( 10 Pfennig} Mr. 92. SS. Iatzeg. G-zugSvretSi VitrteyShrl.<ö0 Ml, monatl� 1.S0KI frei WSHauS. voraiiZzahlbar.Smzelne Nummern l0Psa. Postbezug: Monat- lich ILO Ml. Unter Kreuzband tili Deutlcbland und Oesterreich- Ungarn M!, für das übrige Ausland «LS MI. monatlich. Lersand ins Feld bei direkter Peftellung monatl. ILVMI. Postdestellungen nehmen an Däne- mar!, Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Elngetrageii in die Post-Zeitungs-Prsislist«. Erscheint täglich. retegramm- Adresse: »Tozialdemokra« Berit»', Vevlinev Volksblskk. AvzeigenprriS: svicssebengesdalteneKolonelzeilclostet so Pfg.„Klein« Slnreigen", das fettgedruckte Wort 30 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Wortes. leoes weitere Wort 15 Pfg. Stellengesuche und Echlafstellenanzeigen das erst? W>-t Lo Psg„ jedes weitere Wort tO Pia. Worte über 15 Puchstaben zahle» für zwei Worte. TeuenmgSzujchlag 20°� Familie». Anzeigen, volltifche und gewerlschaftliche Lcreins- Anzeigen ev Pfg. die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags im Hauptgeschiiit. Berlin 6®.58, Lindenstrab- 8, ab gegeben werden. Eebffnct don 8 Uhr friih bis 7 Uhr abends. Zentralorgati der roztaldcmoferati fcbcn Partei Deutfcblancb. Reöaktion: SW. 68, LinSenstraße Z. Hernivrecher: Amt Moridpla«, Nr. 15190— 15197. Donnerstag, de« 4. April 1918. Expedition: SW. 68, i5ndcnJlco{?c 5. H«r«sprecher: Amt Moritzvlatz, Nr. 15190—15197. Deutfche Cruppen In f Innland. Die Höhe südwestlich Moreuil genommen. Richthofens 73. Lnftsieg. Amtlich. GrißeS H«»ptq>»«rtirr, 3. April ISIS. W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Zeitweilig lebhafter Feuerkampf bei und südlich von Lr»?. An der Schlachtfront blieb tagsüber die Gcfechtstätigkeit auf Ariillcriefeuer und Erkimdungsgefechtr beschränkt. Ein nächtlicher Borstoß englischer Kompagnien gegen Ayette wurde im Gegenstoß abgewiesen. Mit stärkeren Kräften griff der Feind am Abend zwischen Marcelcave und dem Lnce-Bach an. Er wurde unter schweren Verlusten zurückgeworfen. Durch Handstreich setzten wir uns in den Besitz der Höhe südwestlich von Moreuil. Die Zerstörung von Laon durch französische Artillerie dauerte an. Bor Perdun und in den mittleren Bogesen lebte die Artillerietätigkeit auf. Südwestlich von Hirzbach brachte ein erfolgreicher Vorstoß Gefangene ei«. Rittmeister Freiherr v. Richthofen errang seine« 7V. Lnststeg. Bon den anderen Kriegsschauplätze« nicht« Rene«. Der Erste Generalunartiermeifler. _ Ludrndorsf. Abendbericht. B e r l i«, 3. April 1918, abeud«. Amtlich. Boo dem Tchlachtfelde in Frankreich nichts Neues. Der österreichische Bericht. Wie«, 3. April 1918. Amtlich wird«erlantiart: I» E t s ch t a l wurden italienische ErknnduagStruppe» ab- gewiesen. Der Chef de« Seneralstave«. Deutsche Seetruppen in Süöstnnlanö gelandet. L e r l i«, 3. April 1918. Amtlich. Teile unserer See- streitkräste habe» heute morgen nach beschwerlichem Marsche durch Eis- und Minenfelder für die Hilfeleistung in Finnland bestimmten Truppen in H a n g o e(Südsinnland) gelandet. Der Ehef dcS AdmiralstabcS der Marine. London, S. Agril..Times' erfährt au« Petersburg, daß die finnische Weifie Garde jetzt nach K e m an der Westküste des Weißen Meeres vorrückt, um die Nordeisenbahn zu besetzen. Die neue Ge» fahr brachte eine Koalition zwischen den örtlichen Svwjetbehörden und den englischen nnd französischen Behörden zustande, um die Murmaneisenbahn zu besetzen. Als Trotzki von der Gefahr hörte, die der Eisenbahn durch einen Erfolg der Deutschen und der Weißen Garde drohte, gab er sofort Befehl, Verteidigungsmaßnahmen zu ergreifen. Die russtichen Militärbehörden im Murmangebiet einigten sich mit den englischen und französischen Vertretern. Letztere er« kennen den örtlichen Sowjet als oberste Behörde in diesem Gebiet an und verpflichten sich, in die inneren Angelegenheiten sich nicht einzumischen und versprechen, für den Bedarf der Bevölkerung und der örtlichen Roten Garde, die jetzt gebildet wird, zu sorgen. Die Demobilisierung üer rusilschen Tlrmee. Petersburg, 2. April. Reuter. Die D e m o b i l i s i e- r u n g der früheren russischen Armee erstreckt sich auf sämtliche Truppenverbände mit Ausnahme derjenigen, die an der .inneren Front" Dienst tun. Eine Kommission von Vertretern aller Kommissariate und fünf Vertretern des ZentralvollzugLausfchusses erwägen jetzt die Bildung eines Bundesrats der Republik. Die norwegische Sozialüemokratie unö üas Stockholmer Dureau. Kristiania, 2. April. Nach dem Bericht von„Social- demokraten" über die Verhandlungen des hier tagenden Landeskongresses der norwegischen sozialdemokra- tischen Gesamtpartei siegte bei der H a u p t a b st i m m n n g die bisherige linke Minderheitsgruppe mit 138 gegen 126 Stimmen. Die bisherige Parteileitung trat i n f o l g e d e s s e n z u r ü ck. Bei dcr� neuen Vorstandswahl wurden sämtliche Kandidaten der linkssozialistischen Richtung gewählt. Auch die Schriftleitung des Hauptorgans der nor- wegischen Arbeiterpartei hat bereits gewechselt. Stockholm, 3. April.(Eigener Drahtbericht des„Vor- wärts".) Der Oppositionssieg auf dem n o r w c g i- scheu P a r t e i t a g bedeutet tatsächlich auch die Sprengung des holländisch-skandinavischen Bureaus. Die norwegische Partei tritt den Zmunerwaldern bei« wenngleich sie vorläufig die Verbindung mit dem Huysmansburean aufrecht erhält. Der bisherige Vertreter V i d n e S, welcher die Chefredaktion des„Socialdemokrat" niederlegte und gleich den übrigen Rechtsleuten die Annahme von Parteifunktionen ablehnt, scheidet logischerweise aus dem Stockholmer Ausschuß aus. währenö öer Kampfpause im Westen. Berlin, 3. April.!itik heillos verrannt haben: die Entente werden sie auch cht herausreißen, h Erhshung öss Kriegsöien/kaltees in Englanö. Rotterdam, 2. April. Nach einer Meldung ds-Z„Nieuive Roiler- enichen Courant" aus London schreibt die„Times', daß die Er- li h u n g des militärischen Dienstalters auf 50 Jahre sicher Sesor- gst. Ter Hnüptvortoil, de» die Regierung au-Z dieser Matznahme sicn nrrd, wird der seilt, daß sie gegen die Befreiung der jüngeren iänncr schärfer wird vorgehen köimen. Das brutale Rem gegen öie§?ieKens- foröerungen. Ertlärnug drr französischen Minderheitssozialisten. Bern. 2. April. Neber die Kcrmmersitzmtg am vergangenen • veiiag berichten die Lyoner Blätter. Zuerst wurde der Antrag ngenominen. wonach die brachliegenden Ländereien durch die .ommunalverbimde bestellt werden müssen. Der Deputierte Saffenr verlangte, daß der französische Botschafter in l u ß l a n d auf seinen Posten zurückkehre, worauf Uob erwiderte, die Negiermtg habe NonlenS bereits ent- prechends Weisungen gegeben. Sodann ging die Kammer mr Erörterung der Borlage über die Einberufung der Jahres- gaffe ISIS über. NnterstaatSsckretär Abrami erbat namens der Regierung die Zurückziehung sämtlicher Zusatzanträge; die Nc- siernng werde da? Versprechen ans Freilassung der alten Jahres- .lassen, Familienväter usw. sobald wie möglich erfüllen, äugen- ckicklich sei jedoch nicht daran zu denken. Verschiedene Deputierte :ogen denn auch die Zusatzmtträge zurück, es sei angesichts des 'eutfchen Vormarsches nicht der Augenblick, die Einberufung zu erzögern. Namens der Minderhcitssozialisten gab der Deputierte stresse m ane folgende Erklärung ab: Wir verweigerten bisher die Einberufung»euer Zktaffen, werben ber der heutigen Vorlage zustimmen, nicht etwa, weil wir aus "nscrc Ideen verzichten, sondern weil die Ilm stände die Einigt«it aller Parteien itot wendig machen. Als wir die Einberufung früherer Fahresklaffen verweigerten, hatte:: 'e Alliierten im Verhältnis zu nnZ ungenügende Opfer gebracht. .Sic beschwerten uns über die schlechte Vertvertuug der Bestände. Die allgemeine Kriegführung halte nicht unsere Billigung. Damals vurcu die Fronten noch unverrückbar, beute steht der Feind vor unserer Tür. Der Augenblick für Diskussionen bar Kriegführung und FriedenSzielc ist ver- st r i ich c n. Wir wollen nicht, daß diejenigen, die für den brutal- stcn Imperialismus gegen uns kämpfen, auch nur einen Augen- blick denken könnten, das; wir auf Grund unserer Spaltungen und Zwistigkeiten kapitulieren müßten. Wir bedauern die früher be- folgte Politik. IL 1-1 schlössen wir uns der Regierungspolitik nur an, weil es sich um einen Verteidigungskrieg handelte, der keinen imperialistischen Charakter hatte. Unsere Besorgnis be- g a n n 1916, als man von einem A u Z r o t t u ng s k r i e g gegen Deutschland zu spreche:: begann. Wir der- suchten, unserem schwachen Protest Gehör zu verschaffen. Hieraus entstand die Minderhcitsbewegung. Als von Rom und New Aork ans Appelle ertöntci:. antwortete unsere Regierung stets mit einem brutalen Nein. Wir glaubten au eine einfache Wahnsinnspolitik; die Veröffentlichung der Geheim- vertäge zeigte jedoch, daß die französische Regie- r u n g nicht immer nur eine D e f e n s i v p o l i t i k b e- trieben hatte. Auch wir hatten gewisse imperialistische Be- strebungen. Unsere Beunruhigung ist nicht Zerstreut. Die rufst- sche Formel„Frieden ohne Annexionen und Eni- s ch ä d i g u n g e n" ist von uns nie vorbehaltlos angenommen worden. Die Russen gaben uns aber mehr als die Formel hierzu, auch die Wege, nämlich die Annullierung imperialisti- scher Verträge und die Sozialistenkonferenz in Stockholm. Unsere Regierung aber verucintc ständig und trieb so Lenin und T r o tz k i ans Ruder Rußlands. Die M.aximalisten sind nicht für alle begangenen Fehler allein verantwortlich. Naffin-Tugens erklärte namens der Kienthalcr, die «tunde sei gekommen, um mit dem Blutbad aufzuhören. Frankreich sei nur ein geographischer Ausdruck und werde die Beute des Aus- landes werden, wenn die französische Regierung nicht in F r i e- densverhandlungen eintrete. Abstimmungsresul- tat: lüg gegen sieben Stimmen. Ülaßenpstitis!? füv �appapoxt. Kens, 3. April. Nach dem„Journal de Peuple" bereiten die Sozialisten eine Massenpetttion zur Freilassung Rappaports vor. der als gemeingefährlicher Angeklagter"ein- gekerkert wurde. NieAerlänAWer Protest gegen die Schiffe- vergeMaltigung. Washington, 2. April. lReutermeldung.) Der formelle Protest der niederländischen Regierung gegen die Uebernahme der niederländischen Schiffe, ist durch den niederländischen Ge- sandten beim Auswärtigen Amt übergeben ivorden. Washington, 2. April. lReuter.) Die Regierung beschloß, daß diejenigen niederländischen Schiffe, die sich zur Zeil der Beschlag- nähme des niederländischen Schiffsraumes in amerikanischen Häfen auf der Reise von Holland nach den Vereinigten Staaten be- fanden, bei ihrer Ankunft in Amerika nicht beschlagnahmt werden sollen. » In einem Artikel über die Antwort der niedcrländi- s ch c n Regierung auf die Proklamation Wilsons anläßlich der Beschlagnahme eines Teiles der niederländischen Handelsflotte schreibt der„Nieuwe Nonerdamsche Couranl": Amerika und England haben schon seit Monaten uns gegenüber das Recht mit Füßen getreten und eS nicht einmal für gut befunden, die gewaltsame Beschlagnahme unserer Schiffe ritterlich aui ihre eigene. Rechnung zu nehmen; sie haben auch dann noch getrachtet, die Schuld für ihr unehrenhaftes Vorgehen von sich abzuwälzen tiud auf die anderen zu schieben. Die unsinnige Art, die in der Presse der Alliierten und sogar in der öffisiösen Erklärung deS Präsidenten Wilson versucht wird, das neuen Schlägen. � Englische Serichterstattuag. T' c I c g r a m m unseres Kriegsberichterstatters. Zum Fortgang üer Großen Schiacht in Frankreich. Westfront, 1. April. Seit mehreren Tagen sind das Kimips- gebiet und das Hinterland der deutschen lngrisfo armern, ans denen ich eben znrSck- kehre, durch uioikeiliruchartige Regen- ichancr wir nur kurzen ssiinigcii Unter- orechungen stark verschlammt. Kolonnen und schwere Artillerie, die gegen den ivachscudcii Widerstand des Gegners vorn immer notwendiger werden, kämpfen sich auf den vertrichterten RöckziigSstraßen . er englischen Armeen mühsam zu neue m Auswar f ch vorwärts. Eni« �gen den feindliche» Meldungen, die von crliistrnchen deutschen Dirrchbruchsver- silchrn reden, war die Front n v r d- ! i ch B a P a n m e, von wo ich kouinie, u den lchten Tagen ruhig bis aus die stärker werdende Tätigkeit der siederhaft lzerangrzogeticnnetienfciitdlichenArtillerir, die an einigen Stelleu gegnerische In- iautcricunteruchniutigeii deckic. Die ganze von wir bereiste Front macht augrnblick- ich wie vor dem Tagliamente-lkebergang den Eindtunk neuer ruhiger Sammlung zu einem neue« Schlage, der dort erfolgen wird, wo r der geringsten Verlusten den größten Arsolg verspricht. Die feindlichen Be» > ichte, die den gegenteiligen Eindruck er- üieckeii, und durch Betonung der großen dcntschen Vexlnsie über die eigene schwerste Niederlage hinwegtäuschen wollen, find dnrch von Angenzengen berichtete Tat- lachen leicht z» entlarven. Alle Divi- sionc», die ich ail den beiden lebten Tagen iiorn besuchte, waren vom<31. März inorgeus au eingesetzt oder in zweiter Linie marschicreud. Keine einzige von ihnen ist bisher als abgelämpft herausgezogen worden. Dabei hatten gerade die Nord- armer» die schwersten aller bisherigen Kämpfe— nämlich die um B apaume — gegen beste englische Garde und kanadische Truppen zu bestehen. Daß die dentschcn Verluste gerade in diesen Kömpscu nicht leicht gewesen sind, haben wie von Ansang an zugegeben. Dagegen zeigt der Anblick des unausgeräumten Schlachtfeldes von Bapanme, daß die englischen Verluste unter der deutschen Feuerglocke die nnsrigen tun ein vielfaches Sbcrtreffe». So fand ich zwischen M o r ch i e s- B e s i g n h ganze Straßen- reihen von britischen Unterständen mit wten Engländer» buchstäblich gefüllt! Zurzeit hier weilende neutrale Berichterstatter und verde» den peiulichen und unwürdigen Eindruck diese durchsichtige politische Berichtcrpattunz Stand bis einscUIießiicU 31. März 191$. Militärattaches bestätigen, den Englands auf jede» fdiacb den ttseresbe riedteu bis l..April 1918.) des anerkannt tapfer kämpfendeu macht, der die zahlreichen Opfer Gegners gesehen hat. Dr. A d. S ö st e r, Kriegsberichterstatter. Unrecht zu motivieren und das Odium auf unsere Regierung und Deutschland zu laden, ist zur Genüge bekannt. Die Erllätung der niederländischen Regterung ist für die a liier teil Regierungen und für den Präsidenten Wilson ein beschämendes Dokument. Die niederländische Regierung kann sich nach dem Wortlaut ihrer Antwort- note mit den Worten der anicrilanischen und englischen Regie- rung nicht mehr begnügen, weil daraus nicht mehr gebaut werden kann. Wenn es den Alliierten in der Tat mit dem. was sie sagen, ernst ist, so gibt eS eine naheliegende Lösung, nämlich die, daß sie für unser Land eine Schiffahrt S« regelung in dcrArr des belgischen HilfsdiensicS einrichten und damit beginnen, einige ihrer eigenen Schiffe dafür zur Verfügung zu stelle». Die Türkei unö öie Zrieöensserträge. Ratifizicrung der Abkoiumcit mit Dcstcrroich-Nngarn. Konstantiitopcl, SQ. März.(Verspätet cingelroffett,) Kammer und Senat haben einstimmig die Vorlage angenommen, welckie die Regierung ermächtigt, die NatifikationSurkunden der fünf Ab- kommen, die konsularischen und rechtlichen Beziehungen zwischen Oesterrcich-Ungarn und der Türkei endgültig zu unter- zeichnen und auszutauschen. Dec Senat hat weiter die Friedens- Verträge mit Rußland und der Ukraine genehmigt. Ter stellvertretende Minister des Aeußcrn Halil Bei hob in der Kammer hervor, die bedeutsamste» Puiilte der Verträge wäre» die Aufhebung aller zwischen der Türkei und Rußland früher geltenden Abmachungen und der Abschluß neuer völkerrechtlicker Verträge. Zu einer Protestertlärung deS AegypterS Schahib Bei gegen die englische Besetzung Aegyptens erklärte Halil Bei, daß Aegypten osmanisch sei und daß es so bleiben werde.„Gestützt auf unser unerschütterliches Bündnis und aus unie-e heldenmütige Armee, er» klären wir, daß wir die Engländer verjagen werden. Ich wiederhole, daß Aegypten unser ist.'(Lebhafter Beifall.) Agha Oglan Bei bat die Regierung, an den Kaukasus zu denken, um Rußland für immer auszuschalten. Der Minister anl- wartete, daß Rußland sich gezwungen gesehen habe, die der Türkei seit 40 Jahren enirissenen Provinzen zu räumen und daß infolge der Aiierkennuiig des Selbstbcstimmungsrechts der Völker seitens Rußlands jenseits des Kaukasus ein Freistaaten« bund in Bildung begriffen sei, was der Türkei Sicher- heit gewährleiste. Hierauf nahm die Kammer mit 163 Stimmen das Gesetz ein- stimmig an, durch das die Regierung ermächtigt wird, die vorgelegten Verträge zu-unterzeichiieit._ Em nieöerlänöisches verbot gegen üen „Socialifte Seige�. Der„Belgische Soemttst", das Organ des Bundes der belgischen Arbeiter in de:: Itiedcrlanden, bringt an der Spitze des Blattes folgende kurze, aber vielsagende Mitte-ilung:„Dia belgische Re- gievung hat bei der niederländischen Regierung wiederholt daraus gedrängt, den Internierten zu verbieten, den„Belgischen Sodalist" und andere aktivistische Blätter zu lesen. Die niederländische Re- gierung hat schließlich geglaubt, dem dringenden Ersuchen unserer Regierung entsprechen zu sollen. Es wurde ein Befehl ansge- fertigt, durch den fortan den Internierten verboten ist, d e n„B e.s g i s ch e n S o c i a I i st" anzunehmen, zu lesen, zu taufen oder in Besitz zu haben." Der„Nelgische Social: st" erhebt gegen diese Maßregelung den schärfsten Protest. Er stellt fest, daß die anireriln ristischen und kriegshetzerischen Blätter ungestört in den Jnternierungslagern verbreitet werden können, nicht aber das einzige sozialistische Organ. Das sei eine Unterdrückung des freien Wortes durch die belgische Regierung, eine Tyramnei, welche die belgischen Arbeiter nicht länger duldet: könnten. Die belgische Regierung selb st habe Ae F ahn c niedergeholt, unter der die bei- zischen Sozialisten bisher gegen das Unrecht der deutschen Regierung an Belgien von 1614 g c- stritten hätten. An der belgischen Front ist der„Belgische Social: st" schon seit Jahr und Tag verboten, ohne daß die belgischen Minister bisher etwas dagegen hätten ttu: können oder Woltem Der Haager Äorrc- spondeitt der„I. K." sagt, der Grund der Maßregelung liege nicht in dem angeblichst: vlämischen AktiviSnrus des„Belg:- scheu Soeiakst", sondevn in seinem Eintreten für den Verstäirdi- gungsfoieden. Von AktiviSmns könne bei dem Blatte überhaupt nicht die Rede sein, denn es bekämpft den Rat von Flandern ebenso scharf wie die belgischen Annerion spolittker. Die sozialdemokratische Fraktion in d« holländischen Kammer wird den Fall ztrr Sprache bringen. Lolos Berufung veeworfen. Paris, 2. April. Der Kassationshof hat die De- ritsttttg B o I o s und Porchercs verworfen. „Mntin" meldet ans New Jork: Der Vizepräsident deS New Dorker deutschen KlubS, Gustav K u h l e n k a m p f f, wurde ver- haftet und interniert und der Klub geschlossen. Kuhlenkampff wird verdächtigt, die Besprechungen B o l o S mit Havenstaedt begünstigt zu haben; die Besprechungen hätten im deutschen Klub stattgefunden.__ Der Krieg auf den Meeren. Berlin, 2. April. Neue U-BootS-Erfolge im Sperrgebiet um England: 19 000 B.-R.-T. Durch die Versenkungen wurde hauptsächlich der KrirgsmaterialtranSport des Feindes im östlicheit Teil des AcrmellanalS betroffen. Vier tiefbeladene, be- waffnete Dampfer fielen dort einem unserer Unterseeboote. unter Führnng de? Kapitänleutnants Waßner, zum Opfer. Au der Ostküste EttglandS wurde ein armierter Fischdampser. wahrscheintich BewachungSjahrzeug, von einem U-Boot im Artillcricfccht in Brand geschossen. Der Chef des AdmiralstabcS der Marine. AuS Mesopotamien melden die Engländer, daß sie die türki- schon Truppen nach dem Erfolge von Klzan Baghdadisch bis über Aua, nordwestlich von H i t verfolgt haben. Die Zalzl der türkischen Gefangenen beläuft sich auf 5006, Lager von Kriegsvorräten war- den bei Haditha und Aua erbeutet. Zerstörungen der Hedschasbahn. An: 30. 3. wurden unsere, östlich vom Jordan, gegen die Hedschas-Bahn gerichteten Vorstöße, erfolgreich abgeschlossen und unsere Truppen de- gönnen, sich auf E s s a l t zurückzuziehen. Mehrere Meilen Schienenstrang mit Uebergängen und wichtigen Brücken wurde:: wirksam beschädigt. Stcczkowskis Ministrrprüsidentschaft. Wie„Kurzer War- szawSki" erfährt, haben die deutschen und die österrcichisch-ungari- scheu Okknpattonsbehörden der vorgeschlagenen Kandi- datttr Steezlowskis ffir den Posten als Ministerpräsident ihre Bc» stättgung erterlt, Czermns Rede. Gegen DefaMsten, Annexionisten unö Hochverräter. Die Rede, die Graf Czernin am Dienstag vor den Ver- tretcrn des Wiener Gemeinderats hielt, wurde erst im Laufe des oestrigcn Tages vollständig nach Berlin übermittelt. Der Minister sprach weiter von den Zukunstsaussichten in der Ukraine, sagte, dast man aus der nächsten rumänischen Ernte für Oesterreich- Ungarn-100 ÜOO Tonnen Getreide, Hülsen- srüchte und Futtermittel erwarte, und suhr dann fort: Ganz Europa leidet heule unter dem Mangel an Lebensmitteln. Ter WelinahrungSmangel ist die schrecklichste Folge dieses Krieges. Nach dem allgemeinen Frieden werden die übrigen gegen uns noch im Kriege befindlichen Staaten selbst sehen müssen, ihre Nahrnngsmittelversorgung zu verbessern. In- iolge der verminderten Tonnage werden aber die Zufuhren zur See das Manko an Lebensmitteln in Europa nicht auszugleichen vermögen. So bleiben die europäischen Kornkammern der Ilkrainc nnd Rumäniens als die wichtigsten VcrsorguugS- gebiete Europas übrig, und diese hat sich unsere Mächte- gruppc für die nächste Zeit für sich allem gesichert. Was uns der Friede in dieser Hinsicht überhaupt bringen kann, ist somit für unS durch den Friedensschluß im Osten bereit? er« reicht. Denjenigen, die mich unausgesetzt zu Annexionen drängen, und daher auch mit den bereits geschlofienen Frieden un- zu'neden sind, kann ich nur sagen, daß ich ihre Tendenzen für ganz falsch halte; etsiens werden gewaltsame Anzliederungeu fremder Völker den allgemeinen Frieden erschweren, und zweitens find solche Ge- bietSvergrößernngen nicht unbedingt eine Stärkung des Reiches, im Gegenteil, bei der Konstellation der Monarchie würden sie viel eher eine Schwächung bedeuten. Was wir brauchen, sind nicht territoriale Annexionen, sondern wirtschaftliche Sicherungen für die Zukunft. An ihnen müssen wir arbeiten. Wir wollen alles ver- suchen, um am Balkan einen Zustand dauernder Ruhe zu schaffen. Wir dürfen auch nicht vergessen, daß mit dem Zerfall Rußlands jener Faktor zu existieren aufgehört hat, welcher es uns bisher unmöglich gemach! hat, einen definitiven friedlichen Zu- stand am Balkan herzustellen. Und nun zu Serbien. Wir wissen, daß in Serbien der Wunsch zum Frieden sehr groß ist, jedoch das Land durch die Ententegroßmächte verhindert wird, ihn zu schließen. Bulgarien muß gewisse von Bulgaren bewohnte Gebiete erhalten, aber wir wollen Serbien nicht vernichten, nicht zertrümmern. Wir wollen ihm die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln. Wir würden einen engeren wirtschaftlichen Ansckiluß Serbiens an uns nur begrüßen und wollen das künftige Verhältnis Serbiens und Montenegros zur Monarchie nicht durch Motive beeinflussen, die einem freundnackbar- lichen Verhältnis widerwrechen. Der beste staatliche Egoismus ist der, sich mit den geschlagenen Nachbarn auf einen Fuß zu stellen, der sie zu dauerndcn Freunden macht. Diesen Egoismus dabe ich für Oesterrcich-Ungarn. Die Feinde müssen, nach- dein sie militärisch erobert wurden, auch moralisch erobert werden. Erst dann ist der Sieg vollständig— hier muß die Diplomatie die Arbeit der Armeen ergänzen. Seitdem ich im Amte diu, habe ich nur ein Ziel gehabt, dem Reich einen ehrenvollen Frieden zu dringen und Zustände zu schassen, die Oesterreich-Ungarn die künstige frei- Entwicklung sicher» und ferner allc-Z Menschenmögliche zu machen, damit dies er entsetzliche Krieg für undenkliche Zeit der letzte sei. Ich habe niemals etwas anderes gesagt und niemals etwas anderes versucht. Aber i ch versuche nicht, diesen Frieden zu erbetteln, nicht. ihn durch Bitten und Klagen herbeizuführen, sondern ihn durch uuicr moralisches Recht und unsere physische Kraft zu erzwingen. Fch halle jede andere Taktik fiir kriegsverlängernd. und ich muß leider sagen, in den letzten Wochen und Monaten ist in Oesterreich viel gesprochen und getan worden, was zweifellos diesen schreck- lichen Krieg verlängert. Die Kriegsverlängerrr teilen sich in verschiedene Gruppen ihren Motiven und ihrer Taktik nach. Da sind erstens diejenigen, die ununterbrochen um den Frieden bitten, sie find verächtlich und töricht und verlängern den Krieg. In Frankreich nennt man diese Sorte Döfaitisten, allerdings aber springt man dort weniger sanft mit ihnen um, als bei uns. DaS Streben nach einem Frieden um jeden Preis ist verächtlich, da es unmännlich ist, und töricht, weil es dem bereits ersterbenden feindlichen Angriffsgeist unausgesetzt neue Nahrung zu- fuhrt, daher künstlich das Gegenteil dessen erreicht, was beabsichtigt ivird. Der Friedenswunsch der breiten Massen ist ebenso natürlich wie verständlich, er ist auch keine österreichisch-ungarische Spezialität, joudern eine Weltericheinung. Aber die Führer deS Volkes müssen bedenken, daß gewisse Aeußerungen im feindlichen Auslände das Gegenteil dessen erreichen, was sie anstreben. Ich möchte diesen Männern das Beispiel unseres Monarchen vorführen, der gewiß den Frieden will, aber n'.emalZ einen anderen als einen ehrenvollen Frieden schließen wird, und ich möchte Sie an das schöne Wort Goethes erinnern:.Weibisches Zagen, ängstliches Klagen wendet kein Elend, macht Dich nicht frei. Allen Gewalten zum Trotz Dich erhallen, nimmer sich beugen, kräftig sich zeigen, rufet die Hilfe der Götter herbei.'" Ich habe fußend aus dem festen Vertrauen in unsere Kraft und die Gerechtigkeit unserer Sache— ich habe auf diesem Wege bisher drei maßvolle, aber ehrenvolle Frieden geschlossen. Auch unsere noch übrigen Feinde beginnen zu ver- stehen, daß wir nichts anderes wollen, als die gesicherte Zukunft der Monarchie und die der Bundesgenossen, daß wir aber diese Zukunft auch erzwingen wollen, crztoiugen können und er- zivingen werden. Ich werde auf diesem von mir eingeschlagenen Wege rücksichtslos fortschreiten und den Klomps mit jedem auf- nehmen, der sich mir dabei in den Weg stellt. Di- zweite Gruppe der Kriegsverlängerer sind die Annexionisten. Die Annexionisten sind genau so Feinde des Friedens wie die sog. Töiaitisieli. Beide verlängern den Krieg. Es ist eine Ver- drehung, zu behaupten, daß Tcutichlaiid im Osten Eroberungen gemacht habe. Die Leninsche Anarchie hat die Randvölker in die Arme Deutschlands getrieben und sie veranlaßt, in einer Anlehnung an das Deutsche Reich Zuflucht von jenen entsetzlichen Zuständen zu suchen, die in Groß-Rußland wüten. Soll Deutichland die freiwillige Anlehnung fremder Rachbarstaaien verweigern müssen? Die deutsche Regierung will ebensowenig Vergewaltigungen begehen als wir, und ich bin frst überzeugt, weder die Annexionisten, die die Welt mit ihrem Eroberungsgeschrei erfüllen und ihr die Furcht vor weltbeherrschenden, die ganze übrige Welt unterdrückenden Plänen einflößen, noch die Schwächlinge, die unausgesetzl um Frieden bitten und den Feinden beteuern, daß wir am Ende unserer Kraft seien, werden den maß- vollen, aber ehrenvollen Frieden dauernd verhindern könne». Sie verzögern ihn, verhindern können sie ihn nicht. Wir haben in den letzten Wochen ein gutes Siück Weg zum allgemeinen Frieden zurückgelegt. Das letzte Kapitel des große» Wcltdramas bricht an. Wir werden uns durchsetzen, und vielleicht ist die Zeit nicht mehr fern, wo wir auf die lehren Jahre zurückblicken iverdeu wie auf einen langen bösen Traum. Die Dvfaitisten, wie die Annexionisten haben trotz ihrer entgegengesetzten Taknk dasselbe Resultat aufzuweisen, daß sie unsere Feinde stels zu neuem Widerstand auipeiliiticn. Aber ich bin gern bereit, den beiden erwähnten Gruppe» die bona fi des(den guten Glauben) zuzugestehen. Beide glauben wahrscheinlich, ihre Taknk führe den erwünschten Frieden herbei. Leider kann ich einer dritten Gruppe von Kriegs- verlängerern diesen guten Willen nicht zubilligen. Sie besteht aus einzelnen politischen Führern Oesterreichs. Und damit komme ich darauf zurück, was ich früher anläßlich der Pariser Anfrage gestreift habe. Die Hoffnung unserer Feinde auf den endgülligen Sieg gründet sich nicht mehr bloß auf militärilche Erwartungen und die Blockade. Unsere Armeen haben bewiesen, daß sie unbesiegbar sind und die Blockade wurde in Brest- Litowsk gesprengt. Die den Krieg verlängernde Hoffnung unserer Gegner sind vielmehr zum großen Teil unsere rnnerpoli- tischen Verhältnisse und— welch grausamer Hohn— gewisse politische Führer, nicht zuletzt im tschechische» Lager. Das wissen wir ganz genau auS zahlreichen übereinstimmenden Meldungen aus dem Auslande. Vor kurzem waren wir, wie schon erwähnt, nahe daran, in Verhandlungen mit den Westmächten zu treten. Da schlug plötzlich der Wind um, und wie wir genau wissen, beschloß die Entente, es sei besser, noch zu warten, denn die parlamentarischen und politischen Vorgänge bei uns berechtigten zu der Hoffnung, daß die Monarchie bald wehrlos sein würde. Welch furchtbare Ironie! Unsere Brüder und Söhne kämpfen wie Löwen auf dem Schlachifelde. Millionen von Männern und Frauen im Hinterlande tragen heroisch ihr hartes Los. Sie senden heiße Gebete zu dem Allmächtigen um rasche Beendigung des Krieges, und gewisse Führer des Volkes und Volksvertreter wühlen gegen das deutsche Bündnis, welches sich so herrlich bewährt hat, fassen Resolutionen, die mit keinem Haar mehr mit dem Staats gedankcn zusammenhängen, finden kein Wort des Tadel? für tschechische Truppe», die verbrecherisch gegen ihr eigenes Vaterland und ihre Waffenbrüder kämpfen, wollen Teile aus dem unga- rischen Staate herausreißen, halten unter dem Schutze der Immunität Reden, welche nicht anders verstanden werden können. als ein Ruf an das feindliche Ausland, den Kampf fortzusetzen, umihre eigenen politischen Bestrebungen zu unter st ützen, und entfachen stets von neuem den ersterbenden Kriegsfuror in Kondon, Rom und Paris. Der elende, erbärmliche Masaryk ist nicht der einzige in seiner Art. Es gibt auch MafarhkZ inner halb der Grenzpfähle der Monarchie. Ich hätte über diese traurige Fälle lieber in den Delegationen gesprochen, aber wie erwähnt, die jetzige Einberufung der Ausschüsse hat sich als unmöglich erwiesen und ich kann nicht warten, ich muß nächster Tage zurück nach Rumänien, den Frieden beenden, und bei dem langsamen Verlans, den bisher die Friedensverhandlungen genommen haben, weiß ich nicht, wie lange meine gezwungene Ab- Wesenheit dauern wird. Die Oeffentlichkeii aber, welche nach einem ehrenvollen Ende deS Krieges lechzt, soll eS wissen, was vor allem diesen Krieg verlängert. Ich erhebe keine allgemeine Anklage. Ich weiß, daß das tschechische Volk im ganzen loyal und österreichisch denkt, ich weiß, daß es tschechische Führer gibt, deren österreichischer Patriotismus rein und klar ist; aber ich erhebe die Anklage gegen jene Führer, die durch einen Sieg der Entente de» Krieg zu beendcu und ihr Ziel zu erreichen wünschen. Wir werden auch diese Schwierigkeiten besiegen, bestimmt. Aber die, die nickt so handeln, laden eine surcktbare Verantwortung auf sich. Sie sind der Grund, daß weitere Tausende unserer Söhne fallen, das Elend andauert und der Krieg sich fortschleppt. Graut ihnen nicht vor dies» Verantwortung? Was werden deutsche, was werden ungarische Mütter dereinst sagen, wenn nach dem Frieden die kriegsverlängernde Tätigkeit dieser Männer klar vor aller Welt dargelegt werden wird?— Noch mehr: Ich brauche den Hinweis auf Deutsche und Ungarn gar nicht, ich habe es schon gesagt: Die Völker selbst, die diese Herren vertreten, denken nicht wie sie. Ich kenne Böhmen genau, ich weiß zu unterscheiden zwischen dem tschechischen Volke und gewissen Führern desselben. Das tschechische Volk und die tschechische Mutter denkt nicht wie diese Männer. Die Mutter, die für den Sohn, die Frau, die für den Gatten bangt, ist international. Sie ist auch dieselbe in allen Völkern der Monarchie. DaS Kriegselend»»bindet alle Völker. Alle wollen, daß der Krieg ein Ende nehme, aber sie sind d erführt, sie werden irre geleitet, sie sehen nicht, daß einzelne ihrer Ver« treter es sind, die den Krieg und ihre Leiden systematisch verlängern. Ich bedauere, daß die Verhältnisse eS mir so selten ermöglichen, zu den gewählten Volksvertretern zu sprechen. ES ist böS für einen Minister deS Aeußeren, wenn seine Amtsgeschäfte ihn in der heutigen Zeit zwingen, mondelang im Auslande zu leben, aber ich gehöre dorthin, wo die Frieden geschlosien werden. Vielleicht, wenn ich mehr im Inlands leben könnle, daß ich mit Hilfe der staalstreuen Parteien, und, Gott fei Dank, wir haben solche,»folgreicher gegen jene Bestrebungen ankämpfen könnte,' aber ich appelliere an alle die, die ein baldiges ehrenvolles Ende des Krieges wollen, sich zw sammenschließen und gemeinsam den Kampf gegen den Hochverrat z» führen. Niemand behauptet, daß die österreichische Verfassung nicht ver- besserungsfähig wäre, und die österreichssche Regierimg ist gerne bereit, gemeinsam mit den übrigen kompetenten Faktoren daran zu schreiten, sie zu revidieren, aber diejenigen, die den Sieg der Entente erhoffen, um mit ihm ihre politischen Ziele zu realisieren, treiben Hochverrat, und dieser Hochverrat in den Adern des Staates bietet die letzte kriegsverlängernde Hoffnung unserer Frinde. Wenn wir dieses Gift ausscheiden, dann ist der allgemeine ehrenvolle Friede näher als die große Oeffentlichkeit ahnt. Ich appelliere an alle, ich appelliere vor allem an die Deutschen und an die Ungarn, die in diesem Kriege Uebermenschliches geleistet haben, aber ich appelliere auch an Millionen von Bürgern all» anderen Völker der Monarchie, die staatstreu bis in die Knocken sind, und nicht denken wie einzelne ihrer Führer. Ein jeder Oester- reicher und ein jeder Ungar muß in die Bresche treten. Niemand hat das Recht, abseits zu bleiben, eS gilt den letzten, den ent- scheidenden Kampf. Alle Mann auf Deck, dann werden wir siegen. Sozialpolitik unö Kriegsbesthäöigte. Aus den Berawngen des Bundestages des Bundes der Kriegs- beschädigten und ehemaligen Kriegsteilnehmer verdienen zwei Punkte besonders hervorgeboben zu werden. In erster Linie die Ver« Handlungen über das sozialpolinsche Bundesprogramm. Hierüber berichleie S t o ß m a n n- Ulm. Erlegte die schweren M ä n g e l des Mannichastsveriorgungs- Gesetzes und des Militärbinierbliebenen-Ge'etzes eingehend dar und fordert ihre gründliche Reform. Die Renlensetze müßten so festgelegt werden, daß sie den ent st an den- ir wirtschaftlichen Schaden möglichst vollkommen ausgleichen. Diese Festsetzung müsse durch Spruchinstanzen erfolgen, bei denen Kriegsbeschädigte mitwirkten. Sie müßien über die Frage der Dienstbeichädigung, über Gewährung, Entziehung. Herauf- und Herabsetzung der Renten enticheiden. Den Dienstbcschädigten müsse bei Abweisung ihrer An- sprüche ein ordentlicher Rechtsweg offenstehen. Der Unter- schied zwischen Kriegs- und Friedensdienstbeichädi- g u n g sei zu beseitigen. Eine Anzahl einschränkender Bestimmungen für die Gewährung der V e r st ü m m e l u n g s z u l a g e müsse fallen. Die einschränkenden Fristen für die Gewährung der Hinterbliebenenversorgung seien zu beseitigen. Von der Sozialversicherung sei zu fordern, daß sie den Jnvaliditätsbegriff weitherzig auffasse und ihre Pflichten gegenüber denen der Militärverwaltung genau ab- grenze. In Berufsarteu, die gesundheitlich nachteilig für sie seien, dürsten Beschädigte nicht beschäftigt werden. Die medizinische Fürsorge sei durch Abschaffung des Operation Szwa u ges und durch Beseitigung der bureau- krati'chen UmstäuSlichkeit bei der Bewilligung von Ersatzgliedern sozial auszugestalten. Bei Wledereiiiweüung in militärische Heilanstalten müßten die Familien vor Not geschützt werden. Besonderen Nachdruck legte der Referent auf die Mit- Wirkung der Kriegsbeschädigten selb st in den zivilen Fürsorgeorganiiationen. Die Beschädigten müßten möglichst dem früheren Beruf wieder zugeführl werden. Bei Berusswechsel sei sorgfältige Beratung nötig. Die Familien müßlen während der Ausbildungszeit genügende Unterstützung erhalten. Die Anrechnung der Rente auf Lohn oder Ge- halt müsie verboten werden. Die dauernde Beschäftigung der Beschädigten sei gesetzlich zu sickern. Weiier sorderle der Referenl genügende AuSstatlimg bedürstiger Heeresangeböriger bei der Entlassung mit Zivilkleidern. Schutz vor Aus- beutung durch Abzahlungsgeschäfte, KriegshilfSkassen zum Wiederaufbau zerstörter Existenzen, großzügige Wohnung s- und Siedlungsreform zur Bekämpfung der Terrain- und Häuserspekulation unter Wahrung der Freizügigkeit und Ablehnung jeder polittichen Auslese; über alle Organisationen der Kriegs- beschädigtenhitfe müsse das Reich unter Milwirlung der KciegS- beschädigtenverbände eine strenge Kontrolle ausüben. In zweiter Linie sind die staatsbürgerlichen Forde« rungen der Kriegsbeschädigten zu erwähnen, über die Reichstags- abgeordneter Davidsohn sprach. Die Kriegsbeschädigten und Kriegsteilnehmer könnten an den Fragen der Sozialpolitik und auch an denen der allgemeine» Poliiik unmöglich achtlos vorbeigehen. Parteipolitische und religiöse Neutralität sei durchaus zu wahren. Aber der Bund müsse den Kriegsteilnehmern die ihnen ge- bührende Stelle im öffentlichen Leben schaffen und erhalten helfen. Er lehnt jede Partei- Politik ab. treibt aber eine Bundespolitik, die völlige Gleich- stellung der Kriegsteilnehmer in allen staatsbürgerlichen Rechten mit allen übrigen Teilen der Bevölkerung und Förderung einer Reichs- Politik fordert, die der Entstehung künftiger Kriege, in die Deutsch- land hineingerissen werden könnte, vorbeugt. Verschiedentlich wurde auf der Tagung ausschließliche Vertretung der wirtschaftlichen und sozialen Interessen der Kriegsbeschädigten gefordert und davon der Anschluß an den Bund abhängig gemacht. Wiederholt drohten die EinigungSverhandlungen an dieser Meinungsverschiedenheiten zu scheitern. Schließlich erklärten aber sämtliche Verlret» der widersprechenden Minderheit, daß sie sich mit der Aufnahme der Kriegsteilnehmer einverstanden erklärten, wenn die Resolution Davidsohn zurückgezogen würde, und die besonderen staatsbürgerlichen Forderungen im Bundesprogramm fielen. Von der Mehrheit wurde darauf eine Erklärung vorgeschlagen, die besagt, daß die Resolution Davidsohn keinerlei Parteipolitik in den Bund trage und die Anschauungen der Mehrheit des Bundestages treffend wiedergäbe, aber im Interesse der Eint« gung von einer Abstimmung abgesehen und der Gegenstand zur endgülligen Formulierung an den Vorstand und den nächsten Bundestag zurückverwiesen werde. Dieser Bermiitlungsvorsttlag fand Zwei« dritielmehrheir, worauf die Verircler sämilicker anwesenden Verbände ihren Willen zur Verschmelzung mit dem Bunde be- kündeten. Einstimmig wurde der Name des Bundes festgesetzt: Reichsbund der Kriegsbeschädigten und ehemaligen Kriegsteilnehmer._ Die Pfannkuchen üer Zleischerinnung. Daß recht wenige Fleischermeister während beS Krieges ihre rundliche Gestalt eingebüßt haben, ist eine allgemein zu beobach- lende Erscheinung. Zu denen, die auch bei einer festgesetzten Fleischration von 250 Gramm recht gut zu leben verstanden, ge- hörten ine Fleischermeister Fi s ch e r und K o p i tz, die sich unlängst vor ,em Berndurger Schöffengericht zu verantworten hatten. Die Anklage gegen beide ging dahin, daß die Angeklagben der Bezugs- zenossenschast der Fleischerinnung Schmalz und Mehl entwendet hätten, um es zum Backen von Pfannkuchen zu gebrauchen. Zu seiner Verteidigung machte Kostitz geltend, daß alle Mit- glieder der Innung es ebenso gemacht hätten. Die Anzeige gegen ihn sei nur erfolgt, weil» dieses Treiben nicht län« ger dulden wollte. Ferner behaupteten die Angeklagten, daß der Schlachthofdirektor alle Woche 80 bis 100 Pfund Fleischwaren erhalt«. Diese Behauptungen der Angeklagten blieben in der Verhandlung unwidersprochen. Die Ange- klagten wurden aus formalen Gründen freigesprochen. Was geschieht nun weiter? Amtliches Wahlresultat von Niedcrbarnim. Bei der St.ch- walil zwischen Wissell und Breitscheid wurden im ganzen 27 580 Stimmen algegeben, davon waren 500 ungültig. Von den 27 071 gültigen Stimmen entfielen auf Wissell 20 783, auf Breitscheid Letzte Nachrichten. die ßernbeschießung von Paris eingestellt Bestattung der Toten. Berlin, 3. Aprils Die Fernbeschießung der Festung Paris wurde deutscherseits am Mittag des 3. April e i n g c. st c l l t, da bekannt geworden war, daß an diesem Tage nach. mittags die Beerdigung der einem beklagenswer- ten Zufallstreffer zum Opfer gefallenen Einwohner stattfinden sollte._ Großfürst Michael. Pctctsbnrg, 2. April.(Reuter.) Großfürst Michael, der nach Perm geflüchtet war und dort durch den örtlichen Sowjet gefangen gehalrett wurde, ist jetzt in Freiheit gesetzt worden. GewerkschHzbewWlV Erhöhte Kriegszulagen nnd Ueberst«nde»löhne für die dcirtschen Seeleute. Auf Antrag der Gruppe Seeleute des DeutsSen TranS- porlarbeiterverbandes baben kürzlich zwischen Vertretern der ireigewerkschastlich organisierten Seeleute und dem Zentral- verein deutscher Reeder in Hamburg zentrale Verbandlungen über weitere Erböbungen der Kriegszulaaen und Neberstundenlöbne für die Besatzunaen der sich in ffabrt befindlichen deutschen Schiffe statt- gefunden. Die VerbanMunaen über die zu erhöbenden Kriegs- zulngcn und Neberstundenlöbne nahmen dank des beiderseitigen Entgegentvmniens einen für die Seeleute günstigen Verlauf. Die Kriegs,»lagen den Grundheuern der Seeleute find im allgemeinen erhöbt, und zwar kür die Jungen, Halb« und Jung- männer und Leichtmatrosen monatlich von tö M. auf 20 M. oezw. von 25 M. auf 30 SR.; die Krieqszulagen für Vollmatrosen sind von 40 M. ans 5v M., für Bootsleute, Zimmerleut« und Köche von 40 M auf 50 M., für Kohlenzieher sTrimmer) von 20 bis 40 M. auf 30 bis 50 M., für die Hei, er von 40 M. auf 50 M. und für Assistenten nnd sogen. Maschinistenunterosfiziere von 40 aus 50 M. er- höbt worden. Für die Auiwärter(Stewards) erhöht sich die Kriegs- Zulage von 20 bis 40 M. aus 30 bis 50 M. Mr die Verheirateten sämtlicher genannten Thargen tritt neben dieser allgemeinen Erhöhung der monatlichen KriegSzulagen eine besondere Erhöhung der KriegSzulaaen um 10 M monatlich ein, so dafi sich deren Kriegszulagen um 15 bis 20 M. insgesamt monat- lich ei höhen. Die Ueberstundenlöhne, die bisher durchschnittlich auf 50— SO Pf. pro Stunde standen, find auf 60—70 Pf. erhöht worden. Di? vorerwähnten Erhöhungen der Kriegszulagen und Neber- stundenlöbne treten bereits am 1. April in.Kraft und haben Aültigl keit für alle Hafenorte des Nord- und OstseegebietS und alle deutschen Reedereien und Seeleute. Demnächst sollen erneute Verhandlungen zwischen Vertretern der Reeder und Seeleute stattfinden, in denen Fragen der Bordverpflegunq, der Mannschastsbeschaffung und der Erhöhung der Mannschaslsqualität zur Frage stehen._ Tcuerungszulagen«nd Tarifverlängervnff w der Leder» waren- und Reiseartikelindustrie. Die im Jahre 1911 in Berlin, Freiberg. Nürnberg, Offenbach- Frankfurt und Stuttgart mit fünfjähriger Gültigkeitsdauer ob- geschlossenen Tarifverträge für die Lederwaren« und Reiseartikel« industrie wurden auf dem Wege der Verhandlungen in Berlin, Nürnberg und Freibcrg wiederum auf ein weitere« Jahr verlängert. In Offenbach und Stuttgart schweben noch die Verhandlungen. In Berlin ivurde eine 20prozentige Teuerungszulage auf die Grund- löhne für Zeit-, Akkord- und Heimarbeiter ab 1. Mai 1918 erzielt, obgleich der Tarif erst am 30. Juni abläuft. Jnfolgedesien betragen die Mindeststundenlöhne für Slrbeiterinnen unter 16 Jahren im ersten Halbjahr ihrer Beruf«- tätigkeit 35>� Pf., im zweiten Halbjahr 41 Pf., im dritten Halb- jähr 46% Pf., im vierten Halbjahr 48 Pf. Arbeiterinnen über 16 Jahre: In den ersten 6 Monaten ihrer Berufstätigkeit 49Vz Pf., in den nächsten 3 Monaten 53 Pf., in den folgenden 3 Monaten 53% Pf. Geübte Hilfsarbeiterinnen erhalten 62 Pf. Zuschneiderinnen nnd Stepperinnen! Im 8. Halbfahr ihrer BeruiStätigkeit 67'/, Pf., im 4. Halbjahr 73 Pf. Stepperinnen und Paipelerinnen 82 Pf. Männliche Arbeitskräfte: Im 1. Jahr nach beendeter Lehrzeit 97% Pf., im 2. Jahr 104% Pf., im 3. Jahr 110 Pf., nach dieser Zeil 124 Pf. Stundenlöhne von 115 Pf. werben mit 48 Pf., solch« von 180 Pf. mit 46 Pf., höhere Stundenlöhne mit 15 Pf. und SV Proz. des Grundlohnes bezahlt. Jugendliche männliche Arbeitskräfte bis zu einem Stundenlohn von 30 Pf. erhalten insgesamt 16 Pf., bis zu einem Stundenlohn von 45 Pf. eine Teuerungszulage von 24 Pf. Auf Heim- und Akkordarbeit gibt es insgesamt 60 Proz. Teuerungszuschlag. Die Hilfskräfte der Heim- Und Zwtschcnmeister erhallen die oben an- geführten Mindestlöbne. Die Unternehmer dürfen nur solche Heimarbeiter und Zwischenmcister beschäftigen, die sich unter- schriftlich verpflichten, den Tarif mit all seinen Bestimmungen ein- zuhalten. Da die Lederwarenbranche eine von denen ist, die hauptsächlich auf die Einfuhr von Rohmaterialien und Ausfuhr der Fertig- fabrikate angewiesen, also durch den Krieg sehr in Mitleidenschaft gezogen ist, ist die Tarifverlängerung mit der erhöhten Teuerung«- zutage ein nicht zu unterschätzender Erfolg des Verbandes der Saltler und Portefeuiller. Herr Zinnert in Potsdam, in dessen Konservenfabrik nach einer uns übersandten Zuschrift eine Reihe Mißstände vorhanden sein sollten(wir berichteten in der Nummer vom 28. März des „Vorwärts" hierüber), ersucht uns um Aufnahme einer längeren Berichtigung auf Grund des§ 11 des Prestgesetzes. Wir hatten nicht die Absicht, Herrn Zinnert mit seiner Entgegnung die Spal- ten des»Vorwärts" vorzuenthcrlien, er hätte sich daher mit seiner Berichtigung auch nicht aus den Presse Paragraphen zu berufen brauchen. Denn nach dem angezogenen Paragraphen hätten wir die Berichtigung des Herrn Zinnert in aller Gemütsruhe all acta legen können— so wenig entspricht sie ihm. Gleichwohl bringen wir die Zuschrift in ihrem wesentlichen Teile zur Kenntnis unserer Leser. Herr Zinnert schreibt: »Die Fabrik ist zurzeit in größerem Umfange mit Heeresaufträgen beschäftigt und steht unter militärischer Auffichl. Dieser Ilmstand schon bürgt dafür, daß die Zustände durchaus geregelte sind. Es wsvden zurzeit' durchschnittlich täglich 320 Frauen und etwa 100 Männer beschäftigt, von denen aber eine größer« Anzahl außerhalb des Fabrikgeländes auf dem Güterbahnhof, den Schiffs- ladestellen und Lagerplätzen tätig ist. Auf dem Fabrikgelände stehen 17 Klosetts zur Verfügung der Angestellten, die bei ord- nungSmäßiger Benutzung vollständig ausreichend sein dürften. Zur ständigen Reinhaltung der Klosetts ist auch besonders eine Frau angestellt. Durch die Schuld einzelner unehrlicher Arbeiter und Arbeiterinnen kommt es leider öfter bor, daß die Anlagen»er- stopft sind, nämlich wenn diese entwendete Dosen auf der Klosett- anlage öffnen und entleeren, und die entleerten Dosen in zu- sammengedrücktem Zustand in den Aborten verschwinden lassen. Di« Ausenthaltsräume dienen ausschließlich der Arbeiterschaft. Auch für Reinigung dieser Räume nach jeder einzelnen Pause ist besonders eine Frau angestellt. Ein« Anbringung von Kleiderschränkön ist seit längerer Zeit in Aussicht genommen, läßt sich aber zurzeit leider nicht durch- führen.— Von der Fabrikleitung ist allen Aufsichtspersonen zur Pflicht gemacht, der Arbeiterschaft höflich zu begegnen. Die Arbeiterschaft meiner Fabrik, die zum Teil seit Jahr- zehnten in meinem Betriebe tätig ist, weiß genau, daß sie bei der Leitung stets ein williges Ohr für alle berechtigten Klagen findet. Was den ausdrücklich erwähnten Fall des Meisters Grethke anbelangt, so war die Arbeiterin von dem Meister d r e fan a I aufgefordert worden, eine Arbeit zu verrichten, nämlich Fleisch von der Erde aufzuheben, das sie hatte hinfallen lassen. Als s% der Aufforderung nicht nachkam und die Anordnungen des Meisters durch ungehöriges Benehmen erwiderte, faßte er die Arbeiterin an ihr Kleid, um sie von dem Arbeitsplatz fortzubringen. Die Ar- Heilerin antwortete mit einem Fußtritt und erhielt von dem Meister hierfür eine Ohrfeige. Es ist ganz selbstverständlich, daß die Be- trieSleiwng den Meister wegen dieses Verhaltens sofort zur Rede stellte und ihm eine derartige Behandlung der Arbeiterinnen »irderfagte. Die Schuld hat auch in diesem Falle jedenfalls auf beiden Seiten gelegen.— Unwahr ist, daß die Leibesvisitation unter anstößigen Umständen geschieht. Sie wird bei den männlichen An- gestellten, insbesondere den Schlächlcrn, fast ausnahmslos in An- Wesenheit der militärischen Kontrollbeamten vorgenommen. Die Behauptungen, daß die Männer in Gegenwart der Frauen sich die Hosen öffnen müßten, ist absolut unwahr." In der Zuschrift werden die uns geschilderten Zustände zwar nicht bestritten, jedoch die Schuld an solchen— namentlich insoweit die Behandlung in Frage kommt—„beiden Seiten" zugeschrieben. Daß es unter über 400 Arbeitern und Arbeiterinnen immer etliche gibt, die des erforderlichen Gemeinsinnes ermangeln, mag zutreffend sein. Aber sicher hat die uns zur Veröffentlichung übersandte Zuschrift nicht übersehen wollen, daß vorhandene Un- sauberkeit auf Klosetts und im Speiseraum solche von der Firma Zinnert angegebene Ursachen hat. Uns scheint, als ob in bezug hierauf die Zuschrift nicht das Nichtige trifft. Was den erwähnten Fall Gretbke anbelangt, so soll derselbe, wie in der an uns gerich- telen Zuschrift betont wurde, ja noch ein gerichtliches Nachspiel haben. Dabei dürfte das Kapitel„Behandlung" wohl noch etwas näher beleuchtet werden. SoAiaies. Erhaltung von Anwartschaften und Antragsrechtcn in der Invalidenversicherung. Eine vom Bundesrat am 28. März 1918 beschlossene Verord- nung über Erhaltung von Anwartschaften und Antragsrechten in der Invalidenversicherung bringt in der Hauptsache einen er- wetterten Schutz der Kriegsteilnehmer und ihrer Hinterbliebenen gegen Nachteile, die ihnen durch Fristversäumnisse oder Anwartschaftsverlust in der Invalidem- und Hinterbliebenen- vevsicherung erwachsen können. Die bereits früher(Verordnung vom 26 Februar 1914 RsichS-Gesctzbl. S. 485) zugestandene Anrechenbar wit der im österreichisch-ungarischen Heere zurückgelegten Militärdienstzeiten sowie die Versicherten öfterreichisch-ungarischer Staatsangehörigkeit verliehen« Befugnis zur Nachbringiung von Beiträgen(§ 2 der Verordnung vom 23. Dezember 1913 Reichs- Gesetzbl. S. 845. wird auf die anderen verbündeten und die bc- freundeten Staaten ausgedehnt. Die Ausnahmen, welche von der Vorschrift des§ 1253 der ReichSversicherungsordnuiig bisher nur zugunsten der Hinterbliebenen Kriegsverschollcner gemacht worden sind(Verordnung vom 12. Mai 1916 Reichs- Gesetzbl. S. 845) wird auf die anderen verbündeten und die be- sicherte vor der Feststellung des Todes nicht vermißt gewesen war. Das Entsprechende gAt bezüglich der Erstveckung der ein- jährigen Ausschwßfrist für die Anforderung des Witwengeldes gemäß§ 1300 der Reichsversicherungsordnung; j diese Frist beginnt also künftig, gleichviel ob de? Tod im Anschluß i an vorgängige Berschollonheit oder ohne solche festgestellt wurde, � erst innt dem Schlüsse des Kalenderjahres, das dem Jahre der i Kriegsbeendigung folgt, oder mit der früheren Eintragung des Todesfalles in das Sterberegister oder dem früheren Erlaß eines gerichtlichen Urteils auf Todeserklärung. Endlich wird bcstimnit, daß Zeiten des Bezuges ein er Militärrent« von min- s destens 20 Proz. der Vollrent« für die Wahrung der Anwartschaft wie Beitragswochen zählen. Alle diese neuen Vergünstigungen j gelten rückwirkend vom Kviegsbeginn ab. tVrnrranSliwten«kr das mittlere?>orddenti-<0and dt« Freitag mittag. Vielfach heiter, und am Tage mild, nirgends wesentliche Niederschläge. Verantwortlich für Politik:(krich monier, Berlin: für den übrigen Teil dcS Blatte«: Alfred Scholz, Neukölln: für Anzeigen: Tlirodor Gloikc, Berlin. Verlag: VorwSrts-Nerlag G. m. b. S., Berlin. Druck: PorwärtS-Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer n. Co. in Berlin, Lindcnstrage 3. Hierzu 1 Beilage und UnterbaltuugSblaN. vazu lst mr einer vnferer fo beliebten Seidenmäntel zu gebrauchen. Llber avch, weil er ss vorzüglich das viel» leicht schon etwas abgetragene Kostüm deckt, oder als Mantelkteid sich tragen laßt, wird der Seidenmantel immer mehr bevorzugt. Dabei ist er leicht genug, um nicht lästig zu fallen, schwer genug, um als Schuh gegen Wind und Wetter zu dienen. Zn vielen entzückenden Farben vorrätig. Konigssr. 33 All» Dohnhof SJ!«(otidcrplach Ehausseestr. 113 9 l i n q«! e i e r sür die Arbeilcriagend findet Eoimtng. den 7. April, im Heim, Rasinenstr. 4. statt. Helmössming 5 Ubr. Um 6 Uhr Ansprache des Kenassen Ernst H« i I m a n n. Atie Jugendlichen, d rcn Eltern und Angehörigen sind zu dieser Feier ein- geladen. EiiittiltZprogramm 10 Pf. Hnmanistiichc Gemeinde Berlin B.). Am Sonnlag. den 7. Slpril. vormittags 11 Uhr, sindet in der Aula der Friedrich-Werder- schcn Obcrrealschule, Niederwallstr. 12, ein Vortrag deS Herrn Dr. lllndolf P e n z i g über: Werden und Schassen sowie I u g c n d s e t e r statt. Vor und nach dem Vortrag Orgelspie!. Gäste, Dameii und Herren, willkommen.___ Briefkasten der Redaktion. Nbon. Sckllotheim. Sie sind verpflichtet, die Schuldsumme zurück- zuzahlen. Sie könnten durch die Erben zum Eid gezwungen werden.— Posen 33. Wir wissen auch weiter nichts, als was General p. WriSrerg in der Sitzung des NcichStagS erklärt hat. Danach müßten alle Land- sturmlcute deS Jahrgangs 1860 im Laute deä_ Monats April entlassen werden.— P. lt. 100. Der Buchstabe gehört sicher zum Zeichen der Stammrolle. 2. Sie tönncn als Soldat zu allen militärischen'Arbeiten eingezogen werden. 3. Vorteilhafter ist cö, wenn Sie aus KricgSardclt beschäftigt werden. 4. Auch die von Ihnen angesührten Betriebe sind, wen« sie für das Heer Arbeit leisten, kriegswichtige Vetaebe. E. it. 100. 1. ES stellt ihm frei, in Denlfchland zu bleiben. 2. DicS ging auS der Meldung nicht hervor.— Note Post 100. 1. NeichStagSabge- ordncter Paul Taubadel. Berlin NW, Reichstag. 2. Wir empfehlen Ihnen daS Buch: Wittich, Die Kunst der Rede Im übrigen bleiben Sic rubig bei Ihrem Berufe, denn vom Reden allein können Sie nicht leben, lelbit wenn Sie ein zweiter DcmosthencS wären.— G.'»l. 500. Wenden Sie sich an den'Verband der Schneider und Schneiderinnen. Berlin 8 14, Sebastlanstr. 37/38, Oucrg. I III.(Sprechzeit 9—1 Uhr vormittags.)|— — 9t, T., Prem nili. Zur Zahlung der Anstallskoi'tcil werden Sic bezw. Ihre Ehefrau verpflichtet. Sie könnten bei der Armendircktlon Antrag stellen aus geringe Ratenzahlungen.— 31.®« 1. Wenn die Töchter ver- heiratet sind und kein eigenes Einkommen haben, können Sle zum Unter- halt der Mutler nicht vcrpiüchtet worden.— Feldgrau Eichenau. Es ist zunächst Beschwerde beim Landrat, nachdem beim Regierungspräsidenten einzulegen.— F'lak 700. Jedensalls besteht nur Anspruch ans Leder für die Dicnststicsel. ES winde sich deshalb der Beschwerdeweg empseblen.— Z. 915. 1. Die Bestimmungen darüber kennen wir nicht, cS entscheidet darüber der Militärarzt. 2. Nein.— Uitiuiffciidcr 1001. 1. Nein. 2, Sic müssen doch den Antrag aus Heilbehandlung beim BezirkSkommando stelle». — Hridellierg 25. Wir könnten Ihnen nur empfehlen, dal; sich die Eltern nochmals an das tSciierallomniando wenden und um eine baldige Entscheidung Hillen.— Charlotteulmrg 4. Die bisher gewährte Zuläge mar eine freiwillige. Wird sie Ihnen jetzt entzogen, jo werden Sie dagegen Nichts machet: könne». / DireHion Max Reintardt. deutsches Theater. 7 Uhr: Macht der Finsternis. Kanimersplcle. T'/s Uhr; Suxminui. Volksbühne. Theater am ßiBowplafz. Untergruudb. Sohöni. Tor. 7'/, Uhr: Sora. Theater �Königgrätzer Str. Fleute wegen Vorbereitung ziirErb'tauiföhr. geschlossen! Morg. z. 1. M.: Folkungersage. Komödienhaus 7*1, Uhr; Die Zarin. Berliner Theater " Uhr: ISlitzblanes Blnt. Walhalla-Theafer. 7'/. Uhr: Ms MWlileiiW. Rose-Theater. Uhr: Eine Waise. Lasino-Theater Lothringer Str. 37. Tägl.'Iß U. DasVoltsstück von Ad. L'Arronge Annans Traum. Ein heiteres Familienbild. Vorher das neue Avril-Progr. Fmil Merkel, Bruno Rügen u!w. Sonntag 4 Uhr: Bajazzo, Theater lür Donnerstag, 4. April. Ccntral-Theater Kommandantenstraße 57. 71l,: Die Csardasftirstin Dentsches Operntaans e uhr: Parslfal. KoiniHche Oper 71s u.�iiwarzwalWel. Sb.S'/jE.-V.: Schwarzwaldmädel Friedrich-Wilhelmst. Theater -■/.Uhr: Das Oreiätisrüiaüs. Kleines Theater 'i'a Uhr: Kante. f.ustspieühads 7'/, Uhr DiehlsniienKlsv.Liniienliol Metropol-Theater uhr: Die Rose von Stamliiil. Stg. 3 Uhr: Die Kainerin. Neues Operetteniiaus SchiShd. 4a. Kassent.Nd. 281 7v. uhr-.Oer SnlilalilerMarle. Besidenz- Theater 7';.uhr: DerjnnpZar Schiller-Theater O T'/.uhr: Der Ifeilelieiifresser. Sehllier-Th. Charl. u;, uhr: Die Elire. Thalia-Theater Unter der bü. Linie. Theater am Nollendorfpiatz 3Vi Uhr: Im Forsthause. 7 Uhr: Theater des Westens vi, uhr: Ludwig XIV. mit Gnldo Thielschcr. Vorh.: Oer Regimentszauberor. Metropol-Theater N aohmittags-V orstellnng 31/, Uhr: Fahrende Musikanten. Cöpenickegr TlOfl AL-THEÄTER Amori!k.Th,) 1 Wiedorauftreten Anni Wenkhaus Die ist richtig! Mtisik von Walter Kromme. I«gL 71/, Si«srzerla!er< Friedrichstr. 165. Ecke Behrenstraße. Glaire Waldoff Willi Prager „Trilby" und das sroSe April- Programm. Kaffee Luitpold MotzstraSo 15. ICabareit. Frank Bergmann Tepi Pfcilter Martin I.Jiwe and das große April- Programm. MMK. Tägl. 7»/. Slg. 3'/. u. 7-/, U." Die mit gr. Beifall aufgenommene nene Ans- stattnngs-Pantomime Frühilngsspiele. Zum Schluß: Der große Wasserakt. Sturmszene m. d. Wolken- bruch.— Kahnrutsch In den Grunewaldsee aus SO Meter Röhe. Vorher: Das nene April-Programm. Vielf. Wünschen entspr.: Sonnab., 6./4., nachm. S'/j Gr. Ferion-Sonder-Vorstellg. mit dem vollst. Aprü-Prg. nnd, Frühlingsspiele". Am 20. März fiel als Opfer des Weltkrieges mein rc Kann, unser guter, trcuforgender Vater, mein lieber Sohn, guter Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Cousin, Rudolf Knaffla Er folgte seinem tiesdetrübt an Tägl. 7',» Sonnt. 31/, u. 71;s Kurzes Gastspiel der Universalkönstlerin E als Zanberkünstleria Vogelstimmenimitatorin Sobattensühouettistin Kunstmalerin Meisters chützin Klaviervirtuosin Mimikerin und als T anzkün stierin mit ihrem großen Ballett (20 Personen). Dazu: Walter Steiner und die neuen April-Spezialitäten Oranien-?alast Oranlenst 40—41. Konzert-K: tOranlenbrflcke) ,ffee- K abarett Paul Coradini.- Erich Carow IX Marga Scholz.— Lisa Faßbender.— Erna Aletta. Kroße Kapelle Dirk van Erp. 1. Stock: Weink lause mit Ba�büfett. -- Solisten-Konzerte.- Mittwoch, den 17. April 7 Uhr: Benefiz für den beliebten Kapeilmeister Dirk anläßlich seines LäflÖT van Erp. Konzertes. Berliner Konzerthaus. Mauerstraße 82.' Zimmerstraße 90/91. Xlente: Großes Konzert des Berliner Konzerthaus-Orchesters, Leiter: Komponist Franz von Blon. Anfang 71/, Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang 71/, Uhr. Freitag, den 5. April: Vaterländisches Doppel-Konzert, veranstaltet von den Vereinen vom Inf.-RegU von Alvens- loben(6. Brarrdenb.i Nr. 52 in Berlin u. Neukölln u. vom Verein ehem. 12er von-Arnim-Dragonor in Berlin, ausgef. von der verstärkten Kapelle des Brsatz-Bat. Augusta-Regts., Leiter: Kgi. Ohermuslimeister Hermann Baarz. im Alter»oh 44 Fahren durch Kavsschuß. Bruder nach fieben Monaten.— Dies zeigen im Namen aller Hinterbliebenen Die trauernde Gattin Antonie KnaMa geb. Demmrlch nebst Kindern, Wwe. Anguste Knaffla als Mutter, Familie Wilhelm Fettke u. Frau Olga geb. Knaffla, Familie Paul Wietekind u. Frau Margarete geb. Knaffla, Wwe. Irene Knaffla als Schwägerin, Familie Willi Frommann u. Frau als Schwägerin, Familie Demmrlch als Schwager und Schwägerin. Ach. es ist ja kaum zu fassen, Das: Du nicht mehr kehrst zurück. 19805 MWimBe SmnltiMi. wiSMe oon M (8S. V. a. G.) Geschäftsstelle 80 16. Ncanderstrafie 4. Montag, den 8. April ISi8. abends 8 Uhr, im Restaurant Schultheis. Brückenstr. 6 b: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Jahres- und Kassenbericht. 2. Bericht des SlnsfichtSrats und SnUastung des Vorstandes. 3. Babi de? Vorstandes, des AusstchtsratS und der Ersah- männer. 4, Festsetzung der Entschädigung für die Vorstands- und Auf- fichtSratsmitglieder. 5. Anträge aus Abänderung der §§ 11, 18, 18, 22 und 23 der Satzungen. 264/10 6. Verschiedenes. Augnst Penn, vorfitzender. W. Voelckcr, Kassierer. ZBeÄslsrÄ F Dr med. Dahniann für" Geschlechtekrankheilnn, Haut-, Harn-, Frauenleiden, nervös. Schwäche, Bcln- kranke. Behandlung sohnelLsioher n.schmerz- los ohne Berufsstörung in Dr. Homcyer& Co. konz.Labor. f Blutunters., Fäden im Harn nsw. gegenüb. , Panoptik. gegenüber , Kathans. Spr. 10-1 u. 5-8, Sonnt. 10-1. Honorar mäßig, a. Teilzahi Separates Damenzimmer. Am 31. März verstarb an den Folgen einer Operation mein inniggeliebter. Hofens- auter Mann, unser treu- sorgender Bater pgul lmbnsch im Aller von 49 Jahren. Dies zeigen. im tiefsten Schmerz an Frau Bertha Iiubuseh nebst Töchter, Berlin N, Driesenrr Str. 3. Die Beerdigung findet am Freitag, den 5. April, nachmittags 3 Ubr, auf dem städtischen Friedhof in Buch statt. 136A �enttsl• Kranhen- Unter- ltützungsvereind Stlimieöe u. verw. Gewerbe Deutschi Zahlstelle IBccU« 3. Am konntag, den 3t. März, verstarb unier Mitglied Paul Imbusck. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigimg findet am Freitag, den 5. April. nachmittags um 3 Uhr, oon der Halle des städtischen Kirchhofes in Buch aus statt. 176/1 Die Drtsverwaltung. veutkcher Metallarbeiter- verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nach- acht, dag unser Kollege, der Klempner Frslli BISZing Rewickendorf.BcrlinerStr. 14 am 31. März gestorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 4. Apiil, nachmittags L'jzUbr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofes in Reinickendorf, Humboldtstratze, aus statt Rege Beteifigung wird er- wartet. � Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, dafi unser Kollege, der Fräier Mas Gilberg Kopenhagencr Str. 32 am 1- April gsfiorbcn ist. Die Beerdigung findet am Freilag. den 5. April, nachmittags i1!, Ubr. von der Leiibenballe de? Getb- iemane-KirckihofeZ in Nord- end-Nieder-Schönhausen aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Euglischen Unterricht für Anfänger und Fortgeschrittene, sowie deutsche und französische Stunden erteilt G. Swienw, Charlottenburg, Stuttgarter- platz 3, Gartenhaus IV.• Reichshallen- Theater,| j Allabendlich 71/j Uhr und| Sonntag naohmittägs 3 Dhr: er Siser, 1 Nachmittags ermäßigte Pr.! Trianon-Theater 'ltS am Bhf. Friedrichstr.'/,8 Tel.: Zentrum 4927 und 2391. Der Lebensschuler Komödie von Ludwig Fulda. Ida Wüst, Erich Kaisei�Tite, v.Möllendorff. Flink, Kettner. Stg. 4 ü. kl. Pr.: Johannisfeuer. idimralspaiast. Die Novitäten l&ie PfinzessiDven Tragant j und Anfang Yorzüoshc'Ke Küche. Voigt-Theater. Badstr. 58, Badttr. 58. Täglich TV, Uhr: w getlcims£eM! Montag, den 8. Aptil: Benefiz sfir Lina Moeller: Bubiu nnd Liebe. Spezialarzt Dr. med. Relnlmrdl. PolsdyBreWIIÄ�S, Syphilis, Harn-, Frauenleiden, Blutuntersuchungen. Modernstes, ersolgreichst. HeiioersaHren. Teilz. Sie be48 S eit. stark. B roich.0.60M., nach außerhalb verschlossen 1 M. JSaemorrAcisicn sohwlkd. Bchnotl n. schnjefÄl. dm chMypoba5annai,gich.er bew. aussei. Anw. M. 3,50, Otto Reiche', 8crl:r43 Eiscnbahnstr.4 it Feldsoldaten! �Veutsch.polnisck,. 15 Uf. i Deutsch-Fronzösischlbps. ' Buchhandlung vorwärts. Berlin ZPEÄÄsrÄ Dr. med. Noekenstli HirSyphiI!s,Harn-u. Frauenleiden Bwtuntersuchnngen. Schnelle, sichere, sobmerziese Heilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung firtüfo nut Freitag, 5., und HUttfC Sonnabend, den ß. Ztpril, von 10 bis 6 Uhr, alle, auch zerbrochene 35/15 # JÄöbel-hillig! � Durch Feuerschaden wenig beschädigte| = Heise!= gegen Barzahlung, soweit Vorrat reicht, billig rn haben. obel-Gross 141 Große Frankfurter Straße 141. A'achrnfe. Den Mitgliedern ferner ä zur Nachricht, dafi unser Kollege, der Mechaniker Georg ßenipei Seeftr. 119 am 29. März gestorben ist. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unsere Kollegin, die Arbeiterin �vgliste loSinmiiE Markgrasendamm 29 am 9. März gestorben ist. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, das; unsere Kollegin, die Arbeiterin ISartha Zieglcr am 25. März gestorben ist. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, dag unsere Kollegin, die Aibeiterin Oiülle Spremberg am 28. März an Blut. Vergiftung gestorben ist. Ehre ihrem Andenfen! Tie Qrtsverwaltung. Sonn&i��2��geöftne� im Ho tot zum grünen Baum, Krausenstr. 56/58, Zimmer 1 dt. ZaMo Pro Stück bis 30 M. Ztlijlr Piatin pro Gr. 7.00. itzran Kuntb, Verli». Jeder kann Kriegsanleihe Zeichnen auch wen» er nicht über größere Barmittel versllgt, sobald er eine Die feil Bin imiiml? Anleitungen und Winke von Engelbert Gras. 2. Auflag«. Preis 4V Pf. Cta Büchlein für de» praktischen Sedrauch und daher jedem Wanderfremrde et» stets lieber Begleiter Buchhandlung Vorwärts Berlin VW. 68, Lindenstraße 3 bei der MWe« ceMMlWlWs Smk »n-SeieOfW in Berlin eingeht. 27492* Neuzeitliche Bedingungen. Niedrige Prämie». Kostenlose Berechnungen und Auskunst durch die Tirettion, Berlin SW 4, Kronpriuzenufer 18. Zahngebisse, Platt«, Gr. 7,60, Ketten» Ringe. Bestecke kauft l'U-aii Wagner, Kalserstr. 18 I(Alexanderplatz). Epilepsie Bestellen Sie das Buch über Heilung derFallsuchtund Krämpfe von Dr. med. Braun. Preis 1 M. Nachn. 1,35 M. = Prospekt umsonst!---- Wir beschaffen Ihnen jedes Buch, welches Sie wünschen. Verlagsanstalt M. Dreye r, Berlin W Kurfürstendamm 24. von M. 1000,— bis M, 10 000,— Keine ärztliche Untersuchung! Kein Kriegszuschlag! Keine Anzahlung! 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Attargarete Tilgner. Helene Nest geb. Tilgner. Heinrich Nest. Toni, Bruno und Karl Nest. Die Beerdigung findet am Freitag, den 5. Ztpril, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Zwöll- Zlpostel-Kirchho/es in Schöne- berg, Kolonneiistraße 24/2' aus statt 712 Zentralvcrband der Leder- arbeitcr u.-arbeitcrinncn Deutfcblands. Filiale Berlin 1. Den MUgliedern zur Nachricht. daß am 29. März unser langsähriges Mitglied, der B-eitzgerber Fvttz. Teitge verstorben ist. 113/11 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 4. April, nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause, Kolonie- stratze40. nach dem Elisakelh- Friedhose statt. Um zahlreiche Beteilgung ersucht Dez- Vorstand. Nr. 92— 191$ Unterhaltungsblatt des vorwärts Vonnerstag, 4. WM Die Entwickiung öer Glühlampe. Wenn don der Entwicklung des Fadens der Glüblampe ge- fdrodien werden soll, so läßt sich die Darlegung an drei Fragen anknüpfen:.Wie dat sich die Wahl des Leuchtkörpers bestimmt? Wie hat sich die Herstellungsweise der Fäden oder Drähte gestaltet? Welche Formen hat jene dünne Leitung angenommen, die als Spenderin des Lichtes dient V Bei der Wahl des Stoffes, der glühend werden'oll, kommt es darauf an. daß dieser möglichst hochgradig erhitzt werden kann, ohne zerstört zu werden. Diele Forderung reicht von den eigentümlichen Gesetzen der Lichrstrahlung her. Erhitzt man einen Draht stärker, so wird, wie unmittelbar ein- leuchtet, natürlich auch die Lichtausbeute größer sein. Dies brgucht aber noch keine günstigere Wirtschaftlichkeit zu bedeuten, sokern zur Erzielung größerer Wärme oudi ein höherer Kraft- einsatz nötig ist. Stiegen also Krafteinsatz und Lichtausbeule in gleichem Verhältnis, so wäre an sich die„Oelonomie" der Lampe, wie man ihre Wirtschaftlichkeit zu bezeichnen pflegt, nicht bester als sie zuvor war. Man hat aber festgestellt, daß die von einem glühenden Körper ausgestrahlte Lichtmenge nach bs- stimmten gesetzmäßigen Verhältnissen sehr rasch wächst, und daß von der gelicserten elektrischen Kraft ein um so größerer Bruchteil als L'cki herausgegeben wird, je höher die Erhitzung geworden ist. Daher arbeitet eine heiße Lampe tatsächlich wirtschaftlicher, d. h. billiger, als eine solche, bei der der Leuchtlörper nur auf eine gc- rinae Anzahl von Graden erhitzt ist. Eine der ältesten Glühlampen, die aulgetreten find, ist diejenige von Grove aus dem Jahre 1840, Bei der Platindrähte zum Glühen gebracht wurden. Nun ist aber Platin nicht nur sehr leuer, sondern es liegt midi lein Schmelzpunk! ziemlich niedrig, nämlich bei 1780 Grad. Edison wandte da« der Kohle an, die damals als überhaupt unschmelzbar galt, und über deren Schmelzbarkeit noch heute die Meinungen sehr geteilt sind. Aber die Kohle zeigte einen anderen Uebelstand, der sich ganz un« erwartet geltend machte. Belastet man nämlich einen Kohlenfaden sehr stark mit Strom, so erhält man wohl ein blendendes Lid)t, und die Kohle schmilzt nicht; aber sie ist vielleicht schon in wenigen Se- künden auf eine eigenartige Weise zerstäubt. Soll eine Kohlen- sadcnlampe eine einigermaßen befriedigend lange Lebensdauer haben, so darf man nicht höher als bis zu etwa 2000 Grad mit der Erhitzung gehen. Die Kohlenfadenlampe, die jetzt mehr und mehr zu der- schwinden scheint, arbeitet also trotz ihrer vielen Vorzüge ungünstig, weil der Stromverbrauch zur Erzeugung einer gewissen Licbtmenge ein zu großer ist. Und dies führte die Technik wieder zurück zu Metallen, von denen man ja ausgegangen war. Es galt nur solche zu finden, die eine höhere Erhitzung vertrugen als Platin, und die dabei auch billiger waren als dieses. Hier sind es nun die Metalle Osmium sllöOOs, Tantal(2770) und Wolfram (3000), die sich als brauchbar erwiesen haben. Die eingeklammerten Zahlen geben den Schmelzpunkt an, und man ersteht leicht, daß offenbar Wolfram die stärkste Strombelastung verträgt, und daß also die wirtschaftlichste Lampe mit seiner Hilfe hergestellt werden kann. Dazu kommt der Umstand, daß die Natur Woliram in reichen Mengen zur Verfügung stellt, und daß es daher wesentlich billiger ist als Tantal, geschweige als das sehr seltene und daher recht teure Osmium. Im Wolfram und im Wolsramzusammenietzungen ist daher ein Stoff gewonnen worden, der für die Herstellung von Glüh- lampen vorzüglich geeignet erscheint. Auf welche Weise wurden und werden mm die Leuchtkörper labriziert? Edison stellte seine Kohlenfäden ursprünglich aus Papier her, das er in hufeisenförmige Gebilde zerschnitt, die dann verkohlt wurden. Später bereitete man mittels Zieheisen aus Bam- busstreifen dünne Fäden, die dann ebenfalls in Kohle übergeführt werden mußten. Heute spritzt man einen Brei aus reiner Baum- wolle und verdünnter Schwefelsäure durch eine feine Oeffnung, wo- bei ein Faden entsteht, der dann zerschnitten, im einzelnen geformt und schließlich in einem Tiegel zum Verkohlen gebracht wird. Bei Verarbeitung von Metall sind zunächst zwei grundsätzltch verschiedene' Verfahren zu unterscheiden. Das einfachste und das willkommenste entspricht ganz der Art. wie man sonst in der Technik Drähte durch Ziehen durch immer feinere Kaliber erzeugt. Tantal wurde von vornherein auf Draht verarbeitet, und man gewann dabei ein Erzeugnis, das biegsam und leicht zu handhaben war, dessen Querschnitt man sehr dünn wühlen konnte, und aus dem sich sehr lange Stücke formen ließen. Dem Ziehverfahren steht das so- genannte.Pasteverfahren" gegenüber, bei dem wieder ein Spritz- Vorgang stattfindet. Man stellt oder stellte etwa aus Osmium ein seines Pulver her, das mit einem paffenden Klebestoff zu einer bildsamen Masse angerührt ward. Dies wurde dann durch eine Düie gespritzt, und so entstand ein Faden, nicht ein Draht, der aus feinen Osmiumkörperchcn und dem Bindemittel bestand. Man glühte nun dieses Gebilde unter Luftabschluß aus, und schickte einen starken Strom hindurch, während es von einem geeigneten Gas umgeben war. Dadurch wurde das Bindemittel herauSgeglüht, und die Osmium- teilchen sinterten in der großen Hitze zu einer einigermaßen einbeit- licken und gleichförmigen Maffe zusammen, deren Aufbau freilich noch viel zu wünschen übrig ließ. Bei Wolfram ist es auch ge- lungen, aus reiner Maffe Drähte zu ziehen, wie dies bei Tantal von vornherein möglich gewesen war. Noch einem neueren Verfahren wird Wollram aul folgende Weile verarbeitet: Es wird aus sehr fein verteiltem Metall ein Faden gepreßt, der dann durch eine un- aelähr 2500 Grad heiße Zone wandert, wobei sich die Teilchen zu «nem kristallinischen Ganzen vereinigen. Und welche Formen haben die Leuchtkörper angenommen? Die einfachsten Gsstaltungsn finden wir bei der.Kobleusadenlampe. Kohle entwickelt im Vergleich zu Metall einen hohen Wtderlkand. Es ge- nügt daher ein kurzer Faden, wenn man tu« einer bestimmten Spannung eine bestimmte Lichtstärke erhalten will. Der Kohlsnlfdsn besteht daher oft nur aus einsm einfachen hufeisenförmigen Stück, oder man stellt eine Sckleife her, die eine»inzige Windung oder ein paar Windungen erhält. Der schmiegsame Faden bedarf außer an den Enden keiner besonderen Haltevorrichtnngen, und er bleibt auch gegen Erschütterungen ziemlich unempfindlich. Nicht so einfach liegen die Verbäliniffe bei Lampen mit metallenen GMbkbrpern. Hier muffen die Fäden od« Deähte länger sein, und es werden daher Stützungen notwendig, die der Technik manche Schwierigkeit bereiten. Man findet aber bei solchen Lampen Wied« Gelegenheit, den Draht derart anzuordnen, daß die Lichwusstrahlung eine bs- > anders zweckmäßige N'chtung erhält. Bei den Halbwattlampen find die Drähte ivirastg gebunden, damit jede Windung die von ihr aus- gestrahlte Wärme der Nachbarin zngnte kommen lasten kamt. Wir scheinen mit der Entwicklnng der Glühlampenkörper gegen« wärtig bis zu einem gewissen Endziel gekommen zu sein. Wir be- nutzen schwer schmelzbare Metalle; wir verarbeiten diese zu haar- feinen Körpern; wir ordnen letztere in paffenden Formen an. Am günstigsten wäre es wohl, wenn man wieder zum Kohlenfaden zurückkehren könnte. Aber wer findet ein Mittel, das dessen ver- derbliches Zerstäuben verhindert? Komoöienhaus: ,vke Zarin. � Schauspie Ivon L e n g y ei und Biro. Wie fast alle au? Ungarn importierten Stücke, trägt auch dieses französische Marke. Die unberechcnharen Launen und sprunghaften Verliebtheiten der russischen ob ihrer Gnnstljngswirtschast be- rüchligken Kaiserin Kaibarina II. liefern dem Autorenpaar, zwar den Stoff für ein Intrigenspiel, das in den Spuren Scribeschen Technik wandelt. Ein alter Kanzler, her alle llnverschämtheiten seiner kaiserlichen Herrin verbindlich lächelvd emgcstcckt und so die Eigenwillige am Ende doch immer in die von rhm gewünschten Bahnen hineinbngsiert. wird durch einen jungen, hübschen Kosaken- leutnant, der aus dem Felde der Kaiserin Bericht von einer neuen Verschwörung bringt und raich bei Hos Karriere macht, in seiner Position vorübergehend bedroht. Das Temperament der Dame, die in der Wut auch ausgezeichnet schimpfen kann, entlädt sich polternd bei der Nachricht. Nm so liebenswürdiger nimmt sie den Neberbringer selber auf, der hoch- beglückt ist, in die Stellung eines Günstlings auszurücken und seine frühere Braut im Handumdrehen vergißt. Nur daß ihm in dem Verhältnisse die Nolle eines bloßen Spielzeuges zu fällt, ist wider seinen Ehrenkodex. Die Frau hat doch zum Manne auszublicken. Fast sehnt er sich nach seinem Dummdien von Braut, die es daran nicht fehlen ließ, zurück. In diesen Szenen nimmt das Stück hier und da Ansätze zu einer intimer psychologischen Farbcngebung und komödienartiger Ironie. Daß die hohe Gönnerin daneben auch andere Zerstreuung sucht, ja einen simplen Grenadier für solche Zwecke gut genug hält und obendrein, noch selber eifers üchtig, die Braut ms Kloster sperren will, treibt seinen Zorn zum Sieden. Ein komplizierter Theater- apparat hilft weiter. Der Jüngling hört gerade zur richtigen Zeit von einer neuen Verschwörung und schließt sich ihren Rädelsführern auf der Stelle an. Er will die Kaiserin gefangen nehmen, dann wird sie ihn ja respektieren müssen I Schüsse hinter der Szene, Angstschreie ihrer Majestät, die sich vor ihm auf die Kme wirft. ritterliche Anwandlungen seinerjeits! Der Kanzler, den er stürzen wollte, hat von dem Handstreich Wind bekommen und zuverlässige Truppen herbeigeschafft. Indes dem alten Herrn kommts nur aus Ausrechlerhaltung seiner Macht mtd nicht auf Rache an. Er schickt seinen längst parat gehaltenen neuen Günstlings- kandidaten, den französischen Gesandten, vor, der Katharinas Herz mit einer Flut von sanfter LiebeSsemimenralitSt erfüllt, und sie dadurch versöhnlich stimmt. Sie läßt die Schuldigen ziehen, und der Kosak soll, wenn er im Krieg sich tapfer hält, später sei» Bräutchen noch bekommen. Maria O r s k a brachte das Gemisch herrisch brutaler Instinkte, zügelloser Eronk. verstandeskln»»r Geistssgegcnwarl und WillenS- energis in ver Figur der Zarin mst der gewohnten sicdersn Bühnen- Virtuosität zu wirksam anschaulichem Ausdiuck. Auch die anderen Rollen lagen m geschickten Händen. Hans A Ibers strammer Kosakenlentnant hatte, nnt*c«fk«ch im ersten Sitte, Züge derb- wüchsiger Raivftät und Paul Otto führte seinen Kanzler in einem höfisch feilten Dtplomalenstile durch. öt Lola Montez von Paul. Im Deutschen Künstler-Theater. Die schöne kecke Tänzerin lebt für uns fort durch ihr bayerisches JnivrmeMO; sie ist für uns unlöslich verknüpft mit König Ludwig dem PaiirzipieirdidMr, und der Bier- und Psaffernevolulion, die sie mit ihren schlanken Beinen und feurigen Augen entfesselte. Joseph Striederer hat sie so gesehen in seiner Komödie als das exoti'che Geschöpf, das die bsave demicke Svioßbürgerwelt gründlich durcheinanderbringt, aber wie die aus dem Lande mutz, da ihre politische Rolle nur ein improvifiesteö Tanzjpiel ist. Aber mit ihr fällt auch ihr andslirtiftb begeisterter Könrg, und die Schwarzröcke ziehen wie« der ein. Die Mlcffernreister haben zu tun, und der Fceiheitsrausch endizt im gewohnte« Katzenjcmmier. Sidotf Paul— stmh«»in Satiriker mit polizeilicher Ueber- wachnng und ein kleiner B. Shaw, neuerdings mit der gesahrlvsercn und«folgveicheren Romarivorarbeitting großer Kurtisanen beschäftigt — macht die Lola zum Mittelpunkt ciires polieffchen Jntrigenststcks — zur Bcestünderiu der groß«! Letdenschast. Die LlSenleuerin wird heroisiert; in der Tänzerin, die eine geknechtete Jugend nnd eine erzwungene Ehe hinter sich hat, wild das Weib hervorgeholt, das zum erstenmol den Rausch der romantischen Liebe erfährt. Das Madrid von 1843 gibt den Schauplatz. Divlomaten umbuhlen (mit politischen Hintergedanken) die gefeierte Tänzerin, der Regent sieht unter ihrem Bann. Aber sie sehnt sich nach dem starken Er- lebnis. Der(iolportageschauerumwobene) Karlistenführer Madons bringt es ihr. Er entführt— ganz Feuer, er entläßt sie un- versebrt— ganz Edelmut. Acht Tage will sie ihre und seine Llebe auf die Prode stellen. Aber die Intrigen der politischen Gegner und persönliche Neider locken den Tollkühnen ins Netz, nachdem Lola in einer großen Szene jede» Verrat abgelehnt. Vor ihrem Fenster stirbt unter ihrem Schrei der Rebell. Ein Theaterstück alter Schule mit den üblichen Zutaten, ver- spätste Romantik obue deren Pracht, ein vereinfachter Scribe. Alle Nebenfiguren verblaffen und alles ist auf die eine Lola gestellt. Und Ida Roland war— nicht die bezaubernde Lola, die wir uns erträumen. Am wenigsten in der Erscheinung(o blauschwarze Andalnsierin!). Sie war auch keine Tänzerin (viel zu zappelig). Aber sie gab prachtvolle Kostüm« bilder und sie hatte daS Spiel der großen Leidenschaften. Auf den Höhepunkten des dritten und vierten AkleS stürmte brausondcs Ge- witter von Liebe, Ernpörmig und Haß einher, nur ging es unS kaum zu Herzen. Daneben ist nur Paul Lange als Karlisten- führer Madons zu normen, kraftvoll in Erscheinung und Sprache. Notizev. — Borträg«. Prof. Ketzner spricht am Sonntag, abends 7%' Uhr, im großen Saal des Abgeordneten ha-ufes über„Die Weltmacht des Eisens". — Osker Sauer ist zweiundsechzigjährig in Friedenau einem unerbittlichen Nückenmarksleiden erlegen, mit dem er seit Jahren gekämpft. Einer der Wackersten und Edelsten� von der Brahmsgar.de, dte den Naturalismus auf der Berliner Bühne zum Siege und Triumph führten, ist mit ihm dahingegangen. Slls intimer Gestalter, der mit den feigsten Zügen die im Kern erfaßte menschliche Persönlichkeit durchführte, als ein schlichter Priester der Wahrheit wird er fortleben. � Dankbar wird man sich seiner Ibsen- nnd Haupwtannrvllen crmnern, denen er sein Gepräge au st rückte: an den Wehrhahn(im �Viberpelz"), an den Idealisten Gregers Werke(in der„WiBderttc"), den Pastor M anders(in den .Gespenstern"). In seinen Schäpsungen war immer der Herz- faßte, zuerst im Lcssingtheater(.Graf Trost!), dann von 1807 cur in Brahms Ensemble. 2] Pioniere. Roman ans dem Norden von Ernst Didriug. Aber er mußte auch rennen, um warm zu bleiben. Er hätte gar nicht gedacht, daß es so kalt sei. Dann hätte er sich wohl gehütet, den Nock auszuziehen. Die Kälte schnitt ihm wie ein Messer tief in die Brust, so daß er das Ge- fühl hatte, die Spiße des MefferS müßte im Rücken heraus- kommen. Nun, das würde schon aufhören, wenn er erst eine Weile lief. Und lange würde es ja nicht dauern. Der Wolf begann müde zu werden, und bald würden sie eine kleine Plauderstunde miteinander haben, wenn Sarri ihm erst das Rückgrat mit dem Skistab zerschmettert hatte. Dann wollte er dem Wolf sein Sündenregister gründlich vorhalten I Sarri duckte sich auf den Schneeschuhen nieder, und die Sprünge wurden länger und hastiger, während er die Augen fest auf den dunklen Punkt vor sich gerichtet hielt, der mit jedem Augenblick größer wurde. Sarri rannte schon länger als einen Tag hinter dem Wolf her. Er hatte ihn bei Tuopti aufgestöbert, gleich nach- dem der Wolf ein paar prächtige Renntierkühe zerrissen hatte, und dann hatte er sich einen Tag und eine Nacht ihm an die Fersen gehängt, manchmal weit hinter ihm, die Spur verlierend auf den glatten Eisabhängen, die der Wolf aufsuchte, um sein Leben zu retten; manchmal war er ihm auf den freien Hochebenen, wo tieferer Schnee lag, so nahe, daß nur ein paar Skilängcn sie trennten. Aber es war ein zähes altes Biest. Er wußte alle Kniffe, und bisher war er Sarris Skistab entgangen. Einmal waren sie einander so nah gewesen, daß� der Wolf sich umdrehte und grinste, als spintisiere er auf Kampf, aber dann kam ein langer Gletscher, und über den war er wie ein Pfeil hin- geflogeu, während Sarri einen langen Umweg über den Schnee »lachen mußte. Viele Stunden waren sie durch die Berge gelaufen. Der Wolf hatte sich immer wieder in Sicherheit gebracht. Aber nun würde Sarri ihn kriegen, Rachegelüste trieben ihn vor- wärts. „Du geschwänzter Teufel! Du Renntiermörder!" schrie er. Sein Lauf wurde immer hitziger und hitziger. Er raunte, als ginge es um mehr als das Leben. Die Angen glänzten vor Kampflust. Der Schnee stiebte von den Schnee- schuhen auf; die Mütze glitt nach hinten, bis in den Nacken hinunter, von Ivo der Luftzug sie fortführte; die langen schwarzen Haarsträhnen standen steil nach hinten, als könnten sie nicht mit, und das Hemd füllte sich mit Lust, daß es wie ein Sack auf Sarris gebücktem Rücken hing. Er kam dem Wolf zäh und sicher näher. Jetzt sah er deutlich den dicken, buschigen Schwanz, der über den Schnee fegte, sah das schmächtige Hinterteil, das beim Springen auf und ab schnellte, und die langen, gelbweißen Haare untern: Bauch, und er meinte zu hören, wie die großen Tatzen gegen den Schnee kratzten. Sarri schrie vor Entzücken, wirbelte den Stab überm Kopf im Siegerjubel und schlug ein noch schnelleres Tempo an. Der Wolf wendete ein paarmal den Kopf und zeigte die Zähne. Sarri zeigte auch die seinen und fauchte vergnügt. Sic verstanden einander und wußten beide, daß es das Leben galt. Sie liefen weiter. Im Süden begann es schwach zu dämmern, so viel, daß Sarri im Schneeineer vor sich die Linien unterscheiden konnte. Die Konturen des Berges zeich- neten sich von dem Rauchgran ab. Der Wolf, der das auch gesehen hatte, lief schneller. Sarri blieb wieder zurück. Der Schnee wurde härter, und die Schneefchuhe rutschten ab� Aber auch der Wolf merkte die Veränderung. Wo der harte Schnee barst, schnitt er ihm die Tatzen entzwei. In seinen Spuren brannten rote Flecken. Der Wolf nahm den Kurs gerade auf den Berg zu, und als er die ersten harten Absätze erreichte, war es förm- ltch, als drehe er sich um und grinse Sarri höhnisch an. Dieser drohte mit dem Stab und schrie ihm ein paar Kose- namen zu. Sarri krabbelte den Berg hin«n. Der Wolf güitt auf dem Eise«us und rutschte ein Stück den Hang hinunter. Sarri war ihm so nah, daß die Spitze des Sklsiabss das Schwänzende berührte, aber der Wolf war schneller wieber auf den Beinen und rannte in einer schmalen Rinne des Berges weiter. Sarri dicht hinter ihm her. Nun wußte Sarri, daß er ihn hatte. Hier konnte der Wolf nicht entkommen. Schroff vor ihnen lag die Bergwand, freilich war ein gutes Stück aufwmtts eine dunkle Höhle darin, mit einem haben EiSschemel von über Manneshöhe davor, in dem auch die schärfsten Klauen keinen Halt finden würden. Aber der Wolf sammelte all seine 5fräfte zu einem gewaltigen Sprung— man hörte ein knisterndes Klirren scharfer Klauen gegen den Eisblock— das große graugelbe Vieh rutschte mit dem einen Hinterbein eine Saktrnde von dem Block ab, riß das Bein an sich und war im nächsten Augenblick in der Höhle verschwunden. Sarri stand und gaffte. ES gab keine Möglichkeit, hinterherznkommcn. Kein Mensch konnte diesen Sprung nachmachen, vor allem nicht mit Schneeschuhen. Umgehen konnte man den Block nicht, um hinanfzukommen. Und außerdem mochte die Höhle ja oben noch einen zweiten Aus- gang haben. Sarri sah sich um. Wo war er nach all dem Umher» rennen nun eigentlich gelandet? Wo mochte er sein? Dieser Berg da gerade unter der blauroten Wolke auf der andern Seite der Schnee-Ebene war nicht der stcakcri- vaara,— der Kaiscpakto war es auch nicht, dazu war er zu rund. Was mochte es für ein Berg sein?— Wo war denn Süden? Hinter ihm— hinter dem Berge, auf dem er selbst stand,— dann mußte der Tornejaur da hinten im Norden sein,— richtig. Aha! Jetzt wußte er, wo er war! der Berg gerade gegenüber war der Luossavaara, und er selbst stand aiif dem Kirunavaara. Ja, dann war ihm die Sache klar! In dem Berge mußten gute Verstecke sein, nach dem, was Skum gesagt hatte. Es war ein sehr geheimnisvoller Berg, über den in den Hütten im Norden viel gesprochen wurde, meistens im Flüsterton, und wenn keine unreinen Frauen zuhörten. Sam würbe es mit einemmal unheimlich zumute. Aber vielleicht kam das nur daher, daß er so schrecklich fror. Ihm klapperten die Zähne im Munde, und«r hatte das Gefühl, als glitte« ihm Mistüae den Rücken hinunter. Er faßte sich nach dem O»pf.®te HaasftrShnsn waren steif gefroren, und er fühlte ein Stechen in der Brust. Er verstand die Warnung, drehte auf den Schneeschuheil um und rannte auf den Abhang zu, um sobald wie möglich in seine alte Spur zu kommen und sich das Bündel zu holen, das dahinten lag. Sorts. folgt) SchSnhett und klugen. Bnnt der Dichter von Schönheit schwärmt, so der- weilt er boßonderS gern bei den Augen< Sie find der Spiegel der Seele. Dennoch scheuen viele Men- schen nicht davor, diese kostbaren Spiegel schlecht, häßlich oder schief einzurahmen, indem sie ebenso nnschön« wie unpasiendc Augengläser tragen. Sol- che minderwertigen oder unverständlich angepaßte»; Formen haben e« verschuldet, daß manche Leute glauben. Augengläser entstellen immer selbst da» schönste Frauen stnirner. Ein schönes, gutsiKendeS, gutangepaßtes Augenglas ist nicht nur überaus kleidsmt», sondern verleiht auch dem Träger einen AuS« druck von Intelligenz und Bildung. Heerte weiß man, daß richtig an» g-paßte Augengläser dem Sehen nL�en und dem Aussehe» zum mindesten nicht schaden. Wenn aber eine Daine dennoch für die Straße ehr Augenglas vermeiden will, so findet sie bei uns schöne stilvolle Lorgnetten und Lünetten/ die sicher schön und vornehm wirke»». Rostenls« prüfen wir Augen und Sehkraft mit Sorgfalt und garantieren für passende Gläser sowie für Haltbarkeit aller Fassungen von 8.50 M. an. Dafür erhalten Sie bei uns schon einen guten Gold-Doublü-Kneifer (ohne Gläserl und dazu noch ein Jahr Garantie, d. h. „so lange alle Reparaturen umsonst", selbst wenn die Fassung durch Ihre Schuld zerbrochen wird. Nur sür Hornteile, Schildpatt und für zerbrochene Gläser Häven Sie zu zahlen. 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Meldungen von 10H— 1 und 4—6 Uhr.• Frauen zum ZeitungsauS- trayen sucht„Borwärts"-Anz- gabestelle Alt-Boxhageu 56, Laden._* Frauen zum Zeitungsaus« tragen sucht„Vorwärts", Lindenftraße 3, Laden.* Zeitungsträgeri» sofort ver- langt Spedition Lichtenberg, Wartenbergstraße l. Laden.* ZeitungZanSträgeri» verlangt Bernsee, Steglitz, Mommsen- str. 53.____* Zeltungsausträgcrin verlangt „VorwärtS"-Speditton Schöne- berg, Meiningerstraße 3._* Zeitungsausträgerinncn können sich melden.„Vorwärts"« Ausgabestelle, LaustvcrplatzI4/i5. ZeitungsauSträgerinne» wer« den sofort eingestellt„Vor- wärts- Svcditton, Markus- straße 36.__* Austrägerin verlangt Trcp- tow, Kiefbolzstraße 412, vom I rechts, Ecke Elsenstraße.* Oseleumlcger, selbständig atzbeitend. suchen Dirnirtme�er kltelre, Wilholnistr. 55. 19485» MtertWW facht 27vß0 | J. 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