Nr. 148. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und, Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin, Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 29. Juni 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! auf den Abonnements- Einladung. Vorwärts" Berliner Volksblatt mit der illustrirten Sonntags- Beilage Die Neue Welt". Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von Die Republik in Gefahr! auf sieben Jahre zu wählenden Präsidenten bestimmte, so, daß sie von jeder konstitutionellen Monarchie akzeptirt wers Wir ersuchen alle unsere Freunde und Genossen, nach Wir haben gestern die sozialökonomische Bedeutung den konnte, die Machtbefugnisse des Präsidenten sind die Kräften für die Erweiterung unseres Abonnentenkreises der Wahl Perier's gewürdigt, wir müssen heute zur Er eines Königs, so daß die Umwandlung der Republik in zum 1. Juli thätig zu sein. Es ist das eine Partei- gänzung auf die politische Seite dieser Wahl eingehen. eine Monarchie unter Beibehaltung der Verfassung durchpflicht. Die Hauptstärke einer Partei liegt in ihrer Presse Präsident der Republik von der zuführen gewesen wäre. Sofort nach dem Rücktritte Thiers je mehr Leser ein Blatt hat, desto größere Macht hat Monarchisten Gnaden, so kann sich Casimir Perier von der Leitung der Staatsgeschäfte scheiterte die Wiederes, und je größer die Macht der Parteipresse, desto größer nennen, denn die überwältigende Majorität der Republikaner herstellung der Monarchie lediglich an dem Starrsinne die Macht der Partei, wer dem Partei- Organ neue Leser hat gegen ihn gestimmt, dafür erhielt er aber fast sämmt des bourbonischen Thronprätendenten, Grafen Chambord, zuführt, stärkt sonach die Partei. liche monarchistische Stimmen. Aehnlich wie bei der Wahl der sich weigerte, in der Verfassungsfrage und in der Frage, Mit dem 1. Juli eröffnen wir ein neues Abonnement bei der Wahl des Haudegens der Ruf die Republik sein solle, eine bindende Erklärung abzugeben. Als Mac Mahon Mit dem 1. Juli eröffnen wir ein neues Abonnement Mac Mahon's verlief die Wahl Casimir Perier's und wie ob die Trifolore oder das Lilienbanner die nationale Fahne in Gefahr berechtigt war, so ist er jetzt begründet. gewählt wurde, bereiteten die Monarchisten, deren willfähriges Man weiß, daß die, welche nach ihrem Besitz zu den Werkzeug der neue Präsident war, alles zu einem Staatsobersten Zehntausend in Frankreich gerechnet werden, die streiche vor, ein Ministerium, das lediglich aus Monarchisten Republik als ein heute nothwendiges Uebel betrachten, daß sie bestand, wurde gebildet, alle republikanischen Beamten wur die Wiederherstellung der Monarchie, mit ihren Ehren, den entlassen, die Kammer aufgelöst und die Neuwahlen Titeln, Schranzen und Hoffesten herbei unter Hochdruck vorgenommen. Aber das französische Bolt Würden, sehnen, daß die Rothschild, Say, Casimir Berier die Tra- entschied sich bei den Wahlen mit großer Mehrheit für die bition des Bürgerkönigthums Louis Philipp's gepflegt Republik, Mac Mahon mußte sein Kabinet entlassen, er haben, daß sie mit Wonne sich an den Wahlspruch dieses selbst mußte zurücktreten. Jetzt erst gelang es, einen Idols der Bourgeoisie erinnern: ,, Enrichissez vous" Republikaner ohne monarchische Bergangenheit, Grevy, zum ( Bereichert Euch!). Eine Monarchie orleauistischen Ge- Präsidenten der Republit zu wählen. Für einige präges würde dem Großbürgerthum freie Hand lassen, sie Beit war die Republik gesichert, die Monarchisten würde die Aufdeckung und öffentliche Behandlung der hatten awar ihre Hoffnungen nicht aufgegeben, Praktiken der Schwindlerbande eher verhindern, sie hätte sie saben ein, daß ein günstiger Zeitpunkt zum entscheidenden Panamaschwindel leichter aufkommen lassen, sie hätte den Schlage gegen die verhaßte Republik abgewartet werden aber seine Aufdeckung zu verhindern gesucht. In der müsse. Die Prätendenten unterließen freilich nicht, durch Republik auch Cafimir Perier'schen Gepräges lassen sich die Zeitungen, Vertheilung ihrer Bildnisse, Erlassen von Manis Geschäfte der Bourgeoisie doch nicht so bequem besorgen, wie festen und dergl. das gegen fie gleichgiltige französische Volk in der orleanistischen Monarchie. Die öffentliche Meinung, auf ihre werthen Personen aufmerksam zu machen. Im die Majoritäten der Parlamente müssen mehr gefürchtet Jahre 1886 geberdete sich der Graf von Paris, der werden in der Republik als in der Monarchie. Darum ist orleanistische Thronprätendent, bei der Vermählung seiner es der stille Wunsch nicht nur des alten Adels, sondern Tochter mit dem Kronprinzen und jetzigen Könige von auch der Großbourgeoisie, daß Frankreich wieder eine Portugal wie ein Monarch, worauf die Republik mit der Monarchie werde. Seit dem Tage von Sedan sind die Ausweisung der Thronprätendenten antwortete. Dhne auf weitere Einzelheiten einzugehen, erinnern wir Monarchisten in Frankreich unablässig an der Arbeit, die Republik zu untergraben und die Monarchie wieder her noch an die Boulangistische Bewegung, deren Endzweck die zustellen. Die Verfassung der Republik, welche unter der Wiederherstellung der Monarchie war und Präsidentschaft des früheren orleanistischen Ministers Thiers monarchistischer Seite mit Geldmitteln auf's ver und unter einem Ministerium, dem der Vater des jetzigen schwenderischste ausgestattet wurde. Nichts hatte aber der 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus, wöchentlich 28 Pfennige. zum Preise von Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements 3,30 M. für die Monate Juli- August- September entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919.) In unserer Nummer 71 begannen wir die Veröffentlichung des geschichtlichen Romans Der Jude. Von Spindler. Neu eintretenden Abonnenten werden die bisher erschienenen Nummern auf Verlangen nachgeliefert. Nach diesem Roman werden wir einen anderen veröffentlichen, der in Berlin spielt und die März Ereignisse des Jahres 1848 schildert. = die von Die Redaktion und Expedition des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bräsidenten angehörte, ausgearbeitet wurde, war mit Aus- monarchistischen Sache in Frankreich mehr geschabet als die Feuilleton. Der Jude. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Bon C. Spindler. " 76 nahme Paragraphen, der als Oberhaupt Frankreichs einen Verbindung mit dem Tingel- Tangel- General. Durch perSechstes Kapitel. Ist auch mein Haus nicht groß und schön, Und leer Gemölb und Speicher, Brauch ich vom Thurm nur umzuseh'n, Und wer ist dann noch reicher? Ich denke über Feld und Hain Der einzige Herr und Fürst zu sein, Und daß die Unterthanen mir es glauben, Will ich sie, eh' ein anderer kommt, berauben. Ballade. Füßen sank, und wie vernichtet die Hände vor das Gesicht schlug, da Diether, heimkehrend plößlich in das Zimmer trat. Entsetzt blieb der Greis am Eingang stehen, und Dagobert eilte, nachdem er die Stiefmutter aufgehoben und in den Sessel gebracht, auf ihn zu:„ Liebster Bater!" rief er, ohne in seiner Seele nur eine Ahnung von dem bösen Schein zu haben, den dieses späte und seltsame Beisammensein auf ihn und Margarethen warf: Ihr kommt zu rechter Zeit. Nehmt die Mutter in Euren Schuh. Ihr Margarethe erblaßte. Es sei die höchste Zeit, läßt Verstand leidet unter dem Argwohn, den Ihr auf sie geer Euch vermelden," fuhr Dagobert fort: die Folter sei worfen. Mich schmerzt es, daß Ihr auch mir mißtraut. Der Leuenberger Beit saß auf einem Vorsprunge in der ihm schon angedroht, und er würde sie am Ende nicht Doch, Euch zu überführen, verlaß ich morgen mit dem Burg zu Gelnhausen, von welchem er durch ein Gitter ins aushalten können. Ihr möchtet also, da er von Euch Frühesten die Stadt, um Wallraden aufzusuchen, und ohne Freie schauen konnte. Seine Base Petronella hinkte um allein Hilfe erwarten könne, damit nicht säumen, und sie tehre ich nicht wieder. Bergönnt mir nur, ihren Knecht den Herd des anstoßenden Gemachs, das zugleich Küche, feiner Ergebenheit gewiß sein."-Nicht säumen," wieder mit mir zu nehmen, denn sein bedarf ich, und versprecht Wohnstube und Schlafkammer vorstellte, und blinzelte nur holte Margarethe langsam und erschöpft: Dieses segt mir, gegen den Schultheiß, der mich heute aufs gröblichste von Zeit zu Zeit nach dem Better, der sich gerade bes meinem Elend die Krone auf. Wie soll ich ihn, wie mich beleidigte, meine Sache zu führen bis zu meiner Heimkehr, schäftigte, seinem Falten ein neues Geschühe anzupassen. retten?" setzte sie händeringend und außer sich hinzu. damit der Ritter und sein Gelichter nicht glauben, daß ich Der Falte machte ein sehr verdrießlich Gesicht, aber sein „ Beruhigt Euch," sprach Dagobert tröstend: Euch rette aus Feigheit oder Beschämung ihnen ausgewichen." Herr noch ein verdrießlicheres. Seinem ungeduldigen Blick ich vom schmählichen Verdacht, und einer Fürbitte ist der Diether schwieg eine lange Weile hindurch, den finsteren und noch ungeduldigeren Händen wollte das Nesteln und arme Jude wohl werth. Die Schöffen werden über den Blick zur Erde geheftet. Dann sprach er kurz: Ich werde Schnallen der langen und kurzen Gefäße und Wurfschnüre Elenden richten, und ein gutes Wort an den Vater ist allezeit meines Hauses Ehre zu bewahren wiffen. Mache nicht schnell genug gelingen. Warte, verdammter Falk!" wohl nur mit dem Ansuchen gemeint. Schlägt's der Vater was Du willst. Du thuft aber recht, wenn Du nicht ferner schalt er:„ Deinen Trozkopf werde ich schon zu beugen wissen. ab, so habt Ihr Menschenpflicht gethan und könnt ruhig weilst." Dagobert sah ihn groß an; um aber des Vaters Seit neun Monden machst Du mir das Leben sauer, und sein." Ruhig?" rief Margarethe wie in Verzweiflung; Grimm nicht zu reizen, ging er still davon. Diether starrte bist so einfältig, als ob Du gerade aus dem Gestände ge" Ich muß den Juden retten... bald retten, oder ich bin wild zum Himmel auf. Die Gewißheit ist da, die ich erhoben wärst. Aber hungern sollst Du und wachen, daß Dir - Damit packte verloren! Dagobert, edler Mensch! Mann, den ich leiden beten!" grollte er dumpf in sich hinein; dann fügte er, zu der Kizzel vergehen wird in kurzer Zeit." schaftlich liebte, den ich noch verehre wie einen Heiligen! der Frau gewendet, hinzu: Beschämt stand ich vor meinem er den wilden Vogel auf, zog ihm die Haube über'n Kopf nimm Dich meiner an. Es streitet wider Dein eigenes Recht, Sohne, nachdem ich Eure Worte gehört. Es kann also und setzte ihn drinnen auf die Stange. Als nun aber aber rette den Juden, rette mich! Das Schicksal ferner nicht zwischen uns bleiben, wie bisher. Ich hasse Beit pfeifend und mit auf den Rücken gelegten Händen droht mein Verhängniß mit Füßen zu treten, wie das des das Aufschen und die Lästerungen; befehle Euch jedoch, wieder hinaus auf den Vorsprung ging, und in's Weite Rindes, das in jener Kammer schläft." Johann's?" Eure Stuben nicht zu verlassen, und weder mit noch ohne starrte, konnte die Muhme nicht länger an sich halten. fragte Dagobert bestürzt:„ Ehrsame Frau! Der Himmel den Knaben einen Versuch zu machen, bis zu mir zu„ Wenn Hunger und Nachtwachen jeden Trozkopf zahm behüte Eure Vernunft. Ihr redet irre!"- D nein, nein!" bringen. Ich will Euch ferner nicht mehr sehen, und in machen könnten," teifte sie vom Herde her, so müßte auch schluchzte Margarethe:" Euch allein und dem Himmel be- Stille und Ruhe überlegen, wie ich, ohne Euch vor der der Deinige schon lange in der Ordnung sein, Neffe." fehle ich mein und des Knaben Loos! D, dieser Knabe... Welt zu Schanden zu machen, noch mich herabwürdigen, Habt Ihr etwas geredet, Muhme?" sprach der Leuener hat feinen Vater... Dagobert! nehmt Euch seiner an! Euer Geschick bestimmen möge." Dies sagend kehrte er berger spißig zu ihr hinüber." Schon lange, toller Werdet Ihr des Knaben Vater!" der in Schmerz und Angst aufgelösten Gattin unerbittlich Mensch," erwiderte Petronella, nach dem Blasebalge greifend, Dagobert trat erschrocken zurück, als die Frau ihm zu den Rücken und verschloß sich in seinem Gemache. ..aber was hilfts? Der Herr mag noch so reichlich die 11 in Frankreich beſiegelt, beſonders als die letzten Wahlen Dolifische Weberlicht. einen weiteren starken Rückgang der monarchischen Stimmen ergaben. " Berlin, den 28. Juni. Das Bauernlegen wird durch die Noth der Landwirthschaft nicht aufgehalten. Dies beweist eine der BoltsBeitung" aus dem Kreise Pillfallen zugehende Meldung, wonach daselbst die Zahl der Großgrundbesitzer in den letzten sönliches Eintreten des ältesten Sohnes des Grafen von liche Schuhgarde für die Republik geschaffen. Sie haben) Paris, der das Verbannungsgesetz übertrat, und seine Ein- die Basis zerstört, auf der sie weiter bauen konnten. reihung in die Armee forderte, sollte diese Scharte wieder Nicht zu Vorwürfen gegen die Gegner ist jetzt Zeit für ausgewegt werden. Aber man nahm den jungen Mann die französischen Republikaner, sondern zur Selbstkritik und nicht recht ernst, man sperrte ihn auf einige Monate ein, zur Umkehr. Eine Republik, das werden sie jetzt einsehen, sieben Jahren von 24 auf 31 gestiegen ist. was auch sein Ansehen nicht vermehrte, da man in der muß, wenn ihr der Haß der Besitzenden ungefährlich bleiben Zwischenzeit von seinen wenig rühmlichen Liebesabenteuern soll, die Maffen befriedigen, damit man sich auf diese stützen, Staatsanwalts. In der Beleidigungsklage unseres Ge Kompetenzkonflikte wegen Beleidigung eines mehr erfuhr, als den Ansehen der Orleans gut that. auf sie im entscheidenden Momente auch sicher rechnen kann. Die monarchischen Parteien schienen in den letzten Wer dies nicht einsieht und nicht danach handelt, hat es noffen Sülle gegen den Ersten Staatsanwalt Lorenz ist Jahren vollkommen in Deroute zu sein. Ein Theil der verdient, daß Herr Casimir Perier Präsident der Republit durch die tgl. Ober- Staatsanwaltschaft Naumburg beantragt monarchischen Abgeordneten machte, nachdem der Papst sich wird, hat es verdient, daß jetzt vorwurfsvoll ihm der Ruf worden, das Rechtsverfahren einstweilen einzustellen. Ges für die republikanische Staatsform in Frankreich aus entgegenschallt: noffe Hülle erhielt folgende Gröffnung:" Auf grund des gesprochen hatte, mit der Republik ihren Frieden und ver Die Republik ist in Gefahr! Gesetzes vom 13. Februar 1854, sowie des§ 11 Abs. 2 mehrte so deren falsche Freunde, so schien den nicht näher Nr. 1 des Einführungsgesetzes zum GerichtsverfassungsPrüfenden die Niederlage der monarchischen Bestrebungen gesetz vom 27. Januar 1877 erhebe ich, da ich nicht annehme, daß der Erste Staatsanwalt Lorenz sich bei dem der Privatklage zu Grunde liegenden Vorgange einer Ueberschreitung seiner Amtsbefugnisse schuldig gemacht hat, Eine Tabakenquete behufs Umarbeitung die 3 hiermit den Kompetenz- Konflikt und beantrage einstweilige Troß all' dieser für die Republik so günstigen Beichen Gesezentwurf 3 über die Tabatfabrit. Steuer Einstellung des Rechtsverfahrens behufs Herbeiführung einer ist der Ruf: Die Republik in Gefahr!" vollkommen be- ist im Werke. Aus ländlichen Bezirken der Tabakindustrie Borentscheidung über die angegebene Frage durch das rechtigt, denn der Mann, dem gestern das Steuerruder der schreibt man uns, daß der Ortsgendarm mit einer offenen tönigliche Ober- Verwaltungsgericht." Der Kompetenzfranzösischen Republik anvertraut wurde, ist kein Republikaner Liste bei Bigarren- und Tabakfabrikanten umgeht. Nach der konfliktshof hat in ähnlichen Fällen dahin entschieden, aus Ueberzeugung, ist seiner Familientradition, seiner Interfelben sollen beantwortet werden folgende Fragen: 1. Wie baß der Kompetenzkonflikt" unberechtigt sei und daß auch effen, seiner gesellschaftlichen Beziehungen wegen Monarchist. viel Arbeiter im Jahre von mindestens 280 Tagen für die der Staatsanwalt nicht beleidigen dürfe. Daß die BeUmgeben von Prinzen und Grafen auf einem Feste der Bigarrenfabrikation beschäftigt gewesen sind? Darunter hauptung, ein Staatsanwalt habe das gefeßliche Recht zu Aristokratie erfuhr der gestern gewählte Präsident die Nach- jugendliche? Wie viel fürzere Beit hindurch und durch beleidigen, eine Beleidigung der Staatsanwaltschaft richt von der Ermordung seines Vorgängers. Casimir Perier schnittliche Arbeitstage? Darunter jugendliche? 2. Wie sein könne, ist vom Reichsgericht wiederholt ausist der Liebling dieser Kreise nicht nur seines Reichthums viel Arbeiter in der Fabrik, männliche? jugendliche? Wie gesprochen worden. und seiner monarchischen Familientraditionen wegen, sondern viel Arbeiter im Hause, männliche? jugendliche? 3. Dievor allem deshalb, weil sie hoffen, daß er im günstigen selben Fragen bezüglich Rautabak. Dieselben Fragen bezüglich den Sozialdemokraten vorgeworfen. Daß aber ganz andere Die Jugend mit der Politik zu vergiften wird Augenblicke zahlreiche Schein- Republikaner ins mon Rauchtabat. 4. Wie viel in Nebenbetrieben, Bekleben u. s. w., archische Lager hinüberziehen wird, sie sehen in seiner Ab- männliche? jugendliche? 5. Wie viel ist im vergangenen Beute dieser Vorwurf trifft, beweist ein Thema, das in stimmung gegen die Ausweisung der Prätendenten Jahre angefertigt an Bigarren? Nauchtabak? Rautabat? Württemberg 14 jährigen Jungen zur Bearbeitung eine Gewähr für seine monarchische Gesinnung, fie rechnen Schnupftabat? übergeben wurde. Es handelt über die Entwicklung es ihm hoch an, daß er wegen dieser Ausweisung am 1. Februar 1883 fein Mandat als Abgeordneter nieder Deutschlands und schließt mit dem Saze: gelegt hat, sie werden ihn heute mehr denn je stützen und ihn aber gleichzeitig fühlen laffen, daß er von der Monarchisten Gnaden Oberhaupt der Republik ist, sie werden Der Bundesrath hat in seiner heutigen Plenarsizung es ihm nachrechnen, daß er nie diefe winzige Majorität errungen hätte, menn die Monarchisten einem der dem Antrag des Ausschusses zu dem Entwurf eines Ge offen zu ihrer Fahne stehenden und nicht ihm ihre fetes betreffend Aenderungen und Ergänzungen des Der badische Landtag ist heute mit einer Thronrede Stimme gegeben hätten, sie sehen in ihm nur einen Gerichts verfassungs- Gesetzes und der Straf- Prozeßordnung Blatzhalter für den fünftigen König Frankreichs, sie er die Zustimmung ertheilt. Den Berichten des Ausschusses über geschlossen worden. Dieselbe gedenkt der befriedigenden Er warten von ihm, daß er wie der Berräther an der eng die Vorlage vom 28. Mai 1894 betreffend die Verzollung von ledigung des Budgets, sowie der Einkommensteuerreform Lischen Revolution, Mont, nachdem er die höchste Staffel in Petroleum nach dem Raumgehalt, über die Vorlage vom und sagt hinsichtlich der Reichs- Finanzreform: Die bei der Republik erklommen hat, seine Macht und seinen 13. Juni 1894 betreffend die Abstempelung von Genuß- Beginn des Landtags gehegte Erwartung, die geplante zu stande kommen, Einfluß der Wiedereinsetzung der Monarchie widmen scheinen und über die Vorlage betreffend die Beschlüsse des Finanzreform im Reiche werde Ich gebe mich aber wird, daß er wie jener bereit sein wird, lieber Ober- Landesausschusses zu dem Entwurf einer Gemeinde- Ordnung hat sich leider nicht erfüllt. stallmeister und Kammerherr eines unbedeutenden Brinzen für Elsaß- Lothringen wurde zugestimmt. Der Bericht des der Hoffnung hin, Der Bericht des der Hoffnung hin, daß es den verbündeten Regiezu werden, als erster Bürger eines Freistaates zu sein. So Ausschusses über die Vorlage vom 11. Juni 1894 betreffend rungen gelingen wird, über diese wichtige Aufgabe zu unfaßbar es auch für uns ist, daß dies jemandem die Bollbehandlung der in Theilungslagern befindlichen einer Verständigung mit dem Reichstage zu gelangen, damit zugemuthet werden tann, so beweist doch eine Durchficht der spanischen Weine wurde von der Tagesordnung abgefeßt. eine geordnete Fortführung der Finanzwirthschaft in den Bundesstaaten ermöglicht wird." Die Thronrede bespricht französischen Preffe, daß der neue Präsident der französischen Die Getreide Einfuhr in das Deutsche Reich betrug jobann die Annahme des Gesetzes über die Aufbesserung Republik eine solch niedrige Einschätzung verdient. im Mai 682 782( im Vorjahr 403 947) Doppelzentner Weizen, der Beamtengehälter, wodurch die Gehaltsfrage für lange wird". thun, zu dieser Enquete bald Stellung zu nehmen. Man Unsere Genossen in der Tabakindustrie werden gut darf Herrn Miquel nicht allzu früh vor denen aufstehen lassen, gegen die er es abgesehen hat. Und eben erft haben wir erlebt, wie nach faum mehr als 20 Jahren schon wieder das Gefühl des Zusammenhaltens gegen die lauernden Feinde erlahmt und die Bereit= willigkeit, bem Oberhaupt des Reiches die nöthigen Mittel zum Schute des Ganzen und der einzelnen Glieder zu bewilligen, abhanden gekom. men ist." " Die Lockspitel find in Prag wieder an der Arbeit, wie eine Gerichtsverhandlung, die sich eben in Prag abs spielt, beweift, über die der Bossischen Zeitung" der fol gende Drahtbericht zugeht: " Was können sich die Monarchisten besseres wünschen, davon 171 648 Doppelzentner russischen Ursprungs, 457 385 als einen Mann an der Spitze der ihnen verhaßten Repubit,( 235 415) Doppelzentner Hoggen, wovon 345 567 ruffischer, Beit abgeschlossen sei, ferner die Vervollständigung des der sich als Republikaner geberdet und als Monarchist sentner russischen Ursprungs, 584 740( 437 218) Doppelzentner gedenkt sodann verschiedener kleinerer Vorlagen und spricht 476 531( 89 160) Doppelzentner Hafer, davon 434 888 Doppel Staatsbahnnetzes, die Herstellung weiterer Nebenbahnen, fühlt, der den Vertretern des Großkapitals zuzählt, von Gerste, wovon 288 725 rujifche, 68 202( 46 096) Doppelzentner Die Hoffnung aus, die Aufhebung des Gesetzes über das bem die ganze Bourgeoisie erwartet, daß er als Staats- Raps und Rübsaat, und 690 171( 419 486) Doppelsentner Mais Verbot der Missionen werde die Sache des Friedens fördern. retter„ der Hydra des Anarchismus den Garaus machen und Dari. Von Januar bis Ende Mai wurden eingeführt Die Anträge auf Aenderung des Wahlsystems werde die 3 098 644( 2 581 776) Doppelzentner Weizen, davon 291 235 Regierung in ernste Erwägung ziehen. Das Echo, das die geftrige Wahl in der monarchischen ruffischer, 1 350 483( 657 890) Doppelzentner Roggen, wovon 771 708 russischer, 1614 276( 347 168) Doppelzentner Hafer, Presse nicht nur Frankreichs, sondern ganz Europa's wovon 835 536 russischen Ursprungs, 3 782 106( 2401 031) hervorgerufen hat, der Jubel, mit dem Cafimir Perier's Doppelzentuer Gerfte, darunter 942 805 ruffische, 828 896 Wahl von den Reaktionären aller Länder aufgenommen( 810 459) Doppelzentner Raps und Rübfaat, und 8 251 086 wurde, muß den wahren Republikanern in Frankreich An-( 1 674 954) Doppelzentner Mais und Dari. laß zur Einkehr bieten. Sie müssen sich sagen, daß dieser Ein theures Vergnügen war der Pinneberger Durch große Erfolg der Monarchisten, daß die Wahl eines Mannes fall für den Margarinefabrikanten Mohr. Die nationalvon Rothschild's und der Monarchisten Guaden zum liberale Korrespondenz weiß nämlich zu melden: Präsidenten der französischen Republik, daß die Wahl eines Cafimir Perier's als Nachfolger Grevy's und Carnot's nur ihrer eigenen Schuld zuzuschreiben ist. In öden politischen Erörterungen, in Verfassungsstreitigkeiten, in persönlichen Kämpfen haben die wirklichen Republikaner Frankreichs ihre Kraft verpulvert, sie haben sich nicht bemüht, den breiten Massen zu beweisen, daß die Republik ihnen mehr nügt, als irgend eine andere Staatsform, sie haben ihren persönlichen Ehrgeiz befriedigt oder zu befriedigen gesucht, fie haben sich nicht rein gehalten von Egoismus ja von Korruption, sie haben in Verwaltung und Gesetzgebung den Massen nichts geboten, sie haben Frankreichs soziale Gesetz gebung auf einem beschämend niedrigen Stand erhalten, sie haben mit den Machtbefugnissen der Reaktion gewirthschaftet, statt dem Proletariat Bewegungsfreiheit zu schaffen, statt es soweit zu befriedigen, als dies im Rahmen unserer heutigen Gesellschaftsordnung möglich ist. So haben sie die Massen gleichgiltig, gemacht gegen die heutige Staatsform, aus ihnen nicht eine unüberwind" -" " " An lebhafter Agitation hat es nicht gefehlt, ja, es darf dreist behauptet werden, daß ähnliche tostspielige Aufwendungen, wie sie für die Kandidatur Mohr gemacht worden sind, bisher im ganzen Reiche nicht ihres Gleichen gehabt haben und nicht wieder haben werden. " Desto rühmlicher und ehrenhafter ist der Sieg der Sozialdemokratie, die dem Geldjacke des Mohr den unermüdlichen und mit Geld nicht zu erkaufenden Eifer der Proletarier entgegensetzte. " Durchweg bestimmungsgemäß war, so erklärt das Ulmer Gouvernement, der Todesmarsch", den das preußische Fußartillerie- Bataillon in Ulm von Großbottwar nach Waiblingen unternahm. Bor einem Ausnahmsgericht begann heute hier die Ver handlung gegen drei junge Bursche wegen Verbrechens des Hochverraths, der Majestätsbeleidigung und der Störung der öffentlichen Ruhe, ferner wegen Verbrechens gegen das Dynamitgesetz. Zwei Angeklagte find geständig, daß sie einem Geheimbunde, ber den Namen Die Rächer Czechiens" führte, angehörten, daß sie am 5. März, mit scharfgeschliffenen Dolchen bewaffnet, nach Wien gefahren sind und sich in der Hofburg aufgehalten haben. In der Anklageschrift heißt es weiter, daß die Ange= flagten mehrere Anschläge, darunter solche gegen zwei hochs gestellte Persönlichkeiten in Prag beabsichtigten. Der dritte Angeklagte gab an, daß er feit breiviertel Jahren Detettive im Dienste der Polizei gewesen ist; er leugnet jede Theilnahme an der Verbindung der Ezechiens". Er habe sich nur als Polizeiagent über die Abfichten der beiden anderen Angeklagten unterrichten wollen. Die Verhandlung wird voraussichtlich morgen beendigt werden. Die Besteuerung des Totalisators ist vom ungarischen Abgeordnetenhause angenommen worden. Racher Nun ist eben der Beweis erbracht, daß nicht einige Die Gruppe der sozialistischen Deputirten Offiziere, sondern das ganze militärische System dafür ver- protestirt in einem Manifest gegen die Wahl Cafimir antwortlich zu machen ist. Darum werden für unsere Pa- Berier's, welche durch Vereinigung von Kleritalen, Ralliirten role Nieder mit dem Militarismus" neue Anhänger ge- und Kapitalisten zu stande gekommen sei und die Republik worben worden sein. gefährde. " Heerstraßen segnen, Du bringst gewiß nichts heim, das der der verdammte Schwager zu Frankfurt mir den Brottorb ewig franke Frau, und den lahmen Bater; und bei alledem Mühe werth wäre. Daß gestern der Weinhändler von höher hängte, ist es zum Tenfelholen."" Du haderst auch nichts als den Grauschimmel und Sattel und Stegreif. Nürnberg mit seinen Fässern ungeschlagen hier vorbei kam, immer mit dem Schicksale, statt es zu verbessern," predigte Da heißt es, die Ohren steif halten. Gedenke nur des werde ich Dir nimmer vergessen." Bah!" rief Veit, die Alte, tapfer die Schüssel angreifend, drei Landstraßen Henne von Riedlingen, der im anderen Flügel wohnt, dicht und schlug ein Schnippchen in die blaue Luft. Den Käse stehen. Dir offen, warum passest Du nicht auf wie andere?" am Hundezwinger. Eine Stube wie ein Stall und darinnen bergern muß man auch aus Freundschaft etwas gönnen."-Warum bin ich ein ärmerer Schlucker als andere?" eingepfercht zu sein mit Kind und Regel, und ges -Ei ja," spöttelte die Alte, Deine alte getreue Base fragte Veit höhnisch entgegen. Der Eppsteiner und die gezwungen zu sein, für die vielen Mäuler Tag aus Tag kann aber daheim darben, während ihr ein Becher Rhein- Käseberger, und ab die Brüder in der Runde haben Rosse ein, die Koft aus dem Forste, oder vom Vogelherde, oder wein dann und wann so gut thun würde."- Trinkt wie Stahl und Eisen, die achtzehn Stunden in einem weg aus dem verbotenen Teiche zu holen! Um wie viel glücklicher Flares Wasser," lachte Veit,' s macht helle Augen, und trappen, ohne daß ihnen ein Huf wehe thut. Meinem bist Du, ein unbeweibter Mann, dem eine sorgfältige und Euer einziges wird nachgerade schabhaft, wie Eure Naje Klepper tann ich kaum mehr einen Ritt von hier gen regsame Base das Hauswesen führt! Du gehst, wenn Du stumpf, denn Ihr seht und riecht nicht, daß unser Linsen Frankfurt in einem Tage zumuthen, und wenn ich ihn in willst, Du kommst, wenn Dir's einfällt, und findest immer gericht in der Pfanne anbrennt." Ei poß Belten!" den Sprung bringe, so bekommt er gleich das Keuchen. etwas für den Schnabel, bald wenig, bald viel, bald volla schrie die Muhme erschrocken, und hob die Pfanne vom Die obige Sippschaft hat Geld, um die Kundschafter tüchtig auf, bald knapp, je nachdem Dein Gewerbe geht oder stockt. Feuer; ich muß auch die Augen überall haben, weil Du zu bezahlen; mir verrathen die Bursche kaum einen wan Daheim kannst Du Deinen Leib pflegen, Falten abrichten, Dich um nichts fümmerst. Komm, Veitchen, komm, set' dernden Schuhflicker, weil ich ihre Klauen nicht versilbern die Fenster verkleben, wenn es Noth thut, und auf Deinem Dich zu Tische; komm, iß, mein armer Junge." Sie fann. Das Schlechteste kommt an mich und theil ich mit wohlgefüllten Strohface lungern, so lange Dir's gefällt. schob mit dem Aermel alles Hinderliche von dem morschen andern, habe ich sicher den kleinsten Theil. Bring' ich etwas Jch wette darauf, Deine ungerathene Schwester, die uns verRundtische, warf eine geblümte Schürze darauf, und setzte heim, so geht's in Rauch auf, wie's gewonnen wurde, und gißt, wie alle Reiche zu thun pflegen, hat in ihrem Ueberbas unlieblich dampfende Gericht auf das unreinliche Schmalhaus zählt uns immer die Brocken zu. Pest und flusse der Sorgen mehr als Du." Möglich!" antwortete Pfannenholz. Von Tellern war feine Rede, und die rostigen rother Hahn! Ich hab's satt und dreimal fatt. Ich habe Veit:„ Ich würde dennoch gleich mit ihr tauschen. Schaut Gabeln und Messer gaben eben teinen sonderlichen Begriff Wind und Wetter ausgehalten, verstehe mein Gewerbe wie einmal mein Wams an, Muhme. Der Ellbogen des rechten von dem Hauswesen des Edelmannes. Veit setzte sich ein Alter und soll Leben aus, Leben ein am Hungertuche Wermels ist geplatzt"- Ei, so gieb her!" versetzte die maulend zum Essen und lachte spötlisch über das Endchen nagen, während andere im Wohlleben schwimmen und kein Muhme geschäftig, und lange mir vom Fenstergesims Wurst, das die Muhme triumphirend aus den Linsen fischte, Haar besser sind als ich? Gott verdamme mich, wenn ich's Nadel und Faden. Das muß auf der Stelle ausgebessert und gewissenhaft mit dem Neffen theilte. Ein feiner Beaten länger mit ansehe!" Du bist ein trogiger, ungenüg werden; denn die Katze hat sich heute gar oft hinter den in der Osterwoche!" sprach er verdrießlich, und schnitt ein samer Mensch, ein fauler Bärenhäuter obendrein!" versette Ohren gefragt, nud mir juckt die Stirne beständig. Beides Stück Gerstenbrot der Muhme ab:„ Ich sag's Euch, Base; die Muhme:" Schau einmal unsere Nachbarn unter den bedeutet aber einen Besuch, der heute nicht ausbleibt." wenn dieses Leben noch lange dauert, so hänge ich mich Burgleuter an. Betrachte den Jost, der juft unter unserem am nächsten Nagel auf. Diese unaufhörliche Armuth bei Gemache haust, und dessen Kinder uns den Kopf toll machen so vielen Gefahren halte ich nicht länger aus. Seitdem mit ihrem Geschrei. Die Stube voll Würmchen, und die. ( Fortfehung folgt.). Weitere Verfolgungen von Italienern werden aus Frankreich gemeldet. Wir werden morgen diese Ereignisse von prinzipiellen Gesichtspunkten würdigen.— s�nr Vollstrerfnng der Todesurtheile tritt die „Kölnische Zeitung" in Reproduktion einer Biographie Carnot's aus dem„Daily Telegraph" ein, in welcher es heißt: Auch hatte er(Carnot) den Muth seiner Ueberzeugungen kicieeffs der Todesurtheile. Grevy unterzeichnete niemals wäh- reud seiner neunjährigen Amtsdauer ein Todesurtheil, und in« folge dieser Nachsicht mehrten sich die Verbrechen in fürchter- lichem Maße. So oft ein Anarchist— Ravachol, Vaillant, Henry— zum Tode vcrurtheilt wurde, traten an Carnot alle möglichen Einflüsse heran, um ihn zur Umwandlung der Todes- strafe zu bewegen, aber er gab nicht nach. Merkt denn die gute Kölnische nicht, daß die Hin- richtungen unter Carnot die Vermehrung der Mordthaten nicht verhindert haben, daß aber unter Grevy Thaten eines Ravachol überhaupt nicht vorkamen?— Nationalliberale Liige. Die«Münchner Neuesten Nachrichten" schreiben: Und was ist die Sozialdemokratie, deren parla- mentarische Vertreter die Regierung in Schach halten? Die Pflanzschule des Anarchismus. Alle Mordbubcn, die seit 2�/? Jahren Frankreich mit Schrecken erfüllt haben, sind aus ihren Reihe» hervorgegangen. Aber! Aber! Warum so ungeschickt verleumden! Wer weiß denn von Henry, von Ravachol und anderen, daß sie früher Sozialdemokraten waren? Niemand außer den Ver- leumdern in der nationalliberalen Presse.— Wucher in Spanien. In Spanien bestehen keine Gesetze gegen den Wucher, so daß dieser in schönster Blüthe steht. Was auf diesem Gebiete hier geleistet wird, davon giebt nachfolgende Geschichte einen schwachen Begriff. Ein gewisser C. G. lieh gegen Einhändigung eines besonderen Schuldscheines einem gewissen W. F. die Summe von SOOv Pesetas. Der in Reoe stehende Schuldschein, welcher das Datum vom 6. Juni 1838 trägt, stellt folgende Bedingung auf. Für das erste Jahr ist der anzubringende Zinsfuß auf 12 pCt. festgestellt. Wird der nach einem Jahr fällige Zahlungsterniin nicht eingehalten, so wird der Zinsfuß von dem Augenblick ab jeden Monat um 2 pCt. erhöht. Seit 1889, das ist seit dem Zahlungstermine, hat der Schuldner noch nichts bezahlt, und so hat sich vor einigen Tagen C. G. veranlaßt gesehen, gerichtlich gegen ihn einzuschreiten. Die Schuld ist indessen auf..... 6 494 OOO Pesetas angewachsen.— Gladstone'S Rücktritt vom politischen Leben kommt nicht unerwartet, nachdem er vor kurzer Zeit seines Augenleidens halber feinen Ministerposten aufgeben mußte. Die Operation hat ihm wohl eine Erleichterung gebracht, doch konnte sie einem 8Sjährigen Greise nicht die Vollkraft wiedergeben, deren er zur weiteren Fortführung seiner politischen Thäligkeit bedurft hätte. Gladstone ist einer jener seltenen Männer, bei denen die steten Auf- regnngen des politischen Lebens zur Erhaltung ihrer Geistes- und Körperfrische beitragen. Noch bis in die letzten Tage seiner Ministerthätigkeit hat er Reden von großer Bedeutung gehalten. Deshalb wird sein jetziger völliger Rücktritt wohl schwerlich so aufzufassen sein, als ob es zu Ende ginge mit seinem Leben, und so ist es auch zu früh, einen völlig abschließenden Ueberblick über seine lange und abwechselungsreiche politische Laufbahn zu geben. Gladstone ist der hervorragendste Vertreter des modernen englischen Liberalismus, der thurmhoch über seiner schwächlichen Nachahmung, dem deutschen Liberalismus, steht. Vielleicht ist die Zeit des Liberalismus in England jetzt überhaupt vorbei, seitdem das Proletariat an die Pforten des Parla- ments pocht. Mit Vielem in Gladstone's Thätigkeit können wir uns nicht einverstanden erklären; das braucht uns aber nicht zu hindern, das Gute, was er geleistet, anzuerkennen. Sein Abtritt vom politischen Leben wird dadurch ein würdiger, daß er es> verschmäht, sich Orden oder Titel anhängen zn lassen, während sein langjähriger konservativer Gegner T Israeli bekanntlich klein genug dachte, sich mit einem Grafentitel zu schmücken.— Arbeiterversicherung iu Schweden. Die schwedische Re- gierungskommission, die beauftragt war, einen Gesetzentwurf zur Einführung einer Arbeiterversicherung auszuarbeiten, hat ihre Arbeit vollendet. Die Hauptbestimmungen des Entwurfes, der sich im wesentlichen ans das betreffende deutsche Gesetz stützt, find� nach der„Frankfurter Zeitung" die folgenden. Alle un- selbständigen Erwerbenden sind der Versicherung unterworfen. Die Versicherten werden in drei Klassen getheilt, von denen die zwei ersten die männlichen und die dritte die weiblichen Arbeit- nehmer uinfaffen. Für jede Woche sind in der ersten Klasse üv, in der zweiten 30 und in der dritten 20 Oere (1 Oere---1l/s Pf.) als Beitrag vom Arbeitgeber einzuzahlen, und dieser darf die Hälfte desz Beitrages vom Lohn der Versicherten abziehen. Um eine Pension zu erhalten, ist außer dauernder Erwerbsunfähigkeit noch erforderlich, daß für wenig- stens 260 Wochen Beiträge entrichtet worden sind. Die Höhe der jährlichen Pension beträgt in den drei Klassen 80 bezw. 6S und öS Kronen(1 Krone— IM. 12'/« Pf.). Die Kosten der Ver- sicherung werden durch die Beiträge und einen Staatszuschuß bestritten. Der Gesetzentwurf ist vom Handelskollegium an fämmtliche Lehneverwaltnngen, Stadträthe, Handwerker- und Arbeitervereine zur Begutachtung geschickt worden. In vielen Autworten wird der Plan in seiner gegenwärtigen Form miß- billigt. So lehnt unter Anderem das Ober-Slatthalteramt in Stockholm das Projekt ab, theils aus prinzipiellen Gründen, thcils wegen der großen Schwierigkeiten, welche die Einführung von Arbeiterpenstonen verursachen würde. Die Regierung ist jetzt zu nochmaliger Umarbeitung ihres Planes genöthigt.— k>k»rkeinsck»vtckzken. In Dresden wurde eine Volksversammlung aufgelöst, als der Referent Genosse Dr. Gradnauer, der über„die Arbeiterschaft und ihre Feinde" sprach, auf den Waldschlößchen-Boykott eingehen wollte, woran ihn der überwachend« Beamte aber verhinderte. Infolge der durch diese Maßregel entstandenen Unruhe wurde die Versammlung aufgelöst. � Polizeiliches, Gerichtliches«. — Ans der„Schleswig-Holfteinischen Volks- eitung" hatte der Genosse Hülle, Redakteur der„Thüringer ribüne" einen Artikel entnommen, worin den Lesern über eine ungebührliche Strafvollstreckung, angewendet an einem Marine- soldaten der Besatzung des„König Wilhelm" berichtet wurde. Durch diese Notiz fühlte sich der Kommandant benannten Schiffes beleidigt und stellte Strafantrag gegen diejenigen Zeitungen. in denen der von einem Augenzeugen geschilderte Vorfall mitgetheilt worden. Indem durch die Kieler Strafkammer festgestellt wurde, daß besagte Züchtigung in ordnungs- mäßiger Weise vollzogen worden, erfolgte die Verurtheilung des Redakteurs der„Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung, Genossen Fröbel, zu einem Monat Gesängniß. In derselben Angelegenheit hatte sich Genosse Hülle vor der Erfurter Strafkammer zu ver- antworten. Auch gegen ihn wurde vom Vertreter der Staats- anwaltschaft dasselbe Strafmaß beantragt. Der Vertheidiger des Genossen Hülle, Herr Rechtsanwalt Dr. Harmening-Jena, macht« demgegenüber geltend, daß ein Strafmaß, wie es gegen den ursprünglichen Verfasser des Artikels in Anwendung gekommen, hier nicht zutreffe, sei doch der Artikel in der festen Zuversicht, daß er aus Wahrheit beruhe, abgedruckt worden. Wenn auch eine Kritik über besagten Vorfall angefügt worden, so sei immer- hin das Vergehen derartig geringfügig, daß im Fall einer Ver- urtheilung auf eine geringe Geldstrafe zu erkennen sei. Der Gerichtshof schloß sich den Ausführungen der Verthcidigung insofern an, als er zugab, daß der Angeklagte nicht so hart als der eigentliche Verfasser des beleidigenden Artikels zu bestrafen sei, es wurde deshalb die Beleidigung de? Schiffskommandanten, begangen durch die Reproduktion betreffenden Artikels mit 100 M. Geldstrafe für genügend gesühnt erachtet. Eine formelle Beleidigung selbst für den Fall, daß das erwähnte Vorkommniß auf Wahrheit beruht hätte, wurde in dem Worte„Menschen- schinderei" gefunden. Der Schutz des Z 193 wurde dem Angeklagten abgesprochen. — Wegen Beleidigung durch die Presse hatte sich Genosse Pens vor dem Dessauer Schöffengericht zu verant- worten. Derselbe sollt« einestheils den Konststorialrath Pfarrer Grape und anderntheils den Bergdirektor Franz Johanni in Aschersleben sowie den Bergingenieur Diez« in Frose beleidigt haben. Im ersteren Falle handelte es sich um einen Artikel, in welchem im Anschluß an in der ganzen Stadt seinerzeit ver- breitet gewesene Gerüchte ganz im allgemeinen auf die bekannte Thatsache hingewiesen wurde, daß gewisse fromme Kreise mit Eifer den Sozialdemokraten den Vorwurf der„freien Liebe" in einem gewissen Sinne machten, während bei ihnen selber diese freie Liebe ihre Stätte habe. Die Wahrheit der verbreiteten Gerüchte ward dabei völlig unentschieden gelassen, weder be- hauptet noch auch bestimmt verneint. Auch blieb jeder Name unerwähnt. Gleichwohl erfolgte die Anklage. In der gestrigen Verhandlung beschwor Pfarrer Grape als Zeuge, daß er mit der sogenannten Schwester Martha in keinem unerlaubten Ver- hältniß gestanden habe. Die Gerüchte seien auch ihm damals zu Ohren gekommen. Strasantrag habe er auf Drängen seiner Amtsgenossen gestellt. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft, Amtsanwalt Dr. Döring, fand in dem Artikel eine schwere Be- leidigung, welche nur durch Freiheitsstrafe gesühnt werden könne. Auch beantrage er, die Anklage auf§ 187 auszudehnen, weil der Angeklagte wider besseres Wissen gehandelt habe. Sein Strafantrag lautete für diesen Fall auf 3 Wochen Gefängniß. Das Schöffengericht erachtete Genossen Peus der Beleidigung des Konsistorialralhs Grape für schuldig. Das Urtheil aber ging weit über den Antrag der Anklagebehörde hinaus. Das Gericht sprach eine mehr als sieben mal so hohe Strafe, nämlich fünf Monate Gefängniß ans. In der zweiten Sache handelte es sich um einen schweren Unglücksfall auf den Bergwerken in Frose. Ein Förderstuhl war durch Zerreißen des Seiles hinabgestürzt und hatte einen Bergmann getödtet. Im„Volks- blatt" war dieser Unglücksfall in der Weise berichtet, daß gesagt wurde, eine zettigere Erneuerung des Seiles hätte das Unglück wohl verhüten können. Nach einem gerichtlich eingeholten Gutachten soll indessen das Seil durch ein Zahnrad angeschnitten und dadurch zerreißbar geworden sein. Auch in diesem Falle ward Peus der Beleidigung für schuldig befunden. Der Antrag lautete auf 4 Wochen bez. insgesammt 6 Wochen Gefängniß. Das Urtheil lautete dagegen auf ö Wochen resp. zusammen mit den 5 Monaten nicht weniger als sechs Monate Gefängniß. Berufung an das Landgericht wird selbstverständlich eingelegt. Der Dresdener Maifeier- Prozeß. Ein echt sächsisches Stück Justiz war es, das sich vor dem Dresdener Schöffengericht unter dem Vorsitz eines Amtsrichters Bockwitz am Mittwoch abspielte. Es wurde gegen öl Leute, darunter drei Frauen verhandelt, die zunächst aus hundert- einundsiebzig Angeklagten herausgegriffen waren, und denen zur Last gelegt war, sich am ersten Mai an einem verbotenen Umzug beheiligt zu haben. Zur Orientirung sei bemerkt, daß in einer Partei- Versammlung, die vor dem 1. Mai im Trianon-Saale stattfand, ein Komitee, bestehend aus den Parteigenossen Findeisen, Heilweck und Sommer zur Leitung der Maifeier gewählt wurde. Dieses Komitee beschloß, einen Umzug zu veranstalten, der sich durch die Johann Georgen-Allee, König Johannstrabe u. f. w. nach der inneren Stadt bewegen sollte und reichte bei der Polizeidirektion Dresden ein Gesuch um Genehmigung des Um- zuges ein. Diese Genehmigung wurde versagt und das Komitee unterließ daher jede derartige Veranstaltung. Trotzdem soll am I. Mai ein Umzug stattgefunden haben, der sich nach der Anklage von der Weißeritzstraße durch die Wettinerstraße über den Postplatz. die Mariensiraße, Waisenhausstraße, Pragerstraße nach dem Böhmischen Bahnhof und von dort durch die Ammonstraße nach Löbtau zu bewegt haben soll unter Betheiligung von 6000 bis 8000 Personen. Die Betheiligung an diesem Umzüge wird den Angeklagten zur Last gelegt. Sie sollen dadurch das Vereinsgesetz, sowie eine Verordnung über- treten haben, die von der Polizeidirektion Dresden und den Amts- hauptmannschaftcn Dresden- Altstadt und-Neustadt gemeinsam erlassen worden war, und die besagt, daß am 1. und 3. Mai d. I. in den Verwaltungsbezirken dieser drei Behörden alle öffentlichen Auf- und Umzüge, auch sogen. Massen- Spaziergänge verboten seien und daß Zuwiderhandlungen an allen Theilnehmern mit entsprechender Haft oder Geldstrafe bestraft werden. Die Ver- ordnung stützt sich auf ß 12 des Vereinsgesetzes, der besagt, daß bei dringender Gefahr für die öffentliche Ruhe, Ordnung und Sicherheil Versammlungen, sowie öffent- liche Auf- und Umzüge und Festlichkeiten verboten werden können. Wäre diese Verordnung nicht vorhanden, dann könnten nur die Veranstalter, Ordner oder Leiter einer ohne Genehmigung etwa stattgefundenen Veranstaltung der genannten Art bestraft werden. Außerdem sollen die Angeklagten noch durch ihre Theilnahme an dem verbotswidrigen Umzüge noch Verkehrs- störungen verursacht und so gegen die Dresdener Berkehrsordnung verstoßen haben. Die Ladungen waren schon auf früh 8 Uhr ergangen, eine Stunde vor dem üblichen Beginn der Gericktsthätigkeit. Vor dem Eingang zum Amtsgericht waren zwei Gendarmen postirt und nur mit Ladungen versehene Personen durften passiren, so daß sogar unser Berichterstatter, der zufällig keine Legitimation bei sich führte, nur auf Umwegen Eintritt erlangen konnte. Der für solche Massenprozesse nicht berechnete Verhandlungssaal war von den 51 Angeklagten und den 20 als Zeugen geladenen Polizcibeamten so ausgestopft, daß nur noch gegen zwanzig Zuhörer, die man später einließ, mühsam, größtentheils stehend, Platz fanden. Unter ziemlich großen Schwierigkeiten wurden die Angeklagten nach der im Eröffnungsbeschluß eingehaltenen Reihenfolge placirt und nach Vortrag des Eröffnungsbeschlusses(ohne Nennung der einzelnen Namen) begann die Vernehmung der Angeklagten. Die Feststellung der Personalien der Angeklagten hatte bereits vorher in der Gerichtsschreiberei stattgefunden und nur drei Angeklagte hatten dort Angaben über ihre Person verweigert. Die An- geklagten, die sich auf die Fragen des Vorsitzenden mit wenigen Ausnahmen als Sozialdemokraten bekennen, stellen sämmtlich in Abrede, an einem verbotenen Umzüge theilgenommeu zu haben. Aus den sich in vielen Dingen drastisch gestaltenden Aussagen der Angeklagten sei die Darlegung des Genossen Walisisch er- wähnt; derselbe erklärt, er habe an keinem Umzüge theilgenommen, da ein solcher, weil verboten, gar nicht veranstaltet worden sei. Er ist mit seiner Frau und seiner Mutter durch die Stadt ge- gangen und auf dem Wege nach seiner Wohnung in Plauen mit Gewalt in die Straßen gedrängt worden, die in der Anklage- schrist gmannt sind, da er mehrfach durch polizeiliche Absperrung verhindert worden sei, die Straßen zu gehen, die ihm genehm und näher gewesen; als er dann endlich mit vieler Muhe die entsprechende Pferdebahnlinie erreicht habe, sei er in den Wagen gestiegen und nach Hause gefahren. Der Amtsanwalt hält ihm vor, daß er in der Vorvernehmung zugegeben habe, an der Spitze von 6000 Menschen marschirt zu sein. Der An- geklagte bezeichnet dieS als unwahr, der Amtsanwalt habe thw. dies nur insinuirt, er habe aber erklärt, daß er nichts dafür könne, wenn Menschen um ihn hergehen und sich um diese uickzt gekümmert habe. Der ebenfalls angeklagte Findeisen alS Komiteemitglied gie-bt an, wie das Komitee verfahren fei(siehe oben); nachdem ihm das Verbot des Umzuges zugegangen, habe er nichts mehr in der Sache unternommen: er ist am 1. Mai in Geschäften auf der Straße gewesen. Frau Findeisen behauptet, sie fei den ganzen Tag nicht aus ihrem Geschäft herausgekommen und ihr Mann bestätigt dies. Pflüger, Gründe! und Kohlenhärudler Günther bestreiten jede strafbare Handlung. Eigenartig ist die vom Amtsanwalt an den Angeklcigten Kohlenhändler Günther gerichtete Anfrage, warum er und die übrigen Angeklagten nicht den Muth haben, zu gestehen, daß sie die Feier des 1. Mai durch einen Umzug begangen haben. Das ist so eine eigene Art zu inquiriren,— entweder Du gestehst su, daß. Du eine strafbare Handlung begangen hast, wie die An- klage behauptet, oder Du bist ein Feigling! Der Vorsitzende wies diese Frage als ungehörig zurück. Frau Hänsel hat nur in Friedrichstadt Wäsche geholt. Von Maifeier, Sozialvemo- kratie, Versammlungen verstehe sie überhaupt nichts; sie kann nicht einmal deutsch lesen, nur böhmisch. Heilweck soll mit Wallsisch an der Spitze eines Zuges marschirt sein, bestreitet aber entschieden, an einem Umzüge theilgenommen zu haben. Auch Heilmann, Hünig, Joseph, Breslauer und Sengpiel stellen dies n entschieden in Abrede. Der letztere erklärt, daß er kein aldemokrat sei. Fehrmann, der selbständiger Schneider ist, hat' einen Geschäftsweg besorgt, ist aber mehrfach von der Polizei verhindert worden, seinen Weg fortzusetzen. Auch die übrigen Angeklagten stellen jede Betheiligung an einen, Umzüge in Ab« rede. Bechthold erklärt, nicht Sozialdemokrat zu sein. Vor der Vernehmung der Zeugen bemerkt der Vorsitzende, es sei doch merkwürdig, daß sämmtliche Angeklagte zumeist meist zugeben oder doch nicht in Abrede stellen können, daß sie am 1. Mai um die angegebene Zeit auf den erwähnten Straßen gewesen seien und doch will keiner vom andern etwas wissen, keiner einen Umzug gemacht haben, und alle seien sich anscheinend frenid. Uns will das weniger merkwürdig erscheinen. Wenn sich an einem beliebigen Tage eine Anzahl Polizeibeamte um die Mittagszeit auf einer beliebigen Hauptverkehrsstraße aufstellen, und die ihnen bekanntm Vorübergehenden notiren und diese werden dann angeklagt, dann wird sich dasselbe Bild entwickeln— alle Angeklagte werden zugeben, zu der fraglichen Zeit diese Straße passtrt zu haben, keiner wird vom anderen etwas wissen, alle werden sich fremd sein und jeder wird er» staunt sein, daß man ihm die Theilnahme an einem Umzüge zur Last legt. Als erster Zeuge wird Polizei> Inspektor Unger verhört, nachdem er zuvor vereidigt worden. Er war am 1. Mai, Nach- mittags in der dritten Stunde, in der Weißeritzstraße postirt, und hat da einen Umzug von 6000—8000 Menschen �beobachtet. Ein geschlossener Zug sei es nicht gewesen, es feien ungeordnete, bald kleinere, bald größere Trupps gewesen, zwischen denen Ab» stände von 2 bis 15 Schritte gewesen sein mögen. Nur der rechtsseitige Fußweg sei in Anspruch genommen gewesen, von einer Verkehrsstörung habe er nichts wahrgenommen. Trotzdem habe er den Eindruck gewonnen, daß alle diese Menschen nach einem gemeinsamen Plane gehandelt und daß sie zusammengehört haben. Er will die Angeklagten Köhn bis Sengpiel(in obiger Reihenfolge) selbst in dem Zuge gesehen haben, kennt sie alle persönlich und hat sie notirt. Ob Köhn mit in die Wettiner- straße eingeschwenkt sei, habe er nicht sehen können. Dieser be- hauptet, er sei in entgegengesetzter Richtung, in die Schäferstraße. eingeschwenkt. Frau Findeisen habe er am Arme ihres Mannes. gesehen, behauptet der Zeuge; diese hält aber ihre obige Er- klärung aufrecht. Auch Frau Hänsel will er mit ihrem Manne gesehen haben, während diese behauptet, ihren Mann an dem Tage überhaupt nicht gesehen zu haben. Einige der Ange- geklagten, die zugegeben haben, daß sie die Weißeritzstraße passtrt haben, halten dem Zeugen vor, daß er hinter einer Hausthür gestanden habe und daß sie im Borbeigehen hörten, wie der bei ihm stehende Kriminal- Wachtmeister Born ihm ihre Namen zu- gerufen habe. Der Zeuge giebt das zu, erklärt jedoch wiederholt. daß er die Angeklagten trotzdem selbst gesehen habe. Auch wesent- liche Differenzen in den Zeitangaben werden dem Zeugen von einigen Angeklagten vorgehalten. Dieser bleibt jedoch bei allen seinen Aussagen stehen. Der nächste Zeuge, Wachtmeister Bor», will die Angeklagten ebenfalls auf der Weißeritzstraße gesehew haben. Auch er hat den Eindruck gehabt, daß es ein gemein- schaftlicher Umzug gewesen sei. Nach seiner Angabe nahm aber der Zug die ganze Straßenbreite ein, auch sei der Verkehr gestört worden. In ähnlicher, zum Theil widersprechender und oft auch sehr unbestimmter Weise lauten die Aussagen der übrigen Beamten, die sämmtlich vor ihrer Vernehmung vereidigt wurden. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft ist von der Schuld sämmtlicher Angeklagten überzeugt. Zum Beweis dafür, daß wirklich ein Zug stattgefunden hat, verweist er auf den Be- richt in der„Sächsischen Arbeiter-Zeituna."(Derselbe wird verlesen.) Er stellte es dem Ermessen deS Gerichts anHeim, anstatt der Geldstrafe eventuell eine Freiheitsstrafe zu verhängen. Außerdem verweist er auf den Beschluß in der Trianon-Versammlung. Es sei auch als strafbare Handlung an- zusehen, wenn die einzelnen unabsichtlich oder zufällig betheiligt gewesen seien. In ihrer Vertheidigung wiesen fast fämmtliche Angeklagte auf die vielen Differenzen, die sich bei den Zeugenaussagen her- ausgestellt hatten, hin; viele bezweifeln die Glaubwürdigkeit der Zeugen, auch seien sie sich keiner strafbaren Handlung bewußt und beantragen daher ihre Freisprechung. Viele Angeklagte erklären, daß sie dann, wenn sie ver- urtheilt würden, wüßten, daß sie nur deshalb bestraft würden, weil sie eben Sozialdemokraten seien. Schönseld behauptet, er habe von der Bekanntniachung nichts gewußt, es könnte der Polizeidirektion jederzeit beikommen, derartige Erlasse zu in» szeniren, vielleicht im„Leipziger Tageblatt" bekannt machen und dann verlangen, daß diese seitens der Dresdener Einwohnerschaft befolgt würden. Es sei doch keineswegs festgestellt, daß der- artige Erlasse nur deshalb, weil sie von der Polizeidirektion kommen, nicht ungesetzlich seien. Der§ 12 des Vereinsgesetzes verbiete keine Spaziergänge, sondern nur Umzüge. Die Ver- ordnung sei ein Eingriff in die persönlichen Rechte der Staats- bürger. Man beachte den geschilderten Verlauf der Verhandlung uro nehme zum Vergleich den Urlheilsspruch des sächsischen Gerichtshofs. Es wurden verurtheilt: Schönfeld, Wall fisch, Heilweck und Hünig zu je zwei Monaten Gefängniß, 42 An geklagte zu je 100 Mark Geld» strafe event. 1 Monat Gefängniß, Frau Hänsel zu 50 Mark Geldstrafe. Frau Findeisen und Dörner werden freigesprochen. Das war die erst« Tagesleistung. Gestern war Fortsetzung; ebenfalls soll am nächsten Montag und Mittwoch verhandelt werden— weit über hundert Angeklagte harren noch ihrer Ab- urtheilung. Unserem Wirth, dem Restaurateur Paul Galle, zu seinem heutigen Für den Inhalt dernierate über Wiegenfefte ein dreifach donnerndes gegenüber keinerlei Verantwortung Bweiter Nachtrag Arbeiter- Bildungsschule zum Statut der Artikel I. aimmt die Redaktion dem Publikum Hoch! Klub„ Weiße Wolke". 15276 Ortskrankenkasse d. Uhrmacher. Für die Mitglieder: Sonntag, den 1. Juli, Borm. Laut Beschluß der Generalversamm 10 Uhr: Besichtigung der Kanalisationswerke( Pumplung vom 10. April 1894 wird§ 29 stationen) von der Schönebergerstr. 21. umgeändert wie folgt: Es wird um rege Betheiligung ersucht Theater. Freitag, den 29. Juni. Deutsches Theater. Hamlet. Berliner Theater. Hamlet. Rendenz Theater. Jugend. Belle Alliance Theater. Allen Freunden und Bekannten hier durch zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Joseph Schmettke am 26. d. M. gestorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 29. b. M., Nachm. 6 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes Der aus statt. Die Kollegen der C. Bechstein'schen Hof Pianofabrik. Wildschütz. Alexanderplat- Theater. Heinrich Heine. Vorher: Dir wie mir, oder: Dem Herrn ein Glas Wasser. National Theater. Italien in Berlin. Kanfmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Parodie- Theater. Spezialitäten Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstr. 132. Sensationelle Novität! Italien in Berlin. Große Ausstattungs- Posse mit Gefang und Tanz in 4 Atten von Carl Peters. Mufit von A. Wiedecke. Dekorationen aus dem Atelier von Müller und Schäfer. Maschinerien vom Theatermeister Otto Weiße. Elektrische Lichteffekte von Lakowsky. Kostüme vom Obergarderobier Paul Hildebrandt. Regie: May Sam ft. Raffenöffnung 51/2 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Im Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne Aufführung von Lustspielen, Possen sowie SpezialitätenVorstellung ersten Ranges. Morgen: Dieselbe Vorstellung. 1541b Ich erkläre hierdurch, daß ich alle beleidigenden Ausdrücke, welche ich in der Aufregung gegen Frl. Ernestine Christiani gebraucht habe, hiermit zurücknehme, auch verspreche ich, ferner mich jeder Beleidigung gegen diefelbe zu enthalten. gez. Ida Gerstribow. Die Beleidigung gegen Frau Molketeller nehme zurück. Moritz. Bum Bier- Boykott! Die monatlichen Kassenbeiträge betragen: 1. für erwachsene männliche Kassenmitglieder über 16 Jahre, ausschließlich der Lehrlinge, 1,80 M. 2. für männliche Rassenmitglieder unter 16 Jahren und für Lehrlinge 0,78 m. Artikel II, nach statutenmäßig erfolgter BekanntVorstehender Nachtrag tritt 8 Tage machung in Kraft. Der Vorstand der Orts- Krankenkasse d. Uhrmacher. G. Lätsch, Richard Abel, Vorsitzender. Schriftführer. Vorstehender Nachtrag wird hierdurch genehmigt. Berlin, den 6. Juni 1894. Der Bezirks- Ausschuss, Kayser. Hierdurch empfehle ich mich den Ferner wird bekannt gegeben, daß Parteigenossen, da ich seit Erklärung die Beiträge nicht mehr Charlotten des Boykotts eine Bier- Niederlage von straße 19, sondern bei unserem RenC. A. Müller, Potsdam, danten, Herrn Packbusch, Neue eröffnet habe. Empfehle dasselbe als Jakobstr. 19, ebenfalls jeden Donnersein gutes und vorzügliches Bier. Diese tag nach dem Ersten im Monat Brauerei gehört dem Ring nicht an. Abends von 7-10 Uhr in Empfang Achtungsvoll genommen werden. 1544b Gustav Pötzold, Georgenkirchstr. 4. Der Vorstand. G. Lätsch, Vorsitzender. 1536b Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Bezirks- Versammlungen: Montag, den 2. Juli, Abends 8½ Uhr: Norden bei Kelle, Schönhauser- Allee 28.red Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. VerbandsangelegenPassage- Panopticum.beiten und Verſchiedenes. Ein 45/11 Osten in den Konkordia- Fettsälen, Andreasstr. 64. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Seiler. 2. Diskussion. 3. Verbands- und Werkstattangelegenheiten.( Hierzu sind die Kollegen der Dahomey- tatt von Hammer, Fruchtfir. 64, besonders eingeladen.) Dorf Zutritt. Der Vorstand. Buchhandlung des„ Vorwärts" Berlin SW, Beuthstr. 2. * Vorläufige Anzeige! Sonnabend, den 7. Juli, gelangt zur Ausgabe: Anarchismus und Sozialismus. Von G. Plechanow. 5 Bogen. Preis 40 Pf. Porto 5 Pf. 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Propaganda der That". " 456/11 QUOT Gesangverein Johanni. ( Mitgl. des Arbeiter- Sängerbundes.) Zahlreiches Erscheinen unbedingt nothwendig. Nichtmitglieder haben Sonnabend, den 30. Juni, Abends 8 Uhr, im Gesellschaftshaus Achtung! Die Ortsverwaltung. Atung! mit 51 wilden at! Puher( Maurer). Weibern. ,, Ottend, Rüdersdorferstraße Nr. 45: bestehend in 7. Stiftungsfesti Instrumental- und Vokal- Konzert, Der Arbeitsnachweis befindet sich wegen der Saal- humoristischen und deklamatorischen Vorträgen von berühmten Komikern. Um 11, 12, 4, 5, sperre jetzt in den Arminhallen, Sommandantenstraße 20. Entree 25 Pf. Nach dem Konzert: Sommernachtsball. Entree 25 Pf. Tägl. 8 Vorführungen. 6, 7, 8, 9 hr. 446/6 Der Vertrauensmann. Castan's Achtung! Manrer. Achtung! Panoptikum. Zentral- Verband deutscher Maurer( Filiale Berlin II). Wander- Versammlung für Schöneberg Hawaiische Ausgeschänkt wird Weißbier und Bairisch der Brauerei Nordstern". 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Nord- deutsche Anfang Wochentags 8 Uhr, Entree 30 refp. 50 Pf. Sonntags durchweg 50, ab 9 Uhr 30 Pf. Stets wechselndes Programm. Evora- Bräu in vorzügl. Qualität empfiehlt in GeVerein der Zimmerer Berlins und Umgegend. Sonntag, den 1. Juli, Nachm. 4 Uhr, im Lokale des Herrn Göbler, Reinickendorf, Provinz- und Bürgerstraßen- Ecke: Agitations- Versammlung in Reinickendorf. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über: Ist es Pflicht, uns zu organisiren?( Neferent wird in der Versammlung befannt gemacht.) 2. Wahl eines Beitragsammlers für Reinickendorf. 10 Der Vorstand. 428/19 binden v. 20-100 2tr. 30.8. Verband der Sattler. Norden. Sonnabend, 30. Juni, Abends 81 Uhr, Versammlung. Otto Linke, Lagerhof 3. Telephon Amt III Nr. 404. Orts- Krankenkasse im Lokale des Herrn Krüger, Fennstraße 5: Vortrag des Kollegen Blum über: Die Chartistenbewegung in England." des Töpfergewerbes Verein Schäftebranche. zu Berlin. Freitag, den 6. Juli 1894, Abends 61/2 Uhr: [ 1542b Tanz 30 Pf. 0000000-0-0000000 Schweizer Garten. 2 Am Friedrichshain, Am Königsthor. Täglich: Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung. Im neu Volksbelustigungen aller Art. parquettirten Gaale: Täglich: Gr. Ball. Bon 5-7 Uhr: Freier Damentanz. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Entree 30 Pf., Billets vorher 25 Pf. 00000-0-0000000 Allee Nr. Jägerhaus, Schönhauſer use the 103. Schmidt. Jeden Sonntag und Mittwoch: Frei- Konzert und Ball. Großer schattiger 4 Regelbahnen. Kaffeeküche von 1 Uhr ab geöffnet. 175L* Sonnabend, 30. Juni, Garten. Abends 9 Uhr, Wallstr. 20: Versammlung. Wohin unsere Landpartie! Fachy.d.Musikinstrumenten- Arbeiter. Beelitzhof, Wilhelmshöhe v. A. Meyer. Von Station Wannsee in 15 Min., von Schlachtensee, durch herrlichen und Hundekehle. Generalversammlung Sonnabend, 30. Juni, Abends 8½ Uhr, bei Deigmüller, Eichenwald, in 20 Min. zu erreichen, per Uchse auf der Chauffee über Halensee der Delegirten Alte Jakobstr. 48a. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Koblenzer über: Drts( Arbeitgeber und Arbeitnehmer) und Innungs- Krankenkassen. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und geehrten Publikum bestens empfohlen. im Saale des Herrn Brüning, Rosenthalerstraße 11-12. Tagesordnung: 1. Wahl von vier Vorstandsmitgliedern( drei Arbeitgeber und 1 Arbeitnehmer). 2. Statutenänderung der§§1-66. 3. Verschiedenes. Nach§ 47 des Statuts. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht höflichst Der Vorstand. Charlottenburg. 475/10 Sonntag, 1. Juli, in Bismarckshöhe, Wilmersdorferstr. 39: Seiner herrlichen Lage wegen im Grunewald und am Wannsee, dem Große Raffeeküche, 2 Säle, 2 sowie Belustigungen aller Art. Kein boykottirtes Bier! Regelbanen, fo Große Spielpläge vis- à- vis dem Lokale im prachtvollen Walde. Vereinen, Bestellung ermäßigte Preise. Fabriken, Gesellschaften zu Landpartien beftens empfohlen. Bei vorheriger 8482 Bei ungünstiger Witterung ist für hinreichend Schutz gesorgt. Bekanntmachung. Großes Vokal n. Juftrumental- Konzert Nordbahn. Paradies- Garten u. Nordbahn. Zutritt haben nur Arbeitgeber und zum Besten der ausgesperrten Brauereiarbeiter Arbeitnehmer, die zur Zeit obengenannter veranstaltet im Einverständniß mit den Vertrauenslenten von den am Untermühlen- See in Birkenwerder. Gesangvereinen Lyra, Morgenroth, Vorwärts u. Maiengruss. Kaffe angehören. Arbeitnehmer, die zur Zeit bei einem Innungsmeister arbeiten, haben teinen Einlaß. 30 Pf. nach. ( Mitgl. des Arb.- Sängerb.) 481/18 Bestens geeignet für große und kleine Gesellschaften, Vereine und Fabriken. 3222* Herrlich schön und schattig am Wald und Waffer gelegen. Im grossen Saale: Tanz. Herren, welche daran theilnehmen, zahlen, Großer Saal und Garten für 3000 Personen. Anfang des Konzerts 4 Uhr. de Entree 20 Pf. Entree 20 Pf. Gr. Ausspannung. Kaffeeküche. Turngeräthe. Bootfahren u. Angelgelegenheit. Bestgeeignet für Ausflüge aller Art. Kein Boykottbier! Das Komitee. Adolf Burgemeister, Paradieswirth. Hierzu zwei Beilagen. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Berlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Kontrolle am Eingang. Franz Beyer, 1. Vorsitzender, Nyfeftr. 29. Rudolph Bahlke, Echriftführer, Madaistr. 9. 1552b 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 148. Boykottirt find: 2. Brauerei F. Happoldt. = Freitag, den 29 Juni 1894. 3. Böhmisches Brauhaus, Kommandit- Gesellschaft auf Aktien, A. Knoblauch. 4. Brauerei Karl Gregory, Berlin( Adler- Brauerei). 5. Vereins- Brauerei Rigdorf. 6. Spandauer Berg- Brauerei, vorm. E. Bechmann, Westend bei Charlottenburg. 7. Aktien- Gesellschaft Schloß Brauerei Schöneberr lebhaft ein. berg. His * * * Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Dem Brauerring gehörten nicht an und die Arbeiter forderungen sind durchgeführt bei: Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Kintz u. Ko., Berlin. Dem Brauerring gehören nicht an, Aeußerungen über die Durchführung der Arbeiterforderungen liegen aber nicht vor von F. W. Hoffmann, Werder a. H. G. Bauer, Werder a. H.. Brauerei Phönig, Lichterfelde. Nordstern- Brauerei, Berlin. * * * Durch Vermittelung der Bierkommission oder auf deren Anregung führen nachstehend verzeichnete Brauereien von auswärts Bier nach hier ein: Brauerei in Wusterhausen. Exportbrauerei Rathenow. das Bürgerliches Brauhaus, Dresden. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frankfurt a. D. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Quintern), Ludenwalde. Brauerei Maß, Rottbus. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, 28. Juni, Nachmittags 5 Uhr. Bor Eintritt in die Tagesordnung richtet Vorsteher Dr. Langerhans folgende Ansprache an die Versammlung, die sich von den Plätzen erhebt: ย Der Ausschuß hat hiernach die Forderung, daß die dirigiren den Aerzte in bezug auf ärztliche Praxis nicht beschränkt sein sollen, auf fonsultative Praxis eingeschränkt; ebenso ist darauf verzichtet worden, daß sie im Krankenhause wohnen sollten, und daß der dirigirende Arzt im Krankenhause Moabit ein erprobter Bakteriologe sein müsse. Im Uebrigen ist der frühere Beschluß aufrecht erhalten worden. 11. Jahrg. Berlin fann Das Projekt zum Neubau einer Gemeinde- Doppel- sein, daß es nicht mehr an der Zeit ist, neue 1. Schultheiß- Brauerei, Aktien Gesellschaft, Berlin schule in der Siemensstraße wird nach längerer private Konzeffionen auf Kosten der Stadt zu ertheilen. ( und Tivoli). Erörterung mit der Maßgabe genehmigt, daß über die Das gemeinsame Gut der gesammten Einwohnerschaft, die Brausebad- Anlage in dieser Schule später besonders be- städtischen Straßen und Plätze, soll hier gegen ein Almosen, ein schlossen werden soll. In der Debatte hatte Stadtv. Berg fleines Trinkgeld der privaten Ausbeutung zur Verfügung ge mann statt der vorgesehenen Bade- und Ankleide z e Il en einen stellt werden. Geschieht dies, so sind die Bedingungen, die uns gemeinsamen Bade- und Ankleideraum gewünscht, Stadtrath der Magistrat vorschlägt, ganz unverständlich. Wenn der VerBlantenstein diesen Vorschlag als ganz akzeptabel bezeichnet, trag auf 90 Jahre geschlossen werden soll, warum nicht gleich aber die letzte Entscheidung dieser Frage als einer Frage der auf 500 Jahre? Das wäre gar kein Unterschied. Es ist doch Schuldisziplin dem abwesenden Schulrath Bertram zugewiefen. ganz unbegreiflich, einen solchen Vorschlag in einer Zeit zu machen, Für die Brausebäder traten die Stadtvv. Cassel und Vogtwo täglich neue Erfindungen auf dem Gebiete der Elektrizität gemacht werden, wo diese Wissenschaft in einer fortwährenden Mit dem Ankauf einer 4457 Quadratmeter großen, an der Entwickelung sich befindet. Wir hier sind auf 6 Jahre gewählt Ecke der Duncker und Raumerstraße gelegenen, dem und sollen drei Generationen verpflichten! Der Respekt vor uns Berliner Bauverein gehörigen Grundstücksfläche für 213 936 M. felbst müßte uns verbieten, unsere Nachkommen mit solcher VerAus dem Brauerring während des Boykotts find ans. aur Errichtung einer Gemeinde Doppelschule erklärt pflichtung zu belaften. Die Kündigungsklausel habe feineswegs den Werth, den man ihr hier beilegt. Weiter hat der Magistrat getreten und die Arbeiter- Forderungen haben anerkannt: sich die Versammlung einverstanden. In Sachen der Vermehrung des ärztlichen die Zeit, in welcher die Erwerbung nicht vorgenommen werden Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichentron, Char- Berfonals bei den städtischen Krantenhäusern tann, zu Ungunsten der Stadt verlängert. So eben erst haben Iottenburg. hat bekanntlich der Magistrat die Beschlüsse Der Ver: Sie die Konzessionsdauer für die Uraniasäulen erheblich verkürzt, fammlung schroff zurückgewiesen, ohne auch nur das geringste doch aus Rücksicht auf das öffentliche städtische Interesse; wenn Entgegenkommen in der Hauptfrage, der Anstellung dirigirender das bei diesem finanziell unerheblichen Vertrage fich als nothwendig sein zu lassen, hatte die Versammlung den Bescheid des Ma- geheurer Bedeutung, wie es die Hochbahn ist, der Daumen Aerzte, zu zeigen. Um die Angelegenheit damit nicht begraben herausstellte, dann muß doch bei einem Unternehmen von so ungistrats wiederum einem Ausschuß überwiesen, dessen Mehrheit strammer auf den Beutel gehalten und nicht eine Frist von für das Klügfte hält, auch in diesem Falle was ja nach dem 30 Jahren gewährt werden, während welcher die Gesellschaft sich Vorgange in Sachen der Lehrergehälter nicht mehr Wunder ungestört der Ausnutzung des Unternehmens hingeben kann. nehmen fann nachzugeben. Er empfiehlt folgenden Ver- Hoffentlich hat es sich zum letzten Male ereignet, daß ein Mits glied dieser Versammlung als Vertreter der Firma Siemens u. mittelungsvorschlag! In Erwägung, 1. daß die jest zu fassenden Beschlüsse über Halste im Sinne der Firma sich an den Verhandlungen in der die Organisation der städtischen Krankenhäuser auch präjudizir gemischten Deputation betheiligt hat, nämlich der Stadtv. lich werden müssen für neu zu erbauende Krankenhäuser, 2. daß Mommsen( hört! hört!) Aber weiter giebt die Stadt auch der das Krankenhaus in Moabit auch in Zukunft beim Eintritt Firma für den Fall des Erwerbes eine Binsgarantie von 5 pt., Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichsgrößerer Epidemien vorzugsweise als Seuchen- Hospital wird er die ganze Anlage wird etwa 20 Millionen Mark betragen. Die hagen. halten werden müssen, ersucht die Versammlung unter Abände Stadt fann ihr Geld für 3/2 pCt. bekommen; es brauchten also Kaiser- Brauerei, Dummer und Kahl, ha r- rung ihres Beschlusses vom 1. März d. J. nunmehr den Ma- blos höchstens 750 000 m. jährlich herausgewirthschaftet zu Iottenburg. gistrat, folgender Beschlußfassung beizutreten: Bei jedem werden. Weswegen soll sich Berlin um einer Anlage von der drei abgemeinen städtischen Krankenhäuser, im Fried 20 Millionen willen in die Hände einer Aktiengesellschaft bes richshain, in Moabit und am Urban, sollen fo- geben, von der sie im günstigsten Falle allerdings 4 pct., in bald als möglich außer den beiden ärztlichen Direktoren und Wirklichkeit aber, wie die Sachverständigen meinen, überhaupt den Assistenzärzten, zunächst mit beiderseitiger sechsmonatlicher nichts oder nur sehr wenig erhalten wird? Auf dem Kündigung angestellt werden: a) für die innere Abtheilung ein Grund und Boden der Bürgerschaft soll die Gesellschaft Verdienste in der Krankenbehandlung vollkommen selbständiger dirigirenden ihre gewinnen; für die Interessen der Die Arzt mit 4000 M. Gehalt, welcher nicht im Krankenhause zu Bürgerschaft geschieht aber nichts in der Vorlage. wohnen braucht und zu konsultativer Privatpraxis befugt Tariffrage wird von der Firma und dem Magistrat als zum ist. Dabei sind vorzugsweise solche Aerzte zu wählen, Ressort der Polizei gehörig, ganz ausgeschieden. Das ist aber welche eine spezialistische Vorbildung besigen; b) für die feineswegs der Zweck des Kleinbahnengesetes, der Stadt Berlin chirurgische Abtheilung ein dem ärztlichen Direktor unter zu verwehren, eine nothwendige Straßenbahnanlage selbst zu geordneter Oberarzt mit einem jährlichen Gehalte von 3500 M. machen. Soll es anwendbar sein, dann müßte erst nachgewiesen Im übrigen wird das dienstliche Verhältniß diefer dirigirender werden, daß Berlin seinen Verpflichtungen auf diesem Gebiete und Oberärzte, insbesondere zu den ärztlichen Direktoren, durch nicht nachgekommen sei. Von einem Einheitstarif ist keine Rede, eine von der Deputation zur Verwaltung der städtischen Kranken- obwohl keine Polizeibehörde ihm ihre Zustimmung versagen häuser zu erlassende Instruktion geregelt." würde. Der Magistrat will, zum Theil entgegen den Beschlüssen der Deputation, ruhig eine Bahn konzesfioniren, welche den Behnpfennig- Tarif nicht bringt und geradezu monströse Beförde rungs- Bedingungen enthält. Wenn die drei Theilstrecken und gar die zweite Wagentlasse bleiben, dann wird die Angelegenheit zum Theil der Lächerlichkeit anheimfallen. moderne Einrichtungen verlangen, nicht solche aus der Rumpel fammer des Mittelalters, wie die Verschiedenartigkeit der Klaffen Referent Spinola meint, man fönne bei der Geschichte in den Wagen der Hochbahn. So gut wie in der Pferdebahn diefer Vorlage mit Recht sagen: Last, Vater, genug sein des fönnen die Leute in der Hochbahn neben einander fizen. Als grausamen Spiels! Hoffentlich fomme es jetzt zu einer Einigung, Erwerbspreis soll seinerzeit der 25 fache Werth gezahlt werden, da der Ausschuß in 3 von den 6 Streitpunkten nachgegeben habe. obwohl doch bei etwaigen Verlusten die Dividende bei Die weitergehenden Anträge des Dr. Zadek( Anstellung eines der Uebernahme bis auf 5 pet. ergänzt werden soll, was dirigirenden Arztes und zweier Assistenzärzte für je 100 Krante, nur dem 20 fachen Betrage entspricht. Hier ist also auf Kosten Bildung von Spezialistenstationen, Anstellung eines ärztlichen des Steuersäckels eine große Munifizenz entwickelt. Das Inventar Verwaltungsdirektors), die derselbe auch diesmal im Ausschuß soll ferner mit 10 pet. über den Tagwerth übernommen werden! eingebracht habe, seien vom Ausschuß abgelehnt worden, da man Etwas Aehnliches kommt in den sonstigen Verträgen, die die Stadt den gegenwärtigen Zeitpunkt nicht für geeignet halte, organisa- schließt, nirgends vor. Nach allem dieſem wird, da pure Abtorische Aenderungen in Erwägung zu nehmen. lehnung nicht zu erreichen ist, Ausschußberathung stattzufinden Unter Ablehnung der Anträge Zadek wird der Ausschuß- haben und dort werde ich es als Hauptaufgabe betrachten, die Stadt möglichst vor Schädigungen zu bewahren. Un durchführbar wäre antrag angenommen. ein solches für solches Unternehmen Nach langen Verhandlungen im Schooße der gemischten Stadt nicht. Berlin hat nicht nöthig, finanzielle Deputation und der von dieser ernannten Kommissarien mit Rücksichten in den Vordergrund zu stellen, die Stadt könnte sehr der Firma Siemens u. Halske ist noch dicht vor Thoresschluß wohl auf dem Gebiete der elektrischen Untergrundbahn vorgehen ein Vertragsentwurf zu stande gekommen, der die Errichtung und würde damit auch ästhetisch der Stadt einen Dienst leisten. elektrischen Hochbahn Nollendorfplay: Was eine Privatgesellschaft leisten kann, kann die Stadt auch. Warschauerstraße betrifft. Danach wird der Firma die Wenn man den Willen hat, würde sich auch ein Weg finden. Benutzung der in Betracht kommenden öffentlichen Straßen, Prinzipiell wird also diese Vorlage durchaus von uns verworfen, Wege und Pläge für die Hauptlinie und eine von der Luckenweil die Stadtgemeinde nicht das Ziel verfolgen darf, Private Die Magistratsvorlage schlägt den Abschluß des Vertrages walderstraße zum Potsdamerplatz zuführende Abzweigung auf zu bereichern. auf 40 Jahre vor. Nach dem Vertrag von 1891 war nur eine die Dauer von neunzig Jahren überlassen. Als Gegen Vorsteher Stellvertreter Michelet stellt fest, daß der Konzessionsdauer von 20 Jahren vorgesehen. Die Ausschuß- leistung zahlt die Firma jährlich nach Prozenten der Stadtv. Mommsen vor Beginn der Berathung den Saal vers mehrheit war mit dem Magistrat der Meinung, daß der Ab- Brutto Ginnahme ein Entgelt, welches bei einer Einnahme laffen hat.( Stadtv. Vogtherr: Großartiges Entgegenschluß auf die doppelte Zeitdauer die Gesellschaft durch die damit bis zu 6 Millionen 2 pet., von 6-12 Millionen für je 1 Million fommen! Heiterfeit.) verbundenen günstigeren Amortisationsbedingungen lebensfähiger 1/4 pet. mehr, also bei 11-12 Millionen 31/2 pet. betragen und Stadtfyndikus Meubrint: Die Vorlage wäre überhaupt gemacht werde. für jede weitere Million um 1/8 pet. bis zum Höchstbetrage von nicht gekommen, wenn Sie jetzt nicht Ferien machten( Große Stadtv. Stadthagen: Ich bitte, den Vertrag nur auf 4 pet. steigen soll. Die Züge sollen auf der Bahn in Zwischen Seiterkeit); sie hat uns in den letzten Wochen eine ungeheure 20, nicht auf 40 Jahre verlängern zu wollen. Die Gesellschaft räumen von höchstens 5 Minuten verkehren und zwar in den Arbeit gemacht. Das Kleinbahnengesetz hat die Mitwirkung der ist 1891 an uns herangetreten mit Anerbietungen, welche weit Monaten Mai- Oktober von 5/2 Uhr Morgens bis 121/2 Uhr Gemeinde bei der Festsetzung der Beförderungspreise aufmehr darstellten, als was die Stadt jetzt jegt erlangt. Nachts, sonst bis 12 Uhr Nachts. Den Erwerb der Bahn behält gehoben; ein privatrechtliches Verhältniß mit der Unter Sufzessive hat die Stadt nachgegeben, weil die Gesellschaft sich die Stadt nach Ablauf von 30 Jahren und danach von nehmerin hat sich aber nicht erzielen lassen. Bedenklich erklärte, finanziell nicht in der Lage zu sein, ihre 10 zu 10 Jahren vor. Die dahingehende Absicht der Gemeinde wäre es aber stets gewesen, von uns aus Preise für Verpflichtungen zu erfüllen. Nach dem Vertrage von 1891 follte ist der Firma 2 Jahre vor dem jeweiligen Termin anzuzeigen. 90 Jahre festzusetzen. Wer kann sagen, ob nach 60 Jahren der sie mindestens 100, höchstens 300 Säulen errichten; jetzt wird Den Anschluß fremder Bahnen muß sich die Firma gefallen Behupfennig- Breis noch der angemessene und richtige ist? Viel diese Verpflichtung auf 50 bezw. 100 reduzirt. Von den wissen lassen. Für die Ueberführung der Bahn über die neue Ober- besser ist das Verhältniß der amtlichen Prüfung der Preissäge schaftlichen Reistungen der Gesellschaft, mit welchen sie an den baumbrücke zahlt die Firma einen Baubeitrag von 170 000 m. auf ihre Angemessenheit, wie sie in angemessenen Zeiträumen zu Säulen weit über ihre Verpflichtungen hinaus paradirte, ist sie Stadtv. Dinse beantragt Ausschußberathung, event. An- erfolgen hat. Beim Erwerb der Bahn vor Ablauf der Konauch allmälig gänzlich zurückgetreten. Ich habe nichts gegen die nahme einer Reihe von Abänderungen des Vertrages. zessionsfrist muß allerdings für das Inventar eine angemessene Bewilligung von 15 000 M.; aber wir dürfen einen reinen Stadtv. Giese ist erfreut über den Eingang der Vorlage, Entschädigung gezahlt werden. Nicht Muthlosigkeit ist es, welche Inseratenvertrag wie diesen, der ganz analog demjenigen aber schmerzlich berührt davon, daß dieser Eingang erst jetzt er- dem Magistrat verbietet, solche Unternehmungen selbst zu machen. eine vielföpfiger Magistrat und Stadtverordnetenmit Nauck u. Hartmann ist, nicht jetzt plötzlich auf 40 Jahre folgt und daß die Berathung in der letzten Sigung vor den Ein abschließen. Mit Naud u. Hartmann wird alle zehn Ferien stattfinden muß. Die Vorlage bilde den Ausgangspunkt Versammlung von 126 Mitgliedern fönnen nicht nach Art der Jahre neu akkordirt, bei der Verlängerung haben wir das fünf- einer ganz neuen Verkehrsentwickelung in Berlin. Sie bedinge Leitung einer Privatgesellschaft mit der gebotenen Promptheit fache der vorherigen Abgabe erlangt. Der Urania- Gesellschaft auch finanziell ein großes Engagement für Stadt ihre Beschlüsse über Einrichtung und Betrieb solcher Unterhaben wir dagegen ihre Verpflichtungen bis auf ein Drittel oder und fordere also bezüglich ihrer Einzelheiten zu äußerster nehmungen fassen. Ausschußberathung ist erforderlich. Vielleicht gar ein Sechstel erlassen. Daß die Gesellschaft nicht reusirt, liegt Vorsicht auf. Die Firma habe das Kleinbahnengeset hat die Angelegenheit für die Mehrheit der Versammlung solche 1892 bald für vielleicht auch daran, daß dort ganz unnüt hohe Direktorial- von auf die neue Anlage anwendbar Bedeutung, daß sie sich der Berathung auch in den Ferien gehalter gezahlt werden. Die Gesellschaft muß uns jedenfalls erklärt, bald nicht, wie es ihrem Interesse entsprach. Bei der unterzieht. mittheilen, wie ihre finanziellen Verhältnisse liegen. Die Gesell- Schwierigkeit der Sache sei Ausschußberathung unumgänglich, schaft hat jetzt nichts an uns zu zahlen, sie soll 12 000 M. und wenn man auch die dadurch bedingte Verzögerung beklagen mehr jährlich bekommen; weshalb ihr die Konzession verlängern? müsse. Die Stadt müßte dabei Millionen einbüßen. Stadtv. Singer: Wir stehen hier wieder vor einer Vorlage, die eine öffentliche Wohlfahrtseinrichtung auf dem Verkehrsgebiete einer privaten Gesellschaft zur Ausbeutung überlassen will. Stadtv. Meyer II: Daß wir mit der Entwickelung der Immer noch nicht sind der Magistrat und die Mehrheit dieser Berliner Verkehrsverhältnisse noch nicht weiter sind, liegt daran, Versammlung zu der Ueberzeugung gelangt, daß es nicht Auf daß wir uns viel zu sehr von der Anschauung haben einfangen gabe der Stadt fein fann, Millionäre zu züchten; unt so lassen, der Kollege Singer heute einen nur allzuberedten mehr muß bedauert werden, daß solche ertragsreiche Unter- Ausdruck gegeben hat, nämlich daß das Privatkapital unter nehmungen von der städtischen Verwaltung immer wieder für von der Betheiligung solchen Unternehmungen Umständen ein Linsengericht privaten Aktiengesellschaften übergeben werden. allen auszuschließen ist. Die Stadt hat Doppelt schädlich ist dieses Vorgehen in einem Moment, wo wir im Gegentheil nicht das Recht, aus dem Steuersäckel die Uebernahme der Elektrizitätswerte in städtische Regie erörtern. Gelder für Versuche zu nehmen, deren Gelingen nicht zweifellos Der Magistrat hat zwar auf diesen Beschluß der Versammlung feststeht( Widerspruch); die Stadtverwaltung wird dadurch auf noch nicht geantwortet, aber die große Mehrheit, die diesen eine Bahn gebracht, deren Ende unabsehbar ist. Meint Herr Beschluß faßte, sollte doch erst recht beweisend dafür Singer, daß die Stadt sich auch auf Unternehmungen einlassen Ich glaube hiermit öffentlich im Namen der Versammlung dem tiefen Schmerz unserer Mitbürger Ausdruck geben zu sollen über den Verlust der französischen Nation, über den abscheulichen Mord des edlen Präsidenten der französischen Republik. In die Armendirektion wird an Stelle des aus scheidenden Dr. Zadek Stadtv. Stadthagen gewählt, der ihr bis vor einem halben Jahre, bis zu seiner unfreiwilligen Uebersiedelung nach Hamburg angehörte. Die Vorlage wegen Abänderung des mit der Urania: fäulen Gesellschaft geschlossenen Vertrages hat der damit befaßte Ausschuß mit geringfügigen Modifikationen zur Annahme empfohlen und gleichzeitig eine Resolution vor geschlagen, durch welche der Magiftrat ersucht werden soll, mit der Gesellschaft und dem Wetterbureau über Wiedereinführung der Wetterkarten event. vom nächsten Etatsjahre ab in Verhand: lung zu treten und der Versammlung s. 3. eine Mittheilung bezw. Vorlage zu machen. Ohne weitere Debatte wird dieser Antrag von der Mehrheit angenommen. Im Uebrigen wird der Vertrag und die Ne solution nach den Ausschußvorschlägen genehmigt. Den Antrag Sachs II u. Gen. betreffend die Verbesserung des Pflasters in der Köpenicker und Schlesischen straße, den beiden Hauptzufahrtstraßen zur Berliner Ausstellung 1896 hat der niedergesezte Ausschuß im wesentlichen unverändert angenommen; danach sollen die beiden Straßen in das Verzeichniß der 1895/96 mit definitivem Pflaster zu versehenden Straßenzüge aufgenommen und daneben die möglichste Berbreiterung der Schlesischenstraße herbeigeführt werden. Die Versammlung tritt den Ausschußvorschlägen ohne Debatte bei. einer # die Stadtv. Dinse ist zwar mit den Ausführungen des Stadtverordneten Singer über die Konzessionsdauer nicht einverstanden, bemängelt aber auch in scharfen Ausdrücken, daß der Magistrat sich bei dem Vertragsabschlusse nicht an die Beschlüsse der gemischten Deputation gehalten hat. an Schluß 8 Uhr. Tokales. Achtung! Parteigenossen Moabits! Lout Beschluß der Tekten Parteiverfammlung machen wir die Genossen nochmals darauf aufmerksam, daß vom 1. Juli ab die Parteiblätter wie überhaupt alle sozialdemokratischen Schriften durch die Partei verbreitet werden. Wir ersuchen die Genossen, uns in diesem Unternehmen zu unterstüßen, denn einzeln sind wir nichts, vereint sind wir alles. Abonnements nehmen entgegen: Johann Pfarr, Wilsnackerftraße 49, S. 11. Georg Schmiz, Havelbergerstr. 37, III. Otto Hempel, Stephanstr. 8. Die Vertrauenspersonen des 6. Wahl freifes. Den Parteigenoffen fei im Anschluß hieran noch mitgetheilt, daß den Genossen Peper, Schröder und Reicher die Revision des Spediteurs obliegt. Gelogen wie gedruckt, kann man von allem sagen, was die Freisinnige 3tg.", das Organ des Herrn Eugen Richter, über den Bierbontott schreibt. So leiftet sich das genannte Blatt in seiner geftrigen Nummer wieder folgende Notiz: " soll, deren Gelingen er nicht für zweifellos hält? Redner be-| leitenden Geplänkel, das Dont zwei Hausbesitzer- Ver- 120 Pf. Wer bis 6 Uhr nicht alle Waaren, die er bestellte, ers antragt, bei der Dringlichkeit der Vorlage noch am nächsten einen in Sonderversammlungen geführt worden war, hat halten hat, bekommt nichts mehr, hat aber trotzdem für das BeDonnerstag zur Erledigung derselben eine Sigung zu halten. der Bund der Berliner Grundbesißer- Vereine" am Mittwoch stellte zu zahlen. Hat er etwas zu bestellen vergessen und läßt Darauf wird die Diskussion geschlossen und die ganze den Kampf durch eine große, von 2000 Hausbesitzern besuchte er es sich am nächsten Morgen nachschreiben, so berappt er Vorlage einem Ausschusse von fünfzehn Mitgliedern Protestversammlung in aller Form eröffnet. Gine Resolution, 20 Pf. Läßt ein Kutscher seinen Wagen nicht kontrolliren, überwiesen, der nach Schluß der Eizung gewählt werden die sich gegen die, Ueberbelastung" verwahrt, ist einstimmig ange- so zahlt er 50 Pf., fährt er nicht nach Borschrift auf, soll. Der Antrag Meyer wird gegen etwa 6 Stimmen abnommen worden. Unter den Rednern war auch ein Prediger 20 3f. Wer auf der Straße. von seinem Nachbargelehnt. Dr. Schulze, der den Referenten für ihr mannhaftes Eintreten" wagen nicht 10 Schritt Abstand hält, zahlt 20 Pj. Läßt feine Anerkennung aussprach und im übrigen, wie feine Vor- der Kutscher wieder zu Hause angekommen, das Pferd allein über redner, dagegen protestirte, daß den Grundbefizern ihre mühelos den Hof gehen, oder läßt er es von einem Burschen ausspannen: erworbene Rente zu sehr geschmälert werde. Leider ist au be- 20 Pf. Sämmtliche zurückgebrachte Waaren müssen bei 20 Pf. fürchten, daß diese hausbesizerliche" Nothstandsaktion" nicht Strafe bis 12 Uhr 5 Minuten abgegeben sein. Bestellter Spargel, ganz ohne Erfolg bleiben wird. An der Stadtverordneten sowie Butter vierter Güte wird nicht zurückgenommen, darf Bersammlung, in deren Hand die Entscheidung liegt, aber auch nicht im Wagen verbleiben, sonst setzt es 1 M. Strafe. hat das Hauspafchathum, wie bekannt, einen starken Rüd Natürlich geht auch der Nachmittagsdienst nicht ohne eine balt, und es ist von da her auch bereits mehrfach ent- Kollektion ähnlicher Strafen ab. Für seinen häus= schiedenste Unterstützung zugesagt worden. Auch in der ge- lichen Bedarf hat jeder Angefteltte Milch mischten Deputation hat sich zu guter leht noch eine den Haus- und sonstige Produkte aus dem Betriebe des besitzern freundliche Stimmung bemerkbar gemacht. Wer weiß, Herrn Bolle u entnehmen, auch haben die ob sich nicht der größte Theil der beabsichtigten Mehrbelastung Angestellten, wie der kürzlich von uns veröffentlichte Brief des Grundbesizes schließlich wieder in Wohlgefallen auflösen flassisch darlegte, ihre Getränke aus der Meierei- Kantine zu wird. Aber selbst wenn alle diese Berathungen und Beschlüsse, entnehmen, wenn sie nicht unnachsichtlich entlassen die bereits erfolgt sind oder noch bevoritehen, ein irgend nenens werden wollen. Hat ein Angestellter eine Braut, die im werthes Resultat ergeben sollten, so ist leider nicht daran zu Meiereibetriebe des Herrn Bolle beschäftigt zweifeln, daß es der Grundbesis verstehen wird, die Mehr- ist, so wird diese, sobald das Verhältniß ruchbar wird, entbelastung nachträglich doch noch auf schwächere Schultern abzu lassen! Herr Bolle handelt zur Zeit auch mit Kirschen. Jeder wälzen. Ein hiesiges Blatt, das die Interessen der Hausbefizer Wagen muß pro Tag 10 Schachteln verkaufen; das macht pro vertritt und über, deren Maßnahmen und weitere Absichten Woche etwa 10 500 Schachteln im Preise von etwa 2100 m. unterrichtet sein tann, theilt mit, daß bereits zum 1. Oftober Wie wir schon neulich dargelegt haben, befagt der Gewerbeeine ungewöhnlich hohe Zahl von Wiethssteigerungen erfolgt sei. schein, den die Kutscher bei sich führen, hierüber ebenso wenig, Gin folches Vorgehen wäre aber gänzlich ungerechtfertigt. wie über den Verkauf von Johannisbeerwein 2c. Von den 820 000 M. tommen auf eine Wohnung in Berlin Bezeichnend ist die in der Art der Strafverkündigung eins „ Mit der Brauerei Lehmann, welche sich den Sozialdemo- gab es im 1. Quartal 1893 411 386 vermiethete Wohnungen und geführte Aenderung. Seit furzem wird den Kutschern Mittags fraten unterworfen hat, ist Streit entstanden. Herr Lehmann Gelaffe Herr Lehmann Gelaffe noch nicht 2 M. Das fönnte der„ nothleidende" nur einfach mitgetheilt, wie viel Strafgelder sie verwirkt verlangt für den Hektoliter Bier 16,80 W. Die sozialdemo: Grundbesitz doch wohl noch ertragen. Aber augenscheinlich soll haben, erkühnt sich einer, zu fragen, wofür er denn im Einfratische Bierkommission aber will, wie wir dem Vorwärts" diese erschreckliche Mehrbelastung als Vorwand dienen, um die zelnen die Strafe zu zahlen habe, so erhält er die Antwort, daß entnehmen, nur 15 M. bezahlen. In einer Versammlung Miethen einmal ordentlich steigern zu können. Die Arbeiter ihn das nichts angebe, oder, daß er sich im Zimmer 14 der arbeitslosen Brauerei- Arbeiter wurde die Zwölferkommiffion bevölkerung, die davon am härtesten betroffen wird, wird sich näher erfundigen möge. Auf diese Weise denkt Herr Bolle vielleicht deshalb getadelt. Hierauf wurde aber erwidert, daß Herr Leb- dann mit den Wohnungen wiederum noch mehr einschränken der Veröffentlichung der Strafarten im Einzelnen vorzubeugen. Wie mann selbst wiederholt erklärt habe, Bier den Gastwirthen zum und sich in noch engere Räume zusammendrängen müssen, natür- es heißt, fließen sämmtliche Strafgelder in die Wohlfahrtskaffe, Preise von 15 M. liefern zu fönnen und zu wollen. Eine lich auf Kosten ihrer Gesundheit. Dieses gemeinschädliche Treiben bisher hat aber unseres Wissens noch kein Angestellter etwas Prämie von 1,80 M. pro hektoliter ist aber unseres Grachtens des Grundbesitzes, gegen das kein Gesez und teine, vor der von einer Kaffenabrechnung vernommen. Von seiner Frömmigkeit nach sehr bescheiden für die Unterwerfung unter das sozialdemo- tapitalistischen Gesellschaftsordnung Halt machende Sozial bat Herr Bolle am 19. d. M. wiederum ein rührendes Zeugniß fratische Bierregiment." Die Freis. 8tg." will also ihre Angaben aus dem Vor der Sozialismus gefiegt haben wird. amp reform" etwas auszurichten vermag, wird so lange dauern, bis abgelegt. An diesem Tage wurde draußen in Moabit irgendwo wieder einmal ein„ ragendes Gotteshaus" eingeweiht. Herr wärts" haben! Was aber steht in unserem Blatte wirklich? Wir verweisen dieserhalb auf unseren Bericht über die Ver- Harmoniedufelei. Bur höheren Ehre des bekannten herz- Bolle müßte nicht Herr Bolle sein, wenn er nicht diese Gelegen fammlung der ausgesperrten Brauerei- Arbeiter, auf den sich auch lichen Verhältniffes zwischen Meistern und Gesellen des Schlächter: beit benutzt hätte, die öffentliche Wohlfahrt, wie die seines Berdie" Freifinnige Zeitung" angeblich flüßt. Dort aber steht zu handwerkes und zur Illustrirung desselben hatte am Mittwoch fonals durch Ausschmückung seiner Meierei zu fördern! stützt. lesen, daß Genosse Hente, Mitglied der Zwölfer- Kommission, die Nachmittag der Verein der Berliner Engros- Schlächtergesellen Radfahrerrüpelei. In der Umgegend von Berlin wird es Angaben bezüglich Lehmann's für un wahr und das Kommissions anläßlich der Feier seines zehnjährigen Bestehens mit hoher allgemach, besonders an den stark zu Ausflügen benutzten Sonnmitglied Hilpert fie für völlig grundlose Verdäch obrigkeitlicher Genehmigung einen Feftzug veranstaltet, der sich tagen, zu einer unerträglichen Belästigung der Fußgänger, daß tigungen erflärt hat. Das ehremverthe Organ des Herrn vom städtischen Zentral- Viehhof aus durch die Frankfurterstraße viele Radfahrer, sobald durch nasses Wetter die Fahrwege Richter macht sich also einer doppelten Lüge schuldig, indem es nach der Brauerei Friedrichshain bewegte. Von dem sonst etwas aufgeweicht werden, die nebenher laufenden Fußaus unserem Blatte etwas entnommen haben will, was wir nie üblichen Mummenschanze hatte man diesmal Abstand genommen, wege zum Fahren benutzen. Schreiber dieses hat es mit behaupteten und indem es das, was in unserem Blatte wirklich nur zwei berittene Fahnenschwenker in altdeutscher Tracht, die einer größeren Gesellschaft am vergangenen Sonntag mehrsteht, verschweigt. sich in ihrer Masterade nicht wenig fühlten", eröffneten den fach erlebt, und zwar während einer Viertelstunde etwa Zug. Dem Banner des Jubelvereins folgte die Handvoll zünftiger ein halb Dugend Mal, daß auf dem Fußwege daherjagende Stimmungsbilder. Berschieden, immer der sozialen Schlächtergesellen, welche ihre Zeit nicht begreifen wollen, Radfahrer durch Geklingel oder Buruf die Fußgänger aufforderten, Stellung angemessen, äußert sich der Unmuth der von dem, ach gefolgt von der gleichwerthigen Fleischergesellen Brüderschaft, ihnen Platz zu machen. In den meisten Fällen pflegen die Fußfo ganz wirkungslosen, Boykott hart Getroffenen. Schweigend natürlich auch mit Banner, das die bezeichnende Inschrift trägt gänger, insbesondere Frauen und Kinder, dieser Zumuthung nachzu armeift, aber mit gefurchter Stirne die einzelnen Phasen des„ Gott segne das ehrfame Schlächter- Handwerk"! Die drei weiß geben, aus Angst übergefahren zu werden. Deshalb hat sich bei Sau pjes verfolgend, läßt das ist so süße Gewohnheit der gekleideten Ehrenjungfrauen, die natürlich auch nicht fehlen den Radfahrern der Glaube ausgebildet, daß sie eigentlich ein Broz auch auch in diefem Falle andere seine Interessen durften, würden bei einer Schönheits- Konkurrenz sicher feinen gutes Recht darauf hätten die Fußgänger von den schmalen Fußverfechten; flingende Münze, bei einem besonderen Bravourstück wohl auch ein herablassendes Lächeln ge- die Sarmonie zwischen Gesellen und Meistern sichtbar vor Augen schmuh hinunter zu jagen. Weigert sich einmal jemand der Zus Preis erringen. Um dem Feste die richtige Weihe zu geben und steigen in das nasse Gras des Grabens oder in den Straßennügen als Lohn für die Lente", deren Zunge oder Feder zu führen, folgten nunmehr in geschmückten Karossen, indessen muthung Folge zu leisten oder stellt man gar die Burschen zur angestrengt im Dienste der Herren" wirkt. Anderes beobachtet die Herren Gesellen zu Fuß marfchirten, die Bertreter der lob- Mede wegen ihrer Ungehörigkeit, so werden sie noch paßig obendrein. man bei den Wirthen, welche unbeabsichtigt in die Rolle der lichen Schlächter Jnnung, der Freien Bereinigung selbständiger Ganz abgesehen davon, daß es eine unverantwortliche Rüpelei ist, Leidenden hineingezwängt wurden. Lächeln muß man oft über Schlächtermeister, des Vereins der Engros Schweine Schlächter die Fußgänger auf solche Weise zu belästigen und zu erschrecken, die Urtheile, welche in diesen Kreisen über den Boykott, diktirt meister und des Zentralvereins der Groß- Schlächtermeister. Alle wird dadurch auch noch beständig die Gefahr herbeigeführt, daß vom Unverstand, seltener aus Bosheit gefällt werden hatten die guten Gefellen unter ihre Fittige begreiflich genug für den, dem das Leben und Treiben ge ein Fußgänger, der nicht schnell genug ausreichen kann oder den nommen. Ein rührendes Bild! Nun haben doch die Sinn des Klingelns nicht versteht, von einem ungeschickten Raddieser guten Leute nicht fremd ist. Es ist in unserem Berliner mit eigenen Augen gefehen, was für idyllische fahrer über den Haufen gerannt wird; aber auch der geschickteste Blatte schon einmal treffend hervorgehoben, welche Zustände im Schlächtergewerbe herrschen. Durch einen Radfahrer fann bei unvorhergesehenen Zwischenfällen günstige Gelegenheit der Kampf der Arbeiterschaft mit den neckischen Zufall hatte sich als legtes Glied diefem Festzuge" ein fein Rad nicht immer sofort zum Ausweichen bringen. Wie oft Brauereien für die Mittelspersonen, die Wirthe, schuf falls Retlamewagen eines hiesigen Tingel- Tangels angeschlossen, auf fommt es nicht z. B. bei Radler- Wettfahrten vor, daß ein die Herren Kourage und Beit gefunden hätten, den Moment dem augenfällig zu lesen war: Täglich Spezialitäten- Vorstellung stürzender Radler eine ganze Reihe hinter ihm fahrender Sportsauszunuzen und größere Freiheit und Selbständigkeit zu erringen; ersten Ranges". Das besagt eigentlich Alles und ein passenderer männer gleichfalls zu Fall bringt. Gehören doch Unglücks ganz abgesehen von anderen kleinen Vortheilen. Anstatt ihre Schluß diefer Harmonie- Komödie konnte so leicht nicht gefunden fälle auf der Landstraße durch Ueberfahren mit Fahrrädern Thätigkeit in den ungemein zahlreichen Berufsvereinen darauf zu werden. Wie kommt es aber doch, daß die geftrengen Herren schon zu den stehenden Rubriken der Tagespresse. Durch den Tonzentriren, förderten die Leiter dieser Interessenvereine" den Schlächtermeister den Gesellen den Mittwoch, der doch im wert- Mißbrauch der Fußwege seitens der Radler wird diese Ges angebornen fleinbürgerlichen Hang, in breitspurigfter Weise allerhand thätigen Leben ein Arbeitstag ist, den Gesellen als Feier- fahr aber erheblich erhöht. Kein vernünftiger Mensch wird Nichtigkeiten zu erörtern. Aus der Fülle von Beispielen sei nur eins tag frei geben, während sie den 1. Mai als Feiertag nicht ge- den Radfahrern das Vergnügen dieser gesundheitsförderlichen erwähnt. Nach einem uns vorliegenden Versammlungsbericht nehmigen? und unter Umständen auch nüßlichen Leibesübung mißgönnen. eines solchen Gastwirthevereins wurde in einer Sigung über nicht weniger als drei Festlichkeiten( Landpartie, Stiftungsfeft Wiederum Herr Bolle. Den Veröffentlichungen über die Jeder vernünftige Mensch, auch jeder vernünftige Radfahrer, und Sommerfest) debattirt resp. Beschluß gefaßt. Man tann es äußerlichen Schönheiten der Bolle'schen Meierei möge jetzt das sollte aber dem hier gerügten Mißbrauch energisch entgegentreten. nach allem begreiflich finden, daß bei einem großen Theile der Strafregister für Sünden im inneren Betriebe folgen. Es müßte Frauen und Kinder werden, weil sie wehrlos sind, zwar noch Mitglieder des Schankgewerbes der Sinn für Vereinsbanner, tein christlicher Musterbetrieb sein, wenn nicht das erste Gefühl, lange solchen Radfahrerrüpeleien zum Opfer fallen; Männer Vereinsabzeichen. f. w. alles andere überwuchert. Nun das der Angestellte Morgens 33/4 Uhr mit auf den Bolle'schen jedoch, denen so etwas begegnet, sollten sich das nicht gefallen jammert man, gewiß das deutlichste Beichen, daß der Boykott Meiereihof brachte, die Furcht vor Strafe wäre. Gobald der lassen. Sobald erst einmal die Radfahrer sehen, daß sie nicht nicht" zieht, daß die bösen guten Kunden" neben dem ver- leyte Glockenschlag pünktlich verklungen, wird unter den in fünf Zügen Leute, wird die Unfitte, auf den Fußwegen zu fahren, allmälig verletzte mehr durchkommen mit ihrer anmaßenden Belästigung anderer malebeiten Bier, dem Wirth, der nicht wollte", auch andere vertheilten Kutschern schnell Umschan gehalten. Wer seinen äußeren Leute, wird die Unfitte, auf den Fußwegen zu fahren, allmälig Produkte, Fleischwaaren, Bigarren zc. auf dem Halse ließen. Adam ohne reinen Kragen und Shlips präsentirt, blecht für diese erste außer Brauch kommen. Leicht erklärlich. Es tritt in vielen Fällen eine gänzliche Ber- Sünde 20 Pf. Jedem Kutscherzug ist seine Arbeit zugewiesen. Auf dem Bahnkörper nahe der Haltestelle Reinidens schiebung des Kundenkreises ein. Niemand wird einem un- Der erste und zweite Zug z. B. muß die Flaschen plombiren, dorf Rosenthal wurde am Dienstag Abend gegen 9 Uhr die schuldigen Opfer des Bierkrieges Mitleid versagen, aber für die welche Säuglingsmilch enthalten u. f. w. Jede zerbrochene Leiche eines 85 bis 40 Jahre alten Mannes aufgefunden. Ihm Herren vom Schänktisch gilt zum allergrößten Theile das Wort: Flasche muß bezahlt werden. Wer den Plombenbeutel nicht war ein Eisenbahnzug über beide Beine gegangen; außerdem Wie man sich bettet, so schläft man. wieder auf den richtigen Platz hängt, zahlt 50 Pf. Der dritte war eine Verlegung am Kopfe bemerkbar. Wer der Mann ist, M V 11 Trübselig schauen auch die Beherrscher der leeren Säle drein, Bug putzt unter Aufsicht des Hausthierarztes Pferde. Wer hat sich mangels jeglichen Ausweises nicht feststellen laffen. Die vergeblich der mitleidigen Seelen harrend, die ihnen Leben in die von den Kutschern fremdes Buzzeug benutzt, zahlt 20 Pf. Reiche ist nach dem Schauhause an der Hauptstraße gebracht worden, Bude und Gold in den, auf Anrathen des Ringkommandos extra Bunkt halb fünf Uhr müffen die Pferde aufgeschirrt und die Staatsanwaltschaft hat Anzeige erhalten. groß angeschafften, Geldbeutel bringen sollen. Herr B. in der sein; wer auch nur eine Minute früher den Stall Alten Jakobstraße soll innige Freude empfunden haben, als ihm verläßt, wird vom Kontrolleur angemerkt und hat 50 Pf. zu Eine verwegene Flucht hat in der Nacht zum Donnerstag die Abhaltung einer grrroßen öffentlichen freifinnigen Vereins- zahlen. Ist ein Pferd schlecht geputzt, foftet es 20 Pf., wenn es ein namenloser Polizeig- Gfangener unter großen Schwierig versammlung Anfang dieser Woche angekündigt wurde. Es ge- garnicht geputzt ist, 50 Pi. Strafe. Nichteinfchrauben der Stollen teiten zu Wege gebracht. Am Sonnabend Nachmittag die Besucherzahl war zur im Winter wird mit 50 Pf. gestraft, wenn die Schnalle nicht um dem lingt aber wirtlich nichts mehr 1 Uhr wurden Stepper Förster in seinem Beit, als die Philister in die Federn frochen, glücklich bis richtig zugemacht ist, find 20 Pf. zu berappen, dieselbe Strafe Laden, Feilnerstraße 5, Schuhwaaren für zwei Mark zum zur Stärke eines geringen Bruchtheils von 100 angeschwollen"; bat verwirkt, wer sein Geschirr nicht sauber genug gepugt hat. Kauf angeboten. Förster traute dem Unbekannten nicht, da die unter ihnen leider auch eine beträchtliche Anzahl solcher, Der vierte Zug holt die Milch von der Bahn; Drückeberger Waare einen größeren Werth hatte und ließ einen Schuhmann denen der chronische Dalles die Bereicherung des gemüthvollen blechen 50 Pf. Die Rutscher des fünften Buges gießen bie des 28. Polizeireviers unbemerkt herbeirufen. Der verdächtige Wirthes energisch untersagte. Ob der gute Mann hierbei seinen Milch aus den Kannen in die Bassins füllen fie für Verkäufer spielte beim Anblick des Beamten sofort den Tobsüchtigen, Schnitt" gemacht, wagen wir wirklich noch leise zu bezweifeln. fämmtliche Tourenwagen, stecken die Flaschen in die Räften, zertrümmerte die Scheibe des Schaufensters und verletzte sich an Um den Gram zu verscheuchen, hat sich Herr B., der vielgenannte, und decken den Burschen die Kundenkannen zu. Auch wer bei beiden Handgelenken. Nach Anlegung eines Verbandes wurde er nach nunmehr eine Sängergesellschaft zugelegt, die das Pracht dieser Arbeit seinen Posten eine Minute zu früh verläßt, zahlt der Wache gebracht; riß sich aber das Verbandzeug dort wieder ab und etablissement" allabendlich mit ihren verlockenden Tönen füllt. 50 Pf. Nachdem diese Arbeit gethan, muß jeder Kutscher die verfiel anscheinend von Neuem in Tobsucht. Man brachte ihn ge= Es ist aber höchst schauderbar, die Spigen der Gesellschaft wollen für seinen Wagen bestimmte Milch auf den Perron tragen. feffelt nach einem Krankenhause, wo er die Rolle wechselte und fich immer noch nicht blicken lassen, andererseits liegt aber die Wegen der Schwere der Bassins helfen sich hierbei zwei Mann den Taubstummen spielte. Trotz aller Versuche war kein Wort Befürchtung nahe, daß das gewöhnliche" Volt auch dann nicht einander; auch wird gleich kontrollirt, damit niemand zu viel aus ihm herauszubringen, so daß er als„ unbekannt" in den wieder kommt, wenn man es gern wieder haben möchte. Um- erhalte. Bieht jemand das Baffin über den Boden des Büchern geführt werden mußte. Die ganzen Anstellungen ge sonst lockt man dann, vielleicht nach der Melodie im„ Ober- Perrons, fo fetzt es 20 Pfennig Strafe. Verunglückt schahen in der Absicht, zu entfliehen, bevor die Persönlichkeit fest Neiger": Sei nicht bös jemand mit einer Kanne, so muß die verschüttete Milch gestellt war. Das ist auch geglückt. Als die Belle des Polizei " ersetzt werden. In jedes Baffin tommt ein Trichter gefangenen, die im zweiten Stock des Krankenhauses liegt, am Der Bierkrieg, so schreibt die" National Zeitung", wird mit zwei Schwämmen; legt der Kutscher drei Schwämme Donnerstag Morgen von einem Wärter nachgesehen wurde, war auch in den westlichen Vororten von den Sozialdemokraten bis hinein, so toftet es 20 Pf. In den Sahnentübel darf bei Strafe der Bogel ausgeflogen. Die Vorbereitung und die Ausführung aufs Aeußerste fortgeführt. In Steglig ist, diesem Blatte zu von 1'. fein Schwamm gelegt werden; da die Kannen jedoch der Flucht ist mit taum jemals dagewesenem Geschick gemacht folge, eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes am Sonntag recht undicht sind und beim Fahren die Sahne hindurchlassen, worden. Der vermuthliche schwere Verbrecher hat aus ein rother Zettel mit den Worten: Irinkt fein ist es erklärlich, daß sich die Kutscher durch Hineinlegen von einer Bettstelle eine Eisenstange losgelöst und damit boykottirtes Bier!" an das Hauptportal der Schwämmen vor Schaden bewahren wollen. Ziegt unter dem die Bergitterung des Fensters auseinandergebogen. Dann Kirche angeklebt worden. Sahnenkübel fein Eis, so ist 1 M. zu blechen. Ist ein Kutscher zerriß er wollene Decken zu Streifen, drehte daraus einen Strick Die ,, nothleidenden" Hansbefizer sind durch die Wer mit dem Hinaustragen seiner Waare nicht zur bestimmten zusammen und ließ sich daran auf den mit Gartenanlagen vers handlungen der gemischten Deputation zur Vorberathung der Zeit fertig geworden, so hat er 20 Pf. zu zahlen. sehenen Hof hinab. Von hier muß er durch Ueberkletterung Kommunalsteuer- teform in gewaltige Erregung verfekt worden. Vor der festgesetzten Zeit darf die Waare jedoch auch mehrerer Zäune in das Freie gelangt sein. Am auffallendsten Die ihnen zugedachte Mehrbelastung, die sich nach einer eben nicht hinausgetragen werden. Legt der Kutscher fich ist aber, wie der Flüchtling auf der Straße unbemerkt hat entveröffentlichten Berechnung auf insgesammt 820 000 m., d. h. im Voraus Deckel zur Hand, so kostet es 50 Pf., nimmt er sie fommen können, da er eine ganz eigenartige Kleidung getragen Da er zur Nachtzeit nur mit einem Hemde bekleidet war, noch nicht ganz 36 M. pro Haus beläuft, bedeutet, wenn man nicht nach der Reihenfolge aus dem Regal fort, 20 Pi., fällt ein hat. ihren Lamentationen glauben darf, geradezu den Ruin des ge- Schwamm auf die Erde, 50 Pig., läßt der Kutscher Schwamm, das übrige Beug aber nicht zur Verfügung hatte, so zerschnitt fammten Berliner Hauspaschathums. Nach einem ein- Trichter, Deckel zc. liegen, so blecht er für die Vergeßlichkeit oder zerriß er das Leinen des Strohfaces und machte sich daraus "ne den Körper umschließende Hülle zurecht. Vielleicht ist e, uch draußen erwartet worden. Bisher fehlt von ihm jede Spur, und es dürste nur vielleicht möglich sein, ihn mit Hilst des Verbrecher-Albums zu ermitteln. In der letzte» Nnmmer des WirtheblatteS„DaS Gasthaus" findet sich folgendes Inserat: »Soll eine Pflanze von uns scheiden, Muß man die Wurzel ihr abschneiden! Drum ist es bei uns abgemacht: Der„Vorwärts", der wird abgeschafft.' Mehrere Kollegen." Diese vier Zeilen eines anonymen Verskünstlers sind das Resultat einer Agitation, � die bereits vor längerer Zeit angehoben hat. Schon vor ungefähr vierzehn Tagen machte in einer Gastwirths- Versammlung ein übereifriger Brau- Vrotzen-Kuecht den Vorschlag, den„Vorwärts" zu boykottcn. Sein Antrag fiel aber aus steinigten Boden. Fast a temxo schlugen die Anwesenden die Hände über de» Kops zu- fammen und meinten ganz treuherzig: Ja, wenn wir den „Vorwärts" abschaffen, dann geht uns ja gar kein Mensch mehr in unsere Buden. Dann können wir auch unser Weißbier allein trinken. Und der Antrag war verschwunden, wie's Würstel vom Sauerkraut. Dieser greuliche Absall hat dem Antragsteller und seinen Speziglkollegen trotzdem nicht den Muth verschlagen. Nachdem sie sich die Sache reiflich und lange überlegt, machen sie ihrem Herzen und ihrem Math jetzt in der Jnseratensparte in einem Verslein Luft. Nur Muth, Ihr Helden! Wetzt Euer Messer und beginnt damit an der Eiche herumzufiedeln, Wenn aber Euer„Krötenstccher" nicht bis zu den Wurzeln reichen sollte, dann geht wieder nach Hause und singet das schöne Lied: „ES war' zu schön gewesen, es hat nicht sollen sein".— Die deutsche Gas-Glühlicht-Aktiengesrllschaft zu Berlin wird für das mit dem letzten Juni ablaufende Geschäftsjahr 1833/94 ihren Aktionären eine Dividende von lvv pCt. zahlen; außerdem werden 9bl100l) Mark vom Patentkonto abgeschrieben. Für die neun Monate des ersten Beiriebsjahres waren 65 pCt. Dividende verlheilt und über eine Million war zu Abschreibungen verwendet worden. So haben die armen Aktionäre in nicht ganz zwei Jahren nicht nur ihr Kapital zurückerhalten, sondern auch beinahe das Doppelte dieser Summe als„Entbehrungslohn"! Man muß sehr weit in der Geschichte zurückgehen, bis zum Auf- kommen des großen Handelskapilals im 15. und 16. Jahrhundert, um auf ähnliche Riejenprofite zu stoßen. Damals allerdings war es womöglich noch ärger. Im Jahre 1511 lieh der Augsburger Bartholomäus Rem dem Ambrosius Höchstetter 500 Gulden„zu Gewinn und Verlust in die Handlung"; und schon 1517 hatte er damit einen Gewinn von vierundzwanzig- tausendfünfhundert Goldgulden erzielt. Ganz so groß ist der Profit der Gas- Glühlicht- Aktien- Gesellschaft nun nicht ausgefallen, aber das ist nicht die Schuld der Gesellschaft selbst. Sie that und thnt, was sie kann. Wie sie ihre Arbeiter behandelt und mit welchen niedrigen Löhnen sie dieselben abspeist, wurde vor nicht langer Zeit in einigen Versammlungen eingehend dargelegt. Aber auch von ihren Kun- den nimmt sie, was nur zu nehmen ist. Ein einfacher, gleich- weiter, glatter Glaszylinder kostet bei ihr 25 Pf.; so ein Ding wäre mir 10 Pf. überreich bezahlt. Das Bischen geglühte Patent- maffe, das die Berliner den„Strnnips" nennen, wrrd mit 2 M. in Rechnung gestellt. Di« Installation eines Doppelgasarmes kostet 17 M. Fürwahr, gegen die Gesellschaft am Molkenmarkt sind sogar unsere Neumindneunziger die reinen Waisenknaben. Von dem Rem und Höchstetter sagten ihre Zeitgenossen, ihr Ge- winn„übertreffe der Juden Wucher siebenfältig". Wer wagt heute, so etwas von einem Kommerzienrath zu sagen? Eine interestaute, erfolgreiche Operation wurde am Dienstag durch Herrn Professor Rinne in dem Elisabeth-Kranken- bause an dem in der Maaßenstr. 17 wohnenden Schlächtermeister Fritz vorgenommen. Herr F. war an genanntem Tage von seinem Laden aus in den Keller gestürzt und hierbei drang ihm sein Schlächtermesser, welches er in der Hand hatte, etwa 15 Ctm. tief in die Brust. Da der Zustand des Verunglückten von hin- zugerufene» Acrzten als hoffnungslos bezeichnet wurde, brachte man F. schleunigst»ach dem Elisabeth-Krankenhause, wo Herr Professor Rinne alsbald feststellte, daß das Messer die Leber durchbohrt hatte und die Gefahr einer inneren Verblutung des Patienten vorlag.— Schleunigst wurde nun durch operativen Eingriff die Bauchhöhle freigelegt und die Wunde in der Leber »lit antiseptischen Verbandsmitteln geschloffen, wodurch die Ge- fahr der Verblutung gehoben ist.-- Herr F. befindet sich jetzt außer Gesahr; der Verlauf des Wundfieberprozesses ist normal. Im Fieberwahn aus einem Fenster gesprungen ist in der Nacht zum Mittwoch ein Mann, Siamens Zimmermann, der sich in einem hiesigen Krankenhaufe befand. Als man ihn auf der Straße aufsano, war er bereits todt. Er chatte sich den Schädel zerschmettert. Dem Aussichtspersonal ist insofern keine Schuld beizumessen, als der Kranke in der ausgesprochenen Absicht, frische Lust zu schöpfen, das Fenster öffnete und dann mit blitzartiger Geschwindigkeit hinausschlupfte. Vermißt wurde seit dem 25. v. M. der Gastwirth Wendrich aus der Prinzenstr. 86. Nach einer jetzt hierher gelangten Mit- lheilung ist in der Elbe zu Martinskirchen bei Brottwitz ein Leichnam aufgefunden worden, dessen Beschreibung auf Wendrich paßt. Näheres fehlt bis jetzt. Einen entsetzlichen Abschluß fand der Sommerausflug des Berliner Kellnerbundes, der sei» Stiftungsfest am Dienstag a»f Müggetschloß bei Friedrichshagen feierte. Gegen 11 Uhr Abends wollte ein Theil der Ausflügler mit der Dampfstraßeu- bahn vom See nach Bahnhof Frredrichehazen sahren. Bei den Zurückfahrenden befand sich auch der Oberkellner Körting in der Neuen Königstraße wohnbast. dessen Frau den ersten Wagen der noch langsam fahrenden Straßenbahn zu ersteigen suchte. Sie glitt jedoch vom Trittbrett ab, kam mit den Füßen unter den zweiten Wage» zu liegen, dessen Räder über die Unglückliche hinweg gingen und beide Beine zermalmten. Frau C. wurde sofort nach Berlin überführt und in die Privatklinit von Dr. L. geschafft, wo sie Mittwoch Vormittag an den erlittenen Ber- letzungen verstarb. Die Liste 34? für die ausgesperrten Brauer ist verloren gegangen. Ter Finder wird gebeten, dieselbe Blumenstraße öS abzuliefern. Polizcibericht. In der Nacht zum 27. ds. Mts. fiel ein Barbier auf dem Hose des Grundstücks Strelitzerstr. 10 hin und brach den Unterschenkel.— Am 27. ds. Mts. wurden Morgens ein Tischler in einer Klinik, wo er sich als Patient befand, und Nachmittags eine Frau in ihrer Wohnung, in der Wrangel- slraße, erhängt vorgefunden.— Eine in der Lübbenerstraße im Keller wohnhaste Frau versuchte sich Morgens zu erhängen. Sie wurde noch rechtzeitig abgeschnitten und nach dem Kranken- hause gebracht.— Gegenüber dem Hause Königin Augustastr. 18 sprang eine Fran in den Landwehr-Kanal, wurde aber, an- scheinend ohne Schaden genommen zu haben, aus dem Wasser gezogen.— Vormittags siel am Nordhafen ein Arbeiter, der mit dem Ausladen von Holz beschäftigt war, rücklings vom Wagen und wurde durch nachstürzende Kloben anscheinend nicht unerheb- lich an der Stirn verletzt.— Im Keller eines Hauses der Kommandantenstraße fiel ein Laufbursche, der einen Glasballon mit Benzin in den Lagerraum des dort belegenen Droguen- geschästS bringen wollte, hin. Das aus dem zerbrochenen Ballon ausströmende Benzin entzündete sich an dem offenen Herd- fener der an der Treppe liegenden Waschküche. Ter Laufbursche erlitt schwere Brandwunden am ganzen Körper, während der zu seiner Hilfe herbeigeeilte Geschäftsinhaber nur leichte Ver- letzungen an der Hand davontrug.— Nachmittags stürzte sich ein siebenjähriger' Waisenknabe aus dem Küchensenster der im vierten Stock eineS HauseS der Ruppinerstraße belegenen Wohnung seiner Pflege- Eltern auf den Hof hinab und erlitt schwere innere Verletzungen.— In der Nacht zum 28. d. M. fiel ein Kandidat der Medizin in der Dessauerstraße über einen auf dem Slraßendamm lagernden Steinhausen und erlitt«inen Bruch der Knöchelgelenke. Witterungöllbersicht vom 28. Juni. Witterung in Deutschland am 28. Juni, 8 Uhr Morgens. Nachdem in Nord- und Mitteldeutschland noch gestern Nach- mittag und in der Nacht, zu Chemnitz heute Morgen Gewitter stattgefunden haben, ist bei ziemlich hohem Luftdruck und mäßigen nördlichen Winden in den meisten Gegenden wolkenloser Himmel eingetreten. Nur in den südöstlichen Landestheilen ist das Wetter trübe geblieben. Die Temperatur ist allgemein etwas ge- stiegen und erreichte heute früh in Hamburg und Mülhausen i E. 19 Grad Celsius. Wetter-Prognose für Freitag, den 2V. Juni 1894. Tockenes, vorwiegend heiteres Wetter mit mäßigen nordöst- lichen Winden und zunehmender Erwärmung. Berliner Wetterbureau. GeviibkS'.Beittmg; Gegen den Hansbesitzer Habel wurde gestern vor der 131. Abtheilung des Schöffengerichts eine Anklage wegen Sach- beschädigung verhandelt. Einer der Miether des Angeschuldigte», ei» Milchhändler, hatte seine Geschäfts- und Wohnräume bereits im April aufgegeben, obgleich sein Kontrakt bis zum 1. Juli lief und er bis zu diesem Termine den Miethzins entrichtet hatte. Vor seinem Auszuge brachte er an der Innenseite des Schau- fensters ein Plakat an, wodurch dem Publikum die Geschäfts- Verlegung bekannt gegeben wurde. Der Angeklagte machte seinem Unmuthe gegen den früheren Miether dadurch Lust, daß er das Plakat herunterriß und es vernichtete. Der Staatsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 20 M., der Gerichtshof deließ es bei der Unbescholtenheit des Angeklagten bei 10 M. Geldstrafe. Eine ans Bequemlichkeit begangene Urkundenfälschung führte gestern den Viehhändler Winter vor die IX. Straf- kammer des Landgerichts l. Im Juni vor. Js. hatte der An- geklagte aus einem Gute im Kreise Königsberg zwei Bullen ge- kaust. Der dortige Amtsvorsleher bescheinigte ihm durch Ursprungsaltest, daß das Gut, von welchem die Bullen stammten, seuchenfrei sei. Winkler kaufte sodaun aus dem Wege nach Berlin eine Kuh. Er hätte sich nun nach dem etwa eine halbe Stunde weit entfernten Wohnort des Amtsvorstehers begeben müssen, um sich auch ein Ursprungszeugniß über die Kuh ausstellen zu lasse». Dies war ihm aber zu zeitraubend. Er nahm da? Ursprungsattest über die beiden Bullen und schrieb auch die Kuh hinein. Auf dem hie- sigen Viehhofe wurde die Fälschung leicht entdeckt. Der Staats- anwalt beantragte gegen den Angeklagten eine Gefängnißstrafe von 10 Tagen, der Gerichtshof berücksichtigte aber, daß das Seuchengesitz, welches der öffentlichen Wohlfahrt dienen solle, durch die Haudlungs- weise des Augeklagten wirkungslos gemacht werde und erkannte deshalb aus drei Wochen Gesängniß. Eine auS vier Köpfen bestehende weibliche Diebes- bände stand gestern vor der zweiten Strafkammer des Land- gerichts I. Die zu Rnmmelsburg wohnhaften Angeklagten, die geschiedene Arbeiler-Ehesrau Minna D u d e ck, die Schuhmacher- Ehefrau Anna Groß mann und die beiden unverehelichten Wilhelmine Feder und Agnes Theel, waren geständig, sich zu gemeinsamen Raubzügen nach Berlin verbunden zu haben. Sie besuchten mit Vorliebe kleine Läden. in denen nur eine Person den Berkauf besorgte. Wenn ihnen Waaren vorgelegt waren, so trat eine von den An- geklagten, zumeist die Großmann, als Käuferin auf. Wenn der Verkäufer gezwungen war, seine Blicke von der Käuferin ab- zuwenden, so benutzte diese die Gelegenheit, ihren dichr hinter ihr stehenden Begleiterinnen Waaren zuzustecken. Besonders die kleinen Juwelier- und Posamentierwaaren- Läden wurden von den Angeklagten gebrandschatzt. Im Terniin bezichtigten die Angeklagten sich gegenseitig, die Großmann soll sich alle Schmucksachen, Wäschestücke und was sie sonst zur Ein- segnung ihrer Tochter gebrauchte, zusammengestohlen haben. Die unverehelichte Feder wurde von ihren Mitangeschul- digten als Anstifterin bezeichnet. Als die Großmann äußerte, daß sie ihrem Kinde ein Paar Schuhe kaufen wolle, habe die Feder gesagt:„Was? Du willst welche kaufen? Ich stehle mir welche." Als sie aufgefordert worcen sei zu arbeiten, habe sie erwidert:„Arbeiten? Die Arbeit ist nur für die Dummen."— Der Staatsanwalt hob hervor, daß die Angeklagten jedenfalls weit mehr Diebstähle begange» hätten, als ihnen nachgewiesen worden sei. Er beantragte gegen die Groß mann 3 Jahre 6 Monate, gegen die Feder 3 Jahre, gegen die D u d e ck 2 I a h r e und gegen die T h e e l ein Jahr Gesängniß. Das Urthcil lautete gegen die Großman» auf zwei, gegen die D u d e ck aus 1 I a h r drei Monate, gegen die Feder ans, w e i I a h r e und gegen die Theel auf sechs Monate Gesängniß. I« dem Prozesse geaen die Amsterdamer Banknoten- falscher verurtheilte das Tribunal zu Amsterdam den Ver- fertiger der falschen Banknoten Krause zu 5 Jahren, Tobaerts zu 4. Thumm zu 3, van Liemt, Frey, Kempst. Keeze zu 2i/,, Sinnige und Arnzt z» 2 Jahre» Zuchthaus. Löschke wurde frei- gesprochen. Soztsle MIeliovNckit. Der Streik der Glasarbeiter Berlins ist in der Ver- fammluna am 24. Juni für beendet erklärt worden. Es stehen noch 25 Mann aus, die als gemaßregelt zu betrachten sind. Wir ersuchen deshalb die Sammlungen sur die Glasarbeiter fortzu- setzen. Die Streikkommission. An die Klempner Berlins und Umgegend! Kollegen! Im Jahre 1831 verfügten wir über eine Organisation, die im Stande war, unsere wirthschaftliche Lage einigermaßen zu bessern. Aber leider ließ sich die große Masse der Kollegen von einigen im Vordergrunde stehenden Personen auf eine bessere Zeit für die Durchführung ihres Kampfes vertrösten, so daß sich unsere ganze Bewegung in Wohlgefallen auflöste. Kollegen! Jetzt gilt es aufs Neue zu rüsten, wenn wir den Kampf ans- nehmen wollen. Daher ersuche ich die Kollegen in allen Werkstätten, hauptsächlich die bei Thielemann, Peters, Carney, Poppe! u. Schulz, Kunitz, Meyer u. Dreßler. Förster und Delcour, wo gerade die meisten bewährten Kollegen beschäftigt sind, Vertrauensmänner zu wählen und eine rege Agitation für unsere Sache zu entfalten. Am Sonnabend, den 7. Juli, Abends S'/t Uhr. findet eine öffentliche Klempner-Ver- sammlung in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20, statt. Mögen die Kollegen rege dafür agitiren, daß kein Mann an diesem Abend fehlt. M. Schmidt, Vertrauensmann, Luther- straße 52. Burg. Z»m Schuhmacherstreik. Den Herren Fabrikanten scheint der Boykott nicht zu behagen, denn sie nehmen jetzt keine Ausständigen, welche um Arbeit nachfragen (also die sogenannten Streikbrecher) in Arbeit, sondern sie ver- langen, daß sie erst dafür sorgen sollen, ein anderes Komitee zu wählen, damit der Boykott ausgehoben wird. Also Genoffen, Ihr fehl, welche Waffen uns zu Gebote stehen, um den Hoch- muth der Fabrikanten zu beugen. Trotzdem die Streikenden bisher noch keine Roth zu leiden hatten. Dank dem opfermüthigen Eintreten der deutschen Arbeiterschaft, ließen sich einige Wankel- müthige doch verleiten und verließen den Kampfplatz. Im Aus- stände befinden sich noch über 200 Arbeiter und Arbeiterinnen� Anerkennenswerth ist die Haltung der Frauen und Mädchen» welche die Männer anfeuern, festzuhalten an ihren Forderungen. Wir appelliren nochmals an die Arbeiterschaft Deutschlands, ihren Opsermuth weiter zu bethätigen und den Boykott that- kräftig durchzuführen. Das Streikkomitee. W. Vogt. Ein internationales Spiegelglas- Syndikat. An der Zurechtknetung unserer Gesellschaftsordnung, um die Durch- suhrung des Sozialismus zu erleichtern, mühen sich die Kapitalisten eifrig ab. Schon wieder haben die Braven im Schweiße ihres Angesichts einen Ring zu Stande gebracht, der einen einzigen Erwerbszweig, die Spicgelglas-Fabrikation. monopolisirt. Das französische Blatt„Cote Libre" weiß mitzutheilen. daß die Spiegelglas- Fabrikanten Englands, Frankreichs und Belgiens sich vollständig geeinigt haben und daß nur noch die Zustimmung der deutschen Fabrikanten aussteht. Da deren Zustimmung nicht zweifelhaft sei, werde die Unterzeichnung der Satzungen des Syndikats Ansang Juli voll- zogen werden. Die Ringbilder denken natürlich nur �so weit, wie ihr eigenes Soll und Haben reicht. Sie sind entzuckt, sich die Taschen auf Kosten der Konsumenten füllen zu können, wie es die Männer vom Petroleumringe und anderen Ringen ihnen vorgemacht haben. Sie haben kein Arg daraus, daß sie die große Grube schaufeln, in der die kapitalistischen Gesellschafts-Ein- richtungen von dem emanzipirten Proletariat demnächst beigesetzt werden. Schottischer Bergarbeiter-Streik. Nach einer Depesche aus Glasgow arbeiteten Donnerstag in Schottland nur 500 Bergleute, während 73 000 feiern. Alle Anzeichen deuteten darauf hin. daß der Ausstand anhalten werde. Der Schiffsverkehr und der Betrieb der Stahlwerke leiden unter dem Kohlenmangel. Eisenbahnarbeiterstreik in Amerika. Aus Chicago wird telearaphirt: Infolge des gestern gemeldeten Streiks stockt der Verkehr auf 11 hiesigen Bahnen. Die Bewegung dehnt sich aus andere Plätze des Westens aus. In Kalifornien ist der Verkehr auf der Süd-Pacificbahn unterbrochen infolge Weigerung der Gesellschaft Züge abzulassen, wenn sie an der Einstellung von Pullmanwagen gehindert werde. Weitere Ausstände sind bevor- stehend; der Arbeiterverband hat die Bediensteten der Atchison- Eisenbahn zum Ausstande aufgefordert. Vermtsikzkos. In Reichenberg ist am Donnerstag Vormittag, wie die Wiener„Neue Freie Presse" meldet, ein Theil eines Neubaues eingestürzt, wobei mehr als zwanzig Arbeiter unter den Trümmern begraben wurden. Bis Mittag sind zwei Tobte, drei Schwerverletzte und fünf Leichtverletzte geborgen worden. Die Uebrigen, darunter der Sohn des Baumeisters, befinden sich noch unter den Trümmern. Man vermuthet, daß der Einsturz durch Bodensenkungen verursacht wurde. Auf dem Jahrmarkt in Königsberg in Preußen entstand am Mittwoch durch einen zerbrochenen Benzinballon ein Brand, der drei Marktbuden einäscherte. Eine Frau verbrannte vor den Augen der entsetzten Zuschauer. Außerdem gerieth ein vier- jähriges Mädchen in die Flammen und trng lebensgefährliche Verletzungen davon. Das Feuer ist durch den Muthwillen mehrerer Knaben verursacht worden. Sadi Carnot war nicht getauft; er gehörte zur Sekte der Theophilanthropeu(Freunde Gottes und der Menschen), zu der sich schon sein berühmter Großvater Lazar Carnot, der 1795 in das erste Direktorium gewählt worden war, bekannte. Die Theophilanthropie war von La Revilliore-Lepaux als neue Religion gegründet worden, als ein Gegenstück zu jener Theorie, nach welcher das damalige Pariser Volk den Glauben an Gott ver- leugnete und an dessen Stelle den Kultus der Vernunft einführte. Bemerkenswerth ist, daß die Sekte der Theophilanthropen, welche die Taufe als unnöthig erklärte, von etlichen katholischen Pfarreien in Paris anerkannt wurde. Ein Dekret des Konvents vom 12. Vendömiaire X(3. Oktober 1300) schaffte sie ab. Die Familie Carnot beharrte jedoch bei derselben. Den Vornamen Sadi, des berühmten persischen Dichters und Philosophen, erhielt der unglückliche Präsident von seinem Vater Hippolyte. Edison hat sich, wie aus New-Iork gemeldet wird, bei einem Sturz innere Verletzungen zugezogen. Sein Zustand ist ernst, giebt aber zunächst zu unmittelbaren Besorgnissen keinen Anlaß. Von den EhrbegriffSriipeleien ans Universitäten. Aus Graz wird der„Volks-Ztg." geschrieben: Vor einigen Tagen tagte hier eine Vertretersitzung der studentischen Korporationen, welche einberufen worden war, um über die Errichtung eines allgemeinen studentischen Ehrengerichts zu berathen. An dieser Sitzung betheiligten sich sowohl die farbentragenden als auch die nichtfarbentragenden Korporationen. Im Ver» laufe der Verhandlungen ließen die Vertreter zweier Burschenschaften die Aeußerung fallen, man würde wahr- scheinlich doch zu keinem Ergebniß �gelangen, da sie, die farbentragendcn Korporationen, ein„potenzirtes" Ehr- gesühl besäßen. Die Vertreter der nichtfarbentragenden Korpo- rationen baten in begreiflichem Aerger über diese freche Be- leidigung. die gefallene Aeußernna zu reagiren. Da sich aber die von maßlosem Dünkel geschwellten Beleidiger nicht in der Lage sahen, dies thun zu können, so bsieb nach den herrschenden Ehrbegriffen selbstverständlich nichts anderes übrig, als daß die sämmtlichen Mitglieder der nicht- farbentragenden Korporationen die sämmtlichen Mitglieder der farbentragenden Korporationen forderten, und zwar auf krumme Säbel ohne Bandagen. So ist denn das Ereigniß eingetreten, daß aus dieser kleinlichen Veranlassung, die man am besten mit vornehmem Stillschweigen unbeachtet gelassen hätte, nicht weniger als 198 Mensuren hervorgegangen sind! Ist es schon Wahnsinn, hat es doch Methode! Innerhalb 12 Stnnde» werden jetzt Fichtenbäume in— Papier verwandelt, das ist das neueste technische Kunststück. Des Morgens um'/l6 Uhr wurden in Cämmerswalde im Erzgebirge zwei grünende Fichten gefällt. Die Stämme wurden sofort in der Fabrik entrindet, zerkleinert und gedämpft. Nachmittags wurde das braungedämpfte Holz zu Holzstoff geschliffen, die nassen Bögen wurden mit Dampf getrocknet und geplattet, schon um 3 Uhr war ein Theil des Papiers fertiggestellt und um 5 Uhr konnte es unter die Presse des Buchdruckers gebrach; werden. Die Fichten, die noch vor wenigen Stunden sich am Abhange des romantischen Flöhathales im Morgenwinde wiegten, waren am Abend schon Beitungsblätter, auf denen das Neueste aus aller Welt" zu lesen war. Das ist gewiß fin de siècle. Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffree( 3wei Buchstaben oder eine Zahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Herrn Carl Schüler, Restaurateur, Memelerstr. 29. Was sollen wir denn berichtigen? Daß Sie Schultheiß- Bier verschänken und, weil Sie sich von Rösicke nicht trennen können, aus dem Wahlverein des vierten Reichstags- Wahlkreises aus. getreten sind, werden Sie wohl nicht bestreiten. Glauben Sie nachdem, daß wir für das von Ihnen noch sonst geführte Bier besonders Rellame machen sollen? Das überlassen wir Ihnen. Rotter. Das uneheliche Kind verbleibt der Mutter bis zum vollendeten vierten Lebensjahre. Sie haben kein Recht, die Herausgabe zu beanspruchen. S. W. 88. 1. Nein. 2. und 3. Das Dienstbuch ist Eigen thum des Mädchens, es verbleibt aber im allgemeinen bei der Herrschaft. N. O. 67. Moabiter städtisches Krankenhaus: pro Kopf und Tag 2 M., eventuell das Friedrichshainer Krankenhaus. A. H. 06, freie Vereinigung, K. 30, F. F. 103, E. K. in J., A. B. 100: Ja. . 2. 200. Ob der Vertrag gestempelt ist oder nicht, ist = Schuhmacher. Die Entgegnung erscheint uns in dem so- der Metallschmuck Fabrik, Elisabeth Ufer, 2. Rate 10,50. gleich erfolgten Aufruf weit treffender, als es Ihr Eingesandt Tapezirer- Werkstatt Flatom u. Priemer 8,50. Sängerchor der vorgiebt. Wir haben deshalb von der Veröffentlichung abgesehen. Maler, Ueberschuß von der Landpartie 3,70. P. St. 4,95. RechtsFabian. Berliner Kranken- Unterstützungs- und Begräbniß- anwalt B. 1,-. Rechtsanwalt R. 1,-. Rechtsanwalt C. M. 1,-. verein. Fräulein Heinrich, Landsbergerstr. 42, 2 Tr. r. Von den Parteigenossen in Osterwieck durch Löwe 21,75. RauchSchwiebns. Uebergeben Sie, bitte, Ihre Mittheilung der flub" Frei weg", Schöneberg 13,-. Verein der Berliner Frankfurter Parteipresse. Jalousie Arbeiter und Arbeiterinnen inkl. freiwilliger Samm lung 16,40. Statgewinn 2,63. Werkstatt Simon u. Comp., Haidestraße 55/57, 2,50. Summa 241,58 M. Bereits quittirt 2907,18 2.; in Summa 3148,76 9. Schöneberg, Stuckateure. Ihre Einsendung kann nur als Inserat aufgenommen werden. M. K. 100. Wir bedauern, darüber keine Auskunft geben zu können. J. M., Franzstraße. Ohne zu wissen, um was es sich handelt, sind wir nicht in der Lage, Ihnen einen Berichterstatter zuzusenden. Eberswalde. Warum übergeben Sie die Mittheilung nicht Frankfurter Volksstimme"? der M molle mit spi anie Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Reichenberg, 28. Juni. Bei dem heute Vormittag hier era 30 Arbeiter verschüttet; 8 wurden als Leichen ausgegraben, 19 folgten Huuseinsturz wurden, wie authentisch mitgetheilt wird, hatten Verlegungen erlitten. Man befürchtet, daß auch die noch 10 Patzenhofer. Wurde mit h geschrieben. Sch., Köpenickerstr. 98b, II. Gine Rednerschule giebt es nicht. Lassen Sie sich in die Arbeiter- Bildungsschule aufnehmen, oder treten Sie einem Lese- und Diskutirklub bei. hat in der Hoffnung, daß wir uns eingehend mit ihm beschäfteit heute durchgeführten Hochverrathsprozeß wurden die AngeE. O. S. 270. Das Organ der Gummischlauch- Männer nicht aufgefundenen 3 Personen todt find. tigen, schon mehr Lügen, als die von Ihnen zitirte, in die Welt gesetzt. Diese Gesellschaft gleicht den Hunden, die den Menschen der Unterhaltung halber um einen Fußtritt anflehen. für die Frage, ob der Vertrag giltig ist oder nicht, unerheblich. Briefkaffen der Expedition. Wegen unterlassener Stempelung sind beide Kontrahenten haftbar. N. 44. T. Rommen Sie zwischen 12 und 1 Uhr mit Vertrag in die Sprechstunde. 100 Weißensee. Die eingebrachten Sachen haften so lange als der Miethsvertrag dauert, also im vorliegenden Falle bis zum 1. Oktober 1894, falls nicht der volle Miethsbetrag bis zum 1. Oktober hinterlegt wird. Luke. Sprechen Sie in Dalldorf bei Direktor Sander, eventuell gelegentlich in der Redaktion zwischen 12-1 Uhr vor. E. K. 1. Spätestens am 1. Juli. 2. Nein. F. R. 37. Rigdorf 23, J. C. 1000, N. 2. 100. Mein. Arbeiter, Parteigenossen! Inf meinem ich kein Prag, 28. Juni. In dem unter Ausschluß der Offentlichflagten, die 16jährigen Matejicat und Rolecko, und der 18jährige Schütz des Hochverraths, der Majestätsbeleidigung und anderer flagten, die 16jährigen Matejicat und Rolecto, und der 18jährige Verbrechen und Vergehen schuldig befunden und die beiden ersten zu je 12jähriger schwerer Kerkerstrafe, der dritte zu einer Kerkerftrafe von 13 Monaten verurtheilt. Bern, 28. Juni. Die Bundesversammlung beschloß in beiden Räthen mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der Ultramontanen, dem Volke die Ablehnung des von 70 000 Bürgern eingereichten Begehrens um Abtretung eines Theiles der 3olleinnahmen( 2 Franken per Kopf der Bevölkerung) an die Rantone zu empfehlen. Die Voltsabstimmung findet wahrschein lich im November statt. Für die Branerei- Arbeiter gingen ferner ein: M. G.-, 50. Arbeitersaal Mix u. Geneft, Neuenburgerstraße, 4. Rate 5,55. Nicht zu Stande gekommene Landpartie 4,-. Zuschneider der Firma S. Mosse, Alte Jakobftraße 2,25. Tellersammlung beim Volksfest in Friedenau 4,25. Bauarbeiter Reichenbergerstr. 143 3,-. Rothe Apotheke 6,-. Dr. B. 10,-. C. D. P. 2, Sozialdem. Berein in Köpenick 30,-. Preßklub 8,05. Klempner 0,20. Rontobuch- Arbeiter der Firma Zumpel, Oranien straße 10,- Gießerei Wasserthorstr. 62 3,-. Gesell. Arbeiterverein" Brüderlichkeit" 3,95. Ges. von F. Blent bei den Bauarbeitern des Zimmermeisters Hirt in Spandau 11,25. Von den Geraer Genossen durch Vetterlein 40,-. Durch G. Spieckermann 5,65. Statklub Ruhzunge" 5,-. Von den Arbeitern der Budgetkommission überwiesen. und erfuche besbalo um geneigten Zu- ,, Confectionshaus spruch 10 Pf., 1/4 1557b] Johann Bunt, Müllerstr. 25. Otto Naether, Uhrmacher, Anklamerstr. 44, an der Brunnenstr. Reparaturen an Uhren jeder Art solid und preiswerth.[ 54172* Liefere frei ins Haus, auch nach außerhalb für Restaurateure, Wiederverläufer hochfeine 1301b Wurstwaaren, Schmalz u. s. w. per Kasse zu auffallend billigen Preisen. Porsch, Wollinerstr. 48. 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Nach dem in Sofia erschienenen russischen Original herausgegeben von R. Leonow. Berlin 1893. 247 Seiten( anstatt M. 5,-) M. 2,-. Von dieser höchst wichtigen Schrift haben wir die Restauflage ( eine beschränkte Anzahl) aufgekauft. Das Buch enthält die aus den russischen Geheimarchiven ent wendeten offiziellen Aftenstücke und Depeschen, welche in den Jahren 1881 bis 1890 von den russischen Beamten( zum Theil in höchsten Stellungen) an ihre Agenten in Bulgarien bezüg lich der zu veranstaltenden Verschwörungen und Attentate gerichtet wurden. Diese Dokumente find s. 3. von der bulgarischen Regierung veröffentlicht worden, um vor Europa den Nachweis zu liefern, wie die Zaren- Negierung ihre Lockspitel und Agenten in Bulgarien offen zu Mord und Dynamit- Attentaten auffordert. Ein Sachund Personen- Register, wie eine chronologische Zusammenstellung der auf die Aftenstücke bezüglichen geschichtlichen Vorkommnisse erhöhen den Werth dieses Buches, das eines der wichtigsten Quellenwerke ist für die Geschichte wie und von wem Attentate und Verschwörungen gemacht werden. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, 2. Gesch.: Brunnenstr. 95, gegenüb. Humboldtshain 1. Gesch.: Andreasstr. 23, 5. pt., gegenüb. Andreaspl größtes Lager Berlins. bücher MusterKinderwagen, her gratis. Theilzahlung gestattet. 500 Mark zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß .ch nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. Schnelle, Roh- en Tabaken und Utensilien für Cigarren- Fabrikanten Hamann, v. 60. 7 127Staliberſtraße 127. Weißbier!!! billigster Buchhandlung des Vorwärts Berlin SW., Beuthstr. 2. Soeben ist erschienen: N. G. Tigernifhemsfy. Eine literarhistorische Studie von G. Plechanow. 392 Seiten 80. Preis broch. 2,50 M. geb. 3 M. Porto 30 Pf. Die russischen Verhältnisse der Mitte unseres Jahrhunderts, die Reformperiode unter Alexander II, den damaligen eigenartigen ruffischen Sozialismus schildert und erklärt der Verfasser an der Hand des historischen Materialismus. Im zweiten Theil untersucht er den utopischen Sozialismus an der Hand der Marristischen Lehren und gestaltet die Darstellung zu einem Kompendium des wissenschaftlichen Sozialismus, das an Schärfe, Klarheit und Beweiskraft faum übertroffen werden dürfte. 448/20 Bestellungen nach Maak werden gut und billig ausgeführt. Bitte sehr, recht genau auf Namen und Hausnummer zu achten. 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Der Verpächter wird durch die Miethsrechtsnovelle| zunächst zu Streitigkeiten und schließlich, als N. eines Tages nicht betroffen; er hat also nach wie vor das Recht, dem mit einen Beweis für die Untreue seiner Frau zu haben glaubte, zu der Pacht rückständigen ermittirten Bächter auch das Noth- einem vollstänt igen Bruch. N., der durch das Verhalten des dürftigste einzubehalten. Gerichts- Beifung. Gewerbegericht. Durch die jetzt veröffentlichte preußische Miethsgeseh- Novelle ist das Pfand- und Retentionsrecht des Vermiethers in etwas eingevermeintlichen Liebhabers seiner Frau in dem von ihm gehegten schränkt. Nach der bislang in Preußen bestehenden Rechtsprechung Verdacht nur bestärkt wurde, strengte die Scheidungsklage an stad dem Vermiether ein Pfand und Retentionsrecht selbst in die und beantragte, da die Frau entschieden jeden unerlaubten UmEachen des Miethers zu, die nach der Zivil- Prozeßgang in Abrede stellte, daß der Lebemann bezüglich seines VerOrdnung von der Pfändung ausgeschlossen sind. Hier hältnisses zu der Beklagten eidlich vernommen werde. Dieser durch ward ward es möglich, daß ein besonders hartherziger wurde denn auch als Zeuge geladen und beschwor, daß er zu Vermiether und deren soll es nicht wenige geben dem Rammer I. Vorsitzender: Assessor Techow. Sigung vom Frau N. in unlauterer Beziehung gestanden habe. Auf Schuldner, der aus irgend einem Grunde mit der Mieths 27. Juni 1894. diese unter dem Eide abgegebene Ursache hin ward die Ghe zahlung im Rüdstand blieb, selbst das Handwerkszeug und Für einige Tage, an welchen er nichts verdiente, weil ihm getrennt und Frau N. für den schuldigen Theil erklärt. die Betten, die für den Miether und seine Familie erforderlich sein Arbeitgeber nicht mit Arbeit versorgte, verlangt der Schneider Ihr geschiedener Gatte vermochte aber nicht, die Hauswaren, einbehalten konnte. Rückte" ein armer Schuldner mit D. von diesem eine Entschädigung. Außerdem beansprucht er wirthschaft zu führen und die Kinder zu erziehen, er diesen für ihn recht nothwendigen Sachen, die ja für den Ver- die bekannte vierzehntägige Entschädigung wegen sofortiger verheirathete sich daher zum zweiten Male. Frau N., von miether im Allgemeinen wertblos waren, so konnte er obenein Entlassung. Der Beklagte macht gegen die Klage geltend, Mann und Kindern getrennt und ihrer Ehre beraubt, war noch mit Geld- und Gesängnißstrafe belegt, ja, ihm tonnten nach er habe dem Kläger volle Beschäftigung nicht versprochen zunächst der Verzweiflung nahe. Sie gewann jedoch nach und unferer tapitalistischen Gesetzgebung gardie Ehrenrechte ab- und ihn nicht in seiner Wohnung beschäftigt; lezteres nach die Faffung wieder und beschloß nun, da sie sich schuldlos erkannt werden. Die Berliner Praxis ging aber noch einen verpflichte ihn nicht zu einer Kündigung. Der Beklagte fühlte, wenigstens ihre Ehre herzustellen, foste es, was es wolle. Schritt weiter, indem sie zuließ, daß solche unentbehrlichen und wurde zur Zahlung von 44 M. für 11 Tage verurtheilt- in Sie besprach sich zu dem Ende mit einem Rechtsanwalt, der ihr geringwerthigen Sachen im Wege der Zwangsvollstreckung zu die Zeit der Kündigungsfrist fiel der zweite Pfingsttag. Mit der erklärte, ihre Ehre sei nur wiederherzustellen durch eine Wieder Gunjien des Vermiethers verkauft wurden, da diese Gegenstände für Mehrforderung wurde der Kläger abgewiesen. Gründe: Nach aufnahme des Ehescheidungsprozesses. Um eine solche aber vers den ermittirten und obdachlos gewordenen Schuldner dem eigenen Vortrage Lutter's habe dieser zwar dem Kläger anlassen zu können, sei es erforderlich, den in diesem Prozeß vernicht mehr unentbehrlich seien. Wiewohl die meisten deutschen volle Beschäftigung nicht versprochen, ihn jedoch ohne weitere nommenen Zeugen des Meineids zu zeihen. Frau N. unterließ Staaten diese inhumanste Ansdehnung des Pfandrechts des Ver: Abrede auf Stücklohn eingestellt. Er hätte somit gewärtig sein nichts, um für den Meineid den Beweis zu liefern, und ward in miethers längst beseitigt hatten, bedurfte es für Preußen erit mehr- müssen, daß derselbe, sowie die Arbeit zu Ende war, ihren Bemühungen thatkräftig von dem Rechtsanwalt unterstützt. facher träftiger Vorstöße seitens unserer Genoffen im die vierzehntägige Kündigungsfrist trotzdem abzuarbeiten Man verfolgte den ehemaligen Zeugen theils persönlich, theils Reichstage( z. B. bei Gelegenheit der Berathungen über oder eine entsprechende Entschädigung verlangen würde. Die durch Privatdetektivs auf Schritt und Tritt und brachte auf die das Wud, ergesetz, über das Abzahlungsgesetz, über Kündigungsfrist stand dem Kläger zu; 4 M. pro Tag sei als Weise genügendes Material zusammen, um mit Berechtigung den die Konkursuovelle), um die preußische Regierung und Entschädigung für die Nichtinnehaltung derselben als angemessen Schluß ziehen zu können, daß ein Mann, der ein derartig aller Die preußische Boltsvertretung" zu veranlassen, diefes erachtet worden. Die andere Forderung des Ehrenhaftigkeit bares Leben führt, auch im stande sei, für den Sonderwucher- Vorrecht wenigstens ein flein wenig zu beschneiden. Klägers sei unberechtigt. Derselbe hätte, wollte er Betrag der Zeugengebühren sein Zeugniß durch einen falschen Die Rechtslage bezüglich des Pfand- und Retentionsrechts des nicht aussehen, dies fofort dem Beklagten fagen und sich eventuell Eid zu bekräftigen. Frau N. reichte, gestüßt auf das gesammelte Vermiethers ist nunmehr für Preußen folgender: Aus den Mieth3- mit dem Meister über eine Entschädigung einigen müffen; Material, mit ihrem Anwalt einen Strafantrag wegen wiffentverträgen, die nach dem 25. Juni 1894 abgeschlossen sind oder andernfalls hätte er auch von seinem Kündigungsrecht Gebrauch lichen Meineides gegen den Zeugen ein und hatte die Genugin 3utunft abgeschlossen werden, erwirbt der Vermiether fortan machen können., thuung, daß dieser sowohl in der Voruntersuchung, wie vor dem tein Recht mehr bezüglich der der Pfändung nach der Der Schneider E. gerieth eines Tages mit seinem ehemaligen Schwurgericht reumüthig bekannte, in dem Ehescheidungsprozeß Zivil Projeßordnung unterworfenen Sachen. Das Pfand- Meister in Differenzen, in deren Verlauf sich dieser zu den Worten gegen Frau N., mit der er niemals im vertrauten Verkehr gestanden recht und das Retentionsrecht des Vermiethers ferner bewogen fühlte: Wenn Sie nicht arbeiten wollen, hören hatte, einen Meineid geleistet zu haben. Er ward zu 5 Jahren Zucht. aus Verträgen, die vor dem 26. Juni 1894 ge= Sie auf". Er verließ hierauf die Werkstatt und klagte beim haus verurtheilt. Auf grund dieses Urtheils ward nun die Wieder schlossen sind, erstreckt sich nur nur noch bis zum Gewerbegericht auf Bahlung einer Lohnentschädigung für 14 Tage. aufnahme des Verfahrens eingeleitet und mit dem Erfolg beendet, 1. Ottober 1894 auf alle, also auch auf die unpiändbaren Seine Klage wurde mit der Motivirung abgewiesen, daß in den daß das Urtheil des Ehescheidungs- Prozesses aufgehoben und die Sachen. Die der Pfändung durch die Zivilprozeßordnung nicht oben wiedergegebenen Worten des Beklagten eine Entlaffung Frau in den vor ihm bestehenden Stand versetzt, also als Gheentzogenen Sachen unterliegen noch immer dem Pfand- und nicht gesehen werden könne. Diefelben könnten ebenso gut als frau des N. wieder anerkannt wurde, obgleich dieser in einer Retentions recht des Vermiethers. Nach dem 1./10. 1894 kann Kündigung oder auch nur als eine Drohung aufgefaßt werden. anderen Ehe lebte, aus der gleichfalls Kinder hervorgegangen aber durch keinerlei Vertrag der Vermiether berechtigt werden, Wenn der Kläger gleich ging, sei das seine Sache gewesen, jeden- waren. Den armen N. regte aber theils die Neue über die Beder Pfändung durch die Zivil- Prozeßordnung entzogene Sachen falls liege eine Entlaffung nicht vor. handlung seiner ersten Frau, theils die Lage, in die er nun ge= einzubehalten, der Pfändung sind nach der Zivil- Prozeßordnung Er tönne für seine Weiterbeschäftigung rathen war, derart auf, daß er bald nach dem Ausgange des insbesondere nicht unterworfen: nach Pfingsten nicht garantiren, sagte der Schneider- Wiederaufnahme- Prozesses starb. Seinen Sarg umstanden zwei 1. Die Kleidungsstücke, die Betten, das Haus- und Küchen- meister M. zu dem Schneider B., als er diesen furze Zeit vor ihm gefeßlich zugesprochene Frauen, jede mit ihren Kindern. geräth, die Heiz- und Kochöfen, soweit diese Gegenstände für den genanntem Fest engagirte. Weil das Gericht nach der Berhand- Nachdem der Schmerz sich besänftigt hatte, handelte es sich um Schuldner und sein Gesinde unentbehrlich sind, lung einer Lohnentschädigungsklage B.'s gegen M. jene Worte die Theilung der Hinterlassenschaft und dies ist der Fall, der jetzt 2. die für den Schuldner, seine Familie und sein Gesinde als erwiesen annahm, wies es B. ab. Grund: Das Engagement die Bivilfammer beschäftigt und der in unserem Rechtsstaat taum auf zwei Wochen erforderlichen Nahrungs- und Feuerungsmittel, fei, weil in dieser Weise erfolgt, als ein nur bedingtes, feinesgleichen haben wird. 3. eine Wiilchkuh oder nach der Wahl des Schuldners statt ein so I ch es auf Aushilfe" anzuschen, deshalb hätte einer solchen zwei Ziegen oder zwei Schaafe nebst dem zum der Kläger feinen Anspruch auf die künUnterhalt und zur Streu für dieselben auf zwei Wochen er- digungsfrist. forderlichen Futter und Stroh, sofern diese Thiere für die Er( Der Kläger hat nach Pfingsten thatsächlich nur noch ein nährung des Schuloners, seiner Familie und seines Gefindes un- Stück für den Beklagten angefertigt.) entbehrlich sind, = 4. bei Künstlern, Handwerkern, Hand und Fabrikarbeitern sowie bei hebeammen die zur persönlichen Ausübung des Berufs unentoehnlichen Gegenstände, 5. die zum Betriebe einer Apotheke unentbehrlichen Geräthe, Gefäße und Waaren, 6. die Bucher, welche zum Gebrauch des Schuldners und seiner Familie in der Kirche oder Schule bestimmt sind. Die Lockspikel an der Arbeit. eine hiesige Zivilkammer, fowie mebrere Rechtsanwälte. Eine rechtlich anerkannte Doppelehe bes häftigt zur Zeit Der Sachverhalt ist in Kürze der: Der Herr N. war verheirathet und lebte mit Frau und Kindern in guten und geordneten Verhält nissen. Das einträchtige Zusammenleben wurde aber durch einen Verdacht getrübt, den der Mann gegen seine Frau hegte; er war nämlich der Meinung, daß die Frau mit einem beiden bekannten Lebemann ein Liebesverhältniß unterhalte. Der Verdacht führte russischen Ministern, Gesandten, Polizeidirektoren an die russischen Agenten in Bulgarien und umgekehrt gerichtet sind. Das Attentat auf Carnot war wieder Wasser auf die Mühle peschen zum Abdruck zu bringen, die feiner Erklärung und keiner Wir begnügen uns heute, aus dieser Sammlung drei Dealler Reaktionäre. ,, Internationale Vereinbarungen gegen die Anarchisten!" rufen wieder einmal aus voller Busäße bedürfen. Als interessante Episode wollen wir blos die Kehle die Ordnungsblätter aller Schattirungen und Aus- Thatsache hervorheben, daß die republikanische Regie: nahmegefeze, den Knüppel des Büttels gegen die Sozial- rung in Frankreich dem Leiter der russischen demokraten, gegen die Arbeiterklasse meinen fie. Polizei in Paris die Hand zu dem schurkischen Spiele bot, Nicht blos die politischen Rechte der Arbeiter sollen aufgehoben das mit russischem Geld nach Bulgarien ging, französische indem sie der russischen Gesandtschaft für das Lumpengesindel, werden, nein, die Ausnahmegefeße sollen auch vor allem dazu pässe zur Verfügung stellte, um dadurch die bulgarische Redienen, die Arbeiterklasse in ihrem Kampfe gegen die Ausbeutung gierung zu täuschen; und die fernere Thatsache, daß die seitens der Kapitalisten wirthschaftlich mehrlos 6" Tynamitbomben, die in Bulgarien zur Verwendung kommen machen. Polizei und Gesez, wenn möglich das glorreiche Heer sollten, mit dem Gelde der russischen Regierung in Paris, sollen mobil gemacht werden, auf daß die Herren Kapitalisten unter den Augen der Constans= Carnot'schen Polizei ihren Dividendenraub ungestört einheimfen können. Das ist das ganze Geheimniß der Sehnsucht unserer Ordnung auch den Schlüssel zu verschiedenen Dynamit Prozessen, Bielleicht giebt diese Thatfache verfertigt worden sind. prefie nach Ausnahmegefeßen, nach internationaler Polizeiheze. die in Paris gespielt und mit der Verurtheilung und Ausweisung Die Anarchisten nennt man und die Sozialdemokraten, von soundsoviel polnischen und russischen Emigranten geender die flaffenbewußten Arbeiter schlägt man. Die anarchisti haben, während die eigentlichen Bombenverfertiger damals so schen Attentate sollen den bequemen unlaß dazu liefern. wenig gepackt wurden, wie heute der mysteriöse Baron UngerWie oft die Polizei selber die Hand dabei im Spiele hat Sternberg. was fümmert das die journalistischen Hausknechte der KapitalistenDie Ihring- Mahlow, die Na porra, die Geld hat ja für die russische Regierung nie eine Rolle gespielt; tlasse! Schröder, Haupt, Wohlgemuth, Reuß, Peudert. Schriftftück 159: Geheime Mittheilung der kaiserlichen Gesandtdas Buch bringt auch dafür einen attenmäßigen Beweis: das Ehrenberg und wie sie alle heißen, die für uns im Reiche schaft in Bukarest an das Petersburger Departement der perihre staatserhaltende Thätigkeit entfaltet haben, sie sind versönlichen und Wirthschafts Angelegenheiten, vom 2. Juli 1887" geffen. Zwar bringt der offiziöse Telegraph erst heute wieder giebt eine spezialisirte Abrechnung über die Summe von die Nachricht, daß von den drei Verschwörern, die gestern por 762 000 Franks, die an verschiedene revolutionäre Komitees dem Prager Ausnahmegerichte prozessirt wurden, einer seit Monaten die Rolle des von der Polizei bezahlten und einzelne Verschwörer in Bulgarien gezahlt worden sind. Lodspißels gespielt hat; der Soziald motrat" bringt in seiner heutigen Nummer einen neuen Beweis, wie diese Lock Spigelfultur auch sogar in Argentinien dankbaren Boden und freundliche Pfleger findet: die Ordnungspresse heult unverdrossen ihren Kehrreim: Internationale Polizeibebe! " Da ist es vielleicht sehr angebracht, auf ein Buch zu verweisen, das voriges Jahr von der bulgarischen Regie: rung veröffentlicht worden ist und damals ungeheures Aufsehen hervorgerufen hat, weil es den attenmäßigen Beweis erbracht hat, wer eigentlich Verschwörungen in faenirt, wer Dynamitbomben fabrizirt, wer die Meuchel mörder wider Fürsten und Staatsminister besoldet! Die„ Vorwärts"-Buchhandlung hat die Reft- Auflage dieses Buches aufgekauft und bietet sie unter dem Titel Die Lockspinel an der Arbeit Geheime Dokumente der russischen Orient Politik 1881-1890 zum Verkaufe an. Das Buch enthält den Wortlaut von 241 Depefchen, Birtularen, Instruktionsschriften, Berichten 2c., die von # Die Schriftstücke, die heute eine besondere Bedeutung noch dadurch erhalten, daß die jeßige bulgarische Regierung sich Stußland wieder zu nähern versucht, lauten: Geheimer Brif des kaiserlichen Gesandten in Bukarest an den Ducktor des asiatischen Departements, vom 11. Mai 1890, Nr. 173. Gnädiger Herr Jwan Alexejewitsch. Der Leiter der geheimen( russischen) Polizei- Agentur in Paris( Staatsrath Rostowski) hat einen der ihm unterstellten Beamten der Geheimpolizei nach Rumänien gesandt, um den russischen Sozialisten Wladimir Burzew zu verfolgen. Neben diesem Auftrage hat der Wirkliche Staatsrath Rostowski dem Gendarmerie Oberlieutenant Milewski be= fohlen, während der Anwesenheit des Lezteren in Bulgarien gewissen, vollkommen vertrauenswerthen Personen behilflich zu sein, um eine Verschwörung gegen einige der bulgarischen Machthaber und namentlich gegen den selbst= ernannten Fürsten von von Bulgarien, Prinzen Coburg, ins Werk zu setzen. Im äußersten Falle tann der Oberlieutenant Milewsti den Personen, welche ihm unfer General Ronjul in Konstantinopel bezeichnen wird, Versammlungen: M Eine öffentliche Volksversammlung für den zweiten Reichstags Wahlkreis tagte am 27. Juni im Lokale von Poppe, Lindenstr. 106. Georg Wagner behandelte in feinem Referat Boltsbildung und klassenbewußt= sein" zunächst den Unterschied der Schulen für die Kinder der Bourgeoisie und der ärmeren Boltstlassen, dabei stellte er den Zuschüssen, die aus dem allgemeinen Steuersäckel ent nommen werden, die hohen Beiträge gegenüber, die den höheren Schulen gewährt werden im Verhältnisse zu den Volksschulen. Explosiv Bomben übergeben. Dieselben sind in Paris von dem Pyrotechniter Feodorow angefertigt worden. Da ich mit dem Aufenthalt unserer geheimen Polizei Agenten im Fürstenthum nicht einverstanden bin, so habe ich den Direktor des Departements der Staatspolizei durch Mittheilung vom 10. d. Mts., Nr. 172, gebeten, zeitweilig die Sendung des Oberlieutenants Milewski zu unterlassen. Wenn aus verschiedenen anderen Gründen der Wirtliche Staatsrath Durnowo es für unerläßlich erachtet, Agenten nach Bulgarien zu senden, so müssen dieselben mit französischen Pässen versehen sein, um den für russische Unterthanen erschwerten Schuh der deutschen Vertreter im Fürstenthum zu vermeiden. Infolge dessen habe ich die Ehre, Ew. Excellenz ergebenst zu bitten, das Departement der Staatspolizei zu benach richtigen, daß bis zur Beendigung des von den ungesetzlichen bulgarischen Machthabern gegen den Major Paniya und Genossen anhängig gemachten Prozesses wir uns irgend welcher nenen Anschläge in Bulgarien enthalten müssen Gleichzeitig halte ich es für meine Pflicht, Ihre wohlgeneigte Aufmerksamkeit, gnädiger Herr, auf den Umstand zu lenken, daß die Bulgaren zu wirtlichem Handeln un fähig sind und man daher nicht darauf rechnen kann, daß die Anwendung der in der legten Zeit in Paris ver fertigten Dynamit- Bomben zu einem günstigen Ergebnik führt. Ich bitte Ew. Excellenz ergebenst, die Versicherung meiner vollkommenen Hochachtung und Ergebenheit entgegen zu nehmen. Geheime Mittheilung des Leiters der geheimen Polizei- Agentur in Paris, wirklichen Staatsraths Roskowski, an die kaiserlich russische Gesandtschaft in Bukarest, vom 7. Juni 1890, Nr. 479. Indem ich die anliegenden, von den französischen Be hörden ausgestellten Auslandspässe übersende, habe ich die Enre, die kaiserliche Gesandtschaft ergebenst zu bitten, dieselben den nach Rumänien gesandten Beamten unserer Pariser Geheimpolizei zu übergeben. Von dem Geschehenen bitte ich die faiserliche Gesandtschaft in Paris in Kenntniß sezen zu wollen. Geheimer Brief des Direktors des Departements der Staatspolizei an den kaiserlichen Gesandten in Bukarest, vom 11. Juni 1890, Nr. 5325. Gnädiger Herr Michael Alexandrowitsch! Ew. Excellenz hat die Güte gehabt, mich am 10. Mai unter Nr. 172 zu benachrichtigen, daß es unzweckmäßig ist, die in Bulgarien befindlichen Agenten der Geheimpolizei mit unferen Auslandspässen zu versehen. Auf grund der Mittheilung der kaiserlichen Gesandtschaft vom 11. Mai unter Nr. 178 schreibt der Staatssekretär " ftraße 35-37 bei Schneider. Die vielen Analphabeten im Heere sind übrigens Beweis genug,| Bierboykotts referirte. Die recht rege Diskussion bewegte sich im Ackerftr. 67.- Turnverein Fichte( Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes mie jämmerlich es bei uns mit der Volksbildung bestelt ist. Rahmen des Vortrages; besonders wurde das Verhalten des Freitag Abends von 8-10 Uhr in der Staligerstr. 65/56. Deutschlands.) Die zweite Männer- Abtheilung turnt jeden Dienstag und Der Redner schloß seinen häufig von Beifall unterbrochenen Vor- Herrn Westpfahl und Herrn Spitzig getadelt, die ihre Säle ver- Vergnügungsverein Veilchen, Abends trag mit der Mahnung, wem es irgend möglich sei, der Arbeiter weigern. 9 Uhr, bei Brauns, Sodann wird mitgetheilt, daß das Lokal von Oranienſtr. 183 p. Bildungsschule beizutreten und jederzeit als Apostel des Asche, Geselliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8 Uhr zum Fürst Wolfgang", für Alte Jakobstr. 128( Logenhaus). Versammlungen zu Sozialismus zu wirken. Unterhaltungsflub Schiller, Abends Frau Alma Palm besprach die haben ist, die Lokalliste dahingehend ergänzt werden muß. Orion, Abends 9 Uhr Sigung Charlottenstr. 95, Restaurant Effenberg. 8 Uhr im Restaurant Holzbächer, Dreyfeftraße 3. Lepidopt. Vereinigung Ausbeutung der Frauen und Kinder, die oft schmutzige In seinem Schlußwort giebt der Referent bekannt, daß Musikverein Hoffnung, Abends von 9-11 Uhr Uebungsstunde Prostauer, Konkurrenz der Beamtenfrauen gegenüber den übrigen bei der letzten Flugblattvertheilung im 6. Wahlkreis fünfzig abends 9 Uhr im Restaurant Bur Gleichheit", Andreasstraße Nr. 26, Bergnügungsverein Berolina= Hausarbeiterinnen, trat ferner für Trennung der Schule von der Personen verhaftet sind. Der Redner giebt sodann eine Sigung. Kirche und für den Austritt aus der Landeskirche ein und detailirte Schilderung eines Borfalls, der sich bei Ausübung der Abends 8½ Uhr im Nach derselben Tanz. Tanzlehrer- Verein Solidarität, Lokale von Ehrenberg, Annenstraße Nr. 16, forderte zum Eintritt der Frauen in die Gewerkschaften auf. Kontrolle vor einer Brauerei zugetragen hat. Die betreffenden Tuvryir. 48 bei Kricheldorff. Sigung. 9 Rauchklub Rothe Fahne, Freitag Abends Uhr, Wagner ging in seinem Schlußwort auf die leidige Schulbuch Genossen seien von einigen Rowdies angefallen und mißhandelt abends 8 Uhr, in der Spreeterrasse, Jannowißbrücke. Ruderverein Borwärts, Gigung Gesangverein frage ein, unter der die kinderreichen Arbeiter sehr zu leiden worden. Gegen die Raufluftigen sei Strafantrag gestellt. Leb- Freya( gemischter Thor) Rirdorf, Abends 9 Uhr, bei Barta, Bergstr. 120. haben und wünschte ferner Einführung der Gefeßeskunde in die hafte Entrüstungsrufe begleiteten die Echilderung dieser Be- Bergnügungsverein Im Brand, Sigung Abends 9 Uhr, bet Haverland, Voltsschulen. Hierauf verwies Genofje Jakob auf die Gegebenheit. Hiernach stimmte man einer Resolution zu des Inwerbegerichtswahl, den Bierboykott und forderte zuletzt zum halts, durchaus kein boykottirtes Bier zu trinken, bis die Forde Abonnement des Vorwärts" und eifrigem Studium unserer rungen der Brauerei- Arbeiter erfüllt sind. Parteiliteratur auf. straße 68, bei steller. Vorwärts 1, S.D. Adalbertitr. 21, bei Roll. Nord, BergA Wittenberge, Thurmstraße 23, Bentralhalle. Maiengruß, Köpenick, Grünstraße 53 bet Gaul. Meeting every Eriday at 9 p. m. at Beherns Restaurant English Conversational Club Shakespeare. Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Guests are welcome. Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wei Buchstaben oder eine Zahl anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Pf. und Andere: Haftet in Prenken der Mann für die Prozeßkosten der Frau? Im Gebiete des allgemeinen andrecht 3 haftet nach richtiger Anschauung der Mann nur der Frau gegenüber, nicht aber Dritten, dem Fiskus u. s. w. für die feiner Frau auferlegten Prozeßkosten. Die Rechtsprechung ist jedoch sehr schwankend, weil vor dem 1. Oktober 1879 eine Haftung des Mannes bestand und weil bestritten ist, ob diese Haftbarkeit durch die seitdem durch die Zivil- Prozeß- Ordnung geschaffene Prozeßfähigkeit der Ehefrau beseitigt ist. Für das Gebiet des rheinischen Rechts( code civile) find Art. 1424, 1425 maßgebend. Dieselben lauten in deutscher Uebersetzung: Geldstrafen, die die Ehefrau durch ein den bürgerlichen Tod nicht nach sich ziehendes Verbrechen verwirkt hat, tönnen, so lange die Gütergemeinschaft dauert, nur aus dem nackten Eigenthum( nue propriété) ihres persönlichen Vermögens beigetrieben werden. Die wider einen der beiden Ehegatten ausfich ziehenden Verbrechens trifft nur dessen Antheil an der gesprochene Verurtheilung wegen eines den bürgerlichen Tod nach Gütergemeinschaft und das persönliche Vermögen desselben." Im Gebiete des code civile ist demnach die oben wiederholte Frage unbedingt zu verneinen. Bentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler. Die Mitglieder Die in der Schuh- und Schäfte Fabrikation beschäftigten der Ortsverwaltungen Berlins versammeln sich am Freitag, den 29. Junt, Arbeiter und Arbeiterinnen hatten am 27. Juni eine öffentliche Abends 8% Uhr, bei Schöning, Stallschreiberstr. 29. Versammlung zur Besprechung über die Aussperrung in den schule, Müllerstraße 179a und Südost- Schule, Waldemarstr. 14, Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8%-10% Uhr: NordSchuhfabriken von Fürstenheim u. Komp. und Morösse. In dem Deutsch( Logit und Rethorit). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue kurzen Bericht, der gegeben wurde, und der daran anknüpfenden Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Diskussion, an welcher sich zahlreiche Redner betheiligten, wurde bei Gruber, Mariendorferstr. 5. Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marr. Abends sy Uhr, ausgeführt, daß Fürstenheim gesagt hat, er wolle die alten We sien, bei 5. Werner, Bülowitr. 59. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorsigender Arbeiter nicht mehr einstellen. Die Arbeiter von Kluge, welche bei talenter sind zu richten au Fried. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Freitag. Ad. Neumann, Brunnenstraße 130, 2 Tr. Alle Aenderungen im VereinsFürstenheim angefangen hatten, haben aber auch eingesehen, daß sie nebungsunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. bei den dort gezahlten Preisen nicht existiren können und sich solidarisch icher Männerchor, Echönhauser Allee 28, bei Kuhlmey. Raifer mit den Streifenden erklärt. Das, was Fürstenheim in den an die Zeitungen gesandten Berichtigungen" behauptet hat, beruht binder Männerchor Berlins, Holzmarktstraße 3, bei Deter. Summerfcher Gesangverein, Sangestraße 65, bet Tempel. Buch im Wesentlichen auf unwahrheit. Abzüge sind z. B. den Zwickerna löden, Sochstr. 32a, bei Wilte. mat und anderen gemacht. Das Versprechen, bis zum 1. Januar Köpenid, Müggelheimerstr. 3 bei Held. Gemütlich feit Piger, Seydelstr. 30. Balme, in Belten, bei Schröder. Morgenroth 4, 1895 feinen der Arbeiter, welche im Frühjahr streitten, zu ent- Charlottenburg, Bismarcfr. 75.Gesangperein Morgenroth 2. laffen, ist auch nicht gehalten, Typographia, Gesangverein Berliner es sind vielmehr Puyer, Buchdrucker und Schriftgießer, Arminhallen, Kommandantenftr. 20. Gesang= welche die Arbeit an Den meit aufgestellten Maschinen verein Nordwacht, Müllerstr. 7, bet Reichert. Gesangverein Freie hätten machen können, entlassen. Auch wurde der Firma der lig, Ahornftr., im Gambrinus. Sänger in Echmargendorf, Wirthshaus Friedrichs. Butunft 1, StegVorwurf gemacht, daß sie an dem Garn, das sie den Arbeitern bei Nowad. Gefango. Collegia 1, Manteuffelstr. 9 Vereinte Sangesbrüder Moabit, Stromstr. 28 verkaufe, dadurch noch besonders profitire, daß sie von dem bei Lang. Sängerverein Sorgenfrei, Melchiorstr. 15 bei Stehmann. Lieferanten einen Rabatt erhalte, der den Arbeitern nicht anBineta, Veteranenstraße 19 bei Schulz. Frete Liedertafel, Neue Königstraße 73 bei Hahn. gerechnet werde. Von den 83 Kollegen, welche in den Gesangverein in Brandenburg a. H., Mengert's Boltsgarten.- SängerBrandenburger Männer Streit eingetreten, haben 28 anderweitig Arbeit bekommen und chor der Töpfer, Neue Friedrichstr. 44 bei Röllig. Brauer- Gesangverein 55 find noch zu unterstützen, von welchen 35 ledig und 20 ver- Gerstenabre, Mite Jakobjir. 83 b. Wienede. Johanni, Rüdersdorfer itraße 45, Gesellschaftshaus„ Ditend". heirathet find. Den Kollegen von Kluge, welche auf die Auf- bei Gries, Giesensdorf. Ginigteits, Gr. Lichterfelde Geselligteit, Hennigsdorf, Böhmert's Gasthaus forderung ihres Prinzipals bereit waren, tei Fürstenheim anzu Arion, fangen, wurde von verschiedenen Seiten flar gemacht, wie Grenadier- Platz 7.Oberon, Kaiser Franzunsolidarisch sie an den Kollegen und damit auch an sich( gem. Chor), Rirdorf, Bergstraße 133, Hoffmann's Festfäle( Juhaber Iris, Naunynftr. 86 bei Frizz Zubeil. Freya 2 selbst handelten. Sie haben nunmehr zum dritten Male als Runge).- Loreley, Grünstr. 3 u. 4 bei Hemerling. Gefangverein Streitbrecher fungirt. In der Versammlung erklärten fünf von sänger, Potsdam, Brandenburger Kommunikation 16 bei Glaser. Der Klempner und Berufsgenossen, Siemensstr. 17 bei Biet. Lustige ihnen, fortan mit den streikenden Kollegen zusammenzugehen. Deutsche Liedertafel, Grüner Weg Nr. 29 Was den Streit bei Morösje betrifft, so ist dort vor 14 Tagen Restaurant Saeger. Sängertreis( Weißensee). Königschaussee Nr. 46 bei Dorn. sämmtlichen Arbeitern gekündigt und ihnen ein neuer Lohntarif Mohr'iches Doppel- Quartett), Büschingfir. 7 bei Jatob.- Sangertette, Apollo, Grünstraße Nr. 21 bei Sommer. Rheingold( vorm. und eine neue Fabrikordnung, die Maus'sche, vorgelegt worden. Rottbufer Tamm 74 bei Silte.- Spandau in Spandau, Neumeisterftr. 5, Am Montag Worgen wurde dann der Hälfte der Arbeiter, etwa Restaurant Stadtte.- or beers weig, Swinemünderfir. 35 bei Dutch. zwanzig, zumeist den verheiratheten, erklärt, sie seien wegen weißenfee, Königs- Chauffee 19 bei Kriedemann. Melodia, Rirdorf, Bergstr. 133, Hoffmann's Festsäle.- Orante, schlechten Geschäftsganges entlassen. La anzunehren war, daß tafel, Rummelsburg, Berlinerſtraße bei Friesede. Carer ieber. Morösse fich diejenigen ausgesucht hatte, welche ihm und event. ftraße 19 bei Neumann. Bieber'scher Männerchor, Ackerstr. 123 den Burger Unternehmern, die am letzten Sonntag in Berlin bet Etümfe.. Gesangverein Moabit, Havelbergerstr. 31, waren, nicht recht gefielen, so erklärten sich die 15 bis Alle Buschriften find zu senden an P. Gent, Adalbertstr. 95. Freitag: Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. 18 Kollegen, welche weiter arbeiten sollten, mit den Ent- Bergnügungsverein Frisch auf, Abends 9 Uhr, Ohmgasse 2 bei Krebs. lassenen solidarisch, nachdem Moröffe cs abgelehnt hatte, etaittub sairo, Abends's Uhr bei Flick, Simeonftr. 23. bis zur Hebung des Geschäfts nur halbe Tage arbeiten zu laffen, verein union, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbrauerei Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- Gelang un so sämmtliche Arbeiter zu beschäftigen. Die Versammlung wedding, Abends 8% Uhr, bei Schäfer, Neue Hochstr. 49. erklärte sich einstimmig mit den im Streit stehenden Arbeitern der Baldesrauschen, Abends 9 Uhr, bei Weigt, Wiartgrafeuitr. 87. PrivatTheaterverein Grescendo, Abends 9 Ube, bei Schulz, Bunbuserstr. 35. Firmen Morösse und Fürstenheim solidarisch und verpflichtet sich, Theaterverein Bultania, 9 Uhr, Jäger's Gefenschaftshaus, Garten dieselben moralisch und materiell zu unterstützen. Die Kommission fraße 18-14. Theaterverein Freter Wille, jeden Freitag Abend zur Regelung des Unterstützungswesens wurde darauf durch Zu- 8 Uhr bei Sauermann, Adalbertſtr. 8. wahl zweier Filzschuharbeiter und eines Steppers ergänzt. Die erste Männerabtheilung turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8-10% Uhr in der Turnballe des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10.- Kraft und Artisten fub Berolina jeden Dienstag und Freitag Uebungsstunde bei Grüßner, Waldemarstr. 42. Zurnverein Germania( Mitglied des deutschen Arbetter- Turnerbundes) turnt Dienstags und Freitags Abends von 8-10% uhr vom 21. Juni unter N. 100 beantwortet. Für Friedrichsberg und Umgegend fand am 26. Juni in Schneider's Gesellschaftshaus, Prostauerstraße, eine gutbesuchte Boltsversammlung statt, in der der Genosse Millarg in einem mit großem Beifall aufgenommenen Referat über den Stand des V Berliner Turngenossenschaft. Lessing- Gymnasiums Pantsir. 9-10. Stralauer Lieder: Quartettverein Männerchor Turnverein Gesundbrunnen Giers in einem vertraulichen Brief an den Minister die auf Reichs gesehen beruhen. Es ist das bislang beste des Inneren, daß er die Verhaltungsmaßregeln nicht billigt, Werkchen in seiner Art und spornt hoffentlich bald zu einwelche der Wirkliche Staatsrath Rostowsti behufs Uebergabe gehender, ausführlicher Bearbeitung des Arbeitsvertrages in der von Herrn Feodorom verfertigten Bomben an einige feiner jezigen Gestaltung an. Allerdings ist es eine außer Bulgaren gegeben hat. In Erwägung der Unfähig ordentlich viel Zeit raubende Arbeit, die etwa 30 verschiedenteit der Bulgaren zu wirklichem Handeln und artigen deutschen Rechtssysteme darzustellen, die das Recht des der aufmerksamen Ueberwachung der Personen der Oppositions- freien" Arbeiters in den 26 Vaterländern des" geeinten" partei durch die fürstlichen Behörden hält es der Minister des Deutschen Reichs regeln. Auch dürfte eine umfassende Arbeit Aeußeren für zweckmäßig, uns einstweilen darauf zu be- dieser Art sich auf alle Arbeitsverträge, also auch auf den Ver= schränken, den in Konstantinopel und in Belgrad trag des Seemanns, des ländlichen Arbeiters, des Gesindes, des lebenden bulgarischen Emigranten bei der Ausführung der von Kaufmanns, des geistigen Arbeiters zu erstrecken haben. Der ihnen übernommenen Aufgaben behilflich zu sein. aufklärende und agitatorische Werth solchen Werkes wäre aber Ich theile vollkommen die Auffassung Ew. Excellenz über ein erheblicher, der die Aufwendung der Mühe lohnen möchte. den jetzigen Lauf der Dinge in Bulgarien und bitte Sie Ein derartiges Werk soll von verschiedenen Seiten zur Zeit geergebenst, gnädiger Herr, den jetzt zu Ihrer Verfügung stehenden plant sein. Agenten der Staatspolizei Anweisungen nach Ihrem Ermessen zu geben. ix. Ich bitte Ew. Excellenz, die Versicherung meiner voll-" Der Sozialdemokrat", Wochenblatt der sozialdemokratischen tommenen Ergebenheit entgegenzunehmen. Chiffrirtes Telegramm des Direktors des asiatischen Departements an den kaiserlichen Geschäftsträger vom 15. September 1890.. Der Chef des Generalstabe 3 hat dem bulgarischen Emigranten, Hauptmann Metetelow, die Allerhöchste Ge nehmigung zu einem Urlaub ins Ausland erwirkt. Der Präsident des Komitees der slavischen Wohlthätigfeits Gesellschaft benachrichtigt mich, daß Hauptmann Metetelow über Bukarest nach Konstantinopel und Belgrad reist, um Personen nach Sofia zu entsenden, welche sich bereit ertlärt haben, Stambulow und seine Genossen auf dem Verschwörungswege zu beseitigen. Ich bitte Sie, wenn es angängig ist, dem Herrn Metetelow den nöthigen Schuh nicht zu versagen. Literarisdjes. 1. Rathgeber für Arbeiter im Arbeiterrecht, Braunschweig, Verlag von Günther. 50 Pfg. 2. Lipinski. Der Arbeitsvertrag. Jm Selbstverlage des Verfassers, Leipzig, Poststr. 6. 20 Pig. Der zu 1 angeführte Rathgeber" ist im Wesentlichen eine unvollständige, nicht besonders geschickte Zusammenstellung einiger Bestimmungen aus der Gewerbe Ordnung, dem Kranken-, dem Unfallversicherungs-, dem Invaliditätsgesen und dem Gewerbegerichts- Geseh. Das Büchelchen ist wesentlich Papierscheeren- Arbeit, für die Praxis taum brauchbar und trägt mit Unrecht den Titel ,, Rathgeber". Die Zusammenstellung einiger Gesetzesbestimmungen ohne Erläuterung, ohne Benuhung der Gerichtspraxis und ohne Berücksichtigung auch nur der bekanntesten in Arbeiterkreisen hervorgetretenen Zweifel ist werthlos. Partei Deutschland3( Expedition in Berlin SW., Beuthstraße 2). Zu beziehen durch alle Zeitungsspediteure. Das Abonnement beträgt durch die Post oder in Berlin durch die Beitungsspediteure pro Quartal 1,20 M., unter Kreuzband 1,80 M. Nr. 22 vom 28. Juni hat folgenden Inhalt: Wochenschau. Der Wahlsieg in Elmshorn- Pinneberg. Sterbebette. Die Frauen und das bayerische Vereinsgesetz. Auf dem Plechanow: Anarchismus und Sozialismus. 111. richten. ParteinachTodtenliste. Literatur. Geschichte des Trade Unionismus in England. 111. Der Londoner Droschkentutscher- Streit. Russische Fabritinspektion. Schlaifjer: Soziales aus Gerhart Hauptmann. Ill.( Hannele.) Lockspiyel in Buenos- Ayres. Agrarisches.- Sozial Gewerkschaftliches. Wie man uns behandelt. statistisches. Berinijchtes. Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Die y' Verlag) ist soeben das 39. Heft des 12. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Ein Extrablatt der Freude. Mann und Weib. Von Dr. Hope B. Adams- Walther. Wie in Rumänien die Bojaren und Klöster die Wälder erworben haben. Ein Beitrag zur Geschichte der ursprünglichen Akkumulation des Kapitals. Von Joan Nadejde. ( Echluß.) Die Berliner Damenmäntel Konfektion. Von Berthold Heymann. Literarische Rundschau. Notizen: Warum ist Eisen so billig?- Feuilleton: Der Talmud. Von M. Beer.( Schluß.) Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen( Stuttgart, J. H. W. Diet' Verlag) ist uns soeben die Nr. 13 des 4. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Sicherste Bürgschaft. Die Frauenarbeit in der Berliner Metallindustrie. Lasset die Kindlein zu mir kommen! Noch einmal„ reinliche Scheidung". I.- Anna Marie( Gedicht.) Von Ferdinand Freiligrath. Feuilleton: Das gute Herz der Zahlungs. fähigen". Von Alexander Kjelland. ArbeiterinnenBewegung. Kleine Nachrichten. Preis Pleschen 1250. Zur Eheschließung ist die Einwilligung Die Ehemündigkeit des männlichen Geschlechts tritt mit dem und die Ehemündigkeit der die Ehe Schließenden erforderlich. vollendeten 20., die des weiblichen Geschlechts mit dem vollendeten 16. Lebensjahre ein. Eheliche Kinder bedürfen zur Eheschließung, so lange der Sohn das 25., die Tochter das 24. Lebensjahr noch Tode des Vaters der Einwilligung der Mutter, und, so lange fie nicht vollendet hat, der Einwilligung des Vaters, und nach dem minderjährig( unter 21 Jahren) sind, auch der des Vormundes. Großjährigen Kindern steht im Falle der Versagung zur Cheschließung die Klage auf richterliche Ergänzung der Einwilligung zu. 100. Sie können Beschwerde einlegen oder Zivilflage er B. S. 100. Ist ein Miethsvertrag mit einem Miethszins über 150 M. nur mündlich geschlossen, so gilt der Vertrag nur ein Jahr. Er läuft ohne Kündigung ab; jedoch ist solche wünschenswerth. heben. M. S. Als Ehemann haben Sie ohne Weiteres das Recht, Ihre Ghefrau zu besuchen und Ihr Kind zur Erziehung an fich zu nehmen. Wenn Sie eventuell Ehescheidung wegen böslicher Verlassung in Antrag bringen wollen, so ist zunächst erforderlich, daß Sie sich an das Amtsgericht Ihres Wohnsizes mit dem Antrage auf Erlaß eines gerichtlichen Rückkehrbefehls wenden. des F. V. W. 100. Sehen Sie gefälligst die Sonntagsbeilage Vorwärts" nach. N. 100. C. B. Ihre Anfrage ist bereits in der Beilage anderem folgenden Inhalt: Die Entwickelung und der Stand des Berliner Bierboykotts. Von Richard Roesicke, Generals direktor der Schultheiß- Brauerei und Reichstags- Abgeordneter. Strafrecht und Sozialpolitit. Von Rechtsanwalt Dr. Hugo Heinemann.- Zur Frage der Prügelstrafe.- Lassen sich Grubenexplosionen verhindern? Von Dr. H. Lux. Die Immobiliarverschuldung in Baden im Jahre 1892. Realexekutionen in Desterreich. Weibliche Dienstboten in London. Der Londoner Droschkenstrike. Von Barrister Stephen N. For. Vefähigungsnachweis für Bergarbeiter. Zur Statistik der deutschen Krankenversicherung. Zur Frage der Versicherung gegen Arbeitslosigkeit und des Arbeitsnachweises in der Schweiz. Bruch mit dem Submissionswesen.- Zur Gefängnißarbeit in Preußen. Heft 8 des Volks Lexikon, herausgegeben von Emanuel Wurm; Verlag von Wörlein u. Co., Nürnberg, ist soeben erschienen und enthält folgende größere Artikel: Arbeiterschutzgesetz, Deutsches( Wortlaut des Gesetzes nebst den Anträgen der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, und Erläuterungen), Arbeiterschutz- Gesetzgebung in Finnland, A. in Frankreich, A. in Großbritannien, A. in Italien, A. in Luxemburg, A. in den Niederlanden, A. in Norwegen, 2. in Desterreich, A. in Portugal, A. in Rumänien, A. in Rußland, A. in Schweden, A. in der Schweiz.- Alle vierzehn Tage erscheint ein Heft. = Eingelaufene Druckschriften. Unter dieser Rubrik zeigen wir fämmtliche der Redaktion zugehende Wir bitten unsere Leser die Nennung der literarische Neuigkeiten an. als Empfangsbestätigung aufzufaffen. Schriften nicht als Empfehlung der Redaktion, sondern lediglich Blos über diejenigen Erscheinungen, welche im Intereffe unserer Leser oder aus politischen Gründen besprochen werden müffen, veröffentlichen wir, soweit dies der Raum unseres Blattes zuläßt, rititen. Genügt einer Berlagsbuchhandlung die Anführung der übersandten Rezensionseremplare in dieser Rubrit nicht, so bitten wir von der Zusendung der Neuerscheinungen des Verrages absehen zu wollen. Männer Chöre und Quartette. Nr. 102. Schabel: Die Fahne hoch. Partitur 20 Pf., à Stimme 10 Pf.. Nr. 103. E. Kirsch: Wandermarsch. Partitur 80 Pf., à Stimme 20 Pf. Nr. 104. E. Lier: Die Stimme der Natur, o fomunt hinaus. Wanderlied, von J. Audorf. Partitur 30 Pi. à Stimme 10 Pf. Nr. 105. Bruno Zimmer: Bergmannsloos, von May Kegel, Partitur 80 Pf., à Stimme Guttentag'iche Sammlung Deutscher Reichsgefehe. Nr. 32. 20 Pf. Dresden. Verlag Jos. Günther. Das Reichsgeset betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung vom 20. April 1892. Text Ausgabe mit Anmerkungen und Sachregister von Ludolf Parisius. Zweite verbesserte und vermehrte Auflage, Taschenformat, tartonnirt 1 M. Nr. 2. Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich. Nebst den gebräuchlichsten Reichs Straf gesehen( Post, Impfen, Presse, Personenstand, Nahrungss mittel, Kranten, Unfall, Invaliditätsversicherung und Ge werbe- Ordnung). Von Dr. H. Rüdorff, 17. Auflage von Dr. H. Appelius. Taschenformat, fartonnirt 1 M. Die Lage der industriell thätigen Arbeiterinnen in Deutschlaud. Inaugural- Dissertation von E. Joh. Herm. Kämpfe. Rudolstadt. Verlag von Herm. Dabis. Das zu 2 angeführte Werkchen von Lipinski hingegen ist zur Anschaffung zu empfehlen. Die kleine fleißige Arbeit bezweckt vor allem, ,, die Arbeiter auf ihre Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. fnapp bemessenen Rechte aufmerksam zu machen, um Prozesse zu der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen( eingetragen verhindern, und im Fall der Klage die Betroffenen in der Reichspost- Zeitungsliste für 1894 unter Nr. 2660 mit den einschlägigen Rechtsverhältnissen vertraut zu machen." beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld Das kleine Schriftchen sucht durch Beispiele und der Praxis ent- 55 P.; unter Kreuzband 85 Pf. nommene Entscheidungen den Gesetzestert zu erläutern und giebt Inseratenpreis die zweigespaltene Petitzeile 20 Pf. in geschickter Weise einige prattische Winte, um den Arbeiter Sozialpolitisches Zentralblatt, herausgegeben von Dr. Heinr. vor allzu großer Aussaugerci zu beschützen. Die Broschüre be= Braun( Carl Heymann's Verlag in Berlin, vierteljährlich schränkt sich auf Mittheilung und Besprechung der Bestimmungen, 2,50 M.). Die soeben erschienene Nummer 39 hat unter Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading Gefundheit ist Reichthum. Verzeichniß von Gesundheitsschriften auf dem Gebiete der Naturheilkunde. Von Dr. med. S. Böhm. Berlin SW., G. Schuhr, Wilhelmstr. 119/20. Uuterrichtsbriefe für das Selbstudium der Zahlen- Schnellschrift. Von J. Manninger. Berlin. Verlag von E. Päßler, Fürstenstr. 19. Brief 50 Pf. in Berlin, SW, Beuthstraße 2.