Ar. 83. 3S. Iatzrg. Bezugspreis: LierteyShrl. �b0Ml, monall. I.üvv!!. kti inS Haus, dorauSMbSar.Sinzelac Ziummern 10 Pfg, Posldejiug! Monat- lich IM) SKL Unter Kreuzband für Deultchtand und Oesterreich- Ungarn S.— Ml, fftt da! übrige Ruslond «.so Ml. monatlich,«ieriand ins Feld bei direkter Bestellung nionati. l.SVMi. Poltbesiellungen nehmen an Töne» marl. Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz, Emgetragen in die Post-iieitungs-PreiSliste. Erscheint täglich. Telegramm.«dreffe: .Sozialdemokrat Veriin�. Verllnev Volllsblnkk. ( 10 Pfennig) Anzeigenpreis: TieflebengelpalieneKolonelzellekoslei CO Psg,„Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Psg, szulössig 2 fettgedruckte Worte), ,edeS weitere Wort 10 Pfg, Stellengeinche und Schlafsielienanzeigen das orfle Wort lO Pfg,, fedeS weitere Wort 0 Pfg, Worte über lb Puchitaben lählen für zwei Worte, TeiterungSzitfchwg 20»/,. Familien- Biizeigen fto Pfg., politiiche tu geloerkichaftliche Vereins- Anzeigen 40 Pfg die Zeile, Anzetgen für die»öchite Summet mfiffeit bis 5 116* nachinitl, im Hauvigeichilsi. Berlin SW,t>8, Lindenftratze 8, ab- gegeben werden, GevffnSi»an ö Nhc ftüh bis 7 ithr abends. Zcntratorgan der roziatdemobrattfehen Partei Deutfchlands. RcdoPtlon: Slv. 68, Linösnstraße 3. Ferttittrcdter: Amt Morttivla«. 92t. Iftl 90—151»7. Sonntag, de« Ä4 März IV €xped$tion: GW. 68, Linüenstraye 5. -bernivreckier- Ami Vkoriaviatt,?ir. 15190—15197. 'JDMl 1. ww»»: ,!.HBÜB Crfter erfolg des deutle Die Große Schlacht in Frankreich Berlin, ÄS. März, abends.(Amtlich.) Der erste Teil der Groheu Echlacht in Arank- reich ist beendet. Wir haben die Schlacht bei Monchy-Cambrai-St. Qucntin-La Aere gewonnen. Ein erheblicher Teil des englischen Heeres ist geschlagen. Wir kämpfen etwa in der Linie nordöstlich von Bapaume-Peronnc-Ham. Berlin, LZ. MSrz. sW. T. B.) Ucber den ersten erfolg- reichen Großkampftag der deuischen Offensive gegen die englifchr Front wird berichtet: Der Nachlhimmel rötet sich flammend vom Mündungsfener tanscnder deutscher Gcjchüye. Ter EnglSadrr antwortet nur schwach. GaSwoitcn, die sich auf seine Baltericn senken, kun ihre Schuldigkeit. Um 8.40 Uhr fallen die Mincnwrrscr ein, eine Stunde spöler beginnt der Sturm. Die Stimmung ist wild entschlvffen. Die Infanterie tritt an. Ueberall kommt sie a«S den Gräben. Die ersten Welle» haben kanm Bcrlustc. Um tl Uhr ist die Linie Hargiconrt— Pontru erreicht. Die Lust ist dick von siiebel, untermischt mit Geschoßrauch und GaS- schwadrn. Die englische Abwehr verstärkt sich. Gegenangriffe werden angrjrpt, Tanks kommen hcrangeraffrlt. Man sieht stellenweise keine zehn Schritt weit, aber der deutfchc Angriff geht weiter. Die englische Artillerir-Zchuystcllung wird an zahlreichen Stellea über- schritten. Im Ronssoywaldr werden vier Batterien geuemmen. Gegen Mittag weicht der Nebel. Die Lnst schwirr« von Fliegern. Die ersten rnglijchcn Gefangenen kommen nach rückwärts. Erst kleine Trupps, dann immer mehr. Bleich, erfchöpft, grdrocheu, berichten sie: Das deutsche Trommelfeuer hat verheerend gewirkt, dir Gräben find voll Toter. In den Artilleriestellungen liegt dir Bedienung vergast über den Geschützen, Die Engländer habe» den Angriff an dieser Stelle nicht erwerlet. Zum miiidcstrn rechneten fie mit einem späteren Zeltpuntt. Dir"tebrrraschuug ist volllommen gelungen, Berlin,!:!. März. Auch der zweite Tag begann mit dichtem Nebel. Dein undnrchdrjnglicher Schleier begünstigte den englischen Rückzug. Die deutsche Angriffsartillcrie, die nachts über die Trichterzone gebracht worden war, hatte zunächst keine Ziele. Tie Einschläge schwerer engliickier Kaliber sperrten die wenigen festen DSn.me durch da» Tchlammfeld. Aber deutsche Frldbatterien jagten im Galopp zwischen den Manchtürmen hin- durch. So konnte der Jnfantrricangriff dennoch aus nächster Nähr «nterstüht werden. Um 7 Uhr begann daS Wirkungsschieften gegen die zweite britische Stellung. Noch keine Stunde später waren die sie schützenden dreifachen Drahtverhaue durchschnitten.... Ter Nebel hält den Bormittag über an. Tie Infanterie stürmt weiter i» d«» Dunstmerr hinein. Ihr»ach jagt in unablässiger Ber- folgung die Artillerie. Mittags haben vorgeschobene Kom- Pagnicn bereits Roisel erreicht. Um den Bahnhof wird hart ge- kämpft. Zahlreiche Geschütze werden hier erbeutet. Zur gleichen Zeit halten sich englische Rbtrilungr» noch ans den Höhen südlich Templeux. Ihr Maschinengcwehrfeucr fällt dem deutschen Anmarsch in die Flanke. Aber nicht lange. Bor den, die Hügelketten über- flutenden Sturmwellcn heben sich schon die englische» Arme. Dichte Gefangenenscharen strömen rückwärts. Tie den Dunst durchbrechende Sonne steht ans den weiten Hängen, die seit veiif Rückzug In die Girgsriedstellnng kein Korn mehr trugen, überall deutsche Sturmwellen. Aus den Straßen folgen feldgrau» Schlangen von Reserven und Kolonnen. Der zähe Feind weicht in seine dritte Stellung zurürk. Nördlich de» Coloane-Baches werden ihre Drahtverhane noch vor Einbruch der Nacht von den vor- derste« Abteilungen erreicht. verli«, 23. März.(©. T. 9.) Vritisckie Kampfberichte behaupten außerordentliche schwere? e r l u st r der angreisenden deutschrn Truppen. Die» entspricht nicht den Tatsachen. Unsere Berlustc sind trotz de» Erreickttr» erfreulich gering. Zur Offensive an der Westfront schreibt der militätische Mit« aibeiter der»Neuen preuß. Korrespondenz": Noch nie im verlause diese« Kriege«, geschweige denn in irgend einem Kriege der Welt« geschickte überhaupt haben sich so ungeheure Menschenmasien mit dem Schwert in der Hand gegenübergestanden. Sind die Angaben der Enient'presie richlig. dann sind auf setlen unserer Feinde außer einer Manövrieiarmee mit 20— Sg Dioisionen tOO— 170 Di» Visionen an der im ganze» 650 Kilometer messenden Front von der Nordsee vi« zur Schweiz aufgeboten, nach allgemeiner Berechnung wären das 8'/,— 4 Millionen Mann. Hmdenburg aber hat gesagt, daß wir dem- Feinde an Mannschasten. Maieriol Luslstreitkräften usw. überlegen seien. Das würde aber bedeuien, daß die Zahl aller Streiter an der Wostiront, hüben und drüben zusammengerechnet, 8—10 Millionen Mann beträgt. Eine Menschenmass«, deren Ungeheuerlichkeit emem klar wird, wenn man bedenkl, daß da« gesamte Belgien vor dem Kriege nicht mehr al« etwa 7 Millionen Einwohner zählte. Der erste Erfolg der am 21. März begonnenen drutscheu Offen. pve, die bereit» am erste» Tage die dritte und fünfte englische Die deutsche Zturmschlucht bei Arras, Cambrai und St. O-ucntin— Durch« siö e bis zur dritte» feindlichen Stellung — Uebergang über die Life— Beute: 25 000 Gefangene, 400 Geschütze, 300 Maschinengewehre— Verlängerung der Waffenruhe mit Numänien. Amtlich. GroyeS Honptenartier. 33. März >918.(®. T.».) Westlicher Kriegsschauplatz. Unter Führung Seiner Majestät des Kaisers und Königs ist dir Angriffs>chlacht gegen die englische Front bei Areas, Cambrai und St. Ouentin seit zwei Tage» im Gange Auch gestern wurden gute Fortschritte gemacht. Divisionen der Herresgrupv» Kronprinz Rovvrecht. erstürmten die Höhen nördlich und nordwestlich von C r» i» s i l l e s. Zwischen Fontaine les Croisillc« und MocuvrrS drangen fie in die zweite feindliche Stellung ein und nahmen die in ihr gelegenen Dörfer Baulx Braue ourt und Mor» ch i e S. Starte euglische Gegenangriffe scheiterten. Zwischen Gonnelieu und den O m i g n o n- Vach wurden öie ersten briden Stellungen de» Feindes durchstoßen. Dir Höhr» westlich von Gouzraueourt. Heudieort und BillerS-Faueon wurden genommen, im Tale de« Cologne- Bache« Roisel und Marquaixe erstürmt. Erbittert war der Kampf um die Höhen»»>, E p e h y. Bon Norden und Süden umiaßt, mußte der Feind sie unserr» Truppen überlassen. Zwischen Epchy und Roisel versuchte der Engländer vergeblich, in starken Gegenangriffen unsere siegreich vordringenden Truppen zum Halten zu bringe«. Sie«arten ihn überall uuter den schwersten Berlusten zurück. Die Höhe» nördlich von Ber- m a» d wurden erstürmt. Wir stehen vor der dritten feindliche» Stellung. Unter der Einwirkung dieser Erfolge räumte der Feind seine Stelluiigen im Bogen südwestlich von Cambrai. Wir sind ihm Über Demicourt, FleSquieres und R i d e« conrt gefolgt. Zwischen Omigniu-Sach nnd der Somme haben sich Korps der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz nach Eroberung der ersten feindlichen Stellungen de« Weg durch den H o l n o n> Wald und über die Höhen von S a v p und R o u p h erkämpft und dringe» in die dritte seindliche Stellung ein. Südlich der Somme durchbrachen Diviflonea die feindlichen Linien und warfen den Feind in unaufhaltsamem Bordringen über de» Crozat- Kanal nach Westen zurück. Jäger- Bataillone erzwangen den Urbrrgang über die Ois« west- lich von L a F ö r e. Im Bercin mit den rhnen nachfolgenden Divistonen stürmten sie die mit den ständigen Werken von La Fbre gekrönten Höhe« nordwestlich der Stadt. An Beute haben bisher gemeldet: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht: 15 000 Gefangene, 250 Geschütze, Heeresgruppe Deutscher Kronprinz: 10 000 Kefaugrnr, 1.50 Geschütze, 300 Maschmengewehre.__ An der Übrigen Westfront dauerten die Artillerirkämpfe zwischen Ltzs und La Bassäe-Kanal, beiderseits von Reims»de Berdun nnd in Lotheingen fort. Osten. Infolge der durch Neubildung des rumänischen Ministeriums hervorgerufenen Verzögerung der Verhandlungen wurde die Waffeuruhe«itRumänien nm drei Tag»»er- l ä« g e r t. Der Erste Generalquartirrmeister. Ludendorff. Der österreichische Bericht. Wien, 23. März 1918. Amtlich wird»erlautbart: Im W r st e n wurde ein großer Erfolg errungen. An den übrigen Fronten nicht« Neues. Der Chef des GrneralstabeS. Armee au« ihren stark ausgebauten Stellungen warf, weckt die Erinnerung an die Cambraischlacht im November 1817. Dem an gabl vielfach überlegenen Gegner gelang e« am 20. No- vember in überraschendem Angriff unter Einsatz von mehr als 300 Tank« die deutsche Front in einer Breite von 15 Kilometern zntilckzudrßcken. Mm L2. November, dem dritten Tage ihier Offensive, ineideten die Engländer 5000 Gefangene.„Tailh Throniele� stellte de« Zusammenbruch der elastischen Berteidigung Hindenburg» fest. Daß der englische Ansangserfolg bereit« Aufong Dezember i» eiu« Niederlag» verwandelt wurde, ist bekannt. Thomas unö Mistral gegen öen„vorwärts". An dem Tag. an dem ini Westen die ungeheure Scfilackit entbrannte, kamen die beiden Nummern der„Humanit�" vom 16. und 17. März in unsere Hände, worin siä> Mbert T l, o m o s von der Mehrheit und M i st r a l von der Minder- heit mit dem Artikel des„Vorwärts" vom 28. Fcbrnar über die„Interalliierten Sozialisten" auseinandergehen. In diesem Artikel war ausgeführt, daß es sich heute nicht darum hau- delt, sich auf ein ideales Friedenöprogramm zu einigen, sondern darum, einen Weg zu suchen, der so rasch als möglich aus dem Krieg in den Frieden hinüberführt. Durch das Suchen nach idealen Üöiungen dürste der Frieden nicht vor- zögert werden, man müsse mit den gegebenen Tatsachen rechnen. Und weiter wurde dann dargelegt, daß bei dem gegenwärtigen Stand dm Dinge ein Frieden, der den Statusqno im Westen zuungunsten Deutschlands der- ändere, eine Unniöglichkeit sei. Thomas sieht in diesem Artikel einen Verzicht auf den Kampf um sozialistische Ideale. Darauf antworten wir, das; wir deutschen Sozialdemokraten diesen Kainvf niemals auf- geben werven» dost wir aber nicht einer Ueberschätzuna der für den Augenblick gegebenen Erfolgmöglichkeiten verfallen wollen. Dir deutsche Sozialdemokratie, meint Thomas, ge- stehe ihre Ohnmacht. Nein, das tut sie nicht, aber sie kennt die Grenzen ihrer Macht. Die sozialdemokratische Reichstags- frgktion bildet nach dem Abfall der Unabhängigen nicht viel mehr als ein Fünftel des ReickMags, und sie ist nicht ohne weiteres imstande, den Gong der deiitschen Politik nach ihren Mealen zu lenken. Hatte sie das nicht gewußt, so hätte der Friede» von Brest-Litowsk es sie gelehrt. Aver trotzdem ist mr Einfluß vielleicht doch nicht geringer als jener der fran« zösischen Sozialisten unter der Regierung Clemenceau?? Im Frieden haben wir oft den Fehler begangen, die Tinge so zu sehen, als ob wir Sozialisten allein aus der Welt wären. Von diese? Vorstellung hätte uns der Krieg heilen können. Thomas tut aber noch immer so. als hätten die französischen Sozialisten das Staatsruder in der Hand und als hinge es nur von ihren: und de», guten Willen der dent- schen Sozialdemokratie ab, die Garantien des künftigen Weltfriedens zu bestimmen. Wir hatten gesagt, daß ein Frieden, der dm Statusguo znllngunsten Deutschlands ändert, weder durch einen Sozia- Ilsteiikongreß noch durch eilte Tiplomateiikonferenz. sondern nur durch einen militärischen Sieg der Entente herbeigeführt werden könnte. Thomas antwortet: Wenn c« aus deutscher Seite kein Verständnis, keine Einsicht in die Bedingungen eines demokratischen Friedens gibt, dami kann es für die Völker der Entente kein« Sicherheit geben al« durch den militärischen Sieg. Daß die Enteute den militärischen Sieg sucht, ist kein Geheimnis. Auch eiil anderer Artikel des„Vorwärts" und eine andere Antwort von Thomas würde daran nichts Wcsent- liches geändert haben. Aber wird sie ihn finden? Und gesetzt den Fall, sie fände ihn, looher nimmt Thomas die Ge- wtßhett. daß datmrch das Zdeal deZ oemokrattschm Friedens verwirklicht würde? Wir fürchten, dies würde erst mht ein Frieden werden, gegen den der mit Rußland geschlossene noch immer der reine Verständiguugssriedcn ist. Welche Garantien bietet un? denn Thomas? Er ist ja sehr gnädig, er will im Fall des Sieges nur Elfaß-Loth« ringen nehmen, daK behalten zu wollen nack, feiner Meinung von den deutschen Sozialdemokraten ein Verrat ist. Aber bürgt er uns dafür, daß es bei Eliatz-Üwthringen bleibt? Wo ist die Macht der französischen Sozialisten, die nnS das verbürgen kann? M i st r a l, der am Tage darauf die Polemik gegen den „Vorwärts" fortsetzt, ist vorsichtig genug, zu bekennen: Mr vernsinen durchaus nicht die Schwierigkeiten, denen die deutschen Sozialisten gegenüberstehen. Diese Schwierigkeiten wären in Frankreich nicht>eringer, wenn die Lage iitngetrhrt wäre. Der Chauvinismus ist in allen Ländern derselbe. Der Siegesrausch trübt überall den gesunden Menschenverstand und den klaren B l ick. „Ist daß aber," so fährt er fort,„ein Grund für den Sozialismus, vor dein Kriegswahnsinn abzudanken und sich nicht viel mehr in den Kamps zu stürzen, um diese Strömung zu überwinden, Front zu machen gegen Gewalt und Ver- blendung?" Darauf können wir nur wiederimi antworten: „Die deutsche Sozialdemokratie tut im Kampf gegen Gewalt und Verblendung alles, was sie tun kann, ohne der Gewalt und Verblendmig von der anderen Seite die Bahn zu öffnen. Mistral glaubt nicht an eine nahe Entscheidung durch die Waffen, er steht nichts als eine Verewigung des Krieges. tocmt nicht die Verständigung der S o z i n l i st e n den Frieden bringt. Das war so ziemlich die allgenwinc Stimmung in: Sommer von Stockholm. Heute aber vor sichern die Machthaber hüben und drüben, daß wir nunmehr in die„lebte Viertelstunde des Krieges" eingetreten seien und die stets bofsnungssreudige Welt glaubt ihnen. Wäre ibr abermals eine Enttäuschimg beschert und würden sich die Voraussetzungen Mistrals als richtig erweisen, dann würden auch die Aussichten der Sozialisten als Friedensvermittler wieder steigen. Im Augenblick reden die Kanonen, und es sehlt uns leioer die Mackit, etwas daran zu ändern. Wir haben zu den Franzosen mit voller Aufrichtig k e i t gebrochen. Mit Redemsarteu zu glänzen, die unsere guten Absichten in ljettes Sicht rücken, wäre uns nicht schwer gefallen. Wir haben eS vorgezogen, die Dinge so Zu schit der», wie sie sind. Wir Soziiilisien müssen uns darüber klar sein, daß wir ans beiden Seiten immer nur Teile des Volkswillens darstellen und daß die Größe unseres Ein- slusses mit den Kriegstatsachen mitschwingt. Tie Schwierig keit wird dadurch vermehrt, daß wir weder hüben noch drüben durch die Niederlage des eigenen Sandes zur Macht gelangen wollen, und daß wir auch nicht den Erfolg, den wir dem eigenen Lande gvimen, dosieren können wie der Arzt die Medizin. Hentc wissen wir auch ganz genau, daß im Fall eines vollständigen Sieges der Entente von Deutschland nicht allzn viel übrig geblieben wäre, und wir sind durchaus nicht ganz sicher, ob die Ententesozialisten einem gegen Deutschland ge richteten Zerstückelungsfrieden einen so zähen Widerstand entgegengesetzt hätten, wie wir es allen anncrio nistischen Be- strebuilgeu gegenüber getan haben lind noch tun. Wir wissen auch, daß ein deutscher Sieg im Westen die Wunsche nach Flandern. Songwy und Brich und vielleicht einigem anderen mehr noch schärfer hervortreten lassen wird. Wünsche, die wir aus daö allerentschiedenste bekämpfen. Aber wer von uns vermag zu sagen, wie groß der muinttelbare Erfolg unserer Bestrebungen und was überhaupt das Ende dieses Welt ringens sein wird? Was wir den Sozialisten des Auslands vorschlagen, das ist. daß nur einander nicht mit Redensarten trunken machen, sondern unsere Macht auf das Mögliche konzentrieren sollen. Und da müssen wir uns vor allem darüber klar sein: es geht nicht, daß man von einem Staat, der nicht geschlagen ist, verlangt, er solle sich eines Teils seines Gebietes ent äußern. Das heißt natürlich, verlangen kann man es schon, lnan darf nur nicht glauben, daß diese Forderung anders be- friedigt werden kann als durch den Verzicht ans den Frieden und die Fortsetzung des Krieges. Und danim wird Elsaß-Lothrmgen nach allen bisherigen Erfahrungen deutsch bl e i b e n. Wenn zugleich was rran- zösisch ist, französisch, was belgisch ist, belgisch bleibt, so sehen w i r für einen Völkerbund zum Schutz des Friedens kein Hindernis. Er wird kaum'ofort als reife Frucht vom Baum des Weltkriegs fallen, aber er kann werden unter der Nachivirklmg der furchtbaren Erfahrungen des Krieges, unter dem Druck nnanzieller Schwierigkeiten, die das Wisderanf- rüsten verbieten, und vor allem durch den Fortschritt der Demokratie und des Sozialismus in allen Ländern. Hätten sich die Ententissozialisten mit uns auf dieser Sims einigen wollen, so wäre unsere Stellung im eigenen Lande als Vertreter des Veritändignngsfriedens und als Gegner des Gewaltsriedens stärker. Leider bat unsere Po- litik bei den Sozialisten der fiwmden Länder wenig Verständnis und noch weniger Unterstütznug gefunden. Dieses Verständnis zu wecken imd unfern Standpunkt gegen alle lddeisschasnichen Midenprilche zu vetfeelsten, ist nicht der unwichtigste Teil unsere? schwierigen Aufgabe. -»» {Tanitlle Hub 5 man? legte, wie Reuter berichtet, in einer llnierrehung den für die Aussü ürwr.ci der Politik der internatio- n m'- n"irbeckerliasse anzenommeneu Plan dar. Der erste Schritt, sagte er, wird darin bestehen, den amerikanischen Arbeitern eine deuniche Erklärung der Politik der Alliierten zu geben, um ihnen zi:'zaixen. daß sie im wesentlichen mit Wilsons Politik über- euljiimuu. Inzwischen wird die Denkschrift der Alliier- te n über d i e K r i cg s zäe le an die dentsdtzm. österreichischen, ungarischen und bulgarischen Sozialisten durch Vermittlung der so stalisii scheu Parteien in den neutralen Ländern gesendet werden. Sikim sicti, wie c? Huysmans für wahrscheinlich halte, die sozia- Guichci Verbände in den feindlichen Ländern auf eine gemein- saure Politik einigen oder eine gelrennte Erklärung auf der Linie der Deickschnft der Alliierten abgeben, eine Erklärung, die gewisse llebereiniiimmuiigen zeige, werde der Vorschlag für einen allge- »icinrn Sonalistentongreh vcrivirklicht werden. Alle Parteien wer- den vertreten sein uns niemand wünsche, daß irgend eine Gruppe aut geschlossen werde. WaS den Ort anlangt, so sind die Toz-a- l>s:c-:i der Ententestaateii für die Schweiz. Von La§ere bis CroiMes. Englischer Heeresbericht vom 21. März abends. Gegen 8 UKr beute früh wurde nach heftigem Gcschützieuer von beiden Seiten mit Sprenggranaten und Gasgranaten auf unsere vorderen Slellnngen und weiter znriickgelegenen Räume ein mächtiger Jnsanterieangriff durch den Feind ausgeführt, auf einer Front von über 5tZ Meilen Ausdehnung, vom Oise-Fluß in der Gegend von La Fsre bis zum Sensee-Fluß bei CroisilleS. Feindliche Rrtillericdemonftrntioneil fanden auf einer ausgedebnten Front statt nördlich des La Basfse-KanalS und im Abschnilt von Ss V: r n. Der Bngriss, von dein bereits feit einiger Zeit bekannt war, daß er sich in Porbereitung befinde, wurde mit größter Vrait »nd Entschlossenheit während deS ganzen Tages durchgeführt. Im Lauie des Kampfes brach der Feind durch unsere Vor- p o st e n st e l t ti n g e n hindurch und eS gelang ihm. in unsere Kampsstellungen an gewissen Teilen der Front ein- zubrechen. Die Angriffe wurden in breiten Massen ausgeführt imd kamen den beteiligten feindlichen Truppen, welche anßerordenil'che schwere Verluste halten, teuer zu stehen. Schweres Ringen dauert au der ganzen Front an. Starke Massen feindlicher VerstärkungSiiuppeir wurden während des Tage? beobachtet, wie sie sich Himer den feindlichen Linien vorwärts bewegten. Verschiedene feindliche Divifionen, welche für diesen großen Angriff besonder« ausgebildet worden waren, wurden bereits festgestellt, darunter Einheiten der Garde. Erbeutete Landkarten, auf welchen die Pläne des Feindes eingezeichnet waren, lassen er- kennen, daß er an leiner Stelle der langen AngnffSsront seine Ziele erreicht hat. Englischer Heeresbericht vom 2 2. März morgens. Der Kampf dauerte in der letzten Nacht bis zur späten Stunde auf»er ganze» Front zwischen Oise und dem Senseesluß an. Unsere Truppen halten dem Feind« in ihren Kampfstellungen stand. Pei den gestrigen Angriffen bot die dichigeballie feindliche Jnfan- lcrie unserem Gewehrfeuer, den Maschinengewehren und der Ar- tillerie ein gutes Ziel, woraus unsere Truppen großen Vorteil zogen. Alle Berichte melden außerordentlich schwere Verluste deS Feindes. Heute früh entwickelten sich noch keine ernsten Kämpfe, es werden jedoch schwere Kämpfe erwartet. Anmerkung von W. T. B.: Wir verweisen gegenüber der obigen Darstellung auf die Angaben unserer gestrigen Berichic, insbesondere daraus, daß die dculschen Verluste überraschend ge- ring sind. Englischer Heeresbericht vom 22. März abends. Heute morgen nahm der Feind seine Angriffe tu großer Stärke nahezu auf der ganzen Schlachtlinie wieder auf. Der heftige Komps irnd ia«nserer Schlachtftellung statt und dauert noch an. Der Feind hat an bestimmten Punkten einige Fortschritte gemacht: an anderen wurden seine Truppen durch unsere Gegenangriffe zurückgeworfen. Unsere V e r- l u st e waren unvermeidlich beträchtlich. doch nicht außer Verhältnis zu der Größe der Schlacht. Nach den Berichten von allen Teilen der Schlachtfront sind die Verluste des Feindes andauernd sehr schwer; sein Vordringen erfolgte überall unter großen Opfern. Unsere Truppen kämpfen mit der größten Tapferkeit. Wo alle Nangklaffen und Einheiten jeder Waffengattung sich so lüchtig gezeigt haben, ist es in diesem Stande der Schlacht schwierig. Einzelfälle hervorzuheben. Ungewöhnliche Tapferkeit zeigten jedoch die Truppen der 24. Diviston durch zähe Verteidi- ginig von Zeveranier mrd die 3. Division, die unsere Stellung bei CroisiUes und nördlich von diesem Ort gegen wiederholte Angriffe behauptete. Sehr tapfer kämpfte auch die 51. Divifion an der Straße Bapanine— Eamörai gegen wiederholie Angriffe. Feststellungen im Laufe der Schlacht ergaben, daß der feindliche Angriff von etwa 40 deutschen Divi- ionen eröffnet und durch zahlreiche Artillerie, die durch österreichische Batterien verstärkt war, unterstützt wurde. V e r- chiedene andere deutsche Divisionen haben seit- d e m an den Käpipfen teilgenommen und weitere treffen auf dem Kampfgelände ein. Weitere Kämpfe sehr schwerer Natur stehen bevor. Französischer Heeresbericht vom 22. März nach- millagS. Die Franzosen wiesen starke deuiiche Handstreiche südlich von Juvincourt i» den Abschnitte» von Godat lk) nördlich von Eourcy und nördlich der Atsne ab. An diejen beiden letzten Punkten wurden feindliche Abieilungen durch vor- gerückte französische Truppen nach lebhaftem Kampf, der den Deutschen empfindliche Verluste kostete, zurückgeworfen. Auch in der Champagne scheiterte ein deutscher AngriffSversuch West- lich des Cornillet- BergeS. Ziemlich lebhafte Artillerie- ätigkeit in der Gegend der Berge, an einigen Punkten deS rechten Riaasufer« und der Wovvre. Französischer Heeresbericht vom 22. März abends. Ziemlich mniangreiche Täligkeit der Artillerie am Vormittage und hcitigere am Nachnuilage, besonders an verichiedenen Punkten nördlich des DanienwegeS. bei Courcy und La Pom- pelle und in der C h a m p a g n e. Südlich von Moronvillers blieben drei feindliche Handstreiche nördlich von Souain und östlich vom Moni Teton ergebnislos. Vom übrigen Teile der Front ist nicht? zu melden.____ Die Sefthlagnahme öer hsllänöischen Schiffe. Stockholm, 23. März. lEig. Tratztbericht des„Vorwärts".) Sozialdemokraten" schreibt: Niemand könne verkennen, dag die Verwirklichung der Trohung gegen Holland einen schweren Schlag für die internationale Welt bedeute und die Aussichten für die kleinen Staaten vermindern sich mit bewahrter Selb- 'tundigkeit durch die Pressionen auf die Neutrale durchzulotsen. Man dürfe hoffen, daß die Entente berücksichtigen werde, daß Hol- land duS Toniragcabkomme» infolge der Drohungen Deutschlands zurückwies. Jedenfalls fei das Entcntcvorgchcn, wenngleich durch denffchc KriegSmethoden und Drohungen hervorgerufen, eine grobe Kränkung des Rechts der Neutralen, welche das von den Verbündeten im Kampf gegen den deutschen Mili- tarismus angerufene Ideal schwer kompromittiere. Der Artikel offenbart die durch den Hollandfall geschaffene Erschwerung er politischen Propaganda für die Ententevor- chlägr an Schweden. Daß die amerikaniscke Beschlagnakime der holländischen Schiffe nicht nur deshalb schließlich übers Knie gebrochen wurde, mu Lebensmittel nach den europäischen Westländern zu überführen, wird offen genug in einer Meldung des Reuterschen Bureaus vom 21. März ausgesprochen. Danach verlautet in New Nork, daß die Regierung die Absicht hat, die gestern beschlagnahmten niederländischen Schiffe zu be- 'lv g f s n e n und s o r a s ch w i e m ö g l i ch i n d e n t r a n s- atlantischen Dienst einzustellen. Sie sollen Haupt- sächlich für den Transport von Lebensmitteln nach den olli- leisten Ländern verwendet werden. Einige Schisse sollen auch für den T r n p p e n t r a n s p o r t bestimmt werden. Der Pferdefuß wird also offen vorgestreckt. Bei den „einigen" Schiffen bleibts natürlich nicht. Dem Gewaltstreich folgen nunmehr Mitteilungen, die den abscheulichen Geschmack der Pille abmildern sollen. Ein Rotterdamer Blatt erfährt von gut unterrichteter Seite, Prä- sident Wilson habe in einer ergänzenden Erklä- r u n g seiner Verwunderung Ausdruck gegeben, daß ein Teil der niederländischen Presse die Vorstellung verbreitet habe, daß die Vereinigten Staaten die niederländischen Schiffe zu konfiszieren beabsichtigten. Davon sei natürlich nicht die Rede. Man habe keinen Augenblick an mebr gedacht, als an eine zeitweiligeBenntzung. dienichtlänger dauern solle, als die Notwendigkeit es er- fordere, und keinesfalls auch nur einen Tag länger, als der Kriegszustand. Außerdem bat der Präsident erklärt, daß die amerikanische Regierung den niederländischen Schiffs- offizieren und Besatzungen, die nicht angemustert haben, allen ihre Löhnung bezahlen wird, bis sie eine gute Gelegenheit zur Rückkehr nach Holland finden. Diese Versicherungen Wilsons erinnern an den Henker, der von seinem Opfer ein freundliches Gesicht verlangte, weil er ihm die Würgschnnr mit artigen Versprechungen für später um den Hals zusam- menzog. Auf die Stimmung der holländischen Reeder sucht man mit dem Dollar, den das Kapitalistenherz zu schätzen weiß, einzuwirken. Ans Reederkreisen erfährt der„Nieuwe Rotier- damiche Conrant", daß die alliierten Regierungen für die Benutzung der reguirierten niederländischen Schiffe stlZ Schilling pro Tonne und Monat bezahlen. Für den V e r l ii st e i n e s S ch i f f e s werden 250 Dollar für die Tonne vergütet werden. Die Alliierten sind also bereit, wabre Berge von silbernen Kugeln in diesen Teil des Kriegs- geschäfts einzuschießen. Die Völkerliga zur wirtschaftlichen Isolierung Teutschlands. Washington, 22. März.(Reutet.) Senator Owen schlug dem Senat vor, eine Liga von Nationen zu gründen, welche die Bereinigten Staaten und die Alliierten umfaßt; die Liga soll ein Gesetz luteruatioualer Grundsätze ausstellen. Die t e u t o n:- schen Nationen und ihre Verbündeten sollen von der Liga ferngehalten werden, es sei denn, daß sie deren Grundsätze unterschrieben und die dsutliche Absicht zeigten, sich nach Recht und Gerechtigkeit in ihren Handlungen zu richten. Falls die Teutonen sich weigern würden, soll die Liga die wirtschaftliche Jso- lierung Deutschlands herbeiführen, wodurch Deutschland auf fünf Jahre zur Unterwerfung unter folgende Maßnahmen gezwungen werden soll: Verweigerung der Erlaubnis, alliierte Häfen anzu» lcnifeu, direktes Einfuhr- und Ausfuhrberbot von Handelswaren oder Rohmaterial aus oder nach den alliierten Ländern, Verbot von Ausfuhr von gemünztem Golde, Barren, Papiergeld oder Effekten. Aufhebung des telephonischeii, telegraphischen und Posta- lischen Verkehrs zwischen Deutschland und den anderen Ländern, Verbot des Betretens der alliierten Länder durch deutsche Unter- tanen. Der Senator schlug fexner vor, daß für jeden Monat, den Deutschland die Anerkennung der Grundsätze verweigern würde, ein Jahr wirtschaftlichen Boykotts hinzugefügt werden sollte. Amsterdam, 28. März. Nach einer Reutermelbung sind den H a f e n b e h ö r d e n dringende Anweisungen übersandt für die Uebernahme der holländischen Schiffe. In den Jdäsen des Vereinigten Königreiches lägen etwa 20 bis 2ö Schisse mit einer Gesamttonnage von ungefähr 30 0lK) Tonnen. Tie Behörden sollen aus die begreifliche Empfindlichkeit der Niederländer möglichst Rücksicht nehmen. Wenn Offiziere oder Mannschaften die Rückkehr verlangten, sollte alles getan werden, ihre Heim- kehr so schleunig und bequem wie möglich n die Wege zu leiten.__ Dsutjchlanös Anerkennung öer Unab- hängigkeit Litauens. Berlin, 23. März. Eine Abordnung deS l i t a n i. schen L a n d e s r a t s, ist beute beim Reichskanzler erschienen, um namens des litauischen Volkes die Anerkennung der Selbständigkeit des litauischen Staates von der deutschen Regierung zu erbitten. Der Abordnung ist vom Herrn Reichs- kanzler folgende Antwort erteilt worden: „Im Namen und auf Befehl Seiner Majestät des Kaisers als des völkerrechtlichen Vertreters des Deutschen Reichs habe ich Ihnen folgendes zu erklären: Nachdem der litauische Landesrat als die aner- kannte Vertretung des litauischen Volkes am 11. Dezember 1017 die Wiedererrichtung Litauens als eines u n- abhängigen, mit dem Deutschen Reich durch ein ewige« festes Bundesberhältnis und durch Ko-nven» tioneu vornehmlich auf dem Gebiet des Militär-, des Verkehrs-, de« Zoll- und des Münzwesens berbnndenon Staates verkündet und zur Wiedererrichtung dieses Staates den Schutz und die Hilfe des Deutschen Reichs erbeten hat, nachdem ferner nunmehr die bisherigen staatlichen Verbindungen Litauens gelöst sind, wird Litauen hiermit auf der Grundlage der genannten Erklärung des litauischen Laridesrats vom 11. Dezember 1917 namens des Deutschen Reichs als ein freier und unabhängiger Staat anerkannt. Das Denliche Reich ist bereit, dem litauischen Staat den erveleneit Schutz und Beistand bei seiner Wiederaus. richtuiig zu gewähren und wird im Benehmen mit Vertretern der Bevölkerung Litauens die dazu erforderlichen Maßnahmen treffen. Auch wird wegen der Fe st legung des Bundesver- h ä l t n> s s e s zum Deutschen Reich und der für sei:« Gestaltung vorgesehenen und erforderlichen Konventionen das Weitere veranlaßt werden. Die Kaiserlich Deutsche gierung geht dabei von der Voraussetzung aus, daß die abzu- schließen oen Konventionen den Interessen des Deutschen Reiches ebenso Rechnung tragen werden wie den litauischen, und daß Litauen an den Kriegslasten Deutschlands, die auch seiner Be.- freiung dienen, teilnehmen wird. Eine formelle Urkunde Über die Anerkennung wird dem Landesrat noch zugehen" Der in der Antwort genannte Beschluß des l i t a u i. scheu L a n d e 3 r a t s vom 11. Dezember 1917 lautet folgendermaßen: � � „Ter litauische Landesrat, von den Litauern des �n- und Auslandes als einzige bevollmäcktigte Vertretung des litauischen Volkes anerkannt, proklamier: auf Grund des anerkannten Selbstbestimimtngsreehis der Völker und dos Beschlusses der in Wilna vom 13. bis 23. September 1017 abgehaltenen litauische» Nr. SZ ♦ 35. Iahrgaag 1. Heilage ües vorwärts Sonntag. 24. Marz 141 S Mieterelenö in Groß-öerlin. .Man laiin init ciner Wohnung«inen Menschen ginau so gul töten> wie init einer Äxk." Margarete Macinillan prägte dos aus- schreckende Wort. Werner Hegemann, einer der tübnsten und geistvollsten Äüpse au? dem Gebiete der Städtebau- und Wohnungs- resorm, sagt dazu:„Eine Axt ist eine gum Widerstande aufreizende oder eine plötzlich erlösende Waffe; eine schlechte Wohnung ist ein schleichendes, verruchtes Gift, das. bevor es tötet, seine Opfer lang« sam betäubt, aus Menschen zu Tieren und aus Tieren zu bleich vegetierenden, schädlichen Schattenpflanzcn herabdrückt. Der Schrei der Empörung, der Warnungsschrei gegen dieses, den unseligen Brüdern gereichte Bist inust von den Lippen der Menschen kommen, die noch nicht infizlert find." Wie groß ist die Zahl dieser.unseligm Brüder' allein in Grost-Betlin? Der PropagandaauSschul!„Für Grost-Berlin' schrieb tlllZ— im Geburtsjahre deS Zweckverbandes Grotz-Berlin— das; in Grost- Berlin COOOOO Menschen in Wohnungen Hausen, wo jedes Zimmer mit fünf oder mehr Personen belegt ist. Bier Jahre später, bei der Wohnungszählung vom 1ö. Mai tlMO, ivurdeu in Grog-Berlin 2i92ö Wohnungen gezählt, die gar lein heizbares Zimnier haben und 393 300 Wohmingeii, die nur ein heizbares Zunmer haben, »nd in diesen nrehr als sOlZOlX) Wohnungen wohnen— wie der Schöneberger Stadtrat Dr. Licht in einem als erstes Heft der kleinen .Schriften des VürgerausichuffeS Grost-Berlin' jüngst erschienenen Bortrage angibt: ll/3 Millionen von den Millionen Einwohnern Groß-BerlinS. Diese Zahlen deuten nur die äußeren llmrisse deS Groß« Berliner Miete relendS an. Hinein leuchlcir aber erst recht die Wohnuiigsulitersuchungen der Allgemeinen OrtSkranlenkane der Stadt Verlur, durch deren Veröffentlichungen sich der Direktor der Kosse, Albert Kahn, ei» unauslöschliches sozialpolitisches Verdienst und den ebenso unauslöschlichen Hast des Grost-Berliner Haus- und Grundbesitzes erworben hat. Der zuletzt<19l7) ver- öffentlichte Band bringt die Ergebnisse der WohnunaSuntersuchuilgeil während 1915/16. Danach wurden 1915 13,42 Proz. und 1916 12.69 Proz. der von den Krankenbesuchern kontrollierten Kassen- Patienten in Stäumen angetroffen, die höchstens 10 Quadratmeter Bodenfläche halten. Denkt man sich dort auch nur einen kleinen Schrank, eine Bettstelle und einen Stuhl hinein, so gewinnt man ein Bild von der Enge deZ Raumes. Und in solchen Räumen von 19 Quadratmeter Bodeuslächa wohnte» 1915 in der glänzenden Hauptstadt deS Deutschen Reiches 387 Mit- glieder der genannten Kasse» zusammen mir je 1 Person, 123 Kranl«. zusammen mit je 2 Personen. 40 Kranke mit je 3 Personen. Z2 Kranke mit je 4 Personen, 2 Kranke mit je 5 und 1 Kranker mit 7 Personen. Wohlgemerkl: 8 Menschen, darunter ein erlverbSunsähiger Kassenkranker leben(wohnen!) in einem Raun? von 10 Quadratmeter Bodenfläche! 119 Kranke' wohnten in Räume», die höchstens 6 Quadratmeter Bodenfläche halten. Kranke(!) leben in Wohnungen, die nur IM? Meter hoch sind. In den Bayerischen Zuchthäusern kommen au? den Zellen« gesangenen 22 Kubikmeter Luftraum. Unter den Kassenpatienten der Allgemeinen QrtSkrankenkosse der Stadl Berlin befinden sich einige, die sich mit höchstens 5 Kubikmeter Luftraum begnügen rnüffen. So leben in Berlin Kranke. zum großen Teil an Tuberkulose und anderen Infektionskrankheiten Leidende eingepfercht mit Gesunde»,— in kulturwidrigen und Sittenwidrigem Durcheinander: Erwachsene verschiedenen Geschlechts mit grosten und kleinen Kindern, Familienangehörigen und fremden Schlafgängeru. Hat Hegemann nicht recht, indem er den Totschlag mir der Axt als harmlos bezeichnet gegenüber dem meuchelnden Mieter-Mastenmorde» mittels der menschenunwürdigen Wohnung? Bei Licht lesen wir ja. dast mehr als ein Drit- teil der Grost-Berlirier Bevölkerung in Wohnungen bansen must, die entweder gar kein oder nur ein heizbares Zimmer haben. So weit sind wir gekommen unter der Wirkung de» HauSbesitzerprtvilegS. ES würde den Rahinen dieieS kurzen Artikels sprengen, wollte ich hier darlegen, dast Mieter- elend uns Hausbesitzerprivileg zusammenhängen wie die Ursache mit der Wirkung. ES ist heute jeden?, die einschlägigen Verhältniffe denkend über» blickenden Bürger gewist, dast daS Grost-Berliner Mieterelend � sich nun von Jahr zu Jahr noch steigern und mit der niilitärischen Demobilisation mit furchtbarer Rapiditüt ins Unerträgliche hinein- schnellen mutz. Koinmunalpolitiler und leitende Beamte überläuft heute bei dein Gedanken an das, waS kommen mutz, eine Gänsehaut. In der kühlen Sprache der Zahlen spricht sich der Direktor des Statistischen Amts Schvneberg, Dr. R. K u c z y n s k i in Heft 2 der Schriften des Deutsche» RohnungS- auSschusseS über die Wohnungsnot bei Friedens- s ch l u st aus. In folgenden lapidaren Sätzen sastt er das Fazit ciner mühsamen Statistik zusammen:„In den letzten Friedensiahren hatte die Bautätigkeit versagt. Die Wohnungsnot erreichte«inen bedrohlichen Umfang. Eine Katastrophe erschien unabwendbar. Da kam als Retter— der Krieg." Die Einziehungen zum Heeres« dienste und ihre'wirtschaftlichen Folgen aus die einzelnen HauS- stände vergrösterten die Zahl der Leerwohmingen: jedoch nicht weseiitlich über den Normalstand. Ein allgemeiner WobnungS- überflust besteht gegenwärtig(1917) nicht. Gerade an den Woh- unnaen, die jetzt besonders gebraucht werden, besteht also schon (1917) bielfach ein empfindlicher Mangel. Der Wohnungsbedarf wird bei FriedenSschlnst außerordentlich stark'sein, und zwar vor allein für Kleinwohnungen. Die zurzeit vorhandenen Wohnungen werden in vielen Slädle» nicht ausreiche,?, um diesen Bedarf zu decken." Mit tiefstem Ernst konstatiert hler der Statistiker da» Ergebnis seiner Erhebungen. Ein Blick in We Anzeigenteile der Grost-Ber- liner Tageszeitungen zeigt un?, wie recht KuczynSli hat. Wir lesen: „10 Mark Vergütung, iver hübsche 2-Zimmecwohnung nachtveist."(„Reue Zeit" Charlottenburg. Nr. 39 vom 8. Februar 1918.)—„29 Mark Belohnung! wer mir spät. 1. März 1918 eine Wohnung mit Gas, Stube und Küche besorge» kann."(Eben- dort an, 1. Januar 1918.)—„20 Mark Belohnung dem, der mir eine nette 2-Zimmertvohnung zum 1. 3. oder 1. 4. nach« weist."(„Charlottenburger Jntelligenzblatt" vom 5. 2. 1913.)— „Gebe 50 M a r k demjenigeii, welcher mir eine 2-Zimmerwohnung m Charlolleuburg... besorge» kann."(.Berl. Tagebl.' vom 16. Fe« bruar 1918.) Der Boden, jmf dem wir leben muffen, der Wohnraum, ist leider dura? kein«urrogak zu ersetzen. Woh»ungs»„Ersatz" ist nicht deutbar. Der WohnungSwucher, der fcheustlichste von allen Arten deS Wuchers, schiestt in die Halme. Aus Zeblendor? werden Miet« steigerungen von 60 Proz. gemeldet: in Tegel ist die Mieterbewe« gung stark beunruhigt durch ausfällige Mehrung der Miet« steigerungen. Der Grost-Berliner Terrainkönig Kommerzienrat Haberland kämpft in Wort und Schrift hurtig und robust dafür— eine allgemeine Mielsteigcrung von 65 Proz. durchzuführen. Ge« schlössen in einer Phalanx stehe» Haus- und Grundbesitz zur Bcr« teidigung und Durchsetzung ihrer wirtschaftlichen Pläne bereit zum äusterste». Ju ihren Organisattoiien liegt eine gewaltige Kraft. Sie beherrschen die kommunalen Verwaltungen und haben dominierenden Einflust aus die Staatsregierung. Was haben die Mieler dem organisierten HauS« und Grund- besitz entgegenzustellen? Ihre Organisation ist heute noch schwach; jedoch machen sich Anzeichen bemerlbar, dast der Wille der Mieter, sich zusammen zu schltcsten, unter de», Druck ihrer Not an Kraft zunimmt. Grost-Betlin zählt rund 800 000 Mieter. Wenn es gelänge, immer nur fünf von je hundert Mietern organisatorisch zu erfassen, entstünde eine Macht, die sich ivohl mit den HauS« und Grundbesitzerorganisationen meffen und deren wirtschaftliche und politische 5traft den Mieterinteressen die gebührende Achtung er« zwingen könnte. DaS tut bitter not. Wir verkeimen nicht, dast auch der HauSbesitz durch die harten Zeitumstände teilweise bedrängt iit und, um seinen wirtschastlichen Verpflichtungen nachkommen zu könnet?, sich gezwungen sieht, die Miele zu steigern. ES darf aber doch mcht gelitten werden, dast die Mietsteigerung das gesamte Kultur nipeau der grosten Masse l e i st» n g S l ch w ach c r Mieter senkt. Hierin liegt ein Problem, das nur im Wege der Gesetz- gebung gelöst werden kann. Dabei könnte aber das Interesse der Mieter zugunsten der Vermieter zu kurz kommen, wenn die Mieter nicht ihren Einfluß auf die StaatSwirtschastSpolitik gewaltig verstärken. Zu demselben Thema wird unS geschrieben: Die letzte Flug- blaitverbreitung für die Wahl Wissells brachte mich wieder einmal in nähere Berührung?iiU den MielSkaserncn vom Berliner Osten. Sur und zivei Höfe, Quer- und Scitengebätlde. in die Licht und Lust keinen genügenden Zugang finden. Dort hausen 3 und 4 Treppen koch die Proletarier: bald wird»»an sie auch im Keller und unter dem Dache aufsuchen müssen. Au? jedem Treppenabsatz der Hinierhäuscr findet man 3, 4 und selbst 3 Türen, hinter denen sich das Elend von 5 verschiedenen WietS- Parteien verbirgt, die aber ihr enges Loch noch vielfach?nit After- »lieteri? teilen. Wie bei solchen Wohmntgsverhällnijsen die Gesund- heil der Bewohner leidet, wie daS eng ztljammki>gip?c»cht« Bei« cinonderwobncn von alt und jung, von Männern und Frauen au? die hygienischen und sittlichen Zustände wirken. darüt?er braucht hier kaum noch etwas gesagt zu werden. Mir kam dabei aber ein anderer Gedanke: Ist eS wirklich so. wie die Konservativen eS immer hinstellen, das; jever Deutsche i»i gleiche», M a ste von Vaterlandsliebe, kritiklos ii n d u nein g« schrä n k t. beseelt sein müsse? Gewist. selbst die deutschen Arbeiter haben heute mehr, als„ihre Ketten" zu verlieren, und sie sind on AufopferungSsähigkeil von keinen? anderei, Stand überrroffe» worden. Aber den aus den wohlhabenden Klaffen hervorgegangenen Deutschen bietet doch daS gemeinsame Vaterland ganz andere Lichtseiten. Sie nennen ein Stück des Valerlandes ihr eigen, eine wirkliche Heimat. Glückliche Erinnerungen an eine srob verlebte Jugend- zeit knüpfen sich an das trauliche Heim im Baterhauie— und sind e-Z auch weniger glückliche Tage gewesen— die Heimatliebe vermag hier tiefe Wurzel zu schlagen. Anders in den Mietskasernen der Grostslädte. Kann sich z u der M i« t S w o b» u» g Berlin- Osten oder W e d d i il g und Strkl'ste Nr. so und so, Hos 4 Treppen, eine wirklich tief rinpfuudene Heimatliebe e n t!v i ck e k n? Wenn trotzdem die deutschen Proletarier in voller Pflichterfüllung für da« gemeinsame Vaterland eingctrelen sind, so ist daS wahrlich doppelt hoch zu bewirten I GroMerlm Tic Berechnung der Kohlensteuer. Um den Mietern und Hauswirtin eine zuverlä sigc Methode zur Berechnung der Kohlenstenec bei der Zentralheizung zu geben, haben zwischen dem ,HauZbesttzerverl?aitde zur Regelung dos ZentralheizungSweseuS" und dem„Mieterbuude Glost-Berlin" Per- Handlungen stattgefunden, die von der Schiedsstelle BerUn-Wilmers- dorf und der Kohlenstelle Grost-Berli» unterstützt tvurden und zu folgendem Ausgleich führten: 1. Für daS Heizjahr vom t. April 1916 bis 31. März 1919 soll die Koblensteuer mit 22 Ps. pro Quadratmeter Grundfläche der mit Heizkörpern verscherien Räume berechnet werd-n. 2. Für das Herzjahr 19>7/19! 8(I. August 1918 bl? 3!. März 1918) sollen tzinr 29 Pi. gerechnet werde», dieser Einheitssatz vermindert sich in demjenigen Verhältnis. i» dem Heizmaterial für 19! 7/ 191? schon vor dem 1. August 1917 eingefahren war. 3. An djesen Sätzen sind beteiligt die Heizung: für 1918/19l9 mit 15 Pf., ini 1917/1918 mit 15 Pf.; da? Warmwasser für 1918/1919 mit 7 Pf., für 1917/1918 mir 5 Pi. 4. Obige Ausgleichung gilt nur tür Schmelzkoks; für GaSkolS sollen »och erst Ermittlungen angestellt werden, ob und in welchem lim-- fange die Kohlensteuer seitens der Gaewerke abgewälzt worden ist. Die Folge dieser Berftändigung ist zunächst, dast den Schied»« stelle» der Ausgleich ais Material zur Verfügung gestellt werden ivird..Es ist aber zu erwarten, dost sie ihn als maßgebendes Prinzip anerkenncn werden._ Berliner Lebensmittel. In � AttSjührung der Beschlüsse dcZ Lebcnsmilielvecbaude-Z Grost-Berliu werden auf Abschnitt 15 der allgemeinen Lebensmittel- karte der Stadt Berliu 100 Groium Granpeu, ans Abschnitt 16 der allgemeinen Lebensmittelkarte der Stadt Berlin 200 Gramm Teig« waren entfallen. Di- Abschnitte sind von heute bi» zum DienStag in den durch besondere LerkausSkchilder gekennzeichnetcn Kleinhandels- geschäften abzugeben. Die Ware wird nach Äblou? der übliche!? Frist zur Verfügung stehen. An? Abschnitt 36 der Eicrkarte kann von? 27. Mäiz bis 6. April ein Ei enmormucn werden. Tie BundeStrirufahrt des Arbeiter-TurnerbundeS. Ais im Vorjahre der Arbeiter-Tnriierbund seine erste gioste Bundesveranstalllmg in Form einer bezirksweise über daS ganze Reick verieiltei,„BundxStnrnfahrt" unternahm, da könnt« er, trop der Ungunst der KriegSverhältniffe an einen? Tag mehr alS 12 000 wandmide Arbeiterturncr an? die Beine bringen. Ucber W] Töchter öer hetuba. Ein Roman aus unserer Zeit von Clara?V i e b i g. Die feinen Damen, die hatten» gut, die nahmen sich hier im geheimen, waS sie brauchten: Eier, Grieß, Heringe, und wer weiß waS noch. Darum verkauften sie ja auch hier bloß. Die standen nicht ftundenlanz wie ein armes Weib, dem eS auf den Nägellt brennt.„Und jetzt soll doch einer soviel Recht haben tvie der andere— endlich mal „Das hat er auch!" Die Augen der Generalin blitzielt. „Wir nehmen uriS nichts im geheimen. Das ist ja alles Un- sinn, was ihr da redet. Wir haben's jetzt auch knapp. Aber wir si?ld vernunftig. Wir machen uils klar, daß eS nicht anders sein kann. Unsere Braven draußeri, � sollen die hungern? Da hungere i ch lieber. Für die muß zuerst gc- sorgt werden!" Das Murren schwieg. Keiner sagte mehr ein Wort. Aber Hermine von Voigt glaubte doch zu hören: Hunger, Hunger! Wie ein Schrei stieg c3 zum Himmel auf. Sollte die ganze Welt verhungern? Gab es denn uirgendtvo einen Fleck Erde mehr,>vo des Leben« Fülle floß? Sie fühlte eine steigende Angst. Und auch sie hatte plötzlich im Magen ein seltsame-?- Gefühl; ihr wurde ganz schivach. Die auf sie zueilenden Gesichter erschienen ihr init eitlem Mal drohend--- ein gutes Tier, ein geduldiges Tier— aber wenn es liun nicht mehr will?! «Heringe, wir wollen ooch Heringe I Die ersten haben welche iekriegt, wir wollen ooch welche!" Heringe, Heringe— du lieber Gott! Es überkam Heriuine von Voigt, daß sie hätte laut weinen mögen. Wer hatte sonst cm paar Heringe— armselige Fische— groß geachtet?! In ihrer Stimme bebte Mitleid:„Wenn ich sie euch geben könnte, ich gäbe sie euch ja so gern!� „Öuatsch!" Es klang grob.„Das kölineu Sic jut sagen, S i e haben satt." Ans Fenster wurde gepocht. Draußen standen guch noch welche. Sie ivollteu herein.„Heringe. Heringe! Wir wollen Heringe!" Unmündige Kinder, unerzogene Kinder! Sic schreien imd toben, toct'.u lnan ihnen nicht den Willen tun kann. Die Generalin raffte sich auf, das mar ja langn nicht so schlimm. wie es Lärm machte. Ihre Stimme tlang hell:„Was fällt euch denn ein� Wenn's euch nicht ansteht, so schließen wir hier den Verkauf. Ich bitte jetzt den Raum zu verlassen. Od 'wieder aufgemacht wird, daS wird sich sindeu. Das hängt ganz allein von euch ab, wie ihr euch benehmt. Für-heute ist Schluß." Einige fingen an zu bitten:„Ach. wir stehen doch schon so lauge. Wir haben ja kein Wort gesagt." Dann tretet heran. Eilte nach der andern.- Unter den ersten, die an die Schranke traten, war Gertrud Hieselhahn. ES blieben nun noch eine ganze Menge: waS sollte man denn machen? Wo anders war's auch nicht besser, stehen und warten mußte man überall. Und man zahlte hier ivenigstenS nicht so unverschämte Preise. Als Gertrud die AuSwoiskarte hinhielt, sah Frau von Voigt ihr teilnehmend in das blasse Gesicht: daS war ja die. die vorhin ohnmächtig geworden war.„Geht'S Ihnen nun besser Gertrud nickte:„Danke." Sie war noch schwach, sie konnte kaum stehen, aber eine lebhaste Empfinduitg, die sie durchpulste, jagte ihr wieder das Blut wärmer durch den Körper. Es ivar doch zu blödsinnig von den Leuten, hier aufzubegehren! Sie taten sich selber den größten Tort an. Auch sie kam sich töricht und dumm vor: hatte sie denn vor kurzeiu nicht ganz ähnlich gedacht'/ Beschämt senkte sie den Kopf: was nützte es jetzt, aufzubegehren'/ Sie seufzte tief: „Stillhalten. daS müssen wir!" Frau von Voigt lächelte: da? war doch eine, die Ein- ficht hatte! ES tat ihr ivohl. Und nilii glaubte sie dies feine Gesicht, dessen ernste Züge so deutlich von Erschöpfung luid Entbehrung redeten, iviederzuerkeilnen.„Haben wir uns nicht schon einmal gesprochen in der Eisenbahn?" Gertrud wurde rot. ES stieg ihr plötzlich ein Gedanke zu Kopf; er machte sie schivindeln. Heiß wallte es ihr zum Herzen: die. ja die hatte ihr damals so freundlich sich au« geboten! Längst hätte sie einmal zu ihr hingehen könne», sie ivar nicht gegangen. Aber tvenu sie mm— mm—! In einer hoffnungsvollen Aufwallung griff sie.nach der Hand der Dame i sie fühlte den teilnahinvolleu Blick. Es ging wie Verständnis, wie Beruhigung, wie Trost von ihm au». Gertruds matte Augen erwiderten de» Blick der Gene- ralin. ihr müdes'Herz schlug plötzlich belebter. So ging eS nicht weiter/ so ohne Vertrauen nicht. So feindselig, nur jeder für sich. Man mußte Verttauen haben, der eine zum andern! Ihr war es, als könnte sie der Frau alles erzählen. Und als würde die ihr helfen. Und sie selber kam nicht wie eine Bettlerin— oh nein, sie empfand eS ganz klar jetzt: die war nicht uiir die vornehme Dame und sie die aus dem Volke. , die ivar eine Frau, und sie war eine Frau, und sie müßten | jetzt zusammengehen, sie beide. Es gab soviel Leid iu diefm Tagen, wie konnte man eS trage» Rur tveim man eS gemeinsam trug. Gemeinsame Sorge, gemeinsame Arbeit. Der Frieda mußte erst drinnen kommen, dann kam er aitch draußen. XVII. Der alte Richter sas; auf seinem Stichle vor der Türe; rS ivar eigentlich schon viel zu kalt, um draußen zu sitzen, aber seine Frau hatte ihn nicht hereingeholt, und so blieb er deiui auf dem gewohnten Platz. Der Kleine, der nicht mehr wußte, wohin mit sich so aUrin, zupfte de» Blöden. Ter lallte ihm vor:„'ne Stulle,'ne Stulle!" Das Kind lallte es nach. Tie Novembersoilne hatte keine Kraft mehr, die Erde ivar feucht. Das Kleidchen des Knaben hatte sich ver- schoben, er rutschte auf de» blanken Schenkeln. Die Krüger, die von ferne stand, sah daS voller Schrecke». War es nicht unverantwortlich, wie die Hieselhahn das Kind verwahrloste'/ Gustav sei» Kind! Wenn j eS sich nun erkältete, krank wurde/! Es wurde sicherlich krank, es konnte sterben. Eine Todesangst überkam sie: das liebe Kind! Gerade so hatte der Gustav damals auch ausgesehen: das Köpfchen ruird, voll mit blonde» Löckchen und die Augen — ach ja. seine Äugen, die waren's! Weil» sie den Jungen bloß mal zu Hanse härte! Sie tvoille i im kleiden iu Gustavs Sachen. Da hatte sie noch seine ersten Schuhe, kleine Leder- schuhe mit roten Steppnähten, die würden dem Iuiigcheii jetzt passen.. Wenn sie den Kleinen bloß aushebe» könnte von dem nassen Bode»! Aber sie traute sich nicht näher heran. Letzthin war sie der, Hieselhahn kaum entmischt. Tie kam dazu, gerade noch, daß sie baiie wegspriiigen können. Sie war gelaufen. Ob die Hisselhahn sie da gesehen hatte'/ Die ivar jetzt Kassiererin gewordciv hier iu der Verkaufsstelle der Ge- iiu'indc. Tie Exzellenz hatte sie dazu gemacht: an der schien sie ja einen großen Rückhalt gcfmtdeil zu haben. Ganz un- würdig mußte daL Mädchen doch ivohl nicht sein. Frau von Voigt würde sich ihrer sanft nicht annehmen. Uni) das tat sie. Frau von Rossi hatte erst gestern davoi�rzählt, ganz zufällig, als sie heruluergekamme» ivar. Schneetpeißchen und Rosenrot ein paar Kohiblätter zu bringe». Der Krüger ivar es dabei wie ein Schrecken in die Glieder gefahren: ob die Hieselhahn sie wohl auch atigeschivärzt hätte'?' Ausgeschwatzt, waS zwischen ihnen beiden vorgekommeu war? Das wäre unangenehm-(Forts, folgt.) 6000 juflentJliÄe WclMuihkec beteiligieil fiifi an dem mit her Turnfabrt verbundenen cmbcirliKsi Dreiwmpf.-In diesem Jahre ivll am 7. Juii zum zweilen Male eine BundeSwrnfahrt sivtifindett. Wiederum verbunden mit � sportlichen Wertkämpfen. Diesmal erhall die Beranstaltung aber eine erhöhte� Bedeutung dadurch, dad am' gleichen Tage die Feier des Söjährigen Bestehens des' Arbeiter-Turne rbun de S damit »erkmipst wird. Das Jubiläum des Bundes fällte ursprünglich durch ein m- Leipzig, dein Sipe des Bundes, abzuhaltendes groxes Arbeiter- ,.B u n d e s t u r n f e it" gefeiert mei den. Viele tausend Meldungen waren schon eiagegaugen und geogzügige Vorarbeiten im Gange. Da kam der Welttrieg und schlug alle derartigen Unter- nebnumosn?ir Boden. Die nunmehr stattfindenden Bundesturn- sahsten geben Zeugnis von dem allmählichen Wiederauileben der Urbsitermri.erci. die damit ihre Unverivüstlichkeir erwiesen hat. Daran zu erinnern eignet sieb besonders die Osterzcit, wo iviedcrum Tausends von simgen Menschenkindern die Volksschule der- laisSn und ni daS Erwerbsleben eintreten. Wer es weiß, welche nachteiligen Folgen jür die Gesundheit dieser jähe Uebergang aus der sorgenlose» Kinderzeit in den Kamps ums Daiein für die in der Entwicklung steheuden Körper der Knaben und Mädchen mit sich bringt, der ivird die Auftordenmg d-S Arbsiter-Turnerbundes zum Beitritt in seine Jitgendabtcilungeu nur begrüßen und unterstützen. Bewegung in Lnfr. Lickt und Sonne brauchen diese jungen Menschen- blüte». Im Spiel und Turnen sollen sie et» Gegenmittel gegen die Schäden des Erwerbslebens finden und im Anschluß an Gleich- oennute vor Versimpeluitg dewahrt bleiben. Möchten dessen die Arbeiterkinder und Eltern stets eingedenk sein! Bckanntmachmtg. Berlin, 23. März. Zur Verhüturrg sonst unvermeidlicher Störungen und Stockungen des gesamten Feldpostverkcfirs ist im E'mvernehmep mit der.Heeresoertnaltung die?ln- ualmis- nichtamiricher Feldsiostdriese über Ly Gramm Mick. Menl au die TrupPenailgehörigest der Westarmecn von so- gleich ab bis aiis'weiteres eingestellt worden. Hiernach un- l uWige Sejidinigen werden, den Absendern zurückgegebeu iverden. Ter Ztnalssckrctär des ReichS-Postamts. R ü d i.i n.. Warenuttisatzstctter und Bvlksknchen. Beim preußischen Finanzmiuister ist zur Sprache gebracht ivorden. ob die Verabreichung von Speisen in den von den Ge- nlsindsn und Gemeindebcrbändcu eingerichteten Volksküchen als warenumiatzsteuerfreie Lieferung anzuseben sei. Im Einvenichmen mit dem RcichsschätzaMt bat der Finauzininister diese Frage bejaht. weil der Begriff der wohltätigen UweruehmuNt�uuf die Volksküchen angewendet werden kann.'Ihr Zweck ist. die Teile der Eurwohnc'r- 'chäit einer Gemeinde, die siw auf anderem Woge die nätigen Nahrung smitiel nicht beschaffen köunsn. aus einer Aotlage zu be- sreicn. Wemr dabei eine unmittelbare Beschränkung auf minder- Kemittelie Kreise nicht stattfindet, so kann das angesichts der All- gem-inheii der Notlage außer Betracht bleiben. Cüine einmalige Ausgabe mm Lichtkartcu zum Bezüge von Kerken finde: in den nächsten Tagen statt. Die Bezugkarten hier- sstr müssen bei den Brotkomniissionen vom DienAag. den 26., bis äijtu, abend, den 30., abgeholt werden. Lichtkartcn erhalten nur dicjsliigeu, welche in den Listen der Kommission als ständige V e t r ö I e n m k a r t e n i n b a b e r uerzeichnxt sind. Der Verkaufs- preis für esti Licht beträgt Sä P'.. die Verkaufsstellen swd bei den BiotkointNi'üonen zu ersahrcn.— Der Verkauf bei den Händlern finder von- Donnerstag, den 2S.i bis ciiffchließlich Sonnabend, den 6. April, starr. Die vis dahin bei don.Häiidlern Utchr entnommenen . sichre'lverden anderweit ver-reitl Wersen.. �"■■■ s; Ter Sportpark Trepiöw veranstalier am heullgetz Sonntag sein .-weites Re:, neu. Es Mchigt. bep. Große, Frühlingsprgis zur EM« scheidung. Als Starter' sind drei Fahrer vorgesehen und zwar Fritz H'offmann. Nettelbeck unb Krupkal. Tos Neimen ivird in zwei Läusen über 20 und RtMlometcr ausgefahren. Aitßerdem findet ei» Zä-Kilometer-Renneii für kleinere-Fahrer statt, an welchem Schütz, Strenge. RstUjökat und Wurzel teilnehmen. Einige Flieger- veniieit für die Treptower Flieger ergänzen das Programm. Die Aeunell beginnen um äff-, Ilbr. Ei»»euer Lichtspiel-Palasi. PuhlmauuS Theater, das im Norden Bellins allbekannte Spezialiiäten-Tbeator i» der Schönhauser Allee, hat sich rmu auch, deut Zuge der Zeil solgeud. in ein Kino ge- waudctr. das den Namen..Lichtspiel-Palast" führt. Der alte Bau ist innen und außen gänzlich renoviert und mach: einen, wenn auch nicht valasiartlgen, w doch immerhin recht iroundlichen Eindruck. Wie tu fast allen Kinospielen.kriegten" sie sich auch bei den vier am Eröffnungstage vorgesührten Filmipieleu und das genügte dem ist der Mehrzahl auf Frauen und jimgen.Mädchen bestehenden Publikum. Admirals-Palost. Heute ist die letzte Sonntagsaufsührung von Abrakadabra. Äm Sonnabend findet die Erffaufsiihrung des Tanz- 'vieles Tie Prinzessin von Tragant, von L. Regel. Musik von Oskar Strauß, iowie der indttchen Pantomime.Sajdah" von Leo Barku- schek, Musik von Julius Einödshofer stall. �Wci neue Motde. Vor dein Han'e Brüsseler Straße 2t erschossen drei un« belaume Männer den 33 Jahre alten Händler Fürchtegott Ho- mann aus der Brüsseler Straße 36. Hamann nannte sich Pribaticr, in Wirklichkeit trieb er aber alle möglichen Handels- geschäsre, die zum Teil nicht eimvandsrei waren, auch Brotkarten- bandet und Schleichhandel mit Lebensiaitteln. Diese Geschäfte brachten ihn mir vielen zweifelhaften Leuten zustimmen. Sie führten mub zu Strelttgketten und einem Prozeß. Möglicherwersc. handelt es sich bei der Bluttat ,un einen Racheakt. Ist einen: Bodenraum de� Hauses Stargarder Straße 3» Ipurdg. gestern nachmittag.�die Leiche der neunjährigen Edith � a' che tu? k i. Tochter einer in demselben Hause wobnenden Witwe, ausgest'mdeu. Tie Leiffie befand sich in einem Sack. Der Tod ist wahrscheinlich durch Erdrosselung hcrbeigefiihrt. Es liegt jedenfalls.. ein Lustmord vor. Als Täter soll ein lojähriger Arbeitsbursche Paul Leipnip in Frpge kommen, der bei seiner Mutter in demselben Hause wohnt und seit der Auffindung'.der Leiche verschwunden ist.- Neukölln. Lebensmittel. Ende nächster Woche gelangen zum Verkauf: 260 Gramm Nudeln auf einen Abschnitt der all- gemeinen Lebensmittelkarte, 106 Gramm Sago oder 166 Gramm loie Suppen aus einen wetteren Abschnitt. Ferner wird vor- nussichtlich Ende nächster Woche K u>i st Honig verkauft werden. Näheres wird noch bekannt gemacht.— Als Zusatz-Nährmittel erhalten die Kinder im dritten und vierten Lebens- fahre auf das Kopfstück der Ziiärzvoltmilchkarte R je 1 P f u n d Zwieback zum. Preise von 1,60 M.— In der F i s ch v e r- ! o r g u II g ist in letzter Zeit allgemein eine Besserung eingetreten. Die Stadt wird nur Fnch- und Siäncherwaren jetzt wieder reich- licker br liefert, so daß zu empsehlen ist, von den seiner- zeit gültigen Abschnitten 36 und 66 der Karenbczugskärle Gebrauch zu machen. Lebende Karpfen»iid Schleie kommen mit Rücksicht aur die Jahreszeit nicht mehr zum Verlauf. Es werden in nächster Zeit jedoch größere Mengen Salzkarpfen angeliefert, die markenfrei für 2 Vi. je Pfund abgegeben werden. Dieser Fisch mW durch etwa JbfiündigeZ Wäfiern kochfertig gemacht werden. Der Abschnitt SS„Frische Fiiche" läuft am 7. April d. I. ab. wäbrend der Abschnitt 66„Räucherwaren" vorläufig noch Gültiglei: behält. Nach Ostern wird auS einer neuen Zuteilung pro Kopf der Bevötkeruug wieder ein Hering bzw.'/.j Pfund Klein- Heringe abgegeben werden können, und zwar auf �einen n e u e�n Noch bekannt zu machenden Korieuahschnitt. Der seinerzeit für Hernipe geltend« Tbschmtl Sst verliert ebenfalls am 7, April d. IS.' leine Gülttzkeit. Schöneberg. LcicuZmIttcl. Bis zum 26. März findet V.or- atttnelduttg statt für ff, Pfund Kttltsthöuig und Illst Pfund Marms- lade auf die Abschnitte 12 bis 14 der Größ-Berliner Lebensmittel- karte. An die Jugendlichen werden ohne Voramneldung 2 Pakete Puddingpulver auf den Dappelabschnill ö der Jugeudlicheukarte ver- teilt. Außerdem werden 160 Gramm Teigwaren aus Abschnitt 11 und 100 Gramm Weizengrieß auf Abschnitt 16 der Groß-Berliner Lebensmittelkarte sowie ein Ei auf Abschnitt 36 der Eicrkarte auS- gegeben._ Wilmersdorf. Lebensmittel. Fortgesetzt wird in der nächsten Woche der Verkauf von ffz Pfund Kunsthonig auf Abschnitt 6 der allqeineinen Lebensmittelkarte. Ferner werden abgegeben: Auf Abschnitt 16 derselben Karte 100 Gramm Graupen und 160 Gramm Teigwaren lAiiSzugswarc) sowie voraussichtlich am Abschnitt 5 und Abschnitt 14 derselben Karte znkaminen 1 V„ Pfund Vtannelade. Auf Abschnitt 4 der neuen Lebensmittelkarte für Jugendliche find zu haben: Milchpräparate ffterilefierte dänische Vollmilch, kondensierte Vollmilch, kondensierte Magermilch, Halbmilchpulver). Auf seden Abschnitt 4 entfallen zwei Einheiten der vorstehend bezeichneten Prävarate. Auf Abschnitt 6 erhalten die Jugendlichen 2 Päckchen Puddingpulver. Auf Abschnitt 26 und 27 der gelben Hanshaltungs- bezugskarte wird je 1 Päckchen Süßstoff abgegeben. Cöpcnick. Stadtverordnrtenversammlmrg. In der cm Freitag abgehaltenen Sitzung ividmets der Stadtverordnctenvorstehcr, Herr Lucht, dxm verstorbenen Bürgermeister Dr. Langerhans einen warmen Nachruf. Mitgeteilt wurde, daß der hiesige Aerzte- verein sein Abkommen mit der Stadt über die Behandlung un- bemitielter Kriegerfamilien gekündigt hat. Die jetzige Entschädigung beträgt monatlich 400 M. Aus Autrag deS Magistrats soll die Er- Neuerung des Vertrages in einer gemischten Kommiision, welcher nun auch die Genossen Herbst und Strick angehören, beraten werden. Eine eingebende Debatte rief ein Antrag des Magistrats hervor, dem Vaterländischen Frauenverein 8606 M. zu bewilligen zur An- fiellnitg von zwei Pflegsschwestern für die Säuglingspflege irnd die Bekämpsung der Tuberkulose. Da in keiner Hinsicht ein b e- stimmt es Programm vorlag, in welcher Weise gearbeitet werden soll, so verlangte Genosse Wo ick die Zurückverweisung dieses An- trage? an die Gesundheitskommisfion. Dem Artrage wurde trotz des EinfprucheS vieler bürgerlicher Vertreter zugestimmt. Hierauf erstattete der Magisttatsverlreter Baurat K i n z e r den Verwaltungsbericht für das verflossene Jabr. An Kriegsunter- stiitzimaen wurden durch den Kreis an die Cövenicker Kriegerirauen 2 258 000 M. gezahlt, ferner 28 066' M. an besonderen Zuschüssen und 104 000 M. an MietSimterstiitzungen. Im laufenden Jabre babsn sich die wichtigsten Steuereinnahmen bereits Ivieder erhöbt und auch die Regiewerle weisen eine bessere Rentabilttär wieder auf. In der darauffolgenden Aussprache betont Genosse B l n m, daß die Stadtverwalttmg'auch im Etat zeigen müsse, daß sie an eine Ncber- gangSwirischaff denke. In Verbindung mit Groß-Berlin wären eine Menge Probleme zu lösen. Insbesondere müsse die? Augenmerk auch auf eine gesunde Bevölkerungspolitik gerichtet werden. Es wäre deshalb dringend die Errichtung eines gut funktionierenden GenindheitSamtes zu fördern. Auf dem Gebiete des Schulwesens müssen Einrichtungen geschaffen• werden, um auch dem Volksichüler den Weg zum Wissen� zu ebnen. Eöpenick sei infolge sein«? umfangreichen WaldbefitzeS wie keine andere Stadt geeignet, die jetzt im' Vordergründe siebende Frage einer gesunden WobnungS» und Siedelimaspolitik zu fördern. Hierauf wurde der Bericht der EtotSkonimifsilUl entgegengenommen. Infolge der Kriegswirtschaft sind die Schulden auf annähernd Mill. Mark angewachsen. Der jetzige Etat wird balaneiert durch eine Defizit- ankeihe i» Hobe von'171 000 M. Der Etatsausschuß beantragt, eine gemischte Kommission einzusetzen, in der die Regulierung der Finanzfrage bezw. die Ausnahme einer Anleihe dnrchberateu werden soll. Außer den Mitgliedern deS EtatsauSichusies wurde noch Ge- nosie S i l b er f ch mi d t für diese Kommiisiem bestimmt. Hierauf erfolgte die Annahme de? Etats und der Steurrsätze in bisheriger Höhe..''- t''~. ß' Kreis Tektig». Gründvitg einer SiedluiigSgesellschast. Der Teltower Kreistag wird sich in seiner nächsten Sitzung ani Mitt» ivoch ebenso wie der Niederbarntmor Kreistag mit der Frage der Gründung einer. genreiiinützigen SiedlungSgesellschaft zur Behebung der Äktinwohnungsnot beschästigeu. Der Kreisausschuß beantragt, wie wir erfahren, die Einsetzung einer Kommission zur Prüfung der Frage, ob und inwieweit sich der Kreis Teltow an einer zu bc- gründenden Siedlungsgesellschaft beteiligen soll. Steglitz. 195 Prozent iu Ausficht genommen. Der Finanz- auSschuß unserer Gcmeiude stimmte in seiner Sitzung am Freitag abend der vom Gemeindevvlstaud vorgeschlagene» Erhöhung des Steuersatzes von 176' auf 196 Prozent zu. Tie Gemeindevertretung wird sich utzumehr am Dienstag, abends 6 Uhr, mit der Beratung des Voranschlages beschäftigen. Pankow. Tie neue Lnsibarkeitssteuerordiiulig. In ihrer letzten Sitzung ersetzte die Genieindeverrretung die bisher bestehende Lust- batteitSsteuerordnung durch eine neiic, die gegen den jetzigen Zu- stand eine entschiedene Verbesserung bedeutet. Während nach der alten Steuerordnung wahllos alles, was sich auch nur entfernt als Lustbarkeit erfassen ließ, einer in Form einer Billetisteuer erhobenen Abgabe»nterworsen>var, beschränkt sich die neue aus zweisel- freie Lustbarkeiten � und sieht ausschließlich Pauschal. steuer vor. die, je noch dem Charakter ihrer Veranstaltung, in ihrer Höhe abgestuft ist. Steuerfreiheit genießen solche Veranstaltungen, welche aiisschttcßliä, wissenschaftlichen, belehrenden künstlerischen, religiösen, Schul-, Ilnterrttbts oder VollsbilduugS- zwecken dienen, ivenn den Veranstaltern keine Gewinne zum eigenen Lorteil zufließen, ferner unter derselben Voraussetzung Dar- bietungen der Gemeindeverwaltung oder aus Mitteln derselben, "sowie von öffentlichen UnterriwtSanstalleu. und solchen, dni ouSschließsich für Schüler und von Schülern der Pankower „öffentlichen. IXnierrichtsanstalten veranstaltet werden. Ebenso find von der Steuer befreit unentgeltliche Tarbietungen von Vereinen usw. an ihren I1«büuasabeiideii. Auch musikalische Darbietungen von auderwei: arbeitsunfähigen oder erwcrbs- beschränkle'n Personen i Leier kosten-, Harmonikaspieler und dergl.) unterliegen der Steuer nicht, sowie schließlich solche von rein häus- lichem Charakter oder familiärer Art. Unter bestimmten Voraussetzungen(so bei Veranstaltungen zu wohllängen und gemeinnützigen Zwecken) und in besonderen Fällen kann der Gemeindevorstand die Steuer erlassen oder ermäßigen. Treptow. Lebensmittel. Außer den üblichen Rationen werden verteilt: 200 Gramm Nährmittel auf Abschnitt 16 der Groß-Berliner Lebeusmiuelkarte, 2 Doien kondensierte Milch aus Abschnitt 4, 1 Paket Kiudergerstenmehl ans Abschnitt 6 und 7, zirka 30 Gramm Gewürz aus Abschnitt 114 der Treptower Lebensmittelkarte. Hühner, Puten auf Abschnitt. L der Treptower HauslialtSknrte. Honigkuchen in den hiesigen Konfilüreugeichäiten. Flußfische auf Abschnitt 120, Räucherwaren aus Abschnitt 146 der Treptower Lebensmittelkarte. Karlshorst. Gemeiudewahlergelmis. Bei der Gemeiudevertreter» Wahl siegte in der dritten Wählerklnsse der von de» Genossen unter- stützte Bankbeamte Hermanu Riefin mit 297 Stimmen über den Kandidaten des Haus- und Grimdbesißerpereius. der cS nur auf 99 Stimmen brachte. Die Nnabhängigen halten Stimmenthaltung proklamiert, was die Arbeiter aber nicht abhielt,. für den von uns. unterstützten Kandidaten zu stimmen. Adlershof. Endgültige Regelung der Explosiöitsschäden. Die Gemeindevertretung von Adlershoi stimmte in ihrer letzten Sitzung' .dem, Perttage nsit dtzm Kriegsmimsteriun, w egeu. h ex. Ae gglung..der. E�pwäonsschäden zu, und«ruiachligte den Gemeindevorstand noch Jror.Aöläus dieses.Monats den Berttitg.' in.'rettSverbindlicher'.Sörm- aus der Gruudlage der.bisherige« Verhandlungen abzufchlietzeu. I Danach erhalten die Geschädigten den durch den Sachverständigen» auSschuß abgeschätzten und. festgestellten■ Schäden in voller Höhe vergütet. 80Proz. sind bereits ausgezahlt. Ferner beschloß die Gemeindeversretunq. mit Rücksicht auf die KrirgSteuerung,. die Gcmeindearbeuerlvhne, die Ortszulagen der Lehrer, die Amts- zulagen der Rektoren und die Umzugskosten zu erhöhen. Siebe- schloß serner einstimmig, mit allem Nachdruck bei den zuständige» Stellen dle Versetzung AdlerShosS, das im Gegensatze zu den Nachbargemcmden noch immer der Servisklasse C angehört, in die gleiche Klasse 4! zu beaulragen. Der Abschluß für 1916 hat für die Gemeinde mit einem Ueberschuß von 27 060 M. abgeschlossen. NowaweS. Lebensmittel. ES werden ausgegeben: 126 Gramm Gerstengrütze auf Abschnitt 29 der allgemeinen Lebensmittelkarle: 266 Gramnr Marmelade aus Abschnitt 27(46 Pf.); 600 Gramm Rübensaucrkraut aus Abschnitt 28(28 Pf.); 100 Gramm Grieß auf Abschnitt 10 für Jugendliche. Die Waren find bis Dienstag, den 26. d. M. itt Empfang zu nehmen. Ferner werden ausgegeben: Honigkuchen: ausAbschnittM der allgemeinen Lebensmittelkarte; Hülsenfruchtmehl aus Ab- schnitt 31; Weizengrieß aus Abschnitt 32; Magermilch auf Ab- schnitt 11 für Jugendliche; Gemüienudcln auf Abschnitt 12 für Jugendliche; Eier auf Abschnitt 11 der Eierkarte. Die Karteninhaber haben heute und Dienstag, den 26. d. M. die LebenLmutelkartenabfchnitte 30, 31, 82, 11, 12 und den Abschnitt 11 der Eicrkarte bei dem Kleinhändler abzugeben., Theater üer wache. Volksbühne: 24., 26., 27.. 31.„HarnteleS Himmelfahrt", 25.„Ge- fveitficr", 28.„NorM, 29. Geistl. Konzert, 30.„Nathan", 1.„Faust I.— Kgl. Opernhaus: 24,„Troubadour"(Nr. 79), 2S.„Evangelunaun"(Nr..86), 26.„Tristan und Isolde"(Nr. 81), 27.„Maskenball"(Rr. 82), 28. Haupt- probe, 29. Geschlossen, 30. Sinfonie-Konzert, 81.„Rappellopf"(Nr. Mi, 1.„Figaros Hockzeit"(Nr. 84).—. Sgl. Schauspielhaus: 24. �Könige (Nr. 25.„Peer Gpnt"(Nr. 82), 26.„Braut von Messina"('IE. pZ), ,27,„Nabensteinerin"(?lr. 84), 28., 29.. 36. Geschlossen, 3ll„Nathan'' (Nr. 85), 1.„Dr. Klaus"(Nr. 86).— Deutsches Opernhans: 24.„Hofs- niansss Erzählimgen", 25..Ttiebesketten", 26.„Verkaufte Braut". 27.„Free- schütz", 28.„Fidelio", 29. Konzert, 36.„Waffenschmied", 31. und 1. „Parfisal".— Deutsches:„Macht der Fwsternis", 27.„Ein Sommernächte- ,trawn, 29. Geschlossen, 36. und 1.„Ton Carlos".— Kauunerspicle: „Swimrun", 27. und l..Kinder der Freude", 29. Geichlossen.— Lessina: 24... 27.„Damaskus I", 25.. 36..Damaskus II". 26.„Liebe". 28.. 1.„Peer Ghut", 29. Geschlossen, 31. Drei Einakter.— Königgrätzer: 24., 28., 36. �Helden auf Sekgeland", 25., 27.. 31,„Katzeristeg", 26.„Erdgeist". 29.„Bibel Vorlesung". 1.„Strafe nach Steinohch".— Künstler:„Clubleute", 29. Ge- schlössen, 28.„Liebe", 36.„Baumeister Solneh", 31. und 1.„Lola Monrez".— Komödienhaus: 24., 26., 28.. 36. Straße nach Steinahch", 25..„Nnbestechticke",-27.„Beide Scedunde", 29. Geschlossen, 31., 1.„Die Zarin".— Schiller L.: 24., 25�.27.> 1. ,�>opfenraths Erden", 26., M. ,„Kabale, und Liebe", 28.„Professor Bernhardi", 31.„Alt �Heidelberg", 2. „Ehre".— Schiller Charlottenburg: 24., 25.. 27-, 36.„Othello", 26. Zste- visor. 28.. ,31..Khre", 29.„Schöpfung", 1. und 2,„Beilchenffesser.~ Urania:„Ukraine", 26.. 36.. 2.„Aus der Welt des Fllm'x", 29. Geschlossen. T ä g l i ch(Kaffreitag geschlossen ,: Berliner:„BlltzblaueS Blut", 28.. 36.„Erdgeist", 29. Geinlickes Konzert.— Triam»»:„Lebensschüler".— Residenz•„Der nwge Zar"._ Kleines:„Kante", 28., 30.„Jettchen Gebert'. r~ Westen:.Ftudwig XIV.",..RegimenLzaitberer", LSZ.Mem Leopold. 29.„Die Schöpftmg".— Lustspiechaus:„Blonden Mädels vom Liildendof.— Friedrich-Wilhelmstädtisches:„Dreimäderlhaus".— Nollendorf:„Drei alte Schachteln", 29. Konzert.— Zentral:„CsardaS-Fürstin". 38—30. Geschlossen.— N. Operettenhaus:„Soldat der Marie", 28., 36. „Glocken von Corneville".— Thalia:„Unter der blühenden Linde", 28, 30.„Hüttendesiyer".— Komische Oper:„Schwarzwoldmädel".— Mctrovvl: „Rose von Stamdill". Grsß-Serliner Parteinachrichten. Zur Stichwahl in Nieüerbaraim. '"'Kfie'ws tag. den- 26� Änr�. findet' die'' Stichwahl Mt. Did' �Breitscheidi äner" versuchen-durch Intensive Propaganda, rn den Fabriken eine für sie günstige' Entscheidung hetbeizuführe«. Da» muß den letzten Genossen anspornen, heute Somttog bei der Flug- blattverbre'itnng und besonders auch am Wahltage seine Völle Kraft in den Dienst unserer Sache zu stellen. Nachlässigkeit und Lauheit darf unS den Sieg nicht entreißen. Die Wahlparole der„Unabhängigen" auf Stimmenthaltung ist— wie wir von gut informierter Sette erfahren—«in Täuschungsmanöver, um uns in Sicherheit zu wiegen, weil man auf jener Seite mit der Möglichkeit rechnet, daß durch eine.solche Parole die Hilfskräfte versagen und unsere Wähler zum größten Teile sich nicht an der Stichwahl be- teiligen werden., D a s d a r f» n t c r k e inen U m st ä n b ta geschehen. Jeder muß mitarbeiten, jeder muß daraus hinwirken, daß auch der� letzte Wähler zur Wahl geht und seine Stimme für unseren Kandidaten. Arbeitersekretär Rudolf Wissest am Dienstag abgibt.- Nutzt die paar Stunden bis zur Stichwahl noch aus, um jeden Wähler nuszukläreu,. treibt-eifrige Propaganda für unseren Kandi- daleu und unsere Sache. Das sozialdemokratische Wahlkomitee. DaS Wahlresultat bitten wir sofort«ach Feststellung im Wahl- lokal an das Zentralwahlkomitee telephonisch zu übermitteln. Tele- phon: Amt Moritzplatz 364 und>. 10 170. Alle diejenigen Genossen, die heute Sonntag sich bei der Wahlärbeir noch zur Verfügung stellen können, wollen sich vormittags 8 llbr au nachstebenden Stellen melden: Berlin(VererSburger Viertel), Restaurant Kühn. Schreinerstr. 58. Lichtenberg, Restaurant Ritter, Schillerstr. 26; KurkowSki, Pfarr- siraße.4: Hamann. Kroffcncr'St. Oö; Fleischer, Jtenensttaße, Ecke Wiibelmstraxe, � Weißenscr, Resiauraui stärke, Eharlotteuburger Str. 3. Pankow bei Srllier; Tiroler Str. 42; Mertzner, Schulstr. 26: Schulz. Schmidlstr. 22. Niedcrschönhausen. Restaurant Greth. Bismarckstr. 37. Reiuickendorf West. Restaurant Scbiller, Anlonieustr. 10. Oberschöneweide, Restaurant Ladewig. Laufener Str. 6. Geuosicn und Geuossinuc», die am Ttichwahltage, Diens- tag, den 26. März, sich betätigen können, melden sich mtaesaumt telephonisch beim Zeutralwahlkomitee(Th. Fischer, Berlm 8V, Lindenstr. 3, Telephon Amt Moritzplatz Z&t oder lOl 70). Wenn?hr Nachbar, Ihr Kollege den„Vorwärts" noch nicht hält, dann raten Sie ihm, schleunigst diesen Zettel auszufüllen und an die Erpedition des„Vorwärts", Berlin SW 68, Linden- straße 3, zu senden. Name_____ Beruf.- r__ Wohnort---- I--— Stock- bei wem V---•_-..■_:_______ bestellt äbIi.Äpril den V'o'r lv'ä r t zum Preise von'Mrvnäk.fteL ins.. Paus..''"... Tie Desorganisatio« det Uvabhivzige». Tut•..SRttteflunfiS&Iait" vom-4: März««treck: vor den un- ltutersten Amnpftn:tr:!n nicht zurück; io lug: et feiner gutAaul» ßcn Lesern vor: ..... Aber der RegicrungssozialisinuS wird auch diesen Gc- . wollsxieden im Osten schluckend Man kann schon beute .sa.gxn,. daß die regrerungs sozial: st:«che Frat- kion dem Friedensvertrag mit Rußland zu- stimmen wird. bielle?cht mit einer lendenlabmen Protest- rrilärtlng. über die d-c iwperialilriscken GeUÄlten zur Tages- ordnung übergehen werden, um im Westen zu vollenden, was im Osten.begonnen wurde." Tie sazialnlische Fraktio:: bat dem Oitirieden am 22. s!) März »uitu zugqikmni!, sondern sich der stimm? mubaltr». Sie legt« den anerHischwen Einspruch gegen alls Gewaltsamkeiten.ein, aber«ie will weder dem revancheluftigen russtschei: Imperialismus die Be- rechtigüng seiner kviegemschcn Ansprüche bestätige«:, noch sich durch vdes Brolesst-erLitm dabei selbst ausschalten, für die Ranbööltcr das uchzlichst beste La- zu erwirke«:. Wäbrend sich aber die Unabhängigen breitspurig hinstellen und sich, h? der Rolle des Pilatus gefallen, der. seine Hände in Unschuld wäscht, nimmt die besorg an: sation in ihren Reihen immer groteskere Formen an.. Bor waiigen Tagen beschließen ihre .�n stau zen Ztimmeiühalchng bei der SiichwabI: aber auf diese famaseu Fnilmtzep. brechen von allen Seite» Porwürfe wie Hagelschauer nieder. An der Spitze der Proiestler gegen die Waffenstreckung. steht das. Berliner..Mitteilungsblatt", das den Herren, will sagen den offiziellen Drahtziehern aus. schließlich� Man- d a t s p o I i t i.t, parlamentarischen Kreiinismus llorwirft. ..... Wir verstehe» den obcn'tcheli.den Beschluß der Riebe?- darnimer Krei.stoiiferenz, billig en k ö« n em w i r i b.« a b e r nicht..Gerade weil es uns als iuicimativnale.Sozialtfhen «ircht ausschließlich auf Erringung eines Par- l a me nt s ma n d a te s crnkomiuen darf, gergd««ueil unsere Aüfklarungsarbeit/uuter den Massen zurzeii. starkeit. Hemmun- gen'unterworten ist, üätte man bei allen Äusücktslougkoit. das . StichwäNerHebnis wesentlich zu bociiiflusfen, uird trotz aller Be- schräulürigen unserer Agiiationsfreibeit die 12 Tage zwischen - Haupt?.«Mb Spchwabt. z.umsweUeret«.Hinetutragxn«msärer. vo- litischen Grundsätze"in die Moiren benützen'alle:«.... Da? lechte Ware vor de«: Massen iaber hat der Regierungsi ozislismus der zähle und u: den schönsten Erwartungen Änlaß� gehe. Leider infolge des Saalmangeks es bisher nicht. möglich gewesen, gsteder sei größere Bolksvcrfammlungen zu arrangieren und auch von rner gepläntcu Fried ensversaminlung mußte aus diesen, uitd anderen Gründen Abstand genommen werden. Redner schildert dann»och die vdm Wablverein mlsgebende Bewegung zur Verbesserung der Ernährungsverhältnisse für die Arbeiterschaft, die leider nicht in vollem Maße das Entgegenkommen der städtischen Körperschaften gcfuitden habe. Bei der Niederbarniiner Wahl sei auch in Siemens- stedt intensiv gearbeitet worden. Besonders erfreulich sei«! die vielen Zustiminungseriläritngen und Anmeldungen aus dein Felde, die zu den schönsten Erwartungen für die Jett nach dem Kriege Anlaß geben. In der Diskussion sprachen alle Redner ihre Ge- mlgtilüng über die Tätigkeit de? Vorstandes aus. Genosse Stahl kain auf die moiuentane politische Situation zu sprechen und au? die Haltung der Fraktion bei der Friedensfrage und der Kriegs- krediworlage. Auch hier«vor Uebereinstimmung. daß die Fraktion «vohl die Kredite belvilligen müsse,«nett die Gegner im Westen leider immer noch nicht zum Frieden geneigt seien. Dem Friedens- vertrag mit Rußland öür'e jedoch die Fraktion nickt zustimmen, da-er als GewiAtirteden angesehen werden müsse, wenn auck an der«etzigen Gestalt ein großer Teil der Schuld au? die Haltung der Kölsche«vistischen Regierung zurückzuführen«et. In der'darauf folgenden Porständswahl wurden folgende Genossen gewählt: Ktzederhaimimer Beschlüsse zum Ausdruck kommt. M:t der Auf- fgKung aber, daß die Wabtbe:eutgung n«« irm des Martdaws willen zu erfolgen, ba.be, sollten internationale Sozichiisien gerade dank-der Erfahrungen des Weltkrieg:.? aufgeräumt haben. Aas Hmeiirtragen unserer Ideen in die Massen, die Massen aufzu- richte«», das ist mindestens ebenso wichng«nie die Erringung bei.Mandat-K an sich. T-rzu sollte nur«« gerade in dielen Zeiten kern« Gelegenheit, keine Stunde ungenützt vorübergehen lassen." So sieht. die demokoabische MafsenSewegimg der Unabhängigen im««Harfen Sonueultcht aus: der eilte schreit„Hüb" und der andere ..Hott''.iund das. GMze' dien:'—.der Befreiung des Pro- letäriatS!_ Reiuickcudiirf Wcst. Tie Genossen werden ersucht, sich am Dienstag, zur. Wahlarbeir zur Verfügung zu stellen. Da? Zentral« Wahlbureaü für Reinickendorf-West befindet«ick bei Lütiing. Schorn- iveberftr. ö7. Ecke Schilliitgstraße. Tort werden abends auch die Wahliesultate bekauntgegeben. Karl sb erst. Alle Genossen und Genosfinnen werden dringend ersucht, sich Dienstag, den 26. März, zur Verfügung zu stellen. Die Milarblüt der.G«n o ffin n en ist noiwendig,»zeil ein Teil der Genossen, info�sc anderwestiger Beschäftigung an der Wahlarbeit in .Kär.Worst verhindert ist. Treffpunkt ist unier Wahlbureau, Nestau« . rät,t' Ppser, Donhofslr.. 8, E llhr morgen?. Tempelhof. Heute Gemeindevertrrtorwahlen 1 Die Wahlen für die in der dritten. Klasse gelväblten Genossen Burgemeister und Wanzlick finden. heute vo«: U— 2 Uhr statt. Gewählt wird im 1. und ?.'.Bezirk. Der A,. Wahlbezirk wird gebildet Von dem westlich der Berliner Straße und nördlich. der Albrecklstraße, von Straßenmitte gerechiret, belegenen Ortsteile. DaS Wahllokal befindet«ich im Restaurant Bteiffer, Dorst'ir. 26, Ecke Berliner Straße. Der alleinige Kandidat der Sozialdemokratie für diesen Bezirk ist der Gastwirt Johannes Wanzlick. Der 4. Bezirk wird gebildet von dem östlich der Berliner mid füdlta, der Albrechl-, Teile- und Bergholzstraße, von Straßenmitte gerechnet, belegenen Ortsreil. Das Wahllokal für dic'en Bezirk befindet sich im Restaurant Lvack. Mdltkestr. 15, Ecke Kai>er-W'ihel«n-Slraße._ Sozialdenrolratischer Kandidat für diesen Bezirk ist der Burconvorstcher Ott« Burgemeister. ES. ist Pflicht eine» jeden Parteigenossen, sich für Wahlarbeiten voriitillags w Uhr bei Marlin Müller, Ringbahnstr. 46/41, zur Per- fügung zu stellen.___ Spandou. In der am Donnerstag abgehaltenen Generalver- sirmmlurro des WahldereinS erstattete der Vorsitzende Jahn?« den GeschäftÄvrich:. Redner könnte über einen ersreulicke» Fortschritt der. Organisation berichten. Es sei gelungen, den Verein inner- halb Jähresfriü' au« einen namhaften Mitgliederfiond zu bringen. der dem der �Unabhängigen"!««« überholt haben' dürfte."Selbst in den f feine«. Nachbarorten mache sich ein erfreuliches Orgcrni- s'Ttionsleben bemerkbar, so sei es erst in der letzten Zeit gelungen, in Staaken einen Berein.in? Leben zu rufen, der setzt 86 Mit- ioren: Pieck. Appoldt und Schwarz. Der Antrag des Bor. stände», den Beitrag für männliche Mitglieder auf 15 Pf. und für weibliche Mitglieder auf 10 Pf. pro Woche ,« rrHSHrti, fand einstimmige Annahme. Jugenöveranstaltungeu. Si bcitcriugend Grab- Berlin, Zlnr Sonntag, den 7. Avril, nachmittags 2°/, Uhr. findet im grotze« Saale des Ledreroereinsbau'es. Alexanderpiatz, eine F rühling s fe iex statt, bestehend ans Musik,«tze- sang und Rezitation. Da für dücke Feier ein auserwähltes tllnstlertsHes Pragramui vorgesehen ist. so lvird der Besuch der Veranstaltung allen jungen Arveriem und Arbeiterinnen nebst Eltern and Angehörigen di ingend empfohlen. Einlaßkarten a SO Pf. sind aus allen Angendveranstaltunge» fttnfe im Fngendbein» erhältlich. Arbeiter. Jugendheim««»Nu, Andenür. 9. Heut«, Sonntag. von riachvtitlags ö Ith«: an geselliger, Abend.— Dienstag: Spiel- und Reizenaöend. Freitag': DiSkutteradend. »chöneberg. Arbeiter-Jugend. Heute: Freier Tag.— Mitt. wach: Geselliges Veisammenie'm. Anfang 8 Uhr.— Sonn. abend; den L0. März, in Habels Brauerei, Frühlings- i e i e r. Anfang 7 Uhr. Einlaß 6 Uhr. Karten sind erhältlich bei Karl Stenzcl. Hohenfricdbergstr. 2: Klara Trams, Koburger Straße IS: ,V o r w ä r t s'- E p ed i t i on Meininger Str. S, und im Lokal von ü e h m a» u, Eedanstr. 53. A» der K a s s e werden keitre Karten verkauft.__ öriefkasten der Redaktion. Tic briesticheo Auiragen«ehren sich in letzter Zeit«geheuer Wir machen daraus'«ufmcrksam, daß briefliche Antworten«icht er- teilt werden können. Die Bcantwortuug der Anfragen kanu nur durch den Briefkasten unter angegebener Chiffre erfolgen. — M. D. ÄÄ. Die Kirchen�emeindc muß deshalb die Freistellen dem Belreficnden zur Bcrsügung galten.— W. M. 18. t. Die Postver- bindungcn find noch nicht hergestellt. 2. Menden Sie fich mit einer Be- fchwcrde an das stieichsmarineaint.— üir. IZg. t. Sie müßten als Soldat doch wi?ieit, daß Sie mit Abiaus der Uriaubszeit beim Tritppenteil «viedrr angelangt fein müssen. 2. Nein. iSllhelm. Em Anspruch auf Utinub bestellt nichtr Wir haben Ihre Sache an die zuständige Stelle tvcitergcgeber:.— A. M. 87. 1.'Auf l'<> M. wirb überhaupt keine Steuer erhoben. 2. Von SöO M. an. 3. Die Steuer muß jeder Erbe zahlen. 4. Ja: Bohnsdorf SS. Es würde für Sie hauptsächlich Dienst w der Etappe in Frag«. kommen.- Ein Antrag aus nochmalige Unterluchung wird wohl zwecklos sein.— C.(2. öS» Anspruch aus Slnft lnauoseniichädiguttg besteht in dem-Fall« nicht.— A. it. SÄ. Von Ihrem Truppentcll können Sic Kleidüng nicht verlangen. Sic müßten sich dann nach Ahrer Entlastung an das Rote Kreuz wenden.— Sergeant Jg. Daß die Jahrgänge 69 70 zum 1. 4. 18 entlassen werden müssen, ist jeden- falls nur ein Gerede. Vorläufig harrt der Beschluß des Reichstags immer noch der Bestätigung durch den Bundesrat.— Abonnent 04. Sic brauchen nicht stillst in die Wohnung der Leute zu gehen. Durch Antrag beim Lormundichastsgericht wird Ihnen ein Gerichtsvollzieher gestillt, der das Kmd von dort abholt.— S. ZB. 100. 1. und 2. Stein. — SO. B. 39. Wenden Sie fich an den VolksfeuerbistflttnngSverein Größ-Berlin, Adresse: Paul Günther, XO 18. Landsberger Allee 52.— f. M. 131. Ausschuß sür deutsche KriegSgcsangene, Hamburg. Ferdi- nand'tr. 75.— P. S. Friedrichstr. 18. Sie wenden sich am besten an das Zlrbeitersetrctariat Katlowitz. Holßestr. 87.—(?. M. 35. Bestimmte lllerzle empsehlen wir nickt. J«n Berliner Adreßbuch, Teil II, Seite 282 ff. iindeii Sie ein Verzeichnis der in Betracht kommenden Aerzte.— Allwardt. Die Hebungen gelten als freiwillig. Ein Zwang käme nur tri Frage, wenn es fich um eine Anordnung der Schulbebörden bandelt. Dann würden die Hebungen als UnterrichtSbefiandteil gelten. Wenden Sie fich zunächst ein- mal an die für die tteitung der Uedungen an Ihrem Orte zuständige Stelle.— H. I. Das ist uns nicht bekannt. Vielleicht fragen Sie einmal direlt beim Zeniralburcau der kgl. Theater. XW 7, Dorotheenftr. 3, an. — W. Z. 350 und Gagast. Derartige Spezialfrazen im Brieftaste« zu erörtern, verbietet«mS die Raumtnappheit. Wenden Sie sich an den „Praltisckeli Ratgeber sür Obst» mid Gartenbau", Frankfurt a. O., Verlag Trowttzsch u. Sohn.— F. Z. 100. Wenden Sie fich an den Kassierer der Kasse, Hennig, Charlottenburg, töaestlerslraße 14, X.— W. M. 15. Wenden Sie sich an die Bibliothel des MetallarbeiterverbandeS, Berlin. Linienftr. 83/85.— R. 45. Nähere Auskunft hierüber erhalte» Sie in der Försterei Neümann. Aeitdamm.— SO. D. 216. Die Adresse ist: An den Beauftragten des.Kriegsamtes beim taiserl. G en eralg c unerneur in Brüssel. ES kann sich dabei nur um eme freiwillige Meldung handeln.— Fl. R. 42. Das Gesuch ist auf dem vorichristsmäßiqen Dienstwege an die In- ipcktion der Ffiegerlruvpcn zu richten. L anglich ie«Mattest sowie Stamm- rollenauszug find beizufügen. Fragen Sie eventuell Ihre Vorgesetzten um Rat— ltf. 107. Im Berliner Adreßbuch, Teil II, Seite 133, findeN Sic daS Gewüifichte.— Erwin 14 313. Wenden Sie sich an die tönigliche Sebckmnenlebranfialt. Neukölln. Mariendorfer Weg 23/30.— Dancher»33. Leider i't uns die Adresse nicht bekannt. Vielleicht wenden««e sich e«nmal mit einer entsprechenden Ansinge an das hiesige Polizechrasidmm. R. 4,7. 1. Danach fragen Sie an: besten beim V-rlag an da uns der wirkliche Name auch nicht bekannt ist. L. Räch unserer Auslassung darsider Feldwebel die Kontrolle' nur ai:s Befehl der vorgelebten Behörde»uSuben. Gegebenentalls wollen Sie«ick an den RelchKiagsabg. Danicl stucklen Berlin bTitz. Reichstag, wenden.- ,F.». V- 100.-'w'Zmnter 191» im �ehrerverinnsbaus. Berlin. Aler/rndervlatz..'.w,.100. �-aS �ort wird �schrieben und aesl'rochen: Ukraina._ tu, - St. D. 11. Sie«näßten wobl die Hil'c des Gerichtes m Aufptnch «tebmen. um dem Manne den Verkehr»ü berbieten. ES gtbl noch ein Koblenz in Schlesien, jedenfalls ist d«r.Brief dortdm. gegangen. Ew müssen ertra schreiben„Coblenz am Rheni"..— Honiuanu»>. Jbre Frage ist unverständlich.— C. Rabsisdort. �wiuufien gegen de» Man» klagen auf.verausgabe der Bettitelle.— OJi. SO...-8._ a) Sie müßten die Veränderung des Geschäftsbetriebes bei der Ponzeivehorde an- weiden, b) Fa. ci Die Genebnnaung dazu muffen Sie auch ckei oer Polizeibcbärde einreichen. 2. Das Geseb über die Gewerbeueueö(Glitten. »aqscke Sammlung, können Sie in jeder Buchhandlung bestellen— Fi<». 100. Das ist eine Bestinimung im Emkamm-iptcnergesetz. Wenn Fhr Einkommen um-r 30«» M. beträgt, können Sie zur Änksmmeiisteuer nicht vervsiichtek werd-n.- P.D. Sl. Sw können naimckch ÄS wrsatz zu einem babrischen Truppenteil ckcoidert werden.— Landft.»U.-ick.»s wird Fhnen Ersatz dafür geliesert, wenden Sic fiel) mit cltietn laichen Antrag an da-S Bezirkskomwando.- Fr.«. S.«8. Das bestimmt, her Kaiser auf Grund seiner Kontinandogewolt als oberster Kriegsherr. Die Entlassung der angegebenen Fübrgänge wird aber wahrscheinlich nach Krieg sbeendiqimg umgehend erfolgen.— R. St., Wcissciiiee. Rcin. -«. SÄ. im Felde. Setzen Sic sich mit. unserer BezEtSMuna. Hans Rimmeriall, München. AlSbcimer Eck IS. in Verbindung.— f)*■V-.-'-r' Der.Volksbund für Freiheit und Vaierland". teilt sür einen Veistandi- gunasl'rieden und einen sreibeitlicken AuZbap- in Reich und Staa. ein. Jiit seinen Fielen kann man auch als Sozialdemokrat durchaus elnverstai-oen seiii. Korparatkv angeschlossen sind ibm u. a. auch die größeren GewciNchasicn und Angestellten nevbände.- Valkankämpscr. Da müssen Ste i«ch scho«: bei der ssmgen Dame selbst erkundigen, warum sie keinen Balkan. altlpicr heiraten will. Vielleicht beiürchiet sie, ein solcher tonne etwaS� zii«ehr a» der türkischen Haremssitte Geiallen gesunden haben.— M. D. lo.."th- knrfc für iunoe Mädchen finden in allen städtffchcn Wahssartbildungs- schulen für Mädchen und Frauen statt.— B V. 04. 1- kundigen Sie sich am besten bei der Eisenbahndirettion,.Ibtcilmig sur Güterverkehr. 2. Die vereinbarte Kündigungsfrist ist �mvizgebend, ganz gleichgültig, wohin Sie bdrziehen. Evenwell suchen sie ach mit dem Hauswirt zu verständigen.— M. S. 12. Au« Fbrem Schreiben ist Nicht zu erfeben. um weiche Kasse es sich bandelt Sollte es die-o-erbe- und Krankenkasse der Metallarbeiter sein, so erkundigen Sie sich beim..ieta»- mbeiierverband, Linienftr. 88/8S.— M B. 11. 1934. t. 3Jcm._ Ja. — I. 17. 1. Rein. Beitrasung kann nur auf Antrag uno nach der Ebe- scheidunh erfolgeir. 2. Der Mann.ist zur Alimenta tlintti erp flicht et Und würde 35 bis 50 M. monatlich zahlen müssen. Wenn-ic � Uiuechluzung sür das Kind unter diesem Vorwand beziehen,«viirden Sie«ich jtraibar machen. 4. Nein.— K. Ä. 999. Der Hauswirt kann von dein Mictsuachlaß zurücktreten. Ihre u'rau konnte«ich aber eventuell an da« MietSeinignngSamt am Orte ivcndrn. --tzkO. 112. Das Kind ist nicht erbberechtigt.— Kopenhagen lOO- Di« Zeichen kennen wir nicht.— Ä. H. 11. 1. Wenn der HfitSdlinst- Pflichtige s-m- B e s ch ästi g ung« stelle wechselt, so mutz er sich spateitenS am dritten darauffolgender! Werktage bei der von der Ortsbehvr.de bekannt- gegebenen Stelle persönlich melden. 2. Den Wims« können Sie äußern. er soll auch, wie im Reichstage zugesichert wurde, möglichst. Berucksichngmgi erfahren. 3. Sie wützlcn jetzt Ihre Anfrage beim Roten Kreuz nochmals wiederholen. Die Möglichkeit bestände wohl, datz Sie jetzt genaue AuS- kunst über den Verbleib des Schwagers bekommen. 4. Der Vater, Hot Erbanipruch. er hatte zum mindesten daS Pflichtteil zu verlangen.--- I. I. Besondere Unterstützung für Familien wird auch in.. dem tfallc nicht gezahlt.— 3t. Eh.«icheuan. Wenn die dortige Gemeinde Miel- beihilse zahlt, so müßte für den Heerespflichtigen in dem Falle>vohl auch Mieizuschiitz geioäbrt Iverden. Der Arbeitgeber ist- natürlich nicht dasu verpflichtet.— St. Z. 1000. 1. nnd 2. Ja.— Kranketikasjo Srt. T-e Kasse kann nicht verpssicktet werden. Sie als Mitglied �«veiter zu führen. sie ivird Ihnen aber- die zu llmecht erhobenen Beiträge' zurückzahlen. — Paul. Der Beschluß dcS Reichstages, die Jahrgänge 89/70 zu entlassen. ist durch den Bundesrat noch nicht bestätigt..— M 3. 33. 1. Den 7. Teil von dem baren Nachlatz können Sie sich doch selbst auSrcchucn, so- viel würde ans jeden Erben ept'pUep. 2. Da« iommk ans den Wortlaut des Testaments an. Tie- aiisstehenden Forderungen gehören züdt Nächlbß nnd mützten die 2000 M. mit zur Verteilung unter die Ervbn ffelangcv. 3. Nationalffistnng für Hinterbliebene der ArKsitege GesalleNe», ZIV/ Atw«- siratze It.— K. 240. Zum Zwecke der Kriegstrauung brauchen Sie ein vierzihntüaiges Ausgebot nicht.— Sich. 4. 1200 M. müssen Sie nach- weisen.— Eilt K. R. 00. Der Hauswirt mutz wohl einen Mietsssächlatz gewähren. Wenden Tie sich wegen Regelung der Sache zunächst an die Steuerkafle, event. an daS MictSeinigungsamt.— Friedrichsfeldc 22. 1. Die Steuer wird nur bei zwei Kindern um eine Stute ernlätzigi- 2. Demnach hat es also keinen Zweck. 3. Präliminarsrieden bedeutet ein Frieden, in dem die Hauptpunkte deS zukünftigrn Friedens festgelegt sind. olfo ein vorläufiger Friedensvertrag.— R. G. 11. Ihre Ansicht ist nickt zutreffend, der Unterhaltungsanspruch kann auS diesem Grunde abgewiesen werden. Den 27181.» Sciiiihmaciiernieisterii welche ihre Kundschaft weiter bedienen wollen, empfehlen wir unser« Sehuhbesohl- Jabrik mitbedenteaden maschinellen Einrichtungen. 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Di>e sozialdemokratisch« ReichstagSsroktion hat zum Etat de« ReichSwirtschaftSamtS fvl�nd« Resolutionen eingebracht: A. den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, im Bundesrat den Erlaß einer sich auf das Ermächtigungsgesetz vom 4. August 19l4 stützenden Verordnung herl'eiAufüftre.n, durch die die Kehaltsgrenze für die Versicherungspflicht im Versicherungsgesetz für die Ange- stellten auf 8000 M. erhöht und dementsprechend neu« Beitrags- klaffen geschaffen werden. ö. I. den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, zv veranloffan, daß der Dundesrat von ferner Befugnis im§ 2 des Gesetze», be- treffend Ausnahmen von BeschäftigungSbeschränkunge:: gewerb» licher Arbeiter, vom 4. August 1814 schon jetzt Gebrauch macht und das Gesetz aufhebt. II. a) Bis zur Aufhebung des Gesetzes ist die höhere Ber- waltungSbehörde anzuweisen, Äestim muri gen, die den Schutz der Kinder und Jugendlichen nach KZ 135 und 136 der Gewerbeordnung aufheben oder mindern, nicht zu genehnngen. Die bisher gewähr- ten Ausnahmen sind baldigst aufzuheben. b) Kür Arbeiterinnen ist eine Nachtarbeit, einschließlich einer einstündlgen Pause, von nur 8 Stunden zuzulassen, der fich eine ununterbrochene Ruhe von 16 Stunden anschließen muß. c) von den Bestimmungen über den Wöchnerin nenschutz�Z 137 G.O.) sind keine Ausnahmen mehr zu gestatten. ä) Durch das Fehlen vieler Gewevbeaufsichtsbeamten und technischen Aufsichtsbeamten der Berufsgenossenschaften ist in der Beaufsichtigung der Betrieb«, insbesondere der Unfallverhütung»- Vorschriften, ein« empfindliche Lücke entstanden, die durch eine möglichst weitgchend« Freigab« dieser Beamten feiten» der Heere»- laitung und die Heranziehung von Hilfskontrolleuren au» dem Arbeiterstand beseitigt wenden muß. C den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, zur Regel, mg der Arbeitsvermittlung nnd der Rechtsverhältnisse der ausländischen Arbeiter wähnend der Dane, de» Kriege» folgende Anordnungen zu treffen: 1. Die Deutsche Arbeiterzentrale ist zu verpflichten, jedem ausländischen Arbeiter bei der Uebernahme einer Beschäftigung im Inland einen Arbeitsvertrag rn deutscher Sprache und in der Muttersprache de? Arbeiters auszuhändigen. Dieser Vertrag mutz tmndestenS die Dauer und Art der Be- schäftigung, die tägliche Arbeitszeit, den Mindestlohn, bei Gewäh- nung van Kost und Logis den Umfang und die Art dieser Leistun- gen enthalten. Die Dauer des V>ertrageS darf drei Monat« nicht überschreiten, die Lösung des Vertrages muß dem Arbeiter möglich sein, wenn vor der Schlichtungsstelle(HtlsSdienstgesetz§ 13) dar- getan wird, daß der Vertrag vom Unternehmer nicht eingehalten wird. In diesem Falle, sowie noch Ablauf ds» Vertrage», ist dem Arbeiter die Aufnahme einer Beschäftigimg w einem andere» Be- trieb zu gestatten. Die bisher abgeschlossenen Verträge find, soweit sie eine Ver- tragsdauer von über drei Monaten vorsehen, ans diesen Zeitraum zu begrenzen. Dabei soll die Zeit, während welcher die Arbeiter infolge von Krankheit oder aus anderen Ursachen nicht arbeiten konnten, in die BemagSzeit eingerechnet werden, nnd dürfen die Arbeiter nicht zur Nachhoiung der ausgefallenen Arbeitstage zu- rückbehalten werden. 2. Den ausländischen Arbeitern ist die Inanspruchnahme der im HilfSdienstgesetz vorgesehenen ArbeiterauSschüsse und Schlich-- tungsstellen bei Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis zu er- leichtern und ihnen zu gestatten, ihre Beschwerden in der Mutter- spräche vorgetragen. 3. Die Fnrsorgestellen, die für die polnischen. Arbeiter bei einigen Generalkommando» bestehen, müssen zu Fürsorgestellen für alle ausländischen Arbeiter auSgestaitet werden. Diese Für- sarge stellen sind bei sämtlichen Generalkommando» zu errichten. Ferner sind Vertreter der Gewerkschaften zur Mitarbeit heranzu- ziehen. 4. Den Füriorgrstellon ist die Kontrolle über die sanitären Einrichtungen der Wohn- nnd Schlafräume zu übertragen, sie sollen Beschwerden allgemeiner Art,»n-Sbesondere über nngenü- gende oder mangelhafte Kost entgegennehmen und auf ihre Be- rechtigung prüfen, sowie die Abstellung der ermittelten Nnzuträg- lichkeiten anordnen. S. Den ausländischen Arbeitern ist zu gestatten, einer Be- rufSovganisation im Inland beizutreten. 6. Fall» ausländische Arbeiter die ihnen überwiesenen Arbeiten nicht ausführen können und ihre Leistuugsunfähigkeit ärztlich festgestellt wird, ftnd dieselben nach ihrer Heimat zu entlassen,' und dürfen sie nicht bis zum Eintreffen der Reifegenehmigung der beauftragten Behörde nach den Gefangeneu lagern abgeschoben werden. Berlin, den 18. März 1V18. I. den.Herrn Reichskanzler zu ersuchen, 1. daß die Bekanntmachung über die Gewährung von Sterbe- geld und Hinterbliebenenrente bei Gesuudhsitsschädigungen durch aromatische Nitroverbindungen vom 12. Oktober 1817 dahin er- wettert wird, daß jede körperliche, die Erwerbsfähigkeit der Ar- heiter beeinträchtigende Schädigung die bei der Herstellung oder Verarbeitung von nikriniertem Kohlenwasserstoff entsteht, al» Folge eines Betriebsunfalles im Sinne der Reich»versicheriingS- ordnung anerkannt und entschädigt wird; 2. daß die Betriebe der Kriegsindustrie, in de,«« s) durch die Handhabung oder Herstellung von Explosiv- stoffen, d) durch giftige Gase, ätzende Dämpfe, Staubentwicklung oder andere, mit der Betriebsweise verbundene schädliche Ein- Wirkungen besondere Gefahren für die beschäftigten Arbeiter entstehen, einer eingebenden, regelmäßigen Kontrolle ihrer llnfallverhütungS- und sanitären Einrichtungen unterworfen»Verden. In die lieber- »vachungSausschüsse und ZentralaufsichtSstellen für Spreng stoff- und Munitionsfabriken bei den Kriegsamtstellen sollen Arbeit«: dieser Betriebe, die von den Arbeiterausschüssen in Vorschlag gebracht werden, als ständige Vertreter hinzugezogen werden: 3. daß Arbeiter, die infolge dieser Betriebsgefahren erkranken nnd eine Einbuße an ihrer Erwerbsfähigkeit erleiden, nach den Besthnmungen der Reichsversicherungsordnung über die Unfall- Versicherung entschädigt werden, und daß im Falle de» Tode» den Hrnterbliebenen der Rentenanspruch gesichert wird. Tl. den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, daß durch Bunde»- ratSverordming die folgenden Aenderungen der Reichöversiche- rungSordnnng herbeigeführt»Verden: 1. Di« für die Krankenversicherung festgesetzte Höchstgrenze fiir die Pflichtversicherung ist für die in§ 165 R.V.O., Ziffer 2 bis 5 genannten Berufe auf 5000 M. zu erhöhen. 2. Die in ZK 178 und 314 R.V.O. vorgesehenen Bestimmungen, daß die Persicherungsberechtigung für den Fall der Krankheit mit dem jährlichen Gesamteinkommen von über 4000 M. erlischt, find aufzuheben. 8. Die OrtSlökme lK 14g R.V.O.» und der durchschnittliche Jahresarbeitsverdieüsl für landtvirtschafkliche Arbeiter lgH 836 ff. R.V.O.) sind den tatsächlichen Verhältnissen entsprechend neu fest- zusetzen. 4. Der bei der Unfallvente in K 563 R.V.O. der Berechnung zugrunde gelegte Jahresarbeitsverdienst ist bis zu 3000 M. voll anzurechnen. Berlin, 13. März ISIS. Inöustn'e und Kandel. N«S dem Berliner Wirtschastsleden. Die Commerz- und Di»konto-Vank komnit urft einem außer- ordentlich guten Abschluß heraus. Der Bruttogewinn be- trägt 18,47 Millionen Mark(15, S, 14,4, 14,4 Millionen Mark in den drei vorhergehenlden Jahren). Die erhebliche Steigerung ist vor allen Dingen darauf zurückzuführen, daß die Zinsen 11,55 Mil- Ii o neu Mark brachten, gegen 8,4 Millionen Mark im Vorjahre und 8,2 und 7,7 Millionen Mark in den Jahren 1815 und 1814. Auch die Provisionen haben eine Steigerung twn 5 auf 5,38 Mil- lionen Mark erfahren. Effekten und Konsortialgewinn ist nicht ausgewiesen, da er von vornherein für innere Abschveibiingeu verwendet wurde. Trotz der Steigerung der Unkosten um 1,35 Millionen Mark auf 7,2 Millionen Mark hat der Reingervinn eine Er» höhung von 8,2 Millionen aus 10,2 Millionen erfahren. Di« Bank »erlertt 7 Proz. gegen 6 Proz. Dividende und überschreitet damit ihren Friedenssatz sogar noch um 1 Proz. Außerdem»veist sie dem Reservefonds 1,4 Millionen Mark zu. Der groß« Gewinn erklärt sich vor allem aus dem gestiegenen Zinsenergsbnis, wa» wieder auf die Vermehrung der fremden Gelder nnd den großen Unterschied zwischen EinlagezinSfutz und dem Zinsfuß fiir Darlehen zurück- geht. Di« Einleger sind von 1914 bis 1917 trotz großer Steige- rnngen auf die Kriegsanleihe von 300 auf 850 Millionen Mark ge- stiegen I Das ist ein außerordentlich schlagender Betvci» für die u ngemeine Geldflüssigkeit in der deutschen Kriegswirtschaft. Der Geschäftsbericht führte a. a. au«: »Der Umsatz im Wertpapier- und Konsortialgeschäft war im verflossenen Jahve recht lebhaft, den in dieser Ab- teilung erzielten nicht unerheblichen Nutzen haben wir auch dies- nial zur Mnderbewertung der Bestände verwandt. Da» Unkosten« konto erfuhr eine erhebliche Steigerung durch Gehalts- und Teue- rungszulagen, sowie durch weitere Fürsorge für unsere im Felde stehenden Beamten»uld deren Familien. Unsere Filialen und Depositenkassen haben sich erfreulich entnnckelt und zur Erhöhung des Erträgnisses entsprechend beigetragen, auch unsere Komman» dite S. Kaufmann und C v. lieferte einen guten Gewinn ab. Wir errichteten neue Filialen in Stettin, Kotrbus und Forst; am elfteren Platze haben wir die Firma Joel Hirschberg, an den beiden letzteren die Bankkommandite W. Loetvenstein u. Co. übernommen- Ferner find»vir mit dem Chemnitzer Bau toe rein in Chemnitz und der Löbauer Bank in Löbau durch Vereinbarung einer Interessen- gemeinschaft in engere Verbindung getreten. Wir hatten Ge- legenheit, uns einen Posten Aktien de» Chemnitzer Bankvereins z« sichern. Angesichts des umfangreichen Filialnetzes dieser beiden Institute erivarten wir eine ersprießliche Enttvicklung unserer ge- schäftlichen Beziehungen zum Königreich Sachsen und zu der Lausitz.' Die vereinigte Jsolatorenwerke A.-G. In Berlin-Pankow habe« einen Rohgewinn von 1 129 008 M.(i. P 1 589 186) erzielt. Nach Abzug der Unkosten mit 578 716 M.(549 367) und dmc Abschreibungen mit 315 633 M.(745 380) steht ein Reingewinn von 243 602 M. (315 153) zur Verfügung, woraus wieder 20 Proz. Dividende auf i Million Mark Aktienkapital zur Verteilung gelangen bei 14 262 Mark(8942) Neuvortrag. Nach dem bisherigen Verlauf des neuen GeschäftSjabres kann wieder auf ein befriedigende» Ergebni« ge- rechnet»verven. D« Deutsche FenstrrzlaS-A.-G. in Berlin verteilt au» einem Reingeivim» von 393 704 M.(i. B. 140 673) 10(5) Proz. Dividende und trägt 40 602 M.(7776) neu vor. In der Hauptversammlung der Deutschen Linolen mwerke Rix. dorf A.-G. wurde der Abschluß genehmigt und die Dividende aus 5 Proz. festgesetzt. Hebet die Verwertung de» Neuköllner Grund- stück», im Zusamenhang mit der Verlegung de» Neuköllner Betriebe» nach EberSivalde, teilte die Direktion mit, daß Garant'n dek Verkaufsvertrages die Firma Wertheim für deren Tochtergesellschaft ist. Die GrundstückSübeniahme muß spätesten» sechs Monate nach Friedensschluß erfolgen. Außer Grundstück und Gebäuden»vird auch das Masckllwukonto, jedoch mit Ausschluß der Betriebs- Maschinen übernommen. Der Kaufpreis beträgt 2,05 Mill. Mk.» wozu noch 250 000 Mk. Entschädigung für den Umzug treten. Der der Gesellschaft entstehende Buchgewinn kann auf reichlich eine halbe Million Mark veranschlagt werden. In Bezug auf Erspar- nisse sei auch jju betonen, daß die Löhne in EberSivalde stet» niedriger waren a I S in Berlin und hieraus etwa 100 000 Mk. Minderausgaben zu getvärtigen sind. In der Rohstoff, frage sei zu berücksichtigen, daß die Linole»unnidustrie erst sehr spät auf Zuweisung von Rohmaterial rechnen könne, zumal bei ihren Betriebsstoffen zuerst die Nährmittelbedürfnisse Berücksick,. tigung finden müssen. Der Vorsitzende Fritz Andreas demerkt« noch, daß die Einnahmemöglichkeik für das laufend« Jahr gering und keine Ausficht für die Dividendenverteilung vorhanden sei- wa» auch für das kommend« Jahr gelten dürft«. Die Eisengiesseeei-A.-G. vorm. Keyling n. Thomas in Berlin verteilt eine Dividende von 10 Proz.(i. V. 9 Proz.) bei ange- messen«»» Abschreibungen. BltsfervSeide etwa SO am breit Der Kohlenmarkt. M» erfreulichste Aenderung in der Marktlage ist die Tatsache zu verzeichnen, daß die Brennstoffvevsorgung fich anscheinend lang» sam zu bessern beginnt. Seit etwa 14 Tagen halten sich die Wagengestellungsziffern tm Ruhrbezirk auf einer unter den jetzigen Verhältnissen bemer- kentwerten Höhe. Zwar liegen auf den Halden der Ruhr- kohlenzechen nach wie vor beträchtliche Mengen von Kohlen und Kok». Immerhin haben sie in der letzten Zeit wohl nicht mehr zu» genommen, und die Versorgung der Hüttenwerk« ist in langsam« Besserung begriffen. Hier und da trägt man sich sogar schon wie» der mit dem Gedanken, den einen od« andern kaltgestellten Hoch- ofen wieder anzublasen. Ob und inwieweit da» möglich sein wird, steht allerÄiligs vorläufig noch dahin. Zunächst ist dannt zu rech- neu, daß jetzt auch die Eisenbahntwrtoaltung wieder größere Vor- rät« an Brennstoffen anzusammeln beginne« will, und daß die Versorgung mit Hausbrand für de« kommenden Winter schon jetzt in die Wege geleitet»Verden soll. KleiclecSeSde tfxisej? Taacntzicn- Strasse ZO Friedrich- Strasse 179 «nlarbl*. doppelt breit, 'a*<£nit?ei»WW»»WWMWMW,> i MWlMMMkMlVM Ortsverwaltune Berlin. Andenkt» ansercr im Felde gefnllenen nod verstorbene» Kollegen gewidmet. VIvvlT, Bnutlv, Dreher, geb. 28. Februar 1897 In Neukölln. Oflstrow, Hans, Rohrleger, geb. 12. November ls81 w Nemnkwfter. Keßling, Paul, Mecha»»«. geb. 2, August 1880 in Berlin. Michaelis, Walter, Schlosser. geb. 15. Öuni 1895 in Neukölln. Hflßller, Richard, Schl-ss-r, geb. 26, November 1904 w©erlitt. Schuster, Simon, geb. 5. März 1887 in Back. Sturm, Ernst, Werkzengmacher, geb. 6. Februar 1893 in Berll«. Trzoß, Felix,»1««�»«, geb. 20. November 1877 in Frankenfelde. 238/17 Ehre ihrem Avdeuke«! Die OrtSverwalt»«g. lleilllcher MetsNsl'veltet- lleedsvck. Vvrvsliungzsia»« Ssrlin. Den Mitgliedern zurNach- richi, dag unser Kollege, der Masch inensorm er frsoi SMs Stoinemünber Str. 51 am 20. März gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 25. März. nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Friedens- KirchhoseS in Nordend aus statt. 233/20 Rege BeteMgung erwartet Die OrtSverwaltung. Nach erjolgtcrUeber. führung findet die Beerdigung unseres inniggesiebten un- veraefilichen Sohnes und Bruders 184« Ernst Kasten am Montag, den 25. d. M., nachmittags 5 llhr, von der Leichenhalle des St.Tcorgen- Kirchhojs am KönigStor aus statt. In tiefstem Schmerz Rodert Kasten nebst Fr« und Sohn. Berlin NO. Elbin qer Str. 52. Hierdurch mache ich allen Bekannten und Freunden die traurige Mitteilung, dafi mein lieber, guter Mann, der Gastwirt nach kurzem, schwerem Krankenlager am 22. März verstorben ist. 92A Witwe Ar.ni Memenn. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 26. März, nachmntags 4 Uhr, aus dem neuen Jakobi-Kirchhos statt. Am 21. März starb mein lieber Mann, der Bildhauer Ulbert Mayer im Alter von 43 Labren in der Nervenheilanstalt Speickers- darf b. Königsberg. Erstand sett dem 10. 11.16 im Heeres. dienst. Beiseiner Einberufung hegten wir die Besürchiung, dag er dieser Anstrengung nicht gewachsen sei. 2787L Dies zeigt ttesbetrübt an Die tvauernde Gattin Minna Mayer gb. Küpper,, Fredeisbors(Ostbahn), Platanenstratze 1. Danksagung. Allen Freunden, Bekannten «rd Genossen sage ich für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meiner lieben Frau' 159A �uxuste tterter insbetondere dem Genossen Äüter sür die trostreichen Worte am Sarge der teueren Eni- schlasenen meinen herzlichsten Dank. veberechi Hrrter. E'.k e!» vmlm! beieitigl s222IL' Am, Kanssaldrl jed.HauiauSschlag.Ftechten Hautjucken, des. Beio! i-yadeu. KraAtpsader« s der Frau«! u. deegi. Zusendg. erfolgt per Nach- nähme. ciewntsii-ApotlicIle.llsrlin.| Leipziger Str. 74 sam Dvnhofiplatz). Spezialarzl Dr. med. Oaabo beh. schnell, grünbC, mögt. schmerzlos u. ohne Berussstör. Leeeblecbtelcraellstett, geheime ttaei., Hein-, Freuenleiden, Schwgcbe. 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Die jetzt neu bei« tretenden Mitglieder sind de- rechligt, schon« der ersten Verteilung von Frühgemüse teilzuuebmen.— Ausnahme «euer Mitglieder findet statt im Laden PeterSdurgerftr. 4«: Montags, Mitwochs, Freitags 9—12 und ir—7, außerdem Sonntags 11— L Ferner im Laden SoheNhageuerstr. 4: Dienstags. Donnerstags, Sonn- abends 9— 12 u. 3—6 und Tonn- tags 8— 10. Ferner täglich im VerwalinngSburean: Burg- strafte 27»I, Zimmer 76 (gegenüber Zirkus Busch).' Speiial-lrzl Dr. med. Hauaehd, friedrichstr.DO ÄÄ, Bedandl. vonTyPhiliS, Haut- Haru-, Fraueuteide«. speza chron. Fälle. Schmerz loie. kürzeste Beständig, ohne Lerussstörung. Blutuntersuchung. Maß. Preise. Teilzahlung. Sprechstünden 10 btS 1 und 5—8, Sonnt. 11— 1. Zo Yerkaufen! für Lanvenkoloniste» u. aust. Zwecke: Gräfte« lposte» Leiste«- 20/26 Hort in verschied. Länge»,«r. Posten einzöllige Haken, pro Paket M. U—(etwas d. Näfle gelitten). Auch etwas Nägel vorrätig. 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Pr.): Jedermann. Montag 71/.: Gespenster. Theater i. d. Königgrätzerstr. 7°: Die Helden auf Helgeland. Kachm. 3 Uhr: Kameraden. Komödie n haus. F U: Die StraBe nach Steinaych. 3 Uhr: Die verlorene Tochter. Berliner Thealer. 7 Uhr: Blitzbluues Blut. Nachm. 3 Uhr: Filmzauber. WM der Fr.MsIteiii Närz 1918, NHr: Sonntag, den 21. nachmittags 2'/, VolfSbühne: Jedermann. Deutsches Opernh.: Die lustigen Weiber von Windsor. Nachmittags 3 Uhr: Schiller-Th. Charlottenburg: Schneider Wibbei. Schiller-Th. O.: Hmter Mauern. Lcssing-Th.: Menichcnsrcunde. Künstler-Th.: DerHerr Senator. Triano n-Tke gier ■/48 am Bhf. Friedrichsir. 3/48 Tel.: Zentrum 1927 und 2391. Der Lebensschüler Komödie von Ludwig Fulda. Ida Wüst, Erich Kaiser-Titz, v.Möllendorff, Flink, Kettner. Stg. 1 U. kl. Pr.: Johannisfeuor. Theater für Sonntag, 24. März. Centrai-Theater Ivominandantenstraße 57. 7'/«: Oie Csardastürstin S'/jUhr; Jugend. Deutsches Opernhans uhrJotanDsErzählimgeiL I riedrich-Wilhelmst. Theater 3 Uhr: Ein Maskenball(Amalia). ■1'f2 Uhr: Das Dreimäderlhaus. Kleines Theater b'/j Uhr: Henriette lacoby. 77- Uhr: Banle. Komische Oper i'.'/jUhr; Die Kinokönigin. 71:. u.: SdiwarzwalöiDäös!. Metropol-Theater L: Scliwei�arb.-Y.: Die Kaiserin. Die Rose von Stamliol. 7',. Uhr: Neues Operettenhaus 77�: Der Soldat Marie, 8 Uhr: Der Obersteiger. Hchiilcr-I h. Chart. 3 Uhr: Schneider Wibbei. 77, Uhr: OlliellO. Thalia-Theater uhlr: Unter der bliiti. Linde, 3 Uhr; Egon und seine Frauen Theater am Nollcndorfplatz 37, Uhr: Immer feste druff! 7 Uhr: Theater des Westens 7V, Uhr: Kudwlg XIV. mit Gnido Thiclscher. Vorh.; Der Regimentszauberer. 37« Uhr; Ein Walzertraum. Heute 2 Vorstellungen 2 Gastspiel: Frieda Hess Solotänzerin Hofballettmoister vom Ballett des Kgl. Hoftbeaters Dresden sowie der große März-Variete-Spielplan. Zirkus A, Schumann, Sonntag, 31. März, unwiderruflich zwei letzte Vorstellungen Heute Sonntag: Z'z 2 Vorstellungen rU Nehm. Kinder halbe Preise bis 12 J. auf allen SitzpL| In beiden Vorstellungen Das grobe Sportprogramm I u a. Tllly Böbs, Eisbärgruppen. Movilrn Dr. Ausstatt- IIICAIIU). Pantomime. I Kaffee Luitpold Slotastraße 15. Kabarett. Paul König Elsa Hofer, Kurt Reising. Hella Bella und der Fürst der Boheme Danny Gürtler II URANIA. Sonntag und Montag 8 Uh Die Ukraine. JBüdi, 2 Heute g% Vorsteliunaen£? 3l| I Nachmittags 12 1 1 Kind frei! Heute Vorstellungen iLk 'eit. Kind, halbe Prei.-e. In beiden Vorstellungen: Das großartige Hürz-Programm. Zum Schloß: Mondrahrt. 2 Heute n Vorstellungen" 311 Nehm. jed. Erw. 71|> |2 1 Kind frei, a 12 In beiden Vorstellungen Persönliches Anftret. Paul Heidemann in seiner Film-Operetto „Der Schock« Schwerenöter" u. das neue Varieti- Progr. Apollo| Friedrichstr. 218. 911 Sonntags 37,U. 73 |2 j. Erw 1 Kind fr. 1 4S Flieger von Tsingtau. Varietö-Attraktionen. | Theaterkasse ab 10U.| ununterbr. geöffnot. 2 Uraufführungen Schicksalswirrnisse Schauspiel mit Hedwig Stark und W. Eiski. Der Erdstrommotor| Detektivabenteuer mit Hugo Flink. Ueber Ostern: Die Glocke. Berliner Konzerthaus Mauersfcraße 82. Zimmeretraße 90/91. Heute J* Großes Doppel-Konzert der Mnsikabteilung des Ersatz-Bataillons eines Garde- Infanterie-Regiments, Berliner Konzerthuus-Orchcster, Leiter: Komponist Franz von Blon. Auf ans dl Ihr. NATIONAL»THEATER! Cäpenicker Str. 68(Deutsch-Amerik. Th.) 5 Hin. Jannow.-Br.| Tägl. 77,: Größter Lacherfolg! Die Ist richtig! Possem. Ges.v.Dr.Ä.Lippschütz. Musik; Walter Bromme. Sonntag 37, U.: Studentenliebchen. I n. 2. Feiertag nachm. SV-U.: Pas ist die Liebe! Vorverkauf: Sonnabend un abends 77, U.: Ikie ist richtig! Donnerstag, 28. März. Sonnabend. 30. 3., 77-:{ Gastspiel Alwin KenS: ZEkMig l I Drama von Voß. täglich 10—2 n. ab 6 Uhr(auch Tietz), 1 u Sonntag ununterbrochen geöffnet. Lustsplelhaus 7'/« Uhr; Die blonden Mädels v. Lindenhof. 37« Uhr: Ein toller Einfall. Residenz- Theater 31/, Uhr; Die Siebzehnjährigen 77.uhr:Ber Junge Zar. 8chiiler Theater O 3 Uhr: Hinter Mauern. 77. utr: Ropfeiiratiis Eriieg. U.T SoDe. c Ditplnp: Das TodejuirfeSS des Glücks Ü.T gcteOncftUr. U.T Urtcr beu Lmden? Hagds Scnla s Um ein Weib. U T JücmtfraMreo U.T«ieionderpwh: EHlen KicS'ter s Sie schuld des Sr. Adrton Lorczh Smeiteiluns»icl>«r«i Elekbers» U-T«oUendvr'p ay U.T TtiertiArtofet U.T Unter ben Linden U.T U.T Mexandtzrvlatz U.i Cchonererg: Mellfa Petrs uud Paul Keidfewenn: Paulchens n/lillionenkuss. U.T Moritzv'av U.T Haien beide �aldamar Psitanders Die weisse Riesin. Ossi Qsswatäa Ernst Lubttsch: Der Rodelkavalier. V.T ReiiSdendorierstr. U.T Schbneberg: Das RKts� von Bangalor. "I � LV BZM iumwm§Lm HA/ENHBIM S2/S3 um das naua SajftaaMcw-Programra vom 22.— 28. Mürz anzusehen. OTHELLO Da. VorhEnonlo elsos FDr.tenhan.n Ragie, MAX MACK Prinz WahlMW n. 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Anfang pünktl. 21/2 Uhr. 264/6| ß Karten sind in allen rVorwärtsuspeditionen sowie im| Jugendheim, Lindeustr S, zu haben. wvwxerewrere Liciitspiei-Palast Selioabauser Äliee 140 � � (früher Puhlmann) Oer* RiesenerfoS� des Eröffnungprogramms! Zur S-Uhr-Vorstellung haben Kinder Zutritt. Kar- Freitag 29. März Karten M. 2—10 | Bote o. Bock, Wertheim, Theaterk. Philharmonie. 8 Uhr: Cläre Dax Joseph Schwarz Theater am Nollendorfpl. 8 Uhr; Julia Culp Maria Fein vom Doutsc'ie-n Theater. Theater dos Westens. 77« Uhr: j Die Schöpfung Orat.-V. Neukölln(Dir. Stehmann). Ei!ielBansa,Bölsl, Baatz-Brcckniaan m Amt!, gfleiktk, modern t-ngenchlete m! �ßeilllnßalt f. gmlivlator. Kehandluiig� � Modernes, ergrebtes Heilverfahren: Nafurheilverfahren, Elektro- und Licht-Heiimethode, die wissenschaftlich anerkannte und glänzeud bewährte„Künstliche{iöhensonnen"-ßehandluüg Röntgen-Behandlung und-Untersuchung, Wasserheilver- fahren, Pflanzen- und Kräuter-Kuren und Bäder, Sauer- stoffkuren, homoopatiiische und mechano-therapoutische Behandlung.— Nachweisbar gute und dauernde Hoilerfolgo bei sämtlichen Krankheiten, inneren und äußeren, speziell ohromschen, z, B. Lungen-, Hals-, Herz-, Magen-, Darm-, Leberleiden; Nervenschwäche, nervösen Kopischmerzen allgemeiner Nervosität, allgemeiner nervöser Abspannung. Ischias, Gicht, ftiieumatismus; sämtlichen Ausschlägen, Flechten. Wunden; Lähmungen, sowie Kinderlähmung, Stoffwechselkrankheiten, Zuckerkrankheit usw.— Jfuvi, willige, lifieftiche»nd miiiiMiche sttnertennungen früher behandelter und geheilter Patienten, die angaben, vor der Behandlung in unserer Anstalt ander. weltig ohne Erfolg behandelt worden zu sein: 1. grau 8». Richier, Berlin-Moabit, Waiditr. 33. Lungen. leiden, Biutarmut, Nervenschwäche geheilt.— 2. Herr Georg Heinrich, Baumfchnlenweg, Baum- schu-enstr. 29 II. Lungenleide» geheilt.— 3. Frau E. Biodorn, Köpenick. Aug.-Viltoriaitr. 24. Herz-, Leber- und Nierenleiden wiederholt gebessert.— 4. Herr 5t. Euc ke. Restaur., Eimrlottenburg. Hütt«,. siraste 12. Chronischer Mittelohrkatarrh gehellt.— 5. Herr W. Purfchr, Perlin-AdlerShof, Helbtgstr. 29. Don Magengeschwüre» u. Tarmkatarrh gebeilt.— 6. Frau M. gaste. Berlin, Nvllendorsslr.40 I. RheiimatiSmns u. steife Schulter geheilt.— 7. Herr E. Ehrhardt, Er..«lchter- setde, Ringstr. 52a. Chronisches Hüstgelenkleiden wiederholt erfolgreich behandelt.— 8. Frau E. Ho« dorsf. Berlin, Coibergerstr. 28/ z9. Nerven»«. Knochen- Hautentzündung— vollständig gelähmt— geheilt.— 9. Herr Fl. Nahda. Berlin. Piinzen-Allee 72/73, Bon Kops, und Kreuzschmerzen. trockener Brustfell- entzündung nach Influenza geheitt.— 10. Frau E. Herzniann, Schöneberg. Feurigsir.«1. Eiternde Fistel nach Biinddarmoperatio» geheilt.— 11..Oerr E. Ritter. Friedenau. Sponholzstr. 55. Bon Knie- gelenkleiden geheilt.— 12. Frau A. Rohrmoser. Berlin, BreSlauerstr. 1. Altes sünszehujähriges Herz- leiden geheilt.— 13. Herr M. Anstner, Reinicken- dors.West, Antomenstr. 3. Kieservereiterung geheilt.— 14. Frau H. Hagel. Sachsenhausen b. Oranienburg L M. »nterU-BIutiingen und Nervenleiden geheilt.— 15. Frau Ww. Fritschler, Berlin, Marienburgerstr. 48. Darmgeschwulst geheilt.— 17, Herr Erich Bock. Berlin, Haveibergerstrahe 15. Von Nieren- und Blasenleiden, Wassersucht. allgemeiner groster Schwäche geheilt.— 18. Frau Restanr. Hering. Bertin. Schonbauser Allee 87. Van Basedowscher tt«ankh«it gehellt.— 19. Herr A. Brose. Bln..Te:npellws. Friedrlch-Wiihelmstr. 14. Schweres RückentnarMeidett mit Lähmung der Beine voll ständig geheiU.— 20 Frau E. Popp, Bln.-Lichtenberg, Gäuncrsti. ID. Von chronischer Herzschwäche und Verstopfung geheilt. — 21. Herr A. Schladitz. Berlin, Caprioistr. 24. Von Gestchtslupus geheilt; vorher mit Radium erfolglos behand elf.— 22. Herr A. Hellwlg Blu..Borsigwaide. Ernststr. 25. Von Magengeschwulst, Verstopfung uud Nervenschwäche geheilt.— 23. Herr Milchbändler Eckert. Berlin. Greisenhagenerstr. LS. Von gichtüch. rheumatischen Schmerze» in Bein und F»s?gelenf geheilt.— 24. Herr Gastwirt C. Michaelis, Charlotten dnrg, Wallstr. 87. Von chronischem Leberleiden nnd Gelbsucht geheilt. — 25. Frau M. Knarr, Bln.-Lichtenberg. Scharn- webersfr. 52. Von Herzschwäche, Leberanschwellung uud Magenkrebs geheilt.— LS. Sohn Paul des Weichenstellers Herrn Wilhelm Hassner, Bin.-Westend. Beamienhaus. Von schwerem Beinleideu geheilt. Bein jollte abgenommen werden. 219/16* OOF" Briefliche Originai-Anerkennungen von uns geheilter Pafiemen stehen im Warfezimmer der Anstalt aot Wunsch zur Einsicht. ♦ L streunte Behandlungsräume für Damen und Herren I ♦ Sprech- und Sehandlungszeit; 9—1, 4—77,-— Sonntag und Feiertag: 9— I. 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Telephon: Amt Norden 165,.1239, 1987, 9714. Montag, den 85. März IS18i KsÄrks-yerlammluligev für die gesamte Verwaltungsstelle Berlin in solstenden Lokalen: dorrten: PharuSsäle, Nlüllerftr. 142, abendS 81,, Uhr. Korden: Blittncr» FcftsSl«,«schwedier Str. 23, abds. 3'/, Uhr. Korden: Viktoria-Garten tArttsch), Badsir. 12, abendö 8 Uhr. .Nondlt: Sand« Fcftjäie, Beusssistr. 9, abendS 8'/, Uhr. Charlottcnbnrg: VolkShaus Rosinensic. 4, abdZ. 8'/, Uhr. >�e!»t«n, i�e.Uiineberir und stiteelltz: Kaiser-Wilhelm» Garten, Friedenau, Nhcinstr. S5, abends 3'/, Uhr. Neuwahl zur Bezirkslcilurig. ««ten und Korrto«ten: ComeniussSle, Memeler Str. 67, abends 81/, Uhr. lilchtonberK und Stpalan-Rammolftbnrg: Blume, Ali-Boxhastcn 56, abendS 8lU Uhr. WelUt'iitice: Restaurant Masche, Berllner Allee 251, abendS 8 Uhr. SUdonbczirke: GewerkschastshauS, Enzelufer 15, abends 8-,, Uhr. Kenkeitl»: Ideal-Festsäle, Weichsclslr. 8, abends 7'/, Uhr. Veirvl-Nelnlekondort-�Vezti Lehnhardt, Tegel, Berliner Straße 84, abends&'/, Uhr. ©berschüncwelde, KledcrBChönofreldc, Jo- baKiilutbul u. Unigcicend: Restaurant Warnecke, Obcrschöneweide, Wilbetmincnhosslr. 13, abendS 8'/, Uhr. Spandan: Dertz' Zieftaur., Spandau, Kurstr. 21, abdS. 5 Uhr. Tagesordnung in allen Versammlungen: Slsllnngiiahme zu der am 7. April 1S18 stattfindenden lSrneraiversammlung der BerwaltnngSftelle Berlin. Ohne Mitgliedsbuch tein Zutritt! Zahlreiches und pünktliches Ericheinen wird errvartet. 233/18 vle OrtzverfvaUann. BssfifiBiscetSoftletnJflrtefenlllet. OPtsverwaltung Berlin. Mliilirbrlliiche! MWl SeWnSM Selttöt. Nchtung! Erwerbslose(Kranke). Wegen Quartalsschluß bleibt däS Bureau der Sraakea» abieituag am Mittwoch, de« 5. April 1018 de» ganzen Tag geschlossen. Die kranken Mitglieder werden ersucht, ihre Unter» stühung bis Sounnbend, den 30. März, zu erhebet». Die« jenigen kranken Mitglieder, deren Zahllag Montag, den 1. und Dienstag, den 2. April ist. geben Buch und Karte bis 23. März ab und erhalten am 80. März ihre Unterstützung. ' Vorstehendes findet keine Anwendung bei solchen Mit« gliedern, welche sich in Krankenhäusern oder Herlstätten befinden und ihre Unterstützung erst nach Beendigung ihrer Krankheit abheben. 233/19 Am Mittwoch den 3. April ist die ktranken- abteilung geschlossen. ~ WWeiWW Bezirk Berlin. DicuStag, den 26. Mörz er., abends 8 Nhr, im Idfistrcr- vcrelnohans. Alexanderstr 41: GO»iIMt»bchNkr-DclsMi»liliig Tagesordnung: 1. Der preußische Landtag und die Eisenbahner. Neserrnt: Vrrdandsvorsltzcudcr Kollege Ztmnner. 2. Freie Aussprache. 264/7 Mit kollegialem Gruß Die Bezirksleitung. Am Montag, den 25. März, abend'S 0 Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal 1, Engelufkr 15: Versammlung aller in den amtlichen Zuschneidestrllen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tagesordnung: 1. Rücksprache über die Lohnverhäitnisse in dm amtliche» Zuschneidestellen. 2. Verschiedenes. Achtung I Da die Tagesordnung ewe wichtig« für die Branche ist, werden die Kollegen und Kolleginnen ersucht, für zahlreichen und pünktlichen Besuch Sorg« zu tragen. 161/11 vi« Branchenleltnnf. Kleinwohnnngsbau. Für Kleinwohnungen, Berliner Hochbarl, emvsehlm unsere baureisen Baustellen in Berlin 8*0 in unrniiteibarer Näbe des Zcniralviehbose» und der EngroS-Fiestchhalle, vorzügliche Ver- bindungen durch Straßenbahn und Ringbahn(Bahnhos Lands, berger Allee). Besonders geeignet sür 34/4 gemeinnützige Baugesellichaftrn und Gcnofienschafteu. Günstige Bedingungen, billige Preise. femiiigesellzeiüllt keglig lisM"m"*™ K � Vorm. 9— 1 Uhr. Fernspr. Amt Nollendors 1393. BükKsHicta Wohnungs-Einrichtungen In erstklassiger Ausführung zu solldea Preisen liefert unrnittelbsr ab Fabrikgqblude so Private MZ-LMlM BerüBerTIsEiiler- DJapeziertnoeltter Albert Gleiser G.m.b.H.• Berlin C33,Alezaiiderstr.42 Alexanderplatz Vir onterhslten noch eine reiche Auswahl in klassigeu Möbeln bis zum Auserlesensten. 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Die Klcinhandclsgeschäftc haben die von Ihnen an- genommenen Karienabschnilie in der bisher vorgeschriebenen Weile an ihren Grostbändler abzuliefern, und zwar am Mittwoch, den Ä7. März 1318. V. Die Ware wird dann in der üblichen Frist bei den Klein Handelsgeschäften gegen Rückgabe der EmpsangS- beschewigungen zur Versügung stehen. Sie mutz bis zum Stt. April>1)18 abgenommen werden, da sonst der An- ipruch aus Lieierung vcrsällt. VI. ES ist unzulässig, die Karienabschnitte in Keschäsien abzu. geben, in denen nichl das vom Magistrat ausgegebene AuSbängcschild isiehe zu III) angebracht ist. Geschäsien, > die nicht im Besitze des'Aushängeschildes find, ist die Annahme der Karienabschnitte untersagt. Berlin, den 23. März 1918. Magistrat der ßSaigl. Haupt- und ZtestdenMt. Tgb. Nr. 605 Nä. Abteilung für Nährmittel. MübeLKredit an jedermann, - Kleinste Anzahlung.: :: Größte Rücksicht, n Bequemste Abzahlung. Relcbtialüges Lager in ganzen Ein- 1 rlehtungen und einzelnen Stücken. 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St. 45 Ps. berechnet und zwar immer sür den vollen Kalender- Monat. Zur besseren Ueberficht wird vom 1. April ab mit dem I1L Nachtrag sür Arbeltgeber und Versicherte eine Tabelle im Kasienlolal heraus gegeben. Vom gleichen Tage ab wird auch das Krankengeld sür die 1.«tuse aus 50 Ps., für die 2. St. aus 1 M., 8. St. 1,50 M. 4. St. 2 M.. 5. St. 2.50 M.. 6. St. 3 M.. 7. St. 2.50 M.. 8. St. 4 M.. 9. St. 4.50 M. und 10. St. 5 M. festgesetzt. Im übrigen verweis«« wir aus den III. Nachlrag, der nach Empsangnabme von den Ar- beiigebern allen Versicherten so- sott zur Verfügung gestellt werden muß. 301/12 Ter Borstand. •. Richter, Vorsitzender. Der beste fiipnnscii-Fwi Berlin W, Bfilowstr. 12« pt. Tel Lützow 9604, Nollend. 563. Prospekt H. Sohnelhito Erfolge, euch Ii bei hartnäckigen Fällen.! Ohne Berufsstörung Spreohst. 12-2, 6-8, Sonnt. 11-1| Sanitatsrat Dr. Paal.Woin> Berlin C Wallstr. 13 inen Spulilflrni; Gardinen haus Bernhard Schwartz mm Heute Sonntag 2— 6 Uhr geöffnet, neen (alkoholarm) Glühnunsch-Extrakt 1 M. 4.— das Liter. etro'- G lühp.- Extr. M. S.20 das Liter. Meine 11r „Trumpf-As"(alkoholh.) M. lO.— das Liter. „Schelm", vorzüglicher Geschmack, M. 5.— che Unter- seeboote Z wertvolle, gesicherte Dampfer von znfam- inen etwa 24 VW Br.-R.-T. Von den versenkten Schaffen war ein Dampfer mit Schmier- ölladnng nach Ätalta bestimmt. Ein Tankdampfer mit Heizölladung, der nach dem Torpedotreffer schwer beschädigt mit Schlepper biife Malta zu ervoichen svchte, sank, bevor er den Hissen erreichte. Der Chef des Admiralstabes der SPiarinc. Kleine Kriegsnachrichten. Tcutfch-bclgisches Gefangenenabkommen. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Gestern ist in Bern zwischen deutschen und belgischen Vertretern ein Abkommen über Gefangenenfragen unterzeichnet worden. Ueber die Einzelheiten werden weitere Mit- teilungen vorbehalten. Der englische Orientbericht meldet de» Verlust der unter un- säglichen Mühen erreichten wichtigen Sadt Hit, die von den Türken wieder genommen wurde, wobei eine Menge Munition und zahlreiche Beute in die Html) der Sieger fielen. Hit ist als Karawanenknotenpnnkt für die Ledbindung zwischen Syrien und Mesopotamien von cmtzerordentlicher Wich- tigkeit. Bei der Beschießung von Osteude am 21. März nachmittags durch feindlich« Monitore wurde nach dem Bericht des W. T.B. kein militärischer Schade» angerichtet. Dagegen fiel» dem Beschuh mit schwerstem Kaliber zahlreiche Einwohner znm Opfer. Fliegerbombe« auf Camyiegue. Pari«, 22. Mäcz. Amtlich. Gegen 9 Uhr abends flog eine Abteilung feindlicher Flugzeuge über unsere Linien und warf eine Anzahl Bomben auf Cowpiegne und einige Orte dieser Gegend. Einige Flugzenge drangen nach�Süden vor, muhten aber infolge Artilleriefcuers um- lehren. In Paris wurde sofort Alarm gegeben, in einer halben Stunde war aber alles vorbei. BerlLngernng der Kammermandate in der Türkei. Der türki- sche Senat hat mit 35 gegen eine Stimme mit geringfügigen Ab- änderungeu den Gesetzentwurf der Regierung angenommen, durch den Artikel 69 der Verfassung einer Abänderimg unterzogen wird, die während des Kriegszustandes ei»« Verlängerung der Abgevrd- netenmandate gestattet. Da« allgemein« Stimmrecht für die Wahl» gv Staats»«nd Berwaltungsämter« ist r» Portugal eingeführt worden. Die Denk- schvift über die Gründe, die dem Erlah beigegeben ist, weist nach, doh diese llmb-ildnng nnr dazu beitragen kam, die Republik zn befestigen. Balfour gegen Trevelpa«. Nach„Wgemeen HandelZblad" ist in der gestrigen UnterhauSfitzung ein Antrag des Pazifisten Treve- lyan auf Errichtung«-wer ständigen Kommission für auswärtige Angelegenheiten eingebracht, aber auf Balfours kräftigen Widerspruch zurückgezogen worden. Großfürst Nikolai Rikalajewissch»erhaftet. Die„Nolvaja Shisn" erfährt aus Tiflis, dah der auf seinen Gütern im Kaukasus sich aufhalte rede Grohfürst Nikolai?dikolajewitsch plötzlich ver- schwundcn sei. Die Zeitung nimmt an, dah er im Zusammenhang mit der in den letzten Tagen entdeckten gegenrevolutionären Beloc- gung verhaftet worden ist. Die Zuydersee. Die Zweite holländische Kammer hat heute eiilstimmig den Gesetzentwurf betr. die Trockenlegung der Zuydersee angenommen. Eine geheime Ueberwachungsstelle? Zentralstelle Dr. Streber. In der Freitagssitzung der bayerischen Abgeordnetenkammer gegründete Abg. S ch m i d- München 2elck>e'"io- im.geverdächtige Personen überwacht, der Berliner Hauptstelle AuS- landSpässe übermittelt und Auskünfte über die politische Zuver- lössigkcit des Antragstellers gibt. Der Redner ersucht um Auskunft über das Wesen der Z. St. und ihr Verhältnis zur Berliner Pass- stelle. Alle» Vertrauen zni Regierung müsse verschwinden, wenn sie sich nicht zu reinigen wisse von diesem scheußlichen Trei- b e n. Kriegsmiinster v. Hellingrath beantwortete die Jnter- pellation folgendermaßen: ES bestehen gewisse Einrichtungen, die Krieg» Notwendigkeit sind, deren Tätigkeit sich aber der Oeffentlichkeft entzieht und deshalb zu falschen Deutungen Anlaß gibt. Diese Organisahonen dienen lediglich Zwecken der Kriegführung, der Abwehr gegen das Treiben feindlicher Spione und Agenten und dem militärischen Nach- r i ch t e n d i e n st. Gründe der Landesverteidigung verbieten mir eine nähere Aufklärung. Ich kann versichern, daß diese Stellen mit der � Auskundschaftung der politischen Gesinnung der Bevölke- rung nicht da» Mindeste zu tun haben. Der Gesin- uuug de» einzelnen nachzuschnüffeln, hat die Re- gierung nicht den geringsten Anlaß. Ich kann ins- besondere mit aller Bestimmtheit erklären, daß die oberste Heeres- leitung oder der stellvertretende Generalstab in Berlin irgendwelche Einrichtungen zur Auskundschaftung der Gesinnung der bayerischen Bevölkerung nicht getroffen haben. Tagegen kann ich nicht in Ab- rede stellen, daß Privatpersonen beiderlei Geschlechts sich zuweilen in u na n g e b r a ch t e r G c s ch ä f t i g k e it oder au» anderen Be- weggrürrden berufen fühlen, die Behörden über die politische Gesinnung einzelner oder gewisser BevölkerungStrcise unaufgefordert zu unterrichten. Ich würde e» für verfehlt halten, wenn die Behörden sich durch solche Denunziationen beeinflussen lassen würden.(Sehr gut!) Daß die Paßertcilung außerbaycrischen Bc- Hörden Gelegenheit zu unzuverlässiger Eiuflutznahnie auf inner- bayerische Angelegenheiten gibt, muß ich entschieden in Abrede Hellen. Namens der bayerischen S t a a t s r e g! e r u n g k a nn ich die Versicherung geben, daß wir die.>>and zu politischen Efesinnungsschnüffeleirn nicht bieten und daß die Regierung ehvaigen Berftlchen, solche Bestrebungen von außen herein ins Land zu bringen, mit aller Schärfe entgegentreten würde. Bezügliich der Verwendung von Mkitärpersonen, die der sozialdemokratischen oder un- abhängigen Partei migehören, erklärte der Minister, daß all- gemein eine sorgfältige Prüfung des zurzeit in Ber- tranensstellungen befind suchen Personals und eine sftigebende Prü- fung bei jeder Neuanftellung angeordnet sei, und daß Personen, deren Verläfsigkoit zweifelhaft sei, aus Vertrauensstellungen entfernt werden. Er stehe nicht an, zu erklären, daß er Leute, die sich als Anhänger der unabhängigen sozialdemokrati- scheu Partei betätigen, in Anbetracht der Stellung, welche dies« Partei zu unserer.Erieg-ührung einnimmt, nicht für geeignet halte, in militärischen Vertrauensstellungen ver- wendet zu werden.(Sehr richtig!) WaS den migeblichen Gebeim- erlaß de» KriegSmin i steriu ins betrifft, der den Soldaten verbietet. mit Parlamentariern in Verbindung zu treten, erklärte der Mi- nister, er habe«in derartiges Perbot nicht erlassen. An die Antwort de» Kriegsminisiers schloß sich ein« längere Debatte, in der sich die Vertreter der Liberalen nutz der Zen- trumSpartei für befriedigt erklärten. Mg. Dr. Süßheim(Soz.) begrüßte dt« Abfertigung des Demingimitenwms durch den Kriegs- minister, wandte sich aber gegen das einfeftige Porgehen der mili- tärischen Gewalt gegen ein« Partei. „Grüß mich nicht Unter öen Linüen/ Alldeutsche und„Deutsche Zeitung". Die„Alldeutschen Blätter" bringen an der Spitze ihrer neuesten Nummer eine lange Erklärung„in eigener Sache' zu dem Austritt der sechs nationalliberolen Reichstagsabgeordneten an« dem All- denhchen Verbände. Diese Erklärung beteuert in allen Tonarten, daß die„Deutsche Zeitung", deren Angriffe gegen die national- liberale Partei die Ursache zum AuSlritt der sechs Abgeordneten waren, mit dem alldeutschen Verband ganz und gar nicht» zu tun habe. Mit schlecht gespieltem Erstaunen schreiben die alldeutschen Blätter: CS darf nn? also einigermaßen wundernehmen, daß p o l i- lisch erfahrene und geschulte Männer, wie die sechs nationalliberolen Abgeordneten, einem unseres EracktenS wohl bcrmeidbaren Irrtum erlegen sind. Wir schlußfolgern umgekehrt: Wir nehm» an, daß die „politisch erfahrenen und geschulten Männer", die lange genug dem Alldeutschen Verband angehört hatten, sehr wohl die Zu- sammeuhänge zwischen dem Verband und der„Dt. Ztg." ge- kannt haben. Daß ofstziell nur die„Alldeutschen Blätter" als Organ des Alldeutschen Verbandes bezeichnet werden haben Stresemann und Genossen als langjährige Mitglieder des Verbandes sicher ge- wüßt. Aber sie wußten wohl auch, von wessen Geld die „Deutsche Zeitung' finanziert wird. Wenn jetzt der Alldeutsche Verband die„Deutsche Zeitung" nicht keimen will, so erinnert das stark an den bekannten Heineschen VerS: Blamier mich nicht, mein schöne? Kind, Und grüß mich nicht Unter den Linden. Prof. Sombart über öeutstbe Volkswirtschaft. Werner Sombart hielt gestern abend im Abgeordnetenhaus einen Vortrag � über das Wesen der deutschen Volkswirtschaft. Die Entfaltung der produktiven Kräfte in Deutschland untev- scheidet sich von der europäischen Steigerung der letzten Jahrzehnte durch ein erheblich schnelleres Tempo. Die sozialen Folgen dieser Umwälzung vollzogen sich in gleicher Eile, so z. B. die Um- schichwng dec Bevölkerung und der Klassen. AuS einem Handwerker- und Bauernstaat wurde ein Proletarierstaat, m dem die Lohnarbeiterklasse den Ton angibt.»Im Gegensätze zu England hat sich aber Deutschland trotz der industriellen Entfaltung ein starkes B a u e r n t u-m erhalten, das jedoch nicht in der Lage ist, den Be- darf des Landes an Lebensmitteln zu decken. Der kapitalistische Geist findet kaum in einem anderen Lande ein gleiches Beispiel; ein Beweis dafiir sind die Erfolge auf dem Weltmarkte, sowohl als Unternebmungs- wie als Händlergeist. Desgleichen steht die deutsche Volkswirtschaft wie keine andere aus wissenschaftlicher, burcaukratisch-militärlscher und sozialer Grundlag«. Die Sonderheit der deutschen Volkswirtschaft erklärt sich aus ihren wirtschaftlichen und geschichtlichen Bedingungen. Deutsch- land ist an sich ein armes Land, hat aber hohe Produktions- Möglichkeiten, vor deren erfolgreivben Ausbeutung die Götter den Schweiß gesetzt haben. Diese LcbcnSbcdingnng bestimm! den Charakter des Deutschen: er ist pflichigetreu, fleißig und such- lich, damit ist sein Wesen ein Teil Menschentum, das natürlich zu dem Wesen anderer Völker in Gegensätze gerät. Di« deutsrffe Volkswirtschaft muß eine organisch« sein, darf keine mechanische werden, sie bedarf dazu eines agrarischen Untergrunds. Darum findet Sombart auch die Gebiets- crn- iterungen im Osten begrüßenswert. Die nächste RcichStagsstdung findet am Dienstag, den 16. April, nachmittags 2 Uhr, statt. Auf der Tagesordnung stehen: Kleine Anfragen, die Ucbcrwachung der für den Heeresbedarf ar- behenden Betriebe und die Fortsetzung der Beratung des Reichs- Haushalts, die beim Haushalt der Reichspost- und Telegraphen- Verwaltung hält. Das Herrenhaus hält am Dienstag, den 9. April, nachmittags 1 Uhr, eine Plenarsitzung ab. Auf der Tagesordnung stehen die Berichte verschiedener Kominissionen. Moderne Sllavcnhaltcr. Zu unserem Bericht über die Rede de? l»cn. Stückle n im HilfsdicnstauSschutz sendet uns die dort mitbenaiurtc Firma Julius Berger die Abschrift einer um- fangreichen Eingabe an das Kriegsamt. In dieser Ein- gäbe sucht die Firma darzutun, daß in ihre« Betriebe die vom Gen. Stncklen aufgefübrien Mißstände nicht vorgekommen seien und daß im übrigen sie Militärverwaltung die Verantwortung dafür tragen würde, da sie für Unterkunst und Verpflegung der Arbeiter zu sorgen habe. Da es sich bei uns um die Wiedergabe eine» parlamentarischen Berichtes bandelt, so haben wir keinen Anlaß, auf die Sache näher einzugehen. Postkartenseuche. Von verschiedenen Seiten werden wir auf eine jetzt wieder grassierende Postkartenseuche hingewiesen. Von anonymen Absendern erhalten die versckiedeilsteii Personen eine Karte zugeschickt, aus der folgendes zu lesen steht: Uns treibt nicht Eroberungssucht, uns treibt der unbeug- same Willen, den Platz zu bewahren auf den uns Gott gestellt hat. Diesen Spruch erhielt ich zum Weitergeben. Jeder der diesen Spruch der vom Kaiser gesprochen wurde erhält, soll deu selben 9 Tage lang immer einem audereii Bekannten ohne Unter- schrift zur Weitergabe übersenden. Diese Kartenbitte soll durch ganz Deutschland und darf nicht unterlirochen werden. Es geht die Sage, daß derjenige der diese Karte nicht weitergibt kein Glück mehr hat. doch derjenige der jie 9 Tage weitergibt am letzten Tage eine große Freude hat. Für Weitergabe im pairiotischen Siniie. Daß sich genügend Dumme finden, die diesem Befehl nach- kommen, beweist der Umstand, daß un» eine ganze Serie solcher Karten bereits vorliegt. Verschiedene Einsender sprechen die Ver- mutung aus, daß hinter diesem Treiben die V a t c r l a n d s p a r-> tei stecke. Dann müßte es jedenfalls cm satirisch vcraulagler Kops dieser Partei sein, der sich in der jetzigen Zeit so stark bemüht, da» Wort„Uns treibt nicht Erobern ngs tu cht" in Erinne- rung zu bringen. Wir neigen eher gu der Ansicht, daß die Sache von irgendeinem fröinmlerischel! ischioachkopf ausgegangen ist, der nun Betrachtungen über die Wahrheit de» Satzes anstellen mag „Nichts ist so dumm, es findet doch sein Publikum". Kriegerische Pastoren. Ein Aufruf der Vaterlandspartei für das Kurfürstentum Kassel(wir glaubten, das existiere seit 1866 nicht mehr) trägt unter einigen hundert Unterschriften auch die von nicht weniger als 44 hessischen Pfarrern. Bezeichnenderweise sind es sämtlich evangelische Geistliche, während die k a t h o l s ch c n Pfarrer sich ferngehalten haben. Letzte Nachrichten. Wilhelm II. und Irland. Versin, 23. März. Wie die Deutsch-Jrische Gesellschaft mit- teilt, ist in Erwiderung aus das Huldigungstelegramm, das die Ge- sellschaft anläßlich ihres Empfangsahends am St. P<»tr!ck»-Tag an den Kaiser richtete, folgende Antwort eingegangen: Seine Majestät der Kaiser und König haben den HuldigungS- grüß der Deutfch-Inschen Gesellschaft gern entgegengenommen und lassen bestens danken. Den Freiheitskampf des tapfc- re» Irland verfolgen Seine Majestät mit Jnter- esse und lebhafter Sympathie in dsm stolzen Bewußt- sein, daß deutsche» Schwert schon eine Reihe von Völkern zur Frei- heit geführt hat. gez. Geheimer KabinettSrat von Berg. Asqmth übrr die Schlacht. Amsterdam, 23. März. Aus London wird berichtet: In einer gestern in Derby gehaltenen Rede sagte AZquith: Beinahe vier Jahre sind vn flössen, seit die liberale Partei den entfetz- lichen Entschluß zur Teilnahme am Kriege treffen mußte. Selbst nun. wo sie all die Opfer und Leiden deS Krieges kennt, würde sie nicht anders gehandelt haben. Ihre erste Pflicht ist es, sich der Fortsetzung des Krieges zu widmen, um einen baldigen und gün- st igen Frieden zu erlangen. ES ist ein großes Ringen in Frank- reich augenblicklich im Gange, aber zweifellos wird die Tüchtigkeit der englischen Generale und die Tapferkeit der englischen Truppen der schwierigen Aufgabe gewachsen sein. Dieser Krieg ist nicht ein Krieg zwischen Hcersn, sonder» ein Krieg zwischen den Völkern. ßngland-5 Wünsche an Holland. Amsterdam, 23. März. Nach einer Reulermeldung hat der englische Gesandte im Haag an den niederländischen Minister des Auswärtigen ein Schrc iiben gerichtet, in dem es am Schlüsse heißt: Was die weiteren Lteferungeir an Getreide, Lebensmittel», Rohstoffen mid allen andeven Ein ftchvgü lern betvifst, die in den Vorschlägen für ein neues allgemeine« Abkommen vorgesehen find, so sind die Regterungen der Verbündeten bereit, den holländischen Schiffen, die jetzt in holländi- schen Häfen liegen ihre Einfuhr nach Holland in jeder Weise z» erleichtern, gemäß einer Liste und den Bedingungen des allgemeinen Abkommens, wenn die niederländische Regiemrng zur Annahme dieser Bedingungen bereit ist. Die Re- gierungcn der Verbündeten sind der Meinung, daß die jetzt in ihren Hiif» liegend» holländischen Zchiffc nicht ganz dem Schiffsraum entsprech», d» sie nach den Bedingung» des geplanten allgemei- nen Abkommens gehofft hatten beanspruch» z« können. Die Schiffe, die sich in Holland und auf dem Wege nach Holland be- finden, dürften den Schiffsraum über st eigen, der für d i e Einfuhr nach Holland und seinen Kolonien nötig ist, wie e» cnls Grund der ursprünglich» Schisfsraumbor- schlüge, denen die holländischen Vertreter provisovisch zugestimmt hatten, berechnet worden war. Wenn andererseits den Regierungen der Verbündeten überzeugend nachyewies» würde, daß das nicht der Fall wäre, so würden sie de» etwaigen Fehlbetrag in dem Holland zur Verfügung stehenden Schiffsraum decken, auf Grund der verschiedenen Borschläge des allgemein» Abkomm»s, die sich auf die Benutzung und Verteilung des holländischen Schiffsraumes bezieh»— sobald die holländische Regierung ihnen die endgültigen Ziffern des in oder auf dem Wege nach Holland befindlichen Schiffsraumes mitteilt. Abfall Tnuricnö bon der Nkraine. Moskau, 22. März. lMeldnng der Petersburger Tele- grephenagentur.) Tie Regierung vsn Tavrirn, da« einen Teil der Ukraine bildet, hat die Begründung einer Republik erklärt und erkennt die Oberhoheit der Üiada in Kiew nicht a n. Die Löhne der amerikanischen Eisenbahner. Amsterdam, 23. März.„Times" meldet aus New Fork, daß die Lohnkommissiou für die Eisenbahn dem Generaldirektor Mc. Adoo und dem Präsidenten ein« Lohnerhöhung zu einem jähr- lichen Gesamtbetrag von 3Z0 Millionen Dollar vorschlägt. Das weist auf eine künftige dauernde Verwaltung der Eisenbahn durch die Regierung hin. Die Kommission hat unter dem Vorsitz des Staatssekretärs des Innern Lane die Verhältnisse für ganz Amerika genau untersucht; Eisenbahnautoritäten er- klären es für unmöglich, daß von Privatverwaltungen die vorge- schlagen» Löhne gezahlt und doch die Dividenden ausgeschüttet wer- den können. Darum halten sie den Vorschlag dec Kommission für einen deutlichen Beweis, daß die Regierung die Eisen- bahnen dauernd in ihrem Besitz behalten will. Die Äoliiiiiisfion stellt fest, daß der durchschnittliche jährliche Lohn der Eiseilbahnbeamtell weniger als l» Dollar betrug. 37 Proz. von ihnen arbeilete an sieben Tagen in der Woche. Die durchschnittliche Steigerung--der Kosten für den Leb»sm:ttelu,rterbalt beträgt 42 Proz. Die seit Kriegsanfang in Amerika zugestandenen JJohw- crhöhung» betragen über eine Milliarde Dollar. Gewerkschaflsbewesuns Widerspenstige Zechenverwaltungen. Kürzlich bl-rich!eten wir. daß die zu dem mit großen lieber- schüssen arbeitendem Eisen- und Stahlwert Hoesch gehörenden Zechen Kaiserstuhl I und II sich einem Schiedsspruch des Schlich- tungöauSschuffes im Gegensatz zu den Zlrbeiterausschüssen nicht unterwarfen. Offenbar handelt cS sich dabei um eine Verab- redung der Zcchenherrcn, die aus diese Weise die Tätigkeit der EchlichtimgSauÄschüffc unterbinden wollen. Vorher hatte nämlich bereits die Zeche«Cour!", die zu der Harpener Bergbaugesellschaft gehört, das gleiche getan. Jetzt wird in den Dortmunder Blättern amtlich initgeteilt, daß auch die Bergwerksgcsellschaft„Glückauf- fegen"(Wellinghofen) sich einem Schiedsspruch nicht unterworfen hat. In diesem SchicdSsprnch wird der Zeche auferlegt,«daß bei normaler Arbeitöleishing und bei normalen BetricbSverHältnissen im Monat März tLl8 ein Haue rd-u rchs chinttZlolsn von 12,50 M erreicht wird." Auch die Durchschnittslöhne aller übriger» Arbeiter- gruppen sollen entsprechend erhöht werden. In diesem Falle ba! sich ebenfalls der ArbeiterauSschuß, dessen weitere Forderungen, soweit sie nicht zurückgezogen waren, abgelehnt wurden, dem Spruche gefügt! Die Arbeüerschaft dieser widerspenstigen Zechen könnte nun kündigen; ob sie aber auf einer anderen Grube Arbeit bekommen würden, steht nicht fest. Di« Grubenkapitalisten wollen die Kriegs- gewinne allein in ihre Taschen leiten; waß auS ihrem Verhalten entsteht, ist ihnen offenbar ganz gleich. Kommt es schließlich aber zu einer Entladung der in bedrängter Lage lebenden Arbeiterschaf!, dann schreien auch s i e niit über Landesverrat. Wo aber die Schuldigen fitzen, da» zeigen die obigen Beispiel«. Die Bankbeamten ersuchen um Teuerungszulagen. In einer vom Allgemeinen Verband der Deutschen Bank- bcamten am Freitag abgehaltenen öffentlichen Versammlung schil- derte Fräulein Else Landau-Wien die Erfolge, welche die öfter- rcichischen Bankbeamten, gestützt auf ibre 16 000 Mitglieder zählende Organisation, errungen haben. Es besteht«in« vereinbarte Dienstordnung, die Beamten rücken nach dem Dienstalter in höhere Stellungen und Gehaltsstufen auf und sie erhalten KriegSteue- rungSzuiageu in Höhe von 120 Prozent des GchaliS. Dagegen sind, wie Benno Marx-Berlin ausführte, die Ver- hältniffe der Berliner Bankbeamten wesentlich ungünstiger. Die Beförderung hängt von der Willkür der Direktoren ab, die Teue- rungszulagen sind unzureichend. Erst im Jahre 1916, als die Teuerung schon lange sehr drückend war, wurden Zulagen bewilligt, die sich monatlich auf 17 bi» SS M. für.Verheiratete und 8 bis 32 M. für Ledige belaufen. In der zweiten Hälfte des Jahres 1917 wurden die Zulagen so weit erhöht, daß sie im allgemeinen 20 bis 50 Prozent deS Gehalt» betragen. Aber auch mit diesen Zulagen entspricht da? Einkommen der Bankbeamten bei weitem n cht den herrschenden TeuerungSverhältniffen. Da die großen Banken während deS Krieges sehr gute Geschäfte gemacht haben, könnten sie bei gutem Willen mehr für ihre Beamten tun. In einer einstimmig angenommenen Resolution werden die Einkommens- und Arbeitsverhältnisse der deutschen Bankbeamten als geradezu trostlos bezeichnet. Die Bankbeamten werden auf- gefordert, sich zur Verbesserung ihrer Lage der gewerkschaftlich'.» Organisation anzuschließen und an die Leitungen der Banken wird das dringendste Ersuchen gerichtet, durch Gewährung von der heutigen Teuerung entsprechenden Zulagen den Angestellten das Durchhalten zu ermöglichen, damit ernste Konflikte vermieden werden. Ter Zimmererverband im Jahre 1917. Das Jahr 1917 hat mich dem Zimmererverbande eine Mitgliederzunahme gebracht. Zwar ist sie nicht sehr groß, aber gegen- über dem starken Rückgänge in den voranigegangenen Kriezssahren doch reckt erfreulich. Während sich der Mitgliederbestand um 2008 erhöht hat, von 17 099 auf 19107, ist der Bestand an Zahlstellen noch etwas zurückgegangen, und zwar von 632 auf 610. 22 Zahl» stellen, die zu allermeist' nur noch ein beickeideneS Dasein führten, mußten ihre Tätigkeit 1917 ganz einstellen, weil ihr Mitglieder- bestand durch Einberufungen zum Heeresdienst nahezu vollkommen ge- schwunden war. Die Zunahme an Mitgliedern kommt vorwiegend größeren Verbandsorten zugute, in deren Nähe Krieg?» oder kriegS- wichtige Bauten zur Ausführung kamen; die private Bautätigkeit ruhie vollkommen. Einen starken MilgllederzuwachS hatte der Zimmererverband in Ostpreußen erwartet, wo nach den getroffenen Vorbereitungen im ZerstömngSgebiet mit einer äußerst regen Bau- tätigkeit aerechnet werden niußte. Diese Erwartung ist nicht ein- getreten:'der Wiederaufbau Ostpreußen? gebt anscheinend langsamer vor sich, als geplant ivar. Der Mitgliederznwachs im Geiamt- verbande wäre ei» größerer gewesen, wenn die Agitation mehr Unterstützung auS Mitgliederkretscn gefunden hält«. Die Finanzlage des Verbandes ist anhaltend günstig. DaS Verbandsvermögen stieg im Jahre 19l7 um 171 147 M., auf 5 261 683 M.; davon entfallen 794 743 M. auf die Zahtstellenkassrn, der Rest auf die BerbandShmipikasse. Unter den finanziellen Aus« Wendungen de? Bei bände» stehen auch 1917 an erster Stelle die Ausgaben für Uitterftützung an die Familien der Kriegsteilnehmer. Bisher bat der Verband achtmal eine derartig« Unterstützung ge« zahlt. Für die ersten sieben Raten(die acht« Rai« kommt erst im ersten Vierteljahre 1918 zur Verrechnung) sind au? der Hauvlkasse 'und aus Mitteln der Zahlstellen zusammen 1445 367 M. auS- gegeben. Für die Verbesserung der Lage setner Mtglieder hat der Zimmererverband auch im Jahre 1917 getan, was möglich war. Der Erkolg seiner Arbeit kommt in einer Teuerungszulage von 25 Pf. für die Stunde zum Ausdruck, wovon 13 Pf. ab 27. April und 10 Pi. ab>0. Dezember iällig wurden. Die letzte im Dezcm- der getroffene Vereinbannig sieht noch eine Zulage von 5 Pf. für die Stunde vor, die am 1. April 1918 eintreten soll. Recht unan- genehm berührt e?. daß in letzter Zeit Werksleitungen einzelnen kriegswichtigen Betrieben früher zugestandene Zulagen in Abzug bezw. aui die letzten zentral vereinbarten Zulagen anrechnen. Leider ist eS bisher nicht gelungen, diese Maßnahmen rückgängig zu machen. lieber Arbeitslosigkeit und Krankheit unter den Mitgliedern werden in, Zimmererverband regelmäßig Erhebungen veranstaltet. Arbettslosigkeit war im Fahre 1917 so gut wie aar nicht vorhanden. im Gegenteil war die Nachfrage nach Arbeuskränen durchweg stärker al? das Angebot. Wird die Agitation unter den Unorganisierten mi! größerem Eifer betrieben, und dadurch eine weitere Stärkung des Mitgliederbestandes herbeigeführt— die Möglichkeit dazu ist gegeben—, dann kann der Verband dafür bürgen, daß er wie bisher auch in Zukunft mil allem Nachdruck für die Interessen seiner Mitglieder einstehen wird._ Nnternehmersorgen. Die festbesolöeton Angestellten befinden sich Infolge der Kviegs- verhältnisse in einer besonderen Notlage, wsi'l sie meistens nicht einmal in der Lage waren, ihr« Einkünfte soweit zu steigern, wie eS den Arbeitern durch die Tödigksit der Gewerkschaften möglich war. Diese Ltotlage der Angestellten halt der Veretn der In- dustriellen des RegievmigSbezirkS Kötii anscheinend für besonders geeignet, um in oinem vertnaubichen Rundschreiben seinen Mit- gliedern eine weitere Verschlechterung der Lag« der Angestellten anzuempfehlen. Bekanntlich sind die Handlungsgehilfen durch dem K 63 des.Handeisgesetzbuches gegen Not bei Krankheitsfällen insofern geschützt, als ihnen Gehalt und Unterhakt bis zu sechs Wochen zustehen. Es kann aber durch Vor- behalt in der richtigen Rechtsnorm vereinbart werden, daß da? Krankengeld auf da? Gehalt angerechnet wird. Der Verein der Industriellen empfieblt seinen Mitgliedern— bezeichnende rwei sc vertraulich— recht dringend dieie Anrechnung vorzunehmen, und zwar vor allem deshalb, weil„einige Vorgänge neuerer Art im gewerblichen Leben, besonders auch der Umstand, daß die heutigen Kriegsvcrhältnisse im die Angestellten» und Arboitewerhaltni sse eine unliebsame Unruhe und Bewegung gebracht haben, die einen Sebutz der Arbeitgeber gegen imbe- rechtigten Bezug von Gehältern und Löhnen notwendig machen". Das Rundschreiben schlägt eine juristisch ausgeklügelte Formel vor. Die Fortzahlung deS ganzen Gehalt? neben dem Krankengeld in Krankheitsfällen sei ein« unberechtigte Bevorzugung des Kranken und könne zur Bortäuschung von Krankheiten verleibten. Auch für die gewerblichen Angestellten und für die Arbeiter r-'.M'.o Beschränkung der Einkünfte in Krankheitsfällen oder bei Unfällen vor. Besonders wert wird der Vorbehalt bei den Arbeitern gefaßt. Der üblichen Klausel wegen Nichtzahlung von Lohn im Falle von Arbeiismangel und Betriebsstörung soll noch folgende Ergänzung hinzugefügt wenden: «Ebensowenig kann der Arbeiter Lohn für solche Zeiten be- anspruchen, in denen er durch einen in seiner Person liegenden . Grund an der Arbeit verbindert worden ist, auch wenn da? Versäumnis entschuldbar und nicht von langer Dauer ist." Man siebt daraus, daß die Industriellen zurzeit nicht nur die große Sorge haben, wie sie ihre KriegSgewi nne möglichst ver- schleiern, sondern auch die noch größer« Sorge, wie sie ihre Pro- fite auf Kosten der Arbeiter und Angestellten weiter zu steigern vermögen._ Tarifabkommcn und Jahresbericht der Maler. Die am Mittwoch abgehaltene Versammlung der Berliner Mitglieder des Verbände? der Maler, Lackierer usw, stimmte nach einem Referat de? Gauleiters Jakobeit den(von uns schon früher mitgeteilten) Ergebnissen der Tarifberatung zu. Es handelt sich um die Verlängerung de? ReichStarifs und die Erhöhung der Teue- rungSzulage für Berlin um 15 Pf. vom 16. März ab und weitere S Pf. vom 1. Juli ab. Bedauert wurde, daß der Berliner Arbeit- .geberverband nicht eine höhere Zulage gewährt bat, was noch den tariflichen Vereinbarungen zulässig ist. ES wird erwartet, daß die Arbeitgeber am 1. Juni eine höhere Zulage als 5 Pf. bewilligen werden.— Im Anschluß an AuZfübmngen des Referenten über den Verbandsheirat nahm die Versammlung Shien Antrag an. welcher dagegen protestiert, daß eine Vorständekonferenz den Bei- tritt der Gewerkschaften zum Bund für Freiheit und Vaterland beschlossen habe. Hierauf erstattete der OrtSvorsitzende Metz den Jahresbericht. Er führte u, a. auS: Wegen großen Mangel? an Material ist die Geschäftslage im Malerberuf nicht günstig. Trotzdem ist eine Ar- beitSlosigkeit in empfindlichem Ilm fange nicht eingetreten, denn die Kollegen, die al? Maler keine Beschäftigung finden, haben Arbeit hl anderen Berufen, meistens in der Kriegsindustrie, genommen. Unter dem Druck der Berhältuisse konude keine umfangreiche Agi- tation für den Verband entfaltet werden. Trotzdem wurden 407 neue Mitglieder aufgenommen. 2672 Mitglieder gehören dem Heere an.— In einer Reihe von Betrieben der Rüstungsindustrie, wo Maler und Lackierer beschäftigt werden, sind Lohnforderungen — meist in Gemeinschaft mit den anderen Berufsgruppen— ge- stellt und im Verhandlungswege oft nach Anrufung des Kriegs- auSschusseS— bewilligt worden, wodurch für die betreffenden Kollegen Lohnerhöhungen von 10 bis 20 Proz. erlangt wurden. In den Lnck.ierer.eien der Rüstungsbetriebe bewegt sich der Swndenlolm bzw. Akkordverdienst in den Grenzen von 1,60 bis 2,60 M. ES macht sich aber schon die Absicht der Nnternehmer bemerkbar, die Löhne herabzusetzen. Dagegen steht der Kriegsausschuß aus dem Standpunkt, daß die durch Vereinbarung festgesetzten Löhne nicht gekürzt werden dürfen.— Die Maler der Bau brauche erhalten Stundenlöhne in durchschnittlicher Höhe von 1,30 M. Die Küchen- möbelmalcr haben in Gemoinschast mit den Holzarbeitern mehr- mais eine Lohnerhöhung erlangt. Der Jahresabschluß der Kasse zeigt eine Einnahme von 94 882,34 M. und eine Ausgabe von 53 781,84 M. Für Unterstützungen wurden 19 333 M., davon etwa die Hälft« für Kranken» Unterstützung, ausgegeben. Di« Diskussion über den Geschäftsbericht wurde der vorgc- rückten Zeit wegen vertagt.' Genosse Adolf Eohen sendet uns zu dem Bericht über die Ver- sammlung der kaufmännischen Angestellten in Nr. 80 deS.Vorwärts" vom 21 d. M. folgende Nichtigstellung: „Im Schlußwort", heißt es in diesem Bericht,„weist der Refe- reut auf die interessant« Tatsache bin, daß der Berliner KriegsauS- fchuß brauchbar« Arbeit leistet. Die übrigen im Deutschen Reich nach dem Hilfsdienstgesetz eingesetzten KriegSausschüss« zeigen mit wenigen Ausnahmen bei ihren Entscheidungen viel mehr den Ein- fluß der Unternehmer. Daran? gehe hervor, daß, wie bei allen Fragen, so auch beim Kriegsausschuß nur dann Ersprießliches für die Arbeitnehmer zu erwarten ist, wenn dahinter die starke gewerk- schaftliche Organisation steht, und die Arbeitgeber von vornherein wissen, daß es auch ohne KriegsauSscbnß gehen würde." Ganz so war der Sinn meiner Ausführungen im Schlußwort nicht, vielmehr babe ich hervorgehoben, daß an den Orten, wo die SchlichwngSauSschüsse ungenügende Arbeit leisten, dies meist auch zugleich die Orte sind, wo die Organisation der Arbeiter und An- gestellten recht mangelhaft ist. DaS Zusammenfallen dieser beiden Momente sei sicherlich nicht zufällig, sondern zwetfello? darauf zurückzuführen, daß an Orten mit guter gewerkschaftlicher Organi- sation der Entfhtß derselben auch bei dm Entscheidungen deS SchltchtungSausschusseS sich geltend macht. Ein« gut« Organisation hat die Arbeitgeber daran gewöhnt, auch schon vor Inkrafttreten de? Hilfsdienstgesetzes den berechtigten Forderungen der Arbeiter Rechnung zu tragen. DicseS Moment macht sich auch in den Sitzun- gen deS SchltchtungSausschusseS geltend. Auf einen Irrtum werden wir vom„Korrespondent" für Deutschland? Buchdrucker aufmerksam gemacht. Wir hatten kürz- lich Notiz genommen von dem Tarifamtsurteil in Sachen der Be- teiligung an den politischen Slreiks. Im Anschluß daran führten mir eine vom.Korrcispondent" erwähnte Aeußerung der»Buch- binderzeitung" an, die eine Schädigung des Tarifvertrages durch die am Streik beteiligten Gehilfen bestreitet. Wie wir uns jetzt überzeugt haben, hat die„Bnchbinderzeitung" den betreffenden Einwand gegen das Tarifamt für Deutschlands CHemigrapHen und Kuvferdrucker gerichtet, das bereits am 2. Februar sich in schärfster Weise über angeblichen Tarifbruch von Angehörigen dieser Berufs- gruppe aus demselben Anlaß aussprach. Wir haben in der Tat au» dem vom„Korrespondent" hierzu geschriebenen Artikel die Bezugnahme auf die.Buchbinderzviwng" verwechselt. Gericktszeitung. Der Ein- und Ausbrecher Lommazsch, der sich seinerzeit durch einen Sprung au? dem dritten Stockwerk der Verhaftung entzogen hatte und bald darauf auch au? dem Krankenhaus geflüchtet war, hatte sich vor der Strafkammer de? Landgerichts III zu verant- worden. Wegen schweren Diebstahls im strafschärfenden Rückfall« waren der Kellner Georg Lommazsch, der Arbeiter Georg Popel und die Frau Martha T r e n n e r angeklagt.— Der schon fach, darunter auch schon mit Zuchthaus vorbestrafte Angeklagte Lommazsch wurde Midi« November v. I. von der Polizei gesucht und sollte eines Tages in seiner Wohnung in Neukölln verhaftet werden. AIS die Beamten sich hier genxnnam Eingang verschafften, sprang L. aus dem im dritten Stockwerk gelegenen Fenster auf den gepflasterten Hof hinab. Neben erner Verstau clning der Hand und einer Wirbel säulenverletzung erlitt er einen Blut- erguß in da» linke Aug«, auf welchem er erblindet ist. Er wuride seinerzeit in da» KrciskrankenhauS überführt, aus dem er kaum 8 Tage spater, noch im Verband und nur mit dem �emd bekleidet, ausbrach und bei der starken Kälte über die Felder nach Berlin lies, wo ihm der Angeklagte Popel Unterschlupf gewährte. Am 8. Dezember drangen beide Angeklagte in die Wohnung de? Kauf- mann? Cohn, am Kurfürstendainm 203, der mit seiner Gattin ver- reist war, ein. An diesem Tage entwendeten sie nur«ine Büchse Butter, mehrere Eier und ein Stück Kleiderstoff, da sie nicht die erforderlichen Werkzeuge zum Ausbrechen der Schränk« und ionsti- ge:i Behättuisse bei sich führten.'Nachdem sie sich mit dem nötigen '.Schränkzeug" verseben hatten, kamen sie am nächsten Tage in Begleitung von Frau Trenner wieder. Sie machten cS sich erst in der Wohnung gemütlich, um dann all«? zu erfaerben und zu durch- wühlen. Bei dieser Tätigkeit wurden sie von der Polizei über- nascht, welche von einer Köchin benachrichtigt worden war.— DaS Gericht erkannte gegen Lommazsch auf 24s Jabre Zucht- Haus, gegen Popel auf 314 Jahre Zuchthaus und gegen die Trenner auf 1 Jahr Gefängnis. «vetterauSlichien'tu I>a» mittlere SiorvdentsitUand dt» Moniogmittiiq. Trockenund vielfach heiter, am Tage sehr mild. In der Nacht zum Montag wieder kühl. verantwortlich für Politik: Erich Avitner, Berlin: für den adrigen Teil de? Blatte»:«lired Schal», Sieulttlln: für Anzeige»: Theadar Gloike, Berlin. Verlag: Borwürts-Verlag G. m. b. H., Berlin. Druit: VorwürlS-Buchdruckerei und verlagsanstalt Paul Singer u. Eo. in Berlin, Lindeiiflroh« Z. Hierzu 8 Vellage«. Cl. 1 PcB'tßcini Heute Sonntag Von 1 bis 6 Uhr geöffnet Dmucn-Hütc Hufgarnitaren W dawaren Damen- Handschuhe garniert Strohborden-Matelotra.B3.gM 14.75 Cylinderform w�m'sei�enä' 21.50 Großer Rundhut JThi'JdXlarnitw 22.75 Großer Rundhut m. Töllrck. n.Bd 27.50 Tagalhut«nod m. Batik gem. Sdbd 39.75 Matelot handgenäht mit Reiherstiel. 59.00 EleganterTagalhut ra. ReiheraÜ. 63.50 ungarniert Stroh Bast Litze_ Tagal 5.90 6.50 12.50,16.75 14.75. 18.50 Matrosenhütef-Kinder, Stroh 3. 25 l- 7.50 Kinderhüte a. 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