätte Odessa eine der schönsten Städte der Welt werden können, und noch ist beule das Bild, das die Stadt bei der Anfahrt vom Schwarzen Meer her bietet, höchst imposant. Odessa liegt nämlich am Rande des großen vontischen Steppen« Plateaus, das an dieser Stelle etwa 47 Meter über den Spiegel des Schwarzen Meeres sich erhebt und schroff zu ihm abfällt. So sieht man boch über dem Waffer den Rand der Platte von einem prachl- vollen Boulevard, dem Nikolai-Boulovard, gesäumt' glänzende Ge- bäude, große Denkmäler, schöne mehrfache Baumreiben, ein reich- bewegtes elegantes Leben, Bon dieser Prachtstraße führt die be- rübmie Granitlreppe, wohl die größte der Welt, in zehn Absätzen zum Meere hinab, und hier dehnen sich weithsii die vortrefflich ge- haltenen und ganz modern eingerichteten Hafenanlagen, hinter deren Molen sich in FtiedenSzeiten die Schiffe zu vielen Hunderten drängten und wo die Arbeil unausgesetzt ihr Hochlied sang. WaS Odessa bei diesem ersten Anblick von der See'eite her verspricht, das hält es nun freilich nicht. Gewiß, die öffentlichen Gebäude find stattlich, glänzend sogar, so besonders das Stadt- haus und die Börse und das � Theater. Und glänzendere Läden als in der Deribaffowskaja findet man in keiner Stadt der Welt. Aber bei alledem ist Odeffa kein« Stadt, in der man sich wohl fühlen kann. Die Anlage ist ihrem Ursprünge gemäß vollkommen regelmüßig, schemalisch. Die Mltel- linie bildet die PreobraschenSkaja, Odessas längste Straße, die die Stadt 21I1 Kilometer lang durchstreicht. Alle Straßen sind breit, und thrcn Stolz bilden ihre Baumreiben. Denn Odessa liegt mitten in der kahlen, baumlose» Steppe. Die Beschaffung guten Trink- Wassers stieß noch bis in die neueste Zeit hinein auf die größten Hindernisse, und ein unbesieglicher Feind Odessas ist der Staub, der Steppensiaub, den die Stürnic durch die breiten Straßen der Stadt jagen. Draußen, in den traurigen Vorstädten, wo die Oede der Steppe sich schon füblbar macht, da sieht man ein zweites, ein anderes Odessa— Odessa von der Nachtseite, Odessa im Negligee der Liederlichkeit, des Schmutzes, des Elends. Aber allen Hmderniffen zum Trotz hat Odessa sich zur herrschenden Metropole des russisches Südens emporgeschwungen, und es wird diesen Rang behaupten. In öer Lungenheilstätte. Da, wo ich hergekommen bin, versucht man das zu ertragen, was jetzt Großstadtleben heißt: den„Verkehr", Volkstücheneifen. Bezugscheinstellen, Roßwurst usw. Hier schwenken vor den Fenstern ernstragende Kiefern ihre immergrünen Wipfel, die Allmuttcr Sonne dunkelgoldig küßt. Hier ist Raum. Und Luft. Und Licht. Man hat Platz genug gehabt, nebeneinander zu bauen, statt übereinander; da getraut man sich tief zu atmen. Mählich weicht das Grauen, das noch von da draußen her im Herzen sitzt, dem geruhigen Schauen und Denken und der freiwilligen, strengen Befolgung der Kurvorschrift des süßen Nichtstuns. Allerdings müssen wir Arbeiter erst lernen, welcher Genuß darin liegen kann, täglich sechs Stunden in der Liegehalle aus warmen Decken heraus selig in den Himmel zu blinzeln. Mancher lernt'S nie. Das Essen. Ach ja,— das Essen! Früher waren bei Lungenkrankheit Heilmittel: Gute Luit, Liegen und— Mästen. Regelrecht: Mästen! Jetzt kommen nun auch tiocki ab und zu Patienten hier an, die an Körpergewicht zunehmen. Wie innig lieb müssen sie ihre Kinderchen haben, daß sie ihre Nahrung aut ein solches, kaum erträgliches Maß einschränken konnten!— Begnadete Naturen, denen der wohlwollende Arzt Hamsterurlaub erteilt, deren schlotternde Kleider und eisernes Kreuz die mitleidige Bauernfrau zum Verkauf eines Brotes veranlaffen und die dann stolz auf die nebelserne Ahnung eineS Fettansatzes sehen.... Von Schopenhauer wird berichtet, er habe in seinem Frank- furter Gasthos des öfteren für zwei Personen gezahlt, um nickN im Zugreifen geniert zu sein. Vor dem Meer von Suppe, brandend manchmal um eine kärgliche Klippe von Fleisch und eine winzige Insel Kartoffeln our unserer Taiel, ergriffe er entsetzt die Flucht. Pessimismus mit vorgebundener Serviette. Zu etwa achtzig Prozent sind wir hier Kriegsbeschädigte. n' Ich war sicher zu froh, so daß ich sie seben mußte, die Zwei, eng aneinander geichmiegt und Glück in den Auge». Still ging ich, um ihren Traum nicht zu stören. Da schüttelte ein grauenhastcr Husten— wie das Gebell eines heiseren Hundes— bhr jungen Menschen und ließ ihn die Hände in den Drahtzaun krampfen. Zärt- lich streichelte sie ihm das Mädchen, indes ihr ganz heimlich zwei Tränen übers Gesicht liefen. Kiefernwipfel sind gar nicht dunkelgoldig; sie sind schwarz. _ C. G. 6c! öer Motorbatterie. Aus dem Felde wird geschrieben: Wem noch vor einem halben Jahre, in der gemessenen Regelmäßigkeit des Kriegslebens bei einer bodenständigen Truppe und mit dein Wust von mehr oder weniger „nnentbehrlickem" Gepäck der Stellungswechsel als etwas surchtbar Grausiges erschien, der hat bei der ewig auf Reise befindlichen Motvrbatierie, dein„Wanderzirkus", sich schnell in sein Schicksal finden müssen. Das Gepäck ist zusanimengeschruiiipft zu dem Jnbalt eines feldmarschmäßigen Tornisters. Aber auch dabei läßt sich's loben, denn wie überell war auch hier der Krieg der erbarmungslose Lehrmeister, der uns in der Notwendigkeit auch das Gute erkennen ließ. Marschbereit ist zu jeder Stunde der umzuggewohnte Feldsoldat, und kommt der Befehl, so werden rasch Decke» und Zellplane aufgerollt, Schnürschuhe, Brotbeutel, Schreib- fachen verstaut, und fertig. Und wieder raffeln ichwersällig die klobigen Zugmaschinen mtl den Geschützen über die Straßen, die der nimmermüde Kriegsverkehr zerfurchi und holperig gemachr hat. Unter der Plane de» Verdecks plumpsen die Bedienungsmannschaften, »vie'S über Gräben und Grinattrichter geht, bei den fchülterndenSiößen durcheinander. Vorbeigleitet das graue, noch winterliche Land. Das von Kanälen durchäderte Land verdämmert in frierender Oede. Hier zerschossene Geböiie. Kahle Baumitücke greifen in seltsamer Er- starrung in den Himmel. Ein Dorf: Häuser, verfalle», ohne daß die Zerstörung des Artilleriefeuers über sie wütete, von Regen und Unwetter zerzaust. Der Schutthaufen des gesprengten Turmes ist heruntergeklaffcht aus das Mitteldach der kleinen Kirche. Zwischen den Trümmern der Steinwüste schafft sich ein neues Leben Raum: Barackenlager rastender Infanterie, Unsere schnaubenden Ungetüme hallen an. Neugierig bestaunen die Infanteristen das Wunder und kommen mit unzähligen Fragen. Klopfen die Kanonenrohre ab, wie man den Nacken eines guten Pferdes tätschelt. Sie mögen oft die Hilfe dieser mächtigen stählernen Freunde verspürt haben, wenn das Vorbereitirngsfeuer feindlichen Großangriffs ihre Gräben um- pflügte und auf ihren Stollengängen hämmerte. Motorräder flitzon geschwind einher mit Meldungen. Der ferne, am Horizont hängende und nur mühsam die satte Lust durch- dringende Geschützlärm schwillt in einzelnen Feuerstößen an. Nahe- bei läßt der harte, klingelnde Knall einer Abwehrbatmie den Boden erzittern. Da? Surren der englischen Flugmaschinen taumelt ver- irrt in der Luil. Wir warten noch immer auf den Befehl, in Stellung zu fahren. Der leichte Luxusioägen des Batteriesührers schnurrt heran— kurz abgerissene Zurufe, Meldung, Befehl— und flirrt weiter, da? glatte Band der Landstraße geschäftig unter sich abhaspelnd. Die Geschütze sollen noch während der Nacht in Stellung gehen, die Packwagen und die überzählige» Mannschaften rückwärtig, in unversehrtem, von der Zivilbevölkerung noch bewohntem Dorfe untergebracht werden. Die graue Ebene umschattet sich mit dunk- leren Tönen. Der Mond ist eine gelbe Scheibe zwischen Wolken- ballen. In schläfrigem, frierendem Hiiidiiseln erstarrt das Hirn, die Gedanken ziehen trübe und schwerfällig durch den Kops, mccha- nisch die Eindrücke von außen erfassend. Hinter meinem Wagen kommt ein zweiter, immer den gleichen Abstand wahrend; das erweckt die Einbildung, als wären tatsächlich die beiden Wagen in Ruhe, während das monddeglänzte Land in kreisender Bewegung wirbelt. Ein Stern bleibt hell und einsam. Jedesmal, wenn man bei den puffenden Stößen VeS AutoS vornübergebeugl wird, erscheint dieier Sicrn im schmalen Himmelsb»gen' zwischen Verdeck und Rückwand, und jedesmal wiederholt sich die Täuschung, sei es eine eben auskommende Leuchtkugel, die angenblickS wieder spurlos er- lischt. Nun noch ein wenig Stroh n»d ei» Feuer, die Kälte aufzn- tauen, das ist der einzige Wunsch für den?t»st de? Abends. Wie wir uns schließlich auf daS Lager strecken und die Müdigkeit schnellen Schlaf heranführt, kommt in meine letzien wachen Augenblicke der alle Unleroifizier neben mir, mir komiicher Gebärde:„Wenn ich die Augen zumache, sehe ich bloß Landstraße«, die in«ffenartiger Geschwindigkeii vmbeiflitzen!" Und da lachen wir uns nach aller Mühseligkeit des Stellungsioechsets in den Tchtas. Die Hauszwiebel. Trotz aller guten Raischtäge und guten Absichten ist c'� ver« hältmsmäßig nur wenigen Leuten möglich, dem praktisch- Wirtschaft- lichen Zug der Zeit Folge zu leisten, indem sie sich ein Hansschwein hatten. Wesentlich lcichier liegen die Dinge hinsichtlich der„HauS- zwiebel", die zwar in keiner Weise als Schweinefleischers«tz gelten kann, aber immerhin auch eine Anzahl tv/rtvollcr und angenehmer Eigenschaften besitzt. Auf den Anbau der Küchcnzwiebel im HauS- garten lenkt die Deutsche Landwirlschaftljche Presie die Aufmerksamkeit in durchaus zeitgemäßer Werse, da sich bekanntlich seit mehreren Monaten sowohl auf dem Lande wie auch in deu Städten ein Fehlen der Küchenzwtebel bemerkbar macht. Demgemäß stiegen die Preise, wahre Rekordpreise wurden zum Beispiel im»berschlesiichen Industriegebiet bezahlt, wo man für eine Zwiebel manchmal 4 M, ver- langie und erhielt. Darum liegt es nahe, die Zwiebelkultur Volks- tümlicher zu machen. Man unterscheidet die einjährige Kultur durch Steckzwiebeln und die zweijährige durch Samen. Die Steckzwiebeln werden in der Zeit von Ende März bis Milte April gepflanzt. Aus ihnen lassen sicki größere Zwiebeln ziehen als aus Samen. Bei der zweiten Kulturform geschieht die Saat in hieihen in einem Abstand von 20— 23 Zentimeter. Auf einen Morgen Land braucht man un- gesähr 10— 12 Pfund Samen, Entsprechend kann man sich die für den HariSgarten notwendige Samenmenge berechnen. Als besonders günstig kommt in Betracht, daß die Zwiebel keine besandereu Ansprüche an den Boden stellt; am besten geeignet aber ist milder, warmer, lehmiger Sand. Hingegen bedürfen die Zwiebeln einer gewissen Pflege, namentlich ist darauf zu achten, daß die Beete öfter gejätet tverden. Begießen ist selbst in Trockenperioden überflüssig. Gegen die beiden Fei»dc der Ziebelknitur, die sog. Zwiebelfliege und einen Meltau, ist Besprengung mit einer Vivroz. Kudferkatkbrühe das wirkiamste Mittel. Die Ernte der Zwiebeln beginnt im August, ge- nauer gesagt, sowie der Lauch gelb wird. Bei der Auf- bewahrung muß man sorgfältig verfahre«, da die Zwiebeln sehr zur Fäulnis neige«, am vorteilhaftesten ist es, sie in großen Netzbeuteln oder dünn gewebten Säcken rrnterznbringen. Diese Beutel und Säcke hängt man 8— 14 Tage lang in die Raucher- kammer, dann lön»en sie in einem dunklen, luftigen, aber frostfreicn Raum untergebracht werden. Auf Grund der iege»wärsigcn Ber- hälttuffe wäre es augehracht, daß jeder Besitzer eines kleinen Haus- gartenS sich dieses geringe Wiffen zu eigen macht, um seine HauS- zwiebeln zu züchten. Auf diese Weise wird einerseits der Mangel vermindert, andererseits ist diese Selbsthilfe stets das beste Mittel gegen die immer wieder auftauchenden Preistreibereien. Notizen. — Denkmälerzensur. In einer Darstellung der vor- märzlichen preußischen Zensur im Ewero-e erinnert Prot. Houben. daran, daß diese vortreffliche Einrichtung sich auch der Denkmäler' annahm. Sie dekretierte— obne gejetzilche Grundlage— daß nur gekrönte Häupter in Denkmälern aufs Pferd geletzt tverden durften. Hieraus erklärt es sich, daß die Feldherren der Besreiirngskriege, Scharnhorst, Gneisenau usw., in Berlin zu Fuß daogesteklt sind. Diese Bessimmmig war auch schuld dara«, daß der große dänische Bildhauer Thorwaldsen im Fohre 1tzl7 von der Ausführung seines für Breslau hestimmten Blücherdenkmals Abstand nahm, da er den Marschall Vorwärts nur beritten darstellen wollte. Auch die In- schriflen auf öffentlichen Denkmälern li«d auf Grabsteinen wurden durch eine Ministerialvcrfügung vom 13. August 1824 zcniurpflichtig. Diese Zensur halten die OrtSprediger auszuüben,„zur Vermeidung fehlerhafter und unschicklicher Jwchriflen", Anklänge an diese vormärzlrche Tradition bestehen noch heute. — Der starke Mann, Paul Jlgs in unserem Feuilleton abgedruckter Roman, ist auch ins Franzosische übersetzt worden, darf aber in Frankreich nicht besprochen iverden. Wenigstens ist bisher. wie wir Schweizer Blättern entnehmen, jede Rrrlik, die zn dem Roman Stellung nehmen wollte, unterdrückt worden. Angeblich aus Rücksicht aus die Schweiz, in Wahrheit wohl, weil der französische Mlitarismus selber sein Teil dabet oizichotommen fürchtet. 57] Töchter öer hekuba. Ein Roman aus unserer Zeit von Clara Viebig. Es waren trübe Gedanken, die Hermine von Voigt im Kops herumgingen, als sie heute nach Hause kam. Sie war böse auf die Weiber, die so unverständig die Zeit nahmen, die das Leid, das an ihnen fraß, in Groll ausließen gegen die Höherstehenden und in Unverträglichkeit gegeneinander. Und doch konnte sie ihnen wiederum nicht böse sein. Warteten sie nicht schon zwei Jahre auf ihre Männer, auf ihre Söhne. die draußen waren? Warten geht auf die Nerven. Sie wußte es ja von sich selber, wie es wirkt, wenn mau lange warten muß; gar nicht von jetzt, nur von ganz gewöhnlichem Warten zu reden. Erst schickt man sich in Geduld, dann gähnt man. wird abgespannt, faßt nach der Stirn, fühlt eine allgemeine Mattigkeit; eine plötzliche innere Leere stellt sich ein, man vermeint umsinken zu müssen. Und dann kommt die Unruhe. Man sieht nach der Uhr: schon wieder eine Viertelstunde I Man springt auf, man läuft auf und ab. niau seufzt, mau fängt an sich zu beklagen, man ärgert sich, man tvird auf- gebracht, mau hat kein Einsehen mehr, man ist nicht mehr derselbe Mensch, der man vordem war, man hält's nicht mehr aus. Und nun dieses Warten I Und zu der inneren Not die äußere l Immer sah sie die Frau vor sich, der die finsteren Haar- strähnen in die blasse Stirn hingen. Und so waren viele. Ein Heer von müden, vergrämten, verbitterten Gesichtern stürmte gegen sie an. Und denen wollte sie zürnen? War sie denn nicht selber ihrer Zeit so müde, oh, so entsetzlich müde? Wenn ihr Mann auch draußen iminerhiii in einer gewissen Sickierheir war, wenn sie auch keine Söhne dabei hatte, wie nebenan der alte Geheimrar und seine Frau, um die sie zittern mußte; wenn sie auch heute an einem Tisch saß, auf dem noch ein Abendbrot stand, von dem man satt werden konnte, wenn sie auch kein kleines Kind weinen hörte vor Hunger. Sic seufzte und stützte den Kopf in die Hand. Da ivar sie neulich in Berlin gewesen, stundenlang ivar sie umher- gelausen, schwer beladen mit Paketen, sehr müde hatte sie zuletzt noch eine Drosckke gefunden, die leer dahcrzockelte. Der eis- graue Mann aus dem Bock schien zu schlafen trotz des Ge- wirrs der Straße, das Pferd schien auch zu schlafen, einen Huf setzte es nach dem andern so langsam, so zögernd, als klebe der Asphalt. „Wo woll'n Se denn hin?" Der Kutscher schien nicht sehr erbaut über einen Fahrgast. Sie hatte den Bahnhof genannt. „Na, dahin wird's woll noch jehn. Was, Roland?" Das Pferd senkte betrübt den Kopf, es hielt an. „Sind se ooch nich zu schwer?" Mit mißtrauischem Blick hatte der Alte ihre Pakete gemustert. Nun ruckte das Pferd an, sie zockelten weiter. Langsam nur ging es, sehr langsam, sie wäre tvohl ebenso schnell zu Fuß weiter- gekommen. Plötzlich hielt der Wagen. An der Ecke, wo früher ein Droschkenhalteplatz gewesen war; aber Wagen waren jetzt keine mehr da, nur das Schild:.Halteplatz für sechs Droschken.' Was war denn, warum hielten sie hier an? „Er will nich mehr," sagte der Alte und kletterte steif- beinig vom Bock herunter.„Steigen Se man immer aus, meine Dame, nu jeht's nich weiter. Was sagste, Roland?" Er faßte das Pferd vorn an der Kinnkette, das Tier hatte den Kopf geschüttelt.„Sehn Se, meine Dame, wenn er s o schüttelt, dann weeß ick Bescheid. Denn sagt er:>,Nee'. 'n jutes Tier,'n jeduldigcs Tier. Aber was zu viel is, is zu viel. Kann man denn ooch verlangen, det er rennen soll oen janzeN Dag die weiten Wege mit man een Pfund Hafer in'n Bauch! Kartoffelschaleu joll ick verfuttern, Rüben, so allerlei—'n Pferd is doch wen Schivein. Was, Roland?" Er klopfte das Tier. Ohne sich zu regen, stand das da mit hängendem Kopf, mit hängender Mähne, mit hängendem Schlvanz, init hängenden Ohren, ein Bild der Trauer. Nun hatte sie erst gesehen, wie entsetzlich mager es war, man konnte die Rippen zählen. Warum ihr nur jetzt dieses arme verelendete Tier wieder einfiel? Gut, geduldig— aber ivas zu viel ist. ist zu viel I— Es litt sie nicht mehr allein in der Wohnung. Das Mädchen, das abräumte, wunderte sich, wie wenig Exzellenz gegessen hatkv. Hermine von Voigt fühlte eine quälende Un- ruhe: wenn das gute, gednldi, Anguftstr. 80, Hof. Sausrdviter für B a u a r b e i t e n in gefchlosseiic» Rünmen sofort verlangt. 25372» VlisstM i-. So., �Lubgu Wittenau, Wittestr. 47/48. iä Werkzeugdreher verlangen sofort* Ehrich& Graetz, Berlin SO, Elsenstraße 90 94. Erdlilbkitkl lind Flttiiltrbkittr (Ketonfacharbeiter, Ämmerttutf, Einschalkr, Maurer, Schmiede, Schlosser, Mineiire nsw.) sofort gesucht."Ms Onnnnnn A fn /Eisenbahn- und Tlclbau- 131 cilliti® vw., tieseltschaft in. b. H., Berlin W. IS, Uhlandstr. 159. litchtifien Pacher derlangt KeXerstelnsche Pierhaoyla»» G. m. b. H. 1804 b KorÄerisinziöhsrianeu sofort gesucht. 23/20 Rieft. Brückenstr. 9. Nichtige Fowendauer für Spritignft gesucht.* Dkücssner& Lücke €t. m. b. H. Cöpenicker Strafte U4> öllllslhillistr, tüchtige, sofort verlangt 23/7« Schulz& HoldefleiB, Fennstr. 18. Geierater Schlosser oder Dreher für Revision gesucht(eventuell »riagSinvaltde). 208/2 fiüWgMekiLhzt'dliöüe Lerlin-Trepto«, lllaenvte, 106/7. Emige geübte Arbeiter sür Stanzen»ieherei sucht Archlmedes A.-d., 1810b Alexandrinenttr. 2/3. Ne.7Z« 35.Iahrgaüg Vonnerstag, 14. März 1H18 Aähler MeSerbsrnims,»»Shlt Rnäolf Nittel!. keute Wahl in Nieöerbarnim. Heute also fällt im Reichstagswahlkrcisc Niederbarnim die Eiitschcidung. Ein Wahlkampf liegt hinter unS, wie ihn die Sozialdemokratie kaum jemals noch geführt hat und ihn nicht noch oft führen ivill. Nicht mehr konnte sich die Front, wie wir es seit alter Zeit gewohnt, geschlossen gegen die bürger- lichen Gegner wenden, sondern es galt leider auch den gx. fährlichsten Feind in den eigenen Reihen, die Uneinigkeit zu bekämpfen. Was sie bewirkt, hat sich bei der letzten Strei-kbcwcgung gezeigt. Sie droht auch in Zukunft noch gefährlichere Folgen zu zeitigen. Darum ist es not- wendig, heute zu zeigen, daß die große Masse der Arbeiter- Wähler mit jenen Zersplitterungsbestrebungen nichts zu tun hat, sondern fest zur alten Fahne der Einigkeit und uuvcr- berbrüchlichen Solidarität steht. Auch die Unzufriedenheit mit der Haltung der Partei in der einen oder der anderen Frage ist kein Grund, diese Solidarität zu zerbrechen und alles zu zertrümmern, was in einem halben Jahrhundert organisato- rischer Arbeit aufgebaut worden ist. Darum, alle Mann rechtzeitig zur Wahl und alle für den Kandidaten der sozialdemokratischen Partei, den Kandidaten der Arbeiter-Einigkcit: Arbeitersekretar Rudolf Wifsell. GroßSerlln „Grostreinemacheu" im Siedlungsgebiet Grost-Berli». Ueber„Grundpläne für Grotz-Berlin' sprach Re- gierungt-baumeister Langen in einer vom.Deutschen Archiv für Slädlebau, Siedlungswesen und Wohnwesen' veranstalteten Sitzung. Er forderte für das Groß-Berliner Siedlungsgebiet einen Gefatpt« siedlungsplan, der zeigen lönnte, wie— mit Verlaub, zu sagen— der hier anscheinend heillos verfahrene Städtebaularren viel« leicht doch noch aus dem Dreck zu ziehen»st. Bevor ein Städtebauer daran geht, Groß-Berlin zu bauen, müssen — führte Laugen aus— die Lebensbedingungen und Lebensäufzerungen dieses wirtschaftlichen und sozialen Riesen g,ebäu des erkannt werden. Nötig sei dazu ein Ucberblick über die BevölkerungS- und BebaunngSverhält» iiiffc der verschiedenen Teile des Siedlungsganzen, über die Un« gleichheit der hygienisch und sozial wichtigen Bevölkerungsdichte, über die mehr oder minder dichte Verteilung der Betriebe von Industrie und Handel, der Verkehrsmittel für sie und für die in ihnen tätige Bevölkerung, der öffentlichen Einrichtungen, Anstalten usw. Diesen Ueberblick könne der Städtebauer nicht aus statistischen Tabellen gewinnen, sondern nur auö anschaulichen Plänen, auf denen die wirtschaftlichen und sozialen Zustände sich ihm in .graphischer Buchführung" darbieten. Zunächst solle man einmal feststellen, was da ist und was noch fehlt; dann erst könne man auf dieser Grundlage, die depi Städtebauer als„Generalstabskarte" dient, über die weitere Besiedlung entscheiden. Solche Grundpläne sind schon für eiwa 60 Städte angelegt worden, aber sie fehlen noch in Groß- Berltn, wo auch der Zweckverband ihre Notwendigkeit nicht erkannt har.� Wir hätten sie. sagte Langen, schon vor sl) Jahren haben müssen, um uns über die städtebaulichen Bedürfnisse Groß-BerlinS zu belehren. Sie hätten beizeiten Klarheit in den Wirrwarr gebracht und BevölkerlingSdichte, Bauordnungen und Bodenpreise in so feste Beziehungen zueinander gesetzt, daß die Zu- stände im Siedlungöwesen gesundet wären. Unter dem Gesichtspunkt dieser Darlegungen erörterte der Vortragende näher die Fragen der An- legung von Spielplätzen, der Platzauswahl für öffentliche Gebäude, der Schaffung von Verkehrsmitteln usw. Bisher habe der Städtebau nur einzelne Erfahrungen gesammelt und allgemeine Forderungen aufgestellt, er müsse aber eine technisch-söziologische Wissenschaft sein und mit Erforschung der bestehenden Verhältnisse anfangen. In der Besprechung des Vortrages wie? ein Redner darauf hin, daß hierdurch die Bebauungspläne eine ganz neue Grundlage erhalten. Er sprach von einem„Großreinemachen", das dem Groß-Berliner Siedlungswesen nötig sei. Langen kündigte im Schlußwort an. er werde bei den Einzelgemeinden Grotz-Berlins die Schaffung der erforderlichen Grundpläne anregen. Neuregelung der Baupolizei. Das Polizeipräsidium teilt mit. daß die Verwaltung der Bau- und Fluchtlinienpolizei im Stadtkreise Berlin am 1. April aus der Zuständigkeit des Polizeipräsidenten in Betlin ausscheidet, und don da an der Oberbürgermeister die Verwaltung der Bau« und Fluchtlinienpolizei ausübt. Von der Wahrnehmung der Baupolizei durch den Oberbürgermeister aus- genommen sind die baupolizeilichen Angelegenheiten hinsichtlich der Kgl. Schlösser und der sonstigen zur Hofhaltung gehörenden Gebäude. — Außer der Verwaltung der Äau- und FlnchtlimenpoUzei liegt dem Hbcrbü«zermeister ob:») Sie Erhebung der Klage aus Unter- sagung des Gewerbebetriebes geg«» unzuveHWsige Bauunternehmer, b) der Erlaß von Unlersagtingsverfügungen, cj'die Ausübung der Befugnisse hinsichtlich der Arbeitersürsorge auf Bauten.— In be- sonders dringende» Fällen sind die Beamten der Schutzmannichast, falls Beamte der städtischen Polizeiverwaltung nicht anwesend oder nicht zu erreichen sind, befugt und verpflichtet, auch außerhalb ihrer beionderen Jusiändigkeit die unaufschicblichen Amtshandlungen vor- zunehmen. Berliner Lebensmittel. Auf Abschnitt i der Jugendlichen-LebenSmitielkarte der Stadt Berlin entfallen 2 Dosen kondensierte Milch. Die Ab- schnitte sind von beute bis Sonnabend in den durch Säulen- onichlag bekanntgegebenen und durch besondere rote Verkaufs- s ch i l d e r geiennzeichncten Geschäften abzugeben. In anderen als dtn bestimmten Veikautsstellen abgegebene Abschnitte werden nicht eingelöst. Die Milch steht vom 2». März ab zur Verfügung. Tariferhöhung ber Sttaßonbahnen. Da die Seraßenbahngsscllichaften zurzeit überall bestrebt sind, ihre Fahrpreise zu erhöhen, wird die Frage besonders interessieren, ob diejenigen Gemeinden, die in ihren Verträgen mit den Straßen- bahnen über die Benutzung der öffentlichen Straßen sich bestimmte BesördcrungSpreise ausbedungen haben, berechtigt erscheinen,»m Zilagewege vor ben ordentlichen Gerichten die E i n h a l l u n g der vereinbarten Preise und die Unterlassung der Erhöhung des Tarifs zu verlangen, bezw., juristisch ausgedrückt, ob für eine solche Klage der Rechtsweg zulässig ist obtx nicht. Das Reichsgericht hat die Frage kürzlich bejaht und damit zugunsten der G e- mein den entschieden, indem eS aussprach, daß nach preußi- schem Recht die ordentlichen Gerichte zur Entscheidung derartiger Streitfälle berufen sind. Die Große Berliner Straßenbahn erhebt auf den Linien 6S(von Schöneberg nach Friedrichsfelde) und 51(von Schöne- berg nach Pankow) 1ür die einfache Fahrt 15 Pf. Fabrgeld. Die Siadtgemcinde Schöneberg hält die« für unzulässig, weil in ihrem mit der Straßenbahn»n Jahre 1897 geschlossenen Vertrage bestimmt ist, daß keine mit ein und demselben Wagen zurückgelegte Fahrt mehr als 10 Pf. kosten darf. Die Straßenbahn ist nun nach ihrem Vertrage mit der Stadt Berlin unstreitig berechtigt, auf der Linie ög für die Strecke von Berlin auS nach Friedrichsfelde 15 Pf. zu erhoben und sie meint, es sei ihr deshalb nicht zuzumuten, für die längere Strecke von Schöneberg aus nur 10 Pf. zu nehmen; außerdem benutze sie für die frag- lichen Linien nicht ausschließlich ihre eigenen Gleise, sondern zum Teil die Gleise der Westlichen und der Südlichen Berliner Vorort- bahn, wodurch der Begriff der.mit ein und demselben Wagen zurückgelegten Fahrt" ausgeschaltet werde.— Auf die von der Stadt Schöneberg erhobene Klage ist die Straßenbahn sowohl vom Landgericht I zu Berlin, wie auch vom Kammergericht verurteilt worden, auf den beiden Linien nur 10 Pfennig Ein- bertspreiS z u erheben. Die in dieser Sache von der Straßenbahn erhobene Einrede der Unzulässigkeit des Rechtswegs ist für unbegründet erklärt worden. ES handle sich immer nur um eine Fahrt mit ein und dem« selben Wagen, auch wenn dieser Wagen bei Zurücklegung der Fahr- strecken infolge eines Abkommens der Beklagten mit den Vorort« bahnen zum Teil über deren Gleise fährt. Gleichgültig sei eS auch, ob die Beklagte nach ihrem Vertrage mit der Stadt Berlin den 10-Pf.-Tarff überschreiten darf. Da« Reichsgericht hat die von der Straßenbahn eingelegte Revision zurückgewiesen. „DaS Himtnelsschiff". Im Nnion-Pakast am Kurfürsten- dämm kam am Dtenstaaabend ein neues Filmwerk„Das H i», m e l S s ch i f f" zur Uraufführung. Das von dem nordischen Dichter Eophus Michaelis verfaßte Stück hatte großen Erfolg und. was mehr sagen will: der Erfolg war vollberechtigt. Eine Fahrt ins Land der Phantasie, eine neue„Kunde von Nirgendwo' ist es, die vor dem Auge des Beschauers vorüberzieht. Ein junger SchiffSkapiiän, von einer erfolgreichen wissenschaftlichen EntdeckungS- reise zurückgekehrt, findet auf der Erde keinen Raum mehr, seinen ForichungSdrang zu befriedigen. ES gelingt ihm. ein Luft- schiff zu konstruieren, mit dem er in Gesellschaft mehrerer wagehalsiger Gefährten eine Reise nach dem MarS unternimmt. Wir machen mit ihm an Bord des Luftschiffes die Fahrt ins dunkle Weltall; eine drohende Revolte wird dadurch erstickt, daß die Wag- halsigen endlich auf dem Nachbarplaneten anlangen und so aus der niederdrückenden Enge deS Schiffes befteit werden.� Auf dem Mars versuchen die Ankömmlinge zunächst mit den Hilfsmitteln unserer Zeit, mit Pulver, Blei und Handgranaten,„Kultur" zu bringen. Doch vergebens. Sie werden in der hochentwickelten MarS-Kultur dahin belehrt, daß gegenseitige Zerfleischung hier als Merkmale der Barbarei und Unkultur gelten, daß Schönheit, Freude an der Natur, Barmherzigkeit und seelitche Harmonie die Ideale sind, die die Mar?» bewohner verwirklicht haben. Farbenprächtige Massenszenen ziehen an unS vorüber, stimmungsvolle Gesänge ertönen und erwecken den sehnsüchtigen Gedanken: wann werden wir unS auf Erden auch nur annähernd zu solch edler Menschlichkeit entwickelt haben? Gerade in der jetzigen Zeit wirken die in diesem Filmwerk der- Werk verkörperten Ideale der Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Brüderlichkeit wie eine flammende Anklage gegen den Blutrausch, der die Völker der Erde erfaßt hat. Sophus Michaelis, der Dichter der„RevolutionShochzeit", hat mit seinem gukunftstraum dem Kino eine schöne Aufgabe gewiesen: das Edle und Gute im Menschen zu wecken, damit dereinst auch unser Planet frei werde von Mißgunst, Völkerhaß und Selbstzerfleiichung. Lichtspiele Taucnhicn-Palast. Bernd Aldor erlebt Freitag mit seinem Sportfilm„Rennfieber" die Uraufführung. Ein Lujtspiel und Bilder einer Weinlese auf einem rumänischen Krongut erganzen den Spielplan. Das Wiener Schloßrestaurant zum zweitenmal geschlossen. Wie wir im Juli vorigen Jahres berichteten, wurde dem Hausbesitzer Alfred L o e w h und seiner Ehefrau Martha Loewy geb. Abel, Berlin, Dorotheenstr. 77/78, wegen kriegswirtschaftlicher Ver- gehen die Abgabe von Speisen und Getränken in einem Restaurations« betriebe durch da§ KriegSwucheramt untersagt und gleichzeitig das ihnen gehörige„Wiener Schloßrestaurant" geschlossen. Frau Loewy versuchte mit allen Mitteln, den GastwirtschaftSbetrteb wieder aufzunehmen. Zu diesem Zweck wurde eine G. m. b. H. gegründet und als Geichäflsführer der Küchenleiter Friedrich Emmerich angestellt, der iür die G. m. b. H. da» Wiener Schloßrestaurant wieder eröffnete. Frau Loewy war die Seele auch des neuen Unternehmens, und so gingen im Wiener Schloßrestaurant wie früher die Schleichhändler auS und ein. Der Leiter deS im gleichen Hause befindliche», dem Loewy gehörigen SchloßhotelS, Hermann Propp,„vermietete" der G. m. o. H. ein Zimmer für die Unterbringung der geschobenen Waren, die ans diese Weise vor plötzlichen Untersuchungen deS KriegSwucheramtS geschützt sein sollten. Vor einigen Tagen begehrten Beamte deS KriegSwucheramtS Einlaß in dieses Zimmer und holten eine Menge erschlichener Lebensmittel heraus, darunter allein 139 Pfund Butler. Dem Geschäftsführer Friedrich Emmerich sowie dem Holellorter Hermann Propp ist der Handel mit allen Gegenständen des täglichen Bedarfs untersagt, daS Wiener Schloß- restaurant zum zweitenmal geschloffen worden. Frau Loewy wurde in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert, da sie schwere Strafe zu gewärtigen hat. Zum Doppelmord in KarlShorst. Am Dienstag ist in Ober- schöneweide bei einem Einbruch ein Mann überrascht und fest- genommen worden, gegen den der Verdacht besteht, der Mörder des Lehrers Thieme und des Diplomingemeurs Glienicke zu sein. Es bandelr sich um einen fahnenflüchtigen Soldaten, den 26 Jahre allen Paul Hoff mann.— Wie in später Stunde gemeldet wird, hat der Verhaftete bereit« ein Geständnis abgelegt. Er be- streitet aber jede Mordabstcht und behauptet auch, ganz allein ge- Wesen zu sein. Lankwitz. Gemeinbeverlrctcrwahl. Sonnabend, den 16. März, nachmittegs von 3 bis 7 Uhr, finden di« Ersetzwehlen für die 3. Klasse statt. Die ausscheidenden Vertreter gebären der FertschritiSpartei an. AuS Hweckmäfiigkeits- und wehltechnischcn Gründen Wied die Wiedererlangung dieser Mandate von uns unterstützt. Unsere Gemeindeverwaltung strebt danach, den kleineu Mann ans Lankwitz zu verdrängen, wie serner auch das Gemeindeober- Haupt jede gesunde Opposition gänzlich zu unterdrücken sucht. Es ist daher zwingende Pflicht jedes Wahlers aus unseren Kreisen, für die Wahl der beiden Kortschrittler einzutreten. Sollten auch dies« beiden Mandate an„Rur-Kopsnicker" und „Nur-Jasager" fallen, so ist für die mittlere und arbeitende Be- oölkerung niemand mehr im Genieindeparlament, der sich deren Jntercffen infolge Unabhängigkeit in sachlich gerechter Weise an- nimmt. Der durch sein zielklares Vorgehen bekannte und zur Wieder- tvahl stehende Abgeordnete S t r« i b i n g wird nicht verfehlen, jede, namentlich im Berlmlse des Krieges zutage getreten« Schädigung der Bürgerschaft sachlicher Kritik zu unterziehen, wobei ihm sein Mitkandidat Spicale als Angesessener treu zur Seite stehen wird. Beiden wenden wir unser Vertrauen zu und fordern die Lank- witzer Genossen auf, deren Wahl in jeder Weise zu unterstützen. Der Borstand des Bezirks Lankwitz. RowaweS. Lebensmittel. Eö wetzen abgegeben: S t« r i I i< fierte Vollmilch auf Abschnitt 2t der allgemeine» Lebens- mittelkarte und Käse auf Abstbnitt 25. Die Karteninbabcr baben von heute bis Sonntag, den 17. d. M., die Abschnitte zur Anmeldung vorzulegen. Heute findet auf Kartenabschnitt 18 der Lebensmittel- karte in den einzelnen Verkaufsstellen der Gemeinde der Verkauf von Seefischen und auf Abschnitt t5 der von Räucherwaren statt. Groß-Serlkner parteknachrichten. Achtung, Wahlleiter! Die mit der Uebermittelnng deS Wahlresultats betrauten Geuosseu wollen das Ergebnis der Wahl sofort nach der Feststellung im Wahllokal dem Zentralwahlburean Lindenstr. 3 telephouisch mitteile«(Morihplatz 364, 101 70 und löl 90—97). 4. Kreis. Genossen und Genossinnen, welche heute bei den Wahlarbeiten helfen wollen, werden ersucht, sich früh 9 Uhr bei Kühn, Schreiuerstr. 58, zu melden. Reinickcndorf-Ost. DaS Zentralwahlburean befindet sich bei Dölchner, Residenzstr. 50(Ecke" Marktstraße.) Niederschöuhausen. DaS Wahlbureau befindet sich bei G r e j h. Linden st raße, Ecke Bismarck st raß«. Wer erst im Laufe deS Tage« sich zur Vtrsügung stellen kann, wird gebeten, sich ebenfalls dort zu melden. Abends �z9 Uhr ebendort ResultatS- verkündung. ObcrschSnewelde. DaS Zentralwahlburean befindet sich bei Ladewig, Laufener Straße 5. Die Genossen und Ge- nossinnen, die sich zur Wahlhilfe zur Verfügung stellen wollen, treffen sich dort vormittags um 9 Uhr. Auch erst später Abkömmliche treffen sich dort. FrirdrichShagen. DaS Zentralwahlburean befindet sich im„Lindengarten", Friedrichstr. 74(Telephon FriedrickShagen 186). Alle Genossinnen und Genoffen, die zur Wahlhilfe bereit find, treffen sich früh 9 Uhr im obigen Lokal. Auch diejenigen, die sich im Saufe deS TageS frei machen können, bitten wir gleichfalls, dort hinzu- kommen.— Abends im selben Lokal: WahlresultatSverkündung. Lichtenberg. In der am Montag gut besuchten Wählerversainm- lung referierte ReichStagSabgeordneier Genosse B u ck- Dresden über die bevorstehende Reichötagswahl. In nahezu iVMndiger temperamentvoller Rede beleuchtete Redner die politische Stellung- nähme unserer Reichstagsfraktion, ausgehend von den Ursachen des Weltkrieges bis zur künftigen Gestaltung unseres Wirtschaftslebens nach dem Frieden. Zwilchen« rufer aus den Reihen der Unabhängigen fertigte er unter dem Beifall der Versammlung mühelos ab. Ein Herr Richter erregte mit feinen Ausführungen zunächst Heiterkeit, die sich aller- dings in Empörung verwandelte, alS der Redner sich in den grob- lichsteit Verdächtigungen und Unwahrheiten gegen die General- kommiistonSmitglteder Legien und Bauer erging. WeS Geistes Kind der Redner war, geht auS seiner eigenen Angabe hervor» daß er weder zu den Sozialdemokraten, noch zu den Unabhängigen, noch zu sonst einer Partei gehöre, er gehe dahin, wo seine Interessen ver- treten werden, gleichviel, ob das Zentrum oder Konfervatlve usw. seien. Der Beifall, den Herr Richter bei den Unabhängigen fand, veranlaßle den Vorsitzenden, ihnen zu diesen,„meinungssesten" An- Hänger zu gratulieren. Eine große Anzahl weiterer Redner sprach sich im Sinne des Vortragenden ans, der in feinem Schlußwort noch einmal die Wähler anfeuerte, bei der Wahl für Genossen Wissell einzutreten, der die Gewähr biete, daß er mit feiner außer« ordentlichen Arbeitskraft und feiner reichen Erfahrung die Arbeiter- intereffen in der wirksamsten Weis« zu vertrclen in der Lage ist. e'<,v!i!Nttsi.'«ttS*** ll. ProuMch SSdd-tttfch»» ("»37. VreMschru) S'assenlotteri« 3. Klasse 2 Ziehm�Stag 13 Mär, 1918 •Inf t»d« v»«vg»ue VInmni-r sind(Ivri fllrlch Hude«»Winne gefaneu, and zwar je einer ans die«»sc gleicher Stnmuier in beu beiden Stbleil»»»-» I und Ii (Cime«ewiihr A. Et.-lN. f. jj.)(Nachdruck verboten) In der V o rm itta gs- Ziohuug wurden Gclviime über 144 Mk, gezogen: 2 Gewiime zu 76«»» Mk. 102355 2 Gewinne zu 15 000 Mk. 9777S 4 BeWinne zu 3000 Mk. 25393 207906 10 Gewinn» zu 600 Mk. 16293 61818 116557 124423 108928 24 Gewmne zu 400 Mk. 19518 30428 74357 85412 94606 103617 107186 148519 149000 187658 191025 216923 80 Gewinne zu 300 Mk. 2236 2930 11814 17030 20368 20765 20917 27886 30768 32196 45133 53949 5-1619 57715 59640 66996'71038 72224 72630 74705 82162 88462 89497 94597 96883 104156 115357 116411 118817 122272 144931 164008 176844 186413 191749 196239 207144 219367 221666 221831 In der RachmittagS-Ziehnng wurden Gewinne über 144 Mk. gezogen: 2 Gewinne zu 50 000 Mk. 95541 2 Gewinne zu 5000 Mk. 86926 2 Gewinn« zu 3000 Mk. 160477 4 Gewinne zu 1000 Mk. 91-156 9S211 12 Gewinne z« 600 Mk. 5694 26650 61369 99690 116997 218176 22 Gewinne zu 406 MI. 29638 30624 68864 10004« 104054 126539 163917 164063 169315 213028 220267 78 Gewinne zu 300 Mk. 1198 9153 93)0 13983 17867 18772 29482 31513 38510 37883 43972 46033 60051 61046 61693 66001 66398 80302 82338 92194 102831 108870 119396 120926 125190 137645 139262 159664 161045 163743 168737 169773 172411 192581 192878 201707 210554 214968 221790 n»a' iffö) me«?. tzwuS,.®#«.««[[». 8c«etii Met m Sriefkaften der Redaktion. i K. 65. In dcn Lcistungen der Krankeurasse ist die Rckchswochendilse griffen, weitere Ansprüche baben Sie nicht.— ll. L. 233. 1. Wenn »-rtfn»»«1'+ p � I-.'i r*-.___ I G..... einbegriffen, iuu�i.—««.«o*». i. Wenn vollständige Besserung eingetreten ist, kann auch die Rente völlig entzogen werden. Im RentcnausdcbungSbcscheid ist die Rcchtsbeiehrung cnthalrcn, an welcher Stelle Sie Widerspruch zu erheben haben.— Eine V«/, Uhr: Kinder der Freude. Volksbühne. Theater am Bülowplatz. Untergrundb. Schönh. Tor. 8 Uhr: Hanneies Himmelfahrt. vir. v. Meinhard— II Bernauer. Theater Koolggratzerstr. 'Iß Uhr: Erdgeist. Komödienhaus 7"; Der Unbestechliche. Berliner Theater 7 Uhr: Blitzblanes Blnt. URANIA. 8 Uhr: Die Ukraine. Tägl. T'/j, Sonnt. oll, n. 7!/2 Pers. Auhr. Paul Heidemann in der Film-Operette „Paulchens Badeabenteuer" n. das neue Marz-Progr. Theater für Donnerstag:, 14. März. Centrai-Theater Kommandantonstraße 57. 71/j: Die Csardasfüratln Deutsches Opernhaus 7 utr: Die verkmlte Braut. Friedrich-Wilhelmst. Theater 7� uhr: Bus irßiiääeiiteiis. Kleines Theater «tchx: Haute. Komische Oper- 7", Uhr: Schwarzwaldmädel. Sb.3I/,S.-V.:Schwar2waldmädel Sonnt II1/,: Die goldene Eva Sonnt. S'/jU.; Die Klnokümgin. Iiustspielhans l'l, ühi: Die blonden Bädeis y.Liniieniiol Neues Öpsrettenbaus Schiffbd. 4a. Kassent. Nd. 281 �uhr: Der Soldat der Marie. Metropol-Theater uhr: Die Rose von Stokiil. Sonntag 3 Uhr: Die Kaiserin. Kcsldenz- Theater 73/4ühr: verjungö Zsf. Schiller- Theater O t1/, uhr: Die Ehre. Schiller-Th. Charl. 7'/. vhr: OUiellO. 7'/. Uhr Thalia-Theater : Epn ü«! seine Frauen. Theater am Nollendorfplatz 3'/. Uhr: Der Troubadour. 7 Uhr; (m Theater des Westens 7vsuhr: Der verteilte Hemg mit Guido Thielscher. NATIONAL. THEATER] Cöpenicker Str. 68. Täglich:' Deuiseh-Amerik. Th. j Die ist richtig!.■. ÜSusik von Walter Bronune. I S! Größter Lacherfolg:!!! Sonntag 31/,: Studentenliebchen.| Preise: 1,50 8 M. Gastspiel! Frieda Hess Solotänzerin Jan Trpowslü Hofballottmeister vom Ballett des Kgl. Hoftheaters Dresden sowie der große März-Varietd-Spielplan. Bhf. Frieririehstr. Anf. 7';. j Nur noch kurze Zeit. Das peEe neue EMklataijs-SiJse In der Luft. Frl. Zoe, I MoTltft®r'■�usst-" l 1VI v Allv U. Pantomime, I Trianon-Theater *lfS am Bhf. FriejHcmstr.»/18 Tel.: Zentrum 4927 and 2391. Der Lebensschäler Komödie von Ludwig Fulda. Ida Wüst, Erich Kaiser-Titz, v.MöUenderxi, Flink, Ketcner. Stg, 4 U.U. Pr.: Johanniafeuer. Tägl. 7V» Stg. Z1/, u. 71/. U. 100 Glas Bier umsonst trinkt allabendlich in 10 Minuten Max Hütan, das medizinische Eätsel. Außerdem: FenerspeieDde MenseiieD, Jenny Suleika und Partnerin. Zum Schluß: Mondfahrt. Selm Kater' Friedriohstr. 165. Ecke Behrenstraße. Ciaire Waidoff Willi Prager Milda Breiten Mizzi Dressl u. das hervorragende März-Programm. Casino-Theater Lothringer Str. 37. Tägl.'Iß U. Auf Wunsch und des großen Andranges wegen verlängert. Hamsterfritze. 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März 1918, abends 7 Uhr. in der Aula der Gemeindeschule. Potsdamer Str. 7, hierdurch ergebenst eingeladen. Tagesordnung: Satzungsänderung aus Grund der Bundcsratsverordnung vom 22. November 1917. Zchlendorf, 11. März 1918. Der Bornücnde R. Richter. 301/10 htpezIzUai-alt Dr. med. Colemann f. Geschlechtskrankheit,, Haut-, Harn-, Frauenleiden, nervös. Schwäche, Betnkranke,* Behandlung schnell, sicher u. schmerzlos ohne Berufsstörung. gegenüber Rathaus. Frieilriciistr. 9112 ÄL0: Spr. 10-1 u. 5-8, Sonnt. 10-1, a. Teilzahl. Oamenzimmer. Königstr. 56/51, Dr. Homeyer& Co. konz. Labor, f. Blutanters., Fäden im Harn u�w. Fneirielistr.81, Geöff. 10-1 u. 5-8. Sonnt. 10-1. Zahngebisse, Platin. Gr. 7,60, Ketten. Ringe. Bestecke kauft Frau Wagner, Kaiserstr. 18 I(Atexanderplatzs. Kasten-, ilaDii-u.LeiterwageD zu 2 Ztr. 35-40 M.. 3 Ztr. 45 M., 4 Ztr. 50 und 55 SR., 5 Ztr. 60 u. 65 M. ic. verkaust 1809b Kurt J am bor, Die Betanntmachunz deS Obertommandos in dcn Marken, betreffend Bestandscrhcbung, Beichiaanahme und Höchstpreise vonKutschwagenbereifungcn, ausschließlich Krastwagenbereisungen, tritt am 14. März 1918 in Kraft. Die vollständige amtliche Bekanntmachung erfolgt an den Anschlagsäulen und in der.Norddeutschen Allgemeinen Zeitung'. Berlin, den 14. März 1918. 98. 1. Mit. 18. Der Polizeipräsident. Spezialarzt Dr. med. Laaba beb. schnell, gründt., mögL schmerzlos u. ohne Berussstör. GesohleehtskrankheiL, geheime Haut-. Harn-, Frauenleiden, Schwäche. Erprobteste Methoden Harn- und Blutuntersuohung. Künigstr. Uli ÄÄ. Spr. 10— lu. 5— 8. Sonnt.lO— 1. Klempnerei, Gas und Wasser, Laden mit vorzüglicher Werkstelle, 26 Jahre bestehend, bei billiger Miete und schöner Wobirung zu verkamen. Th. 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Dreyer, Berlin W Kuriiirstendamm 24. DcntJcber metallarbetter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Nachrufe. Den Mitgliedern zur Nach. richt, daß unser Kollege, der Dreher Wiltelm JmtnisGh, Greifenbagener Straße 41, am 4. März gestorben ist. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter fiikllsicli Liedtke, Neinickendors, Berliner Straße. 124, am 8. März gestorben isL Ehre ihrem Andenken I Die Qrtsverwaltung. veulscher Cranspertarbeifmerband. BezirkSverwalt. Groß-Berlin Den Mitgliedern zur Nach- viksi. daß unser Kollege, der Hausdiener lulilis Ign? am 11. d. M. im Alter von 60 Jahren verstorben ist. Die Einäichcrnng findet am Sonnabend, den».März, vormittags>1 Uhr, im Kre- matarium Berlin, Gericht- straße 37/38, statt. Sfachrufe. Ferner starb unier Kollege, der Bodenarbeiter Hömsnii ftsklinges von der Firma Bartz u. Co., Kailerstr. 41 am 7. d. M. im Aller von 53 Jahren. 19/2 Ferner starb unscrKollege. der Autosührcr kudolf filvliau am 9. d. M. im Alter von 37 Jahren. Ehre ihrem Andenke»! Die Bezirksverwaltung. Sitz Berlin. Gegr. 1903. Am 9. d. Mts. verstarb unser Mtglied, Herr Un Zwicker! Charloitenbnrg. Die Bestattung findet am Donnerstag, den 14. d. M., nachm. 4 Uhr, im Krema- tortumBaumschulcnweg statt Um zahlreiche Betcisigung ersucht 264/2 Der Borstand. iiZfriilt: Btcfel auch die tortna tfiq. sien. ietwlänzende. grot- »artae Hau«» iowhze Hauiuiueiuia- teuehwerpen am Willen durch meme lest 25 Jckhren demÄrtenAiezialmluel delesti-l M Clt»«»««»l- 41«•flu 43. Silenbahust'-x- 4. Kührsr durch das preußische SinifolAueusteuerseseH 35. b ts 40. Tausend Mit 19 Zormu.aren kilr(Anaaben uad Jlenamöiionen, towle einem au* lüftrlithen Eachregtsiee preis 60 Pf. •3u baben in allen Vorwärts• Ausgabestellen und in der Suchhaadiung Vorwärts, Berlin SS.«, Lmdenflruß, 3 Sparsamkeitsöebatte im tzauptaussthuß. Beim Etat der Reichs schuld machte am Mittwoch Staatssekretär Graf Roedern einige verrrauliche Mitteilungen über die Unterbringung der Reichsanleihen. Für die Verbündeten leistet das Reich Sicherungsgarantien. Der Bedarf für Kriegs- zwecke beziffert sich gegenwärtig auf 3,6 Milliarden Mark monatlich, davon entfallen auf die Marine durchschnittlich Ist Prozent. Zur Frage, ob man aus der Kriegsanleihe ein a l l g e- meines Zahlungsmittel machen kann, äustert � sich Graf Roedern toarnend." Bei den Zablungen der Steuern in Kriegs- anleihe ist zu unterscheiden zwischen solchen Steuern, die zur Tilgung von Schulden bestimmt sind und solchen, die zu laufen den Ausgaben verwendet werden sollen. Bei den ersteren ist die Zulassung der Zahlung in Kriegsanleihe unbedenklich. Sie ver- cinsacht sogar die Finanzgebarung. Tort, wo laufende Ausgaben in Frage stehen, müßten, wenn Kriegsanleihe in Zahlung genom man würde, Schatzanweisungen ausgegeben werden, um die baren Mittel zu beschaffen. Dagegen ist für den Verkauf des nach dem Kriege entbehrlich werdenden Materials von Pferden, Maschinen, Geräten, Holz, Automobilen usw. in Aussicht genommen, Kriegs� anleihe zum Nennwert in Zahlung zu nehmen. Eine diesbezüglich Bekanntmachung ist soeben im Einvernahmen mit dem Kriegs Ministerium erlassen worden. Es handelt sich da um viele Mil- liarden Werte, die durch zweckmäßige Organisationen zum Verkauf kommen. Erzberger lZ.s meint, man müsse energisch auf Sparsamkeit drangen, zunächst müßten Heer und Marine einmal spezialisierte Angaben über die Ausgaben machen. Wir haben eine. Unmenge Stellen für Offiziere, die absolut nicht gebraucht werben. Manche dieser Herren machen täglich eine balbe Stunde Dienst. Autos, bei denen ein Reifen geplatzt war, hat man bei Beginn des Krieges einfach sortgeworfen. Besondere Aufmerksamkeit ist den Matcrialienpreisen zuzuwenden. Das Volk muß die Ueber- zeugung gewinnen, daß wenigstens der Reichstag aus Sparsamkeit drängt. Redner'fordert die Vorlegung eines Kriegsjahresetats. General V. Wrisbcrg macht vertrauliche Mitteilungen über das Anwachsen der Ausgaben. Ein Keil treibt hier den anderen, denn wir können nicht hinter den Gegnern zurückbleiben. Die Versorgungsgebührnisfe bewegen sich auch in aufsteigender Linie. Im Kriegsmhiistcrium berate man jetzt über Ersparnisse.(Große Heiterkeit.) General v. Braun hebt die Steigerung der Materialienpreisc hervor. Die Bekleidung der Truppe erfordert immer höhere Kosten. Das trifft auch auf die Verpflegung zu. General v. Eouprttc behandelt die Kalkulation beim Beschaf- sungsweien. Die Kalkulationsstellen sind jetzt augewiesen, ihr ganzes Vcrsabrcn einer Durchsicht zu unterziehen. Kavitän Brüninobaus beliebtet über die Ausgaben der Marine, deren Steigerung ganz wesentlich auf den Bau der U-B a o t e zurückzuführen sei. Roske(Soz.): Wenn die Versorgungsaebührnisse mit 368 Mil- lionen angeaeben wurden, so kann das nicht stimmen. Diese Aus- gäbe muß scbon jetzt eine Milliarde weit übersteigen. Daß man bald nach Ausbruch de- Krieges an Ersparnisse darbte, ist nicht zu bestreiten, daß aber Milliarden ausgegeben worden sind, ohne daß das zwingend notwendig war, kann nicht in Rbrcde gestellt werden. Die Leistungen der Industrie sollen niiibt verkannt werden, sie fußten aber daraus, daß der Profit von vornherein gesichert war. Von den Ge- lcbrten, die uns viel gegeben haben, ohne dabei zu verdienen. redet man sonderbarerweise nickü. Die hervoraetreteueu Urbel- stände sind im Wesen der k a v i t al i st i schen W tri? ch g s t be- (tritnbet. Das Reich geht aus dem Kriege als einer der größten industriellen Unternehmer hervor. Man müßte auch etwas hören über die Zukunft der S t i ck st o f fp r o d u k t i o n. Staatsselretär Graf v. Roedern macht vertrauliche An- oaben über die Beteiligung des Reichs an den kriegswirtschaftlichen Unternehmungen. Die S t i ck st o f f u n t c r n e hm u n ge n sind nicht Eigentum des Reichs, das nur sinanziell beteiligt ist. DaL Stickstofsmonopol, das in einer Kommission stecken geblieben ist, wird bestimmt wieder zum Vorschein kommen. Dr. Sübekum lSoz.): Im Osten und iin Westen bat man Ac«te in dimchans nicht rationeller Weise beicktäftigt. Wo zwei Aemte genügt Witten, befanden sich zebn Aerzte. in Orten, hie weit von der Front entkernt waren. Auch in den Garnisonen lugen die Dinge ebenso. Die M e d i z i n a l v e r>v a l t u n g wird von chemischen Fabriken schwer über das Ohr ..« sich aus den enormen Dividenden ergibt, die diese sAumwahlkampf inMeöerbarnim Die Unabhängigen gegen sich selbst. Heute fällt in Niederbarnim die Entscheidung. Die Unabhängigen haben in letzter Stunde ein Flugblatt heraus- gegeben, das den bekannten Artikel des Genossen Wendel gegen weitere �kreditbewilligungen wiedergibt. Damit wollen die Unabhängigen beweisen, baß ihre Taktik die richtige ist, in Wirklichkeit beweisen sie aber etwas ganz anderes. Nämlich, daß man wegen Meinungsverschieden- beiten in dieser Frage noch nicht die Partei und die ganze Arbeiterbewegung zerreißen muß, wie es die Unabhängigen getan haben! Daß der Streit„Annehmen oder Ablehnen?" ganz gut innerhalb der Partei erledigt werden konnte, indem inan das Für und Wider erwog und dann einen Be- schluß faßte, dem sich die AUnderheit fügte! Jeder Partei- genösse hat das Recht, die Politik der Partei für falsch zu halten, dieser Meinung Ausdruck zu geben und mit Mitteln der Ueberzengung dahin zu wirken, daß die Partei die Politik treibt, die er für richtig hält. Aber keiner hat das Recht, um solcher Meinungsverschiedenheiten willen, die Organisation zu zerreißen und Zersplitterung in die Bewegung.hineinzu- tragen. Der Einzelne kann freilich aus der Partei austreten, Ausgetretene können sich zu.Gruppen vereinigen, die die Partei, die sie verlassen haben, bekänipfen. Aber die A r° beitermassen haben dann ihr Urteil darüber abzu- geben, ob sie diese Politikder. Zersplitterung gut- heißen oder nicht. Dieses Urteil soll heute gesprochen werden. Wer den Artikel des Genossen Wendel liest, den übrigens auch der„Vorwärts" in brciteni Auszug wiedergegeben hat, der muß sich sagen: Wenn solche Kritik innerhalb der Partei geübt wird und geübt werden kann, warum haben sich dann die Unabhängigen außerhalb der Parter gestellt? Warum haben sie nicht innerhalb der Gesamtpartei ihre Ueberzengung durchzusetzen versucht? Die große geschichtlich gewordene Organisation der Arbeiterbewegung kann man von innen heraus zu wandeln versuchen: verläßt man sie, um von draußen her auf sie loszuschlagen, so trifft inan damit nickst nur ihre wirklichen oder vermeintlichen Irrtümer und Fehler, sondern man schädigt damit die Arbeiterinteresse m. deren Schutze sie dient. Ter Artikel des Genossen Wendel beweist weiter nichts, als daß die Unabhängigen ibrc Meinung über die Kreöitbe- willigling ganz gut auch innerhalb der Partei vertreten konnten, daß sie es ybcr vorgezogen haben, übermütiger- weise die Einheit der Organisation zu zerbrechen. g e b a u e n wi Fabriken verteilen. JTr.«tövc(notT.) bestrickt die zu boben Preise des Stick- stoifS. die-im aröüere Vcrwendima in der Landwirtschaft ver- bindern Schon jetzt kommen Klaaen. daß Gegenstände, die von der M'.Iitärverlvaltung teuer angeschafft worden sind, jetzt ver- s chl e n dort werden. Das*11 unterlassen bedeutet auch Spar- lamkeit. Die Wirkung der Vrüfungsstelle bei der„Wumva", die monatlick bis 50 Millionen Mark abstreiche, sei vorbildlich Ein Sattler, der einen kleinen Laden hatte, gab an. daß er in kurz-'r öcit viele Millionen verdient habe. Die Prüfung dieser Lieserun- gen muß rücksichtslos durchgeführt werden. Angriffe dürfen un? nicht h e i r r e n, Erzberger kZ.) stellt einige Fragen: Was hahen Gewehre, Masckincngewehre, Kanonen Granaten usw. vor dem Kriege ge kostet und was kosten sie heute? Wie rechtfertigen sich die hohen Hoistreise? Nur wenn man einige bestimmte Artikel heraus- greife. ,e, ein Neberblick über das Beschasfungswesen möglich. Nicht M vergehen die Preise für Torpedos. Kohlen und Oele. Wenn das Reich Geld für industrielle Zwecke gibt, dann muß der Haupt aus,chiiu unbedingt erst ae fragt werden. «taatsiekreiär Graf Nordern meint, einen ganzen Kriegs könne man nidH vorleaen, man neHme am besten eimae Monate, über die bereits abgerechnet ist. Fortsetzung Donnerstag. Die Furcht vor öem allgemeinen unü üem polnischen Zrieüen. Die„Kreuz-Zeitung" ist ebenio wie die„Tageszeitung" durch den Besuch des General-Feldmarschalls v. Hindenburg in Berlin einigermaßen„beunruhigt": Die Nackmcht de? Wölfischen Bureaus, daß Senerakfeld- marlckall v. Hindenburg gestern-n Besprechungen in Berlin geweilt liai, iit, wie dt?„Denliche Tage-zeitung" mit Recht hervorhebt, geeignet, Beimruhiqimg herborzurufen.' Im Hinblick aw den gestern hier besprochenen Artikel der„Gernmnia" läßt sich die Befürch-ling nicht von der Hand weisen, daß die Be- mübnirgen der Verstäiidiguiigspoliiiker. einen Frieden herbei- zufuhren, ehe unsere Feinde im Wesien nach dein Hamburger Wort des Koiiers sich für besiegt haben erklären müssen, noch immer im Gange sind. 5. jp?]!"Kreuz-Zeitung" wird cs zur Beruhigung dienen, daß der Reichs- und Landtagsabgeordnete Freiherr v. Richthofen und der in Wien lebende Bankier Baron Rosenberg- Reds die Angaben der„R Heinis ch-Westfälisch en Zeitung" über Au- knupftmgsversnche mit Frankreich entschieden in Abrede stellen. Die.Nordd. Mg. Ztg.« beeilt sich dazu zu versichern:„Wir sind m der Lage zu erklären, daß diese in der»Berl. Börsen- � zeitung" enthaltenen Richtigstellungen in jeder Beziehung den Tatsachen entsprechen." Wenn sich also auch die extremen Befürchtungen der „Kreu-Zeitung" nicht bewahrheiten, so bleibt für sie doch noch genug von einer einvcrständlichen deutsch-polnischen Regelung der Ostsragen zu fürchten übrig. Die„Frkf. Ztg." und das„Berl. Tagebl." haben über Verhandlungen der polnischen Aktivisten mit den Vertretern dcrMchrheitsparteien dahin berichtet, daß eine Revision des Cholnier Problems erfolgen, dem polnischen Ausdehnungsdrang nach Osten kein Hindernis in den Weg gestellt werden und keine Schniäkerung der polnischen West- grenzen erfolgen soll.„Post" und„Kreuz-Zeitung" behaupten um die Wette� daß" die Mchrheitsparteien von den Polen nur als Sturmbock mißbraucht werden und daß nur die Ukraine und Litauen vor den Kopf gestoßen würden, ohne daß doch die Polen lvirklich begeisterten An schluß an die Mittelmöchte suchten. Nun werden sich die Mchrheitsparteien des Reichstages kaum auf eine einseitige polnische Lösung festlegen, aber es ist doch charakteristisch, daß der bloße Versuch einer Verständigung mit dem kulturell hoch- stehenden östlichen Randvolke in der alldeutschen Presse nichts als hohnvolle Zurückweisung findet. Arbeitsplan ües preußischen Abgeordneten- Hauses. Der Aeltestenausschuß d>es Abgeordnetenhauses beschloß, Sonnabend, de» 16. Marzi für Kommissümssitzungen freizulassen. Die O st e r p a u s c für das Plenum soll am Freitag, den 22. März, beginnen und bis Dienstag, den 23. April, währen. Der Ver- faffmigSausschuß wird seine Sitzungen nach Ostern bereits am 11. April beginnen. Es wird angenommen, daß am 9. und 10. April sich die Fraktionen mit den Wahlrcchtsfragen be- schästigen werden. Die 2. und 3. Lesung der Wahlrechtsvorlage wird voraussichtlich vor Pfingsten erfolgen, so daß die Pfingst- pause in die verfassungsmäßig vorgeschriebene Frist von drei Wochen, die zwischen der 3. Lesung und der endgültigen Absttm- mung notwendig ist, fallen würde. Gebärdenspäher. Aus der Meldung des„Vorwärts", daß Abgeordneier NoLke von der Fraktion als Redner zu den Kriegskrediten bestellt sei, haben bürgerliche Blätter weitgeheli.de politische Schilußsolgerungen gezogen. In Wahrheit ist NoSke als Redner zu den Krregsrcch- nungen(Fall Daimler usw.) bestimmt worden. Zu den Kriegs- kreditcn hat die Frakfion noch keine Stellung genommen. Teuerungszulagen für die öeamten in Preußen. Im berstärkten HausHaltsausschuß des Abgeordnetenhauses teilte der Berichterstatter mit, daß Kriegsteucrungszutagen gewährt werden sollen ans die in sämtlichen Großstädten, in den Orten der Wohnungsgeldzuschußklaffen A und B und einigen besonders teuren Industriestädten Aufschläge von 20 Proz. gezahlt mcrden. Die Sätze der Teuerungszulagen werden für die ver- heirateten Unterbeamten in den nicht teuren Orten von 360 auf 600 M.,. für die mittleren Beamten von 540 aus 700 M., uns für die höheren Beamten von 720 ans 900 M. erhöht. Bei den teuren Orten tritt zu diesen Beträgen ei» Zuschlag von 20 Pro- zent hinzu. Bestehen bleibt daneben ein z c h n p r o z e n t: z e r Zuschlag für jedeö unversorgte Kind. In dci' K r i e g s b e i h i l f e n tritt keine A e n d e r u n g e l n, sie werden so zu den bishcrigrii Sätzen weiter bezahlt werdet B e i den Beamten im Ruhestand wird der M i n d e jt s i y aus 50 Prvz. erhöht. Eine Verbesserung der TenernugS- bezüge erfahren auch die Beamten, die zum Heeresdienst eingezogen sind; nähere Bestimmungen hierüber werden vom Finanzminister erlassen werden, jedoch sollen für die Gemeinen uns Gefreiten die Löhnungen nicht mehr angerechnet werden, bei den höheren Margen zum Teil. Die ledigen Beamten, die bisher, soweit sie den Unter- und mittleren Beamten angehörem, gleichmäßig jährlich .800 Wt. Teuerungszulage erhaslten, werden künftig 70 Proz. fcei; Teucrungszickage erhalten, die ihnen perhmatdv«� kinderlosen Kollegen zustehen. Der Wunsch der Unberheirateten, mit den kniderlos Verheirateten völlig gleichgestellt zu werden, konnte in- folge des heftigsten Widerspruchs der Regierung nicht erfüllt tverden. Ter F i n a n z m i n ist e r gab zu diesen Beschlüssen des Unterausschusses eine Erklärung ab, in der es hieß, daß diese Er- höhu-ngen die äußerste Grenze fiir die Regierung darstellton. Kein Krieg für Kriegsentfthäöigung. Erklärung des bayrischen Finanzministers. München» 13. März. Der Finanzausschuß der Abgeordneton- kammer berist heute das Kapitel bahorische Staatsschuld, die ins- gesamt rund 2574 Millionen beträgt. Verschiedme AbgeorÄne-te wandten sich dagegen, daß ein Teil der Kriegsschulden aus die Bundesstaaten abgeiivälzt wrtde, und traten dafür ein, daß möglichst nach der Erzielung eiuor Kriegsentschädigung getrachtet weöden müsse. Finanzministar von Breunig ertviderte, daß wegen emer KriegSeutschädtgung der Kriog nicht öinen Tag verlängert werde. und vor- Militärische Jugenderziehung. Aus dem PetikionsauSschust des Reichstags. Der Deutsche Wcbrverein hat dem Bundesrat Reichstag eine Eingabe überreicht, in der er fordert: I. baldigst den Entwurf eines Reichsgesctzcs zulegen betreffend die p f l i ch t m ä ß i g»AN i l i t ä r i s ch e Vorbereitung der I« ii üsiur m Pflichtige n Jugend, sowie II. durch Vermittlung der verbündeten Regierungen im Wegs landesrechtlicher Regelung a) die Frage der körperlichen Erziehung für die Schulentlassenen im Alter von 14 bis 17 Jahren im Anschluß an die pflichtmäßig zu gestaltende Fortbildungsschule zu ordnen, und t>) die Fortdauer der von den stellvertr. Generalkommandos und verschiedenen Staatsbehörden im Interesse der Wehrkraft und .des Iugeüdschutzes erlassenen Fürsorgeniaßregeln über'den Krieg hinaus nach deren einheitlicher Zusammenfassung und sinngemäßer Umgestaltung zu sichern. Der PetitioiiSausschuß des Reichstags verhau- delte über die bereits im Oktober 1916 eingereichte Eingabe am 13. März. Der Referent zur Petition, der Konservative BohtS, stellte sich auf den Boden der Petition, deren Forderung er für barmlos, zweckmäßig und nötig bezeichnete. Er beantragte:„Die Petition dem Reichskanzler als Material zu überweisen." Der(politische) Reg i e r i: n g s ve r t r e te r erklärte: Etwas müsse in der Jugendpflege und-erziehung geschehen. Ob die Or- ganisatton aus Freiwilligkeit oder Zwang beruhen soll, sei noch un- entschieden. Die Petition enthalte brauchbare Unterlagen; er bitte, sie der Regierung als Material überweisen zu wollen. Der Korreferent, König(Soz.), beantragt:„Die Petition durch Uebergang zur Tagesordnung als erledigt er- klären zu wollen" und führt'dazu u. a. begründend aus: Die Petenten fordern nicht mehr und weniger als Militari sie- rnng der Jugend vom 14 Jahre an. Da es sich hier um Erziehnngsfragen der Jugend handelt, stoßen Fragen der Welt- anschaunng auseinander. Die Sozialdemokratie muß grundsätzlich ablehnen, die geistige Erziehung der Jugend durch Militärpersonen dornchmen zu lassen, das sei Ausgabe der Pädagogen. Die Gefahr sei heute schon groß, daß die Jugend in chauvinistischem Geilte erzogen werde. Die militärische Soziali stenverfolgMig kann schließlich nach dem Kriege wieder ihre Äuserstehung feiern! Will man die Jugend aber nur körperlich ertüchtigen, so muß das ge- schehen in Volks- und Fortbildungsschulen. Die Petitum verlangt letzten Endes eine Verlängerung der militärlichen Dienstzeit, wogegen(vir uns mit Entschiedenheit wenden müssen.,„ Kukuk(Z.) behandelt die Petition nur vom formellen Standpunkt aus. Er ist für Ueebrweisuufl als Material, obwohl -er mit vielen Forderungen der Petition nicht einverstanden sei. K er scheu stein er(Vp.) bekennt sich als Schulmann als grundsätzlicher Gegner j�-der militärischen ZlnangAerzietzung icr Jugend. Auch militärische Kreise sprächen offen ihre Bedenken aus. Thiele(Soz.) unterstützt nachdrücklichst � Königs Aussührun- gen. Die Sozialdemokraten weigern sich entschieden, die Jugend dem Militarismus auszuliefern...„„ T r t i t e l(ncrit): In der militärischen engende rziehuiig stno leider bisher schon allzuviel Fehler begangen. Als Lehrer habe er viele Bedenken gegen die in der Petttton ausgestellten Forderungen. Trotzdem sei er für Material.., Fischer(Soz.): Gerade der Krieg hat bewieien, daß wir einer militärischen Jugenderziehung, wie sie der Wohrvercin will, nicht det-duvsfjn. i j ff i Der militärische R e g r e r u n g s v e r t r e t e r fuhrt ans: Der jetzige Krieg habe bewiesen, daß eine bessere Vorbildung der Soldaten nötig sei. Das müsse in der Jugend geichehen. ms- besondere durch turnerische Aus- und Fortbildung. soften» ausbildung der Jugend muß dann später dem Heere überlassen bleiben. Eine Berlängerun» der Tienstzeit ist zweckmäßig, um da» Ziel der Ausbildung zu erreichen. Durch die Jugenderziehung unter militärischer Gewalt soll der Sinn der Jugend gcicharft, die Perion als Mensch und Staatsbürger gehoben werden. Nack längerer Debatte wurde schließlich ine Petition mit 10 gegen 9 Stimmen als Materialdcm Reichskanzler überwiesen. � Lekte Nachrichten. Nnabhängiger Schlußskandal in Pankow. In einer stark besuchten Wäblerversammlnng in Pankow sprcrh gestern abend Genosse Otto L a n d s l> e r g. Nach ihm sprach Eduard Bernstein, ebensolimg wie der Referent selbst. Das von ihm gegebene Versprechen, Genosse Landsberg würde noch zum Schluß- wort kommen, wurde jedoch n-iÄt gehaSon. Die Br:ei'tschcidia>:er verübten einen sosschen Tumult, daß die Persammlimg m Nnord- nimg alrSeinicmrdergiug.__ Konvention über dir japanische Intervention? Bern» 13. Mörz. Nach eincin hier vorliegenden Londoner Telegramm sollen die Vertreter sämtlicher Elltrntestaatcn in Port Arthur eine Konvention unterzeichnet haben, in der die Aus. dchnung der japanischen Intervention in Sibirien festgesetzt und geregelt wird. Nach einem Pariser Telegramm teilt Sembat i» der „Heute" die Bedingungen Wilsons i» der Angelegenheit der japanischen Intervention mit. Danach verlangt Wilson eine formelle ErklSrung Japans» daß cs keinerlei Annexionen vorzunehmen und lediglich gegen Teutschland, nicht aber gegen Rußland vorzugehen gedenkt.____ Die schwedischen Vermittlungsversuche in Finnland. Stockholm, 13 März. Wie„Socialdomokraten" mitteUt. kehrten gestern die schwedischen Sozia-ldemokratsn ans Finnlland zurück, di« dort versucht hatten, zwischen den Weißen Gardisten und den Roten Gardisten zu vermitteln. Sie hatten nichts erreichen können, weil die Zievolutwmöregi'ermU in Hclsingfvrs im Vertrauern auf ihre be. Waffnote Macht von einer Veruiittlnoog nichts wissen wollte, doch hat das finnische Volckskommissariat das deutsche Kommando auf Aland «sucht, mit ihm in Betthandknnyen treten zu dürßett, Was nach .Soeigsdemvkraten" mich bewilligst worden fttit sisth die Gewerkschaften und öie Wohnungsnot. Am Dienstag»ahm eine Sitzung der Gewcrkschafiskommüfion Stellung zu der brennenden Frage der Herstellung von Klein- Wohnungen. Das einleitende Referat hwlt der Direktor des Statiftifcken Anitö der Stadt Schöncberg, Dr. Kurz in Ski. Er wies zahlenmäßig nach, daß wir nach den, Kriege mit einem sehr starken Mangel an Kleinwohnungen zu rechnen haben. Schon jetzt ist die Zahl der leeri'tehendcu Wohnungen geringer als in normalen Seiten. Ihre Zahl isr in den 46 Gemeinden Groß-BerlinS in der Zeit vom Mai 1916 bis Mai 1917 von 32145 aus 24 812 zurück- gegangen und gehl seit dem noch weiter zurück. Demgegenüber steht bald nach dem Ende des Krieges ein Bedarf an 29 090 Wohnungen von Kriegerfrauen, die gegenwärtig keine eigene Wohnung haben. Mindestens locitere 20 000 Wohnungen werden benötigt von Männern, die ihre Verheiratung während des Krieges aufgeschoben halten. Dazu kommr noch eine beträchtliche Aahl auS dem Heere zurückkehrender alleinstehender Männer, die vor dem Kriege eigene Wohnungen hatten. Außerdem ist zu rechnen mit dem durch Heranwachsen der Jugend und Zuzug entstehenden Anwachsen des normalen Bedarfs, so daß in Groß-Berlin während der ersten Friedensjahre ein Bedarf von mindestens 60 000 Wohnungen vorhanoen seiir wird, der dann in jedem Jahre um weitere 20 000 steigt. Dieser Bedarf kann nicht gedeckt werden durch Notbehelfe wie die Benutzung von Dach- und Kellerwohnungen, alter Eisenbahnwagen und der Herstellung von Baracken. Nur Neubauten in großem Maße können der Wohnungsnot abhelfen. Hierzu sind erforderlich Baugelder, Baustoffe und Bau- gelände. Da daö Bauen seit der Zeit vor dem Kriege erheblich teurer geworden ist, wird eine erhebliche Steigerung der Mieten die Folge sein. Diese muß im öffentlichen Interesse vermieden werden. Da die Wohnungsnot eine unmilielbare Folge des Krieges ist, muß das Reich Geldmittel für den Bau von Klein- Wohnungen zur Berfügung stellen, Staat und Gemeinden muffen aus ihrem Grundbesitz gut gelegenes Baugelände unter dem Selbst kostenpreiS bergeben. Dadurch würden die vrivaten Besitzer von Bauland gehinderr, dasselbe spekulativ zurückzuhalten. Zurzeit mangelt es an Bam'toffen und an Bauarbeilern. Deshalb muß die Herstellung von Baustoffen sZiegelsteinen, Zement usw.) sofort in Angriff genommen werden.' Ihre Bewirtschaftung muß durch das Reich, die Ilmcrverteiluug durch die Gemeinden erfolgen, damit die Baustoffe dem Kleinwohnungsbau zugeführt werden. Bestehende Bauverbote für Kleinwohnungen müssen auf- gehoben werden. Nm dem Mangel an Arbeitskräften abzuhelfen, muß die Heeresverwaltung veranlaßt werden, die benötigten Arbeitskräfte zu stellen.— Das WohimngSwesen war nie ein Ruhmesblatt in der Geschichte Berlins. Wir werden uns deshalb damil abfinden müssen, daß unter dem Druck der Verhältnisse ein großer Teil der Einwohner in unzulänglichen Räumen Hausen muß. Aber daS können wir fordern: Reich, Staat und Gemeinden müssen dafür sorgen, daß unsere heimkehrenden Krieger wenigstens ein Obdach finden. ReichStagsabg. G ö h r e führte au«: Selbst wenn die HeereS- Verwaltung Bauarbeiter in größerer Zahl entläßt, so wird doch in den ersten zwei bis drei Jahren nach dem Kriege mit dem Bau von Kleinwohnungen in der benötigten Zahl nichi gerechnet werden können, denn erst müssen doch Baustoffe hergestellt werden und dazu werden große Mengen Kohle gebraucht, die ja jetzt überall fehlt. Für die ersten Jahre nach dem Kriege wird also ein anderer Weg zur Abhilse der Wohnungsnot beschritren werden müssen. Ein Antrag, der die Wohnungskommission des Reichstags beschäftigt, zeigt diesen Weg: Staat und Gemeinden sollen ein Provisorium schaffen durch Herstellung von Familien-Wohnbaracken in großem Umfange. Als Baumaierial ivürde hauptsächlich Holz in Frage kommen, was der Heeresverwaltung in großen Mengen zur Ver- fügung stehr. Natürlich müssen die Baracken durchaus menschen- würdige Wohnungen bieten, womöglich mit Gemüiegarten und Slallung für Kleinvieh. Man kann einwenden, solche Baracken sind doch nur einige Jahre benutzbar, das dafür verwendete Geld wäre forigeworfcn. Dagegen ist zu sagen: Wenn uns der Krieg hundert Milliarden gekostet hat, dann können wir getrost eine halbe Milliarde zur Abhilse der dringend st en Wohnungsnot fort- werfen. Eine weitere Notwendigkeit ist die, daß an Stelle der verschiedenen Organiiationen, die sich setzt mit der WshnuirtfSfrage beschäftigen und oft dlirchemander, ja gegeneinander wirken, eine einheitliche Organisation durch das Reich ins Leben gerufen wird. Stadtverordneter Ritter verwies daraus, daß die WohnungS- frage eigentlich nicht zu dem Tärigkcitsgebiet der Gewerkschaflen gehört. Aber die Gewerkschaften haben sich in der KnegSzeit mit manchen Dingen, z. B. der Ernährungspolitik befaßt, die sonst auch nicht zu ihren Aufgaben gehörten. Es rechlferligt sich deshalb. wenn sie sich dem Problem der Wobnungsiürsorge annehmen Finanzielle Mittel können die Gewerkschaften zur Lösung dieser Auf- gäbe allerdings nichl zur Verfügung stellen, denn in der Unter- nehmerprefse ist schon die Rede von einem Abbau der Löhne nach dem Kriege, so daß also die Gewerkschaflen ihre Geldmittel für zu erwartende große Slbwchrkämpfe sowie zur Unterstützung der Ar- beitSlosen, deren Zahl nach dem Kriege voraussichilich einen großen Umfang annehmen wird, zur Verfügung halten müssen. Im weiteren Verlauf der Diskussion trugen noch Stadtver» ordneler B e ck e r- Lichlenberg und Otto, der Vo> sitzende der Garienstadt Falkenberg ihre auf persönliche Erfahrungen ge- stützten Aiificbten über die Wohnungsfrage vor. Schließlich wurde die folgende Resolution einstimmig an- genommen: „Die am 12. März 1918 versammelten Vertreter der Freie,«. Christlichen und Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften und der An- gestellten-Verbänd« Westen die Oeffentstchkeit darauf hin, daß bereits jetzt in zahlreichen Groß-Berliner Gemeinden ein empfindlicher Wohnungsmangel besteht. Mit der Rückkehr der Kriegsieilnehmer wird die Nachfrage derart zunehmen, daß eine schwere Wohnungs- not unausbleiblich ist, wenn nicht bis dahin Zehntouiende von Wohnungen bereit gestellt find. Das ist durch Teilung großer Wobnungen, Freigabe bisher verbotener Dach- und Kellerwohnungen, Baracken und ähnliche Notbehelfe nicht zu erreichen. Vielmehr muß unverzüglich die Herstellung neuer Wohnhäuser in die Wege geleitet werden. Dazu ist erforderlich: 1. Hergabe von ausreichendem billigen Bauland in guter Ver- kehrsanlage seitens deS Staates und der Gemeinden; 2. Hergabe von Geldmitteln seitens des Reiches zur Aus- gleichung der durch den Krieg verieuerten Baukosten; 3. Inbetriebsetzung von Ziegeleien usw. und Lieferung von Bau- Material seitens des Reiches zu mäßigen Preisen; 4. zur schleunigen Inangriffnahme dieser Arbeiten die Be- urlaubnng von Bauarbeitern aus dem Heeresdienst. Die Versammelten sind sich indessen darüber klar, daß die praktische Erfüllung dieser Forderungen für das WirtschaitSgebiet von Groß-Berlin nur möglich ist, wenn der Plan einbeillich zur Durchführung gelangt und nicht den einzelnen Gemeinden überlasten wird, da bei der lommunalpolitischen Zersplitterung Grop,-Berlins der Durchführung große Schwierigkeiten der verschiedensten Art begegnen würden. Die Versammlung beschließt daher, an die preußische Staats- regierung das dringende Eriuchen zu richten, für den Zweck des Kleiiiwohnungsbanes in Groß-Berlin eine Organisalion zu schaffen, welche die Durchführung der beabfichtiglen Maßnahmen einheitlich ermöglicht. Für diesen Zweck wird eine aus fünf Mitgliedern bestehende Kommission gewählt mit dem Recht der ZuWahl fach- und sachkundiger Personen. Die Kommission hat die Verpflichtung von Zeit zu Zeit den beteiligtest Organisationen über den Stand der Sache zu berichten." SewsrkschaflsbewMng Das gesetzliche Nachtarbeitsverbot in"Bäckereien. Hierzu wird uns folgendes geschrieben: In den letzten Tagen hat sich die Presse sehr eingehend mit dem Verbot der Nachtarbeit in den Bäckereien befaßt, dessen gesetz- liche Grundlagen jetzt dem Bundesrat zur Beschtußsassung vorliegen. Allgemein wird von allen Zeitungen das Nachlbackverbot im Jnter- esse der Volksgesundheit, der Hygiene und der Volkswirtschaft alS ein bedeutender sozialer Fortschritt begrüßt. Bemängelt wird, daß die Nachtruhe allzu sehr beschränkt sei, so daß von einem Nachlbackverbot keine Rede mehr sein könne. Wenn diese Kritik auch zum Teil richtig ist, so muß zugegeben werden, daß daS kommende Gesetz dem Bäckerberuf wie der konsu- mierenden Bevölkerung anerkennenswerte Vorteile bringt. Ueber den Wortlaut des Gesetze«, wie er auS den bundesstaat- lichen Ministerien an den Bundesrat gelangt ist, sind auch Irrtümer verbreitet, die die Gesetzesvorlage ungünstiger erscheinen lassen, als sie in Wirklichkeit ist. Es wurde in der Presse— irrtümlicherweise— mitgeteilt, daß den Großbäckereien eine t8stündige Höchstarbeitszeit gestaltet sei, dort also nur sechs Stunden Betriebsruhe Zwang wäre, während die Kleinbäckereien eine Nachtruhe von mindestens neun Stunden innehalten müßten. Wie uns von informierter Seite mitgeteilt wird, geht tatsäch- lich die Absicht der Regierung dahin, im allgemeinen eine voll- ständige Nacktruhe(BelriebSruhe) von abends 8 bis morgens 6 Ubr vorzuschreiben. Diese allgemein neunstündige BetriebSruhe darf jedoch für An- lagen, in denen die tägliche ArbeiiSzeit von acht Sinn den ausschließlich der Pausen nicht überschritten wird, auf die Zeit von abends lOllhr bis morgens 6 Uhr. also auf acht Stunden verkürzt werden. Gegenüber den früheren Mitteilungen muß dies als eine Ver- besserung gebucht werden. Allerdings muß man den genauen Won- laut des Gesetzes abwarten. Die Pausen, die im Väckerberufe üblich sind, werden nur dem Gange des Betriebes angepaßt, sind also keine Ruhepausen, bei denen der Betrieb ruht, sondern zwingen den Arbeiter, sortgesetzt, auch bei EssenSpausen, den Berriebsgang.im Kopf" zu haben. Man weiß auch nicht, welche Dauer diese.aus- schließlichen" Pausen haben sollen, so daß der Betrieb lang aus- einandergezogen werden könnte. Im Großbcirieb aber muß auS vorstehenden Gründen gefordert werden, daß die Paulen in die achlstündige Arbeitszeit eingeschlossen werden. Die acht- st ü n d i g e Arbeitszeit einschließlich einer Pause von 20 Minuten bis zu einer halben Stunde war schon lange vor dem Kriege in sehr vielen Großbäckereien, namentlich m Konsumbäckereien t a r i s- l i ch eingeführt. Gewisse Kriegsnolwcndigkeiten, oft Mangel an Arbeitskräften, manchmal aber auch allzu große Engherzigkeit der Unternehmen haben diesen Lchistundentag abgeschafft. Wir wollen hoffen, daß dies nur für die Kriegszeit beabsichtigt ist. Andernfalls wäre daS ein scblechter Dank an die Kriegsteilnehmer, die dann zu ichtechleren ArbeilSbedingungen am Schluß des Krieges wieder- eingestellt würden, als sie dieselben vor ihrer Einziehung hatten. Auch der Staat hat ein dringendes Interesse daran, daß die ArbeitSzeir bei der zu erwartenden Ueberfüllung des ArbeiiSmarkleS nach Friedensschluß möglichst kurz ist, damit alle Arbeiter Bröl haben. AuS diesen Gründen sprechen wir die Hoffnung auS, daß inner- halb der 15 bezw. 16 stündigen Belriebszeit im Gesetz eine den be- stehenden Verhälrnissen angemessene Höchstarbeitszeit(die auch bei Kleinbetrieben 10 Stunden nicht übersteigen darf) vor- gesehen ist._ Eine widersetzliche Zechenverwaltung. In der SchlichiungSsache der ArbeiterauSschüsse der Zechen „Kaisernuhl I und II" bei Dortmund hatte der SchlichrungS- ausschuß folgenden Schiedsspruch gefällt: „l. Er stellt fest, daß auf den Zechen„Kaiierstuhl I und II" eine Erhöhung deS Hauerlohnes angebracht ist, daß bei normaler Arbeitsleistung und bei normalen Betriebsverhältnissen im Monat März 1913 ein HauerdurchichnittSIohn von 13.25 M. er- reicht wird. 2. Der SchlichtungSauSschuß stellt ferner fest, daß cS ange- messen ist, wenn auf den Zechen.Kaiserstuhl I und H" bei normaler Arbeitsleistung und bei normalen Betriebsverbältmssen die Durchschnittslöhne aller übrigen Arbeilergruppen in demselben Maße wie die Löhne der Hauer steigen." Der Vorsitzende des SchlichtungSauSschusseS, Stadtrat Dr. Fluhmen, gibt nun amtlich bekannt: .Die ArbeiterauSschüsse der Zechen Kaiserstuhl I und II haben sich dem Schiedsspruch unterworfen. Die Verwaltung der Zechen Kaiserstuhl I und II hat sich dem Schiedsspruch nichl unterworfen. Die Zechen Kaiserstuhl könnten die höheren Löhne(eine erheb- liche Erhöhung liegt nicht einmal vor) sehr gm zahlen. Die Zechen gehören dem Eisen- und Stahlwerk Hösch, daS schon zu FriedeuS- zeiten 20 Prozent Dividende abwarf und jetzt reiche Kriegsgewinne macht. Die Regierung und die militärischen Be- Hörden mögen sich nun selbst dieFrnge beantworten: Wer treibt z!u Arbeiterkonflikten? Industrie und Handel. Ein russischer BinnenschisfahrtSkanal vom Schwarzen Meere zur Ostsee. Schon die alten Griechen zogen vom Schivarzen Meer den Dnjepr aufwärts und über die Wasserscheide des heutigen Witebsk die Düna abwärts an die Ostsee, wo sie den Bern- stein und Felle einhandelten. Dnjepr und Düna sind in ihren schiffbaren Teilen nur ungefähr 80 Kilometer entfernt; die beiden Ströme zu regulieren und durch einen Kanal zu verbinden, lag außerordentlich nahe. Zur Zeit großer Ueber- schwemmungen kommt die interessante Erscheinung vor, daß das Wasser, das die niedrige Bodenschwelle vom Witebsk überflutet, zum Teil in die Düna, zum Teil in den Dnjepr abfließt. Die russische Regierung hatte auch bereits ein Projekt ausgearbeitet, dessen Kosten auf 133 Millionen Rubel berechnet wurden und dessen Ertrag auf jährlich 40 Millionen geschätzt wurde. Die Lübecker Handelskammer hat nach Besprechungen mit dem Börsenkomitee in Riga eine Denkschrift verfaßt, in der der Gedanke dar Flußregulierungen und der Kanalffierung der Strecke zwischen Düna und Dnjepr in der großzügigsten Weise be- handelt ist. Die Flutzregulierungen würden am kostspieligsten für den Unterlauf des Dnjepr sein, wo sich an 90 Kilometer lang Stromschnellen erstrecken. Die Griechen und die ihnen nachfolgenden Schiffer pflegten dieses Hindernis dadurch zu umgehen, daß sie die leichtep Boote einfach zu Lande trugen. bis sie oberhalb der Stromschnellen angelangt waren. Das geht natürlich nicht,»oenn man die Flüsse und den Kanal für Schiffe von 1200 Tonnen passierbar machen will, Schiffe, die in einer. Fahrt von Batum oder Trapezunt über Cherson den Dnjepr aufwärts durch den neuen Kanal, die Düna und die Nordsee bis Hamburg fahren können. Ein Kanal von dieser Bedeutung dürfte auch wesentlich mehr kosten als seinerzeit die Regierung des Zaren ausgerechnet hatte. Seine Vorteile besonders in einer Zeit von Schiffsraumknappheit sind dafür ganz außerordentlich. Während bisher daS russische Getreide von Odessa und das Petroleum auS Batum um ganz Europa nach Rotterdam oder Antwerpen geführt wurde. wird dieser Weg künftighin von 7400 auf 3900 Kilometer verkürzt werden. Die Länder deS Schwarzen Meeres er- halten eine billige und rasche Warentransportlinie an die großen Konsum- und VerbrauchSzcntren an der Nord- und Ostsee und an den schiffbaren Flüssen, die in Nord- oder Ostsee münden. Alle westrusstschen Länder werden von dem Kanalbau, der durch Verknüpfung mit dem Weichfelnetz wirtschaftlich noch fruchtbarer gestaltet werden kann, außerordent- lichen Nutzen ziehen. Mehr als tausend schöne Worte wird der Ausbau des Binnenschiffahrtswesens im Osten dazu bei- tragen, die jetzt von Rußland abgetrennten westlichen Rand- staaten mit Deutschland zu verbinden. Beraniwotttich sllr Politik: Erich Kultner, Bettln; jür den übrigen Teil des Blattes! Aljred Scholz, Nciikölln; jür Anzeigen: Tbeodor Glocke, Berlin. Vertag: VorwärtS-Verlag CS. m. b. H., Berlin. Diuck: Borwärts-Buch- druckcrei und BertagSanjlaU Paul Singer u. Co in Berlin, Llndenllrage 3. Hierzu l vellaa» und Nntrrdaltuuaödlatt. Besondere Abteilung für Pelz-IComerviertmg Trikotagen Damen- Unierjackcn Knflpiirikot, porös 4�0 Damen- Untcihemdcn gestrickt... 3.90 Damcn-Uniertaillcn mit Hake'passe.. 3.99 Damen-Hemdhosen gestrickt.... 13.75 Damcn-Schlupfbcinkteidcr Trikot porös.................. 5.50 6.75 Damen-5cMupfbenkle!der Kunstseid 10.50 Herren-Facken Netztrikot 1.95 Knüpitrikot5.40 H:rrcn-!ackcn F.or.m Seid buntgestreiftl6.75 H rrcn Hemden KnüpHrikot...... 8 25 Herren-Hemden m. Kr,g.,ZepKir, gestreiit 9.00 Korsetie Kinderkleid ans farbigem Waschstofl, mit weißer Kragen-Qaraitur. Länge 60 cm 13.75 bis 100 cm 23.00 Kindcrkleid aus hellgeblOmtem, reinwollenem Musselin, mit bestickter Batistgarnitur. Länge: 45 cm 28.50 bis 90 cm 45.56 Mfidchienkleid aus bestickt. Voile, reich m. Einsatz garn.. Lg: 60 cm 2-'.00 bis 100 cm 34.00 Öackfischkleid aus weicher Seide, fesche Form, reich mit Stickerei verziert, Länge: UO cm 169.*6 120 cm i6S.9v lZv cm 170.90 Kinder-Kleidung KiHeianzug aus blauem Cheviot, mit weißer Hohlsaumgarnitur und Ledergurt,„_ für ungefähr 1 Jahr............ 26.50 jede weitere Oröße UO M mehr Schlupf blusenanzug a. verschiedenen, gemusterten Stoffen, offene Form, m blau. Ueberkrag. u. Seidenschleife, L ungef. 4 J. 48.00 jede weilere Qröße 1.50 M. mehr Wette manicl aus lodenartig. Stoff, nach Bozener Art, in dunkelgrau u oliv, für un- gekähr 5 Jahre................ 42.03 jede weitere Oröße 2.00 M. mehr Höftkorsette aus weißem Band.... 11.25 Korseste farbig Batist, mit 2 Haltern, 12.75 Korsetie creme oder weiß Satin, lange Form, 2 Halter............... 14.25 Korsette mod., Leinen, f.starkeFig.geeign.l 4.75 Korsette gestreikt, Köperstoff, 2 Halter 20.00 Korsette weiß, gemust., Lein, balbh. 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