Nr. 79. 35. Jahrg. Bezugspreis: Bierteljährl. 4,50 R1, monatl. 1,50. frei ins Haus, borauszahlbar.Einzelne Nummern 10 Bfg. Bostbezug: Monats fich 1,50 ML Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 3,- Mt., für das übrige Ausland 4,50 ML. monatlich. Bersand ins Feld bei diretter Bestellung monatl. 1,50 ML Bostbestellungen nehmen an Däne mart, Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Bost- Zeitungs- Breisliste. Erscheint täglich. Telegramm Adreffe: „ Sozialdemokrat Berlin". Vorwärts Berliner Volksblaff. 10 Pfennig Anzeigenpreis: Die siebengespaltene Stolonelzeile loftet 60 Bfg. Kleine Anzeigen", das fettgebrudte Wort 20 Pfg.( zulässig fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Warf 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Teuerungszuschlag 20% Familien Anzeigen 50 Big.. politische u. gewerkschaftliche VereinsAnzeigen 40 Bfg die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer mitifen bis 5 Uhr nachmitt, im Hauptgeschäft. Berlin S.68, Lindenstraße 8, ab= gegeben werden. Geöffnet von 8 116c früh bis 7 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernfbrecher: Am: Moritplas, Str. 151 90-151 97. Mittwoch, den 20. März 1918. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Ferniprecher: Amt Morinplat, Nr. 151 90-151 97. Vor einer englifchen Offenfive? Fenerkampf in Flandern Erkundungsgefechte an vielen Stellen der Westfront. Amtlich. Großes Hauptquartier, 19. März 1918.( 2. Z. B.) Weftlicher Kriegsschauplah. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Sturmtruppen preußischer, bayerischer und sächsischer Divisionen führten in Flandern erfolgreiche Erkundungen aus und nahmen dabei mehr als 300 Belgier gefangen. Bon der Küste bis zum La Bassée- Kanal war der Feuerkampf am Abend gesteigert, an der übrigen Front blieb er in mäßigen Grenzen. Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und Gallwig. Bei Juvincourt holten brandenburgische Stoßtrupps nach hartem Kampf 20 Gefangene aus den feindlichen Gräben. Das Artilleriefcuer lebte beiderseits von Reims und in ber Champagne zeitweilig auf; an der Nordfront von Berdun nahm es au Stärke zu. Wir sekten unsere Erkundungen fort. Sächsische Abteilungen brachten auf dem Ostuser der Maas 56 Gefangene ein. Heeresgruppe Herzog Albrecht. An vielen Stellen der lothringischen Front, in den sa gesen und im Sundgau rege Tätigkeit der Franzosen. Wir schossen gestern im Luftkampf und von der Erde ans 23 feindliche Flugzeuge und 2 Fesselballone ab. Ron ben anderen Kriegsschauplähen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeis.cz. Ludendorff. Abendbericht. Berlin, 19. März 1918, abends. Amtlich. Regen schränkte an der West front die Gefechtstätigkeit ein. An der Nordfront von Verdun und im ParroyWalde blieb das Artilleriefeuer lebhaft. Von den anderen Kriegsschauplägen nichts Nenes. Der österreichische Bericht. Wien, 10. März 1918. Amtlich wird verlautbart: Keine Ereignisse von Belang. Der Chef des Generalstabes. Vor einer englischen Offensive? Telegramm unseres Kriegsberichterstatters Dr. Ad. Köfter. Die Denkschrift des Fürsten Lichnowsky. die in dringlicher Weise darauf hinwies, daß der geeignetste Augen- 1 blid gekommen sei, um die Friedensverhandlungen mit den Mittelmächten zu beginnen. Diese Mitteilung hat so gewirkt, daß der Anbang der beiden Minister sich zu Verteidigungen veranlaßt sieht. Bratianus Blätter sagen, Bratianu hätte Marohilomans Rat nicht befolgen können, solange noch ein Schatten von Hoffnung vorbanden Im Herbst 1912 übernahm Fürst Lichnowsky als Nachwar, daß die Front im Osten Widerstand leisten könne. Die von Tate folger Marschalls den Botschafterposten in London. Er ging Jonescu geführten ententefreundlichen Konservativ- Demokraten dahin mit der Absicht, einen entscheidenden Wandel der aus. erflären, daß sie von der Mitteilung Marghilomans feine Kenntnis märtigen Politik herbeizuführen, zwifchen Deutschhatten, und daß Bratianu fie wahrscheinlich deshalb nicht verständigt I and und England ein freundschaftliches habe, um nicht ichon damals eine Kabinettstrife herbeizuführen, da er wußte, daß die konserbatib Demokraten entschloffen feien, den Abschluß des Friedens und selbstverständlich den Eintritt in Friedensverhandlungen unter feinen Umständen zuzugeben. Aus Kommentaren zu der durch Marghilomans Berufung beendeten Kabinettskrise geht hervor, daß diefe Gruppen auch jetzt noch ihre Hand störend im Spiel gehabt haben. Berhältnis herzustellen. Im Frühsommer 1914 standen die deutsch- englischen Abkommen über Afrika und die Bagdadbahn vor der Unterzeichnung, und schon glaubte sich der Fürst am Ziel, da brach das Gebäude, in dem zwei große Völfer f.eundschaftlich nebeneinander leben sollten, unter den Donnerschlägen einer Weltkatastrophe zusammen. Der Botschafter fehrte zurück mit dem. Gefühl eines Die Waffenruhe mit Rumänien läuft heute ab. Die Menschen, der sein Lebenswerk zerschlagen sieht. Er empfand Befchleunigung der Ernennung Marghilomans dürfte mit damals wohl auch nicht viel anders als wir deutschen. diesem Faktum zusammenhängen. In Wiener politischen Sozialdemokraten, die wir ja auch an der VerKreisen wird nicht bezweifelt, daß die Verlängerung der söhnung mit Frankreich und England gearbeitet hatten, Waffenruhe erfolgt. Das Rennen aufgegeben! und nun, gegenüber den entfesselten Urgewalten, unsere Ohnmacht knirschend erkennen mußten. Den Fürsten Lichnowsky, der an die Verständigung geglaubt hatte, wie jeder Schaffende an sein Werk glauben muß, begrüßte in Deutschland der Hohn Verzicht der Unabhängigen in Niederbarnim. der Aldeutschen, die ihm nachsagten, er habe sich von den Die Kreisfonferenz des unabhängigen sozialdemo- Engländern einseifen lassen, ihre wahren Absichten nicht erfratischen Wahlvereins Niederbarnim hat ein stimmig be- fannt. Da verfaßte der Fürst im Sommer 1916 eine leidenschlossen, ihren Wählern für die am 26. März statt- fchaftliche Streitschrift, in der er die Vorgänge vor dem findende Stichwahl Stimmenthaltung zu emp- Kriegsausbruch so schilderte, wie sie sich in seinen Augen darfehlen. stellten. Es wurde eine Anklageschrift gegen die deutsche und die österreichische Politif. Der Beschluß wird in längeren Ausführungen begründet, die mit dem Geständnis beginnt, daß die Ersagwahl nicht den von den Unabhängigen gewünschten Ausgang genommen habe. Es folgen dann die zum Ueberdruß gehörten Entschuldigungsgründe, gemischt mit den ebenso bekannten Anwürfen gegen die sozialdemokratische Partei. Interesse verdient nur folgen der Abiaz: Diese Schrift war nur für einen engen Kreis der Freunde bestimmt. Gegen den Willen des Verfassers gewann sie stärkere Verbreitung und drang zuletzt ins Ausland. Das schwedische Jungsozialistenblatt Politiken" begann mit ihrer Veröffentlichung, andere Blätter folgten. Da nun fein diplomatisches Geheimnis mehr zu wahren ist, das deutsche Volk Ausdrücklich heben wir hervor, daß diefe Zurückhaltung nicht aber das Recht hat, über seine eigenen Angelegenheiten minetwa in der Abneigung ihren Grund hat, gegen einen destens ebensogut unterrichtet zu sein wie fremde Völker, auch sozialdemokratischen Kandidaten zu Felde geben wir die entscheidenden Kapitel der zu ziehen. Im Gegenteil, wir sind mehr als je von dem Denkschrift an anderer Stelle in vollem Um Gegensatz zu dem Regierungsiozialismus durch brungen fang wieder. und werden in der Betonung dieser Gegnerschaft Wie man in Deutschland den Rücktritt dreier englischer nicht ermatten. Der Rat, den die gewiß den Unabhängigen freundlich) gefinnte Welt am Montag" diesen erteilte, als gute Demokraten das Volksurteil von Niederbarnim anzuerkennen, wird also von den Unabhängigen in den Wind geschlagen. Sie sind eben feine guten Demokraten, sie er temmen das demofrattiche Prinzip der Unterordnung der Minderheit unter die Mehrheit heute ebenso wenig an, als fie es bei der Parteispaltung anerkannt haben. Die Haltung der Sozialdemokratie zur Stichwahl wird durch den Beschluß der Unabhängigen nicht geändert. Das sozialdemokratische Wahlkomitee erläßt folgenden Aufruf: Das darf die Wähler nicht hindern, am Stichwahltage, Dienstag, den 26. März. ihre Stimme für den Standidaten der Sozialdemokratie Rudolf Wissell abzugeben. Englische Front, 18. März. Bon flarem Frühlingswetter begünstigt, scheint die feit Wochen an der Westtront dauernde Hochspannung jeden Augenblick fich lösen An die Wähler von Niederbarnim! zu können. Dabei steht durchaus noch nicht fest, wer von den beiden Die unabhängigen Sozialdemokraten haben nach dem ber furchtbar gerüsteten Gegnern der Angreifer sein wird. Ich habe in den lezten Tagen den Frontabschnitt zwischen St. Quentin und nichtenden Urteil, das die Masken der Wähler am Hauptwahltag Lille besucht. Alle Beobachtungen an diesem Abschnitt laffen den über ihre Politik abgegeben haben, beschlossen, bei der Stichwahl Schluß zu, daß hier mit größeren Aktionen des Gegners Stimmenenthaltung zu üben. zu rechnen ist. Darauf deutet nicht allein die immer lebhafter werdende Aufklärungstätigkeit seiner Flieger hin, es herrscht drüben besonders im Abschnitt St. Quentin dieselbe Unruhe und Anspannung aller Kräfte, wie wir sie aus den Tagen vor den großen Offensiven vom letzten Jahre her kennen. Was für Endabsichten der der Engländer mit seiner erhöhten Tätigkeit gerade in dem mit Blut getränkten Abschnitt Lille- St. Quentin im Auge hat, sei dahingestellt. Sollte er hier eine neue. Durch bruchsschlacht wagen wollen, so findet er unsere Armeen gerade hier wohlgerüstet. Leitung und Truppe sehen seinen Absichten mit derjenigen Ruhe entgegen, zu der wir bei dem heutigen Stande unferer Vorbereitungen, unserer Menschen- und Materialreserven mehr als jemals ein gutes Recht haben. Bon den benachbarten Abschnitten zeichnet sich die Flandern front durch fast völlige Ruhe würdig ist. Das dortige tiefe Gelände hat sich in den blutigen Schlachten des letzten Jahres für beide Teile ansche nend so ungünstig erwiesen, daß mit einem Wiederaufleben ernsthafterer Kämpfe dort kaum zu rechnen sein dürfte. aus. Die rumänische Regierungskrise. Bukarest, 19. März. Marghiloman ist zum Ministerpräsidenten ernannt. Die Abstimmung der Wähler hat eine über den Bahlkreis hinausgehende Bedeutung. Es ist das Voltsgericht über die Fragen des Krieges und unserer inneren Politit. Jezt müssen alle ihre Stimmen auf Bissell vereinen, die einen Frieden der Berständigung und den Ausbau unserer inneren Zustände in demokratischer Richtung fordern. Es gilt eine machtvolle Demonstration, bie des Hauptwahltages Die Wahlarbeiten der sozialdemokratischen Partei werden durch den Beschluß der Unabhängigen nicht beeinflußt. Es gilt nach wie vor: Jeter Mann auf dem Bosten! Das fozialdemokratische Wahltomitee. * Minister bei Kriegsausbruch als Beweis für Englands Schuld am Kriege betrachtete, wie der Suchomlinowprozeß später als Zeugnis für Rußlands Schuld gewertet wurde, so wird das feindliche Ausland jekt in der Schrift Lichnowskys die ausschlaggebende Urkunde sehen, durch die der Streit um die Kriegsschuld zu ungunsten Deutschlands entschieden wird. Und wer vermag zu leugnen, daß von dieser Schrift auf die deutsche Auslandspolitik vor dem Kriege ein schwerer Schatten fällt? Man kann sagen, daß alles, was Lichnowsky schreibt, Ausgeburt einer franken Phantasie, alles verzerrt und verzeichnet ist. Aber daraus würde nur folgen, daß der wichtigste Botschafterposten, den Deutschland zu vergeben hat, mit einem Narren und Dummtopf besetzt war. Will man aber der deutschen Politik diese Kompromittierung ersparen, nun, dann bleibt nichts anderes übrig, als die Schrift und ihren Verfasser ernst zu nehmen und sich fachlich mit ihnen auseinanderzusetzen. Und so sei denn gesagt: Es ist keine Schande, und es braucht fein Unglück zu sein, daß die deutsche Politik vor Ausbruch des Krieges auch außerhalb der Sozialdemokratic scharfe Anfechtung gefunden hat. Das Ausland darf das als Zeichen dafür nehmen, daß in Deutschland die Gewissen nicht schlafen. Aber es würde sich täuschen, wenn es von dieser Beröffentlichung einen Niederbruch der allgemeinen Stimmung erwartete. Die Schrift Lichnowskys bedarf in vielen Punkten kritischer Nachprüfung, aber auch diejenigen in Deutschland, die so manches, was in ihr steht, für richtig halten, werden sich dadurch in ihrem Willen, das Land vor einer Niederlage zu bewahren, nicht erschüttern lassen. Wie war es denn im August 1914? Wir Sozialdemofraten batten die auswärtige Politik Deutschlands aufs schärffte bekämpft, standen den leitenden Männern des Reichs nicht nur in fachlicher Gegnerschaft, sondern sogar in persönlich empfundener Feindschaft gegenüber denn unfere Partei wurde verleumdet und verfolgt, als aber die Würfel gefallen waren, gab es nur noch einen Willen:„ Deutsch land darf nicht geschlagen werden!" Und dieser Wille besteht noch. Das amtliche Wahlresultat stellt sich nunmehr folgendermaßen heraus: Arbeiterfefretär Rudolf WiffeII( Soz.) 28 850 Stimmen, Stadtverordneter Dr. Rudolf Breitscheid Durch seine fürzlich erwähnte Unterredung mit dem Vertreter( Unabh.) 18.892, Stadtjynditus Dr. Maregfy( natl.) 8001, Aber stärker und stärker hat sich ihm ein zweiter Wille einer Jaffyer Zeitung bat Marghiloman dafür gesorgt, in der Eisenbahnhandwerker Otto Hoffmann( Fr. V.) 6409, Amts- beigesellt: den Krieg sobald wie möglich ohne Schaden für das Breiteren rumänischen Deffentlichkeit die Tatsache bekannt zu machen, vorsteher Sühn Birkenwerder( E.) 5857 Stimmen. Ber- deutsche Volk zu beenden. Die Wirkungen, die Lichnowskys daß er bei Beginn der Friedensverhandlungen mit Rußland an die splittert waren 12 Stimmen. Insgesamt wurden 67 521 Schrift in der Beziehung auf Kriegsbeendigung oder Kriegsbamalige Regierung Bratianu- Jonescu eine Deutschrift richtete, Stimmen abgegeben. berlängerung übt, sind uns daher im Augenblid wichtiger als die größere oder geringere Anfechtbarkeit feiner gewiß[ Die angeblichen Tatsachen, auf die der Fürst sich zur Recht- Die englische und französische Regierung habe in Petersburg einseitigen Darstellungen. Leider wird die Schrift, soweit sie fertigung seiner Politik berufe, stünden im einzelnen vielfach in völlig versagt. Der Redner weist auf die Fehler der deutschen Di als Beweisstück für die deutsche Schuld am Kriege angesehen direktem Widerspruch mit der objektiv festzustellenden Wahrheit. plomatie in Petersburg und Rom hin und verlangt die völlige Rewird, den Kriegswillen draußen aufs neue beleben. Sie fann Redner führte dies im einzelnen aus. So bezüglich der Behaup- form unseres diplomatischen Systems. tung des Fürsten, daß Graf von Moltke zum Krieg gedrängt habe, aber noch eine andere Wirkung haben, sie kann dazu bezüglich des am 5. Juli 1914 in Potsdam abgehaltenen Kronrats, stehung des Krieges und der diplomatischen Veränderungen nicht ein. Der Abgeordnete Dr. Stresemann geht auf die Fragen der Entbeitragen, daß man in Deutschland über Eng- bezüglich der Versendung eines österreichischen Protokolls über Redner schließt sich dem Wunsche an, daß das Weißbuch ergänzt land wieder etwas ruhiger und objektiver diejen angeblichen Kronrat an den Grafen Mensdorff nach London, werde. denken lernt. in welchem Protokoll der Zusak enthalten gewesen sei: Es werde Aus der Lichnowskyschen Broschüre sei das Gravierendste schon Fürst Lichnowsky kann iiber die Wien- Berliner Vor- nichts schaden, wenn auch daraus ein Krieg mit Rußland entstehe. von den Abgeordneten Gröber und Scheidemann vorgebracht. Man gänge im Juli 1914 nichts aus eigener Wahrnehmung ausDiese sämtlichen Behauptungen feien nachweisbar falsch. könne den Verfasser überhaupt nicht verantwortlich ernst jagen, seine Darstellung beruht auf Hörensagen und mag so benso die Behauptung, daß der damalige Staatssekretär des Auz- nehmen. Das Tollste an der Broschüre sei ihr Ausgang, wo Lichmanche Ueberschreitung, manchen tatsächlichen Irrtum ent- wärtigen Amtes im Juli 1914 in Wien gewesen sei, wie die Be- nowsky die Zukunft schildere und gewissermaßen in dem britiſchen halten. Aber was zu jener Zeit in London vorging, das feinen Umständen rühren. hauptung, Graf Pourtalès habe berichtet, Stußland werde sich unter Imperialismus das Heil der Welt erblicke. Das Kolonialabkommen Wie unbegründet die Klagen des hat der deutsche Botschafter dort doch selbst erlebt, und er ist, gürsten darüber seien, daß man nicht seiner Anregung entsprechend Broschüre ziehe sich der Gedante, England rein zu waschen und auf mit England sei von Lichnowsky überschäßt worden. Durch die ganze wenigstens offiziell, sogar sein berufenster Beurteiler. Um die serbische Krise durch eine Konferenz zu beendigen verdie Tatsache kommt man doch nicht herum, daß der Mann, sucht habe, jei jekt unverkennbar und die Berhandlungen des Deutschland die Schuld zu schieben. Die Vertreter der Parteien der von der deutschen Regierung nach England geschickt war, Suchomlinowprozesses hätten gezeigt, wie unbegründet seine Vor- hätten sich im Wesentlichen der Kritik des Vizekanzlers angeschlossen. Im Falle Mühlon ist Redner der Meinung, daß das. Angeführte um die englische Politik zu beobachten, über sie zu berichten würfe seien, daß Deutschland die russische Mobilmachung mit dem und mit ihr Fühlung zu halten, ihr ein geradezu glänsei es mit der Behauptung, die deutsche Regierung habe alle Ver- Vertreter jämtlicher Parteien in der Verurteilung der bebauerlichen Ultimatum und der Kriegserklärung beantwortet habe. Ebenso wenig Veranlassung zur Erregung gibt. Der Abgeordnete von Graefe bemerkte, es sei ecfreulich, daß die zendes Zeugnis ausgestellt hat. Diese Tugend wird in mittlungsvorschläge Englands abgelehnt. Ganz besonders dringend Vertreter sämtlicher Parteien in der Verurteilung der bedauerlichen uns gewiß nicht die Lust erwecken, von England besiegt zu fei von Berlin aus der lekte Vermittlungsvorschlag Borgänge einmütig gewesen seien. Auf Einzelheiten der Lichnows werden wir wissen zu genau, was wir nach bald vierjährigem Sir Edwards Greys in Wien befürwortet worden, wie aus fhschen Schrift ginge der Redner nicht mehr ein, da von den VorKriege von einem siegreichen England zu erwarten hätten, den Instruktionen hervorgehe, die der Reichskanzler von Bethmann rednern bereits genügend zitiert worden sei. Ihm käme es vielwohl aber erschiiftert er die Auffassung, daß es für Deutsch- Sollweg am 9. November 1916 im Hauptausschuß bekanntgegeben mehr darauf an, die Konsequenzen zu behandeln, die zu ziehen seien. land fürder fein Leben geben könnte denn auf den Trümmern babe. Unglüdlicherweise für den Fürsten habe er seine Dentschrift Es schiene ihm vor allem jede allzu wohlwollende Nachsicht nicht drei Monate zu früh verfaßt. Wie wenig die Vorwürfe des am Plate. Für die weitere Verbreitung der Lichnowskhichen des englischen Beltreichs. Auch wenn die englische Regierung von 1914 den Krieg fürsten gegen die Friedensliebe der deutschen Bolitik begründet Schrift treffe eine sehr erhebliche Mitschuld gewiſſe demokratische seien, beweise er selbst in der Denkschrift durch Erzählung eines nicht gewollt hat, so sieht doch fest, daß das englische Volf Borganges am 1. Auguft 1914. von 1918 zäber um den Sieg über Deutschland fämpft als irgendein anderes Volk der Welt. Diefen Sieg wollen wir ibm und werden wir ihm nicht gönnen. Aber was wir leidenschaftlich wollen, das ist eine Beendigung des Völfergeme se Is, noch ehe all die Opfer gefallen sind. die eine letzte Entscheidung durch die Gewalt erfordert. Zur Erreichung dieses Zieles fann es beitragen, wenn sich das deutsche Volf nicht von Feindeshaß blenden läßt, und in diesem Sinne empfehlen wir die Schrift des Fürsten Lichnowsky • der Aufmerksamkeit der Leser. Die Lichnowsky- Denkschrift im Hauptausschuß. Berlin, 19. März.( W. Z. B.) Am 16. März fand im Hauptausschuß des Reichstags eine Sibung statt, die sich mit zwei in lehter Zeit auffällig in Deutsch land verbreiteten Schriftftüden, in erster Binie mit einer Dentschrift des Fürsten Lichnowsky vom 14. August 1916, befaßte, welche gegen die Politik der Regierung furz vor Ausbruch des Krieges gerichtet jind. Bei Gröffnung der Diskussion führte der. Stellvertreter des Reichskanzlers v. Baher aus, über die Entstehung und Veröffentlichung der Denkschrift habe Fürst Lichnowsky sich selbst am 15. März dem Reichskanzler gegenüber u. a. folgendermaßen geäußert: „ Eurer Erzellenz ist bekannt, daß rein private Auf zeichnungen, die ich im Sommer 1916 nieberschrieb, burch einen unerhörten Vertrauensbruch den Weg in weitere Streife gefunden haben. Es handelt sich im wesentlichen um subjettive Betrach tungen über unsere gesamts Auslandspolitit feit dem Berliner Kongresse. Ich erblide in der seitherigen Abkehr von Rußland und in der Ausdehnung der Bündnispolitik auf orientalische Daran an Fragen die eigentlichen Wurzeln des Weltfriegs. schließend unterzog ich auch unsere Maroffo- und Hottenpolitik einer furzen Beleuchtung. Fürst Lichnowsky schilderte sodann in seinem Schreiben, wie die Dentschrift durch Indiskretion eine weitere Verbreitung gefunden babe und drückt zum Schluß sein lebhaftes Bedauern über den höchst ärgerlichen Vorfall aus. Kreise, die schon damals nicht an den Weltkrieg hätten glauben wollen. Mit dem Abgeordneten Müller( Meiningen) stimme Redner darin überein, daß das Auswärtige Amt in seiner Zusammensehung und seiner Methode einer gründlichen Revision unterzogen werden müsse. deutschen Wolfe würden seit vielen Jahren die erheblichsten BeschwerFreiherr von Gamp bemerkt: Im Reichstage und im ganzen ben über unsere Diplomatie ausgesprochen. Es müsse in der Zu tunft mit dem jeßigen System ganz gebrochen werden. Damals habe der Fürst infolge eines telephonischen Mißberständnisses von London aus berichtet, Sir Edward Grey habe an ihn die Frage gerichtet, ob Deutschland Frankreich nicht angreifen würde, falls es in einem deutsch- russischen Kriege neutral bleibe. Sofort nach Gintreffen dieses Telegramms jei von Berlin aus das befannte Telegramm des Kaisers an den König von England abgegangen, in welchem Deutschland sich erboten habe, auf den eng- Haldane sei in Berlin sehr liebenswürdig aufgenommen und lischen Vorschlag einzugehen, falls England mit allen seinen Kräften habe Einblicke in manche Verhältnisse bekommen, die sonst nies die bedingungslose Neutralität Frankreichs garantieren wolle. Daß mandem gewährt seien. In England habe man ihn aber bei seiner die Meldung des Fürsten irrtümlich gewesen war, ändere an der Rückkehr wie einen Vaterlandsverräter geachtet. Gin Freund HalBewertung des deutschen Schrittes nichts. Wenn bie Denkschrift danes, der englische Schriftsteller Begbie, habe in einer 1916 ervon einer Verständigung mit England rede, so müsse schienenen Broschüre Vindication of Great Britain" Haldane zur Vermeidung von Irrtümern betont werden, daß diese fich nur verteidigt und anerkannt, daß unser Kaiser eine Verständigung mit auf die Bagdadbahn und auf die portugiesischen Kolonien bezogen England gewünscht hätte. Ueber solche Tatsachen hätte Lichnotosky hätte; eine Gesamtverständigung mit England sei angesichts der unterrichtet sein und darin den Beweis finden müssen, daß Deutschdamaligen europäischen Verhältnisse, namentlich angesichts des un land feinen Krieg mit England wollte. Er beantragt die Vorlegung bedingten Festhaltens Englands an der Ententepolitik, wie es in des gesamten Materials, wie er es wiederholt im Reichstag verlangt den Berhandlungen über das englisch russische Marine- und auch dem Herrn Vizetangler gegenüber angeregt habe. Solange ab tommen zum Ausdruch gekommen sei, entgegen der Behaup- dies nicht geschehe, hätten alle Erörterungen nur einen apologetischen tung des Fürsten begreiflicherweise nicht zustandegekommen. Der Zweck der Denkschrift im ganzen fei offenfundig. Sie Bied. Der Stellvertreter des Reichskanzlers antwortete noch, daß sollte dem Bejer zeigen, eine wie viel bessere und einsichtigere Bo- die Prüfung der Frage, ob ein liti? der Verfasser gemacht und wie er dem Reiche den Frieden ge Krafrechtliches oder dissiplinares Berfahren fichert hätte, wenn man seinen Ratschlägen gefolgt wäre. Ans die fem Glauben an fich werde dem Fürsten niemand einen Vorwurf machen. Es sei ihm auch freigestanden, sich Aufzeichnungen über die Vorgänge und über seine Stellung zu denselben zu machen. Aber dann hätte er die unbedingte Verpflichtung gehabt, dafür zu sorgen, daß sie nicht an die Oeffentlichkeit kommen können, und so klein der von ihm in Aussicht genommene Leserkreis gevesen sein möge, hätte er doch die Verpflichtung gehabt, nichts den ihm bekannten Tatsachen Widersprechendes zu behaupten und das ihm zugetragene Tatsachenmaterial zu prüfen. So wie die Dinge jest lägen, werde die Denkschrift, die doch nur beweisen solle, daß die Weltgeschichte nur deshalb in falsche Bahnen gelenkt worden sei, meil man anderenfalls ihn, den Fürsten, um seinen Erfolg beneidet hätte, bei den Nebelwollenden wie bei den Oberflächlichen Schaden genug stiften. Irgend welchen historischen Wert habe die Dent schrift nicht, fie sei auch nicht bestimmt dazu der objektiven Wahr beit zu dienen, sondern lediglich den fubjektiven Zweden des Einzelnen. Des weiteren handele es fich um ein in Briefform gefleidetes, an eine größere Anzahl von Personen gesandtes und seither starf verbielfältigtes Rundschreiben eines zur Zeit sich in der Schweiz aufhaltenden Dr. Mühlon, Meine Londoner Mission fonnte hierbei naturgemäß am so weniger unberücksichtigt bleiben, als ich das Bedürfnis empfand, der Zukunft gegenüber und zu meiner eigenen Rechtfertigung die Ginzelheiten meiner dortigen Erlebnisse und Eindrüde zu notieren, che sie meiner Erinnerung entschwanden. Diese gewissermaßen nur für das Familienarchiv bestimmien Aufzeichnungen, die ich ohne, Aftenmaterial oder Notizen aus der Zeit meiner amtlichen Tätigkeit aus dem Ge- der zur Beit des Kriegsausbruchs Mitglied des Krappien dächtnisse niederschrieb, glaubte ich einigen ganz wenigen Direktorium 3 gewesen sei. Mühlon sei nach dem Brief in der politischen Freunden, zu denen Urteil ich das gleiche zweiten Hälfte Juli 1914 hintereinander bei zwei bekannten Herren Vertrauen beidß wie zu ihrer Zuverlässigkeit, gegen die Zu- in hervorragender Stellung getvesen und erzählte nun angebliche ficherung unbedingter Berschwiegenheit zeigen zu fönnen." Aeußerungen derselben, aus denen er den Schluß siebt, daß es der deutschen Regierung im Juli 1914 an dem Friedenswillen gefehlt habe. Die beiden Berren hätten sich schriftlich dahin geäußert, daß es sich bei Dr. Mühlon um einen nerbentranten Mann handle, der schon zur Zeit seiner Tätigkeit in Essen nicht habe in einen Raum eintreten tönnen, in dem mehrere ihm unbekannte Serren versammelt seien, und der nach seinem Austritt aus dem Direktorium wiederholt mit seinen Nerven zusammengebrochen sei und längere Zeit ausschließlich seiner Erholung habe leben müssen. Eine abfichtliche Schädigung des Vaterlandes durch denselben nehmen fie nicht an, widersprechen dagegen bestimmt den ihnen in den Mund gelegten Aeußerungen, aus denen Dr. Mühlon feine Schlüffe ziehen wolle. Sie könnten seine Niederschrift nur als pathoIogisch bezeichnen. Nach dieser ganzen Sachlage tönnte den Er zählungen des Dr. Mühlon fein weiteres Getricht beigemeffen wer den, als die beiden Herren, die die angeblichen Aeußerungen getan haben sollen, ihnen beimessen, sie seien Aeußerungen eines franMittlerweile habe der Fürst sein Abschiedsgefnch eingereicht und bewilligt erhalten, und da ihm zweifellos eine böse Absicht vorgelegen fei, sondern es sich mehr um eine Unvorsichtigkeit gehandelt habe, habe man davon abgesehen, weiter gegen den Fürsten vorzugehen. Wohl aber müsse gegen einzelne feiner Darstellungen und Behauptungen auch im Hauptaus schuß Widerspruch erfolgen. Das gelte namentlich von den Behauptungen über die politischen Borgänge vor Ausbruch des Strieges. Diese Vorgänge seien dem Fürsten aus eigener Wissenschaft nicht bekannt. Es seien ihm anscheinend von dritter falsch unterrichteter Seite unzutreffende Informationen zugegangen, welche Möglichkeit der Fürst auch selbst zugegeben habe. fen Gemüts. gegen den Fürsten angezeigt erscheine, durch das Reichsjustizamt geprüft worden sei. Dabei habe sich ergeben, daß aus verschiedenen diplomatischen Landesverrats im Sinne des§ 92 R. St. G., noch rechtlichen Gründen weder eine Verfolgung des Fürsten wegen eine solche auf Grund des§ 353 a, des sogenannten Arnimparagraphen, Aussicht euf Erfolg geboten hätte. Die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen den Fürsten komme nach seiner Berabschiedung überhaupt nicht mehr in Betracht. Die Veröffent lichung von Artikeln in der Presse jei dem Für ten vom Auswätigen Amt untersagt worden, welche Bedeutung bas Berbot nach seiner Berabschiedung habe, müsse zunächst dahingestellt bleiben. Unterstaatssekretär v. Stumm erwiderte auf die Anfragen, wer für die Ernennung des Fürsten Lichnowsky berantwortlich sei, was fie veranlaßt habe und weshalb er von seinem Posten nicht abberufen worden fei, daß die Ernennung vom Kaiser im Einvernehmen mit dem für die Ernennung verantwortlichen Reichskanzler erfolgt sei. Der Fürst habe eine Reihe diplomatischer Stellungen im Ausland zuletzt als Botschaftsrat in Wien befleidet, und sei eine Zeitlang als vortragender Rat im Auswärtigen Amt beschäftigt gewesen. In all diesen Stellungen habe er sich bewährt, so daß ein Grund, den Fürsten in die Stellung eines Botschafters nicht aufrüden zu lassen, nicht vorgelegen habe. In London hat sich der Fürst mit Eifer und Singabe seiner Aufgabe gewidmet. Seine Urteile hätten allerdings mit den Ansichten des Auswärtigen Amts häufig nicht übereingeftimmt. Das gelte insbesondere hinsichtlich seines weitgehenden Optimismus über den Stand der deutsch- englischen Beziehungen. Nachdem seine Hoffnungen auf Herbeiführung einer deutsch englischen Verständigung durch den Kriegsausbruch vernichtet worden seien, sei der Fürst in einem Zustand starter Erregung nach Deutschland zurückgekehrt und habe mit seiner Stritik der deutschen Politik schon damals nicht zurüdgehalten. Seine Erregung sei durch die scharfen Angriffe gesteigert worden, denen er in der deutschen Presse ausgejebt ges wesen sei, deren Aufmerksamkeit er durch sein rednerisches Herbortreten in England auf sich gerichtet habe. Diese Umstände müßten bei der Bewertung der Denkschrift in Betracht gezogen werden und es sei micht gerechtfertigt, aus derselben Rückschlüsse auf die Tätigkeit des Botschafters in London zu ziehen, sie der Regierung zur Last zu legen und daraus Vorwürfe gegen die Regierung herzuleiten. Auf die Anfragen bezüglich des Weißbuches müsse er zugeben, daß es nicht sehr umfangreich fei; es sei felye rasch zusammengeftellt worden, um dem Reichstag bei seinem Zusammentritt ein flar Bilt von der Schuldfrage zu geben. In der anschließenden Diskussion erklärte der Abg. Grüber, die Die Buntbücher der anderen Staaten feien stvar bjel umDenkschrift des Fürsten Lichnowsky sei ein jo merkwürdiges Attenstück, daß bei jedem der Eindruck entstehe, hier schreibe ein Herr, der von geradezu krankhafter Eitelkeit erfüllt sei und aus diesem Gesichtswinkel alles betrachte und beurteile. Der Abgeordnete Scheidemann betonte, daß die sozialdemokra tische Partei die Grundursache des Krieges in der gan en modernen Weltmachtpoliti? sabe, die von allen Staaten betrieben werde. Die Sozialdemokratie babe dafür den Ans druck Imperialismus geprägt. faffender, das deutsche Weißbuch hebe sich aber von denselben in. sofern vorteilhaft ab, als es feine Fälschungen enthalte. Im übrigen jei die Ausgabe eines neuen Weißbuches in Vorbereitung. Die Lage in Ostasien. Als Schlüffel für die Irrtümer und die Fehlschlüsse der Dentschrift sei vielleicht auch noch die auffällige leberschäzung der eigenen Verdienste durch den Fürsten heranzuziehen, die von einemt förmlichen Haß gegen diejenigen begleitet sei, die seine Leistungen nicht so anerkennen, wie er es erwarte. An mehr als einer Stelle deute er an, daß für diese in erster Linie für ihre Entscheidung nicht fachliche Erwägungen maßgebend gewesen seien, sondern die Frage, ob ihre Stellungnahme ihm nüßen oder schaden, angenehm oder unangenehm sein Das Japanermaffatre in Blagoweschtschenst. fönnte. Uebereinstimmend mit diesem Zuge ziehe sich durch die ganze Denkschrift eine auffällige Verehrung für die fremden Di- Die Broschüre, in der Fürst Lichnoweth Deutschland die Schuld Die Gelegenheit, den Einmarsch der Japaner in Sibirien plomaten, namentlich die englischen, die wahrhaft liebevoll ge- am Kriege zuzuschieben versuche, könne seines Erachtens nur schildert würden und im Gegensab dazu eine ebenso auffällige Eindruck auf sogenannte„ Nurpazifisten" machen. Für einen Diplo. zu beschleunigen, ist geschaffen. Die Nachricht von dem NiederGereiztheit gegen fast jämtliche deutsche Staatsmänner. Das Re- maten sei diese Broschüre geradezu Blamage. Redner gab einige megeln von anderthalbhundert Japanern wird allerdings jultat jei gewesen, daß der Fürst in nicht seltenen Fällen gerade Stichproben aus der Broschüre, welche die Unzuverlässigkeit und die nur aus japanischer Quelle beftätigt. Die Zotioter„ Hochidie eifrigsten Gegner Deutschlands als dessen lächerliche Eitelkeit des Fürsten dartäten. Nach Lichnowsky seien alle fhimbun" meldet, daß die Marimalisten am 12. März einen befte Freunde angesehen habe, weil sie sich mit ihm feindlichen Diplomaten Brachtferle. Unfere Diplomaten dagegen britten Angriff auf Blagoweschtschenst machten. Die Antipersönlich gut gestellt hätten. Bei einer solchen Berkennung der feien mit Ausnahme natürlich von Lichnowsky Trottel und schlechte maximalisten leisteten Widerstand, wurden aber geschlagen, Menschen sei es tein Wunder, daß der Fürst bei seiner Dar- Menschen, die dem Fürsten Lichnoweth seine großen Erfolge" in und von hundertfünfzig Japanern, die nicht mehr fliehen stellung zu falschen Schlüssen gekommen sei. So gebe er selbst zu, London nicht gönnten. Wie der Redner näher darlegte, befänden sich konnten, wurden die meisten ermordet. daß er der Ermordung des österreichischen Thronfolgers zunächst auch mehrfach falsche Daten in der Broschüre, der Krieg an Rußfeine weitergehende Bedeutung beigemessen und es übel vermerkt land sei zum Beispiel nicht am 31. Juli erklärt worden, sondern habe, daß man in Berlin die Lage anders beurteilt habe. Schon am 1. August. Leider gäbe es zahlreiche Fälle, die bewiesen, daß Dieser Irrtum allein mache es erflärlich, daß der Fürst kein un- unsere diplomatische Vertretung im Auslande versagt habe. Sie getrübtes Verständnis für die folgenden Ereignisse und deren Be- müsse von Grund auf reformiert werden. wertung gehabt habe. Das Blatt„ Noryj Latsch" bespricht in einem langen Leitartikel die Möglichkeit der Intervention Japans in Rußland und versucht das Vorgehen der Japaner dadurch zu rechtfertigen, daß sie nicht als Angreifer, sondern als Der Abgeordnete Dr. Müller- Meiningen führte aus: Es sei ein Beschüber ihres eigenen Gutes nach Sibirien Im einzelnen gehe aus der Denkschrift hervor, daß der Fürst Segen, daß die Giftbombe jetzt durch uns zur Erplosion gekommen fommen. Das von Japan an Rußland gelieferte Material schon im Sommer 1914, wie bei Abfaffung der Dentschrift die An- fei, fonit hätte sie viel Unheil angerichtet. Im Auslande sei man ist direkt riesig. Allein im Herbst des Jahres 1916 wurden ficht vertreten haben toolle, daß trob der Ermordung des österreichi- im Besize des Materials und warte den psychologischen Augenblid an Rußland von Japan 6 Millionen Meter Tuch zur Beschen Thronfolgers der Friede hätte von der deutschen Regierung zur Ueberraschung mit den beiden Schriftstiden ab. arbeitung der Uniformen, 500 000 Paar Militärstiefel, burch Einwirkung auf Desterreich aufrechterhalten werden, fönnen, Er sei trotz Mühlon, und Lichnowsky felsenfeit überzeugt, daß 2 Millionen wollene Decken, 3000 Eisenbahnwagen, 1000 Kilowenn sie nur die Friedensliebe Englands genügend ausgenußt die erdrückende Mehrheit des Auswärtigen Amtes wie vor allemt. meter Eisenbahnschienen, 5 Millionen Granaten, 300 schwere hätte: von Rußland wäre, wenn dies geschehen wäre, ein mili- der Deutsche Kaiser immer den Frieden haben wollten, und stets tärisches Gingreifen faum zu erwarten gewesen. Wie falsch eine gegen einen Strieg mit England waren. Bethmann Sollweg babe Geschüze geliefert. Japan muß also so behauptet das falche Politik gewesen wäre, jei jetzt durch die Aufklärungen in Wien getan, was er fonnte, um den Krieg zu verhindern. Das Blatt dafür sorgen, daß das riesige Material nicht verdes Suchomlinowprozesses überzeugend festgestellt. englische Blaubuch sei der beste Beweis dafür. Toren geht. Nr. 79 35. Jahrgang Beilage des Vorwärts Mittwoch, 20. März 1918 Aus der Denkschrift des Fürften Lichnowsky. in Rußland zur Mäßigung zu raten, falls Desterreich, wie es schien, von den Serben Genugtuung verlangte. Wir veröffentlichen die entscheidenden Kapitel aus der schaftlichen Beziehungen zum Minister, um ihn vertraulich zu bitten, Denkschrift des Fürsten Lichnowsky bis auf das erste Stapitel über Edward Grey, in dem einige persönliche Nebensächlich feiten gestrichen sind, ungefürzt. Die vorangehenden Abschnitte, auf die zurückzukommen wir uns vorbehalten, greifen weiter in die Zeit vor dem Kriege zurüd. Im übrigen verweisen wir auf die Ausführungen unseres Leitauffages. Redaktion des„ Vorwärts". Sir Edward Grey. Sir Ed. Grehs Ginfluß war in allen Fragen der auswärtigen Politik nahezu unbeschränkt. Zwar sagte er bei wichtigen Anlässen: I must first bring it before the cabinet"( ich muß das erst im Ministerrat vorbringen), doch schloß sich dieses seinen Ansichten regelmäßig an. Seine Autorität war unbestritten. Zunächst war die Haltung der englischen Breffe rubig und den Desterreichern freundlich, da man den Mord verurteilte. Allmählich aber wurden immer mehr Stimmen laut, welche betonten, daß, so sehr eine Ahndung des Verbrechens nötig sei, eine Ausbeutung desselben zu politischen ẞweden nicht zu rechtfertigen wäre. Desterreich wurde eindringlich zur Mäßigung aufgefordert. " 1 Unsere Abreise vollzog sich durchaus würdig und ruhig. Vorher hatte der König seinen Equerry( Stallmeister) Sir E. Ponsonby zu mir gesandt, um sein Bedauern über meine Abreise auszusprechen, und daß er mich nicht selbst sehen konnte. Prinzeß Louise schrieb mir, die ganze Familie betrauere unseren Fortgang. Mrs. Asquith und andere Freunde kamen zum Abschied in die Botschaft. Gin Extrazug brachte uns nach Harwich. Dort war eine Ehrenfompagnie für mich aufgestellt. Ich wurde wie ein abreifender Souverän behandelt. So endete meine Londoner Mission. Sie scheiterte nicht an den Tücken der Briten, sondern an den Tücken unserer Politit. Als das Ultimatum erschien, waren alle Organe, mit Ausnahme des stets notleidenden und von den Desterreichern anscheinend bezahlten Auf dem Bahnhof in London hatte sich Graf Mensdorff mit Standard" einig in der Verurteilung. Die ganze Welt, außer in Berlin und Wien, begriff, daß es den Krieg, und zwar den Weltfrieg bedeutete. Die britische Flotte, welche aufällig zu einer Flottenschau versammelt war, wurde nicht demobilisiert. Aus einer alten, im Norden Englands begüterten Familie stam mend, die bereits den bekannten Staatsmann Grey geliefert hatte, Jch drängte zunächst auf eine möglichst entgegen. schloß er sich dem linken Flügel seiner Partei an und sympathi- tommende Antwort Serbiens, da die Haltung der fierte mit Sozialisten und Pazifisten. Man kann russischen Regierung feinen Zweifel mehr an den Ernst der ihn einen Sozialisten im idealen Sinne nennen, denn er überträgt Lage ließ. die Theorie auch auf sein Privatleben, das sich durch die größte Einfachheit und Anspruchslosigkeit auszeichnet, obwohl er über reichliche Mittel verfügt. Jede Repräsentation liegt ihm fern. Er hatte in London nur ein kleines. Absteigequacier, gab niemals Diners, außer dem einen amtlichen im Foreign Office( Auswärtigen Amt) zu Königs Geburtstag. Wenn er ausnahmsweise einige Gäste bei sich sah, so war es zu einem einfachen Essen oder Frühstück in ganz fleinem Kreise und mit weiblicher Bedienung. Auch mied er große Geselligkeiten und Feste... Die Einfachheit und Lauterkeit feines Wesens verschafften ihm auch die Achtung seiner Gegner, die mehr auf dem Gebiete der inneren als der auswärtigen Politik zu suchen waren. Lügen und Intrigen sind ihm gleichmäßig fern. So sieht der Mann aus, der als Lügen- Gret und als Anstister des Weltkrieges verschrien wird. Serbische Krise. Ende Juni( 1914) begab ich mich auf Allerhöchsten Befehl nach Kiel, nachdem ich wenige Wochen vorher in Orford Ehrendoftor.ge worden war, eine Würde, die vor mir kein deutscher Botschafter feit Herrn von Bunsen bekleidet hatte. An Bord des Meteor er fuhren wir den Tod des Erzherzogthronfolgers. S. M. bedauerte, daß dadurch seine Bemühungen, den hohen Herrn far teine Ideen zu gewinnen, vergeblich waren. Ob der Plan einer altiven Politik gegen Serbien schon in Stonopischt festgelegt wurde, fann ich nicht wissen. Die serbische Antwort entsprach den britischen Bemühungen, denn tatsächlich hatte Herr Baichitsch alles angenommen, bis auf zwei Punkte, über die er sich bereit erklärte zu unterhandeln. Wollten Rußland und England den Krieg. um uns zu überfallen, so genügte ein Wint nach Belgrad, und die unerbörte Note blieb unbeantwortet. seinem Stabe eingefunden. Er war bergnügt und gab mir zu verstehen, daß er vielleicht dort bliebe, den Engländern aber sagte er, Desterreich habe den Strieg nicht gewollt, sondern wir. Rückblick. Wenn ich jetzt nach zwei Jahren mir alles rüdwärts schauend vergegenwärtige, so sage ich mir, daß ich zu spät erkannte, daß kein Plaß für mich war in einem System, das seit Jahren nur von Tradition und Routine lebte und das nur Vertreter duldet, die so berichten, wie man es lesen will. Vorurteilslosigkeit und unabhängiges Urteil werden bekämpft, Unfähigkeit und Charakterlosigkeit gepriesen und geschäßt, Erfolge aber erregen Mizgunst und Beunruhigung. Ich hatte den Widerstand gegen Sir Ed. Greh ging die serbische Antwort mit mir durch und die wahnsinnige Dreibundpolitik wies auf die entgegenkommende Haltung ber aufgegeben, da ich einfah, daß 23 zmedlos war, und daß man meine Regierung in Belgrad. Bermittelungsvorschlag, der Wir berieten dann feinen Warnungen als Austrophobie( Feindschaft gegen Desterreich), eine beiden Teilen annehmbare als fire Idee hinstellte. In der Politik, die nicht Akrobatentum oder Auslegung dieser beiden Buntte vereinbaren sollte. feinem Borsitz wären Herr Cambon, Marquis Imperioli und ich oder Phobie( Freundschaft oder Feindschaft), sondern nur das InterUnter Aftensport ist, sondern das Geschäft der Firma, gibt es keine Philic zufammengetreten, und es wäre leicht gewefen, eine annehmbare effe des Gemeinwesens. Eine Politik aber, die sich bloß auf DesterForm für die strittigen Punkte zu finden, die im wesentlichen die reicher, Madjaren und Türken stützt, muß in Gegensatz zu Rußland Mitwirkung der f. u. I. Beamten bei den Untersuchungen in Belarad geraten und schließlich zur Katastrophe führen. betrafen. In einer oder zwei Sigungen war alles bei autem Trok früherer Irrungen war im Juli 1914 noch alles zu Willen zu erledigen, und schon die bloße Annahme des britischen machen. Die Verständigung mit England war erreicht Wir mußten Borschlages hätte eine Entspannung bewirkt und unsere Beziehungen einen wenigstens das Durchschnittsmaß politischer Befähigung erzu England weiter verbessert. Ich befürwortete ihn bringend, da reichenden Vertreter nach Petersburg senden und Rußland die Ge fonft der Weltkrieg bevorstehe, bei dem wir alles zu verlieren und wißheit geben, daß wir weder die Meerengen beherrschen, noch die nichts zu gewinnen hätten. Umionst! Es sei gegen die Würde Gerben erbroffeln wollten. Lâchez l'Autriche et nous lâcherons Desterreichs, auch wollten wir uns in die serbische Sache nicht mischen, les Français"( laßt Oesterreich fallen, und wir werden die Franzosen wir überließen sie unserem Bundesgenossen. Ich solle auf 20- fallen lassen), sagte uns Herr Sajonow. Und Mr. Cambon fagte talisierung des Konfliktes" hinwirten. Herrn von Jagom:" Vous n'avez besoin de suivre l'Autriche partout"( hr braucht mit Oesterreich nicht alles mitzumachen). War Es hätte natürlich nur eines Wintes von Berlin be Weder Bündnisse noch Kriege, sondern nur Verträge brauchten durft, um den Grafen Berchtold zu bestimmen, sich mit einem diplomatischen Erfolg zu begnügen und sich bei der serbischen Ant- wir, die uns und andere schützten und einen wirtschaftlichen Aufwort zu beruhigen. Diefer Wink ist aber nicht ergangen Gegenteil, es wurde zum Kriege gedrängt. Es wäre ein so schöner Rußland aber im Westen entlastet, jo fonnte es sich wieder nach Im schwung sicherten, der in der Geschichte ohne Vorgang war. Erfolg gewesen. Often wenden, und der anglo- russische Gegensab trat alsdann automatisch und ohne unsere Mitwirkung hervor, nicht minder aber der russisch- japanische. Da ich über Wiener Ansichten und Vorgänge nicht unterrichtet war, maß ich dem Ereignisse feine weitgehende Bedeutung bei. Ich fonnte später nur feststellen, daß bei österreichischen Aristokraten ein Gefühl der Erleichterung andere Empfindungen überwog. An Bord des Meteor befand sich auch als Gast S. M. ein Defter Nach unserer Ablehnung bat Sir Edward uns, mit einem Vorreicher, Graf Felix Thun. Er hatte die ganze Zeit wegen Seefrankschlag hervorzutreten. Wir bestanden auf dem Striege. Ich konnte heit, trog herrlichen Wetters, in der Stabine gelegen. Nach Einsteine andere Antwort erhalten, als daß es ein foloffales Enttreffen der Nachricht war er aber gesund. Der Schreck oder die gegenkommen" Desterreichs sei, teine Gebietserwerbungen zu beFreude hatte ihn geheilt! absichtigen. In Berlin angekommen, sah ich den Reichskanzler und sagte ihm, daß ich unfere auswärtige Lage für sehr befriedigend hielt, da wir mit England so gut ständen, wie fchon lange nicht. Auch in Frankreich sei ein pazifistisches Ministerium am Nuder. Herr v. Bethmann Hollweg schien meinen Optimismus nicht zu teilen und beklagte sich über russische Rüstungen. Ich suchte ihn zu beruhigen und betonte namentlich, daß Rußland gar fein Interesse habe, uns anzugreifen, und daß ein solcher An griff auch niemals die englisch- franzöfifche Unterſtügung finden würde, da beide Länder den Frieden wollten. Darauf ging ich zu Herrn Dr. Zimmermann, der Herrn von Jagow vertrat, und erfuhr von ihm, daß Rußland im Begriff fet, 900 000 Mann neuer Truppen aufzustellen. Aus seinen Worten, ging eine unverkennbare Misstimmung gegen Rußland hervor, das uns überall im Bege sei. Es handelte sich auch um handelspolitische Schwierig feiten. Daß General von Moltke zum Krieg drängte, wurde mir natürlich nicht gesagt. Ich erfuhr aber, daß Herr von Tichirschkh einen Verweis erhalten, weil er berichtete, et habe in Wien Serbien gegenüber zur Mäßigung geraten. Auf meiner Rückreise aus Schlesien auf dem Wege nach London hielt ich mich nur wenige Stunden in Berlin auf und hörte, daß Desterreich beabsichtige, gegen Serbien vorzugehen, um unhaltbaren Zuständen ein Ende zu machen. Leider unterschätzte ich in dem Augenblick die Tragtveite der Nachricht. Ich glaubte, es würde doch wieder nichts daraus werden und, falls Rußland drohte, leicht beizulegen fein. Heute bereue ich, nicht in Berlin geblieben zu sein und sogleich erklärt zu haben, daß ich eine berartige Politit nicht mitmache. • Sir Edward wies mit Recht darauf hin, daß man auch ohne Gebietserwerbung ein Land zum Vasallen erniedrigen kann, und daß Rußland hierin eine Demütigung erblicken und es daher nicht dulden werde. Wir konnten auch der Frage der Rüstungsbeschtåntung näher treten und brauchten uns um österreichische Wirtnisse nicht mehr zu kümmern. Desterreich- Ungarn war dann der Vasall des Deutschen Reiches und ohne Bündnis und namentlich ohne Liebesdienste, die schließlich zum Striege führen für die Befreiung Bolens und die Vernichtung Serbiens, obwohl die deutschen Intereffen gerade das Gegenteil heischten. Ich hatte in London eine Politik zu unterstüben, deren Irrlehre ich erfannte. Das hat sich an mir gerächt, denn es war eine. Günde wiber den heiligen Geist Ankunft. Der Eindrud befestigte sich immer mehr, daß wir den Keieg unter allen Umständen wollten. Anders war unsere Haltung in einer Frage, die uns doch direkt gar nichts anging, nicht zu verstehen. Die inständigen Bitten und bestimmten Erklärungen des Herrn Safonow, später die geradezu bemütigen Telegramme des Baren, die wiederholten Vorfchläge Sir Edwards, die Warnungen des Marquis San Giuliano bod für die Katastrophe gemacht werden sollte, die unsere Regierung In Berlin angekommen, sah ich sofort, daß ich zum Sündenund des Herrn Bollati, meine dringenden Ratschläge, alles nügte im Gegensatz zu meinen Ratschlägen und Warnungen verschuldet nichts, in Berlin blieb man dabei, Serbien muß massakriert werden. hatte. Je mehr ich drängte, um so weniger wollte man einlenten, schon weil ich nicht den Erfolg haben sollte, mit Sir Edward Grey den Frieden zu retten! Da entschloß sich letzterer am 29. zu der bekannten Warnung. Ich entgegnete, daß ich stets berichtet hätte, wir würden mit der eng lischen Gegnerschaft rechnen müssen, falls es zum Kriege mit Frankreich fame. Wiederholt fagte mir der Minister:" If war breaks out, it will be the greatest catastrophe the world has ever seen ( wenn ein Krieg ausbricht, gibt es die größte Katastrophe, die die Welt je erlebt hat). Die Ereignisse überſtürzten fich bald darauf. Als endlich Graf Berchtold, der bis dahin auf Berliner Weisungen den starten Mannspielte, fich zum Einlenken entschloß, beantworteten wir die ruffische Mobilmachung, nachdem Nußland eine ganze Woche vergeblich unterhandelt und gewartet hatte, mit dem Ultimatum und der Kriegserklärung. Englische Kriegserklärung. Nachträglich erfuhr ich, daß bei der entscheidenden Be sprechung in Potsdam am 5. Juli die Wiener Anfrage Noch immer sann Sir Ed. Greh nach neuen die unbedingte Zustimmung aller maßgebenden Periönlichkeiten fand, und zwar mit dem Girfatze, es werde auch nichts schaden, wenn us tegen. Am 1. August vormittags tam Sir W. Tyrell daraus ein Krieg mit Rußland entstehen sollte. So heißt es wenigstens zu mir, um au fagen, fein Chef hoffe noch immer, einen Ob wir neutral bleiben, falls Frank im österreichischen Protokoll, das Graf Mensdorff in London erhielt. Ausweg zu finden. Ich verstand, daß wir dann bereit sein Bald darauf war Herr von Jagow in Wien, um mit Graf Berchtold reich es much täte? sollten, Frankreich zu schonen, er hatte aber gemeint, daß wir überalles zu besprechen. Dann bekam ich die Weisung, darauf hinzuwirken, daß die eng- haupt, alio auch gegen Stußland, neutral bleiben. Das war das bekannte lische Preise eine freundliche Haltung einnehme, wenn. Desterreich Mißberständnis. Sir Edward hatte mich für den Nachmittag be. der großserbischen Bewegung den Todesstog" verseße, und durch stellt. Da er sich gerade in einer Kabinettfibung befand, rief er meinen Einfluß möglichst zu verhindern, daß die öffentliche Mei- mich an das Telephon, nachdem Sir W. Tyrell gleich zu ihm geeilt nung gegen Desterreich Stellung nähme. Die Einnerungen an die war. Nachmittags aber sprach er nur mehr von der belgischen NeuHaltung Englands während der Annexionsfrise, wo die öffentliche tralität und von der Möglichkeit, daß wir und Frankreich uns beMeinung für die ferbischen Rechte auf Bosnien Sympathie zeigte, waffnet gegenüber ständen, ohne uns anzugreifen. sowie auch an die wohlwollende Förderung nationaler Bewegungen zur Zeit Lord Byrons und Garibaldis, dieses und sprach so sehr gegen die Wahrscheinlichkeit einer Unterstützung der geplanten Strafegpedition Fürsten mörder, daß ich mich fah, dringend zu warnen. Ich warnte aber auch vor dem ganzen Projekt, das ich als abenteuerlich und gefährlich bezeichnete und riet, den Desterreichern Mäßigung anzuempfehlen, da ich nicht an Lokalisierung des Konfliktes glaubte. anderes Die beranlaßt gegen Herr von Jagow antwortete mir. Rußland sei nicht bereit, etwas Gepolter würde es wohl geben, aber je fester wir zu Desterreich ständen, um so mehr würde Rußland zurückweichen. Desterreich beschuldigte uns schon so der Flaumacherei und so dürften wir nicht Ineifen. Die Stimmung in Rußland würde anderseits immer deutschfeindlicher, und da müßten wir es eben ristieren. Angesichts dieser Haltung, die, wie ich später erfuhr, auf Be richten des Grafen Pourtalès fußte, daß Rußland unter feinen Umständen sich rühren werde, und die uns veranlaßten, den Grafen Berchtold zu möglichster Energie anzufeuern, erhoffte ich die Rettung von einer englischen Bermittlung, da ich wußte, daß Sir Ed. Greys Einfluß in Petersburg im Sinne des Friedens zu verwerten war. Ich benuste daher meine freund. Es war also überhaupt kein Vorschlag, sondern eine Frage ohne Verbindlichkeit, da, wie ich früher schon gemeldet, bald darauf unsere Besprechung stattfinden sollte. Die Nachricht wurde aber in Berlin, ohne erst die Unterredung abzuwarten, zur Grundlage einer weitgehenden Aktion gemacht. Dann kam der Brief des Herrn Poincaré, der Brief Bonar Laws, das Telegramm des Königs Albert. Die Schmantenden wurden im Stabinett bis auf drei Mitglieder, die austraten, umgestimmt. Ich hatte bis zum letzten Augenblick auf eine abwartende Sal tung Englands gehofft. Auch mein französischer Kollege fühlte fich feineswegs sicher, wie ich aus privater Quelle erfuhr. Noch am August hatte der König dem Präsidenten ausweichend geantwortet. in dem Telegramm aus Berlin, das die drohende Kriegsgefahr anfündigte, war aber England schon als Gegner mitgenannt. Man rechnete also bereits in Berlin mit dem Kriege gegen England. Wohnung. Auf seinen Wunsch war ich hingegangen. Er war tief Vor meiner Abreise empfing mich am 5. Sir Ed. Grey in seiner bewegt. Er sagte mir, er werde stets bereit sein, zu vermitteln: We don't want crush Germany"( wir wollen Deutschland nicht zerschmettern). Diese vertrauliche Unterredung ist leider veröffentlicht worden. Damit hat Herr von Bethmann Hollweg die legte Möglichkeit zerstört, über England den Frieden zu erlangen. Bon amtlicher Seite wurde gefliffentlich verbreitet, ich hätte mich durch Sir Ed. Grey täuschen lassen, denn wenn er den Krieg nicht gewollt, würde Rußland nicht mobilisiert haben. Graf Pourtalès, auf deffen Berichterstattung man sich verlaffen konnte, follte geschont werden, schon wegen seiner Verwandtschaft. Er habe ich großartig" benommen, er wurde begeistert gelobt, ich um so fchärfer getadelt. Staatsmann nach achtjähriger Amtszeit in Petersburg. Die ganze ,, Was geht denn Serbien Rußland an?" sagte mir dieser Sache sollte eine britische Tüde sein, die ich nicht gemerft. 3m Amte erklärte man mir auch, im Jahre 1916 wäre es doch zum Siege gekommen, dann wäre Rußland„ fertig", daher sei es besser jckt. Schuldfrage. Wir haben, wie aus allen amtlichen Veröffentlichungen hervorgeht und auch durch unser Weißbuch nicht widerlegt wird, das durch feine Dürftigkeit und Lückenhaftigkeit eine schwere Selbstanklage darstellt, 1. Den Grafen Berchtold ermutigt, Serbien anzugreifen, obwohl kein deutsches Interesse vorlag und die Gefahr eines Weltkrieges uns bekannt sein mußte- ob wir den Wortlaut bes Ultimatums gekannt, ist völlig gleichgültig-; 2. in den Tagen zwischen dem 23, und 30, Juli 1914, als Herr Safonow mit Nachdruck erklärte, einen Angriff auf Serbien nicht bulben zu können, die britischen Vermittlungs= vorschläge abgelehnt, obwohl Serbien unter russischem und britischem Drude nahezu das ganze Ultimatum angenommen batte und obwohl eine Einigung über die beiden fraglichen Punkte leicht zu erreichen und Graf Berchtold sogar bereit war, sich mit der serbischen Antwort zu begnügen; 3. am 30. Juli, als Graf Berchtold einlenken wollte, und ohne baß Oesterreich angegriffen war, auf die bloße Mobilmachung Rußlands hin ein ultimatum nach Petersburg geschickt und am 31. Juli den Russen den Krieg erklärt, obwohl der Zar fein Wort verpfändete, solange noch unterhandelt wird, keinen Mann marschieren zu lassen, also die Möglichkeit einer friedlichen Beilegung gefliffentlich vernichtet. Es ist nicht zu verwundern, wenn angesichts dieser unbestreit. baren Tatsachen außerhalb Deutschlands die gesamte Kulturwelt uns die alleinige Schuld am Weltkriege beimißt. Feindlicher Standpunkt. Ist es nicht begreiflich, daß unsere Feinde erklären, nicht eher ruhen zu wollen, bis ein System vernichtet ist, das eine dauernde Bedrohung unserer Nachbarn bildet? Müssen sie nicht sonst befürchten, in einigen Jahren wieder zu den Waffen greifen zu müssen und wieder ihre Provinzen überrannt und ihre Städte und Dörfer beherrschte, der den Krieg als Gelbstzwed verherrlicht und nicht als bernichtet zu fehen? Haben diejenigen nicht recht behalten, die weislagten, daß der Geist Treitschkes und Bernhardis das deutsche Volt Uebel verabscheut, daß bei uns noch der feudale Nitter und Junker, die Kriegerkaste regiere und Jdeale und Werte gestalte, nicht aber der bürgerliche Gentleman, baz bie Liebe zur Mensur, die die akademische Jugend befeelt, auch denen erhalten bleibt, die die Geschicke deS Volkes leite«? Hatten nicht die Ereignisse in Zaber« und die parlamentarischen VerHand- y langen des Falles dem Anstand gezeigt, wie staatsbürgerliche Rechte und Freiheiten bei uns bewertet werden, wenn militärische Macht- fragen entgegenstehen? In die Worte Euphorions kleidete der geistvolle, seither der- swrbene Historiker Gramb, ein Bew-undcrer Deutschlands, die deutsche Auffassung: .Träumt Ihr den Krieg? Träume, wer träumen mag, Krieg ist das Losungswort! Sieg, und so klingt es fort." Der Militarismus, eigentlich eine Schule des Volkes und ein Instrument der Politik, macht die Politik zum Instrument der Militärmacht, wenn der patriarchalische Absolutismus des Soldaten- königtums eine Haltung ermöglicht, die eine militärisch-junkerlichen Einflüssen entrückte Demokratie nicht zulassen würde. So denken unsere Feinde, und so müssen sie denken, wenn sie sehen, daß trotz kapitalistischer Industrialisierung und trotz sozia- listischer Organisierung die Lebenden, wie Friedrich Nietzsche sagt, noch von den Toten regiert werden. Das vornehmste feindliche Kriegsziel, dir Demokratisierung Deutschlands, wird sich verwirklichen! Unsere Aukunfi. Heute nach zweijährigem Kampfe kann es nicht mehr zweisel- Haft sein, daß wir auf einen bedingungslosen Sieg über Russen, Engländer, Franzosen, Italiener, Rumänen und Ameri- kaner nicht hoffen dürfe«, mit dem Niederringen unserer Feinde nicht rechnen können. Zu einem Kompromitzfrieden gelangen wir aber nur auf Grundlage der Räumung der besetzten Gebiete, deren Besitz für uns überdies eine Last und Schwäche und die Gefahr neuer Kriege bedeutet. Daher sollte alles vermieden werden, was denjenigen feindlichen Gruppen, die für den Kompromißgedanken vielleicht noch zu gewinnen wären, den britische« Radikalen und den russischen Reaktionären, ein Ei« lenken erschwert. Schon von diesem Gesichtspunkte aus ist das polnische Projekt ebenso zu verwerfen, wie jeder Eingriff in belgische Rechte oder die Hinrichtung britischer Bürger, vom wahnwitzigen U-Boot-Plane gar nicht zu reden. Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser. Richtig, also nicht in Polen und Belgien, in Frankreichund Serbien. DaS ist die Rückkehr zum Heiligen Römischen Reich, zu den Irrungen der Hohenstaufen und Habsburger. Es ist dies die Politik PlantagenetS, nicht die der Drake und Raleigh, Nelson und Rhades. Drribundpolitik ist Rückkehr zur Vergangenheit, Mkehr von der Zukunft, dem Imperialismus, der Weltpolitik. Mtteleuropa ist Mittelalter, Berlin— Bagdad eine Sackgass«, nicht der Weg ins Freie, zu unbegrenzten Möglichkeiten, zur Weltmission des deutschen Volkes. Ich bin kein Gegner Oesterreichs öder Ungarns oder Italiens und Serbiens oder irgendeines anderen Staates, sondern nur«in Gegner der Dreibundpolitik, die uns von unseren Zielen ablenken und auf die schiefe Ebene der Kontinentalpolitik bringen mußte.' Sie war nicht deutsche, sondern k. u. k. Hauspolitik. Die Oesterreicher hatten sich daran gewöhnt, das Bündnis als einen Schirm zu be- trachten, unter dessen Schutz sie nach Belieben Ausflüge in den Orient machen konnten. Und welches Ergebnis des Völkervingens haben wir zu ge- wärtigen? Die Vereinigten Staaten von Afrika werden britisch sein, wie die von Amerika, Australien und Ozeanien. Und die la- teinischen Staaten Europas werden, wie ich schon vor Jahren sagte, in dasselbe Verhältnis zu dem Vereinigten Königreich geraten, wie die lateinischen Schwestern Amerikas zu den Vereinigten Staaten. Der Angelsachse wird sie beherrschen. Das durch den Krieg erschöpfte Frankreich wird sich nur noch enger.an Großbritannien anschließen. Auf die Dauer wird auch Spanien nicht wider- stehen. Und in Asien wird der Russe und der Japaner sich ausbreiten mit seinen Grenzen und Sitten, und der Süden wird den Briten bleiben. Di« Welt wird den Angelsachsen, Russe« und Japanern gehören und der Deutsch« allein blei- ben mit Oesterreich und Ungarn. Seine Machthcrrschaft wird die des Gedankens und Handels sein, nicht aber die der Bureaukraten und Soldaten. Er war zu spät erschienen, und die letzte Möglichkeit, das Versäumte nachzuholen, eil» Kolonialreich zu gründen, hat der Weltkrieg�vernichtet. Denn wir werden die Söhne JaweS nicht verdrängen, das Programm des großen Rhodts wird sich erfüllen, der in der AuS- bveitung des Britentums, im britischen Imperialismus das Heil der Menschheit erblickte. Du regere imperio populos Romsuo, tnemento. Hae tibi emut artea: paoisque imponere morem, Parcero subjectis et debellare superbos. (Du sollst die Völker im Römerreiche regieren. Deine Kunst wird Hn, Friedenssitten zu erzwingen, die Unterworfenen zu schonen und die Hochmütigen deS Krieges zu entwöhnen.) Reichstag. HS. Sitzung. Dje n s t a g. den 19. März ISIS, vormittags 11 Uhr. Am BundeSratStisch: W a l l r a f. Anfrage«. Abg. Dr. Müller-Meiningen in Berüh« rung gekommen bin, immer sehr sympathisch gewesen. Das ist aber kein Grund, die falsche Politik, die die baltischen Barone zusammen mit dem Zarentum getrieben haben, unter dem Schutz des Deutschen Reiches zu neuem Leben zu erwecken Die Entschließungen des kur- ländischen Landesrats, der unter dem Druck des Komma n- dos Oberost gewählt und vo«diesem bestätigt ist, werden eben- fall» von der militärischen Gewalt bestimmt, die Letten sind stet» für ein selbständiges lettisches Staatswesen eingetreten; dasq Kommando Oberost aber hat ihnen suggerieren wollen, ein selb-' ständiges einheitliches baltisches Staatswesen zu fordern. Das gelang aber in einer lettischen Versammlung nicht und daher wurde die kurländische Laudesversammlung benutzt, in der die Letten nilr in geringer Minderzahl vertreten sind, und diese Vertreter sind auch noch ernannt von den Gemeindevorstehern, die selbst wieder von der deutschen Verwaltung ernannt worden sind.(Hört, hör!! bei den U. Soz.) Das ist natürlich keine Vertretung des kurländi« schen Volkes. Es heißt mit dem Begriff der Volksvertretung Schindluber treiben, wenn min diese Versammlung als Volksvertretung anerkennt.(Leb- hafte Zustimmung bei den U. Soz.) Die so zustande gekommene Versammlung Hai eine kurländische Herzogswürde dem Deutschen Kaiser angetragen. Wenn er wirklich kurländischer Herzog wird, nach welchen Grundsätzen soll der gute Mann denn dort re- gieren?(Vizepräsident Dr. Paasch«: Darüber brauchen Sie sich den Kopf nicht zu zerbrechen. Wir haben es hier mit dem russischen Friedensvertrag zu tun.) Ich muß dar- auf eingehen können, weil durch die ganze Art der Verwaltung in Oberost eine tiefe Feindschaft der Esten und Letten gegen alles, was deutsch heißt, hervorgerufen»erden muß. Die Militärbehörde hat ein« Bekanntmachung erlassen, daß alle roten Gardisten und Angehörige bolschewistischer Bande«, wenn sie er- griffen werde«, gehängt werden sollen. Es sind das russische Truppen einer russischen Regierung und dieser Befehl ist ein direkter Bruch de? Völkerrechts. (Vizepräsident Dr. Paasche: ES handelt sich hier nicht um russische Truppen; ich rufe Sie zur Ordnung!) Sie haben sich nicht in dir sachliche Debatte einznmischen und kein Recht zu diesem Ordnungruf! Vizepräsident Dr. Paasch«: Ich verbitte mir die Kritik meiner Geschäftsführung und halte den Ordnungsruf aufrecht.(Leb- bafte Zwischenrufe und Große Erregung bei den U. Soz.— Abg. Lcdebour protestiert lebhaft gegen die Ausführungen des Vizepräsidenten, dieser wiederholt unter andauerndem Läuten der Glocke seine Anordnungen und kündigt an, er werde das Haus befragt n, ob es den Redner weiterhören wolle. Schließlich bittet er um Ruhe für den Redner.) Abg. Lcdebour(fortfahrend): Mit der bolschewistischen Äegie- rung hat die deutsche Reichsregierung verhandelt und gegen die bolschewistischen Truppen geht man in solcher Weise vor. Die unglaubliche alldeutsche Taktik, uns mit allen Ländern zu verfeinden, zeigt sich auch bei der Behandlung der Polenfrage. Mit Finnland haben wir uns gar nicht im Krieg befunden. Der deutsche Einmarsch in Finnland bedeutet nichts, als den nackten Schutz der kapitalistischen Interessen gegen die rechtmäßige sozio- listische Regierung in Finnland. Die armenische Frage ist hier noch gar nicht berührt worden. Die Bezirke Erdehon. Kar» und Batum sollen der Türkei überantwortet werden. Die große Mehr- zahl der Bevölkerung ist aber armenisch und georgisch und sieht jetzt der Ausrottung durch die Türken entgegen. Schon jetzt haben die Türken in Türkisch-Armenien über eine Million christliche Armenier aus Glaubenshaß ausgerottet. 'Hört, hört!) Die deutsche und österreichische Regierung darf es daher nicht dulden, daß türkische Truppen jetzt in diese Gebiete ein- ziehen. Möge man diese Gebiete sich dem neuen kaukasischen Bun- desswat angliedern lassen! Es ist eine Ehrensache der deutschen Regierung, neue Armenier-Metzeleien zu verhin- der». Die Resolution des 19. Juli wird durch diese Friedensver- träge zu einem Fetzen Papier, mit dem Sie nichts mehr an- ängen können, selbst in dieser papierarmen Zeit.(Heiterkeit.— Abg. Erzberger: Freiheit der Völker!) Ich habe Ihnen dargelegt. welche Vergewaltigung dieser Friedensvertrag bedeutet, und da kommt dieser harmlose Mann(Große Heiterkeit) und stöhnt als letztes Rettungswort heraus: Freiheit der Völler.(Heiterkeit.) Aus dieser gräßlichen Blamage kommen Sic nur heraus, wenn Sie sich aus verschleierten Annexionistein zu offenen Annexionisten be- kennen. Wir werden überall den Kampf gegen den AnnexioniSmus aufnehmen.(Bravo! bei den U. Sozialdemokraten.) Abg. Fürst Radziwill lPole): Wir sind immer für eine ehr- lichc dauernde Verständigung mit dem deutschen Volke eingetreten und begrüßen e« mit Genugtuung, daß die lieber- zeugung der Notwendigkeit dieser Verständigung Gemeingut -er großen Mehrheit des deutschen Volkes zu wer- den scheint. Bei gegenseitigem guten Willen soll es unserer; eitS nicht fehlen.(Bravo.) Abg. Mumm(Deutsche Fraktion): Herr Ledebour pflanzt noch am Grabe Niederbarnims die Hoffnung auf. Nieder- barnim war die Antwort auf die Ablehnung deS ersten Friedens- Vertrags. Redner tritt des weiteren lebhaft für die Anglie- derung des gesamten baltischen Landes bis zum " e i p u s s e e an Deutschland ein. Abg. Hanssen(Däne): Die Aländer wünschen� die Wieder- Vereinigung mit Schweden. 95 Proz. der volljährigen Ein- wohner Alands haben sich für den Anschl uß an Schweden ausgesprochen. Sie haben die Bitte an Schweden, Fiünland und Deutschland gerichtet, für diese Angliederung bei den Friedens- Verhandlungen einzutreten. Ich hoffe, daß das geschehen wird. t Die Friedensverträge gehen an den HauptauSsch uß. Es folgt die erste Beratung des neuen kriegskreüits von 15 Mlliaröen. Reichsschatzsekretär Graf Roedertt: Die neue Vorlage ist bedingt durch den gesteigerten Be- darf des Heeres. Das sog. Hindenburg-Programm hat jetzt (eine volle Auswirkung bekommen Di« bisherigen Kriegs- kosten berechne ich auf 550 Milliarden. Davon entfallen mindestens 370 Milliarden auf die Entente. Auf de« Kopf der Bevölkerung be- rechnet stellen sich die Kriegskosten für Deutschland auf 16110 Mark, für England auf 2400 Mk., für F r a n k r e i ch auf 2500 Mark. Wir können uns jetzt mit ungcschwächter Kraft nach Westen wenden. In England und Frankreich sind die letzten Kriegskredite fast einstimmig bewilligt. Wir sind zweifellos der letzten Viertel st undedes Kriegs, von der Clemenceau sprach, nicht mehr fern. Mit atemloser Spannung sieht die Welt der Eni- Wicklung der Ereignisse auf dem Kriegsschauplatz im Westen ent- gegen. Wir können dieser Entwicklung mit vollstem Vertrauen ent- gegensehen.(Lebh Beifall.) Abg. Haas«(U. Soz.): Meine Freunde werden aus grundsätz- lilchen Erwägungen gegen die Kredite stinimen. Damit ist die erste Lesung' erledigt; in der zweiten Lesung wer- den die Kredite debattenlos erledigt. Da» HauS vertagt sich auf Mittwoch 3 Uhr.(Zweite Lesung hcS Postscheckgesetzes. Daimler-Angelegruhrit.) Schluß 6 Uhr. Groß- Berlin Der Haushaltsplan des Verbandes Groß- Berlin. So lebt man in Berlin W.! nicht schnell genug zu befreien und er wurde überfahren. Dem Bedauernswerten wurden der linke Arm und das linke Bein ober halb des Knies glatt abgetrennt. Der Verunglückte wurde sofort nach dem Königin- Elisabeth- Hospital geschafft und ist dort seinen schweren Verlegungen erlegen. die Wildau. Morgen von 5-7 Uhr findet im Lokal von Rielebusch Gemeindevertreterwahl der III. Abteilung statt. Kandidat der Sozialdemokratischen Partei ist der Genosse Raufmann B. Scholz, Wildau. Die Barteigenossen und Bortvärts"-Refer von Wildau- Hoherfehme werden ersucht, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und unserem Kandidaten ihre Stimme zu geben. Königswusterhausen- Wildau. Mitgliederversammlung heute abend 7 Uhr im Lokal von Schumann, Wildau. Tagesordnung. Briefkasten der Redaction. Wichtige Der Verbandsversammlung Groß- Berlin ist der Entwurf zum Haushaltsplan für 1918 zugegangen. Infolge der Kriegsteuerung Schöneberg. Die Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich hat sich eine Mehrbelastung der Gemeinden und Kreise gegenüber am Montag mit dem von den Unabhängigen gestellten Antrag, der dem Vorjahre nicht vermeiden lassen; die Umlage mußte um von der sozialdemokratischen Fraktion unterstützt wurde, wonach der 160 715 M. auf 370 495 M. erhöht werden. Der Haushaltsplan Magistrat aufgefordert wurde, gegen die Beschränkung des Vereinsfchließt in Einnahme und Ausgabe mit 5 454 895 M. ab, was gegen und Versammlungsrechts durch das Oberkommando anläßlich des 1917 ein Mehr von 1189 800 M. bedeutet. An Abgaben der Ver- letzten Streifs Einspruch zu erheben. tehrsgesellschaften, die jedoch den einzelnen Gemeinden wieder Bernstein( Unabh. Soz.) hob in der Begründung hervor, daß bergütet werden, find 5 Millionen oder 1 087 000 m. die qualifizierten Arbeiter der Großbetriebe in den Streit getreten mehr als im Vorjahre in den Haushaltsplan eingestellt, sind, um den Frieden mit der Republik Rußland schneller zu fördern. weil sich der Straßenbahnverkehr außerordentlich vermehrt hat. Auch das Verhalten der Parteien, besonders der ganz rechts stehenEine neue Beihilfe von 10 000 m. soll dem Deutschen Reichs- den, in der Wahlrechtsfrage gab Anlaß dagegen zu demonstrieren. Wir machen darauf aufmerksam, daß briefe Antworten nicht erDie brieflichen Anfragen mehren sich in letter Zeit ungeheuer ausschuß für Olympische Spiele zu den Unterhaltungskosten des Drei Tage sollte gestreift werden. Das Oberkommando glaubte aber teilt werden können. Die Beantwortung der egen fann nur Stadions im Grunewald bewilligt werden. Hierdurch soll eine durch brutales Vorgehen dem Streit ein schnelles Ende machen zu durch den Briefkasten unter angegebener Chre erfolgen. bessere Ausnutzung des Stadions für die Turn- und Sportvereine müssen. Es wurde auch geschossen. Wären die Groß- Berliner Be-.. 50. Die Wirtschaft erbt die Schwägerin im voraus. An dem Groß- Berlins erreicht werden. Als Ruhegehalt des Verbands- hörden ebenso ruhig geblieben wie die anderer Städte, so wäre alles übrigen Maclay baben die Mutter und die Geschwister zur Hälfte Erbdirektors Dr. Steiniger find 16 880 M. eingestellt; für Kriegs- glatt vonstatten gegangen. Das Vereins- und Versammlungs cecht teuerungszulagen an Beamte und Angestellte des Verbandes werden sei eine alte liberale Forderung; darum sollen die städtischen Körper- Unterhaltsgeld für die Ehefrau hodein. Benn das Geld nicht an thre anspruch. 9. 5., Straßmannstvaße. Es kann sich doch dann nur um 30 000 m. gefordert. Der Voranschlag für das Dauerwald- schaften gegen das Vorgehen des Oberkommandos Einspruch erheben. Adresse gelangen konnte, so wird sie sich schon melden, bestraft fönnen Sie gebiet des Verbandes, das wiederum feinen Zuschuß der beteiligten Gemeinden und Kreise erfordert, schließt in Einnahmen sammlungsrecht so gebeugt wurde. Heile( Lib. Fraktion) sprach sein Bedauern aus, daß das Ver- deshalb nicht werden. Einer Heirat steht nichts im Sege.. Sch. 100. Mit diesem Streit haben die Sa, die Frau soll sich als Selbstzahlerin sofort bei der Stasse melden. An und Ausgaben mit 1 436 800 M. ab. Als außerordentliche Ausgabe Liberalen nichts zu tun gehabt und ihn deshalb abgelehnt. Die pruch auf Strantenunterstützung besteht aber nach der 26. Woche trotzdem nicht. werden 60 000 M. zur Erwerbung des Freibades Müggel- Streifenden waren sich der Gefährlichkeit ihres Handelns gar nicht ungeklärt, die stohlensteuer hat der Mieter zu zahlen, der Birt ist aber an 2. C. 7. Die Frage über die Zahlung der Kolssteuer ist vollständig see durch den Verband ausgeworfen. bewußt. Die eigene Person, die Familie, die Kämpfer im Schüßen- einen gewissen Nachweis gebunden, der zur Einziehung der Sohlensteuer erst. graben sette man rücksichtslos aufs Spiel, um dem Ausland eine berechtigt. 100 G. G. Nein. konn.. R. Wenden Sie sich an In einem Gewerbegerichtsprozeß, den ein entlassener Ober- es darauf an, daß ihr Leben dem Feinde nicht schutzlos und leicht unterſtüßung gewöhnlich nur eine Zeitlang weitergezahlt oder nur ein Teil Freude zu bereiten. Für die Kämpfenden draußen im Graben kommt das Kriegsministerium in Berlin. 23. St., Pieberschönhausen. Nein. M. T. 21. Wenn sich die Frau im Krankenhause befindet, wird die feliner gegen den Inhaber das Weinrestaurants Paulig, fertig durch Munitionsverweigerung ausgeliefert wird. Die deutsche Bellevuestraße, führt, wurde eine umfangreiche Beweisaufnahme Regierung steht in jeder Beziehung rein da. Selbst für die inneren hat. Es würde sich empfehlen, wenn die Frau die Angelegenheit nach ihrer zur Bestreitung der Micte, da die Frau ja den Unterhalt im Strankenhause darüber veranstaltet, ob der Kläger- wie der Beklagte als Ent- Reformen war der Streit falsch, denn die Regierung hat gezeigt, Entlassung aus dem Krankenhause bei der Steuerfasse selbst regelte. lassungsgrund angab Gäste geneppt" habe. Unter anderem wie energisch sie zu dem Wahlrecht steht. Die Liberalen sind für Abonnent Zawodzie. Darüber gibt es teine allgemeine Vorschriften, wurde ein Zeuge Damsch vernommen. Er trug Marineuniform mit das Vereins- und Versammlungsrecht, lehnen jedoch den Antrag ab. das liegt im Beileben des Vorgesetzten. Dressen. 1. Nein. 2. Kosteit Unteroffiziersabzeichen, muß aber in seinem Zivilberuf auf Genosse üter unterstrich die Auffassung des Vorstandes der entstehen dadurch, in welcher Höhe können wir nicht angeben, jedenfalls leichte Weise sehr viel Geld verdienen, denn er hat Sozialdemokratischen Partei und der Leitung der Freien Gewerk- find sie nicht sehr erheblich. 3. Ja. 2. S. 40. Stet. Darüber haben feiner Angabe nach in dem genannten Weinrestaurant schaften, die wiederholt im Vorwärts" wiedergegeben ist. Selbst 15. der letzte Termin, Sie können natürlich auch schon am 1. zum 1. Sie als Vater zu bestimmen. 2. G. 148. Für die Kündigung ist der an einem Abend eine Zeche in Höhe von 358 M. gemacht. Zwar wenn die Zahl der Streifenden nicht größer war als behördlich ge- fündigen. batte ihm so sagte der Zeuge 2. 51. Für das Kind wird unterstügung nicht gewährt, da der Oberkellner drei Flaichen schätzt wurde, war es dennoch Pflicht der Regierung, die Arbeiter der Gefallene ja nicht der Vater ist. Seft mehr in Rechnung gestellt als serviert waren. Aber weil sich zu hören. Die Regierung hatte den Geist der Stunde nicht erfaßt Unterstüßung wird noch für einen halben Monat nach der Entlassung aus N. V., Nalboldsgrün. 1. Die in der Gesellschaft des Zeugen ein Hauptmann und eine vornehme und durch diese Schwäche glaubten die nachfolgenden Behörden freies dem Heeresdienste gezahlt, vom nächsten Zahlungstage an gerechnet. Dame befand, so habe er fein Aufiehen erregen wollen und Spiel zu haben. Wenn Vorwürfe zu erheben wären, dann gegen alle Bemühungen, in der Sache werben zwecklos sein, da der An2. Ja, da die Unterfügung zu linrecht gezahlt wurde. die falsche Rechnung nicht beanstandet. Er habe 400 Mart jene, die den Arbeiter, der zum Streif griff, nicht verstanden haben. auf den Tisch gelegt und weil der Kellner nicht Miene spruch bereits verjährt ist. Verjährung trat nach einem Jahre ein.. machte, etwas herauszugeben, so habe er ihm die 42. als Barteien, ganz gleich welcher Richtung, zu jeder Zeit gestattet sein. fie invalid ist. Für die schulsflichtige Schwefter erhält sie die Waisenrente. Das Veceins- und Bersammlungsrecht muß gewährleistet und allen M. C. 92. Der Mutter steht eine Witwenenie nur dann zu, wenn Trinkgeld überlassen. In einem anderen Falle forderte der Kellner Diesem Vorgehen sollten sich auch die städtischen Körperschaften anvon dem Zeugen 75 Mart für ein Entretot. Das ist Die Nente wird von dem Todestage an nachgezahlt, wenn jest erst die eine Bortion Rindelende mit Gemüſe. Todeserklärung erfolgte. Der Antrag ist beim Bersicherungsamt einzu Da dies Gericht nicht auf schließen und dem Antrage einstimmig zustimmen. reichen. Es würde sich nicht empfehlen, wenn Sie den Antrag von hier der Speisenkarte stand, glaubte der Zeuge, der Kellner fordere in aus einreichen. Die Mutter kann den Antrag persönlich am Wohnort beim betrügerischer Absicht diesen hohen Preis. Er ließ den GeschäftsGemeindevorsteher oder bei Der Gemeindeverwaltung stellen. führer rufen. Dieser bestätigte aber, daß der Kellner den richtigen F. H. Cöpenick. Wir glauben nicht, daß der Hauswirt zur Herstellung Preis gefordert habe. Das Fleisch fönne ja nur mit großen der Gasverbindungsleitung verpflichtet werden fam. Sie würde in diesem Schwierigkeiten und hohen Selbstkosten beschafft werden. Auf keinen Fall können Sie den Betrag lasse sich das Entrekot nicht billiger als mit 75 M. abgeben. Der von der Miete abziehen. Bamberg Leachim 479. 25,- M. EntZeuge zahlte hiernach anstandslos den geforderten Preis. Fleisch bindungsgeld, 8 Wochen pro Tag 1,50 M. Wochengeld und eventuell marken brauchte er natürlich nicht abzugeben. 12 Wochen pro Tag 0,50 M. Stillgeld. Die Unterstübung wird toöchentlich gezahlt. Striegsunterstüßung ist vom Tage der Geburt an zu zahlen. Beerbält die Striegerwitwe bis zu 1000 M. Abfindung bei Wiederverheiratung. schwerde ist an den Landrat zu richten. Kohlhaase. Bei Bedürftigkeit Da Sie Ihre Adresse nicht angegeben haben, tönnen wir Ihnen die Städtische Fürsorgestelle, bei der der Antrag zu stellen ist, nicht mitteilen. B. B. 1. In diesem Falle müßte wohl Seriegsdienstbeschädigung. augenommen werden. Wegen Erledigung Ihres Renfenantrages wenden Sie sich zunächst noch einmal an das Bezirkskommando. C. 2. 10. Erkrankungen der Haut, Plattfuß, augemeine Störperschwäche. Arbeitsverwendungsfähig für die Heimat bis 1. 5. geschrieben, chronische 3. 1. Sa. Gegen die Möbelnot, Oberbürgermeister Dominicus betonte, daß der Magistrat fich nicht für zuständig erklären könne und selbst aus fachlichen Gründen gegen den Antrag sei. Er unterstützt dann ferner die Ausführungen des Stadtverordneten Heile. Die Versammlung lehnt hierauf den Antrag gegen die Stimmen der fozialdemokratischen Fraktion und der Unabhängigen ab. Falle zu Ihren Lasten gehen. Deshalb Neukölln. Freitag, den 22. März 1918, abends 8 Uhr, findet in der Aula der Realschule in der Boddinstraße eine Theatervorstellung statt, die von der örtlichen Organifation durch den Verband zur Förderung deutscher Theaterfultur die schon jetzt sehr fühlbar ist, aber bei Beendigung des Krieges veranstaltet ist. Zur Aufführung gelangen drei musikalische Hausnoch bedeutend zunehmen wird, hat auf Anregung des Ministers für fomödien. Die Befucher dürfen mit einem heiteren und genußHandel und Gewerbe der Groß- Berliner Kleinwohnungsverein eine reichen Abend rechnen. Der Eintrittspreis beträgt 1 M. pro Gesellimaft Hausrat ins Leben gerufen. Sie ist ein Perion. Eintrittskarten sind bei allen Bezirksführern sowie in den gemeinnüßiges Unternehmen, an dem die Provinz Brandenburg, die Vorwärts"-Speditionen( Neckarfir. 2 und Siegfriedstr. 28/29) zu Kreise Teltow und Niederbarnim, die Städte Lichtenberg, Neukölln, haben. Da die Nachfrage nach Karten groß ist, empfiehlt es sich, Charlottenburg, Wilmersdorf und mehrere Großindustriefirmen, wie die Karten möglichst früh zu entnehmen. Borsig, Siemens, A. E. G., Daimler, Löwe u. a. beteiligt sind. Den notwendigen Hausrat sich mit nicht zu großen Kosten zu beschaffen, " 3. 51. Deutsche Gesellschaft für ethische Kultur. Freitag, den 22. d. M., Chrtritt frei. Dr. Rudolf Benzig über: Militarismus und Friede abends 8 Uhr, spricht im Bürgerfaale des Berliner Rathhe Wetteraussichten für Verkäufe Hermannwill die Gesellschaft den minderbemittelten Neubermählten erteilung von Marmelade ohne vorherige Anmeldung gegen AbLichtenberg. Lebensmittel. Es beginnt fegt eine weitere Ver möglichen, die nach dem Striege ihren Hausstand einrichten trennung der Abschnitte 13 und 14 der gemeinsamen Lebenmittelmüssen. Sie hat bereits eine Anzahl von Zimmer- und Küchenein- tarte. Abschnitte 13 J und 14 J der Lebensmittelfarte für Jugendrichtungen ale Muster anfertigen lassen, um sie in einer Dauerliche werden zurzeit nicht beliefert. Auf den Kopf der Bevölkerung wollig, im Westen und längs der ganzen Stüfte leichte Stegenfälle, in östdaš mittlere orddeutschland bts Donnerstag mittag. Sehr mild und zeitweise heiter, jedoch vorwiegend ausstellung zu zeigen, die heute eröffnet wird. Was wir bei entfallen 30 Gramm pro Tag und gelangen insgesamt 750 Gramm einer Vorbesichtigung dort jahen, wedt gute Hoffnungen für die zur Ausgabe, die für den Versorgungsabschnitt bis 15. April bes lichen Binnenlande größtenteils trøden. Leistungen der Gesellschaft. Die Möbel, angefertigt nach Entwürfen stimmt sind. Der Breie für das Pfund beträgt 92 Pf. Die Ahvon Künstlern, sind einfach, aber gediegen. Sie werden manchem, schnitte 13 und 14 behalten ihre Gültigkeit bis zum 15. April d. J. dessen Geschmack durch lächerlich prunkenden Schund der Möbelindustrie verbildet ist, vielleicht zu schlicht scheinen. Aber zu den Zielen der Gefellschaft gehört auch, den Geschmack auf diesem GeSpandan. Zur Kürzung der Milchration fchreibt der Magistrat: biet zu bessern und Freude an gediegenem Hausrat zu erwecken. Es ist bekannt geworden, daß verschiedene Milchgeschäfte sämtliche Die Preise der ausgestellten Wohnungseinrichtungen betragen 535 Marken von den Milchkarten ihrer Kundschaft zurückbehalten, auch bis 655 M. für ein Zimmer und 284 M. für eine Küche. Der Kauf- wenn sie nur einen Teil der Milchmenge verabfolgen, auf welche preis foll entrichtet werden entweder durch sofortige volle Barzahlung die Marke lautet. Die von der Stadt bewilligte Milchprämie von oder durch Abzahlung mit einem Aufschlag, wobei dem pünktlichen Ab- Pf. pro Liter kann nur für die tatsächlich auf Grund von Milchzahler die lente Mate erlaffen wird. Stirbt vor Schluß der Abzahlung werden darauf aufmerksam gemacht, daß fie fich des Betruges farten ausgegebene Milchmenge gefordert werden. Die Geschäfte der Käufer, so gehen die Möbel ohne Weiterzahlung in den Besitz feiner Frau über. Nur Personen, deren Jahreseinkommen nicht schuldig machen, wenn die Milchmarten, auf welche die volle Menge 5000 M. übersteigt, werden zum Kauf zugelassen. Zur Berhütung Milch nicht verabfolgt ist, zurückbehalten und etwa mit dem Antrag etwaigen Weiterverkaufs im Schleich handel muß der Barläufer auf Gewährung der Prämie einschicken. schriftlich versichern, daß er die Möbel selber benutzen wird. Die Gefellichaft reebnet darauf, daß nach Beendigung des Krieges, wie Wilmersdorf. Lebensmittel. Bon Personen, die mit Erlaubnis ihr Geschäftsführer Diplomingenieur Legier in einem erläuternden des Lebensmittelamtes Kartoffeln von auswärts hier eingeführt Vortrag angab, in Groß- Berlin mindestens 50 000 Einrichtungen für kleine Wohnungen gebraucht werden. Die Fabriken sind auf Waffenfabritation eingerichtet, die bei der Einfachheit der Möbel feine Schwierigkeiten macht. Eine Besichtigung der ausgestellten Muster ist sehr zu empfehlen. Die Ausstellung befindet sich im Hauie Matthäitirchstr. 17 und wird wochentäglich von 9-5 Uhr offen gehalten. Der Zutritt ist unentgeltlich. Milchkühe als Schlachtvieh. haben, werden in letzter Beit vielfach Anträge auf Ersatz durch Frost usw. berdorbener Kartoffeln gestellt. Wie uns das Nachrichtenamt mitteilt, fönnen derartige Anträge nicht berücksichtigt werden, weil bei der Berechnung der Mengen, die der einzelne einführen durfte, bereits in sehr reichlichem Maße der durch Frost usw. zu erwartende Verlust in Anrechnung gebracht worden ist. Da die Reichsbehörden dringend auf allergrößte Sparfamfeit auch im Kartoffelverbrauch verweisen, ist der Magistrat nicht in der Lage, in den bezeichneten Fällen Ersatz zu gewähren. einschließlich Sonntag auf Abschnitt 6 100 Gramm Weizengrieß zur Auf die neue Lebensmittelfarte für Jugendliche gelangen bis Ausgabe. Da zahlreiche Landwirte mit Vorliebe Milchfühe als Schlacht bieh verkaufen, was ihnen höheren Verdienst bringt, die deutsche Wolfsernährung aber erheblich schädigt, so hat sich das KriegsAuf die Lebensmittellarte Berlin- Wilmersdorf bis einschließlich ernährungsamt entschlossen, den Durchschnittspreis für ausgemästete Sonntag, den 24. März, auf Abschnitt 11 50 Gramm Morgentrant ältere und angefleischte Tiere jeden Alters zu ers höhen. Das Kriegsernährungsamt hofft, auf diese Weise die ländlichen( 0,09 M.) und 50 Gramm Sago( 0,12 M.) zur Ausgabe. Patrioten dazu zu veranlassen, daß sie statt der Milchfühe in erhöhtem Maße das Jungvieh abgeben. Unserer Meinung nach wäre es zwedentsprechender gewesen, statt diefer Maßregel, die natürlich eine Steigerung des Kleinhandelsfleischpreises zur Folge haben wird, den Verkauf von gut milchenden Kühen zu Schlachtzwecken einfach bei Strafe zu verbieten. Käseverteilung. Von morgen bis Mittwoch, den 27. März, wird in den am Halleschen Tor gelegenen Bezirken der 21. und 6. Brot fommission pro Kopf 125 Gramm pommerscher Weichfäse berteilt. Der Kaffeeersak auf Abschnitt 9 der Groß- Berliner Kaffeeersatzkarte ist von heute ab erhältlich. Groß- Berliner Parteinachrichten. Tempelhof. Kandidatenaufstellung zur Gemeindewahl. In der letzten Mitgliederversammlung hielt Genosse Ewald einen beifällig aufgenommenen Vortrag über die Aufgaben in der Gemeinde. Er berichtete über die Arbeiten, die unsere Genossen in der Gemeinde= meister ergänzte diese Ausführungen und gab bekannt, daß im vertretung seit Jahresfrist geleistet haben. Genosse Burge Laufe dieses Monats noch zwei Angeseffene für die ausscheidenden Genoffen Wanglit und Burgemeister gewählt werden müssen. Er forderte zur regen Mitarbeit zu diesen Wahlen auf. Auf Vorschlag Jugendweihe. Morgen Donnerstag nachmittag 5 Uhr Burgemeister wiederum als Kandidaten für die fünftige Geder Versammlung wurden einstimmig die Genossen Wanzlik und findet im großen Saale des Lehrervereinshauses, Alexanderplatz, meindevertreterwahl in der dritten Klasse aufgestellt. Die Wahlen eine Einführungsbesprechung für die angemeldeten Kinder statt, finden am Sonntag, den 24. d. Mts., statt. deren vollzähliges Erscheinen erwünscht ist. Auch Einlaßkarten zur bie im Jahre 1914 in den fraglichen zwei Bezirken gewohnt haben, Alle Genossen, Feier sind auf dieser Besprechung zu haben. Die Karten sind im werden ersucht, unseren beiden Kandidaten ihre Stimme zu geben übrigen bei alien Vorwärts speditionen und im Bezirkssekretariat und sich rege an den Wahlarbeiten zu beteiligen. erhältlich. Am Saaleingang findet ein Kartenverkauf nicht statt. Ein tödlicher Unglücksfall hat sich in einem großen Fabrit abends 8 Uhr, im Lokal Pfeifer, Berliner, Ede Dorfstraße. Tempelhof. Mitgliederversammlung Freitag, den 22. März, betriebe in Oberschöneweide zugetragen. Der dort beschäftigte 17jährige Arbeiter Wilhelm Klozte wollte unmittelbar vor einem trag des Reichstagsabgeordneten Hermann Müller über: herannahenden Güterwagen das Gleis der Fabritanichlußbahn Frieden und Freiheit. Vortrag des Genoffen Martin Müller: freuzen, blieb jedoch mit dem Stiefelabfag, in der Weiche steden. Kommunale Angelegenheiten. Aussprache. Borwärts" Leser und Trop framipfhafter Bemühungen bermochte sich der junge Mann Gäfte find bestens eingeladen. 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Ein paar Wirkliche Ketten standen in dem geräumigen Zimmer, über dem schwarzen Marmorkamiu defand sich ein gewaltiger Barockspiegel. An den Wanden hingen einige gute Radierungen, in dunkle Leistein gefaßt. Die Waffen Und Ausrüstungsgegenstände aber waren in Pen beiden tiefen Wandschränken unrergebracht. So daß wir auS unserer Umgebung den. Krieg beinahe fortgetäuscht hatten. In bequemen Lehnstüblen saßen wir um den runden Tisch und erzählten mancherlei. Ein dadtscher Unteroffizier, dann ein junger Leibgrenadier und ich. Es war bereits stark dämch.erig im Raum und!vir vermieden es Licht zu machen; zufrieden damit, daß die Dunkelheit auch unsere Uni- iormen noch dem Auge verdeckte. Doch standen wir alle drei so sehr im Barme des Krieges, daß wir unseren Gesprächsstoff unter der Gewalt schwerer Erlebnisse, unter dorn dumpfen Willen der Nerven iich zu cntlailen. wie in einem Zanberkreise laufend, nur dem Ge- schehe» dar letzte» Monate entnehmen konnten. Wir haßten das Geschehene und sprachen doch nur davon, so erfüllte es unser ganzes Sein.— Ter llnkerofftzier setzte eine frische Zigarre in Brand. Im flak- ke.rnden Lichts des Streichholzes schnitten sich seine, in hundert Kämpfan kantig gewordenen Züge aus dem Halbdunkel. Die Willensfalta um Nasenwintel und M-md schien wie ein tiesschwar- zur Strich. Dan» sprach er weiter; � .Es war eine ganz bestimmte Stvecke. welche wir damals immer zur Ablösung, wollten wir in den Graben, schnall durch- lausen mußten. Denn die Stelle konnte vom Feinde eingesehen werden. Bei Tage war es unmöglich sie zu paffieren. Man wäre mit einem Fauarhagel überschüttet worden. Nachts spielten die Scheinwerfer vom Fort herüber. Oder es schwirrten die Lencht. LiigQln und erhsktten in u�lche. die Scheinlvevfer nicht einzudringen vermochten. So rannten wir also im Zwielichte des Morgens, wenn das künstliche Licht keine Wirkung mehr hat, itnd wenn es für genanoreS Sehen noch zu gran ist, über den Platz. Viele sind dabei mehr geflogen wie gelaufen, wenn sie den- noch vom Franzmanne bemerk wurden. Oder man mußte sich in den Schlamm irgend eines Granatloches werfen und reglos sieze:: b-eiben. Ihr könnt mir glauben, daß an sener Stelle weder Baum noch aü rauch stand. Jeder einigermaßen über dem Boden befindliche Gegenstand war mithin zu bemerken.' . Tort iah ich die Hand eines Morgens zum erstenmal. Nn- (wränx ttt der Mitte sener Stelle geschah es. Die Feinde waren unserer vorgehenden Gruppen ansichng geworden und schössen mit Schrappnells herüber. Sofort lagen wir. Ach wart mich in den Dreck, wo ich ging und stand, daß es spritzte. Nach einiger Zeit hoo ich Vorsicht!g den Kopf, um nach meinen Leuten auszuschauen. Da war die Hand ein paar Meter von mir. Sie ragte beinahe bis zum Ellenbogen senkrecht aus der Erde. Mit etwas, zurückgeb»!. ä/»*—*■- l s- �*v..—.Yf � x;.- 1. ee____. I. j Bogen. Ich kam dann zu-weit van meiner Gruppe ab, suchte mich zau verbessern und stand trotzdem jäh wieder vor ihr. So fügte ich j mich denn in das Unabänderliche. i„Es kam Schnee. Tie Hand starrte schwarz hervor und drohte ' wie über einem Leichentuch. Der Schnee schmolz, und dann gefror -die Erde wieder steinhart. Der Boden klang im Springen unter unseren Füßen. Immer und immer starrte mich die Hand an wie ' ein grauenhaftes lebendiges Wesen, etwas heimtückisch Zuschlag- -bereites. Sie drohte mir bis in meine Träume hinein. Die Nerven sind dort vorne ohnedies bis zum Reißen gespannt. Ich hatte keine | Ruhe mehr vor ihr und ertappte mich darüber, daß ich am hellen Tage im Graben an sie dachte. Sie quälte und thrannisierte meine Nerven auch in der Ruhestellung. An den unmöglichsten Augen- blicken sah ich sie zuletzt vor Augen. Man leidet unter st> etwas mehr wie unter den entsetzlichsten Geschehnissen der Schlacht, welche dock ■ ein Ende nehmen!" Es war mittlerweile sehr dunkel im Zimmer geworden. Der Unteroffizier schwieg und griff nach der auf dem Tische liegenden Streichholzdose. Denn seine Zigarre war erloschen. „Und dann, was geschah weiter mit der Hand?" fragte der stmge Grenadier. „Dann," sagt« der Unteroffizier langsam und seine Stimme klang heiser,»dann bin ich eines Nachts aus dem Graben hinaus- geschlichen und habe sie mit dem Säbel abgebauen. Sie brach wie iGlas!" ! Mich durchscheuerte es und der jung« Gardegrenadier sprach ,!em Wort mehr. Der Unteroffizier entzündete ein Streichholz und i brannte die Zigarre an.' Am flackernden Lichtschein war sein Ge- I ficht farblos wie immer. Aber mir schien es, wie wenn feine Stirue fleucht glänze und' seine-Hände unsicher feien. Ach kann mich aber auch getäuscht haben! WWWW nicht lange Zei noch wenigen Minuten wieder borwäms. „Bei der nächsten Ablösung machten wir einen langen Sprung. Plötzlich im Rennen hielt ich ein. Ich stand wieder vor ihr, prallte an der Gewalttätigkeit ihres Ausdrucks einen Augenblick erschrocken zurück und rannte dam:.um mein warmes Leben"weiter. KH. jedesmal beim Borgehen- zur Ablösung.lah ich. st-.. wieder..-Es war to:e verhext.. Luch andere Kamerad«?» stieße» aus die Hand. ..Me wurde bald. Gejprqch.- Einige der.Rohsren suchten, sie mit zh. Nischen Redensarten aözuwn. Doch sprachen auch sie darüber. Daß dieses geschah, bewies den Eindruck,--«? auch an ihren abgestumpften Gehirnen nicht, spurlos. vorübergegangen war. Jeder suchte einen Bogen um ibre Drohung zu machen, und doch waren aller Blicke auf sie gerichtet, wenn wir dort vorbeistürmteu oder aber Deckung suchen mußten. Einer der Kameraden nahm vom Waldlager einen Lappen mit und warf denselben im Vorbeilansen über die Hand. Nun sah man sie erst recht. Beim geringsten Luftzugs glaubte man, sie lebe und schwenkte jenen elenden, zersckwssenen Zeugietzen uns zur Drohung oder zum Hohne. Bis eines Tages auch jenes Zeugstück vom Winde abgeweht war und die Krallen wieder blank und bloß' in die Luft nach jenem Unsichtbarem zu greifen und zu haken schienen. Mir selber war die Hand wie ein Verhängnis. Joden A5- liffungSmorgen kam ich dicht an ihr writber. Ich mochte wollen oder nicht. Denn sie lag an meinem Wege. Bon diesem abweichen, hieß das Leben noch mehr gefährden. Einmal machte ich doch einen Gffenbach— s«K Thkelfchee. (Im Theater deS Westens). Seit Sonnabend bat das Tbeater des Westens seine gedoppelte Attration. Zunächst tut sich»Der Regime ntSzauberer' auf, in dem unschwer eins der rassigsten Singspiele unter den 102 kleinen und großen Bühnenwerken Meister Offenbachs erkannt werden muß. Fast unbemerkbar sind sechs Jabrzebnte oder mehr an dieser köstlichen, wahrhaft geistreich varodistiichen Münk vorübergezogen. Schon allein das Trüffel-'Quintett verleibt den: lanae Zeiten verschollen gebliebenen Werkchen das Recht feiner Neubelebung. Aber es gibt da noch einige andere Kosibarkeirem lo das Walzermoiiv, den Grenadiermarsch, die Koloraioren der Kammerzofe, die Trinkszene. Ja und die diabolische Mummerei des soldatischen Titelhelden und Liebhabers eben des Stubenmädchens ist- schon als Anlauf zum Freund Sthx im Orpheus anzusehen. Das prickelt wie Sekt I— eS ist genialische Laune. Die Wiedergabe des nur eine knappe Stunde beanspruchenden Werkchens wirkt beinah als ein seltenes Ereignis:— so durchnänkt von aus- gelaffrnem Spiel und stimmlichem Vollklang ist sie. Alle Beteiligten. in erster Linie die Damen Lori Leur und Phila Wolff, und die Herren Neinhold Pasch und Franz Groß, an zweiter Stelle das Orchester und Kapellmeister Hauke haben ihren Anteil daran. Die zweite Anziehung aber übt der»tleine Guido" auS. So bezeichnete sich nämlich T bielsch er in einer Bedankrede an das Publikum anläßlich seines 40 jährigen SÄauspielerjubiläums. „Rund um Thielscher" könnten eigentlich die sonst ziemlich iveit- loien, obzwar zum Lachen reizenden drei Akte»Ludwig XIV." von Paul Frank, und Julius Wilhelm beißen. Nickst der französische »Sotmelikönjg" tritt hie-!- ans. wohl aber Thielscher als Zahl- kekln« Zwiebelfisch. Vom zweiten Akt an ftguriert er als. gemieteten Gast de» Maske eincS.Graken. In dem Monzent jedoch, wo ihn der Kastgeber und Schwiegervater ist sp© vor allen Anwesenden entlarven will, adoptiert ihn der richtig- aehende Gras gleichen Namens. Verlobung. Schluß. Natürlich hat Tbielicher die Lacher für sich, sobald er die Frechdachsigkest seine? Zwiebelfiich durch Wort, Gebärde und Spiel zu erhärten beginnt. Die G r o t e s k- Ä o m i k ist And bleibt seine Domäne. Des »dummen Aujusi" Geste, schlechtweg das»Bus dem MuStopp-kvmmen" kann ihm schwerlich ein anderer Berliner Komiker nachmachen. »y. Me Kunst als Kapltalsanlage. Einige der besten deutschen Privatiammlungen von alter Kunst sind wäbrend des Krieges zur Versteigerung gekommen. Erben scheine» keine wichtigere Aufgabe zu kennen, als den Lberkommenen Kunstbesitz, worin sich meistens allein Bedeutung und Persönlichkeit der Sammler erwies, unter den Hammer zu bringen. Da keiner dieser Sammler testamentarisch die Erhaltung seiner Sammlung be- stimmte lvon einer Stiftung zu öffenilichen Zwecken� gar nicht zu reden), muß man annehmen, daß auch sie ihre Kunstsammlung als Unternehmen, als Kapitalsaniaae betrachteten. Meisterwerke alter Kunst, Höbepunkte kultureller Leistungen früherer Epochen wander« so Weiler von Hand zu Hand, an den Meistbietenden. Feder, der sie kauit, kann sie ruinieren, verschließen, ins Ausland verschachern, oder sie ausnutzen, um Titel und Orden dafür einzuhandeln. Fm günstigsten Fall kommen sie an einen sog. Kenner, der seiner Privatwohnung damit Glanz verleiht. Das Feinste. waS Völker und Zeiten hervorbringen, ist gerade recht, Gegenstand der Spekulation oder des privaten Er« götzens einzelner zu sein. Nicht einmal daZ Nntzrecht des Be- rchaucnS hat die übrige Menschheit daran. Da? Elend und der Unfug dieses ZusiandeS hat bei der Versteigerung Kaurmann auch in nichi-sozialistischen Kreisen Bedenken erregt, als Iviedcr einmal die Gefahr sich aufdrängte, dieie hochgepriesenen Werke, entweder Erzeugnisse nationaler oder verwandter Kulturen könnten ins Aus» land abwandern. Daß durch den Privatbesitz solche Quellen der Kultur dauernd ihrer befruchtenden Ausgabe entzogen werden, daran nahmen aber auch die„nationalen" Kritiker keinen Anstoß. Rem» brandt und Rubens, Dürer oder Holbein haben offenbar geichaffeu zu dem Endzweck, daß einige Kommerzien- und ionstigen Räte zeit« weilig ihre Werke erwerben und dann nach Lst— 30 Jahren mit ge» hörigem Gewiim weiterverauklionieren. Wir dagegen meinen: weni: irgend etwa«, so sind große Kunstwerke zuni Monopotbefitz bestimmt, sie können ihre wenerzeiigeifoe Kraft nur �entfalten und tausendfältigen Genuß nur spenden im Eigentum des Staates. Wir verlangen daher die Inventarisierung aller solcher Kunstwerke und Uebersührung in die öffentlichen Sammlungen. Damit ist dann auch der sicherste Schutz gegen die Abwanderung in' das verfluchte Ausland verhindert. Diese für einen jeden wahren Kulturpolitiker selbstverständlichen Gedanken werden bei jeder dieier Aufsehen erregenden Versterge- rungen neu geweckt. Der Zertrümmerung der Sammlung Kauf« mann ist die des Herrn v. Oppenheim jauS Köln) gefolgt.� Sie war-von prächtiger Erlesenheit, lauter gute Stücke holländisch- vlämiicher Malerei, darunter einige Perlen, die kaum ihres» gleichen haben. Einige Stunden genügten, um die geistige Tat. die schließlich in ihrem Zusammenbringen lag, zu vernichten. und das Chaos, das die Sammler zu organisieren beginnen, von neuem an- langen zu lassen. Die Erben können mit dem Resultat zufrieden sein: der mäßig große Saat voll Bilder brachte Willionen Mark. Sie können sich Daimleraktien dafür kauien oder sonstige Bolks- beglückung damit treiben. Die Sammler und Händler ziehen mit ihrer Beute ab und wundern sich, daß sie noch so billig dazu ge» kommen sind. Das berühmteste Bild, die lebendige und faibcn» prächtige Darstellung eines Goldichmiedeladens auS dem IL. Jahrhundert von Petrus Christus kostete 800 000 Mark. Sicherlich eine kolossale Steigerung im Verhältnis zu den Preisen, die das Bild früher erzielt bat. Aber was sind heute 800 000 M.? Der herrliche Terborch,»Zechendes Paar", kostete 176000 M., de HoochS Triumph- lied auf das Schimmern des Lichts(Mutter mit dem Kind) 450000 M., Hobbemas Stimmungslandschaften zwischen 150 000 und 170 000 M. und schließlich RembrandtS entzückender Studienkopf 193 000 M. Ein Bild, das in. der Kulturgeschichte der menschlichen Arbeit eine Rolle spielen sollte, van der Neers Schmiede, ein Vor- läufer von Menzels Walzwerk, brachte»nur" 65 000 M. .Die Ungeheuerlichkeit der Kriegsgewinne läßt uns diese Summe klein erscheinen und doch schlagen sie die frühere bei weitem.� Aber wie groß sind sie angelegt in unproduktivem Luxus und vielleicht erst in Jahrzehnten neu realisiert— im Verhältnis zum Durch« Ichnittseinkommen eines Durchschnittsdentschen, der nickt einmal den Trost hat. diese berühmten Kunstwerke je.vor die Augen zu be» kommen! Notizen. — Mufikchronkk. In der Georgenkirche findet am Mrtt« woch 8 Uhr ein Konzert zur Feier deS Friedensschluffes im Osten statt. — Der Gipfel der�Schauspielkunst. Auf einem Pariser Kinoplokat liest man die folgende Ankündigung:»Richard Löwenherz, Großer, abenteuerlicher Sensationsfilm— dargestellt durch�den Affen Konsul und seine Gattin." — Eine zweite Mündung deS Rhein-Herne- Kanals in den Rhein wird nach dem.Prometheus" projektiert. Der Verkehr auf dem 1914 eröffneten Rhein-Herne-Kanal hat alle Erwartungen übertroffen: 1916 wurden aus ihm 5.7 Millionen Tonnen Güter bciördert, abgesehen von dem Durchgangsverkehr zur Elbe. Die neue Schleuse wird die größ-ie Binnenschleuse Deulich- loudS sein. Der Bau wird über 13 Millionen Mark kosten. AlS Bauzeit werden füui Jahre angenommen. esj Töchter öer hekuba. Ein Roma:: aus unserer Zeit von Clara Biebig. Hedwig Beriholdi hatte ein paar schlaflose Nächte. Wenn sie denken sollte, daß Emilie sterben müßte! Noch immer lauteten die Nachrichten nicht gut. War es nicht seltsam, wie rasch sich jetzt Ansichten änderten, wie man sich selber änderte? Man brach plötzlich mit allem Hergebrachten. Draußen ging eine Welt in Trümmer, hier drinnen auch— als müßte alles neu werden. Wie betäubt ging Hedwig Bertholdi heute zum Kranken- Haus. Emilie hatte so sehr bitten lassen. Eben war ein Brief von Heinz gekommen; er schrieb nichts davon, aber in der Zeitung hatte sie heute morgen ge- lesen, und mit einem Erschrecken hatte sie's gelesen, das ihr Las Blut in die Wangen trieb:.Leutnant Bertholdi das sechste und siebente Flugzeug abgeschossen'. Dh Heinz. Heinz! Die Mutter streckte die Hände auS. sie hätte ihn halten mögen, herabziehen von der schwindelnden Bahn; zu Ali Rossi war sie gleich hinübergeeilt— auch die hatte es gelesen. Aber sie begrüßte die Mutter mit einem so strahlenden Ausdruck von Stolz und Freude, daß Hedwig sich nichts von Kleinmut zu sagen getraute.— Es war ein toeiter Weg. den Hedwig zum Kranken- haus zu mache» hatte. Aus den Feldern rechts und links der Chaussee stieg ein verwelktes Duften auf. Es war ihr weh ums Herz: ihr Heinz, ihr Heinz! An ihn mußte sie immerfort denken. Und dazwischen auch an die Emilie: wie »Wirde sie die finden? Ihre Gedanken wirrten hin und her.. Oh. wie man immer aus einem ins andere gerissen wurde! Man konnte nicht eines zu Ende denken. Aber es war gut so; sonst müßte man ja verzagen in solcher Zeit. Frau Bertholdi fühlte eine leise Verlegenheit: wie sollte sie dem Mädchen gegenübertreten. durfte sie denn so zeigen. wie wenig hart sie den Fehltritt beurteilte? Ein paar ernste Worte würde sie doch sprechen müssen; nicht streng, aber ernst. Emilie selber half ihr über dcch erste Wiedersehen weg. Sie war noch unendlich elend. Hätte Frau Bertholdi nickt gewußt, das ist die Emilie, sie hätte sie nicht erkannt. Wie ein altes, abgehärmtes Frauchen lag die junge Person in den Kissen, dunkle, verwirrte Haare, die man noch nicht hatte kämmen dürfen, um ein spitzgewordenes Gesichtchen; zu schwach noch, um sich aufzurichten, zu schwach noch, um zu sprechen. „Dabei geht'S heute schon ganz�famos, nun find wir über den Berg," sagte die pflegende Schwester. Seltsam ergrissen, beugte sich Hedwig Bertholdi über das Bett:„Wie geht's, Emilie?" Die schweren Lider hoben sich von den matten Augen. Das Mädchen machte einen Versuch, sich aufzurichten; es ge- lang nicht; so zeigte es nur mit den Blicken nach der Seite des Bettes. Da lag in dem verhängten Waschkorb das Kind.„Ein Junge," sagte Emilie schwach. Und dann lächelte sie. Frau Bertholdi besah' sich das Kind, eS schlief; die Schwester ging weg auf Zehen. Sie setzte sich neben das .Bett.„Sie haben mich gern sehen wollen, Emilie, ich bin gern gekommen— was haben Sie denn für einen Wunsch?" Frau Bertholdi sprach ganz mild, es schien ihr plötzlich un- möglich etwas zu sagen. WaS an Vorwurf grenzte. Wie sah die arme Emilie ans! Sie. mußte unmenschlich gelitten haben. Hedwig merkte ihr eine Unruhe an.„WaS ist denn, Emilie?" Die wollte gewiß, daß eS ihrem Vater beige- bracht wurde, hatte Angst davor.„Soll ich es Ihrem Vater schreiben Emilie lächelte. ..Sie haben wohl Sorge deswegen?" Emilie schüttelte verneinend. „An Ihren Bräutigam schreiben,« nicht wahr?" Emilie nickte, sie lächelte stärker. Aber da war noch immer etwas, was sie beunruhigte. Die Scham war es wohl, die das Mädchen bedrückte. Die wachsgelbe Hand suchte tastend auf der Bettdecke.„Emilie, was ist denn?" Da fühlte Hedwig Bertholdi ihre Hand von der eisig-kalten der Schwachen umklammert,' sie empfand einen leisen Druck. „Hab Ihnen— diel Last— gemacht— danke— gnädige Fr--" Die müde Zunge stolperte über das.Gnädige Frau", das wollte nicht heraus. Unwillkürlich. bongte sich Hedwig näher, dieser Dank rührte sie. Was hatte sie- denn groß für daS Mädchen getan? Liebet Gott, wenig genug. Wie wenig Güte braucht man doch eigentlich nur zu säen, um Dank zu ernten! Sie strich dem Mädchen das von der Anstrengung feucht ge» wordene Haar auS der Stirn. „Gnäd— ge—!" „Nun, was denn, mein Kind?" Des Mädchens Blicke schwammen. Hedwig Bertholdi las aus diesen matten Augen manches heraus: Bitte, Flehen und zugleich etwas wie Mutterstolz.> Das war ja auch eine Mutter— Hedwig wurde weich— eine Mutter, wie sie selber eine war, wie tausend andre waren— eine, die litt— eine, die hoffte— eine, die bangte— eine, die stolz>var! Und hier war auch ein Kind, ein Sohn, wiederum ein neues Blatt am Baum des Vaterlandes! Sic trat zu dem Korb, betrachtete das kleine Gesichtchen und nickte wehmütig: möchte dieser kleine Sohn einst ge» nießen, was die großen Söhne jetzt erkämpften, und nur im Frieden seinen Stein hcrzutragen zun: Bau des neuen, des glücklicheren Deutschlands! Ach ja— im Frieden! In der Hoffnung gesegneten Friedens durchflutete es sie ganz warm. Lächelnd trat sie vom Körbchen des Kindes anS Bett der Mutter. Emilie lag still, die Hände ineinander gefaltet. Nun suchten ihre Augen die der Herrin; ihre Blicke tauchten in» einander. Langsam singen ein paar Thränen an, dem Mädchen zu rinnen. „Mußt nicht weinen, mein Kind," sagte Hedwig Bertholdi; eS war ihr gar nicht verwunderlich, daß sie ,du' zu Emilie sagte, sie bemerkte es selber nicht.„Mußt nicht weinen, es wird alles gut!" „Alles gut," stammelte die Kranke nach. Und dann suchte sie, nach der Hand der Herrin zu greifen:„Gnäd— ge gnäd— ge Fr—!" Mehr brachte sie nicht heraus. Wollte die bitten? Wollte die danken? Hedwig neigte sich näher und näher. In einem Impuls der Mütterlichkeit, einer Mütterlichkeit, die alle umfängt— waren sie sich denn nicht alle gleich? Mütter, nur Mütter I— und hingerissen von einem Gefühl, das alle Schranken umstößt, die die Welt aufrichtet, ganz hingenommen von der starken Empfindung, gemischt aus Mitleid, Rührung und Menschenliebe, sagte sie: „Laß jetzt das»gnädige Frau'." Und küßte die Magd. t(Forts, folgt) Deutscher Metallarbelter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Stollegin, bie Arbeiterin Margarete Götzke Adlershof, Moltkestr. 18 am 17. März geftorben ift. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 21. März, nachmittags 4%, Uhr, von der Leichenhalle des Gemeindefriedhofes Adlers. hof aus ftatt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Stollege, der Mohrleger Franz Graul Naunynstr. 40 am 13. März gestorben ist. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, 20. März, nachmittags 5 Übr, von der Veidenballe des MichaelisKirchhofes, Mariendorfer Weg, aus ftatt. Den Mitgliedern ferner aur Rachricht, daß unser Stollege, der Klempner Max Reiprich Hohen- Neuendorf am 17. März gestorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 21. März. nachmittags 3 Uhr, von der Leichenballe des Gemeindefriedhofes in Hoben- Neuen dorf, Hauptstraße, aus statt. Rege Beteiligung wird ermartet. Nachrufe. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht; baß unfer Sollege, der Schloffer Karl Herzmann Brißer Str. 34 am 4. März gestorben ist. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Stollege, bec Maschinen arbeiter Wilhelm Ney Neutöln, Niemetstr. 16 am 14. b. M. gestorben ist. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Stollege, der Stebolberdreher Reinhard Raettig Weißensee, Pistoriusstr. 27, am 15. März geftorben ist. Ehre ihrem Andenken! 233/13 Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiterverband. Bezirksverwalt. Groß- Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeitstutscher Paul Lück am 15. b. M. im Alter von 42 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 21. März, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenballe des Sebaitian Kirchhofes in Reinidendorf, Humboldtstraße, aus ftatt. Nachruf. Ferner ftarb unier Rollege, der Geschäftstutscher Adolf Andriske am 14. b. D. im Alter von 60 Jahren. 19/5 Ehre seinem Andenken! Die Bezirksverwaltung. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands. Verwaltung Groß- Berlin. Am Sonntag, den 17. März verstarb unfer langjähriges Mitglied Paul Jüptner. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 20. März, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Johannis Stirchhofes in Plögensee aus statt. Um rege Beteiligung wird erfucht. Nachruf. Am 25. Februar perftarb unser Mitglied Adolf Pfannenstiehl, Ehre seinem Andenken! 241/9 Die Ortsverwaltung. Spezialarzt Verein der Freidenker für Feuer bestattung. Sitz Berlin. Gegr. 1905. Am 16. b. Mis. verftarb unser Mitglied, Herr Max Kobylinski Linienftr. 115. Ehre seinem Anbenken! Die Einäicherung finbet am Donnerstag, ben 21. Fes bruar, nachmittags 5 Uhr, in der Gerichtstraße ftatt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 264/5 Der Vorstand. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Filiale Groß- Berlin. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tobe des Kollegen Karl Wolf bon ber 4. Rebier- Inspektion der städt. Gaswerte Berlin. Ehre feinem Andenken! Beerbigung am Mittwoch ben 20. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenballe der Bionsgemeinde in Nordend aus. Um rege Beteiligung bei der Bestattung des Kollegen erfucht 189/20 Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Schuh macher Deutschlands. Geschäftsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nach. richt, bay unfer Mitglied, der Zwider 140.Seidene Gummimantel 140.Impr. Beidenmäntel 115-145-185 Befdene Mantelkleider 100-185-100 Uebergangsmäntel Taffetjacken lose Glockenform 65-85-125 48-86-95 Reinwollene Kammgarn Kostüme 225.Seldene Kostüme 185-180-350 Phantasie- Kosttime 125-180-195 Sammetkostüme Seidene Kleider 225-250-800 100-185-180 Plüschmäntel auf retuseld. 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März nach langem schweren Leiden unser lieber Bater, Schwieger. bater, Großvater, Bruder, Dnfel und Better, ber Tischlermeifter 18595 Hugo Kunze im Alter von 59 Jahren fanft entfchlafen ift. Berlin NW, Stromftr. 40s. Die Beerdigung finbet beute Mittwoch, den 20. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle der St. HedwigGemeinde in Hohenschön hausen aus statt. Schmerzliche Erinnerung an den zweiten Tobestag unferes einzigen lieben Sohnes 18585 Bruno Hiller gefallen als Landsturmmann im Inf. Stegt. 47 am 20. 3. 16 im Alter von 27 Jahren. Deine troftlosen Eltern Robert Hiller n. Frau. Lieber Sohn, wir fönnen bir jest imr ein Ruhe sanft! zurufen. Spezialarzt Dr. med. Laabs beb. schnell, gründl, mögl. ( meralos u. ohne Berufsftör. Geschlechtskrankheit., geheime Haut-, Harn-, Frauenleiden, Schwäche. Erprobtefte Methoden Harn- und Blutuntersuchung. 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Dieser Zweck dürfte jetzt nicht die Hauptsache Die Rotterdamer Reeder habent es folge, so sei die Regierung doch aufmerksam bedacht, sein, sondern es dürfte darauf ankommen, die Börse gerade für so gut wie zweifellos gebalten, daß die die Streitträfte zu Wasser und zu Lande so hoch zu besteuern, daß das finanzielle Optimum, Niederlande die gestellten Bedingungen nicht annehmen zu verstärken. Das Kabinett werde dem Parlament das heißt das denkbar beste Erträgnis, herauskommt, wobei würden, da es jetzt doch geschehen ist, ist dadurch eine Vorlage zur Amnestie für alle politischen und sozialen natürlich auch der Wandel der Konjunktur zu berücksichtigen für ihre materiellen Interessen besser gesorgt, als wenn Vergehen unterbreiten. Es werde ferner dem Parlament ein ist. In Oesterreich ist die Effektenumsatzsteuer eben auf/ die Alliierten unsere Schiffe ohne weiteres in Beschlag ge- Entwurf zugehen über geeignete Maßnahmen zur Verbro Tausend erhöht worden. Es ist zu berücksichtigen, daß Allerdings glaubt niemand, daß England und besserung des Eisenbahnnekes durch den Bau der Effektenfäufer oder-verkäufer auch die Hälfte des vom Amerika imitande sein werden, torpedierte niederländische Schiffe neuer Linien zur Steigerung der Kohlenförde- Bankier zu versteuernden Schlußscheines und sogar usancenzu erfetzen, aber man rechnet jest in jedem Falle auf entsprechende rung, zur Erhaltung der Wälder, zur Hebung der Land- mäßig etwas mehr zu bezahlen hat, da die Bank die Effekten Geldentschädigung, der die Reeder aber begreiflicherweise nicht zu wirtschaft und zur Vorbereitung der Häfen und der Schiffahrt häufig in mehreren Posten handelt und daher mehrere viel Bert beimessen, weil es fürs erste wohl nicht möglich sein wird, auf die starte Entwicklung des Ueberseehandels. Die wirt Schlußscheine ausgestellt werden müssen, für deren jede die dafür neue Schiffe bauen zu lassen. Das alles hindert aber nicht, schaftlichen und finanziellen Mittel sollten durch Anleihen Nenngebühr über den bis zum vollen Tausend nach oben daß auch in den Kreisen der Reeter Misstimmung über beschafft werden, um die Abwanderung von Ka abgerundeten Betrag zu zahlen ist. Gegen die Börsenumsatzdie getroffene Entfeidung berricht, die allgemein als pital und Arbeit ins Ausland zu verhüten. steuer läßt sich natürlich prinzipiell einwenden, daß sie an eine Erniedrigung und als ein nicht gut begreiflicher Ent- Die Presse der Rechten zeigt sich sehr befriedigt über den einen wirtschaftlichen Aft anknüpft, ohne zu prüfen, ob dieser schluß empfunden wird. Deshalb wünsche man auch die Mitteilung Erlaß der Militärreformen, der als ein Erfolg Aft gewinn- oder verlustbringend ist; aber solche Skrupel der Regierung abzuwarten. Uebrigens herricht in diesen Kreisen des Kriegsministers gebucht wird und dem sich auch der wiegen angesichts der finanziellen Notlage des Reiches Unruhe über das Schickial der niederländischen Besatzungen der in Marineminister Gimano anschloß. Die Gegenseite äußert federleicht. Amerika liegenden Schiffe, die vermutlich in schwierige Verhältnisse ärgerliche Bedenken, daß die Reformen nicht dem Parlament geraten werden und von denen sich eine Anzahl vielleicht weigern vorgelegt worden sind. Die Politik des Grafen Roma wird, auf bewaffneten Schiffen in das Sperrgebiet zu fahren. nones ist in diesem Punkte unterlegen. Nur die Kredite werden von den Cortes eingefordert. Alsdann soll der Erlaß in ein Gesez umgewandelt werden. Durch die Reformen soll das Heer insgesamt um 65 000 Mann vermehrt werden. Das Defret sieht ferner Solderhöhungen vor. Die Reformen bedingen eine Mehrausgabe von 200 Millionen Pesetas. regeln auf." In den Kammern erklärte Ministerpräsident Garcia Prieto, die Regierung sei willens, die Ordnung im Lande führen. Die Thronrede, die die guten Beziehungen zu allen Das ist um so absonderlicher, als bereits im Mai 1916 die Gestern wurde aus Amsterdam gemeldet: Dem N. t. C." zu folge ist der Regierungsbefchluß in jeder Hinsicht ein Fehler. Durch dieie Kapitulation dieses Räumen des Plazes vor dem Amsterdamschen Geist hat die Regierung zweifellos die nationalen Gefühle eines großen Teiles der holländischen Nation tief verlegt. Niemand hat auch nur ahnen fönnen, daß die Regierung nachgeben würde. Man hatte sich bereits mit dem Gedanken vertraut gemacht, daß große Not, ja Hunger kommen würde. Alles wiederherzustellen. in allem fei gestern ein schwarzer Tag in Hollands Geschichte gewesen. Es hätte anders sein können. Das Brot, das wir nun essen werden, wird einen bitteren Beigeschmac haben. Der Krieg auf den Meeren. Der Chef des Admiralstabes der Marine. W Berlin, 18. März. Im Sperrgebiet um England vernichteten Aus Washington meldet Reuter von gestern: Die Erörterungen uniere Unterjeeboote 19 000 Br.- Reg.- To. feindlichen Handelsüber die Verwendung der holländischen Schiffe schiffsraumes. durch freiwillige Uebereinkunft oder auf dem Wege der Requisition dauern fort, während die Regierung die holländische Antwort abwartet. Die egnahme ist jedoch aufgeschoben, bis die Antwort hier eingegangen ist, was nicht vor Dienstag der Fall sein wird. ständigen statt. Abgeordnetenhaus. Eine Galgenfrift. Die Legislaturperiode des preußischen Bandtags, die eigentlich Mitte Juni ihr Ende erreicht, soll durch den von ,, elendesten aller Wahlsysteme" abfinden müssen. Sachlich Schließlich sei noch folgende Meldung der„ Täglichen Rundschau" angeführt: Der Verband deutscher Spiritus- und Spirituosenintereffenten erklärt, es sei kaum daran zu zweifeln, daß die Pläne des Reichsschazamtes auf Einbringung einer Branntweinmonopolvorlage bereits soweit gediegen sind, daß den bundesstaatlichen Regierungen ein ausgearbeiteter Entwurf zur Be= ratung vorliegt. Der Verband fordert zur Einleitung von MaßDa scheint doch Gschaftelhuterei das große Wort zur Ein Branntweinmonopol ist allerdings sehr wahrscheinlich; seine Einführung in absehbarer Zeit ist aber aus dem einfachen Grunde unmöglich, weil für den Privatbedarf so gut wie fein Spiritus zur Verfügung steht. Aus diesem Grunde könnte die Einführung des Branntweinmonopols an der augenblicklichen Finanzlage, des Reiches so gut wie gar nichts ändern. Freispruch im Wiederaufnahmeprozeß Kieper. Die Mängel des Wiederaufnahmeverfahrens. Alliiertenkonferenz in London. Im Giftmordprozeß gegen Frau Kieper ist am Montag das London, 19. März.( Reuter.) Amtlich. Zusammenkünfte uns bereits wiedergegebenen Gefegentwurf, der am Dienstag Urteil gesprochen worden. Die Geschworenen verneinten die Schuld. des Obersten Kriegsrates fowie wichtige poli- in erster und zweiter Lefung vom Abgeordnetenhause beraten frage, worauf Freisprechung erfolgte. Der Berteidiger fündigte an, tische Besprechungen unter dem Vorsiz des Premier-, um ein Jahr verlängert werden. Da an der daß er einen Antrag auf Entschädigung für die unschuldig verbüßten ministers wurden abgehalten, die legteren in London am 14., Annahme des Gesetzes nicht zu zweifeln ist, wird das sechs Jahre Zuchthaus stellen werde. 15. und 16. Sie fanden im Beisein der Premierminister von preußische Volt sich also noch ein weiteres Jahr mit dem England, Frankreich und Italien und in Gegenwart anderer fann man es verstehen, daß die Regierung zu einer Zeit, wo Minister nebst ihren militärischen und sonstigen Sachver- etwa die Hälfte der Wähler unter den Fahnen steht, nicht gern mit dem Matel des Gattenmordes behaftet im Zuchthause gefesien Mit diesem Urteil ist eine Frau, die sechs Jahre lang unschuldig Das englische Auswärtige Amt veröffentlicht eine au Neuwahlen schreiten will, noch dazu unter einem Wahlunrecht, hatte, die die Dualen eines Todesurteils über sich hat ergehen Man mag sich Kundgebung, die als ein Ergebnis der neuesten Minister. Das der edlen Zunft der Kriegsgewinnler hundert laffen müssen, der Freiheit zuüdgegeben worden. fonferenz der Allierten zu betrachten ist, denn sie beginnt mit dem mal so viel Einfluß einräumt als denen, die Gut über diesen Sieg des Rechts freuen, die Rechtspflege steht Cape: Die Premierminister und die auswärtigen Minister der und Blut dem Vaterlande geopfert haben. Ebenso kann durch ihn feineswegs gerechtfertigt da. Ehe das Gtente, die in London versammelt waren, halten es für ihre man es der Regierung nachfühlen, daß sie die bisherigen Wiederaufnahmeverfahren eingeleitet werden konnte, hat es eines Pflicht, von dem politischen Verbrechen, das unter dem Arbeiten der Wahlrechtskommission trop thres unbefriedigenden schweren Kampfes mit den Gerichten bedurft; wiederholt ist der Namen eines deutschen Friedens gegen das russische Bolt Ergebnisses nicht turzer Hand in dem Papierforb verschwinden Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens abgelehnt begangen worden ist, Kenntnis zu nehmen. laffen will, solange noch Aussicht auf Annahme ihrer worden, und Frau Stieper hat erst sechs Jahre unschuldig im Die Kundgebung spricht von dem„ wehrlofen Rußland und Vorlage vorhanden ist. Aber, sei dem wie ihm wolle, die Buchthause schmachten müssen, ehe die Stunde ihrer Befreiung jeiner„ Leichtgläubigkeit", erwartet zu haben, auf dem Wege der Tage des Klassenparlaments find gezählt: entweder der sching. Auch dieser Fall ist wieder geeignet, den Blick auf einen der leberredung den demokratischen Frieden" erhalten zu können, und Landtag versteht sich zur Einführung des gleichen Wahlrechts, fchwersten Mängel unserer Strafrechtspflege bin jagt von Deutschland, daß es in keiner Periode in der Geschichte und dann wird das neue Abgeordnetenhaus wesentlich anders zulenten, auf die ungehenere Erschwerung der Wiederaufnahme eines Bolen teilte, sich mit solchem Zynismus als Zerstörer der nationalen aussehen als das heutige, oder aber er lehnt das gleiche rechtskräftig abgeschlossenen Berfahrens. Unabhängigkeit, als unerbittlichen Feind der Menschenrechte und der Wahlrecht ab, und dann erfolgen, wie aus der neuesten Kundseiner Eroberungen, nicht als es Schlesien überrannte, nicht als es = Würde der zivilisierten Nationen gezeigt" habe wie jest. Auf Bolen und Rumänien wird verwiesen. Mit Macht wird der Friede laut verkündet, aber unter dem dünnen Mantel der Worte lauert die brutale Wirklichkeit des Krieges, die ungemildeterte Herrschsucht der geseklosen Gewalt." Letzte Nachrichten. Erklärung des Ministers Loudon in der holländischen Kammer. Amsterdam, 19. März. In der heutigen Sigung der Zweigebung des Ministers Drews hervorgeht, auch noch im Kriege Neuwahlen. Die Erbittering des Volkes wird dann aber so groß sein, daß dem Dreitlassenwahlsystem zum Trotz die heutige wahlrechtsfeindliche Mehrheit hinweggefegt und durch eine wahlrechtsfreundliche erfekt wird. Alsdann heißt es:" Friedensverträge wie diese werden und können wir nicht anerkennen." Und daran schließt sich ein Lobgesang die insofern charakteristisch ist, als sie beweist, daß den handlungen mit den Aliierten ab. Er sagte u. a., daß, wenn er Den Rest der Sizung bildete eine Ranaldebatte, ten Kammer legte Minister Loudon eine Erklärung über die Berauf die Kriegsziele der Alliierten, die von den Deutschen sehr berschieden seien:„ Wir können und werden weiter kämpfen, um ein früheren Kanalgegnern allmählich das Fehlerhafte ihrer auch noch keinen Bericht über die Aufnahme der holfür alle Mal dieser Politik des Plünderns ein Ende Bolitik zu dämmern beginnt: sie sehen ein, wie unge- ländischen Vorschläge bei den alliierten Regiezu machen und an ihre Stelle die friedliche Herrschaft heuer sie das Land durch die Ablehnung des rungen erhalten habe, er Wert darauf lege, zur richtigen ErkenntSer organisierten Gerechtigkeit zu jeben." Schließ- mittellandtanals geschädigt haben, und ge- nis der Sache die Aufmerksamkeit der Kammer auf folgendes zu lich folgt das übliche Wort des Vertrauens auf die Leistungsfähigkeit Loben Besserung. Allein die Neue kommt zu spät. Vor lenken: Bei den Besprechungen mit den alliierten Regierungen in Daß die Alliierten die Gelegenheit wahrnehmen, aus dem deut der Beratung der kommenden Kanalvorlage, die dem Land- London wurde als Gegenleistung für die Lieferung von Levensschen Oftfrieden für sich Kapital zu schlagen, ist selbstverständlich. tage laut Beschluß des Hauses zugehen soll, werden dieDie Gelegenheit ist ja so günstig, die Aufmerksamkeit ihrer Bölfer ienigen Parteien, die ein so frevelhaftes Spiel mit den Intervon ihrer eigenen Gewaltpolitit, die gerade jest neue Blüten treibt, essen des Landes gespielt haben, ausgeschaltet oder doch ihr abzulenten. Einfluß wird so gering sein, daß man über sie zur Tagesordnung übergehen kann. der alliierten Heere. Bemerkenswert ist an der Kundgebung, daß sie ihre Angriffe nur gegen Deutschland, nicht gegen die übrigen Bierbundsstaaten richtet. Die neuen Steuern. mitteln und Bunkerkohlen verlangt, daß ein bestimmter Teil unseres Schiffsraumes zur Verfügung der alliierten Regierungen gestellt werden solle. Holland hat dabei zum Unterschied von anderen Länbern die Bedingung gestellt, daß die Schiffe nicht in der Sperrzone gebraucht werden sollten. Der Minister erklärte dann weiter, daß die Uebereinkunft nicht in Widerspruch zu Hollands Neutralität stehe. Holland habe aber nicht kräftig genug Partei gegen Amerika genommen und stehe nun deshalb einer eventuellen Verlegung der Neutralität durch Deutschland viel schwächer gegenüber. Der Moskauer Sowjetkongreß. Die Regierung hat sich flüglich bemüht, über die neuen Steuern Schweigen zu bewahren, bis der größte Teil der Von den Vorgängen auf dem Sowjetkongreß, die dem Beichnungen auf die 8. Kriegsanleihe unter Dach ist. Die Beschluß der Ratifitation des Friedensvertrages vorhergingen, Absicht kann aber schon heute als mißlungen betrachtet werden, erfährt Daily News" aus Moskau vom 13., daß auf dem da einmal die Sensationslust der Presse sich immer wieder Sowjetkongreß 1094 Abgeordnete vertreten waren, und zwar des Themas bemächtigt, wie der Fehlbetrag von rund 2,9 737 Bolschewitt und 238 Sozialrevolutionäre. Swerdlow Milliarden Mark zu decken sei, und da zweitens die Baissiers Der liberale Unionist Batiin stellte feft: Die Zuunft ist außerberlas die Begrüßungstelegramme, unter anderem die Botschaft der Börse allen Anlaß haben, das Publikum mit übertriebenen Wilsons. Tschitscherin berichtete über die Friedens. Gerüchten zu Angstverkäufen zu ermuntern. Noch schlimmer bedingungen; danach hielt Lenin, der mit einer ist es, daß die Vertrauensleute der Regierung selbst nicht Ovation empfangen wurde, die bewies, wie wenig seine dichthalten, wie aus folgender Notiz der„ Norddeutschen AllStellung erschüttert ist, eine lange Rede, in der er seine Auf- gemeinen Zeitung" hervorgeht: fassung über Rußlands Bedürfnisse auseinanderfeste, damit es für den endgültigen Rampf zu Atem tommen könne. Nach der Rede von Lenin wurde die Versammlung bertagt. Petersburg, 19. März.( Reuter.) Das Breobrafchenstische Garderegiment in Petersburg und Moskau wurde entwaffnet und ebenso alle übrigen Truppen der Petersburger Garnison, welche die Einverleibung in die Note Armee verweigerten. Thronrede in Spanien. Der Führer der christlich- historischen Partei, de Savornin2ohmann, erklärte, daß er erstaunt sei über die Erklärung der Regierung. Warum gibt die Regierung Rechte des niederländischen Volkes preis, ohne mit den Generalstaten verhandelt zu haben? Unser Volk ist nicht so entartet, daß es nicht Not und Mangel vorziehen würde, um seine Unabhängigkeit zu retten. ordentlich dunkel, aber wir empfinden noch schmerzlicher die Kränfung unseres nationalen Gefühls. Die entrüsteten Protefte unserer Bresse geben das Gefühl unseres Volkes wieder. Die Alliierten haben ihr Bestes getan, uns den Mittelmächten in die Arme zu treiben. Der gemäßigte Liberale nobel protestierte gegen die Ungerechtigkeit, die das niederländische Volk ertragen müßte. Der Die Veröffentlichung( über die Besteuerung der Kriegs- Sozialdemokrat Troelstra fagte, die Erklärung der Regierung gewinne bei Gesellschaften) ist nur möglich geworden durch einen habe in weiten Kreisen des Volkes Empörung hervorgerufen. groben Vertrauensbruch einer beteiligten amtlichen Persönlichkeit. Sachlich hat die Mitteilung nur bedingten Wert, da sie aus dem Stadium der BorverhandDie Abstimmung in Moskau. lungen über die neuen Steuervorlagen herausgevissen worden Haag, 19. März. Die„ Times" meldet aus Petersburg: ist. Gin Beschluß des Bundesrats und damit eine Gewißheit, Aus einer borläufigen Zählung der Stimmen der Provinzialdaß sich das Parlament mit einem solchen Steuervorschlag zu räte geht hervor, daß sich 109 Räte für das Schließen beschäftigen haben wird, liegt jedenfalls noch nicht vor." eines unmittelbaren Friedens zu den BrestDas weitere Bublikum wird durch die erregte Notiz der Litowsker Bedingungen und 83 dagegen erklärten. 13 „ Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" erst aufmerksam ge- vom Hundert der Bauernräte, 27 vom Hundert der Arbeitermacht, daß eine Indiskretion begangen worden ist. Eine räte und 35 vom Hundert der Tschechischen Käte waren gegen andere Meldung einer Korrespondenz, wonach eine Verzehn- einen Frieden um jeden Preis. fachung des Börsenumsatstempels von 3/10 pro Tausend auf 3 pro Tausend mit gewissen Erleichterungen für die SpekuDie Ministertrise ist beigelegt worden. Die lation geplant sei, entbehrt aus demselben Grunde der Frage der Militärreformen, mit der die Krise zusammen- Authenzität. hing, ist schließlich auf dem Erlaß- Wege zur Erledigung ge- Daß eine Erhöhung der Börsenumsatzsteuer kommen langt, und die Minister erklärten ausdrücklich in einer Note, wird, ist allerdings sehr wahrscheinlich. Wunderbar daß sie im Amte bleiben werden. Am Montag verlas der ist eigentlich nur, daß sie nicht schon längst gekommen ist, da König in den vorübergehend zusammengetretenen Kammern die das Börsengeschäft zeitweise ganz außerordentlich lebhaft war und Verkehr und Warenumsat schon längst beloftet find. Schadenerfak zu fordern. Der Erlaß der Militärreformen. Thronrede England fordert von Rußland Schadenersah. Haag, 19. März. Auf eine Anfrage im Unterhause erflärte Balfour, daß alle Erlasse der russischen Regierung. welche die Un gültigkeitserklärung der Staatsschuld, die Beschlagnahme von Eigentum usw. enthielten als ungültig betrachtet würden, und daß sich die englische Regierung das Recht vorbehalte, von der russischen Regierung Gewerkschaftsbewegung Für die Beibehaltung des§ 153 der Gewerbeordnung bisher im weitesten Maße berücksichtigt wurden, fann c3 der Herr nicht begreifen, wie die Regierung nun mit einemmal eine Vorlage in Aussicht stellt, die den Wegfall des§ 153 der Gewerbeordnung vorsieht. Für eine solche veränderte Stellungnahme der Regierung fönne, so vermutet Herr Dr. Tänzler, lediglich der Umstand eine Erklärung bieten, daß das Verlangen der Beseitigung des§ 153 von den freien Gewerkschaften und ihrem Anhange gestellt wird. Das sei außerordentlich zu bedauern, da auf diese Weise die Parteipolitik bestimmend auf die Gesetzgebung einwirke. 11 Parteinachrichten. alle Streise dieses Gewerbes getroffen worden, ohne Bevorzugung oder Benachteiligung eines Unternehmens. Auch die Behauptung, daß im Reichstag eine Interpellation hinsichtlich der Gesellschaft zu erwarten fei, treffe nicht zu, wie der Verwaltung Vertreter verschiedener Parteien erklärt hätten. Einstimmig wurde sodann der Jahresabschluß genehmigt und die Dividende auf 20 Broz., ferner eine Sondervergütung, wie von der Verwaltung beantragt, auf 10 Proz. festgesetzt. Einstimmig ( Somit werden 30 Proz. wurde dieser auch Entlastung erteilt. ausgekehrt, gegen 12 Proz. im Vorjahr; davor 6 Proz.) Der Einkauf in Rußland. Die Unabhängigen zu ihrer Katastrophe Iegt sich„ Die Deutsche Arbeitgeber- Zeitung" neuerdings wieder dem für sie so blamablen Wahlergebnis von Niederbarnim beschäf Naturgemäß muß sich auch die Bresse der Unabhängigen mit Es entspann sich noch eine lange Erörterung über die Gerüchte fräftig ins Zeug. In ihrer Nummer vom 17. März wiederholt der tigen. Die Bergische Arbeiterstimme" das ehemalige wegen angeblichen Betvucherns durch die Gesellschaft; dies stete Geschäftsführer der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Oraan Dittmanns, findet sogar träftige Worte, die tausendmal jedoch die Verwaltung nochmals energisch in Abrede. Ein Aktionär Dr. Tänzler, feine bereits in der Mitgliederversammlung vom besser flingen, als die jämmerlichen Lamentationen des Unab- wünschte noch Aufschluß über den Umfang der Kriegsrüdlagen, 7. März vorgebrachten Einwände gegen den Wegfall des§ 153. hängigen Zeitungsdienstes: welche in der Bilanz unter den Forderungen der Gläubiger vérDaran gewöhnt, daß die Interessen der Unternehmer Unsere Partei hat in Niederbarnim eine bedauerliche Nie zeichnet feien; die Versammlung lehnte aber die Beantwortung derlage erlitten. Das zu beschönigen oder mit fadenschei- dieser Frage ab. Der Aktionär gab hiergegen Widerspruch zur nigen Gründen erklären zu wollen, wäre töricht. Wir haben Niederschrift des Notare. Generaldirektor Salomon wandte sich bisher in allen Kreisen, in denen die Organisationen auf unsere nun noch ausführlich gegen die Behauptung, daß die Gesellschaft Seite traten, zuviel Vertrauen in die Werbetraft unserer An- Monopolbestrebungen hege; sie wünsche kein Monopol und stehe schauungen gehabt, und die Anstrengungen der Mehrheitsleute, mit den Lieferern und den Verarbeitern des Geschäftszweiges in den verlorenen Boden für sich wieder zurückzugewinnen nicht gegutem Einvernehmen. stört. Von der Nichtigkeit unserer Sache waren wir so überzeugt, daß wir deren Bemühungen als völlig zwecklos und unschädlich betrachteten. Die Wahl in Niederbarnim muß uns von dieser Auffassung endgültig und gründlich furieren. Wir. find uns wohl bewußt, daß wir alles gegen uns haben, aber das kann und darf feine Entschuldigung sein, daß wir die Zügel schleifen lassen... Für die einzelnen Genossen darf nicht der Vorstand, oder wie die Verantwortlichen" sonst heißen mögen, der Leithammel Die Handelsvereinigung für Getreide, Futtermittel und Saaten sein. Die fünftige Politik wird feine rein und ausschließlich G. m. b. H. in Berlin ist von mehreren Reichsstellen unter Beteiliparlamentarische mehr sein, sondern das Volk wird in ganz an- gung des deutschen Handels mit einem Gesellschaftskapital von derem Maße herangezogen werden als früher. Wir möchten also 600 000 M. ins Leben gerufen worden. Sie bezweckt die Einfuhr angesichts unserer Wahlniederlage in Niederbarnim heben, und der in der Ufcaine und in Rußland für die Ausfuhr zur Verfügung zwar heßen an jedem Genossen und jeder Genossin, daß sie den stehenden Mengen an Getreide, Futtermitteln, Saaten und SämeBerantwortlichen" stets aufs Dach steigen. Selbstverständliche veien. Die Geldmittel für diese großzügige Aftion sollen von dem Voraussetzung ist aber, daß unsere„ unverantwortlichen" Genossen deutschen Getreide- und Futtermittelhandel in Form eines Shndiihren„ berantwortlichen" als leuchtendes Beispiel vorangehen und fats aufgebracht werden. feineswegs sagen, wenn sie gebraucht werden, sie hätten keine Keine Preiserhöhung für oberschlesische Kohle. In der Sizung Zeit. Es ist ja glücklich so weit gekommen, daß Parteiveranstal- der Oberschlesischen Kohlentonvention wurde eine Preisveränderung tungen hinter Gefangvereinsgeschichten zurüdstehen müssen. Das nicht vorgenommen. Offenbar weil man sich vorher versichert Singen ist gewiß eine hübsche und angenehme Sache, doch die Er- hatte, daß der preußische Handelsminister seine Zustimmung verledigung von Vereinsangelegenheiten ist notwendig und nüßlich. weigern würde. Greinen wir also nicht um Niederbarnim und lassen wir den Mut nicht sinken. Nicht unsere Sache ließ uns den Kreis verKriegsanleihe und Prozentpatriotismus. Die Kölnische Zeilieren, nicht die Widrigkeit der Umstände, nicht die Methoden des tung" schreibt:„ Erfreulicherweise ist nur vereinzelt der Ansicht AusGegners haben ihn uns entrissen, sondern wir haben ihn nicht druck verliehen worden, daß die Ausschlachtung des Falles Daimler feft genug gehalten. Das ist traurig, ist zum Heulen, aber wir für den Erfolg der Anleihe unliebfame Folgen haben könnte, und wollen lieber nicht heulen, sondern die Sache beffer machen." es ist sogar behauptet worden, daß aus Anlaß der Aufbauschung Dem Geschäftsführer der Deutschen Arbeitgeberverbände mag es sicher nicht recht sein, wenn die Regierung von der Einsicht geleitet wird, daß die Beseitigung des§ 153 notwendig ist im Interesse der Ausgestaltung des Koalitionsrechts. Denn bisher ist der§ 153 lediglich gegen die Arbeiterklassen angewendet worden, nicht aber gegen das Unternehmertum, das vielmehr gegen die Bestimmungen desselben verstößt, wie streifende Arbeiter. Das Märchen vom Terrorismus Streifender ist zu abgeleiert, als daß es bei ernsten und einsichtigen Politikern noch verfangen könnte. Für jeden sozial Denkenden ist die Forderung auf Beseitigung des§ 153 nur ein Aft der Gerechtigkeit. Hat doch Prof. Lujo Brentano bereits vor ein paar Jahrzehnten den denkwürdigen Ausspruch getan: Die deutschen Arbeiter haben zwar das Koalitionsrecht, sobald sie aber dabon Gebrauch machen, werden sie bestraft. Von Herrn Dr. Tänzler können wir, weil er ja der Geschäftsführer der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände ist, nicht verlangen, daß er das unveräußerliche Recht der Arbeiterklasse, sich menschenwürdige Existenzbedingungen zu erringen, von derfelben hohen Warte beurteilt, wie Brentano; was wir aber auch von ihm verlangen können, ist, daß er doch endlich einmal aufhören sollte, die sogenannte„ wirtschaftsfriedliche Organisation" als Kronzeugen für die Notwendigkeit der Verschärfung von Strafbestimmungen gegen Ausschreitungen" streifender Arbeiter aufzurufen. Beilegung der Rohnstreitigkeiten in der Dresdner Glasindustrie. " " Ein vollgültiges Zeugnis, daß die braven Unabhängigen in dieses Falles Private ihre Voranmeldungen auf die Anleihe zurückdem Geraunze einiger Zahlabende die Stimme des Volkes zu hören gezogen hätten. Wir müssen gestehen, daß, wenn dies tatsächlich dec glaubten, während die durch den Krieg dezimierten Organisationen Fall sein sollte, wir die Gedankengänge dieser Leute nicht verstehea leider häufig den Zusammenhang mit der„ Masse", wie sie wirklich können." lebt, denkt und fühlt, verloren haben. Von besonderem Wert ist. daß die„ Bergische Arbeiterstimme" die Berufung auf die widrigen Umstände als Entschuldigung und ausschließliche Begründung für die Wahiniederlage als faulen Zauber hingestellt und damit den Unabhängigen Beitungsdienst und die Leipz. Bolfssta." aufs empfinds lichste bloßstellt. Erwähnt sei zum Schluß nur, daß sich die„ Erfurter Tribune" fie lebt auch noch ein kleine Verdrehung leistet. Wie fürzlich berichtet, waren in der Aktiengesellschaft für Glasindustrie vorm. Fr. Siemens in Dresden und Döhlen wegen der Ablehnung einer von der Arbeiterschaft geforderten Lohnerhöhung ernite Differenzen ausgebrochen, die im Dresdner Wert der Firma Dos Platt schreibt:" Bu bemerken ist, daß Wissell schon mehr denn Laben. Jebt ist es der Leitung der Dresdner Verwaltungsstelle ist. Aber auch das war so ein Mittelchen, indifferente Arbeiter für zur Einreichung der Kündigungen der Flaschenmacher geführt ein Jahr Redakteur des„ Vorwärts" und nicht mehr Arbeiterfekretär des Glasarbeiterverbandes gelungen, durch einen erfolgreichen Ver- die reformsozialistische Kandidatur Wissell einzufangen!" Die Wahrmittlungsversuch Verhandlungen zwischen der Betriebsleitung und heit ist, daß Wiffcü im Hauptberuf Arbeiterfekretär ist und da dem Arbeiterausschuß anzubahnen, die zu einer Einigung führten. eben mit noch einem Genossen am sozialpolitischen Teil des Die Lohnforderungen der Arbeiter wurden von der Firma im Vorwäts" mit wirkt. bollen Umfange anerkannt. Damit waren die Kündigungen hinfällig geworden und sie fonnten zurückgezogen werden. Erfolgreiche Lohnbewegung in der Augsburger Metall industric. " 1 Die„ Reußische Volkszeitung" als Jubilarin. Jubiläum des 25jährigen Bestandes. Sie erschien erstmals am Die Reußische Voltszeitung" in Greis feiert das 18. März 1893, damals nur dreimal in der Woche. Seit Juli 1900 In den letzten Monaten find in fast allen größeren Betrieben ist sie Tagblatt und hat sich ständig aufwärts entwickelt. Mit Stolz ber Metallindustrie in Augsburg durch die Vertreter des Deutschen fann sie sich darauf berufen, daß sie ihren unerschrockenen Kampf Metallarbeiterverbandes die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in für das Proletariat mit über 26 Monaten Gefängnis und 7000 m. direkten Verhandlungen mit den einzelnen Betriebsleitungen fo- Geldstrafen und Prozeßkosten bezahlte. wohl. als auch mit den Vorstandsmitgliedern des Verbandes Bayerischer Metallindustriellen zugunsten der Arbeiter geregelt worden. Die nun zum Abschluß gelangte Bewegung bringt den Arbeitern neben einer namhaften Lohn- und Verdiensterböhung auch eine Arbeitszeitverkürzung von 21/2 Stunden die Woche bei entsprechendem Lohnausgleich. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt ab 18. März in allen Betrieben 54 Stunden. Ebenfalls wird demnächst der bezahlte Arbeiterurlaub in allen Verbandsfirmen allgemein zur Einführung gelangen. Die erzielten Erfolge sind in erster Linie der guten Organisation und der Einigkeit der Metallarbeiter zu verdanken. Die Zahlstelle Augsburg des Metallarbeiterverbandes hat im Jahre 1917 einen Zuwachs von rund 2500 Mitgliedern zu verzeichnen. Direktion Max Reinhardt. Deutsches Theater. 7 Uhr: Macht der Finsternis. Kammerspiele. 72 Uhr: Die Koralle. Volksbühne. Theater am Bülowplatz. Untergrundb. Schönh. Tor. Industrie und Handel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Die A.-G. für chemische Produkte vorm. H. Scheidemandel in Berlin hielt Sonnabend ihre Generalversammlung ab, in welcher durch 66 ftionäre 8 037 000 M. Aftien vertreten, waren. Der Borsitzende, Geh. Justizrat Maximilian Kempner, dementierte die Gerüchte, wonach die Gesellschaft Wucher getrieben und die Gesellschaft, als ein maßgebendes Unternehmen ihres Zweiges, in der in Betracht kommenden Kriegs- Gesellschaft Maßnahmen zu eigenen Gunsten gefördert oder veranlaßt habe. Alle Maßnahmen im Knochen verarbeitenden Gewerbe feien gleichmäßig für Theater für Mittwoch, 20. März. Komische Oper Central- Theater Kommandantenstraße 57. 71: Die Csardasfürstin 7 U.: Schwarzwaldmädel. Deutsches Opernhaus 7 Uhr: Liebesketten. 8 Uhr: Hanneles Himmelfahrt. Friedrich- Wilhelmst. Theater Sbd. 3: Schwarzwaldmädel. Residenz- Theater 7.Uhr: Der junge Zar. Schiller- Theater 0 Rose- Theater. Uhr: Das Dreimäderlhaus. 7%, Uhr: Der Revisor. 7 Ubr: Eine Waise. 12 WINTER SARTEN Gastspiel: Frieda Hess Solotänzerin Jan Trojanowski Hofballettmeister vom Ballett des Kgl. Hoftheaters Dresden sowie der große März- Varieté- Spielplan. Zirkus A. Schumann Bhf. Friedrichstr. Anf. 7, 31. März unwiderruflich letzte Vorstellungen Das große Sportprogramm u. a.: Tilly Bébé dressierte Eisbären. Entkleidungs- Szene in der Luft. Frl. Zoe, u. die übrig. Kunstkräfte. Mexiko. Orig. Ausst.Pantomime. Kleines Theater 7% Uhr: Nante. Lustspielhaus 7% Uhr: Schiller- Th. Charl. 7%, Uhr: Die Ehre. Thalia- Theater Die blonden Mädels v. Lindenhet: Egon und seine Frauen. Theater am Nollendorfplatz Metropol-Theater 3, Uhr: Kolberg. 3. Fahrende Musikanten. Uhr: Uhr: 7 Uhr: Die Rose von Stambul.en alte Schachteln Neues Operettenhaus Theater des Westens 7%, Uhr: Ludwig XIV. Schiffbd. 4a. Kassent. Nd. 281 mit Guido Thielscher. Vorh.: Der Regimentszauberer. 7%, Uhr: Der Soldat der Marie. 3%, Uhr: Am Goldenen Horn. 712 NATIONAL- THEATER. 7112 Größter Lacherfolg! Die ist richtig! Sonntag 84, Uhr: Studentenllebchen. Feiertage: Die ist richtig! Vorverk. ab heute. இ Berliner Konzerthaus Mauerstraße 82. Zimmerstraße 90/91. Heute: Lichtspiel- Palast Schönhauser Allee 148 Gerichtszeitung. Großmutterns Sparbüchse" und Fritchens Fliegerträume. Daß es immer noch Leute gibt, welche sich die merkwürdigsten Verstecke für ihre Ersparnisse aussuchen, zeigte eine Verhandlung, stiftung zum Diebstahl und Hehlerei war die Arbeiterin Gertrud welche das Schöffengericht Berlin- Mitte beschäftigte. Wegen AnGärtnerstraße wohnhafte Frau J. ihren fünfzigsten Geburtstag. Borchett angeflagt. Am 7. Juli v. J. feierte die in der Während ihre verheirateten Töchter einträglich bei Ersatzfaffee und Striegstuchen beisammen saßen, spielten ihre Enfeltinder auf dem Fußboden umher. Plötzlich entdeckte ein dreijähriger Knirps unter einem Tisch einen von unten angenagelten Tuchlappen, aus dem so komisch aussehende blaue Bilderchen" herauslugten. Er machte sofort dem achtjährigen Friß J. von seiner Entdeckung Mitteilung und dieser konstatierte mit der Würde des Welteren, daß es sich um Geld handele. Er zog einen Hundertmarkschein hervor und zeigte ihn am Abend der jebigen Angeklagten, der Freundin seiner Mutter. Die erfannte sofort, daß die Kinder zufällig Großmutterns heimliche Sparbüchse entdeckt hatten und überredete ben einen Friß noch mehr Geld zu holen und auf einen Platz an der Seumeftraße zu vergraben. Frißchen tat dies umfolieber, als ihm versprochen wurde, daß nun seine Fliegerträume endlich in Erfüllung gehen würden, denn er wollte doch so gerne ein Flugzeugmodell haben. Auf diese Weise büßte Frau J. den Rest ihrer Ersparnisse von 700 M. ein. Eine erheblich größere Summe hatte sie bei dem Zusammenbruch der Lichtenberger Bank verloren und aus diesem Grunde hatte sie sich jene heimliche Sparbüchse angelegt. Für die Angeklagte lief die Sache sehr böse aus, denn das Schöffengericht verurteilte sie zu einer Gefängnisstrafe von 2 Monaten. Berantwortlich für Bolitik: Erich Kuttner, Berlin; für den übrigen Teil des Berlag: Vorwärts- Verlag G. m. b. Q., Berlin. Blattes: Alfred Scholz, Neuköln; für Anzeigen: Theodor Glode, Berlin. Drud: Vorwärts- Buchbruderei und Verlagsanstalt Baul Singer u. Co. in Berlin, Lindenstraße 3. Eröffnung Freitag, den 22. März Dir. C. Meinhard R. Bernauer. Theater Königgrätzerstr. 8 Uhr: Erdgeist. URANIA Nehm. 4 Uhr( halbe Preise): Komödienhaus Der Siegeszug nach Venetien. 8 Uhr: Die beiden Seehunde. 8 Uhr: Berliner Theater Die Ukraine 7 Uhr: Blitzblaues Blut. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Lägl. 18 U. Unwiderruflich bis 27. März: Hamsterfritze. Ostersonntag zum ersten Male: Annas Traum. Lustspiel von Adolf L'Arronge. Sonntag 4 Ubr: Bajazzo. Großes Konzert Admiralspalast. des Berliner Konzerthaus- Orchesters. Leiter: Komponist Franz von Blon. Eintritt 30 Pf. Anfang 7%, Uhr. bei freiem Eintritt. Anfang 7, Uhr. An allen Wochentagen Nachmittags- Konzert u. voller Orchesterbesetzung. Heute 7 Uhr Abrakadabra Deutsche Tänze v. Schubert Vorzügliche Küche. Palast Tägl. 7, Sonnt. 3, u. 7 Pers. Auftr. Paul Heidemann in der Film- Operette Paulchens Badeabenteuer u das neue März- Progr. Apollo Friedrichstr. 218. 734 Der Flieger von Tsingtan sowie die verblüffenden Varieté- Attraktionen. Theaterkasse ab 10U. ununterbr. geöffnet. Hierzu 1 Beilage und Unterhaltungsblatt. Busch Tägl. 7, Stg. 3, u. 7, U. Das medizinische Rätsel. FeuerDie Karl Schlangentänze spelende Menschen schöne Creolin Reinsch 2 Dubskis Rappos parod. Neuheiten usw. Zum Schluß: Mondfahrt. Voigt- Theater. Badstr. 58. Badstr. 58. Täglich 7, Uhr: Von Stufe zu Stufe. Trianon- Theater 3/8 am Bhf. Friedrichstr. 18 Walhalla- Theater. 3, hr: Hänfel und Gretel. 7%, ur: Das Musikantendorf. Schwarzer Kater Friedrichstr. 165. Ecke Behrenstraße. Claire Waldoff Willi Prager Milda Breiten Mizzi Dressl u. das hervorragende März- Programm. Kaffee Luitpold Motzstraße 15. Kabarett. Paul König Elsa Hofer, Kurt Reising. Hella Bella und der Fürst der Boheme Danny Gürtler II Tel.: Zentrum 4927 und 2391. Der Lebensschüler Zigaretten Ia. Nur an Selbstverbraucher. Komödie von Ludwig Fulda. Ida Wüst, Erich Kaiser- Titz, 300 Std. 6,2.. v. Möllendorff, Flink, Kettner. Stg. 4 U. kl. Pr.: Johannisfeuer. Reichshallen- Theater. Allabendlich 7, und Sonntag nachmittag 3 Uhr Stettiner Sänger Zum Schluß: Mein Weihnachtstraumi Nachmittags ermäßigte Preise! 300 200 19 SP 8,8 12,0 19 18,60 m. 24,75 22,40 Berpadung 0.25" Versand Nachnahme 66,00 M Julius Leß, Berlin W 40, Brager Straße 29. Tel: Pfalzbg. 2735. 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