Ar. 8S. 35. Jahrg. Bezugspreis» «WUeffShN. WO M!. manatl. V»W,, lich, Demschiand unö Defttrrei«■ Unaam 8,— Ml, iöt da» übrtflf Ausland «�0 W!. lnonnutch»leriand IN» Feld bei direlter«eslellun-? monatl l.ö0 Ml. Polldesieaungen nebmen an DSn«. rnarl. Holland Luremdur«. Schw-den uai die E«w»i� eiitgettnaen in die Past-ijeiNlnaS-Pretsiilt«. Erichcini»«»«ich. reiegramm.«dreffee »E-ttaldeniolrat Berliu�. Verlinev Volksblakt. IS p?snnlg) AuzeigeupretS» «itstedingelva!ieneKoloneIz»r!ewIla! lO Plg.„Zileine Zlnlc!,!«�. da». fetladdriiSle Wart äi Pig. tMlitK'? 2 settgedrullte Sianei. ,edss i»«ll?r.'., Werl 10 ÜJtS Ei-lldNii-luche und' Schl-iMellenanzeige» da»«ffe Bert 10 Pi«, lebe» weiter« Karl& Psa. Warle»der lö Bl-chstaden i»h'en für zwei Warle. PeneriingSzuschlag SV«,. Aaintlir»- Zinzeinrn Sil'O??.. paitiiiche u. aaweciichaittiche Vereine» Anjeiaen Psg die zeit«. Anzi i-rn für die niichsle Nuinnier müiien vi» ii Uhr lUlchlNlii. im HaudigeichSll, lSsrlin SÄi.'irl. Sindensirahe>i. ad» »«neben werden.«eWiel van 8 Udr früh bi» 7 Uhr e.vendl». Zcntralorgan der fozialdemohrati feben Partei Deutfcblands. Neöaktton: Sw. SS» Linöenstraße Z. Mernivreclirr- Ami Moripvla«, Srr. lSl SV— 15197. �Wittioorf), de« ii?. März 1S1Ä. ExpeSMo«: EW. SS, Linöenstraße Z. Zyernipreeder: N«t UKsritzpi««, Ne.!S! VG~lM 97* mu&ja Die Deuttchen vor Ulbert. 6intiahme von Rihons, llLove und J�oyon. Verlin. AlmtNch. 26. März 1918 abends. Ein»euer Abschnitt in der gewaltigen Schlacht! Zu beide« Seiten der Tomme ist der Feind ans breiter Front im Rückznge. In der Verfolgung haben wir unsere alten Stellungen vor der Gommeschlacht von RSIO nach Westen bereits an vielen Punkten Uber- schritten. Wir stehen vor Albert. Lihous, R o y e und Roys« find genommen. Bei Frles und Miraumont die Rndve überschritten— Südlich Peronne Ucber« gang über die Somme— Beute jetzt VHS Geschütze, lOD zerstörte Tanks. a»«tich. Gr»teS SS. MSrz lSlS. ISS. T, WestUchee ttriegSschauplav. Im WeUerglNigr der..Großen Schlacht">» Aranfreich jaben unsere Truppe» zestern neue Eri'lge enunge».«aS sslandera and na« Italic« herangefShrte englische Dlotfioaen aap Franzose» warfen sich ihnen i« vrezweisrNr« Angriffea cnt- gegen. Sie«ardei, geschlagen! Die Armeen der Geiierale Po» Velo» iOtt») and»oa der Marwitz hadrn in heißeai,»echsrlvollein Knmpf Srnillerg «ndgliltig behanptei nn» im Vordringe« aas Schiet le Grand dir Dörfer vihneourt, viesvillerS«nd GreyillerS gr- aommcn. Tie eroberte» I r l e S vnd M t r«« m» n t n»d haben dort die Ancre öderschriltrn. Bon Albert an» griffen neu»rrangrfiihrre eaglischr ArSstr in breiter Front heftig an. In erbitterte« Ringen ward« der Fein» zarückgeworsev;«ir haben die Straße«apanme— Albert bei Courrelrtte and PozierrS Sdrrschritten. Südlich von Peronne hat General»oa Hofachrr de« Neb er« gang öder die Somme erzwangen»nd dir in der Tommeschlacht lglS heiß nmstrittene Höhe von Maisonette sowie dir Dörfer viachr» nnd Barirn.; erstürmt. Starke fclab- lich« Gegenangriffe»rrdluteten voe nuscrcn Linien. Die Armee dcS Generals von Huttrr hat in harten Mmpfe» den Feind bei Marchelepot und Hattenrsnrt über die Bahn Peronne— Rohe zui üikgeworfen. Franzosen und Engländer« warde daS zäh oerteidlgtc E» a l» n entriffen. Bon Royon heran- geführte französische Divisionen wurden dri FrenicheS nnd Be- »hancourt geschlagr«. Busstz wurde genommen. Wir stehen nuf den Höhen nördlich»on Noyo«. An den errungenen Erfolge» hoben unsere Rgchrlchtentrappen hervorragenden Anteil. I»«nermützlicher Arbeit ermöglichte« sie das Zusammenwirte« der nedeneinander sechtenden verbände and gaben»er Führung dir Sicherheit, die Schlacht in dl« gewollten Bahne» zu lenken. Eisenbahntruppen, die erst de« gewaltige« Aufmarsch vor vr- ginn des Kampfes reibungslos volliührten und jetzt den Berkehr hinter der Front bewältigten, arbeiten rastlos an dor Wieder- Herstellung zerstörter Bahnen. Seit Beginn derTchtacht wurde» 98 feiabltch« Flug» zeuge and« Fesselballon« abgeschossen. Ritt- «eisler Freiherr von Richthofen errang seineu 67. nnd 63., Leutnuni Bougortz feinen it2,, Oberleutnant Locrtzer feinen 24., Blzeseldwebci Vätimer leinen 23., Leutnant Sroll jeineu LS. und Leutnant Thutz seinen 2l). Luftsieg. Die Beule u» Geschütze« ist auf 963 gestiegen. Mehr als 160 Panzerwagen liegen in den eroberten Slellungen. An der übrigen Westsront dauerten ArtilleriekSmpfe an, die sich an der lothringischen Front zu größerer Stärke steigerten. Wir setzten die Beschießung der Festnng Paris fnrt. Bon den anderen KriegSschaizplöyen nicht» Rene». Der Erste Gcncralquartiermeister. Ludrudorff. Der österreichische Bericht. Wien, 26. Mörz 1916, Amtlich wird»erlantbart: In B e a e t i e ii and im Osten keine besonderen KrlrgS- Handlungen. Der Chef des General st»bes. der rumanifthe friede dem Abschluß nahe. Bukarest, 88. M-irz. Die wichtigsten Poll» tischen, territorialen«nd militärischen Be- stimm«u gen de» Frirden.�ver»rages mit Rumünieu flud heute mn' 4 Uhr aiorgeuS paragraphiert worden. Ebenso wurde ei« iiinsanzmcher rechtspolitischer Zusatzvertrag paragraphiert nud Sie Grnndlage eines Ab- kommeSS über die Erdölfrage nnterschriebeu. Die übrige» wirtschaftlichen Frage» werden iu Kvmmissiouö. beratnngen weiter behandelt. Einer Berabrrdung mit de» rnwänischen Delegierte« ent- sprechend wird daS gesamt« BertragSwerk nach seiner Fertig- stellaog gleichzeitig»nterzeichnet vnd verZffcntlicht werde». Die Sozialisten greffen Clemenceau an. DaS Sechzehnmeilen-Geschütz gegen PariS. Di« sozialistisch« Press» richtet, wie aus Bern vom Montag verlautet, sehr scharf« Angriffe gegen Mmenceau. der durch die widersprechend ,» Mo<>» a b m- r> inlsistlich der Bzickicstung von Pari» und Vurch die' m'.der>precheiiden«ntsichrn Berichte die Bevöilerung mehr beunruhigt habe al« die deutschen Geschosse- Clemenceau Hab« dio Bevölkerung betrogen, indem er zuerst melden liest, dast Flieger Paris angegriffen; die Bevölkerung brauch« Wahrheit. Hoffentlich werde Clemenceau Auflliirung geben, damit man nicht bedauern miiffe, datz er am Ruder sei..Journal hu Peuple' erinnert Clemenceau sehr sarkastisch an den Kehrreim seiner letzten Kammerrede:.Ich führe Krieg nach innen und nach aasten�. Dem Amsterdamer.�HandelSblad' wird unterm 25. März ouJ Pari» gemeide!: Die jüngsten verichie über die Foldschlocht an der Somme bespricht.L'Heurs* unter der Direktion der Rbneordneien S« m b a t und C a ch i n umer der Ueberschrift.Offizieller Briefkasten' folgendermasten:»Wir find au» guter Quelle ermächtigt zu der Mit- teilung. daß seit gestern die ernste Lage eine bedeutende Berbesse- rang erfahren hat. Di« Beichiestnng von Paris dauert mit un- rrgelmästigen gwilchenpaufen fort.' Der Pariser Berichterstatter de».Eecolo' erklärt, in Frankreich habe in letzter Zeit ein groster Teil der öffentlichen Meinung nicht mehr an die grotze Qffenstve geglaubt, jetzt aber feie« allen die Augen ausgegangen. Die Pariser Blätter berichten, daß das Bombardement am Sonntag weit heftiger als am Sonnabend gewesen sei. Die Granaien schlagen in Zwischenräumen von nur 7 Minuten ein. Verschiedene Bläitep greifen dir Regierung heftig an, weil sie die Q e f f e n t l i ch k e i t glauben machen wollte, e» habe sich um einen Fliegerangriff gehandelt. Eine amtliche Mtieilung erklärt jetzt, dost die Entdeckung der Ferngeschütze bevorstehe. Den Zeitungen sind folgende Einzekhesten zu entnehmen: Am Sonnabend fielen 21, am Sonntogoormittag 12 Granate» tu die Stadt. Ein Stadtviertel wurde besonders schwer getroffen. Je mehr man sichl dieser Gefahrzone nähert, desto mehr verändert sich das Bild der Stadt, die in der Gefahrzone selbst ganz ausgestorben ist. Di« llnisrgrundbahnen im IS. und 20. Srrondissement verkehren nicht mehr bi»»u den Endstationen. Gegen die Verbreiler von Liften über di« Tin- fchlagfiellen wird sehr scharf vorgegangen, viele B e r h a ftu n g e n wurden vorgenommen. Die Biäner bestätigen, dast deutsche Flug- zeuge das Feuer am Sonniagmorgcn geregelt baden. General Mochot, Diretlor der technischen Abteilung im ÄriegSministerium, erklärt im.Temp»'. dost man über die Form de« oeutschen G/« schösse» sowie über di» ballistischen Erscheinungen voll- kt ä n d i g im unklaren sei..Bäntv' teilt mit. daß gestern da? Publikum, da» von der Pdlizei zum Verlassen der Untergrund- stationen aufgefordert wurde, diese nicht veriaffen wollre. Die Zeitungen weisen zahlreiche Zensurlücken auf. Eröffnung öer Schwarzmeer�Schiffahrt mit öer Ukraine. Berlr«, 26. Marz. Nichtamtlich. Der deutsche Dampfer „Patmos" von der Levantelinie und ein anderer deutscher Dampfer sind in O d e s fa eingetroffen. Die Schiffahrt nach den wichtig st en Exporthäfen der Ukraine kann damit alZ eröffnet gelten. Dieser Erfolg ist im wesentlichen der im Schwarzen Meer tätigen Minen- r ö u m d i v i f i o n de? kaiserlichen Marine zuzuschreiben, die unter großen Schwierigkeiten den Weg durch das mincnver- seuchte Schwarze Meer von Konstanza nach der Donau lnünduffg und von dort nach freigemacht hat. ££ c;; a Wisse» gewählt! Bei der gestrige» Stichwahl im Reichstags- Wahlkreise Niederbarnim wurde der sozialdemo- kritische Kandidat tSeaosse N»d olf W i f s e l l mit 233 Stimme» gewählt. Der Kandidat der Unabhängigen Dr. Brvitscheid erhielt 252 Stimzncu. 398 waren«ngiiltig. Das Ergebnis einiger kleinerer Orte steht noch ans. So überraschend das Ergebnis des ersten Wahlganges war. so selbstverständlich ist das Resultat des zweiten. Nachdem die Unabhängigen sich alö geschlagen anerkannt und den Kampf ausgegeben hatten, konnte an der Wahl WtsseÜS kein Zweifel mehr fein. Diese Gewißheit hat dann auch auf die Wahlbeteiligung stark gedrückt. ES kam, wie eS kommen mußte: bei geringerer Schlußbeteiligung ist der Kandidat der sozialdemokratischen Partei fast einstunmtg in den Reichstag geschickt worden. De« Verlust von Niederbarnim haben sich die Unab- bängioen selber zuzuschreiben. Wären sie und Vrestscheid in der Parter geblieben, so hätte ihr Kandidat schon am 14 März den sicheren Sieg gehabt. Als Mitglieder der Partei konnten die jetzigen Unabhängigen in Niederbarnim, deffen Organisation sie beherrschten, als Kandidaten aufstellst. wen sie wollten: i h r Kandidat wäre der Kandidat der Partei Scweseii, und auch diejenigen, die von der Aufstellung einc£ iegners der Kreditbewilliaung nicht begeistert waren, hätten sich aus Disziplin ihn eingesetzt. Die jetzigen Un° abhängigen wollten sich aber mit dem Einfluß, der ihnen in der Partei krast ihrer verhältnismäßigen Stärke zustand, nicht begnügen, sie wollten alS Minderheit Mehrheit'pieken und die Partei beherrschen, wenn man ihnen aber dies ntchc gestattete, die Partei zertrümmern. Der Erfolg ist. daß sie vor dem Trümmerhaufen ihrer eigenen Hoffnungen stehen. Die Unabhängigen schreiben ihren Mißerfolg hauptsächlich dem Umstände zu. daß der„Vorwärts" Zentralorgan der Partei geblieben ist und nicht den Rutsch in den Ab- grund mit ihnen mitgemacht hat. Aber mit diesem sogenannten„Vorwärts- Raub" ist es eine ganz ähnliche Ge- schichte wie mit Niederbarnim. Der Parteivorstand hatte seinerzeit, als die Trennung noch nicht endgültig war, den Borschlag ge, nacht, den„Vorwärts" in zwei Blätter zw zerlegen. von denen eines der Gesamtpartei, das andere den seither zu den Unabhängigen übergegangenen Groß-Berliner OrganisationZleilern gehören sollte. ES konure nichts Loyaleres. Vichts Demokratischeres geben alö diesen Borschlag deS Parteivorstandes. Er wollte der ihn bekämpfenden Richtung selber die Gelegenheit schaffe», mit ihrer Meinung frei zu Worte zu kommen. Aber die jetzt„Unabhängigen" fanden den Vorschlag unannehmbar, weil dann nicht nur sie. sondern auch die verhaßte Mehrheit hätte reden dürfen, und sie wollten allein reden. Dadurch haben sie sich selbst die Möglichkeit, während deS Krieges in einem Blatt zu Wort zu kommen, verscherzt. In beiden Fällen erinnern sie au den Hund der Fabel. der mit einem Stück Fleisch im Maul durch das Wasser schwamm und sich selber im Spiegel erblickte. Er schnappte. nach dem zweiten Fleischstück, daS er zu sehen glaubte, und verlor dabei das einzig wirkliche, daS er besgß. So ging eö den Unabhängigen: sie konnten gar nicht genug Macht nnd Einfluß haben, und dadurch sind sie ganz macht- und einfliiß- los geworden. Mögen nun ihre Grundsätze taugen oder nicht, ihre Taktik, mit der sie sich so Heruntergewirl schastet haben. ist sicher keinen Pfifferling»vcrt. In Niederbarnim hat sich abermals die Erfahrung be- stätigl. daß man Parteien nicht improvisieren kann. Gerade Dr. Vreitscheid hätte seinen jetzigen Freunden darüber ei» sehr lehrreiches Kapitel vorlesen können. Vreitscheid gehörte seinerzeit der freisinnigen Vereinigung an. trat aber mit Barch und Kerlach auS ihr auS. als die Partei im Reichstag für den Sprachenparographen des NeichsvereiuSgesetzes stimmte. Die ausgeschiedene Gruppe versuchte nun eine neue Partei zu gründen, die„Demokratische Vereinigung", deren Führer nach Barths Tode Breitscheid wurde. Aber die junge Partei konnte ebensowenig den bürgerlichen Liberalis- nius ablösen, wie seinerzeit der Nationalsozialismus Rau- mann« die Sozialdemokratie hatte ablösen können. Sie zer- fiel und ihre Elemente wurden von der Sozialdemokratie auf- gesogen. Bei der Spaltung wandten sie Nch dann teils hier- hin, teils dorthin.(Nur Herr v. Gerlach blieb bei seiner alten Gewohnheit, alS Fremder von Disttnklion der Arbeiter- bawegnng von außen her gut gomvintc Ralschkäge zu er- Zeilen.) r Der Ausfall der Wahl von Niederdarnim macht die Der- mutung fast zur Gewißheit, daß wir es auch bei der Unabhängigenbewegung nur mit einer jener Augenblicks- erscheinungen zu tun haben, deren die Sozialdemokratie schon so viele erlebt und überlebt hat. Auch jene wird zerfallen, und ihre bisherigen Anhänger werden entweder den Weg zur Gesamtbewegung zurückfinden oder aus dem öffentlichen Leben verschwinden. Diesen notwendigen Prozeß abzukürzen, fordert das Interesse der Arbeiterklasse. Denn wenn die Unabhängigen auch den unvermeidlichen Weg zu ihrem Ende gehen, S ch a- den können sie unterwegs doch noch genug anstiften. Nicht in allen Wahlkreisen liegen die Dinge so günstig wie in Nie- derbarnim. wo der Kampf der Richtungen mit einem über- walti�enden Sieg der alten sozialdemokratischen Partei en- dete, in vielen andern könnten die Gegner der Arbeiterbewe- gung die lachenden Dritten sein, wenn es die Unabhängigen auck nur zu irgendwie erheblichen Stimmenzahlen brächten. freilich läßt der Wahlaussall von Niederbarnim vermuten. daß eh die Unabhängigen, von zwei bis drei Kreisen abge- sehen, überall nur zu Zähl kandidaturen bringen werden. Die alte sozialdemokratische Partei ist in allen äußern und innern Stürmen die stärkste Partei in Groß- Berlin geblieben, und damit ist gewiß, daß sie auch die größte Partei im Reiche geblieben ist. Die Erkenntnis ihrer Stärke muß bei ihr Gefühl der Verantwortung nur noch steigern gegenüber der Arbeiterklasse, die ihr vertraut. Vor ihr liegen die ungeheuersten Aufgaben, in ihrem Zeichen werden die kommenden Entscheidungskämpfe zwischen Besitz und Arbeit, Kapitalismus und Sozialismus geschlagen werden. Darum muß ibre Politik nicht auf künstliches Heraus- arbeiten von Gegensätzen, nicht auf weitere Zersetzung und Spaltung, sondern auf Einigkeit und, soweit sich die Möglich- keit dazu herausstellt, Wieder Vereinigung gerichtet sein, damit später einmal wieder alle zur Stelle sind, wenn der Rstf ertönt: T einem m?r. merntlich wichtigen Grunde, z. T. wegen nicht vünkMcher Zahsimg einet Mietzinsrate oder wegen eines BerstotzeS gegen die Haus- ortmun« sofortige Räumung begehrt. DaS Eingreifen der Aemter rn diesen Fallen hat sich zuweilen sogar als besonders notwendig er. wiesen, weil Vermieter versucht haben, auf diesem Umwege entweder u vermatz ige Mietsteigerungen von dem bisherigen Mieter herauZzu» bolen oder die Wohnung von diesem frei zu machen, um sie bei der jept schon eingetretenen Wohnungsnot anderweit zu übermätzigem MietzinS zu vermieten. -• vorstehenden Darlegungen soll natürlich nicht gesagt 'etn, datz die Aemter jede Kündigung eines Vermieters für unwirk- Ä? eY~cen und jede Mictfteigerung fiir übermätzig erachten. Im wegcnztil: In der Praxis der Aemter hat sich der als allgemeine Richt- Inue zu betrachtende Grundsatz befestigt, datz den Vermietern, welche in den ersten Kriegsjahren ganz autzerordentlich schwer gelitten haben und deren Unkosten für Erhaltung der Miethäuser und für Hhpothekenzmsen beträchtlich gestiegen sind, ein« Mietsteigerung im Regelfalle zuzubilligen ist. und zwar für Häuser ohne Zentral- Heizung eine solche von 10 Proz. unb für solche mit HeizunoSanlase enie Steigerung von lS Proz. der bisher gezahlten Miete. In be- i anders gearteten Fällen geben die Aemter unter diesen Satz noch herunter oder auch darüber hinaus. Seder einzelne Fall wird sorg. uiltig geprüft. ES mag aber den Mietern zur Vermeidung un- nutzer Ueberlastung der Aemter und eigener Belästigung dieser Hmtvew alS Grundlage für eine autzerordentlich« Verständigung mit dem Vermieter dienen. DaS vorstehend behandelte Recht deS Mieter? wird auch nicht etwa dadurch beseitigt, datz der Vermieter inztvischen schon die Woh- nung anderweit vermietet hat. Das Amt ist vielmehr auch befugt — diesmal auf Anruf des betroffenen Vermieters—, diesen neu von ihm geschlossenen Mietvertrag mit rückwirkender Kraft mikzu- heben. Es ist also hiernach niemand, der in den ersten Tagen des April ein« neue Wohnung mietet, sicher, datz er diese mich zum �,?SUflStermIn am 1. Oktober wird beziehen können. Wenn der a..c Mieter inzwischen das Amt mit Erfolg anruft und die ihm gegenüber erklärte Kündigung für unwirisain erachtet wird, bleibt dem Vermieter nichts anderes übrig, als auch die Aufhebung des neuen Mietvertrags zu beantragen. ES wird sich deshalb dringend empfehlen, bei Neumietung entweder festzustellen, datz der bisherige Mieter ine Anrufung des Amtes nicht beabsichtigt oder eine g«. räume Zeit— etwa 14 Tage— mit dem Abschlutz des neuen Miet- Vertrags zu warten. Gerade um in dieser Beziehung feste und sichere Verhäliniffc zu ickaffemchat daS Gesetz die unverzügliche Anrufung des ArntS zur BedinguN�gesetzt. Das Gesetz Hai aber nicht nur einseit,, zum Schutze der Mieter eingegriffen, sondern auch, billigen Ansprüchen des Vermieters ge- nugt. Hierhin gehört namentlich der§ 87 des Kohlensteuergesetzes vom 8. April 1917. Danach unterliegt die Kohle seit dem 1. August 1917 einer sehr beträchtlichen Verbrauchssteuer. Diese Steuer wird an dem Orte der Erzeugung von oen Erzeugern ein- gezogen, und diese sind berechtigt, di« von ihnen gezahlte Steuer auf den Verbraucher abzuwälzen. Die Vermieter Grotz-DerlinS stehen auf Standpunkte, daß der Koks, welchen«ssie für die Zentralheizung und die Warmwasserversorgung einkaufen, durch die Kohlensteuer beträchtlich verteuert ist, und sie halten sich für be- fugt, den von ihnen als Steuer errechneten Teil des von ihnen gezahlten Kaufgeldes für Koks von den Mietern wieder einzuziehen. Im Laufe des Monats März haben Tausend« von Mietern Groß- Berlins, welch? in Häusern mit Sammelheizungsanlagen wohnen, von ihren Vermietern eine formularmätzige Erklärung erhalten, durch welche sie aufgefordert werden, eine mehr oder minder beträcht- liche Summe als ihren Anteil an der Kohlensteuer dem Vermieter zu bezahlen. Gewöhnlich geht die Aufforderung dahin, diesen Be- trag zusammen mit dem MietzinS am 1. April 1918 zu entrichten. Die Vermieter find an sicki:nit ihrer Forderung grundsätzlich insoweit im Rechte, als die Kohlensteuer, soweit sie von ihnen tat- sächlich gezahlt ist, ihnen von den Mietern als den eigentlichen Verbrauchern des Kokses erstattet werden mutz. Praktisch betrachtet ist aber der Anspruch der Vermieter in Grotz-Berlin in der über- wiegenden Zahl der Fälle ganz ober teilweise nicht begründet, denn anscheinend haben die Vermieter bei dem Einkauf von Koks überhaupt keine Kohlensteuer bezahlt, wenigstens dann nicht, wenn und soweit sie GaskokS aus hiesigen Gasanstalten verwenden. Denn die Gasanstalten, denen zunächst die Kohlensteuer von den Kohlen» gruben in Rechnung gestellt war. haben diese Steuer bereits ihrer- feitZ auf die Gasverbraucher abgewälzt, waS ja auch in der Er- höhung der Gaspreife zum Ausdruck gekommen ist. Der Koks, wel- chen die Gasanstalten an die Hausbesitzer abgegeben haben, ist also gar nicht mehr mit der Kohlen steuer belastet gewesen. Wenig- stenS hat sich dies bisher für den Bereich Grotz-Berltn nicht mit auk- reichender Sicherheit feststellen lajfen, und es dürste auch den HauS- befitzern kaum gelingen, diesen ihnen obliegenden Beweis bei der Verivenidung von GaskokS zu erbringen. ES kann also den Mietern nicht empfohlen werden, diesem Ansprüche ihrer Vermieia zu ge- nügen. Ander? liegt die Dache, sofern und soweit Schmelzkoks von einem Vermieter verwendet ist. Insoweit kann er in der Tat Erstattung der Steuer verlangen. Soweit dies aber der Fall ist, scheinen zahl- reiche Vermieter beträchtlich zuviel zu verlangen. Die von ihnen ge- forderten Sätze stützen sich auf ein Guiachten, welches dem Bunde der Grundbesitzervereine von einem Sachverständigen ausgearbeitet worden ist Gegen den errechneten Betrag lassen sich manche Be- denken geltend machen. Immerhin empfiehlt sich in diesen Fällen ein privater, sich von Kleinlichkeiten fernhaltender Vergleich. Ein solcher Vorgleich wird um so leichter zu erzielen tzoi», als den meisten Mietern wiederum ein Recht unbekannt ist, welches st« gegenüber den Vermietern haben, und welches diese im Regelfalle tostchweigen: In den Berliner Mietverträgen fite Häufer mck Zentevl- Heizung ist nämlich gewöhnlich ein« Wärnte von lk> Grad Reaumur von dem Vermieter für die Heizperiode zugesichert. Infolge der herrschenden Kohlennot ist durch behördliche Anordnung verboten worden, so stark zu heizen,«S darf vielmehr nur 17 bi» IS CelsiuS gewährt werd«i. ES darf ferner daS warme Wasser nur zu be- stimmten Tagesstunden zubereitet werden. Infolgedessen müßten di« Mieter an sich für eine Minderleistung zahlen, während sie eine höhere Leistung bezahlt haben. Sie haben deshalb gesetzlich ein wkmderungSrecht an der Miete. Durch die Allgemein« Anordnung deS Kok, teil Verbandes Grotz-Berlin vom 21. Dezember 1917 ist dieser Mi nderungsanspvuch der Mieter für die gering« Heizung im vierten Quartal 1917 auf 2 Proz. und für da» erste Quartal 1918 auf 4 Proz. de« für diese Zeit gezahlten Mietzinses und für die Minderlieferung von Wartmvasser auf je 1 Proz. bemessen. Bei einer Jahresmiete von mehr als 8099 M. ermätzige» sich diese Sätze auf die Hälfte. Dies« Ansprüche halten denjenigen der Vermieter auf Erstattung ber Kohlen steuer ungefähr die Wage, und e» empfiehlt sich dringend, datz Vermieter und Mieter einsichtsvoll utzd ohne Kleinlkheett dies« beiderseitigen Ansprüche gegeneinander auf- heben und dadurch Verstimmung untereinander und Jnansbruch- nahm« der Aemter wegen winziger Beträge vermeiden. Gelingt ein solcher Vergleich nicht, so mag der betroffen« Teil. Mieter oder Vermieter, sich an das MieteinigungSamt wenden. Auch dafür ist dieses zuständig._ parteinachrichten. Unabhängige Jnstanzenpolitik. «wer der dSufigsten Borwttefe, den die llnabhänglgen gegen die Sozialdemokratie und die Gewerkschaftsbewegung erheben, ist der. datz die.Instanzen' eine zu grotze Machtfülle haben und ohne Rücksicht auf.die Massen' Ihre eigene Politik treiben. Da ist«S nun inteiessant zu sehen, wie eS die Unabhängigen zuweilen»reiben In Halle a. S. besteht«in« GenofienschaftS-Buchdruckerei, ringe- tragen« Genossenschaft mit belchr. Haftpflicht, in der auch da« un« abhängige VolkSblatl hergestellt wird. Dieter Tage fand eine auher- ordemliche Genero l Versammlung der Genossenichaft statt, zu weicöer der unabhängige Boistand eine Reihe Abänderungen de» Statuts beantragte. Dazu gehörte unter anderem, datz in Zukunft nicht mehr die Generalvenämmlung, sondern der Vorstand allein die Höhe der Gebälter der Angestellten bestimmt, die Enilafiung des Ge- schäflSiührerS vornimmt usw. Von den.RegiernngSsozialisten' wurde aber eingewendet, datz sie für Demokratie und gegen .Jnstanzenpolitik' seien. Di« Anträge erhielte« nicht die statuten- mätzig erforderliche Fahl von Stimmen, so datz fie als abgelehnt galten. Die Begründung der Unabhängigen, sie wützten schon, weshalb sie die Neuerung vorschlügen, mutete genau so an, al« wenn die Konservativen gegen das freie und gleiche Wahlrecht eintreten, um ihre Macht zu erhalten. Datz die Unabhängigen Morgenluft verlpürien, zeiaten noch einige andere Anträge, nach denen zum Beiipiel die Beianntmachungen der Genossenschaft in dem lbürger» lichen).Generalanzeiger' erfolgen sollen, wenn da«.Bolksbtatt' nicht mehr in der GenossenschaftSdruckere« hergestellt werde und da? .Volksblatt', da« jetzt einer besonderen Gesellschaft m. b. H. gehört, in Selbstverlag übernommen werden soll. Auch diese Anträge wurden abgelehnt. Das Vorgehen der Unabhängige« lätzt aus recht grotze Aengstlichkeit fchlietzen._ Russischer Friede« und Sozialdemokratie. In der.Franlfurter volkssttmme' schreibt Genosse Ouarck: .In langwierigen und gewissenhaften Veratungen hat unsere RcichStagSfrakiion da» Für und Wider de« russisch-deutichen Frieden«- vemageS erörtert und ist erst Freitag vormittag zur Abstimmung gelangt. Bon diesen Erwägungen kann man alle» sagen, nur da« nicht, datz sie nicht gründlich und mit Beachtung der Taliachen und aller Rücksichten, die ftir Deutschland, seine Zukunft und die der schaffenden Klassen m Betracht kommen, vor sich gegangen wären. Da» lebhafteste und aufrichtigste Jntttesse für die Er« Haltung unserer politischen Selbständigkeit und weltwirtschaftlichen ArbeitSmöglichkeit ist dabei matzgebend gewesen,«beni» aber der Entichlutz. sich dt« Bestimmung über da» Schicksal unseres Lande« nicht au« der Hand nehme« zulassen durch eine tieine, der Volksvertretung nicht verantwortliche Gruppe von Heersühie-n, die nicht blotz den Reichstag, sondern auch die Reichs- regierung einfach vor vollendete Tatsachen gestellt haben, gewitz ftuS bestem Wissen und Gewissen, aber zum Teil ohne Rücksicht auf spätere politische und kulturelle Folgert ihreö eigenmächtige» Handelns. Zwei Fragen schieden von vornherein für die Fraktion völlig ans der Diskussion: diejenige der Kriegskredite und deS Friedensvertrages mit Finnland. So gut wie Einstimmig- teil bestand bei uns darüber,�. datz wir die Kriegskredite, bewilligen, solange uns die Entente mit ihren kriegStollen Führern im Westen bedroht; nur 14 gegen 49 FraktionSmttglieder waren für Ab�hnung. Die Ordnung der Verhältnisse mit Finnland sodann wird der Selbständigkeit und llnabhängigkeit diese» absolut demokratischen Landes nach Anficht der Fraktion so gerecht, datz auch von unserem Standpunkt keine Einwendungen gegen ihn zu machen sind. Man sieht, datz unser Einmarsch nach Osten nach dem Scheitern der ersten Brest-LitowSker Verhandlungen noch keine Annexionshandlung zu bedeuten branchte, sdudern ein Schritt der Notwehr gegen die russische Verschleppung bleiben konnte. .Deutschland wird dafür eintreten, datz die Selbständigkeit und Un« abhängigkeit Finnlands von allen Mächten anerkannt wird.' So heitzt es wörtlich in dem Artikel 1 des FriebenSinitrumentS. Htetze eS auch so bezüglich der übrigen'Randstaaten im russisch-deutschen Vertrage, so wäre unsere Zustimmung auch hier so möglich gt> wesen. wie sie e« jetzt nicht ist. Aber der Vorgang mit Finnland zeigt zugleich, wie falsch eS ist, mit allgemeinen Redewendungen da» Vorgehen nach Osten in Bausch und Bogen zu verurteilen. DaS Stimmenverhältnis mit Bezug auf den russische« Friedensvertrag war in der Fraktion genau folgende«. Eine Probe» abstimmung darüber, wer für reine Annahme oder Ablehnung sei, ergab sb Stimmen für, 12 gegen den Vertrag, und zunächst 29 reine Enthaltungsstimmen. Für die Ablehnung traten also noch weniger Genossen ein, als für die Bsstehnung der Kriegs kredite. Sie war damit gefallen. Blieb die Wahl zwischen Annahme und Stimmenthaltung. Die letzlere vereinigte nunmehr 43 Elimme« auf sich, zu denen noch 4 Genossen kamen, die hatten abretseu müssen, sich aber schriftlich für Stimmenthaltung erklärt hatten, im ganzen also 62. Direkt gegen diese Stimmenthaltung erHobe« schlietzlich nur noch 4 Genossen die Hand, während 13 ficti der Stimme bei dieser Schlutzentscheidung der Fraktion enthielten. Da« zeigt, wie verwickelt die Dinge liegen und wie schwierig fi bei gewissenhaftester Prüfung zu entscheiden sind, die sich nicht voll der Stimmung einzelner Versammlungen leiten läßt.' Die Apostel der DeSorgallisatto». Nach den katastrophalen Wahlniederlagen von Riederbanrim»nd bei den Gemeindewahlen in einer Reihe Berliner Vororte, die sie für ihre.Hochburgen' hielten, bleibt den Unabhängigen mchtS übrig al« Hoffen und Harren. DaS Hoffen wurde belebt, als einige Genoffen, die bis dahin unbeirrt auf dem Standpunkte der Mehrheit gestanden hatten, in süddeutschen Parteiblättern gweitel an der weiteren Zulässigkrit der Kreditbewilligung verlauten lietze». Die erwähnten Genossen haben ihre Meinung gesagt, haben für ihre Ausfassung in loyaler Weise Propaganda gemacht und haben- sich dann der Parteimehrbeir gefügt. Da« wird ihnen nun von dem famosen.Unabhängigen ZeitungSdienst' alS Verbrechen angekreidet: .Da», wa« Wendel. Kampffmeyer und andere vor der letzte« ReichStagssitzung forderten, war in den Wmd gesprochen, und der wackere Herr Wendel, der so grimmig« Worte verschwendete, hat sich bei den letzten Abstimmungen selbst wieder vor den Gesetze«» tafeln de« 4. August verneigt und weoer gewagt, gegen die Kre» due. noch offen gegen den russi'chen Friedensvertrag zu stimme«. Seine sogenannte Disziplin war also doch für ihte matzgebend« al» seine Ueberzeugung.' Da» verhallen Wendel« ist ganz einfach daS Verhalten jede» von VerantwortlichkeitSgeillhl beseelten Parteigenossen. Die Auf» fassung de«.ZeitungSdtensteS' und ihre Praxi» ist dagegen das Ende jeder organifierten Handlung. Liebliche Bilder eröffnen sich, wenn man das von Bogiderr entdeckte ethische Gesetz in die ge» werksckaftliche Praxi« überträgt! Wenn eine Gewerkschaft mit Dreiviertelmehrheit einen Streik beschlieht, so mutz da« Viertel der Mitglieder, da» gegen den Streik gestimmt hat. Streikbreckerdiensie verrichten, denn so will eS— immer nach dem unabhängigen Ethoü l— die dreimal heilige Ueberzeugung. Aufgehobeue Schutzhaft. Am W. November 1917 wurde der unabhängige Parteisekretär Hildebrandt in Halle a. S. in Schutzhaft genommen. ES wurde ihm zur Last gelegt, datz er junge Leute au< der Arbeiterjugeud zu politischen Siratzendemonsteationen veranlatzt habe. Gegen die Inhaftierung wurde Beschwerde geführt, die am 28. März 1918 vor dem ReichSmilitärgericht zur Verhandlung kam. Hildebrandt wurde von zwei Rechtsanwälten, Dr. Pfeiffer aus Halle a. 8. und Dr. Herzfeld. Reichstagsabgeordneter, Berlin, verteidigt. In de« fast fünfstündigen Verbandlungen wurden insbesondere Bor» gänge in der halleschen Arbeiterjugendbrwegung und im halleichen Aibeitersugetidhetm erörtert. AlS Zeugen wurden ein Polizei- kommlffar. der Ärbeiteriekrelär Kleeis und ein jugendlicher Arbeiter vernommen. Der Mtliiät-Reichsanwalt beantragte weitere Jnhaft» tierung, da durch Handlungen wie die HildebrandS die Sicherheit des Reiches gefährdet werde. Der GerichlShof sprach sich für Auf» Hebung der Vcihaslung au«, die auch sofort an dem au« Host vorgeführten Hildebrandt bewirkt wurde. In der llrteilSbegründung wurde ausdrücklich ausgeführt, datz der Beschlutz hauptsächlich auf die entlastenden Ausführungen des Arbeitersekrerärs KleeiS hin ge- saht wurde. ES befinden sick nun immer noch mehrere unabhängige Parteimitglieder in Schutz- bezw. Untersuchungshast, so der Partei» sekretär Reiwand und der Schriftsteller Schönlank. Einficht, aber keine Besserung. Da».unabhängige' halleich«.Volksblatr' druckt miter der Ueberschrist.Selbstkritik' einen Artikel der Wiener.Arbeiterzeitung' ab, der solgendermatzen schlietzt: Aber die Spaltung bat offensichtlich auch den Rnabhängigen geschadet; an Stelle eines schöpjeciichen Radilaiismu» ist der b l o h e Kamps gegen die alte Partei getreten, der sich gar nicht selten S e l b st z w e ck ist und darum die Massen nicht gewinnen kann. Wenn ehemals die reichsdeuische Parier das bewunderte Vorbild aller tozialdemo» kralischen Parteien war, bietet der Blick auf ihre Zernffenheit heute wenig Erfreuliches oder Nachahmenswertes. Gleich dahinter folgt dann ein Aussatz.Die Nnverantwort« lichen', der solgendermatzen beginnt: Die Art. in der die abhängigen Sozialdemokraten in der letzten ReichStagssitzung ihr Stimmrecht zu den Kriegskrediten und zum ruisiichen Friedensvertrag ausübten, zeigte aufö beut» lichste, in welcher ziel- und planlosen Weise dies« Partei... Und so weiter der bekannte Text. Blotzer Kampf gegen di» alte Partei, Selbstzweck, der die Massen nicht gewinnen kann. GroßGerlln Tie Tnrchführmig des neuen WohnuntzsgefetzeS und die Fürsorge für das Wohnungswesen nach dem Kriege be» schäsligte eine Konferenz Grotz-Berliner Gemeinde- Vertreter, die unter Vorfitz des Stadtrats Fischbeck im Berliner Rathause tagte. Es bestand allgemeine Uebereinslimmung, datz den zu erlassenden WohnungSordnungen gemeinsame Richtlinie zugrunde gelegt weiden mützien, und es wurde vereinbart, datz ein Verbindung der'zu errichtenden WohnungSnachweise dur. ,t DuZtalM des AnaekotZ an Wohnungen in Zeiten des Wohmtngs- mangels hergestellt werden soll. Man kam überein, eine aus Ber« treiern der Gemeinden Berlin, Cbarlottenburg, Scköneberg. Neu- kölln. Pankow, Lichtenberg und Lichterfelde bestehende Kommisfion einzusetzen, der die weitere Durchführung dieser Vereinbarungen ob- liegen soll._ Wünsche der Obst- nnd Gemüse-Kleinhändler wurden in einer vom„Reichsverband deutscher Ohst- und Gemüse- Händler" für Groß-Berlin veranstalteten und sehr stark beiuchten Kleinhändler-Versammlung erörtert. VerbandSgeschäflsführer Neu- b g u r erklärte eS hauptsächlich aus dem Verhalten Der Großhändler, daß die den Handel einengenden oder ganz ausschaltenden Motzregeln angeordnet wurden. Sein Vortrag gmg� davon aus, daß die bisherige Kriegswirtschaft besonders bei Gemüse und Obst einen völligen Zusammenbruch gehabt habe. Für dieses Wiit- schastssahr wünschte er unter anderem die schleunige Bekanntgabe der Richtvreise für ftrühgemüse, vollständige � Ueberlassung des HerbstgemiiseS an den Handel oder restlose Beschlagnahme und da- »ach Lielerung an die Händler. Er forderte, daß nicht mebr die Erzeuger ihre Ware an' Verbraucher zu Kleinhandelspreisen abgeben dürfen.'Infolge dieses von der ReiÄsstelle zugelassenen Verfahrens werde von Erzeugern auch an Händler zu Kleinhandels- preisen verkauft, so daß beim Weiterverkauf an Verbraucher die Höchstpreise überschritten werden müssen. Kommunalverwaltungen zwingen Kleinhändler beim Kauf einer Ware zum Mitkauf einer anderen, sie verkaufen ihnen z. B. Kohl nur bei gleichzeitiger Ab- nähme von Kohlrüben, die dann die Bevölkerung ungern kaust. Redner berlangie, daß auch Kleinhändler beim Verkauf einer Ware den Mitkaus einer minderbegehrten zur Bedingung machen dürfen. Mr die nach dem Kriege kommende UebergangSzeit sei möglichst rakche Beseitigung der Kriegsgesellschaften und der Kommunalwirt» schafr und die volle Wiederaufrichtung deS freien Handels nötig. Die Versammlung begleitete den Bortrag mit starkem Beifall. ' In der Besprechung nahm daS Wort der OberregierungSrat von Tiilh, der Leiter NerchSstelle für Gemüse und Obst, der kürzlich in einer Großbändler-Versammlung heftig angegriffen worden ist. Dem Großhandel gehe es nicht schlecht, sagte er, aber dem Kleinhandel, weil ihm Ware fehlt. Freier Handel sei im Kriege unmöglich, gerade die Kleinhändler würden dabei an die Wand gedrückt werden. Die ReiÄSsielle werde dieS- mal sogar einen Teil des FrübgemüseL und Frühobstes, Kohl- und Mohrrüben, und in manchen Bezirken die Heidelbeeren, nicht mehr dem kreien Handel überlassen, sondern durch Kommunalverbände den Händlern zuführen lassen. Die Nachfrage nach Gemüse werde in diesem Frühjahr noch stürmischer als im vorigen fein. Für den Berliner Magistrat versprach MagistratSrat H e n t f ch e l, zur Ueberwindung der die Kleinhändler drückenden Schwierigkeiten werde alles geschehen. Nach einer langen Erörterung, in der noch manche Klage vorgebracht wurde, forderte die Versammlung in einer einstimmig angenommenen Entschließung die Erhöhung des Klein- Händlergewinnes an Kartoffeln. Statt jetzt 8S Pf. am Zentner. wovon das Meiste für Verlust durch Schwund und Schmutz drauf- gehe, müsse man 1,50 M. haben. Der Pastor als Eiersammler. Ber seinen Arbeitslohn zum Teil in Lebensmitteln zu beziehen hat, ist in dieser Kriegs- und TeuerungSzeii put daran— oder auch nickt Liefert man ihm die Lebensmittel, so kann er rroh sein, aber infolge der Knappheit gebt jetzt mancher leer aus. Auch die Ratio- nierung der Lebensmittel ist ein Hindernis, die ausbedungenen Mengen ungerchmälert wie bisher zu liefern. Aur dem Lande bestehen nicht selten sogar bei Lehrern und Pastoren die Einnahmen zum Teil in Lebensmitteln, die sie Hau« bei Haus rammeln lassen, wenn die Abgabe- pflichiigen ste nicht selber zur vorgeschriebenen Zert bringen. Aus den Dörfern Bärfelde und Grünrade in derkNenmark erfahren wir. daß der für beide Dörfer angestellte Pastor jetzt seine Ostereier hereinkriegt, die er von den Gemeindemitgliedern zu fordern hat. Im allgemeinen stehen ihm in Bärfelde von jedem Grundstück vier Eier und in Grünrade von jedem Grundstück drei Eier zu. so daß für ihn alljährlich zu Ostern mehrere hundert Eier zusammen- kommen. UnS Berlinern, die wir manchmal in zwei oder drei Wochen nur ein einziges Ei für jede Person erhalten, kann fast schwindelig werden bei diesem gar nicht kriegSzeitgemäßen Eiersegen des Pastors von Bärfelde. In Grünrade bleibt von jedem Grund- stück ein viertes Ei dem Lehrer, der dort für den Bärwalder Pastor die Einlieferung entgegennimmt. Für die zur Lieferung berpflichleten Familien der beiden Dörfer ist eS nicht immer eine angenehme Ausgabe, ihren Eiertribut heranzuschaffen. In FiiedenSzeiten machten für die meisten die paar Eier nickt viel aus, aber jetzt in der KriegSzeit, wo der Hühnerhalter von dem ohnedies verringerten Ertrag des Fleißes seiner Hühner einen Teil an die Eierfammelstelle abliefern muß. spielen vier Eier eine wichtige Rolle. Wissen möchten wir. was der Pastor mit dem ganzen fiwt sehr viel wertvolleren Eierfegen macht, der ihm zuströmt, währentz�er selber noch Hübner hält. Muß er die ihm geliefert«! Ostereier vollzählig an die Sammelstelle abliefern oder darf er sie in seine Vorratskammer tun, um ste für fich zu verbrauchen? Soitntagsruhe und Beschäftigungszeit au de« Oster- und Pfingstfeicrtagen. Für die Stadtkreise Berlin, Cbarlottenburg, Schöneberg. Neu- kölln, Wilmersdorf und Lichtenberg, sowie für den Gemeindebezirk Stralau wird folgendes bestimmt: Im Handelsgewerbe dürfen am ersten Feiertage, soweit der Gewerbebetrieb in offenen Vetkaiifsstellen stattfindet, Gehilfen. Lehrlinge und Arbeiter nur nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen und während folgender Zeiträume beichästigt werden: Im Milchhandel: von 5 bis lv Uhr vormittags; im Handel mit Kondieorwaren und Konfitüren, mit Fleischwären und Röbels: von 5 bis 10 Uhr vormttldgs; im Handel mit Backwaren: von L bis lv Uhr vormittags; im Handel mit Kolonialwaren, mit Vorlostwaren. mit Bier und Wein, mit Tabak und Zigarren: von 8 bis 10 Uhr vormittags; irt den Zeitungsipedilionen: von 4 bis 0 Uhr vormittags: im Blumenhandel nach den bestehenden Vorschriften am ersten Öfter- fetertage: von S bis 10 Ubr vormittags und von IS bis 3 Uhr nachmittags; am ersten Pfingstfeierlage: von 8 bis 10 Uhr vormittags; die Beschäftigung von Gehilsen, Lehrlingen und Arbeitern im ambulanten Mrlchhondel. rn Molkereien zum Zwecke der Ver- forgung der Kundschaft mit Mollereiprodukterr darf am ersten Oster- und Pfiugstfeiertage wie an den übrigen Sonn- und Festtagen von 4 Uhr morgens bis 1 Ubr nachinitlagS ohne Unterbrechung durch die Hauptg'ottesdienstpause stattfinden; im Gewerbebetriebe der Bierbrauereien und Eisfabriken während derselben Stunden, während boren nach dem obrgen ein Handel mit Bier und RoheiS in offenen Werlaufsstellen zugelassen ist.— Am zweiten Feiertage finden die allgemeinen Vorschriften über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe Anwendung, wie sie an den gewöhnlichen Sonn- tagen gellen._ Nach- nud AbschubSberwachuugsstelle». Um die Nach- und Abschubgüler des Heeres, sowie die Privat- sendungen an die Front gegen Beraubung, Diebstahl und Unterschlagung zu tchützen, sind beiondere militärische Nach- und AbichubüberwachungSstellen in folgenden Städten eingerichtet worden: Altona. Berlin, Bonn, Breslau. Bromberg, Cassel, Coblenz, Darmsladt. Düsseldorf, Duisburg, Fianlsurt a. M., Gleiwitz, Hannover. Karlsruhe. Königsberg. Leipzig, LudwigShasen. Magdeburg, Mannheim, München, Osnabrück, Posen, Rasiadt, Pr. Slargard, Stettin. Stuttgart, Würzburg. Durch diele Kommandos sind in der Zeit vom 1. August 1917 bis zum 28. Februar 1918 über 1000 strafbare Fälle aufgeklärt. W41 Täter ermittelt und gestohlene bezw. unterschlagene Gegen- stände im Werte vou 765000 M. der Heeresverwaltung wieder zu- gejährt w«deu. Dieser Erfolg würde fich aber erheblich steigern, w«m die All- geiffeinheit die Kommandos unterstütze» würde. Nicht nur, wer Angehörige an der Front hat, sondern jeder von uns har das größte Jntereffe daran, das unsere Feldgrauen das bekommen, was ibnen gebührt und zugedacht ist. Darum scheue sich niemand, die Uebeltäter, die fich an Sendungen zum und vom Feldbeer vergreisen, den Kommandos anzuzeigen. Mittel sind bereitgestellt, den An- zeigenden in geeigneten Fällen eine Belohnung zuteil werden zu laffen. Die Anzeigen find zu richten: „An die Nach- und AbschubüberwachungSstella ja......* Berliner Sparkasse. Die Klagen über Diebstähle von Spar- büchern haben sich so gehäuft, daß bis auf weiteres bei allen Kaffe» der Berliner Sparkasse Rückzahlungen von Beträgen über 150 M. nur erfolgen, wenn der Ueberbringer des Sparbuchs Quittung leistet und fich über seine Persönlichkeit ausweisen kann sdurch Mieivertrog. Steuerzettel usw.). ausgenommen bei gesperrten oder mit SicherungS- karte versehenen Büchern. Käseverteilong. Von morgen bis Mittwoch, den 5. April, wirb in den östlich der Königgrätzer Straße und in der Gegend der Leipziger Straße gelegenen Bezirken der 4. und 7. Brotkommisston pro Kopf 125 Gramm pommerscher Weichkäse verteilt. Ein neuer Raubanfall wird aus der Kolonie Grunewald gemeldet. Dort wurde eine Margarete Pietzker aus verlin von einem Mann, der eine schwarze MaSke trug, in der DouglaSstraße überfallen und mit einem Revolver bedroht. Die kleberfallene setzte fich zur Wehr und auf ihre Hilferufe entfloh der Räuber. Der Schlaffer Erich Kühl, der den Schutzmann Heuser ermordet hat. ist nicht— wie irrtümlich mitgeteilt würbe— verhaftet worden, sondern wird noch immer gesucht. Der Mann, den man in Teupitz arretiert hatts, war nicht der Schloffer Kühl. Hilflas anfgefunde« wurde in der Nacht zum Dienstag ein nn- bekannter Mann, dem Aeußeren nach ein Arbeiter, vor dem Ost- Hafen. Er lag besinnungslos auf einem Handwagen, deffen Eigen- tümer nicht bekannt ist, und wurde nach dem Krankenhaus am FiedrickShain gebracht. Dort liegt er noch besinnungslos danieder. Ter Mann ist etwa 50 Jahre alt und trug einen dunklen Jackett- anzug, ein katriertes Halstuch und eine graue Mütze. Der Wagen hat zwei Räder und zwei Stoßstangen. Rrnftill«. StadihanShaltvoranschlag nnd LafieuanSgleich beschäf- tigte die letzte Stadtverordnetenfitzung. Kämmerer Dr. Mann gab einleitend einen lleberblick über den Stand der Gemeindefinanzen. Nicht weniger als 89 Millionen Mark mußte die Gemeinde für die Zwecke der Krieasunterstützung zur Auszahlung bringen. Wenn auch ein erheblicher Teil dieses Betrages erstattet ist oder erstattet werden soll, so find doch 18 Millionen Mark ungedeckt. Der Voranschlag konnte den Nebergangsbedürkniffen für die FriedenSzeit insofern an- gepaßt werden, als die Verzinsung der Fehlbeträge 1914 bis 1917 auf daS Ordinarium übernommen werden konnte und der Voran- schlag somit auf eine gesundere Grundlage gestellt wurde. Nachdem die Provinz den Lastenausgleich besckloffen bat, durch de» Neukölln ein Betrag von 1200 000 M. zufließen dürfte, konnte den Be- sch'üfien deS RechnungSauSschuffeS gemäß der Voranschlag mit einem Steuerzuschlag von 180 Prozent aufgestellt lverden. Bon einer sofortigen Erhöhung der Preise für Gas und Eleftrizirät ist Abstand genommen worden. Die Preise für Kohlen und die Transport- kosten bieriür steigen jedoch unausgesetzt. Es muß daher mit der Wahrscheinlichkeit gerechnet werden, daß im Laufe des Jahres«ine Erhöhung für Gas und Elektrizität eintreten wird. Von de» zu erwartenden Einnahmen deö LastenauSgleiSS find der Armenver- waltung 400 000 M. nnd der Schulverwaltung 800 000 M. zuzuführen. ES ließ fich nicht verhindern, daß die Bäderpreise sowie die der Krankenhausbehandkung erhöht werden mußten, da die Selbstkosten erheblich gestiegen sind und weiiere höhere ZuiSLffe nickt getragen werden können. Um die Gemeinde möglichst selb- ständig zu machen, sind eine Reihe wirtschaftlicher Unternehn-.en ge» schaffen bezw. in Angriff genommen. Scholz(So,.) wandte sich mit Entschiedenheit gegen die vorgeschlagene Erhöhung der Bäderpreise und KrankenhauSkosteii. Einer Erhöhung der Preise für GaS und Elektrizität könne unmöglich zu- gestimmt werden, da Neuköllns Werke mit anr besten arbeiten. Der Lastenausgleich kann in diefer Form durchaus nicht befriedigen, nur als Proviiorium für die Kriegszeit könne er angesehen werden, er berge die Gefahr in sich, daß die Regelung der Berhältniffe in Groß-Berlin erschwert, wenn nicht absichtlich verhindert werden iolle. Aus politischen Gründen will man die jetzige Gestalt zum Schaden der Gesamtheit beibehalten. Im Gegensatz-um Borredner fühlt Justizrat Abraham Wohle unserer jüngsten Generation, die des Schutzes und der liebevollsten Für- lorgä wohl am meisten bedarf! Der Siebe«-Uhr°Ladenschluß ist gegenwärtig für einen Teil der Geschäfte durch eine Bundesratsbekanntmachung, sitr einen weiteren Teil der Läden durch provinziale oder lokale Zivil- und Militär- behörden vorgeschrieben worden. Der Zentrolverband der Hand- lungsgehilsen hat' den Reichstag und den Bundesrat in einer um- fangreicken Denkschrift gebeten, durch ein Reichsgeietz den Siebe»- llhr-Lodenschluß für alle Geschäfte auch für die künftige FriedenSzeit vorzuschreiben._ Gerichtszeitung. DgS Restaurant Hiller vor Gericht. Wegen Bergebens gegen verschiedene Kriegsverordnungen über den Verledr mit ratiomenen Lebensmitteln, Höchstpreisüberschreitung usw. harte fich der Jnbaber des Restaurants Hiller. Alfted W a l t e r s p i e l, vor dem Schössen- gericht Berlin-Mme zu verantworten. Aus eine Anzeige bin er- schienen eines Tages in dem Restaurant Hiller mehrere Kriminal- beamte und nahmen eine Haussuchung vor. welche ganz erhebliche Hamstervorräte zutage förderte. Es wurden Wurst, Speck. Biftter, Eier. Erbsen und andere Lebensmittel, darunter allein 280 Kilo bestes Speiseöl, in großen Mengen vorgesunden. Walterspiel soll dabei versucht haben, einem der Beamten, mehrere Hundertmark- scheine zuzustecken. Wegen dieses Vorfalls schwebt ein besonderes Verfahren wegen versuchter Bestechung. Vor Gericht behauptete der Angeklagte, er sei wie fast alle anderen Hotelbesitzer und Restau- rateure gezwungen gewesen, Waren im Schleichhandel zu erwerbeit. um sein Geschäft überhaupt ausrecht erhalten zu können.— Das Gericht erkannte wegen Vergehens und Uebertretuna in 23 Fällen aus 2 8 0 0 0 M a r k Geldstrafe, an deren Stekw für je 20 M. ein Tag Gefängnis bis zur Höchstdauer von 2 Jahren Ge- sängniS tritt._ Ms alier Welt. Der tapfere Mayer. An der Spitze der jüngsten Ausgabe der »Deutsch.-Evang. Korresp.', des Organs des Evangelischen Bundes, steht ein.Gedicht' von„Wilhelm Mayer', deffen zweite Strophe lautet: „Der Mcken ist Dir. mein Deutschland, frei. Sprung auf denn, marsch marsch! Mit Erz und Blei Und all Deiner Kraft gegen Westen vor, Daß Schrecken lähme der Feinde Chor l' Herr Mayer überläßt es weislich den anderen, seine Kommando S auSzuführen. Mau muß sich wundern, daß ein so irtegSfreudigcr und lampientschl offener Mann eS daheim aushält, statt draußen mit gutem Beispiel voranzustürmen.— Die letzte Strophe lautet: „Gott selbst ruft uns auf zum letzten Kampf. Gott führt uns durch Blut und Pulverdampf Entscheidendem Sieg und der Freiheit zu Und größerer Zukunft in stolzer Ruh.' Reim dich oder ich sreß dich! Der Evangelische Bund ist eine nickt unbedeutende Vereinigung, die ernst genommen zu werde» be- anspruchr: obwohl>an ibrer Spitze und an der Leitung der Kor- respondenz Theologen stehen, durfte diese gotteslästerliche Hans- wurstiade das Licht der Druckerschwärze erblicken. Srkefkasten der Redaktion. Dir vrieflichrn Anfragen«ehrr» fich i« letzter Zeit nngehetier Wir machen daranf aufmerksam, daß dtiefftchr Autworten nicht er- teilt werden können. Tie Beantwortung irr Aufragen kann nur durch de» Briefkasten unter angegebrurr Chiffre-rrfolg-'i. No. 100. Betdes gilt als aktive Dienstzeit.— A. F. 4L. Wenn der Buchstabe als.11" zu entziffern ist, beißt es dienstuntauglich. Die erste rer bedeutet Plattfuß, die anderen Zeichen kennen wir nicht.— R. Ol. 1. Da Sie im vorigen Aahre keinen vollen tziah resarbeitSverdieust hatten, so wird der Steuettmschätzung Ihr jetziges Einkommen zu Grunde gelegt. 2. 52 Wochen. 3. Eine Loibesvisitation kann in diesem Falle nafi- jinben.— 4 Fehrbellin. DaS richtet fich weniger nach dem Grundbefitz als»ach dem Einkommen, wahrscheinlich aber wird Bedürftigkeit in diesem Falle nicht angenommen und lliUerstützung nicht gezal?lt.� Der Antrag wäre bei der Gemeindeverwaltung zu stellen.— Gefr. Laug 411, Sie müßten vorschriftsmäßig Beschwerde einlegen.— G. M. 50. Ihre Strafe iillt ficht nstees hyj � Hei der Cfl»nhTl'"il her llnierstützunz ivirh Me Bchürfligkeit geprüft, euch staetftche Unter- stütz il nz kann verweigert werden, wenn Bedmsligkeit nicht für vorliegend erachtet wird. Beschwerde wegen unberechtigter Verweigerung der Unter- ftutzung ist an den Landrat zu richten.— Marine O.!>!>. 1. Sie müssen dem Mufterungsbesebl natürlich Folge leisten. 2. Machen«ie bei der' Musterung von Ihrer Meldung bei der Marine Mitteilung. — O. W. 166. Vom getarnten Nachlaß erbt die Mutter die Hälfte. Die andere Hälste fällt zu gleichen Teilen an die tKeschwiüer. Wenn die Betreffende die Stiesschwester von dem Verstorbenen ist, so erbt sie nicht mit. Die Gültigieitserklärung werden Sie jetzt, nachdem Sie solange im Felde stehen, nicht abgeben können. Sie sind zum Unterhalt der Mutter je nach dem Einlommen ebenso verpflichtet wie die anderen Geschwister. G. M. 100. Unterstützung wird in Ihrem Falle trahrscheiniich abgelehnt werden, wenn Sie nach wie vor in gleicher Beschäftigung bleiben. Urlaub zur Kriegstrailung kann gewährt werden. Das Gesuch um Urlaub mutz der Betreffende� selbst einreichen.— P. 500. Dem Rat ist Folge zu leisten. Ihre Frau soll sich un das Generalkommando wenden.— C. 100., Obne nähere Kenntnis können wir nicht beurteilen, ob es vor- teilhast ist, Mitglied der Genossenschajt zu werden. Das Verschweigen der lstrasen könnte ein Ehescheidungsgrund fem. Ihre letzte Frage ist unver- ständlich.- P. S. S36. 1. Ja. 2. Nein.— Nr. 77 A. Aus beide Fälle steht Gefängnis, eine Berufung wäre zwecklos.— G. R. L8. Die Firma ist hierzu berechtigt. Sie unterstehen dem Hilssdieitstgesetz und haben jede Aenderung im Arbeitsverhältnis innerhalb dreier Tage der Behörde z« melden.— 9.®. 84. In Dresden. Straße usw. ist uns nicht bekannt, bei schriftlichen Eingaben ist eine nähere Bezeichnung auch nicht nötig, der Brief wird auch so sicher bestellt. Lungenheilstätte iit uns' nicht bekannt.— N. B. 1000, Entzieht.sich unserer Kenntnis. — H. U. 290. Die Angabe,' ob die Mutter geschieden ist oder nicht, ist in dem Falle nichi nötig.— I. K. 52. Uns ist davon nichts bekannt.— Nr. tOü. Es befteot kein Anspruch aus AuswandSentschädigiing. Es find zwar 6 Jabre aktive Dienstzeit nachgewiesen, es dienl aber setzt keiner der Brüder mehr aktiv.— Gesrt.«152. Befragen Sie sich beim Vorgesetzten danach. Wahrscheinlich wird in Ihrem Falle Kavitnlativn nicht möglich sein.— Willuhn, Sunniagstr. ü». Die Ziffer ist nicht das Kranlheils- zeichen. ES ist sedensallS die Numn-.er der Borstellungsriste.— Blumenau 54. Sie könnten einen solchen Anirag beim Generalkommando stellen, der auch sicher Erfolg haben wird,-e- H. S. 97. 1. Die Zulagen, sind freiwillige�Zuwendungen, die in Wegsall tommen können. 2. Darüber ist kein Beschluß oesatzt.—- D. A. B. Ja.— A. N. 87. Antrag ist bei der Städtischen Fürsorgestelle, Mariannen- viatz 27/28, zu stellen.— B. D. M. Die Landwirtschaft ist von den Bestimmungen des Hilssdienstgesetzes. wonach Arbeiierausschüsfe zu bilden find,. auSgeschioffen.— K. D. 100. l. Das wissen wir nicht, das eni- scheidet der Militärarzt. 2. Ein Berechtigungsschein, der von der Prüsungs« kommission einzufordern ist. 3. Der Klub tagt unseres Wissens im Gewerk- schaftshause: erkundigen Sie'' sich dort nach der Adresse.— R. 6. Wir würden raten, den Jungen zunächst in der Poliklinik der Tharftä, Suftenstraße, Untersuchen z« lassen.— E. W, 28. — D. F. Wenn Sie Ihrer aktwen Dienstzeit genügen oder im Anschluß an diese noch beim Militär, sind, so. müssen Sie die Einwilligung haben. — F. 2. 120. Wir würden Ihnen zunächst empfehlen, einmal persönlich bei der Direktion der Stratzenbahn-Mesells.chaft vorzusprechen und, wenn das ohne Ersolg gst, müßten Sie die Klage ans Schadenersatz einreichen.— 81. 2. Herzleidend— landswrmpjlichtig.— Pfeffer 7. DaS ist zulässig, Sie können dagegen nichts unternehmen, da der Vertrag mit Ihrer Ein willigung zum Abschluß gelangt ist.— CO. It. 92. Die Sirase ist durch den Amnestiecrlatz gelöscht, sosern Sie seit 1008 nicht mehr bestraft worden sind.— B. 74. Sie machen sich in beiden Fällen strafbar.— Könitz. Da nach der Bestimmung die Teuerungszulagen aewährt werden können, so besteht eben kein Anspruch darauf. Ob sie an dem Drt und in Ihrer bisherigen Stellung gezahlt worden ist, entzieht sich unserer Kennlnis. Sie könnten fich aber als Hiljsdienstpflichtigcr mit einer Beschwerde an den Hiissdienstausschutz wenden.— 3t. K. ISO. Es würde sich empfehlen. Rentenantrag und Antrag aus einen Anstellungsschein schon jetzt zu steller Gegen die Maßnahme des Landrats zur Ablieferung der Milch können Sie n-chts unternehmen.— Feldgrauer Kollege. Die Strajversolgung ist durch den AmnesUeerlatz ausgehoben. SCretiernnSürtiten f&r das mittlere Rorddentkeftlan» bis Donnerstag mittag. Ziemlich kühl, vielfach heiter, aber noch verönder- lidj, ohne erhebliche Niederschläge. Direktion Max ßainhardt. Sleatsches Theater. 7 Ühr: Ein Sommernachtstraum. Kammerspleie. 7'/, Uhr: Kinder der Freude. Volksbühne. Theater am BQIowplatz. Untergrundb. Lohönh. Tor. 8 Uhr: Hanneies Kimmellahrt. Dir. C. Meinhard— R Bernauer. Theater � Königgrdtzerstr. 7� Uhr: Oer Katzensteg. Komödienhaus 8 Uhr: Die beiden Seehunde. Berliner Theater 7V;U.: Blltzblaaes Blnt. Letzte Woche! Gastspiel: Frieda Hess Soiotännerin Jan Trojao&wslQ Hofballettraeister vom Ballett des Kgl. Hoftheaters Dresden sowie dar große März-Varlete-Spielplaa. Theater für Mittwoch, 27. März« Central-Theater Komraandantenstraßo 57. 71/,: Die Gsardasfürstin Morg.71/.; Das Glück im Winkel. Deutsches Opernhans 7 tihr: Der Freiseilütz. Friedricb-Wilhelfflst. Tbeater Bas Oreimäderltiaiis. Komische Oper 7� tr.: SehwarzwaldntEdel. Stg. S'/i Uhr: Die Kinokönigin. Lastsplelhaus 7,/4 Uhr: Die blonden Mädels v. Lindenhof. Morgen ,7'/, U.: Johannlsieuer. Metropol-Theater � Die Rose vßD StainJiüL Heute S1;, L'hr: Fatireoile Miisikaoleo. Zirkus A. Schumann. Bhf. Friedriehstr Anl. 71;, j Sonntag, 31. Märe, onwidemiflioh zwei letzte Vorstellungen Neues Operettenhaus Sohißbd. 4a. Kassent-Nd. 281 7>/.uh,:flerSßldalderMarie. Kleines Theater vhr: Hanle. Residenz-Theater TVJhr: Der junge Zar. Schill er-Theater O Vj, Uhr: Sehliler-Th. Chart. 3 Uhr: Wilhelm Teil. ?'/. Mir: OStiellß. Thalia-Theater Ofiter der Iii. Liaße. Theater am Nollendorfplatz 3st. Uhr: Minna ron Barnheim. 7 llhr: mus Mittwoch, den 27. März 1918, abends 7,l/a Uhr: Theater des Westens 71/, ühr: I.iidwlg XIV. mit Ouido Thielscher. Vorh.: Der Regimentszauberer. 3'l, Uhr: Am Goldenen Horn. Tllly Bebe Walhalla-Theater. B�/, Uhr: Tausend u. eine Nacht, 7V. uhr: Das Mflslkantßodßrl. Rose-Theater. VI, Uhr: Eine Waise. Sei WEf Säler' Priadriohstr. 165. silek» Behrens traCe. Ciaire Waldoff X ATIO X AI..T II£ ATE K. CSpenicker Str. 68(Deutsch-Amerik. Th.) 5 Min. Jannovrltz-Br. Tigt.?>/,! Größter lacherfolg! Die ist richtig!... IJosse m. Ges. v. Dr. A. Lippschätz. Musik: Walter Bromme. t. n. 2. Feiertag nachm. U1/, U.: Das ist die l-lcfoe! abends 7'/» Uhr: Die Ist richtig i Donnerstag. 28. März, Sonnabend, 30. 3., 71/.'. Gastspiel Alwin Neu8: Mchaldig! Drama von Voll. Vorverkauf: täglich 10-2 u. ab 6 Uhr(auch Tiei»), Sonnabend und Sonntag nnunterbrochen geößnet. Liciitspiel-Palast SeböDhauser Allee 148 (früher Puhlmann) Der Rekord Behnellster Berichterstattang! Vom 26. Marz bis 1. April Aufnakme ven der Fahrt des„Wolf" Einfahrt in Kiel Riesen-Programm. Gr. Original-AuaatattnngB- Pantomimo in 4 Akten. Einstndiert und Ballett von Ballottmeister Riegel, Musik von Kapellmeister A. Taubert. Gesänge komponiert von Kapollmeister E. Niison. -- Zum Schluß-- Der große Wasser-Akt Sturmszene mit dem Woikonbruch. Kahnratsch in den Grunewald- See aus 30 IIS® t e s* Höhe. Vorher: Das große Zirkus-Programm. Karfreitag geschlossen. t. und 3. 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Grota-Mrale 14. Qaege, Otto'"iTri' iimszvszx st Oatthce. IHeotianiPter> Schnliert, Carl, BkilOergju.irs Mmmm IC BoHe IMTM.RahjSS'f Ällastar und jzSsata« HUchnrlrtachaftUchei Oroaabetrieb >TAgO Ä3© 60 Pitt«lj!n in allen 9t» Dckanntmachang. Vom 1. April ö. I. ab_ wird die Sperre des Bahnweges für Frachtstück- und Wagenladung�- güter und die Verweisung diesi r Güter aus den Wasserweg zwi- ichen den Berliner Innenbahn- Hosen, den Babnhöjen der Ber- iiner Ztingbahn sowie Lichten- berg, Friebrichsfeide und Rum- melsburg bei Berlin einerseits und den Bahnhöfen Landsberg fn Warthe, Lnndsberg-Brücke:- oorsladr, Aepritz, Pole» und Posen-Kerberdamm anderersei, ansgedehnL. 260/10 Ausgenommen vonderSpeire sind die in den früheren Be- kannlmachungen ausgesühtte» Güter. Nähere Auslunst es» teilen die bereits bekannt ge- gebenen Stellen, insbesondere dieFirma Dohrs chümmö Nächst. sFernfprechanIchiMLützow 301 1), Berlin, Bundesratuser, wa sich auch die Lade- und Löichstelle befindet. Berlin, Im März 1918. Küuigl. ElseubaHndirekti»»!'. sÄäiiiBÖnöli Leriin SB. 08, Lindmrstr.Z und in allenAuogabeftellen des Varwäris vicZozlZldcmoffkStleiinWelk- strieo.Von Dr. vovsrs.fN.chR. iffe nlichiten ffufgllbelt der Partei. Rede des fibgcordneien Scheidemann aut dem läürz- burger Parteitage..*0,50 Klef irägt die LchuiS am Kriege? Von Dr. Eduard David. rn. d.R. �t,- iisonepoifrageundflrbeiier- Malle. Drei Rbtandlungen von st Cunow, 0. st Iis u. lv Sdiippri- sterausgezeben und mit einem Naduvor« von A. Janllon. Sroiebiert M 4,- geb. J( S,— üel'crBean! undBedeiituns der Kommunalwülenithaft. Von Dr. st. Cindemann. J6 a, Die deuhetje Sozialdcm'iisrls- kie und der ffleUkricg. Line poli- tilwe Studie von Dr. Paul Lenlcb, m. und ohne Schwungrad, Kaffeemühlen. Alle Maschinen uer- schiedene Größen verstellbar, grob und fein mahlend. Sofort liejcrbar.— Berkaus: L7esi, Berlin 8, Manleuffelstr. 25 J. Nähe Schief, u. GörUtzer Bahnhof. 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Den lkollegen zur Nach- l eicht, daß unser Mtlglied Ur\ Friedrich Zuletzt Brauerei FrtedrichS- da.in nach langer Krankbeil �u> Alier von bS Jabren »rrstorben'ist. LLjlb Ghre fetn>m Andenken l Die Beerdigung findet am DonnerSttg� den ü« März. uachmiltaas i'U Uhr, vo» der Halle ve» Bartholomäus- .si'.iedhoseS w Weißens««. Kallenberg« Weg, auS statt Nm rege Betetligung«sucht Der Äorstaud. Deutscher Ususrdeiter-Vttdand. ?.«siz»er«!a Ssrlta. Bezirk Geißensee. Am 23. Mär, starb ans« ! Mitglied, der Putzer i Franz Schiffmann. Die Beerdigung findet l morgen, Donnerstag, nach- I miitagS 3 libr. aus dem Oc- ■ memSesriedhos Rölckestr.statt. SSezirt Wcdding. Km 25. Mär, starb unser jft,tg!teb, d« Putzer k'ar! Joythe. Die Be«digung findet »orgen, Donnerstag, nach- rcittag« 3 Uhr, aaf dem sebattüm- Kirchhos in Ret- lüTeudoif, Humdoldtstraße. •.att"8/15 ihre ihrem»«denton: Ilm regeBeteitigung ersucht Die OrtSvermaltupg Trauriges Kedeake» zmn Sterbetage aeineS liebe» MaimeV, «t« Opt« des Weltkrieges loigte nach dem Tode mewer Mutter nach 24 monatigen Strapazen, nach einmaltg'm, kurz vor seinem zweit»« lilaub. infolge doppelt« üu!! gen cnt zun dnng mein tnniggeliebt«, herzensguter •iitann, imser lieb« Brad«. Schwag« imd Sütel, de-. ttrmierungSsoldat ltdA Vttv gedsmaoki. IN schmerzlicher Srinnerung Marth«»chSmann. Dtt starbst ,« sräh und wirb' so schwer»ermißt fü ro«ft io gut, daß man Dich nie vergißt Du schriebst nnS st'ttz,! Al-i bald'ges Wiedersehen! Doch niemals tom eS mehr ge- säteden. Du ruhst nun auf :to kühlen Grab; o, dies« Kr eg reißt noch die letzt«, Blüte« ab. Rohe lauft I SpezEarzT M>r.'med. 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Die alten Mitglieder sind mit Wiiilergemiise reichlich veriorgt worder. Die jevt uen bei- iretrnden Mitgit-der find dg. rechligl. schon an der ersten Berieilung von Früpgriuüie teüzunehmen.— Slusnahme neuer ivtttgltedrr finde! statt >m Üaden Petersdu rgrrftr. Iw Montags, Mittwoch», Freitags S— 12 und 4— 7, außerdem Sonntags 11— 1. Ferner im Laden«openhagenerftr. 4: DwiiStag«. DonnerSlag«, Sonn- adrndSS— IL«. 3—6 und sonn» tag« 8— 10. Ferner täglich im Brrloallungsbureau: Burg. strafte 87 III. Zunm« 70 igegenüb« git lu« Boich).» KpsZwwrzi Lr. med. Aoehevwk li-i!»-i«!eltot« Illß Orsnienda. lor Ii ikd* IC'"!»«. iMsurechst.ll-I.S-S fllrSyphiHa.Harn-u. Frauenleiden 8!utuntcrs«chuB0e!!. Sohnella, sichere, schmerzlose Heilung ebne Borufsstärung. Teilratalung �Käbel-Cslm tm- Große Frankfurter Str. SS im Blorden: Badstraße 4748 WZss! aar UrZM an jedermann* GeHssste Amaliiang- kleinste Ä'nzaliiinjg Spejtalltflt: 1- fl. Z-MMelEiMchWgtv ms mzme Mssetflkse, jslvte imige KWett-NmiiSluvW. 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Nr. 86— 1618 Unterhaltungsblatt öes vorwärts Mttwoch, 27. März Zwischen Scarpe und Gise. Aus dem Kampfgebiet der Offensive. Südöstlich von A r r a S ist das französticbe Land nackt und kahl; Buschwerk und Bäume fehlen, aber sobald man dem Laufe des Scarpe nur ein wenig auswärts folgt, kommt man in eine liebliche Landschaft. Hier gibt es Hügel und kleine Wäldchen, und wenn man den Moni Saint-Eloi ersteigt, auf dem die Trümmer einer Abiei liegen, d,e der groben Revolution zum Opfer gefallen ist. bat' man einen herrlichen Ucberblick über das Land: bis Douai im Nordosten, ja bis zum fernen Valenciennes im Osten reicht der Blick; weit kann man den schwachschlängelnden Lauf der Scarpe verfolgen, die sich durch Wielen und Wäldchen dahinziehl; allenthalben liegen kleine Ortschaften veistreul. Nach der anderen Seite bat man die Stadt Arras vor sich. Weiter südöstlich schließt sich das hügelige Gelände an. da« zwischen C a m b r a i und B a p a u m« liegt; die Gegend ist ziemlich eintönig; fast allenthalben dehnen sich Felder aus, die in Friedenszeiten mit Zuckerrüben bestellt waren; die vielen Fabrikanlagen dieser Gegend, deren hohe Sckonisteine sich ehemals rings am Horizonte abzeichneten, dienten fast ausnahmslos derHer- stellung des Zuckers. Hin und wieder liegen kleine, einst ziemlich wohlhabende Dörfchen, bei denen sich größere Baumbestände sinden. CroisilleS, an dem Flüßchen Senföe gelegen, dessen liebliches Tal die Felder unterbricht, ist der Hauvlort der Zuckerinduslrie, übrigens nur ein winzige« Städtchen. Man nähert sich, wenn man da« Gelände der Riesenschlacht weiter in südöstlicher Richtung durchschweift, dem Tale der Somme, die von St. Ouentin im großen, fast halbkreisförmigen, nach Norden offenen Bogen nach Peronne zufließt. Hier, bei dem in früheren Abschnitten des Krieges vielgenannten Psronne, strömt die Somme ruhig dabin, ihr Lauf ist iu einzelne Arme gespalten. Teiche und größere Waffer- decken begleiten ihn, in der weiteren Umgebung folgen die Sümpre. Die Siadt Psronne selbst hat eine außerordentlich günstige Lage; der an sich unbedeutende Fluß ist an dieser Stelle zu einer hervor- ragenden straieglichen Verteidigungslinie geworden; die französischen Neiieführer pflegen ausdrücklich zu erwähnen, daß er wegen der Torfmoore an dieser Stelle, wenige Punkte ausgenommen. überhaupt nicht zu überschreiten iei. Weiter nach St. Ouentin zu wird da« Gelände wieder wellig; an? dem sumpfigen Boden komlnt man in eine Gegend toniger Hügel, die aus ihren Kuppen gewöhnlich baumbestanden sind; auch die kleinen Ortschaften, die in die Landschaft, das alte Vermandois, eingestreut find, liegen ge- wöhnl'ch innerbalb winziger Wäldchen. Etwa die Südgrenze des in Betracht kommenden Geländes bildet der anmutige Lauf der O i s e, die vorbei an La F s r e gegen Noyon und Compisgne zu strömt. Einen schönen Btick auf dies Flußtal genießt man von dem.Berge" von Bshvricoürt, einer Er- Hebung des BergwaldeS, der sich in einer Ausdehnung von etwa 12 Kilometer von Aoyon nordwärts bis gegen Billequier hin erstreckt. Auf steilen Pfaden erreicht man den Gipfel dieses Berges. der mit seinen 177 Metern doch die Ufer der Ors« um etwa 140 Meter überragt. Von da überblickt man daS ganze Oiielckl von Noyon bis hin nach Channy und weiter nach La Föie, und die unzählbaren Dörfchen und Flecken, die io sehr zum Gepräge dieier Landschaft beitragen. In vielfältigen Windungen krümmt sich der Fluß durch eine büaelige Gegend, oft sind die Erhebungen von elner dichten Walddecke bedeckt, und wohlgepflegte Felder begleiten— oder vielmehr: begleiteten— den Flußlaus. Auf dem reckten Ufer find e» vor allem Hülsenfrüchte. die die Bewohner am Fuß« der Hügel zu bauen Pflegen, während Korn- und Rübenielder die Gegenseite beherrschen. Bon allen Seuen fallen Bäche und Flüßchen der Oiie zu, die selbst erst durch die Ausnahme der Aisne stattlich wird. JeneS Waldplateau nördlich von Noyon umschließt eine Anzahl reizender Tälchen, in denen Dörier sich angesiedelt haben. Kurz, der ganze Eharaitcr, den duie Landschaft in Friedeuszeiten bot, war der wyhlgepflegten, behaglichen, anmutigen Daseins. Ihren Mittelpunkt bildete Vau je Noyon, deffen AL>dt ganz von emem von Kastanienbäumen beschalteten Boulevard um irän-t ist. Eine friedliche, in die Träume der Vergangenheit oersunleuc«ladt: so war Noyon, bevor diese wilde Zeil mit ihren Wellen es erreichte. Die schöne Kathedrale, die von deutscher Seite bei dem berühnuei!, Rückzuae sorgsam geschont wurde, beherrscht weithin da« Land und zählt, wenn nicht zu den größten, so doch zu den genialsten Bauten des iranzösischen Mittelalter». Die Industrie ist dieser Oise-Sladt fern geblieben, während sie in manchem kleinen Orr« beiderseits der Oise sich angesiedelt hat, und so konnte die alte Stadt, konnten die kleinen, weiß und rot erglänzenden Häuser der Bürger von Noyon ihr idyllische« Dasein auch bis tu die neueste Zeit hinein fortführen. Bi« die Sintflut kam. die auch jeyt wieder gegen sie anbrandet... W Zwei Naturma!er. Bei Schulte und imKünstlerhattS. Es ist zurzeit nickt ungeiährlich, wenn man auch nur an- deutungsweise behauptet, daß die Malerei immerhin einiges mit der Natur gemein hat. Die neuesten Propheien fallen ob solcher lünsrlerischen Blindheit glait in Ohnmacht. Mit PaiboS verkünden sie, daß die Kunst jenseits oder vielmehr über der Natur stehe, daß sie aus dem Geiste und aus vielfachen Mysterien heraus geboren werde und daß sie überhaupt und grundsätzlich mit dem, was die Alltagsmenschcn sehen, hören, schmecken und riechen, nichis zu tun habe. Das alles ist nun, wenn es mit einer gewiffen Mäßigung verstanden wird, durchaus richiig und überdies so selbstverständlich, daß w-chl noch niemals, nicht einmal in den Zeilen des wütendsten Naturalismus etwa das Gegenieil bebanpiei wäre. Gewiß inffl es zu. daß zum Beiipiel jener griechische Maler, der sich rühmte, daß die Vögel an den von ihm gemalien Trauben pickten, von dem Künstleriichen in der Kunst eine Auisaffung halte, die von der unirigen un? einiges abweicht; aber es lsi dock wunder- sich, daß man heute die Stimme dämpfen muß, wenn man darauf austnerliam machen möchte, daß die Naiur doch eigentlich gar nicht so schlimm ist. und daß es sich hier und da doch immerhin lohnen würde, sie festzuhalten und etwas Entscheidendes aus ihr beiaus- zureißen.. Gewiß, es hat ja etwas Großes, wenn der Mensch aus Tönen. auS Farven und Linien«ine neue, nur in sich lebende Well zu schaffen vermag. Absolute Kunst. Aber: kann er das eigentlich? Kann er wirklich etwas aus sich herausgeben, was er nicht zuvor i» sich hineiiibeiomineii Hai? Wir möchten dies« komplizierten Fragen jetzt nicht eniicheiden, aber es braucht desioegen noch nicht ein Zeichen unheilbarer Vertronelung sein, wenn rrtan' sich noch Malern zuwendet, die eS nichl leugnen, die sogar stolz darauf sind, daß sie der Naiur nahezukommen versuchen und sich von ihr enl- zünden lassen. Von zweien dieser Art will ich ganz schnell er- zählen, von Gustav Schön leder uns von Hans Herr- mann. Daber sei gleich festgestellt, daß Scbönleber der bedeul- samere der beiden ist, und daß Herrmann nur während der ersten Jahr« seiner Bildeimalerei es vermocht hat. die Natur anschauend ioweit zu überwinden, wie st« allerdings überwunden werden muß. wenn von Kunst gesprochen werden soll. Schöiileber wie Herrmann haben in Holland sehen gelernt. Es ist merkwihdig, wie lehr die weiche Lust dieses Landes mit der Geschichte der neueren deutschen Malerei verdunden ist. Oder: es ist dies eigentlich nicht merkwürdig, denn gerade diese weiche. dämpfende, mildernde, die Linien auflösende und die Farben schwimmend machende Luft ist es ja gerade, waS ein ganzes Geschleckt von Malern lockt. Schönleber gehört zu solcher Art noch intimer als Herrmann, bei dem das profanere Jnlereff« am Gegenständlichen oft genug überwiegt. Daher mag es auch kommen, daß Herrmann sich meist kompliziertere Tdenien aussucht. Straßen. Marktplätze, das Innere von nieii!chenbeleblen Hallen, überhaupt Menicheu, einzeln, in Gruppen und in Masten. Schöiileber bevor- zugl die'ichlichle Landichait. die verlorenen Winkel, in denen eigenl- lich nichlS geschieht, ein vaar Wellen, ein Schiff am Strande, einige Dächer, ein Stück Erde und den Himmel darüber. Schöiileber bat von vornherein die Grenzen seines Vermögens richtiger erkannl: Herrmann Hai nur selten das zu gestatien vermochl, was anzusehen«r stch erwählte. So bleibt in allem, was Herrmann ge- mach: hat, ein Erdenrest von Illustration und elhnographiicher Schrlderung. Bei Schonleber löst sich die Natur in Gefühl aus. oder eben in ein solches, wie es in uns benn Anschauen des Meeres, der Dämmerung, des Sturmes, des Nebelsalles lebendig wird. Bor Herrmann denken wir mehr an den Bädecker und vor Schönleüer an dies oder jenes lyrische Gedichi. an eine Melodie, an deu Geruch der Heide oder der See. Damit häng! es zusammen, daß HerrmaiiNS Bilder härter in der Zeichnung sind, korrelier und also auch langweiliger. Schönleber war malend viel mehr ein Lieb- haber als c:n Ichilderer. Jeder sei»er Pinjelstriche ist— soweit es sich für einen Prvfesior schickt— ein Anschmiegen und ein Umarmen der Natur. Es ist in Sckönleber viel mehr Musik, viel mehr Heim- lichkeit und genießende Demut als in Herrmann. Beide sind keine uusterbtichen Maler. Aber beide, und beioiiderS Schöiileber, vermögen zu n mindesten uns anzuteiien, die Naiur bewußter und hin- g.lki"'Ct;chen zu lernen. Und das ist immerhin etwas wert. _* L. Dr. VolksÜeÄec Ibenö Ses SerKner volks-lthors. In die-Dylga.'udemie, den herrlichen Schmlelbau, hart« der Vot.'e-Eöor am Sonnabend zu emem neuen VoltSliedervorirag ge- laden. Laß der weite Raum über und über mit Lauiebern ersülll war, versteht sich: denn die Teilnahme an allen Dan Kielungen dieiei gerade wahrend der letzten KriegSjahre künstlerisch sehr bemerklich gewachsenen Körperschaft hat sich nur noch verstärkt. ES ist aber auch ein großer, fast unichätzbarer Gewinn, den all« Mufllchör« an alleren wie neueren Volksliedern in ihrem Cborsatzgewande gemacht haben. Der Pflege dieser Gesänge hat sich gerade der BolkS-Ehor hingegeben. Unter den dargebotenen Stücken erregte das stets mit einem fröhlich ausgelassenen Juchzer endigend«„Schwefelbölzle* stürmischen Beifall und mußte wiederholt werden. AIS Einleitung erklangen zwei Kunstgesänge:.Palmsonntagmorgen" von Max Bruch und Lowes wundervolle Ballade:.In der Marienkirche". Zwüchenein sang Therese Schnabel in einzig schöner Art— von ihrem Galten am Klavier begleitet— Kunstlieder von Schubert und Brahms. denen aber wahrhaft volkstümliche Elemente zu eigen sind. Diese Künstlerin gehört zu den wenigen AuSerwähiien im Konzeriiaal. Ihr Vortrag ist glühende Gläubigkeit. Sie erschüttert und erbebt. Wie großartig gestaltet fie beispielsweise EctuberlS .junge Nonne". Und wieviel'sieghaste grazile Heiterkeit weiß sts hinwieder in lebensfreudige Lieder— Goelbe-Schubert«.Musen- söhn" zum Beispiel oder auch Brahmssche Bollsliedgesänge— zu bannen! Endlich ließ fich Gottftied Zeelander. der namhafte Eellist mit einer Jugendkomposiiion— einer Sonate von Richard Strauß hören. Soviel romantische Buntheit daraus redet— der spätere Meister verrät doch schon seine tonschöpferii'ch« Eigenheit. Bei Zeelander und seinem Partner am Flügel: M. Trapp, war das Werl jedenjall« zum allerbesten ausgehoben. ek. »Unter der blühenSen£in6t/ (Im Thalia-Theater.) Der Titel klingt rechi poetisch. Und daS Ding—.ein ftöhlich Spiel mli Gelang" geheißen—.spielt" am Rhein. Warum auch nicht? Es läßt sich da so leicht ein.anheimelndes" Fluß- und LandschasiSbild mit Weinbergen und Ritierbltrgen nrchi bloß denlen, iondern aus die Bühne bringen— ohne daß eS neuer Dekoration«- stücke dazu benöiigte. Und alle Menschen dort trinken natürlich be- ständig viel Wein auS Gläsern und Humpen, fingen bei dieser beschaulichen Tätigkeit Boll»- oder Etudenlenlieder und schunkeln unausgesetzt. Das nennt fich dann forsch: .Rheinlandsleben". So billig dachlen die Texrmacher Kästner« Tesmar mitiami Fr. Gelleri, dem Musikmacher— und im Handumdrehen war aus lauter zusammengetragenen alten Flicken ein .neues" Kleid zurechi geschneidert. Ein Maler und ein Trinklieder- barde find Hauplrolleniräger. Dieser.Dichter", der iroydem nur— Ziironenlimonade vetzloniumiert, weil er Alkohol nicht verträgt. wäre kein so übler Uli. wenn er schärfe« ersaßt wäre. Arnold Rieck macki aus ihm, wa« mi> Hanswursterei möglich ist; nickt mehr. Fritz Seybold ist der Maler und krregt schließlich lein Modell iErna Ritter). Weiler sind da noch Betty Feiner. Emil Sondermann, ewrg kneip-nde Kunsticküler und Schwimnillubisiinnen. Alles getaucht in Weintunke. Tanzerei. Singelust und Sentimenlaliiäi. Da« Aulorenirio bewundere ich als Baumeister— keinem fällt was ein..Ich kenne den Text und die Melodie"— schon von anderSwo her.' DaS .sröhliche" OpuS kommt unS�nämlich aus der Pcovinz. allwo eS bereits.an über vierhundert Bühnen mit stürmischem Erfolg lver- steht sich) ausgeführt" sein soll. Tatsache aber ist und bleibt- daß Berlin von draußen her Kunstrichtung und Kunstgeschmack vor- gesetzt kriegt— von TheaterlaptlalismuS Gnaden.«k. Notizen. — Musikchronik. Proiesior Karl Flesch wird xtn 96t* freitagskonzert der Freien B o l k S b ü h n e n lmittogS 12 und abends 8 Uhr) Werke von Bach. Mozart, Reger und Schu- mann zum Vorlrag brin.ien, außerdem wirft der Madrigalchor des Akademischen Instituts für Kirchenmusik unter Leitung von Prof. Karl Thiel mit.— Im Deutschen Opernhaus findet am Kaisreltag ein geistliches Konzert statt. — Theaterchronik. Die für Sonnabend in der Volk«- bühne angesetzt« NachmiiiagSauisührung de« Klassischen Thealers s.Die deutschen Kieinstädler) mußte auf den 6. April verschoben werden. Die Karten behalten ihre Büliigleit. — Ludwig Fulda«.Lebenssck�üler" erlebte am Montag im Trianon- Theater die bei un« nicht gerade häufige SOOi «ustührung. Die gulgemacht«, gewrsie Beilin-W-Kreile sattriich- kiyelnde Komödie, die Ansätze zu einer tieler dringenden Tdaratter« zeichnung männlichen Schwachsinn« und paihologisch feffelnder Weib- I'chleii aufweist, ist noch immer ihre« Ertolgs sicher. Ida Wüst, Erich Katser-Tietz. Möllendorff hatte» das Spiel in wirksame, Höhe. 68) Töchter öer tzekuba. Ein Roman aus unserer Zeit von Clara Biebig. Jetzt, jetzt würde die Hieselhahn das Kind aufheben, es mit sich fortnehmen! Nein, das durste nicht sein, nein! Die Krüger sprang aus:„Lassen Sie mir den Jungen!* Geld zu bieten, daran dachte sie jetzt nicht mehr; sie hätte es nicht gewagt— der da nicht— aber es lag eine Bitte, ein Flehen in ihrer Stimme, ein Sehnen:„Lassen Sie ihn mir!" Die Mutter schüttelte den Kopf.„Gustav sein Junge— ich bin doch die Nächste dazu!" Ein bitteres Lächeln zog Gertruds Mundwinkel herab— aha. jetzt könnte es der wohl paffen!„Nein I" sagte sie hart. lind ohne sich daran zu kehren, langte sie nach dem Kind. Aber das war nicht so leicht, die Krüger faßte nach dem kleinen Röckchen, hielt es fest.„Lassen Sie mir's lassen Sie mir'S," stammelte sie, vpn der plötzlichen Angst des Ver- lierens ergriffen.„Gustav sein Kind— meinem Gustav sein Kind „Mein Kind!" sagte die andere. Und dann maß sie mit einem langen Blick seine Mutter. Ts lag vieles in diesem Blick: Haß. Anklage, Verachtung, Drohung und Leid.„Als ich gebeten habe, Hab ich auch umsonst gebeten. Nein, ich denke gar nicht dran. Der Junge gehört mir, mir ganz aNein. Ich Hab ihn geboren, ich Hab ihn aufgezogen— hat mir'n anderer was zugegeben?" Ihre Lippen kräuselten sich:„Sie nicht!" Zitternd schwieg die Krüger: ja die. die hatte recht mit dem. waS sie da sagte! Es stürzte sich plötzlich über sie her mit dem Gefühl eines riesigen Schuldbewußtseins.„Sie haben recht," sagte sie atemlos; es verschlug ihr förmlich die Lust, sie konnte kaum reden.„Ich seh's ein, es war unrecht von mir. Schlecht. Gott, Gort." schrie sie plötzlich laut auf und erhob die Hände,„ich Hab schwer gebüßt. Mein Unrecht gebüßt, hundertmal, tausendmal. Haben Sie doch'n Ein- sehen— ich bin ja s o allein!" „Ich bin auch allein." Gertrud senkte den Kopf; sie konnte seine Mutter nicht mehr s o ansehen, nicht mehr so mit Haß. „Er sollV so gut. bei mir haben, wie der Gustav— ach, bester noch I" Die alte Frau machte sich förmlich klein.„Sie sollen's nie bereuen, wenn Sie mir den Jungen hergeben. Sie werden ja sehen, wie er's hat— Sie können kommen, alle Tage. Sie werden zufrieden sein. Und wenn ich sterbe: alles, alles für ihn.. Und wenn der Gustav wiederkommt. dann— dann—" die Krüger wurde ganz verwirrt, der Btick deS Mädchens ruhte fest aus ihr. Dann geben Sie mir wieder den Lauspaß," saOe die Hieselhahn.„Mir und dem Kind. Der Junge i st mein und bleibt mein. Komm!" Sie nahm den Knaben auf den Arm. er schmiegte stch an ihren Hals. Sie wollte zur Tür. Aber die Krüger vertrat ihr den Weg.„Wenn der Gustav kommt, dann— ich schwöre es Ihnen— dann—" „Was. dann?!" Gertrud zögerte noch einen Augenblick. Seine Mutter hielt sie am Kleide fest. „Dann'soll er Sie heiraten!" „Er heiratet mich nicht." Gertrud schüttelte traurig den Kopf— ach, die glaubte noch immer, er wäre am Leben?! Mitleid überkam sie: wie war das möglich, nach so langer Zeit! Die hatte gut versprechen; er kam nicht wieder. Doch fand sie den Ton einer herben Antwort nicht. Zögernd, leise sagte sie:„Daß Sie noch hoffen! Ich hoffe nicht mehr." „Doch— hoffen, hoffen!" Es schlug rot in der Krüger bleiches Gesicht, ihr glanzloser Blick belebte sich. Als striche eine öarmherzjge Hand über ihr Gesicht, so glätteten sich alle Runzeln.„Ich hoffe noch immer. Ich wer' nie aufhören zu hoffen. Hoffen Sie auch!" Sie legte Gertrud die Hand auf den Arm. Es klang überredend:„Er kommt wieder, der Gustav, Sie können ganz ruhig sein— er kommt!" Sie hatte die Stimme hoch erhoben. � Als rede eine Wahnsinnige, so starrte Gertrud sie an. War die alte Frau bei sich? Ihr wurde ganz bange. Aber dann übertvand es auch sie: sie wehrte sich gegen den Aber- witz, und doch kam sie nicht davon los. Wenn das wirklich wahr wäre! Wenn seine Mutter recht hätte, und er lebte noch—? Sie neigte sich gegen die Frau, ihr zweiselndes Gefühl schien Hoffnung, Nahrung zu säugen aus jenem festwurzelnden Glauben.„Wenn ich's genau wüßte/' sagte sie zögernd. Das Kind lastete auf Ihrem Arm, sie setzte es wieder nieder auf den Tisch.' 1 ,„Und der Tod wird nicht mehr sein, noch Lerd, noch Ge- schrei, noch Schmerz wird sein; denn das erste ist vergangen. So steht's geichrieben," sagte die Krüger feierlich.„Mein Gustav ist nicht begraben. Ich weiß von keinem Tod." Sie legte ihre Hand aus das Köpfchen seines Kindes.„Er lebt— für mich und für Sie!* XVlU Einige waren vorS Rathaus gezogen: Heringe. Heringe! Warum hatte der Bürgermeister nicht genug Heringe ange- schafft?! Mit Stöcken und Schinnen war gefuchtelt word t, halbwüchsige Bengels hatten gepfiffen— Männer waren ja kaum dabei— die Weiber hatten, was sie gerade in der Hand trugen, in die Luft gereckt: Körbe. Muffen. Markt- laschen. Es waren auch Rufe erklungen, drohende, ver- wünschende Rufe; aber sie waren vereinzelt geblieben. Gott sei Dank! Hermine von Voigt sagte eS fich mit einem Aufatmen. Das deutsche Volk war doch immer noch ein Volk, das von Glauben und Treue nicht abließ, wenn es auch einmal murrte. Murren— lieber Gott— das mußte man verstehen und verzeihen! In anderen Ländern würden sie toben. Als ihr im Verkaufsraum die Maffe der Unzufriedenen wie eine Welle entgegengeschäumt war. da war ihr zum ersten- mal eine Ahnung gekommen von der Gewalt deS Volkes. Wenn daS erst anstürmt, aufgepeitscht, die Schranken nieder- reißt, dann hilft kein.Ich bitte' mehr und kein befehlendes .Zur ück!' Und die Braven draußen? In jedem Brief rühmte ihr Mann den Geist der Truppen. Wenn die Weiber nur nicht klagen wollten in ihren Briefen l Das verdarb den Männern draußen die Laune und nahm ihnen den Mut. Ver- denken konnte man eS ohnehin keinem, daß er den Krieg satt hatte, diesen.Krieg. Schwere Gedanken» ein drohendes Heer, stürmten«ruf die einsame Frau ein. Sie fühlte es in sich aufsteigen wie heißes Gebet: daß sie doch alle, alle bedenken möchten, um was es sich handelte! Was war dem Polk Deutschland? War es ihm nur der Boden, auf dem es wohnte, der Acker, der eS bisher ernährt hatte? War es ihm nicht die Quelle alles Daseins, nicht die tiefste Liebe seines Herzens, nicht die Mutter, deren Leben zu erhalten, das treue Kind sich selber zum Opfer bringt'i (Sorli folaU WaW- b. l-MMMi, loloiili Rlcfitraaliie. Stslton Weüle. y(r. CfpSKChnPR'■ au�blüh end. Garten atadt, große Zukunft» a r( ül il loilLrlj«leilonweite Waldungen, von 550 Mk. an, ort wit UUUHUI Ej � parzeU6n breite verkauft. Kulante RsteuEahlang, sowie Anzahlung, Auskunft ert. der Vorstand d, Grnndbesilzer-Ver. 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B. meldet, aus Anlaß der Anerkennung des unabhängigen litauischen Staates an den Kaiser ein Telegramm gesandt: Euer Masesiät erlauben sich der Präsident und die Delegation der litauischen Tarhbe, welcher der Herr Reichskanzler heute die Anerkennung der Unabhängigkeit Litauens ausgesprochen hat, den tiefgefühltesten und unauslöschlichen Dank dafür auszusprechen,-daß das große, mächrige Deutsche Reich dein durch Jahrhunderte hindurch so schwer leidenden litauischen Volke die Freiheit gegeben und seine Unabhängigkeit als erste Macht anerkannt hqt. In der Antwort heißt es: Ich habe mich gefrent, daß der Siegeszug meiner Truppen Litauen vom rusfischen Jeche befreit und es mir ermöglicht hat, Litauen als freien und unabhängigen Staat wieder- berzusieklen. Die Unterdrückung seines nationalen Lebens hat damit nach langer trüber Zeit ihr Ende er- reicht. Ich hoffe zuversichtlich, daß Litauen rasch als Staat er- blühen wird und daß die engen Beziehungen, die es fortan mit dem Deutschen Reiche verbinden sollen, diese Entwicklung sichern und fördern werden. Mittlerweile erläßt'der litauische Natronalrat in Lausanne einen Protestschrei nach dem andern! die Vorgänge im fernen Gstea. Semenows Bewegnttg. Lmsterda«, 25. März. Einem hiesigen Blatte zufolge meldet die.Times' aus Peking: Die von dem Kosakenoffisier Semenow organisierte Bewegung findet überall energisöbe Unterstützung. In- folgedesien war es ihm möglich, Karemskaja auis neue zu besetzen, wodurch seine Truppen die Eisenbahnlinien beherrschen und einen Sammelpunkt für alle antibolschewistischen Elemente in Dstsibirien bilden können. Obwohl 15 OOl) Bolschewisten Wladiwostok noch besetzt halten, beherrschen die fremden Kriegsschiffe die Stadt, deren Vorräte sich in den Händen der Zollbehörden definden. Sozialrevolutionäre uaü öolfchewiki. Stockholm, 26. März. Frau Kollontap, die eine große Rolle bei der Durchführung der Dekrete über den Mutter-, Frauen- und Kinderichutz gespielt hat, ist dem Beispiel der sozialrevolutionären Minister gefolgt und hat gleichfalls d e- missioniert. Der Marineminister D y b i e n k o, besten Berhaftung gemeldet wurde, ist drei Tage vor seiner Ver- Haftung von seinem Posten zurückgetreten. Die ausgeschiedenen Minister sind durch maximalistische Mitglieder bes Sowjets ersetzt worden. sfe-artige Auffastunz«rtc twMge ALkchr von unseres sonKgen 7VezirkS?auptmannschafk in SiiiAi noch Hen für Denkweise sei. Deshalb waren wir diesmal schon vorbereitet. In ihre Pferde. Di- Gemeindevorstehung in St. Martin erhielt Der künftige polnische Mmifterpräftüent. Warschau, 26. März. Wie„Kurser Warszawski' erfährt, bat der polnische Regentschaftsrat die Kandidatur des ehe- maligen Finanzministers SteszkowSki für den Posten des künftigen Ministerpräsidenten den Okkupationsbehörden zur Bestätigung präsentiert. Das luxemburgische Ministerium öemistiomert. Luxemburg, 23. März. Das Ministerium Kauffmann hat wegen Meinungsverschiedenheiten mit der Kammermajorität und dem Staatsrat in der Frage der Vcrfaffungsrevision seine Entlassung eingereicht. Die Regierung will das a l l � gemeine Stimmrecht einführen. Eine knappe liberal sozialistische Äammermajorität fordert dazu auch die Revision der Verfassungsbestimmungen über die Souveränität. Der Staatsrat ist gegen beides. Wirklichkeit ist dieser Satz das A und O der Politik, welche die Sozialdemokratische Partei seit Kriegsbpginn konsequent und un- unterbrochen treibt, und die sich etwa in dem Satz zusammenfassen läßt: Politisch stets zur Verständigung, militärisch zur Abwehr jeden Angriffes bereit. Die Situationen bringen es mit sich, daß bald das eine, bald das andere Moment stärker betont werden muß. Aber wenn darin alldeutsche Blätter eine Aenderung unseres Stand- Punktes sehen, so beweist das nur, wie wenig sie den sozialdemo- kratischen Standpunkt kennen oder vielmehA wie sehr fie ihre Leser il» allgemeinen über die wirkliche Stellung der Sozialdemokratie irreführen. Daß ivir unseren Standpunkt nicbt im mindesten geändert haben, muß der Artikel der„Täglichen Rundschau' selbst zugestehen, da er sich im weiteren sehr darüber erbost, daß wir auch auS dem Sieg die Konsequenz der Verständigung ziehen. der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 25. März. Unsere' Unterseeboote haben auf de« uörd lrcheu LriegSschauplatz 22000 Br. R.-T. feindlichen Handelsschiffs ramnS vernichlet. Die Erfolge wurden vorwiegend an der englischen Ostküste bei besonders starker feindlicher Gegenwirkung erzielt. Unter den versenkten Schiffen waren zwei größere englische tiefbeladene Dampfer: Ein großer tiefbeladener, zur Täuschung unserer Unter« seeboote über das ganze Schiff bunt bemalter Dampfer wurde aus stark gesichertem Gcleitzug herausgeschossen. Den Hauptanleil an diesen Erfolgen hat Oberleutnant z. S. Menzel. Der Chef deZ Admiralstabes der Marine. u 45 in Zerrol. Madrid, 25. März.(HavaS.) Das Unterseeboot, das sich in- folge Seeschadens in den Hafen von Ferro! geflüchtet hat, ist das Unterseeboot 48. Nach seiner Einfahrt in den Hafen wurden die Schiffsschrauben und das Kriegsmaterial aus dem Boote ent« lernt und es unter strenge Bewachung mehrerer Torpedoboote ge- stellt. Der Kommandant begab sich an Land und machte den See- behörden seinen Besuch. Die Mehrzahl der 80 Mann betragenden Besatzung wird in Alcala de HenareS iuteraiert werden. Der internationale fiüel unü üie Möeutfthen Die„Deutsche Zeitimg' hetzt immer noch hinter LichnowSky her und veröffentlich! gegen ihn eine Zuschrift, die mit folgenden Worten beginnt: „Die Denkschrift des Fürsten LichnowSky berechtigt zu der Frage, ob Männer internalionalen Adels, wie es.die Sich- uowskyS sind, überhaupt sich dazu eignen, im diplomatiichen Dienste die nationale Politik eines modernen Volksftaates zu vertreten.' ch Die Jnteruationalität des hohen Adels tritt wohl nirgends so stark in die Erscheinung, wie in den regierenden Fürsten« äusern. Der Deutsch« Kaiser hat z. B. eine Engländerin zur Mutter, zu seinen Ahnen rechnet er unter vielen anderen Richtdeutschen den französischen Admiral Colligny. Trotzdem tritt gerade die.Deutsche Zeitung' mit größter Entschiedenheil für das alleinige und ausschließliche Recht des Kaisers ein, Frieden zu schließen._ Mte Leier. WaS vorauszusehen war. ist eingetreten. Ein alldeutsches Blatt, die„Tägl. Rundschau" konstatiert eine„Wandlung und Bekehrung des.Vorwärts' weil wir in unserer Betrachtung der Lage am Dienstag dem Sinne nach ungefähr geschrieben haben: Wenn die Gegner die Verständigung nichl wollen, dann begrüßen wir den militärischen Sieg, der sie von dem Wahn heilt, daß ein Frieden auf Kosten der deutschen Niederlage zu erhatten sei.— Ungefähr dasselbe habe« wir nach den großen Grfolgeu in Rumänien und Italien geschrieb«, und jedesmal tat ei» Teil der alldeutschen K-xfie toxäbec jchr gch-u-t uafe Kellte es ja dar. ghs ob crae Krankenversicherung unö wochenhilfe während des Krieges. Der Bundesrat hat eine Verordnung erlassen, durch deren § 1 während des Krieges die Durchführung der Bekanntmachung vom 22. November 1917 erleichtert wird. Die daselbst vorgesehene Erhöhung des Grundlohnes von 5 und 6 M. auf 8 und 10 M. kann danach ohne Satzungsänderung durch den Kassen vorstand beschlossen werden. Eine solche Beschlutzfassung bedar der Zustimmung des Oberversicherungsamts. Au Grund des ß 2 wird den Kassenmitgliedern während der weiteren Dauer des Krieges aus Gründen der Ersparnis und infolge der Papierknappheit nur auf ausdrücklichen Antrag ein Ab- druck der Satzungsänderung zugewiesen. Außerdem können die Mitglieder jederzeit einen Abdruck der Satzung und ihrer Aqnde rung während der üblichen Geschäftszait in den Geschäftsräumen der Kasse einsehen. Durch Z 3 wird bestimmt, um Zweifeln in der Praxis zu begegnen, daß auch diejenigen auf volle Wochen Hilfe aus Kassenmitteln Anspruch haben, denen mit Rücksicht au vertragsmäßige Sachleistungen ihver Arbeitgeber unter ent' sprechender Kürzung ihrer Beiträge die Barleistungen der Kasse nicht gezahlt oder gekürzt werden. Der Arbeitgeber hat der Kasse dafür nichts zu erstatten. Eine einfache Beschlußfassung durch den Kassenvorstand und die Zustimmung des Verncherungs amtes wird für genügend erklärt, die ermäßigten Beiträge ent- sprechend der Steigerung der Kassenausgaben infolge dieser Wochenhilfe zu erhöhen. Nach§ 4 tritt die Durchführung dieser Verordnung sofort in Kraft. Da§ 3 nur klärend aufzufassen ist, gill er rückwirkend, somit vom 3. Dezember 1914 ab, wodurch in dieser Zeit schon rechtskräftig entschiedene oder noch schwebende Streitfälle in den Genutz dieser neuen Auffassung treten können. Die vaterlanüsparSei alsHpitzelorganifation Aus München schreibt man uns: Bor einiger Zeit brackit« die klerikale„Donau» Zeitung', daS Organ Pickilers, einen aufsehenerregenden Artikel über die berüch tigt« dritte Abteilung des seligen russischen Zarismus, in dem sie den ganzen gesellschaftlichen und politischen Morast'dieses System« aufrollte. Au die Schilderung des russischen SpitzeltnmS und seiner Folgen knüpfte die.Donau-Zeitung" die Frage, ob etwa« Der- artiges auch in einem.monarchischen' Staate— als ob Rußland damals kein monarchischer Staat gewesen wäre— möglich sei und sie deutete an, daß die Sandtagsverhandlungen darüber Klarheit bringen würden. Diese Klärung ist nun erfolgt und zwar durch eine Jnter pevation ver sozialdemokratischen Fraktion im bayeri'chen Landtag. �>er Begründer der Interpellation, Genosse Schmid, hat nämlich auf ein Merkblatt der.Deutschen BaterlandSpartef hingewiesen, das daS wahre Gesicht dieser angeblich nur der Ge schlossenheit deS deutschen Volkes dienenden Organisation zeigt. Nach diesem aus Berlin kommenden Merkblatt— der bayerische Minister des Innern v. Brettreich nannte es oin im schlimmen Sinne bemerkbares Merkblatt— steht fest, daß die Ueberpalrioten der Vaterlandspartei Schnüffelsinrichtungen zu schliffen gedenken(oder schon geschaffen haben?), die man ungefähr als patriotische„Schwarze Hand' bezeichnen kann. Vor allen Dingen suchen sie sich die Frauen in großen: Matzstabe dienstbar zu machen, die die p o l i- tische Gesinnung der Staatsbürger auskund- schuften und vermerken sollen. Nach dem Merkblatt sst eS Auf gäbe der vaterländischen Damen, in wichtigen Amtsstuben, wie Polizeidirektionen, KriegSberatunzsstellen usw. ihre politische Schnüffelei z» betreiben. Was aber geschieht mit dem«schnüffelten Material, mit den Namen der belauschten Personen?»Geht es nach Berlin, um in der P a ß f r a g e und anderen Dingen wegen politischer Unzw verläisigkeil schifimieren zu können?' Diese Frage warf der Ver' treter der Sozialdemokraten im bayerischen Landtag mit Recht auf. In der Tat scheint man, nach mancherlei zu urteilen, in Berlin über die politische Zuverlässigkeit oder.Nichtzuverlässtgkeit' mancher bayerischer Patzbesitzer entsprechend unterrichtet zu sein. Hier drängt sich die Frage auf, ob die„Schwarze Hand' der Baterlandspaetei bereits wirksam geworden ist. Die bayerische Regierung ist in der Jnterpellationßsitzung von den politischen RusfisizierungSbesirebungen zaristischen Etiles, wie sie die Mannen der Ueberpatrioten von der BaterkandSpartei aus- geheckt haben, entschieden abgerllckr. Der Kriegsminister v. Helling- rath sprach nur mit Verachtung von dem weiblichen und männlichen Denunzianten tum. das bei ihm nie Gehör und Beachtung finden werde. Auch der Minister des Innern v. Brett- reich fand scharfe Worte gegen diese unerhörten politischen Veriumpfungsversuche. Wie steht es aber im übrigen eich? Man erschaudert bei dem Gedanken, i« welche Zustände wir hineinsteuern, wenn in den übrigen Teilen Deutschlands dieses dunkle Treiben seine volle Entfaltung erhalten könnte. In Berlin sollen ja gewisse Amtsstellen den Ueberpatrioten der Vaterlandspartei mehr gewogen sein. Abu da mutz man doch fragen: Ist es noch länger zu verantworten, daß diese m der Außenpolitik genug Schaden stiftende Gesellschaft ihr gemeingefähr« liches Tun auch aus die inneren Organe deS Landes ausdehnt und da» politische Leben noch mehr vergiftet, als es bisher ge- sckehen ist? Wahrhastig, der Reichstag sollte hier nach dem Rechten sehen._ Die Herzogin von Mecklenburg läßt requirieren! In einer Anfrage des Abgeordneten Dr. Pogacnik an den den Auftrag, dem Schlosse ungefähr 10 000 Kilogramm Heu zu bc- schaffen und hat die Lieferung unker die Grundbesitzer in der Ge- meinde zu je 200 bis 300 Kilogramm aufgeteilt. Die Grundbesitzer befinden sich selbst in der größten Verlegenheit wegen der Ernährung ihres eigenen Viehs. Sie werden ge- zwungen, ihr Arbeitsvieh der Landesschlachiviehstelle zu verkaufen; die Landesstelle kann nicht einmal alles übernehmen. Jnfolgedessev können sie auch kein Heu mehr abgeben. Für den Staat haben alle alles abgegeben, was gefordert wurde, obwohl zu ihrem eigenen großen Schaden. Die Bezirkshauptmaimschaft hat auch kundgemacht, daß sie infolge des Futtermangels die weitere Requierierung des Heus unterlasse. Und nun auf einmal eine neue Ablieferung, und zwar nicht für den Staat, sondern für das Schloß, das im Vergleich mit anderen Grundbesitzern gewiß selbst mehr Futter besitzt and auch die Pferde nur zum Vergnügen Mt, während die Bauern bei der Viehzucht großen Schaden leiden. Weil die Bauern das an- geforderte Heu für das Schloß nicht freiwillig ablieferten, erhielt der Bürgermeister in St. Martin den'Auftrag, daß er selbst mit dem Gendarmen von Haus zu Haus requi- r i e c e u müsse. Aus Furcht vor dem Gendarmen haben einige daS Heu tatsächlich gegeben, andere jedoch nicht. Im Dorfe Kostwv- nica wollte auch kein Gemeinderat requirieren gehen, weil die Leute selbst für ihr eigenes Vieh kein Heu haben. Der Gendarm hat darauf angedroht, daß der Gemeinderat eingesperrt werde, ins Dorf aber würden Soldaten kommen, die das ganze >eu requirieren würden. Minister fstr Landesverteidigung wird folgendes erzählt: Im Schlosse Wagensberg der Gemeinde S t. Martin bei Littai in Ära in wohnt die Herzogin von Mecklenburg. Sie hält zu ihrem Vergnügen nicht zu ihrem Bedarf) sechs Pferde. Das Schloß hat selbst genug Gcundbefitz und hat auch selbst genügend geeratet, doch trotzdem verlaugt bic Kerzogi« v»« der tMJgßejS« cae gewijje Zatzt Ta»!s euz. Oldenburg macht Schule. Zu dieser Notiz im„Vorwärts" vom 13. März er. teilt uns der Rechtsbeiswnd des Herrn Dr. Adler- Salzwedel berichtigend mit, daß sein Klient die Aeuherung„Je mehr Rote fielen usw." weder dem Wortlaut noch dem Sinne nach getan habe. Sie schwindeln aus Prinzip. Eine Anzahl alldeutscher Blätter, an der Spitze der„Tag", glauben etwas besonders Geistvolles zu tun, wenn sie bei der Besprechung der jetzigen Siegesmeldunger. daS angebliche Wort Scheidemanns hervorholen:„Ein Narr, der noch cm den Sieg glaubt!'* und daran höhnische Bemerkungen knüpfen. Dieses Wort ist bekanntlich nichts als eine fener� vielen Verdrehungen, wie sie aus dem Arsenal der alldeutschen Schmutz- wafsen in großer Zahl hervorgegangen sind. An dieser Stelle ist wiederholt festgestellt worden, daß Scheidemann jenes Wort niemals gesprochen, sondern lediglich den für einen Narren erklärt hat, der an einen so zerschmetternden Sieg d« einen oder anderen Seite glaube, daß der Sieger den Besiegten einfach d c Friedcnsbedingungen würde diktieren können. Ein Beweis dafür, daß Schsidemann etwas anderes gesagt habe, ist von alldeutt'cher Seite niemals angetreten oder versucht wurden. Wenn jetzt alldeutsche Blätter gleichwohl auf dem gefälschten Zitat herum- reiten, so kennzeichnet das die Hartnäckigksit, mit der sich die aif;,' deutsche Agitation an ihre Lieben klammert. DaS fromme Blatt der Sklavenhalter. Was unsere Feinde tutz oder je getan haben, ist bekanntlich nur ihrer verderbten Schlechttgr feit zuzuschreiben. So kann es nicht weiter verwundern, wenn c:u Berliner Blatt die amerikanische Sllavenbefreiung durch die Nord- staaten als eine große Gemeinheit der dreimal verfluchten•ynnkc.ep hinstellt. Das Eintreten Abraham Lincolns für die Sache der Sklaven sei nichts als eine Stimmungsmache gewesen, der Beschluß der Nordstaaten auf Aufhebung der Sklaverei war cm geineütec Verfassungsbruch.«Die Human itätsph rasen � weiter—,„mit denen die Nordstaaten ihre� Kriegserklärung geget die Südstaaten einwickelten, hatten wenig Berechtigung» denn die Sklaven wurden von ihren Herren besser behandele- und verpflegt als freie Arbeiter."„ � r Welches ist das Blatt, das so schwacmeri,ch noch mich 50 JaljiCL für die Sache der amerikanischen Sklavenhalter und der Sklaverei eintritt?— Es ist der fromme, christliche. Protest-i-tssch-orilpd«?:: .Reichsbote'.__ Lette Nackrichten. Der seckfte Schlachtag. Berli», 26. März. Der. 26. März al? sechster Tag der großen deutsche« Berteidigungsoffrustve sieht unsere Armeen«ach wie vor in ununterbrochene« Großkämpfcn siegreich West- wärts schreite«. Starke, von weither herangeführte feindliche Reserven konnte» trotz verzweifelter Wehr und Gegenwehr den deutsche« Ansturm nicht aufhalten. Die blutigen Verluste der Engländer und ihrer Hilfsvölker steigern sich z« ungeheuren Zahle». Sie übertreffen alles bisher Dagewesene. Weder in Rußland noch in Italien waren die Opfer von solcher Höhe. Diese Tatsache erklärt sich aus dem zähen Widerstand der Brtteu und ihren massierten, von Franzosen und Amcrikaneru unterstützten Gegenangriffen. Dazu kommt, daß die englische In- fanterie unterij dem Kurzfrner ihrer eigenen Artillerie leidet, sieine große Anzahl englischer Divisionen ist gänzlich aufgerieben. Inzwischen hat der englische Funkdienst fc» ft« ringen Verluste der unentwegt a n g r e ifesK�D Deutsche« zugegeben. Infolge des säst täglich herrscheite« NebelS seien sie oft unbemerkt an die englischen Stellungen heran- gekommen. Die auch nach einer Woche nicht nachlassende Wucht de? deutschen Stoßes muß selbst das Reuterbureau bekennen. Der betreffende Bericht des 26. März meldet:„Der Niesenkampf dauert ununterbrochen fort, ohne daß die Kraft des Feindes merklich ab- nimmt." Er fügt hinzu:„Die englischen Truppen ziehen sich lang- fam zurück und vernichten alles." Der deuUche Heeresbericht hatte brreits die Verwüstung französische« Landes durch die Engländer gemeldet. Auch das amtliche englisch« Bureau stellt nunmehr diese Tatsache fest. Die deutsche Beute wächst weiterhin. Auch die Grfangenenzahl hat sich wiederum erhöht. Der Erfolg eines jeden Schlachttages wird vv« dem nächsten überboten, den« in breiter Front hat bereits die Verfolgung des geschlagenen Feindes begonnen! � Schlachtbericht des englischen Kriegsamts. London, 35. März. Das Kriegsamt meldet: Während des Vormittags dps 25. März schlugen unsere Truppen auf einer Front von der Somme bis nördlich von Naucourt andauernde heftige Angriffe mit völligem Erfolg ab. Dem Feinde wurden durch unsere Artillerie und Maschinengewehre 'chwere Verluste zugefügt, während unsere ntedcigfliegenden Flug- zeuge weiter hinten vorrückende feindliche Abteilungen wiederholt angriffen. Ein am Nachmittag von frischen feindlichen Truppen unternommener heftiger Angriff ermöglichte es ihnen, westlich und üdwestlich von Bapaume m dec Richtung auf Coucelette Fortschritte zu machen. Südlich von Peronne wurden unsere Truppen cm einigen Stellen westlich der Somme etwas zurück- gedrängt, während es dem Feinde weiter südlich gelang, einige Fortschritte zu machen und NeSl'e uite Guiscard zu nehmen. Französische Verstärkungen treffen in dieser Gegend ein. Unsere Truppen sind, obivohl ermüdet, guten Mutes und kämpfen glänzend. Der Feind drückt nur unter schweren Opfern vor. Unsere Verluste'an Material jiud groß und GeweMMetWuns Tic Gewerkschaften und der Bund der Krieg?« beschädigten«nd ehemaligen Kriegsteilnehmer. Eine Konferen, der Bar st Sude der freien Bewerk. frästen, dio am 25. März 1918 unter dem Borsitz de« Reichstag« abgeordneten Legion tagte, hat in eingehender Aussprache aur Frage der Kriegsbeschädigten- und KriegSicilnebmerorganisalion Stellung genommen. Die Konferenz faßte nahezu einstimmig folgenden Beschlutz; .Die Konferenz steht keinen Anlaß, zu dem Bunde der Kriegsbeschädigte» und ehemaligen Kriegsteilnehmer in de für- wartendem oder ablehnendem Sinne Stellung zu nehmen. Gegen die Förderung de« Bundes durch Gewerkschaftsfunktionär« best ehe« kein« Be- stinken. Eine Verpflichtung in dieser Hinsicht kann jedoch niemand auferlegt werden. Die Entsendung einer Ber- tretung zu dem einberufenen Bundestag wird der General- kommisston onheimgestcllt.� Wie wir kören, hat die Teuerolkommisston bereit» beschloffen sich auf dem Bundestage des Bunde» der Kriegsbeschädigten und ehemalige» Kriegsteilnehmer in Weimar durch Stadtrat Sassen- b ach- Berlin Untreren zu lasten. Auch die Hirsch-Dunckerschen Gewer kverein« entsenden eine Vertretung nach Weimar. Bon den Thristlichen Gewerkschafte« liegt uoch keine endgültige Zusage vor. Die blieben. ge- Industrie und Kandel. Die Preise für Eise« n«d Kohle. Preise für Kohle und Eisen find unverändert Die Jndustriekönige haben sich mit der Ablehnung ihrer Wünsche still abgefunden., welche ungewöhnliche Ve- scheidenheit sich wohl unschwer daraus erklärt, daß den hoch- mögenden Herren der Daimler-Skandal doch etwas heilsame Furcht eingeflößt hat. Aber allzti streng ist die Re- gimtng mit den Herren nicht ins'Gericht gegangen, ins- besondere sind ihnen die großen Verdienste aus der AuSftthr nicht beschnitten worden. Die.Frankfurter Ztg.- berichtet: ... Zwar warm die Klogm sder Kohlen Herren) nicht tm Einklang zu bringen m-it dm guten BetriedSon»weisen, die einer Reihe von Zeche« Erhöhungen der Dividenden gestatteten(Aren- deng von LS auf 80 Proz., KomgSborn von IS auf 18 yroz., Aplerbeck von 10 auf 13 Proz.), aber es darf nicht unerwähnt bleibm. daß sich im lau senden Jahne die BetriedSnderschüste bisher erheblich verringert habm, und zwar unter dem Einfluß des Wagenmangele, der die Zechen zu bedentcndm Lagerunge« von Komm- und Kolswengen zwingt, wodurch sethftverständlich hie Selbstkosten gesteigert werden. Der Ausgleich erfolgt ge- wöhnlich erst dann, wmn die Gestellung größerer Wagmmeimen die verstärkte Abfuhr von dm Lägern gestattet. Von d-iesm Gesichtspunkten ausgehend Haide das Kcchlmspndikat beim Handelsminister vom 1. April 1918 ab für di« Zechm eine durchschnittlich« Erhöhung von L— S M. per Tonne Kohle gefordert. Der Handelsminister hat dm Antrag abschlägig beschieden, und zwar nach längerm Verhandlungm, bei denm auch die Frag« der AnCland»- • gewinne der Zechm«ine groß« Rolle spielte. We bekannt. hat das Kohlen shndikat au» diesen Verkäufm Millionen» gewinn« erzielt, die nach einem Hernien Prozent ua Im Abzug fast ganz den Zechm des Syndikat« zugefallen sind. Diese®e- Winne aus dm AuSlandSgeschästm»ern eine erhebliche Lohn- erhöbung gegeben werde. Alle Gründe, die für die Verbesserung der Teuerungszulagen für die Beamten sprechen, mützten auch für eme ausreichende und e r h e b> i ch e Erhöhung der Löhne für die StaotSarbeiter geltend gemacht werden. Daraufbin ist nicht» geschehen. Mitte Februar begmm darm die StaatShauShaltSkommission de« Abgeordneten- Hanse« die Beratungen über die Erhöhung der lausenden TeuerungS- zulagen für die Beamten. Da« sozialdemokratische Mitglied stellte in dieser Kommission folgenden Antrag: 1. Die Teuerungszulagen und KriegSbeihiNen in doller Höhe auch allen Hilf« beamten und A n S h i l f« beamten in allen staallichon Beirieben zu gewähren: 2 als Lohnempfänger höherer Ordnung auch alle in Staat«- betrieben beschäftigten Handwerker, die in ihren gelernten Berufen beschäftiat werden oder sie vertreten, zn bezeichnen; 8. den in den Staatsbetrieben beschäftigten Arbeitern vom 1. April 1918 ab Lohnerböhungen in demselben Betrage zu gewähren, wie die Zuwendungen an die Beamten betragen. Dieser Antrag wurde trotz der Erklärungen vom Dezember in der Komtuission abgelehnt, tveil angeblich die Arbeiter schon im voraus Lohnerhöhungen bekommen hätten und die Teuerung dadurch ausgeglichen sei. Der Eisen bahnminister sagte, datz die TeuerungSverhältnisse genau verfolgt und die in den einzelnen Staokeverwaltimgcn beschäftigten Arbeiter mit Lohnerhöhungen be- dacht würden, sobald sich die Notwendigkeit ergäbe. Da«ine all- gemeine Lohnerhöhung für sämtliche Staatsarbeiter infolge de« Widerspruches der Regierung und der Ablehnung de« Antrage« durch die Mehrheit der bürgerlichen Parteien nicht zu erreichen war, stellten die sozialdemolratiichen Abgeordneten bei der Beratung des Haushaltsetat« der Etfenbahnverwaltung folgenden Antrag; die königliche.EtaatSregiernng zn ersuchen, gleichzeitig mit dem Znktaftlreteir der Erhöhung der KriegSteuerungSzulogen für die Beamten eine wesentliche Erhöhung der Grundlöhne für alle nicht im Beamtenverhälini« Beschäftigten bei der Eisenbahnverw altnng herbeizuführen. Dieser Antrag kam in der Sitzung des ASgeordnetenhaufe« am 12. März zur Beratung und der Eiienbahnniinister erklärte, die | Eiienbahnverwaltung habe keinen Augenblick gezögert, die erbeb- ! liebsten Mittel im Interesse der besseren Lebenshaltung der An-. gestellten aufzuwenden, und dos werde sie auch in Iukuntt tun. Sie würde nicht einen Augenblick zögern, vorzugehen und einzugreifen, wenn sie die Ueberzeugungbabe, datz das. was gewährt ist, nicht genüge. Damit solle sich das Abgeordnetenbaus zufrieden geben. Der Minister wünschte, datz der Antrag abgelehnt werde. In der wetteren Verhandlung ist damr der sozialdemokratische Abgeordnete für den Antrag eingetreten und darauf erfolgte seine Beratung in der StaatshauSballSkommiifion. Dort wurde der Antrag gegen die Stimmen der Sozialdemokratie und der Fortschr. Bolkspartei abgelehnt, dafür aber ein Zentrumsantrag angenommen mit folgendem Wortlaut: die Königliche Staatsregierung zu ersuchen, ensprechend der fort- schreitenden Steigerung der Preise für die Lebenshaltung auf angemessene Erhöhimg der Lohnbezüge der nicht im Beamten- Verhältnis angestellten Bediensteten der StaatSetsenbahnverwaltung Bedacht zu nehmen.' von dem sozialdemokratischen Mitglied der Kommission wurde der Antrag der Sozialdemokratie vertreten, und der Vertreter der Eisenbahnverwaltung gab darauf die Erklärung ab. datz die Re- gierung alsbald in«in« Untersuchung eintreten werde, ob eine Erhöhung der Löhne erforderlich wäre. Dann solle eine Aufbessc- rung erfolgen. Ihm wurde von den Sozialdemokraten erwidert, datz eine solche Erklärung nicht ausreiche. Dte Arbeiter verlangten Erhöhung der Grundtöhne, und nachdem von den Parteien de« itlbgeordnelenhaufe« einstimmig im Dezember zum Aus- druck gebracht worden war. datz auch die StaatSorbeiter in ähnlicher Weife wie die Beamten berücksichtigt werden sollten, genüge e« nicht, zu erklären, datz alsbald eine Erhöhung der Löhne er- folgen solle. Sie müsse bestimmt vom 1. April ab gewährt werden. Bei Beratung der Teuerungszulagen im Plenum de» Ah- geordnetenhaufes gab dann der Vertreter der Eisenbabnverwaltung die Erllärung ab. datz vom l. April ob die Grundlöhne der Tlsenbahnarbetter um49Pf. pro Tag erdöht werden sollen. Di« Gesamtausgabe werde jährlich 4b Mil- lionen Mark beiragen. Da« ist ein Erfolg, der allein durch die sozial- demokratische Partei herbeigeführt worden ist. Wenn auch lle Lobnerböduna selbst für den einzelnen keine feilt erheblich« iftffo wäre aber für dw Eisenbahnarbeiter gar nichts geschehen, wenn nicht die Sozia ldemolrario den Antrag gestellt Härte. Dir bürgerlichen Parteien, die mit LuSnohm« der Fort- schrittlichen Bolkspartei gegen den sozialdemolratischin Antrag stimmten, haben ihr Eintreten für die Arbeiter im De- zember wieder vergessen. Sie hätten sich ihren da« maliocn Versicherungen nach auf den Boden de» sozialdema« kratiicken Antrage« stellen müssen, dadurch hätte er noch eine grötzrre Wucht gegenüber der Regierung bekommen. Trohdem aber mutz festgestellt werden, datz die Regierung sich grundsätzlich aus den Standpunkt de« sozialdemokratischen Antraget gestellt hat und datz e» zum Glück der Taktik de» Zentrums nicht gelungen ist, die Eiienbahnarbeiter vorläufig nur mit Worten abzuspeisen. Aus dieser Darstellung können die Eisenbahnarbeiter ersehen, datz sie, wenn sie etwa» erreiche» wollen, eine kraftvolle und sachgemähe Vertretung im Adgeordnetenbause haben müssen. Unter dem allgemeinen, gleichen, gche-men und direkten Wahlrecht wird dies« Vertretung jedeufalls noch wirk- samer werden, als sie jetzt durch die kleine sozialdemokratische Partei- gruppe möglich ist. den WageirWtonreter stieg von 48,70 ans 62,81 Pf. Der schon seit 1916 aufgenommene Güterverkehr wurde erro entert Den beiden ErrieuerungSsorod« wurden 8,8 Millionen Mark(0,4), also ein« sehr' stattliche Summe, zugeführt verausgabt wurden arrS den De- ständen der ErrreucrungSfandS während de» JahraS 1917 zirka 3,4 Million«, Mark(3.9). Di« vertraglichen Abgaben an die De- OTrind«, stellten sich auf 4 497 296 M.(8 512 391). Danach verbleibt«in lieber schütz von 4 233 806 M.(4 246 698), au« dem die Dividende von 4 Proz. 4 003 296 M.(toie i. L.) in Anspruch nimmt, während Direktion und Boomte 210108 M.(210 667) Tantieme erhalte«. Von den mitverwal toten Balm«, konnte nur die Westlich« Berliner Vorortbahn ein« Dividende von 6 Proz. gegen 4 Proz. ausschütten. In der Bilanz der Großen Berliner Straßenbahn erscheinen rt. a. Bestände an Materialien usw. mit UL Millionen Mark(6,3), Außenstände mit 17,7 Millionen Mark (11,9), Wertpapiere und Hypotheken mit 51,8 Millionen Mar! (50,2), darunter die Aktien dar Allgemeinen Berliner Omnibus» Gesellschaft unverändert mit dem AnschaffturgSwerte von 8 845 909 Mark, der emem Kurs von ISO Proz. entspricht. Di« Gesellschaft hat mit Rücksicht auf die ZukunftsauSsichten der Allgemeinen Ber- liner QmrribuS-A.-G. kein« Abschreibungen vorgenammon, obwohl di« Börse di« Aktien erheblich niedriger bewertet. Fm Geschäfts- bericht wird unter anderem ausgeführt: Auf die Gestaltung der Verkehrseinnahmen wirkt« vornehmlich ein, datz der im Jahre 191.6 noch in erhelckichem Umfange durchgeführte Omnibus- betrieb im Laufe des Berichtsjahres nahezu gänzlich zum Erliegen kam. Infolgedessen sind schätzungsweise mehr alt 100 000 000 1 Fahrgäste— auf daS Jahr berechnet— vom Omnibus auf die Straßenbahn übergegangen. Da auch di« Automobile. Droschken und Fahrräder nahezu jede Bedeutung für den öffentlichen Ver- kehr verloren, da ferner die immer schwierigere Lebensmittel- befchaffung neue Verkehrsbsdürftnfle schuf und endlich der Umfang der Rüstungsindustrie«ine außerordentliche Steigerung erfuhr, so kam eS. daß unser Verkehr orne Zunahm« von nicht weniger als 24,4 Proz. gegen da« Vorjahr aufwies. Dieser gewallig« Zuwachs mußt« infolge behördlicher Anordnung«, mit Betriebsleistungen befriedigt werden, di« noch um«in Geringe» hinter den vorjährigen zurückstanden. E» liegt auf der Hand, datz sich die V e r____. kehrsabwicklung unter diesen Umständen denk»� �ahr« har schwierig gestalten muhte... Die Betriebsausgaben Mark fall kommen und überdies die Eröffnung der in der Kriegezeit fertiggestellten beiden U n tergru ndba hnen die Höhe der Einnahmen nachteilig beeinflussen. Andererseits werde sich die AuSgabenver- teuerung, namentlich die Lohnerhöhung, erst im Frieden in volleur Maße fühlbar machen, weil dann die unnatürlichen Betriebseinschränkungen ihr End« erreichen und die au» dem Felde zurück- kehrenden Stammannschaften in ihr« bereit» früher verdienten, inzwischen erhöhten Lohnstufen einrücken. Der iangen Rede kurzer Smn ist: Tariferhöhung! In der Generalversammlung der Hirsch, Kupfer- und Messing- werke A.-G. in Berlin wurde der Abschluß genehmigt imd die Dividende auf 20 Proz. festgesetzt. In den Aufsichtivat wurden di« Herren Gcky. Justizrat Prof. Dr. Rießer, Kommerzienrat Siegmund Frankel(München) und Direktor Hugo NatoliS(Siemen-- Schuckort-Werke) neu gewählt. Bestätigt wurde ferner die Wahl der in der außerordentlichen Versammlung zu AuflichtzraiSmit- gliedern gewählten Generalkonsul Eugen Landau, August Ebr- hardt. Vorbesitzer de« Messt ngwerks Reinickendorf, Fabrikbesitzer Dr. Georg Hahn und Diveitor August Schallet(Juliu» P misch A.-G.). In den verflossenen annähernd 3 Monaten hohen die tzaupi- und Nebenbetriebe der Gesellschaft zufriedenstellend ge- arbeitet. Das in ihren Brfitz übergegangene Messingwerk Reinickendorf hat nahezu 9 Monate hinter sich, und in diesem Zeitraum gestalteten sich die Betriebsergebnisse-ebenfalls befriedigend. Die Un- kosten feien>n fortgefetztem Anwachsen, die Preise würden von der Heeresverwaltung mehr limitiert, die Gesellschaft halte sich aber unter den heutigen Zeitverhältnissen nicht für befugt, höhere Preise anzustreben, als ihr ftskalischerseits zugebilligt wurden. Aus den Erfahrungen de« Kriege» habe man mancherlei gelernt und ei werde wohl möglich sein, datz hieraus ein neue» In- dustrieprodukt hervorgeht, das auf da» gesamte Unternehmen belebend und befruchtend wirken werbe. Im ganzen könne man getrost der Umstellung auf die Friedenstätigkeit entgegensehen. In der Generalversammlung der Norddeutschen EiSiverke A.-G. in. Berlin teilte der Vorstand auf Anfrag« nrit, daß die Groß-Berliner KunsteiK-Gesellfchaft m. b H» an der sich die Nord- �deutschen EiSwerk« mit 62 000 M. beteiligt haben, im abgelaufenen mit Verlust gearbeitet habe, der die Gesellschaft mit 15 006 belaste. Da« Geschäft im neuen Jahre lasse sich durchaus zeigen im Iah» 1917 eine Steigerung gegenüber 1916, wie sie noch befriedigend cm. DaS Kühlhaus ist bis auf den letzten Raum auf in keinem Jahre zuvor zu beobachten war.(Aber auch di« E i n- das ganz« Jahr zu erhöhten Prerfen vermietet. Im EiSgcfchrft nahmen nichtl) Sind die Einnahmen um 28,87 Proz. gestiegen,! habe die Grotz-Berliner Kunsteis-Gefellschaft die Preise ent- so erfuhren-die Ausgaben ein« Erhöhung um 27,29 Proz. Dazu kommt, daß die Gleisanlage!, und Betriebsmittel, dte schon in den Vorjahren infolge Mangel» an Handwerkern und BeiriebSmate- rtalien nur unzureichend unterhalten werden konnten, bei der matzlosen Neberanstrengung de« Jahres 1917 in einem Grade her- untergewi rtschaftet werden mutzten, daß sehr starke Rückstellungen erforderlich sind, um bei Wiederkehr friedlicher Zustände die lief- greifenden Schäden beheben zu können. Wenn es für das Berichts- jähr noch möglich wird,«ine mätzige Dividende von 4 Proz.. aus- zuschütten, so ist für die Folge zu bedenken, daß das Jahr 1918 durch die für das Jahr 1917 noch nicht voll wirksam gewordenen beiden Lohnerhöhungen vom Juli und Oktober 1917 und die im August 1917 in Kraft getretene Kohlensteuer schon von vornherein um 2 800 006 M. in«hrf>e lastet ist. UeberdleS sind unsere Betriebs wevden, worl dte Ausgaben schon früher wesentlich niedriger al? � angestellten seit Monaten mit sehr erheblichen Lohnforderungen di« Einnahmen waren, so daß auch eme nicht allzu große Summe vorstellig geworden. Noch ungünstiger werde sich die Lage der Ge- einen erheblichen Prozentsatz ausmacht Diese etwas geschmacklose sellschgft bei Eintritt des Frieden» gestalten, da dann die Gründe Rechnerei stimmt skeptisch zu den weiter unten folgenden der außergewöhnlichen Einnahmesteigernngen entsprechend der Klose» und Forderungen de« Geschäftsbericht». Die Einnahme für| Wiederaufnahme de» Omnibus- und Droschke nbetrtebeö« Forte sprechend den erhöhten Unkosten geregelt, so daß vom 1. April ab eine Erhöhung der Eispreise in Kraft tritt. Bisher haben sich im neuen Geschäftsjahr bessere lleberfchüsse ergeben als zur gleich?» Zeit des Vorjahres. Der Vorsitzende, Bankier Bonte, fügte noch hinzu, daß die Verwaltung nach wie vor bemüht bleibe, von den Gesellschaftsterrains Verkäufe nach Möglichkeit vorzunehmen. Sw se: aber auch bestreibt, Preis« zu erzielen, die angemessen seien. Nenorduung deS ukreimsche« Geldwesens. Kiewer Biänetn zufolge ordnei? die»kramische Regierung da« Geldweien folgendermaßen: Die Geldeinheit bildet die Hrhwnia. weiche zwei biSberigen Karlowanei einspracht. Die Hrpwnia besteht onS 190 T ck a k. Es werden geprägt werden: In Gold lO-Hrywnien, in Silber l-Hiywnia: 1«, 2>. 10», 20- und 50- Schal weide» Scheidemünzen leim Bouknoien werden ausgegeben für 2, 5, 10. 20. 100. 500 und locO Hrtz!vn>en. Bsraniworrllch Iftt iSutttit: Geich RitUntr, Beriin: für den übrig«, Teil des Aiircd Scholz, Ncutälln: nix Anzeigen: Tchrodor Slockk, Verlin. Vertag: Vorwärts- Verlng B. m. b. Berlin. Drucke SorwöriS-Buchdruckerc! imd ißölügtxinftnll Paul Singer n. Sa. in Berlin. Glnbeaflrate 3. ___ dierz» 1 CeUa« n» ltom>«tuina»Wrtt