E?weöMon: SW. H8» Linüenstraße z. �ernsh-erher: Amt Moritivla«, Nr. 151 90—151 97. Ztr. W. 35. Jaftr«. ( 10 Pfennig) Vevlinev Volksblstt. der fostaldcinokratt fdieti Partei Deutfcblands. Anzeigenpreis: DwslebengcipaltencKownelzcUelostet SO Psg.»Jtlcine Anzeige»", das fcttgedruclle Wort SO Pfg, kzulässig 2 settgedrucktc Wortci, iedcö weitere Wort 1b Pfg, Stellengesuche und Schlafstellenanzeigeu das erste Wort 20 Psg„ jedes weitere Wort 10 Pia. Worte über 15 Buchstaben zählen sür zwei Worte. Teuerungszuschlag 20e/.> Familien-Anzeigen, voliiische und gewerischaftliche Vereins- Anzeigen 00 Psg. die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen vis 5 llür nachmitiags im Hauptgeschäkt. Berlin SW.K8, Lindenstrahe 3. adtegeben werden. Esöfsnet von s Uhr früh bis 7 Uhr abends. Neöaktion: EW. HS, Linöenstraße Z. Sernföretfier: Amt WJortfeölaö, Nr. 151 90— 151 97. Bezugspreis: Vierle�öhrl. 1.S0 Ml. monatl. 1.bOMi. frei ins Haus. vorauszahlbar.Einzelne Nuuunern 10 Pfg. Postbezug: Monill- sich 1�0 Ml. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich»Ungarn 3,— M'., für das übrige Ausland 4,50 Ml. monatlich. Versand ins Feld bei direlter Bestellung monarl. 1ch0 Ml. Postdesiellungen neblnen an Däne» mart, Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Poft-Zeitungs-Prcisliste. Ericheint täglich. Telegramm- Adresse: «Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan Montag, den 8. April 1918. frsliMscher RQckzua fQdlicl) der öife. Vergebliche englische und französische Massenangrifse an der Ancre und Avrc. — Die Offensive am Süduser der Oise. — Vorstädte von Chauny erstürmt.— Aillettelinie erreicht. Amtlich. Großes Hauptquartier, 7. April 1918. W. T. B.s Westlicher Kriegsschauplatz. Au der Schlachtfront entwickelten sich am Nachmittage heftige Feuerkämpfe, denen starke englische und französische Angriffe an der A n c r c und A v r e folgten. In dichten Massen vorstürmende englische Regimenter brachen nördlich von B e a u m o n t— Hornel und vor unserer Brückenkopf- stcllung beiderseits von Albert zusammen. Südlich von Sillcrs— Brctonneux kamen bereitgestellte Sturmtrnppen des Feindes in unserem Feuer nicht zur Entwicklung. Bon anderen Fronten neu herangeführte französische Divisionen stürmten auf dem Wcftufer der Avre zwischen E a st e l und M a i l l y, östlich von Thory, bei Cantigny und fünfmal bei M e s n i l vergeblich au. Unter schwersten Verlusten find ihre Angriffe vielfach nach erbittertem Nah- kämpf gescheitert. Truppen der Armee des Generals von Boehn griffen gestern früh die feindlichen Stellungen auf dem S L d u f e r der Oise bei A m i g n y an. Wöhrend sich Teile den Ueber- gang über den breite», stark versumpften Oise-Abschnitt er- zwangen und die Borstädte von Chauny erstürmten, nahmen andere Truppen im Angriff von Osten her die starken fcind- lichen Stellungen bei A m i g» h und im Nordostteile des Waldes von C o u c y. Wir erreichten die Linie Bichancourt— Antreville— Nordrand von Barisis. Durch das überwSl- tigende Feuer unserer Artillerie und Minenwerfer erlitt der Franzose hohe blutige Verluste. Bisher wurden mehr a l S 1-1 09 Gefangene eingebracht. Zur Vergeltung für die anhaltende Beschießung unserer Unterkünfte in L a o n wurde die Beschießung von Reims fortgesetzt. Auf dem Ostufer der Maas brachte ein ErkundungL- stoß bei Beaumont 70 Gefangene und 10 Maschinengewehre ein. Im Luftkampf wurden gestern 18 feindliche Flug- zeuge abgeschossen. Rittmeister Freiherr von Richthofen errang seinen 70., Leutnant Udet seinen 24. Luftsieg. Mazedonische Front. In Borfeldkämpfc« am Vardar und Dojran-See wurden einige Griechen, Franzosen und Engländer gefangen. Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Reue?. Der Erste Generalquartiermeister. _ Ludendorff. Abendbericht. Berlin, 7. April 1918, abends. Amtlich. Auf dem Südnfer der Oise brachte die Weiter- sührung unseres Angriffs neue Erfolge. Pierre- m a n d c und Folembray wurden genommen. Der österreichische Bericht. Wien, 7. April 1918. Amtlich wirb verlautbart: A» der italienischen Front nichts von Belang. Der Chef des Generalstabes. Der Vorstoß süölich See Gife. Die Kämpfe am 6. fSptü. Heber die Kämpfe eds 6. April südlich der Oise schreibt ein höherer Generalstabsofsizier:„Das gestrige Vordringen der Den:- scheu über die Oise und südlich des Flusses gab ein Bild vollendeter Leistung von Führung und Truppe. Man muß die Schwierigkeiten bedenken, die in dem derzeitigen Zustand des durch den Regen nahezu grundlos gewordenen Bodens und in der teilweisen Heber- schwemmnng der Oiseniederung liegen, um diese Leistungen voll würdigen zu können. Vom Norden her drangen deutsche Truppen unter Heberbrückung des Kanals und des Flußlanfes in die süd- liche Vorstadt von Chauny ein. Sie stießen südlich Dergnier gegen A m i g n y vor, während gleichzeitig vom Osten her deutsche Infanterie über Servaies zum Sturm antrat. Die Angriffs-� bewegungen der Infanterie wurden in einer geradezu vollendeten Weise von der Artillerie vorbereitet. Amigny, der Brennpunkt des ersten Kampfes, wurde durch Artillerie- und Minen- Werfer völlig eingedeckt. Hnter den Trümmern dieses Ortes liegen die größten Teil« eines französischen Lnfanteviereginrents bo- graben, dessen Rest sich in einer unbeschreiblichen moralischen Der- fassung ergab. Offiziere wie Mannschaften waren seelisch voll- ständig gebrochen. Besonders die Mannschaften wiederholten fort- gesetzt die Worte:„Alles ist vernichtet." Daß unter solchen Hmständen der Angriff der Deutschen trotz der großen Geländeschwierigkeiten über 8 Kilometer vorgetragen wurde, ist begreiflich. Ebenso daß die Verluste der deutschen Infanterie im Verhältnis zu denen des Gegners äußerst gering genannt werden können. Auf französischer Seite wurden zwei Infanterie- regimenter mehr oder minder aufgelöst. Hand in Hand mit den glänzenden Leistungen der Infanterie und Artillerie gingen die der Pioniere. Was hier an der Oise und am Kanal an technischer Arbeit gefordert und geleistet wurde, ist erstaunlich. Dabei müssen no chganz besonders die Leistungen im Bau der doli ständig zerschossenen und aufge- weichten Straßen in Betracht gezogen werden. Der Drang nach vorwärts schien hier ebenso wie in den großen Kämpfen bei Ouentin die Armee zu beseelen. Auch hier war eine der auf- fallendsten Erscheinungen, daß unmittelbar hinter der stürmenden Jnfantierie die Straßenbaukompagnien erschienen, um den Muni- tionsnachschub zu ermöglichen. Wie auf dem Hauptkampsfelde, so traf ma nauch diesmal die Artillerie, und zwar mit ihren schwer- sten Batterien in den vordersten Jnfanterielinien. Jeder einzelne Mann hatte nur den einen Gedanken: Vorwärts! Französischer Heeresbericht vam 0. April abends. Der Tag war gekennzeichnet durch eine Reihe heftiger Angriffe, welche die Deutschen auf der Front von Abecourt südlich von Chauny und Barisis ansetzten. Unsere Truppen leisteten Widerstand aus unseren Vorpostenlinien, und nachdem sie den Angreifern erhöhte Verluste beigebracht hatten, besetzten sie entsprechend den erhaltenen Befehlen vorbereitete Stellungen. In den Argonnen in der Gegend von St. Mihiel und Bau de Sapt ziemlich starke Tätigkeft der beiden Artillerien. die Sejchießung von Paris. Paris, 7. April.(HavaZ..) Die Beschießung von Paris durch ein weittragendes Geschütz dauerte am 6. April fort. Es gab drei Verwundete. Das vorsetzen in Wladiwostok. Haag, 7. April. Reutcr meldet aus Moskau: Halb- amtlich wird mitgeteilt, daß nach den japanischen auch eng- lische Truppen in Wladiwostok au Land gingen. Der Rat der Volkskommissare unternahm gegen die japanischen Truppen-Landungen in Wladiwostok diplvma- tische Schritte. Gleichzeitig wurde allen Sowjets in Sibirien der Befehl erteilt, dem Einfall in russisches Gc- biet Widerstand zu leisten. Petersburg, 6. April. Ein Manifest des Rates der Volkskommissare beschuldigt Japan, den Sturz der Republik herbeizuführen und sich Sibiriens bemächtigen zu wollen. Es erklärt Japan für den Todfeind der Republik und sagt, der Rat verlange eine Erklärung van den Alliierten und warne sie; ihre Antworten würden einen erheblichen Einfluß auf die auswärtige Politis des Rates haben. Washington, 6. April.(Reuter.) Die Landung japanischer Marinetruppen in Wladiwostok erfolgte nach einem Zusammen st oß zwischen Ja- panern und fünf bewaffneten Russen. Es wurde eine kleine Abteilung von einem im Hafen liegenden japanischen Kreuzer an Land gebracht, die eben ausreicht, um weiteren Unruhen vorzubeugen. In amtlichen Kreisen in Amerika legt man dein Vorfall keine politische Bedeutung bei. Der Rat der Volkskommissare ist, wie die Mekuuyen zeigen, seinerseits nicht geneigt, den Vorfall leicht zu nehmen. Es wird sich bald herausstellen, ob die Beteiligung der Engländer an der Landung unid die sanfte Auffassung in Washington die Erregung des Rats nicderdämpfen kann. Nußlanös Sotfchafter in Oeelin unö Wien. Petersburg, K. April. Joffe ist zum Botschafter in Berlin, Kamenew zum Botschafter in Wien ernannt worden. Luftangriff auf Luxemburg. Berlin, 7. April. Stadt und Bahnhof Luxemburg wur- den am ö. April von feindlichen Flugzeugen angegriffen. Dem Bombenabwurf ffelsn bisher 6 Personen zum Opfer, von denen 4 tot und 2 schwer verletzt sind. Der angerichtete Sachschaden ist gering. Gewalt gegen Gewalt. Tie Wilson- Rede. Die Töne, die der Präsident der Vereinigten Staatcm auf der Geburtstagsfeier des deutsch- amerr- k a n i s ch e n K r i e g s in Baltimore augeschlagen hat, lassen uns gar keinen Zweifel daran, wo wir stehen. Entlveder eS gelingt in absehbarer Zeit den Krieg flu Westen mit militärischen Mitteln zum Abschluß zu bringen, oder die Zukunst liegt dunkel vor uns. Das heißt: heiter ist sie auch dann noch nicht, wenn die Kämpfe dieses Frühjahrs und Som- mcrs, wie wir alle hoffen, eine günstige Entscheidung bringen, sie wäre es aber noch viel weniger, wenn diese Entscheidung ausbliebe. Es kann darum ernstlich im deutschen Volke gar keine Meinungsverschiedenheit darüber geben, was jetzt gewollt und angestrebt werden muß. Der offiziöse Kommentar zur neuen Rede Wilsons unter- scheidet sich stark von dein, was wir sonst leider nur zu oft in der Presse lesen mußten.„Sie(die Rede) zeigt, was ein verlorener Krieg für Deutschland bedeuten würde." Das sind ungewohnt ernste Worte. Im Januar 1917 las man fast in allen deutschen Zeitungen— nur nicht im„Vorwärts" und den anderen sozialdemokratischen Blättern—, nun werde England, infolge des unbeschränkten U-Boot- Kriegs binnen wenigen Monaten die Waffen strecken. Tie amerikanische Kriegsdrohung fei nur ein Bluff und in keiner Weise ernst zu nehmen, ehe Amerika auch nur zu dem Versuch komme, der Entente Hilfe zu leisten, werde der Krieg zu Ende sein. Hätte sich diese Prophezeiung erfüllt, so wären die jetzt tobenden blutigen Kämpfe an der Westfront überflüssig ge- worden. Wir hätten längst schon Frieden, und Wilson hätte nicht mehr die Rede halten können, die er am 6. April in Baltimore gehalten hat. Wir können aber dem Präsidenten in gewissem Sinne für diffe Rede dankbar sein, denn sie er- innert uns daran, was viele unter dem Einfluß ihrer tag- lichen Zeitungslektüre zu vergessen schienen, daß dieser Krieg kein Kirschenpflücken ist. Noch steht das deutsche Volk vor ungeheuren Leistungen, die es auf sich nehmen muß, wenn es dem sanatisierten 5dri.egswillen seiner Gegner und ihrer nicht zu unterschätzenden Macht bis zuletzt stand' halten will. Von allen Völkern, die von diesem Kriege bc- troffen sind, hat das deutsche am wenigsten Ursache zu verzweifeln. Wer keines, auch das deutsche nicht, hat Gnmd, den werdenden Ereignissen mit Leichtherzigkeit und Ueber- mut entgegenzublicken. Hinter den verbündeten Gegnern des Westens steht mit gewaltigen materiellen Hilfsmitteln und mit gewalttg an- feuernder moralischer Kraft Amerika. Ohne sie wären sie vielleicht schon, unter der Wirkung des russischen Wfalls, wrrtschastlich und moralisch zusammengebrochen. Die Hoff- nung auf den großen Alliierten jenseits des Atlantis hält sie aufrecht und peitscht sie zu immer erneutem Widerstand an. Wie lange dieser Widerstand noch anhalten wird, hängt von den Ereignissen ab, die im Zuge sind. Es ist jetzt keine andere Lösung der Weltwirren zu sehen als der erhoffte volle deut- sche Sieg auch im Westen. Die Rede Wilsons läßt uns auch keinen Zweifel darüber, daß die Brücken zn einem Versländigungssrieden durch den Vertrag von Brest-Litowsk vorderhand abgebrochen sind. Sachlich wird dadurch nichts mehr geändert, daß man sich aus- malt, wie es vielleicht hätte kommen können, wenn wir mit Rußland einen andern Frieden geschlossen haben würden. Wilson, der unbestrittene politische Führer der Entente, will den Frieden von Brest-Litowsk nicht anerkennen und stellt Deutschland vor die Wahl, entweder von seinen Gewalt- drohungen zurückzuweichen oder den Gewaltkampf mit ihm aufzunehmen. So ist die Entwicklung des Weltkriegs aus eine zwangsläufige Bahn gedrängt, auf der nur noch die Eni- scheidung der materiellen Machtmittel gilt. Und darum hat der Streit Czernin-Clemenceo u über die Verhandlungen in der Schweiz in diesem Augenblick nur historisches Interesse. Herr Clemenceau behauptet, daß die Anregung zu diesen Verhandlungen, die, wie wir jetzt erfahren, schon seit d e m A u g u st 1917 fortgesponnen wurden, nicht von Frankreich, sondern von Oesterreicht ausge- gangen sei. Wir können dazu nur sagen: desto besser für Oesterreich und desto schlimmer für Frankreich! Es ist in unsenr Augen keine Schande, die Anregung hu solchen Verhandlungen gegeben zu haben, und es wäre sür keinen Staat ein Vorzug gewesen, sich ihr verschlossen zu haben. Das hat aber auch Fransreich nicht getan. Warum diese Verband- hingen oder Vorbesprechungen ohne Erfolg geblieben sind, ist noch nicht ganz klar, und solange diese vollständige Klarheit nicht geschaffen ist. wäre es Unrecht zu sagen, die Schuld an dem Scheitern liege nur aus einer Seite. Aber wer die öffentliche Tätigkeit des Herrn Clemencetu verfolgt hat, kann ihn nicht Wr eilten Mörat bÄten, hex vlm BoxstäudigungZ' toiHeii überfließt und nur durch die Härte des Gegners zu Abwehr gezwungen wird. Gleichviel, schon der Umstand, daß Traf Czemtn das Geheimnis dieser Verhandlimgen preisgab, zeigt deutlich ge- nug, daß von ihnen nichts mehr zu hoffen ist. Wieder sind die Dinge auf des Schwertes Spitze gesteint. Und dem auch über Gräbern noch Hoffenden zeigt Wilson den ganzen furcht. baren Ernst der Lage. Ist doch seine ganze Rede ouf den Ton gestimmt: Wir oder sie? Und darauf gibt es dann frei- lüli nur eine Antwort, daß wir es nicht sein wollen, die auf der Strecke bleiben. Wir deutschen Sozialdemokraten find himmelweit davon entfernt, alles, waK von oben herab geschehen ist, für richtig zu halten. Unsere politische Stellung ist klar gekennzeichnet durch das, was wir vor dem Ausbruch des Krieges, vor der Erklärung des unbeschränkten U-Boot-Krieges und vor dem Abschluß des Friedens von Brest-Litowsl gesagt und ge- schrieben haben. An diesen drei Entscheidnngspunkten ist das Reich nicht den Weg gegangen, den wir gezeigt haben, sondern den ihm entgegengesetztem Wir haben immer vor Folgen gewarnt, die wir für gefährlich hielten, haben aber, wenn diese Folgen eintraten, mit das unsere dann ge- tan, daß sie dem deutschen Volke nicht zum Verderben aus- schlagen. Die Rolle des. schadenfrohen Propheten, der sich die Hände reibt, wenn er recht behalten hat, steht einer großen Partei nicht an, wenn es für Jahrzehnte, vielleicht für Jahr- hunderte um die Zukunft des eigenen Volkes geht. Und so stellen wir fest: die Situation, die Wilsons Rede mit greller Klarheit beleuchtet, diese unendlich ernste und entscheidende Situation ist durch eine Politik herbeigeführt worden, die nicht die der Sozialdemokratie war. Aber diese Situation ist jetzt da, und sie zeigt keinen anderen Ausweg als den baldigen vollen Sieg Deutschlands auch im Westem Für ihn hat das deutsche Volk seine ganze Kraft eingesetzt, und die Verant- Wartung für den Erfolg liegt bei der militärischen und Poll- tischen Führung. Der Frieden, wenn er so erzwungen wird, wird eine verwirrende Fülle der Probleme Mrücklassen, er Nnrd von neuen Gefahren umdroht sein und die Regierenden der Zukunft vor die allerschwersten Aufgaben stellen. Sei es, wenn er nur kommt! Jetzt gibt es keinen anderen Weg zu ihm als über den uns verheißenden militärischen �ie«._ vis Walöplateaukämpft vsr /Zmkens. Nur noch k! Kilometer von der Bahnlinie Paris— Amiens entfernt. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. Westfront, am S. April, Tas Kampfterrain der letzten Tage südlich der Somme wird dargestellt durch ein zirka hundert Weier hohes, mit zahlreichen Waldstücken besätes Plateau, das Amiens im Südosten vorgelagert ist und durch die tief einschneidenden Täler der Sommch der v u c e, A v r e, des Don und N o y e trnches in mehrere Sinzrl- xlateauS zerlegt wird, die sämtlich in Richtung Amiens spitz zn- laufen. Diese Einzelplateaus waren in den letzten Tagen der Schauplatz schwerer, wenn auch durchgehends örtlich begrenzter Kämpfe, in denen es besonders gestern den deutschen Truppen ge- lang, ihre Linien über die erbittert verteidigten Stellungen des englisch-sranzösischen Gegners mehrere Kilometer westlich in Rich- tung auf Amiens vorzudrücken. Die Kämpfe zerfallen dem Ge- laude gemäß in mehrere Abschnitte, in denen die einzelnen beut- schcn Heeresgruppen manchmal unabhängig voneinander operieren "müssen, weil die taktische Verbindung von Plateau zn Plateau schwierig ist. Das erste Einzelplatean am rechten Flügel der Kampf- n ont wird im Norden durch die Somme, im Süden durch die Luce. im Westen durch die Avre begrenzt und reicht mit seiner Nordwestspitze bis zu dem Gleisdreieck Longueau, einer Borstadt von Amiens. Auf diesem Plateau waren die Ortschaften H a m e l und Marcelclave, das Gehölz von Hamel und Vaire sowie die Wälder nördlich A u b e r c o u r t Brennpunkte des hin- und herwogenden Ringens, in dem der hier kämpfende englische Gegner aus seinen alten, Amiens schützenden rückwärtigen Siel- lungen zahlreiche heftige Gegenangriffe ansetzte. Die gegnerische Artillerie war ziemlich unwirksam, aber sein Maschinengewebrfener Das?oröan-Lanö. Tos Tal des Fordanflusses, di« Stätte soeben gemeldeter deutsch-türkischer Kriegserfolge, ist ungemein abwechslungsreich; .lU- UN, spült der Fluß sandige Hügel, bald schlängelt er sich Zwi- üben niedrigen, mit Bäumen bestandenen, blütenreichen Ufern dahin, bald stürzt sich ein kleiner Bergstrom rauschend in ihn, dann wieder nimmt er einen kleinen, träge dahinfließeitden, klaren Bach auf; hier sind seine Ufer steil und engen den Fluß ein, dort weiten sie sich wieder und sind mit Dickichten von Rohr, Sträuchern und Schlingpflanzen eingefaßt, in denen ein reiches Bogelleben herrscht. In der Gegend von Jericho, wo die große Straße von Jerusalem nach Damaskus den Jordan kreuzt, hat sich der Fluß sein Bett in Sand, Lehm und Schotter gegraben und zieht in einer Senke dahin, deren Wandungen terassenförmig aufsteigen; vormals— wir folgen einer Schilderung von Professor Endriß— war hier nur eine Fähre vorhanden, nouerdings ist eine Holzbrücke gebaut, die zu Friedenszeiten fast immer recht belebt war; be- sonders wenn Viehherden, Esel, Schafe, Ziegen, von einem Ufer zum andern geschafft werden sollten, herrschte lebhaftes Gedränge. Hier strömt der Jordan trüb zwischen Ufern hin, die von Pappeln und Weiden eingefaßt sind. Auf den Bergen am linken Ufer liegen die beiden Orte, von denen aus der deutsch-türkische Angriff vor- getragen wurde. Es Salt, Welt oberhalb Jerichos, dichter am Flusse gelegen, und Amman, weiter abwärts, aber bedeutend weiter vom Flusse entfernt. Amman ist heute nur«in Dorf; es liegt an der Stelle des alten Rabba oder Rabbach- Amm on z einige Bedeutung hat es heute nur noch als Haltestelle der Pilgerbahn von Damaskus nach Mekka. Die alte, jetzt verfallene Burg, die sich im Norden auf einem langgezogenen Hügel erhebt, bietet den Anblick eines ausgedehnten Trümmerfeldes; auch sonst ist die ganze Umgegend des Orte? wie Amman sechst ungemein reich an Ruinen und Resten, die von seiner früheren Größe zeugen, so das am Dorfeingange stehende große antike Theater, dessen noch er- alten e Teile hauptsächlich als Schaf- und Ziegen ställe, gelegent- sich auch als menschliche Wohnungen dienen. Trotz seiner Küm- merlichkeit erfreut sich das Dorf eines gewissen Wohlstandes, denn die Gegend ist wasserreich und daher fruchtbar. Das Land dient nicht nur der Feldbestellung, sondern auch dem Gartenbau. Der Wasseilauf ist hier oben in den Bergen eng; Steineiche» und Terebinthen schmücken sein« weißen Felsränder; auf der Hochfläche an beiden Ufern, die schwach gewellt ist, denen sich große Getreidefelder aus; au Bäumen fehlt eS; die Bauern haben die zahlreichen Steine, die auf den Feldern verstreut lagen, sorgsam herausgesammelt und an den Rändern zu großen Wällen an- g-häuft. Steigt man abwärts, so gelangt man an dem Tscher- tessendorfe E l Sir vorbei auf einem steinigen Wege, neben dem wirkte teilweise sehr störend. Nach heißen, durch schlechtes-Wetter erschwerte» Kämpfen stehen wir zu beide« Seiten der alten Nömerstraße auf diesem Plateau überall westlich der Linie Hangard- Bairr. Das südlich anschließende zweite Plateandreirck wird durch die Luce und den A v r e b a ch eingeschlossen. Hier ist tage- lang um die Stadt und wichtige waldige Höhen nördlich M o r e u i l gekämpft worden. An diesem augenblicklichen Berührungspunkt der englischen und französischen Front wirft General Foch seine besten Reserve» zu schnell sich folgenden Gegenstöße« vor. Doch ist seit gestern das ganze Plateau bis auf eine feindliche Einbuchtung au der Wcstspitze in deutscher Hand. Diese Einbuchtung wird hente stark flaukiert durch das glän- zrnde Vorrücken unsrrer Truppen auf dem dritten Plateau, das zwischen Avre, Don und R o b e b a ch liegt. Nachdem wir südlich Morenil aus der Avre- und Donniederung aufsteigend die ersten Randhöhen dieses Plateaus bereits genommen hatten, sind wir gestern ans der 10 Kilometer breiten Nordsüd-Frontlänge vor- gebrochen nnd haben im Norden M a i l l h, in der Mitte westlich Pierrepont das Gehölz von Mongival, im Süden dies- srits Grivesnes die StraßenkrenznngSkapelle St. A i s n o n hinter uns gebracht. Gleichzeitig stürmte auch«Srdlich Morenil eine deutsche Angriffskolonne vom zweite» Plate«« durch das Avretal ans daS dritte hinüber nnd setzte sich westlich C a st e l am Abhang zwischen der Stadt und dem S e n c a t- Walde fest. Die Kämpfe auf diesem Südplateau sind zweifellos die wichtigsten, weil wir hier die Bahn Pari?— Ereil— Amirns am nächsten vor uns haben. Bon Cafiel bis zu der Bahnlinie, die am West abHange dieses Plateaus entlaagläuft, find nicht mehr als S Kilometer! Verglichen mit den ersten stolze» Ergebnissen der deutschen An- griffsschlacht machen die Resultate der augenblicklichen Kämpfe nur einen lokalen Eindruck. Doch ist ihr Ziel im Rahme» des Ganzen von großer Bedentung. Dr. Adokf Küster» KrtegSbertchterstattr«. • Berlin, 7. AprN. I« trüber gekber Flut fließt dir Avre zwischen versumpfte« Äsern. Jenseits in Morisel sitzt noch der Franzose. Auch den Kirchhof nördlich von Morenil, der von Maschinengewehren starrt, hält er zäh. Morisel erzittert unter den Einschlägen der schweren Granaten. Das ganze Dorf ist in eine Wolke von Rauch und Staub gehüllt. Manern krachen, Häuser stürzen ein, in wenigen Stunden ist der blühende Ort ein Trümmer- Haufen. Zwischen den vom Feuer bestrichenen Zone» führen die deutsche« Kompagnie- und Zugführer in raschen geschickten Sprüngen ihre Sturmtruppen vor. DaS A V r e- T a l liegt im Flankenfeuer ftanzösischer Batterien. Bald macht sich deutsche Unterstützung vom Süden her geltend. Ans Notstegen wird die Avre überschritten. Bayerische nnd mecklenburgische Truppen dringen gleichzeitig in Morisel ein,„Mein Zug ist der erste in Morisel," ruft ein junger Zugführrr. Im nächsten Augenblick streckt ihn ein Kovfschuß nieder. Schon sind die Franzosen im Weichen. Die Bayern ersteigen die Höhen westlich des Dorfes. Ein Regiment Mecklenburger, von einer Feldbatterie gefolgt, stößt unbekümmert nm das, was rechts nnd links noch standhält, in das Avre-Tal vor. Ihr Stoß schafft den südlich von ihnen kämpfenden Bayern Lust. Durch vier feindliche Stellungen brechen sie sich Bahn und haben gegen Abend den Senekatwald erreicht. Die Besatzungen der dortigen feindlichen Maschinengewehrnester wehren sich mit äußerster Hartnäckigkeit. Manche Maschinengewehre, an denen die Deutschen vorbeigrstürmt waren, wenden sich und schießen ihnen in den Rücken. Aber aller Widerstand ist vergebens. Der Wald wirb gestürmt. Jetzt beginnen die Franzosen zn weichen, ihr Rückzug wird schneller und schneller und artet endlich in wilde Flucht aus. » Der deutsche Tettangriff südlich Albert am 5. April. Berlin, 7. April. Westlich Dernanconrt hatten die Eng- länder erst am Abend vorher eiligst herangeholt«.Australier ein- gesetzt. Als der deutsche Angriff aus den Kellern von Dernancourt gegen den Bahndamm vorbrach, an dem sich die Australier tief ein- gegraben hatten, stieß er auf außerordentlich zähen Widerstand. Die hinter dem Bahndamm gelegene britische Stellung war weder durch Geschütze noch durch Minenwerfer zu fassen. Aus den Dorf- Häusern heraus kämpften nunmehr die überhöhten deutschen Ma- schinengewehr« den Bahndamm ab und z/Wangen den Gegner Deckung zu suchen. Diesen Augenblick benutzte die Infanterie, nm mit Handgranatentrupps zum Sturm vorzugehen. Sofort wurde die deutsche Artillerie über den sumpfigen Ancre-Grund nachgezogen. Nach kräftigster Artilleriewirkung wurden die feindlichen starken ein Wasser rauscht, allmählich m die Tiefe; erst geht der Weg durch eine öde Felfenwüste, die in den Sommermonaten unerträglich heiß ist; wenn man sich dem Jordan nähert, wird daS Land wieder bebaut; namentlich viele Maisfelder findet man. Rechts des JordanS liegt Jericho, heutzutage Tr Riha, ge- legentlich auch Palmen stadt, genannt. Jericho, das beiläufig 300 Meter unter dem Meeresspiegel liegt, lebt heutzutage ausschlietz- sich von dem Ruhme seiner Vergangenheit: es ist am kümmerliches Nest mit ärmlichen Hütten und staubigen Straßen, in denen sich hier und da eine Palme erhebt. Irgendein bedeutendes Gebäude oder eine sonstige Sehenswürdigkeit sucht man vergeblich. Auf der Straße, di« nach Jerusalem führt, schleppen die Bewohner der Gegend Gemüse, Kohlen und andere Bedarfsgegenstände mühselig bergauf. Steht man auf dem Bergwege nach Jerusalem zu, so überschaut man von einer gewissen Höhe an weithin die Jordan- ebene; im Süden fällt der Blick aus den Spiegel des Toten Meeres, da? von Jericho aus auch auf einem fahrbaren Wege erreicht werden kann, der durch flacheS wüstes Land führt. tzeimwärtsziehen. „Se fflnn ankomm, nn Swone fünn an komm." Jedes Jahr. etwa gegen Ende des MärzmonntS, erhalte ich ein ähnliches Schrei- den. ES bedeutet, daß die Waldschnepfe meine Heimat durchzieht. Wo immer auch ich bin in Europa— Hals über Kopf, von starkem Heimweh gepackt, reise ich dann ab.— So ähnlich heißt eS in einer Novelle Liliencrons. Dieses Bild im Geist gemalt, wo der wikde Schwan auf seinem Rückzug an die Sommerplätze vorübergehend hier in ein niederes Flußbett, dort in einen waldbekränzten See im Norden Deutschlands einfällt, trat niir vor die Seele, als neulich, über städtischem Lauben- land, ein« Schar Kraniche über mir dahinzog. Kri-Kra— schrillte ihr taktmäßiger Schrei, im Wehen des FlügelrauschcnZ, im Tafte wie Ruderschlag, Kri-Kra— der Keilhaken in Dämmer und Nebel auf, und sein Sang verstummte. Wo war da die Großstadt mit all ihrem Lärmen? � Klang da wie Ruderschlag, Kri-Kra— der Keilharen ging in Dämmer und Nebel aus, und sein Sang verstummte. Krune-Krane, Witte Swane, We wullt met na Engekland fahre, Engelland eS geschleste, De Schlütel es gebraake, Wanne solln wi enne neue kriege, Wenn dat Körken riip.... nsw. Und dann, der- Gegenwart näher, trat das Bild mit dem Schwan herauf. Gick-gack, vermischt mit den Stimmen von Wolken und Wind, zieht im schrägen Zug die Wildgans dahin. Hoch, daß kein Jäger sie erreichen kann. Weit, unter grauen Wolken, wartet das frühjahrs- herbe Land. Purpurnes Gagelholz treibt all seine frühe goldgelbe Pracht herau-.. Erwachende Wiesensenken, von Pfützen der Ueber» jchwemmmcg besprengt. Und der Ktbitz darüber, im Diskant scinen Stützpunkt genommen. Schon wendeten sich die Engländer in süd- westsicher Richtung zur Flucht, als ein englischer Massen- angriff aus Richtung Milleucosrt einsetzte. Auf 200 Meter Entfernung legten die deutschen Batterien ihr vernichtendes Feuer auf die dichten feindlichen Sturmkolonnen, di« buchstäblich niadergcmäht wurden. Rotterdam, 6. April. Der englische Kriegskorrespondent an der Westfront Gibbs meldet vom Freitag, daß die Deutschen bei ihrem letzten Offensivstotz auf einer Front von S Kilometer mehrere Divisionen einsetzten. Am Freitagmargen stellte sich herans, daß die Deutschen üaer das verwüstete Gebiet der Somme-Schlachtfelder ihre Ariillerieverstärkungen nach vorn ge- bracht hatten, denn das dem Angriff vorausgehende Sperrfeuer par heftig und tief und erreichte Dörfer, die mehrere Kilometer hinter der Front liagen. Es ist klar, daß der Feind es aus AmienS abgesehen hat. * Französischer Heeresbericht vom 6. April abends. Auf der Oise- und Sommefront dauerte der Ariilleriekamps heftig an. Der Feind machte ftüh einen starken Angriff gegen unsere Stellungen zwischen MeSnil, S t. Georges und M o n ch e l. Dieser Angriff wurde durch unser Artilleriefeuer gebrochen und scheiterte vollständig. Zahlreiche Leichen liegen vor unseren Linien. Wetter nördlich zerstreuten unsere Batterien feindsiche Ansamm- lungen in dem Gehölz von Hangard und tu der Gegend von D emuin. Im Abschnitt von Noyo» versuchten die Deutschen nach einer Beschießung mit Granaten großen Kalibers uns unsere Gewinne an Boden nördsich des Renaud-Berges zu entreißen. Nach sehr lebhaftem Kampf haben unsere Truppen den errungenen Vorteil behauptet und das ans dem linke» Oise-llser eroberte Ge- lände geHallen. Englischer Heeresbericht vom S. April morgens. Nord- sich der Somme dauert« destern das schwere Ringen längs der ganzen Front südlich der Ahette bis zum späten Abend an. Der Feind griff andauernd mit beträchtlicher Stärke an mit keinem weiteren Erfolg als dem, den er mit seinen Anstrengungen während des Vormittags erzielt hatte. Ein örtliches Gefecht fand gestern nachmittag südlich der Somme in der Gegend von H a n- gard statt. Durch«tuen Gegenangriff verbesserten wir etwas unsere Stellung. Englischer Bericht vom 6. April abends. Die Jnfanterietätigkeit an der Kampffront blieb auf örtliche Kämpfe in der Gegend des Avelny- Waldes nördlich von Albert beschränkt, ohne einen Wechsel der Lage herbeizu- führen, und auf Kämpfe zwischen kleinen Truppenabteilungen an verschiedenen Punkten. Die feindsiche Artillerie blieb weiter tätig. Wie festgestellt, waren mindestens 10 deutsche Divisio- n e n an den erfolglosen Angriffen gestern nördlichderSomme und an de nsehr schweren Gefechten auf zahlreichen Teilen dieser Front bis nördsich von B u c q u o i beteiligt. Genera! Peta!ns Ende? Haag, 7. April.„Morning Post" lenkt die Aufmerksamkeit auf eine Mitteilung des NorthcsiffeblatteS.Evening Post", wonach der erste Minister Lloyd George am Dienstag offen die U r- fache des strittigen Rückzuges darlegen werde, ebenso die Gründe, weshalb General Ha ig und General Pätain, die beide im Gegensatz zu Präsident Wilson, Clemencean und Lloyd George, Gegner der Vereinheitlichung des Ober- befehls waren, seit Beginn der Osfeustoe diese Bminheitlichung gebilligt hätten. Genf, 7. April. Der französische Ministerrat Hai am Dienstag Maßnahmen getroffen, um das Zusammen- arbeiten zwischen den verschiedenen militari- scheu Stellen zu sichern, die für di« Durchführung des einheit- sichen Oberbefehls notwendig seien. In Zukunft werde eS zu keinen bedauerlichen Reibungen mehr kommen. Diese Ankündigung bereitet, wie man in der.Frankfurter Zeitung" liest, allem Anschein nach darauf vor, daß General Pätain als Sündenbock für die letzt« Niederlage geopfert worden ist. Namen schrillendl Kiiii-Witt— schwenkt er im Mövenflug. Schießt zu, als ob er, ein Raubvogel, dich stoßen wollte! Am Waldhang ein Kätzchengold, graugrünes, winziges, wildes GaiSblattlaub, grauwollene Fauldaumknospen, noch nich gesprungene, kleine Krebsscheeren am Birkengezweig, ein Schimmer, ein Ahnen über allem. Am uralten Pfad im Grunde ein Wässerlein vom Laubfall geklärt. Ein Geruch nach mullmigen Stubben und fauliger Streu, und doch nach neuer Erde und frischer Feuchtigkeit. Ist abends das Licht gesunken, hält hier, im Erlengesttüppj die der- siebte Waldschnepfe Stelldichein. Zizitt— zizitt... zwei liebes- tolle Schatten gaukeln. Vorbei, wie Fledermäuse. Zizitt, zizitt! ftingt's unsichtbar weiter. Doch noch meint die Sonne es gut. Ein Hackespecht lackt und trommelt, eine Wildtaube burrt an, es rÄscht der Eichelhäher. Mit schrillem iiii— ä streicht ein Bussard hoch überm Wald. Aus einsamem Feld stelzen gravitätisch Raben dahin...... Und die Amseln und Singdrosseln flöten.... Und neben den Großen die Kleinen... Zizüp, zizüp, pink, pink, ruft die Meise. Die Braunelle, der Zaunkönig, das Rvtkelchen, die Finken studieren. Bald, nach der Landschaft verschieden, ist auch die Nachtigall und der Kuckuck, der alte Lügner, wieder da. Und ziemlich als letzter, vielleicht gegen Pfingsten, meldet auch der Pirol, der Pfingstvogel. der Vogel Bülow, mit lautem melodiösen Ruf sich an..Gigliaglio, Gigliagsio, Giglio... Gig... Ii... o Fast alle sind fi« heimgezogen und haben doch kein Schreiben bekommen, aus weitestem Süden, auf uralten Vogelzugstraßen. Je mehr der Frühling hereinkommt, um so schneller ziehen sie an. bei Tag und bei Nacht. Was treibt sie zurück, was sagt ihnen die Richtung an? Der Heimzug der Zugvögel ist ein Stück Nawr- wunder, das der Wissenschaft lange zu denken gab. Die wachsende Einsicht in den Gang großer geologischer Veränderungen hat dieses Wunder erschlossen. Das Ziehen der Vögel hängt mit der Ueber- Windung der letzten großen Eiszeit zusammen. Notizefl. — Ein Porträt Walter Hasenclevers, litho- gvaphiert von Oskar Kokoschka, erscheint demnächst im Verlage von Paul Cassirer. — lieber Siebenbürgen wird Fräulein Lilli Archen. hold am Mittwoch, den 10. April, abends 6 Uhr, im großen Hörsaal der Treptow-Sternwart« unter Vorführung zahlreicher Lichtbilder sprechen. Als besonders interessante Objekte sind mit dem großen Fernrohr der Jupiter, Saturn und Mars zu beobachten. — Deutsches Opernhaus. Die nächste Aufführung von d'Albcrts Oper„Liebesketten" findet am Mittwoch, den 10. April, statt. Die Rolle der Sadika singt Hertha Stolzenberg. — August Wilhelm Hofmann, dessen bahnbrechende Untersuchungen über den Charakter und die Zusammensetzung der Anilinfarben den Ausgangspunkt für die gewaltige Eni- Wicklung der deutschen Farbstoffindustrie gebildet haben, wurde heute vor hundert Jahren in Gießen geboren. Vor gerade sechzig Jahren hat seine Entdeckung des Anilinrots und die anschließende Entdeckung der mit Alkoholjodüren darstellbaren Farbstoffe der Großindustrie die Wege gewieje», Vie gevetterten Verhandlungen in der Schweiz. französische Darsiellung. Tie„Köln. Ztg." veröffentlicht folgende von Havas der- breitete Note der französischen Regierung: Als Clemenceau die Regierung übernahm, fand eS sich, dah in der Schweiz auf Anregung Oesterreichs Be- fprechungen stattfanden zwischen dem Grafen Redertera, dem persönlichen Freund des Kaisers, und Major Armand, vom zweiten Bureau des Generalstabs, der zu diesem Zweck vom damaligen Ministerpräsidenten abgeordnet worden war. Clemen- ceau glaubte die Verantwortung nicht auf sich nehmen zu dürfen, diese Besprechungen, die zu keinem Ergebnis geführt b a t-t e n, abzubrechen, dg sie nützliche Informationsquellen sein konnten. Major Armand konnte sich also auf Ansuchen des Grafen Revertera fortgesetzt nach der Schweiz begeben. In Gegenwart seines Ehcfs wurde ihm von Clenrenceau die Weisung erteilt: ..Hören und nichts s a g e nl" Als skb Graf Revertera schlieh- lich überzeugt hatte, daß sein Versuch, den Köder für einen beut- schen Frieden anzubringen, ohne Erfolg blieb, nahm er sich, um seine Mission zu charakterisieren, die Mühe, am 2S. Februar Major Armand eine eigenhändige handschriftliche Note zu über- reichen, deren erster Satz folgendermaßen lautet: Im Monat August 1917 waren Pourparlers angeknüpft worden zu dem Zweck, von der französischen btegierung im Hin- blick auf den künftigen Frieden Vorschläge an die Adresse Oester« reich? zn erhalten, die geeignet wären, von Oesterreich bei der Berliner Regierung unterstützt zu werden. Graf Revertera, Bewerber und nicht Gebetener, gibt also in diesen Ausdrücket zu, daß es sich darum handelte, von der französischen Regierung F r i ed e n s v o r sch l ä g e zu erlangen unter der Adresse Oesterreichs mit Bestimmung Berlin. Diese durch ein amtliche? Schriftstück festgestellte Tat- fache wagt Czernm folgendermaßen wiederzugeben: Elemenceau ließ mich einige Zeit vor der Offensive auf der Westfront fragen, ob ich geneigt sei, in Verhandlungen einzu- treten und auf welchen Grundlagen. Damit hat er nicht nur die Wahrheit nicht gesagt, sondern das Gl g e n t e i l von der Wahrheit. In Frankreich nennen w i r d a s L ü g e n. Es ist nur zu natürlich, daß Elemenceau seine Entrüstung nicht zurückhalten konnte, als er sah, wie Graf Czernin, beunruhigt über die Folgen der Offensive, so kühn die Rollen ver- tauschte und die französische Regierung hinstellte, als ob sie um den Frieden nachgesucht habe, in einem Augenblick, wo sich Frankreich in Gemeinschaft mit seinen Alliierten anschickte, den Zentralmächten eicke Vernich- tende Niederlage beizubringen. Es wäre nur zu leicht, daran zu erinnern, wie sehr Oesterreich auch Rom, Washington und London mit seinen Bewerbungen um einen an- geblichen Sonderfrieden ermüdet hat, die aber kein anderes Ziel hatten als uns in ein Joch zu bringen, dem sich angepaßt zu haben Oesterreich bekennt. Wer kennt nicht die Geschichte der jüng- stcn Zusammenkunft(immer in der Schweiz) des ehemaligen öfter- reichischen Botschafters mit hohen Persönlichkeiten des Verbandes? Die Konferenz dauerte nur wenig« Minuten. Auch diesmal war es nicht unser Verbündeter, der um die Unterredung nachgesucht hatte, sondern die österreichische Regierung. Konnte Graf Czernin in seinem Gedächtnis keine anderen Versuche gleicher Statur finden, die in Paris und London nur zwei Monate vor dem Unternehmen Reverteras durch eine Persönlichkeit unternommen wurden, die Revertera an Rang weit überragt? Auch hier, wie nn vorliegenden Falle, ist ein amtlicher, aber noch viel bezeichnenderer Beweis vorhanden. » Paris, V. April. Zum Tommuntqut des Ministerratspräsidiums hat Painleve der„Humanite* nachstehende Erklärung abgegeben: Im Laufe des JahrcS 1917 wurde» von Oesterreich-Nngarn mehrere Versuche gemacht, offiziöse Gespräche mit Persönlichkeiten ßer Entente einzuleiten. Insbesondere wurde im Juni 1917 von der Zweiten Abteilung gemeldet, daß eine österreichische Persönlich- keit, der Graf Revertera, durch Vermittlung eines Schweizers zu wiederholten Malen darauf gedrungen habe, eine private Unterredung mit einem entfernten Verwandten von ihm, dem Ma- jor Armand, Offizier in der Zweiten Abteilung, zu haben. Nachdem der damalige Ministerpräsident R i b o t hiervon benachrichtigt wor- den war, trafen Revertera und Major Armand im August 1917 zu- sammen. Hiermit hatte es fein Bewenden. Es fand im August keine weitere Zusammenkunft statt, und ich habe keine Kenntnis, daß bis zum 13. November 1917, dem Datum des Rück- tritts meines Kabinett?, eine andere Zusammenkunft stattgefunden hätte. Das, was sich nachher ereignet hat, entzieht sich selbstverständ- lich meiner Beurteilung; doch nehme ich nach den Erklärungen des Ministerpräsidenten an, daß es Revertera war, der auf die Sache wieder zurückgekommen ist. Gesierreichische Antwort. Wien. 7. April. Amtlich wird Verlautbart: Gegenüber der ersten kurzen Erklärung Herrn Clemenceaus, mit welcher dieser den Grafen Czernin der LüKe geziehen hatte, wird dem nunmehr vorliegenden Communique des französischen Ministerratspräsi- diums vom 6 d. Mis. mit Befriedigung das Zugeständnis entnommen, daß zwischen den beiden Vertrauensmännern der Regierungen Oesterreichs-Ungarns und Frankreichs Besprechungen üoer d.e Friedensfrage stattgefunden haben. Die von Herrn Clememeau gegebene Darstellung der Einleitung und des Vec- laufes dieser Verhandlungen ebenso wie die von Herrn Painlevt in der„Humanite" über den gleichen Gegenstand veröffentlichte Erklärung weichen aber in vielen und wesentlichen Punkten der- maßen von den Tal fachen ab, daß eine eingehende Richtigstellung des französischen Communiques notwendig erscheint. Im Juli 1917 wurde Graf Revertera von einer neutralen Mittelsperson im Nomen der französischen Regierung aufgefordert, mitzuteilen, ob er m der Lage wäre, Eröffnungen dieser Regierung an jene Oesterreich-Ungarns entgegenzunehmen. Als Graf Rever- tera diese Anfrage nach«ingeholter Genehmigung noch im Juli 1917 bejahte, traf am-. August Ign im Auftrage des damaligen französischen Kriegsmimsters Painleve und mit Genehmigung deS damal-gen französischen Ministerpräsidenten Ribot der Major Graf Armand bei dem mit ihm weitläufig verlvandten Grafen Rever- tera in Freiburg mn. Graf Armand richtete nun an den Grafen Revertera die Anfrage, ob mit Frankreich und Ocsterrejch-Ungarn Besprechungen möglich wären. Die Initiative zu dieser Anknüpfung ist also von französischer Seite ausgegangen. Von dieser im Austrage der frauzösischen Regierung gestellten .lnirage hat Graf Revertera dem k. und k. Minister deS Aeußern Meldung erstattet, welcher hierauf den Grafen Revertera ersuchte, die Besprechungen mit dem französischen Vertrauensmann aufzu. nehmen und im Laufe derselben festzustellon, ob hierdurch die Grund- lagen für die Herbeiführung eines allgemeinen Friedens geschaffen werden tömrten. Graf Revertera trat sodann am 22.--gelegenheitem Tschitscherin. und 23. August in Besprechungen mit dem Grafen Armand ein, die jedoch, wie Herr Clemenceau ganz richtig erklärt, kein Er- y« b n i s lieferten. Hiermit brachen diese Verhand- langen ab. Wenn Herr Clemenceau behauptet, daß bei seinem Amtsantritt Besprechungen zwischen dem Grasen Revertera und dem Grafen Armmid im Gange gewesen seien, so ist dies unrichtig. Erst im Januar 1918 nahm Graf Armand, diesmal im Auftrage Herrn Clemenceaus, mit dem Grafen Revertera neuerlich Fühlung. Der im August 1917 abgerissene Faden ist also von Herrn Clemen- ceau selbst im Januar 1918 wieder aufgenommen worden. Aus dieser neuerlichen Fühlungnahme ergaben sich dann die im amt- lichen Communique vom 4. April 1918 mitgeteilten Besprechungen. Richtig ist, daß Graf Revertera dem Grafen Armand bei diesem Anlaß am 23. 2. 1913 eine Aufzeichnamg übergab, von welcher Herr Clemenceau nur den ersten Satz zitiert und die bestätigt, daß Graf Reivertcra bei den im August 1917 stattgehabten Be- sprechungen mit dem Grafen Armand den Auftrag hatte, zu lon- stabieron, ob von der frcmzöfischen Regierung Vorschläge zu erkalten feien, welche an die Adresse Oesterreich-Ungarns gevichtet, die Grundlagen für einen allgemeinen Frieden bilden würden und die Oesterveich-Ungarn seinen Verbündeten zur Kenntnis bringen könnte. Es entspricht somit durchaus den Tatsachen, wenn Graf Czernin in seiner Rede am 2. 4. laufenden Jahres erklärt hat, „Herr Clemenceau hat einige Zeit vor Beginn der Westoffensive bei mir angefragt, ob ich zu Verhandlungen bereit fei und auf welcher Basis". Der gegen den Grafen Czernin von Herrn Cle meneewu erhoben« Vorwurf der Lüge ist demnach auch in jener Einschränkung, welche das vorliegende Communiqnö der fran züsischen Regierung vornimmt, nicht au frechtz»»er halten. Von„Bitten um einen angeblichen Separatfrieden", mit welchem Oestereich-Ungarn die Regierungen in Rom, WaMngton und London ermüdet habe, ist der österreichisch-ungarischen Regie rung nichts bekannt. Richtig ist dagegen, daß in der Schweiz zwischen dem Botschafter Graf Meusdorfs und dem General Smuts eine von der englischen Regierung im UnierhcmS zugegelwne Unterredung stattgefunden hat, die aber nicht einige Minuten, sondern in mehreren Zusammenkünften einige Stunden dauerte. Wenn Herr Clemenceau den k. u. k. Minister des Aeußern fragt, ob er sich erinnere, daß„zwei Monate vor der Unternehmung Reverteras— also vor etwa Jahresfrist ein Versuch der gleichen Art durch eine im Rang weit über ihm stehende Persönlichkeit" gemacht worden sei, so nimmt Gmf Czernin keinen Anstand, dies zu bejahen, wobei der Vollständigkeit und der vollen Korrektheit halber noch beizu fügen ist, daß dieser Versuch gleichfalls zu keinem Ergebnis geführt hat. Soweit die Feststellung der Tatsachen. Im übrigen sei nur bemerkt, daß Graf Czernm seinerseits keinen Grund sehen werde, es abzuleugnen, wenn er in' diesem oder in einem ähnlichen Falle die Initiative ergriffen hätte, da er — im Gegensatz zu Herrn Clemenceau— glaubt, daß es kein Vor- Wurf für eine Regierung sein kann. Versuche zur Herbeiführung eines alle Völker von den Schrecknissen des gewaltigen Krieges be freienden cbrenvollen Friedens zu unternehmen. Durch die von Herrn Clemenceau aufgeworfene Streitfrage ist übrigens die Aufmerksamkeit von dem eigentlichen Kernpunkt der Aeutzerungcn des Grafen Czernin abgelenkt worden. Das Wesentliche daran war nicht so sehr, wer die Besprechungen bor Beginn der Westoffensive angeregt, sondern wer sie zerschlagen bat, und das hat Herr Clemenceau bisher nicht geleugnet, daß er sich gnveigert hat, auf der VassS de? Verzichts auf einen Rück crwerb Elsaß-Lothringens in Verhandlungen einzutreten. Eine Rede öes Reichskanzlers ist nach der„Germania", die sich über die Absichten des Kanzlers wiederholt als gut unterrichtet gezeigt hat, beim Wiederzusammentritt des Reichstags zu erwarten. Graf Hertlmg, so berichtet sie, werde über die politische Lage sprechen. Voraussichtlich werde bis dahin der Friedensvcr trag mit Rumänien unterzeichnet sein, so daß Graf Hertling auch über unsere neuen Beziehungen zu Rumänien sprechen könne, und weiter werde der Kanzler sich mit den in der jüngsten Rede Czernms aufgeworfenen Fragen befassen. Die Märe Lichnowskp. Ein Protest des Fürsten. Stockholm,(5. April. Stockholmer Zeitungen veröffenMchen eine Erklärung des Fürsten Lichnowskh, in der dieser gegen den Abdruck seiner Broschüre in der jungsozialistischen Zeitung „Politiken" protestiert, Die Reichstagserfatzwahl in Zwickau. Aufstellung des sozialdemokratischen Kandidaten. Zwickau, 7. April.(Eigener Drahtbericht de?„Vorwärts".) In der heute in Zwickau für den 18. sächsischen Reichs tagswcchlkreis abgehaltenen Kreisgeneralversammlung, in der Genosse Dr. Grad- nauer-Dresden über die politische Lage und die Stellung der Partei sprach und mit seinen Ausführungen starken Beifall der Ver- sammelten erzielte, wurde als Kandidat für die am 13. Mai statt- findende Reichstagsersatzwahl Bezirkssekretär Genosse Richard Meier- Zwickau aufgestellt. Die Stimmung der Versammlung war durchaus zuversichtlich. Letzte Nachrichten. Russische Note an die Ukraine. Moskau, 4. April.(Meldung der Petersburger Telegraphen- agentur.) Ter Ausschuß für die auswärtigen Angelegenheiten über- mittelte am 3. April dem Ministerrat der ukrainischen Volks- republik in Kiew folgende Note: In Beantwortung des Funkspruchs vom 2. April, der den Vorschlag des Ministerrats der Volksrepu- blik enthält, Friedensverhandlungen einzuleiten, schlägt die Regierung der russischen Republik, da sie durch das Ultimatum vom 21. Februar und durch den Vertrag von Brest gezwungen sei, einen Frieden mit dem Ministerrat der ukrainischen Volks- rcpublik zu schließen, als VerhandlungSort die Stadt Smolensk vor. Wir bringen als Verhandlungsbeginn den 6. April laufenden Jahres in Vorschlag. Was den angeblich zwischen den feindlichen Völkern geführten Krieg anbetrifft, so lehnt das Kom- missariat- für auswärtige Angelegenheiten der Volks- republik nachdrücklich diese Bezeichnung des blutigen Kampfes, der sich in der Ukraine entwickelt, ab. Die Sowjet- Regierung in Rußland führt nicht Krieg gegen die Volksrepublik der Ukraine. Der gegenwärtige Kampf spielt sich zwischen zwei Parteien des ukrainischen Volkes ab und es kann sich nur um die warmen Sympathien handeln, welche die arbeitenden Massen Rußlands in diesen tragischen Tagen, und tragisch nicht für das ukrainische Volk allein, den Arbeitern und Bauern der Ukraine entgegenbringt. Das Volkskommissariat ftir die auswärtigen An- GroMcrlln Ein wort an üie �lrbeitereltern l Die Zeit der Schulentlassung ist vorüber. Wieder sind Tausende von Arbeiterkindern in das Erwerbsleben eingetreten. Eine neue Welt tut sich vor ihnen auf— eine Welt harter Arbeit und ernster Pflichten. In dieser Zeit bedürfen die Schulentlassenen ganz besonders des Rates und der Freund- schafft der verständnisvollen Förderung ihrer geistigen und körperlichen Kräfte. In den frühesten Jugendjahren wird der Grund gelegt für die Welt- und Lebensanschauung des er- wachsencn Menschen;.die in diesen Jahren empfangenen Eindrücke wirken nachhaltig fort durch das ganze Leben. Darum muß es die selbstverständliche Pflicht aller Arbeitercltern sein, ihre schulentlasseuen Söhne und Töchter auf die freie Jugendbewegung und ihre Einrichtungen aufmerksam zu machen. Die freie Jugendbewegung will die Jugend in den Stand setzen, an den großen Aufgaben, die sich die organisierte Arbeiterklasse gestellt Haft mitzuwirken. Sie will aber auch, daß ihre Anhänger Freude an der Arbeit und am Berufe, am Leben und der Natur haben. Zu diesem Zwecke tritt sie ein für den Schutz der Jugend gegen die Uebergriffe der Lehrherren m>d Unternehmer. Durch anregende und intcr- essante Leranstaltuugeu, Vortrags- und Diskutier- ab ende, gesellige Zusammenkünfte, frisch- fröhliche Wanderungen und Spiele im Freien sucht sie die geistige und körperliche Entivicklung der Jugend zu fördern und ihnen willkommene Gelegenheit zu bieten, ihre freie Zeit in wertvoller und nutzbringender Weise auS- zufüllen. Unsere I u g e n d h e i m e, die größtenteils durch die Opfer- Willigkeit der erwachsenen Arbeiterschaft unterhalten werden, bieten allen Jugendlichen Gelegenheit zum freundschaftlichen Umgang mit glcichgesinnten Alterskameraden und-kamera- binnen. Der jugendliche Besucher findet hier geistige An- regung und Erholung, Bücher und Schriften, Gelegenheit zu Studium und Kurztveil. Hier pulst jugendfrischcs Leben und Treiben: es ist so recht die Welt, in der die Jugend geistig und moralisch gedeihen kann. Vor allem aber sei aufmerksam gemacht auf unsere vor- treffliche Jugendzeitnng, die„Arbeiter-Jugend". Sie enthält interessante Aussätze über alle Gebiete des Wissens und der Kunst, Reiseschilderungen, Gedichte und Erzählungen, gute Abbildungen vervollständigen den Inhalt der Zeitung. Die soeben erschienene Nr. 7 ist als besondere Agitations- nummer für die schulentlassene Jugend ausgestattet. Allen Eltern und Erziehern bietet sich dadurch Gelegenheit, sich selbst von dem großen erzieherischen Werte unseres Jugendorgans zu überzeugen. Eine Probenummer der„Arbciter-Jugend" ist in unseren Jugendheimen, Parteibuchhandlungen usw. er- hältlich. Die bürgerlichen Jugendvereine bemühen sich gerade zur Zeit der Schulentlassung immer besonders eifrig um die Jugend, dem gilt es entgegenzuwirken, und dafür zu sorgen, daß der freien Jugendbewegung neue An- Hänger, unserer Jugendzeitung neue Leser zugeführt lo erden! Schriftstester nnd Herrenhaus. Die am gestrigen Sonntag in Berlin abgehaltene General- Versammlung des Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller beschäf- tigte sich unter anderem mit der Frage der Vertretung des Schrift- stellerberufes im preußischen Herrenhause. Der erste Referent, Professor Dr. v. Wiese- Köln, bezeichnete den wahren Literaten als einen Anwalt der Menschheit, der über den Parteien stehe, sich nicht zum Werkzeug der Politik machen lasse und sich dem Staat nicht dienstbar machen werde. Der wahre Literat strebe weder nach Macht noch schmeichele er der Machtz. Er wisse, daß der Staat dem Menschen nie ganz gerecht werden könne. Der zweite Referent, Robert Breuer- Berlin, legte einer Vertretung der Schriftsteller im Herrenhause zwar keine wesent- lich« Bedeutung bei, da sie nur eine geringe Wirkung ausüben könne, er meinte aber, daß die Schriftsteller auf eine Vertretung ihres Berufes nicht verzichten wollen. Es genügt ihnen nicht, daß unter den ourch tönigliches Vertrauen in das Herrenhaus zu be- rufenden Personen vielleicht Vertreter der Schriftsteller sein könn- ten, sondern sie wollen gleich anderen Berufsgruppen das Vertretungsrecht auf Grund der Präsentation haben. Wie der Refe- rent ausführte, hat die Wahlrechtskommission deS Abgeordnetenhauses die Gesetzcsvorlage dahin abgeänderft daß sie der darstellenden und bildenden Kunst, der Dichtkunst, dem Schrifttum und der Presse zusammen drei Vertreter auf Grund der Prüfen- tation zubilligte. Diese Zahl der Vertreter ist zu gering. Jede der genannten Gruppen muß ihre besondere Vertretung hassen. So die Becufsgruppe Dichtung und Schrifttum, die aus wirtschaftlichen Gründen von der Gruppe„Presse" zu trennen ist. Um einen, P r ä s e n t a t i o n s k ö r p e r zu schaffen, hat sich der Schutzverband mit allen in Frage kommenden deut- schen Schrift st ellervereinigungen in Verbindung gesetzt und ein Kartell gebildet, dem das Präsentations- recht ebensogut gegeben werden könnte, wie es der Jndustrierat für die Vertretung der Industrie bereits erhalten hat. Die Versammlung nahm eine Resolution an, welche die Bemühungen der Verbanosleitung zur Schaffung einer Berufs- Vertretung billigt, der das Recht zur Präsentation von Vertretern im preußischen Herrenhause und den Skändekammern anderer Bundesstaaten übertragen werden könne. Bei einem anderen Punkt der Tagesordnung wurde die wirt- schaftliche Lage der Schrift st ellcr als eine äußerst un- günstige, ja drückende geschildert. Nur wenige hervorragende Schriftsteller könnten über ein gutes Einkommen verfügen. Die große Masse der Bcrufsangehörigen sei durch den Krieg in die bitterste Not geraten. Es gebe Verleger, welche sich die Notlage der Schriftsteller zunutze machen. Ein Zeitungsverleger, ein drei- zehnfacher Millionär, nähme Romane zum Erstdruck überhaupt nicht an und zahle für den Nachdruck eines Romans im HöcMalle 2Sg M. Von anderer Seite wurde mitgeteilt, daß FItegerMcher, die jetzt reißenden Absatz finden, dein Verfasser mit nur 159 M. lionoriert werden. Die Papiernot habe die ohnehin traurige Lage der Schriftsteller noch verschlimmert. Ein Feuilletonredakteur aus Dresden sagte: Oft laufen bei uns dringende Bitten von Schriftstellern ein, daß wir doch wieder etwas von ihnen aufnehmen möchten, da sie sich in wirtschaftlicher Not befinden. Wir können solchen Bitten leider nicht Folge geben, weil den Zeitungen das nötige Papier fehlt. An anderen Stellen wird dagegen noch jetzt die größte Verschwendung mit Papier getrieben. Ich habe in 14 Tagen von Banken und LebenKverskMrungs« instituten 17 Aufforderungen zur Zeichnung von Kriegsanleihe be- kommen. Bei diesen Aufforderungen hat man einen geradezu ver- schtoendcri schen Papierverbrauch betrieben. Auch daS ist eine offenbare Papiervcrschwendung, wenn solche Aufforderungen Lguten ins Haus geschickt werden, von denen doch jeder wissen könnte, daß sie trotz ihrer patriotischen Gesinnung keinen Pfennig für Kriegs- anleihe übrig haben. Anstatt für solche Zwecke Papier ganz nutz. los zu verschwenden, sollte man den Zeitungen etwas mehr Papier uweisen, damit sie in die Lage kommen, die Arbeiten notleidender er aufzunehmen. Der Beruf der freien Schriftsteller wird immer meljr prolstarisiert. Trotzdem besteht die Gefahr, daß ihm nach dem Krieg eine Menge von Leuten zuströmen, die in anderen Berufen ihre Existenz verloren haben. Um oem Anströmen ungeeigneter Elemente in den Schrift- stellerberuf zu steuern, befürwortete der Redner die Schaffung von ch r i f t st e l l e r k a m m e r n. Ein anderer Redner machte darauf aufmerksam, daß diese Forderung auch bedenkliche Seiten habe._ Die Geachteten! Wird der Krieg auch für die Stellung der Gesellschaft zu den Unehelichen das bringen, was man als„Neuorientierung" bezeichnet? Was � alle Aufklärungsarbeit bisher nicht vermochte, kann jetzt vielleicht der Menschenmangel bewirken, den dieser opfer- reiche Krieg hinterläßt. Weil mehr Nachwuchs nötig ist und jeder Nachwuchs willkommen sein muß, wird man das uneheliche Kind anders als sonst einschätzen— und hoffentlich auch die ledige Mutter. Die zum Schutz der ledigen Mütter und ihrer Kinder wirkenden Vereine bemühen sich, die günstigere Stimmung der Kriegszeit auszunutzen und doppelt eifrig für die Anerkennung des Menschen- rechtes ihrer Schützlinge zu werben. Am gestrigen Sonntag tat das der„Bund für Mutterschutz" mit einer Veranstaltung, bei der in einem Vortrag von Frau Gertrud David die Arbeit des Bundes geschildert und auch der Film als Werbemittel vcr- wendet wurde.„Die Geächteten" ist der von Frau-Gertrud David verfaßte Film benannt, der in Szenen von starker dramatischer Wirkung das nur zu oft recht trübe Schicksal lediger Mütter und ihrer Kinder vor Augen führt und auf die vom Bund in seinem Mütterheim gebotene Zuflucht und Hilfe hinweist. Die Bortragende sprach in warmherzigen Worten von dem schweren Leidensweg, den diese Bedauernswerten meist zu gehen haben, und wandte sich scharf gegen die herzlose Aechtung der unglücklichen Opfer eines gedankenlosen Vorurteils. Sie schloß mit der Mahnung, jeder möge dazu mithelfen, daß aus den Ge- ächteten einmal Geachtete werden. Nusgabe der Milchkarten für Grosz-Berlin. Die Vollmilchkarten kommen in den nächsten Tagen in den zur Fettstelle Groß-Berlin sMilch) gehörenden Gemeinden zur Ausgabe. Tie Inhaber von Vollmilchkarten haben die Maikarten bis 17. April einschließlich den Kleinhändlern vorzulegen. An den zur Ausgabe gelangenden Milchkarten ändert sich nichts; den Kindern, die nach dem 1. April 1917 geboren sind, ist ein Vorzugsrecht derart.eingeräumt, daß bis zum 14. April dieses Jahres einschließlich nur Anmeldungen auf diese Karten zulässig sind. Nach Ablauf dieser Anmeldefrist haben sich die übrigen Milchbe- rech big ten in der Zeit vom lö. bis zum 17. April anzumelden. Die Milchkarten dürfen von den Händlern nicht in Gewahrsam genommen werden, sondern verbleiben in Händen der Bezugsbe- rechtigten. In Berlin sind die Vollmilchkorten für Mai 1918 in der Zeit vom Mittwoch, den 19., bis Freitag, den 12. April, ein- schließlich von den Brotkommissionen abzuholen. Die Karten für Kranke werden wie bisher von der Zentralstelle' für Krankenernährung zugesandt. Auskünfte über vermißte Heercsaugehörige. In letzter Zeit bieten sich verschiedentlich gewerbliche Aus- kunfleien zur Ermitilung vermißter Heeresangehöriger an. Vor der Juanspeuchnahme derartiger Unternehmungen zu Nachforschungen nach Vermißten inuß dringend gewarnt werven. Auskunft über den Verbleib von Militärpersonen erteilt, soweit es sich um das preußische Kontingent handelt, das Z entralnach weise- bureau des Kriegsministeriums in Berlin NW 7, für die Kontingente von Bayern, Sachsen und Württemberg die Nachweisebureaus in München, Dresden und Stuttgart. Ist durch diese amtlichen Stellen keine Auskunft zu erlangen, so wende man sich an den zuständigen Verein des deutschen Roten Kreuzes, das über eine umfassende Organisation zur Ermittelung Vermißter der- fügt und mit allen in Betracht kommenden ausländischen Stellen in Verbindung steht. sWelcher Verein im Einzelfalle zuständig ist, ergeben die aus den Postämtern aushängenden Merkblätter über den KriegSgefangenen-Postverkehr.) Privatpersonen und gewerbliche Unternehmungen sind nach den bestehenden Vorschriften überhaupt nicht in der Lage, unmittelbare Anfragen an das Ausland zu richten, sie müssen sich daher stets an die amilichen deutschen Stellen oder das deutsche Rote Kreuz wenden. Die Benutzung der- artiger Mittelpersonen stellt also nur eine un- nütze Geldausgabe dar. Alle amtlichen Stellen und das Rote Kreuz erteilen unentgeltlich Auskunft und erheben auch für Anfragen nach dem Auslande, Ermittlungen bei gefangenen Kameraden usw. leine Gebühren. Betrügereien und Fälschungen bei der Fettstelle Groß-Berlin lagen einer Anklagesache zugrunde, welche das Schöffengericht Berlin- Mitte beschäftigte. Angeklagt wegeil Urkundenfälschung und Betruges war die Kontoristin Elise Müller geb. Hillich.— Die Angeklagte war in dem Bureau der Fettstelle Groß-Berlin als Kontoristin an- gestellt gewesen, und zwar in einer Abteilung, in welcher die Bezug- icheine über Margarine für die großen Werke der Rüstungsindustrie bezw. deren Arbeiter ausgefertigt wurden. Diese Scheine wurden von dem Vorsteher der betreffenden Abteilung mit feinem Namensstempel versehen, vielfach aber auch eigenhändig unter- zeichnet. Um sich in den Besitz von größeren Mengen Speisefett fetzen zu können, trug die Angeklagte nun in die Listen mehrere Namen fingierter Firmen ein und meldete diese bei den zuständigen Bunergeschäslen an. Wie die Anklage annimmt, wurde die auf diese Weise widerrechtlich erworbene Fcttmenge von mehreren Kilo dann durch Angehörige der Angeklagten abgeholl. Dieser eigcnailige Beirieb dauerie längere Zeil, bis endlich durch einen Zufall die Sache zur Entdeckung kam.— Das Gericht ging von der Ansicht aus, daß durch derartige unlautere Manipulationen die allgemeine Lebensmittelversorgung stark gefährdet werde; wie sich ergeben habe, hätten andere Angestellte durch dieses Beispiel sich ebenfalls verleiten lassen, ähnliche Betrügereien zu begehen. Gegen derartige Schiebungen mir Lebensmitteln oder Lebensmittelkarten müsse mit aller Strenge des Gesetzes vorgegangen werden. Das Urteil des Gerichts lautete deshalb auf 1 Jahr Gefängnis bei sofortiger Verhaftung. Ter Mord in der Biescnthaler Forst. Wie schon bekannt ist, wurde am Freitag am sogenannten Zainhammer in der Biesen- thalcr Forst die Leiche eines unbekannten Mannes aufgefunden, die drei Schußwunden aufwies. Ter Tote lag unweit des vom Ortsteil Heegermühle-Ost nach Spechthausen führenden sogenannten schwar- zen Weges. Einige in der Tasche des Toten vorgefundene polnische Zeitungen deuten daraus hin, daß der Ermordete aus Polen stammt, doch sind sonst keinerlei Ausweispapiere gefunden worden. Alls An- zeichen deuten aber auf eine Beraubung der Leiche hin. Die ge- richtsärztliche Obduktion ergab Verblutung durch Schuß in die Hals» schlagader; die Verletzungen stammen zweifellos von dritter Hand. Bekleidet war der Tote mit dunkelgrüner Gürteljovpe, hellgestrcmcr Hose, blauem Sweater, weißem Trikothemde, ebensolchen Unter- hosen und schwarzen Schnürstiefeln. In einer Tasche wurde eine Blechmarke der Berliner Volksküchen mit der Nummer 5 gefunden. Es sind in der Angelegenheit bereits einige Verhaftungen vorge- nommcn worden, so daß es gelingen dürfte, den Täter zu ermitteln. Ein führerloses Fuhrwerk— ein Gespann mit zwei Pferden— wurde vorgestern abend 19 Uhr in der Friedenstraße von der Firma Paul Kosterlitz u. Co., Schöneberger Straße 22, aufgefunden. Auf dem Fuhrwerk befanden sich 6 Sack Zucker zu je 2 Zentner und einige Kisten Nudeln. Noch in derselben Nackt konnte sich der Bc- sitzer das Fuhrwerk vom Polizeirevier 92, Fruchtstraße, abholen lassen. Wilmersdorf. Die Ausgabe der Zusatz-Zucker- karten s ü r K i n d e r im 1. bis 7. Lebensjahre erfolgt in Berlin- Wilmersdorf am 8. und 9. April dieses Jahres zwischen 9 und 2 Uhr durch die Brotkommissionen an die beteiligten HaushaltungS- vorstände oder deren Vertreter(nicht Kinder) gegen Vorlegung ge- eignetsr Urkunden(Geburts-, Tauf-, Impfschein, nicht auch Polizei- liche Anmeldung der Kinder). Radrennen in Treptow. Das gestrige Rennprogramm umfaßte zwei Dauerrennen hinter Motoren; ein Malfahren und ein großes und kleines Vorgabesahren für Flieger. In den Dauerrennen war wieder Bauer der Held des Tages; er gewann beide Rennen und verbesserte zudem im 39-Kilometerrennen sämtliche Treptower Bahnrekords. Die Fliegerrennen zeitigten durchweg Ueberraschungs- siege, weil die besseren Fahrer die großen Vorgaben der schwächeren Fahrer nicht aufzuholen vermochten. Resultate. Z9-Kilometerrennen: 1. Bauer 22 Min. 39 Sek., 2. Pawke 149, 3. Nettelbeck(Radschaden) 2769, 4. Wiewerall(Radschaden) 3399 Meter zurück.— Malfahren, 990 Meter: 1. Naujokat 1 Min. 21 Sek., 2. Freiwald, 3. Neinars, 4. Schulz.— Vorgabe- sahren, 8 Bahnrunden: 1. Sa wall 2(220) 3 Min. 10 Sek., 2. Do- lata 9220), 3. Pötter(220), 4. Kalmutzke(250), 5. Schräge(10 Meter Vorgabei.— Kurzes Vorgabefahren, 4 Bahnrunden: 1. Tennig- keit(170) 1 Min. 32 Sek., 2. Schulz(69). 3. Schlottke(199). 4. Sieg- mund(49 Meter Vorgabe).— 29-Kilometerrennen: 1. Bauer 43 Min. 39 Sek., 2. Nettelbeck 20, 3. Pawke 140, 4. Wiewerall 260 Meter zurück._ Wetterbericht bis Dienstag mittag. Mild und zeitweise heiter, jedoch vorwiegend wolkig, mit leichten Regenfällen, strichweise Ge- witter. Verantwortlich für Politik: Dr. Fr. Diederich, Berlin-Friedenan, kür den übrigen Teil des Blattes: Alfred Scholz, Nenkölln; für Anzeigen: Theodor Glocke. Berlin. Verlag: Borwärts-Berlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdrnckcrei und Verlagsanstatt Paul Singer u. Co. in Berlin, Lindcnstraßc 3. aiizeiiumiüMtesi mit Brut werden radikal vernichtet durch Wanzentod Pfeifferol in Flaschen zu 4,50 M., 3,— M., 1,75 M. und 1,— M. und Mottentod Pfeifferol(50 Pf.) überall zu haben. Serr Paul Rades, Drogerie, Turmstraße 48, schreibt:„Ihr Wanzentod Pfeifferol ist vorzüglich, ein Kunde empfiehlt Ihr Präparat immer dem anderen". Kopf- und Haarwasser Pfeifferol gegen Ungezieser für Kinder. Flasche 2,59 M., 1,29 M. u. 75 Pf Parasiten-Liniment Pfeifferol gegen Ungeziefer, Flasche 2,50 M. und 1,59 M. Tricreiol-Puder Pfeifferol gegen Flöhe, Dose 1,25 M. und 1,— M. Kinderpuder Pfeifferol, bestes Einstreumittel für Kinder. Toilette-Haarwaffer Pfeifferol gegen Kopsschuppen und Schirmen, ein ideales Haarpflegemittel, Masche 2,59 M. 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Welche Vollmitchmenge aus die Kinderkarten im Mai verabfolgt werden wird, wird später noch besonders bekanntgegeben werden. Es gelangen für Mai zur Ausgabe: a) sür die nach dem l. April 1317 geborenen Kinder rote mit einem Kreis und mit dem Buchstaben„A* gekennzeichnete Milchkarten, b) sür die in der Zeit vom 1. April 13lS bis zum 31. März 1917 geborenen Kinder grüne mit dem Buchstaben „All* gekennzeichnete Milchkarten, c) sür die in der Zeit vom 1. April 1314 bis 31. März 1316 geborenen Kinder blaue mit dem Buchstaben„B" gekennzeichnete Milchkarien, d) sür die in der Zeit vom 1. geborenen Kinder braune kennzelchnete Milchkarien. Den roten Karten, die mit einem Kreis und mit dem Buch- stabeu„A" gekennzeichnet sind, ist ein Vorzugsrecht bei der An- meidung derart eillgeränmt, daß Bis zum 14. April d I. ein- schließlich nur Anmeldungen auf diese Karten zulässig sind. Die Verkäuser von Milch düricn dader bis zum 14. April d. I. ein- s chließlich nur die mit einem roten LueSi geteiinzeichueten Karten annehmen, und zwar haben sie die Kaden anzu- nchmen, ohne Ztücksicht darauf, ob die Milch bisher von ihnen bezogen worden ist oder nicht. Nach Ablauf dieser Anmeldefrist haben sich die übrigen Milchberechtigten in der Zeit vom 15. bis zum 17. April anzu- melden. Der Milchhändler hat die Kontrollabschnitte abzuschneiden. den einen(lints unten) bewabrt er aus, den anderen(rechts imlen) sende: er wie bisher der Feltstelle Groß- Berlin (Milch) ein. Die Milchhändler werden daraus ausmcrksam gemacbt, daß die Kontrolladschniiie bis zum 2t. AprU 1318 bei der Fettstelle Grosi-Bertln('Milch). Poitstr. k, Abteilung Klein- Händler eingegangen sein müssen. Die Milchtarlcn dürfen von den Händlern nicht in Ge- wahrsam genommen werden, sondern verbleiben in Hände» der Bezugsberechtigten. Die Milchlaricn sind täglich vor- zulegen; täglich hat der Händler den gültigen Tagesabjchnitt abzutrennen und cm sich zu nehmen. Berlin, den 5. April 1313. zemeie«-tollst MW. Die Vollmilchkorten sür Mai 1318 sind in Berlin in der Zeit vom Mittwoch, den IV., bis Freitag, den 12. April 1918 einschließlich von den Brotkommiisione» abzuholen. Be- willigte Karten sür Kranke werden wie bisher von der Zentral- stelle sür Krankenernährung zugesandt. Soweit sie sich bis zu den vorstehend testgcsetzten Anmcldelerminen bereits in den Händen der Empsänger befinden, ist die Anmeldung ebenfalls innerhalb der Frist zu bewirken. Die nach Abiaus der Frist übersandten Karten Nagen den Stempel„Nachanmeldung" und können jederzeit angemeldet werden. Den am 1. April 1914 und später geborenen Kindern werden wieder Nährmittel und zwar je 1 Pfund gewährt. Die Austeilung der Bezugscheine er- sotgt zusammen mit der Ausgabe der Milchkarten. MMll! der Köllig!. M- uad WöeiizslM. Tgb. I. Nr. 1704 F. Mi. Rasten wagen und alle andrrrn Treu Sport- geräte lief, billigst. Groß. Vorrat 44. 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