Nr. 85. 35. Zohrg.. f- 7"� --« a a\/((10 Pfennig j BczngSvreiS: v�hX. �AxAs�Mf Siett? itäftrL 4�0 üRt, monaii. i�oÄt. i I�l Anzeigenpreis: D!, Mi M K R{( WWW ri W Wr�WV��> "ch IAO 0(1 unict streujbanft für( s�WW! WW M V) W W W W W W fflj| fa�Sm&t Soa �> Äa?'ülSMa ��V-iF'SMÄW UM zH M M M W m W V W m\m�«SS�Ä �äÄÄe Poübeliellungeii ncymen an Däne- �WS UH W Mc JSm> Ml W sÄsSm!«.Ä.ÄÄ marl..Holland. Luxemburg. Schweden Z�W j«W! �$WgFS HB 7/ WH �i?p«rrV! in�u\rfiinrt ooo, u,u�0?«Ä?Äi"4te M. WL �~ Mö<>/ W Alls.- ��ung!-.t.reizA!!t«.—-.—_-/ // jmH poliiilche u. qcwerkschastllche Äcreuis? Erschein» täglich. JeSSK&SSrZ�-> yf f'<«.»knzeiqen tN Lsg die �eilc. Anzeigen _ C/X UO____ � T~n. � für hie nächste Summer müssen oiz V______ v"�~______ V J) XV_/ 5 Zilir»achmiri. im Saichtgeschäst. Telegionim. Adresse! V v- aerlin Sffl.BS, Ciuhenftrafee 3, al" »Sozialdenivscat Berlin".. K �'iT � � �. if-rf" �-rf"•�~-�~»egeiien werden. Geöffnet von S Uhr Vevlmev Volksblskt. Tsntralorgan cter rozialdemokratifdKii Partei Dcutfcblands. Neöaktion: SW. SS, Linösnstraßs Z. DienAtaa de« 2tt M«,»» 1�1« Expeüition: Ew. öS. 5mSenstraße S. Vordringen zwifchen Komme und Off« Berlin, 25. März, abends.(Amtlich.) Harte Kämpfe zwischen Bapaume und Pe rönne. Wir warfen den Feind hier auf feine alten, vor Beginn der Sommeschlacht ISIS gehaltenen Stellungen zwischen Ancre und Somme zurück. Zwischen Somme und Oise sind unsere Truppen kämpfend im Bordringen. Erbitterte Schlacht und Durchbrnch nord- östlich Bapaume— Eroberung von Ba- panme— Sieg bei Combles— Bei Ham Uebergang über die Somme— Nesle erstürmt— � Zwischen Somme und Oise Guiscard und Channy erobert— Paris weiter beschossen— llnermehliche Beute, 45 00O Gefangene, 600 Geschütze. Amtlich. Großes Hauptquartier. L5. März 1v!8. iW. T B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Kronprinz Rupprecht von Bayern hat mit de» Armeen der Generale von Below(Otto) und von der Marwitz in dem gewaltigen Ringe» bei Bapaume den Feind anfs neue geschlagen. Während die Korps der Generale von dem Borne. von Lindeguist nud Änehue die starken Stellungen des Gegners nordöstlich von Bapaume in erbitterte» Kämpfen durchbrachen, warfen von Osten und Südosten her die Trappen der Generale Gruenert und Staads den Feind über AtreS nnd Sailly znriick. Der zähe, durch frische Kräfte verstärkte feindliche Widerstand wurde in heftigen Kämpfen gebrochen. Ne» herangeführte Divi- sivncn nnd zahlreiche Panzerwagen warfen sich längs den von BapaNme auf C a»i b r a i und P e r o n n e führenden Straßen unseren vorwärtsdringeudc» Truppen entgegen. Sie tonnten die Entscheidung nicht zugunsten des Feindes herbeiführen. Am Abend fluteten sie geschlagen in West- licher Richtung zurück. Im nächtlichen Kampf fiel Ba- p a u«i e in die Hände der Sieger. Heiße Kämpfe entspannen sich um C o m b l c S und die westlich vorgelagerten Höhen. Der Feind wurde geworfen. Englische Äavi'.llerieangriffe brachen zusammen. Wir stehen nördlich dcrSomme mitten indrmSchlacht- feld der So mm eschlacht. Der Deutsche Kronprinz hat mit der Armee des Generals von Hutier den Uebergang über die Somme unterhalb von H a m erzwungen. Seine siegreichen Truppen haben in erbitterten Kämpfen die Höhen westlich der Somme erstiegen. Heftige Gegenangriffe eng- lischcr Infanterie und Kavallerie brachen blutig zusammen. Die Stadt Nesle wurde am Abend erstürmt. Zwischen Somme und Oise haben die über den Crozat-Kaual vorgedrungenen Truppen noch spät am Abend dcS 3. die stark ansgebautcn und zäh vcr- teidigtcu Stellungen ans dem Westnser des Kanals er- stürmt. In heißem Ringen wurden Engländer, Franzosen und Amerikaner durch das unwegsame Waldgelände über La Neuville und Lillequicr— A u m o n t zurückgeworfen. Gester» ging der Angriff weiter. Französische zum Gegenstoß angesetzte Infanterie- nnd Kavallerie-Divi- sioneu wurden blutig zurückgeschlagen. In rastloser Ber- folguug stießen die Generale von Eonta nnd von Gayl dem weichenden Feinde nach. G u i s c a r d nnd Chan« Y wurden am Abend erobert. Mit weittragenden Geschützen beschossen wir die Festung Paris. Die blutigen feindlichen Lerluste sind ungemein schwer. Die gewaltige Beute, die seit dem 21. in unsere Hand fiel, ist noch nicht zu überscheu. Fest- gestellt sind mehr als 45 000 Gefangene, weit über 600 Geschütze, Taufende von Maschinen- g e w e h r c n, ungeheuere Bestände au Munition nnd Gerät, große Borrätc au Verpflegung und Bekleidungsstücken. An der flandrischen Front, östlich von ReimS, vor B c r d u» und in Lothringen dauerten Artillerie- kämpfe an.___ Z?on den anderen Zkriegsschauplätzen nicht? Neue?. Der Erste Gcncralquarticrmcistcr. Ludendorff. der Sieg bei öapaume. Berlin, 25. März. W. T. B. In der gibötrii Schlacht des Krieges, wie die Engländer selbst den Riesenkampf im Westen nennen, hat daS britische Heer am 24. März bei Bapaume eine zweite schwere Niederlage erlitten, lleber Bapaume, Peronne, Nesle, ttzuiscard, Channy hinaus ist der Feind geworfen. An einzelnen Stellen ist die dentslhc Infanterie in un- unierbrochenen harten Kämpfe» bis zu 4i> Kilometer vor- g e st o si e n. Aus alten und eiligst ausgehobenen neuen Stellungen »infite der Feind der blanken Waffe weichen. An anderen Stellen schob ihn unsere Artillerie, oft vor der eigenen Infanterie offen auffahrend, heraus. Deutsche Tanks, die sich vortrefflich be- wählten, und durch erbeutete englische Tanks ver- stärkt wurden, hatten hervorragende» Anteil beim Brechen dcS tapferen feindlichen Widerstandes. Die heftigen Gegcnan- g r i ff c frischer englischer wie auch französischer I n f a n t e r i c l n n d K Lb alle rie-Dr v r siön'e n scheiterten »ach heißem Ningen unrrr schwersten Feindverlustcn. Sie kosteten bei Guiscard und Channy dem Feinde allein 100 Offiziere, 3500 Mann, 18 Geschühc und zahlloses Kriegsgerät. An vielen Stellen de? weiten Schlachtfeldes häufen sich die Zeichen eines fluchtartigen Rückzuges nnd erinnern a» die Katastrophe der italienische» Armeen am I s o n z o. Tic englischen Rückziigsstraßen liegen iiiiausgescht unter schwerstem deutsche» Fernfeuer. Schon brennt, den vorgehenden Deutschen erlennbar, der wichtige englische Zlahnhof und Cisenbahiiknotcnpnnkt Albert, dem die südlich Bapaume vorrückenden deutschen Angriffskolonnen zu- streben. Zahllose zu Gegenstößen cingeschte britische Tanks, untermischt mit zusammengeschossenen Motorbattcrien schwerste» Kalibers, liegen zertrümmert in den Straße». An einer Stelle liegt eine ganz« Batterie mit 25 toten Pferden. N n g c- heuere M u n i t i o n S st a p c l von vielen Hunderttausende» von Artillerirgeschosien türmen sich hie und da hoch empor. Die Höhe der T a u s e n d e genommener M a s ch i n e n g e w.c h r e läßt sich nicht annähernd angebr» und übersteigt alles bisher dage- wefene. Der unaufhaltsame S t n r m l a u s unserer un- vergleichen Infanterie läßt leine Zeit zur.Zkhlling der gewaltige» Bestände an jlriegsgerät, Lebensmittel und sonstiger Beute. Außer de» weit über 000 erbeutete» Geschützen sind viele verschüttet oder außer Gefecht gesetzt. Tie unerhörte Leistung der deutschen Armeen konnte nur erzielt werde» von einer Trupvr, die vollstäudig in der Hand ihrer Führer aller Grade war. Das Bor brechen der dcutt'chcn Infanterie in dem dichten Nebel nieer der Bor- ni i t t a g e zersprengte die gegnerische Bcfehlsgebung. Fn allen Phasen der folgenden Kämpfe zeigte sich, daß die englische Führung nahezu völlig ausgeschaltet war. Bis zinn leytrn deutschen Trainsoldaten wollte jeder emzolnc Mann seinen Teil an den begonnenen Erfolgen haben. Es war, als triebe eine unsichtbare magische Kraft nahezu eine ganze M i l l i o n M r n s ch e n dem einen großen Ziele z», der Errin- gung der Entscheidung. Durch das zum Teil kopflose Vorwerfen seiner Reserven,»m sich gegen die drohende Gefahr von Norden Luft zu pcrschafsr», hat der Engländer feine Niederlage am 22. und 23. nur vergrößert. Den s ü d ö st l i ch Q n e n t i n kämpfende» deutschen D i- Visionen waren Tanks zugeteilt. Die deutschen Sturm- sahrzeuge haben sich glänzend bewährt. Ihre Schnelligkeit und Br- wcglichkcit wird überall gerühmt. Sämtliche eingesetzten Wage» kehrten unversehrt ans dem Kampf zurück. Ihrem Eingreifen ist es hauptsächlich mit zu danken, daß der zähe Widerstand des Fein- des, besonders der englischen VNafchinengcwehrnester schnell und leicht gebrochen wurde. Die Besatzung einer im Tal bei UrvillerS gelegenen Brtonkasernc wurde dnrch die Tanks sofort überwältigt. Ganze Lager mit reichen Vorräten sind völlig unversehrt in deutsche Hände gefallen. WaS unsere Infanterie hier an Bekleidungsstücken und Nahrungsmitteln vorfand, übersteigt jede Borstellung. Daß all dieses gewaltige Material nicht vorbcr unbrauchbar gemacht worden >var, erklärt sich nur ckuS der völligen Kopflosigkeit, die die eng- tische Führung anscheinend biS in die untersten Grade ergriff. Tech- nisch-tattischc Borarbeiten, wie sie doS ganze Schlachtfeld aufweist, lassen klar erkennen, daß der Engländer bis in die letzten Tage hinein verflicht hatte, fein an sich schon raffiniertes Ber- t e i d i g u n g s s n st c m bis znr äußersten Konsequenz auszubauen. Daß gilt in erhöhtem Maße von den unerhörten Muni- tions mengen der zahlreichen Depots, die in«nfcrc Hand ficlen._ Vormarsch zum Jrieöen. Vierjährig« harte Kriegsschule hat das Deutsche Volk zur nüchternen Betrachtung der Tatsachcil erzogen. Die jetzigen Siegesberichte der Obersten Heeresleitung werden anders aufgenominen als die von 1314: Man hört nicht mehr auf die Vierbankstrategen, die bereits mit einein Bein in Paris, mit dem anderen in Calais stehen, man nimmt die Tatsackscn, wie sie sind. Aber über der Ruhe, mit der die Sieges- berichte anS dem Westen aufgenommen werden, liegt doch eine große und ernste Freude r Das ganze Volk ist von dem Gefühl durchdrungen, daß sie, wenn überhaupt irgendwelche iniiitäri'chen Ereignisse, uns dem langersehnten Frieden zubringen. Die Entente mag es sich selber zuschreiben, wenn auch der Sozialist den Sieg im Westen als die einzige Möglichkeit begrüßt, alls dem nicht endenden KriegSelend herauszukommen. Hat sie es doch nicht anders gewollt. Sie hat sich auf die Entscheidung des Schwertes versteift und allen Möglichkeiten, auf dem Wege der Verständigung zum Frieden zu gelangen, Tür und Tor verschlossen. Unwillkürlich schweifen die Gedanken zurück zu jenen Tagen, in denen die Möglichkeit der Verständigung und Ver- Handlung offen lag. Damals haben die Ententeregierungen alle deutschen Bekundungen zum Friedenswillen als„Falle" und„Hinterlist" zurückgewiesen. Sie haben versichert, Teutschland wolle nur seine im Moment noch günstige stra- tegische Position ausnützen, in kurzer Zeit werde die Lage ganz anders sein und Deutschland werde um den Frieden bitten müssen, den es jetzt anbiete. Aber wenn wirklich das deutsche Friedensangebot voni Dezember 1916 schwärzeste Hinterlist gewesen wäre, wäre dann bei VerHand- lungen die Lage der Entente nickst immerhin noch glänzend gewesen gegenüber der, die sie heute hatte?,__ Für die Schuld der Ententc-Regierungen haben wir ein unverdächtiges Zeugnis, das eines gewiß nicht als deutsch- freundlich zu bezeichnenden Blattes, des„Socialiste Bclge". .In seiner Ausgabe vom 16. März 1918 rechnet dieses in Holland erscheinende Organ der belgischen Sozialisten den westlichen Alliierten vor, daß sie allein das Ilnglück Ruß- lands verschuldet haben. Während des ganzen Jahres 1917 sei die Gelegenheit zum Abschluß eines allgemeinen demokra- tischen Friedens günstig gewesen. Im Innern Deutschlands hatte die demokratische Strömung die Oberhand gewonnen. Als Beweis zitiert„Socialiste Beige" das Friedensangebot vom Dezember 1916, die Friedensresolntion der Reichstags- Mehrheit, die deutsche Antwort aus die Friedensbotschaft des Papstes, die freundliche Haltung der deutschen Regierung gegenüber der Stockholmer Sozialistenkonferenz, die Bc- rufung des von der Neichstagsmehrlieit gestützten Kabinetts Hertling-Payer.„Es war dies— schreibt„Socialist Beige"-- der psychologisch e M o in e n t. Teutschland zeigte sich bereit, einen allgemeinen demokratischen Frieden zu schließen, da es die a l l g c ui e i n e L a g e erforderte. Haben die Regierungen der Enteute diese Lage ausgenutzt?".Hören wir wörtlich die Antwort, die das belgische Sozialistenblatt auf diese Frage gibt: Lassen wir die Tatsachen spreche». Stockholm wurde systematisch gehemmt; die Pässe wurden verweigert. Die Ententeregierungen haben noch bisher keine Antwort auf die päpstliche Note gegeben. Als Czenün die Hand zu einer ehrenvollen Lösung des Kon» flikts ausstreckte, wurde der Text bon der Reuteragentur g c. fälscht und der Aushnugerungsverjuch wurde als eine llnehr- lichieit seitens C zermnS gedeutet. Auf die demokratische Strömung'in Deutschland reagierte man mit der Ernennung E I e m e n c e a u L zum Minister. Präsidenten, des typischen Vertreters der Kriegspartei, des Men- . scheu der Revancheidee von 1870, ber immer neue Skandale heraufbeschwört, um die französische Bevölkerung von ihrem Fncdenswunsche abzulenken. Ter Minister des?luswärtigon Amts, P i cho n, erklärt, daß der Friede nur die Frucht eines militärischen Sieges sein kann. In Italien hält da» Ministerium Orlando noch immer an einem ausgesprochen imperialistischen Kriegs» p r o g r a m in fest. In Großbritannien hat die Regierung nichts getan, um der demokratischen Strömung in Deutschland entgegenzukommen. Ueberzeugt von der Gunst ihrer Lage haben die Regierun- gen der Ententeländer bis zum militärische» Siege, den sie nahe wähnten, kämpfen zu müssen geglaubt. Sie fahren fori, Deutschland als das Bochenland zu behandeln, ohne irgendwelchen Unterschied zwischen den preußischen Junkern und den von der deutschen Arbeiter- Nasse unterstützten demokratischen Elementen zu machst, �______________.. dcr| So ist es in der Bis in die legten Reden Csemenecan und Lloyd George, bis in die Beschlüsse Bersailler Konferenz kann man den fanatischen Willen der Ententercgierungen verfolgen, iib-er den Frieden erst nach der militärischen Niederlage Deutschlands zu reden. Demgegenüber hat die deutsche sozialdemokratische Partei nie einen Zweifel darüber gelassen, daß sie es als ihre e r st e Pflicht betrachtet, das deutsche Volk vor den Gefahren und Folgen einer Niederlage z u s ch ü tz e n. Seit Kriegsbeginn haben wir auf dein Stand- vunkt gestanden: Wenn die Gegner die Perstäiidigung nicbt wollen, dann begriigen wir den militärischen Sieg, der sie darüber belehrt, daß auf den, Wege der Niederlage des beut- ichen Volkes ein Frieden nicht zu haben ist. und daß mit iedein Kriegsmonat ihr Glaube, die Widerstandskraft des deutschen Volkes wernichteir zu können, utopischer wird. lind wenn wir den jetzigen Sieg ini Westen besonders begrüßen, io deshalb, weil wir glauben, daß dieser Beweis nun auch den letzten Rest von Verblendung und falschen Iiegcshoffnungen zerstören muß. Auch der fanatischen Be». rcdsainkeit eines Clemenceau dürste es nicht gelingen, sein Volk noch weiter über die wirkliche Situation zu täuschen. Ueber die großen deutschen Siege im Osten, auf dein Balkan, in Italien bot man das französische Volk mit der Behauptung hinweggetröstet, dies seien alles nur Neben- kricgsschauplätze, die Entscheidung falle allein im Westen. Gegenüber dem Ausfall des russischen Bundesgenossen berief man sich auf die neuerworbene Hilfe der Amerikaner. Nun, die Schlacht von Arras bis La Füre bat gezeigt, daß Deutsch- ! and auch un Westen zu siegen vermag/daß die amerikanische Hilfe kein ausreichendes Gegengewicht gegen die Entlastung dsr deutschen Ostfront bildet. Wenn irgendwann, so ist jetzt der psychologische Moment gekonunen» in dem der Kriogswillo der westlichen Entente- Völker zusammenbrechen muß. Noch fehlen zuverlässige Stüiiniungsberichte. Aber Vernand und Gefübl sagen gleichermaßen, daß dieser Augenblick vor der Tür steht, wo- lern die Kriegsereignisse im Westen nirr hall'wegs den zu erwartenden Fortgang nehmest. Eine Möglichkeit nur gibt es. den Kriegswillen der westlichen Völker aufr?chtz»ierhalten, das wäre, wenn w i r sie durch dmütigenÄc Friedensbedingungen zur Verzweiflung treiben und ihnen allein die Wahl zwischen einem Schmachsrieden und dem Kamps bis zum Letzten lassen würden. An Versuchen einer gewissen Seite, es dahin zu bringen, fehlt es nicht. Die„Deutsche Zeitung", da?. Berliner Gauptorgan der Alldeutschen, bricht ganz im Gegensatz zu der 'reudigen, aber gesetzten Volksstimnumg in ein delirierendes Siegesgeschrei ans, das sie mit folgenden Tiraden schließt: Hinweg jetzt mit allem Philistergeplärr Wer Verständigung und Versöhnung? Fort mit dem Götzendienst des Friedens»ach der Art und dem Gefallen der ReichstagSmehhrheit! Ins Mause- loch mit dcr Pfahlbürgenr-i, die mit ihrem wehscligcn und arm- selige« Gewinscl dem gerechten deutsche» Engländerhas'. dem kerngesunden deutschen Nachewillen heilte noch loehren mijchie! Turck AQdcutschland braust aufs neue, mit verstärkter Glut, der Zieles- und Vergeltungsrust Nieder mit England? Das ist die Sprache eines ratend gewordenen Heiin- kriegenK, aber nicht die Stimmung des-Volkes. Das Volk uccht.m dem Vommrsch im Westen- nicht ein Mittel zur Be- 'riedistung perverser Haß- und Rachegedanken, sondern es will den Vormarsch als einen P o r m a t s cb z n m F r i« d e n, den wir haben werden,' wenn wir der Weisheit des alten Sprichworts folgen, das rät, dem weichenden Feind goldene Brückest zu bauen. die kaifte öes englischen keeres geschlagen. Telegramm unseres Kr i e g s ö e r l ch t c r st a t t e r s Dr.?l d. K ö st e r. A ii g r l f f S f r o n t im Weste», 21. März. Unter den Führern, deren Namen von allen Schauplätze« des bisherigen Krieges bekannt sind und die so süiuboliich Sie kon ,tn- trserte Krait dcr nunmehr vereinten deutschen Heeresmacht dar- helle«, rollt, die deutsche Augriffswastc, gleich einem ungeheuren Tank alles vor sich«iederitampsend, auch am vierten Tage tiefer in die englische Front hinein. Sprang am ersten Tage die südliche Armee unter General Hutier, dem Erobercr Ri- gas, dcn nördlichen hcnnchbarten Heeressäulen vorauö, so haben sich gestern und vorgestern die Armern Marwitz nnd Vclow, letztere durch nochmalige konzentrische Zusammenfassung dcr Artillerie, dem all- gemeinen Vorwärtstempo angeschlossen. Schon sind B« u ch«- o e S» r s, 3 a i ll h, S a i l l i s e l und der Prter-St.- Banst- Wstld genomnten. Die Sommrdörfcr blutigen Angedenkens,»m die einst wochenlang gerungen wurde, stiegen heute wie böse Erinne- ränge« an der vorstürmenden Trnvpe vorbei. Schon tauchen vnr den Spitzen unserer Armeen jene Törscr auf, bei denen die blutigste Schlacht des Krieges vor zwei Fahren ihren Ansang nahm. Nachdem sich der Gegner von der ersten llcbcrraschung zögernd erhalt hat, wird die Gegenwirkung auf der ganzen Linie naturgemän stärker. Zlvar sind v o u d c ni englischen Heere bis heute schon Fl» Divisionen— da? ist die Hälfte seiner gesamten .Kampftruppen— geschlagen und in die Schlacht verwickelt, aber die drohende Katastrophe treibt dcn Gegner zu rücksichtslosem Handeln. Darum ballt er südlich der Durch- EirnchSfrimt rine starke Reserve zusammen, die bestimmt ist,«nscre AngrisfSarmeen von der Flanke her einznstostcn. Besonders stark waren gestern die Angriffe, die die kombinierte Armee der Alliierten gegen dcn Drehpunkt der deutschen Angrisstfront bei La F c r e richtete. Selbstverständlich trafen diese Gegenangriffe grossen Stiles nnS nicht unvorbereitet. Es zeugt von dcr überlegcurn Vvrausstcht- der druffchrii Operntionsleitung, dass diese Angriffe, bei denen wohl nur symbolisch auch Amerikaner mitfochten, gestern durch berrit- stclicndc deutschc Truppen nicht nur abgewiesen, sondern in euer- gischem Schwung auf ihre Basis am Oi sc- Kanal zurück- gcworfrn werden konnlen. So hat fich da? Schicksal dcr West- krönt in rinem Fahre gründertl Wo damals dcr Gegner in zwei grotzen Augriffsschlachteii gegen uns losging, nördlich und küdlich der Hindciiburg-Linie, da kämpst er heute in vrrzwrisclter Abwehr. Die grotze Schlacht im Westen, deren erster Teil heute glücklich abgeschlossen ist, hat noch kein Ende erreicht. Niemand kennt die Ziele, zu denen die beiden leitenden Köbfe des deutschen Gencral- stabes sie führen wollen, aber, so sicher wir nach dem bisherigen Er- gebyis auf einen günstigen Endausgang vertrauen dürfen, fo falsch wäre es, mit einem leichten Linienstrich die letzten Ziele dieser bei. kpielloseir Kompfhandlunz schon heute skizzieren zu wollen. Wie ich soeben auf der Gefcchtsstclle der Obersten Heeresleitung von map- zum Tucchbrüch speziell von Lud ende r ff. Er ist euch der Vater des der j Planes, den Durchbrach io der unerhörlru Breite von fast IllO Kilometer anzusetzen. Ort, Zeitpunkt und Ausmatz der Augriffsliand lung, alles hat sich überraschend bewährt. Daher ist in allen küns- tigen Stadien des gewaltigen Mingens das Vertrauen berechtigt, daß auch die letzten Ziele unbedingt erreicht werden. Dr. Ad. Köster, Kricgsbcrichtcrstattee. 'k Ueber die Vorbereitungen zu der deutschen Offensive im süd- lichen Teile der Schlcichtfront meldet der Kriegsberichterstatter We- gener der„jfälnischen Zeitung" unterm 2t März aus Grund authen- tischer Mitteilungen: Die Geheimhaltung der Vorbereitungen war durch die Beschaffenheit unseres Hinterlandes doppelt schwer und wurde doch geleistet. Der Gegner hat wohl etwas geahnt, doch ge- naucres über Zeit und Umfang des Slvgrisfes nicht gewußt. Bcr- antwortungöschwere Tage waren es, als die gesamte Artillerie im Gebeimen hinter unseren kaum mehr als gewöhnlich besetzten Linien ausgebaut werden mußte, ehe man, was ja erst zuletzt geschehen konnte, die Massen der Angriffstruppen an die Front heranzog. Die Organisation des Artillerieangriffs leitete hier ein Mann, der schon dasselbe bei Gorlice und Sloko vorbereitet hatte. Trotz dcr glänzend gelungenen Vorbereitungen blieb die Schwierigkeit des Angriffs sehe groß. Die Wirkung in Engsanö unö Frankreich. Renattdcl rufk nach dem Parlament. Renters Sonderkorrespondent im englischen Ham'tgnartier be- müht sich, ans Grund von angeblichen Berichten deutscher Kriegsgefangener die deutsche Offensive als mißglückt darzustellen...Ob- servcr" nennt die Nachrichten aus Frankreich ernst und appelliert an das Volk, in diesen Tagen die moralische Kraft nicht zu verlieren. Dies sei jetzt, so sagt das Blatt, die h ö ch st e P r ü f u n g der beiden Kapazitäten. Die Reserven und die Berstärkuilgen. An- zahl und Munition müssen hier den Ausschlag geben, um dieser deutschen Kraftriitfaliung die Stirn zu bieten. Ilm dcn Sieg zu erringen, wird unsere Nation in dcn kommenden Monaten bis zum letzten Fünkchen sich selbst verleugnen müssen.»Smiday Times* erklärt: Unsere Leute in der GeseckstS- sront werden mit grimmiger Entschlossenheit bis zuletzt stand- halten, dessen können wir versichert sein. Teutschland kämpft um den Sieg. Wenn die Bedingungen nach dem festgestellten Plan dem Geschmack der Deutschen entsprechen, dann haben wir wenigstens den Tro st zu wissen, daß unsere Generale ihre eigene Berechnung gemacht baben. Mit der Zeit an unserer Srite können wir ruhig darauf rechnen, daß sie Reserven zur Verfügung haben, kräftig genug, um eine vernichtende Gegenoffensii* zu unternehmen, wenn Hindenlburg seine letzten Legionen gegen die englische Mauer geworfen hat. Haag» 22. März. Soweit Renter meldet, läßt sich erkennen, daß der Ton der englischen Bleu ter bei weitem weniger zu- v e r s i ch t l i ch a l s gestern ist mrd daß die geheuchelte Zu Der- jicht, in der sämtliche Blätter die Offensive begrüßen, kaum mebr aufrechterhalten werden kann. Man versucht nun, die Glaub- haftigkeit dcr deutschen Berichte in Zweifel zu ziehen. * Die Pariser Presse veröffentlicht nach emer Berner Meldung voat, Sonntag den deutschen Heeresbe- richt nicht mehr, druckt jedoch den englischen ab, aus dem der-- -vorgeht, daß. die englische Linie westlich von St. Oucnti-.i weicht. „Tcmpti" schreibt ganz offen, daß durch den Druck de-5 deutschen Angmffcö.w-s englische. Be r te i d i g u n g s s y st e m weit- lich von St. Ouentin durchbrochen worden sei...Petit Parisien" schreibt, es sei sicher, daß die Deutschen Kräfte genug be- saßen, um auch die Front in der. Champagne und bei Berührung mieden Franzosech und n ö r d l ich v o n"d er&o m'mt ! mobl ihre Tätigkeit üi Bordeaux und-Mzza fortsetzen würden. Das „Journal" meldet, bei dem Fernbombardenvent auf. Paris seien 24 � Geschosse von einem Geschütz abgegeben worden. Die Bc- schießung voti Poris stelle ein technisches Rätsel dar. Paris, 2.'.. März. sAgence Havas.) Die B e- s ch i e ß ii n g von Paris durch ein weittragendes Geschütz wurde heute früh 6 Uhr 50 wieder aufaeuommen. Die Räumung öes engiistheN (ambrai-Sogens. Zu dem glänzenden Aafengserfolgr der deutschen Offensive an dcr cnglischcn Front bei Arras. Eambrai und St. Qoentln öußrrt iu Ergänzung des deutschen nmllichcn Berichts der mtlitärischc Npr.» Mitarbeiter: Es kann kein Zwcise! sein, daß«nsrr Angriff den Engländer» völlig überraschend kam. Wollten sie das ernsthast bestreiten, so liescn stc Grfalir, ihre Widerstandskraft noch in kläglichere« Lichte erscheiurir zu lassen. Tatsächlich hat das geschickte Disponieren unserer Heer- jührung ihre wahren Absichten glänzend vertuscht, und der Angriff erfolgte gerade an einem Punkt, an dem die berühmte Manövrier- armce der Alliierten nicht zur Stelle war. Mit dem bis jetzt Er- reichten aber können wir mehr als zufrieden fein, denn wenn auch von unserer Seite ans den Besitz von ein paar SUomctern mehr oder weniger niemals entscheidender Wert gelegt worden ist, so handelt es sich doch bei dcr jetzt gemeldeten Räumung des englischen Frontbogens südwestlich von Eambrai um ei» Kampfgelände, das vom Feinde besonders stark ausgebaut uud offenbar als AnSsallSgebirt für einen beabsichtigten englischen Bor- stoß in Aussicht genommen war. So fetzt sich aus den zahlreichen denffchrn Einzelerfolgen auf dcr breiten Front von 80 Kilometern zwischen Arras nnd La Ferc ein bedeutungsvolles strate- g i sch c S M o m r n t züsamuic», die Zertrümmerung der eng l i s ch c n AngriffsbasiS, die schon am erste» Tage bis zur Tiefe der dritten Linie gediehen ist. Dcr Einbruch in die feindlichen Stellungen ist an he« der- schirdenen Stellen verschieden tief. Am weiteste» westlich vnr- gedrungen scheinen Misere Stürmer zwischen St. Ouentin nnd Per» nur zu sein, wo die dritte feindliche Stellung etwa 8 Kilo- metrr hinter dcr allen Front gelegen ist. Selbst starke Hiuderuiffc, die der Feind z« seinen Gunsten nutzen konnte, wir dcr Oise-Fluß oder dcr Sommc und Oise vrrbindcude Er o z at- K an a l vermochten das Vordringen nnscrcr nach langem Warten endlich in Bewegung gekommenen Tivistoncn nicht aufzuhalten. Die englischen Äl.'clvungcn. Englischer Heeresbericht vom 28. März morgens. Das schwere Ringen bielt bis iu die späten Nachtstunden heute an der ganzen Schlachtfrvnl au Im Laufs des Nnchmittagö wurden mächtige feindliche Angriffe mit großen Infanterie- und Artillerleinassea ge- l'ührt. Sie durchbrachen unser Berteidigungsshste« westlich von St. Ouentin. Unsere Truppen an diesem Teile der Schlacktstont ziehen sich in guter Ordnung quer durch das verwüstete Gebiet zurück, um uciie Stellungen weiter westlich vorzo-- bereiten. Unsere Truppen im Nordteil der Schlachlfront halten ihre Stellungen. Ein sehr schwerer Kampf mir frischen Streit- kräften ist im Fortschreiten. Englischer Heeresbericht vom 21 März morgens. Es ist leine wesentliche Aenderung der Lage an der Scklachtfronr während der Nacht eingetreten, obwohl weivere Gefechte an einer Reibe von Steilen siatisanden.. Unsere- Triivpo!! halten die Linien von der Somme bis nach Peronne�- Kleine fsindlichs Abteiluitgen. die rn der Nähe von Pai am, durchzustoßen versuchten. wurden zurückgewiesen. Auf unserem rechten Flügel waren wir in -erdun angreifen zu können, die übrig,-» Zeitungen verschleiern ..Maiin" hält es für möglich, daß ein Gewnltttotz auch im Norden an der belgischen Front ver- die Wahrheit. gegen E a I tu sucht wird. In der„Humanitä" verlangt R e n o u d e l, die Kam» mer dürfe bei der jetzige» ernsten Lage keine langen Ferien machen. Das Parlument könne ge- 5>tm ngen sein, von einem Tag z umändern außer» ordentlich wichtige Beschlüsse zu fassen. Oos weittragenöe Gestbütz gegen Paris. Erneute Beschickung. Paris, 24. Mörz, ll) Uhr i!0 Minute» vormittags. (Havas.) Tie Beschießung von Paris durch das wcittrngeude Geschütz, das aus riurr Entfernung von u?chr nls 100 Kilo- meter ans die Hauptstadt feuert, wurde um 7 Uhr m o r- gens wieder aufgenommen. Tie Schüsse folgten in denselben Z w i s ch e n r ä n ni c il wir gestern. Bisher sind nur einige Todesfälle gemeldet. Bern, 24. März. Die ganze französische Presse beschäftigt sich mit dcr Offensive und dcr Beschießung von Paris durch ein weit- tragendes Goicknitz. Laut �Journal" böite mau die erste Explosion morgens iinl 7'/? Uhr. In regelmäßigen Abständen von 20 Mi- nuten folgten weitere, die bedeutend weniger heftig als bei den Fliegerangriffen' waren. Fliegeralarm wurde erst um 8 Uhr 20 Minuten geblasen. Nachmittags gingen Gerüste um. wonach die Beschießung nicht durch Flieger, sondern durch daS Feuer eines weittragenden Geschützes emslanden sei. Man habe Granatsplitter gefunden, die viel dicker seien a l s Bombensplitter. Um 2 Uhr nachmittags wurde erklärt, das deutsche Riesengeschütz sei von dcr französischen Artillerie aufge- fimden worden. Die Zweifel an dcr Süchtigkeit dieser Angabe wurden um 3 Uhr durch die Ausgabe eines amtl'chen Berichtes be- hoben. Um 2 Uhr nachmiltagS wurde von der P a r i s e r Lust- a b w e h r immer noch heftig geschossen. Paris, 24. März.(Havas.) Die Pariser„Libcnt-* meldet: In militärischen Kreisen glaubt man, daß es zwei weittragcnve Ge- schütze desselben Kalibers gibt, die ans Paris schießen. DaS letzte Geschoß auf Paris fiel nm 11 Uhr S2 Minuten nieder. Der .Jntransigeont" rrllärt: Nach den Berichten ans dem städtischen Laboratorim steigt daS Geschoß, das ans Paris abgeschossen wurde. 33 Kilometer.hoch. Die Regicruiig beschloß, daß im Falle dcS Bombardements auf Paris durch weittragende deutsche Geflbiitze das öffentliche Leben fortgesetzt werden soll, ebenso wie dcr Verwaltung:-- und öffentliche Dienst. Die Züge, Untergrund- und Srraßenbahn werden tiormal Iveiterverlehren. Jedoch soll die Bevölkerung durch Trommel- und Pfeifensignale benachrichtigt werden. Ansammlungen auf öffentlichen Straßen sind verboten. Im„Journal du Penple" schildert der sozialistische Abgeord- bei Per o n n e halte»! iinsere Truppen ihre Stellungen, nachdem sie eine Anzahl Angriffe, an verichledenen Teilen dieser Frönt während der ersten Nachtstunden abgeschlagen hatten. Man erwarte» noch schwere Kämvse. Englischer Heeresbericht vom 24. Mär; abends. Reue feindliche Angriffe von großer Starte entwickelten sich heute morgen an der ganzen Schlachlfront nnd hielten dcn ganzen Tag über an. S ü d- lrch voii Peronne gelang eSdemFetnd nach schwerem Kampfe, die Somme an gewissen Punkte» zu überschreite». Die- selben werden später mitgeteilt werden. Nördlich von Pe- rönne iv-ren die feindlichen Angriffe mit äußerster Heftigleu gegen die Linie der Tortille gerichtet. Unsere Truppen haben sich an diesem Abschnitt der Schlachtsront k ä m p send.ans neue Stellungen zurückgezogen. Weiter nördlich wurden toiederhoUe, in starken Verbänden ausgeführte Angriffe der deutschen Julamerie inner schweren Verlusten für den Feind abgeschlagen. In dlsscn Kämpfen zeichneten sich die 17. und 40. Division bc- sonders aus indem sie viele feindliche Angriffe abwiesen. Französischer Heeresbericht vom 24. März nach- mittag:. Räch heftigem Geich iitzfe.icr versuchten die Deutschen süd- lich von Fn vincoiirr einen Handstreich. Dcr Artilleriekampf war m dcr Gegend des P r i« st e r w a l d e S sowie im W a« g e n- Walde in der Richtung auf La Fontenelle und dem Hartmanns- wcilcrkvps ziemlich lebhaft. Französischer Heere Sbericht vom 24. März abends. Wechielnde Artillctötigkeil nördlich vom Cbemin de S Dame S. Arüllcriekämvfe. zuweilen beilige, in dcr Champagne, in der Berg- liegend, auf de»' rechten Maasuter zwischen dem LauriöreS« Walde und B e z o n v au x und am Hartmannswelterkopf. die Veehanöiungen imt Rllmömen. NuuiänieuS innere Reformen. Ministerpräsident Margbiloman äußerte m einem Jai- svec Blat'e zu der Frage, ob AvereScu nur einen Waffenstillstand oder einen Präliminarfrieden nnlerzeichnet habe: Darüber kann es gar keinen Zweifel geben; es wurde ein Prä- liminarfrieden unterzeichnet. Einige seiner Bestimmungen sind bc- reiis ausgeführt, andere werden demnächst ausgefiihrt werden. Zu den inneren Reformen meinte der Ministerpräsident, daß er das von den I a s s Y e r Kammern angetwmmene Agrar- und Wahlgesetz nicht genau kenne. Soweit dies ai'er der Fall sei, habe es so große Lücken, daß cs nicht durchführbar sei. Der Ministerpräsident sei ein Freund weiser Reformen und habe bereits einen Entwurf ausgearbeitet, der allen Forde- rimgeii entspreche und dcr angennommeu und dnrchge- führt werden wird. Anknüpfend an die Rücktehr der rumänischen Flüchtlinge aus dcr Moldau nach den besetzten Gebieten Rumäniens bemerkte dcr Mi- nisterpräsident: Nach Räumung der Front durch die Truppen der Mittelmächte und Wiederherstellung dcr Eisenbahnverbindungen wird die Räumung der Moldau beginne,.. Die Borbereitungen werden wohl einige Zeit brauchen, die llläumung nete Blanc den Andrang dcr Flüchtlinge zu den Zügen der Moldau wird ab-r solxzld als möglich durchgeführt weisen. nach dem Süden, Er findet es febr begreiflich, daß die Eltern\ Zu Vertretern für Hie Friedensverhandlungen ü» Bnkercst sind ihre Kinder in Sncherbsit bring-in wollen, aber er ftnder es weniger auf rumänischer c i i. e der Minister des Aeußern Ar i o n, ,...................... o_____ � lobenswert, daß sich die reichen Leute rette» wollen einschließlich General Lüpcscu und t eerst Mucefcu ernannt worden, le-cr Mi« gehender Seite zöre, stammt die Vchl gersde dieses Aronttlbfchnittes-'der A-rjegShetzer, die sich in Paris nicht mehr sicher fühlen, aber-tnijter des Aeußern ArioN äußerte sich Per feme Aufgabe vi« Nr. S5 ♦ 55. Jahrgang Heilage öes vorwärts Dienstag, 26. März 191! Seilte ist WWW GroßSerlm Herlin bei Nacht. Zu den Uebeln dieser Zeit ist noch eins hinzugekommen: die Berliner Sicherheit hat beträchtlich abgenommen. Manchen, der monetenschwsr heimwärts steigt in später Stunde, hat urplötzlich irgendwer mörderisch' und jäh am Schlünde. Eh, daß er um Hilfe schreit. stirbt der Geist, der abgeschlungte, und die hohe Obrigkeit sucht vergeblich Anhaltspunkte. Wisse, der du Bürger bist — und dem Zweifler sei's bekräftigt:— unsre Polizei, die ist anderswo zu viel beschäftigt. Darum hat sie keine Zeit; denn beim Finnen und Ukrainer ist die Ungesetzlichkeit leider noch viel allgemeiner. Doch kommt Zeit, so kommt auch Rat! Ward man anderorts erst fertig, ist die heil'ge Hermandad Heil uns— wieder gegenwärtig? P a n l ch e n. Zwc«kverband Groß-Berlin. Stellungnahme zur Kleiuhaus frage. Die Vollverianimlung des Zweckverbandrs wählte gestern sn den BerbandSausichutz als Mitglied den bisherigen Ersatzmann Bürgermeister W r e s e n e r-Temvelbof, als Ersatzmann den Stadt« verordnetenvorsteher Lucht«Cöpenick. Dem Ankauf des Freibades Müggelsee durch den Verband wurde zugestimmt.— Genehmigt wurde der Hau«» hall plan für 1918, dessen Hauptzahlen im»Vorwärts bereits mitgeteilt sind.— Die Hochbahn gesellschaft beabsichtigt Tariferhöhung. Das Mehr beträgt meist 5 Pf, für den Fahrschein, in der zweiten wie in der dritten Klasse und in jeder Zone. Doch soll künftig die letzte Zone schon mit der 13. Haltestelle beginnen. Der VerbandsauSschuh beantragte auf Grund von Verhandlungen mit der Gesellschaft das Einverständnis der BerbandSversammlung unter der Bedingung uon Gegeiilr stungen. Dazu gehörr unter anderem, datz für den Umsteigederkebr zwischen den verschiedenen Schnellbahnen(die zum Teil noch im Bau sind) UebergangSkarten für all« Zonen eingeführt werden. Auf eine Anfrage teilte Verbandsdirektor Steiniger mit, die Hochbahngesellfchast habe in der Tarifangelegenheit ibr früheres Entgegenkommen aufgegeben, sobald feststand, datz die SraatSbobnverwaltung ein« Tariierböhung einführt. Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten erklärte die Mehrheit de: BerbandSversammlung sich einverstanden mit der Erhöhung der Hochbahnlarise.— Die Genehmigung des Verbandes zur Verlängerung der Berliner Nord südbahn von Belle-Älliance-Stratze � durch Gneiienaustrotze usw. bis Hermannplatz wurde erteilt. Die Frage der auf fiskalischem Gelände zu schaffenden K l e i n» s i e d e l u n g e n, die der W o h n u n g§ n o t abhellen sollen, hat einen AuSschutz beschäftigt. Ihm war im Januar d. I. neben dem Antrag der Sozialdemokraten, die grötzle Beschleuni- gung der bezüglichen Verhandlungen mit dem Fiskus forderte, ein Antrag Haberland überwiesen worden, der die Aenderungen der Bauordnung bedauerte, weil dadurch die Grundbesttzer geschädigt würden. Im A u s» ch u tz drang ein Antrag Dominicus durch, der die Aenderungen der Bauordnung begrützt, sich aber für Ausgleichung»unbilligen"' Schadens ausspricht. Zu diesem Antrag beantragten in der Bollveriainmlung die S o z i a l d e in o! r a r e n einige Abänderungen, hauptsächlich Streichung der Schaden- ausgleichung und einen Zusatz, datz bei Reichs-, Staats- und Gemeinde- darlehen für WohnungSbauten die gemeiunützige Verwendung grund- buchlich zu führen ist. In der Begründung de§ AusschutzantrageS betonte Oberbürgermeister D o m i n i c u S- Schöneberg die Notwendigkeit einbsiilicher Umgestaltung der Bauordnungen in Grotz-Bcrlin. Stadlverordneter Wurm-Berlin führte aus, datz der Gemein- nützigkeitSgedanke des AuSichutzantrageS durch die Zutat der SchadeiiauSgleichung geschwächt wird. Das Gemeinin lere sse in üfte den Sondertnteressen vorangehen, dieser Gedanke liege den Bauordnungen zu Grunde und habe auch bei den Aenderungen zu gelten. Der in den Sonderinteressen der Terrain- spekulation erfahrene Kommerzienrat Haberland, Ver- treter sür Km« Teltow. warnte vor Herabzonungen, weil sie die AuSnutzungSfähigkeit der Grundstücke mindere und zur Steigerung der Mieten zwingen loürde. Er wetterte gegen den kürzlich im»Vorwärts" veröffeni- lichten Arlikel über das Mieterelend, solche die Masse »verhetzenden" Artikel keien besonders jetzt ein Unrecht. Der Haus- besitzer wisse jetzt vor Sorge und Elend nicht, was er machen solle. Durch Herabzonungen werde der Schutz dcö Eigentums preisgegeben, das doch auch dem Hausbesitzer gewährleistet sein müsse. Haberland wünschte ein Wohnungsamt für Grotz-Berlin. Den Antrag DomrnicuS suchte er abzuschwächen durch einen Antrag auf Streickung der an die staatlichen Behörden gerichteten Auf- forderung zu tatkräftiger Fortsetzung der Bauordnungsverhessc- rungen.— Nach langer Debatte, in der auch die Gegensätze zwischen Schöneberg und Wilmersdorf zum Ausdruck kamen, ergab die Ab- stimmung die Annahme des AusschutzantrageS unter Ablehnung aller Aenderungsanträge. Für die Aenderungsanträge der Sozialdemokralen stimmten nur sie. Dem aus seinem Amt scheidenden Verbandsdirektor wurde— kein Abschiedswort gewidmet. Aufstrichmittel sür Grost-Berlin. Im Lebensmiltelverband Grotz-Bcrlin ist beschlosten worden. auf die gemeinsame Lebensmittelkarte iveitere Mengen Brotaufstrich- mittel auszugeben, und zwar sollen aus den Kopf der Bevölkerung 1 Pfund Kunsthonig und 4 Pfund Marmelade verteilt werden. Der Aufruf der einzelnen Abschnitte wird durch die Ge- meinden erfolgen. Wilhelm Pieper-tz. Einen schmerzlichen Verlust haben die Ge- nosten des Kreises Osthavelland und vor allem die Spandauer Parteigenossen erlitten. Wilhelm Pieper, der Pionier der Parlelbeweqmig im Kreise, ist am Sonntag früh einem Herzschlag erlegen. Noch am Sonnabend wohnte er einer Sitzung des ttrciö- Vorstandes bei, besten Hauplkassierer er war. Ein arbeitsreiches Leben und ein Stück Parteigeschichle ist mit ihm dahingegangen. Pieper, am 17. April 1856 zu Schwedt a. O. geboren, war von Beruf Zigarrenmacher. Schon mir 13 Jahren trat er dem Allgc- meinen Deutschen Arbeiterverein bei, gründete dann in seiner Heimatstadt eine Zweigstelle des jetzigen Tabakarbeiierverbondes und hatte zur Zeit oe§ Sozialistengesetzes unter der Willkürherrschaft sehr zu leiden. Eine längere Gefängnisstrafe zog er sich, kaum ver- heiratet, im Interesse seiner Berufskollegen zu. Im Jahre 1899 siedelte er mit seiner Familie nach Spandau über und teiicte hier sofort die Agitation für unsere Partei ein. Sieben Jahre fungierte er als Kreisvertrauensmann und die Spandancr Ge- nosten schickten ihn 1898 als erstell Sozialdemokralen in das Stadlparlament, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Stets verlrat er als Stadtverordneter mit Umsicht und Energie die Interessen der Arbeiterschaft und halte sich durch sein perivuliches liebenswürdiges Wesen die Achtung und Anerkennung selbst seiner politiichsn Gegner erworben. Bei Kriegsausbruch stellte er sich, trotz persönlicher An« feindungen, rückhaltlos auf den Boden der Fraktionsmehrheit und die Kreisleitung verdankt viel Erfolg seinem persönlichen Eingreifen während dieser Slurmperiode. Nach auf dem letzten Parteitag in Würzburg sprach er gegenüber Freunden seine Genugtuung und grotze Freude über den glänzenden Verlauf und die siegessichere Zukunst des Sozialismus aus. So ist dieser prächtige Mensch dahin- gegangen, bis zum letzten Atemzuge tätig sür sein Ideal, für die deutsche Arb-tzscrbewcgung.____ Die juristische Sprechstunde fällt heute au?. Einrichtuiigsgegenstände aus Kupfer, Nickel, Aluminium und Zinn sind durch eine Bekanntmachung vom heurigen Tage an der B e« schlagnah me, Enteignung und M e l d e p f i ch t unt-r- worfen. Die betroffenen Gegenstände sind im§ 3 der Bekannt- machnng namentlich�. aufgeführt. Der Wortlaut der Bekanntmachulig ist bei den komniunaten Sammelstellen, Polizeibehörden, Bürger« liieisterämtern und Landratsämlern einzusehen. TaS Märkische Museum ist vom 29. bis 31. März geschlossen, am Ostermontag jedoch sür die Besichtigung von 19—3 Uhr geöffnet. Weibliche Eiubrechcr und Diebe. Jie'.- einem Hause der Weber« stratzc wurden in der letzten Zeit mehrere Wohnungseinbrüche ver- übt, die man sich nicht erklären konnte. Gestern nun hörte eine Mieterin ein verdächtiges Gelänsch auf dem Boden. Man sah nach und überraschte zwei Einbrecherinncn, die mit Dietrichen und Vrech- eisen eifrig arbeiteten. Mehrere Verschlüge hatten sie schon gewalt- sam geöffnet und alles, was sie an Wäsche und dergleichen bargen, zum Mitnehmen zusammengepackt. Die Ertappten entpuppten sich als die jugendlichen Arbeireriimen Frieda Hcnntcke und Frieda Nocker. die früher in dem Hause wohnten und jetzt ihre Kenntnis der Gepflogenheiten der Mieter ausnutzten.— Die Dieustmädchen Mario Pumplun und Luise Wi lke machten seit einiger Zeit die Pensionate, in denen sie sich als Gäste einmieteten, unsicher. Sie erbrachen Schränke und Schreibliiche und stahlen Geld, Schmuck- sacken, Bettwäsche und dergleicheit mehr. Am Schiffballerdamm 2 559 M.,>u Nr. 3 eine grotze Menge Wäsche. D>e Pensionsinhabe- ninieu des Siadtviertelö vereinbarten Abwehrmatzregeln gegen die gefährlichen Gäste, und so gelang es gestern, sie zu erwischen, als sie in der Friedrichstratze Wohnung nahmen. Für 39 009 M. Blusen und Stoffe erbeuteten Einbrecher in der Nacht zum Sonntag auf dem Grundstück Klosterstr. 4, wo sie vom Nachbargruiidstück her über eine Mauer und de» Hof in den Laden der Partieivaren-Grotzhandlung von Henifchke eindrangen. Der Bestohlene setzt auf die Wiederbeschaffung der gestohlenen Sachen eine Belohnung von 19 Proz. ihres Wertes aus. Der Mörder des Schutzmanns Heuer, Erich Kühl, ist in Teupitz verhaftet und nach Berlin gebracht worden. Kleine Notizen. Mit dem 3t. d Mts. find die NuSweiSkartcn zum Bctl ctcn ver Grundstücke und Gebäude des Sb andauer Artillerie- dcvotS mit einer grünen Klcbemarke zur Gülligleiisverlängcrung zu versehen. Die in dortigem Besitz befindliche Ausweiskarte ist zum Auskleben dieser Marke sowie zur oUnronailichcn Kontrolle vom 25. d. Mts. ab dem Artilleriedcpot, Breitcstr. VS, vorzulegen. Ausiveiskarten ohne grüne Siebe- marke haben vom 1. April ISItz ab keine Eüiligkcit mehr und jüid ab- zugeben._ Charlottenburg. Lebensmittel. Auf die allgemeine Grotz- Berliner Lebensmittelkarte mit Aufdruck Charlotienburg wer en verteilt: flz Piund Kmistbonig auf Abschnitt 12, st-, Pfund Marmelade auf Abschnitt 13 und 299 Gramm Graupen aus Äbjchnilt 16 bis 6. April. Auf �hariolteuburgerLebenSnrriietausweiskarle wird in der Osterwoche iii durch besonderen AuSbang kenntlich gemachten Geschäften, soweit der Borrat reicht. 1 Ptundglas ausländischer Bienenhonig zum Preise von 3,75 M. inkl. Glas verabfolgt. Auf rote Nahrungs- nrittelkarte: Verkauf von 299 Gramm getrocknetem Weißkohl auf Abschum 183 bis 30. März. Lrchtcubcrg. Lebensmittel. Es werden verteilt: Auf Abschnitt 16 der gemeinsamen LcbenSmitteikarie gegen vorherige Anmeldung 299 Gramm Gerstengrütze oder Graupen. Äbichnill 163 der Lebens- »rilleikarte für Jugendtiche wird zurzeit nicht beliefert. Aus Ab- schnitt 193 dürfen bis zu 2 Pfund noch eintreffendes frisches aus- ländisches Gemüse, Wertzkohl und Mohrrüben, entnommen werden. In den städtischen Fischhallen und bei den hiesigen Fischhändlern und Räucherwarengeichäsien werden abgegeben: Auf Abschnitt 192 L, J, G, K ste Pfund Heringe; auf Abschnitt 194 lZ. 3, G, X 1 Pfund frische Flutz- und Seefische; auf Abschmtl 19515, 3, G, K � Pfund Räucherware». Auf Abschnitt 37 zwei Eier. Tegel. Lebensmittel. In der Gemeindeverkaufsstelle kann auf Abschniti 5 der Sonderlebeusmiltelkarte für Kinder ini Älter von 1— 4 Jahren Va Pfund Haierfabrikale(85 Pf.) und auf Abschnitt 5 «7Z Töchter üer Hekuba. Ein Roman aus unserer Zeit von Elara V i« b i g. Jetzt war die Hieselbahn nicht mehr den ganzen Tag fort in Berlin, sie kam des Mittags nach Hanse. Schade, gerade mittags war die Zeit, in der der alte Mann und das Kind noch draußen saßen! Es war ein neuer Schreck, der die Krüger befiel: wenn nun erst Schnee kam? Das Wetter so kalt wurde, daß die nicht mehr draußen sein konnten? Dann sah sie das Kind nicht mehr. Tage, Wochen, Monate konnten vergehen. bis sie cS wieder einmal zu sehen kriegte. Sie konnte hier stehen und lauern, so lange sie wollte. die Tür dort blieb geschlossen. die Fenster waren zugefroren, keiner konnte hereingucken und heraus. Oh, was waren es dann für finstere Tage! Ihr graute davor. Und plötzlich kam ihr der Gedanke: wenn sie der Hicsel- Hehn Geld bieten würde, viel Geld, ob die ihr den Jungen dann wohl überließe? So genau die Krüger sonst war, hier gab's keine Grenze. Was sollte i h r denn das Geld? Sie sparte es doch nur für Gustav und— für den Kleinen da. ES tat mir in der Seele weh, ihn so ärmlich zu sehen. Und ihr das wohl eine Aufsicht für ihn, der blöde Alte? Zorn und Schmerz stritten in ihr. Zorn auf die Mutter: was brauchte die immer wegzulaufen? Zorn auf sich selber: das hätte sie so ganz anders haben können! Aber dann bedachte sie: was sollte die Hieselhahn wohl machen? Verdienen mußte sie doch. Es war brav von ihr, daß sie so fleißig war. Die Krüger hatte sich immer erkundigt und gehört: das Mädchen scheute vor keiner Arbeit zurück. Was der Gustav wohl sagen würde, daß seine Trude Strohsäcke genäht hatte? Etwas Er- bärmliches. Sie war doch feiner, es mußte ihr schon sehr schlecht gehen, daß sie dazu gegriffen hatte. Es überkam die Krüger wie Achtung: das wäre noch lange keine Schwieger- tochtcr, deren man sich zu schämen brauchte. Gott sei Dank, daß sie nun eine Beschäftigung gefunden hatte, für die sie sich besser paßte! Die Krüger nahm sich vor, wenn sie das nächste Mal. mit ihrer Karte beim Gemeindeverkauf stand, die Kassiererin j anzureden. Was war denn weiter dabei? Sie vergab sich dadurch nichts..Fräulein Hieselhahn', würde sie sagen, .Fräulein Hieselhahn, das Jungchcn ist so viel allein, eS rutscht mit nackten Schenkeln auf der nassen Erde, fürchten Sie nicht, daß cS sich erkälten könnte?' Dann würde sie doch mal hören, was die dazu sagte. Man konnte ja dann immer noch weiter sprechen: ,Jch bin allein, habe Zeit. Hab 'ne warme Stube, habe auch noch was zu essen, ich würde Ihnen gern den Jungen verwahren, so lange bis Sie-- Ein lauter Schrei des Kleinen schreckte sie auf. Es waren Kinder vorbeigekommen,»'ne Stulle willste'ne Stulle?" neckten sie. Sie zerrten den Blöden am Bart, und als er sich wehrte — sie zupften zu unsanft—, fiel er um mit seinem Stuhl. Aufkreischend stob nun die Bande von bannen, das Kind aber, als verstünde es das Leid solchen Alters, fing kläglich an zu schreien. Da sprang die Krüger zu; so etwas konnte sie nicht länger mtt ansehen. Ehe noch der Alte sich aufgekrabbelt hatte, und seine Frau ihm von drinnen zu Hilfe kam, hatte sie den Kleinen aufgerafft. Sie nahm ihn auf den Arm, sie preßte ihn an sich: Gustavs Kind! Hier war kein Platz für Gustavs Kind I Sie rannte davon, als jage sie einer, immer das Kind fest an sich haltend und sein Weinen beschwichtigend mit Worten, deren Zärtlichkeit sie selber nicht ahnte.— Als Gertrud heute nach Hause kam, war ihr Kleiner sott. War er weggelaufen? Sie fragte den alten Richter aus, aber der sah sie nur verständnislos an:„'ne Stulle!" Verzweifelt ließ Gertrud von ihm ab: den zu fragen hatte ja kernen Zweck. Auch die Richter hatte nur ein Achsel- zucken: was ging sie ftemder Leute Kind an? Um ihre Söhne draußen kümmerte sich auch keiner. Lebten sie oder waren sie tot. niemand sagte es ihr. Alle Vorwürfe prallten ab; als Gertrud die Frau in ihrer Aufregung hart anfuhr, schlorrte sie ohne Erwiderung in ihre Küche und machte die Tür hinter sich zu.— Während die Mutter verzweifelt den Knaben suchte, probierte die Krüger ihm Gustavs Schuhchcn an. Die kleinen Füße waren ganz kalt, sie hatte ihm rasch warme Strümpfchen angezogen, nun klappte sie mit der Hand unter die Ledersöhlchen von Gustavs ersten Schuhen: „Die passen!" Der Kleine war ganz zufrieden. Sie hatte ihn auf den Tisch gesetzt; sie kniete vor ihm am Boden. Er stieß sie mit strampelnden Beinchen vor die Brnsr und krähte dabei; er hatte gar keine Scheu. Ob das wohl daher kam, daß er es gewohnt war, immer bei Fremden zu sein, oder ob er es fühlte, daß sie seine Großmutter war? Wo sollte er das her wissen? Aber die Krüger war kindisch geworden. Sie krähte niit auf, wenn der Junge krähte, sie sprach ihm vor: „Groß— mutter. Na sag's doch mal: Groß— mut— ter!" Sie lachte vor Entzücken und dabei rieselten ihr Tränen über das verwitterte Gesicht. Gustav sein Junge I Was würde der Gustav sagen, wenn er seinen Jungen bei ihr fand?! Die Kinderhände patschten ihr ins Gesicht, sie haschte nach ihnen. Lange war sie des entwöhnt, so zu spielen, aber sie lernte es bald. Ganz versunken war sie in dies Tändeln. da schellte auf einmal draußen die Klingel. lind nun nahten sich schwere Schritte der Stubentür. Gertrud tappte durch den Flur; als hätte sie Bleigewichte an den Sohlen. Wenn sie den Kleinen hier nicht fand, dann — dann— I Trostlose Vermutungen waren ihr gekommen. Schon sah sie ihn draußen im Felde-irren— da waren Tümpel, Lachen genug, die der Regen zurückgelassen hatte, tief genug, daß so ein kleiner Körper darin ertrinken konnte, vie war hinausgelaufen, hatte gerufen, toar wieder zurückgelaufen und hatte gerufen, hatte jeden Menschen gefragt, aber nie- niand konnte ihr Auskunft geben. Da war es plötzlich über sie gekommen: eine Erinnerung— hatte sie die Krüger nicht neulich hier herumstreichen sehen und lauern? Eine Gewiß- heit: ja die, die hatte das Kind sich geholt! So eine Un- Verschämtheit! Ohne anzuklopfen, riß sie die Stubentür auf. Mit dro- henden Augen sah sie die Frau an. Die Krüger blieb auf den Knien liegen; sie war wie ge- lähmt vor Schreck, sie konnte nicht ausstehen: die Hieselhahn! Die kam ihn nun holen! Aber zugleich setzte sie sich inner- lich zur Wehr: ihres Sohnes Kind! Das gab sie jetzt nicht mehr her. Der Kleine hatte aufgejubelt, als er die Mutter sah, dann aber kratzte er mit seinen kleinen scharfen Nägeln an den roten Steppnähten der neuen Schuhe; cr war vollauf beschäftigt damit. Gertrud war ohne Wort auf den Tisch zugegangen. (Lortj. folgtJ für Jugendliche 1 Palet Puddingpulver(52 Pf.) entnommen werden. Vom Donnerstag ob können in den bezüglichen Geschäften aus Tb» schnitt 202 der neuen GemeindewirtschaftSkarte Eier zum Preise von 41 Pf. per Stück entnommen werden. Die Stückzahl wird noch be- kannt gegeben. Die Gemeinde hat Schöneberger Strohe OS, Ecke Schliepersirage, eine Annabmestelle für Schuhreparaturen eingerichtet. Die Annahme ist geöffnet Montags. Mittwochs und Sonnabends. vormittags von 9—1 Uhr. Die Einwohner haben sich durch Vorzeigung ihrer LebenSnnttelkarte als solche auszuweisen. NovawrS. Ausgabe von Zuckrr. Vom 2S. bis 31. findet am den Llartenabschnilt 35 der Zuckerkarte die Ausgabe von Zucker statt. Die Karteninhaber haben gegen Rückgab« der vom Kleinhändler auSgestelllen Bescheinigung den Zucker bis zum 31. in Empfang zu nehmen. TSctterauSiichte« kür»aS mittleres seorddentkwl«»» dt? Mittwoch mittag. Zeitweise heiter, jedoch kühl uni» sehr unbeständig, mit wiederholten Regen-, Schnee« oder Hagelschauern, in der Rächt zmn Mit!» woch an vielen Orte» Frost. Hroß-Sertkner yarSeknachrichtetu Zur Stichwahl in Nieöerbarnim. Alle Genosie«, die sich heute znr Wahlarbeit«och zur Ver- fügung stelle» könneu, werden gebeten, sich a« nachfolgenden Stellea zu melden: Berlin(Petersburger Viertel), Restauraut Kühn. S ch r e i n e r st r. 58. Lichtenberg, Restaurant Spitzig, Frankfurter Allee 88. Weißeuse«, Restaurant Stärke, Charlotten- b u r a e r Str. 3. Pankow, Restaurant.Zur Hütte', Breite- stratze 16. DaS Wahlresultat bitte« wir sofort»ach Feststellung im Wahllokal an das Zenttalwahlkomitee telephonisch z« über- Mitteln. Telephon: Amt Moritzpla« 364 nnb 10170. Neiuickendorf. Da? Zentrakwahlburea« befindet fich bei Dölchner, Refidenzstr. 59(Ecke Markstr.). Genoffen und Ge- nossinnen, die sich zur Wahlhilfe zur Verfügung stellen, melden sich von 9 Uhr ab in diesem Lokal. Arbeiter- Zlamariterdimd. Kolonne(Brost- Berlin. Mittwoch, den 27. März, abends 8'/, Uhr, bei Schulz, Königsgraben Rr. 2: Mit- gliederoersammlung.— Montag, den 1. April: Aus- s lu g nach Neu- Heringsdorj. Treffpunkt vormittags 11 Uhr Bahnhof Cöpeirfck. Nachzügler bis 2 Uhr im Restaurant Neu-Heringsdors. Gäste und Freunde find gern gesehen. Hriefkasten üer Reöaktion. Die juristische Sprechstunde fällt heute ars. Krk. Ä. 1. Nein. 2. Ja.— H. ft. 504. Der Beschwtz des Reichs- tags, den Mannschaften«in zweites Putzgeld zu gewahren, ist noch nicht durch den Bundesrat bestätigt.— W S. 100. Nein, der Anlvruch sit verjährt— tbtixdorf 249. Venn zwingende dienstliche Gründe vor- handen find, können auch die G. B.-Leute dazu kommandiert werden. Ostemin Santa Lucia Uafllck t» Apotheken, Drosen- und DeHkateö- Qeschiften.* Am Sonntag, don 24. März, starb an den folgen eines Horzschlajjos im 63. Lebensjahre nnser lang- iähriges, treues Mitglied Stadtverordneter Wilhelm Pieper Wir betrauern in dem Dahingeschiedenen einen aufrichtigen freund und eitrigen Förderer unserer Sache. Seine jahrzehntelange segensreiche Arbeit im Interesse des erwerbstätigen Voltes und besonders unserer Partei wird uns unvergessen bleiben und ihm stets ein ehrendes An denken im Herzen der Arbeiterschaft des Kreises bewahren. Schwor trifft uns der Verlust dieses VcrMmpters des Sozialismus im Kreise OsthaveUaad. Ehre seinem Andenien! Oer Vorstand des sotialdsmokraVschen»ab wer ahn, fQr den Wahlkreis Potsdam- Spandau- Osthavelland. Die Beerdigung findet am Donnerstag, don 28. März, nachmittags 2 Uhr. von der Leichenhalle des Spandauer Friedhofes, in den Kisseln. aas statt. 19281, All?» Freunden und Be» kannte» die traurige Nach- rtcht, daff unsere liebe Tante Miklovait am 21. März plötzlich verstorben ist. 1SZ2b bamilio Karl Frenke. Die Einäscherung findet Heute Dienstag, den 26. März, nachmittags" Uhr, ImKrema- torium Gerichtsw. 37 statt. Sozisltiemolikst. verein kerlin b(5.?. D.). 9Iot 21. Mär, verstarb unsere Geuosfin Marie Miklovait Stargarder Str. 69/70. (Khre ihrem Nndeukm! Die Einäscherung findet heute Dienstag. dcn26. März, nachmittags 2 Uhr,Im Krematorium Gericht irr. 37 statt. Um rege Betclltgung er- sucht 230!? Der vorstand. Oerband der krauerei- und IRfllilenarbeiter und verwandter kerukgenotteu. Zahlstelle Berlin. Den Kollege» diene zur Nachricht, dast unser Mit- glieo. � der Flaschcnkcller- arbeit« (Zusisv kscd (zuletzt Borussia» Brauerei) nach lang« schwer« Krankheit verstorben ist Wir werden sew Andenken ln Ehren hasten. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 28. März, nachmittags 4'/, Uhr, von d« Leichenhalle des A ufei'ftehimgs-Kii'chbofs in Weigensee. Lichten Strahe 110, ans statt Um zahlreiche Betelligimg wird ersucht. Die Örtöverwalinng. Allen Verwandten, Freun- den und Bekannte« die trau- rige Mitteilung, dast a»l Sonntag, den Hl. März, ganz unerwartet wem lieber. auter Mann, unser treuer Bruder und Onkel, der Stadtverordnete 19306 Wilhelm Pieper an den Folgen eines Herz- schlageS im Aster von 63 Jahren sanft entschlasen ist. 0!e trauernden Hinterbliebenen Witbelmlne Pieper. Spandau, d. 25. März 1918. Die Beerdigung findet am Do»nerskag, den 28. März. nachmittags 2 Uhr, von der Leichenball- des Friedhofes in den Zkiffeln aus statt. De» plötzliche» Tod ihrer lieben Tochter und Schwester Fr« Elisabeth Thiele geb. Sehner zeigen tiestraucrnd an Eltern and Oescbwister. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 27. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Tho» mas-Wrchhofes aus statt. WehMn Spandau. (S. P. D.) Allen imfere» Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unser alter, braver Partei- genösse, der Stadtverordnete �Vükelm piepef am Somitag, den 24. März 1918, im Alter von 63 Jahren plötzlich a» den Folgen eines HettschlageS verschieden Ist. Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen«neu eifrige», selbstlosen und tätigen Freund uud Patteigenossen, d« in unermüd- lichem Eifer im Interesse der Partei und unseres Vereins gewirkt hat. Stets stand» in den vorb«ften Reihe« mis«er Bewegung und bat fich durchsein Vorbild- liches Wirten ein dauerndes und ehrenvolles Andeuten gefichett. Wir werden fein« stets In Achtung und Lieb« ge- denken. 192 Der Vorstand de» sozialdemokr«tischen Wablvereins Spandan. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 28. März. nachmittags 2 Nhr, von der Halle de« städtischen Fried- Hofes, in den SM(sein, ans statt. Um«ge Betelllgnng wird «sucht. Vei'band der Schneider, Schneiderin neu u. ASlche- arveiier Deutschlands. Filiale Berlin. linieren Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unsere Kollegin, Frau Liisadelh Thiele geb. SeJiner geb. 3. September 1884 am 21. Marz insolge GaS» vergistung verstorben ist. Ehre ihrem Andenken l Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 27. März, aachmiNogs 4 Ubr. aui dem Neuen Thomas-Kirchbos in Neukölln, Hermannslr. 79/83, statt. 167/1 0io Ortsverwaltung. Allen Freunden und Be» kannten dt« schmerzliche Mit» teilung, dafi ims« lieber Sohn, Bruder und Schwager Vialier hiederaoes am 20. Mörz an den Folgen eines Bauchichusies im Feld iazarett»«storben ist. Hg. X'iederaner 28032 nebst Familie. DavhsaMg. Mir die Beweis« herzllcher Teilnahme und reichen Kranz- spenden bei der Beeidigung unseres mwergesjlicheu Sohnes und lieben BruderS Wilhelm Tailvitz sagen wir htermitalleu Frnmden und Bekannten sowie der Firma Hempel und den Hausbewohnern r.iiseren imtigften Dank. 1S2A Familie Tailwitz, Neukölln, Weserstr. 215. Spezialarzt Dr. ased. k.nab« beb. schnell, gründl., mögl. schmerzlos u. obne BerusSslör. Lssvhleohtskraahbelt., geheime ttaut», Harn», Frauenleiden, Schwache. Erprobteste Methoden Harn- und Blutuntersuchung. KiWuslr. SiiSS, ÄS« Spr. lv— In. 5— 8, Sonnt. 10— 1 Zahngebisse, Platin,®r. 7,00, Ketten, Ringe. Bestecke kauft Frau Wagner, Kafferstr. 18 1(Aleraudervlatz). Vornehm« preiswert« NOBEL Elnrichtunson Aadaa Sie naeh wie Tor Im aa-oter Anawahl bei B. 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Kam hi erspiele. VI, Uhr: Siiu-.r.run. VotkslHiline. Theater am Bölcwplatz. Untergmndb. Schönh. Tor. H Uhr: Haimoles Himmellahrt. iiir. C. Memkanl— R. Bernauar. Theater'i Ksirigifatzerstr. '1,9 Uhr; Erdeclst. Komßdienhaus 8 U.: Die StraBe nach Stelnaych Berliner Theater 7 Uhr; lintefcltthes Blut. I Eetzte Weehe I Gastspiel: Fmk Im Solotüozerin JQU Hofballetfcmeister vom Ballett des Kg). Hoftta eaters Dresden sowie der groß« März-Variete-Spielplan. Zirkus A. StoaiiB.r Bhf. Frk»'pioh$tf. A»f. 7l/i Sonntag, 8t. März,_ nnwidermflich zwei letzte VoreteJlungen TJIly Bebe SMrpppe, EÄnafS-Szcrie I in der Eni t, Frl. Zoe, J und die übrigen SpoKlalltllten! Rose-Theater. vi, mr: Eiue Waise. MMN Ml Friedriehstr. 165. Rehe Rehrenstmße. LlSisg WclM Willi Präger Milda Breiten Mizzi Dressl u. das hervorragende M ära-'Fro gramm. Theater für Dienstag, 26. März. Ccntral-Theater Eommandantenstraße 57. T1!,: ille Cvardaaf ttriitin Deutache« Opernhaus 7 vdr- Bie TBrkaBlte Braut. Priedricb-Wilhelrast. Theater vuvhr: Das Drefo&Äs. 711 Komische Oper u-�elwarzvalMiiel. liustsplelliaas 7'/. Uhi: BicbloiuiralidelsT.Liiiilffltol Metropol-Theater tr& Bis Boss TOS Müll. Heute 8'1, Uhr: FaBresiie Hauten. Neues Operettenbaus Schifibd. da. Kassent.Nd.2Sl T'/.ühr:! Kleines Theater 7'/. Uhr: Nante. Uesid ena-Tta eater v/.uhr: Der junge Zar. Schilter-Theater O vi. xmr; Kabale mi Liebe. (Schiller-Th. Cbarl. vi, uhr: Der Revisor. Thalia-Theater Hüter öer blib. Linde. Theater am Nollendorfplatz 7 Uhr: Theater de» Westen» Vi, Uhr: TiUdtvig XIV. mit Guido Thielseher. Vorh,: Dar Recrmentszauberer 3'/, Uhr: Am Goldenen Horn. Donnerstai Sonnabend I, 28. Marz. ,30.3., 7'/,: NATION ALnTHEATERl CSpenloker Str. 68(Deuteeb-Amerik. Th.) 6Min. iannow.-Br. Tagt. Grfifiter Lacherfolg I Die ist richtig! Posse m. Ges.v Dr. A.Lippsohütz. Musik: Walter Bromme. N u. Ä. Feiertag nachm. SV. U.; 1 abends T'l, U.: " IMe ist richtig I Gastspiel AwinjieH! Schuldig: I Drama von Voß. Vorverkauf: täglich 10—2 m ah 6 Uhr(anch Tietz), 1 Sonnabend und Sonntag ununterbrochen geöffnet Das ist die Ldebc! Kaffee Luitpold SlotEstraQe 15. Kabarett. Paul König Elsa Hofer, Kurt Heising. Hella Bella und der Fürst der Boheme Danny Gürtler II SfoiGhshallen-Theuter. Allabendlich 71/, und Sonntag nachmittag 3 Uhr Zum Schluß: Hein Weili- naclitstfaiün Nachmittags ermäßigte Preise! J? Berliner Konzertbaus Mauerstraße 62. Zimmerstraße 90/91. Heute: Großes Konzert des Berliner Konzerthaus-Orchesters. Leiter: Komponist Franz von Blon. Anfang Vi, Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang 7'/» Uhr. Wechentagea heiMW-KoiMt„�ÄX.tfrÄg Lictitspiel-Palastl�i Schönhauser Allee 148 s (früher Puhlmann) Des Riesen-Erfolges wegen bleibt das große Eröffnungs-Programm bis Mittwoch, den 27. März auf dem Spielplan. Anfang 6V, Uhr. Anfang 61/, Uhr. Trianon-Theater •/.S am Bhf. Friedrlchstr.'/,8 Tel.: Zentrum 4927 und 2391. Der Lebensschüler Komödie von Ludwig Fulda. Ida Wüst, Erich Kaiser-Titz, v.MöliendorS, Flink. Kettner. Stg. 4 ü. kl. Pr.: iohannisteuer. Andreasstraße 64. Neueröffnong amt.Osterfeiertag nachmittags 3 Uhr. Schönstes und größtes Lichtspiel-Theeter � 1600 Sitzplätze � Wundervolles großes Künstler-Orchester. Biesen-Programm! Volkstümliche Eintrittspreise»°n 54 Pf. an Andreasslraße 64. URANIA. 8 Uhr: Oberstabsarzt Dr. Meißner. Die Well des Films. Voigt-Theater. Badstr. 68. Baditr. 88. Täglich 7V, Uhr: Das Geheimnis der alten Mamselt Karircilag geschloffen. MMck, TSgl. 7>/» Stg. 8'/, u. 71/, U. Bas medlzioisebe Rätsel. Schlangentänze— Feuerspeiende Menschen— Die schöne Crcolin— Karl Reinsch— 2 Dubskis— Rappos parod. Neuheiten usw. Zum Schluß: Mondfahrt. Morgen keine Zirkusvorstell. Apollo I Friedrlchstr. 218. 7,;,| Der Flieger von Tttlngtan | sowie die verblüffenden| Varletö-Attraktionen | Theaterkasse ab 10Ü. ununterbr. geöffnet. Walhalla-Theater. vi, Uhr: As iDsitonMotf. Casino-Theater Lothringer Ztr. 37. Tagl.'Iß U. wÄ* SmWrlSe. Donnerstag und Sonnabend: Oer Bajazxo. Ostersonntag zum ersten Male: Ann»» Traum. Nachm. 4 Uhr: Der Bajazzo. TitgL VI* Sonnt. 3'/, n. 71/, Nur noch bis 31. März! Pers. Auftr. Paul Heidemann in d. Füm-Op., Paulchens Badeabenteuer- u. d.März-Hrgr. Äilmiralspalast. Heute T*/, Uhr [Abrakadabra! | Deutsche Tänze v. Schubert j Sonnabend, 30. 3.: Fremlere. Vorzügliche Küche. VMlltsche Die vergrößert ihre Pflanzungen zum Frühjahr auf das Doppelte. und nimmt jetzt weifere Mit« glieder als sme leimeWer mit Zluteffen zu IVO M.» zu »VV M.. zu 800 M. und bis zu 1000 M. aus. KrfegS- autefde wird zum vollen Nenn- wert In Zahlung genommen. Da« Gemüse wird in unseren vmeilmMlleii an die Mlfglleder billig abgege« ben, bei völliger Ausschaltung des Groft» und Klein- Zwlfchenhaudeis. Der Ge- winuüberfchusz wird als Divi- dende an die Mitglieder verteilt. Die alten Mitglieder find mit Wintergemüse reichlich versorgt worden. Di« jetzt neu beitretenden Mitglieder sind be- rechligt. schon an der ersten Verleilung von Frühqemüsc teilzunehmen.— Aufnahme neuer Mitglieder findet statt im Laden Preersburgerftr. Ta: MonIagS, Mittwochs, Freitags S— f2 und 4— 7, outjerbem Sonntags 11—1. Ferner im Laden Kopenhagenerftr. 4: DIenslagS. Donnerstag«, Sonn- abendsS— 12 u. 3—6 und«onn- tags 8—10. Ferner ISglich im Bermaltungsburea«: Burg- strafte 37 III, Zimmer 76 (gegenüber ZirluS Bulch). m WamnidasWelbaiDlaiuie leidet a. dJann am Weibe. Inhalt: Reis zur Liebe ».Ehe. Herrenrechl.— Eiier- sucht— Untreue— ManneS- krast.— Kindrr'egcn.— Dinge, die man nicht sagtic. Pastor Schmidt schreibt im .Correspondenf: Eins der ernstesten Bücher, die ich ge- lesen. Die Bilder, die der Versaffet enlwirft. greiieu an Her, und Gewisse«.— Preis Mt 1,80. Mädchen, die man nicht heiraten soll. Zeitgentütze Ausklärung, u. Warnungen m. 17ilB6. Da« wichtigste Buch für Männer. Preis 1.20M. Beide Bücher zus. geg. Voreinsend. porio- lr«i,Nachnahme2öPi.mehr lisferr»eir 1079 «Jean Holze MAJV1I BtJRG. T .folgi: IK firii?e öÄe bött ben MB�mächteu gsmachtsn Vorschläge politischer, wirtschaftlicher und fmanzrell« Natur, um den Bor- frieden zu einem endgültige» zu mache». Ich Haffe, daß eS gelingen wird, zu einem kür Rumänien annehmbaren ehvenhafte» Frieden zu gelangen, der keine Verminderung der .Aedcn�kräfie des Landes darstellt. In der inneren Po- liiik stellen wir vor sozialen Fragen, deren Lösung im Geist: vollständigen Einklangs und Vertrauens zwischen den verschiedenen Klassen der Bevölkerung erfolgen muß. Iaiiver Zeitungen melden, daß daS rumänische Parka- ment aufgelöst wird und Neuwahlen ausgeschrieben werden. General LlvercScu wird mit dem!. April in die Reserve über- l roten.? Der österreichische Bericht. Wien, 25. Mörz 1918. Amtlich wird«erlautbart: Im Westen vermögen keine Gegenangriffe deZ Vordringen unserer stcgrcichcn Bundesgenossen zu yemmcu. Sonst nichts Neues. Der Chef deS G e a e? a l st a b« Z. deutsch-ftanzösisches Abkommen. Bcrbe'scruttg der Lage der Gefangenen. Perl«, 23. Mörz/ Amtlich, Im Dezember vorige» Jahres *-r.v- Tagen Arrest geahndet werden. Bor Bestrafung von gemein- samen Fluchtversuchen oder solchen, die in Verbindung mit Eigeutumsvergehe» begangen wurden, ist 2 Monate die Höchstgrenze für die Strärdaue?, sofern nicht eine der strafbaren Handlungen mit Zuchthaus bedroht ist. Diese Bestimmungen des Abkommens werden rückwirkend angewandt, ,a daß die deutschen Kriegsgefangenen, die jetzt Strafen wegen Fluchtversuchs verbüßen, zum große» Teil ist die Lager zurückkehren werden. .Kriegsgefangene Bäter und Söhne oder B r ü- der werden in Zukunft in einem Lager vereinigt, wenn nicht ganz. besondere Bedenken entgegenstehen. Die Transport- kosten tragt der Nehmestaat. ' Außer den genannten Bestimmungen regelt die Vereinbarung rwch eine Reihe von anderen wesentlichen Punkten, die eine wich- i ige Verbesserung in der Lage der deutsche» Kriegsgefangenen in Frankreich bedeuten. Im Anschlug an das jetzt Vereinbarte werden in Kürze gmtein- firme Verhandlungen deutscher und französischer RcgiernngSvertcetcr in der Schweiz stattfinden, bei denen in erster Linie die Freilassung der vbltcc rechtswidrig zurückgehaltenen Elsass-Liithringer zur Sprache kommen und weiter die dringende Frage eines weitgehenden Austausches der längere Zeit gefangenen Kriegsgefangenen und Zivil- internisrirn auf n.-ue behandelt werden seil. Die Familien- väter über 49 Jahre mit mindestens 3 Kindern werden besondere Berücksichtigung finden. Auch die Milderung der Länge und Vollslreckungsart der beider- seitiaeu gerichtlichen und disziplinarischen Strafen wird Gegenstand du Verhandlungen sein, die Bcffenilich weiter dazu Beitragen, das Los unserer braven Kriegsgefangenen und der bedauernswerten Zibilfirtertnerten in französischer Kand zu lindern. Demobilksatwn üe? Schwarzmeerstotte, Tie Utraiue löst die Soldateukvmitees auf. Kiew, 23. März. Ein ZefM des Krvegsmnusrers der ukrälmsche« Volksrepublik ordiwt die Demobilisation der Efiiwarzmeer flotte an und verbietet die eigenmäch- t i et e'5) r.g an i s a t i o n von Trupventeilen. Da? Snstem der Vorgesetztenwahl wird abMschafft und die So!- datenkomiteesaufgelöst. Ser Krieg auf ösn Meeren. Aertin, 24. März. Reue U-BootS-Erfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz: 18900 Br.-R.-T» Unser den versenkten Schiffen waten zlvei Dampler von je ö99ö Br.»R.«T. Namentlich festgestellt wurde der englische Tamvier Baygitano(3973 Ar.-R.-T.), der im Aermelkanal versenkt wurde. Der Chef de? Adntiratstabes der Marine. L-Ssst-Hefecht bei öen Izsren. ) Ferrol, 25. März. IHavas.) Ein deutsches llntersee- l ooot von 499 9 Tonnen traf im Haren von Ferrick ein. Ein spanisches Kriegsschiff wurde ih-u entgegengeiandt. Das Untersee- boot tvar mit zwei Elfzeniiineterkanonen bestückt. Der Kapitän forderte dringlich Einfahrt in den Hafen, weil das Unterseeboot in- folge eines mitdrei Schiffen ausgefochtenen Kampfes s ch w e r beschädigt sei. Die Besatzung bestand an? 39 Mann. Meine Keiegsnachnchten, Wablücg der PrSsideutenpartei in Argentistien. Die Wahlen stör die gesetzgebenden Körperschaften sind bsendet. Die Radikalen, . die Partei des Präsidenten haben in der ganzen Republik mit ' großer Mehrheit gesiegt. Der Streik in Spenien. Madrid, 25. März. Die Post- und Telegraphessbeamten haben die Arbeit»fader auf- gsnonunen. Der Kongreß i» Tifiis gegen Lenin. Der Große Ko-nareß, der unter dem Vorsitz des Präsidenten Tscheidse in Tifiis abgehalten wurde, hat sich uns einer Mehrheit von 195 Stimmen gegen die Regierung Lenin und gegen die Ratifikation des Friedens aus- gesprochen.__ Weiteres aus Jagows Denksthrist. Wie man Botschafter«„die Nerven stählt". lieber die Slrt, wie Botschafter in kritischsten Augenblicken von Berlin aus infonmert wurden, gebest folgende Ausführungen lehrreiche Auskunst: „Daß„Rußland immer-deutschfeindlicher"' würde>md wir „es eben riskieren" müßten, werde ich wohl auch geschrieben haben. Es ist ferner möglich, daß ich, um Lichnnwsksw Nerven etwas z» stahlen und ihn davon abzuhalten, seine Anficvten auch in London zur Schau zu tragen— auch geschriebs» Habs, etwas „Gepolter" würde es wohl geben,.se fester toir zu Oesterreich ständen, um so eher würde 'Rußland nachgebe n". Daß unsere Politik nicht auf an- geblichen Berichten, die den Krieg ausschlössen, beruhte, habe ich bereits gesagt; ich hielt den Krieg damals allerdings noch für vermeidlich, war nur aber, wie wir alle, der sehr ernsten ölefabr voll bewußt." Herr v. Iagow gibt dornst zu, tn seinen Instruktionen nach London eine innerlich nicht berechtigte Zuversicht in die Erhaltung des Friedens zur Schau getragen zu haben. Er hat das getan, um dem Botschafter„die Nerven zu stählen". Für die Zukunft ergibt sich daraus vielleicht die Folgerung, daß wir Botschoster haben müssen, deren Nerven die Wahr- best vertragest können. Hat man ober. mit. Recht oder Un- recht, den Fürsten Licbuowskn für einen solchen Botschafter nicht gabolten, worum bat man. ihn dann nach London ge- schickt? Warum ihn in kritischster Zeit auf verantwortungs- vollstem Posten belassen? Selbstverständlich bestreitet Herr v. Iagow auf dos ent- schiedenste, daß irgendeine maßgebende Stelle in Deutsch- land den Weltkrieg gewollt habe. Das halten auch wir für zutreffend. Einer späteren Zeit bleibt vorbehalten, zu untersuchen, ob die maßgebenden Stellen wirklich maßgebend gewesen sind und ob sie ibrer Absicht, den Frieden zu er- halten, nnt richtigen Misteln gedient haben. Im übrigen er- kl an her Staatssekretär o. D. in wiederholter. Ausführlichkeit, Detstichicmd habe Oesterreich-Ungarn nicht im Stich lassen können, wnnf es nickt der Gefahr vollständiger Jso- liensng verfallen sollte. Unter anderen! heißt es: „Es handelte, sich um eine Prestige- vnd Existenz- frage der Donaumonarchie. Entweder sie mußte bor den riii sischsterbis chen Treibereisn die Segel streichen ober ein quo» eg" gevieien, sei es auch mit dem Risiko eines Krieges. Wir komtten unseren Butidesgenossen nicht im Stich lassen. Wollte man die ultima ratio des Krieges überhaupt ausschließen, so hätte das Bund- nis nicht geschlossen iv erden sollen. Es ivar zttdem klar, daß die russischen Rüstungen sz. B. Ausbau der Eisen- bahnen und Festungen in Polen), zu denen das revanchelüsterne Frankreich das Geld geliehen haste, und die in ivenigen Jahren beendet sein falltcii, sich hauptsächlich gegen unS richteten. Aber trotz allerem, trotz der immer deutlicher zutage tretenden aggressiven Tendenz der russischen Politik, bat uns der Ge- danke eine? Präventivkrieges ferngelegen. Wir baben uns zur Kriegserklärung an Rußland erst oitgefichts der russischen Mobilm achtmg und zur Abwehr eines russischen Einfalls entschlossen." Der Satz, wollte man den Krieg ausschließen, so hätte man kein Bündnis schließen dürfen, enttiaü viel Wahres. Er gilt für Rtißwnd-Serbien, Frartkreich-Rußlatsd und England- Frankreich ebenso wie für OesterreichDeutschland. An der Kette der Bündnisse sind alle Völker itt den Krieg geschleift worden.____ 5ob der Zufrieöetcheit. „Norddeutsche Allgemeine" kontra Ferdinand Laffalle. In der ,,Nordd. Mg. Ztg." setz! sich ein OffizlositS E. O. mit„dem alten Lassalleschen Schlagwort" auseinander:„Unzufriedenheit ist die Quelle alles Fortschritts". Dieses Schlagwort habe allerdings „insofern einen richtigen Kern, als das ntchtbe friedigte Bedürfnis die Houpttriebstdei: für die wirtschaftliche Tätigkeit ist". Etwas ganz anderes aber sei eS mit der„unzufriedetten Gemüisftimmung", die „den Menschen entweder zur dumpfen Resignation oder" lGott sei davorl)„zur verzweifelten Auflehnung gegen die bestehende Ordnung ftibrt". Diesenigen, die den Fortschritt im Munde rührten, übersähen„den geistigen Anteil der Führer und stellen lediglich den Hand arbeiter als den Schöpfer der Werte dar, um ihn zur alleinigen Inanspruchnahme der gemeinsamen ge- Wasstmen Werte a n z u r e i z en". E. O. kommt zu dem Schluß, Usizufriedcnhcit zu erzeugen, fei„das Ziel aller g e ivc r b s ns ä h i- gen Hetzer, sie zu bekämpfen, die Aufgabe aller derer, die den wahren Fortschritt erstrebest". Wir nehmen gern an. daß dieser Artikel aus einem ntchtbe- friedigten Bedürfnis heraus entstanden, somit als ein Stück Wirt- schaftlichec Tätigkeit zu betrachten ist. Und zwar ist hier mit dem kleinssen Aufwand geistiger Arhesi ein Maximum des wtrtschaftkfeeit Erfolges erzielt, denn ein größerer Blödsinn ist wohl noch nie hona- riert worden. In dieser Beziehung stellt die Leistung dieses gqoerbs- mäßigen SdnntagSpredigsrS regierungsfrommer Zuftiedenhott nicht nur einen Fortschritt dar, sondern geradezu einen Rekord. Luft auf Eftlauö unö Lwlauö. Rcventlow als Märchenerzähler. Daß die deutsche Regierung auf den Druck der Mehrheit?- patteien hin in der letzten Sitzung des Reichstages erklären ließ, Estland und Livland unterständen nach wie vor der staatlichen Oberhoheit Rußlands, erregt greiflicherweise den größten Zorn des Grafen Reventlow. nach dm Erklärungen der Bolschewiki jede Nationalität de- Da des früheren russischen Reiches über ihr Schicksal selbst zu he- stimmen hat, will der alldeutsche Politiker, daß eist nach Se- kamster Art geschaffener„Landesrat" die„Unabhängigkeit" Estlands und Ltvlands proklamiert, und zwar dergestalt, daß diese Länder— selbstverständlich„freiwillig"— sich unter die Oberhoheit Deutschlands stellen. Einen Hinweis aus den Friedensvertrag, dem dies Verfahren direkt ins Gesicht schlägt, läßt Reventlow nicht gelten. Daneben widmet Gras Reventlow der deutschen Sozialdemokratie folgende deutliche Erinnerung: , S ck o n im März 161. 7 hätte das Deutsche Reick vom russischen Arbeiter- und Soldatenrat einen Sandersrieden haben können, ja, der Arbeiter-- und Soldatenrat wollte den Sonderfrieden schließen, assck dem Deutschen Reiche alle nötigen Sicherheiten us«. geben. D s e deutsche Sozialdemokratie und ganz besonders der Abgeordnete Schetdemann trägt die Schuld, daß fester Friede nickt zustande gekommen ist. Er warf seinen„amseximslloies! allgemeinen Frieden" dazwischen, drückte auf die deutsche Regierssng und brachte den Umschwung in Rußland hervor. Dadurch und nur dadurch ist der KnegSzssstand mit Rußland ttsn ein volles Jahr verlängert worden." Diese Behauptung ist einfach glatt erfusrden. Wir Graf Reventlow zu ibr gekommen ist, ist ohne Zuhilfenahme ............. j" Sit dern K on st a n ti n a p e l wollte, sträubte sich der Arbeiter- und Soldatenrat mit aller Gesvalt gegen jede Abkehr von den: Gedanken einer gemeinsamen Aktion des internationalen Proletariats. In einer solchen Abkehr erblickte der Sowjet unter Führung von T s ch e j d s e einen Verrat an der Demokratie in ihrem Kampfe gegen den internationalen Jm- perialismuS. In seinem übrigens in Deutschland nicht ver- öffentlichteu Aufruf an die„Völker der ganzen Welt" vom 27. März gab der Sowjet diesem Gedanken beredtes: Aus- druck. Die ganze Geschichte Rcventlows ist also ein aufgelegter Irrtum._ Eine Erklärung öes Herrn v. ivnlöoW. Zu der Roiiz in unserer Moniagsausgabe„Herr v. Waldoiv der Hamsterei beschuldigt" sendet uns der Herr Staatssetrekär des KricgSerssäbrungsamies folgende Richtigstellung: „Die Nachricht, daß ein Diener von mir mit zwei grvßeu Koffern, die LebenSsssiuel ei'.thiclSin, auf dem Siargarder Bads:-- bof sestgehalten sei, ist unzutreffend. Der Meldung lieg: an- scheinend folgender Vorgang zugrunde: Der Kutscher sncism Tochter, Frau von Knebel, Frirdrichsdorf, Kr. Dramburg, die zur- zeit in Verlin mit ihren Kindern einen eigenen Haushalt tübri. ivar beauftragt, in der Hauptsache Wäsche und die ihr als Sewft- versorgerin zustehenden Lebensmittel nach Berlin zu bringen. Auf i dem Bahnhos Slargard i. Pommern wurde das Gepäck revidiert und. nachdem der Sachverhalt klargestellt war, die Weftcrressc dos Kutschers milfamr den Gepäckstücken gestattet." Wir hatten die Nachricht aus einem pommerfcheu Blatt unter Vorbehalt der Richtigkeit übernommen. Die Nationalliberalen in Ricderbarnim haben Wahlenchaltsmg bofchlosseu. Eine nationalliberalo Versrauesssmäunerversammlung in Lichtenberg �beschloß jedoch, für W i s s e l l einzutreten. Letzte Nachrichten. Ausstünde in Griechenland. 35. März.(W. T. B.) Aus verläßlicher Quelle ver- lautet, daß in Athen, Patras. P h rg o S:md K o r i n t h Asis. stände stattgefunden haben. Die griechischen Truppen weigerten sich, auf die Menge zu schießen. Dagegen machten Engländer cusd Franzosen von der Waffe Gebrauch. Es heißt, daß dabei auch eine größere Anzahl Franzosen ums Loben gekommen seien. Der ganze Pcloponnes ist in Auffuhr. Amerikas Schiffsraum rechnung. New A» r k, 23. März. Rento.r.„New Jork World" meldet ans Washington: Trotz der Schifssverscnkunge.» durch deutsche U-Boote werden die Aussichten des amerikanischeu Schiffsraumes für dieses Jahr als befriedigend betrachtet. Der ameritanischr Schiffsbau wird an verschiedenen Quelle» ergänzt werdeff. Außer dem fast 500 000 Tonnen betragenden holländifchkn Schiff�aum, der sofort in Dienst gestellt werde« wird, gcwächrt ein oorüvergehendrs Abkoinmen mit Schweden die Charterung von 2 5 0 0 0 0 Tonnen, in die sich England und die Vereinigten Staaten teile». Davon sollen 4 9 0 9 0 0 Tonnen in der Ä r i e g s z« n e verwandt werden. Nach dem?lbkomsne« mit Norwegen übernehmen die Vereinigten Stooleir 609 0 09 Tonnen norwegischen Schiffsraum. Ei« Teil davon ist bereits gechartert. All» diese Schiffe dürfen in der Kriegszone verwandt werden. Tie Verhandlungen über japanische« Schiffsraum sind»och nicht abgeschlossen. Ter neue Ministerpräsident in Chitin. Peking, 24. März. Die Ernennung von T u a n t j ch i is u t zum Ministerpräsidenten bedeutet einen politischen Si«g der Gouverneure der nördlichen Provinzen, der sich aus ihrem militärischen Erfolge über die südlichen in Huna» ergibt. Tuan tschi yui wird wahrscheinlich die Ernennung nicht ännebsnen, wenn er nicht Vollmacht erhält, die inneren Verhältnisse ohne Einmischung des Präsidessten und seiner kriegfiebenden Anhänger zu regeln. * Bei jedem Bankier, jeder Bank, Sparkasse, Post- anstatt, Versichemngsgefettschast, Kreditgenossenschaft werden Kriegöanleihezeichnuvgen entgegengenommen! SeweckschüMewMkÄ Tie Lohnbewegung der Rohrleger. Es scheint, uls ob sich die gegenwärtige Lohnbewegung der Rohrleger und Helfer zu einein ernsten Konflikt über den Ar« beilsnochweis entwickeln wird. Der jetzt besiebende Arbeitsnach« weis ist eine Einrichtung der Arbeiigeberorganikation. Die Arbeiter hoben auf ihn keinen Einfluß, abgesehen davon, daß die aus Ver« trclcrn beider Parteien zusammengesetzte tarifliche SchlichtungS- komniiiflon Beichwerden über den Arbeitsnachweis zu erledigen hat. Die Arbeiter wollen als vollkommen gleichberechtigter Faktor in allen Angelegenheiten der Arbeitsvermittlung anerkannt werden. Deshalb baben sie bei ihrer gegenwärtigen Lohnbewegung die For derung: Errichtung eines paritätischen Arbeitsnachweises in den Vordergrund gestellt. Außerdem wird eine gleichmäßige Erhöhung der Stundenlöhne um 2S Pf. gefordert. Diese Forderungen sind dem Arbeitgeberverband schon Ende Januar eingereicht worden. Aber erst kürzlich ist eS zu einer Verhandlung in der Schlichtungskommission gekommen, die jedoch kein Ergebnis balle. Die Parteien riefen das Einigungsaml des Ge- werbegenchis an, welches sich vor einigen Tagen mit der An- gelegcnheit beschäftigte, aber auch noch keinen Abschluß der Be- wegnng erzielen konnle. Das Einigungsamt gab den Parteien auf, zunächst nochmals unter sich eine Verständigung zu versuchen. Falls sie nicht zustande kommt, wird das Einigungsamt am 17. April wieder zuiammentreten. Wie S i e r i n g am Sonntag in der Branchenversammlung der Robrleger und Helfer ausführte, lehnte Obermeister Grün als Wortführer der Arbeitgeber die Lohnerhöhung mit der Motivierung ab, die leistungsfähigen Rohrleger ständen im Felde, die jetzt be- schäfugten seien in ihren Leistungen minderwertig und könnten des- halb keine Lohnerhöhung beanspruchen, übrigens sei es nur die Branchen« leitung der Rohrleger, welche Forderungen aufstelle, die Rohrleger selbst wollten gar keine Lobnerhöhung. Wie Siering weiter bemerkte, ist es hauptsächlich die Frage des Arbeitsnachweises, die bei den Unternehmern auf den heftigsten Widerstand stößt. Sie wollen an der gegenwärtigen Form ihres Arbeitsnachweises nichts ändern, während die Arbeiter volle Parität verlangen. Sollte eS in dieser Frage nicht zu einer Verständigung kommen, dann werden die Rohrleger und Helfer einen eigenen ArbeitSnachw-iS als Kon- kurrenzunternehmen gegen den der Arbeitgeber errichten. Der Ab- laufstermin des Tarifvertrages ist vom EinigungSamt aus den 30. April verschoben worden. Ob eS zur Verlängerung des Ver- irageS oder zu einer tariflofen Zeit kommt, ist noch nicht ab- zusehen. Einstimmig wurde beschloffen: Die Versammlung erklärt sich mit der Haltung ihrer Vertreter vor dem EinigungSamt einverstanden. Sie protestiert ganz ent- schieden gegen die vom Obermeister Grün gegen die Rohrleger und Helfer ausgesprochene Beleidigung, soweit sie deren Tüchtigkeit be- streitet. Ebenso protestiert die Versammlung gegen die Be- Häuptling, daß die Branchenleitnng ohne genügenden Auftrag der Mehrheit der Kollegen neue Forderungen gestellt habe. Di« Ver- sammelten werden dafür sorgen, daß durch rege Agitation unter den Branchenkollegen diese unwahre Behauptung unwirksam wird. Uebcrgangstvirtschaft und Textilarbeiter. Unter diesem Titel hat der Textilarbeuerverband durch seine Kommission für Uebergangswirtschaft eine Denkschrift herausgegeben, welche die höchste Beachtung verdient. Die deutsche Textilindustrie ist bekanntlich vom Krieg« be- sonders hart betrosten worden, weil eS ihr bald an Rohstoffen fehlte, so daß für Befriedigung des bürgerlichen Bedarfs immer weniger übrig blieb. Da infolge des Mangels an brauchbarem Textilrohstoff jetzt nicht so viel Webstoff hergestellt werden kann, wie verlangt wird, alle Läger an Webstoff und Kleidung aus solchen geradezu geräumt sind, die Nachfrage nach Illeidung aber beständig wächst, so würde die Textilindustrie nach Friedensschluß lebhaft beschäftigt werden können, vorausgesetzt, daß sie über genug Rohstoff verfügte. Das wird aber nicht der Fall sein. Ihre Sorge muß daher sein, den Mangel an Webstoff so wenig fühlbar wie nur möglich zu gestalten, das liegt im Intereffe der Industrie wie das aus sie angewiesenen Publikums. Der Deutsche Texiilarbeiterverband hielt fich für berufen, im Gesamtintereffe eine Reihe von Forderungen geltend zu machen, von deren Eifüllung er sich wenigstens eine teilweise Lösung der Frage, wie dem Rohstoffmangel entgegengewirkt werden könne, versprich». Er verlangt deshalb für den Friedensschluß: So- faltige Freigabe oller im Besitz der Kriegsrobstoffabteilung befind- licheu Rohstoffmengen, Kunstwollen- und Lumpenmengen, wie auch der im Besitz der Heeresverwaltung befindlichen Stoffe und fer« ligen Kleider für die Zivilbevölkerung. Förderung der Ersatzstoff- industrien sowie Lcrbilligung und Verbesserung ihrer Erzeug- »isie, Bevorzugung der Textilindustrie bei Verteilung des Schiffsraumes und öderer Verkehrsmittel zwecks Herbeischaffung von Rohstoffen und Halbfabrikaten, Beieitigung der Schranken, welche der Einfuhr von Garnen, Halbfabrikaten, Stoffen und fertigen Kleidern cutgegensteben, Beteiligung des Großhandels beim Ein- kauf von Rohstoffen, Halbsabrikaien, Stoffe« und Kleidern auf dem Weltmarkt unter scharfer Kontrolle von RelchZinstanzen, gerechter Verteilung der erhältlichen Rohstoffe an alle Unternehmer, Durchführung einer No'.standsaktion zugunsten der stillgelegten kleinen und mittleren Betriebe durch Bevorzugung bei Verteilung de? Rohstoffs und der Betriebsmittel, Dulchsührung der Raiionie« rung der Rohstoffe für alle Betriebe unter Miiwirkung der Arbeiter- schaff als kontrollierendem und regelnden, Organ, vorbereitende Schritte zum Abbau des dem Volksintereffe widerstrebenden Zoll- shstems und Heranziehung der Textilarbeiterorganisationen aller Richtungen zur Mitarbeit in allen Zweigen der Uebergangswirt- schaff.— Diesen wirtschaftlichen Forderungen sind noch eine Reihe sozialpolitischer hinzugesellt, wie Errichtung von Lohnämtern für die Heimarbeiter und gesetzliche Festlegung von Mindestverdiensten für sie und für alle Zioeige der In- dustrie, in welchen staatliche Maßnahmen Produktion oder Berichleiß regeln. Acht- bzw. Neuiistundentag, der freie Sonnabennachmittag. Verbot aller Ueberstunden für Arbeiterinnen und jugendliche Per- sonen, weitgebender MutterschaftS- und Säuglingsschutz und geiund- heitlicher Schutz gegen die Gefahren aller Arbeil. Weiter werden paritätische Arbeitsnachweise gefordert,»md zum Schluß wird aus- kömmliche Arbeitslosenunterstützung aus Mitteln der Textilarbeiter» fürsorge für die Dauer der Arbeitslosigkeit an die Textilarbeiter. auch an die aus dem Heere enelassenen verlangt.— Sämtliche Forderungen sind im einzelnen eingehend und überzeugend be- gründet. Lohnbewegung der Steinarbeiter. Die Forderungen der Steina, beiier Berlins richten sich auf«ine Erhöhung der Teuermigszulage und Aenderung der Tacifbestim« münzen, welche sich aus die Fahrgeld- und Fahrzeitvergütung be- ziehen. Der Versuch, durch Verhandlungen mit der Unternehmer- organisation zu einer Verständigung zu kommen, ist gescheitert. Die Unternehmer lehnen alle Forderungen derArbeiier a b. Sie erklären in einem Schreiben an die Ortsverwaltung des SteinarbeilerverbandeS, die gegenwärtigen Löhne seien ausreichend, die jeyt gezahlt- Teuerungszulage von 26 M. wöchentlich bedürfe desbalb keiner Erhöhung. Ueber Aendciunaen des Tarifs solle jetzt nicht verhandelt werden, das müsie zurückgestellt werden, bis die im Felde stehenden Arbeitnehmer zurückgekehrt seien. Eine am Sonntag abgehaltene Beriammiung der Bauarbeiter sprach ihr lebhaftes Bedauern über die ablehnende Haltung der Unternehmer aus und betonte, daß die gegenwärtigen Löhne den Teuerungsverhältnissen nicht entivrechen und auch hinter den Löhnen anderer Bauarbeitergruppen zurückstehen. Mit der unbedingten Ab« lehnung ihrer Forderung würden sich die Arbeiter nalürtich nicht zufrieden geben, um so weniger, als sie überzeugt sind, daß die Unternehmer, wenigstens soweit sie Kriegsarbeil liefern, recht gute Geschäfte machen und deshalb die geforderte Zulage von 4 M. wöchentlich ohne Nachteil bewilligen könnten. Uebrigens— so wurde ausgeführt— würden von den Unternehmern, welche Kriegsarbeilen baben, viele Reklamierte beichäfligt, die vielleicht nicht nur bei den Kriegsarbeiten, sondern auch bei den Privalarbeiten der Unternehmer Verwendung fänden. Die Versammlung beschloß, den KriegSauSschuß zur Vermitte- liing in der Lohnbewegung anzurufen und. falls eine befriedigende Löi'ung der Lobnsrage nicht erzielt werden sollte, nach Ablauf des gekündigten Tarifs, also vom 1. April ab, ohne Tarif zu ar- beiten._______ ?nöustrie und Handel. Aus dem Berliner Wirrschastsleben. Die Tarmsliidter Bank(Bant für Handel und Industrie) kommt ebenfalls mit einem glänzenden Abichluß heraus, wie er der aus- gezeichneten Bankkonjunktur entspricht. Der Rohgewinn ist von 27,8 auf 36.0 Millionen Mar! gestiegen, der Reingewinn von 11.6 auf 15,8 Millionen Mark! Die gewaltige Sieigerung ist aut das Anschwellen des ZmienergehnisieS von 16 S aus 22 Millionen Mar! und des Piovisionenertrages von 10.2 aus 13,2 Millionen Mark zulückzusührem Dieses letzte Ergebnis verrät, wie außer- ordentlich lehhast daS Börsengeschäft des Vorjahres war und wie außerordentlich intensrv die Beteili- gung der Bank daran war. Em Effektengewinn wird nicht ausgewiesen. Die sicher erheblichen Gewinne auf diesem Konto dienen stillen Rücklagen. Der Geschäftsbericht führt aus: .Der Verwirklichung unserer in der letzten Generalversammlung be- lanntgegebenen Absicht, das Netz unserere Zweiganstalten zu er- Weilern, stellte sich die Schwierigkeit, das nötige Personal zu ge- Winnen und das Verbot der nicht unmittelbaren Kriegszwecken dienenden Baulätigkeir hindernd in den Weg. Gleichwohl gelang es, im Berichtsjahr eine neue Filiale in Augsburg und eine neue Nlederlassung in Hirichberg i. Schl. zu eröffnen, an beiden Plätzen unter Uebernahme geeigneter daielbst bestehender Bankgeschäste. Im laufenden Jabre sind bis zur Erstattung dieses Berichtes weitere Zweiganstalten in Aschaffenburg, Bingen, Cuxhaven und Michelstadt». O. hinzugekoinmen; auch ist in München eine zweile Depositenkasse in der Nähe des Hauptbahnhofes eröffnet worden. Die Errichtung weiterer Niederlassungen ist ein- geleüet und bevorstehend. Unsere mit dein 1. Jamurr 1917 ins Leben getretene Filiale in Sluirgarr hat sich gut entwickelt.� Wahr- scheinlich wird die Bank auf stärkere Vertretung in Rheinland-West- falen z. B. in Köln. Duisburg uiw. Gewicht legen. Hütteuwer? Niederschöneweide Akt.-Ges. vorm. I. F. Ginsberg verteilt eine Dividende von 13 Proz.(iv. i. V.) Die Berliner SpeditionS- und Lagcrhaus-Akt.-Ges. lvormals Bartz u. Co.) weist aus Spedition. Lagerspesen, Mieten und Zinsen einen Vrutioüberichuß von 483 322 M.<>. V. 356 875 M.) auf. Es sollen hiervon für Ab'chreibungen 198 952(111055) M. verwendet werden. Aus dem hiernach verbleibenden Reingewinn von 290 260 t245 920j M. sollen 25000(m. i. V.) für die Umstellung in die Friedensverhältnisse iowis 2500 M. für Talonsteuer zurückgestellt und der Generalversammlung vorgeichlagen werden, eins Dividende von 10 Proz li. B. Proz.j zur Verteilung zu bringen, während 23 610(21 820)9?!. auf neue Rechnung vorgetragen werden. Mit der vorgeschlagenen Dividende von 10 Proz. kehrt die Gcsell'chaft zu der Dividende zurück, die sie in den drei dem Kriege vorangegangenen Jahren verleilt hat' Staatliche Elektri'.itätsversorgung. Nachdem der badiiche Slaat durch Erbauung deS Mürg Werks bereits die Erzeugung der elekiriicheu Krasl in eigene Ver- waltung übernommen hatte, hat nun der badüch- Landtag bei der Beratung de? Voranschlags des Mürgwerkes durch einstimmige Au- nahine einer Entschließung die Negieiung ersucht, auch die E l e k- lrizitärs Versorgung des Landes und den V e r l r i e b der elekiriichen Kraft durch den Staat, unter Ausschluß der Privatgeiell- schafien vorzunehmen. In der Enlschließimg heißt es:.Die Re- gierung wolle alle Mittel anwenden, um den einheitlichen Ausbau des Oberrheins von Slraßburg bis Konstanz als Kraffguelle und Großschiffahrtsweg mit Beschleunigung zur Durchführung zu bringen; die Kräfte, welch« aur den badischen Staat entfallen, sind von diesem für sich in Anspruch zu nehmen und zu verwerten: der Betrieb der auf den badischen Staat entstandenen Werke ist ebenso Sache des Staates, wie der Vertrieb der gewonnenen Kraft." Bei der Beratung äußerte der Staatsminister v Bodman einige Bedenken gegen diese Entichtießung, die Redner sämtikchec Fraklionen traten jedoch für den Antrag ein, so daß dessen Annahme einstimmig erfolgte. Sogar ein nationalliberaler Redner erlläne, daß die Annahme der Entichließung desbalb zu empfehlen sei. weil sonst die Gefahr der Monopolisierung der Elektrizitätsversorgung durch Privatgesell- schasten bestehe Es besteht somit die Aussicht, daß in nicht allzu ferner Zeit ganz Bade» aus staatlichen Kraftquellen und staatlichen Leitungen mit elektrischem Strom versorgt wird. Soziales. Unfall als auSlöseudcs Moment einer Gehrrnerwerchnng. Einen äußerst hartnäckigen, sich mehrere Jahre hinziedeiiden Kampf hatte die Wuwe K. mit der Bcrussgenossenschaft um An- erkennung der Hinterbliebenenrente zu führen. K. zog sich als Schornsteinfeger zirka l4 Tage vor Ostern 1913 dadurch einen Unfall zu. daß ihm ein Dachfenster auf den Kopf schlug, wodurch er dann von der Leiter stürzte. Abends klagte er über Kopfichmerzen; er zeigte ei» aufgeregtes Weien und mußte Ende März eurer Anstalt zugeführt weiden. Dort trat der Tod am 17. März 1915 ein. Die Berufsgenosienschast der Schornsteinfegermeister lchnie den Anspruch der Ehefrau ab, weil der Uniall selbst nicht erwiese». dann aber die Krankheit und der sich daran anschließende Tod de« K. auf eine frühere geschlechtliche Jnsetiion zurückzuführen sei. DaS Kgl. OvelveisicherungSamt Potsdam wies die Berufung zurück, indem es sich den Gründen der Genossenschaft anschloß. Das Reichsversicherungsaml hob die Eniicheidung der Vorinstauz. auf und wies die Sache au die Bcrnfsgcnosjcnichasr zwecks äntcr- weltlger Beicheiderteilung zurück. Maßgebend für die Entscheidung war das Gutachten des Änstaltsarztes, der da sagte, daß eine Kopf- Verletzung der behaupteten Art sehr wohl geeignet sei. eine Paralliw zum Ausbruch zu bringen. Für den Zusammenhang würde auch die Talsache sprechen, daß die KrankheilSerickeinungen bald nach dem Unfall zutage getreten seien. Ueber die Art deS Unfalles ergaben aber die Akten der Genoflenschafl nichts. ES wurde nun ein umfangreiches Ermittlungsverfahren ein- geleitet, das die Behauptungen der Witwe bestätigte. Trotzdem wies die Genoffenichasl den Anspruch erneut zurück. Der von dem nun wieder angerufenen Oberversicherungsaml Potsdam nochmals ge- hörte Anstaltsarzt meint«, die nachträglich angestellten Ermittlungen rechtfertigten die Annahme, daß der Unfall— Kopfverletzung durch zurückfallendes Dochlenirer mit Shmpioüien der GebirncriÄüileruno und Sturz von der Leiter— taiiäcksich mit seiner Paralyse in ur- iächlichrm Zusammenhang siebe. Noch der ganzen Sachlage müffe mit überwiegender Wahricheinlichkeil angenommen weiden, daß die zu Tode führend« Paralyse durch den Unsall allsgeiöit oder wenigstens derart erheblich verschlimmert worden sei, daß daS Leiden eiucn rasch fortschreitenden und schweren Verlaus genommen habe. Daraufhin wnrde die Genossenschaft verurteilt. Die Witwe erhielt nach den gesetzlichen Abzügen mehr wie 3000 M. nachgezahlt. Angesichts der Entwicklung dieses Falles, deren Erledigung mehr wie 3 Jahre, mehr wie 4 Jahre nach dem Unfall in Anspruch nahm, drängt'sich die Frage auf, ob denn die Genosieiischasl nich: bereits vordem die ihr erst vom NeichsversichcrungSaml auferlegten Ermittelungen hätte anstellen können. Vcrantworlli» fiir Politit: Erich Knitiicr, Lerlin: siir den übrigen Teil des Blattes: Alfred Scholz, Nentölln: für Anzeigen: Theodor Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag CA, in. b. H., Berlin. Truck: Vorieärlü.zuchdruckcrci uns VerlagSanstalt Paul Singer u. Co, in Berlin. Lindcnstrahe 9. Unfere ist des Neche hs? Lahre Saran ge- Vöhfti, bst uns eins fsust kaum gekauAFs Auswahl aller Iseuschöpfungsn der Mikde zu sehen. LtnS bei uns mik Sicherheit etwas zu fiKdsn, was der Figur sich or,u schmiegt, dem Geschmack zusagt, und der LSWüsschieN Preislage Zkichksmmi. Kontgstr. 33 ChlMsssesir. 113 Vax Lobodo/ äikxacsujXa) BÄ« Cicstfon Äshtch«t